Und nachdem er ihn weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, welchem er auch Zeugnis gab und sprach: „Ich habe David gefunden, den Sohn Jesses, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird“. (Ps 89,20; 1. Sam 13,14)
Elberfelder 1871 – Apostelgeschichte 13,22
Als er den verworfen hatte, setzte Gott David als König für sie ein. Ihn bestätigte er mit den Worten: ›Ich habe David gefunden, den Sohn von Isai, einen Mann nach meinem Herzen. Der wird alles genau so machen, wie es mir gefällt.‹
das Buch – Apostelgeschichte 13:22
verstieß er Saul und erhob David zu ihrem König. Ihm stellte er das Zeugnis aus: ‘David, den Sohn von Isai, habe ich erwählt, einen Mann, der mir gefällt. Er wird alles ausführen, was ich will.’
Gute Nachricht Bibel 2000 – Apg 13,22
Dann wandte sich Gott von ihm ab und machte David zum König über Israel. Von ihm sagte er: ›Ich habe David, den Sohn von Isai, gefunden, einen Mann, der mir Freude macht. Bei allem, was er tut, wird er auf mich hören.‹
Hoffnung für Alle – Apg 13:22

Was fällt dir zu David ein? Viele würden vor allem an die Geschichte mit Uria denken. Aber wenn wir uns die Bibel anschauen, und diese als „Geschichte aus Gottes Sicht“ betrachten, dann fällt uns auf, dass die Geschichte mit Uria nur ein ganz klitzekleines Stück der Geschichte Davids ausmacht. Nein – David war aus Gottes Sicht in erster Linie „ein Mann nach meinem Herzen“! Wenn wir bei allen Menschen, die mit Jehovah wandelten, nur die Fehler suchen, dann scheinen wir eher die Sicht des Anklägers einzunehmen, der sich auf die Fehler konzentriert.
Dann ist David dein Vorbild. Gott nannte ihn „einen Mann nach meinem Herzen“ (Apostelgeschichte 13,22). Niemand anders wurde je so bezeichnet, weder Abraham noch Mose noch Josef. Paulus nannte er seinen Apostel, Johannes „den Jünger, den er liebte“, doch nur einer erhielt das Etikett „ein Mann nach Gottes Herzen“.
Lucado, Max and Hübsch, Renate – Mit Gott unterwegs: Was wir von 40 biblischen Personen für unser Leben und unseren Glauben lernen können
Vielleicht liest du die Geschichte von David und fragst dich, was Gott wohl so Besonderes an ihm gefunden haben mochte. Dabei fiel er ebenso oft auf die Nase, wie er den Sieg davontrug. Er überwand Goliat, doch bei Bathseba ging er jämmerlich unter. Erst triumphierte er über die Gotteslästerer im Tal und später tat er sich in der Wüste mit ihnen zusammen. Er konnte Armeen in die Schlacht führen, aber er schaffte es nicht, seiner eigenen Familie vorzustehen. David – mal blind vor Wut, dann wieder in Tränen aufgelöst, mal blutrünstig, dann wieder voller Leidenschaft für Gott; auf der einen Seite ein Mann mit acht Frauen, aber auch ein Mann, der seinem Gott treu war.
Und dieser Mensch war ein Mann nach dem Herzen Gottes? Das macht Mut. Die Biografie Davids wird einem makellosen Heiligen wohl kaum sonderlich zusagen. Musterchristen werden hier unweigerlich enttäuscht, alle anderen dagegen finden sie ermutigend. Wir sitzen auf derselben Achterbahn.
In seinen Sternstunden konnte niemand David das Wasser reichen, in seinen schwächsten Momenten konnte wohl kaum jemand tiefer sinken als er. Das Herz dieses Mannes, das Gott so liebte, war voller Licht und Schatten.
Wir haben diese Geschichte von David bitter nötig. Um uns herum lauern nämlich die Riesen: Ablehnung, Versagen, Rachsucht, Bedauern.
Ob ein Leben einflussreich und wichtig war, wird sehr oft erst am Ende beurteilt. Ein gutes Urteil bedeutet noch mehr, wenn es nicht vom Betroffenen selbst, sondern von anderen Personen ausgesprochen wird. Noch gewichtiger ist die Beurteilung eines Lebens aber, wenn der lebendige Gott sich zu diesem Leben äußert. Das war bei David, dem König Israels, der Fall. Gott sagt: „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen“ (Apg 13,22). Was hat David als Sünder und Kriegsherr zu einem Mann nach dem Herzen Gottes gemacht? Die Antwort auf diese Frage, wollen wir mit Hilfe dieses Bibelhauskreisheftes entdecken. Wir beginnen mit einigen Impulsen.
Powilleit – Hauskreishefte EfA-Stuttgart – Ein Mensch nach dem Herzen Gottes: Das Leben Davids
David war sich dessen bewusst, dass er ein Sünder war: „Herr, vergib mir meine Schuld, denn sie ist groß“ (Ps 25,11). Sünde, das war für David nicht zuerst ein Handeln gegen Menschen, sondern ein Handeln gegen Gott: „An dir allein habe ich gesündigt“ (Ps 51,6). Weil David Sünde in seinem Leben ernst nahm, hat er Gottes Vergebung erlebt: „Preise den Herrn meine Seele, der da vergibt alle deine Sünde“. (Ps 103,2–3) David war aber nicht nur ein Mann nach dem Herzen Gottes, weil der König zu seiner Sünde stand und sie nicht schönredete, sondern weil David mit seiner Sünde zu Gott kam und so auch Gottes Vergebung erlebte.
Ein besonderes Merkmal, das David zu einem Mann Gottes macht, ist sein Vertrauen auf Gott. „Nur auf Gott vertraut still meine Seele“ (Ps 62,6). David hat sich in seinem Alltag immer wieder bei Gott festgehalten: „Sei mir gnädig mein Gott, denn ich flüchte mich zu dir“ (Ps 57,2). Gott war buchstäblich Davids Zuflucht: „Denn mein Fels und meine Festung bist du“ (Ps 31,4).
David ist also ein Mann, von dem wir viel lernen können. Der König Israels soll uns motivieren, selbst von der Sehnsucht bestimmt zu werden, ein Mensch nach Gottes Herzen zu werden und Gottes ganzen Willen zu tun (Apg 13,22). Es wäre schön, wenn auch dieses Bibelhauskreisheft dazu einen Beitrag leisten könnte.
μετα-στήσας Aor. Ptz. μεθ-ίστημι204 (an eine andere Stelle) versetzen; hier entfernen, absetzen; gemeint ist hier entweder Sauls Verwerfung (1Sam 15,23.26; vgl. Lk 16,4) od. sein Tod (Josephus verwendet dieses Verb auf beiderlei Weise [Bruce, Apg, S. 305]); temp. ἤγειρεν Aor. ἐγείρω hier etwa erheben (Menge) od. entstehen lassen (B 1aε) bzw. machen. εἰς βασιλέα für Präd.-Akk. (Hebr. [BDR § 1577; H-S § 153b; A81]); αὐτοῖς (dat. commodi, A173) εἰς βασιλέα zum König für/über sie, zu ihrem König. ᾧ wohl DatO zu μαρτυρήσας (wobei Ptz. m. ᾧ verschränkt ist; A364b); ᾧ καὶ εἶπεν (pleon. [BDR § 420,3; A297]) μαρτυρήσας ihm hat er auch das Zeugnis ausgestellt, von ihm bezeugte er. μαρτυρήσας Aor. Ptz. μαρτυρέω hier wohl ein gutes Zeugnis ausstellen (B 1c); mod. (Aor. hier gleichzeitig [vgl. A285]); es folgen Anklänge an Ps 89,21 u. 1Sam 13,14. εὗρον Aor. εὑρίσκω. Δαυίδ indekl., hier Akk. Ἰεσσαί indekl., Isai; τὸν τοῦ Ἰεσσαί (usuelle) Ellipse v. „Sohn“ (A156 u. 376): den Sohn Isais. ἄνδρα κατὰ τὴν καρδίαν μου einen Mann nach meinem Herzen (d. h. wie ich ihn will [B καρδία 1bε]). ποιήσει Fut. ποιέω. πάντα τὰ θελήματά μου (Pl. begegnet in der LXX öfter) alle meine Wünsche, meinen ganzen Willen bzw. alles, was ich will.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
In der Zeit Samuels forderten die Israeliten einen König50. Gott „gab ihnen“ als König Saul, den Sohn des Kisch aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre53 (V 21). Nachdem Gott Saul verwerfen mußte, „erweckte“ er ihnen David als König55. Obgleich ἤγειρεν hier noch mit „er ließ erstehen“ zu übersetzen ist, muß dieses Stichwort schon im Blick auf ἤγειρεν in den Versen 30 und 37 (von der Auferweckung Jesu) gelesen werden. Auch das zweimalige αὐτοῖς in den VV 21.22 muß beachtet werden: Der Kontext spricht von Gottes Handeln an Israel und zugunsten Israels; vgl. auch VV 17f (Akkusative), VV 23f τῷ (λαῷ) Ἰσραήλ, V 26 ἡμῖν, V 31 πρὸς τὸν λαόν, VV 32.33 (an die Väter; uns, ihren Kindern). Mit der relativischen Wendung ᾧ καὶ εἶπεν μαρτυρήσας („für ihn legte er Zeugnis ab, indem er sprach“) wird eine Anspielung auf verschiedene Schriftstellen eingeführt: David, der Sohn des Isai57, war ein Mann nach dem Herzen Gottes; er handelte entsprechend dem Willen Gottes. Das Futur ποιήσει kann von Jes 44,28 (Aussage über Cyrus) abhängig sein. Es scheint dazu geführt zu haben, daß das „Mischzitat“ (aus einer Testimoniensammlung?) als Gotteswort bei der Amtseinführung Davids verstanden wurde.
Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament
Ich habe gefunden David usw. Diesen rühmlichen Spruch bringt Paulus weniger um der Person Davids willen bei, als um die Aufmerksamkeit der Juden zur Aufnahme Christi zu stimmen. Davids Person, der ein so besonderer Ruhm zuteil wird, soll die Gedanken der Gläubigen zu Christus erheben. Die Stelle ist dem 89. Psalm (V. 21) entnommen. Paulus fügt aber zur weiteren Erhöhung der Gnade Gottes ein, was dort nicht steht, dass David der Sohn Jesses war. Sein Vater war ein Viehzüchter, und es bedurfte eines wunderbaren, göttlichen Wirkens, um den geringsten unter seinen Söhnen von den Schafhürden auf den Königsthron zu bringen. Dass Gott den David „gefunden“ hat, drückt aus, dass er einen Mann traf und gewann, wie er ihn wünschte. Freilich hat es David nicht durch eigene Kraft und Bemühung schaffen können, dass er dem Herrn als ein solcher begegnet; aber der Ausdruck ist der gewöhnlichen, menschlichen Redeweise entnommen. Indessen lässt sich fragen, wieso Gott dem David, der doch einen so schweren Fall tat, das Zeugnis beständigen Gehorsams geben kann. Die Antwort ist eine doppelte: einmal schaut Gott mehr auf die beständige Lebenshaltung Davids als auf seine einzelnen Werke; sodann schmückt er ihn mit solchem Lob nicht nach eigenem Verdienst, sondern um seines Christus willen. Sicherlich hatte David durch dies eine Verbrechen für sich und die Seinen ewigen Tod verdient, und, soviel an ihm war, hatte er dem Segen Gottes den Weg verschlossen, so das er von Bathseba keinen anderen als Schlangensamen hätte erhalten können. Und doch wurde seine verbrecherische Hinmordung des Uria durch Gottes wunderbaren Rat ins Gegenteil verkehrt, indem aus jener unglücklichen, treulosen und viel befleckten Verbindung Salomo geboren wurde. Weil aber David trotz dieser überaus schweren Sünde in der Gesamtrichtung seines Lebens dem Herrn folgt, empfängt er das uneingeschränkte Lob, dass er in allen Stücken sich dem Herrn gehorsam bewies. Immerhin führt uns durch diese Aussage, wie wir schon erinnerten, der heilige Geist höher empor, ja es wird uns hier die gemeinsame Berufung aller Gläubigen in ihrem Haupte Christus abgebildet.
Jean Calvin
Paulus erwähnt verschiedene Zeiträume: vierzig Jahre in der Wüste (V.18); etwa vierhundertfünfzig Jahre für die Zeit der Richter (V.20; obwohl diese Zahl Anlaß zu Schwierigkeiten gibt, je nachdem, wen man als ersten bzw. als letzten Richter ansieht [siehe 1Kö 6,1]); vierzig Jahre für Sauls Herrschaft (V.21). Die Geschichte des Handelns Gottes mit Israel geht weiter, wobei der Leser leicht diese Ereignisse, die im Alten Testament aufgezeichnet sind, finden kann:
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Gott vertilgte sieben Nationen in Kanaan (5Mo 7,1);
– Er ließ die Angehörigen Seines Volkes das Land erben ( Jos 14,1-2; vgl. „verteilte … ihnen ihr Land durchs Los“ Konkordante);
– Er gab ihnen Richter (Ri 2,16);
– aufgrund ihres treulosen Begehrens, den Völkern um sie her gleich zu sein (1Sam 10,1), gab Er ihnen Saul als König, den Er schließlich wegtat ( 1Sam 13,14;15,23 ).
Und dann wurde David erweckt, der an Sauls Stelle trat (1Sam 16,12-13). Das von Paulus angegebene alttestamentliche Zitat besteht scheinbar aus zwei Teilen, zwei Stellen entnommen, die so aneinandergefügt sind, daß es ein Einzelzitat zu sein scheint: „Ich habe David gefunden“ leitet sich aus Ps 89,20 ab, während „ein Mann nach meinem Herzen“ 1Sam 13,14 entnommen ist. Wie groß ist die Möglichkeit vom Willen Gottes abzuirren, wenn wir sehen, bei wievielen Gelegenheiten David gewiß nicht nach dem Willen Gottes handelte!