der ich einen Raubvogel rufe von Osten her, aus fernem Lande den Mann meines Ratschlusses. Ich habe geredet, und werde es auch kommen lassen; ich habe entworfen, und werde es auch ausführen.
Elberfelder 1871 – Jesaja 46,11
der ich einen Raubvogel rufe von Osten her, aus fernem Land den Mann meines Ratschlusses. Ich habe geredet, und ich werde es auch kommen lassen; ich habe geplant, und ich werde es auch ausführen.
Streitenberger – Der Tanach Deutsch – Jesaja 46:11
ich rufe von Osten her den Stoßvogel herbei, aus fernem Lande den Mann (= das Werkzeug) meiner Wahl (oder: meines Ratschlusses); wie ich es ausgesprochen habe, so lasse ich es auch eintreten; wie ich es mir vorgenommen habe, so führe ich es auch aus.
Menge 1967 – Jes 46,11
Ich rufe vom Aufgange her den Aar, aus fernem Lande den Mann Meines Rates; Ich hab’ es verheissen, Ich werde es auch kommen lassen, Ich hab’ es entworfen, werd’ es auch ausführen.
Zunz 1997 – Jes 46:11

Jedes Volk, das sich dem Götzendienst zuneigt, sollte innehalten und daran gedenken, dass nur der wahre Gott Ereignisse geoffenbart hat, bevor sie eintraten ‒ und das, um seine Pläne auszuführen. Er wird Kyrus (einen Raubvogel von Osten her) rufen, um sein Volk von den Chaldäern zu erretten.
MacDonald – Kommentar zum Alten Testament
Die Zukunft wurde nicht verkündigt um die Neugier der Zeitgenossen zu stillen. Die Verkündigung der Zukunft sollte das Volk ermutigen umzukehren. Denn die verkündigte Zukunft wird mit Sicherheit eintreten, weil Gott sie den Propheten offenbart hatte (Jes. 44,7–8; 46,10–11). Die Zukunftsaussagen der Propheten beinhalten sowohl Heilsals auch Gerichtsbotschaften—beide sollten das Leben beeinflussen: Das Wissen um ein zukünftiges Gericht lässt die Gegenwart anders erscheinen, ihre Mängel treten klarer zu Tage. Aber wenn die Gegenwart schon alles bietet, was man sich wünscht, muss man sich nach einer Zukunft mit Gott nicht mehr sehnen. Daher der Hinweis auf das künftige Heil, der Trost und Ansporn zugleich sein soll. Die Verkündigung der Zukunft sollte Auswirkungen auf das Leben des Volkes Gottes damals haben, egal in welcher Form diese Verkündigung geschah. Die Zukunft sollte ihre Gegenwart bestimmen, denn die Gegenwart bestimmte ihre Zukunft (Jes. 2,1–5; Joel 2,1; Nah. 2,1).
Edition C Bibelkommentar Altes Testament – Propheten im Alten Vorderen Orient und im Alten Testament
Das Buch Jesaja war eine wichtige Quelle für das jüdische apokalyptische Denken, das das Neue Testament durchzieht. Deuterojesaja versuchte, die Moral der babylonischen Exilanten zu stärken, indem er ihnen die Erlösung von ihren Unterdrückern durch Gottes „Messias“ Kyrus (Jes 45,1) versprach und verkündete, dass Gott eine „neue Schöpfung“ (Jes 65,17) plane und „neue Dinge“ (Jes 42,9; 43,19; 48,6). Als diese Versprechen in den folgenden Jahrhunderten in ähnlichen Situationen der Unterdrückung gelesen wurden, gaben sie angesichts unerträglicher Unterdrückung der apokalyptischen Denkweise neuen Auftrieb. Außerdem ist es nicht schwer zu verstehen, dass die frühen Christen die Verheißungen als in ihrer Zeit verwirklicht ansahen (vgl. Mt 1,22–23; 3,3).
Isaiah Scrolls – Dictionary of New Testament background: a compendium of contemporary biblical scholarship
Nach Vers 11 ist JHWH nicht nur der Offenbarer der Vergangenheit, sondern auch der Zukunft: „Ich rufe einen Raubvogel aus dem Osten, den Mann meines Rates aus einem fernen Land; ja, ich habe es geredet, ich will es auch tun; ich habe es beschlossen, ich will es auch tun. Wieder einmal offenbarte Gott, dass der Befreier Israels aus dem Osten kommen würde (vgl. Jes 41,2). Diesmal bezeichnete er Kyrus als einen Raubvogel aus dem Osten, der die Völker verschlingen würde, gegen die er vorgehen würde. Wie es geschrieben steht, so wird es auch geschehen. An dieser Stelle prophezeite Gott Dinge, die noch in der Zukunft liegen, und was er gesprochen hat, wird er auch in die Tat umsetzen. Was er sich vorgenommen hat, wird er auch tun.
Arnold Fruchtenbaum – Bibelkomentar Jesaja
Einige jüdische Gelehrte glauben, dass Vers 11 eine Prophezeiung über das Kommen des Messias ist. Rabbi Joseph Kimchi (1105-1170), der Vater von David Kimchi, dessen Werk in diesem Kommentar mehrfach zitiert wurde, lehrte zum Beispiel, dass er sich auf den König Messias bezieht, der schnell kommen wird, wenn die Zeit reif ist. Laut David Kimchi interpretiert Targum Jonathan die Passage außerdem als Hinweis auf die Wiederansammlung der Verbannten, die sehr schnell stattfinden wird.
Wenn Gott in dem Moment nicht handelt, wenn wir denken, dass er handelt sollte, dann ist das nicht deshalb, weil er dazu unfähig ist. Er entscheidet vielmehr einfach nicht zu handeln. Obwohl das wie eine willkürliche und launische Entscheidung von seiner Seite scheint, ist genau das Gegenteil wahr. Gott entscheidet zu handeln oder es zu unterlassen gemäß seinem perfekten und heiligen Plan, damit seine gerechten Absichten erfüllt werden. Nichts passiert, was außerhalb Gottes Plans liegt. Er hat die Kontrolle über ein jedes Moleküls, das durch das Universum schwebt, und Gottes Wille umfasst jede Entscheidung und jede Tat, die jede Person in der Welt und zu jeder Zeit trifft oder tut. Er sagt uns in Jesaja 46,11: „Ich rufe einen Adler vom Osten her, aus fernem Lande den Mann, der meinen Ratschluss ausführe. Wie ich’s gesagt habe, so lasse ich’s kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch.“ Sogar die Vögel sind ein Teil seines vorherbestimmten Plans. Darüber hinaus gibt es Zeiten, wenn er uns in seinen Plan Einblick gewährt (Jesaja 46,10) und Zeiten, zu denen er das nicht tut. Manchmal verstehen wir, was er tut; manchmal nicht (Jesaja 55,9). Eines wissen wir ganz sicher: wenn wir zu ihm gehören, wird egal was er tut zu unserem Besten sein, ob wir es verstehen oder nicht (Römer 8,28).
Got Questions Ministries 2025 – GotQuestions.org: Fragen zur Bibel beantwortet
Der Schlüssel dazu, Enttäuschung über Gott zu vermeiden, ist unseren Willen an seinen anzugleichen und uns seinem Willen in allen Dingen unterzuordnen. Wenn wir das tun, hält es von Gott enttäuscht zu sein fern und schließt zudem Murren und Beschwerden über Dinge in unserem Leben aus. Die Israeliten in der Wüste haben Gott verschiedentlich in Frage gestellt und herumgenörgelt, obwohl sie seine Macht in Wundern wie der Teilung des Roten Meers, dem Manna und die Wachteln in der Wüste, und den Ruhm des Herrn, der ihnen in Form einer Feuersäule folgte, gesehen haben (2. Mose 15–16; 4. Mose 14,2–37). Trotz der ständigen Treue von Gott gegenüber seinem Volk haben sie gemurrt und waren mit Gott unzufrieden, weil er nicht so gehandelt hat, wie sie sich das vorgestellt haben. Statt sich seinem Willen unterzuordnen und ihm zu vertrauen, waren sie in ständigem Aufruhr und in Verwirrung.
Wenn wir unseren Willen an Gottes Willen angleichen und wenn wir zusammen mit Jesus sagen können: „doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ (Lukas 22,42), dann finden wir die tiefe Zufriedenheit, von der Paulus in 1. Timotheus 6,6–10 und Philipper 4,12 gesprochen hat. Paulus hatte gelernt, mit allem, was Gott für ihn bereithielt, zufrieden zu sein. Er vertraute auf Gott und ordnete sich seinem Willen unter, wissend, dass ein heiliger, gerechter, perfekter, liebender und gnädiger Gott alle Dinge zum Besten bringen wird, weil er das versprochen hat. Wenn wir Gott in diesem Licht sehen, können wir nicht mehr von ihm enttäuscht sein. Wir ordnen uns vielmehr bereitwillig und freiwillig unserem himmlischen Vater unter, weil wir wissen, dass sein Wille perfekt ist und dass alles, was er in unseren Leben passieren lässt, letztendlich zu unserem Besten und zu seiner Herrlichkeit ist.
Es fehlt in der Zweck/Mittel-Diskussion auch das Verständnis über die Vorsehung von Gott. Gott hat nicht einfach nur die Welt erschaffen, sie mit Menschen bevölkert und sie dann ihrem Schicksal überlassen. Gott hat vielmehr einen Plan und eine Absicht für die Menschheit, welche er über die Jahrtausende hinweg umsetzt. Jede Entscheidung einer jeden Person über die Geschichte hinweg wurde übernatürlich in diesen Plan eingepasst. Er teilt uns diese Wahrheit unmissverständlich mit: „der ich zuvor verkündige, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist, und der ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich. Ich rufe einen Adler vom Osten her, aus fernem Lande den Mann, der meinen Ratschluss ausführe. Wie ich’s gesagt habe, so lasse ich’s kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch.“ (Jesaja 46,10–11). Gott ist eng beteiligt an der Kontrolle über seine Schöpfung und behält diese unter Kontrolle. Darüber hinaus sagt er uns, „dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ (Römer 8,28). Ein Christ, der in seinem Lebenslauf lügt oder abtreibt, würde Gottes Gesetz verletzen und Gottes Fähigkeit verleugnen, für eine Familie zu sorgen und das Leben der Mutter zu erhalten, wenn es sein Wille ist.
GotQuestions.org: Fragen zur Bibel beantwortet
Diejenigen, die Gott nicht kennen, sind vielleicht gezwungen, ihre Mittel durch den Zweck zu heiligen, aber diejenigen, die behaupten Kinder Gottes zu sein, haben überhaupt keinen Grund ein Gesetz Gottes zu brechen, seine göttliche Absicht zu verleugnen oder Schande über seinen Namen zu bringen.
Jehova ist derjenige, „der von Anfang an den Ausgang kundtut und von alters her die Dinge, die nicht getan worden sind; der spricht: ‚Mein eigener Beschluss wird bestehen, und alles, was mir gefällt, werde ich tun‘ “ (Jesaja 46:10). Welcher andere Gott könnte sich in dieser Hinsicht mit Jehova vergleichen? Die Fähigkeit, die Zukunft vorauszusagen, ist ein untrüglicher Beweis für die Göttlichkeit des Schöpfers. Es bedarf jedoch mehr als Weitblick, um die Erfüllung von Voraussagen zu garantieren. Die Worte „Mein eigener Beschluss wird bestehen“ betonen die Unveränderlichkeit von Gottes erklärtem Vorsatz. Da Jehovas Macht grenzenlos ist, kann ihn nichts im Universum daran hindern, seinen Willen auszuführen (Daniel 4:35). Wir können daher davon ausgehen, dass alle Prophezeiungen, die sich noch nicht erfüllt haben, zu der von Gott bestimmten Zeit eintreffen werden (Jesaja 55:11).
Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen
Als Nächstes lenkt Jesajas Prophezeiung unsere Aufmerksamkeit auf ein herausragendes Beispiel für die Fähigkeit Jehovas, künftige Ereignisse vorherzusagen und sein Wort wahr zu machen. Sie bezieht sich auf Jehova, „der vom Sonnenaufgang her einen Raubvogel ruft, aus fernem Land den Mann, der meinen Beschluss vollziehen soll. Ich habe es ja geredet; ich werde es auch herbeiführen. Ich habe es gebildet, ich werde es auch tun“ (Jesaja 46:11). Als derjenige, „der von Anfang an den Ausgang kundtut“, wird Jehova Gott die Angelegenheiten der Menschen so lenken, dass sein Beschluss ausgeführt wird. Er wird Cyrus „vom Sonnenaufgang her“, aus Persien im Osten, rufen, wo sich die Lieblingsresidenz des Cyrus, Pasargadae, befinden wird. Dieser wird sich wie ein „Raubvogel“ plötzlich und unerwartet auf Babylon stürzen.
Wie zuverlässig Jehovas Vorhersage in Bezug auf Babylon ist, wird durch die Worte bestätigt: „Ich habe es ja geredet; ich werde es auch herbeiführen.“ Der unvollkommene Mensch könnte zwar in seiner Impulsivität irgendwelche Versprechen geben, ohne sie einzulösen, doch der Schöpfer lässt sein Wort nie unerfüllt. Jehova ist der Gott, „der nicht lügen kann“ (Titus 1:2). Deshalb dürfen wir überzeugt sein, dass er, wenn er „es gebildet“ hat, „es auch tun“ wird.
Gottes Knecht Kyrus (Jes. 41:1-7). Gott beruft das Gericht ein und fordert die Völker auf, ihre Klage gegen ihn vorzutragen, wenn sie dazu in der Lage sind. Mindestens siebzehnmal schreibt Jesaja in seiner Prophezeiung von „den Inseln“ (KJV) oder „den Küstenländern“ (NIV) und meint damit die vom heiligen Land am weitesten entfernten Orte (11:11; 24:15; 41:1, 5; 42:4, 10, 12). „Bringt eure Sache vor“, fordert er diese Völker auf (41:21); „bringt euren Fall vor“ (NIV).
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
Gott hat keine Angst vor den Völkern, denn er ist größer als die Völker (40:12-17); er steuert ihren Aufstieg und Fall. Er kündigte an, dass er einen Herrscher namens Kyrus erwecken würde, der sein gerechtes Werk auf Erden tun würde, indem er andere Nationen um seines Volkes Israel willen besiegen würde. Kyrus würde ein Hirte sein (44:28), von Gott gesalbt (45:1), ein gefräßiger Vogel, der sich nicht aufhalten lässt (46:11). „Er zertritt die Herrscher, als wären sie Mörtel, als wäre er ein Töpfer, der den Ton zertritt“ (41,25, NIV).
Jesaja nannte Kyrus über ein Jahrhundert vor seiner Geburt (590?-529) beim Namen; und obwohl Jesaja Kyrus nirgends als „Gottes Diener“ bezeichnet, diente Kyrus dem Herrn, indem er Gottes Absichten auf Erden erfüllte. Gott übergab Kyrus die Völker und half ihm, große Könige zu besiegen (45,1-4). Der Feind wurde weggeblasen wie Spreu und Staub, weil der ewige Gott die Armee anführte.
Als Kyrus über das Gebiet östlich und nördlich des heiligen Landes zog (41:25), hatten die Völker Angst und wandten sich an ihre Götzen. Mit scharfer Satire beschreibt Jesaja, wie verschiedene Handwerker sich gegenseitig helfen, einen Gott herzustellen, der ihnen nicht helfen kann! Denn wenn der Gott des Himmels für die Eroberung zuständig ist, wie können sich dann Menschen oder Götter ihm widersetzen?
Cyrus mag gedacht haben, dass er seine eigenen Pläne durchführte, aber in Wirklichkeit tat er das Wohlgefallen des Herrn (44,28). Indem er Babylon besiegte, ermöglichte Cyrus die Freilassung der jüdischen Gefangenen, die in ihr Land zurückkehren konnten, um Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen (Esra 1,1-4). „Ich habe ihn in Gerechtigkeit aufgerichtet und will alle seine Wege lenken; er soll meine Stadt bauen und meine Gefangenen freilassen“ (Jes 45,13).
Manchmal vergessen wir, dass Gott sogar unbekehrte Führer in der Welt zum Wohl seines Volkes und zum Fortschritt seines Werkes gebrauchen kann. Er ließ den Pharao in Ägypten auferstehen, um seine Macht zu demonstrieren (Röm 9,17), und er benutzte sogar den bösen Herodes und den feigen Pontius Pilatus, um seinen Plan der Kreuzigung Christi zu verwirklichen (Apg 4,24-28). „Das Herz des Königs ist in der Hand des Herrn wie die Wasserströme; er wendet es, wohin er will“ (Spr 21:1, NKJV).