So wachet nun, denn ihr wisset weder den Tag noch die Stunde.
Elberfelder 1871 – Matthäus 25,13
Wacht also ‹stets›, weil ihr nicht den Tag wisst noch die Stunde, in der der Sohn des Menschen kommt;
Jantzen & Jettel – Matthäus 25:13
»Seid also wachsam!«, ´schloss Jesus.` »Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde im Voraus.«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Mt 25,13
Seid daher wachsam, weil euch der Tag und die Uhrzeit nicht bekannt ist!
Gottes Agenda – Mt 25:13
Lebt also wachsam und voller Erwartung, denn ihr kennt den Zeitpunkt nicht!
Das Buch – 2009 – Matth 25:13

Gerade am Mittwoch gesagt: meiner Meinung könnte Jesus jederzeit wieder kommen, da sich eigentlich alle biblischen Prophezeiungen erfüllt haben. Wären wir bereit?
Wilhelm Busch erzählt: In der Zeit des “Dritten Reiches” saßen wir in einer Sitzung. Unsere Mappen und viele Papiere lagen auf dem Tisch. Auf einmal sprang die Tür auf. Ein paar Männer erschienen und riefen streng:
Hört ein Gleichnis, Heinz Schäfer – Christliches VerCMV-Materialsammlung
“Geheime Staatspolizei. Alle aufstehen und an die Wand stellen! Alle Papiere und Mappen liegen lassen!”
Da hätte manch einer gern noch dies oder jenes versteckt oder geordnet. Das ging nicht mehr.
So wird die Wiederkunft Jesu sein. Lasst uns doch heute noch unser Leben ordnen! Lasst uns Frieden machen, wo wir Streit haben! Lasst uns um Vergebung bitten, wo es Not tut! Lasst uns Bindungen zerreißen, die Gott nicht gefallen! Lasst uns wachen und im Licht wandeln! Dann wird uns sein Licht nicht erschrecken. Dann dürren wir uns freuen, wenn er kommt.
γρηγορεῖτε Imp. γρηγορέω (= att. ἐγρήγορα, Pf. ἐγείρω) wach sein/bleiben, wachen; wachsam sein. οἶδα hier im Sinn v. im Voraus wissen/kennen; zur Sache vgl. 24,36. [Var. ἔρχεται Präs. hier fut. (A234).]
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Das Gleichnis schließt mit der Lektion: »So wachet nun.« Wie wir bereits feststellten, weiß niemand den Tag oder die Stunde, weshalb es so gefährlich ist zu schlafen. Einige griechischen Handschrifen lassen »an dem der Sohn des Menschen kommt« aus (darum auch Elberf, Rev.Elberf, Zürcher, Luther 84). Nach der von uns gebotenen Erklärung des Gleichnisses, scheint das Fehlen gerechtfertigt, denn der Herr steht zur Gemeinde nicht im Verhältnis des Menschensohnes zu Israel. Wenn es in V.10 also um die Entrückung geht, paßt der Titel tatsächlich nicht.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Einer der umstrittensten Punkte ist die Frage, ob Christus jederzeit wiederkommen könnte. Einerseits gibt es viele Schriftstellen, die uns auffordern, bereit zu sein, weil Christus zu einer Stunde wiederkommen wird, da wir es nicht erwarten. Andererseits gibt es etliche Schriftstellen, die von bestimmten Ereignissen sprechen, die vor der Wiederkunft Christi eintreten werden. Es sind unterschiedliche Lösungsansätze für die scheinbare Spannung zwischen diesen beiden Gruppen von Bibelstellen vorgeschlagen worden. Manche Christen sind dabei der Ansicht, dass Christus dennoch jederzeit wiederkommen könne, während andere folgerten, dass er mindestens eine Generation lang noch nicht wiederkommen könne, da es so lange dauern würde, bis manche der vorhergesagten Ereignisse erfüllt werden könnten, die vor seiner Wiederkunft stattfinden müssten.
Grudem – Biblische Dogmatik: Eine Einführung in die Systematische Theologie
Wie in der Einleitung geschrieben, ich bin der Meinung, dass sich alles erfüllt hat, auf dass andere noch warten. Aber wenn wir uns die Prophezeiungen des AT anschauen, und WIE es sich an Jesus im 1.Jahrhundert erfüllt hat, können wir gut erkennen, dass sich viele Prophezeiungen nicht so erfüllen, wie wir es erwarten!
Christi Wiederkunft in Herrlichkeit wird aber auch noch andere Scheidungen zwischen Wachsamen und Achtlosen mit sich bringen, wie das Gleichnis von den zehn Jungfrauen anschaulich macht. Es gibt zahllose ganz verschiedene Auslegungen zu diesem Gleichnis. Vom Kontext her (Mt 24,3.14.27.30.39.44.51) scheint es am plausibelsten, es als Bild für das Gericht über die Juden, die nach der Rückkehr des Herrn noch am Leben sind, zu verstehen. Beim Erscheinen des Herrn wird ein Gericht über die Heiden (die Trennung von Schafen und Böcken; vgl. Mt 25,31-46) stattfinden, aber auch das Volk Israel wird gerichtet werden (Hes 20,33-44; Sach 13,1).
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Israel wird durch zehn Jungfrauen dargestellt, die auf die Rückkehr des Bräutigams warten. Nach den jüdischen Heiratsbräuchen zur Zeit Jesu war es üblich, daß der Bräutigam aus dem Haus der Braut in einer Prozession zu seinem eigenen Haus zurückkehrte, wo dann ein Hochzeitsmahl abgehalten wurde. So wird in diesem Gleichnis Jesus als König mit seiner Braut, der Kirche, aus dem Himmel zurückkehren, um die Herrschaft über das Tausendjährige Reich anzutreten. Die Juden, die die schreckliche Zeit der Trübsal erlebt haben, werden zu den geladenen Gästen dieser Hochzeitsfeier gehören.
Auf ein solches Fest muß man sich jedoch vorbereiten. In dem Gleichnis hatten fünf der Jungfrauen die entsprechenden Vorkehrungen getroffen und außer den erforderlichen Lampen noch einen gewissen Ölvorrat in Gefäßen (Mt 25,4) mitgenommen. Die anderen fünf hatten nur ihre Lampen dabei. Als der Bräutigam um Mitternacht ankam, waren die Lampen der fünf, die kein zusätzliches Öl besaßen, am Verlöschen. Da sie sich nun erst einmal Öl besorgenmußten, versäumten sie die Ankunft des Bräutigams. Als sie zurückkehrten und feststellten, daß das Hochzeitsfest bereits begonnen hatte, baten sie, eingelassen zu werden, doch der Zutritt wurde ihnen verwehrt (V.10 – 12).
In der Zeit der Bedrängnis wird Israel wissen, daß das Kommen des Messias nahe bevorsteht, doch nicht alle Juden werden innerlich darauf vorbereitet sein. Der Bräutigam wird plötzlich und unerwartet kommen (Mt 24,27.39.50). Obwohl die Bedeutung des Öls in dieser Passage nicht explizit erklärt wird, sehen die meisten Exegeten es als Symbol für den Heiligen Geist und sein Erlösungswerk. Zum Erlöstsein gehört mehr als das bloße Bekenntnis, es erfordert eine wirkliche Erneuerung durch den Geist. Diejenigen, die lediglich bekennen, gerettet zu sein, ohne den Geist zu besitzen, werden von dem Fest, d. h. vom Reich Gottes, ausgeschlossen werden. Wer nicht bereit ist, wenn der König kommt, kann nicht in sein Reich eingehen. Da aber der Tag und die Stunde seiner Rückkehr unbekannt sind, sollten die Gläubigen in der Zeit der Trübsal wachen (grEgoreite), d. h. wachsam und vorbereitet sein (vgl. Mt 24,42).