Daniel


In der Löwengrube

Thomas 25. September 2009 98 Kommentare Trackback URI Comments RSS

98 Kommentare zu “Daniel”

  1. Thomasam 26. September 2009 um 14:26 Link zum Kommentar

    Daniel 1

    Wie traurig muss es diesen Jugendlichen doch ums Herz gewesen sein, als sie aus ihrer Heimtat verschleppt wurden. Nun – ohne den Tempel, die priester die Eltern… „auf ewig“ beim „Feind“ – da hätten sie ja nun tun und lassen können, was ihnen beliebt.
    Haben sie ja auch – oder? Wie viele Jugendliche wurden „entführt“? Aber von wie vielen Jugendlichen hören wir in Gottes Wort, dass diese Gottes Gefallen gehabt hätten?

    Können wir ein bißchen Gott dienen? Oder haben die „Alten“ recht, wenn diese sagen, es gäbe nur ein „Entweder – Oder“ und kein „Sowohl als Auch“?
    Beobachten wir Daniel und seine Freunde, die zur selben Zeit wie Hesekiel in Gefangenschaft lebten.

    Was hätten wir getan – soweit ab von „Aufpassern“? Was haben die anderen Jugendlichen getan? Scheinbar waren nur vier der nach Babylon geführten in der Lage, die Situation richtig zu nutzen!
    Woher hatten diese vier Jugendlichen ihren Glauben? Waren sie so erzogen worden?
    „Daniel“ bedeutet „Mein Richter ist Gott“. Hananjas Name bedeutet „Jehova ist gnädig (gütig)“. Mischaels Name bedeutet möglicherweise „Wer ist wie Gott?“ oder „Wer gehört zu Gott?“ Und der Name Asarjas bedeutet „Jehova hat geholfen“.
    Wie ist das bei UNS und unseren Namen? Haben wir vielleicht biblische und glaubensstärkende Namen, verkürzen diese aber, um nicht als Anbeter des wahren Gottes erkannt zu werden? Ist es uns als werdende Eltern peinlich, unsere Kinder einen glaubensstärkenden Namen zu geben?
    Wie verhalten wir uns, wenn wir wissen, dass unsere Entscheidungen nicht zu einer wirklichen Konseqenz führt? Oder wenn das Gebot Gottes etwas von uns verlangt, dass unserem eigenen selbstsüchtigen Bestrebungen entgegen steht?
    Warum wäre es verkehrt gewesen, die Speisen zu essen? Waren die nicht lecker? Könnte man dies vielleicht mit Film/Fernsehen/Internet/Bücher und Musik heute vergleichen? Sind diese nicht auch alle „lecker“ aber zum Teil gegen jegliche Sittenmaßstäbe? Es bekommt doch keiner mit, was ich tue? Und wenn doch – „es ist doch nichts dabei“ – und gemachte Fehler kann man ja beichten und dann ist alles wieder OK????

    Nein – Daniel und seine Freunde hatten in ihrem Herzen beschlossen, anders zu sein, und sich an Gottes Maßstäben zu orientieren. Deshalb unterschieden sie sich von all den anderen Jugendlichen, egal woher sie stammten. Als Belohnung wurden ihre Gebete von Gott erhöhrt und er gab seinen Segen!

  2. Thomasam 26. September 2009 um 15:19 Link zum Kommentar

    Daniel 2
    Bekommen nun Daniel und seine Freunde die Strafe, weil sie einem nichtjüdischen König dienen? Muss es nicht Gottes Wille sein, dass diese Männer bestraft werden? Mischen sie sich nicht in Politik ein?
    Was hätten wir von diesen Männern gedacht? Und was hätten wir an ihrer Stelle getan? Heute scheinen einige mehr auf ihren eigenen Ruf „in den eigenen Reihen“ bedacht zu sein, als um den Ruf, den sie bei dem Höchsten haben.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Die Babylonier zählten Daniel und seine Freunde auch zu diesen «Weisen», und so fielen auch sie unter den Befehl des Königs. Nun müssen wir die Handlungsweise Daniels und seiner Freunde beachten. Sie ist sehr lehrreich. Zuerst erbat sich Daniel in einem Geist der Demut vom König eine Fristverlängerung, in der Gewissheit einer bevorstehenden Antwort. Das offenbart den starken Glauben, den Daniel in Gott hatte. Nachdem ihnen die Verlängerung gewährt war, fanden sich Daniel und seine Gefährten zu ernstem Gebet zusammen, damit das Geheimnis des Traumes ihnen geoffenbart würde.
    Da waren also diese vier Männer, umgeben von der gröbsten Form des Götzendienstes in der damals größten Weltstadt, aber in wahrer Absonderung des Herzens und des praktischen Lebens, in Verbindung mit dem Gott des Himmels, um seine Antwort zu empfangen. Das Geheimnis, um das sie baten, wurde Daniel in einem Gesicht der Nacht geoffenbart. Er sah das Gleiche, was einige Tage zuvor der König gesehen hatte. Andere schon waren von Gott befähigt, Träume zu deuten, z.B. Joseph. Und den gleichen Traum zwei verschiedene Menschen, nicht einmal zur gleichen Zeit, sehen zu lassen, auch das bringt nur Gott zustande. Nur den seiner Knechte lässt Er ein solches Wunder erleben, der sich von den Verunreinigungen der ihn umgebenden Welt ganz für Ihn absondert.
    Das erste, was Daniel tat, war Gott zu loben und zu preisen (Verse 19-23). Er lebte tatsächlich in einer Zeitepoche, da Gott Zeiten und Zeitpunkte ändert, Könige absetzt und einsetzt und zeigt, dass Macht und Weisheit Sein sind. Gott war es, der die Könige aus der Linie Davids wegtat und Nebukadnezar erhob. Daniel beugte sich darunter und pries Gott dafür. Er lobte und rühmte Ihn auch, dass Er denen Weisheit gab, die Verständnis bekommen hatten, um sie zu empfangen, und dass Er ihm das gewünschte Geheimnis kundgetan hatte.

    in der Broschüre „Eine Welt, eine Regierung — unter Gottes Souveränität“ heißt es auszugsweise:

    Das Zermalmen der Nationen, die nationale Souveränität beanspruchen, wird lebhaft in der Prophezeiung Daniels (Kapitel zwei) beschrieben.
    40 In diesem Kapitel deutet Daniel den prophetischen Traum, den der Gott des Himmels Nebukadnezar, den Herrscher der babylonischen Weltmacht, im zweiten Jahr nach der Vernichtung Jerusalems und des von Davids Sohn, König Salomo, erbauten Tempels hatte sehen lassen. In diesem Traum sah Nebukadnezar ein riesiges Standbild von großartigem Glanz, das aus verschiedenen Metallen bestand und dessen Füße aus Eisen und Ton zusammengesetzt waren. Es stellte die aufeinanderfolgenden Weltmächte dar, nämlich das babylonische Weltreich, das medo-persische, das griechische, das römische und das anglo-amerikanische Weltreich. Darauf sah er, wie ein Stein, der ohne Menschenhand aus einem weit entfernten Berg herausgehauen worden war, das Standbild an seine Füße traf und es schließlich zu Staub zermalmte, der dann von einem starken Wind fortgeblasen wurde. Eines ist sicher: Das Zermalmen des symbolischen Standbildes zu Staub stellte das Ende eines Systems der Dinge dar, ein Ende, das durch ein übernatürliches Mittel ohne das Mitwirken von Menschenhänden und menschlichem Verstand herbeigeführt werden wird. Die Erfüllung der Prophezeiung Jesu Christi über den „Abschluß des Systems der Dinge“ zeigt, daß die Vernichtung dieses Systems unmittelbar bevorsteht.

    Nutzen wir also unsere Möglichkeiten, uns einen guten Namen bei Gott zu machen, unabhängig davon, was andere über uns denken. Dass der Allmächtige auf der Seite Daniels war, zeigt sich deutlich, da er ihm den Traum deuten ließ.

  3. Thomasam 26. September 2009 um 16:31 Link zum Kommentar

    Daniel 3
    Oh – jetzt geht es aber diesen Männern an den Kragen! Kein Wunder! Schließlich mischen sie sich in die Politik ein – und wird nicht sogar von Daniel gesagt, dass er der oberste der magie treibenden Priester wurde? Also dass muss ja Konsequenzen haben – oder?

    in dem Buch „Mein Buch mit biblischen Geschichten“ wird das Kapitel wie folgt zusammengefasst:

    Sie verbeugen sich nicht
    KANNST du dich an diese drei Männer erinnern? Das sind die Freunde von Daniel. Sie hatten sich geweigert, etwas zu essen, was nicht gut für sie war. Die Babylonier nennen sie Schadrach, Meschach und Abednego. Warum verbeugen sie sich hier nicht vor diesem riesigen Standbild, so wie die anderen? Wir wollen mal sehen.
    Erinnerst du dich noch an die Gesetze, die Jehova selber geschrieben hat und die man die Zehn Gebote nennt? Das erste Gebot davon ist: »Du sollst außer mir keine anderen Götter anbeten.« Die jungen Männer hier halten dieses Gebot, obwohl das für sie nicht leicht ist.
    Nebukadnezar, der König von Babylon, hat viele wichtige Leute zusammengerufen. Sie sollen das Standbild verehren, das er aufgestellt hat. Gerade hat er zu diesen Leuten gesagt: »Wenn ihr die Hörner, die Harfen und die anderen Instrumente hört, sollt ihr euch verbeugen und das goldene Standbild anbeten. Wer sich nicht verbeugt und es nicht anbetet, wird sofort in einen Feuerofen geworfen.«
    Als Nebukadnezar hört, dass sich Schadrach, Meschach und Abednego nicht verbeugt haben, wird er sehr wütend. Er ruft sie zu sich und gibt ihnen noch eine Chance. Doch die jungen Männer verbeugen sich auch diesmal nicht. Sie vertrauen auf Jehova. »Unser Gott kann uns retten«, sagen sie zu Nebukadnezar. »Und selbst wenn er uns nicht rettet, werden wir uns trotzdem nicht vor deinem goldenen Standbild verbeugen.«
    Da wird Nebukadnezar noch wütender. Er zeigt auf den Ofen in der Nähe und befiehlt: »Heizt ihn siebenmal mehr als sonst!« Seine stärksten Männer sollen Schadrach, Meschach und Abednego fesseln und in den Ofen werfen. Der Ofen ist so heiß, dass die starken Männer von den Flammen getötet werden. Aber was passiert mit den drei jungen Männern, die sie hineingeworfen haben?
    Der König schaut in den Ofen und bekommt einen Schreck. Er fragt: »Haben wir nicht drei Männer gefesselt und in den Feuerofen geworfen?«
    »Ja, das stimmt«, antworten seine Diener.
    Da sagt der König: »Aber ich sehe vier Männer in dem Feuer umhergehen. Sie sind gar nicht gefesselt und das Feuer macht ihnen nichts. Und der vierte sieht aus wie ein Gott.« Er geht näher an die Tür des Ofens heran und ruft: »Schadrach! Meschach! Abednego! Kommt heraus, ihr Diener des höchsten Gottes!«
    Als sie herauskommen, sehen alle, dass ihnen nichts passiert ist. Der König sagt nun: »Groß ist der Gott von Schadrach, Meschach und Abednego! Er hat einen Engel geschickt und sie gerettet, weil sie sich vor keinem anderen Gott verbeugen, sondern nur ihn anbeten.«
    Sollten wir Jehova nicht auch so treu sein?
    2. Mose 20:3; Daniel 3:1-30

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Es wird uns nicht gesagt, wie viel Zeit zwischen den Ereignissen des zweiten und dritten Kapitels vergangen war. Wir haben aber den Eindruck, dass im Geist Nebukadnezars eine Verbindung bestand zwischen dem Bild, das er im Traum sah und dem, das er machen ließ. Im Bild seines Traumes war nur das Haupt von Gold. Es stellte ihn und sein Reich dar. Das Bild aber, das er baute, bestand ganz aus Gold. Eine Elle entsprach der Länge eines menschlichen Unterarms und Maß etwa 50 cm, so dass das Bild ungefähr 30 m hoch und 3 m breit sein musste. Unermessliche Goldvorräte ermöglichten dem König, seinen Plan auszuführen. Vielleicht waren sie nicht so gewaltig, wie die Schätze Salomos, aber es wird uns dadurch doch gezeigt, dass die «Zeiten der Nationen» mit einer eindrücklichen Entfaltung von Macht, Reichtum und Herrlichkeit begannen. Und wie wird die Herrschaft der Nationen enden?

    Die Ähnlichkeiten sind ebenso auffallend. Sie zeugen von der Tatsache, dass die sündigen Bestrebungen des gefallenen Menschen zu allen Zeiten die gleichen sind. Der Gott des Himmels verlieh Nebukadnezar große Macht und Herrlichkeit. Und sogleich benützte sie dieser, um sich in dem riesigen goldenen Standbild selbst zu verherrlichen. Viele Völker lebten unter seinem Machteinfluss. Jedes hatte seine eigenen Götter, die sie anbeteten. Sie durften ihre eigenen Gottheiten beibehalten, hatten aber darüber hinaus eine übergeordnete Religion anzunehmen, die sie untereinander verband und unter dem Einfluss des Königs hielt. Daher der Ruf des Herolds: «…ihr Völker, Völkerschaften und Sprachen».
    Zudem wussten diese Monarchen des Altertums, wie sie die Massen beeinflussen konnten. Jede Art von Musik, sei es gepflegte, klassische oder minderwertige, heidnischen Ursprungs, übt einen sehr feinen Einfluss auf den menschlichen Geist aus. Ja, die niedrigste Art, die hartrhytmische, hat die berauschendste Wirkung. Denken wir nur an die «Totentänze» der Eingeborenen vieler Stämme. Unter dem Einfluss solcher Musik geraten die Menschen, besonders die jungen, leicht in einen rauschähnlichen Zustand, in Ekstase.

    So wurde also, um die mächtige Ansammlung von Menschen zur Anbetung des goldenen Bildes und damit zur Huldigung des mächtigen Königs zu bewegen, «allerlei Art von Musik» gespielt. Die gesetzliche Strafe für ein Zuwiderhandeln war die, lebendig in den brennenden Feuerofen geworfen zu werden. …
    Im Verlauf unseres Kapitels lernen wir, wie Gott die Absichten Nebukadnezars durchkreuzte. In Offenbarung 19 jedoch lesen wir, wie ein viel drastischeres und ewiges Gericht das Tier, in dem kommenden Bild verkörpert, und den falschen Propheten, der es unterstützt, treffen wird. Von all den Lüsten und Wünschen, die in der Natur des gefallenen Menschen vorhanden sind, sitzt das Verlangen, sich selbst zu verherrlichen, am tiefsten. Es führt bis zu seiner Selbstvergötterung.
    Schon am Anfang verfiel er der verführerischen Behauptung Satans: «Ihr werdet sein wie Gott, erkennend Gutes und Böses» (1. Mose 3,5). Natürlich verschwieg ihnen der Widersacher, dass sie Gutes erkennen würden, ohne fähig zu sein, es zu tun, und Böses, ohne in der Lage zu sein, es zu meiden. Seither ist Selbsterhöhung der vorherrschende Gedanke in unserer Welt. So war es mit Nebukadnezar. Für den Augenblick war er die Spitze der Pyramide. Unter ihm, zu seiner Unterstützung, waren «die Satrapen, die Statthalter und die Landpfleger, die Oberrichter, die Schatzmeister, die Gesetzeskundigen, die Rechtsgelehrten und alle Oberbeamten der Landschaften». Diese Aufzählung bedeutender Persönlichkeiten in acht Gruppen finden wir zweimal in unserem Kapitel, um die Festigkeit dieser Pyramide zu unterstreichen. Aus dieser scheinbar unanfechtbaren Stellung heraus erließ der König diese Verfügung, mit der er auch Gott herausforderte. Gott nahm die Herausforderung an, und zwar in den drei treuen Dienern, die Er sich dazu ausersehen hatte.

    Aber sie teilten mit Daniel die Hingabe an den einen wahren Gott, die bei allen eine tiefgehende Absonderung von den Gräueln des Götzendienstes zur Folge hatte. Daher blieben sie aufrecht stehen, als die Menge vom Höchsten bis zum Niedrigsten niederfiel, um das Bild anzubeten. Sie gaben ein Beispiel für den Grundsatz aus Apostelgeschichte 5,29: «Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen». Ihre Feinde erstatteten sofort Bericht, um die Wut und den Zorn Nebukadnezars anzufachen. Nachdem der König sich wenigstens erkundigt hatte, ob der Bericht über die Missachtung des Gebots wahr sei, stellte er ihnen sein Ultimatum. Er schloss es mit den anmaßenden Worten: «Wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten wird?» Die Antwort der drei Juden ist eine denkwürdige. Wenn uns unser Gedächtnis nicht täuscht, finden wir hier zum ersten Mal den Bericht, dass ein Diener Gottes direkt mit der Todesstrafe bedroht wird, falls er seinen Gott nicht verleugne und seinen Glauben abschwöre. Früher wurde schon ein Elia bedroht, wenn auch nicht so direkt. Nun aber gab es viele solche Fälle. In Kapitel 6 kam Daniel in diese Lage.
    ….
    An erster Stelle behaupteten sie, dass ihr Gott fähig sei, sie zu erretten. Sie priesen seine Macht. An zweiter Stelle verschwiegen sie keineswegs die Tatsache, dass Gott sie aus Ihm eigenen Gründen nicht erretten könnte. Und zuletzt betonten sie mit allem Nachdruck, dass wenn Gott es nicht gefiel, sie zu erretten, sie doch niemals ihren Gott aufgeben würden. Sie würden keineswegsdas goldene Bild anbeten, noch die falschen Götter ehren. «Wir werden deinen Göttern nicht dienen», war ihr endgültiges Wort. Die Folge war, dass Gott sich mächtig zu ihnen bekannte. Wir tun gut, uns daran zu erinnern, dass die Verführung dieser Welt uns meistens mehr schadet, als ihr Widerstand und ihre Unglücks- und Todesdrohung. …. Möge Gott uns auch eine solche Charakterstärke geben, wie diese drei Hebräer sie offenbarten, so dass wir den Versuchungen mit den Worten: «Es sei kund … wir werden nicht …», entgegentreten können.
    Wenn wir die Erzählung weiter verfolgen, stellen wir bei Nebukadnezar eine völlige Veränderung gegenüber dem, was wir am Ende des zweiten Kapitels lesen, fest. Damals lag er auf seinem Angesicht in der Gegenwart Daniels. Das Fallen auf sein Angesicht ist ein Zeichen dafür, dass man in den Hintergrund treten will. Hier steht er auf seinen Füssen und ist so voll Grimmes, dass sein Antlitz sich in brutaler Entschlossenheit verändert. Nicht nur sollen die drei Männer, die seinem Willen trotzten, ins Feuer geworfen werden, sondern der Ofen soll noch siebenmal heißer als normal gemacht werden. Die stärksten Männer seiner Armee mussten sie hineinwerfen. So wurde das Urteil gefällt und die verhängte Strafe ausgeführt.Nun begann sich die Hand Gottes zu zeigen. Das Gericht traf zuerst die Kräftigsten aus Nebukadnezars berühmter Armee und nicht die drei wehrlosen Juden. Das erste, was der stolze, gottlose König sah, war der Tod seiner stärksten Männer durch die Flammen des übermäßig geheizten Ofens. Wie demütigend für ihn! Das Nächste, was er sah, waren vier Männer, die frei und unverletzt mitten im Feuer wandelten, an der gleichen Stelle, wo seine besten Soldaten umgekommen waren. Das Feuer, das für die einen Tod bedeutete, war nicht nur Bewahrung, sondern auch Befreiung für die Diener Gottes. Gebunden waren sie hineingeworfen worden, jetzt wandelten sie frei, denn das einzige, was das Feuer verzehrt hatte, waren ihre Bande. Zudem hatten sie einen himmlischen Besucher bekommen.
    Vor diesem höchst erstaunlichen Wunder wurde der wütende König ganz klein. Der Traum in Kapitel 2, den Daniel erklärte, hatte ihn bewegt. Doch, obwohl er erfuhr, dass er das goldene Haupt des Bildes verkörperte, nahm er die Tatsache doch nicht zu Herzen, dass diese höchste irdische Stellung, die er erreicht hatte, ihm vom Gott des Himmels gegeben worden war. Wie hätte er sonst so überheblich fragen können: «Wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten wird?» Der Gott des Himmels, der ihm seine Regierungsgewalt gegeben hatte, nahm die Herausforderung an. Er kehrte die Worte des Königs um, nahm dem siebenfach geheizten Feuer seine Gewalt und machte seine Gegenwart bei denen sichtbar, die des Königs Opfer waren. Der König erkannte, dass das Aussehen des Vierten göttlich war. Die Worte, mit denen er nun seine Überzeugung ausdrückte, waren zweifellos von Gott gewirkt. Früher schon hatte Bileam Worte ausgesprochen, die er ohne göttlichen Zwang niemals gesagt hätte. … So war es auch hier. Nebukadnezar anerkannte, dass Gott eingegriffen und dabei seine Gegenwart bei den zum Tod verurteilten Männern geoffenbart hatte. Er drückte es richtig aus, ohne aber die ganze Wahrheit seiner Worte zu begreifen. Erst im Neuen Testament lesen wir, dass der Vater die Pläne macht und Gott, der Sohn, sie offenbart und ausführt. Das Wunder war so vollständig, dass weder ihre Kleider verändert, noch ihre Haare versengt waren, noch der Geruch des Feuers an sie gekommen war. Der König musste in allem die Hand Gottes anerkennen und seine Macht bestätigen. Und doch ging seine Erkenntnis nicht weiter, als dass er Ihn «Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos» nannte. Schon in Kapitel 2 ging seine Kenntnis nicht über den «Gott Daniels» hinaus. Obwohl er Ihn nicht als seinen Gott akzeptierte, verhängte Er verschiedene Strafen gegen jeden, der sich wider Ihn auflehnen würde. Dieser große Mann, mit dem die Zeiten der Nationen begannen, hatte noch eine gründlichere Lektion zu lernen.

  4. Juleam 26. September 2009 um 16:43 Link zum Kommentar

    Daniel 1 – 3

    Daniel 1:17

    Und was diese Kinder betrifft, alle vier, ihnen gab der [wahre] Gott Erkenntnis und Einsicht in aller Schrift und Weisheit; und Daniel selbst verstand sich auf alle Arten von Visionen und Träumen.

    na sowas – die waren zu dem Zeitpunkt alle Kinder?

    In meiner Vorstellung ist Daniel immer ein alter Mann gewesen und ich dachte immer, dass er viel älter als die Jugendlichen gewesen sei!

    Von der Warte aus gesehen erkennt man erst mal, wie lange sie eigentlich im Exil waren.

    (((obwohl das wussten wir ja auch, dass es 70 Jahre Exil waren)))

  5. Juleam 26. September 2009 um 16:48 Link zum Kommentar

    Daniel 2:30

    30 Und was mich betrifft, es wird mir dieses Geheimnis nicht durch irgendwelche Weisheit, die in mir mehr als in irgendwelchen anderen Lebenden vorhanden ist, geoffenbart, außer zu dem Zweck, daß die Deutung dem König selbst bekanntgegeben werde und daß du die Gedanken deines Herzens kennen mögest.

    fühlen wir uns vielleicht sehr bevorrechtigt, dass wir einige Dinge in der Bibel mehr verstehen als andere unter uns?

    Sind wir uns dessen bewusst, dass dies nicht an unserer Weisheit oder sonst irgendwelchen persönlichen Begabungen liegt – sondern daran, dass Jehova uns segnet, weil wir uns ihm öffnen?

    Begehren wir den Geist Gottes – oder verwehren wir ihn?

  6. Juleam 26. September 2009 um 16:50 Link zum Kommentar

    Daniel 3:12

    Es sind nun gewisse Juden da, die du über die Verwaltung des Gerichtsbezirks Babylon gesetzt hast, Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo; diese kräftigen Männer haben dir, o König, keine Beachtung geschenkt, deinen Göttern dienen sie nicht, und das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, beten sie nicht an.“

    wo ist Daniel hier in der Szene?

    Die Ankläger sagen, dass alle – bis auf diese drei Hebräer – niedergefallen sind und angebetet haben.

    Bedeutet das, das auch Daniel angebetet hat?

    Sicherlich nicht. Aber warum wird er hier nicht erwähnt?

    Wo befand er sich zu diesem Zeitpunkt?

  7. Juleam 26. September 2009 um 16:52 Link zum Kommentar

    Daniel 3:13-18

    Da sprach Nebukadnẹzar in grimmigem Zorn, [man solle] Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo herbeibringen. Demzufolge wurden diese kräftigen Männer vor den König gebracht. 14 Nebukadnẹzar antwortete und sagte zu ihnen: „Ist es wirklich so, o Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo, daß ihr meinen eigenen Göttern nicht dient und das Bild aus Gold, das ich aufgerichtet habe, nicht anbetet? 15 Nun, wenn ihr bereit seid, so daß ihr zu der Zeit, da ihr den Schall des Horns, der Pfeife, der Zither, der Dreieckharfe, des Saiteninstruments und des Dudelsacks und aller Arten von Musikinstrumenten hört, niederfallt und das Bild anbetet, das ich gemacht habe, [dann gut]. Wenn ihr aber nicht anbetet, werdet ihr im selben Augenblick in den brennenden Feuerofen geworfen werden. Und wer ist der Gott, der euch aus meinen Händen befreien kann?“

    16 Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo antworteten, und sie sprachen zum König: „O Nebukadnẹzar, es besteht für uns keine Notwendigkeit, dir in dieser Hinsicht ein Wort zu erwidern. 17 Wenn es sein soll, so kann uns unser Gott, dem wir dienen, befreien. Aus dem brennenden Feuerofen und aus deiner Hand, o König, wird er [uns] befreien. 18 Wenn aber nicht, so werde dir, o König, kund, daß wir deinen Göttern nicht dienen, und das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, werden wir nicht anbeten.“

    sehr mutige junge Männer

    Wären wir ebenso mutig gewesen – oder hätten wir dem Druck nachgegeben?

  8. Juleam 26. September 2009 um 16:54 Link zum Kommentar

    Daniel 3:19-23

    Dann war es, daß Nebukadnẹzar von Zorn erfüllt wurde, und der Ausdruck seines Gesichts gegenüber Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo veränderte sich. Er antwortete und sprach, man solle den Ofen siebenmal mehr heizen, als es üblich war, ihn zu heizen. 20 Und gewisse kräftige Männer, Männer von leistungsfähiger Kraft, die in seiner Streitmacht waren, hieß er, Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo zu binden, um [sie] in den brennenden Feuerofen zu werfen.

    21 Dann wurden diese kräftigen Männer in ihren Überwürfen, ihren Kleidern und ihren Mützen und ihrem sonstigen Gewand gebunden und in den brennenden Feuerofen geworfen. 22 Eben weil das Wort des Königs streng war und der Ofen übermäßig geheizt war, wurden diese kräftigen Männer, die Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo hinaufbrachten, von der Feuerflamme getötet. 23 Aber die [anderen] kräftigen Männer, alle drei, Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo, fielen gebunden mitten in den brennenden Feuerofen.

    Der König macht seine Drohung wahr

    Haben die drei Anbeter Jehovas nun keine Angst? Immerhin hatten sie dem König ja furchtlos geantwortet!

    Was denken wir, wie sie sich gefühlt haben?

    Wie hätten wir uns in ihrer Lage gefühlt?

  9. Juleam 26. September 2009 um 16:56 Link zum Kommentar

    Daniel 3:24-27

    Da erschrak Nebukadnẹzar selbst, der König, und er stand eilends auf. Er ergriff das Wort und sprach zu seinen hohen königlichen Beamten: „Waren es nicht drei kräftige Männer, die wir gebunden mitten ins Feuer warfen?“ Sie antworteten und sagten zum König: „Doch, o König.“ 25 Er antwortete und sprach: „Seht! Ich erblicke vier kräftige Männer, die frei mitten im Feuer wandeln, und keine Verletzung ist an ihnen, und das Aussehen des vierten gleicht dem eines Sohnes der Götter.“

    26 Dann näherte sich Nebukadnẹzar der Tür des brennenden Feuerofens. Er ergriff das Wort und sagte: „Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo, ihr Diener Gottes, des Höchsten, tretet heraus, und kommt hierher!“ Da traten Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo aus der Mitte des Feuers heraus. 27 Und die Satrạpen, die Präfekten und die Statthalter und die hohen Beamten des Königs, die versammelt waren, sahen diese kräftigen Männer, daß das Feuer keine Macht über ihre Leiber gehabt hatte und nicht ein Haar ihres Hauptes versengt worden war und sogar ihre Überwürfe nicht verändert worden waren und selbst der Geruch des Feuers nicht an sie gekommen war.

    wie reaierte der König auf das Geschehene?

    Daniel 3:28-30

    Nebukadnẹzar ergriff das Wort und sprach: „Gesegnet sei der Gott Schạdrachs, Mẹschachs und Ạbednẹgos, der seinen Engel sandte und seine Diener befreite, die auf ihn vertrauten und die sogar das Wort des Königs änderten und ihren Leib preisgaben, weil sie keinem einzigen Gott dienen und [keinen] anbeten wollten außer ihrem eigenen Gott. 29 Und von mir wird ein Befehl erlassen, daß irgendein Volk, [irgendeine] Völkerschaft oder Sprache, wer irgend etwas Unrechtes spricht gegen den Gott Schạdrachs, Mẹschachs und Ạbednẹgos, in Stücke gehauen werden sollte, und sein Haus sollte in einen öffentlichen Abort umgewandelt werden, da ja kein anderer Gott existiert, der befreien kann wie dieser.“

    30 Sodann ließ der König selbst es Schạdrach, Mẹschach und Ạbednẹgo im Gerichtsbezirk Babylon gutgehen.

    Hoffen nicht auch wir in einer solchen Situation auf einen so guten Ausgang?

  10. Juleam 26. September 2009 um 17:00 Link zum Kommentar

    wie gut, wenn man seine Beiträge zuvor in Word schreibt – so habe ich noch eine Datei von Anfang 2006 gefunden, die ich mal angelegt hatte, um meine Gedanken zum Buchstudium (Das Buch Daniel) zu sortieren *freu*

    Hier kommen einige ausgewählte Gedanken zu den ersten 3 Kapiteln

  11. Juleam 26. September 2009 um 17:01 Link zum Kommentar

    Jehova beweist den drei jungen Männern seine Zuneigung

    Es schien, als wären die jungen Männer überhaupt nicht im Feuer gewesen. Weder rochen sie nach Feuer noch war eins ihrer Haare versengt.

    Jeder, der nur mal in der Nähe eines kleinen Lagerfeuers gewesen ist, weiß, wie sehr sich der Feuergeruch in der Kleidung und in Haut und Haaren festsetzt. Oder jemand, der an einem heißen Ofen arbeitet, weiß, dass da schnell mal die Augenbraunen anschmirgeln, wenn man nicht aufpasst.

    Aber weder ihrer Kleidung, noch ihren Haaren war was passiert. Sie rochen nicht einmal nach Feuer und Rauch.

    Dies zeigt, wie sehr Jehova sie liebte und welches großartige Wunder er wirkte um ihnen zu zeigen, wie sehr er sie liebte und welch großes Wohlgefallen er an ihnen hatte.

    Denn eigentlich hätte es schon gereicht, wenn er ihnen den Schmerz erspart hätte, wenn sie verbrannt wären, oder den Schmerz, den sie durch Verbrennungen erleiden würde. Aber Jehova hatte eine dicke Wand zwischen sie und das Feuer errichtet und ihnen zusätzlich einen Engel gesandt, der sie tröstete und stärkte.

    Interessant in diesem Zusammenhang auch das Bild auf der Seite 78 (im Daniel-Buch), wo die Reaktion der 3 jungen Männer gezeigt wird. Sie tanzen nicht triumphierend durch das Feuer, weil sie den König überwunden hatten, sondern sie loben und preisen Gott für die wunderbare Rettung und Stärkung.

  12. Juleam 26. September 2009 um 17:02 Link zum Kommentar

    dem Drang widerstehen, die Wunder Jehovas zu normalisieren

    Heute im Buchstudium hatten wir einen ähnlichen Gedanken, wie schon im Zusammenhang mit dem Essen der Delikatessen:

    Bei den Delikatessen und wurden wir vom treuen und verständigen Sklaven darauf hingewiesen, dass die bessere Gesundheit von Daniel und seinen Gefährten keineswegs der vegetarischen Kost zuzuscheiben sei:

    Das sollte man nicht als einen Beweis dafür werten, daß vegetarische Kost besser ist als eine reichhaltige Nahrung mit Fleisch. Nach zehn Tagen kann man schließlich bei keiner Art Nahrung greifbare Ergebnisse erwarten, aber für Jehova ist das keine zu kurze Zeit, um das zu erreichen, was er sich vorgenommen hat
    (S. 41 Abs. 26)

    Auch hier im Zusammenhang mit Nebukadnezars Geistesgestörtheit und einer heute bekannten Krankheit wird ähnliches gesagt:

    Die Symptome von Lykanthropie gleichen denen von Nebukadnezars Wahnsinn. Da ihm seine Geisteskrankheit jedoch von Gott auferlegt worden war, läßt sie sich nicht eindeutig mit einer heute bekannten Krankheit gleichsetzen.
    (S. 94 Abs. 22)

    Das verdeutlicht eigentlich, dass wir der Neigung widerstehen sollten, für die Wunder, die Jehova bewirkt eine Erklärung zu finden…

    vergessen wir nicht:
    „Gottes Gedanken sind höher als unsere Gedanken“

  13. Juleam 26. September 2009 um 17:03 Link zum Kommentar

    Was genau zählt alles zum Götzendienst, vor dem wir uns hüten sollten?

    Auch wir hüten uns vor allen Formen des Götzendienstes.

    Das Verbeugen vor dem Standbild könnte man heute mit dem Fahnengruß gleichstellen. Ein Bibelkommentator schreibt dazu: „Es war praktisch eine Art Fahnengruß, wenngleich es wegen der Wechselbeziehung zwischen religiöser und nationaler Loyalität auch eine religiöse Bedeutung gegeben haben mag“

    Wir lehnen zwar jede Form von Götzendienst ab, aber wir sind bereit Achtung und Respekt zu erweisen.
    Ein Beispiel aus dem Jahrbuch 1990 mag das veranschaulichen:

    Aus Kanada kommt eine Erfahrung, die zeigt, wie wichtig es ist, daß Eltern nicht lediglich Regeln aufstellen, sondern ihre Kinder biblische Grundsätze lehren und sie darin unterweisen, wie Kinder und Jugendliche diese Grundsätze anwenden können. Terra war erst 11 Jahre alt und noch nicht getauft, als sie von einem ihrer Lehrer unerwartet auf die Probe gestellt wurde. Damals war sie die einzige Zeugin Jehovas in der ganzen Schule.

    Eines Morgens merkte Terra, daß der Lehrer mit einer ihrer Mitschülerinnen während des Unterrichts für einige Minuten den Klassenraum verließ. Kurz darauf forderte der Lehrer Terra leise auf, mit ihm zum Rektor zu kommen. Er sagte ihr aber nicht, warum. Als sie ins Rektorat kamen, bemerkte Terra auf dem Schreibtisch des Rektors die ausgebreitete kanadische Fahne. Nur Terra, ihr Lehrer und der Rektor waren im Raum.

    Dann wies der Lehrer Terra an, auf die Fahne zu spucken. Er meinte, da sie die Nationalhymne nicht singe und die Fahne nicht grüße, gebe es doch keinen Grund, nicht darauf zu spucken, wenn sie dazu aufgefordert werde. Obwohl Terra über diese Aufforderung sehr verwundert war, weigerte sie sich, das Symbol ihres Landes zu schänden. Sie erklärte, daß Jehovas Zeugen die Fahne zwar nicht verehren, sie aber dennoch respektieren. Als der Lehrer Terras Standhaftigkeit sah, ging er mit ihr ins Klassenzimmer zurück.

    Dort sagte er vor der ganzen Klasse, er habe soeben ein Experiment gemacht. Er sei mit zwei Schülerinnen nacheinander ins Rektorat gegangen und habe beide angewiesen, auf die Fahne zu spucken. Obwohl die erste Schülerin an patriotischen Zeremonien teilnehme, habe sie, als sie dazu aufgefordert worden sei, auf die Fahne gespuckt. Im Gegensatz dazu, so erklärte der Lehrer, sei Terra ein Mädchen von Grundsätzen. Sie singe zwar nicht die Nationalhymne und grüße auch nicht die Fahne, doch sie habe sich geweigert, diese zu entehren.

    Der Lehrer sagte, daß Terra diejenige sei, die der Fahne die gebührende Achtung entgegengebracht habe. Mit ihrer respektvollen Handlungsweise machte sie Jehova und seiner Organisation alle Ehre.

    Eigentlich möchten wir dem Götzendienst immer gern ganz aus dem Weg gehen, aber wir müssen lernen, ein gesundes Mittelmaß zu finden, was die Erfahrung mit dem Bruder nach den Geschehnissen des 11. Septembers uns lehrt. Denn dadurch, dass er respektvoll mit rausgegangen ist, bekam er die Gelegenheit ein Gebet für alle zu sprechen und konnte so ein gutes Zeugnis geben.
    Bleiben wir hier also ausgeglichen.

    Andere Formen des Götzendienstes sind nicht gleich ganz so offensichtlich.
    Hier erwähnt unser Buchstudiumleiter z.B. noch Starkult, Habsucht, Schlemmerei und Pornographie.
    Habsucht wird uns von der Werbung eingeredet. Dort wird uns suggeriert, dass wir immer mehr Produkte benötigen würden, ohne die wir aber bestens auskommen könnten.
    Schlemmerei ist allerdings nicht nur zu vieles Essen, wie wir aus dem Beitrag von Hartmut lernen könnten, sondern auch, wenn wir uns unmäßig damit beschäftigen.

    Zum Götzendienst zählt alles, was den Platz einnimmt, den eigentlich Gottes Königreich einnehmen sollte (Matthäus 6:33).

    Also alles,
    – was uns unserer Zeit,
    – Kraft, Energie und finanzieller Mittel beraubt,
    die wir besser zur Förderung der Königreichsinteressen einsetzten könnten.

  14. Juleam 26. September 2009 um 17:04 Link zum Kommentar

    warum sie sich vor dem Standbild niederbeugen sollten – und wie es bei uns heute sein kann

    Große Konzerne versammeln ihre Mitglieder heute auch ab und zu zu einer Feierlichkeit in der Größenordnung. Sie wollen damit den Zusammenhalt und das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. „Wir sind ein großes Team“, „wir gehören alle zusammen“

    Die Beamten kamen hier ja alle aus den verschiedensten Ländern. Sinnbildlich wurde ihnen mit der Anbetung des Standbildes gesagt „vergiss deine Gottheiten, Nebukadnezar ist der Oberste“. Diese Art der Demonstration war sicherlich sehr eindrucksvoll.

  15. Juleam 26. September 2009 um 17:05 Link zum Kommentar

    Der Feuerofen – warum so eine harte Strafe

    Dies war eine sehr harte Strafe, denn es würde die endgültige Vernichtung bedeuten, Auflösen in Asche.

    Die Menschen der damaligen Zeit hegten die Hoffnung, irgendwo weiter zu leben und hatten daher mit der Art der Bestrafung ein Problem. Für viele der Religionen ist es etwas Schlimmes, verbrannt zu werden. Für die Juden bedeutete es keine Aussicht auf eine Auferstehung zu haben, denn damals wurden nur Verbrecher verbrannt.

  16. Juleam 26. September 2009 um 17:06 Link zum Kommentar

    die damalige religiöse Atmoshpäre

    Die Stadt hatte über 50 Tempel mit zahlreichen Gottheiten. Es gab auch einige Triaden dort. Im letzten Satz wird sehr anschaulich die Atmosphäre beschrieben, wenn es dort heißt „Magie, Zauberei und Astrologie spielten in der babylonischen Religion eine bedeutende Rolle“.

    Wenn man mal das Pergamon-Museum in Berlin besucht, bekommt man einen kleinen Einblick von der Pracht, aber auch von der Allgegenwärtigkeit der Gottheiten. Die ganzen Gebäude waren prachtvoll bemalt, zumeist mit irgendwelchen Gottheiten. So wurden sie dort in Babylon auf Schritt und Tritt an die anderen Götter erinnert.

    Da Magie, Zauberei und Astrologie in Babylon eine so bedeutende Rolle spielte, war das religiöse Umfeld für die Juden eigentlich ein Giftcocktail.

  17. Juleam 26. September 2009 um 17:07 Link zum Kommentar

    Warum war es für Nichtjuden kein Problem, sich Nebukadnezars Befehl zu fügen?

    Warum war es für Nichtjuden kein Problem, sich Nebukadnezars Befehl zu fügen?

    Sie selbst waren ja auch verschiedenen Schutzgöttern ergeben. Da sie der Ansicht waren, es gäbe viele Götter, fanden sie nichts dabei, auch noch anderen mit zu dienen.

    Auch in den heutigen Religionen finden wir ähnliche Ansätze.

    Ich erinnere mich in dem Zusammenhang immer wieder an ein Gespräch mit der damaligen Kindergärtnerin von Yve, die nicht begreifen wollte, warum wir nicht mehr an den verschiedenen religiösen Feiertagen und Handlungen teilnahmen (wir waren vorher evangelisch und fanden es nicht ganz so schlimm.)

    Der Kindergarten war von der katholischen Kirche und da er direkt an der Kirche angebaut war, hatten wir es uns (bevor wir in die Wahrheit kamen) zur Gewohnheit gemacht, morgens, bevor ich sie im Kindergarten abgab, in die Kirche zu gehen und vor dem Bild eine Kerze anzuzünden.

    Irgendwann bat mich mal eine Mutter (die selbst katholisch war), mit ihr in die Kirche zu gehen und für sie zu beten. Wir sind dann von einem Heiligenbild zum nächsten gewandert, wo ich vor jedem eine neue Kerze anzünden musste und für sie beten musste. Auf meine Frage, warum so viele, war die Antwort, dass das alles verschiedene Schutzpatrone waren und man keinen vergessen dürfe.

    Für die Katholiken war es also ganz normal, zu verschiedenen Heiligen oder Schutzpatronen zu beten.

    In dem Zusammenhang, warum wir einige Dinge nun nicht mehr tun würden, war die Kindergärtnerin ganz ungehalten und warf mir mangelnden Respekt vor meinen Mitmenschen vor. Wenn sie bei einer Buddhistin eingeladen wäre und diese von ihr wünscht, sich mal eben vor ihrem Buddha zu verneigen, dann habe sie kein Problem damit, denn sie würde ihren Mitmenschen immer gern Achtung und Respekt erweisen. Auf meinen Einwurf, dass wir nur Jehova, den Schöpfer aller Dinge, anbeten sollten, warf sie mir Engstirnigkeit vor.

    Damals hatte ich das nicht so ganz verstehen können, aber nun in diesem Zusammenhang bekommt das Sinn:

    Da sie als gute Katholikin gewohnt war, verschiedene Heilige und Schutzpatrone anzubeten, war es für sie kein Problem auch mal eben einen Buddha oder ähnliches die Ehre zu erweisen

  18. Juleam 26. September 2009 um 17:08 Link zum Kommentar

    Wie hilft uns Daniels Bitte an den Türhüter heute im Predigtdienst?

    Daniel war nicht entmutigt oder bockig, weil sein erster Versuch unfruchtbar war. Er wandte sich einfach zur richtigen Zeit an den richtigen Mann.

    Daniel wollte keine Schwierigkeiten herausfordern. Schon Sprüche 15:1 legt uns nahe, mit einer milden Antwort Grimm abzuwenden.

    Manchmal müssen wir einfach eine passende Gelegenheit abwarten.

    Wenn z.B. im Predigtdienst irgendein Wohnungsinhaber für die anderen entscheidet, ob sie Interesse haben oder nicht, ist es oft klüger, für diesen Tag weiter zu gehen.

    Oder wenn uns ein Mieter von einem 10-Familien-Haus des Hauses verweist. Hier bringt es überhaupt nichts, wenn wir auf unserem Recht der Religionsfreiheit bestehen würden.

    Da ist es meist besser, zu gehen und ein anderes Mal – zu einer günstigeren Zeit – wieder zu kommen

  19. Juleam 26. September 2009 um 17:09 Link zum Kommentar

    Was den Jugendlichen half, die richtigen Entscheidungen zu treffen

    Die 4 Jugendlichen hatten es nicht leicht in Babylon. Sie waren weit weg von zu Hause, von ihren Eltern und die Unterstützung durch die elterliche Belehrung. Außerdem hatten die meisten der anderen ins Exil geführten Jugendlichen scheinbar kein Problem, sich in gewisser Hinsicht anzupassen.

    Aber sie wußten, dass sie jehova für ihr Verhalten Rechenschaft würden ablegen müssen, denn Jehova sieht alles (Prediger 12:14).
    Sie kamen zu dem richtigen Schluss, weil sie darüber nachdachten, wie Jehova darüber denkt.

    Das kann auch uns eine Hilfe sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Grundvorraussetzung ist allerdings, dass wir Jehova und seine Einstellung wirklich gut kennen.

    Das erreichen wir durch ein intensives persönliches Studium und indem wir wirklich gebetsvoll und aufrichtig über das Gelernte nachsinnen –
    ob Jung oder Alt…

  20. Juleam 26. September 2009 um 17:10 Link zum Kommentar

    Was das Ablehnen der Delikatessen mit einem gut geschulten Gewissen zu tun hat

    Die Art und Weise, wie sie die Speisen des Königs ablehnten, lehrt uns was für die heutige Zeit.

    Sie haben nicht alles abgelehnt, sondern nur die Delikatessen. Mit den anderen Speisen waren sie einverstanden. Alles abzulehnen wäre einfach nur rebellisch gewesen und hätte keine besonders guten Ergebnisse erzielt.

    Auch unsere Kids in der Schule können nicht alles ablehnen. So können sie zwar darauf bestehen, kein Weihnachten mit zu feiern, aber sie müssen trotzdem den Politikunterricht mit machen.

    Wir müssen unseren Kindern helfen, ein gut geschultes Gewissen zu entwickeln. Es ist immer besser, wenn sie sagen „ich möchte das nicht, weil es Jehova nicht gefällt“ oder „weil mein Gewissen damit beschmutzt wird“, als wenn sie sagen „als ZJ darf ich das nicht“ oder „mein Glaube erlaubt mir das nicht“.

    Kleines Beispiel, als meine Tochter in der Grundschule war:

    Die Kunstlehrerin hatte überhaupt kein Verständnis dafür, dass meine Tocher z.B. nicht bereit war, einen Weihnachtsmann so zu malen, wie es vorgegeben war oder ähnliche Dinge. Oft hat sie sich ärgerlich an mich gewandt, dass meine Tochter wohl überhaupt nichts dürfte. Auf meine Frage hin, was meine Yve denn sage, wenn sie sich weigere, gewisse Dinge zu tun, kam die Antwort „ich möchte das nicht, weil es mein Gewissen verletzt“.

    Auf mein Argument, warum sie meine Tochter denn zwingen wolle etwas zu tun, was ihr völlig zuwider sei und eigentlich einer kleinen Vergewaltigung gleich käme, hatte sie keine Erwiderung parat.

    Hätte Yve allerdings gesagt „als ZJ darf ich sowas nicht“, hätte die Lehrerin wohl nicht so bald Ruhe gegeben.

    Aber wenn unsere Kinder deutlich machen können, dass ihr Gewissen das nicht zulässt, werden die Lehrer eher Verständnis haben

  21. Juleam 26. September 2009 um 17:11 Link zum Kommentar

    Daniel und seine Gefährten hatten sich schon vor ihrem Exil bewährt

    Als es darum ging, wieso es sicher zu sein scheint, dass Daniel und seine drei Gefährten gottesfürchtige Eltern hatten, ein kleiner Einblick:

    Trotz des geistig und sittlichen Verfalls in Jerusalem zeichneten sie sich durch hervorragende Eigenschaften aus. Sie wurden nicht erst in Babylon mit Unsittlichkeit und Götzendienst konfrontiert, sondern erlebten solche unhaltbaren Dinge bereits in ihrer Heimat Jerusalem.

    In Jeremia 36:21-26 wird gesagt, dass der damalige König die Botschaft Jehovas an ihn einfach zerriss und ins Feuer warf, also hatte er überhaupt keinen Respekt vor Jehova und seinem Wort.

    Außerdem hatten Daniel und seine drei Gefährten miterlebt, wie ihr Tempel zerstört worden ist und kamen in ein Land, wo die Tempel viel riesiger und beeindruckender waren, als ihr eigener. Trotzdem haben sie sich ihren Glauben und ihr Vertrauen zu Jehova bewahrt.

    Sicherlich ein gutes Beispiel für uns – auch wir müssen unseren Glauben bereits heute stärken, nicht erst in der großen Drangsal…

  22. Juleam 26. September 2009 um 17:12 Link zum Kommentar

    Warum wir besser die hebräischen Namen von Daniel und seine Gefährten gebrauchen sollten

    weil ihre ursprünglichen Namen in Zusammenhang mit der wahren Anbetung standen. Sie waren sicherlich stolz, wenn sie mit ihrem wundervollen Namen gerufen wurden.

    Als sie nach Babylon ins Exil kamen, wurden ihre Namen geändert, um sie zu demütigen und zu entmutigen und so ihren Glauben zu brechen. Interessanterweise standen die neuen, die babylonischen Namen, im engen Zusammenhang mit den babylonischen und somit falschen Göttern.

    Stellen wir uns nur die Demütigung der 4 Jugendlichen vor, die zu Recht stolz auf ihre biblischen Namen waren, wenn sie nun jedesmal, wenn man sie mit Namen ansprach, mit falschen Gottheiten in Verbindung brachte.

    Interessanterweise werden sie im Buch Daniel auch nur dann mit babylonischen Namen erwähnt, wenn der König oder andere Babylonier sie mit Namen ansprachen. Daniel selbst verwendete auch weiterhin die hebräischen Namen.

  23. Juleam 26. September 2009 um 17:13 Link zum Kommentar

    Entschlossen, Jehova treu zu bleiben – wie können wir unseren Kids dabei helfen?

    Die ganze Ausbildung in Babylon, die Änderung der Namen und dass sie am Tisch des Königs von seinen Delikatessen essen sollten, zielte darauf ab, dass sie sich Jehova, ihrem Gott, entfremden sollten.
    Aber Daniel und seine Freunde beschlossen in ihrem Herzen, Gott treu zu bleiben und erinnerten sich an die Belehrung, die sie zu Hause erhalten hatten.

    Was bedeutet das für uns und unsere Kinder heute?

    Interessant hierbei ist, dass es Jugendliche waren, also im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Aber die Belehrung, die sie bis dahin erhalten haben, hatte ihr Herz erreicht und so konnten sie gute Entscheidungen treffen.

    Auch unsere Jugendlichen müssen dazu in der lage sein, denn auch sie werden bereits in der Schule versucht. Sie müssen bis zum Schuleintritt bereist soweit in ihrem Glauben gestärkt sein, dass sie „was in ihrem Herzen beschliessen“ könen, also Gewissensentscheidungen treffen können.

    In Sprüche 22:6 ist von einem Knaben die Rede, den wir gemäß den Weg für ihn erziehen sollten und in 2. Timotheus 3:15 wird uns nahe gelegt, unsere Kinder bereits von frühester Kindheit an zu erziehen.

    Es scheint oft nur so, als ob unsere Kinder noch zu jung sind, um die Dinge richtig mit zu bekommen.

    Ein Beispiel:
    Yve war gerade 5 Jahre alt, als wir in die Wahrheit kamen und die Zusammenkünfte besuchten. Sie hat während der Zusammenkünfte meist gemalt. Aber das, was sie mitbekommen hatte, reichte wohl aus, um ihrem Vater im Anschluss mit kleinen Predigten zu „nerven“, was Jehova möchte und was nicht.

    In 2. Timotheus 3:14,15 wird noch gesagt, dass Timotheus bereits in frühester Kindheit „zu glauben überzeugt worden ist“.

    Wir müssen unsere Kinder auch möglichst früh formen.

    Auch Satan formt unsere Kids von frühester Kindheit an, denken wir nur an die verschiedenen Kinderserien, die sich oft um Dämonen, kleine Hexen oder ählichen handeln.

  24. Juleam 26. September 2009 um 17:48 Link zum Kommentar

    Der Unterschied zwischen Jehovas und Satans Handlungsweise wird offenbar

    Er hatte für 7 Jahre alles verloren. Sein Königreich gehörte nicht mehr ihm und er musste leben wie ein Tier.

    Glücklicherweise bemerkte er das Elend erst im Nachhinein und so war es auch nur im Nachhinein demütigend, denn in dem Moment, wo ihm das widerfuhr, hatte er ja den Verstand verloren.

    Hier können wir den Unterschied zwischen dem Vorgehen Jehovas und dem Satans sehen:

    Jehova sorgte in seiner Liebe und seinem Mitgefühl dafür, dass er es nicht mitbekam.

    Im Gegenzug dazu ergötzt sich Satan regelrecht an unserem Leid und Unglück und daran, wie schlecht wir uns fühlen…

  25. Juleam 26. September 2009 um 23:05 Link zum Kommentar

    *** w06 15. 7. S. 8 ‚Unser Gott kann uns befreien‘ ***

    ES SOLLTE ein spektakuläres Ereignis sein. In der Ebene Dura, wahrscheinlich unweit der Stadt Babylon, war ein riesiges Standbild aus Gold aufgerichtet worden. Während der Einweihungszeremonie für das Standbild wurde von den anwesenden hohen Beamten erwartet, sich beim Klang aller Arten von Musikinstrumenten vor dem Standbild niederzuwerfen. König Nebukadnezar von Babylon hatte angeordnet, dass jeder, der das Bild nicht anbetet, in einen glühend heißen Feuerofen geworfen wird. Wer würde es wagen, diesen Befehl zu ignorieren?

    Zum Erstaunen aller Anwesenden warfen sich drei gottesfürchtige Anbeter Jehovas nicht vor dem Bild nieder. Schadrach, Meschach und Abednego wussten, dass sie Jehova nicht mehr ausschließlich ergeben wären, wenn sie sich vor dem Bild niederbeugten (5. Mose 5:8-10). Als sie ihre unerschrockene Haltung erklären sollten, antworteten sie Nebukadnezar mutig: „Wenn es sein soll, so kann uns unser Gott, dem wir dienen, befreien. Aus dem brennenden Feuerofen und aus deiner Hand, o König, wird er uns befreien. Wenn aber nicht, so werde dir, o König, kund, dass wir deinen Göttern nicht dienen, und das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, werden wir nicht anbeten“ (Daniel 3:17, 18).

    Als die drei Hebräer in den brennenden Feuerofen geworfen wurden, konnte sie nur ein Wunder retten. Gott sandte einen Engel, um seine treuen Diener zu beschützen. Sie waren entschlossen, eher zu sterben, als Jehova ungehorsam zu werden. Genauso waren auch die Apostel Jesu Christi eingestellt, die über 600 Jahre später vor dem Hohen Rat der Juden erklärten: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29

  26. Juleam 26. September 2009 um 23:09 Link zum Kommentar

    Tagestext vom 25.05.2008

    Die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihren Hilferuf (Ps. 34:15).

    Heute verspüren wir eine tiefe Freude und inneren Frieden, weil wir wissen, dass Jehova über uns wacht. Wir sind überzeugt, dass er immer auf unsere Bedürfnisse reagieren wird, selbst wenn wir sehr belastet sind. Wir wissen, dass bald alle wahren Anbeter den vorhergesagten Angriff Gogs von Magog und den “furchteinflößenden Tag Jehovas” erleben werden (Joel 2:11, 31; Hes. 38:14-18, 21-23). Was immer auf uns zukommt, Davids Worte werden sich in unserem Fall bestätigen: “Sie schrien, und Jehova, er hörte, und aus all ihren Bedrängnissen befreite er sie” (Ps. 34:17). Wie begeisternd es doch sein wird, die Zeit zu erleben, wo Jehova seinen großen Namen verherrlicht! Wir werden wie nie zuvor mit Ehrfurcht erfüllt sein, und alle Gegner werden ein beschämendes Ende finden (Ps. 34:16). Welch eine Belohnung es doch sein wird, diese große Befreiung zu erleben und in Gottes gerechte neue Welt zu gelangen! w07 1. 3. 2:12, 13

    die drei Hebräer wurden in den Feuerofen geworfen und kamen ohne jeglichen Schaden wieder heraus. An ihnen wurde nicht einmal der Geruch des Feuers gefunden.

    *** dp Kap. 5 S. 73-79 Ihr Glaube bestand die Feuerprobe ***

    JEHOVAS DIENER LEHNEN KOMPROMISSE AB

    10 Die meisten der vor Nebukadnezars Standbild Versammelten hatten, obwohl sie verschiedenen Schutzgöttern ergeben waren, keine Skrupel, dieses Standbild anzubeten. “Sie alle waren es gewohnt, Götzen zu verehren, und die Anbetung der einen Gottheit hinderte sie nicht daran, auch noch einer anderen zu huldigen”, erklärte ein Bibelgelehrter. Weiter führte er aus: “Es entsprach der vorherrschenden Ansicht von Götzendienern, daß es viele Götter gebe . . . und daß es nicht verkehrt sei, dem Gott irgendeines Volkes oder Landes zu huldigen.”

    11 Bei den Juden dagegen verhielt es sich anders. Ihnen war von Jehova, ihrem Gott, geboten worden: “Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen noch eine Gestalt wie irgend etwas, was oben in den Himmeln oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen noch dich verleiten lassen, ihnen zu dienen, denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert” (2. Mose 20:4, 5). Deshalb blieben die drei jungen Hebräer – Schadrach, Meschach und Abednego – stehen, als die Musik begann und die Versammelten sich vor dem Standbild niederwarfen (Daniel 3:7).

    12 Die Weigerung dreier hebräischer Beamter, das Standbild anzubeten, erregte den Zorn gewisser Chaldäer. Sogleich wandten sie sich an den König und “klagten die Juden an”. Die Ankläger waren nicht an einer Erklärung interessiert. Ihnen lag daran, daß die Hebräer wegen Illoyalität und Hochverrat bestraft wurden; daher sagten sie: “Es sind nun gewisse Juden da, die du über die Verwaltung des Gerichtsbezirks Babylon gesetzt hast, Schadrach, Meschach und Abednego; diese kräftigen Männer haben dir, o König, keine Beachtung geschenkt, deinen Göttern dienen sie nicht, und das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, beten sie nicht an” (Daniel 3:8-12).

    13 Wie frustriert Nebukadnezar gewesen sein muß, weil die drei Hebräer seinem Befehl nicht gehorchten! Ganz offensichtlich war es ihm nicht gelungen, aus Schadrach, Meschach und Abednego loyale Unterstützer des Babylonischen Reiches zu machen. Hatte er sie nicht in der Weisheit der Chaldäer ausbilden lassen? Ja, selbst ihre Namen hatte er geändert. Doch Nebukadnezar hatte sich gewaltig geirrt, wenn er dachte, man könne sie durch eine grandiose Bildung eine neue Art der Anbetung lehren oder durch eine Namensänderung ihre Identität ändern. Schadrach, Meschach und Abednego blieben loyale Diener Jehovas.

    14 König Nebukadnezar wurde zornig. Sogleich zitierte er Schadrach, Meschach und Abednego zu sich und fragte sie: “Ist es wirklich so, o Schadrach, Meschach und Abednego, daß ihr meinen eigenen Göttern nicht dient und das Bild aus Gold, das ich aufgerichtet habe, nicht anbetet?” Zweifellos klangen Nebukadnezars Worte bestürzt und zugleich so, als wollte er es nicht wahrhaben. Er muß sich gefragt haben, wie drei vernünftige Männer diesen eindeutigen Befehl mißachten konnten, zumal auf Ungehorsam eine solch schwere Strafe stand (Daniel 3:13, 14).

    15 Nebukadnezar war gewillt, den drei Hebräern noch eine Chance zu geben. “Nun, wenn ihr bereit seid, so daß ihr zu der Zeit, da ihr den Schall des Horns, der Pfeife, der Zither, der Dreieckharfe, des Saiteninstruments und des Dudelsacks und aller Arten von Musikinstrumenten hört, niederfallt und das Bild anbetet, das ich gemacht habe, dann gut. Wenn ihr aber nicht anbetet, werdet ihr im selben Augenblick in den brennenden Feuerofen geworfen werden. Und wer ist der Gott, der euch aus meinen Händen befreien kann?” (Daniel 3:15).

    16 Anscheinend hatte Nebukadnezar aus dem Traum vom Standbild (über den in Daniel, Kapitel 2 berichtet wird) keine bleibende Lehre gezogen, weder verstandesmäßig noch gefühlsmäßig. Wahrscheinlich war ihm bereits entfallen, daß er selbst zu Daniel gesagt hatte: “Euer Gott ist ein Gott der Götter und ein Herr der Könige” (Daniel 2:47). Jetzt schien Nebukadnezar Jehova durch die Worte herauszufordern, nicht einmal er könne die Hebräer vor der Strafe bewahren, die ihnen bevorstehe.

    17 Schadrach, Meschach und Abednego brauchten die Sache nicht zu überdenken. Unverzüglich entgegneten sie: “O Nebukadnezar, es besteht für uns keine Notwendigkeit, dir in dieser Hinsicht ein Wort zu erwidern. Wenn es sein soll, so kann uns unser Gott, dem wir dienen, befreien. Aus dem brennenden Feuerofen und aus deiner Hand, o König, wird er uns befreien. Wenn aber nicht, so werde dir, o König, kund, daß wir deinen Göttern nicht dienen, und das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, werden wir nicht anbeten” (Daniel 3:16-18).

    IN DEN FEUEROFEN!

    18 Zornentbrannt wies Nebukadnezar seine Diener an, den Feuerofen siebenmal mehr als gewöhnlich zu heizen. Dann befahl er ‘gewissen kräftigen Männern, Männern von leistungsfähiger Kraft’, Schadrach, Meschach und Abednego zu binden und sie in den “brennenden Feuerofen” zu werfen. Sie führten den Auftrag des Königs aus und warfen die drei Hebräer gebunden und in voller Kleidung ins Feuer – wahrscheinlich damit sie schneller verbrennen sollten. Doch von den Flammen getötet wurden Nebukadnezars Handlanger selbst (Daniel 3:19-22).

    19 Mit Schadrach, Meschach und Abednego dagegen geschah etwas völlig Unerwartetes. Obwohl sie sich mitten im Feuerofen befanden, wurden sie nicht von den Flammen verzehrt. Stellen wir uns vor, wie erstaunt Nebukadnezar gewesen sein muß! Man hatte sie in ein loderndes Feuer geworfen, sicher gebunden, doch sie waren immer noch am Leben. Ja, sie gingen mitten im Feuer frei umher! Aber Nebukadnezar fiel noch etwas auf. “Waren es nicht drei kräftige Männer, die wir gebunden mitten ins Feuer warfen?” fragte er seine hohen königlichen Beamten. “Doch, o König”, antworteten sie. “Seht!” rief Nebukadnezar aus. “Ich erblicke vier kräftige Männer, die frei mitten im Feuer wandeln, und keine Verletzung ist an ihnen, und das Aussehen des vierten gleicht dem eines Sohnes der Götter” (Daniel 3:23-25).

    20 Nebukadnezar näherte sich der Tür des brennenden Feuerofens und rief aus: “Schadrach, Meschach und Abednego, ihr Diener Gottes, des Höchsten, tretet heraus, und kommt hierher!” Die drei Hebräer traten aus der Mitte des Feuers heraus. Alle Augenzeugen dieses Wunders – einschließlich der Satrapen, Präfekten, Statthalter und hohen Beamten – waren zweifellos wie betäubt. Ja, es schien so, als wären die drei jungen Männer überhaupt nicht in dem Feuerofen gewesen. Der Geruch des Feuers war nicht an sie gekommen, und nicht ein Haar auf ihrem Kopf war versengt worden (Daniel 3:26, 27).

    21 Nun war König Nebukadnezar gezwungen anzuerkennen, daß Jehova der höchste Gott ist. “Gesegnet sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abednegos”, erklärte er, “der seinen Engel sandte und seine Diener befreite, die auf ihn vertrauten und die sogar das Wort des Königs änderten und ihren Leib preisgaben, weil sie keinem einzigen Gott dienen und keinen anbeten wollten außer ihrem eigenen Gott.” Dann fügte er folgendes als strenge Warnung hinzu: “Von mir wird ein Befehl erlassen, daß irgendein Volk, irgendeine Völkerschaft oder Sprache, wer irgend etwas Unrechtes spricht gegen den Gott Schadrachs, Meschachs und Abednegos, in Stücke gehauen werden sollte, und sein Haus sollte in einen öffentlichen Abort umgewandelt werden, da ja kein anderer Gott existiert, der befreien kann wie dieser.” Die drei Hebräer standen somit wieder in der Gunst des Königs, und ‘es ging ihnen im Gerichtsbezirk Babylon gut’ (Daniel 3:28-30).

  27. Juleam 26. September 2009 um 23:29 Link zum Kommentar

    passende Dramen zu den drei mutigen Hebräern, die lieber sterben wollten, als in Hinblick auf Jehovas Maßstäbe Abstriche zu machen:

    falls ihr dies noch daheim auf Casette liegen habt (wir haben es *freu*):

    Die Lauterkeit bewahren bis zum Ende (drei Hebräer)

    und dies hier, das ihr direkt auf der Seite der Gesellschaft herunterladen und euch anhören könnt:

    feuerofen
    Macht das tägliche Bibellesen zu einem festen Bestandteil eures Familienlebens! (3 Hebräer)

    viel Freude beim Hören

  28. Thomasam 27. September 2009 um 16:03 Link zum Kommentar

    Kapitel 4

    Der König Nebukadnezar hat einen Traum – und wiedereinmal kann nur Daniel den Traum erklären. Aber ist der Sinn des Traumes nicht schlecht? Wie kann Daniel diese Bedeutung einfach aussprechen? Muss er nicht Angst haben, dass man ihm für die richtige Erklärung den Tod schenkt?
    Wer schon einmal im PergamonMuseum in Berlin war, und dort den babylonischen Bereich besucht hat, wird wahrscheinlich in dem Raum, in dem auch eine Wand vom Thronsaal ist, die Inschrift dieses hochmütigen Nebukadnezars gelesen haben. Wie in den einleitenden Worten beschrieben, war er überzeugt, der Beste und Größte zu sein. Im gegensatz zu den heutigen „ich bin der Größte-Menschen“, war er wohl nicht rachsüchtig, wenn man ihm die Wahrheit vor Augen hielt?
    Nebukadnezar wurde für einige Zeit gedemütigt – und zwar vom Allmächtigen persönlich. Diejenigen die nicht den richtigen Schluss daraus ziehen, werden „zum Gehorsam gezwungen“ – wohl nicht so, wie sie es erwarten würden – aber der Allmächtige wird sich nicht für immer auf „der Nase herumtrampeln lassen“. Zieh also die richtigen Schlüsse aus dem Bericht von Nebukadnezars Vision – selbst ein noch so stattlicher Baum kann umgehauen werden – aber er kann damit auch für immer sterben, wenn es Gottes Wille sein sollte.
    Nehmen wir uns an Daniel ein Beispiel: gemäß Vers 27 sagt er zum König: „Darum,… möge dir mein Rat gute scheinen, und entferne deine eigenen Südnen durch Gerechtigkeit udn deine Missetaten dadurch, daß du Armen Barmherzigkeit erweist.“ – Auch wir können unser Verhältnis zum Allmächtigen aufbauen oder niederreißen – und nicht die Religionszugehörigkeit sondern die TATEN sind für die das Urteil Gottes wichtig!

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    In diesem Kapitel offenbart sich der menschliche Hochmut; der König rühmt sich des Werkes seiner Hände, als wenn er selbst seine Größe und Herrlichkeit geschaffen hätte. Dieser Hochmut führt das Gericht herbei.

    Hochmut und das Streben nach Unabhängigkeit trennen den Menschen von Gott; er wird zu einem Tier, das wirklicher Einsicht ermangelt.

    Das Kapitel schließt mit einem Zeugnis, welches für die Herrlichkeit Gottes, des Höchsten, des Königs des Himmels, abgelegt wird. Nachdem Er Sein Gericht aufgehoben hat, erkennt Nebukadnezar Seine Majestät an und preist Ihn. Er erkennt Ihn als den ewig Lebenden an, der erniedrigt und erhöht, wen Er will, der im Himmel und auf Erden nach Seinem Willen handelt und vor dessen Macht und Majestät alle Menschen nur Eitelkeit sind.

  29. Thomasam 27. September 2009 um 16:26 Link zum Kommentar

    Kapitel 5

    Und eine weitere mutige Tat: also Daniel muss ja nu schon um die 70Jahre alt sein… und soll nun die Schrift an der Wand deuten. Nein, dass ist nicht gut, was er zu sagen hat! Mutig sagt er die Wahrheit. Was hätte ich getan? Mit „ich weiß es auch nicht, was da steht“ hätte er sich ja aus der Situation befreien können, denn aus dem was er wußte, war klar – am nächsten Tag würde es keinen Belsazar mehr geben. Und hat dieser Belsazar nicht durch den Gebrauch der Geräte aus dem Tempel es verdient, im ungewissen zu sterben? Solle man sich mit so einem schlechten Menschen überhaupt unterhalten? Daniel tat es! Er trat mutig für die Wahrheit ein. Er war dafür bekannt, die Wahrheit zu sagen und auch sein gutes Verhältnis zu Gott war bekannt. Es heißt nicht „er ist beliebt unter dem Volk“ oder „er ist unter seinem Volk beliebt“ – nein er war dafür bekannt „das der Geist heiliger Götter ist“.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    In Kapitel 5 erreicht die Bosheit des Hauptes der Nationen dem Gott Israels gegenüber ihren Höhepunkt; sie nimmt jenen Grad von Frechheit und Verachtung an, welcher nur eine Schwäche verrät, die sich selbst zu verbergen bemüht ist. Mitten in den Schwelgereien eines großen Mahles, welches Belsazar seinen Gewaltigen und Höflingen veranstaltet, lässt er die Gefäße des Tempels Gottes, welche Nebukadnezar aus Jerusalem weggenommen hatte, hereinbringen, damit er und seine Gäste daraus tränken, zugleich rühmt er die Götter von Gold und Silber und Stein. In wahnsinniger Verblendung lässt es der König auf eine Entscheidung zwischen den falschen Göttern und Jehova, dem Gott Israels, ankommen. Noch in derselben Nacht gibt Jehova die Entscheidung durch die Vernichtung des Königs und seiner ganzen Herrlichkeit. Die Warnung, welche Gott ihm zuteil werden lässt, wird von Daniel gedeutet. Obgleich dieser dem König unterworfen ist, behandelt er ihn doch nicht mit derselben Achtung, die er früher Nebukadnezar gegenüber an den Tag gelegt hatte. Belsazar war als frecher Feind Jehovas aufgetreten, und Daniels Antwort entspricht der Offenbarung Gottes über dessen Schicksal sowie der prahlerischen Art und Weise, in welcher der König seine Bosheit zur Schau getragen hatte, indem er seine eigenen Götter erhob und Jehova verhöhnte. Die Warnung war deshalb auch nicht mehr dazu bestimmt, eine Umkehr hervorzurufen; sie ließ keinen Raum mehr für die Buße. Sie kündigte das Gericht an; und schon diese Ankündigung genügte, um die ganze Frechheit des gottlosen Königs schwinden zu machen. Denn er hatte die Warnung, die ihm in der Geschichte Nebukadnezars vor Augen gestellt worden war, unbeachtet gelassen.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Vor Jahren behaupteten gelehrte Bibelkritiker noch, das Buch Daniel hätte zur Hauptsache legendären Charakter und sei einige Jahrhunderte nach den erwähnten Ereignissen geschrieben worden. Sie betrachteten Belsazar als eine imaginäre Figur, da sie in den vorhandenen Unterlagen keinen Hinweis auf ihn fanden. Später wurde jedoch sein Name auf einer ausgegrabenen Tontafel entdeckt. So wurde diese Behauptung wie viele andere ihrer ungläubigen Behauptungen umgestoßen, als die Archäologen in den alten Ruinen Babels Ausgrabungen machten. Es scheint, dass Belsazar, einer damaligen Sitte entsprechend, auch als König bezeichnet wurde, wie sein Vater. Und wenn dieser während jener Zeit abwesend war, so war sein Sohn tatsächlich König von Babylon, als die Hauptstadt vor der aufsteigenden medopersischen Weltmacht fiel. Was auch immer die bleibende Wirkung des Handelns Gottes auf Nebukadnezars gewesen seinmag, seine Nachfolger stellten die gleiche überhebliche Großartigkeit zur Schau, wie er in seinen früheren Tagen. Belsazars Name begann mit dem Namen des babylonischen Gottes Bel. Das glänzende Fest mit seinen tausend Gewaltigen, zusammen mit Frauen und Konkubinen, trug einen ausgeprägten heidnischen Charakter. Erregt vom Wein, befahl er die goldenen und silbernen Gefäße zu bringen, die Jahre zuvor aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen worden waren. Mit hämischer Schadenfreude wollten sie Jehova öffentlich beleidigen und dafür ihre Götter von Metall, Holz und Stein rühmen. Bewusst warf er Gott den Fehdehandschuh hin und Gott nahm die Herausforderung auf der Stelle an.
    Das ist immer die Weise Gottes. Er handelt erst im Gericht, wenn sich das Böse völlig geoffenbart
    hat. …
    So war es in der großen festlichen Halle in Babylon, und das Resultat ist eine der dramatischsten Szenen, die uns aufgeschrieben sind. Nicht eine Legion Engel erscheint, keine sichtbare Entfaltung göttlicher Macht zeigt sich: nur die Finger einer Menschenhand sind sichtbar. Sie schreiben vier Worte auf den Kalk der Wand, dem Leuchter gegenüber, dort, wo sie am besten sichtbar sind. Der stolze König wird zu einem zitternden Sterblichen und seine Gewaltigen werden bestürzt.
    …Hier haben wir nicht den fordernden Finger, sondern eher, wenn wir so sagen dürfen, den Finger des Staubes. Hier in Daniel finden wir wieder den «Finger Gottes». Es ist der Finger des Verderbens, der auf Kalk schreibt, der leicht zerbröckelt. Gott offenbarte seine Gegenwart nur durch das Sichtbarwerden seiner Fingerspitzen, und Belsazar erschrak zu Tode. …
    Wieder werden die Weisen Babylons gerufen, aber nur um ihre Unfähigkeit und ihre Unwissenheit zu zeigen. Es wird uns nicht gesagt, dass es sich bei diesen vier Worten um etwas Außergewöhnliches gehandelt habe. Es waren keine Worte aus einer unbekannten und unzivilisierten Sprache. Da es sich bei dieser Gelegenheit aber um Worte Gottes handelte, waren sie für diese weltlichen Götzendiener völlig unverständlich. Die Tatsache, die der Apostel Paulus in 1. Korinther 2,14 feststellt, wird hier eindrücklich illustriert. Als «natürliche Menschen» hatten sie kein Verständnis für die Dinge, die Gott geschrieben hatte.
    Nun änderte sich die ganze Szene. Die Gottlosigkeit Belsazars verwandelte sich in Demütigung. Eine düstere Stimmung verdrängte die festliche Ausgelassenheit der ganzen Gesellschaft. in diese wirre Situation trat nun «die Königin» (Vers 10). Sie bezieht sich, im nächsten Vers, auf Nebukadnezar als dem «Vater» Belsazars. In der Heiligen Schrift ist mit dem Ausdruck «Vater» sehr oft «Vorvater» gemeint, so auch an dieser Stelle. Die Königin ist offensichtlich die Königin-Mutter und sehr wahrscheinlich eine Tochter Nebukadnezars. Daher besaß sie eine klare Erinnerung sowohl an das Handeln Gottes mit ihrem Vater als auch an Daniel und sein Verständnis, das Gott ihm gegeben hatte.
    Es ist ganz offensichtlich, dass nachdem die Jahre vorbeigingen, Daniel in der öffentlichen Beachtung ganz in Vergessenheit geraten war. Sein Name war in Hofkreisen so unbekannt, dass sie eine ausführliche Beschreibung von ihm und seinen Fähigkeiten machen musste. Noch immer schreibt sie sein Verständnis «der Weisheit der Götter» zu. Daniel wird aus seiner Vergessenheit geholt und vor den König gebracht. Es werden ihm hohe Ehren versprochen, falls er die Schrift lesen und deuten könne. Der Grund, warum ihm der dritte Platz im Königreich versprochen wurde, lag darin, dass Belsazar selbst nur Zweiter war. Der Erste war sein Vater, der sich zu jener Zeit anderswo aufhielt.
    Daniels Antwort in Vers 17 ist sehr bemerkenswert. Früher, wir lesen davon am Ende von Kapitel 2, hatte Daniel die Ehre, die ihm zuteil wurde, angenommen; jetzt verschmähte er sie. Die Bedeutung der vier verhängnisvollen Worte war sicher schon in sein Herz gedrungen. Er wusste, dass Gott Belsazar verworfen hatte und sein Königreich im Begriff stand umzustürzen. Die angebotenen Ehren waren daher wertlos.
    Noch vor der Deutung der Worte ließ Gott durch Daniel eine deutliche Anklageschrift verlesen über das babylonische Weltreich, verkörpert in Belsazar, der dessen Haupt war. Der König wurde erinnert an das demütigende Handeln Gottes mit Nebukadnezar. Belsazar hatte davon gewusst und es doch nicht beachtet. Er hatte sich noch ausdrücklicher als jener über den «Herrn des Himmels» erhoben, indem er die goldenen Gefäße aus dem Tempel, der Offenbarungsstätte Gottes, bringen ließ, und anstatt Ihn, die dämonischen Mächte rühmte, die sich hinter den Götzen verbargen. Das führte die Dinge zu einem Höhepunkt und der erste Umsturz, vorausgesagt in Hesekiel 21,32, stand bevor.
    Die Schrift an der Wand war eine Warnung. Aber es sollten nur noch wenige Stunden vergehen bis zum Eintreffen des Unglücks. Das Wort «gezählt» wurde wiederholt, wie um diesen Punkt besonders zu betonen. Der Gott, der die Sterne zählen kann und ebenso die Haare des menschlichen Hauptes, hatte die hochmütigen Sünden des babylonischen Weltreiches wahrgenommen und gezählt. Das Wort «gewogen» zeigte, dass Belsazar selbst auf die Probe gestellt worden war und verurteilt wurde. «Zerteilt» der unmittelbar bevorstehende Untergang des Reiches wurde damit angekündigt.
    Die Warnung blieb ohne Wirkung auf Belsazar. Er bekleidete Daniel mit Ehren, wie wenn sein Königtum weiter dauern würde, und das, obwohl Daniel darauf verzichten wollte. Er trug diese Ehrung nur während einigen kurzen Stunden; denn in dieser Nacht brach das angekündigte Gericht herein. Darius, der Meder, nahm die Stadt und das Königtum ein, und Belsazar wurde getötet. So endete das erste der großen Weltreiche, die die Zeiten der Nationen ausfüllen sollten….

  30. Thomasam 27. September 2009 um 16:48 Link zum Kommentar

    Kapitel 6

    Im Gegensatz zur heutigen Zeit, wo man seine „Feinde“ durch Lügen, Verleumdung, Falschanklage und Sabbotage fertig macht, war man in alter Zeit wohl noch „anständig“ und versuchte den „Rufmord“ auch Taten folgen zu lassen. Oh – der Daniel war eine Gefahr, denn er war so anders, so treu seinem Gott. Nicht wie die anderen aus seinem Volk und schon garnicht wie die anderen die ihn umgaben. „Also suchen wir in den Geboten seines Gottes einen Hinterhalt gegen ihn!“
    Wer von diesen Personen möchtest du gern gleichen? Wer hatte den Mut, für Daniel einzutreten? Heute werden gottesfürchtige Personen leider auch oft nur durch ihren Gott gestärkt, da die meisten Menschen lieber Zuschauer sind. Wäre es nicht schlau gewesen, wenn Daniel so getan hätte, als würde er nicht zu Gott beten? Vielleicht auch nicht so offensichtlich gehandelt hätte? Und warum war er der EINZIGSTE, den man in die Löwengrube warf – wo waren die anderen Anbeter des wahren Gottes? Gab es NUR DANIEL? Sind uns eigene Gesetze und eigene Richtlinien wertvoller als die heiligen Maßstäbe Gottes? Sind wir bereit, ALLES aufzugeben, wenn wir uns zwischen den Geboten des Allmächtigen und den eigenen entscheiden müssen?
    Heute kann man die mutigen Anbeter Gottes jedenfall zählen – es sind nicht viele – leider.

    In dem „mein Buch mit biblischen Geschichten“ heißt es:

    Daniel in der Löwengrube
    AUWEIA! Es sieht so aus, als ob Daniel in großer Gefahr ist. Aber die Löwen tun ihm gar nichts! Weißt du, warum nicht? Und wie ist Daniel überhaupt dorthin gekommen? Wir wollen mal sehen.
    Der neue König von Babylon heißt Darius. Er hat Daniel sehr gern, weil Daniel so freundlich und klug ist. Darius will ihn zu einem hohen Herrscher in seinem Königreich machen. Einige andere Männer sind deswegen auf Daniel eifersüchtig. Sie denken sich einen bösen Plan aus.
    Sie gehen zu Darius und sagen: »Wir haben uns gedacht, o König, du solltest befehlen, dass 30 Tage lang niemand zu irgendeinem Gott oder Menschen beten darf außer zu dir, o König. Wer dieses Gesetz nicht beachtet, soll in die Löwengrube geworfen werden.« Darius weiß nicht, warum die Männer dieses Gesetz haben wollen. Aber er findet die Idee gut und lässt das Gesetz aufschreiben. Jetzt darf es nicht mehr geändert werden.
    Als Daniel von dem Gesetz hört, geht er nach Hause und betet, so wie er es immer getan hat. Die schlechten Männer haben genau gewusst, dass Daniel weiter zu Jehova beten würde. Sie freuen sich schon, weil es so aussieht, als könnten sie Daniel jetzt loswerden.
    Als König Darius erfährt, warum die Männer dieses Gesetz haben wollten, ist er sehr traurig. Aber er kann das Gesetz nicht mehr ändern. Er muss den Befehl geben, Daniel in die Löwengrube zu werfen. Doch der König sagt zu Daniel: »Ich hoffe, dein Gott wird dich retten.«
    Darius ist so durcheinander, dass er die ganze Nacht nicht schlafen kann. Am nächsten Morgen läuft er schnell zur Löwengrube. Da oben siehst du ihn. Er ruft: »Daniel, du Diener des lebendigen Gottes! Hat dein Gott dich vor den Löwen gerettet?«
    »Gott hat einen Engel geschickt«, antwortet Daniel, »und den Löwen das Maul verschlossen, damit sie mir nichts tun.«
    Der König ist sehr froh. Er lässt Daniel aus der Grube holen. Dann gibt er den Befehl, die schlechten Männer, die Daniel loswerden wollten, in die Grube zu werfen. Noch bevor sie auf den Boden der Grube fallen, stürzen sich die Löwen auf sie und zerfleischen sie.
    Dann schreibt König Darius an alle Leute in seinem Königreich: »Ich befehle, dass jeder den Gott Daniels achten soll. Er tut große Wunder. Er hat Daniel vor den Löwen gerettet.«
    Daniel 6:1-28

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Im allgemeinen gefällt dem Menschen ein Gott, der ihm bei der Befriedigung seiner Leidenschaften und Begierden behilflich ist, sehr gut; ein Gott, der seinen Absichten dient, die auf die Einigung seines Reiches und die Befestigung seiner Macht gerichtet sind, passt ihm. Der religiöse Teil der menschlichen Natur wird durch Götter dieser Art zufriedengestellt und ist gern bereit, ihnen Verehrung darzubringen, obwohl derjenige, der als Herrscher in seinem Reiche solche Götter aufstellt, es nur aus politischen Gründen tun mag. Arme Welt! Der wahre Gott passt weder ihrem Gewissen noch ihren Lüsten. Dem Feinde unserer Seelen gefällt es wohl, wenn er in dieser Weise den religiösen Neigungen unserer Natur Nahrung geben kann. Eine solche Religion führt Götter ein, die mit den Wünschen des natürlichen Herzens, welcher Art diese auch sein mögen, übereinstimmen; doch berufen jene Götter niemals das Herz in ihre Gemeinschaft, noch üben sie eine Einwirkung auf das Gewissen aus. Sie mögen wohl dem Menschen die Beobachtung von Zeremonien und Satzungen auferlegen, denn diese gefallen dem Menschen; aber sie sind nie imstande, zwischen sich und einem erwachten Gewissen Beziehungen herzustellen. Die Befürchtungen und Wünsche des Menschen bilden den Bereich, in welchem sie ihren Einfluss ausüben. Sie erzielen nichts im Herzen, was über die Tätigkeit natürlicher Freuden und Befürchtungen hinausgeht.
    Andererseits offenbart sich der Hochmut des Menschen zuweilen in einem Charakter, auf welchen das eben Gesagte keinerlei Anwendung findet. Der Mensch will selbst Gott sein und nach seinem eigenen Willen handeln; sein Hochmut kann alles das, was ihm diesen Platz streitig machen will, nicht ertragen und sucht sich desselben zu entledigen. Er kann nicht leugnen, dass, wenn es wirklich einen Gott gibt, ihm dieser überlegen sein muss; und dies ist ihm, da er allein und unabhängig dastehen will, unerträglich. Daher muss Gott beseitigt werden. Diese Gesinnung machen sich die Feinde der Treuen zunutze. Die Grausamkeit ist hier weniger erfinderisch, nur zeigt sich ihre List darin, dass sie, indem sie der höheren Macht schmeichelt, es ausschließlich auf die Übertreter und Verächter des Wortes derselben abgesehen zu haben scheint.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Kapitel 6
    Nun wurde das medo-persische Weltreich die vorherrschende Weltmacht und Darius König in Babylon. Es scheint, dass die Historiker Mühe haben, diesen Mann zu identifizieren. Es könnte sein, dass er nur ein Vasallenkönig unter der Oberhoheit Cyrus‘ (Kores), des Königs von Persien, war. Doch dies ist eine Sache, bei der wir uns nicht aufzuhalten brauchen. Im babylonischen Teil des neuen Weltreiches ordnete er jedenfalls die Dinge so an, wie er selbst sie für gut fand. Wieder finden wir Daniel, der befördert wurde, um eine hohe und einflussreiche Stellung einzunehmen. Darin war das Wirken der Hand Gottes, obwohl menschlich gesprochen zwei Dinge zu seinen Gunsten reden mochten. Erstens war er kein gebürtiger Babylonier. Zweitens hatte Darius bestimmt von der dramatischen Szene gehört, die sich kurz vor seiner Einnahme der unbezwinglich scheinenden Stadt im Palast abgespielt hatte. Somit wusste er von dem außergewöhnlichen Verständnis Daniels.
    Die Begebenheit, die in Kapitel 6 vor uns steht, ist ein wahres Bild von dem Leben und der Natur des Menschen. Daniels erhabene Stellung erfüllte die Herzen der weniger begabten Männer mit Missgunst und Hass. Wenn möglich wollten sie ihn vernichten. Ihre Absicht verhilft dazu, dass ein bemerkenswertes Zeugnis über sein Verhalten ans Licht kommt; «er war treu und kein Vergehen und keine schlechte Handlung wurde an ihm gefunden». Sie kamen zum Schluss, dass sie ihn nur dann erfolgreich angreifen konnten, wenn es um das Gesetz Gottes ging. Hier müssen wir stehen bleiben und über unsere eigenen Wege nachdenken. Was für einen Angriffspunkt liefern wir denen, die uns mit einem feindseligen Geist kritisch beobachten? Wir fürchten, dass wir ihnen oft mehrere liefern. …
    Die Vorsteher und Satrapen waren schlaue Männer. Sie kannten die Macht des Schmeichelns und wussten, wie schnell die Menschen eingebildet werden. Daher schlugen sie Darius ein Gesetz zu seiner Selbstverherrlichung vor. Er sollte sich für die Dauer eines Monats zum Gott machen. Darius ging in die Falle. In diesem Zusammenhang stellen wir fest, dass in diesem Königreich «aus Silber» die Macht des Königs nicht mehr so unumschränkt war wie in dem Reich «von Gold». Nebukadnezar tat gerade das, was er wollte, ohne irgendwelche Einschränkung. Der medo-persische König dagegen hatte die Ratschläge seiner Räte und Landpfleger zu erwägen, und ein Gesetz, einmal öffentlich bekannt gemacht, konnte nicht abgeändert werden. Das Gesetz wurde unterzeichnet, durch das, unter Androhung einer schrecklichen Todesstrafe, jedem, der den Gott des Himmels fürchtete, während dreißig Tagen jegliche Verbindung mit Ihm verboten war. Im Grunde genommen beging Darius die gleiche große Sünde, wie sie schon in Kapitel 3 verübt worden war. Nebukadnezar wollte durch das goldene Bild angebetet werden. Das Vorgehen Darius‘ war weniger Aufsehen erregend aber genau gleich gegen Gott gerichtet. Für alle praktischen Belange sollte es während dreißig Tagen keinen Gott mehr geben außer Darius! In Kapitel 3 ist Daniel abwesend. Aber seine drei Freunde werden ermutigt, in ihrer Treue zu dem einen wahren Gott standhaft zu bleiben und sich zu weigern, vor dem goldenen Bild niederzufallen. In dem vorliegenden Kapitel sehen wir Daniel allein. Hier sind seine drei Gefährten abwesend. Der gleiche Geist beseelte ihn. Nicht einen Moment lang wollten sich jene vor einem Gott menschlicher Erfindung beugen. Daniel wollte nicht einen Tag aufhören zu dem wahren Gott zu beten. Jene verhielten sich ablehnend, indem sie dem Gebot des Königs, satanische Mächte anzubeten, widerstanden. Er handelte positiv, indem er die Verbindung mit dem Gott des Himmels aufrecht hielt, obwohl dies im Widerspruch zum Gebot des Darius stand. In beiden Fällen schritt Gott ein, bewahrte und befreite seine Diener durch ein Wunder und stellte die Torheit der Könige bloß.
    Darius wurde sich seiner Torheit bald bewusst. Daniel protestierte nicht öffentlich. Er tat ganz einfach das, was bis dahin seine Gewohnheit war. Dreimal des Tages kniete er vor Gott nieder mit Danksagung und Gebet. Er machte kein Geheimnis daraus, sondern tat es bei offenem Fenster, so dass jeder es sehen konnte.
    Warum war sein Fenster «gegen Jerusalem hin» offen? Lies 1. Könige 8,46-50 und der Grund wird klar. Er glaubte, dass Gott die Bitte in Salomos Gebet beantworten werde. Darum erfüllte er die genannte Bedingung und richtete sein Gebet «nach dem Lande hin … nach der Stadt, die du erwählt hast». So stand es in der Schrift. Im Gehorsam erfüllte er diese Anweisung auch weiterhin, trotz des Königs Erlass. Achten wir auch so genau auf die Heilige Schrift, wie Daniel es tat? Sind wir bereit, so zu gehorchen wie er?
    Sein Mut wurde beinahe sprichwörtlich. «Fest und treu wie Daniel» ist zu einem bekannten Ausdruck geworden. Solch ein Mut ist nachahmenswert, aber woher nahm er die Kraft, solches zu wagen? Dafür gibt es wohl nur eine Antwort: er hatte unerschütterliches Vertrauen auf Gott und sein Wort. Wir dürfen wohl behaupten, dass bis auf unsere Tage alle Heiligen, die mutig für die Wahrheit einzutreten und dafür zu leiden hatten, auf die gleiche Weise gestärkt wurden. Leider sind aber in unseren Ländern, wo Toleranz und Bequemlichkeit vorherrschen, Kompromisse modern und weit verbreitet. Aber das war nicht der Weg Daniels und sollte auch nicht der unsrige sein.
    Obwohl in Daniel «ein außergewöhnlicher Geist» war, fiel es seinen eifersüchtigen Untergebenen nicht schwer, ihn dem König, der in törichter und lästerlicher Weise das unabänderliche und unwiderrufliche Gesetz unterschrieben hatte, anzuzeigen. Nachdem der König seine Torheit erkannte, machte er bis zum Untergang der Sonne verzweifelte Anstrengungen, Daniel zu retten. Dazu versuchte er auch sich selbst aus dem Netz, das er ausgelegt hatte, zu befreien. Doch alles war vergeblich.
    So, wie an den drei treuen Hebräern im 3. Kapitel das Urteil vollstreckt wurde, geschah es hier auch gegenüber Daniel. Das Resultat war dasselbe. Gott griff ein, indem Er wider die Natur handelte und seinen Diener befreite. Wir haben hier ein Wunder, das mit dem in Kapitel 3 vergleichbar ist. Gott hat in seiner Schöpfung eine bestimmte Ordnung festgelegt, ob es nun die Wirkung des Feuers betrifft oder das Verhalten von wilden Tieren. Das Feuer verbrennt sowohl Kleider als auch den menschlichen Körper, der damit bedeckt ist. Hungrige wilde Tiere werden sich ausnahmslos auf ihre Beute stürzen und sie verschlingen. Wenn es aber Gott gefällt, kann Er, der diese Ordnung eingesetzt hat, sie jederzeit aufheben. In beiden Fällen hat Er es getan. Auf die gleiche wunderbare Weise wie Er die Wirkung des Feuers aufhob, hält Er hier die Löwen im Zaum.

    In Daniel 6 sehen wir nicht nur, wie Daniel befreit wird, sondern auch das Gericht, das die bösen Männer traf, die sich gegen ihn verschworen hatten. Sie und ihre Familien erlitten das gleiche Schicksal, das sie Daniel zugedacht hatten. Der König selbst, den sie durch dieses böse Gesetz irregeführt hatten, verordnete es.
    Der Schluss des Kapitels zeigt uns die heilsame Wirkung, die dieser Vorfall auf die Gesinnung des Darius hatte. Sein Bekenntnis und sein Erlass, die er im ganzen Königreich verbreiten ließ, haben viel Ähnlichkeit mit dem Edikt Nebukadnezars. Doch hier, im zweiten der vier großen Weltreiche, ergeht die Verordnung zur Anerkennung Gottes an alle Menschen. Er wird nicht nur «der Gott Daniels», sondern «der lebendige Gott und er besteht in Ewigkeit» genannt. Es war nicht die Zeit, da Gottes Liebe geoffenbart wurde, sondern seine Macht. Allen Menschen unter der Herrschaft Darius wurde geboten, zu «beben und sich zu fürchten» vor Ihm.
    Lasst uns die beiden gegensätzlichen Verordnungen in den Versen 8 und 26 beachten. Beide wurden in einem Reiche erlassen, das weder Änderung noch Aufhebung eines Gesetzes erlaubte, und doch standen sie im Widerspruch zueinander. Die erste wurde ungültig gemacht bezüglich ihrer Strafe. Die zweite wurde bald aufgehoben durch ihre Nichterfüllung. Die weitere Geschichte dieses Weltreiches zeigt, dass die Menschen nicht zitterten und sich nicht fürchteten vor dem lebendigen Gott. Und doch war es ihnen befohlen worden. Kein Reich kann Gesetze erlassen in göttlichen Dingen. So wurde auch dieses «Gesetz der Meder und Perser» bald nicht mehr beachtet und allgemein gebrochen. Wir sehen das z.B. im Buch Esther.

  31. Juleam 27. September 2009 um 16:59 Link zum Kommentar

    Daniel 4 – 6

    Daniel 4:7-8

    Da traten die Magie treibenden Priester, die Beschwörer, die Chaldạ̈er und die Astrologen herein; und ich sagte vor ihnen, was der Traum war, aber seine Deutung gaben sie mir nicht bekannt. 8 Und zuletzt kam Daniel vor mich, dessen Name Beltschạzzar ist, nach dem Namen meines Gottes, und in dem der Geist der heiligen Götter ist; und vor ihm sagte ich, was der Traum war:

    In Babylon waren 4 treue Anbeter Jehovas, die namentlich in der Bibel erwähnt werden.

    Die drei Jugenlichen werden im Zusammenhang mit außerordentlicher Treue und Loyalität Jehova gegenüber erwähnt – wobei Daniel dann unerwähnt bleibt.

    Daniel hingegen wird immer im Zusammenhang mit der Deutung irgendwelcher Träume von Nebukadnezar erwähnt.

    Es wird immer erwähnt, dass der König alle Weisen kommen lässt (zu denen laut den ersten Versen von Kaitel 1 auch die drei anderen Jugendlichen zählen mùssten?). Aber nur Daniel konnte die Träume deuten.

    Scheinbar hatte Jehova sich unter den vier jungen Leuten einen ganz speziell für diese Aufgabe ausgewählt.

    Warum ausgerechnet Daniel???

    Jehova sagt von allen vieren, dass sie ihm gegenüber außergewöhnlich treu und loyal sind.

    Was also machte Daniel so geeignet für die Aufgabe?

  32. Juleam 27. September 2009 um 17:00 Link zum Kommentar

    Daniel 4:9

    ‚O Beltschạzzar, du Oberster der Magie treibenden Priester — weil ich selbst wohl weiß, daß der Geist der heiligen Götter in dir ist und daß es überhaupt kein Geheimnis gibt, das dir Mühe macht, teil [mir] die Visionen meines Traumes mit, die ich gesehen habe, und seine Deutung.

    Hallo?

    Daniel war der Oberste der Magie treibenden Priester?

    Widerspricht das nicht dem göttlichen Gebot, das den Israeliten gegeben wurde, dass „sich niemand unter ihnen befinden sollte“, der sich mit so etwas beschäftigt?

    Oder wie soll ich diesen Vers verstehen?

  33. Juleam 27. September 2009 um 17:02 Link zum Kommentar

    Daniel 4:19-27

    Sodann war Daniel selbst, dessen Name Beltschạzzar ist, einen Augenblick lang entsetzt, und schon seine Gedanken begannen ihn zu erschrecken.

    Der König ergriff das Wort und sprach: ‚O Beltschạzzar, laß den Traum und die Deutung selbst dich nicht erschrecken.‘

    Beltschạzzar antwortete und sagte: ‚O mein Herr, möge der Traum denen [gelten], die dich hassen, und seine Deutung deinen Widersachern.

    20 Der Baum, den du erblicktest, der groß und stark wurde und dessen Höhe schließlich die Himmel erreichte und der für die ganze Erde sichtbar war 21 und dessen Laub schön und dessen Frucht reichlich war und an dem es Nahrung für alle gab, unter dem die Tiere des Feldes wohnten und auf dessen Zweigen die Vögel der Himmel weilten, 22 der bist du, o König, denn du bist groß und stark geworden, und deine Größe hat sehr zugenommen und hat bis zu den Himmeln gereicht und deine Herrschaft bis an das äußerste Ende der Erde.

    23 Und daß der König einen Wächter erblickte, ja einen Heiligen, der von den Himmeln herabkam, der auch sprach: „Haut den Baum um, und verderbt ihn. Aber seinen Wurzelstock, den laßt in der Erde, doch mit einem Band aus Eisen und aus Kupfer, im Gras des Feldes, und mit dem Tau der Himmel werde er benetzt, und mit den Tieren des Feldes sei sein Teil, bis sieben Zeiten selbst über ihm vergehen“, 24 das ist die Deutung, o König, und die Verordnung des Höchsten ist das, was meinem Herrn, dem König, widerfahren soll. 25 Und man wird dich von den Menschen vertreiben, und bei den Tieren des Feldes wird schließlich deine Wohnung sein, und Pflanzen wird man auch dir zu essen geben so wie Stieren; und mit dem Tau der Himmel wirst du selbst benetzt werden, und sieben Zeiten werden über dir vergehen, bis du erkennst, daß der Höchste [der] Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will.

    26 Und daß man sprach, den Wurzelstock des Baumes [solle man] belassen: Dein Königreich wird dir sicher sein, sobald du erkannt hast, daß die Himmel herrschen. 27 Darum, o König, möge dir mein Rat gut scheinen, und entferne deine eigenen Sünden durch Gerechtigkeit und deine Missetat dadurch, daß du Armen Barmherzigkeit erweist. Vielleicht wird dein Wohlergehen länger dauern.‘ “

    vielleicht ist dies ja der Grund, warum Jehova ausgerechnet Daniel auswählte, um die Träume zu deuten?

    Es ist schon schwer genug, einem königlichen Gebot zu trotzen, auch wenn man dabei zu dritt ist und sich gegenseitig stärkt.

    Aber allein einem König gegenüber zu treten und ihm Gottes Urteil ins Gesicht zu sagen?

    Musste Daniel nicht damit rechnen, dass der König ihn ergreifen und töten lässt?

    Daniel war wirklich ein sehr mutiger Mann!

  34. Juleam 27. September 2009 um 17:05 Link zum Kommentar

    Daniel 4:29-33

    All dies widerfuhr Nebukadnẹzar, dem König.

    29 Am Ende von zwölf Mondmonaten wandelte er gerade auf dem Königspalast von Babylon. 30 Der König ergriff das Wort und sprach: „Ist das nicht Babylon die Große, die ich selbst für das Königshaus mit der Stärke meiner Macht und für die Würde meiner Majestät gebaut habe?“

    31 Während das Wort noch im Mund des Königs war, da fiel eine Stimme von den Himmeln her ein: „Dir wird gesagt, o König Nebukadnẹzar: ‚Das Königreich selbst ist von dir gewichen, 32 und von den Menschen treibt man dich sogar weg, und bei den Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein. Pflanzen wird man auch dir zu essen geben so wie Stieren, und sieben Zeiten, sie werden über dir vergehen, bis du erkennst, daß der Höchste [der] Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will.‘ “

    33 In demselben Augenblick erfüllte sich an Nebukadnẹzar das Wort selbst, und aus der Menschheit wurde er vertrieben, und Pflanzen begann er zu essen so wie Stiere, und mit dem Tau der Himmel wurde sein eigener Leib benetzt, bis sogar sein Haar so lang wuchs wie Adler[federn] und seine Nägel wie Vogel[krallen].

    die Prophezeiung erfüllt sich

    Daniel 4:34-37

    34 „Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnẹzar, meine Augen zu den Himmeln, und mein Verstand, er begann zu mir zurückzukehren; und den Höchsten segnete ich, und den auf unabsehbare Zeit Lebenden pries und verherrlichte ich, weil seine Herrschaft eine Herrschaft auf unabsehbare Zeit ist und sein Königreich Generation um Generation [währt]. 35 Und alle Bewohner der Erde werden als bloßes Nichts geachtet, und er tut nach seinem eigenen Willen inmitten des Heeres der Himmel und der Bewohner der Erde. Und es existiert keiner, der seiner Hand wehren oder der zu ihm sprechen kann: ‚Was hast du getan?‘

    36 Zu derselben Zeit begann mein Verstand selbst zu mir zurückzukehren, und für die Würde meines Königreiches begannen meine Majestät und mein Glanz zu mir zurückzukehren; und eifrig begannen auch meine hohen königlichen Beamten und meine Großen, nach mir zu suchen, und über mein Königreich wurde ich wiedereingesetzt, und außergewöhnliche Größe wurde mir hinzugefügt.

    37 Nun preise ich, Nebukadnẹzar, und erhebe und verherrliche den König der Himmel, weil all seine Werke Wahrheit und seine Wege Gerechtigkeit sind und weil er die, die in Stolz wandeln, erniedrigen kann.“

    hatte Nebukadnezar aus dem Erlebten gelernt?

    Mir gefällt hier, dass er nicht losschimpft „wie ein Rohrspatz“ und sich über die in seinen Augen ungerechte Behandlung beschwert, sondern Jehova preist und anordnet, dass auch alle anderen IHN loben und preisen sollen.

    Können wir uns vorstellen, wie sehr ihn doch die Erkenntnis gedemütigt hat, dass er eine lange Zeit wie ein Tier – ungepflegt und ohne jeglichen Verstand – abseits von seinem Volk und seinen Freunden vegetiert hatte?

  35. Juleam 27. September 2009 um 17:07 Link zum Kommentar

    Daniel 5:1-4

    Was Belsạzar, den König, betrifft, er machte ein großes Festmahl für tausend seiner Großen, und vor den tausend trank er Wein. 2 Unter dem Einfluß des Weins sprach Belsạzar, [man solle] die Gefäße aus Gold und aus Silber hereinbringen, die Nebukadnẹzar, sein Vater, aus dem Tempel, der in Jerusalem war, weggenommen hatte, damit daraus der König und seine Großen, seine Konkubinen und seine Zweitfrauen trinken könnten. 3 Zur selben Zeit brachte man die Gefäße aus Gold herein, die man aus dem Tempel des Hauses Gottes weggenommen hatte, das in Jerusalem war, und der König und seine Großen, seine Konkubinen und seine Zweitfrauen tranken daraus. 4 Sie tranken Wein, und sie priesen die Götter aus Gold und aus Silber, Kupfer, Eisen, Holz und Stein.

    was für ein Frevel!

    Nicht nur, dass sie die heiligen Geräte aus Jehovas Tempel gestohlen und mitgenommen hatten – nun trank der König noch mit seinen Konubinen bei einer wilden Orgie daraus.

    Voraussehbar, wie Jehova darüber dachte.

    Und die Strafe folgt auch gleich auf dem Fuße!

    Könnte es sein, dass auch wir dem König gleichen – obwohl wir doch Zeugen Jehovas sind und regelmässig die Zusammenkünfte besuchen?

    Wann und wie?

    Schon mal darüber nachgedacht?

  36. Juleam 27. September 2009 um 17:11 Link zum Kommentar

    Daniel 5:16-17

    Und ich selbst habe über dich gehört, daß du Deutungen geben und sogar Knoten lösen kannst. Nun, wenn du die Schrift lesen und mir ihre wahre Deutung bekanntgeben kannst, wirst du mit Purpur bekleidet werden, mit einer Halskette aus Gold um deinen Hals, und als der Dritte im Königreich wirst du herrschen.“

    17 Da antwortete Daniel und sagte vor dem König: „Deine Gaben mögen dir selbst verbleiben, und deine Geschenke gib du anderen. Doch die Schrift werde ich dem König lesen, und die Deutung werde ich ihm bekanntgeben.

    Daniel war nicht nur sehr demütig, sondern auch sehr bescheiden – er lehnte die großzügige Bezahlung ab. Warum?

    Weil er wusste, dass seine Begabung und Fähigkeit von Gott kommt und dass man sowas nicht kaufen kann.

    Gottes Sohn – Jesus Christus – sagte später „kostenfrei habt ihr empfangen, kostenfrei gebt“

    Wie steht es mit uns?

    Bereichern wir uns vielleicht auf Kosten unserer Brüder- indem wir vielleicht Dinge, die wir kostenlos erhalten haben, an sie verkaufen?

    Ich erinnere mich an unsere damalige Zeit im Forum, wo wir den Brüdern alle möglichen Vorträge und Kongresse kostenfrei zum Download zur Verfügung gestellt hatten – und das, obwohl die Kosten für unseren privaten Server, auf dem wir sie liegen hatten, nicht unerheblich waren.

    Könnt ihr euch vorstellen, wie entsetzt und irritiert wir waren, als wir hörten, dass einer der Brüder im Forum die anderen angeschrieben hatte, dass sie diese Dateien bei ihm auf CD kaufen konnten?

    Wir haben auf dem Sommerkongress wieder mal gehört, dass man wohl Aufnahmen für den privaten Gebrauch und für diejenigen, die wegen Krankheit nicht anwesend sein können machen darf, aber dass es nicht erwünscht ist, dass diese Aufnahmen im Internet verbreitet werden!

    Nanu? Heisst das, dass solche Aufnahmen nicht mehr in einem geschlossenen Forum in dem sich nur Brüder bewegen zur Verfügung gestellt werden dürfen? Das wäre ja echt schade, denn viele sind regelmäßig gekommen und haben sich die Dateien von Vorträgen und Kongressen kostenfrei herunter geladen, um sie auf dem Weg zur Arbeit (oder auch bei der Hausarbeit) zu hören und somit diese Zeit sinnvoll auszukaufen.

    Sollte dies wirklich mit dieser Ansage vor Programmbeginn bezweckt werden?

    Oder geht es hier eher um das „kostenfrei habt ihr empfangen – kostenfrei gebt“?

    Vielleicht ist es den verantwortlichen Brüdern inzwischen ja auch zu Ohren gekommen, dass anscheinend einige Brüder damit Geschäfte machen und die Aufnahmen von Vorträgen und Kongressen verkaufen?

    Sind wir wie Daniel? Bescheiden und demütig und geben Gott die Ehre für das, das wir anderen geben können?

    Wollen wir unseren Brüdern voller Liebe und Hingabe dienen – oder uns an ihnen bereichern?

    Wo stehen wir?

    Wie sieht Jehova uns?

  37. Juleam 27. September 2009 um 17:13 Link zum Kommentar

    Daniel 5:18-21

    Was dich betrifft, o König, Gott, der Höchste, selbst gab Nebukadnẹzar, deinem Vater, das Königtum und die Größe und die Würde und die Majestät. 19 Und wegen der Größe, die ER ihm gab, erwies es sich, daß alle Völker, Völkerschaften und Sprachen bebten und vor ihm Furcht zeigten. Wen er gerade wollte, tötete er; und wen er gerade wollte, schlug er; und wen er gerade wollte, erhöhte er; und wen er gerade wollte, erniedrigte er. 20 Als aber sein Herz hochmütig wurde und sein eigener Geist sich verhärtete, so daß er vermessen handelte, wurde er vom Thron seines Königreiches heruntergeholt, und seine Würde wurde ihm genommen. 21 Und hinweg von den Menschensöhnen wurde er getrieben, und sein Herz, es wurde dem eines Tieres gleichgemacht, und bei den Wildeseln war seine Wohnung. Pflanzen gab man ihm jeweils zu essen so wie Stieren, und mit dem Tau der Himmel wurde sein eigener Leib benetzt, bis er erkannte, daß Gott, der Höchste, Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er darüber setzt, wen er will.

    was können wir für uns daraus lernen, wie Jehova mit Nebkadnezar verfuhr?

    Ist es vielleicht für Jehova an der Zeit, auch uns zu demütigen und zu erniedrigen, „uns von unserem hohen Ross herunter zu holen“ – weil wir uns für etwas Besseres halten oder gar denken, wir könnten ohne IHN auskommen?

    Wie sieht Jehova uns?

    Haben wir aus den Erfahrungen Nebukadnezars gelernt?

    Daniel 5:22-23

    22 Und was dich, seinen Sohn Belsạzar, betrifft, du hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du all dies wußtest. 23 Sondern gegen den Herrn der Himmel hast du dich erhoben, und man brachte sogar die Gefäße seines Hauses vor dich; und du selbst und deine Großen, deine Konkubinen und deine Zweitfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken, und Götter aus Silber und aus Gold, Kupfer, Eisen, Holz und Stein, die nichts sehen oder nichts hören oder nichts wissen, hast du gepriesen; aber den Gott, in dessen Hand dein Odem ist und dem alle deine Wege gehören, hast du nicht verherrlicht.

    oder gleichen wir eher seinem Sohn?

  38. Juleam 27. September 2009 um 17:16 Link zum Kommentar

    Daniel 5:29

    Sodann gebot Belsạzar, und man bekleidete Daniel mit Purpur, mit einer Halskette aus Gold um seinen Hals; und man rief öffentlich über ihn aus, daß er der dritte Herrscher im Königreich werden solle.

    trotzdem „Hut ab vor dem König“, denn seine Reaktion ist toll!

    Versetzen wir uns mal in seine Lage: da kommt so ein Ausländer daher und sagt ihm vor versammelter Festgesellschaft, dass sein Handeln schlecht und Unrecht ist.

    Wie hätten wir an seiner Stelle reagiert?

    Wie reagieren wir, wenn uns ein Bruder anhand der Bibel zeigt, dass das, was wir da gerade tun, nicht richtig ist und Jehova nicht gefällt?

    Nehmen wir den Rat an, oder beschimpfen wir ihn und sagen sogar zu anderen, er würde uns mit dem Tode bedrohen – weil er uns in der Bibel gezeigt hat, dass Jehova Menschen, die so handeln wie ich gerade, vernichten wird?

    „Ja, aber das ist ja was ganz anderes! Hier in dem Vers hat ja Jehova selbst das Urteil gesprochen. Da konnte der König ja nichts tun“.

    Aber wenn ich dir in der Bibel zeige, dass Jehova Hurer und Ehebrecher richten und vernichten wird und all jene, die andere verleumden, falsch anklagen oder Rufmord begehen – spricht dann nicht Jehova zu dir?

    Glaubst du etwa nicht, dass die Bibel Gottes Wort ist? Dass ER durch sie mit uns spricht?

    Ja, wie reagieren wir auf Rat oder Kritik anhand der Bbel?

    Nehmen wir den Rat demütig und dankbar an und ändern wir unser Verhalten wieder in die richtige Richtung?

    Oder denken wir „das get dich garnichts an, fass dir mal lieber an deine eigene Nase“ und werfen wir dann vielleicht sogar noch massenhaft Dreck nach dem, der uns so kritisiert – um von unserem eigenen falschen Verhalten abzulenken?

    Machen wir uns bitte nichts vor: dadurch verbessern wir unsere Situation nicht!

    Es würde nichts daran ändern, dass unser Verhalten verkehrt ist und uns Jehova dafür verurteilt!!!!!

  39. Juleam 27. September 2009 um 17:21 Link zum Kommentar

    Daniel 6:1-5

    Es schien Darịus gut, und er setzte über das Königreich einhundertzwanzig Satrạpen, die über das ganze Königreich sein sollten, 2 und über sie drei hohe Beamte, von denen Daniel einer war, damit diese Satrạpen ihnen fortwährend den Bericht ablegten und der König selbst nicht zum Verlierer würde. 3 Dann zeichnete sich dieser Daniel vor den hohen Beamten und den Satrạpen beständig aus, da ein außergewöhnlicher Geist in ihm war; und der König beabsichtigte, ihn über das ganze Königreich zu erhöhen.

    4 Zu jener Zeit suchten die hohen Beamten und die Satrạpen selbst fortwährend, einen Vorwand gegen Daniel hinsichtlich des Königreiches zu finden; aber da war überhaupt kein Vorwand noch gar etwas Korruptes, was sie hätten finden können, da er vertrauenswürdig war und sich an ihm überhaupt keine Nachlässigkeit und gar nichts Korruptes fand. 5 Demzufolge sprachen diese kräftigen Männer: „Wir werden an diesem Daniel überhaupt keinen Vorwand finden, es sei denn, wir müssen [ihn] im Gesetz seines Gottes gegen ihn finden.“

    Erfolg und Ansehen rufen Neid hervor!

    Manchmal kann es leider auch passieren, dass einige ihren Brüdern das gute Verhältnis zu Jehova und seinen ganz offensichtlichen Segen neiden. Das ist sehr sehr schade!

    Ganz besonders Brüder, die sich sehr eng an Jehova, seine Organisation und seine Maßstäbe halten sind scheinbar ein besonders beliebtes Angriffziel.

    Von wem und warum?

    Meist sind die Angreifer welche von denen, die sich am äußersten Rand bewegen und die Grenzen immer weiter ausreizen, wie weit sie noch gehen können, ohne dass es für sie theokratische Konsequenzen hat.

    Aber warum greifen diese dann diejenigen an, die sich ganz eng im innersten Kreis aufhalten und immer gucken, wie sie sich noch näher an Jehova halten können und wie sie seine Maßstäbe noch besser im alltäglichen Leben umsetzen können?

    Weil deren Verhalten sie beschämt. Sie leben ja nach der Devise „man muss nicht alles so eng sehen“ und „du darfst alles tun, du darfst dich nur nicht erwischen lassen“ und wenn sie mal doch jemand auf ihren schlechten Wandel anspricht, dann sagen sie „ja, man kann die Gebote ja garnicht so genau halten, wir sind doch unvollkommen und da erwartet Jehova das ja garnicht und das geht ja auch garnicht so„.

    Und wenn man sie dann auf diejenigen hinweist, die das aber tun, dann klagt deren gutes Verhalten sie ja an, denn es zeigt, dass es nicht unmöglich ist – wenn man nur will,

    Solche Personen, die sich am äußersten Rand bewegen – wie wir auf dem Kongress gehört haben „Fake Zeugen Jehovas“ – haben ihre helle Freude daran, die „extremen“ zu Fall zu bringen.

    Leider schrecken solche dann auch nicht davor zurück, sie in Situationen zu bringen, wo es ihnen zum Strick wird, dass sie sich auch weiterhin an die Maßstäbe Jehovas halten.

    Damit wollen sie bewirken, dass wir auch – genau wie sie – die Maßstäbe Jeovas übertreten, damit wir wieder Boden unter den Füßen gewinnen. Denn wir wissen ja, dass die Zeit der Wunder vorbei ist und Jehova uns nicht durch ein Wunder vor Prùfungen bewahrt oder uns durch ein Wunder daraus befreit.

    Wie werden wir in so einer Situation reagieren?

    Wie sieht Jehova solche Personen, die alles daran setzen um andere zu Fall zu bringen?

    Wie sieht Jehova mich, wenn ich vorgebe, seine Anbeterin zu sein – aber dann ganz bewusst und gezielt daran arbeite, meinen Bruder in eine schier unerträgliche Situation zu bringen, aus der er sich aber leicht befreien könnte, wenn er nur SEINE Gebote brechen würde?

    Als wessen Werkzeug erweise ich mich dann damit?

    Bin ich dann wirklich ein Anbeter Jehovas – oder welchem Gott diene ich mit so einem Verhalten in Wirklichkeit?

  40. Juleam 27. September 2009 um 17:27 Link zum Kommentar

    Daniel 6:6-9

    Demgemäß drängten sich diese hohen Beamten und Satrạpen selbst zum König hinein, und dies ist, was sie zu ihm sprachen: „O Darịus, du König, lebe weiterhin, ja auf unabsehbare Zeiten. 7 Alle hohen Beamten des Königreiches, die Präfekten und die Satrạpen, die hohen königlichen Beamten und die Statthalter, haben sich zusammen beraten, eine königliche Satzung aufzustellen und ein Verbot in Kraft zu setzen, daß, wer immer im Laufe von dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen stellt außer an dich, o König, in die Löwengrube geworfen werden sollte. 8 Nun, o König, mögest du die Satzung aufstellen und die Schrift unterzeichnen, damit [sie] nicht geändert werde, nach dem Gesetz der Meder und Perser, das nicht aufgehoben wird.“

    9 In Übereinstimmung damit unterzeichnete König Darịus selbst die Schrift und das Verbot.

    haben diese Verräter offen gesagt, was sie wollten?

    War es nicht unverschämt zu behaupten, dass sie sich mit allen besprochen hätten und es ein einstimmiger Wunsch ist?

    Ist uns aufgefallen, dass sie den König manipulieren wollten?

    Sie machten ihm etwas vor, tischten ihm eine faustdicke Lüge auf, damit er sich für ihre Zwecke einspannen ließ – ohne es überhaupt zu bemerken!

    Handeln wir ebenso?

    Sind wir ebenso „raffiniert“, dass wir andere für unsere bösartigen Zwecke einspannen, ohne dass diese es überhaupt merken?

    Wie war das noch mal mit den „guten Freunden“ und den „schlechten Freunden“?

    “Es gibt echte Freunde und es gibt falsche Freunde.

    Für einen echten Freund ist man bereit, sich zerschlagen zu lassen, wie die Bibel das sagt oder sogar für ihn zu sterben. Echte Freunde sind loyal zueinander.

    Falsche Freunde dagegen haben eigentlich nur ihre eigenen Interessen im Auge. Sie möchten durch eine Freundschaft eigentlich nurjemand an sich binden, beeinflussen oder sogar beherrschen. Dafür erschleichen sie sich ihre Freundchaft. Hinterlistig geben sie sich als Freunde aus, doch in Wirklichkeit sind sie eigennützig. Um ihr Ziel zu erreichen, versuchen falsche Freunde immer auch, andere Freundschaften zu zerstören. Wie? Durch Intrigen und Verleumdungen. Deshalb zwingen sie oft ihre sogenannten Frende zu einer Entscheidung. Gern spielen sie auch beide Freunde gegeneinander aus.

    Und jetzt muss sich der Einzelne entscheiden: wer ist wirklich mein echter Freund?

    Für welchen Freund würden wir uns zerschlagen lassen oder sogar sterben?”

    Auf wen bezog sich nochmal die Beschreibung der Freunde, die so „raffiniert“ sind, andere für sich und ihre Ziele einzuspannen?

    Im Prinzip gibt es Menschen, die nur so tun, als wären sie unsere Frende Aber dies hat nichts mit uns zu tun, sondern sie benutzen “unsere Freundschaft” nur um selbst weiterzukommen oder anderen zu schaden. Sie sind in keiner Form an uns als Person interessiert oder an unseren Gefühlen oder an unserem Wohlergehen. Es geht ihnen immer nur um sich selbst und wie sie selbst vor anderen dastehen. Sie spielen mit anderen Menschen.

    Ein solcher falscher Freund ist Satan, der hier immer wieder “über Leichen geht”.

    Ein Umkehrschluss daraus: Menschen die sich so benehmen wie oben beschrieben – wessen Geistes Kind sind sie?

    Als welchen Freund erweise ich mich?
    Wie sieht Jehova mich?

    Wie sieht mich Jehova eigentlich, wenn ich so ein „wunderbar raffinierter“ Mensch bin?

    Wie ging die Geschichte hier mit den „netten Menschen“ aus, die ja dem König nur einen Gefallen tun wollten und ja „ach so lieb“ sind?

    Ist mir das egal?

  41. Juleam 27. September 2009 um 17:30 Link zum Kommentar

    Daniel 6:10-11

    Sobald aber Daniel wußte, daß die Schrift unterzeichnet worden war, ging er in sein Haus, und während die Fenster in seinem Dachgemach für ihn nach Jerusalem hin offen waren, kniete er sich sogar dreimal am Tag auf seine Knie und betete und brachte Lobpreis dar vor seinem Gott, wie er es zuvor regelmäßig getan hatte. 11 Zu jener Zeit drängten sich diese kräftigen Männer hinein und fanden Daniel bittend und um Gunst flehend vor seinem Gott.

    ließ sich Daniel von ihnen einschüchtern?

    Wusste er vielleicht nicht, dass sie es auf ihn abgesehen hatten und nur darauf warteten, dass sie ihn „erwischen konnten“?

    Musste er das mit dem Gebet so aufällig machen?

    Konnte er nicht einfach für die Zeit des Erlasses in seiner Innenkammer tun? Was hätte das denn schon geschadet? Er hätte ja weiterhin gebetet und Jehova hätte doch sicherlich Verstandnis gehabt, oder?

    Also warum musste er so offensichtlich beten – wo doch vorprogrammiert war, dass sie ihn erwischen und „ans Messer liefern würden“?

    Welchen Eindruck hätte es denn erweckt, wenn er nun nicht mehr wie gewohnt gebetet hätte, sondern sich dazu in seine Innenkammer zurückgezogen hätte?

    Lassen wir uns einschüchtern? Geben wir dem Druck nach?

    Daniel betete auch weiterhin ganz offen wie gewohnt – weil er wollte, dass niemand denkt, er habe erreicht, dass er sich von seinem Gott abgewandt hätte.

    Aus einem ähnlichen Grund habe ich meinen Vornamen nach meiner Hochzeit auf Jule JARIBA ändern lassen.

    Alle sollen sehen, dass man uns zwar ganz massiv schaden konnte, aber eins haben die Schadenstifter nicht erreicht und werden sie auch niemals erreichen: dass wir uns von unsere wundervollen Gott Jehova abwenden.

    Dafür stehe ich mit meinem Namen:
    Jariba (Jehova hat meinen Rechtsfall geführt)!

  42. Juleam 27. September 2009 um 17:32 Link zum Kommentar

    Daniel 6:12-14

    Dann war es, daß sie sich nahten und vor dem König wegen des Verbots des Königs sagten: „Gibt es nicht ein Verbot, das du unterzeichnet hast, daß irgendein Mensch, der im Laufe von dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, außer an dich, o König, in die Löwengrube geworfen werden sollte?“ Der König antwortete und sprach: „Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das nicht aufgehoben wird.“ 13 Sogleich antworteten sie, und sie sagten vor dem König: „Daniel, der von den Weggeführten aus Juda ist, hat dir keine Beachtung geschenkt, o König, noch dem Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern dreimal am Tag äußert er seine Bitte.“ 14 Sobald daher der König das Wort hörte, mißfiel es ihm sehr, und er richtete [seinen] Sinn auf Daniel, um ihn zu befreien; und bis zum Untergang der Sonne bemühte er sich ständig, ihn zu befreien.

    als der König merkt, dass sie ihn ausgetrickst und für ihre Zwecke mißbraucht haben, wird er ganz betroffen und überlegt, wie er das wieder gut machen und Daniel helfen kann.

    Wie reagieren wir, wenn wir erkennen, dass uns jemand manipuliert hat und damit einem anderen Menschen sehr geschadet hat?

    Lassen wir es dabei bewenden und denken „naja, passiert ist nun mal passiert. Zwar schade, aber nicht mehr zu ändern“?

    Oder suchen wir nach Möglichkeiten, den bereits entstandenen Schaden wieder gut zu machen?

    Was, wenn wir merken, dass wir einem Lügner aufgesessen sind und dass die Grundlage für ein hartes Urteil, das wir gesprochen haben, nur Lügenmärchen sind?

    Warten wir dann, bis der Verurteilte auf mich zukommt und uns bittet, das Fehlurteil noch mal zu überdenken?

    Oder unternemen wir selbst von uns aus die nötigen Schritte um das Unrecht wieder gut zu machen, weil unser Herz aufrichtige Reue empfindet und uns dazu drängt?

    Wie denkt wohl Jehova über mich?

  43. Juleam 27. September 2009 um 17:34 Link zum Kommentar

    Daniel 6:15-18

    Schließlich drängten sich diese kräftigen Männer selbst zum König hinein, und sie sprachen zum König: „Beachte, o König, daß es bei den Medern und Persern Gesetz ist, daß irgendein Verbot oder [eine] Satzung, die der König selbst festlegt, nicht geändert werden darf.“

    16 Demgemäß gebot der König selbst, und man brachte Daniel und warf ihn in die Löwengrube. Der König antwortete und sagte zu Daniel: „Dein Gott, dem du mit Beharrlichkeit dienst, er selbst wird dich befreien.“ 17 Und ein Stein wurde gebracht und auf die Öffnung der Grube gelegt, und der König versiegelte ihn mit seinem Siegelring und mit dem Siegelring seiner Großen, damit im Fall Daniels nichts geändert werde.

    18 Dann ging der König in seinen Palast und verbrachte die Nacht fastend, und keine Musikinstrumente wurden vor ihn hereingebracht, und sein Schlaf selbst floh ihn.

    was, wenn wir bemerken, dass es nicht in unserer Macht steht, das Unrecht wieder gut zu machen?

    Beten wir dann für den Betreffenden, dass er nicht aufgeben möge und dass Jehova ihm die Kraft gibt, die schlimme Lage zu ertragen?

    Oder ist uns das egal, weil wir eh nichts Konkretes tun können?

  44. Juleam 27. September 2009 um 17:35 Link zum Kommentar

    Erkenntnis allein reicht nicht aus

    Zu welcher Erkenntnis kam Nebukadnezar, nachdem ihn Jehova von seiner Geisteskrankheit geheilt hatte?

    Er segnete Jehova als den Höchsten, erkannte an, dass Jehova der Höchste souveräne Herrscher im Königreich der Menschheit ist (Daniel 4:34-35).

    Aber er hatte schon vorher anerkannt, dass es keinen Gott gibt, wie Jehova. Einmal nach dem Daniel ihm mit Jehovas Hilfe den Traum vom Standbild gedeutet hatte und dann, als die drei jungen Hebräer unversehrt aus dem Feuerofen kamen.

    Zu wissen, dass Jehova existiert hat noch lange nichts damit zu tun, ihm zu dienen.

    Ähnliches erleben wir immer wieder im Predigtdienst. Es gibt viele Leute, die sich gern mit uns unterhalten oder sogar über längere Zeit die Bibel mit uns studieren. Auch sie sagen oft „ich weiß, dass es die Wahrheit ist“, aber sie sind nicht bereit, entsprechend zu handeln.

    Fragen auch wir uns:
    „Bete ich Jehova wirklich so an, wie er es möchte? Oder erkenne ich die Wahrheit nur an und mache trotzdem was ich will?“

  45. Juleam 27. September 2009 um 17:38 Link zum Kommentar

    Daniel 6:19-22

    Schließlich stand der König dann bei der Morgendämmerung, bei Tageslicht, auf, und eilends ging er geradewegs zur Löwengrube. 20 Und als er an die Grube herankam, rief er mit trauriger Stimme, ja nach Daniel. Der König ergriff das Wort und sprach zu Daniel: „O Daniel, Diener des lebendigen Gottes, hat dein Gott, dem du mit Beharrlichkeit dienst, dich von den Löwen befreien können?“ 21 Daniel redete sogleich mit dem König selbst: „O König, lebe weiterhin, ja auf unabsehbare Zeiten! 22 Mein eigener Gott hat seinen Engel gesandt und das Maul der Löwen verschlossen, und sie haben mich nicht ins Verderben gebracht, da ja vor ihm Unschuld selbst an mir gefunden wurde; und auch vor dir, o König, habe ich keine verletzende Handlung begangen.“

    der König hatte keine ruhige Minute, so sehr hatte er sich um Daniel gesorgt.

    Nun hatte also Jehova eingegriffen und Daniel aus der schlimmen Lage befreit. War damit wieder alles in Ordnung für den König?

    Daniel 6:23

    23 Da wurde der König selbst sehr froh, und er gebot, Daniel aus der Grube heraufzuheben. Und Daniel wurde aus der Grube heraufgehoben, und es fand sich überhaupt keine Verletzung an ihm, weil er auf seinen Gott vertraut hatte.

  46. Juleam 27. September 2009 um 17:40 Link zum Kommentar

    Daniel 6:24

    Und der König gebot, und man brachte jene kräftigen Männer, die Daniel angeklagt hatten, und in die Löwengrube warf man sie, ihre Söhne und ihre Frauen; und sie hatten den Boden der Grube noch nicht erreicht, als die Löwen sich schon ihrer bemächtigten, und all ihre Gebeine zermalmten sie.

    wie wir sehen, lohnt Schaden stiften nicht wirklich, da man „seinen Erfolg“ nur eine kurze Weile genießen kann.

    Interessanterweise hat die Strafe, mit der der König die Intriganten straft, sehr viel mit Jehovas Art zu strafen gemeinsam.

    Warum?

    Wir haben nun schon mehrfach gelesen, dass Jehova über solche Menschen genau das bringt, was sie einem anderen zugedacht haben.

    Ob von dieser Geschichte der Ausspruch kommt „wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein“? 😉

  47. Juleam 27. September 2009 um 17:49 Link zum Kommentar

    Warum urteilte Jehova so hart über Belsazar, da ihm seine Sünde doch unter Alkoholeinfluss passierte?

    Weil Alkohol bei Jehova keine mildernden Umstände sind, sondern wir unter seinem Einfluss nur das tun, was wir wirklich machen würden.

    Deshalb erklärte der Bruder auch in dem Vortrag, aus dem die Veranschaulichung mit der Froschfalle entnommen ist, dass wir den Anfängen der Unsittlichkeit wehren sollten, damit wir nicht hinterher unter Alkoholeinfluss womöglich Hurerei begehen würden.

    Aber auch aus dem Grund, dass die Zeit reif war für Jehova, daher machte er kurz und schmerzlos die Aussage, dass Belsazar bei ihm für zu leicht befunden worden ist.

    Ein ähnlicher Gedanke kommt auch bei Absatz 22 zum Tragen, wo wir wieder an das Bibelleseprogramm der letzten Woche erinnert werden (Achtung, dieser Kommentar hier ist von Anfang 2006!).

    Dort hatten wir von dem einzigen treuen König – Josia gelesen, und dass Jehova trotz seiner guten Taten das Volk richtete. Man hätte sich hier fragen können, warum gerade jetzt? (2. Könige 24:3,4)

    Es ging hier nicht mehr darum, was die Menschen tun würden, das Fass war einfach übergelaufen und die von Jehova festgesetzte bestimmte Zeit war gekommen. Wir wissen, dass Jehova seinen Zeitplan immer einhält, egal was passierte und hier war es auch egal, wie die Menschen zu der Zeit waren. Die Zeit war einfach für Jehova abgelaufen.

    Es war nur noch eine Frage, welcher König auf dem Thron sitzen würde.

  48. Juleam 27. September 2009 um 23:14 Link zum Kommentar

    Daniel wurde in die Löwengrube geworfen und dort eine ganze Nacht mit den hungrigen Löwen eingesperrt. Aber ihm entstand keinerlei Schaden, denn ihm wurde kein Haar gekrümmt

    *** dp Kap. 8 S. 116-123 Abs. 6-20 Vor dem Rachen der Löwen bewahrt ***

    Daher verschworen sich diese neidischen Politiker untereinander. Sie suchten “einen Vorwand gegen Daniel hinsichtlich des Königreiches zu finden”. Vielleicht gäbe es irgend etwas an seiner Amtsführung auszusetzen? War er unehrlich? Die hohen Beamten und die Satrapen konnten bei der Erfüllung seiner Aufgaben keinerlei Nachlässigkeit und Korruption entdecken. Sie kamen zu dem Ergebnis: “Wir werden an diesem Daniel überhaupt keinen Vorwand finden, es sei denn, wir müssen ihn im Gesetz seines Gottes gegen ihn finden.” Und so schmiedeten diese verschlagenen Männer ein Komplott. Sie dachten, Daniel dadurch ein für allemal ausschalten zu können (Daniel 6:4, 5).

    DIE AUSFÜHRUNG EINES MORDPLANS

    7 Eine Gruppe von hohen Beamten und Satrapen wurde bei Darius vorstellig, ja ’sie drängten sich zu ihm hinein’. Dieser aramäische Ausdruck hat den Sinn von “lärmender Bewegung”. Anscheinend taten diese Männer so, als hätten sie Darius etwas ungemein Dringendes vorzutragen. Womöglich sagten sie sich, er werde ihrem Vorschlag wahrscheinlich mit weniger Skepsis begegnen, wenn sie ihn mit Überzeugung unterbreiteten und als etwas, was sofortiges Handeln erforderte. Daher erklärten sie ohne Umschweife: “Alle hohen Beamten des Königreiches, die Präfekten und die Satrapen, die hohen königlichen Beamten und die Statthalter, haben sich zusammen beraten, eine königliche Satzung aufzustellen und ein Verbot in Kraft zu setzen, daß, wer immer im Laufe von dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen stellt außer an dich, o König, in die Löwengrube geworfen werden sollte” (Daniel 6:6, 7).

    8 Wie Geschichtsberichte belegen, war es üblich, mesopotamische Könige als Götter zu betrachten und zu verehren. Daher fühlte sich Darius durch diesen Vorschlag zweifellos geschmeichelt. Vielleicht erkannte er auch eine recht praktische Seite darin. Bedenken wir, daß er für die Bewohner Babylons ein Ausländer war, der noch nicht lange dort lebte. Durch dieses neue Gesetz würde er sich als König etablieren, und die vielen Bewohner Babylons würden angeregt, dem neuen Regime offen ihre Loyalität und Unterstützung zu bezeugen. Die hohen Beamten und die Satrapen hatten aber bei dem Gesetzesvorschlag nicht etwa das Wohl des Königs im Auge. Ihr wahres Motiv bestand darin, Daniel eine Falle zu stellen, denn sie wußten von seiner Gewohnheit, täglich dreimal vor den offenen Fenstern seines Dachgemachs zu seinem Gott zu beten.

    9 Stellte diese Einschränkung in bezug auf das Gebet für alle religiösen Gruppen in Babylon eine Schwierigkeit dar? Nein, nicht unbedingt, und zwar besonders deshalb nicht, weil das Verbot nur einen Monat galt. Außerdem hielten es wohl nur wenige Nichtjuden für einen Kompromiß, wenn sie eine Zeitlang einem Menschen kultische Verehrung darbrachten. Ein Bibelgelehrter bemerkt: “Die Königsverehrung brachte für die götzendienerischste der Nationen keine fremdartigen Forderungen mit sich; und daher kamen die Babylonier, als sie aufgerufen wurden, dem Eroberer – Darius, dem Meder – die einem Gott zustehende Ehre zu erweisen, bereitwillig dieser Forderung nach. Nur der Jude widersetzte sich einer solchen Forderung.”

    10 Jedenfalls wurde Darius von seinen Besuchern dazu gedrängt, “die Satzung auf[zu]stellen und die Schrift [zu] unterzeichnen, damit sie nicht geändert werde, nach dem Gesetz der Meder und Perser, das nicht aufgehoben wird” (Daniel 6:8). Im alten Orient galt der Wille eines Königs häufig als etwas Absolutes. Dadurch konnte sich die Vorstellung halten, er sei unfehlbar. Selbst ein Gesetz, das zum Tod unschuldiger Menschen führen konnte, mußte in Kraft bleiben.

    11 Ohne an Daniel zu denken, unterzeichnete Darius den Erlaß (Daniel 6:9). Damit unterschrieb er unwissentlich das Todesurteil für seinen wertvollsten Beamten. Ja, Daniel sollte von diesem Erlaß mit Sicherheit nicht unberührt bleiben.

    DARIUS ZUR VERURTEILUNG GEZWUNGEN

    12 Daniel erfuhr zweifellos sehr bald von dem Gesetz über die Einschränkung des Gebets. Daraufhin begab er sich in sein Haus und betrat sein Dachgemach, wo die Fenster nach Jerusalem hin offen waren. Dort begann Daniel zu Gott zu beten, “wie er es zuvor regelmäßig getan hatte“. Vielleicht dachte er, er sei allein, aber die Verschwörer beobachteten ihn. Plötzlich ‘drängten sie sich hinein’ – zweifellos genauso erregt, wie sie sich an Darius gewandt hatten. Nun sahen sie mit eigenen Augen Daniel “bittend und um Gunst flehend vor seinem Gott” (Daniel 6:10, 11). Damit hatten die hohen Beamten und die Satrapen die nötigen Beweise in der Hand, um Daniel vor dem König anklagen zu können.

    13 In ihrer Verschlagenheit fragten Daniels Feinde Darius: “Gibt es nicht ein Verbot, das du unterzeichnet hast, daß irgendein Mensch, der im Laufe von dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, außer an dich, o König, in die Löwengrube geworfen werden sollte?” Darius antwortete: “Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das nicht aufgehoben wird.” Jetzt kamen die Verschwörer schnell zur Sache. “Daniel, der von den Weggeführten aus Juda ist, hat dir keine Beachtung geschenkt, o König, noch dem Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern dreimal am Tag äußert er seine Bitte” (Daniel 6:12, 13).

    14 Bezeichnenderweise sprachen die hohen Beamten und die Satrapen von Daniel als jemandem “von den Weggeführten aus Juda”. Damit wollten sie offensichtlich betonen, dieser Daniel, den Darius in eine solch prominente Stellung erhoben hatte, sei in Wirklichkeit nichts anderes als ein jüdischer Sklave. Als solcher stand er ihrer Meinung nach bestimmt nicht über dem Gesetz – ungeachtet dessen, wie der König über ihn dachte.

    15 Möglicherweise rechneten die hohen Beamten und die Satrapen damit, für ihre raffinierte Detektivarbeit vom König belohnt zu werden. Wenn dies der Fall war, sollten sie eine Überraschung erleben. Darius war über die Nachricht, die sie ihm überbrachten, tief betrübt. Statt über Daniel erzürnt zu sein oder ihn sogleich der Löwengrube zu übergeben, bemühte sich Darius den Rest des Tages, ihn davor zu bewahren. Doch umsonst. Schon bald kehrten die Verschwörer zurück und verlangten skrupellos Daniels Blut (Daniel 6:14, 15).

    16 Darius hatte nach seiner Auffassung keine andere Wahl. Er konnte weder das Gesetz aufheben noch Daniels “Übertretung” entschuldigen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als Daniel zu erklären: “Dein Gott, dem du mit Beharrlichkeit dienst, er selbst wird dich befreien.” Allem Anschein nach achtete Darius den Gott Daniels. Schließlich hatte Jehova Daniel befähigt, den Sturz Babylons vorauszusagen. Er hatte Daniel auch einen “außergewöhnlichen Geist” gegeben, der ihn von den anderen hohen Beamten unterschied. Vielleicht war Darius bekannt, daß derselbe Gott Jahrzehnte zuvor drei junge Hebräer aus einem Feuerofen befreit hatte. Wahrscheinlich hoffte der König, Jehova werde Daniel jetzt ebenfalls befreien, da es ihm, Darius, nicht möglich war, das Gesetz, das er unterzeichnet hatte, aufzuheben. Somit warf man Daniel in die Löwengrube. “Und ein Stein wurde gebracht und auf die Öffnung der Grube gelegt, und der König versiegelte ihn mit seinem Siegelring und mit dem Siegelring seiner Großen, damit im Fall Daniels nichts geändert werde” (Daniel 6:16, 17).

    EINE DRAMATISCHE WENDE DER EREIGNISSE

    17 Niedergeschlagen kehrte Darius in seinen Palast zurück. Man ließ keine Musiker zu ihm kommen, denn ihm stand der Sinn ganz und gar nicht nach Vergnügen. Statt dessen lag er die ganze Nacht hindurch wach und fastete. “Sein Schlaf selbst floh ihn.” In der Morgendämmerung eilte er zur Löwengrube. Mit trauriger Stimme rief er: “O Daniel, Diener des lebendigen Gottes, hat dein Gott, dem du mit Beharrlichkeit dienst, dich von den Löwen befreien können?” (Daniel 6:18-20). Wie erstaunt und zugleich erleichtert er doch war, eine Antwort zu vernehmen!

    18 “O König, lebe weiterhin, ja auf unabsehbare Zeiten!” Mit diesem ehrerbietigen Gruß zeigte Daniel, daß er dem König gegenüber keine feindseligen Gefühle hegte. Er wußte, daß die Verfolgung in Wirklichkeit nicht von Darius ausgegangen war, sondern von den neidischen hohen Beamten und Satrapen. (Vergleiche Matthäus 5:44; Apostelgeschichte 7:60.) Weiter sagte Daniel: “Mein eigener Gott hat seinen Engel gesandt und das Maul der Löwen verschlossen, und sie haben mich nicht ins Verderben gebracht, da ja vor ihm Unschuld selbst an mir gefunden wurde; und auch vor dir, o König, habe ich keine verletzende Handlung begangen” (Daniel 6:21, 22).

    19 Wie diese Worte das Gewissen des Darius beunruhigt haben müssen! Er wußte von vornherein, daß sich Daniel nichts hatte zuschulden kommen lassen, was es gerechtfertigt hätte, ihn in die Löwengrube zu werfen. Für Darius stand es völlig außer Frage, daß sich die hohen Beamten und die Satrapen verschworen hatten, Daniel zu Tode bringen zu lassen, und daß sie ihn, den König, entsprechend manipuliert hatten, damit sie ihre selbstsüchtigen Ziele erreichen konnten. Dadurch, daß sie betont hatten, “alle hohen Beamten des Königreiches” hätten empfohlen, den Erlaß in Kraft zu setzen, erweckten sie den Eindruck, auch Daniel sei dieserhalb konsultiert worden. Diese verschlagenen Männer sollten es noch mit Darius zu tun bekommen! Doch zunächst befahl er, Daniel aus der Löwengrube herauszuholen. Dieser hatte durch ein Wunder keinen einzigen Kratzer abbekommen (Daniel 6:23).

    20 Jetzt, da Daniel in Sicherheit war, gab es für Darius etwas anderes zu tun. “Der König gebot, und man brachte jene kräftigen Männer, die Daniel angeklagt hatten, und in die Löwengrube warf man sie, ihre Söhne und ihre Frauen; und sie hatten den Boden der Grube noch nicht erreicht, als die Löwen sich schon ihrer bemächtigten, und all ihre Gebeine zermalmten sie” (Daniel 6:24).

    ebenso wird unser Gott auch für uns eintreten und nicht zulassen, dass uns wirklicher Schaden entsteht…

  49. Juleam 27. September 2009 um 23:33 Link zum Kommentar

    hier noch ein passendes Drama zu Daniel in der Löwengrube und wie er sich wohl dabei gefühlt hat:

    Vertraust Du fest auf Gottes helfende Hand?

    ich hoffe, ihr habt es irgendwo zu Hause noch als Casette liegen, denn es lohnt wirklich *freu*

  50. Thomasam 28. September 2009 um 16:45 Link zum Kommentar

    Daniel 7-9

    Nun haben wir drei Kapitel die sich mit Prophezeiungen beschäftigen. Warum steht das nun hier? Eine erste Erfüllung war schon zu sehen:
    Siehe dazu die Erklärungen von Daniel selbst und als Zusammenfassung aus dem Buch „Die ganze SChrift ist inspiriert und nützlich

    Visionen von den Tieren (7:1—8:27). Wir kehren zum „ersten Jahr Belsazars“ zurück, dessen Regierung offenbar 553 v. u. Z. begann. Daniel hat selbst einen Traum, den er in Aramäisch aufzeichnet. Er sieht der Reihe nach vier riesige und schreckliche Tiere. Das vierte ist ungewöhnlich stark, und ein kleines Horn steigt zwischen seinen anderen Hörnern auf und redet „großtönende Dinge“ (7:8). Der Alte an Tagen erscheint und setzt sich. „Tausend Tausende“ dienen ihm. Einer „wie ein Menschensohn“ kommt vor ihn, und diesem wird „Herrschaft und Würde und Königtum gegeben, damit die Völker, Völkerschaften und Sprachen alle ihm dienen sollten“ (7:10, 13, 14). Daniel wird dann die Deutung der Vision von den vier Tieren mitgeteilt. Sie stellen vier Könige oder Königreiche dar. Zwischen den zehn Hörnern des vierten Tieres steigt ein kleines Horn auf. Es wird mächtig und führt Krieg gegen die Heiligen. Jedoch schreitet das himmlische Gericht ein, um „das Königreich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter allen Himmeln . . . dem Volk der Heiligen des Allerhöchsten“ zu geben (7:27).

    Zwei Jahre später, lange vor Babylons Fall, sieht Daniel eine weitere Vision, die er in Hebräisch aufzeichnet. Ein Ziegenbock mit einem auffälligen Horn zwischen seinen Augen kämpft mit einem stolzen Widder, der zwei Hörner hat, und überwindet ihn. Das große Horn des Ziegenbocks wird zerbrochen, vier kleinere Hörner kommen hervor, und aus einem von diesen kommt ein kleines Horn, das groß wird, so daß es sogar das Heer des Himmels herausfordert. Eine Zeitspanne von 2 300 Tagen wird vorhergesagt, die vergehen soll, bis die heilige Stätte „in ihren rechten Zustand gebracht“ würde (8:14). Gabriel erklärt Daniel die Vision. Der Widder steht für die Könige von Medien und Persien. Der Ziegenbock ist der König von Griechenland, dessen Königreich in vier Königreiche zerbrochen werden soll. Später wird ein König grimmigen Gesichts „gegen den Fürsten der Fürsten“ aufstehen. Da die Vision noch „für viele Tage“ ist, muß Daniel sie einstweilen geheimhalten (8:25, 26).

    Der Messias, der Führer, vorhergesagt (9:1-27). Im ‘ersten Jahr des Darius von den Medern’ untersucht Daniel die Prophezeiung Jeremias. Daniel erkennt, daß sich die vorhergesagte 70jährige Verwüstung Jerusalems ihrem Abschluß nähert, und bekennt im Gebet zu Jehova seine eigenen Sünden und diejenigen Israels (Dan. 9:1-4; Jer. 29:10). Gabriel erscheint, um bekanntzugeben, daß es „siebzig Wochen“ geben wird, „um die Übertretung zu beendigen und der Sünde ein Ende zu bereiten und für Vergehung Sühne zu leisten“. Der Messias, der Führer, wird am Ende von 69 Wochen kommen und anschließend abgeschnitten werden. Der Bund wird bis zum Ende der 70. Woche für die vielen in Kraft behalten werden, und schließlich soll es Verwüstung und eine Ausrottung geben (Dan. 9:24-27).

    Die Erläuterungen wie sich diese Prophezeiungen ein zweites Mal erfüllt haben oder erfüllen werden, kann sich ja jeder je nach Geschmack selbst heraussuchen.
    Aber wie bringt mich das ganze nun dem Allmächtigen näher??
    Ich denke hier an Komentare von Daniel selbst: „Was mich, Daniel, betrifft, meine eigenen Gedanken erschreckten mich ständig in hohem Maße, so daß sich sogar meine Gesichtsfarbe an mir veränderte; die Sache selbst aber behielt ich in meinem eigenen Herzen.“ gemäß 7:28 oder 8:27 „Und was mich, Daniel, betrifft, ich fühlte mich erschöpft und wurde [einige] Tage krank. Dann stand ich auf und tat die Arbeit des Königs; aber ich zeigte mich ständig wie betäubt zufolge des Gesehenen, und da war niemand, der [es] verstand.“
    Daniel war also nicht berauscht oder gestärkt durch das Wort Gottes an ihn. Nein – es kostete ihm Kraft und Energie. Er ging bis an die Grenzen seiner eigenen Kraft – aber er wurde durch den Allmächtigen gestärkt. Auch wenn Daniel nicht alles verstand, so tat er doch wie Gott ihm gebot.
    Daniel glaubte auch, dass der Allmächtige Schöpfer der Herr über die Zeit ist, und er seine Verheißungen wahr werden läßt. So lesen wir in Kapitel 9 in den ersten Versen:
    „Im ersten Jahr des Darịus, des Sohnes des Ahasvẹrus, vom Samen der Meder, der zum König über das Königreich der Chaldạ̈er gemacht worden war,  im ersten Jahr seiner Regierung bemerkte ich selbst, Daniel, durch die Bücher die Zahl der Jahre, über die das Wort Jehovas an Jeremia, den Propheten, ergangen war, um die Verwüstungen Jerusalems zu erfüllen, [nämlich] siebzig Jahre.  Und ich richtete dann mein Angesicht auf Jehova, den [wahren] Gott, um [ihn] mit Gebet und mit flehentlichen Bitten, mit Fasten und Sacktuch und Asche zu suchen. Und ich begann zu Jehova, meinem Gott, zu beten und ein Bekenntnis abzulegen und zu sprechen:“
    Wie sieht es heute mit mir aus? Glaube ich, dass der Allmächtige auch die Verheißungen für die JETZTZEIT erfüllen wird, oder verschiebe ich in meiner persönlichen Planung Gottes Zeitplan auf den Saint Nimmerleintag?
    Daniel war trotz seinen hohen Alters ein gutes Beispiel für jemanden, der wach geblieben war, und der Gottes Ziele nie aus den Augen verloren hat, und nicht für eigennützige Ziele, die Ziele Gottes aufgegeben hätte.

  51. Juleam 28. September 2009 um 17:42 Link zum Kommentar

    Daniel 7 – 9

    Daniel 7:9-10

    Ich schaute weiter, bis Throne aufgestellt wurden und der Alte an Tagen sich setzte. Seine Kleidung war so weiß wie Schnee, und das Haar seines Hauptes war wie reine Wolle. Sein Thron waren Feuerflammen, dessen Räder waren brennendes Feuer. 10 Da war ein Feuerstrom, der floß und von [der Stelle] vor ihm ausging. Da waren tausend Tausende, die ihm ständig Dienst leisteten, und zehntausend mal zehntausend, die fortwährend direkt vor ihm standen. Das Gericht setzte sich, und Bücher wurden geöffnet.

    ein kleiner Einblick in den Himmel, zu Jehova und seiner himmlischen Organisation…

    Daniel 7:13-14

    Ich schaute weiter in den Visionen der Nacht, und siehe da, mit den Wolken des Himmels kam gerade einer wie ein Menschensohn; und er erlangte Zutritt zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn nahe heran, ja vor IHN. 14 Und ihm wurde Herrschaft und Würde und Königtum gegeben, damit die Völker, Völkerschaften und Sprachen alle ihm dienen sollten. Seine Herrschaft ist eine auf unabsehbare Zeit dauernde Herrschaft, die nicht vergehen wird, und sein Königreich eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird.

    haben wir den Menschensohn erkannt?

    Wissen wir, wer er ist und was er dort macht?

  52. Juleam 28. September 2009 um 17:44 Link zum Kommentar

    Daniel 8:15-19

    Dann geschah es, während ich selbst, Daniel, die Vision sah und ein Verständnis suchte, daß, nun siehe, vor mir einer stand, der wie ein kräftiger Mann aussah. 16 Und ich begann die Stimme eines Erdenmenschen inmitten des Ụlai zu hören, und er rief dann aus und sprach: „Gạbriel, laß diesen das Gesehene verstehen.“ 17 So kam er neben meinen Standort, doch als er kam, erschrak ich, so daß ich auf mein Angesicht fiel. Und er sagte dann zu mir: „Versteh, o Menschensohn, daß die Vision für die Zeit des Endes ist.“ 18 Und während er mit mir redete, war ich, mit meinem Angesicht zur Erde, in tiefen Schlaf gefallen. Daher rührte er mich an und ließ mich da aufstehen, wo ich gestanden hatte. 19 Und er sprach weiter: „Siehe, ich lasse dich wissen, was im Schlußteil der Strafankündigung geschehen wird, denn es ist für die bestimmte Zeit des Endes.

    Daniel 8:23-25

    Und im Schlußteil ihres Königreiches, während die Übertreter ihre Taten zur Vollendung bringen, wird ein König aufstehen, der grimmigen Gesichts ist und doppelsinnige Reden versteht. 24 Und seine Kraft soll mächtig werden, aber nicht durch seine eigene Kraft. Und auf verwunderliche Weise wird er Verderben verursachen, und er wird sich gewiß als erfolgreich erweisen und wirksam handeln. Und er wird tatsächlich Mächtige ins Verderben bringen, auch das aus [den] Heiligen bestehende Volk. 25 Und seiner Einsicht gemäß wird er auch bestimmt Trug in seiner Hand gelingen lassen. Und in seinem Herzen wird er großtun, und während [eines Zustands der] Sorglosigkeit wird er viele ins Verderben bringen. Und gegen den Fürsten der Fürsten wird er aufstehen, aber ohne Hand wird er zerbrochen werden.

    Daniel 8:27

    Und was mich, Daniel, betrifft, ich fühlte mich erschöpft und wurde [einige] Tage krank. Dann stand ich auf und tat die Arbeit des Königs; aber ich zeigte mich ständig wie betäubt zufolge des Gesehenen, und da war niemand, der [es] verstand.

  53. Juleam 28. September 2009 um 17:46 Link zum Kommentar

    Daniel 9:2-7

    2 im ersten Jahr seiner Regierung bemerkte ich selbst, Daniel, durch die Bücher die Zahl der Jahre, über die das Wort Jehovas an Jeremia, den Propheten, ergangen war, um die Verwüstungen Jerusalems zu erfüllen, [nämlich] siebzig Jahre. 3 Und ich richtete dann mein Angesicht auf Jehova, den [wahren] Gott, um [ihn] mit Gebet und mit flehentlichen Bitten, mit Fasten und Sacktuch und Asche zu suchen. 4 Und ich begann zu Jehova, meinem Gott, zu beten und ein Bekenntnis abzulegen und zu sprechen:

    „Ach, Jehova, du [wahrer] Gott, du Großer und Furchteinflößender, der den Bund und die liebende Güte denen bewahrt, die ihn lieben, und denen, die seine Gebote halten, 5 wir haben gesündigt und unrecht getan und böse gehandelt und rebelliert; und man ist von deinen Geboten und von deinen richterlichen Entscheidungen abgewichen. 6 Und wir haben nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen, unseren Fürsten und unseren Vorvätern und zu allem Volk des Landes geredet haben. 7 Dir, o Jehova, gehört die Gerechtigkeit, uns aber die Scham des Angesichts wie an diesem Tag, den Männern von Juda und den Bewohnern von Jerusalem und all denen von Israel, den Nahen und den Fernen in allen Ländern, wohin du sie wegen ihrer Untreue versprengt hast, die sie dir gegenüber begangen haben.

    erkennen auch wir die Zeichen der Zeit, in der wir leben?

    Beschäftigen wir uns eingehend mit Gottes Wort um zu erkennen, wo wir uns im Strom der Zeit befinden?

    Daniel erkannte, dass nun die Zeit gekommen war, wo Jehova sein Volk befreien wüde.

    In welcherZeit leben wir heute?

    Wie berührt dies unser Leben?

  54. Juleam 28. September 2009 um 17:48 Link zum Kommentar

    Daniel 9:8-16

    O Jehova, uns gehört die Scham des Angesichts, unseren Königen, unseren Fürsten und unseren Vorvätern, weil wir gegen dich gesündigt haben. 9 Jehova, unserem Gott, gehören die Erbarmungen und die Taten der Vergebung, denn wir haben gegen ihn rebelliert. 10 Und wir haben der Stimme Jehovas, unseres Gottes, nicht gehorcht, indem wir in seinen Gesetzen gewandelt wären, die er uns durch die Hand seiner Knechte, der Propheten, vorlegte. 11 Und alle von Israel haben dein Gesetz übertreten, und man ist dadurch abgewichen, daß man deiner Stimme nicht gehorcht hat, so daß du den Fluch und den Eidschwur auf uns ausgegossen hast, der in dem Gesetz Mose, des Knechtes des [wahren] Gottes, geschrieben ist, denn wir haben gegen IHN gesündigt. 12 Und er führte dann seine Worte aus, die er gegen uns und gegen unsere Richter, die uns richteten, geredet hatte, indem er großes Unglück über uns brachte, wie solches unter den ganzen Himmeln nicht getan wurde, wie das, was in Jerusalem getan worden ist. 13 So, wie es im Gesetz Mose geschrieben steht, all dieses Unglück — es ist über uns gekommen, und wir haben das Angesicht Jehovas, unseres Gottes, nicht besänftigt, indem wir von unserer Vergehung umkehrten und indem wir Einsicht in deine Wahrhaftigkeit bekundeten.

    14 Und Jehova blieb wachsam in bezug auf das Unglück und brachte es schließlich über uns, denn Jehova, unser Gott, ist gerecht in all seinen Werken, die er getan hat; und wir haben seiner Stimme nicht gehorcht.

    15 Und nun, o Jehova, unser Gott, der du mit starker Hand dein Volk aus dem Land Ägypten herausgeführt und dir dann einen Namen gemacht hast wie an diesem Tag, wir haben gesündigt, wir haben böse gehandelt. 16 O Jehova, gemäß all deinen Taten der Gerechtigkeit möge bitte dein Zorn und dein Grimm sich von deiner Stadt Jerusalem, deinem heiligen Berg, abwenden; denn wegen unserer Sünden und wegen der Vergehungen unserer Vorväter sind Jerusalem und dein Volk ein Gegenstand der Schmach für alle um uns herum.

    Daniel erkennt an, dass das Volk die Strafe (70 Jahre im Exil in Babylon) wirklich verdient hatte.

    Aber da er sich eingehend mit den Schriften befasste, wusste er, dass die Zeit des Exils bald um sein würde und die Befreiung nahte.

    Wie berührte ihn dies?

    Daniel 9:17-20

    Und nun höre, o unser Gott, auf das Gebet deines Knechtes und auf seine flehentlichen Bitten, und laß dein Angesicht leuchten über dein Heiligtum, das verödet ist, um Jehovas willen. 18 Neige dein Ohr, o mein Gott, und höre. Öffne doch deine Augen, und sieh unsere verödeten Zustände und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist; denn nicht gemäß unseren gerechten Taten lassen wir unsere flehentlichen Bitten vor dich niederfallen, sondern gemäß deinen vielen Erbarmungen. 19 O Jehova, höre doch. O Jehova, vergib doch. O Jehova, schenke doch Aufmerksamkeit und handle. Säume nicht, um deiner selbst willen, o mein Gott, denn dein eigener Name ist über deiner Stadt und über deinem Volk genannt worden.“

    20 Während ich noch redete und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israel bekannte und mein Flehen um Gunst hinsichtlich des heiligen Berges meines Gottes vor Jehova, meinen Gott, niederfallen ließ

  55. Juleam 28. September 2009 um 17:50 Link zum Kommentar

    Daniel 9:21-23

    und [während] ich noch im Gebet redete, nun, da traf der Mann Gạbriel, den ich in der Vision zu Beginn gesehen hatte, vor Müdigkeit ermattet, bei mir zur Zeit der Abendopfergabe ein. 22 Und er machte sich daran, [mir] Verständnis zu verleihen und mit mir zu reden und zu sprechen:

    „O Daniel, nun bin ich hergekommen, um dir Einsicht mit Verständnis zu verleihen. 23 Zu Beginn deiner flehentlichen Bitten ging ein Wort aus, und ich selbst bin gekommen, um zu berichten, denn du bist ein sehr begehrenswerter [Mann]. Gib daher acht auf die Sache, und habe Verständnis in bezug auf das Gesehene.

    Wie sah Jehova Daniel an?

    Warum wohl nannte er ihn einen „sehr begehrenswerten Mann“?

    Wie sieht Jehova uns?

    Können wir Daniel nachahmen?

  56. Thomasam 29. September 2009 um 20:27 Link zum Kommentar

    Daniel 10 – 12

    Hilferuf zu Gott – aber er scheint nicht zu hören? Wenn wir die ersten Verse in Kapitel 10 lesen, erkennen wir, wie wahre Anbeter sich manchmal fühlen können, und dass die Hilfe manchmal nicht den Weg nimmt, den sie eigentlich nehmen sollte.
    Daniel erhält Aufschluss über die Dinge, die nach ihm geschehen sollen. Einzelheiten, die unseren Glauben stärken können. Warum? Weil sich die Einzelheiten so sehr erfüllt haben, dass es Leute gab, die behauptet haben, Daniel hätte erst nach dem Geschehen diese Worte aufzeichnen können. Wir können uns also sicher sein, dass sich alle Worte Gottes erfüllen werden – auch wenn es den Anschein haben könnte, das sich sein Wort verzögert!
    Haben auch wir den Mut, den Daniel zeigte? Bleiben wir treu zu unserem Gott, egal wie die anderen denken und handeln? Wohin ist unser Blick gerichtet? Geht unser Blick zu den anderen Glaubensmenschen um uns herum – oder geht unser Blick zum Allmächtigen gen Himmel? Daniel schaute zum Allmächtigen, liess sich nicht beiirren und hat sein gesamtes Leben so verbracht, dass Jehova ihm versprach, das er Daniel wieder auferwecken würde. Lass uns so leben, das wir ihn dann sehen und mit ihm sprechen können! Lass uns täglich in Gottes Wort lesen und in ihm forschen, so dass wir zu denen gehören mögen, die in Kapitel 12 beschrieben werden – die danach forschen und Einsicht gelangen.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Kapitel 10-12
    Im 10. Kapitel kehren wir wieder in den Osten zurück. Die Kapitel 10, 11 und 12 bilden nur eine fortlaufende Prophezeiung; jedoch ist dabei zu bemerken, dass Kapitel 11 die Geschichte der Nationen abschließt, während Kapitel 12, wie wir schon im Eingang unserer Betrachtung sahen, sich mit der Lage des Überrestes während des letzten Zeitraumes der Macht der Nationen sowie mit der Errettung dieses Überrestes beschäftigt. Kapitel 12 bringt somit die Offenbarung der Gedanken Gottes hinsichtlich des Überrestes, der inmitten der Nationen bewahrt bleibt, zum Abschluss.
    Daniel, dem stets das Wohlergehen seines Volkes am Herzen lag, wendet sich mit heißem Flehen (V. 2. 3 u. 12) zu Gott, in dem erneuten und anhaltenden Wunsche, über Sein Tun Verständnis zu erlangen. Nachdem er drei Wochen gefastet und gebetet hat, wird ihm ein Engel zugesandt, der ihm offenbart, welchen Widerstand die Feinde der Herrlichkeit Gottes der Erfüllung der Gnadenabsichten, die Gott für Sein Volk hat, sowie der Mitteilung dieser Absichten zur Ermunterung der Seinigen, entgegenstellen. Wenn aber der Glaube in Tätigkeit ist, so beweist Sich Gott treu; außerdem versetzte die Ausdauer Daniels denselben in einen solchen Herzenszustand, dass er die Mitteilungen Gottes richtig zu würdigen vermochte; sie bewies zugleich, dass er fähig war, dieselben in Empfang zu nehmen. Der Engel eröffnet ihm, dass sich das Gesicht auf die Juden beziehe und dass es auf das Ende der Tage gehe (Kap. 10, 14). Die ihm dargereichte Stärkung setzt ihn in den Stand, die Mitteilung entgegenzunehmen. Die persischen Könige, unter deren Regierung ihm das Gesicht zuteil wurde, werden zuerst aufgezählt, und der Angriff, den einer derselben gegen Griechenland unternehmen würde, angekündigt (Kap. 11, 2). Der Einfall der Perser in Griechenland gibt Veranlassung zu einem Angriff auf Persien seitens Griechenlands; das griechische Reich ersteht, zerfällt aber nachher in vier Teile. Zwei dieser vier Königreiche sollen mächtiger sein als die anderen; auch kommen dieselben räumlich in Berührung mit den Juden. Das Gebiet der letzteren dient ihnen als Wahlstatt ihrer Kriege. Die Geschichte der Könige dieser beiden Reiche, die sich so auf dem Gebiete Israels befehden und die unter den Namen „König des Nordens“ und „König des Südens“ auftreten, wird ziemlich ausführlich erzählt. Doch will ich auf die Einzelheiten ihrer Geschichte hier nicht näher eingehen.
    Der geschichtliche Bericht wird fortgeführt, bis die Römer, die Schiffe von der Küste von Kittim, auf dem Schauplatz erscheinen und der Angriff auf die Juden, den Tempel und den heiligen Bund geschieht. Der König des Nordens verbindet sich mit den abgefallenen Juden; er entweiht das Heiligtum und richtet ein Götzenbild auf; er schafft das beständige Opfer ab und verleitet die Gottlosen zum Abfall (V. 32). Diejenigen aber, die Gott kennen, werden sich stark erweisen und mit Entschiedenheit handeln. Die Verständigen, die von Gott belehrt sind, werden die Vielen unterweisen. Die bisherigen Mitteilungen beziehen sich also auf die ersten Könige in ihrer Aufeinanderfolge und enthalten die Geschichte der Makkabäer und des Antiochus Epiphanes.
    Der letzte Teil dieser Geschichte ist bereits ein Vorbild von dem, was sich in den letzten Tagen ereignen wird. Das Ergebnis, bis zu dem Ende hin, wird dann in allgemeinen Ausdrücken angedeutet. Eine Zeitlang fallen die Juden wieder unter die Hände ihrer Feinde. Es wird ihnen ein wenig geholfen werden; einige werden sich ihnen mit Heuchelei anschließen. Selbst von den Verständigen, von denen man hätte erwarten sollen, dass die Vorsehung Gottes sie bewahren würde, werden etliche durch Gewalttätigkeit fallen, um den Glauben aller zu läutern und sie zu reinigen bis zur Zeit des Endes. Denn dieser Zustand der Dinge soll dauern, bis der von Gott bestimmte Zeitabschnitt herankommt. Es ist dies die allgemeine Lage, in welcher sich die Juden bis zu den letzten Tagen hin befinden.
    Im Gegensatz zu der Masse des Volkes, die durch „die Vielen“ (siehe Dan 9, 27; 11, 33; 12, 3) bezeichnet wird, werden in Vers 33 die „Maskilim“ erwähnt, ein Wort, welches sich in den Überschriften vieler Psalmen findet. Die Verständigen, die von Gott Belehrten, werden die Vielen unterweisen; die Liebe wird in diesen Prüfungszeiten um der Wahrheit willen in Tätigkeit sein. In Kapitel 12, 3 finden wir wiederum die Verständigen, und zwar in Verbindung mit denen, welche die Vielen in der Gerechtigkeit unterweisen (vgl. Dan 11, 33). In Vers 35 sehen wir, wie sie der Gewalt zum Opfer fallen. Dieser letztere Vers reicht, wie wir bereits gesehen haben, bis auf die Zeit, da die Geschichte Israels als unter der Herrschaft der Nationen stehend, zu Ende gehen wird.
    Bezüglich des Endes werden jedoch noch bestimmtere Einzelheiten mitgeteilt.
    Der König wird uns vor Augen geführt (V. 36), der Gesetzlose, der am Ende des Zeitalters in Judäa die Macht in Händen halten und Gelingen haben wird, „bis der Zorn vollendet ist“. Von diesem Zeitabschnitt haben wir bereits geredet. Es ist ein König, der den Schauplatz seiner Tätigkeit in Judäa hat. Er zeichnet sich durch Gottlosigkeit aus und folgt seinem eigenen ungezügelten Willen, erhebt sich über alles, gibt die Religion seiner Väter auf, achtet weder auf Christum noch auf irgendeinen Gott, lästert den Gott des Himmels und richtet Götzendienst ein, jedoch in einer besonderen, ihm eigentümlichen Weise.
    „Er wird ihm Herrschaft verleihen über die Vielen und das Land austeilen zum Lohne“ (V. 39). Es lässt sich schwer sagen, wer diejenigen sind, denen er Herrschaft verleihen wird; meiner Meinung nach sind es seine Anhänger. Der allgemeine Charakter dieses eigenwilligen, gottlosen und götzendienerischen Königs, der sich über alles erhebt, ist indessen deutlich genug geschildert. Im weiteren Verlauf des Kapitels sehen wir, dass der König des Südens mit ihm zusammenstößt und der König des Nordens gegen ihn anstürmt, überschwemmt und überflutet und in das Land der Zierde, Judäa, eindringt. Nur Edom, Moab und Ammon entrinnen der Macht dieses Königs; ihnen ist das Los vorbehalten (Jes 11, 14), durch Israel selbst unterworfen zu werden. Er legt seine Hand an die Länder und plündert sie. Ägypten entrinnt nicht, und die Bewohner Afrikas sind in seinem Gefolge. Doch beunruhigt durch Gerüchte von Norden und Osten her, schlägt er sein Gezelt auf zwischen Jerusalem und dem Meere und kommt zu seinem Ende, ohne dass ihm jemand hilft. Das Ende des Königs wird hier nicht mitgeteilt. Es handelt sich vielmehr um das Ende des Königs des Nordens, indem die Nationen und das Land Israel sowie die Schicksale des Volkes Daniels in den letzten Tagen der Gegenstand der Prophezeiung sind. Der gesetzlose, gottvergessene König wird in jener Zeit im Lande sein und durch den König des Südens angegriffen werden. Hierauf plündert der König des Nordens alle umliegenden Länder, mit Ausnahme der drei genannten, und kommt im Lande Israel zu Fall.
    Kapitel 12 enthält mehr von Israels eigener Geschichte. Inmitten all jener Ereignisse steht der Erzengel Michael zugunsten des Volkes Daniels auf. Es wird dann eine Zeit der Drangsal herrschen, dergleichen nicht gewesen ist, noch je wieder sein wird. Trotzdem wird das Volk errettet werden, das heißt diejenigen, welche im Buche geschrieben stehen (der Gott gehörende Überrest). Jeremia haben wir bereits von diesem Zeitabschnitt und der Errettung reden hören (Jer 30, 7). Auch der Herr redet in Matthäus 24 davon, indem Er die Aufmerksamkeit seiner jünger auf den hier erwähnten Gräuel der Verwüstung richtet, wodurch Er deutlich an den Tag legt, dass Er von Jerusalem, den Juden und den letzten Tagen, der Zeit der Errettung Israels, redet. Dazu deutet Er die Art und Weise an, in welcher die Treuen während der Dauer der Drangsal entrinnen sollen. Hält man beide Stellen zusammen, so macht das Verständnis beider keine Schwierigkeit mehr.
    Der zweite Vers unseres Kapitels führt uns über die Grenzen des Landes Israel hinaus, welches bis dahin der Schauplatz der prophezeiten Ereignisse war. Doch geht aus der Art und Weise, in welcher der Zustand des Volkes besprochen wird, nicht hervor, welches die Länder sind, in die dasselbe zerstreut war. Viele von dem Geschlecht Israel erheben sich aus ihrem langjährigen Zustand tiefer Erniedrigung, einige zu ewigem Leben, andere aber zu ewiger Schande. Die Verständigen werden leuchten wie die Himmelsfeste, und die, welche die Vielen in der Gerechtigkeit unterwiesen haben, wie die Sterne immer und ewiglich (vgl. das Heer des Himmels und die Sterne in Dan 8). Diejenigen, welche während dieses Zeitraums der Empörung und der Bedrängnis treu bleiben werden, wird Gott mit dem Glanze Seiner Gunst bekleiden.
    Hierauf fragt einer der Boten Gottes den in Linnen gekleideten Mann, welcher oben über dem Wasser des Stromes war, wie lange es währen würde, bis Gott durch Sein Einschreiten zur Befreiung Israels das Ende dieser wunderbaren Dinge (der Drangsal nämlich) herbeiführen würde.
    Die Antwort ist: drei und ein halbes Jahr oder 1260 Tage; und ferner: wenn Gott der Zerstreuung des heiligen Volkes ein Ende gemacht haben würde, dann würden auch alle diese Dinge vollendet sein. Daniel wünscht noch eine genauere Offenbarung betreffs des Endes zu erhalten; doch werden die göttlichen Aussprüche bis zur Zeit des Endes versiegelt. Viele werden geläutert und gereinigt und weiß gemacht werden, aber die Gottlosen werden gottlos handeln. Leider steht nichts anderes zu erwarten. „Keine der Gottlosen werden es verstehen, die Verständigen aber werden es verstehen“ – jene „Maskilim“ nämlich, deren der Geist Gottes bereits Erwähnung getan hat.
    Von der Zeit an, da das beständige Opfer abgeschafft wird, und zwar um den verwüstenden Gräuel aufzustellen, werden 1290 Tage sein. Doch muss noch geharrt werden, bis sich 1335 Tage erfüllt haben; wer harrt und das Ende derselben erreicht, wird den vollen Segen genießen. Daniel selbst wird an dieser herrlichen Zeit mit teilnehmen.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Die Verse 12 und 13 zeigen uns, dass die Antworten auf unsere Gebetsanliegen bisweilen durch entgegenwirkende Kräfte in der unsichtbaren Welt verzögert werden können. Satan hat seine Engel, und es scheint, dass einige von ihm abgeordnet werden, um das Werk Gottes in gewissen Königreichen zu hindern. Der Fürst des Königreichs Persien, der dem heiligen Engel, der zu Daniel redete, widerstand, war zweifellos ein gefallener Engel. Michael, der an anderer Stelle Erzengel genannt wird, kam, um ihm zu helfen. Der erste Vers von Kapitel 12 zeigt uns, dass Michael besonders beauftragt war, zugunsten der Kinder Israels zu handeln und deshalb trat er bei dieser Gelegenheit ins Mittel. Im letzten Vers unseres Kapitels wird er «euer Fürst» genannt.
    In der Engelwelt gab es auch den «Fürst von Griechenland» wie uns Vers 20 zeigt. Aber ungeachtet der gegnerischen Mächte war der Bote Gottes zu Daniel gekommen, richtete ihn auf und stärkte ihn, um die Botschaft, die Gott ihm sandte, zu empfangen. Die Auseinandersetzung in der Engelwelt zwischen den Fürsten von Persien und Griechenland – das Reich, das im Begriff stand, das persische zu stürzen – stand noch bevor. Aber die Unterweisung dieses demütigen und treuen Dieners Gottes hatte sogar gegenüber solchen Ereignissen den Vorrang. Der Engel kam zu Daniel, um ihm kundzutun, «was in dem Buche der Wahrheit verzeichnet ist».
    Er sprach so, als ob dies schon aufgeschrieben wäre. Aber wie dankbar dürfen wir Gott sein, dass Er es in die Bibel – das Buch der Wahrheit – die wir in den Händen haben und täglich lesen können, aufgenommen hat. In den folgenden Kapiteln finden wir nun das, was Daniel übermittelt wurde. Beim Lesen werden wir feststellen, dass einige der geoffenbarten Dinge sich schon erfüllt haben, währenddem andere noch zukünftig sind, ganz ähnlich wie wir es bei den Prophezeiungen
    der siebenzig Wochen bereits gesehen haben. Die Tatsache, dass sich vieles so genau erfüllt hat, versichert uns, dass die wichtigen Dinge, die noch zukünftig sind, sich zu ihrer Zeit genauso präzise erfüllen werden.

    So wird es auch sein in den letzten Tagen, wenn das Reich Gottes in Macht erscheinen wird, und das letzte Wort Daniels ist eines von höchster Sicherheit. Bis es eintrifft, wird Ruhe sein Teil sein, nach einem Leben besonderer Unruhe und Anstrengung. Und wenn es eintrifft, wird er auferstehen zu seinem Lose – und wir wagen zu glauben, dass sein Los kein geringes sein wird.
    Und wir alle werden auch unser Los haben am Ende. Als solche, die einen Platz und ihren Teil an …haben, wissen wir, wie wunderbar es sein wird. Aber wie steht es um unser Los in dem kommenden Reich unseres Herrn? Das wird von unserer Treue im Dienst hier abhangen. Wenn unser Los im Reich in etwa mit dem von Daniel verglichen werden soll, müssen wir wie er in heiliger Absonderung und Hingabe an Gott durch diese gegenwärtige Welt gehen.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Der Historiker Josephus erzählt, dass Alexander der Große bei seinem Einzug in Jerusalem von den Älteren Männern die Prophezeiung Daniels über den Ziegenbock und den Widder gezeigt bekommen haben soll. Alexander interpretierte die Prophezeiung auf sich selbst. Er behandelte die Juden, die nachweislich mit den Persern befreundet waren, sehr freundlich. Man bedenke, dass er zu dieser Zeit auf einem Feldzug gegen Persien und seine Verbündeten war.

    In dem Buch „Die Prophezeiung Daniels — Achte darauf!“ heißt es dazu:

    In dieser Welt wird Daniel mit Sicherheit einen Platz haben. „Du wirst aufstehen zu deinem Los“, sagte der Engel zu ihm. Das hier mit „Los“ wiedergegebene hebräische Wort wird auch für ein buchstäbliches Stück Land gebraucht. Daniel dürfte mit dem vertraut gewesen sein, was Hesekiel über die Verteilung des wieder besiedelten Landes der Israeliten prophezeit hatte (Hesekiel 47:13 bis 48:35). Was ist zu erwarten, wenn sich Hesekiels Prophezeiung im Paradies erfüllt? Jeder von Gottes Volk wird einen Platz im Paradies haben, und das Land wird ordentlich und gerecht verteilt werden. Natürlich schließt Daniels „Los“ im Paradies nicht nur ein Stück Land ein, sondern auch die Rolle, die er dort in Gottes Vorsatz spielt. Die ihm versprochene Belohnung ist garantiert.
    Wie steht es mit unserem „Los“? Die Verheißungen können sich auch auf uns beziehen. Jehova will, daß gehorsame Menschen zu ihrem „Los“ „aufstehen“ und einen Platz im Paradies haben. Stellen wir uns doch einmal vor, wie begeisternd es sein wird, Daniel und andere treue Männer und Frauen aus biblischer Zeit persönlich kennenzulernen. Und noch unzählige weitere werden vom Tod zurückkehren. Sie müssen unterwiesen werden, damit sie Jehova Gott kennenlernen und ihn lieben können. Malen wir uns ferner einmal aus, wie es sein wird, wenn wir uns um unsere irdische Heimat kümmern und mithelfen können, sie in ein Paradies umzugestalten, das sich durch unendliche Vielfalt und unvergängliche Schönheit auszeichnet. Stellen wir uns vor, wie es sein wird, von Jehova belehrt zu werden und zu lernen, so zu leben, wie er es für die Menschen gedacht hatte. Ja, es wird für uns einen Platz im Paradies geben. Wenn auch das Wort Paradies heute vielen seltsam klingt, dürfen wir nicht vergessen, daß Jehova für die Menschen ursprünglich einen solchen Wohnort vorgesehen hatte. In diesem Sinne ist das Paradies der natürliche Lebensraum für Milliarden Erdbewohner. Dahin gehören sie. Ins Paradies zu kommen wird so sein, als komme man nach Hause.

    ENDLICH ein wahres ZUHAUSE

  57. Juleam 1. Oktober 2009 um 19:37 Link zum Kommentar

    Daniel 10 – 12

    Daniel 10:11

    Und er sprach dann zu mir:

    „O Daniel, du sehr begehrenswerter Mann, habe Verständnis für die Worte, die ich zu dir rede, und steh da auf, wo du standest, denn nun bin ich zu dir gesandt worden.“

    Und als er mit mir dieses Wort redete, stand ich auf, erschauernd.

    noch einmal nennt Jehova Daniel „sehr begehrenswerter Mann“ – was für ein Privileg.

    Was zeichnete ihn denn als einen solchen aus?

    Welche Eigenschaften gefielen Jehova so sehr an ihm, dass er ihn so ansah?

    Daniel war IHM über viele Jahre treu und loyal gewesen. Bedenken wir, dass er einer der Jugendlichen war, die ins Exil nach Baylon weggeführt wurden und dass er nach 70 Jahren des Exils immer noch treu Jehova diente.

    Er war sehr mutig, wenn es darum ging, die Maßstäbe Jehovas einzuhalten, selbst wenn ihn das das Leben hätte kosten können machte er keine Kompromisse und dachte nicht „das muss man nicht so eng sehen.“.

    Er war mutig, Gottes Wort auch vor hohen Amtspersonen zu verkünden, auch wenn er wusste, dass es für diese keine angenehme Botschaft ist und er hätte Konsequenzen fürchten müssen.

    Er war sehr an Jehova, seinem Wort und seinen Prophezeiungen interessiert. So hatte er erkannt, dass die Zeit es Exils bald endet, weil er sich intensiv damit beschäftigt hatte.

    Er war demütig und bescheiden und ging nicht damit hausieren, dass er von Jehova benutzt wurde um Träume zu deuten. Selbst seine Visionen, die er am Schluß hatte, hing er nicht an die große Glocke. Ausserdem bildete er sich nichts darauf ein, sondern gab auch vor dem König Jehova für die Deutung der Träume (und auch der Schrift an der Wand) die Ehre. Jedesmal sagte er ganz offen, dass nicht er eine besondere Begabung oder besondere Weisheit habe, sondern dass er die Träume nur deshalb deuten kann, weil Jehova ihn dazu befähige.

    Verstehen wir nun, warum Jehova ihn als einen „besonders begehrenswerten Mann“ ansah?

    Können wir ihn nachahmen?

    Was müssten wir bei uns ändern? An welchen Eigenschaften, an welcher Frucht des Geistes, müssen wir noch arbeiten?

    Werden wir das tun?

    Lohnt sich das überhaupt?

  58. Juleam 1. Oktober 2009 um 19:39 Link zum Kommentar

    Daniel 10:12-15

    Und er sagte weiter zu mir: „Fürchte dich nicht, o Daniel, denn vom ersten Tag an, da du dein Herz gegeben hast, um zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte gehört worden, und ich selbst bin deiner Worte wegen gekommen. 13 Aber der Fürst des königlichen Reiches Persien leistete mir einundzwanzig Tage lang Widerstand, und siehe, Mịchael, einer der ersten Fürsten, kam, um mir zu helfen; und ich meinerseits blieb dort neben den Königen von Persien. 14 Und ich bin gekommen, um dich verstehen zu lassen, was deinem Volk im Schlußteil der Tage widerfahren wird, denn es ist eine Vision noch für die [künftigen] Tage.“

    15 Als er nun Worte wie diese mit mir redete, hatte ich mein Angesicht zur Erde gerichtet und war verstummt.

    Daniel 10:16-21

    Und siehe, einer, der dem Gleichnis der Menschensöhne ähnlich war, rührte meine Lippen an, und ich begann meinen Mund aufzutun und zu reden und zu dem, der vor mir stand, zu sprechen: „O mein Herr, wegen der Erscheinung wand sich mein Inneres in Krämpfen, und ich behielt keine Kraft. 17 Wie konnte daher der Knecht dieses meines Herrn mit diesem meinem Herrn reden? Und was mich betrifft, bis jetzt blieb keine Kraft in mir bestehen, und gar kein Odem blieb in mir übrig.“

    18 Und derjenige gleich der Erscheinung eines Erdenmenschen rührte mich dann wieder an und stärkte mich. 19 Dann sagte er: „Fürchte dich nicht, o sehr begehrenswerter Mann. Mögest du Frieden haben. Sei stark, ja sei stark.“ Und sobald er mit mir redete, nahm ich meine Kraft zusammen und sprach schließlich: „Es rede mein Herr, denn du hast mich gestärkt.“ 20 Da sagte er weiter:

    „Weißt du wirklich, warum ich zu dir gekommen bin? Und nun werde ich zurückkehren, um mit dem Fürsten von Persien zu kämpfen. Wenn ich ausziehe, siehe, kommt auch der Fürst von Griechenland. 21 Doch werde ich dir die in der Schrift der Wahrheit aufgezeichneten Dinge mitteilen, und da ist keiner, der in diesen [Dingen] fest zu mir hält, außer Mịchael, euer Fürst.

  59. Juleam 1. Oktober 2009 um 19:46 Link zum Kommentar

    Daniel 11:32-35

    Und diejenigen, die in böser Weise gegen [den] Bund handeln, wird er mit glatten Worten zum Abfall verleiten. Was aber das Volk derer betrifft, die ihren Gott kennen, sie werden obsiegen und wirksam handeln. 33 Und was die betrifft, die Einsicht haben unter dem Volk, sie werden den vielen Verständnis verleihen. Und sie werden gewiß durch Schwert und durch Flamme, durch Gefangenschaft und durch Plünderung zum Straucheln gebracht werden, [einige] Tage lang. 34 Aber wenn sie zum Straucheln gebracht werden, wird ihnen mit einer kleinen Hilfe geholfen werden; und viele werden sich ihnen gewiß mit Glätte anschließen. 35 Und einige von denen, die Einsicht haben, werden zum Straucheln gebracht werden, um ihretwegen ein Läuterungswerk zu tun und um [sie] zu reinigen und weiß zu machen bis zur Zeit des Endes; denn es ist noch für die bestimmte Zeit.

    puh – hier sind ja einige wichtige Dinge drin, die auch uns heute betreffen.

    Haben wir bemerkt, dass diejenigen straucheln müssen, die eigentlich Jehova dienen und sich für ihn einsetzen?

    Warum?

    Weil Jehova sein Volk läutern will. Wir haben schon an mehreren Stellen gelesen, dass Jehova einzelne „verließ, weil er sie auf die Probe stellen wollte, um zu erkennen, was in ihren Herzen ist..“

    Was erkennt er wohl bei uns?

    Ausserdem wird gesagt, dass sich einige seinem befreiten Volk „mit Glätte anschliessen werden“. Später sagte Paulus, dass sich nach dem Tode der Apstel Wölfe einschleichen und die Versammlung bedrücken werden..

    Damit sind Menschen gemeint, die vorgeben, Anbeter Jehovas zu sein, aber sich nicht entsprechend verhalten. Aber das allein reicht ihnen nicht, sie wollen Unruhe und Mißtrauen unter Gottes Volk stiften und so „von Innen her aufräumen“ und möglichst viele zum Straucheln bringen.

    Wer will denn eigentlich, dass Anbeter Jehovas sich von ihm abwenden und seine Gebote nicht mehr halten?

    Als wessen Handlanger erweisen sich solche Unruhestifter also? Wessen Gott beten sie in Wirklichkeit an?

    „Ja, aber das war ja schon. Ich habe gelernt, dass Jehova ja bereits aufgeräumt hat und bei seinem eigenen Haus angefangen hat. Also sind ja damit keine ZJ gemeint, denn die hat er ja bereits geläutert“

    Ja, das hatten wir mal gelernt. Es hat wirklich eine Zeit gegeben, wo sich alle Zeugen Jeovas ganz gravierend von anderen unterschieden haben. Da konnten wir mit Überzeugung sagen „bei uns gibt es keine Götzendiener, Lügner, Ehebrecher und Pädophile. Denn wir alle halten uns an Gottes Gebote.“

    Heute haben sich Menschen „mit Glätte bei uns eingeschlichen“, die sich leider nicht mehr an Jehovas Maßstäbe halten. Sie geben zwar vor, Jehova zu dienen, aber sie führen ein Doppelleben.

    Mit so einem Verhalten beschmutzen sie leider Jehovas heiligen Namen und schaden dem Ruf seiner Organisation.

    Dies finde ich persönlich sehr schlimm und ich möchte jedem da draußen sagen

    „wenn ihr solche Personen kennt und euch von deren Verhalten abgestossen fühlt – bitte bringt sie nicht mit Jehova oder seiner Organisation in Verbindung! Sie sind keine Zeugen Jehovas, sie sind nur Fakes und Jehova verurteilt sie aufs Schärste! Wahre Zeugen Jehovas halten seine Maßstäbe ein und sind sehr betroffen, dass es heute Menschen gibt, die sich nicht scheuen, Jehovas Namen mit Schmutz zu bewerfen!“

    „Jetzt lehnst du dich aber weit aus dem Fenster. Das ist wohl deine persönliche Ansicht, mehr nicht“

    Nein!

    Dies ist auch die Ansicht von Jehovas Organisation.

    Erinnern wir uns noch an den Kongress vor zwei Jahren, wo es darum ging, Jesu Nachfolger zu sein? Hier hatte der Bethelredner gesagt dass wir jahrelang dachten, das Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut habe sich bereits erfüllt – heute wissen wir, dass wir mittendrin sind, dass es sich heute erst erfüllt.

    Erinnern wir uns noch an diesen Kongress an das Drama? Erinnern wir uns noch an Ben und wie er lebte? An seine Einstellung? Aber auch an das, was andere Menschen von ihm dachten, die keine Zeugen Jehovas sind?

    „Bist du ein echter Zeuge Jehovas, oder bist du ein Fake, so wie Ben? Denn Ben tut Dinge, von denen ich weiß, dass Zeugen Jehovas sie nicht tun„.

    Was für ein Zeuge Jehovas sind wir?

    Gehören wir zu den Anbetern Jehovas, die von ihm geläutert werden und ihm zeigen, dass echte Liebe und Loyalität in unserem Herzen ist?

    Oder sind wir Fakes, die sich „mit Glätte“ unter sein Volk eingeschlichen haben und SEINEN Namen beschmutzen?

    Was zeigt unser Lebenswandel? In welche Gruppe gehören wir?

    Ist es uns wichtig, wie Jehova uns sieht?

  60. Juleam 1. Oktober 2009 um 19:49 Link zum Kommentar

    Daniel 11:36-37

    Und der König wird tatsächlich nach seinem eigenen Willen tun, und er wird sich überheben und sich groß machen über jeden Gott; und gegen den Gott der Götter wird er Verwunderliches reden. Und er wird sich als erfolgreich erweisen, bis [die] Strafankündigung zum Schluß gekommen sein wird; denn das Beschlossene soll getan werden. 37 Und dem Gott seiner Väter wird er keine Beachtung schenken; und dem Begehren von Frauen und jedem anderen Gott wird er keine Beachtung schenken, sondern über jeden wird er sich groß machen.

    treffen diese Worte vielleicht auch auf uns zu?

    Sind wir uns dessen bewusst?

    Löst diese Erkenntnis Scham in uns aus?

    Werden wir uns ändern?

  61. Juleam 1. Oktober 2009 um 19:52 Link zum Kommentar

    Daniel 12:1-2

    Und während jener Zeit wird Mịchael aufstehen, der große Fürst, der zugunsten der Söhne deines Volkes steht. Und es wird gewiß eine Zeit der Bedrängnis eintreten, wie eine solche nicht herbeigeführt worden ist, seitdem eine Nation entstanden ist, bis zu jener Zeit. Und während jener Zeit wird dein Volk entrinnen, jeder, der im Buch aufgeschrieben gefunden wird. 2 Und da werden viele von den im Staub des Erdbodens Schlafenden sein, die aufwachen werden, diese zu Leben auf unabsehbare Zeit und jene zu Schmach [und] zu Abscheu auf unabsehbare Zeit.

    wird unser Name in diesem Buch – im Buch des Lebens – eingeschrieben sein?

    Ist uns dies wichtig?

    Was unternemen wir dafür, damit uns Jehova für würdig erachtet, in diesem Buch zu stehen?

    Daniel 12:3

    Und die, die Einsicht haben, werden leuchten wie der Glanz der Ausdehnung und die, die die vielen zur Gerechtigkeit führen, wie die Sterne auf unabsehbare Zeit, ja für immer.

  62. Juleam 1. Oktober 2009 um 19:55 Link zum Kommentar

    Daniel 12:9-10

    Und er sagte weiter: „Geh, Daniel, denn die Worte werden geheimgehalten und versiegelt bis zur Zeit des Endes. 10 Viele werden sich reinigen und sich weiß machen und werden geläutert werden. Und die Bösen werden bestimmt böse handeln, und gar keiner der Bösen wird [es] verstehen; die aber, die Einsicht haben, werden [es] verstehen.

    erkennen wir, dass wir in der Zeit des Endes leben?

    Gehören wir zu denen, die verstehen, was Jehova zu uns sagt?

    Woran könnte man das erkennen?

    Wer wirklich versteht, was Jehova in seinem Wort sagt – der wird entsprechend handeln!

    Wenn wir uns nicht ganz sicher sind, wie Jehova in bestimmten Angelegenheiten denkt, die nicht konkret in der Bibel angeführt sind – lesen wir bitte nochmals gebetsvoll das Buch „Bewahrt euch in Gottes Liebe“.

    Aber bitte bedenken wir auch, dass wahre Anbeter nicht irgendwelche Bùcher studieren – sondern die Bibel!

    Die Bücher, Zeitschriften und Publikationen, für die der treue und verständige Sklave so liebevoll sorgt sind wirklich wunderbar und sehr gehaltvoll, Sie zeigen uns wie Jehova denkt. Es lont sich wirklich sie zu lesen und darüber nachzusinnen.

    Aber bitte vergessen wir nicht: sie sind nicht Gottes Wort, sind nicht von Gott inspiriert – sondern sollen lediglich Hilfsmittel sein, die uns helfen Gottes Wort noch besser zu verstehen.

    Unser Lehrbuch ist und bleibt die Bibel und sie ist es, die wir immer wieder unter Gebet lesen sollten, denn durch sie spricht Jehova zu uns.

    Und wenn wir in ihr lesen, werden wir Jehova wirklich sehr sehr nahe kommen und verstehen, wie er denkt und warum – und wir werden uns aus tiefster Liebe zu IHM gedrängt fühlen, unser Leben so auszurichten, dass wir ihm gefallen und gern und voller Freude seine Gebote halten und seine Maßstäbe im täglichen Leben anwenden.

    Bitte nehmen wir uns die Zeit, täglich in ihr zu lesen.

    Es lohnt sich wirklich!

  63. Juleam 28. September 2011 um 15:57 Link zum Kommentar

    Daniel 4 – 6

    Drei Kapitel und drei Könige.

    Daniel diente unter Nebukadnẹzar und seinem Sohn. Der erste wurde von Gott gedemütigt und lernte daraus – der andere missbrauchte heilige Geräte und kam zu Tode. Zum Schluß diente er unter Darius, der danach anordnete, dass jeder in seinem Reich Jehova Achtung zu zollen habe

    Ein Mann, der unter drei verschiedenen Königen diente!

    Er war sehr jung nach Babylon gekommen und wurde dort ein alter Mann. All diese Jahre blieb er seinem Gott Jehova treu und trat mutig für IHN ein. Er ließ sich durch nichts und niemanden einschüchtern und machte keine Kompromisse.

    Was für ein gutes und nachahmenswertes Beispiel für uns!

  64. Juleam 28. September 2011 um 15:58 Link zum Kommentar

    Daniel 6 – wer waren die Intriganten?

    Waren sie seine Brüder?

    Woher wußten sie so genau Bescheid über ihn, dass sie wußten, wo sie ansetzen konnten?

  65. Juleam 2. Oktober 2011 um 10:08 Link zum Kommentar

    Daniel 10 – 12

    Daniel 10:2

    In jenen Tagen trauerte ich selbst, Daniel, dann drei volle Wochen.

    „Zu der Zeit trauerte ich und als die drei Wochen um waren.,,“ (Luther Bibel)

    Worüber oder um wen trauerte er denn?

    Im Daniel-Buch heißt es in Kapitel 12 auszugsweise:

    Daniel kannte die Prophezeiung Jeremias (Daniel 9:2). Er wußte, daß der Wiederaufbau des Tempels und die Wiederherstellung der wahren Anbetung in Jerusalem mit dem Vorsatz Jehovas hinsichtlich seines Volkes eng verknüpft waren und dem Erscheinen des verheißenen Messias vorausgehen würden. Schließlich hatte er das große Vorrecht gehabt, von Jehova die Prophezeiung von den „siebzig Wochen“ zu empfangen. Wie er daraus erfahren hatte, sollte der Messias 69 „Wochen“ nach dem Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen, kommen (Daniel 9:24-27). Doch es ist ohne weiteres zu verstehen, daß Daniel bedrückt, mutlos und niedergeschlagen war, wenn man bedenkt, daß Jerusalem immer noch verwüstet dalag und sich der Wiederaufbau des Tempels verzögerte.

    7 „In jenen Tagen trauerte ich selbst, Daniel, dann drei volle Wochen“, heißt es in dem Bericht. „Leckeres Brot aß ich nicht, und kein Fleisch oder Wein kam in meinen Mund, und in keiner Weise rieb ich mich mit Öl ein, bis die drei vollen Wochen um waren“ (Daniel 10:2, 3). „Drei volle Wochen“ oder 21 Tage zu trauern und zu fasten ist eine ungewöhnlich lange Zeit. Sie endete anscheinend am „vierundzwanzigsten Tag des ersten Monats“ (Daniel 10:4). Somit fiel sowohl das Passah, das am 14. Tag des ersten Monats (Nisan) gefeiert wurde, als auch das anschließende siebentägige Fest der ungesäuerten Brote in Daniels Fastenzeit.

    8 Schon bei einer früheren Gelegenheit hatte Daniel etwas Ähnliches erlebt. Damals beschäftigte ihn die Frage, wie sich wohl die Prophezeiung Jehovas bezüglich der 70jährigen Verwüstung Jerusalems erfüllen würde. Wie verhielt er sich in jener Situation? Daniel sagte: „Ich richtete dann mein Angesicht auf Jehova, den wahren Gott, um ihn mit Gebet und mit flehentlichen Bitten, mit Fasten und Sacktuch und Asche zu suchen.“ Jehova erhörte Daniels Gebet, indem er den Engel Gabriel mit einer Botschaft zu ihm sandte, die ihn sehr ermunterte (Daniel 9:3, 21, 22). Würde Jehova jetzt ähnlich handeln und Daniel die Ermunterung zukommen lassen, die er bitter nötig hatte?

    Daniel trauerte also nicht um einen Menschen, sondern deshalb, weil sich Jehovas Vorsatz noch nicht erfüllt hatte?

  66. Juleam 2. Oktober 2011 um 10:13 Link zum Kommentar

    Daniel 10:4-6

    Und am vierundzwanzigsten Tag des ersten Monats, während ich selbst gerade am Ufer des großen Stromes war, das heißt [des] Hiddekel, 5 erhob ich dann auch meine Augen und sah, und hier war ein gewisser Mann, in Linnen gekleidet, seine Hüften mit Gold aus Uphas umgürtet. 6 Und sein Leib war wie Chrysolith und sein Angesicht wie das Aussehen des Blitzes und seine Augen wie Feuerfackeln, und seine Arme und der Ort seiner Füße waren wie der Anblick von geglättetem Kupfer, und der Schall seiner Worte war wie der Schall einer Menge

    Der Mann mit den leinernden Kleidern

    Wer war das und worum geht es hier?

    Im selben Kapitel vom Daniel-Buch heißt es hierzu auszugsweise:

    EINE EHRFURCHTEINFLÖSSENDE VISION

    9 Daniel wurde nicht enttäuscht. Er erzählte, was anschließend geschah: „Während ich selbst gerade am Ufer des großen Stromes war, das heißt des Hiddekel, erhob ich dann auch meine Augen und sah, und hier war ein gewisser Mann, in Linnen gekleidet, seine Hüften mit Gold aus Uphas umgürtet“ (Daniel 10:4, 5). Der Hiddekel war einer der vier Ströme, deren Quelle im Garten Eden lag (1. Mose 2:10-14). Sein altpersischer Name war Tigra, wovon sein griechischer Name Tigris abgeleitet ist. Das Gebiet zwischen Tigris und Euphrat nannte man Mesopotamien, was „[Land] zwischen den Strömen“ bedeutet. Als Daniel diese Vision hatte, befand er sich somit immer noch in Babylonien, wenn auch nicht unbedingt in der Stadt Babylon.

    10 Welch eine Vision dies doch war! Daniel sah offensichtlich keinen gewöhnlichen Mann, als er seine Augen erhob. Er gab folgende lebendige Beschreibung: „Sein Leib war wie Chrysolith und sein Angesicht wie das Aussehen des Blitzes und seine Augen wie Feuerfackeln, und seine Arme und der Ort seiner Füße waren wie der Anblick von geglättetem Kupfer, und der Schall seiner Worte war wie der Schall einer Menge“ (Daniel 10:6).

    11 Trotz der Helligkeit der Vision sahen die Männer, die gerade bei Daniel waren, die Erscheinung nicht, wie er sagte. Aus einem unerklärlichen Grund „überfiel sie ein großes Zittern, so daß sie dann davonliefen, um sich zu verstecken“. Sie ließen also Daniel am Ufer des Stromes allein zurück. Der Anblick „dieser großen Erscheinung“ war überwältigend, und Daniel gestand: „Es blieb in mir keine Kraft übrig, und meine eigene Würde änderte sich an mir zum Verderben, und ich behielt keine Kraft“ (Daniel 10:7, 8).

    12 Sehen wir uns den eindrucksvollen Boten, der Daniel in derartigen Schrecken versetzte, etwas näher an. Er war „in Linnen gekleidet, seine Hüften mit Gold aus Uphas umgürtet“. Der Gürtel, das Ephod und das Brustschild des Hohenpriesters sowie die Gewänder der Priester Israels in alter Zeit waren aus feinem gezwirnten Leinen und mit Gold verziert (2. Mose 28:4-8; 39:27-29). Die Kleidung des Boten läßt mithin auf Heiligkeit und die Würde seines Amtes schließen.

    13 Auch das Aussehen des Boten versetzte Daniel in ehrfurchtsvolles Staunen — sein hellstrahlender, edelsteinähnlicher Leib, der blendende Glanz seines leuchtenden Gesichts, die durchdringende Kraft seiner feurigen Augen und das Glitzern seiner kräftigen Arme und Füße. Selbst seine gebietende Stimme war furchterregend. All das deutete unmißverständlich darauf hin, daß es sich um eine übermenschliche Gestalt handelte. Dieser „Mann, in Linnen gekleidet“, war niemand anders als ein Engel von hohem Rang, der in der heiligen Gegenwart Jehovas diente und von ihm mit einer Botschaft ausgesandt worden war.

  67. Juleam 2. Oktober 2011 um 10:23 Link zum Kommentar

    WT vom 01.09.2007

    Das Wort Jehovas ist lebendig
    Höhepunkte aus dem Buch Daniel
    „DAS Buch Daniel ist eines der faszinierendsten Bücher der Bibel“, heißt es in dem Holman Illustrated Bible Dictionary. „Es enthält ewigwährende Wahrheiten.“ Daniels Bericht beginnt im Jahr 618 v. u. Z. König Nebukadnezar von Babylon kommt nach Jerusalem und belagert es. Er nimmt „einige von den Söhnen Israels“ gefangen und bringt sie nach Babylon (Daniel 1:1-3). Zu ihnen gehört Daniel, der wahrscheinlich noch keine 20 Jahre alt ist. Nach Vollendung des Bibelbuches befindet sich Daniel immer noch in Babylon. Mit fast 100 Jahren empfängt er nun Gottes Verheißung: „Du wirst ruhen, aber du wirst aufstehen zu deinem Los am Ende der Tage“ (Daniel 12:13).

    Der erste Teil des Buches Daniel ist in chronologischer Reihenfolge und in der dritten Person geschrieben, der letzte Teil in der ersten Person. Das von Daniel selbst geschriebene Buch enthält Prophezeiungen über den Aufstieg und den Fall von Weltmächten, das Kommen des Messias und über Ereignisse, die heute eintreffen. Der betagte Prophet schaut auch auf sein langes Leben zurück und berichtet von Begebenheiten, die uns dazu anspornen, Männer und Frauen zu sein, die ihre Lauterkeit bewahren. Die Botschaft Daniels ist lebendig und übt Macht aus (Hebräer 4:12).

     

    WAS LEHRT UNS DER CHRONOLOGISCHE BERICHT?
    (Daniel 1:1 bis 6:28)

    Man schreibt das Jahr 617 v. u. Z. Daniel und seine drei jungen Gefährten Schadrach, Meschach und Abednego befinden sich am babylonischen Königshof. Während ihrer dreijährigen Ausbildung, die sie in das Hofleben integrieren soll, bewahren die Jugendlichen ihre Lauterkeit gegenüber Gott. Etwa 8 Jahre später hat Nebukadnezar einen sonderbaren Traum. Daniel erklärt, was in dem Traum vorkommt, und deutet ihn. Der König erkennt an, dass Jehova „ein Gott der Götter und ein Herr der Könige und ein Offenbarer von Geheimnissen“ ist (Daniel 2:47). Doch schon bald hat der Monarch das offenbar vergessen. Als sich Daniels drei Gefährten weigern, sich vor einem gigantischen Standbild niederzubeugen, lässt sie der König in einen brennenden Feuerofen werfen. Der wahre Gott befreit sie und Nebukadnezar muss anerkennen, dass „kein anderer Gott existiert, der befreien kann wie dieser“ (Daniel 3:29).

    Nebukadnezar hat einen weiteren bedeutsamen Traum. Er sieht einen riesigen Baum, der umgehauen wird und dessen Wurzelstock am Wachsen gehindert wird. Daniel deutet den Traum. Dieser erfüllt sich zum Teil, als Nebukadnezar geisteskrank wird und sich dann wieder erholt. Viele Jahrzehnte später veranstaltet Belsazar ein großes Fest für seine Großen und benutzt in respektloser Weise die Gefäße, die aus dem Tempel Jehovas entwendet worden waren. Noch in derselben Nacht wird Belsazar getötet. Darius, der Meder, empfängt das Königreich (Daniel 5:30, 31). Zur Zeit des Darius wird der betagte Prophet Daniel — inzwischen über 90 — das Ziel mörderischer Intrigen eifersüchtiger Beamter. Aber Jehova befreit ihn „von der Tatze der Löwen“ (Daniel 6:27).

    Antworten auf biblische Fragen:

    1:11-15 — War die vegetarische Kost verantwortlich für das bessere Aussehen der vier jungen Hebräer?
    Das kann man nicht sagen. Nach 10 Tagen sind bei keiner Diät solche Ergebnisse zu erwarten. Das Verdienst für das veränderte Aussehen der jungen Hebräer ist Jehova zuzuschreiben, der sie für ihr Vertrauen zu ihm belohnte (Sprüche 10:22).

    2:1 — Wann hatte Nebukadnezar den Traum von dem riesigen Bild?
    Im Bericht heißt es, dass es „im zweiten Jahr des Königtums Nebukadnezars“ war. Nebukadnezar wurde im Jahr 624 v. u. Z. König. Demnach hätte das zweite Jahr seiner Regierung 623 v. u. Z. begonnen — Jahre bevor er in Juda einfiel. Um diese Zeit hätte aber Daniel den Traum nicht deuten können, weil er noch gar nicht in Babylon war. Das „zweite Jahr“ zählt offensichtlich ab 607 v. u. Z., als der babylonische König Jerusalem zerstörte und zum Weltherrscher aufstieg.

    2:32, 39 — Inwiefern war das Königreich aus Silber geringer als das Haupt aus Gold und das Königreich aus Kupfer geringer als das Königreich aus Silber?
    Das Medo-Persische Reich (dargestellt durch den silbernen Teil des Standbilds) war geringer als die babylonische Weltmacht (das Haupt aus Gold), weil es nicht dazu gebraucht wurde, Juda zu stürzen. Die folgende Weltmacht war Griechenland, dargestellt durch Kupfer. Griechenland war wiederum geringer als Medo-Persien, wie Kupfer geringer ist als Silber. Wenngleich das griechische Weltreich eine größere Ausdehnung hatte, erhielt es nicht wie Medo-Persien die einmalige Gelegenheit, Jehovas Volk aus dem Exil zu befreien.

    4:8, 9 — Wurde Daniel ein Magie treibender Priester?
    Nein. Der Ausdruck „Oberster der Magie treibenden Priester“ bezieht sich lediglich auf Daniels Stellung als ‘Oberpräfekt über alle Weisen Babylons’ (Daniel 2:48).

    4:10, 11, 20-22 — Was stellte der riesige Baum in Nebukadnezars Traum dar?
    Zunächst stellte der Baum Nebukadnezar als Herrscher einer Weltmacht dar. Da jedoch die „Herrschaft bis an das äußerste Ende der Erde“ reichte, muss mit dem Baum etwas weit Größeres gemeint sein. Daniel 4:17 bringt den Traum mit der Herrschaft des Höchsten über die Menschheit in Verbindung. Der Baum stellte also auch Jehovas universelle Souveränität dar, besonders in Bezug auf die Erde. Der Traum hatte zwei Erfüllungen: eine bezog sich auf die Herrschaft Nebukadnezars und die andere auf die Souveränität Jehovas.

    4:16, 23, 25, 32, 33 — Wie lange dauerten die „sieben Zeiten“?
    Alle Veränderungen am Äußeren Nebukadnezars konnten nicht innerhalb von 7 Tagen aufgetreten sein. Daher müssen die „sieben Zeiten“ viel länger gedauert haben. In seinem Fall hat es sich um 7 Jahre von je 360 Tagen oder um 2 520 Tage gehandelt. In der größeren Erfüllung dauerten die „sieben Zeiten“ 2 520 Jahre (Hesekiel 4:6, 7). Sie begannen mit der Zerstörung Jerusalems im Jahr 607 v. u. Z. und endeten mit der Inthronisierung Jesu Christi als König im Himmel im Jahr 1914 u. Z. (Lukas 21:24).

    6:6-10 — Wäre es nicht klüger gewesen, wenn Daniel in der Zeit von 30 Tagen im Geheimen zu Jehova gebetet hätte, da beim Beten ohnehin keine bestimmte Körperhaltung erforderlich ist?
    Daniels Gewohnheit, dreimal täglich zu beten, war öffentlich bekannt. Deshalb beschlossen seine Verschwörer, einen Erlass in Kraft zu setzen, der das Beten verbot. Hätte Daniel aufgehört, nach seiner Gewohnheit zu beten, hätten Beobachter daraus schließen können, er sei Jehova nicht mehr ausschließlich ergeben.

    Lehren für uns:

    1:3-8. Die Entschlossenheit, mit der Daniel und seine Gefährten Jehova die Treue hielten, spricht Bände, was den Wert ihrer Erziehung in der Kindheit betrifft. Wenn gottesfürchtige Eltern geistige Belange in ihrem Leben an die erste Stelle setzen und das auch ihren Kindern beibringen, werden diese allen Versuchungen und jeder Art Druck sehr wahrscheinlich standhalten — ob in der Schule oder anderswo.

    1:10-12. Daniel verstand, warum der „oberste Hofbeamte“ den König fürchtete, und drang nicht weiter in ihn. Später wandte er sich jedoch an den „Hüter“, dessen Stellung ein Zugeständnis wohl eher möglich machte. In schwierigen Situationen sollten auch wir uns einsichtig, verständig und weise verhalten.

    2:29, 30. Für alles, was wir aufgrund biblischer Belehrung an Erkenntnis, Eigenschaften oder Fähigkeiten erworben haben mögen, sollten wir wie Daniel Jehova die Ehre geben.

    3:16-18. Die drei Hebräer wären wahrscheinlich nicht mit einer derart starken Überzeugung aufgetreten, wenn sie zuvor in Verbindung mit den Speisevorschriften Zugeständnisse gemacht hätten. Auch wir sollten uns bemühen, ‘in allen Dingen treu’ zu sein (1. Timotheus 3:11).

    4:24-27. Für das Verkündigen der Königreichsbotschaft, einschließlich des göttlichen Strafgerichts, benötigen wir genauso viel Glauben und Mut wie Daniel, der König Nebukadnezar mitteilte, was mit ihm geschehen würde und was er tun sollte, damit ‘sein Wohlergehen länger dauern möge’.

    5:30, 31. Der „Spruch gegen den König von Babylon“ bewahrheitete sich (Jesaja 14:3, 4, 12-15). Der Stolz Satans, des Teufels, ist vergleichbar mit dem des babylonischen Herrschergeschlechts, und Satan wird wie dieses ein unrühmliches Ende nehmen (Daniel 4:30; 5:2-4, 23).

     

    WAS OFFENBAREN DANIELS VISIONEN?
    (Daniel 7:1 bis 12:13)

    Im Jahr 553 v. u. Z. erhält Daniel seine erste Traumvision. Er hat bereits die 70 überschritten. Er sieht vier riesige Tiere, die aufeinanderfolgende Weltmächte darstellen, von seinen Tagen an bis in unsere Zeit hinein. In einer Szene im Himmel sieht er, wie „einer wie ein Menschensohn . . . eine auf unabsehbare Zeit dauernde Herrschaft“ erhält (Daniel 7:13, 14). Zwei Jahre später hat Daniel eine Vision, bei der es um Medo-Persien geht, um Griechenland und um ein Gebilde, das er ‘einen König grimmigen Gesichts’ nennt (Daniel 8:23).

    Inzwischen schreibt man das Jahr 539 v. u. Z. Babylon ist gefallen und Darius, der Meder, ist König über das Königreich der Chaldäer geworden. Daniel betet zu Jehova um die Wiederherstellung seines Heimatlandes. Während er noch betet, schickt Jehova den Engel Gabriel, um Daniel „Einsicht mit Verständnis zu verleihen“, was das Kommen des Messias betrifft (Daniel 9:20-25). Wir kommen zum Jahr 536/535 v. u. Z. Ein Überrest ist nach Jerusalem zurückgekehrt. Aber dem Aufbau des Tempels wird Widerstand entgegengebracht. Das bedrückt Daniel. Er macht die Angelegenheit zum Gegenstand seiner Gebete und Jehova schickt ihm einen hochrangigen Engel. Dieser flößt Daniel Mut und Kraft ein und umreißt in einer Prophezeiung den Kampf um Vorherrschaft zwischen dem König des Nordens und dem König des Südens. Der Konflikt zwischen den beiden Königen erstreckt sich von der Zeit, wo das Königreich Alexanders des Großen unter seine vier Generäle aufgeteilt wurde, bis in die Zeit, in der Michael, der große Fürst, ‘aufsteht’ (Daniel 12:1).

    Antworten auf biblische Fragen:

    8:9 — Was ist mit dem Ausdruck „Zierde“ gemeint?
    In diesem Fall wird mit „Zierde“ der irdische Zustand der gesalbten Christen während der Zeit der angloamerikanischen Weltmacht bezeichnet.

    8:25 — Wer ist der „Fürst der Fürsten“?
    Das hebräische Wort ßar, das mit „Fürst“ übersetzt wird, bedeutet im Grunde „Haupt“ oder „Oberster“. Der Titel „Fürst der Fürsten“ trifft nur auf Jehova Gott zu — das Haupt aller Engelfürsten, zu denen auch „Michael, einer der ersten Fürsten“, gehört (Daniel 10:13).

    9:21 — Warum bezeichnet Daniel den Engel Gabriel als „Mann“?
    Weil sich der Engel Gabriel dem Daniel in menschenähnlicher Gestalt näherte, wie er dies in einer früheren Vision schon getan hatte (Daniel 8:15-17).

    9:27 — Welcher Bund wurde bis zum Ende der siebzigsten Jahrwoche im Jahr 36 u. Z. „für die vielen . . . in Kraft [ge]halten“?
    Der Gesetzesbund wurde beseitigt, als Jesus 33 u. Z. am Pfahl starb. Doch der abrahamische Bund war bis 36 u. Z. für das fleischliche Israel noch in Kraft. Jehova hat also die besondere Zeit der Gunst für die Juden länger andauern lassen, weil sie Nachkommen Abrahams waren. In Bezug auf „das Israel Gottes“ bleibt der abrahamische Bund weiterhin in Kraft (Galater 3:7-9, 14-18, 29; 6:16).

    Lehren für uns:

    9:1-23; 10:11. Daniels Demut, seine Gottergebenheit, seine Gewissenhaftigkeit und seine Beharrlichkeit beim Beten machten ihn zu einem ‘sehr begehrenswerten Mann’. Diese Merkmale halfen ihm, Gott bis an sein Lebensende treu zu sein. Seien wir entschlossen, sein Beispiel nachzuahmen.

    9:17-19. Auch wenn wir um das Kommen von Gottes neuer Welt beten, in der ‘Gerechtigkeit wohnen wird’, sollte nicht unser Hauptanliegen eher die Heiligung des Namens Jehovas und die Rechtfertigung seiner Souveränität sein als die Beendigung unserer persönlichen Schwierigkeiten? (2. Petrus 3:13).

    10:9-11, 18, 19. Wenn wir anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie trösten, ahmen wir den Engel nach, der zu Daniel kam.

    12:3. In den letzten Tagen haben die, „die Einsicht haben“, nämlich gesalbte Christen, stets ‘wie Lichtspender geleuchtet’ und ‘viele zur Gerechtigkeit geführt’, was auch die „große Volksmenge“ der „anderen Schafe“ einschließt (Philipper 2:15; Offenbarung 7:9; Johannes 10:16). In vollem Umfang werden die Gesalbten ‘wie die Sterne leuchten’, wenn sie während der Tausendjahrherrschaft Christi mit ihm zusammen der gehorsamen Menschheit den uneingeschränkten Nutzen des Lösegeldes zukommen lassen. Die „anderen Schafe“ sollten treu zu den Gesalbten stehen und sie in jeder Hinsicht rückhaltlos unterstützen.

     

    Jehova ‘segnet die, die ihn fürchten’

    Was lehrt uns das Buch Daniel über den Gott, den wir anbeten? Denken wir an die darin enthaltenen Prophezeiungen — diejenigen, die sich schon erfüllt haben, und die, die sich noch erfüllen werden. Auf welch eindrucksvolle Weise wird Jehova doch dadurch als derjenige beschrieben, der sein Wort wahr macht! (Jesaja 55:11).

    Was erfahren wir aus dem nicht prophetischen Teil des Buches über Gott? Den vier jungen Hebräern, die es ablehnten, sich der Kultur des babylonischen Hoflebens anzupassen, wurde ‘Erkenntnis, Einsicht und Weisheit’ verliehen (Daniel 1:17). Der wahre Gott sandte seinen Engel und befreite Schadrach, Meschach und Abednego aus dem brennenden Feuerofen. Und Daniel wurde aus der Löwengrube befreit. Jehova ist eine Hilfe und ein Schild denen, die auf ihn vertrauen, und er ‘segnet die, die ihn fürchten’ (Psalm 115:9, 13).

    [Fußnote]
    Eine Vers-für-Vers-Betrachtung des Buches Daniel bietet das Buch Die Prophezeiung Daniels — achte darauf!, herausgegeben von Jehovas Zeugen.

  68. Juleam 27. September 2012 um 03:11 Link zum Kommentar

    Daniel 1 – 3

    Daniel 1 – Daniel und seine Freunde am babylonischen Königshof

    1 Im 3.Regierungsjahr Jojakims, des Königs von Juda, zog der babylonische König Nebukadnezar mit seinem Heer nach Jerusalem und belagerte die Stadt. 2 Der Herr ließ König Jojakim in seine Hände fallen, ebenso einen Teil der wertvollen Tempelgegenstände. Nebukadnezar brachte sie in sein Land und bewahrte sie in der Schatzkammer im Tempel seines Gottes auf.

    3 Dann befahl er seinem obersten Hofbeamten Aschpenas: »Wähle einige junge Israeliten aus dem judäischen Königshaus und den vornehmen Familien aus! 4 Sie sollen gut aussehen und gesund sein. Außerdem müssen sie Weisheit und Bildung mitbringen und eine rasche Auffassungsgabe besitzen; dann sind sie zum Dienst an meinem Hof geeignet. Sie sollen unsere Sprache schreiben und sprechen lernen! 5 Gib ihnen jeden Tag Speise und Wein von der königlichen Tafel, sie sollen das Gleiche essen und trinken wie ich. Nach dreijähriger Ausbildung können sie in meinen Dienst treten.«

    6 Unter den Judäern, die ausgesucht wurden, waren Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. 7 Der oberste Hofbeamte gab ihnen babylonische Namen: Daniel nannte er Beltschazar, Hananja Schadrach, Mischaël Meschach und Asarja Abed-Nego.

    8 Daniel nahm sich fest vor, niemals von der Speise des Königs zu essen und von seinem Wein zu trinken; denn sonst hätte er das Gesetz Gottes missachtet, das bestimmte Speisen für unrein erklärt. Darum bat er Aschpenas, auf die königlichen Speisen und den Wein verzichten zu dürfen. 9 Gott sorgte dafür, dass Aschpenas Daniel wohlgesinnt war und Verständnis für ihn zeigte. 10 Trotzdem hatte der Mann Bedenken: »Ich habe Angst vor meinem Herrn, dem König. Er hat festgelegt, was ihr essen und trinken sollt. Wenn er merkt, dass ihr nicht so gesund ausseht wie die anderen jungen Männer, lässt er mich köpfen!« 11 Da wandte sich Daniel an den Aufseher, den der oberste Hofbeamte über ihn und seine drei Freunde eingesetzt hatte: 12 »Versuch es doch zehn Tage lang, uns nur Gemüse und Wasser zu geben. 13 Danach vergleiche unser Aussehen mit dem der anderen jungen Männer, die von der Tafel des Königs essen. Und dann entscheide, was du in Zukunft mit uns tun willst.«

    14 Der Aufseher willigte ein und erfüllte ihren Wunsch. 15 Nach zehn Tagen sahen Daniel und seine Freunde sogar gesünder und kräftiger aus als alle anderen, die von den königlichen Speisen bekamen. 16 Darum gab der Aufseher ihnen von nun an immer Gemüse, von der Tafel des Königs brauchten sie nichts zu nehmen. 17 Gott schenkte den vier jungen Männern außergewöhnliche Weisheit und Erkenntnis; schon bald waren sie mit dem gesamten Wissen Babyloniens vertraut. Daniel konnte außerdem Visionen und Träume deuten.

    18 Nach Ablauf der drei Jahre befahl König Nebukadnezar, ihm alle jungen Israeliten vorzustellen. Der oberste Hofbeamte brachte sie zum König, 19 und dieser sprach mit ihnen. Dabei wurde ihm klar, dass Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja alle anderen in den Schatten stellten. Von nun an waren sie seine Berater. 20 Immer wenn der König vor schwierigen Entscheidungen stand und auf ein sicheres Urteil angewiesen war, fragte er die vier Freunde um Rat. Denn er hatte erkannt, dass sie allen Wahrsagern und Geisterbeschwörern seines Landes weit überlegen waren.

    21 Daniel blieb am Königshof bis zum 1.Regierungsjahr des Königs Kyrus.

    Hier finden wir einen ähnlichen Gedanken, wie wir ihn gestern bereits mit der gottgefälligen Unterordnung hatten. Im 3. Kapitel von dem Buch „Die Prophezeiung Daniels – achte darauf“ wird erklärt, warum Daniel darum bat, „sich mit den Speisen des Königs nicht verunreinigen zu müssen:

    17 Warum hatten die jungen Hebräer nur gegen die Delikatessen und den Wein etwas einzuwenden, nicht aber gegen alles andere? Daniels Überlegung läßt den Grund erkennen: Sein Wunsch war es, ‘sich nicht zu verunreinigen’. Wenn es auch vielleicht unangenehm war, „die Schrift und die Zunge der Chaldäer“ lernen zu müssen und einen babylonischen Namen zu erhalten, so wurde doch niemand dadurch zwangsläufig verunreinigt. Betrachten wir das Beispiel des Moses, der fast 1 000 Jahre früher lebte. Er war zwar „in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen“ worden, doch blieb er Jehova gegenüber loyal. Dadurch, daß ihn seine eigenen Eltern aufgezogen hatten, verfügte er über eine gute Grundlage. Deshalb „weigerte sich Moses [durch Glauben], als er erwachsen war, der Sohn der Tochter Pharaos genannt zu werden, indem er es sich erwählte, eher mit dem Volk Gottes schlecht behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben“ (Apostelgeschichte 7:22; Hebräer 11:24, 25).

    18 Inwiefern hätten sich die jungen Männer durch die Nahrungsmittel des babylonischen Königs verunreinigt?

    • Erstens könnten zu den Delikatessen Speisen gehört haben, die gemäß dem mosaischen Gesetz nicht erlaubt waren. Die Babylonier aßen zum Beispiel Tiere, die für die Israeliten unter dem mosaischen Gesetz unrein und daher verboten waren (3. Mose 11:1-31; 20:24-26; 5. Mose 14:3-20).
    • Zweitens pflegten die Babylonier geschlachtete Tiere nicht ausbluten zu lassen, bevor sie das Fleisch aßen. Nicht ausgeblutetes Fleisch zu verzehren wäre eine direkte Übertretung des Gesetzes Jehovas über das Blut gewesen (1. Mose 9:1, 3, 4; 3. Mose 17:10-12; 5. Mose 12:23-25).
    • Drittens opferten die Anbeter falscher Götter üblicherweise ihre Speisen Götzen, bevor sie sie bei einem Gemeinschaftsmahl zu sich nahmen. Diener Jehovas hätten nichts dergleichen getan. (Vergleiche 1. Korinther 10:20-22.)

    Und letzten Endes war der tagtägliche Genuß schwerer und üppiger Speisen sowie starker Getränke für Menschen jeden Alters wohl kaum gesund, besonders nicht für Jugendliche.

    Einen ähnlichen Gedanken finden wir auch in dem Drama „Macht das tägliche Bibellesen zu einem festen Bestandteil eures Familienlebens“, wo sich später unter den israelitischen Jugendlichen vor dem Standbild eine Diskussion entwickelt:

    Zuerst stellt sich bei den drei Freunden die Frage, ob sie überhaupt in die Ebene gehen sollten – denn ihr Glaube an Jehova verbietet es ihnen ja, sich vor anderen Göttern niederzubeugen. Aber auf der anderen Seite unterstehen sie dem König von Babylon und das Gebot, sich in der Ebene zu versammeln verstößt nicht gegen das GESETZ. Also gehen sie hin. Sie gehorchen ihm soweit, wie es nicht gegen Jehovas Maßstäbe ist.

    In der Ebene spricht sich unter den anderen Exilanten rum, dass diese drei vorhaben, sich nicht zu verbeugen. Was soll das denn? Sie bringen damit doch alle in Verruf. Sie wollen doch die Zeit des Exils friedlich hinter sich bringen und außerdem hatte Jeremia in Gottes Namen gesagt, dass ER von seinem Volk dort erwartet, dass es sich unter das Joch Nebukadnezars beugt. Wer das nicht tut, wird von Jehova bestraft. Daher haben die anderen vor, sich zu verbeugen – denn der König hat es ja angeordt!

    Hier zeigt sich, wie wichtig das Unterscheidungsvermögen ist, das Daniel und seine drei Freunde entwickelt hatten und dass sie Jehova, sein Wort und sein Handeln mit seinem Volk gut kannten.

    Denn warum erst hatte Jehova sein Volk ins Exil gehen lassen? Weil sie anderen Göttern dienten! Wenn sie sich nun vor dem Standbild verbeugten, dann würden sie nicht SEINEM Gebot aus Jeremia nachkommen, sondern das tun, weshalb Jehova sein Volk erst strafen mußte.

    Aber zu „den Speisen des Königs“ und dass Daniel „fortwährend darum bat, sich nicht verunreinigen zu müssen“, stellt sich noch die Frage, was er eigentlich gemacht hat, bis ihm seine Bitte vom Türsteher gewährt wurde?

    Hatte er in der Zwischenzeit einfach für sich die Anordnung des Königs mißachtet oder hat er die Speisen notgedrungen gegessen? Dies ist eigentlich nicht vorstellbar, wenn wir das mutige Handeln seiner drei Freunde und sein späteres Handeln bedenken, dass ihn selbst in Lebensgefahr brachte.

    Wir sehen, wir können auch für uns heute viel von Daniel und seinen Freunden lernen

  69. Juleam 27. September 2012 um 03:24 Link zum Kommentar

    Daniel 2 – Nebukadnezars Traum

    1 In seinem 2.Regierungsjahr hatte König Nebukadnezar einen Traum, der ihm solche Sorgen machte, dass er nicht mehr einschlafen konnte. 2 Da ließ er seine Berater rufen, alle Wahrsager, Geisterbeschwörer, Zauberer und Sterndeuter, damit sie ihm seinen Traum erklärten. Als sie sich beim König versammelt hatten, 3 begann er: »Ich habe etwas geträumt, das mir sehr zu schaffen macht. Nun möchte ich wissen, was es damit auf sich hat.«

    4 Da antworteten die Sterndeuter auf Aramäisch: »Lang lebe der König! Erzähl uns, deinen ergebenen Dienern, den Traum, dann wollen wir ihn deuten!«

    5 Aber der König entgegnete: »Nein, erzählt ihr mir, was ich geträumt habe, und erklärt es mir! Wenn ihr das nicht könnt, lasse ich euch in Stücke hauen und eure Häuser in Schutt und Asche legen. Niemand bringt mich davon ab. 6 Doch wenn ihr meinen Traum herausbekommt und ihn deuten könnt, beschenke ich euch reich und lasse euch große Ehre zuteil werden. Beschreibt ihn mir also, und erklärt ihn!«

    7 Die Männer baten noch einmal: »Der König möge ihn uns beschreiben; dann werden wir bestimmt sagen können, welche Botschaft er enthält.«

    8 Da warf der König ihnen vor: »Ihr wollt euch doch nur herausreden und Zeit gewinnen, weil ihr wisst, dass ich meine Drohung wahr mache. 9 Wenn ihr mir nicht sagt, was ich geträumt habe, lasse ich euer Todesurteil vollstrecken. Ich durchschaue eure Pläne: Ihr wollt mir eine Traumdeutung vorsetzen, die nichts als Lug und Trug ist. So meint ihr, mich hinhalten zu können, bis mein Zorn sich gelegt hat. Doch ich bleibe dabei: Erzählt mir den Traum, denn so erkenne ich, dass ihr mir auch die Wahrheit sagt, wenn ihr ihn erklärt.«

    10 Die Sterndeuter antworteten: »Kein Mensch auf der ganzen Welt kann diesen Wunsch erfüllen. Noch nie hat ein König, und sei er noch so mächtig, so etwas von einem Wahrsager, Geisterbeschwörer oder Sterndeuter verlangt. 11 Was du uns da zumutest, ist für Menschen nicht möglich. Nur die Götter können dir, o König, deinen Traum offenbaren! Doch sie wohnen nicht bei uns sterblichen Menschen.«

    12 Da verlor Nebukadnezar die Beherrschung. Voller Zorn ordnete er an, sämtliche königlichen Berater hinzurichten. 13 Überall gab man den Befehl bekannt: »Alle Gelehrten sollen getötet werden!« Auch nach Daniel und seinen Freunden wurde gesucht.

    14 Als Daniel davon erfuhr, wandte er sich an Arjoch, den Befehlshaber der königlichen Leibwache, der schon die Hinrichtungen vorbereitete. Er überlegte jedes Wort genau und fragte ruhig: 15 »Warum hat Nebukadnezar einen solch harten Befehl erteilt?« Arjoch erzählte ihm, wie es dazu gekommen war. 16 Sofort ging Daniel zum König und bat ihn: »Gib mir etwas Zeit, dann werde ich dir deinen Traum deuten.« 17 Zu Hause erzählte er alles seinen Freunden Hananja, Mischaël und Asarja. 18 »Bittet den Gott des Himmels um Gnade«, sagte er zu ihnen, »fleht zu ihm, dass er mir anvertraut, was sich hinter diesem Geheimnis verbirgt! Sonst werden wir zusammen mit den anderen Beratern des Königs umgebracht!«

    19 In der Nacht hatte Daniel eine Vision und erfuhr, was der Traum bedeutete. Da pries er den Gott des Himmels:

    20 »Gelobt sei Gott, jetzt und in alle Ewigkeit! Ihm allein gehören Macht und Weisheit.

    21 Er ist der Herr der Zeit und bestimmt, was wann geschieht; er setzt Könige ab und überlässt anderen ihren Thron. Den Weisen schenkt er ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand!

    22 Er enthüllt die unergründlichsten Geheimnisse und weiß, was im Dunkeln verborgen ist, denn er selbst ist vom Licht umgeben.

    23 Ja, ich lobe und preise dich, du Gott meiner Vorfahren! Denn du hast mir Weisheit und Kraft geschenkt. Du hast unsere Gebete erhört und mir den Traum des Königs enthüllt!«

    24 Nun ging Daniel zu Arjoch und bat ihn: »Lass die königlichen Berater nicht umbringen! Führ mich zu Nebukadnezar, denn ich kann ihm sagen, was er geträumt hat und was es bedeutet.«

    25 Arjoch brachte Daniel auf dem schnellsten Weg zum König und berichtete: »Ich habe unter den Verbannten aus Judäa einen Mann gefunden, der dem König seinen Traum erklären will!« 26 Nebukadnezar wandte sich an Daniel, der Beltschazar genannt wurde: »Kannst du mir denn wirklich sagen, was ich im Traum gesehen habe und was es bedeutet?«

    27 »Mein König«, erwiderte Daniel, »hinter dein Geheimnis kann keiner deiner Berater kommen, weder Geisterbeschwörer noch Wahrsager, noch Sterndeuter. 28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der das Verborgene ans Licht bringt. Dieser Gott hat dich, König Nebukadnezar, in die fernste Zukunft blicken lassen. Und jetzt sage ich dir, welche Vision du im Traum hattest: 29 Als du auf deinem Bett lagst, warst du in Gedanken versunken. Dich beschäftigte, was in der Zeit nach deiner Herrschaft kommen würde. Und der Gott, der Geheimnisse enthüllt, hat dich in die Zukunft schauen lassen. 30 Wenn ich dir nun den Traum erzählen kann, dann nicht, weil ich klüger wäre als andere Menschen. Nein, Gott hat es mir offenbart, damit du, mein König, eine Antwort auf das bekommst, was dich so beunruhigt.

    31 In deiner Vision sahst du eine riesige Statue vor dir. Von ihr ging ein greller Glanz aus, und ihre ganze Erscheinung jagte dir Angst ein. 32 Der Kopf war aus reinem Gold, die Brust und die Arme waren aus Silber, Bauch und Hüften aus Bronze, 33 die Beine aus Eisen und die Füße teils aus Eisen, teils aus Ton. 34 Während du noch schautest, löste sich plötzlich ohne menschliches Zutun ein Stein von einem Berg. Er traf die Füße aus Eisen und Ton und zermalmte sie. 35 Die ganze Statue brach in sich zusammen; Ton, Eisen, Bronze, Silber und Gold zerfielen zu Staub, den der Wind wegblies wie die Spreu von einem Dreschplatz. Nichts war mehr davon zu sehen! Der Stein aber, der die Statue zertrümmert hatte, wuchs zu einem riesigen Berg und breitete sich über die ganze Erde aus.

    36 Das war der Traum. Nun werde ich dir, mein König, erklären, was er bedeutet: 37 Du bist der mächtigste König, größer als alle anderen. Dir hat der Gott des Himmels die Herrschaft anvertraut und dir Macht, Stärke und Ruhm geschenkt. 38 Alle Menschen, ja, sogar die wilden Tiere und die Vögel hat er in deine Hand gegeben. Er hat dich dazu bestimmt, über sie alle zu regieren. Du bist der Kopf aus Gold. 39 Das Reich, das nach dir kommt, wird schwächer sein als deines. Das dritte, das bronzene, wird die ganze Welt beherrschen. 40 Das vierte ist hart wie Eisen. Es zerschlägt alle anderen Reiche, so wie hartes, schweres Eisen alles zermalmt. 41-42 Doch du hast gesehen, dass die Füße und Zehen der Statue teils aus Eisen, teils aus Ton waren. Dies bedeutet: Das Reich ist geteilt. Die eine Hälfte ist stark wie Eisen, die andere brüchig wie Ton. 43 Die Herrscher wollen ihre Familien durch Heiraten miteinander verbinden, doch ihr Bündnis hält nicht, genauso wenig wie Eisen und Ton aneinander haften bleiben.

    44 Noch während die Könige dieses Reiches an der Macht sind, wird der Gott des Himmels sein Reich aufbauen, das nie zugrunde geht. Kein anderes Volk kann ihm jemals die Herrschaft streitig machen. Ja, es bringt alle anderen Reiche zum Verschwinden und wird selbst für immer fortbestehen. 45 Das, mein König, war der Stein, der ohne menschliches Zutun vom Berg losbrach und die Statue aus Ton, Eisen, Bronze, Silber und Gold zertrümmerte. Ein mächtiger Gott hat dich in die Zukunft sehen lassen. Ich habe dir deinen Traum genau beschrieben, und meine Deutung trifft zu.«

    46 Da warf König Nebukadnezar sich vor Daniel nieder. Er befahl, man solle ihm Opfer darbringen und Weihrauch für ihn verbrennen. 47 Zu Daniel sagte er: »Es gibt keinen Zweifel: Euer Gott ist der größte aller Götter und der Herr über alle Könige! Er bringt Verborgenes ans Licht, sonst hättest du dieses Geheimnis nie aufdecken können.« 48 Nebukadnezar gab Daniel eine hohe Stellung am Hof und beschenkte ihn großzügig. Er setzte ihn als Statthalter über die ganze Provinz Babylon ein und ernannte ihn zu seinem obersten Berater.

    49 Auf Daniels Wunsch betraute er Schadrach, Meschach und Abed-Nego mit der Verwaltung der Provinz Babylon. Daniel selbst blieb am Hof des Königs.

    Dieses Standbild haben wir im letzten Jahr auf dem BZK erklärt bekommen und vor einiger Zeit dann noch mal zur Erinnerung im WT-Studium behandelt. Was ist davon bei uns hängen geblieben?

    Für mich besonders interessant war die Erklärung, was es mit diesen Weltmächten auf sich hat: es sind die, die dadurch herausgeragt sind, dass sie versucht haben, Gottes Volk auszurotten. Dadurch habe ich erst einmal verstanden, worum es ging.

    Da war zuerst Ägypten. Der Pharao gab den Befehl, alle neugeborenen Knaben zu töten – mit dem Ziel, das Volk Israel auszurotten. Dann kam Assyrien, das zwar den Auftrag und die Befugnis hatte, Gottes Volk zu unterwerfen, das aber dann auch das Volk ausrotten wollte. Dann sind wir schon bei Babylon und damit bei dem Traum vom Standbild angekommen, denn Babylon stellt den goldenen Kopf dar.

    Ab hier „übergebe“ ich dann mal an Kapitel 3 vom Daniel-Buch:

    Kapitel vier
    Ein riesiges Standbild — Aufstieg und Fall

    EIN Jahrzehnt ist vergangen, seitdem König Nebukadnezar Daniel und andere der ‘Vornehmsten des Landes Juda’ nach Babylon in die Gefangenschaft geführt hat (2. Könige 24:15). Der junge Daniel dient am Hofe des Königs, als plötzlich eine lebensbedrohende Situation entsteht. Warum sollte uns das interessieren? Weil Jehova Gott dadurch, daß er in bestimmter Weise eingreift, nicht nur das Leben Daniels und anderer rettet, sondern uns auch den Aufmarsch von Weltmächten der biblischen Prophetie bis in die Gegenwart hinein zeigt.

    EIN MONARCH VOR EINEM SCHWIERIGEN PROBLEM

    2 „Im zweiten Jahr des Königtums Nebukadnezars“, so schreibt der Prophet Daniel, „hatte Nebukadnezar Träume; und sein Geist begann beunruhigt zu werden, und selbst sein Schlaf war für ihn dahin“ (Daniel 2:1). Die Träume hatte Nebukadnezar, der König des Babylonischen Reiches. Er war 607 v. u. Z. eigentlich zum Weltherrscher aufgestiegen, als Jehova Gott zugelassen hatte, daß er die Stadt Jerusalem und ihren Tempel zerstörte. Im zweiten Jahr seiner Weltherrschaft (606/605 v. u. Z.) sandte Gott ihm einen Traum, der ihn in Schrecken versetzte.

    3 Dieser Traum beunruhigte Nebukadnezar so sehr, daß er nicht schlafen konnte. Natürlich interessierte sich der mächtige König außerordentlich für die Bedeutung seines Traumes. Aber er hatte den Traum vergessen. Daher ließ er die Magier, Beschwörer und Zauberer Babylons rufen. Sie sollten ihm erzählen, was er geträumt hatte, und den Traum deuten. Damit waren sie jedoch überfordert. Ihr Unvermögen machte Nebukadnezar derart wütend, daß er befahl, „alle Weisen Babylons [zu] vernichten“. Dieser Befehl hätte zu einer direkten Begegnung des Propheten Daniel mit dem ernannten Scharfrichter geführt. Wieso? Weil man Daniel und seine drei hebräischen Gefährten — Hananja, Mischael und Asarja — zu den Weisen Babylons zählte (Daniel 2:2-14).

    DANIEL KOMMT ZU HILFE

    4 Als Daniel von dem Grund für den strengen Erlaß Nebukadnezars erfuhr, ging er zu ihm und „erbat sich vom König, daß er ihm eigens dazu Zeit gäbe, dem König die wahre Deutung anzuzeigen“. Diese Bitte wurde ihm gewährt. Daniel begab sich wieder in sein Haus, und er und seine drei hebräischen Freunde erbaten „von dem Gott des Himmels Erbarmen hinsichtlich dieses Geheimnisses“. Noch in derselben Nacht offenbarte Jehova Daniel das Geheimnis des Traumes. Voller Dankbarkeit sagte Daniel: „Möge der Name Gottes gesegnet werden von unabsehbarer Zeit ja bis auf unabsehbare Zeit, denn Weisheit und Macht — denn sie gehören ihm. Und er ändert Zeiten und Zeitabschnitte, indem er Könige absetzt und Könige einsetzt, den Weisen Weisheit gibt und Erkenntnis denen, die Unterscheidungsvermögen kennen. Er offenbart die tiefen Dinge und die verborgenen Dinge, da er weiß, was im Finstern ist; und bei ihm wohnt ja das Licht.“ Daniel pries Jehova, der ihm diese Einsicht gewährt hatte (Daniel 2:15-23).

    5 Am nächsten Tag wandte sich Daniel an Arjoch, den Obersten der Leibwache, der beauftragt worden war, die Weisen Babylons zu vernichten. Als dieser erfuhr, daß Daniel den Traum deuten könne, brachte er ihn eilends zum König. Vor Nebukadnezar gab Daniel nicht sich selbst die Ehre, sondern sagte: „Es existiert ein Gott in den Himmeln, der ein Offenbarer von Geheimnissen ist, und er hat König Nebukadnezar bekanntgegeben, was im Schlußteil der Tage geschehen soll.“ Daniel stand nun im Begriff, nicht nur die Zukunft des Babylonischen Reiches zu enthüllen, sondern auch einen Überblick über Weltereignisse von der Zeit Nebukadnezars bis in unsere Zeit und noch darüber hinaus zu geben (Daniel 2:24-30).

    DEN TRAUM IN ERINNERUNG GERUFEN

    6 Nebukadnezar hörte aufmerksam zu, als Daniel erklärte: „Du, o König, erblicktest dann, und siehe, ein gewisses riesenhaftes Bild. Dieses Bild, das groß und dessen Glanz außerordentlich war, stand vor dir, und sein Aussehen war schrecklich. Was dieses Bild betrifft, sein Haupt war aus gutem Gold, seine Brust und seine Arme waren aus Silber, sein Bauch und seine Oberschenkel waren aus Kupfer, seine Beine waren aus Eisen, seine Füße waren teils aus Eisen und teils aus geformtem Ton. Du schautest weiter, bis ein Stein herausgehauen wurde, nicht mit Händen, und er schlug das Bild an seine Füße aus Eisen und geformtem Ton und zermalmte sie. Zu dieser Zeit wurden das Eisen, der geformte Ton, das Kupfer, das Silber und das Gold alle zusammen zermalmt und wurden wie die Spreu von der Sommerdreschtenne, und der Wind trug sie weg, so daß gar keine Spur davon gefunden wurde. Und was den Stein betrifft, der das Bild traf, er wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde“ (Daniel 2:31-35).

    7 Wie begeistert Nebukadnezar gewesen sein muß, als Daniel ihm den Traum darlegte! Doch halt! Die Weisen Babylons sollten nur dann verschont werden, wenn Daniel den Traum auch deuten konnte. Daniel sprach für sich und seine drei hebräischen Freunde, als er sagte: „Dies ist der Traum, und seine Deutung werden wir vor dem König ansagen“ (Daniel 2:36).

    EIN KÖNIGREICH VON AUSSERGEWÖHNLICHEM RANG

    8 „Du, o König, du König der Könige, du, dem der Gott des Himmels das Königreich, die Macht und die Stärke und die Würde gegeben hat und in dessen Hand er überall, wo die Menschensöhne wohnen, die Tiere des Feldes und die geflügelten Geschöpfe der Himmel gegeben hat und den er zum Herrscher über sie alle gemacht hat: du selbst bist das Haupt von Gold“ (Daniel 2:37, 38). Diese Worte trafen auf Nebukadnezar zu, nachdem Jehova ihn gebraucht hatte, 607 v. u. Z. Jerusalem zu zerstören. Und sie trafen deshalb zu, weil die Könige, die in Jerusalem auf dem Thron saßen, aus der Linie Davids, des gesalbten Königs Jehovas, stammten. Jerusalem war die Hauptstadt von Juda, dem Vorbildkönigreich Gottes, das Jehovas Souveränität über die Erde vertrat. Mit der Zerstörung dieser Stadt im Jahre 607 v. u. Z. hörte das Vorbildkönigreich Gottes auf zu bestehen (1. Chronika 29:23; 2. Chronika 36:17-21). Nun konnten die aufeinanderfolgenden Weltmächte, dargestellt durch die metallenen Teile des Standbildes, ohne Einmischung des Vorbildkönigreiches Gottes die Weltherrschaft ausüben. Als das Haupt von Gold — das kostbarste Metall, das man im Altertum kannte — zeichnete sich Nebukadnezar dadurch aus, daß er dieses Königreich gestürzt hatte, indem er Jerusalem zerstörte. (Siehe „Ein kriegerischer König errichtet ein Weltreich“, Seite 63.)

    9 Nebukadnezar, der 43 Jahre im Babylonischen Reich herrschte, war das Oberhaupt einer Dynastie, zu der auch sein Schwiegersohn Nabonid und Ewil-Merodach, sein ältester Sohn, gehörten. Diese Dynastie bestand noch weitere 43 Jahre bis zum Tod Belsazars, des Sohnes Nabonids, im Jahre 539 v. u. Z. (2. Könige 25:27; Daniel 5:30). Das goldene Haupt des Standbildes, das Nebukadnezar im Traum gesehen hatte, stellte also nicht lediglich ihn dar, sondern die gesamte babylonische Herrscherlinie.

    10 Daniel erklärte Nebukadnezar: „Nach dir wird sich ein anderes Königreich erheben, geringer als du“ (Daniel 2:39). Dieses Königreich — symbolisiert durch Brust und Arme des Standbildes, die aus Silber waren — sollte auf die Dynastie Nebukadnezars folgen. Etwa 200 Jahre zuvor hatte Jesaja das betreffende Königreich vorhergesagt und sogar den Namen seines siegreichen Königs genannt: Cyrus (Jesaja 13:1-17; 21:2-9; 44:24 bis 45:7; 45:13). Es handelte sich um das Medo-Persische Reich. Medo-Persien entwickelte zwar eine hohe Kultur, die derjenigen des Babylonischen Reiches nicht nachstand, aber das Königreich wird durch Silber dargestellt, ein Metall, das nicht so edel ist wie Gold. Dieses Königreich war geringer als die babylonische Weltmacht, weil es im Unterschied zu dieser nicht dazu gebraucht wurde, Gottes Vorbildkönigreich Juda, dessen Hauptstadt Jerusalem war, zu stürzen.

    11 Etwa 60 Jahre nach der Deutung des Traumes wurde Daniel Zeuge von dem Ende der Dynastie Nebukadnezars. Er befand sich am Ort des Geschehens, als das medo-persische Heer in der Nacht vom 5./6. Oktober 539 v. u. Z. in das scheinbar uneinnehmbare Babylon eindrang und König Belsazar tötete. Mit Belsazars Tod hörte das goldene Haupt des Standbildes aus dem Traum — das Babylonische Reich — zu bestehen auf.

    EXILANTEN DURCH EIN KÖNIGREICH BEFREIT

    12 Medo-Persien löste 539 v. u. Z. das Babylonische Reich als vorherrschende Weltmacht ab. Erster Herrscher in der eroberten Stadt Babylon wurde mit 62 Jahren Darius, der Meder (Daniel 5:30, 31). Für kurze Zeit regierte er gemeinsam mit dem Perser Cyrus das Medo-Persische Reich. Als Darius starb, wurde Cyrus der Alleinherrscher des Persischen Reiches. Für die Juden in Babylon bedeutete die Herrschaft des Cyrus die Befreiung aus der Gefangenschaft. Im Jahre 537 v. u. Z. gab Cyrus einen Erlaß heraus, der den Exiljuden in Babylon erlaubte, in ihr Heimatland zurückzukehren und Jerusalem und den Tempel Jehovas wieder aufzubauen. Das Vorbildkönigreich Gottes wurde in Juda und Jerusalem allerdings nicht wiederaufgerichtet (2. Chronika 36:22, 23; Esra 1:1 bis 2:2a).

    13 Die silberne Brust und die silbernen Arme des im Traum erschienenen Standbildes stellten die persische Königslinie dar, beginnend mit Cyrus dem Großen. Diese Dynastie blieb mehr als 200 Jahre bestehen. Cyrus soll auf einem Feldzug im Jahre 530 v. u. Z. umgekommen sein. Von den 12 Königen, die ihm auf den Thron des Persischen Reiches folgten, behandelten zumindest zwei das auserwählte Volk Jehovas wohlwollend. Der eine war Darius I. (ein Perser) und der andere Artaxerxes I.

    14 Darius I. war der dritte in der Linie der persischen Könige nach Cyrus dem Großen. Seine zwei Vorgänger waren möglicherweise Kambyses II. und dessen Bruder Bardiya (oder vielleicht ein Magier namens Gaumata, der sich als Bardiya ausgab). Zu der Zeit, als Darius I., auch Darius der Große genannt, im Jahre 521 v. u. Z. den Thron bestieg, war der Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem mit einem Verbot belegt. Als man in den Archiven in Ekbatana das Dokument fand, das den Erlaß des Cyrus enthielt, hob Darius im Jahre 520 v. u. Z. nicht nur das Verbot auf, sondern stellte für den Wiederaufbau des Tempels auch Geldmittel aus dem königlichen Schatz zur Verfügung (Esra 6:1-12).

    15 Der nächste persische Herrscher, der die jüdischen Bemühungen beim Wiederaufbau unterstützte, war Artaxerxes I., der 475 v. u. Z. seinem Vater Ahasverus (Xerxes I.) auf den Thron folgte. Artaxerxes erhielt den Beinamen Longimanus, weil seine rechte Hand länger war als die linke. Im 20. Jahr seiner Herrschaft, und zwar 455 v. u. Z., ernannte er seinen jüdischen Mundschenken Nehemia zum Statthalter von Juda und beauftragte ihn, die Mauern Jerusalems wieder aufzubauen. Diese Handlung kennzeichnete den Beginn der in Daniel, Kapitel 9 erwähnten ‘siebzig Jahrwochen’ und bestimmte die Zeit für das Erscheinen und den Tod des Messias oder Christus, Jesus von Nazareth (Daniel 9:24-27; Nehemia 1:1; 2:1-18).

    16 Der letzte der sechs Könige, die Artaxerxes I. auf den Thron des Persischen Reiches folgten, war Darius III. Seine Herrschaft fand 331 v. u. Z. ein jähes Ende, als ihm Alexander der Große bei Gaugamela, in der Nähe des alten Ninive, eine schreckliche Niederlage beibrachte. Das bedeutete das Ende der medo-persischen Weltmacht, die durch den silbernen Teil des Standbildes im Traum Nebukadnezars dargestellt wurde. Die nachfolgende Macht war in einer Hinsicht überlegen, doch in einer anderen Hinsicht geringer. Das wird deutlich, wenn wir uns anhören, wie Daniel den Traum Nebukadnezars weiter deutete.

    EIN AUSGEDEHNTES, DOCH GERINGERES KÖNIGREICH

    17 Daniel erklärte Nebukadnezar, daß der Bauch und die Oberschenkel des riesigen Standbildes „ein anderes Königreich“ darstellten, „ein drittes, aus Kupfer, das über die ganze Erde herrschen wird“ (Daniel 2:32, 39). Dieses dritte Königreich würde auf Babylonien und Medo-Persien folgen. Da Kupfer nicht so edel ist wie Silber, wäre die neue Weltmacht geringer als Medo-Persien, und zwar insofern, als sie mit keinem Vorrecht geehrt werden sollte, das mit der Befreiung des Volkes Jehovas zu vergleichen gewesen wäre. Doch das mit Kupfer verglichene Königreich würde „über die ganze Erde herrschen“, was darauf hindeutete, daß es eine größere Ausdehnung haben sollte als Babylonien oder Medo-Persien. Was beweisen die geschichtlichen Tatsachen in bezug auf diese Weltmacht?

    18 Kurz nachdem der ehrgeizige Alexander III. im Jahre 336 v. u. Z. im Alter von 20 Jahren den Thron von Makedonien geerbt hatte, unternahm er einen Eroberungsfeldzug. Wegen seines militärischen Erfolgs nannte man ihn Alexander den Großen. Er errang einen Sieg nach dem anderen und drang immer weiter in das persische Herrschaftsgebiet ein. Mit seinem Sieg über Darius III. in der Schlacht bei Gaugamela 331 v. u. Z. begann der Zerfall des Persischen Reiches, und Alexander machte Griechenland zur neuen Weltmacht.

    19 Im Anschluß an seinen Triumph bei Gaugamela ging Alexander daran, die persischen Hauptstädte Babylon, Susa, Persepolis und Ekbatana einzunehmen. Er unterwarf auch den übrigen Teil des Perserreiches und dehnte seine Eroberungen bis in den Westen Indiens aus. In den eroberten Ländern wurden griechische Kolonien gegründet. So verbreiteten sich die griechische Sprache und Kultur im gesamten Herrschaftsgebiet. Das Griechische Reich wurde tatsächlich größer als alle seine Vorgänger. Wie Daniel vorhergesagt hatte, herrschte das durch Kupfer dargestellte Königreich „über die ganze Erde“. Das hatte unter anderem zur Folge, daß Griechisch (Koine) zur allgemeinen Verkehrssprache wurde. Da diese Sprache eine präzise Ausdrucksweise erlaubte, erwies sie sich als äußerst nützlich beim Abfassen der Christlichen Griechischen Schriften und für die Verbreitung der guten Botschaft von Gottes Königreich.

    20 Alexander der Große lebte als Weltherrscher nur noch acht Jahre. Obwohl er eigentlich noch ein junger Mann war, nämlich erst 32 Jahre, erkrankte er nach einem Bankett und starb kurz darauf, am 13. Juni 323 v. u. Z. Im Laufe der Zeit wurde sein riesiges Reich in vier Territorien aufgeteilt. Jedes Territorium wurde von einem seiner Generäle regiert. So entstanden aus einem Großreich vier Reiche, die letzten Endes im Römischen Reich aufgingen. Die mit Kupfer verglichene Weltmacht bestand nur noch bis 30 v. u. Z., als das letzte dieser vier Königreiche — das von der ptolemäischen Dynastie regierte Ägypten — schließlich an Rom fiel.

    EIN KÖNIGREICH, DAS ZERMALMT UND ZERSCHMETTERT

    21 Daniel sagte über das im Traum erschienene Standbild weiter: „Was das vierte Königreich [nach Babylon, Medo-Persien und Griechenland] betrifft, es wird sich stark wie Eisen erweisen. Insofern als Eisen alles andere zermalmt und zermahlt, so wird es wie Eisen, das zerschmettert, auch alle diese zermalmen und zerschmettern“ (Daniel 2:40). Diese Weltmacht wäre angesichts ihrer Kraft und Fähigkeit zu zerschmettern mit Eisen vergleichbar — also stärker als die durch Gold, Silber und Kupfer dargestellten Reiche. Bei dem Römischen Reich handelte es sich um eine solche Weltmacht.

    22 Rom zerschmetterte und zermalmte das Griechische Reich und einverleibte seinem Herrschaftsgebiet die Überbleibsel der medo-persischen und der babylonischen Weltmacht. Es zeigte keine Achtung vor dem Königreich Gottes, das von Jesus Christus verkündigt wurde, und brachte ihn 33 u. Z. an einem Marterpfahl zu Tode. Rom wollte das wahre Christentum zerschmettern und verfolgte deshalb Jesu Jünger. Im Jahre 70 u. Z. zerstörten die Römer außerdem Jerusalem und seinen Tempel.

    23 Die eisernen Beine des Standbildes aus Nebukadnezars Traum stellten aber nicht nur das Römische Reich dar, sondern auch dessen späteren politischen Abkömmling. Beachten wir folgende Worte aus Offenbarung 17:10: „Da sind sieben Könige: fünf sind gefallen, einer ist, der andere ist noch nicht gekommen, doch wenn er gekommen ist, muß er eine kurze Weile bleiben.“ Als der Apostel Johannes diese Worte aufzeichnete, wurde er von den Römern auf der Insel Patmos gefangengehalten. Bei den fünf Königen oder Weltmächten, die gefallen waren, handelte es sich um Ägypten, Assyrien, Babylon, Medo-Persien und Griechenland. Der sechste König — das Römische Reich — war noch an der Macht. Aber auch dieser sollte fallen, und der siebte König würde in einem der von Rom eroberten Territorien aufsteigen. Welche Weltmacht wäre das?

    24 Britannien gehörte einmal zum nordwestlichen Teil des Römischen Reiches. Aber 1763 wurde daraus das Britische Reich — das Britannien, das die sieben Weltmeere beherrschte. 1776 erklärten seine 13 amerikanischen Kolonien ihre Unabhängigkeit und gründeten die Vereinigten Staaten von Amerika. In späteren Jahren wurden Britannien und die Vereinigten Staaten jedoch sowohl im Krieg als auch im Frieden Partner. So entstand der anglo-amerikanische Zusammenschluß, die siebte Weltmacht der biblischen Prophetie. Wie das Römische Reich hat sie sich als „stark wie Eisen“ erwiesen, indem sie eisengleiche Herrschaftsgewalt ausübt. Somit stehen die eisernen Beine des Standbildes aus dem Traum sowohl für das Römische Reich als auch für die anglo-amerikanische Doppelweltmacht.

    EIN ZERBRECHLICHES GEMISCH

    25 Daniel erklärte Nebukadnezar als nächstes: „Daß du die Füße und die Zehen teils aus geformtem Töpferton und teils aus Eisen bestehend sahst: Das Königreich selbst wird sich als geteilt erweisen, aber etwas von der Härte des Eisens wird offenbar in ihm sein, da du ja das Eisen mit feuchtem Ton vermischt erblickt hast. Und was die Fußzehen betrifft, die teils aus Eisen und teils aus geformtem Ton waren: Das Königreich wird sich teils als stark erweisen und wird sich teils als zerbrechlich erweisen. Daß du Eisen mit feuchtem Ton vermischt erblickt hast: Sie werden schließlich mit der Nachkommenschaft der Menschen vermischt sein; aber sie werden sicherlich nicht aneinanderhaften, dieses an jenem, so wie sich Eisen nicht mit geformtem Ton vermischt“ (Daniel 2:41-43).

    26 Die aufeinanderfolgenden Weltmächte wurden durch die verschiedenen Teile des Standbildes in Nebukadnezars Traum dargestellt, beginnend mit dem Kopf bis hin zu den Füßen. Logischerweise stellten die Füße und Zehen aus ‘Eisen, vermischt mit feuchtem Ton’, die letzte Ausdrucksform der Menschenherrschaft in der „Zeit des Endes“ dar (Daniel 12:4).

    27 Bei Anbruch des 20. Jahrhunderts herrschte das Britische Reich über ein Viertel der Erdbevölkerung. Andere europäische Reiche übten über weitere Millionen von Menschen Herrschaft aus. Doch nach dem Ersten Weltkrieg traten an die Stelle der Reiche mehrere Nationalstaaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschleunigte sich diese Entwicklung. Mit dem weiter wachsenden Nationalismus stieg die Zahl der Nationalstaaten in der Welt drastisch an. Die zehn Zehen des Standbildes stellen alle diese nebeneinander bestehenden Mächte und Staaten dar, denn in der Bibel bedeutet die Zahl Zehn mitunter irdische Vollständigkeit. (Vergleiche 2. Mose 34:28; Matthäus 25:1; Offenbarung 2:10.)

    28 Heute, in der „Zeit des Endes“, haben wir es mit den Füßen des Standbildes zu tun. Einige der Regierungen, die durch die Füße und Zehen aus Eisen, vermischt mit Ton, dargestellt wurden, haben sich wie Eisen erwiesen — autoritär und tyrannisch. Andere gleichen Ton. In welcher Hinsicht? Daniel brachte den Ton mit der „Nachkommenschaft der Menschen“ in Verbindung (Daniel 2:43). Trotz der Zerbrechlichkeit von Ton, aus dem die „Nachkommenschaft der Menschen“ gemacht ist, sehen sich die traditionellen eisenähnlichen Herrschaftssysteme gezwungen, immer mehr auf das gewöhnliche Volk zu hören, das in den Regierungen, die Herrschaftsgewalt ausüben, ein Wort mitreden möchte (Hiob 10:9). Doch die autoritäre Herrschaft und das gewöhnliche Volk bilden keine feste Verbindung — genausowenig wie Eisen und Ton. Zu der Zeit, wo das Standbild verschwindet, wird die Welt auf jeden Fall politisch zersplittert sein.

    29 Bricht das ganze Standbild deshalb zusammen, weil Füße und Zehen so unstabil sind? Was wird mit dem Standbild geschehen?

    EIN DRAMATISCHER HÖHEPUNKT

    30 Betrachten wir den Höhepunkt des Traumes. Daniel erklärte dem König: „Du schautest weiter, bis ein Stein herausgehauen wurde, nicht mit Händen, und er schlug das Bild an seine Füße aus Eisen und geformtem Ton und zermalmte sie. Zu dieser Zeit wurden das Eisen, der geformte Ton, das Kupfer, das Silber und das Gold alle zusammen zermalmt und wurden wie die Spreu von der Sommerdreschtenne, und der Wind trug sie weg, so daß gar keine Spur davon gefunden wurde. Und was den Stein betrifft, der das Bild traf, er wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde“ (Daniel 2:34, 35).

    31 In der Prophezeiung hieß es dazu noch erläuternd: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen; wie du ja sahst, daß aus dem Berg ein Stein gehauen wurde, nicht mit Händen, und daß er das Eisen, das Kupfer, den geformten Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott selbst hat dem König bekanntgegeben, was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig, und seine Deutung ist vertrauenswürdig“ (Daniel 2:44, 45).

    32 Als Nebukadnezar verstand, daß ihm der Traum in Erinnerung gerufen und erklärt worden war, erkannte er an, daß nur der Gott Daniels „ein Herr der Könige und ein Offenbarer von Geheimnissen“ war. Er setzte Daniel und seine drei hebräischen Gefährten in hohe Ämter ein (Daniel 2:46-49). Was bedeutet aber Daniels ‘vertrauenswürdige Deutung’ für die heutige Zeit?

    ‘EIN BERG ERFÜLLT DIE ERDE’

    33 Als im Oktober 1914 die „bestimmten Zeiten der Nationen“ abliefen, richtete der „Gott des Himmels“ das himmlische Königreich auf, indem er Jesus Christus, seinen gesalbten Sohn, als „König der Könige und Herrn der Herren“ auf den Thron erhob (Lukas 21:24; Offenbarung 12:1-5; 19:16). So wurde der „Stein“, das messianische Königreich, nicht durch Menschenhand, sondern durch göttliche Macht aus dem „Berg“, der universellen Souveränität Jehovas, herausgehauen. Diese himmlische Regierung liegt in den Händen Jesu Christi, dem Gott Unsterblichkeit verliehen hat (Römer 6:9; 1. Timotheus 6:15, 16). Deshalb wird dieses „Königreich unseres Herrn [Gottes] und seines Christus“, das ein Ausdruck der universellen Souveränität Jehovas ist, an niemand anders übergehen. Es wird für immer bestehen (Offenbarung 11:15).

    34 Die Geburt des Königreiches erfolgte „in den Tagen dieser Könige“ (Daniel 2:44). Dabei handelte es sich nicht nur um die Könige, die durch die Zehen des Standbildes dargestellt wurden, sondern auch um die durch die Teile aus Eisen, Kupfer, Silber und Gold versinnbildlichten. Die babylonische, die persische, die griechische und die römische Weltmacht gehörten als solche zwar schon längst der Vergangenheit an, doch gab es 1914 noch Überbleibsel davon. Zum Osmanischen Reich (Türkei) gehörte damals das Gebiet von Babylonien, und in Persien (Iran), Griechenland und Rom (Italien) waren nationale Regierungen an der Macht.

    35 Gottes himmlisches Königreich wird bald die Füße des symbolischen Standbildes treffen. Das hat zur Folge, daß alle durch das Standbild dargestellten Königreiche zerschmettert werden und ihnen damit ein Ende bereitet wird. Ja, im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, wird dieser „Stein“ das Standbild mit solch zermalmender Wucht treffen, daß es zu Pulver zermahlen und von Gottes Sturmwind weggefegt wird wie Spreu von der Dreschtenne (Offenbarung 16:14, 16). Dann wird Gottes Königreich wie ein Stein, der zu einem großen Berg wird und die Erde erfüllt, als berggleiche Regierung Einfluß auf „die ganze Erde“ ausüben (Daniel 2:35).

    36 Das messianische Königreich befindet sich zwar im Himmel, doch wird es seine Herrschaft über die Erde ausdehnen — zum Segen aller gehorsamen Bewohner. Diese stabile Regierung wird „nie zugrunde gerichtet werden“ und „an kein anderes Volk übergehen“. Im Gegensatz zu den Königreichen sterblicher menschlicher Herrscher „wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“, ja für immer (Daniel 2:44). Wie gern möchten wir doch für alle Zeit zu seinen Untertanen gehören!

    Ergänzend hier noch die Info aus dem Studienartikel zu den Zehen. Denn im Buch wird noch gesagt, dass die 10 Zehen die Vollständigkeit darstellt – im Studienartikel heißt es hierzu:

    Hat die Anzahl der Zehen im Traum vom Standbild etwas zu bedeuten? Überlegen wir einmal: In anderen Visionen nennt Daniel konkrete Zahlen — zum Beispiel die Zahl der Hörner auf den Köpfen der wilden Tiere. Diese Zahlen sind von Bedeutung. In seiner Beschreibung des Standbilds jedoch erwähnt Daniel die Zahl der Zehen gar nicht. Demnach scheint sie genauso wenig von Bedeutung zu sein wie der Umstand, dass das Standbild zwei Arme, zwei Hände, zehn Finger, zwei Beine und zwei Füße hatte. Was Daniel eigens erwähnt, ist, dass die Zehen aus Eisen und Ton bestanden. Aus dieser Beschreibung können wir ableiten, dass die angloamerikanische Weltmacht vorherrschend sein wird, wenn der „Stein“ — das Symbol für Gottes Königreich — die Füße des Standbilds trifft (Dan. 2:45).

  70. Juleam 27. September 2012 um 03:27 Link zum Kommentar

    Daniel 3 – Daniels Freunde werden zum Tod verurteilt

    1 König Nebukadnezar ließ eine goldene Statue von dreißig Metern Höhe und drei Metern Breite anfertigen und in der Ebene Dura in der Provinz Babylon aufstellen. 2 Dann lud er zur Einweihung alle führenden Beamten seines Reiches ein, die Statthalter und ihre Stellvertreter, die königlichen Berater, die Schatzmeister und Richter, die hohen Würdenträger und alle anderen Beamten der Provinzen. 3 Sie kamen und versammelten sich vor dem Standbild.

    4 Dann rief ein Herold mit lauter Stimme:
    »Ihr Männer aus allen Völkern, Ländern und Sprachen! Der König befiehlt euch: 5 Sobald ihr den Klang der Hörner und Flöten, der Zithern und Harfen, der Lauten, Pfeifen und aller anderen Instrumente hört, sollt ihr euch niederwerfen und die goldene Statue anbeten, die König Nebukadnezar aufstellen ließ. 6 Wer es nicht tut, wird bei lebendigem Leib im Ofen verbrannt!«

    7 Als die Musik einsetzte, warfen sich alle zu Boden und beteten die goldene Statue an.

    8 Einige Sterndeuter aber verklagten die Juden bei Nebukadnezar. 9 Sie sagten zu ihm: »Lang lebe der König! 10 Du, o König, hast doch angeordnet, dass jeder sich beim Klang der Instrumente niederwerfen und die Statue anbeten muss. 11 Wer dies nicht tut, soll in den Ofen geworfen werden. 12 Nun sind hier einige Juden, denen du die Verwaltung der Provinz Babylon anvertraut hast: Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese Männer haben sich über deinen Befehl hinweggesetzt. Sie dienen deinen Göttern nicht, und sie weigern sich, deine goldene Statue anzubeten.«

    13 Da packte den König der Zorn, und voller Wut ließ er die drei kommen. Als sie vor ihm standen, 14 stellte er sie zur Rede: »Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ist es wahr, dass ihr meinen Göttern keine Ehre erweist? Warum wollt ihr euch nicht vor meiner Statue niederwerfen? 15 Ich gebe euch eine letzte Gelegenheit: Wenn jetzt die Musik ertönt und ihr niederfallt, lasse ich noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Wenn ihr euch aber meinem Befehl widersetzt, werdet ihr auf der Stelle in den Ofen geworfen. Glaubt ihr, dass euch dann noch ein Gott aus meiner Gewalt retten kann?«

    16 Schadrach, Meschach und Abed-Nego jedoch entgegneten: »Wir werden gar nicht erst versuchen, uns vor dir zu verteidigen. 17 Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem Feuer und aus deiner Gewalt retten. 18 Aber auch wenn er es nicht tut, musst du wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Statue niederwerfen werden.«

    19 Da verlor Nebukadnezar die Beherrschung, und sein Gesicht verzerrte sich vor Wut. Er ordnete an, den Ofen siebenmal stärker als gewöhnlich zu heizen. 20 Dann befahl er seinen kräftigsten Soldaten, die drei Freunde zu fesseln und hineinzuwerfen. 21 Sofort band man die Männer und stieß sie mitsamt ihren Kleidern, mit den Hosen, Mänteln und Mützen, die sie trugen, in den Ofen. 22 Weil der König befohlen hatte, ihn besonders stark zu heizen, schlugen die Flammen heraus und töteten die Soldaten, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hineingeworfen hatten. 23 Die drei aber fielen gefesselt mitten ins Feuer.

    24 Plötzlich sprang Nebukadnezar entsetzt auf und fragte seine Beamten: »Haben wir nicht drei Männer gefesselt in den Ofen geworfen?« »Ja, sicher!«, antworteten sie. 25 »Warum sehe ich dann aber vier Männer ohne Fesseln im Feuer umhergehen?«, rief der König. »Sie sind unversehrt, und der vierte sieht aus wie ein Sohn der Götter!«

    26 Nebukadnezar trat näher an die Öffnung des Ofens heran und schrie: »Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Diener des höchsten Gottes, kommt heraus!« Da kamen die drei aus dem Ofen. 27 Die Statthalter und ihre Stellvertreter, die Verwalter und alle obersten Beamten eilten herbei und sahen, dass das Feuer den Männern nichts hatte anhaben können. Nicht ein Haar auf ihrem Kopf war versengt. Ihre Kleider waren völlig unbeschädigt, sie rochen nicht einmal nach Rauch.

    28 Da rief Nebukadnezar: »Gelobt sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos! Er hat seinen Engel gesandt, um diese Männer zu retten, die ihm dienen und sich auf ihn verlassen. Sie haben mein Gebot übertreten und ihr Leben aufs Spiel gesetzt, weil sie keinen anderen Gott anbeten und verehren wollten. 29 Deshalb erlasse ich einen Befehl für alle Völker und Länder, gleich welcher Sprache: Wer über den Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos etwas Verächtliches sagt, wird in Stücke gehauen, und sein Haus wird in Schutt und Asche gelegt! Denn es gibt keinen anderen Gott, der auf eine solche Weise retten könnte!« 30 Dann gab der König den drei Männern eine noch machtvollere Stellung in der Provinz Babylon.

    Wie wir sehen, lohnt es sich, auf unseren Gott Jehova zu vertrauen. Er lässt seine treuen Diener niemals im Stich.

    Oftmals lässt er viele schlimme Dinge zu, da er sich wegen der Streitfrage zurückhalten muss. Hier lässt er zu, dass die drei Freunde in den Feuerofen geworfen werden. Aber dann rettet er sie durch ein Wunder.

    Allerdings sind die drei Jungs bereit, auch für ihren Gott und die wahre Anbetung zu sterben. Was, wenn Jehova sie nicht aus dem Ofen gerettet hätte? Würde es dann bedeuten, dass er sie im Stich gelassen hätte?

    Hier sehen wir einen Engel, der mit ihnen durch das Feuer ging. Jehova hatte ihnen Gesellschaft geschickt, die ihnen Mut machen sollte. Falls uns so etwas passieren sollte, weil wir uns hartnäckig weigern, die wahre Anbetung aufzugeben, so können wir uns sicher sein, dass Jehova dies zumindest erträglich macht. Ich stelle mir das so vor, dass wir dann dabei keinen Schmerz und keine Panik empfinden.

    Wir können ganz sicher sein: unser Gott lässt uns niemals allein! Auch dann nicht, wenn er uns durch kein Wunder rettet oder keinen Engel schickt. Aber den Frieden Gottes wird er sicherlich jedem wahren und aufrichtigen Anbeter in so einer Situation geben. Denken wir hierbei bitte auch an Stephanus, der in einer solchen Situation Jesus in seiner Herrlichkeit sah

  71. Juleam 2. Oktober 2012 um 08:37 Link zum Kommentar

    Daniel 4 – 6

    Daniel 4 – Daniel deutet Nebukadnezars zweiten Traum

    31 Dies ist die Botschaft, die König Nebukadnezar an die Menschen aller Völker und Länder sendet, ganz gleich, welche Sprache sie sprechen:
    Ich grüße euch und wünsche euch Frieden! 32 In diesem Brief möchte ich euch von den unfassbaren Wundern erzählen, die der höchste Gott an mir getan hat.

    33 Groß und gewaltig sind seine Taten! Sein Reich bleibt für immer bestehen, seine Herrschaft hört niemals auf.

    1 Ich, Nebukadnezar, lebte glücklich und zufrieden im königlichen Palast. 2 Doch eines Tages, als ich auf meinem Bett lag und schlief, hatte ich einen schrecklichen Traum. Was ich in ihm sah, jagte mir große Angst ein. 3 Da ließ ich alle weisen Berater rufen. Sie sollten mir diesen Alptraum deuten. 4 Als die Wahrsager, Geisterbeschwörer, Sterndeuter und Magier vor mir standen, schilderte ich ihnen meinen Traum. Doch keiner konnte mir erklären, welche Botschaft er enthielt.

    5 Zuletzt trat Daniel vor mich, der nach meinem Gott Bel den Namen Beltschazar bekommen hatte. In ihm wohnt der Geist der heiligen Götter. Auch ihm erzählte ich meinen Traum: 6 »Beltschazar«, sagte ich, »dich habe ich über alle Wahrsager gesetzt, weil ich weiß, dass der Geist der heiligen Götter in dir wohnt. Kein Geheimnis ist für dich zu schwer. Sag mir doch, was die Bilder bedeuten, die ich im Traum gesehen habe!

    7 Ich träumte, in der Mitte der Erde stehe ein Baum von gewaltiger Höhe. 8 Er wuchs und wurde immer größer, bis sein Wipfel den Himmel berührte. Noch vom äußersten Ende der Erde aus konnte man ihn sehen. 9 Er besaß prächtige Blätter und trug viele Früchte. Den wilden Tieren bot er Schatten und Schutz, in seinen Zweigen nisteten die Vögel. Alle Menschen und Tiere ernährten sich von seinen Früchten.

    10 Während ich den Baum betrachtete, kam plötzlich vom Himmel ein Engel Gottes herab. 11 Er rief laut: ›Fällt den Baum, und hackt seine Äste ab! Reißt die Blätter herunter, und verstreut die Früchte überall! Die Tiere, die in seinem Schatten leben, und die Vögel, die in seinen Zweigen nisten, jagt in die Flucht! 12 Den Wurzelstock aber lasst stehen, und bindet ihn mit Ketten aus Eisen und Bronze auf der Wiese fest. Der Mensch, den dieser Wurzelstock darstellt, soll vom Tau durchnässt werden und sich wie ein Tier von Gras ernähren. 13 Er wird keine menschlichen Wesenszüge mehr besitzen, sondern einem Tier gleichen. Sieben Zeiträume lang soll dies dauern! 14 So haben es die heiligen Engel beschlossen, damit die Menschen erkennen: Der höchste Gott ist Herr über alle Königreiche der Welt. Er vertraut die Herrschaft an, wem er will, selbst dem unbedeutendsten Menschen.‹

    15 Das alles habe ich geträumt. Und nun erkläre mir, was es bedeutet, Beltschazar! Alle meine Berater sind unfähig dazu. Doch du kannst es, weil der Geist der heiligen Götter in dir wohnt.«

    16 Daniel, den man Beltschazar nannte, stand eine Zeit lang wie betäubt da, so erschreckte ihn das Gehörte. Da sagte ich zu ihm: »Beltschazar, mein Traum und seine Deutung braucht dir keine Angst einzujagen!« Daniel erwiderte: »Mein Herr und König, ich wünschte, die Botschaft würde deinen Feinden gelten, allen, die dich hassen! 17 Du hast einen Baum gesehen, der immer größer wurde, bis sein Wipfel schließlich den Himmel berührte. Noch vom äußersten Ende der Erde aus konnte man ihn erkennen. 18 Er besaß prächtige Blätter und trug viele Früchte. Den wilden Tieren bot er Schatten, in seinen Zweigen nisteten die Vögel.

    19 Dieser Baum bist du, mein König! Mächtig und bedeutend bist du geworden! Deine Größe reicht bis zum Himmel, und deine Herrschaft erstreckt sich bis zum Ende der Erde. 20 Dann hast du gesehen, wie ein Engel Gottes vom Himmel herabkam und rief: ›Fällt den Baum, und haut ihn in Stücke; den Wurzelstock aber lasst stehen, und bindet ihn mit Ketten aus Eisen und Bronze auf der Wiese fest! Der Mensch, den dieser Wurzelstock darstellt, soll vom Tau durchnässt und den Tieren gleich werden! Sieben Zeiträume lang wird dies dauern.‹

    21 Höre, mein König, was der höchste Gott über dich beschlossen hat: 22 Man wird dich aus der menschlichen Gemeinschaft ausstoßen, und du musst unter den Tieren hausen. Du wirst Gras fressen wie ein Rind und nass werden vom Tau. Erst wenn sieben Zeiträume vergangen sind, wirst du erkennen: Der höchste Gott ist Herr über alle Königreiche der Welt. Er vertraut die Herrschaft an, wem er will. 23 Du hast gehört, wie der Engel befahl, den Wurzelstock stehen zu lassen. Dies bedeutet: Du darfst wieder als König regieren, wenn du Gott als Herrscher anerkennst. 24 Nimm meinen Rat an, o König! Sag dich von allem Unrecht los, und tu Gutes! Hilf den Wehrlosen! Dann wird es dir auch in Zukunft gut gehen.« 25 Alles traf so ein, wie Daniel es vorausgesagt hatte: 26 Ein Jahr später ging ich auf dem Dach meines Palasts auf und ab. 27 Dabei dachte ich: »Da zu meinen Füßen liegt Babylon, die herrliche Stadt! Mir zu Ehren zeigt sie ihre ganze Pracht. Ich habe sie zu meiner Residenz ausgebaut, denn ich bin ein großer und mächtiger König!«

    28 Noch während ich dies dachte, hörte ich eine Stimme vom Himmel: »König Nebukadnezar, lass dir sagen: Deine Herrschaft ist zu Ende! 29 Die Menschen werden dich verstoßen, unter wilden Tieren musst du hausen und Gras fressen wie ein Rind. Erst wenn sieben Zeiträume vergangen sind, wirst du erkennen: Der höchste Gott ist Herr über alle Königreiche der Welt, er vertraut die Herrschaft an, wem er will.«

    30 Diese Ankündigung erfüllte sich sofort: Ich wurde aus der menschlichen Gemeinschaft verstoßen und fraß Gras wie ein Rind. Ich wurde vom Tau durchnässt, mein Haar war bald so lang wie Adlerfedern und meine Nägel wie Vogelkrallen.

    31 Als die lange Zeit schließlich zu Ende ging, schaute ich hilfesuchend zum Himmel, und da erlangte ich meinen Verstand wieder. Ich pries den höchsten Gott, ich lobte den, der ewig lebt. Seine Herrschaft hört niemals auf, sein Reich bleibt für alle Zeiten bestehen. 32 Die Bewohner dieser Erde sind nichts im Vergleich zu ihm. Alle Menschen, ja, sogar die Sterne am Himmel müssen sich seinem Willen beugen! Niemand darf sich ihm widersetzen und ihn fragen: »Was tust du da?«

    33 Als ich wieder bei Verstand war, erhielt ich meine königliche Würde, Ehre und Anerkennung zurück. Meine obersten Beamten und die führenden Männer meines Reiches kamen zu mir und setzten mich wieder als König ein. Ich wurde noch berühmter und angesehener als zuvor.

    34 Nun lobe und preise ich, Nebukadnezar, den König, der im Himmel regiert. Ihm gebe ich die Ehre! Er ist zuverlässig und gerecht in allem, was er tut. Wer aber stolz und überheblich ist, den stürzt er.

    Im Daniel-Buch, Kapitel 6 Abs 5 finden wir die Erklärung, warum Daniel „der Oberste der Magie treibenden Priester genannt wird:

    Nebukadnezar ließ die Weisen Babylons kommen und erzählte ihnen den Traum. Doch sie versagten kläglich. Sie waren absolut unfähig, den Traum zu deuten. Im Bericht heißt es weiter: „Zuletzt kam Daniel vor mich, dessen Name Beltschazzar ist, nach dem Namen meines Gottes, und in dem der Geist der heiligen Götter ist; und vor ihm sagte ich, was der Traum war“ (Daniel 4:6-8). Daniel war am Hof unter dem Namen Beltschazzar bekannt. Bei dem falschen Gott, den der König als seinen Gott bezeichnete, handelte es sich entweder um Bel, Nebo oder Marduk. Als Polytheist hielt Nebukadnezar Daniel für jemand, in dem „der Geist der heiligen Götter“ war.

    Und weil Daniel als Präfekt über alle Weisen Babylons gesetzt war, bezeichnete ihn der König als „Obersten der Magie treibenden Priester“ (Daniel 2:48; 4:9; vergleiche Daniel 1:20). Der treue Daniel gab natürlich niemals die Anbetung Jehovas auf und trieb keine Magie (3. Mose 19:26; 5. Mose 18:10-12).

    Und in dem Buch „Die herannahende Weltregierung – Gottes Königreich“ finden wir zu diesem Kapitel folgendes:

    Kapitel 5
    Die Zeit für den Beginn der Weltherrschaft vorausgesagt

    NEHMEN wir jetzt einmal eine Weltkarte zur Hand, und suchen wir darauf den Irak, die asiatische Türkei, Syrien, Libanon, Jordanien und Israel. Hätten die Herrscher dieser Länder kurz vor Beginn des sechsten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung gelebt, so hätten sie der dritten Weltmacht unterstanden und hätten von Babylon folgende amtliche Mitteilung erhalten:

    2 „Nebukadnezar, der König, an alle Völker, Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Möge euer Friede groß werden. Die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat, hat mir gut geschienen. Wie großartig sind seine Zeichen, und wie mächtig sind seine Wunder! Sein Königreich ist ein Königreich auf unabsehbare Zeit, und seine Herrschaft währt Generation um Generation“ (Daniel 4:1-3).

    3 Mit diesen Worten lenkte der damalige König Babylons die Aufmerksamkeit nicht auf sein eigenes, das Babylonische Reich, die dritte Weltmacht der biblischen Geschichte, sondern auf das Königreich und die Herrschaft Gottes, des Höchsten. Rechnet man von der Zerstörung der assyrischen Hauptstadt Ninive im Jahre 632 v. u. Z., an der König Nebukadnezar beteiligt war, bis zum Sturz Babylons durch den Perserkönig Cyrus im Jahre 539 v. u. Z., so bestanden das Babylonische Reich Nebukadnezars und seine Dynastie etwa dreiundneunzig Jahre, weniger als ein Jahrhundert. Doch das Königtum und die Herrschaft Gottes, des Höchsten, bestehen auf unabsehbare Zeit, von Generation zu Generation, das heißt ewig, endlos. Jehovas Königreich und seine Herrschaft werden nicht nur länger währen, sondern auch ein größeres Gebiet umfassen. Nebukadnezars Reich umfaßte lediglich einen Teil Südwestasiens, den Nahen Osten und schließlich Ägypten, doch das Gebiet, über das Gott, der Höchste, herrscht, erstreckt sich sowohl auf den Himmel als auch auf die Erde. Gott, der Höchste, ist der Souverän des Universums, und das für ewig!

    4 Indien und andere Nationen oder Stämme der Neuzeit haben ihre nationalen oder Stammesgötter, und auch das alte Babylon hatte seine Götter. Aber Nebukadnezar, ein Anbeter des babylonischen Gottes Marduk, sah sich gezwungen, der ganzen Welt zu verkünden, daß es einen höchsten Gott gibt, der zum Beweis seiner Existenz große und erstaunliche Zeichen und Wunder tut. Das war der Inhalt der amtlichen Mitteilung Nebukadnezars.

    NEBUKADNEZARS TRAUM VON DEM RIESENHAFTEN BAUM

    5 Uns alle beeindruckt der Anblick majestätischer Bäume. Wir können zwar Bäume pflanzen, aber wir müssen zugeben, daß Bäume keine Schöpfung des Menschen sind. Schon Jahrtausende vor der Erschaffung des Menschen im Jahre 4026 v. u. Z. gab es Bäume auf der Erde. Einige haben eine erstaunliche Höhe und auch ein erstaunliches Alter erreicht, wie zum Beispiel die riesigen Mammutbäume im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien.

    6 König Nebukadnezar berichtet uns von einem Baum, der höher war als der höchste Mammutbaum, der Eibennadlige oder Küstenmammutbaum, der über 110 Meter hoch wird. Welch einen Krach muß es gegeben haben, als dieser Baum gefällt wurde! Der Baumstumpf und sein weitverzweigtes Wurzelwerk wurden im Boden gelassen. Nun stellen wir uns vor, daß um diesen Baumstumpf Bänder aus Eisen und Kupfer gelegt wurden, um ein weiteres Wachstum zu verhindern. Für immer? Nein, sondern für 2 520 Jahre. Könnte ein Baumstumpf so lange am Leben bleiben? Bei dem zur Betrachtung stehenden Baumstumpf war dies der Fall. Und wenn man von der Zeit an rechnet, in der sich Nebukadnezar über diesen besonderen Baumstumpf äußerte, dann enden die 2 520 Jahre irgendwann in unserem zwanzigsten Jahrhundert. Sind nun die Bänder inzwischen von dem Baumstumpf gelöst worden? Was bedeutet das für uns? Wir können die Antwort darauf herausfinden.

    DER ERHALTEN GEBLIEBENE BERICHT DES KÖNIGS

    7 Zunächst wollen wir herausfinden, wie der Herrscher des Babylonischen Reiches, der dritten Weltmacht der biblischen Prophetie, von diesem Baumstumpf Kenntnis bekam. In seiner königlichen Proklamation heißt es: „Ich, Nebukadnezar, befand mich geruhsam in meinem Hause und hatte Gedeihen in meinem Palast. Da sah ich einen Traum, und er begann mich in Furcht zu versetzen. Und da waren Gedankenbilder auf meinem Bett und Visionen meines Hauptes, die mich zu erschrecken begannen. Und ein Befehl wurde von mir erlassen, alle Weisen Babylons vor mich hereinzuführen, damit sie mir die wahre Deutung des Traumes bekanntgäben.“ Was geschah dann?

    8 „Da traten die Magie treibenden Priester, die Beschwörer, die Chaldäer und die Astrologen herein; und ich sagte vor ihnen, was der Traum war, aber seine Deutung gaben sie mir nicht bekannt. Und zuletzt kam Daniel vor mich, dessen Name Beltschazar ist, nach dem Namen meines Gottes, und in dem der Geist der heiligen Götter ist; und vor ihm sagte ich, was der Traum war“ (Daniel 4:4-8).

    9 Nebukadnezars Erlebnis zeigt, wie vergeblich und nichtig die Bemühungen der Herrscher und Politiker der Nationen sind, von Astrologen, Hellsehern und anderen Okkultisten erfahren zu wollen, was die Zukunft bringt. Heute haben die Herrscher niemanden wie den Propheten Daniel, an den sie sich wenden könnten, aber wir haben das prophetische Buch Daniels. Aus diesem Buch können wir Dinge erfahren, die im zwanzigsten Jahrhundert bereits geschehen sind oder sich noch in naher Zukunft in unserer Generation ereignen werden. Für uns ist es jetzt interessant, zu erfahren, was Nebukadnezar träumte, wie Daniel seinen Traum deutete und wie dieser sich — gleichsam als ein Siegel und eine Garantie für seinen prophetischen Wert — im Vorbild erfüllte. Hören wir daher zu, wie Nebukadnezar Daniel seinen bedeutsamen Traum erzählt. Er sagt:

    10 „Nun begab es sich, daß ich die Visionen meines Hauptes auf meinem Bett sah, und siehe! ein Baum mitten auf der Erde, dessen Höhe riesenhaft war. Der Baum wuchs heran und wurde stark, und seine Höhe selbst erreichte schließlich die Himmel, und er war bis ans äußerste Ende der ganzen Erde sichtbar. Sein Laub war schön, und seine Frucht war reichlich, und da war Nahrung für alle an ihm. Unter ihm pflegten die Tiere des Feldes Schatten zu suchen, und auf seinen Zweigen wohnten ständig die Vögel der Himmel, und von ihm pflegte sich alles Fleisch zu nähren.“

    11 „Ich [König Nebukadnezar] fuhr fort, in den Visionen meines Hauptes auf meinem Bett zu sehen, und siehe! ein Wächter, ja ein Heiliger, der von den Himmeln selbst herabkam. Er rief laut aus, und dies ist, was er sprach: ,Haut den Baum um, und schneidet seine Zweige ab. Schüttelt sein Laub herunter, und verstreut seinen Fruchtertrag. Die Tiere mögen unter ihm wegfliehen und die Vögel von seinen Zweigen. Seinen Wurzelstock aber laßt in der Erde, nämlich mit einem Band von Eisen und von Kupfer, mitten im Gras des Feldes; und mit dem Tau der Himmel werde er benetzt, und bei den Tieren sei sein Teil unter der Pflanzenwelt der Erde. Sein Herz verändere sich von dem eines Menschen, und es werde ihm das Herz eines Tieres gegeben, und sieben Zeiten sollen über ihm vergehen. Durch die Verordnung von Wächtern ist die Sache, und durch den Spruch von Heiligen ist die Bitte, damit Lebende erkennen mögen, daß der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will, und er darüber sogar den niedrigsten der Menschen setzt‘ “ (Daniel 4:10-17).

    12 Gemäß dieser Beschreibung des Traumes, die König Nebukadnezar Daniel gab, überragte der Baum alle anderen Bäume. Er war für alle Erdbewohner sichtbar, so daß ihn niemand übersehen konnte. Es war ein guter Baum. Zwar wird er nicht als „der Baum des Lebens“ bezeichnet, aber es war ein lebenerhaltender Baum, denn er trug viel Frucht, so viel, daß sich alles Fleisch auf Erden davon ernähren konnte. Warum sollte er dann wie der große Baum der in Hesekiels Prophezeiung (Kapitel 31, Vers 3-14) beschrieben wird, gefällt werden? Wieso konnte der gefällte Baumstamm das „Herz“ eines Menschen haben, und wie konnte dieses in das „Herz eines Tieres“ umgewandelt werden? Wieso konnte dadurch, daß der Baum gefällt und sein gefällter Stamm „sieben Zeiten“ auf der von Gras bedeckten Erde liegen gelassen wurde, bewiesen werden, daß „der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will, und er darüber sogar den niedrigsten der Menschen setzt“? Nach den Worten des „Wächters“, eines Engels, war dies der Zweck der Handlung, die der König in seinem Traum sah.

    DIE DEUTUNG DES TRAUMES

    13 Kann Gott als der höchste Herrscher befehlen, daß ein Königreich, eine Weltmacht, wie ein bis zum Himmel ragender Baum gefällt wird, und kann er dann einen anderen König einsetzen, der aus dem niedrigsten Stand der Menschheit kommt, und ihm das Königtum übertragen?

    14 Das waren die Hauptfragen, die Daniel nun zu beantworten hatte, als König Nebukadnezar ihn bat, den Traum zu deuten (Daniel 4:18). Doch warum war Daniel beunruhigt, als Gott, der Höchste, ihm die Deutung des Traumes kundtat, und weshalb mußte Nebukadnezar Daniel versichern, er brauche sich nicht zu fürchten, den Traum zu deuten? Weil das Fällen des riesenhaften Baumes in erster Linie eine Anwendung auf Nebukadnezar hatte. Daher wünschte Daniel, daß sich dieser unheilvolle Traum an jemand anders erfülle, an den Widersachern des Königs, an denen, die ihn haßten (Daniel 4:19). Daniel beantwortet unsere eigenen Fragen, während wir ihn sagen hören:

    15 „Der Baum, den du erblicktest, der groß und stark wurde und dessen Höhe schließlich die Himmel erreichte und der für die ganze Erde sichtbar war . . ., der bist du, o König, denn du bist groß und stark geworden, und deine Größe hat sehr zugenommen und hat bis zu den Himmeln gereicht und deine Herrschaft bis an das äußerste Ende der Erde“ (Daniel 4:20-22).

    16 Dieser bis zum Himmel ragende Baum war somit ein Sinnbild für eine Herrschaft, eine weltweite Herrschaft, mit der jemand als Herrscher betraut worden war. Dieser Herrscher hatte ein „Herz“, das von dem eines Menschen in das eines Tieres verwandelt werden konnte. Eine solche Veränderung bedeutete gewiß einen Fall, eine Erniedrigung. Diese Erniedrigung entsprach dem Willen und Vorsatz Gottes, des Höchsten, des ‘Herrschers im Königreich der Menschheit’, denn Daniel sagte weiter zu Nebukadnezar:

    17 „Und daß der König einen Wächter erblickte, ja einen Heiligen, der von den Himmeln herabkam, der auch sprach: ,Haut den Baum um, und verderbt ihn. Aber seinen Wurzelstock, den laßt in der Erde, doch mit einem Band von Eisen und von Kupfer, im Gras des Feldes, und mit dem Tau der Himmel werde er benetzt, und mit den Tieren des Feldes sei sein Teil, bis sieben Zeiten selbst über ihm vergehen‘, das ist die Deutung, o König, und die Verordnung des Höchsten ist das, was meinem Herrn, dem König, widerfahren soll. Und man wird dich von den Menschen vertreiben, und bei den Tieren des Feldes wird schließlich deine Wohnung sein, und Pflanzen wird man auch dir zu essen geben so wie Stieren, und mit dem Tau der Himmel wirst du selbst benetzt werden, und sieben Zeiten werden über dir vergehen, bis du erkennst, daß der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will“ (Daniel 4:23-25).

    18 Was aber, wenn die „sieben Zeiten“ vorbei wären, in denen der König in diesem erniedrigten Zustand leben würde? Die Antwort auf diese Frage ging nicht direkt aus dem Traum Nebukadnezars hervor, aber Daniel beantwortete sie in seiner Deutung. Er kam nun zu der erfreulichen Seite des Traumes und sagte zu dem König: „Und daß man sprach, den Wurzelstock des Baumes solle man belassen: Dein Königreich wird dir sicher sein, sobald du erkannt hast, daß die Himmel herrschen. Darum, o König, möge dir mein Rat gut scheinen, und entferne deine eigenen Sünden durch Gerechtigkeit und deine Missetat dadurch, daß du Armen Barmherzigkeit erweist. Vielleicht wird dein Wohlergehen länger dauern“ (Daniel 4:26, 27).

    19 Trotz des mutigen Rates Daniels blieb Nebukadnezar stolz, da er der absolute Monarch der babylonischen Weltmacht, der dritten Weltmacht der biblischen Prophetie, war. Ein Mondjahr später wandelte er auf dem Dach des Königspalastes in Babylon. Daniel berichtet uns, was dann geschah: „Der König hob an und sprach: ,Ist das nicht Babylon die Große, die ich selbst für das Königshaus mit der Stärke meiner Macht und für die Würde meiner Majestät gebaut habe?‘ Während das Wort noch im Mund des Königs war, da fiel eine Stimme von den Himmeln her ein: ,Dir wird gesagt, o König Nebukadnezar: „Das Königreich selbst ist von dir gewichen, und von den Menschen treibt man selbst dich weg, und bei den Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein. Pflanzen selbst wird man dir zu essen geben so wie Stieren, und sieben Zeiten, sie werden über dir vergehen, bis du erkennst, daß der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will“ ‘ “ (Daniel 4:28-32).

    EIN PROPHETISCHES BILD DER WIRKLICHKEIT

    20 Was sich jetzt ereignete, war ein prophetisches Bild der Wirklichkeit; es veranschaulichte etwas, was weit größere Ausmaße hat. Der Traum Nebukadnezars begann sich an der Person eines Mannes zu erfüllen, der weltweite Herrschaft ausübte.

    21 Mit anderen Worten: Der symbolische riesenhafte „Baum“ wurde gefällt und fiel laut krachend in voller Länge zur Erde. Nur der Baumstumpf, der „Wurzelstock“, blieb stehen. Es wurden ihm aber Bänder aus Eisen und Kupfer angelegt, damit er im Verlauf der verordneten „sieben Zeiten“ nicht weiterwachsen konnte. Tatsächlich mußte der mächtige Nebukadnezar von seinem Thron herabsteigen. Der ‘Herrscher im Königreich der Menschheit’ erzwang dies, indem er den König von Babylon mit Wahnsinn schlug und sein Herz von dem eines mächtigen Herrschers in das eines Tieres verwandelte, in das Herz eines Stieres, der sich von den Pflanzen des Feldes ernährt. Wahrscheinlich erinnerten sich die Hofbeamten König Nebukadnezars an den Traum und an Daniels Deutung und fürchteten sich, jemand anders an seiner Stelle auf den Thron zu setzen. Doch besonders Gott, der Höchste, sorgte dafür, daß der Königsthron für Nebukadnezar erhalten blieb, damit er am Ende der bestimmten „sieben Zeiten“ wiedereingesetzt werden konnte (Daniel 5:18-21).

    22 Diese Entwicklung der Ereignisse begann, nachdem die Stimme aus dem Himmel mit dem prahlerischen Weltherrscher gesprochen hatte. „In demselben Augenblick erfüllte sich an Nebukadnezar das Wort selbst, und aus der Menschheit wurde er vertrieben, und Pflanzen begann er zu essen so wie Stiere, und mit dem Tau der Himmel wurde sein eigener Leib benetzt, bis sein Haar selbst so lang wuchs wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen“ (Daniel 4:33; vergleiche Apostelgeschichte 12:21-23).

    23 Bedeutete diese Erniedrigung König Nebukadnezars den Sturz des Babylonischen Reiches? Keineswegs. Gemäß der Verordnung Gottes, des Höchsten, sollte dieses Reich noch einige Jahrzehnte als die dritte Weltmacht bestehenbleiben, die jetzt dem in Bänder gelegten gewaltigen Wurzelstock des riesenhaften Baumes entsprach, den Nebukadnezar in seinem Traum gesehen hatte. Der Prophet Daniel blieb im Dienst des schwachsinnigen Königs; er diente als ‘Herrscher über den ganzen Gerichtsbezirk Babylon und als Oberpräfekt über alle Weisen Babylons’. Auch Daniels drei hebräische Gefährten, Chananja, Mischael und Asarja, bekleideten weiterhin ihre Ämter in der Verwaltung dieses Gerichtsbezirks (Daniel 1:11-19; 2:48, 49; 3:30). Bestimmt berechneten diese vier prominenten jüdischen Verbannten in Babylon die Zeit der Krankheit des Königs und warteten darauf, daß er gesund auf seinen Königsthron zurückkehre, nachdem er gelernt hätte, daß „der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will“. Und das geschah auch am Ende der „sieben Zeiten“.

    24 Der König selbst erzählt uns, was geschah: „Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zu den Himmeln, und mein eigener Verstand begann zu mir zurückzukehren; und ich segnete den Höchsten selbst, und Ihn, der auf unabsehbare Zeit lebt, pries und verherrlichte ich, weil seine Herrschaft eine Herrschaft auf unabsehbare Zeit ist und sein Königreich Generation um Generation währt. Und alle Bewohner der Erde werden als bloßes Nichts geachtet, und er tut nach seinem eigenen Willen inmitten des Heeres der Himmel und der Bewohner der Erde. Und es existiert keiner, der seiner Hand wehren oder der zu ihm sprechen kann: ,Was hast du getan?‘ “ (Daniel 4:34, 35).

    25 Zu jener Zeit wurden, was die Erfüllung des prophetischen Traumes an Nebukadnezar selbst betrifft, die Bänder von Eisen und Kupfer vom Wurzelstock des riesenhaften Baumes gelöst und entfernt. Die buchstäblichen „sieben Zeiten“ waren abgelaufen, und es war an der Zeit, daß der geistig gesundete König wieder an die Macht gelangte. Darüber berichtete Nebukadnezar selbst: „Zu derselben Zeit begann mein Verstand selbst zu mir zurückzukehren, und für die Würde meines Königreiches begannen meine Majestät und mein Glanz zu mir zurückzukehren; und eifrig begannen auch meine hohen königlichen Beamten und meine Großen, nach mir zu suchen, und ich wurde wieder über mein eigenes Königreich eingesetzt, und außergewöhnliche Größe wurde mir hinzugefügt“ (Daniel 4:36). Welch ein „Zeichen der Heilung“ seitens Gottes, des Höchsten! (Daniel 4:2; Apostelgeschichte 4:22).

    26 Es scheint ganz angebracht gewesen zu sein, daß Daniel, Chananja, Mischael und Asarja als ‘hohe königliche Beamte’ ebenfalls nach dem wiedereingesetzten König suchten, denn dadurch bewiesen sie ihre Loyalität und daß sie die Interessen seines Königreiches während seiner Geisteskrankheit gewahrt hatten. (Vergleiche 2. Samuel 19:11-15.) Diese vier Anbeter Jehovas waren wahrscheinlich besonders daran interessiert, zu erfahren, wie sich die demütigende Erfahrung, die ihr Gott dem König bereitet hatte, auf diesen ausgewirkt hatte. Mehr als alle anderen Diener des Königs schätzten sie es, daß Nebukadnezar die universelle Souveränität des höchsten „Herrschers“ anerkannte, den er als den ewig regierenden „König der Himmel“ bezeichnete. Sie sahen, wie dieser himmlische König einem Mann das Königtum zurückgab, der „sieben Zeiten“ lang ‘der niedrigste der Menschen’ war, ja auf die Stufe eines Tieres des Feldes erniedrigt worden war (Daniel 4:17). Sie verstanden, was Jehova getan hatte.

    „SIEBEN ZEITEN“

    27 Wie lange dauerten nun die „sieben Zeiten“, in denen Nebukadnezar geistesgestört und somit außerstande war, seine königliche Herrschaft auszuüben? In dem Geschichtswerk Jüdische Altertümer, das von dem Juden Flavius Josephus im Griechisch des ersten Jahrhunderts herausgegeben wurde, werden diese „sieben Zeiten“ als sieben Jahre betrachtet (10. Buch, 10. Kapitel, 6. Absatz). Im darauffolgenden Jahrhundert gab Theodotion von Pontus (Kleinasien), der zwischen den Jahren 180 und 182 u. Z. das Buch Daniel ins Griechische übersetzte, den hebräischen Ausdruck mit „sieben Jahre“ (heptà éte) wieder. Andere jüdische Kommentatoren verstehen unter dem Ausdruck „Zeiten“ hier ebenfalls „Jahre“. Tatsächlich geben auch einige heutige Übersetzer den Ausdruck so wieder. In der Stuttgarter Erklärungsbibel heißt es: „So soll er sieben Jahre verbringen“ (Daniel 4:13, 20, 22, 29). Einige englische Übersetzungen schreiben gleichfalls „sieben Jahre“ (A New Translation von James Moffatt, The Complete Bible—An American Translation und die Good News Bible, 1976).

    28 Somit waren also sieben biblische Mondjahre gemeint, denn die Zeit war vom Autor der Bibel, von Jehova Gott, festgesetzt worden. Alte Inschriften sollen davon berichten, daß es mehrere Jahre gab, in denen Nebukadnezar nichts tat. Es kann gut sein, daß diese Jahre mit den „sieben Zeiten“ seiner Unfähigkeit und Geisteskrankheit übereinstimmen.

    29 Ist das jedoch alles? Wir haben keinen Grund zu bezweifeln, daß Nebukadnezars Traum von dem bis zum Himmel ragenden Baum prophetisch war, daß er von Jehova Gott inspiriert war. Doch erfüllte sich dieser Traum nur an Nebukadnezar, damit dieser lernte, wer der höchste Herrscher war? Sollte allein durch sein persönliches Erlebnis das Ziel erreicht werden, daß „Lebende erkennen mögen, daß der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will, und er darüber sogar den niedrigsten der Menschen setzt“? (Daniel 4:17). Bedeutet die Einsetzung des „niedrigsten der Menschen“ über das Königreich der Menschheit, daß der Höchste die niedrigste Form der Herrschaft über die Menschheit aufrichten wird? Bestimmt nicht! (Daniel 4:36, 37). Für die in unserem bedeutsamen Jahrhundert „Lebenden“ muß Nebukadnezars Traum eine weitere, eine viel umfassendere Erfüllung finden. Und so ist es auch.

    30 Die Tatsachen bestätigen, daß sich der Traum des babylonischen Königs zum erstenmal im Altertum erfüllte. Gibt es Beweise aus späterer Zeit für eine größere und endgültige Erfüllung desselben Traumes? Nun, Nebukadnezar, der damals durch den riesenhaften Baum dargestellt wurde, war der Herrscher des Babylonischen Reiches. Er versinnbildlichte somit eine weltweit ausgeübte, überall auf der Erde anerkannte Herrschaft. Ebenso stand der „Baum“, der ihn veranschaulichte, stellvertretend für eine Herrschaft von weit größeren Ausmaßen als die des Königs von Babylon. Welche Herrschaft war damals größer als die König Nebukadnezars, die ihm niemand auf der Erde streitig machte? Nur die Herrschaft dessen, den Nebukadnezar als den „Höchsten“, als den „König der Himmel“, anerkannte (Daniel 4:34, 37). Aus diesem Grund versinnbildlichte der bis zum Himmel ragende, lebenerhaltende Baum die UNIVERSELLE SOUVERÄNITÄT des Höchsten, Jehovas, und zwar besonders in bezug auf die Erde. Diese universelle Souveränität ist ewig; sie wird „auf unabsehbare Zeit“, für alle Generationen, bestehenbleiben.

    31 Wenn dem „Baum“ diese Bedeutung gegeben wird, steigen in unserem Sinn sicher einige Fragen auf. Zum Beispiel: Könnte ein solcher „Baum“ je gefällt werden, und das auf Befehl des universellen Souveräns, des Höchsten, selbst? Und wie wird er wiederhergestellt? Die Erklärung dafür finden wir in Gottes geschriebenem Wort, der Bibel.

    32 Lange Zeit wurde Jehovas universelle Souveränität hier auf der Erde vertreten. Wodurch, wo und wann? Durch das Königreich, das er für sein auserwähltes Volk, die zwölf Stämme Israels, gründete. Das war besonders zu der Zeit, als Jehovas Gesalbter, König David, über alle zwölf Stämme Israels als König eingesetzt wurde, wonach er seine Hauptstadt nach Jerusalem verlegte, das er den heidnischen Jebusitern genommen hatte. Das war im Jahre 1070 v. u. Z.

    33 Im gleichen Jahr ließ König David die heilige Bundeslade Jehovas in die Stadt bringen und in einem Zelt in der Nähe seines Königspalastes aufstellen. Auf diese Weise begann Jehova gewissermaßen in Israels Hauptstadt Jerusalem zu regieren, und von dem König Israels wurde gesagt, er sitze auf dem „Thron Jehovas“ (1. Chronika 29:23; 16:1-31). Wiederholt erkannte König David an, daß Jehova sein himmlischer König, der wahre Herrscher Israels, war (Psalm 5:2; 24:7-10; 68:24; 145:1). Daher vertrat das Königreich, das seinen Sitz in Jerusalem hatte, wo David und seine königlichen Nachfolger auf dem „Thron Jehovas“ saßen, Jehovas universelle Souveränität in bezug auf die Erde (2. Chronika 13:5, 8).

    34 Folglich war dieser Ausdruck der universellen Souveränität Jehovas, ausgeübt von König David und seinen königlichen Nachfolgern in Jerusalem, das, was durch den riesenhaften Baum dargestellt wurde, den Nebukadnezar in seinem Traum sah. Gemäß dem Traum wurde dieser alles beherrschende Baum gefällt. In Übereinstimmung damit wurde Gottes Souveränität, ausgeübt von der Linie der davidischen Könige in Jerusalem, gefällt, gestürzt, außer Kraft gesetzt. Wann? Im Jahre 607 v. u. Z., als Nebukadnezar, der König von Babylon, Jerusalem und den Tempel zerstörte und den letzten regierenden König, Zedekia aus der Familie Davids, ins Exil bringen ließ, wo er starb. Jehova selbst fällte den symbolischen Baum der Souveränität, denn er gebrauchte Nebukadnezar als seinen „Diener“, der diesen Sturz herbeiführen sollte. Jehova nahm die Verantwortung für den Sturz des Königreiches, dieses sichtbaren Ausdrucks seiner Souveränität über die Erde, auf sich (Jeremia 25:8-11, 17-29; Hesekiel 21:22-27).

    35 Zu dieser Zeit schränkte Gott seine Souveränität, die bis dahin von einem königlichen Nachkommen Davids ausgeübt worden war, ein. Das war dadurch dargestellt worden, daß dem verbleibenden Wurzelstock Bänder aus Eisen und Kupfer umgelegt wurden. Aus diesem symbolischen Wurzelstock konnte kein königlicher Sproß hervorkommen, und somit konnte Gottes Souveränität, ausgeübt von einem davidischen König, nicht mehr wachsen. Wie lange sollte dieser erniedrigte Zustand der universellen Souveränität Jehovas andauern? „Sieben Zeiten“, und diese sieben Zeiten wurden prophetisch durch die „sieben Jahre“ des Entthrontseins Nebukadnezars dargestellt, während deren er wie ein Tier des Feldes leben mußte. Welche Zeitspanne umfassen diese „sieben Zeiten“?

    36 Eine „Zeit“ oder ein Mondjahr, das in Verbindung mit biblischen Prophezeiungen gebraucht wurde, hatte durchschnittlich 360 Tage, das heißt zwölf Mondmonate von durchschnittlich je 30 Tagen. (Vergleiche 1. Mose 7:11 bis 8:4.) Die „sieben Zeiten“ oder „sieben Jahre“ belaufen sich daher auf 7 mal 360 Tage oder 2 520 Tage. Sind diese 2 520 Tage in diesem Fall buchstäblich zu verstehen? Nun, sieben Mondjahre oder 2 520 Tage nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. und der Verödung des Landes Juda wurde Gottes universelle Souveränität in bezug auf unsere Erde nicht wiederhergestellt. Im Jahre 600 v. u. Z. befanden sich die überlebenden Israeliten immer noch in der Babylonischen Gefangenschaft, Jerusalem und das Land Juda lagen immer noch verödet da, und das Babylonische Reich war noch immer die Weltmacht jener Zeit. Erst 63 Jahre später, im Jahre 537 v. u. Z., gewährte der Eroberer Babylons den im Exil lebenden Israeliten die Freiheit, zurückzukehren und ihre geliebte Heimat wieder zu besiedeln. Doch selbst damals wurde das theokratische Königreich des Hauses Davids in Jerusalem nicht wiederaufgerichtet.

    37 Jetzt hatte das Medo-Persische Reich, die vierte Weltmacht der biblischen Prophetie, die Macht über die Welt inne, und Cyrus der Große, der Perser, regierte als König. Serubbabel, ein rechtmäßiger und natürlicher Erbe des Thrones Davids, wurde daher lediglich als Statthalter der persischen Provinz Juda eingesetzt. Medo-Persien entsprach der silbernen Brust und den silbernen Armen des metallenen Standbildes aus dem inspirierten Traum, den der Prophet Daniel König Nebukadnezar in den Sinn zurückrufen und dann deuten mußte (Daniel 2:31, 32, 39). Gemäß diesem Traum und seiner Deutung sollte die heidnische Weltherrschaft als nächstes von der mit Kupfer verglichenen griechischen Weltmacht und danach von dem mit Eisen verglichenen Römischen Reich und seiner Fortsetzung, der britisch-amerikanischen Doppelweltmacht der Neuzeit, ausgeübt werden. Erst danach sollten Jehovas universelle Souveränität (dargestellt durch den Berg) und das Königreich (dargestellt durch den ausgehauenen Stein) mit den heidnischen Weltmächten in Konflikt geraten (Daniel 2:32-35, 44, 45). Das bringt uns ins zwanzigste Jahrhundert.

    38 Es ist daher offenkundig, daß die 2 520 Tage währenden „sieben Zeiten“, gemessen an dem „Bild“ der Weltmächte, für eine längere Zeitspanne stehen müssen als die sieben buchstäblichen Jahre, in denen Nebukadnezar wie ein Tier draußen auf dem Feld lebte. Für jeden dieser 2 520 Tage muß demnach die biblische Regel gelten: „Einen Tag für ein Jahr, einen Tag für ein Jahr, das habe ich dir gegeben“ (Hesekiel 4:6; vergleiche 4. Mose 14:34). Das bedeutet, daß sich die „sieben Zeiten“, in denen heidnische Weltmächte die Welt regieren würden und in denen Gottes Königreich nicht eingreifen würde, über 2 520 Jahre erstrecken und mit der Verwüstung des Landes Juda (einschließlich Jerusalems) durch die Babylonier beginnen sollten. Wann endete diese Zeitspanne, wenn man von der Mitte des siebenten Mondmonats (15. Tischri) des Jahres 607 v. u. Z. an rechnet? Am 15. Tischri oder 4./5. Oktober 1914 u. Z.

    39 Zu dieser Zeit wollte Jehova Gott, der Allmächtige, die Bänder von Eisen und Kupfer, die um den symbolischen Wurzelstock der universellen Souveränität gelegt worden waren, lösen. Auf diese Weise sollte ein königlicher „Sproß“ die Möglichkeit haben, daraus emporzuwachsen, damit Gottes universelle Souveränität auf der ganzen Erde wiederhergestellt werden konnte (Hiob 14:7-9; Jesaja 11:1, 2) Das ereignete sich bei der in Offenbarung 12:5-10 (Herder; NW) beschriebenen Geburt der mit einem ‘männlichen Kind’ verglichenen Regierung, die „alle Nationen mit eisernem Stabe hüten“ sollte. In Nebukadnezars Traum vom „Bild“ der Weltmächte wurde dieses Ereignis dadurch versinnbildlicht, daß der „Stein“ aus dem Berg ausgehauen wurde, damit er das „Bild“ der Weltmächte vernichte (Daniel 2:34, 35). Dadurch wurde das von Jesus Christus in Lukas 21:24 vorhergesagte Ende der „bestimmten Zeiten der Nationen“ auf bedeutungsvolle Weise gekennzeichnet.

    40 Von da an wurde die königliche Regierung, die durch das alte Jerusalem unter der Herrschaft der Königsfamilie Davids dargestellt wurde, nicht mehr von heidnischen Weltmächten „niedergetreten“. Statt dessen sollte sie diese Weltmächte niedertreten.

    41 Angesichts all dieser Tatsachen kommen wir zu dem Schluß, daß der Herrscher des Universums, der von Anfang an den Ausgang kennt, mehr voraussagte als nur die Zeit, in der Nebukadnezar den Thron der babylonischen Weltmacht wieder einnehmen würde. Jehova Gott sagte gleichzeitig die Zeit voraus, in der er seine eigene Weltherrschaft ausüben würde, indem er seine rechtmäßige universelle Souveränität in bezug auf unsere Erde wieder geltend machen würde. Nachdem wir die Zeit dafür festgestellt haben, sind wir bereit, uns mit dem Hauptbevollmächtigten zu befassen, den Jehova, der Souverän des Universums, zu diesem Zweck bestimmt hat. Das wollen wir jetzt tun.

  72. Juleam 2. Oktober 2012 um 08:48 Link zum Kommentar

    Daniel 5 – Eine rätselhafte Schrift

    1 König Belsazar gab ein rauschendes Fest für die tausend führenden Männer seines Reiches. Der Wein floss in Strömen. 2 Im Rausch ließ Belsazar die goldenen und silbernen Gefäße holen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem geraubt hatte. Alle sollten daraus trinken: er selbst, seine Gäste, seine Frauen und Nebenfrauen. 3 Man brachte die geraubten Gefäße, und alle tranken daraus. 4 Dabei rühmten sie die babylonischen Götter aus Gold, Silber, Bronze, Eisen, Holz und Stein.

    5 Plötzlich erschien an der getünchten Wand des Festsaals eine Hand. Gerade dort, wo das Licht des Leuchters auf die Wand fiel, schrieb sie einige Worte nieder. Als Belsazar die Hand sah, 6 wurde er vor Schreck kreidebleich. Er begann am ganzen Leib zu zittern.

    7 »Holt die Geisterbeschwörer, die Sterndeuter und die anderen Wahrsager!«, rief er laut. Als sie da waren, versprach er ihnen: »Wer die Schrift an der Wand lesen und mir sagen kann, was sie bedeutet, erhält eine hohe Auszeichnung: Er darf purpurfarbene Gewänder tragen wie ein König, er bekommt eine goldene Kette um den Hals, und ich ernenne ihn zum drittmächtigsten Mann im ganzen Reich!«

    8 Die Berater des Königs traten näher, aber keiner von ihnen konnte die Schrift entziffern oder gar deuten. 9 Belsazar wurde immer bleicher, die Angst schnürte ihm die Kehle zu. Auch alle führenden Männer, die er um sich versammelt hatte, packte das Entsetzen.

    10 Die Unruhe im Festsaal drang bis ans Ohr der Mutter Belsazars. Sie kam herein und sagte: »Lang lebe der König! Warum bist du so bleich vor Angst? Du brauchst dich nicht zu fürchten, denn ich weiß einen Rat. 11 Es gibt in deinem Reich einen Mann, in dem der Geist der heiligen Götter wohnt. Schon zur Zeit deines Vaters Nebukadnezar bewies er so große Einsicht und Weisheit, wie sie eigentlich nur Götter haben, die verborgene Dinge ans Licht bringen können. Dein Vater hatte ihn zum obersten aller Wahrsager, Geisterbeschwörer, Sterndeuter und Magier gemacht. 12 Lass ihn jetzt rufen! Sein Name ist Daniel, dein Vater nannte ihn Beltschazar. Dieser Mann besitzt außergewöhnliche Weisheit und kann Träume deuten. Er löst jedes Rätsel und wird mit den größten Schwierigkeiten fertig. Er soll dir die Schrift deuten.«

    13 Sofort ließ der König Daniel zu sich kommen. »Du also bist Daniel«, begann er, »einer der Gefangenen, die mein Vater aus Judäa hergebracht hat. 14 Man sagt, der Geist der heiligen Götter wohne in dir. Du sollst verborgene Dinge ans Licht bringen können und ungewöhnlich klug und weise sein. 15 Eben habe ich meine Gelehrten, die mich beraten, und die Geisterbeschwörer kommen lassen. Sie sollten diese Schrift lesen und mir sagen, was sie bedeutet. Aber sie können es nicht. 16 Von dir jedoch habe ich gehört, dass du hinter jedes Geheimnis kommst und mit den größten Schwierigkeiten fertig wirst. Wenn du es schaffst, diese Schrift zu entziffern und mir zu deuten, werde ich dich mit allen Würden auszeichnen: Du darfst purpurfarbene Gewänder tragen wie ein König, bekommst eine goldene Kette um den Hals und wirst der drittmächtigste Mann im Reich.«

    17 Daniel erwiderte: »Eine Belohnung möchte ich nicht annehmen. Du kannst sie ruhig einem anderen geben. Ich werde dir die Schrift auch so vorlesen und deuten. 18 Mein König! Gott, der Allerhöchste, hatte deinen Vater Nebukadnezar zu einem mächtigen Herrscher gemacht. Er war in der ganzen Welt berühmt und hochangesehen. 19 Die Menschen aller Länder, Völker und Sprachen zitterten vor ihm. Er verbreitete Angst und Schrecken, denn er konnte nach Belieben töten oder am Leben lassen. Von seiner Gunst hing es ab, ob jemand ein hohes Amt erhielt oder es verlor. 20 So wurde er immer hochmütiger. Doch sein Stolz und seine Vermessenheit brachten ihn zu Fall. Alle Macht und Anerkennung wurde ihm genommen. 21 Man verstieß ihn aus der menschlichen Gemeinschaft, er verlor seinen Verstand und wurde wie ein Tier. Bei den wilden Eseln hauste er, fraß Gras wie ein Rind, und der Tau durchnässte ihn. Das dauerte so lange, bis er einsah: Der höchste Gott ist Herr über alle Reiche der Welt, er vertraut die Herrschaft an, wem er will.

    22 Aber du, Belsazar, hast daraus nichts gelernt, obwohl du als sein Sohn alles wusstest. Du bist genauso überheblich wie er. 23 In deinem Hochmut hast du den Herrn des Himmels missachtet und dir die heiligen Gefäße holen lassen, die aus seinem Tempel stammen. Dann hast du mit den führenden Männern, mit deinen Frauen und Nebenfrauen Wein daraus getrunken und Loblieder auf deine Götter angestimmt. Dabei können diese Götzen weder sehen noch hören; sie begreifen nichts, weil sie aus Silber und Gold, aus Bronze und Eisen, aus Holz und Stein gemacht sind. Aber den Gott, der dein ganzes Leben in seiner Hand hat und deine Schritte lenkt – ihn willst du nicht ehren!

    24 Deshalb ließ er die Hand erscheinen und diese Worte an die Wand schreiben. 25 Sie lauten: ›Mene mene tekel u-parsin.‹

    26 ›Mene‹ bedeutet ›gezählt‹: Die Tage deiner Herrschaft sind gezählt, Gott setzt ihnen ein Ende!

    27 ›Tekel‹ heißt ›gewogen‹: Gott hat dich gewogen und für zu leicht befunden. Du kannst nicht vor ihm bestehen.

    28 ›U-parsin‹ bedeutet ›und geteilt‹: Dein Reich wird unter die Meder und Perser aufgeteilt.«

    29 Nachdem Daniel dies gesagt hatte, befahl Belsazar, ihn mit einem Purpurgewand zu bekleiden und ihm eine Goldkette um den Hals zu legen. Er machte öffentlich bekannt, dass Daniel von nun an der drittmächtigste Mann im Reich sei.

    30 Noch in derselben Nacht wurde Belsazar, der König von Babylonien, umgebracht.

    Zur Einnahme Babylons hier noch etwas Ergänzendes aus dem Danielbuch:

    4 Es mutet seltsam an, daß die Babylonier gerade in dieser Nacht, der Nacht vom 5./6. Oktober 539 v. u. Z., in einer solch festlichen Stimmung waren. Immerhin befand sich ihre Nation im Krieg, und es sah nicht gut aus für sie. Nabonid war von den medo-persischen Invasionsstreitkräften besiegt worden und hatte südwestlich von Babylon in Borsippa Zuflucht gesucht. Jetzt lagerte das Heer des Cyrus unmittelbar vor Babylon. Doch Belsazar und seine Großen waren offensichtlich nicht beunruhigt. Schließlich handelte es sich bei ihrer Stadt um das uneinnehmbare Babylon! An tiefen Wassergräben, die vom Euphrat gespeist wurden, dem großen Strom, der durch die Stadt floß, erhoben sich die riesigen Stadtmauern. Seit mehr als tausend Jahren war es keinem Feind gelungen, Babylon zu erstürmen. Warum sollte man also beunruhigt sein? Wahrscheinlich sagte sich Belsazar, der Lärm der Festlichkeit zeige den Feinden draußen die Zuversicht der Babylonier und werde sie entmutigen. …

    DER STURZ BABYLONS

    23 Als Belsazar und seine Höflinge im Palast noch dabei waren, ihren Göttern zuzutrinken und Jehova zu verhöhnen, hatte sich in der Dunkelheit draußen bereits Dramatisches abgespielt. Eine Prophezeiung, die Jesaja nahezu 200 Jahre zuvor geäußert hatte, ging in Erfüllung. Über Babylon hatte Jehova vorausgesagt: „Alles Seufzen ihretwegen habe ich aufhören lassen.“ Ja, jegliche Bedrückung des Volkes Gottes durch diese verruchte Stadt sollte ein Ende finden. Wodurch? In derselben Prophezeiung hieß es: „Steig hinauf, o Elam! Belagere, o Medien!“ Elam gehörte erst nach der Zeit des Propheten Jesaja zu Persien. Zu der Zeit, als Belsazar sein Festmahl veranstaltete, das ebenfalls in dieser Prophezeiung Jesajas vorhergesagt worden war, unterhielten Persien und Medien bereits gemeinsame Streitkräfte, die ‘hinaufstiegen’ und Babylon ‘belagerten’ (Jesaja 21:1, 2, 5, 6).

    24 Sogar der Name des Anführers dieser Streitkräfte war vorhergesagt worden wie auch die wesentlichen Züge seiner Kampfstrategie. Etwa 200 Jahre zuvor hatte Jesaja erklärt, Jehova werde einen Mann namens Cyrus salben, der gegen Babylon ziehen werde. Im Verlauf seines Angriffs sollten ihm alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Die Gewässer Babylons würden „austrocknen“ und seine mächtigen Tore würden offengelassen werden (Jesaja 44:27 bis 45:3). Und so kam es auch. Das Heer des Cyrus leitete den Euphrat ab und senkte den Wasserspiegel, damit die Soldaten das Flußbett durchwaten konnten. Nachlässige Wachen hatten Tore in den Mauern Babylons offengelassen. Wie Historiker bestätigen, wurde die Stadt erstürmt, während ihre Bewohner ausgelassen feierten. Ja, Babylon konnte so gut wie ohne Gegenwehr eingenommen werden (Jeremia 51:30). Es gab jedoch zumindest einen erwähnenswerten Toten. Daniel berichtete: „In derselben Nacht wurde Belsazar, der chaldäische König, getötet, und Darius selbst, der Meder, empfing das Königreich, als er etwa zweiundsechzig Jahre alt war“ (Daniel 5:30, 31).

  73. Juleam 2. Oktober 2012 um 08:58 Link zum Kommentar

    Daniel 6 – Daniel in der Löwengrube

    1 Nach Belsazars Tod wurde der Meder Darius König von Babylonien; er war 62 Jahre alt. 2 Darius beschloss, hundertzwanzig Statthalter über die Provinzen seines Reiches einzusetzen. 3 Sie waren drei hohen Beamten am Hof unterstellt, denen sie Rechenschaft geben mussten. Die drei vertraten die Interessen des Königs. Einer von ihnen war Daniel. 4 Bald stellte sich heraus, dass Daniel weitaus klüger und begabter war als die anderen Beamten und die Statthalter. Der König dachte sogar daran, ihm die Verwaltung des ganzen Reiches zu übertragen. 5 Da suchten die anderen führenden Männer nach einem Grund, um Daniel anklagen zu können. Er übte sein Amt jedoch so gewissenhaft aus, dass sie ihm nicht das kleinste Vergehen nachweisen konnten; er war weder nachlässig noch bestechlich.

    6 Da sagten sie sich: »Wir haben nichts gegen Daniel in der Hand, es sei denn, wir finden in seinem Glauben etwas Anstößiges!« 7 Sie eilten zum König und begrüßten ihn: »Lang lebe König Darius! 8 Wir kommen von einer gemeinsamen Beratung aller obersten Beamten, Verwalter, Statthalter und deren Stellvertreter. Wir schlagen dir vor, dass du folgende Anordnung erlässt und alles tust, um sie durchzusetzen: Wer in den kommenden dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet außer an dich, o König, soll in die Löwengrube geworfen werden. 9 Damit das Verbot nach dem Gesetz der Meder und Perser von keinem widerrufen werden kann, sollte es in einer Urkunde festgehalten werden.«

    10 Da ließ Darius den Erlass niederschreiben, und das Verbot trat in Kraft.

    11 Als Daniel davon erfuhr, ging er in sein Haus. Das obere Stockwerk hatte Fenster in Richtung Jerusalem, die offen standen. Hier kniete er nieder, betete zu seinem Gott und dankte ihm, wie er es auch sonst dreimal am Tag tat. 12 Plötzlich stürmten seine Feinde herein und ertappten ihn dabei, wie er Gott anflehte.

    13 Sofort gingen sie zum König und fragten: »Hast du nicht ausdrücklich befohlen, jeden den Löwen zum Fraß vorzuwerfen, der in den kommenden dreißig Tagen eine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet außer an dich, o König?« »Ja«, antwortete Darius, »und nach dem Gesetz der Meder und Perser kann keiner diesen Erlass widerrufen.« 14 Da erzählten sie: »Daniel, einer der Verbannten aus Judäa, macht sich überhaupt nichts aus deinem Verbot. Er setzt sich darüber hinweg, obwohl du selbst es erlassen hast! Dreimal am Tag betet er zu seinem Gott!«

    15 Als der König das hörte, war er bestürzt. Den ganzen Tag dachte er darüber nach, wie er Daniel retten könnte, aber bis zum Sonnenuntergang hatte er immer noch keine Lösung gefunden. 16 Da kamen die Männer wieder zum König gelaufen und erinnerten ihn noch einmal daran, dass nach dem Gesetz der Meder und Perser kein königlicher Erlass abgeändert werden dürfe. 17 Darius befahl schließlich, Daniel zu verhaften und in die Löwengrube zu werfen. Er sagte zu Daniel: »Dein Gott, dem du so treu dienst, möge dich retten!« 18 Dann wurde ein Stein auf die Öffnung der Grube gewälzt. Der König versiegelte ihn mit seinem Siegelring, und die führenden Männer taten dasselbe, damit niemand mehr Daniel herausholen konnte.

    19 Danach zog sich Darius in seinen Palast zurück. Er fastete die ganze Nacht, verzichtete auf jede Unterhaltung und konnte nicht schlafen.

    20 Im Morgengrauen stand er auf und lief schnell zur Löwengrube. 21 Schon von weitem rief er ängstlich: »Daniel, du Diener des lebendigen Gottes! Hat dein Gott, dem du unaufhörlich dienst, dich vor den Löwen retten können?« 22 Da hörte er Daniel antworten: »Lang lebe der König! 23 Mein Gott hat seinen Engel gesandt. Er hat den Rachen der Löwen verschlossen, darum konnten sie mir nichts anhaben. Denn Gott weiß, dass ich unschuldig bin, und auch dir gegenüber, mein König, habe ich kein Unrecht begangen.«

    24 Darius war glücklich und erleichtert. Sofort befahl er, Daniel aus der Löwengrube zu holen. Man fand nicht die geringste Verletzung an ihm, denn er hatte auf seinen Gott vertraut. 25 Auf Befehl des Königs wurden die Männer, die Daniel verklagt hatten, zusammen mit ihren Frauen und Kindern den Löwen zum Fraß vorgeworfen. Noch ehe sie den Boden der Grube berührt hatten, fielen die Tiere schon über sie her und zermalmten ihnen alle Knochen.

    26 Dann sandte König Darius eine Botschaft an die Menschen aller Völker, Länder und Sprachen. Sie lautete: »Ich grüße euch und wünsche euch Frieden! 27 Hiermit ordne ich an, in meinem ganzen Reich dem Gott Daniels Ehrfurcht zu erweisen! Denn er ist der lebendige Gott, der in alle Ewigkeit regiert. Sein Reich geht niemals unter, seine Herrschaft bleibt für immer bestehen. 28 Er rettet und befreit, er vollbringt Wunder und zeigt seine große Macht im Himmel und auf der Erde. Daniel hat er vor den Löwen gerettet.«

    29 Während der Regierungszeit des Darius und auch unter der Herrschaft des persischen Königs Kyrus genoss Daniel hohes Ansehen.

    Wir haben auf dem BZK „gelernt“, wie wichtig es ist, dass wir das, was wir in der Bibel lesen, vor unserem geistigen Auge lebendig werden lassen.

    Stellen wir uns vor, wir wären hier dabei gewesen. Ja, wir sind sogar Daniel selbst und man wirft uns in die Löwengrube. Haben wir Angst? Es ist dunkel, nachdem die Männer die Grube verschlossen haben und es stinkt furchtbar.

    Unser Herz klopft bis zum Hals, wir erwarten jeden Moment, von den hungrigen Tieren angefallen zu werden. Wie konnten wir nur in so eine gefährliche Situation geraten? War es vielleicht ein Fehler, dass wir auch weiter bei offenem Fenster gebetet haben? Hatte Jehova von uns erwartet, „vorsichtig wie Schlangen zu sein“? Haben wir diese Situation selbst herausgefordert?

    Nun warten wir schon eine Weile zitternd darauf, was geschieht. Die Löwen streifen mit leisem Grollen um unsere Beine. Die Haare ihrer Mähne berühren unsere Haut. Was wird passieren? Wir beten noch intensiver zu unserem Gott und hoffen, dass er uns inneren Frieden schenkt und dass es schnell vorbei sein wird und wir nicht leiden müssen.

    Nun sind wir schon einige Stunden in der dunklen Grube und bisher haben die Tiere uns nichts getan. „Es ist ja ein Wunder“, schießt es uns durch den Kopf, „sollte Jehova mich wirklich bewahren?“. So, wie es jetzt aussieht, haben wir doch richtig gehandelt. Es war in Jehovas Augen gut, dass wir uns nicht haben einschüchtern lassen, sondern erhobenen Hauptes auch weiterhin ganz offen unseren Gott angebetet haben. Darum bewahrt er uns vor den hungrigen Löwen.

    Inzwischen liegen die Tiere dicht an unseren Füßen und schmiegen sich immer wieder an. Wir sind unglaublich glücklich. Unser Gott hat für uns auf so eine wunderbare Weise gehandelt.

    Aber noch viel beglückender als dieses Wunder an sich ist für uns die Tatsache, dass uns unser Gott Jehova ganz deutlich gezeigt hat, dass er uns liebt und seine Freude an uns hat, wenn er uns beobachtet, wie wir IHN in allen Belangen unseres Lebens mit einbeziehen.

    Aber dieses können wir nur deshalb erleben, weil wir dies auch tun: weil wir den Willen Jehovas und SEIN Wohlgefallen über alles andere gesetzt haben und voll und ganz auf IHN vertrauen!

  74. Juleam 2. Oktober 2012 um 09:18 Link zum Kommentar

    Daniel 7 – 9

    Daniel 7 – Daniels erste Vision von den vier Tieren

    1 Im 1.Regierungsjahr des babylonischen Königs Belsazar hatte Daniel nachts im Traum eine Vision. Er schrieb alles nieder, was er gesehen hatte,

    2 und so beginnt sein Bericht:
    Ich, Daniel, sah, wie aus allen vier Himmelsrichtungen ein starker Wind kam und das Meer aufwühlte. 3 Vier große Tiere stiegen aus dem Wasser empor; sie waren alle verschieden.

    4 Das erste sah aus wie ein Löwe, es hatte jedoch Adlerflügel. Während ich es betrachtete, wurden ihm plötzlich die Flügel abgerissen, es wurde aufgerichtet und wie ein Mensch auf zwei Füße gestellt. Dann bekam es das Herz eines Menschen.

    5 Das zweite Tier sah aus wie ein Bär und hatte sich mit einer Seite aufgerichtet. Zwischen den Zähnen hielt es drei Rippenknochen fest. Man rief ihm zu: »Los, steh auf und friss Fleisch, soviel du kannst!«

    6 Dann sah ich das nächste Tier erscheinen. Es glich einem Panther, hatte aber vier Vogelflügel auf dem Rücken und vier Köpfe. Ihm wurde große Macht gegeben.

    7 Zuletzt sah ich in der Vision ein viertes Tier. Sein Anblick war grauenerregend, und es strotzte vor Kraft. Was es mit seinen gewaltigen Zähnen aus Eisen nicht zermalmte, das zertrat es mit den Füßen. Von den anderen Tieren unterschied es sich völlig. Es hatte zehn Hörner. 8 Als ich die Hörner genau betrachtete, sah ich ein weiteres, kleines Horn zwischen ihnen hervorwachsen. Drei Hörner wurden herausgerissen, um ihm Platz zu machen. Ich bemerkte, dass dieses Horn Menschenaugen besaß und ein Maul, das große Reden schwang.

    9 Während ich noch schaute, wurden Thronsessel aufgestellt. Ein hochbetagter Mann setzte sich auf einen von ihnen. Sein Gewand war weiß wie Schnee und sein Haar so hell wie reine Wolle. Sein Thron stand auf Rädern aus Feuer und war von Flammen umgeben, 10 ja, ein ganzer Feuerstrom ging von ihm aus! Unzählige Engel standen vor ihm und dienten ihm. Nun trat ein Gericht zusammen, und Bücher wurden geöffnet.

    11 Ich schaute wieder auf das Horn, das so selbstgefällig daherredete. Plötzlich wurde das Tier, zu dem es gehörte, getötet und ins lodernde Feuer geworfen. 12 Die anderen drei Tiere hatten ihre Macht schon eingebüßt, sie durften aber weiterleben bis zu der Zeit, die Gott bestimmen würde.

    13 Doch ich sah noch mehr in meiner Vision: Mit den Wolken am Himmel kam einer, der aussah wie ein Mensch. Man führte ihn zu dem alten Mann, 14 der ihm Macht, Ehre und königliche Würde verlieh. Die Menschen aller Länder, Völker und Sprachen dienten ihm. Für immer und ewig wird er herrschen, sein Reich wird niemals zerstört!

    15 Was ich in der Vision gesehen hatte, erschreckte und beunruhigte mich. 16 Deshalb ging ich zu einem der Engel, die in der Nähe standen, und bat ihn: »Sag mir, was dies alles zu bedeuten hat.« Er erklärte: 17 »Die vier Tiere sind vier Königreiche, die große Macht erlangen werden. 18 Aber schließlich wird das heilige Volk Gottes, des Allerhöchsten, die Herrschaft empfangen und sie für alle Zeiten behalten.«

    19 Ich wollte gern noch mehr über das vierte Tier erfahren, das sich von den anderen völlig unterschied und grauenhaft aussah. Was es mit seinen gewaltigen Zähnen aus Eisen nicht zermalmte und mit seinen Krallen aus Bronze nicht zerriss, das zertrat es mit den Füßen. 20 Besonders wollte ich wissen, was die zehn Hörner auf seinem Kopf zu bedeuten hatten und das kleine Horn, das plötzlich hervorgewachsen war und drei andere verdrängt hatte. Es besaß Menschenaugen und ein Maul, das große Reden schwang, und es war furchterregender als die übrigen Hörner. 21 Ich sah, wie dieses Horn Krieg gegen das heilige Volk Gottes führte und es besiegte. 22 Aber dann griff der alte Mann ein. Er übertrug dem heiligen Volk Gottes, des Allerhöchsten, die Vollmacht, Gericht zu halten. Nun war die Zeit gekommen, in der sie die Herrschaft ausüben konnten.

    23 Der Engel, den ich nach der Bedeutung des Traumes gefragt hatte, erklärte mir: »Das vierte Tier bedeutet ein viertes Reich, das sich von allen früheren unterscheidet. Es wird die anderen Völker verschlingen, zermalmen und niedertreten. 24 Die zehn Hörner sind zehn Könige, die aus diesem Reich hervorgehen werden. Nach ihnen jedoch kommt ein Herrscher an die Macht, der ganz anders ist als seine Vorgänger. Er wird drei Könige stürzen. 25 Sogar Gott, den Allerhöchsten, wird er herausfordern und das heilige Volk Gottes bezwingen. Mit allen Mitteln versucht er, die heiligen Feste abzuschaffen und das Recht zu verändern. Gottes Volk wird für einen Zeitraum, dann für zwei Zeiträume und nochmals für einen halben Zeitraum seiner Gewalt ausgeliefert sein.

    26 Dann jedoch tritt das Gericht im Himmel zusammen. Es wird diesen Herrscher stürzen und ein für alle Mal vernichten. 27 Schließlich wird Gott, der Allerhöchste, seinem Volk die Herrschaft über die anderen Königreiche der Erde anvertrauen und ihm große Macht verleihen. Gottes Reich aber bleibt für immer bestehen, alle Mächtigen werden ihm dienen und gehorchen.«

    28 Bis hierher ging mein Traum. Ich war wie betäubt und wurde kreidebleich. Noch lange dachte ich über das nach, was ich gesehen hatte.

    Wieder sind wir bei dem Studienartikel mit den Zeitabschnitten – den wir erst vor einigen Wochen in der Versammlung betrachtet haben. Beim Lesen des zugehoerigen Kapitels im Daniel-Buch kam mir gleich das Bild mit der Übersicht in den Sinn: die Gegenüberstellung, welches Tier welchen Teil vom Standbild entspricht:

    Standbild - Gegenüberstellung mit den Tieren aus Daniel

    Zum besseren Verständnis mal hier für alle, die das Daniel-Buch nicht haben, hier das Kapitel.

    Kapitel neun
    Wer wird die Welt regieren?

    DANIELS spannende Prophezeiung versetzt uns jetzt zurück in das erste Jahr des babylonischen Königs Belsazar. In der langen Zeit, die Daniel schon im Exil in Babylon gelebt hat, ist seine Lauterkeit Jehova gegenüber niemals erschüttert worden. Der treue Prophet, der jetzt in den Siebzigern ist, hat „einen Traum und Visionen seines Hauptes auf seinem Bett“. Wie sehr ihn doch diese Visionen erschrecken! (Daniel 7:1, 15).

    2 Daniel ruft aus: „Siehe da, die vier Winde der Himmel wühlten das weite Meer auf. Und vier riesige Tiere kamen aus dem Meer herauf, jedes verschieden von den anderen.“ Welch ungewöhnliche Tiere! Bei dem ersten handelt es sich um einen Löwen, der Flügel hat, und das zweite gleicht einem Bären. Anschließend kommt ein Leopard mit vier Flügeln und vier Köpfen. Das ungemein starke vierte Tier hat große Zähne aus Eisen und zehn Hörner. Zwischen seinen zehn Hörnern steigt ein „kleines“ Horn auf; es hat „Augen wie die Augen eines Menschen“ und ‘ein Maul, das großtönende Dinge redet’ (Daniel 7:2-8).

    3 In Daniels Visionen rückt dann der Himmel ins Blickfeld. Der „Alte an Tagen“ nimmt als Richter des himmlischen Gerichts seinen herrlichen Thron ein. ‘Da sind tausend Tausende, die ihm ständig Dienst leisten, und zehntausend mal zehntausend, die fortwährend direkt vor ihm stehen.’ Er verurteilt die vier Tiere, nimmt ihnen die Herrschaft weg und vernichtet das vierte Tier. Die nicht endende Herrschaft über die „Völker, Völkerschaften und Sprachen“ wird ‘einem wie ein Menschensohn’ übertragen (Daniel 7:9-14).

    4 Daniel schreibt: „Mein Geist war deswegen in mir bekümmert, und die Visionen meines Hauptes, sie begannen mich zu erschrecken.“ Deshalb erbittet er von dem Engel „zuverlässige Auskunft über all dies“. Und tatsächlich erfährt er von ihm „die wahre Deutung der Dinge“ (Daniel 7:15-28). Was Daniel in jener Nacht sah und hörte, ist für uns von großem Interesse, denn es umriß künftige Weltereignisse, die sich bis in unsere Zeit erstrecken, die Zeit, in der ‘einem wie ein Menschensohn’ die Herrschaft über alle „Völker, Völkerschaften und Sprachen“ gegeben wird. Mit der Hilfe des Wortes und des Geistes Gottes können auch wir die Bedeutung dieser prophetischen Visionen verstehen.

    VIER TIERE KOMMEN AUS DEM MEER HERAUF

    5 „Vier riesige Tiere kamen aus dem Meer herauf“, sagte Daniel (Daniel 7:3). Was wurde durch das sturmgepeitschte Meer versinnbildlicht? Viele Jahre später sah der Apostel Johannes ein siebenköpfiges wildes Tier aus dem „Meer“ heraufkommen. Dieses Meer stellte „Völker und Volksmengen und Nationen und Zungen“ dar — die vielen von Gott entfremdeten Menschen. Das Meer ist demnach ein passendes Symbol für eben diese Menschenmassen (Offenbarung 13:1, 2; 17:15; Jesaja 57:20).

    6 Der Engel Gottes erklärte: „Was diese riesigen Tiere betrifft, weil es vier sind: Es sind vier Könige, die von der Erde aufstehen werden“ (Daniel 7:17). Wie der Engel deutlich zeigte, handelte es sich bei den vier Tieren, die Daniel sah, um „vier Könige“; diese Tiere stellten somit Weltmächte dar. Aber welche?

    7 Bibelkommentatoren bringen die Vision, die Daniel im Traum von den vier Tieren hatte, mit Nebukadnezars Traum von dem riesigen Standbild in Verbindung. „Kapitel 7 [des Buches Daniel] gleicht dem Kapitel 2“, heißt es in einem Kommentar (The Expositor’s Bible Commentary). In einem anderen ist zu lesen: „Man ist sich im allgemeinen darin einig, daß die Aufeinanderfolge der vier nichtjüdischen Herrschaftssysteme . . . hier [in Daniel, Kapitel 7] die gleiche ist wie die in Kapitel 2 betrachtete“ (The Wycliffe Bible Commentary). Bei den vier Weltmächten, dargestellt durch die vier Metalle, die in Nebukadnezars Traum zu sehen waren, handelte es sich um das Babylonische Reich (das goldene Haupt), um Medo-Persien (Brust und Arme aus Silber), um Griechenland (Bauch und Oberschenkel aus Kupfer) und um das Römische Reich (die Beine aus Eisen) (Daniel 2:32, 33). Betrachten wir einmal, inwiefern diese Königreiche den vier riesigen Tieren entsprechen, die Daniel sah.

    WILD WIE EIN LÖWE, SCHNELL WIE EIN ADLER

    8 Welch imposante Tiere Daniel zu sehen bekam! Eines beschrieb er folgendermaßen: „Das erste war wie ein Löwe, und es hatte die Flügel eines Adlers. Ich schaute weiter, bis seine Flügel ausgerissen wurden, und es wurde von der Erde aufgehoben, und man ließ es gleich einem Menschen auf zwei Füßen stehen, und es wurde ihm eines Menschen Herz gegeben“ (Daniel 7:4). Durch dieses Tier wurde das gleiche Herrschaftssystem versinnbildlicht wie durch das goldene Haupt des riesigen Standbildes, nämlich die babylonische Weltmacht (607—539 v. u. Z.). Wie ein räuberischer „Löwe“ verschlang Babylon die Nationen, einschließlich des Volkes Gottes (Jeremia 4:5-7; 50:17). Ja, wie mit Hilfe von Adlerflügeln eilte dieser „Löwe“ in Eroberungskriegen vorwärts (Klagelieder 4:19; Habakuk 1:6-8).

    9 Schließlich wurden dem ungewöhnlichen, beflügelten Löwen die Flügel „ausgerissen“. Gegen Ende der Herrschaft König Belsazars verlor Babylon seine Schnelligkeit, was Eroberungsfeldzüge betraf, und seine löwenähnliche Überlegenheit gegenüber den Nationen. Es war nicht schneller als ein Mensch auf zwei Füßen. Es wurde schwach, da ihm „eines Menschen Herz gegeben“ wurde. Weil Babylon „das Herz des Löwen“ fehlte, konnte es sich nicht mehr so verhalten wie ein König „unter den Tieren eines Waldes“. (Vergleiche 2. Samuel 17:10; Micha 5:8.) Es wurde von einem anderen riesigen Tier bezwungen.

    UNERSÄTTLICH WIE EIN BÄR

    10 Daniel sagte weiter: „Siehe da, ein anderes Tier, ein zweites, das gleich einem Bären war. Und auf einer Seite war es aufgerichtet, und da waren drei Rippen in seinem Maul zwischen seinen Zähnen; und dies ist, was sie zu ihm sagten: ‚Steh auf, friß viel Fleisch‘ “ (Daniel 7:5). Der durch den „Bären“ versinnbildlichte König war identisch mit dem Königreich, das durch die silberne Brust und die silbernen Arme des großen Standbildes dargestellt wurde — mit der Herrscherlinie von Medo-Persien (539—331 v. u. Z.), die mit Darius, dem Meder, und Cyrus dem Großen begann und mit Darius III. endete.

    11 Der sinnbildliche Bär ‘war auf einer Seite aufgerichtet’, vielleicht um einen Angriff auf Nationen vorzubereiten mit dem Ziel, sie zu unterjochen und so die Weltherrschaft zu behaupten. Oder möglicherweise sollte durch diese Haltung angedeutet werden, daß sich die persische Herrscherlinie über den einzigen medischen König, Darius, erheben würde. Die drei Rippen zwischen den Zähnen des Bären könnten auf die drei Himmelsrichtungen hindeuten, in die der medo-persische „Bär“ durch seine Eroberungsfeldzüge vorstieß, und zwar in den Norden, um 539 v. u. Z. Babylon zu erobern, dann westwärts über Kleinasien bis nach Thrakien, und schließlich eroberte er auf seinem Vorstoß nach Süden Ägypten. Die Zahl Drei ist bisweilen auch ein Symbol der Intensität, weshalb die drei Rippen auch die Eroberungssucht des sinnbildlichen Bären anzeigen mögen.

    12 Der Aufforderung „Steh auf, friß viel Fleisch“ entsprechend, griff der „Bär“ Nationen an. Dadurch, daß Medo-Persien in Übereinstimmung mit Gottes Willen Babylon verschlang, war es jetzt in der Lage, dem Volk Jehovas einen wertvollen Dienst zu leisten. (Siehe „Ein toleranter Monarch“, Seite 149.) Durch Cyrus den Großen, Darius I. (Darius der Große) und Artaxerxes I. befreite Medo-Persien die jüdischen Gefangenen Babylons und half ihnen, den Tempel Jehovas wieder aufzubauen und die Mauern Jerusalems auszubessern. Schließlich herrschte Medo-Persien über 127 Gerichtsbezirke, und Ahasverus (Xerxes I.), der Gemahl der Königin Esther, regierte „von Indien bis Äthiopien als König“ (Esther 1:1). Doch der Aufstieg eines anderen Tieres stand bevor.

    SCHNELL WIE EIN GEFLÜGELTER LEOPARD

    13 Das dritte Tier war „wie ein Leopard, aber es hatte vier Flügel eines fliegenden Geschöpfes auf seinem Rücken. Und das Tier hatte vier Köpfe, und es wurde ihm tatsächlich Herrschaft gegeben“ (Daniel 7:6). Wie sein Gegenstück — der kupferne Bauch und die kupfernen Oberschenkel des Standbildes aus dem Traum Nebukadnezars — versinnbildlichte dieser Leopard mit vier Köpfen und vier Flügeln die makedonische oder griechische Herrscherlinie, beginnend mit Alexander dem Großen. Mit der Behendigkeit und Schnelligkeit eines Leoparden rückte Alexander über Kleinasien vor, im Süden bis hinein nach Ägypten und von da bis an die Westgrenze Indiens. (Vergleiche Habakuk 1:8.) Sein Herrschaftsgebiet war größer als das des „Bären“, denn es schloß Makedonien, Griechenland und das Persische Reich ein. (Siehe „Ein junger König erobert die Welt“, Seite 153.)

    14 Als Alexander im Jahre 323 v. u. Z. starb, bekam der „Leopard“ vier Köpfe, und zwar insofern, als vier seiner Generäle in jeweils einem Teil seines Herrschaftsgebiets seine Nachfolge antraten. Seleukos beherrschte Mesopotamien und Syrien. Ptolemaios kontrollierte Ägypten und Palästina. Lysimachos herrschte über Kleinasien und Thrakien, und Kassander erhielt Makedonien und Griechenland. (Siehe „Ein riesiges Reich wird aufgeteilt“, Seite 162.) Doch bald tauchte ein neuer gefährlicher Gegner auf.

    EIN FURCHTEINFLÖSSENDES TIER ERWEIST SICH ALS VERSCHIEDEN

    15 Daniel beschrieb das vierte Tier als „furchteinflößend und schrecklich und ungewöhnlich stark“. Weiter sagte er: „Und es hatte große Zähne aus Eisen. Es verzehrte und zermalmte, und was übrig war, trat es mit seinen Füßen nieder. Und es war verschieden von all den anderen Tieren, die vor ihm waren, und es hatte zehn Hörner“ (Daniel 7:7). Zu Beginn handelte es sich bei diesem furchteinflößenden Tier um die politisch-militärische Macht Rom. Nach und nach übernahm Rom die vier hellenistischen Teile des Griechischen Reiches, und bis zum Jahre 30 v. u. Z. war es zur neuen Weltmacht der biblischen Prophetie aufgestiegen. Dadurch, daß das Römische Reich alles, was sich ihm in den Weg stellte, durch den Einsatz seiner Streitkräfte unterwarf, expandierte es immer mehr; sein Gebiet erstreckte sich schließlich von den Britischen Inseln über einen großen Teil Mitteleuropas und den gesamten Mittelmeerraum bis hinüber nach Babylon und an den Persischen Golf.

    16 Daniel wollte wissen, was es mit diesem ‘außerordentlich fürchterlichen’ Tier auf sich hatte, und hörte aufmerksam zu, als der Engel erklärte: „Was . . . [seine] zehn Hörner betrifft, aus jenem Königreich werden zehn Könige aufstehen; und noch ein anderer wird nach ihnen aufstehen, und er selbst wird von den ersten verschieden sein, und drei Könige wird er erniedrigen“ (Daniel 7:19, 20, 24). Worum handelte es sich bei diesen „zehn Hörnern“ oder „zehn Königen“?

    17 Während Rom bei zunehmendem Wohlstand wegen des ausschweifenden Lebens der herrschenden Klasse zusehends entartete, wurde es als Militärmacht immer schwächer. Mit der Zeit zeigte sich ein deutlicher Verfall der militärischen Stärke Roms. Schließlich zerbrach das einst mächtige Reich in viele kleinere Königreiche. In der Bibel wird mit der Zahl Zehn häufig Vollständigkeit angezeigt. Daher stellen die „zehn Hörner“ des vierten Tieres alle Königreiche dar, die durch den Zerfall des Römischen Reiches entstanden. (Vergleiche 5. Mose 4:13; Lukas 15:8; 19:13, 16, 17.)

    18 Die römische Weltmacht endete jedoch nicht mit der Absetzung des letzten Kaisers von Rom im Jahre 476 u. Z. Das päpstliche Rom übte noch viele Jahrhunderte lang politische und insbesondere religiöse Herrschaft über Europa aus. Die Möglichkeit dazu bot das Lehnswesen, durch das der größte Teil der Bevölkerung Europas Lehnsherren unterworfen war und diese wiederum einem König. Alle Könige ihrerseits erkannten die Gewalt des Papstes an. So bestimmte in der langen Zeit des sogenannten finsteren Mittelalters das Heilige Römische Reich mit dem päpstlichen Rom als Mittelpunkt die Angelegenheiten der Welt.

    19 Wer könnte leugnen, daß das vierte Tier „von all den anderen Königreichen verschieden“ war? (Daniel 7:7, 19, 23). Der Historiker H. G. Wells schrieb darüber: „Diese neue Macht, dieses römische Reich . . ., war in mancher Hinsicht anders geartet als irgend eines der großen Reiche, die es bis dahin in der zivilisierten Welt gegeben hatte. . . . [Es] verleibte sich bald auch fast alle Griechen der Welt ein, und seine Bevölkerung war in viel geringerem Ausmaße hamitisch und semitisch als die in irgend einem der vorhergegangenen Reiche. . . . Es war etwas bisher in der Geschichte nicht Dagewesenes . . . Das römische Reich wuchs heran, ein ungeplantes und neues Gebilde; und fast ohne sich dessen bewußt zu werden, fand sich das römische Volk in ein ungeheures administratives Experiment verwickelt.“ Doch das vierte Tier sollte noch größer werden.

    EIN KLEINES HORN SCHAFFT DEN AUFSTIEG

    20 Daniel sagte: „Ich betrachtete die Hörner weiter, und siehe, ein anderes Horn, ein kleines, stieg zwischen ihnen auf, und da waren drei von den ersten Hörnern, die vor ihm ausgerissen wurden“ (Daniel 7:8). Was dieses neue Horn betrifft, erklärte der Engel dem Daniel: „Noch ein anderer wird nach ihnen [den zehn Königen] aufstehen, und er selbst wird von den ersten verschieden sein, und drei Könige wird er erniedrigen“ (Daniel 7:24). Wer ist dieser König, wann stand er auf, und welche drei Könige erniedrigte er?

    21 Beachten wir die folgende Entwicklung. Im Jahre 55 v. u. Z. fiel der römische Feldherr Julius Cäsar in Britannien ein, konnte aber keine dauerhafte Ansiedlung gründen. Kaiser Claudius begann 43 u. Z. mit einer dauerhafteren Unterwerfung Südbritanniens. Im Jahre 122 u. Z. veranlaßte dann Kaiser Hadrian den Bau eines Walls vom Tyne bis zum Solway Firth — ein Wall, der die Nordgrenze des Römischen Reiches markierte. Anfang des 5. Jahrhunderts zogen sich die römischen Legionen von der Insel zurück. Ein Historiker erklärte: „Im 16. Jahrhundert war England nur eine zweitrangige Macht. Es verfügte im Vergleich zu den Niederlanden nur über einen geringen Wohlstand. Das Land hatte wesentlich weniger Einwohner als Frankreich. Seine Streitkräfte (die Flotte eingeschlossen) waren denen Spaniens unterlegen.“ Britannien war damals offensichtlich ein unbedeutendes Königreich — das sinnbildliche kleine Horn des vierten Tieres. Das sollte sich jedoch ändern.

    22 Im Jahre 1588 sandte Philipp II. von Spanien seine gewaltige Armada gegen England aus. Die Flotte, die aus 130 Schiffen bestand und über 24 000 Mann an Bord hatte, segelte den englischen Kanal hinauf. Sie mußte aber von der englischen Flotte eine Niederlage hinnehmen. Gegenwinde und heftige Atlantikstürme besiegelten ihren Untergang. Dieses Ereignis kennzeichnete „den entscheidenden Übergang der Seeherrschaft von Spanien auf England“, wie ein Historiker schreibt. Im 17. Jahrhundert besaßen die Niederländer die größte Handelsflotte der Welt. Doch auf Grund der wachsenden Zahl von Kolonien errang England die Vorherrschaft. Im 18. Jahrhundert kämpften Briten und Franzosen in Nordamerika und Indien gegeneinander; schließlich schlossen sie im Jahre 1763 den Pariser Frieden. Der Autor William B. Willcox schrieb, daß dieser Friedensvertrag „Großbritanniens neue Stellung als vorherrschende europäische Macht in der außereuropäischen Welt bestätigte“. Großbritanniens Vormachtstellung gegenüber Frankreich wurde durch den überwältigenden Sieg über Napoleon 1815 noch untermauert. Die „drei Könige“, die Großbritannien auf diese Weise ‘erniedrigte’, waren Spanien, die Niederlande und Frankreich (Daniel 7:24). Dadurch erhob sich Großbritannien zur größten Handels- und Kolonialmacht der Welt. Ja, das „kleine“ Horn war zur Weltmacht herangewachsen.

    23 Der Engel erklärte Daniel, dieses vierte Tier oder vierte Königreich werde „die ganze Erde verzehren“ (Daniel 7:23). Das bewahrheitete sich an der einstigen römischen Provinz Britannien. Daraus wurde schließlich das britische Weltreich, das ‘die ganze Erde verzehrte’. Dieses Weltreich umfaßte einmal ein Viertel der Landoberfläche der Erde und beherrschte ein Viertel der Weltbevölkerung.

    24 Das römische Weltreich hatte sich von früheren Weltmächten unterschieden, und auch der durch das „kleine“ Horn dargestellte König war „von den ersten verschieden“ (Daniel 7:24). Über das britische Weltreich schrieb der Historiker H. G. Wells: „Nichts dergleichen hat je zuvor bestanden. An erster Stelle, als Mittelpunkt des ganzen Systems, stand die ‚gekrönte Republik‘ der vereinigten britischen Königreiche, . . . das britische Reich als Ganzes [ist] niemals von einem einzelnen Amte oder von einem einzelnen Menschen zusammenfassend verwaltet worden . . . Es war ein Gemisch von Zuwüchsen und Neuerwerbungen, durchaus verschieden von allem, was man bisher ein Reich genannt hatte.“

    25 Zum „kleinen“ Horn gehörte aber nicht nur das britische Weltreich. Großbritannien anerkannte 1783 die Unabhängigkeit seiner 13 amerikanischen Kolonien. Schließlich verbündeten sich die Vereinigten Staaten von Amerika mit Großbritannien und gingen aus dem Zweiten Weltkrieg als die führende Nation der Welt hervor. Und die starken Bindungen zu Großbritannien sind bestehengeblieben. Die so entstandene anglo-amerikanische Doppelweltmacht wird durch das „Horn, das Augen hatte“, versinnbildlicht. Diese Weltmacht ist wirklich aufmerksam und schlau. Sie ‘redet großtönende Dinge’, diktiert einem Großteil der Welt die Politik und handelt als ihr Wortführer, als „falscher Prophet“ (Daniel 7:8, 11, 20; Offenbarung 16:13; 19:20).

    DAS KLEINE HORN WIDERSTEHT GOTT UND SEINEN HEILIGEN

    26 Daniel setzte die Beschreibung seiner Vision mit den Worten fort: „Ich schaute weiter, wie gerade jenes Horn Krieg gegen die Heiligen führte, und es gewann die Oberhand über sie“ (Daniel 7:21). Über dieses „Horn“ oder diesen König sagte Gottes Engel voraus: „Er wird sogar Worte gegen den Höchsten reden, und die Heiligen des Allerhöchsten wird er andauernd befehden. Und er wird beabsichtigen, Zeiten und Gesetz zu ändern, und sie werden für eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit in seine Hand gegeben werden“ (Daniel 7:25). Wie und wann hat sich dieser Teil der Prophezeiung erfüllt?

    27 Die „Heiligen“, die von dem „kleinen“ Horn (der anglo-amerikanischen Weltmacht) verfolgt wurden, sind Jesu geistgesalbte Nachfolger auf der Erde (Römer 1:7; 1. Petrus 2:9). Viele Jahre vor dem Ersten Weltkrieg machte der Überrest dieser Gesalbten die Öffentlichkeit warnend darauf aufmerksam, daß 1914 die „bestimmten Zeiten der Nationen“ enden würden (Lukas 21:24). Als in jenem Jahr Krieg ausbrach, wurde offenkundig, daß das „kleine“ Horn diese Warnung außer acht gelassen hatte, denn es fuhr fort, die gesalbten „Heiligen“ zu befehden. Die anglo-amerikanische Weltmacht widersetzte sich sogar ihrem Bemühen, dem Gebot (oder „Gesetz“) Jehovas nachzukommen, die gute Botschaft vom Königreich weltweit zu einem Zeugnis zu predigen (Matthäus 24:14). Auf diese Weise versuchte das „kleine“ Horn, „Zeiten und Gesetz zu ändern“.

    28 Jehovas Engel sprach von einem prophetischen Zeitabschnitt: „eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit“. Wie lang ist dieser Zeitabschnitt? Bibelkommentatoren stimmen im allgemeinen darin überein, daß damit dreieinhalb Zeiten gemeint sind — die Summe von einer Zeit, zwei Zeiten und einer halben Zeit. Da sich Nebukadnezars „sieben Zeiten“ des Wahnsinns auf sieben Jahre beliefen, handelt es sich bei den dreieinhalb Zeiten um dreieinhalb Jahre (Daniel 4:16, 25). Die Wiedergabe in der Guten Nachricht Bibel lautet: „Ein Jahr und zwei Jahre und ein halbes Jahr wird das Volk Gottes in seine Gewalt gegeben.“ In der Übersetzung von Dr. Hermann Menge ist zu lesen: „Sie werden seiner Gewalt preisgegeben sein ein Jahr, zwei Jahre und ein halbes Jahr.“ Die Einheitsübersetzung und die Jerusalemer Bibel weisen in einer Fußnote darauf hin, daß es sich um dreieinhalb Jahre handelt. Von demselben Zeitabschnitt ist in Offenbarung 11:2-7 die Rede, wo es heißt, daß Gottes Zeugen 42 Monate oder 1 260 Tage in Sacktuch gekleidet predigen und anschließend getötet werden würden. Wann begann und wann endete dieser Zeitabschnitt?

    29 Der Erste Weltkrieg brachte für die gesalbten Christen eine Zeit der Prüfung mit sich. Für Ende 1914 rechneten sie mit Verfolgung. Deshalb wurde als Jahrestext für 1915 die Frage ausgewählt, die Jesus seinen Jüngern gestellt hatte: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“ Der Text war Matthäus 20:22 (Elberfelder Bibel) entnommen. Vom Dezember 1914 an predigte also diese kleine Gruppe von Zeugen ‘in Sacktuch’.

    30 Als sich das Kriegsfieber ausbreitete, regte sich zunehmend Widerstand. Einige gesalbte Christen wurden eingesperrt. Einige wurden von sadistischen Staatsvertretern gefoltert, so zum Beispiel Frank Platt in England und Robert Clegg in Kanada. Am 12. Februar 1918 verbot das britische Dominion Kanada den kurz zuvor (in Englisch) erschienenen siebten Band der Schriftstudien, betitelt Das vollendete Geheimnis, sowie die Traktate mit dem Titel Der Schriftforscher. Im darauffolgenden Monat erklärte das Justizministerium der Vereinigten Staaten die Verbreitung des siebten Bandes als gesetzwidrig. Was war die Folge? Es kam zu Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmung von Literatur und zur Verhaftung von Anbetern Jehovas.

    31 Die Befehdung der Gesalbten Gottes erreichte am 21. Juni 1918 den Höhepunkt, als J. F. Rutherford und führende Mitglieder der Watch Tower Bible and Tract Society auf Grund von Falschanklagen zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden. In der Absicht, „Zeiten und Gesetz zu ändern“, hatte das „kleine“ Horn das organisierte Predigtwerk praktisch zum Erliegen gebracht (Offenbarung 11:7). So endete der vorhergesagte Zeitabschnitt von ‘einer Zeit und Zeiten und einer halben Zeit’ im Juni 1918.

    32 Aber die „Heiligen“ wurden, als das „kleine“ Horn sie befehdete, nicht ausgerottet. Wie in der Offenbarung vorausgesagt, folgte nach einer kurzen Zeit der Untätigkeit eine Wiederbelebung und Reaktivierung der gesalbten Christen (Offenbarung 11:11-13). Der Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society und seine Gefährten wurden am 26. März 1919 aus dem Gefängnis freigelassen und später von den Falschanklagen, die gegen sie erhoben worden waren, freigesprochen. Sogleich begann der gesalbte Überrest, sich für weitere Tätigkeit zu reorganisieren. Was stand indes dem „kleinen“ Horn bevor?

    DER ALTE AN TAGEN HÄLT GERICHT

    33 Nachdem Daniel die vier Tiere vorgestellt hat, richtet er seinen Blick von dem vierten Tier weg auf eine Szene im Himmel. Er sieht den Alten an Tagen, der sich als Richter auf einen prächtigen Thron setzt. Es ist niemand anders als Jehova Gott (Psalm 90:2). Als sich das Gericht im Himmel setzt, bemerkt Daniel, daß ‘Bücher geöffnet werden’ (Daniel 7:9, 10). Da Jehovas Dasein in die unendliche Vergangenheit zurückreicht, kennt er die ganze Menschheitsgeschichte so, als sei sie in einem Buch festgehalten worden. Er hat alle vier sinnbildlichen Tiere beobachtet und kann sie auf Grund dessen, was er aus eigener Erfahrung über sie weiß, richten.

    34 Daniel fährt fort: „Ich schaute weiter zur selben Zeit wegen des Schalls der großtönenden Worte, die das Horn redete; ich schaute weiter, bis das Tier getötet und sein Leib vernichtet war und es dem brennenden Feuer hingegeben wurde. Was aber die übrigen der Tiere betrifft, ihre Herrschaft wurde weggenommen, und es wurde ihnen eine Verlängerung des Lebens für eine Zeit und einen Zeitabschnitt gewährt“ (Daniel 7:11, 12). Der Engel sagt zu Daniel: „Das Gericht selbst setzte sich dann, und seine eigene Herrschaft nahm man schließlich weg, um ihn zu vertilgen und ihn gänzlich zu vernichten“ (Daniel 7:26).

    35 Auf Anordnung des großen Richters, Jehova, wird dem Horn, das Gott lästerte und seine „Heiligen“ befehdete, dasselbe widerfahren wie dem römischen Weltreich, das die ersten Christen verfolgte. Seine Herrschaft wird ebensowenig fortdauern wie diejenige der geringeren mit Hörnern verglichenen „Könige“, die aus dem römischen Weltreich hervorgingen. Was ist indes von den Herrschaftsformen zu sagen, die aus den früheren mit Tieren vergleichbaren Mächten hervorgingen? Wie vorausgesagt, wurde ihr Leben „für eine Zeit und einen Zeitabschnitt“ verlängert. Ihre Territorien sind bis heute bevölkert. Irak nimmt beispielsweise das Gebiet des alten Babylon ein. Auch Persien (Iran) und Griechenland gibt es immer noch. Überreste dieser ehemaligen Weltmächte sind Mitglieder der Vereinten Nationen. Diese Reiche werden mit der Vernichtung der letzten Weltmacht ebenfalls verschwinden. Alle menschlichen Regierungen werden im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, beseitigt werden (Offenbarung 16:14, 16). Wer wird aber dann die Erde regieren?

    EINE NICHT ENDENDE HERRSCHAFT STEHT BEVOR!

    36 Daniel rief aus: „Ich schaute weiter in den Visionen der Nacht, und siehe da, mit den Wolken des Himmels kam gerade einer wie ein Menschensohn; und er erlangte Zutritt zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn nahe heran, ja vor IHN“ (Daniel 7:13). Auf der Erde bezeichnete sich Jesus Christus als „Menschensohn“ und betonte dadurch seine Verwandtschaft mit der Menschheit (Matthäus 16:13; 25:31). Vor dem Sanhedrin, dem höchsten jüdischen Gericht, sagte er: „Ihr [werdet] den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“ (Matthäus 26:64). Bei demjenigen, der in Daniels Vision für Menschenaugen unsichtbar kam und Zutritt zu Jehova Gott erlangte, handelt es sich somit um den auferweckten, verherrlichten Jesus Christus. Von welchem Zeitpunkt ist hier die Rede?

    37 Wie mit König David, so hat Gott auch mit Jesus Christus einen Bund für ein Königreich geschlossen (2. Samuel 7:11-16; Lukas 22:28-30). Als 1914 u. Z. die „bestimmten Zeiten der Nationen“ abliefen, konnte Jesus Christus als Davids königlicher Erbe rechtmäßig die Königsherrschaft antreten. Daniels prophetischer Bericht lautet: „Ihm wurde Herrschaft und Würde und Königtum gegeben, damit die Völker, Völkerschaften und Sprachen alle ihm dienen sollten. Seine Herrschaft ist eine auf unabsehbare Zeit dauernde Herrschaft, die nicht vergehen wird, und sein Königreich eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird“ (Daniel 7:14). So wurde 1914 das messianische Königreich im Himmel aufgerichtet. Doch auch anderen wird Herrschaft gegeben.

    38 Der Engel sagte: „Die Heiligen des Allerhöchsten werden das Königreich empfangen“ (Daniel 7:18, 22, 27). Jesus Christus ist der oberste Heilige (Apostelgeschichte 3:14; 4:27, 30). Die anderen „Heiligen“, die an der Herrschaft teilhaben, sind die 144 000 treuen geistgesalbten Christen, die zusammen mit Christus das Königreich erben (Römer 1:7; 8:17; 2. Thessalonicher 1:5; 1. Petrus 2:9). Sie werden als unsterbliche Geistgeschöpfe vom Tod auferweckt, damit sie mit Christus auf dem himmlischen Berg Zion regieren können (Offenbarung 2:10; 14:1; 20:6). Christus Jesus und die auferweckten gesalbten Christen werden also über die Menschenwelt herrschen.

    39 Was die Herrschaft des Menschensohnes und der anderen auferweckten „Heiligen“ betrifft, sagte der Engel Gottes: „Das Königreich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter allen Himmeln wurden dem Volk der Heiligen des Allerhöchsten gegeben. Ihr Königreich ist ein auf unabsehbare Zeit dauerndes Königreich, und alle Herrschaften werden selbst ihnen dienen und gehorchen“ (Daniel 7:27). Wie sehr doch die gehorsame Menschheit unter diesem Königreich gesegnet werden wird!

    40 Daniel wußte nicht, wie die Visionen, die Gott ihm gewährt hatte, einmal auf wunderbare Weise Wirklichkeit würden. Er sagte: „Bis hierher ist das Ende der Sache. Was mich, Daniel, betrifft, meine eigenen Gedanken erschreckten mich ständig in hohem Maße, so daß sich sogar meine Gesichtsfarbe an mir veränderte; die Sache selbst aber behielt ich in meinem eigenen Herzen“ (Daniel 7:28). Wir dagegen leben in der Zeit, in der wir die Erfüllung dessen verstehen können, was Daniel sah. Wenn wir auf diese Prophezeiung achten, wird unser Glaube gestärkt und unsere Überzeugung vertieft, daß Jehovas messianischer König die Welt regieren wird.

    Leider ist das Buch von 1999 und somit kein Bestandteil der Online-Bibliothek. Aber wer es nicht hat, kann gerne den nächsten Zeugen Jehovas ansprechen, den er sieht und ihn darum bitten, es ihm zu besorgen. Sei es, wenn sie an eurer Tür klingeln, oder wenn sie auf der Straße Zeitschriften anbieten oder an einen der Stände, an denen Publikationen zum Mitnehmen angeboten werden. Ihr könnt aber auch einfach den Königreichssaal an eurem Ort aufsuchen. Auf der Seite der Gesellschaft könnt ihr die nächstgelegene Versammlung und die entsprechenden Öffnungszeiten herausfinden. Es lohnt sich auf alle Fälle – für jeden, der ernsthaft an Gott und seinem Wort interessiert ist

  75. Juleam 2. Oktober 2012 um 09:25 Link zum Kommentar

    Daniel 8 – Daniels zweite Vision vom Schafbock und Ziegenbock

    1 Im 3.Regierungsjahr König Belsazars hatte ich, Daniel, eine zweite Vision: 2 Dabei sah ich mich selbst in der königlichen Residenz Susa in der Provinz Elam. Ich stand am Ulai-Kanal, 3 und als ich mich umschaute, entdeckte ich am Ufer einen Schafbock. Er hatte zwei lange Hörner; das eine war größer als das andere, obwohl es erst später gewachsen war. 4 Ich sah, wie der Schafbock mit seinen Hörnern nach Westen, Norden und Süden Stöße austeilte. Kein Tier konnte sich ihm widersetzen, und wenn er eines in seiner Gewalt hatte, konnte niemand mehr helfen. Er tat, was er wollte, und wurde immer mächtiger.

    5 Während ich noch darüber nachdachte, was dies zu bedeuten hatte, kam plötzlich ein Ziegenbock vom Westen her über die ganze Erde. Er lief so schnell, dass er kaum den Boden berührte. Zwischen den Augen hatte er ein auffällig starkes Horn. 6 Als er bei dem Schafbock angelangt war, den ich am Kanal gesehen hatte, stürzte er sich mit voller Wucht auf ihn 7 und traf ihn in seiner Flanke. Die zwei kämpften erbittert, bis der Ziegenbock seinem Feind beide Hörner abbrach. Der Schafbock hatte keine Kraft mehr, sich zu wehren, er wurde zu Boden geworfen und zertrampelt. Niemand kam ihm zu Hilfe.

    8 Jetzt wurde der Ziegenbock noch mächtiger. Doch als er überaus kräftig geworden war, brach das große Horn ab. An seiner Stelle kamen vier gewaltige Hörner zum Vorschein, die in alle vier Himmelsrichtungen wuchsen. 9 Aus einem von ihnen brach noch ein weiteres Horn hervor. Zuerst war es sehr klein, aber dann wuchs es immer mehr nach Süden, nach Osten und in Richtung Israel. 10 Ja, es erreichte sogar die Sterne am Himmel, warf einige von ihnen auf die Erde hinunter und zertrat sie. 11 Selbst den Herrn des Himmels forderte es heraus, denn es verbot die regelmäßigen Opfer, die ihm dargebracht wurden, und entweihte seinen Tempel. 12 Es setzte ein ganzes Heer ein, das die täglichen Opfer mit Gewalt unterbinden sollte. So trat es die Wahrheit mit Füßen, und was immer es unternahm, gelang ihm.

    13 Dann hörte ich, wie ein Engel einen anderen fragte: »Wann wird man Gott wieder Opfer darbringen können? Soll sich das Horn weiter ungehindert gegen Gott auflehnen und schreckliche Verwüstungen anrichten? Es fordert den Herrn des Himmels heraus und hat sein Heiligtum zerstört. Wie lange soll das noch so bleiben?« 14 Der andere Engel antwortete: »Erst nach 2300 Tagen wird das Heiligtum wieder neu geweiht werden.«

    15 Ich dachte noch über das Gesehene nach, als plötzlich jemand vor mir stand, der wie ein Mann aussah. 16 Gleichzeitig hörte ich, wie eine Stimme vom Ulai-Kanal ihm zurief: »Gabriel, erkläre du ihm die Vision!« 17 Der Engel trat ganz nahe an mich heran. Ich erschrak und fiel vor ihm zu Boden. Er aber sagte zu mir: »Du Mensch, hör genau zu: Dir wurde vor Augen geführt, was die kommenden Generationen erleben werden.«

    18 Während er so zu mir sprach, lag ich wie betäubt am Boden mit dem Gesicht nach unten. Doch der Engel berührte mich und half mir wieder auf die Beine. 19 Dann sagte er: »Ich will dir erklären, was sich ereignet, wenn Gottes Zorn losbricht. Die Zeit dafür ist schon festgelegt. 20 Der Schafbock mit den beiden Hörnern ist das Reich der Meder und Perser mit ihren Herrschern. 21 Der zottige Ziegenbock ist das Reich der Griechen, und das große Horn zwischen den Augen des Bocks der erste König dieses Reiches. 22 Du hast gesehen, wie das Horn abbrach und an seiner Stelle vier andere nachwuchsen. Dies bedeutet, dass aus dem einen Königreich vier andere entstehen werden. Sie werden aber nicht so mächtig sein wie das erste.

    23 Am Ende ihrer Herrschaft wird die Gottlosigkeit überhand nehmen und das Maß der Schuld voll sein.
    Dann kommt ein rücksichtsloser und hinterhältiger König 24 und erlangt große Macht, wenn auch nicht aus eigener Kraft. Schreckliches Verderben richtet er an, und was er unternimmt, das hat Erfolg. Er schaltet mächtige Herrscher aus, sogar Gottes heiliges Volk stürzt er ins Verderben. 25 Weil er so schlau und gerissen ist, gelingt es ihm, die Menschen zu täuschen. In seinem Größenwahn bringt er viele ohne jede Warnung um. Selbst dem höchsten Herrn stellt er sich entgegen, doch schließlich wird er ohne menschliches Zutun vernichtet.

    26 Hör zu, Daniel! Alles, was du über die 2300 Tage erfahren hast, wird eintreffen. Behalte die Vision genau im Gedächtnis! Denn es dauert noch lange, bis sie sich ganz erfüllt hat.«

    27 Danach war ich völlig erschöpft und tagelang krank. Als es mir besser ging, nahm ich meinen Dienst beim König wieder auf. Doch ich war erschüttert über die Vision, und ich verstand sie nicht.

  76. Juleam 2. Oktober 2012 um 09:28 Link zum Kommentar

    Daniel 9 – Daniel bekennt die Schuld seines Volkes

    1 Der Meder Darius, der Sohn des Xerxes, war König von Babylonien geworden. 2 In seinem 1.Regierungsjahr forschte ich in den heiligen Schriften. Ich las dort, wie der Herr dem Propheten Jeremia ankündigte, dass Jerusalem siebzig Jahre in Trümmern liegen würde.3 Da flehte ich zum Herrn, meinem Gott, ich fastete, zog ein Trauergewand aus Sacktuch an und streute Asche auf meinen Kopf.

    4 Ich bekannte dem Herrn die Schuld unseres Volkes:
    »Ach Herr, du mächtiger und ehrfurchtgebietender Gott! Du hältst deinen Bund mit uns und erweist Gnade denen, die dich lieben und nach deinen Geboten leben. 5 Doch wir haben gegen dich gesündigt und großes Unrecht begangen! Was du wolltest, war uns gleichgültig! Ja, wir haben uns gegen dich aufgelehnt und deine Gebote und Weisungen umgangen. 6 Die Mahnungen der Propheten schlugen wir in den Wind, dabei haben sie in deinem Auftrag zu unseren Vorfahren, unseren Königen, den führenden Männern und zum ganzen Volk gesprochen. 7 Du, Herr, hast recht gehandelt, wir haben es verdient, dass du uns so schwer bestraft und in andere Länder vertrieben hast. Wir alle müssen uns schämen: die Bewohner von Juda und Jerusalem und auch wir in der Fremde. Unser ganzes Volk hat dir die Treue gebrochen. 8 Herr, wir haben schwere Schuld auf uns geladen: unsere Könige, die führenden Männer und auch unsere Vorfahren. Dafür schämen wir uns in Grund und Boden.

    9 Doch du, Herr, unser Gott, bist barmherzig und vergibst uns, obwohl wir von dir nichts mehr wissen wollten. 10 Wir haben uns taub gestellt, wir haben nicht auf die Propheten gehört, die uns aufforderten, nach deinen Geboten zu leben. 11 Ganz Israel hat deine Weisungen missachtet und deine Worte in den Wind geschlagen. Deshalb hat uns nun dein Fluch getroffen, den du im Gesetzbuch deines Dieners Mose allen angedroht hast, die sich gegen dich auflehnen. 12 Noch nie ist über ein Volk ein solches Unheil hereingebrochen, wie es die Menschen in Jerusalem jetzt erleben. Du hast deine Drohungen gegen uns und unsere führenden Männer wahr gemacht! 13 Ja, du hast uns ins Unglück gestürzt, wie es im Gesetzbuch des Mose angekündigt ist. Und wir haben auch nichts unternommen, um dich wieder gnädig zu stimmen. Wir sind nicht von unseren falschen Wegen umgekehrt zu dir, dem wahren Gott. 14 Darum lässt du uns nun die Folgen tragen. Wir haben die gerechte Strafe bekommen, Herr, unser Gott, denn wir wollten nicht auf dich hören.

    15 Herr, wir haben gesündigt und dir den Rücken gekehrt. Du bist unser Gott, du hast uns, dein Volk, durch deine große Macht aus Ägypten befreit. Bis zum heutigen Tag machst du deinen Namen überall bekannt. 16 Immer wieder hast du gezeigt, dass du dich an deine Zusagen hältst. Sei nicht länger zornig über deine Stadt Jerusalem und über deinen heiligen Berg Zion! Schon unsere Vorfahren haben große Schuld auf sich geladen, und auch wir haben weiter gegen dich gesündigt. Jetzt ist Jerusalem und unser ganzes Volk zum Gespött aller Nachbarvölker geworden.

    17 Herr, höre doch jetzt, wenn ich zu dir flehe! Unser Gott, erbarm dich über dein verwüstetes Heiligtum! Es geht um deine Ehre! 18 Erhöre mich, du, mein Gott, und sieh, wie es um uns steht: Die Stadt, die deinen Namen trägt, liegt in Trümmern. Wir flehen zu dir, nicht weil wir deine Hilfe verdient hätten, sondern weil du uns schon so oft gnädig gewesen bist. 19 Herr, vergib uns! Greif ein und handle! Zögere nicht, denn deine Ehre steht auf dem Spiel! Es geht um deine Stadt und dein Volk.«

    Das Geheimnis der siebzig mal sieben Jahre

    20 So betete ich und bekannte dem Herrn meine Schuld und die Schuld meines Volkes. Ich flehte ihn an, sein Heiligtum auf dem Berg Zion wieder aufbauen zu lassen.

    21 Noch während ich betete, eilte der Engel Gabriel herbei, den ich schon früher in meiner Vision gesehen hatte. Es war gerade die Zeit des Abendopfers. 22 »Daniel«, sagte er zu mir, »ich bin gekommen, um deine Fragen zu beantworten. 23 Schon als du anfingst zu beten, sandte Gott mich zu dir, denn er liebt dich. Achte nun auf das, was ich dir offenbaren will: 24 Siebzig mal sieben Jahre müssen vergehen, bis Gott seine Absicht mit deinem Volk und mit der heiligen Stadt erreicht hat: Zu dieser Zeit bereitet er der Auflehnung gegen ihn ein Ende, die Macht der Sünde wird gebrochen, und die Schuld ist gesühnt. Dann werden Menschen für immer vor Gott bestehen können, die Visionen und Voraussagen der Propheten erfüllen sich, und das Allerheiligste im Tempel wird wieder neu geweiht.

    25 Nun hör gut zu, damit du meine Worte verstehst: Zwischen dem Befehl, Jerusalem wieder aufzubauen, und dem Auftreten eines von Gott erwählten Herrschers liegen sieben mal sieben Jahre. Zweiundsechzig mal sieben Jahre lang werden in Jerusalem Straßen und Befestigungsgräben gebaut, doch es wird eine Zeit großer Bedrängnis sein. 26 Nach den zweiundsechzig mal sieben Jahren wird ein von Gott Auserwählter hingerichtet, ohne dass er irgendwo Hilfe findet. Dann zerstört das Heer eines fremden Machthabers die Stadt und den Tempel wie eine reißende Flut. Bis zum Ende herrschen Krieg und Verwüstung, denn so hat es Gott beschlossen.

    27 Der Machthaber wird vielen Menschen einen Bund aufzwingen, der sieben Jahre lang gelten wird. Nach der Hälfte dieser Zeit verbietet er den Opferdienst am Tempel und stellt dort eine abscheuliche Götzenstatue auf. Doch auch dieser grausame Herrscher wird untergehen, denn Gott hat sein Urteil über ihn gesprochen.«

    Hier finde ich besonders gut, wie die Hoffnung für Alle (die wir ja in diesem Jahr lesen) den Teil mit Jesus formuliert: wirklich für jeden zu verstehen, der die Evangelien kennt!

  77. Juleam 2. Oktober 2012 um 09:32 Link zum Kommentar

    Daniel 10 – 12

    Daniel 10 – Daniels letzte Vision am Ufer des Tigris

    1 Im 3.Regierungsjahr des persischen Königs Kyrus empfing Daniel, der Beltschazar genannt wurde, eine Botschaft von Gott. Sie kündigt eine Zeit großer Not an und wird sich ganz sicher erfüllen. In einer Vision wurde Daniel diese Botschaft erklärt.

    2 Er berichtet:
    Damals trauerte ich drei Wochen lang, 3 ich verzichtete auf alle erlesenen Speisen und auf Fleisch, trank keinen Wein und verwendete keine wohlriechenden Salböle. 4 Am 24.Tag des 1.Monats stand ich am Ufer des Tigris. 5 Als ich aufblickte, sah ich einen Mann, der ein weißes Leinengewand mit einem Gürtel aus feinstem Gold trug. 6 Sein Leib funkelte wie ein Edelstein, sein Gesicht leuchtete wie ein Blitz, und die Augen glichen brennenden Fackeln. Die Arme und Beine schimmerten wie polierte Bronze, und seine Stimme war so laut wie die Rufe einer großen Menschenmenge.

    7 Ich war der Einzige, der die Erscheinung wahrnahm. Meine Begleiter konnten sie nicht sehen, doch sie bekamen plötzlich große Angst, liefen davon und versteckten sich. 8 So blieb ich allein zurück und spürte, wie mich beim Anblick der beeindruckenden Gestalt die Kräfte verließen. Ich wurde kreidebleich und konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. 9 Da fing der Mann an zu sprechen, und kaum hörte ich seine gewaltige Stimme, da verlor ich die Besinnung, fiel um und blieb mit dem Gesicht am Boden liegen. 10 Doch eine Hand berührte mich und rüttelte mich wach. Ich konnte auf die Knie gehen und mich mit den Händen abstützen.

    11 Der Mann sprach zu mir: »Gott liebt dich, Daniel! Steh auf und achte auf meine Worte, denn Gott hat mich zu dir geschickt.« Zitternd stand ich auf. 12 »Hab keine Angst!«, ermutigte er mich. »Du wolltest gern erkennen, was Gott tun will, und hast dich vor ihm gedemütigt. Schon an dem Tag, als du anfingst zu beten, hat er dich erhört. Darum bin ich nun zu dir gekommen. 13 Aber der Engelfürst des Perserreichs stellte sich mir entgegen und hielt mich einundzwanzig Tage lang auf. Doch dann kam mir Michael zu Hilfe, einer der höchsten Engelfürsten. Ihm konnte ich den Kampf um das Reich der Perser überlassen. 14 Ich bin jetzt hier, um dir zu erzählen, wie es mit deinem Volk weitergeht. Denn was du nun von mir erfährst, wird sich in ferner Zukunft erfüllen.«

    15 Als er so zu mir redete, blickte ich zu Boden und brachte kein Wort mehr heraus. 16 Der Engel, der aussah wie ein Mensch, berührte meine Lippen, und ich konnte wieder sprechen. Ich sagte zu ihm: »Mein Herr, deine Erscheinung lässt mich zittern wie eine Frau in den Wehen, sie hat mir alle Kraft genommen! 17 Ich stehe vor dir wie ein Sklave vor seinem Herrn. Wie könnte ich es wagen, überhaupt ein Wort an dich zu richten? Dazu fehlt mir der Mut, und meine Kehle ist wie zugeschnürt.«

    18 Der Engel, der wie ein Mensch aussah, berührte mich noch einmal und gab mir dadurch Kraft. 19 »Hab keine Angst!«, sagte er. »Gott liebt dich, er meint es gut mit dir. Sei jetzt stark und mutig!« Während er mit mir sprach, kehrte meine Kraft zurück, und ich antwortete: »Mein Herr, weil du mich gestärkt hast, kann ich hören, was du mir sagen möchtest.«

    20 Er entgegnete: »Weißt du überhaupt, warum ich zu dir gekommen bin? Bald schon muss ich wieder umkehren, um den Kampf mit dem Engelfürsten der Perser zu Ende zu führen. Wenn ich ihn besiegt habe, wird der Engelfürst von Griechenland mich angreifen.

    21 Gegen diese beiden steht mir allein Michael bei, der Engelfürst eures Volkes. Denn im 1.Regierungsjahr des Mederkönigs Darius habe ich ihm Hilfe und Schutz gegeben. Doch bevor ich zurückgehe, will ich dir die Botschaft anvertrauen, die im Buch der Wahrheit aufgeschrieben ist.«

    Warum trauert Daniel hier drei Wochen? Hat es damit zu tun, dass er zuvor sie Sünden des Volkes bekannt hatte? Trauerte er darüber, dass sie als Volk den Namen Jehovas beschmutzt hatten?

  78. Juleam 2. Oktober 2012 um 09:40 Link zum Kommentar

    Daniel 11 – Machtkämpfe zwischen den Königen des Nordens und des Südens

    2 »Was ich dir nun offenbare, wird ganz bestimmt eintreffen: Drei weitere Könige werden in Persien regieren, bis ein vierter die Herrschaft übernimmt, der seine Vorgänger an Glanz und Reichtum weit übertrifft. Auf dem Gipfel seiner Macht bietet er alle Kräfte gegen Griechenland auf.

    3 Nach ihm kommt ein bedeutender König, der so mächtig ist, dass er alles erreichen kann, was er geplant hat. 4 Doch auf dem Höhepunkt seiner Macht zerfällt sein Reich in vier Teile, die im Norden, Süden, Osten und Westen liegen und viel schwächer sind als das vorige. Keiner der königlichen Nachkommen kann weiterregieren, das Königshaus geht unter, und andere reißen die Macht an sich.

    5 Der König des Südreichs gewinnt an Einfluss, doch einer seiner Heerführer wird noch bedeutender als er und errichtet im Norden ein noch größeres Reich.

    6 Nach einigen Jahren verbünden sich die beiden Reiche miteinander, und um den Frieden zu festigen, heiratet die Tochter des Königs im Süden den König im Norden. Doch sie kann ihren Einfluss nicht behaupten, und das Bündnis zerbricht. Sie kommt um, ebenso ihr Mann, ihr Vater und ihr Gefolge. 7 Ein Verwandter von ihr wird anstelle ihres Vaters König. Er zieht gegen den König des Nordens in den Krieg, besiegt ihn und dringt in seine befestigte Hauptstadt ein. 8 Die Götterstatuen und die wertvollen Gegenstände aus Silber und Gold nimmt er nach Ägypten mit. Danach wird er den König im Norden einige Jahre nicht mehr angreifen. 9 Dieser jedoch fällt in das Südreich ein, zieht sich aber sofort wieder zurück. 10 Seine Söhne werden sich erneut zum Krieg rüsten und viele große Heere aufbieten, die wie eine zerstörerische Flut über die Feinde hereinbrechen. Immer wieder greifen sie an und dringen schließlich bis zur Festung des Königs im Süden vor. 11 Dieser wiederum wird voller Zorn seine Truppen sammeln, gegen seinen Feind kämpfen und ihn trotz seiner Übermacht besiegen. 12 Zehntausende aus dem nördlichen Reich werden dabei umkommen. Dieser Erfolg macht den König des Südens selbstsicher und überheblich. Doch er kann seine Macht nicht lange behaupten. 13 Denn der Herrscher aus dem Norden stellt einige Jahre später noch größere Truppen auf, bis an die Zähne bewaffnet, und greift mit ihnen an.

    14 Auch viele andere werden sich in jener Zeit gegen den König des Südens auflehnen. Eine Vision erfüllt sich: Menschen aus deinem eigenen Volk, die vor Gewalttaten nicht zurückschrecken, schließen sich den Aufständischen an. Aber sie werden scheitern. 15 Der König aus dem Norden wird mit seinen Soldaten anrücken, eine befestigte Stadt belagern und sie einnehmen. Das Heer aus dem Süden kann ihm nicht standhalten, sogar die Elitetruppen müssen die Waffen strecken.

    16 Niemand leistet dem nördlichen Herrscher mehr Widerstand, er kann tun und lassen, was er will.
    Auch in Israel macht er sich breit und verwüstet das Land. 17 Er will durch ein Bündnis die Herrschaft über das Südreich erlangen, damit es ihm nicht mehr gefährlich werden kann. Deshalb gibt er dem König des Südens eine seiner Töchter zur Frau. Doch sein Plan wird scheitern.

    18 Darauf greift er die Küstenländer und Inseln an und bringt viele in seine Gewalt. Doch ein fremder Heerführer stellt sich ihm entgegen und macht seinem Größenwahn ein Ende. 19 Darauf zieht sich der König des Nordens in die befestigten Städte seines eigenen Landes zurück. Aber dort wird er gestürzt, und schon bald gerät er in Vergessenheit.

    20 Sein Nachfolger wird einen Bevollmächtigten durchs Reich schicken, um Steuern einzutreiben und so den Reichtum seines Landes zu vergrößern. Aber schon nach kurzer Zeit wird der König sterben; er fällt jedoch weder im Krieg, noch wird er aus Rache ermordet.«

    Der große Feind von Gottes Volk

    21 »An die Stelle des verstorbenen Königs wird ein skrupelloser Mann treten. Er ist zwar nicht für die Thronfolge bestimmt, reißt aber durch Intrigen die Herrschaft an sich. 22 Wenn feindliche Heere in sein Land einfallen, löscht er sie aus. Ja, sogar einen verbündeten Fürsten lässt er umbringen. 23 Zuerst schließt er ein Bündnis mit ihm, doch dann hintergeht er ihn auf übelste Weise. Obwohl den König nur wenige unterstützen, gelangt er an den Gipfel der Macht. 24 Er fällt in die reichen Gegenden einer Provinz ein, während sich die Bewohner in Sicherheit wiegen, er plündert sie aus und verteilt die Beute an seine Anhänger. Kein Herrscher vor ihm hat es je so schlimm getrieben! Auch die befestigten Städte will er in seine Gewalt bekommen, doch dazu bleibt ihm nicht mehr viel Zeit.

    25 Entschlossen und zielbewusst führt er ein großes Heer gegen den König des Südens in den Kampf. Dieser rüstet sich mit einer noch gewaltigeren Armee zum Krieg, doch er kann seinen Feinden nicht standhalten, denn er wird das Opfer einer Verschwörung: 26 Seine engsten Vertrauten bringen seine Pläne zum Scheitern, viele Soldaten fallen in der Schlacht, und die Überlebenden fliehen in alle Richtungen.

    27 Die beiden Könige verhandeln miteinander, und jeder ist nur darauf aus, den anderen hinters Licht zu führen. Doch keiner von ihnen hat Erfolg, denn die Zeit dafür ist noch nicht gekommen. 28 Zunächst kehrt der König aus dem Norden mit reicher Beute in sein Land zurück. Unterwegs greift er das Volk an, mit dem Gott einen Bund geschlossen hat.

    29 Später versucht er wieder, das Südreich zu erobern. Doch diesmal wird es ihm anders ergehen als bei seinem ersten Feldzug:

    30 Schiffe aus einem Land im Mittelmeer bedrohen ihn, er verliert den Mut und tritt den Rückzug an.
    Seine Wut darüber lässt er an dem Volk aus, das zum heiligen Gott gehört. Er zieht alle auf seine Seite, die bereit sind, den Bund mit Gott zu brechen. 31 Seine Truppen entweihen den Tempel auf dem Berg, schaffen die täglichen Opfer ab und stellen eine abscheuliche Götzenstatue auf. 32 Alle, denen Gottes Bund mit Israel schon immer gleichgültig war, verführt er mit schönen Worten dazu, sich endgültig von Gott abzuwenden. Die anderen aber, die Gott treu sein wollen, bleiben standhaft. 33 Weise und Verständige aus dem Volk werden vielen den richtigen Weg zeigen. Darum wird man sie eine Zeit lang verfolgen; man nimmt sie gefangen, tötet sie mit dem Schwert, raubt ihren Besitz und brennt ihre Häuser nieder. 34 Sie erfahren zwar auch Hilfe, aber viele schließen sich ihnen nur zum Schein an. 35 Dass die Weisen und Verständigen so hart verfolgt werden, dient ihrer Läuterung. Gott will sie durch diese schwere Zeit prüfen, damit ihr Glaube sich bewährt. Dies dauert so lange, wie Gott es bestimmt hat.

    36 Der König kann tun und lassen, was er will. Ja, er ist so vermessen, sich über die Götter zu erheben; sogar Gott, den Höchsten, verhöhnt und verspottet er. Doch er wird dies nur so lange tun, bis Gott ihn voller Zorn bestraft, denn niemand kann Gottes Pläne durchkreuzen. 37 Der König macht sich nichts aus den Göttern seiner Vorfahren. Nicht einmal der Lieblingsgott der Frauen oder irgendein anderer bedeutet ihm etwas, denn er bildet sich ein, mächtiger als sie alle zu sein. 38 Er dient lieber dem Gott der Festungen, den seine Vorfahren nie gekannt haben, und bringt ihm Gold und Silber dar, Edelsteine und andere wertvolle Gaben. 39 Im Namen dieses fremden Gottes bezwingt er selbst die stärksten Festungen. Wer ihn als Herrscher anerkennt, den überhäuft er mit großen Ehren, er teilt ihm Land zu und lässt ihn über viele Menschen regieren.

    40 Schließlich aber kommt das Ende: Der König des Südens fällt mit seinen Truppen über das Nordreich her, doch der König des Nordens geht mit Streitwagen, Reitern und vielen Schiffen zum Gegenangriff über. Er stößt in die Länder des Südens vor und überrollt sie wie eine verheerende Flut. 41 Dabei erobert er auch Israel und bringt viele Länder in seine Gewalt. Nur die Edomiter, die Moabiter und der größte Teil der Ammoniter kommen noch einmal davon. 42 Für Ägypten jedoch gibt es bei diesem Feldzug keine Rettung mehr. 43 Der König des Nordens raubt die Schätze des Landes, sein Gold und sein Silber. Und selbst Libyer und Äthiopier führt er in seinem Siegeszug mit. 44 Dann aber werden ihm Gerüchte aus dem Osten und Norden zugetragen, die ihn beunruhigen. Voller Zorn tritt er den Rückzug an, um seine Feinde ein für alle Mal zu vernichten.

    45 Er schlägt seine Kriegszelte zwischen dem Meer und dem Berg Zion auf. Doch dann wird sein Ende kommen, und niemand kann ihm mehr helfen.«

    Wer war nun hier der König des Nordens? Habe ich es aus dem Daniel-Buch richtig in Erinnerung: Alexander der Große?

    Kapitel dreizehn
    Ein Konflikt zwischen zwei Königen

    ZWEI rivalisierende Könige kämpfen erbittert um die Vorherrschaft. Im Laufe der Jahre gewinnt erst der eine und dann der andere die Oberhand. Mitunter übt der eine König die Vorherrschaft aus, während der andere untätig ist. So gibt es konfliktfreie Zeitabschnitte. Dann kommt es aber plötzlich erneut zu einer Auseinandersetzung, und der Konflikt setzt sich fort. Beteiligt sind an diesem Drama beispielsweise der syrische König Seleukos I. Nikator, der ägyptische König Ptolemaios Lagi, die syrische Prinzessin und ägyptische Königin Kleopatra I., die römischen Kaiser Augustus und Tiberius und die palmyrische Königin Zenobia. Gegen Ende des Konflikts spielen neben dem nationalsozialistischen Deutschland auch der kommunistische Nationenblock, die anglo-amerikanische Weltmacht, der Völkerbund und die Vereinten Nationen eine Rolle. Ein Ereignis, das von keinem dieser politischen Herrschaftsträger vorausgesehen wird, bildet das Finale. Vor etwa 2 500 Jahren wurde dem Propheten Daniel diese spannende Prophezeiung von dem Engel Jehovas bekanntgegeben (Daniel, Kapitel 11).

    2 Wie fasziniert muß Daniel gewesen sein, als ihn der Engel eingehend über die Rivalität der beiden künftigen Könige unterrichtete! Auch für uns ist das Drama von Interesse, denn der Machtkampf der beiden Könige erstreckt sich bis in die Gegenwart. Die Erkenntnis, daß sich der erste Teil der Prophezeiung in der Vergangenheit erfüllt hat, stärkt unseren Glauben und unsere Zuversicht, daß sich auch der letzte Teil mit Sicherheit erfüllen wird. Wenn wir auf diese Prophezeiung achten, können wir deutlich erkennen, wo wir uns im Strom der Zeit befinden. Auch werden wir in unserem Entschluß bestärkt, in dem Konflikt neutral zu bleiben und geduldig darauf zu warten, daß Gott für uns handelt (Psalm 146:3, 5). Hören wir also aufmerksam zu, während der Engel Jehovas zu Daniel spricht.

    GEGEN DAS KÖNIGREICH GRIECHENLAND

    3 „Was mich betrifft“, sagte der Engel, „im ersten Jahr des Meders Darius [539/538 v. u. Z.] stand ich als ein Stärkender und als eine Festung für ihn auf“ (Daniel 11:1). Darius lebte bereits nicht mehr, doch der Engel nahm zu Beginn der prophetischen Botschaft auf seine Regierung Bezug. Übrigens handelte es sich bei Darius um den König, der befohlen hatte, Daniel aus der Löwengrube herauszuholen. Darüber hinaus hatte er angeordnet, daß alle seine Untertanen den Gott Daniels fürchten sollten (Daniel 6:21-27). Aber nicht für Darius, den Meder, stand der Engel als Unterstützer auf, sondern für den Engelgefährten Michael, den Fürsten des Volkes Daniels. (Vergleiche Daniel 10:12-14.) Er bot Michael seine Unterstützung, während dieser mit dem Dämonenfürsten von Medo-Persien kämpfte.

    4 Weiter sagte der Engel Gottes: „Siehe! Es werden noch drei Könige sein, die für Persien aufstehen, und der vierte wird größeren Reichtum aufhäufen als alle anderen. Und sobald er in seinem Reichtum stark geworden ist, wird er alles gegen das Königreich Griechenland in Bewegung bringen“ (Daniel 11:2). Wer waren jene persischen Herrscher?

    5 Die ersten drei Könige waren Cyrus der Große, Kambyses II. und Darius I. Da Bardiya (oder ein gewisser Gaumata, der sich als Bardiya ausgab) nur sieben Monate herrschte, bleibt seine kurze Regierungszeit in der Prophezeiung unberücksichtigt. Im Jahre 490 v. u. Z. versuchte der dritte König, Darius I., den zweiten Einfall in Griechenland. Doch die Perser wurden bei Marathon besiegt und zum Rückzug nach Kleinasien gezwungen. Darius bereitete zwar einen weiteren Feldzug gegen Griechenland sorgfältig vor, konnte ihn aber bis zu seinem Tod — er starb vier Jahre später — nicht mehr durchführen. Das mußte er seinem Sohn und Nachfolger, Xerxes I., dem „vierten“ König, überlassen. Bei diesem handelte es sich um König Ahasverus, der Esther heiratete (Esther 1:1; 2:15-17).

    6 Auf Xerxes I. traf die Voraussage zu, daß er „alles gegen das Königreich Griechenland in Bewegung bringen“ werde, das heißt gegen die Gesamtheit der unabhängigen griechischen Staaten. „Von ehrgeizigen Höflingen dazu gedrängt, unternahm Xerxes einen Angriff zu Wasser und zu Land“, wie in einem Werk zu lesen ist (The Medes and Persians—Conquerors and Diplomats). Herodot, der griechische Historiker des 5. Jahrhunderts v. u. Z., schreibt, daß es kein anderer Kriegszug „auch nur im geringsten mit diesem aufnehmen kann“. Wie er weiter ausführt, umfaßten die Seestreitkräfte „insgesamt einundfünfzig mal zehntausend und dazu noch siebentausend und sechshundertundzehn [517 610]. Das Fußvolk betrug einhundertundsiebzig mal zehntausend [1 700 000], die Reiterei achtzigtausend. Dann muß ich noch die arabischen Kamelreiter dazuzählen und die Libyer auf den Streitwagen, deren Menge rechne ich zu zwanzigtausend Mann. Die Stärke von Schiffs- und Landheer zusammengenommen macht also zweihunderteinunddreißig mal zehntausend und dazu siebentausendsechshundertundzehn [2 317 610].“

    7 Xerxes I. strebte eine umfassende Eroberung an und brach 480 v. u. Z. mit seinem riesigen Heer nach Griechenland auf. Nachdem die Perser die griechische Verzögerungstaktik bei den Thermopylen zunichte gemacht hatten, verwüsteten sie Athen. Bei Salamis erlitten sie jedoch eine schreckliche Niederlage. Ein weiterer griechischer Sieg folgte 479 v. u. Z. bei Platäa. Von den sieben Königen, die in den nächsten 143 Jahren als Nachfolger des Xerxes auf dem Thron des Perserreiches saßen, griff kein einziger Griechenland an. Doch dann stieg in Griechenland selbst ein mächtiger König auf.

    EIN GROSSREICH GEVIERTEILT

    8 „Ein mächtiger König wird bestimmt aufstehen und mit ausgedehnter Herrschaft herrschen und nach seinem Willen tun“, sagte der Engel (Daniel 11:3). Der 20jährige Alexander ‘stand’ 336 v. u. Z. als König von Makedonien ‘auf’. Er wurde „ein mächtiger König“; nicht umsonst nannte man ihn Alexander den Großen. Angeregt durch einen Plan seines Vaters, Philipp II., nahm er die persischen Provinzen im Nahen Osten ein. Mit 47 000 Mann überquerte er den Euphrat und den Tigris und trieb das 250 000 Mann starke Heer des Darius III. bei Gaugamela auseinander. Darius ergriff daraufhin die Flucht und wurde später ermordet; damit endete die persische Dynastie. Nun war Griechenland Weltmacht; Alexander ‘herrschte mit ausgedehnter Herrschaft und tat nach seinem Willen’.

    9 Doch Alexanders Weltherrschaft sollte nur von kurzer Dauer sein, denn Gottes Engel fügte hinzu: „Wenn er aufgestanden sein wird, wird sein Königreich zerbrochen und nach den vier Winden der Himmel hin verteilt werden, doch nicht an seine Nachkommenschaft und nicht gemäß seiner Herrschaft, mit der er geherrscht hatte; denn sein Königreich wird ausgerissen werden, ja für andere als diese“ (Daniel 11:4). Alexander war noch keine 33 Jahre alt, als er 323 v. u. Z. in Babylon plötzlich von einer Krankheit dahingerafft wurde.

    10 Alexanders riesiges Reich ging nicht auf „seine Nachkommenschaft“ über. Sein Bruder Philipp III. Arrhidäus regierte weniger als sieben Jahre und wurde auf Geheiß der Olympias, der Mutter Alexanders, im Jahre 317 v. u. Z. ermordet. Alexanders Sohn Alexander IV. herrschte bis 311 v. u. Z. und fand durch die Hände Kassanders, eines Heerführers seines Vaters, den Tod. Alexanders unehelicher Sohn Herakles versuchte unter Berufung auf seinen Vater zu herrschen, wurde aber 309 v. u. Z. ermordet. Damit endete die Dynastie Alexanders, „seine Herrschaft“ ging von seiner Familie auf andere über.

    11 Nach dem Tod Alexanders wurde sein Königreich ‘nach den vier Winden hin verteilt’. Seine vielen Generäle zerstritten sich wegen der Gebietsansprüche, die sie geltend machten. Der einäugige Antigonos I. versuchte sogar, die Herrschaft über Alexanders gesamtes Reich zu erlangen. Er kam jedoch in der Schlacht bei Ipsos in Phrygien ums Leben. Ab dem Jahr 301 v. u. Z. übten vier Generäle Alexanders die Macht über das riesige Gebiet aus, das ihr Befehlshaber erobert hatte. Kassander herrschte über Makedonien und Griechenland. Lysimachos erlangte die Macht über Kleinasien und Thrakien. Seleukos I. Nikator sicherte sich Mesopotamien und Syrien. Und Ptolemaios Lagi übernahm Ägypten und Palästina. Der Prophezeiung entsprechend zerfiel Alexanders Großreich in vier hellenistische Reiche.

    ZWEI RIVALISIERENDE KÖNIGE TRETEN HERVOR

    12 Kassander starb schon wenige Jahre nach seinem Machtantritt, und Lysimachos übernahm 285 v. u. Z. den europäischen Teil des griechischen Reiches. Im Jahre 281 v. u. Z. fiel Lysimachos in einer Schlacht gegen Seleukos I. Nikator, wodurch sich dieser die Herrschaft über den größten Teil der asiatischen Gebiete sicherte. Antigonos II. Gonatas, der Enkel von einem General Alexanders, bestieg 276 v. u. Z. den makedonischen Thron. Mit der Zeit wurde Makedonien von Rom abhängig, und 146 v. u. Z. wurde es eine römische Provinz.

    13 Nun waren nur noch zwei der vier hellenistischen Königreiche von Bedeutung: das eine unter Seleukos I. Nikator und das andere unter Ptolemaios Lagi. Mit Seleukos begann in Syrien die Dynastie der Seleukiden. Er gründete Städte wie Antiochia, die neue Hauptstadt Syriens, und die Hafenstadt Seleukia. In späterer Zeit lehrte der Apostel Paulus in Antiochia, wo die Nachfolger Jesu zum ersten Mal Christen genannt wurden (Apostelgeschichte 11:25, 26; 13:1-4). Seleukos wurde zwar schon 281 v. u. Z. ermordet, doch seine Dynastie blieb noch bis 64 v. u. Z. an der Macht. In jenem Jahr machte der römische Feldherr Gnaeus Pompeius Magnus Syrien zur römischen Provinz.

    14 Am längsten bestand von den vier hellenistischen Königreichen das des Ptolemaios Lagi oder Ptolemaios I., der im Jahre 305 v. u. Z. den Königstitel annahm. Die von ihm gegründete Dynastie der Ptolemäer behauptete sich in Ägypten so lange, bis das Gebiet im Jahre 30 v. u. Z. an Rom fiel.

    15 Aus den vier hellenistischen Königreichen gingen somit zwei mächtige Könige hervor: Seleukos I. Nikator, der über Syrien herrschte, und Ptolemaios I., der Machthaber Ägyptens. Mit diesen beiden Königen begann der lange Kampf zwischen dem „König des Nordens“ und dem „König des Südens“, der in Daniel, Kapitel 11 beschrieben wird. Der Engel Jehovas erwähnte nicht die Namen der Könige, da sich Identität und Nationalität der beiden Könige im Laufe der Jahrhunderte ändern würden. Auch unwesentliche Einzelheiten ließ der Engel unerwähnt und sprach nur von Herrschern und Ereignissen, die Einfluß auf den Konflikt hatten.

    DER KONFLIKT BEGINNT

    16 Hören wir zu! Der Engel Jehovas beschreibt den Beginn dieses dramatischen Konflikts wie folgt: „Der König des Südens wird stark werden, ja einer seiner [Alexanders] Fürsten; und er [der König des Nordens] wird die Oberhand über ihn gewinnen und wird gewiß mit ausgedehnter Herrschaft herrschen, größer als dessen Herrschermacht“ (Daniel 11:5). Die Bezeichnungen „König des Nordens“ und „König des Südens“ beziehen sich auf Könige nördlich und südlich vom Land des Volkes Daniels, das dann aus Babylonischer Gefangenschaft befreit und in das Land Juda zurückgekehrt wäre. Der erste „König des Südens“ war Ptolemaios I. in Ägypten. Einer der Heerführer Alexanders, der über Ptolemaios I. die Oberhand gewann und „mit ausgedehnter Herrschaft“ herrschte, war der syrische König Seleukos I. Nikator. Er übernahm die Rolle des „Königs des Nordens“.

    17 Zu Beginn des Konflikts stand das Land Juda unter der Herrschaft des Königs des Südens. Ab 320 v. u. Z. etwa forderte Ptolemaios I. die Juden dazu auf, in Ägypten zu siedeln. So entstand in Alexandria, wo Ptolemaios I. eine berühmte Bibliothek gründete, eine blühende jüdische Kolonie. Die Juden in Juda blieben bis 198 v. u. Z. unter der Herrschaft des ptolemäischen Ägypten, das heißt des Königs des Südens.

    18 Der Engel sagte in bezug auf die zwei Könige voraus: „Am Ende einiger Jahre werden sie sich miteinander verbünden, und sogar die Tochter des Königs des Südens wird zum König des Nordens kommen, um eine rechtliche Übereinkunft herbeizuführen. Aber sie wird die Kraft ihres Armes nicht behalten; und er wird nicht bestehen noch sein Arm; und sie wird aufgegeben werden, sie selbst, und diejenigen, die sie hergebracht haben, und der, der ihre Geburt verursachte, und der, der sie in jenen Zeiten stark machte“ (Daniel 11:6). Wie erfüllte sich diese Voraussage?

    19 Antiochos I., der Sohn und Nachfolger von Seleukos I. Nikator, bleibt in der Prophezeiung unberücksichtigt, weil er keinen entscheidenden Krieg gegen den König des Südens führte. Aber sein Nachfolger, Antiochos II., führte einen langen Krieg gegen Ptolemaios II., den Sohn von Ptolemaios I. Dementsprechend stellten Antiochos II. und Ptolemaios II. den König des Nordens beziehungsweise den König des Südens dar. Antiochos II. war mit Laodike verheiratet, und sie hatten einen Sohn namens Seleukos II., während Ptolemaios II. eine Tochter namens Berenike hatte. Im Jahre 250 v. u. Z. trafen diese beiden Könige eine „rechtliche Übereinkunft“. Als Preis für dieses Bündnis entließ Antiochos II. seine Frau Laodike und heiratete Berenike, „die Tochter des Königs des Südens“. Von Berenike hatte er einen Sohn, der an Stelle der Söhne Laodikes syrischer Thronerbe wurde.

    20 Berenikes „Arm“ oder stützende Kraft war ihr Vater, Ptolemaios II. Als dieser 246 v. u. Z. starb, konnte sie bei ihrem Mann „die Kraft ihres Armes nicht behalten“. Antiochos II. verstieß sie, heiratete wieder Laodike und erklärte deren Sohn zu seinem Nachfolger. Gemäß einem von Laodike ausgedachten Plan wurden Berenike und ihr Sohn ermordet. Offensichtlich war den Dienern, die Berenike von Ägypten nach Syrien gebracht hatten — „diejenigen, die sie hergebracht haben“ —, das gleiche Los beschieden. Laodike vergiftete sogar Antiochos II., und so konnte auch „sein Arm“, seine Kraft, „nicht bestehen“. Es starben also sowohl Berenikes Vater — „der, der ihre Geburt verursachte“ — als auch ihr syrischer Mann, der sie vorübergehend „stark“ gemacht hatte. Auf diese Weise wurde Seleukos II., Laodikes Sohn, König von Syrien. Wie würde der nächste ptolemäische König auf all das reagieren?

    EIN KÖNIG RÄCHT SEINE ERMORDETE SCHWESTER

    21 „Einer vom Sproß ihrer Wurzeln wird gewiß in seiner Stellung aufstehen“, sagte der Engel, „und er wird zur Streitmacht kommen und gegen die Festung des Königs des Nordens kommen und wird bestimmt gegen sie handeln und die Oberhand gewinnen“ (Daniel 11:7). „Einer vom Sproß“ der Eltern oder „Wurzeln“ Berenikes war ihr Bruder. Beim Tod seines Vaters ‘stand’ er als König des Südens ‘auf’, als ägyptischer Pharao Ptolemaios III. Sogleich ging er daran, seine ermordete Schwester zu rächen. Auf seinem Feldzug gegen den syrischen König Seleukos II., durch den Laodike Berenike und ihren Sohn hatte ermorden lassen, kam er gegen „die Festung des Königs des Nordens“. Ptolemaios III. nahm den befestigten Teil von Antiochia ein und tötete Laodike. Auf seinem Weg ostwärts durch das Herrschaftsgebiet des Nordkönigs zog er plündernd durch Babylonien und drang bis nach Indien vor.

    22 Was geschah als nächstes? Der Engel Gottes sagt uns: „Und auch mit ihren Göttern, mit ihren gegossenen Bildern, mit ihren begehrenswerten Gegenständen aus Silber und aus Gold und mit den Gefangenen wird er nach Ägypten kommen. Und er selbst wird einige Jahre lang vom König des Nordens abstehen“ (Daniel 11:8). Mehr als 200 Jahre zuvor hatte der Perserkönig Kambyses II. Ägypten unterjocht und ägyptische Götter, „ihre gegossenen Bilder“, entführt. Als Ptolemaios III. Persiens frühere Hauptstadt Susa plünderte, eroberte er diese Götter zurück und nahm sie sozusagen ‘gefangen’ mit nach Ägypten. Auch sehr viele „begehrenswerte Gegenstände aus Silber und aus Gold“ brachte er als Kriegsbeute mit. Da Ptolemaios III. gezwungen war, zu Hause eine Rebellion zu unterdrücken, ‘stand er vom König des Nordens ab’, das heißt, er fügte ihm keine weiteren Schäden zu.

    DER SYRISCHE KÖNIG RÄCHT SICH

    23 Wie reagierte der König des Nordens darauf? Daniel wurde gesagt: „Er wird tatsächlich in das Königreich des Königs des Südens kommen und zu seinem eigenen Boden zurückkehren“ (Daniel 11:9). Der König des Nordens — der syrische König Seleukos II. — schlug zurück. Er kam in „das Königreich“ oder das Herrschaftsgebiet des ägyptischen Südkönigs, wurde jedoch besiegt. Nur mit einem kleinen Rest seines Heeres ‘kehrte’ Seleukos II. ‘zu seinem eigenen Boden zurück’, indem er sich um 242 v. u. Z. in die syrische Hauptstadt Antiochia zurückzog. Bei seinem Tod folgte ihm sein Sohn Seleukos III. auf den Thron.

    24 Was war über die Nachkommen des syrischen Königs Seleukos II. vorausgesagt worden? Der Engel hatte Daniel erklärt: „Was nun seine Söhne betrifft, sie werden sich erregen und tatsächlich eine Menge großer Streitkräfte versammeln. Und kommend wird er gewiß kommen und überfluten und hindurchziehen. Doch wird er zurückkehren, und er wird sich bis zu seiner Festung hin erregen“ (Daniel 11:10). Die Regierungszeit von Seleukos III. endete bereits nach weniger als drei Jahren mit seiner Ermordung. Ihm folgte sein Bruder Antiochos III. auf den syrischen Thron. Dieser Sohn von Seleukos II. versammelte große Streitkräfte für einen Angriff auf den Südkönig, damals Ptolemaios IV. Der neue syrische König des Nordens errang einen Sieg über Ägypten und brachte die Hafenstadt Seleukia, die Provinz Coelesyrien, die Städte Tyrus und Ptolemais sowie benachbarte Städte wieder unter seine Herrschaft. Er schlug ein Heer des Königs Ptolemaios IV. in die Flucht und bemächtigte sich mehrerer Städte Judas. Im Frühjahr 217 v. u. Z. brach Antiochos III. von Ptolemais nach Norden auf „bis zu seiner Festung“ in Syrien. Doch ein Umschwung war in Sicht.

    DAS BLATT WENDET SICH

    25 Wie Daniel hören wir erwartungsvoll dem Engel Jehovas zu, der anschließend folgendes voraussagt: „Der König des Südens wird sich erbittern und wird ausziehen und mit ihm kämpfen müssen, das heißt mit dem König des Nordens; und er wird gewiß eine große Menge aufstellen, und die Menge wird tatsächlich in die Hand von jenem gegeben werden“ (Daniel 11:11). Mit einem 75 000 Mann starken Heer zog der Südkönig, Ptolemaios IV., nach Norden dem Feind entgegen. Der syrische König des Nordens hatte eine „große Menge“ von 68 000 Mann gegen ihn aufgestellt. Aber die „Menge“ wurde in einer Schlacht bei der Küstenstadt Raphia unweit der ägyptischen Grenze „in die Hand“ des Südkönigs „gegeben“.

    26 In der Prophezeiung heißt es weiter: „Und die Menge wird gewiß weggeführt werden. Sein Herz wird sich erheben, und er wird tatsächlich bewirken, daß Zehntausende fallen; aber er wird seine starke Stellung nicht ausnutzen“ (Daniel 11:12). 10 000 syrische Soldaten der Fußtruppe und 300 Mann des Reiterheeres wurden von Ptolemaios IV., dem König des Südens, sozusagen „weggeführt“ in den Tod, und 4 000 Mann nahm er gefangen. Daraufhin trafen die Könige ein Abkommen; Antiochos III. behielt zwar seinen syrischen Seehafen Seleukia, verlor aber Phönizien und Coelesyrien. Auf Grund dieses Sieges ‘erhob sich’ das Herz des ägyptischen Südkönigs, insbesondere gegen Jehova. Juda blieb unter der Herrschaft des Ptolemaios IV. Dieser nutzte „seine starke Stellung“ nach seinem Sieg jedoch nicht für weitere Aktionen gegen den syrischen Nordkönig aus. Statt dessen führte er ein ausschweifendes Leben, und sein fünfjähriger Sohn Ptolemaios V. wurde Jahre vor dem Tod des Antiochos III. der nächste König des Südens.

    DER EROBERER KEHRT ZURÜCK

    27 Wegen all seiner Großtaten erhielt Antiochos III. schließlich den Beinamen „der Große“. Über ihn sagte der Engel: „Der König des Nordens soll zurückkehren und eine Menge aufstellen, größer als die erste; und am Ende der Zeiten, einiger Jahre, wird er kommen, und zwar mit einer großen Streitmacht und mit sehr viel Habe“ (Daniel 11:13). Diese „Zeiten“ umfassen die 16 oder mehr Jahre nach dem Sieg der Ägypter über die Syrer bei Raphia. Als der junge Ptolemaios V. der König des Südens wurde, brach Antiochos III. mit ‘einer Menge, größer als die erste’, auf, um dem ägyptischen Südkönig die Gebiete zu entreißen, die er an ihn verloren hatte. Zu diesem Zweck vereinte er seine Streitkräfte mit denen des makedonischen Königs Philipp V.

    28 Der König des Südens hatte auch Probleme im eigenen Reich. „In jenen Zeiten werden viele gegen den König des Südens aufstehen“, sagte der Engel (Daniel 11:14a). Tatsächlich standen viele „gegen den König des Südens“ auf. Der junge Südkönig sah sich nicht nur den vereinten Streitkräften des Antiochos III. und seines makedonischen Verbündeten gegenüber, sondern stand auch in Ägypten vor großen Schwierigkeiten. Da Agathokles, sein Vormund, der in seinem Namen regierte, die Ägypter arrogant behandelte, rebellierten viele. Der Engel fügte hinzu: „Und die Söhne der Räuber, die deinem Volk angehören, werden ihrerseits mitgerissen werden in dem Versuch, eine Vision wahr werden zu lassen; und sie werden straucheln müssen“ (Daniel 11:14b). Selbst einige vom Volk Daniels wurden ‘Söhne von Räubern’ oder Revolutionäre. Aber jede „Vision“ dieser Juden, die nichtjüdische Herrschaft über ihr Heimatland zu beenden, war falsch, und sie sollten in diesem Bemühen erfolglos sein oder „straucheln“.

    29 Des weiteren sagte der Engel Jehovas voraus: „Der König des Nordens wird kommen und einen Belagerungswall aufwerfen und tatsächlich eine befestigte Stadt einnehmen. Und was die Streitarme des Südens betrifft, sie werden nicht standhalten noch das Volk seiner Auserlesenen; und es wird keine Kraft geben, um standzuhalten. Und derjenige, der gegen ihn kommt, wird nach seinem Willen tun, und niemand wird vor ihm bestehen. Und er wird im Land der ‚Zierde‘ stehen, und Ausrottung wird in seiner Hand sein“ (Daniel 11:15, 16).

    30 Die Streitkräfte unter Ptolemaios V., die „Streitarme des Südens“, hielten dem Angriff aus dem Norden nicht stand. Bei Paneas (Cäsarea Philippi) errang Antiochos III. einen Sieg und trieb den ägyptischen Heerführer Skopas und seine 10 000 ausgewählten Männer oder „Auserlesenen“ nach Sidon, einer „befestigten Stadt“. Dort warf Antiochos III. „einen Belagerungswall“ auf und nahm diese phönizische Hafenstadt im Jahre 198 v. u. Z. ein. Er handelte „nach seinem Willen“, weil die Streitkräfte des ägyptischen Südkönigs vor ihm nicht standzuhalten vermochten. Anschließend rückte Antiochos III. gegen Jerusalem vor, die Hauptstadt Judas, des „Landes der ‚Zierde‘ “. Die Herrschaft über Jerusalem und Juda ging 198 v. u. Z. vom ägyptischen König des Südens an den syrischen König des Nordens über. Antiochos III., der Nordkönig, begann „im Land der ‚Zierde‘ [zu] stehen“. Für alle Juden und Ägypter, die Widerstand leisteten, ‘war Ausrottung in seiner Hand’. Wie lange würde dieser König des Nordens so handeln können, wie es ihm gefiel?

    ROM BÄNDIGT DEN EROBERER

    31 Der Engel Jehovas antwortet darauf: „Er [der König des Nordens] wird sein Angesicht darauf richten, mit der Wucht seines ganzen Königreiches zu kommen, und man wird mit ihm einen Vergleich eingehen, und er wird wirksam handeln. Und was die Tochter der Frauen betrifft, es wird ihm gewährt werden, sie ins Verderben zu bringen. Und sie wird nicht standhalten, und sie wird nicht die Seine bleiben“ (Daniel 11:17).

    32 Der Nordkönig, Antiochos III., ‘richtete sein Angesicht darauf’, Ägypten „mit der Wucht seines ganzen Königreiches“ zu beherrschen. Doch schließlich mußte er einen „Vergleich“ eingehen, das heißt Frieden mit Ptolemaios V., dem König des Südens, schließen. Auf Grund der Forderungen Roms änderte Antiochos III. seinen Plan. Als er sich mit König Philipp V. von Makedonien gegen den noch minderjährigen ägyptischen König verbündet hatte, um seine Gebiete einzunehmen, suchten die Vormunde von Ptolemaios V. bei Rom Schutz. Rom nutzte die Gelegenheit, seinen Einflußbereich auszudehnen, und ließ seine Muskeln spielen.

    33 Antiochos III. schloß auf Drängen Roms Frieden mit dem Südkönig. Doch statt die eroberten Gebiete zurückzugeben, was Rom gefordert hatte, plante er nur eine nominelle Übergabe; er verheiratete seine Tochter Kleopatra I., „die Tochter der Frauen“, mit Ptolemaios V. Ihre Mitgift sollte aus mehreren Provinzen bestehen, Juda, „das Land der ‚Zierde‘ “, eingeschlossen. Aber der syrische König ließ diese Provinzen bei der Heirat im Jahre 193 v. u. Z. nicht an Ptolemaios V. übergehen. Es war eine politische Heirat, durch die Ägypten eigentlich Syrien unterworfen werden sollte. Doch der Plan scheiterte, weil Kleopatra I. ‘nicht die Seine blieb’; sie ergriff später Partei für ihren Mann. Als es zwischen Antiochos III. und Rom zum Krieg kam, stellte sich Ägypten auf die Seite Roms.

    34 Was die Rückschläge des Nordkönigs angeht, fügte der Engel hinzu: „Und er [Antiochos III.] wird sein Angesicht zurück nach den Küstenländern wenden und wird tatsächlich viele einnehmen. Und ein Befehlshaber [Rom] wird für sich die von ihm [Antiochos III.] herrührende Schmach aufhören lassen müssen, so daß seine Schmach nicht sein wird. Er [Rom] wird sie auf jenen zurückfallen lassen. Und er [Antiochos III.] wird sein Angesicht nach den Festungen seines eigenen Landes zurückwenden, und er wird gewiß straucheln und fallen, und er wird nicht zu finden sein“ (Daniel 11:18, 19).

    35 Bei den „Küstenländern“ handelte es sich um Makedonien, Griechenland und Kleinasien. Als 192 v. u. Z. in Griechenland ein Krieg ausbrach, sah sich Antiochos III. veranlaßt, sich nach Griechenland zu begeben. Rom mißfiel das Bestreben des syrischen Königs, dort weitere Gebiete zu erobern, und erklärte ihm den Krieg. Bei den Thermopylen wurde er von den Römern geschlagen. Etwa ein Jahr nach der Niederlage in der Schlacht bei Magnesia (190 v. u. Z.) mußte er auf sämtliche Gebiete in Griechenland, Kleinasien und westlich des Taurus verzichten. Rom erlegte ihm einen hohen Tribut auf und begründete damit die eigene Vorherrschaft gegenüber dem syrischen König des Nordens. Nachdem Antiochos III. aus Griechenland und Kleinasien vertrieben worden war und nahezu seine ganze Flotte verloren hatte, ‘wandte er sein Angesicht nach den Festungen seines eigenen Landes [Syrien] zurück’. Die Römer hatten ‘die auf sie gebrachte Schmach auf ihn zurückfallen lassen’. Antiochos III. kam 187 v. u. Z. bei dem Versuch um, einen Tempel in Elymais (Persien) zu plündern. So ‘fiel’ oder starb er, und sein Sohn Seleukos IV. folgte ihm als nächster König des Nordens.

    DER KONFLIKT GEHT WEITER

    36 Ptolemaios V., der König des Südens, versuchte die Provinzen, die er als Kleopatras Mitgift hätte erhalten sollen, seinem Herrschaftsgebiet einzuverleiben, doch Gift beendete seine Bemühungen. Sein Nachfolger war Ptolemaios VI. Was ist von Seleukos IV. zu sagen? Da ihm die Mittel fehlten, den hohen Tribut an Rom zu zahlen, sandte er seinen Schatzmeister Heliodor nach Jerusalem, um die angeblich im Tempel lagernden Schätze zu beschlagnahmen. Heliodor ermordete Seleukos IV. in der Absicht, selbst den Thron einzunehmen. Aber König Eumenes von Pergamon und sein Bruder, König Attalos, sorgten dafür, daß Antiochos IV., der Bruder des ermordeten Königs, den Thron bestieg.

    37 Der neue König des Nordens, Antiochos IV., wollte beweisen, daß er mächtiger war als Gott, indem er versuchte, die der Anbetung Jehovas dienenden Einrichtungen und Gepflogenheiten abzuschaffen. Er trotzte Jehova und weihte den Tempel in Jerusalem dem Zeus oder Jupiter. Im Dezember 167 v. u. Z. ließ er auf dem großen Altar im Tempelvorhof, wo Jehova täglich ein Brandopfer dargebracht wurde, einen heidnischen Altar errichten. Zehn Tage später brachte man auf dem heidnischen Altar dem Zeus ein Opfer dar. Wegen dieser Entweihung kam es zu einem Aufstand der Juden unter der Führung der Makkabäer. Drei Jahre lang wurden sie von Antiochos IV. bekämpft. Im Jahre 164 v. u. Z., genau am Jahrestag der Entweihung des Tempels, weihte Judas Makkabäus den Tempel erneut Jehova und führte damit das Fest der Einweihung, Chanukka, ein (Johannes 10:22).

    38 Die Makkabäer schlossen wahrscheinlich 161 v. u. Z. ein Bündnis mit Rom und gründeten 104 v. u. Z. ein Königreich. Aber die Auseinandersetzungen zwischen ihnen und dem syrischen König des Nordens hielten an. Schließlich wurde Rom gebeten einzugreifen. Der römische Feldherr Gnaeus Pompeius Magnus nahm 63 v. u. Z. Jerusalem nach dreimonatiger Belagerung ein. Im Jahre 39 v. u. Z. setzte der römische Senat Herodes — einen Idumäer — als König von Judäa ein. Dieser beendete die Herrschaft der Makkabäer, indem er 37 v. u. Z. Jerusalem einnahm.

    39 Wie begeisternd ist es doch, zu sehen, daß sich der erste Teil der Prophezeiung über den Konflikt zwischen den beiden Königen bis ins einzelne erfüllt hat! Ist es nicht faszinierend gewesen, auf die etwa 500 Jahre zurückzublicken, die vergangen sind, seitdem Daniel die prophetische Botschaft erhalten hat, und festzustellen, welche Herrscher die Stellung des Nordkönigs und die des Südkönigs eingenommen haben? Der Kampf zwischen den beiden Königen dauert jedoch noch in der Zeit Jesu Christi und bis in unsere Tage hinein an. Währenddessen ändert sich die politische Identität der beiden Konfliktparteien. Dadurch, daß in der Prophezeiung faszinierende Einzelheiten offenbart werden, die geschichtlichen Entwicklungen entsprechen, lassen sich die beiden miteinander streitenden Könige identifizieren.

  79. Juleam 2. Oktober 2012 um 09:42 Link zum Kommentar

    Daniel 12 – Die Auferstehung der Toten

    1 »In jener Zeit tritt Michael, der große Engelfürst, für dein Volk ein, so wie er es schon immer getan hat. Es wird eine so große Not herrschen wie noch nie seit Menschengedenken. Aber alle aus deinem Volk werden gerettet, deren Name in Gottes Buch aufgeschrieben ist. 2 Viele von denen, die in der Erde ruhen, werden erwachen, die einen werden für immer leben, die anderen erleiden für immer Spott und Schande. 3 Die Weisen und Verständigen aber werden leuchten wie die Sonne am Himmel. Und diejenigen, die vielen Menschen den richtigen Weg gezeigt haben, leuchten für immer und ewig wie die Sterne.

    4 Du aber, Daniel, bewahr diese Botschaft sorgfältig auf! Schreib all diese Worte in ein Buch, und versiegle es, bis es am Ende der Zeit geöffnet wird. Viele werden es erforschen und zu immer größerer Erkenntnis gelangen.«

    Das Ende der Zeit

    5 Dann sah ich zwei Männer am Fluss stehen, jeder an einem Ufer. 6 Einer von ihnen fragte den Engel, der ein Gewand aus Leinen trug und über dem Wasser schwebte: »Wie lange dauert es noch, bis diese erstaunlichen Ereignisse vorüber sind?«

    7 Der Engel erhob beide Hände zum Himmel und schwor bei Gott, der ewig lebt: »Es dauert noch einen Zeitraum, dann zwei Zeiträume und einen halben Zeitraum. Wenn die Kraft des heiligen Volkes Gottes gebrochen ist, dann kommt alles zu seinem Ziel!«

    8 Ich hörte zwar, was der Engel sagte, aber ich konnte es nicht begreifen. Deshalb fragte ich: »Mein Herr, wie wird das Ende aussehen?«

    9 Er antwortete: »Geh jetzt, Daniel! Bewahr diese Botschaft sorgfältig auf! Das Buch soll versiegelt bleiben, bis das Ende kommt. 10 Gott wird viele Menschen auf die Probe stellen, er wird sie läutern, damit ihr Glaube sich bewährt. Doch alle, die von Gott nichts wissen wollen, werden sich weiterhin gegen ihn auflehnen. Sie werden diese Botschaft nicht verstehen, die Weisen aber werden sie begreifen. 11 Von dem Zeitpunkt an, wenn man die regelmäßigen Opfer abschafft und eine abscheuliche Götzenstatue aufstellt, wird es 1290 Tage dauern. 12 Glücklich ist, wer aushält, bis 1335 Tage vorüber sind!

    13 Du aber geh deinen Weg bis zum Ende! Du wirst in der Erde ruhen, doch später wirst du auferstehen und das himmlische Erbe empfangen, das am Ende der Zeit auf dich wartet.«

    bleiben wir auch weiterhin wachsam!

  80. Juleam 28. Oktober 2013 um 17:29 Link zum Kommentar

    Daniel 1 – 3

    Daniel 1 – es kommt auf die richtige Motivation an

    1 Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es. 2 Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand, auch einen Teil der Geräte des Hauses Gottes; diese führte er hinweg in das Land Sinear , in das Haus seines Gottes; und er brachte die Geräte in die Schatzkammer seines Gottes.

    3 Und der König befahl Aspenas, dem Obersten seiner Kämmerer , dass er ihm etliche von den Söhnen Israels bringen solle, die von königlichem Samen und von den Vornehmsten sein sollten, 4 junge Männer ohne Makel, schön von Gestalt und klug in aller Weisheit, einsichtsvoll und des Wissens kundig, die tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen , und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese . 5 Diesen bestimmte der König den täglichen Unterhalt von der feinen Speise des Königs und von dem Wein, den er selbst trank, und [ordnete an], dass man sie drei Jahre lang erziehen sollte und dass sie danach dem König dienen sollten.

    6 Unter ihnen befanden sich von den Söhnen Judas Daniel, Hananja, Misael und Asarja. 7 Diesen gab der oberste Kämmerer andere Namen ; und zwar nannte er Daniel » Beltsazar « , Hananja »Sadrach« , Misael »Mesach« und Asarja »Abednego« .

    8 Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, dass er sich nicht verunreinigen müsse. 9 Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer.

    10 Und der oberste Kämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte nur meinen Herrn, den König, der euch eure Speise und euer Getränk bestimmt hat. Denn warum sollte er wahrnehmen, dass euer Aussehen weniger gut wäre als das der anderen jungen Männer in eurem Alter? Dann wärt ihr schuld, wenn ich meinen Kopf beim König verwirkte! 11 Da antwortete Daniel dem Aufseher, den der oberste Kämmerer über Daniel, Hananja, Misael und Asarja gesetzt hatte:

    12 Versuche es doch zehn Tage lang mit deinen Knechten, dass man uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken gibt; 13 danach soll man vor dir unser Aussehen und das Aussehen der anderen jungen Männer anschauen, die von der feinen Speise des Königs essen; nach dem, was du dann sehen wirst, handle weiter mit deinen Knechten!

    14 Da hörte er auf sie in dieser Sache und versuchte es zehn Tage lang mit ihnen. 15 Und nach den zehn Tagen sah man, dass sie besser aussahen und wohlgenährter waren als alle jungen Männer, die von der feinen Speise des Königs aßen. 16 Da nahm der Aufseher ihre feine Speise und den Wein, den sie trinken sollten, weg und gab ihnen Gemüse.

    17 Und Gott gab diesen vier jungen Männern Kenntnis und Verständnis für alle Schrift und Weisheit; Daniel aber machte er verständig in allen Gesichten und Träumen.

    18 Nachdem nun die Zeit verflossen war, nach welcher der König ihre Vorstellung befohlen hatte, führte sie der oberste Kämmerer vor Nebukadnezar. 19 Da redete der König mit ihnen; aber keiner unter ihnen allen wurde gefunden, der Daniel, Hananja, Misael und Asarja gleichgekommen wäre; und sie traten in den Dienst des Königs. 20 Und in allen Angelegenheiten, die Weisheit und Einsicht erforderten, nach denen der König sie fragte, fand er sie zehnmal besser als alle Traumdeuter und Wahrsager, die er in seinem ganzen Reich hatte.

    21 Und Daniel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Kyrus.

    Wir haben uns in den vergangenen Jahren ja ausgiebig mit dem Buch Daniel beschäftigt. Nicht nur beim Bibellesen, sondern auch im Buchstudium mit Hilfe des Buches der Gesellschaft: „Die Prophezeiung Daniels – achte darauf!“.

    Daher hier nur ganz kurz zusammengefaßt die wichtigsten Gedanken dieses Kapitels:

    Daniel und seine drei Freunde waren noch sehr jung, als sie von ihrer Familie getrennt wurden und in ein Land entführt wurden, wo es von Götzendienst nur so wimmelte.

    Ihre Namen wurden vom König geändert, um ihren Glauben zu brechen. Denn ihre eigentlichen Namen hatten mit Jehova zu tun und gaben ihm die Ehre – bei den neuen ging es um die falschen Götter. Aber warum ist dieses Kapitel eine der wenigen Stellen, wo die Namen Jehovas von ihnen angegeben sind? Warum werden sie sonst nur unter dem neuen Namen erwähnt?

    Durch die Bitte, nur Gemüse zu essen, anstatt die tollen Speisen vom Königstisch, zeigten sie nicht nur Glauben und Treue zu Jehova, sondern sie gaben dem Speisemeister ein gutes Zeugnis. Denn er konnte die Macht ihres Gottes sehen und wie er sie segnete.

    Diese vier jungen Männer zeigen uns, wie wichtig es ist, dass jeder von uns ein eigenes persönliches Verhältnis zu Jehova hat und dass dies nicht vom Alter abhängig ist. Auch, wie wichtig es st, unseren Kindern bereits sehr früh von unserem Gott zu erzählen und ihnen zu helfen, dieses eigene Verhältnis zu entwickeln. Dies geht am Besten dann, wenn wir selbst so ein enges Verhältnis zu Gott haben und in dieser Hinsicht auch nicht zu Kompromissen bereit sind.

    Wir lernen aber auch, dass unser gutes Verhältnis zu Jehova, unser Glaube und unsere Treue nicht von äußeren Umständen abhängig sind.

    Es ist zwar sehr schön, wenn wir einer bibeltreuen Gemeinde angehören, aber unser Glaube muss einen festen Stand, eine gute Basis haben. Wir müssen auch dann in der Lage sein, mit unserem Gott zu wandeln – zu wissen, wie er denkt und fühlt und entsprechend zu leben – wenn niemand in der Nähe ist, der uns anleitet. Wir sollten also keine Mitläufer sein, sondern einen eigenen echten beständigen Glauben haben. So, wie diese 4 jungen Leute hier.

    Wir haben selbst die Verantwortung für uns, unseren Glauben und unser Leben, wir sollten uns nicht damit herausreden wollen, dass unsere äußeren Umstände ja nicht so optimal sind. Dass jeder seinem Gott treu bleiben kann, egal, was kommt, leben uns diese vier Jugendlichen hier vor.

    Aber das, was wir hier lesen, erinnert uns auch wieder daran, wie wichtig es ist, dass wir die richtige Motivation dazu haben:

    Wenn wir nur mit zur Zusammenkunft gehen, weil es unsere Eltern tun, oder um unsere Kumpels zu sehen – dann hätten wir in so einer Situation ein Problem. Dann würden wir hier eher zu der großen Gruppe der anderen Jugendlichen aus Israel zählen, die einfach das tun, was ihnen hier in Babylon gesagt wird.

    Auch wenn wir nur deshalb die Maßstäbe Gottes einhalten, weil wir Angst vor Missbilligung oder Strafe haben – vielleicht, weil wir nicht ausgeschlossen werden wollen – dann hätten wir jetzt hier ein Problem. Denn hier ist niemand, der darauf achtet, ob du so lebst, wie es Jehova gefällt. Im Gegenteil: du lebst in einem Gottlosen land und auch deine Kumpels, die mit dir ins Exil gegangen sind, achten nicht mehr auf Jehova. Sie haben sich angepaßt, bis auf diese vier Verrückten. Sie fallen bereits unangenehm auf. Wir könnten also ganz unbehelligt so leben, wie es uns in den Kram passt.

    Wo wären wir gewesen, wie hätten wir gelebt und gehandelt, wenn wir jetzt hier im Exil mit dabei gewesen wären?

    Warum sind Daniel und die drei anderen eigentlich so stur? Warum halten sie immer noch am Glauben fest, wenn es ihnen doch keine Vorteile bringt?

    Sie haben die richtige Motivation: sie lieben Jehova aus tiefstem Herzen und nichts kann und wird etwas daran ändern!

    weitere Gedanken zu Daniel Kapitel 1 finden wir hier

  81. Juleam 31. Oktober 2013 um 15:58 Link zum Kommentar

    Daniel 2 – warum wählt Daniel ausgerechnet diese Drei aus, mit ihm im Amt des Nebukaknezars zu stehen?

    1 Und im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezars hatte Nebukadnezar Träume , sodass sein Geist sich beunruhigte und er nicht mehr schlafen konnte. 2 Da befahl der König, man solle die Traumdeuter und die Wahrsager, die Zauberer und die Chaldäer zusammenrufen, damit sie dem König seine Träume verkündeten. So kamen sie und traten vor den König. 3 Da sprach der König zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, und mein Geist ist beunruhigt, bis ich den Traum verstehe! 4 Hierauf gaben die Chaldäer dem König auf Aramäisch zur Antwort: O König, mögest du ewig leben ! Erzähle deinen Knechten den Traum, so wollen wir die Deutung verkünden! 5 Der König antwortete den Chaldäern: Mein Entschluss steht unwiderruflich fest: Wenn ihr mir nicht den Traum samt seiner Deutung verkündet, so sollt ihr in Stücke zerhauen und eure Häuser zu Misthaufen gemacht werden; 6 wenn ihr mir aber den Traum und seine Deutung verkündet, so sollt ihr von mir Geschenke und Gaben und große Ehre empfangen. Darum sagt mir den Traum und seine Deutung! 7 Da antworteten sie zum zweiten Mal und sprachen: Der König möge seinen Knechten den Traum erzählen, so wollen wir die Deutung verkünden! 8 Der König antwortete und sprach: Ich weiß nun sicher, dass ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht, dass mein Entschluss unwiderruflich feststeht. 9 Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, so bleibt für euch nur ein Urteil; denn ihr habt euch vorgenommen, lügenhafte und trügerische Worte vor mir zu reden, bis sich die Zeiten ändern. Darum sagt mir den Traum, damit ich weiß, dass ihr mir auch die Deutung verkünden könnt! 10 Die Chaldäer antworteten vor dem König und sprachen: Es gibt keinen Menschen auf Erden, der verkünden könnte, was der König befiehlt; deshalb hat auch nie irgendein großer und mächtiger König so etwas von irgendeinem Traumdeuter, Wahrsager oder Chaldäer verlangt! 11 Denn die Sache, die der König verlangt, ist schwer. Es gibt auch niemand, der es dem König mitteilen könnte, ausgenommen die Götter, deren Wohnung nicht bei den Menschen ist! 12 Hierüber wurde der König aufgebracht und sehr zornig, und er befahl, alle Weisen von Babel umzubringen.

    13 Und der Befehl ging aus, und die Weisen von Babel sollten getötet werden; und man suchte auch Daniel samt seinen Gefährten, um sie zu töten. 14 Da erwiderte Daniel dem Arioch, dem Obersten der Scharfrichter des Königs, der ausgezogen war, um die Weisen zu töten, mit klugen und verständigen Worten. 15 Er begann und sprach zu Arioch, dem Bevollmächtigten des Königs: Warum ist dieser strenge Befehl vom König ausgegangen? Da erklärte Arioch die Sache dem Daniel. 16 Daniel aber ging hinein und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, damit er dem König die Deutung verkünden könne.

    17 Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte die Sache seinen Gefährten mit, Hananja, Misael und Asarja, 18 damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen erflehen möchten wegen dieses Geheimnisses , damit nicht Daniel und seine Gefährten samt den übrigen Weisen von Babel umkämen.

    19 Hierauf wurde dem Daniel in einem Gesicht bei Nacht das Geheimnis geoffenbart. Da pries Daniel den Gott des Himmels. 20 Daniel begann und sprach: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn sein ist beides, Weisheit und Macht. 21 Er führt andere Zeiten und Stunden herbei; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand. 22 Er offenbart , was tief und verborgen ist; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht ! 23 Dir, dem Gott meiner Väter, sage ich Lob und Dank , dass du mir Weisheit und Kraft verliehen und mich jetzt wissen lassen hast, was wir von dir erbeten haben; denn die Sache des Königs hast du uns wissen lassen!

    24 Daraufhin ging Daniel zu Arioch , den der König beauftragt hatte, die Weisen von Babel umzubringen ; er nahm ihn beiseite und sprach zu ihm: Bringe die Weisen von Babel nicht um! Führe mich vor den König, so will ich ihm die Deutung verkünden! 25 Darauf führte Arioch den Daniel rasch vor den König und sprach zu ihm: Ich habe unter den Weggeführten von Juda einen Mann gefunden, der dem König die Deutung verkünden will!

    26 Der König antwortete und sprach zu Daniel, dessen Name Beltsazar war: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gehabt habe, und seine Deutung mitzuteilen? 27 Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, nach dem der König fragt, können Weise, Wahrsager, Traumdeuter oder Zeichendeuter dem König nicht verkünden; 28 aber es gibt einen Gott im Himmel , der Geheimnisse offenbart ; der hat den König Nebukadnezar wissen lassen, was am Ende der Tage geschehen soll. Mit deinem Traum und den Gesichten deines Hauptes auf deinem Lager verhielt es sich so:

    29 Dir, o König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde, und da hat dir der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird. 30 Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit , die ich vor allen Lebenden voraushätte, geoffenbart worden, sondern damit dem König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht.

    31 Du, o König, schautest , und siehe, ein erhabenes Standbild. Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Anblick war furchterregend. 32 Das Haupt dieses Bildes war aus gediegenem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Erz, 33 seine Oberschenkel aus Eisen , seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. 34 Du sahst zu, bis sich ein Stein losriss ohne Zutun von Menschenhänden und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren, und sie zermalmte. 35 Da wurden Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold miteinander zermalmt; und sie wurden wie Spreu auf den Sommertennen, und der Wind verwehte sie, sodass keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde. 36 Das ist der Traum; nun wollen wir vor dem König auch seine Deutung verkünden:

    37 Du, o König , bist ein König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat; 38 und überall, wo Menschenkinder wohnen, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht; du bist das Haupt aus Gold!

    39 Nach dir aber wird ein anderes Reich aufkommen, geringer als du; und ein nachfolgendes drittes Königreich, das eherne, wird über die ganze Erde herrschen. 40 Und ein viertes Königreich wird sein, so stark wie Eisen; ebenso wie Eisen alles zermalmt und zertrümmert, und wie Eisen alles zerschmettert, so wird es auch jene alle zermalmen und zerschmettern.

    41 Dass du aber die Füße und Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen bestehend gesehen hast, bedeutet, dass das Königreich gespalten sein wird; aber es wird etwas von der Festigkeit des Eisens in ihm bleiben, gerade so, wie du das Eisen mit lehmigem Ton vermengt gesehen hast. 42 Und wie die Zehen seiner Füße teils aus Eisen und teils aus Ton waren, so wird auch das Reich zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein. 43 Dass du aber Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet, dass sie sich zwar mit Menschensamen vermischen, aber doch nicht aneinander haften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischt.

    44 Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen; 45 ganz so, wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte.

    Der große Gott hat den König wissen lassen , was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig, und seine Deutung steht fest !

    46 Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und verneigte sich tief vor Daniel und befahl, ihm Speisopfer und Räucherwerk darzubringen. 47 Der König ergriff [dann] das Wort und sprach zu Daniel:

    Wahrhaftig, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse, dass du dieses Geheimnis offenbaren konntest! 48 Darauf machte der König den Daniel groß und gab ihm sehr viele Geschenke und setzte ihn zum Herrscher über die ganze Provinz Babel und zum Oberhaupt über alle Weisen von Babel.

    49 Daniel aber erbat sich vom König, dass er Sadrach, Mesach und Abednego über die Verwaltung der Provinz Babel einsetzte; Daniel aber blieb am Hof des Königs.

    Da wir in den vergangenen Jahren viel ergänzenden Stoff zu dem Traum und dem Standbild zusammen gesucht und hier gesammelt haben, will ich hier jetzt nicht darauf eingehen.

    Interessant finde ich, dass Daniel für seine Freunde bittet. Er hat die Chance auf eine gehobene Stellung – aber er will sie nicht allein.

    Aber warum bittet er nur für diese Drei? Sind denn nicht viel mehr von den Jugendlichen des Landes mit ihm ins Exil geführt worden? Warum also ausgerechnet diese?

    Liegt das daran, dass er eng mit ihnen befreundet war? An dem Grund der Freundschaft, der Basis? Er liebte die, die Jehova lieben – waren das nur diese 4 jungen Männer in der ganzen Masse?

    Oder stimmt die Vermutung des Verfassers der Ansprache zu Daniel 3, die ich heute auf unserem Bibelserver entdeckt und gelesen habe? Er sagt, es wären nur diese 4 Jugendlichen gewesen. Durch die Publikationen der Gesellschaft hatte ich immer den Eindruck einer großen Gruppe gehabt, die ins Exil gingen. So direkt werden ja keine Zahlen in der Bibel genannt. In Daniel 1:6 wird ja nur gesagt, dass „unter ihnen“ diese 4 jungen Männer waren. So werden es noch mehr gewesen sein, aber nicht alle hatten so ein gutes Verhältnis zu Jehova!

    Und hier sind wir wieder bei der Basis ihrer Freundschaft – und vielleicht auch einem wichtigen Grund, warum er sie mit sich im Amt sehen wollte: als Beamte hatten sie sicherlich einigen Einfluß, der auch den anderen helfen könnte, sich nicht auf den Götzendienst einzulassen, der im Lande üblich war und dem sie Tag für Tag ausgesetzt waren.

    Vielleicht hatte genau diese Position ihnen und den anderen Juden geholfen, dass sie nicht noch eher so einer Situation ausgesetzt wurden – wie das, was wir im nächsten Kapitel lesen.

    Bitte lest euch auch die zuvor erwähnte Ansprache durch, es lohnt sich.

    weitere Gedanken zu Daniel 2 finden wir hier

  82. Juleam 31. Oktober 2013 um 16:14 Link zum Kommentar

    Daniel 3 – Nebukadnezar glaubte auch an Gott – aber er hatte kein persönliches Verhältnis zu IHM

    1 Der König Nebukadnezar ließ ein goldenes Standbild anfertigen, 60 Ellen hoch und 6 Ellen breit, das stellte er in der Ebene Dura in der Provinz Babel auf. 2 Und der König Nebukadnezar ließ die Satrapen, Vorsteher und Statthalter versammeln, die Räte, Hofschatzmeister, Richter und Gerichtsbeamten samt allen Provinzvorstehern, damit sie zur Einweihung des Bildes kämen, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte. 3 Sobald nun die Satrapen, Vorsteher und Statthalter , die Räte, Hofschatzmeister, Richter und Gerichtsbeamten samt allen Provinzvorstehern zur Einweihung des Bildes versammelt waren, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte, und vor dem Bild standen, das Nebukadnezar aufgestellt hatte, 4 da rief der Herold mit gewaltiger Stimme: Das lasst euch gesagt sein, ihr Völker , Stämme und Sprachen:

    5 Sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern , Lauten , Harfen , Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar aufgestellt hat! 6 Wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden! 7 Darum fielen zur bestimmten Zeit, als alle Völker den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und aller Arten von Musik hörten, alle Völker, Stämme und Sprachen nieder und beteten das goldene Bild an, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte.

    8 Deswegen traten zur selben Stunde etliche chaldäische Männer herzu und verklagten die Juden. 9 Sie ergriffen das Wort und sprachen zum König Nebukadnezar: O König, mögest du ewig leben! 10 Du hast, o König, Befehl gegeben, dass jedermann, der den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hört, niederfallen und das goldene Bild anbeten soll; 11 wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll in den glühenden Feuerofen geworfen werden.

    12 Nun sind da jüdische Männer, die du über die Verwaltung der Provinz Babel bestellt hast, Sadrach, Mesach und Abednego. Diese Männer, o König, achten nicht auf dich, dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du aufgestellt hast!

    13 Da befahl Nebukadnezar mit grimmigem Zorn , dass man Sadrach, Mesach und Abednego kommen lasse. Sogleich wurden jene Männer vor den König gebracht . 14 Nebukadnezar ergriff das Wort und sprach zu ihnen: Sadrach, Mesach und Abednego, geschieht es vorsätzlich, dass ihr meinen Göttern nicht dient und das goldene Bild nicht anbetet, das ich habe aufrichten lassen? 15 Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht habe, [dann ist es gut!] Wenn ihr es aber nicht anbetet, so sollt ihr augenblicklich in den glühenden Feuer-ofen geworfen werden! Und wer ist der Gott , der euch aus meiner Hand erretten könnte?

    16 Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben es nicht nötig, dir darauf ein Wort zu erwidern. 17 Wenn es so sein soll – unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen erretten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand erretten, o König!
    18 Und auch wenn es nicht so sein soll, so wisse, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast!

    19 Da wurde Nebukadnezar voll Wut , und das Aussehen seines Angesichts veränderte sich gegen Sadrach, Mesach und Abednego; [dann] redete er und gab den Befehl, man solle den Ofen siebenmal heißer machen, als man es sonst zu tun pflegte. 20 Und den stärksten Männern in seinem Heer befahl er, Sadrach, Mesach und Abednego zu binden und sie in den glühenden Feuerofen zu werfen.

    21 Da wurden diese Männer gebunden und in ihren Mänteln und Beinkleidern samt ihren Turbanen und ihren Gewändern in den glühenden Feuerofen geworfen. 22 Weil nun der Befehl des Königs dringend und der Ofen übermäßig geheizt war, so tötete die Feuerflamme jene Männer, die Sadrach, Mesach und Abednego hinauftrugen; 23 diese drei Männer aber, Sadrach, Mesach und Abednego, fielen gebunden in den glühenden Feuerofen.

    24 Da erschrak der König Nebukadnezar und stand rasch auf. Er redete und sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden ins Feuer geworfen? Sie erwiderten und sprachen zu dem König: Gewiss, o König! 25 Er antwortete und sprach: Siehe, ich sehe vier Männer mitten im Feuer frei umherwandeln, und es ist keine Verletzung an ihnen; und die Gestalt des vierten gleicht einem Sohn der Götter!

    26 Darauf trat Nebukadnezar vor die Öffnung des glühenden Feuerofens, begann und sprach: Sadrach, Mesach und Abednego, ihr Knechte Gottes, des Allerhöchsten, tretet heraus und kommt her! Da kamen Sadrach, Mesach und Abednego aus dem Feuer hervor.

    27 Daraufhin versammelten sich die Satrapen, Vorsteher und Statthalter samt den Räten des Königs. Sie schauten diese Männer an, über deren Leiber das Feuer keine Gewalt gehabt hatte; ihre Haupthaare waren nicht versengt und ihre Kleider waren unverändert; man bemerkte nicht einmal einen Brandgeruch an ihnen. 28 Da ergriff Nebukadnezar das Wort und sprach:

    Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die auf ihn vertrauten und das Gebot des Königs übertraten und ihre Leiber hingaben , weil sie keinen anderen Gott verehren und anbeten wollten als ihren Gott allein!

    29 Und von mir wird eine Verordnung erlassen, dass, wer immer unter allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen von dem Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos leichtfertig spricht, in Stücke zerhauen und sein Haus zu einem Misthaufen gemacht werden soll, weil es keinen anderen Gott gibt, der so erretten kann wie dieser!

    30 Daraufhin machte der König Sadrach, Mesach und Abednego groß in der Provinz Babel.

    31 »Der König Nebukadnezar wünscht allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede nehme zu! 32 Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat. 33 Wie groß sind seine Zeichen, und wie gewaltig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht!

    Die letzten beiden Verse gehören eigentlich zu dem, was wir dann im nächsten Kapitel lesen werden – wie der König selbst von Jehova in Zucht genommen wird.

    Da wir in den vergangenen Jahren wirklich sehr ausgiebig über diese Prüfung in der Ebene Dura nachgedacht und geschrieben haben – siehe oben – möchte ich die Geschichte heute mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten: aus der Sicht des Königs.

    Aber hier geht es mir weniger um das Geschehen an sich, sondern vielmehr um die Einstellung und den Glauben des Königs. Denn nach dem Traum von dem Standbild, von dem wir im vorherigen Kapitel gelesen hatten, hat er bereits Erfahrungen mit Jehova gemacht und ihn für seine Macht und Weisheit gepriesen. Hier noch mal die letzten Verse von Kapitel 2 zur Erinnerung:

    47 Der König ergriff [dann] das Wort und sprach zu Daniel:
    .
    Wahrhaftig, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse, dass du dieses Geheimnis offenbaren konntest!

    Er erkannte Jehova also bereits vor diesem Ereignis mit dem Feuerofen als „Gott der Götter“, also als Allerhöchsten, an. Dennoch machte er seinem Gott dieses Standbild und verlagte, dass sich unter Androhung der Todesstrafe alle vor diesem Bild – also seinem eigenen Gott – verbeugten.

    Die Sache mit den 3 Männern war auch kein Versehen, kein „Kolateralschaden“, wie wir es später von Darius lesen, als er Daniel in die Löwengrube werfen muss. Denn dort lesen wir von seinem Bedauern darüber und dass er es nur tut, weil er es durch „die Gesetze der Meder und Perser“ nicht mehr abwenden kann.

    Nebukadnezar hingegen empfindet kein Bedauern über diese jungen Leute, sondern er gerät in großen Zorn und verschärft noch die Anweisungen, indem er den Ofen siebenmal stärker heizen lässt.

    Zudem fragt er nach ihrem Gott, den er doch zuvor selbst kennengelernt hatte, in Vers 15: „Wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte?“ Hier geht es ihm nicht darum, dass er wirklich an diesem Gott interessiert wäre, sondern er schäumt über ihre Antwort voller Wut (Vers 19).

    Zwar erkennt er hinterher an, wie mächtig Jehova ist und ordnet an, dass künftig niemand mehr schlecht über diesen Gott reden dürfe, aber es fehlt bei ihm etwas Entscheidendes: er hat die falsche Motivation!

    Es reicht nicht aus, dass wir wissen, dass es diesen Gott der Bibel gibt und dass er seine Diener befreien kann, wenn er will, dass er Maßstäbe einfordert und straft, wenn er will. Es reicht nicht zu wissen, dass dieser Gott mächtig ist und die Zukunft kennt und beeinflussen kann. Wir brauchen ein persönliches Verhältnis zu unserem Gott.

    Und dieses muss geboren werden aus der Liebe zu unserem Gott heraus.

    Wir sollten nicht versuchen, „uns mit unserem Gott anzufreunden“, weil es immer gut ist, den Stärkeren auf unserer Seite zu haben oder weil wir von ihm Segen und ewiges Leben haben wollen.

    Wir sollten seine Freundschaft suchen, weil wir „uns in ihn verliebt haben“, er ein Freund ist, wie kein anderer, so voller Liebe, Güte und Barmherzigkeit.

    Alles andere wäre so, als wenn sich ein Mann in eine schöne Frau verliebt und sie wegen ihrer Schönheit heiratet. Aber ihre Person ist ihm egal und wenn sie alt wird, ist sie nicht mehr begehrenswert für ihn und vielleicht verlässt er sie dann. Solche Beziehungen stehen immer auf wackligen Beinen.

    Oder eine Frau heiratet einen älteren Mann nur wegen seines Geldes oder weil er Macht und Ansehen hat, aber nicht wegen seiner Person. Dies mag am Anfang vielleicht noch gut gehen. Aber da sie nicht an ihm als Mann und Mensch interessiert ist, nimmt sie ihn eigentlich nur als notwendiges Übel in Kauf. Vielleicht sucht sie sich einen Liebhaber…

    Nebukadnezar hatte Jehova bereits in Kapitel 3 als „Offenbarer von Geheimnissen“ kennengelernt und war so beeindruckt, dass er IHN „Gott der Götter nannte“. Nach diesem Ereignis mit dem Feuerofen ist er wiederum stark beeindruckt, diesmal wegen seiner Macht. Niemand darf etwas gegen diesen Gott sagen. Vielleicht aus Angst vor Strafe?

    Aber ein Verhältnis zu Gott oder Liebe wegen seiner wundervollen anziehenden Persönlichkeit – davon ist – noch (?) – nichts vorhanden.

    Denn gleich im nächsten Kapitel geht es weiter. Jehova muss ihn demütigen. Vielleicht achten wir ja diesmal beim Lesen mal darauf, ob sich danach etwas wirklich in Nebukadnezar ändert …

    Aber was ist eigentlich mit uns heute? Warum bin ich ein Christ geworden und habe mich taufen lassen?

    Bin ich ein echter Freund Gottes? Liebe ich ihn wirklich um seiner selbst willen – oder geht es mir nur darum, Strafe zu entgehen und/oder Belohnung zu erhalten?

    So etwas ist immer sehr gefährlich, denn wenn es Probleme, Versuchungen oder Schwierigkeiten gibt, fehlt mir dann die Basis.

    Was wäre, wenn ich nach einigen Ehejahren unzufrieden mit meiner Ehe, meinem Mann und unserer Beziehung bin? Ich weiss wohl, dass für Jehova die Ehe heilig ist, er Scheidung und Ehebruch hasst. Aber wo ist der versprochene Segen, für mich und meine Ehe? Ich bin unglücklich und unzufrieden und es sieht so aus, als ob sich nichts ändern wird.

    Mein Frustpegel ist hoch und ich bin nun sehr anfällig für Versuchungen. Wenn ich nun in dieser Situation viel mit einem „guten Kumpel“ rede, ich mich bei ihm ausheulen kann und mich verstanden fühle, wenn dieser mir zuhört und mich versteht und so anders ist als mein Ehemann … Was dann?

    Wenn dies nun andere in meiner Versammlung/Gemeinde mitbekommen und mich warnen – welches Gewicht hat das dann für mich?

    Berührt es mich dann wirklich, wenn mir andere Schwestern sagen, dass dies nicht gut ist, dass ich nicht so eine enge Beziehung zu einem anderen Mann aufbauen sollte (auch dann nicht, wenn das vielleicht ein Bruder ist)? Interessiert es mich dann wirklich, wie Jehova darüber denkt? Was, wenn so etwas in meiner Gemeinde keine Konsequenzen hätte? Wie und womit könnten die besorgten Brüder und Schwestern mir dann noch helfen?

    Es ist in den vergangenen Jahren sogar bei Zeugen Jehovas vorgekommen, dass solche Fehlgänge nicht auszubremsen waren. Zwar kannst du dich als ZJ nicht einfach scheiden lassen, bei Ehebruch hast du Konsequenzen wie einen Gemeinschaftsentzug zu befürchten. Aber leider umgehen das einige, indem sie dann mit Lügen aufwarten und sich alles so drehen, bis sie die „erforderlichen Trennungsgründe“ oder noch besser, einen Scheidungsgrund haben.

    In der Regel würde niemand so weit gehen, der eine wirkliche Beziehung zu Gott hat. Denn wenn ich Jehova liebe, ist es mir nicht egal, wie er über mich denkt, oder was er dabei empfindet, wenn er mir bei meinem Tun zusieht. Wenn mich nun jemand daran erinnert, wird es mich zumindestens berühren.

    Dies bedeutet nicht, dass bei jemanden mit einer engen Beziehung zu Gott nicht solche Gedanken und Empfindungen aufkommen könnten, oder dass diese niemals solch einen Fehltritt begehen könnten. Denken wir hierbei auch an David.

    Aber wir kennen auch Davids Reaktion auf das, was ihm Nathan sagte. Er war nicht betroffen und entsetzt, weil er erwischt worden war oder weil ihm eine Strafe verkündet worden war – sondern weil er erkannte, wie Jehova das ansah, was er getan hatte. Dass er Jehovas Namen beschmutzt hatte und dass er ihn enttäuscht hatte, sein Verhalten Gott sehr geschmerzt hatte. Dies kommt in dem zum Ausdruck, was er zu Anfangs auf die „nette kleine Geschichte“ sagte, die Nathan ihm erzählte. Er war ehrlich über das ungerechte Handeln des reichen Mannes empört. Dann wird ihm klar, dass er selbst so gehandelt hat und eben diese Empörung und Enttäuschung in Jehova hervor gerufen hatte. Dies haut ihn fast um, das wollte er nicht.

    Aber was, wenn wir als Bruder oder Schwester jemanden aus unserer Gemeinde sehen, wie er auf diesen gefährlichen Pfad schlittert? Was könnten wir so einer Person sagen? Wie ihr Herz erreichen?

    Was, wenn wir uns nicht sicher sind, wie es mit dem persönlichen Verhältnis dieser Person zu Jehova aussieht?

    Wir können immer noch für diese Person beten. Dies sollten wir sowieso tun. Denken wir nicht, wir selbst wären es, die so etwas stoppen könnte. Wir können nur liebevoll warnen. Wichtig ist hierbei immer Jehova.

    ER kann alles bewirken! Er kann das Herz erweichen.

    Auch dann, wenn diese Person nicht hört und falsch handelt oder sogar danach noch falsche Entscheidungen trifft, ist noch nicht alles zu spät. Wir können noch immer für sie beten – darum, dass sie ihren Fehler einsieht und umkehrt – so wie David es getan hat.

    Es ist schon sehr erstaunlich, was man alles aus nur einem Kapitel für sich heute lernen kann …

    Weitere Gedanken zu Daniel 3 finden wir hier

  83. Juleam 31. Oktober 2013 um 16:30 Link zum Kommentar

    Daniel 4 – 6

    Daniel 4 – warum ängstigen diese Träume den König so?

    1 Ich, Nebukadnezar, lebte sorglos in meinem Haus und glücklich in meinem Palast. 2 Da hatte ich einen Traum , der mich erschreckte, und die Gedanken auf meinem Lager und die Gesichte meines Hauptes ängstigten mich.

    3 Und es wurde von mir Befehl gegeben, alle Weisen Babels vor mich zu bringen, damit sie mir die Deutung des Traumes verkündeten. 4 Sogleich kamen die Traumdeuter, Wahrsager, Chaldäer und Zeichendeuter herbei, und ich erzählte vor ihnen den Traum; aber sie konnten mir seine Deutung nicht verkünden, 5 bis zuletzt Daniel vor mich kam, der Beltsazar heißt nach dem Namen meines Gottes, und in welchem der Geist der heiligen Götter ist; vor dem erzählte ich meinen Traum:

    6 Beltsazar, du Oberster der Schriftkundigen, von dem ich weiß, dass der Geist der heiligen Götter in dir ist und dass kein Geheimnis dir zu schwierig ist, [vernimm] das Traumgesicht, das ich gesehen habe, und sage mir, was es bedeutet! 7 Das sind aber die Gesichte meines Hauptes auf meinem Lager:

    Ich schaute, und siehe, es stand ein Baum mitten auf der Erde, und seine Höhe war gewaltig. 8 Der Baum war groß und stark, und sein Wipfel reichte bis an den Himmel, und er war bis ans Ende der ganzen Erde zu sehen. 9 Sein Laub war schön und seine Frucht reichlich, und Nahrung für alle fand sich an ihm; unter ihm suchten die Tiere des Feldes Schatten, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen, und von ihm nährte sich alles Fleisch.

    10 Ich schaute in den Gesichten meines Hauptes auf meinem Lager, und siehe, ein heiliger Wächter stieg vom Himmel herab; 11 und er rief mit gewaltiger Stimme und sprach: Haut den Baum um und schlagt seine Äste ab! Streift sein Laub ab und zerstreut seine Früchte; die Tiere unter ihm sollen wegfliehen und die Vögel von seinen Zweigen! 12 Aber seinen Wurzelstock sollt ihr in der Erde lassen, und zwar in Fesseln aus Eisen und Erz im Gras des Feldes, damit er vom Tau des Himmels benetzt werde und mit den Tieren Anteil habe an den Kräutern der Erde.

    13 Sein menschliches Herz soll verwandelt werden, und es soll ihm ein tierisches Herz gegeben werden; und sieben Zeiten sollen über ihm vergehen. 14 Im Rat der Wächter wurde das beschlossen, und von den Heiligen wurde es besprochen und verlangt, damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es gibt , wem er will, und den Niedrigsten der Menschen darüber setzt!

    15 Diesen Traum habe ich, der König Nebukadnezar, gesehen; du aber, Beltsazar, gib die Auslegung, weil alle Weisen meines Reiches nicht imstande sind, mir die Deutung zu verkünden; du aber kannst es, weil der Geist der heiligen Götter in dir ist!

    16 Da blieb Daniel, den man Beltsazar nennt, eine Weile ganz starr, und seine Gedanken erschreckten ihn. Der König ergriff das Wort und sprach: Beltsazar, der Traum und seine Deutung dürfen dich nicht erschrecken!

    Beltsazar antwortete und sprach: Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern und seine Auslegung deinen Feinden ! 17 Der Baum, den du gesehen hast, so groß und stark, dass sein Wipfel bis zum Himmel reichte, und der über die ganze Erde zu sehen war, 18 der so schönes Laub hatte und so reiche Früchte trug und an dem sich Nahrung für alle fand, unter dem sich die Tiere des Feldes aufhielten und in dessen Zweigen die Vögel des Himmels wohnten – 19 dieser [Baum] bist du, o König, der du so groß und stark geworden bist und dessen Majestät so groß ist, dass sie bis zum Himmel reicht, und deine Herrschaft bis ans Ende der Erde.

    20 Dass aber der König einen heiligen Wächter vom Himmel herabsteigen sah und sagen hörte: Haut den Baum um und verderbt ihn; aber seinen Wurzelstock lasst in der Erde, und zwar in Fesseln von Eisen und Erz im Gras des Feldes, dass er vom Tau des Himmels benetzt werde und seinen Anteil habe mit den Tieren des Feldes, bis sieben Zeiten über ihm vergangen sind!, 21 das hat, o König, folgende Bedeutung, und dies ist der Beschluss des Höchsten , der über meinen Herrn, den König, ergangen ist:

    22 Man wird dich von den Menschen ausstoßen, und bei den Tieren des Feldes wirst du dich aufhalten; und man wird dich mit Gras füttern wie die Ochsen und dich vom Tau des Himmels benetzen lassen; und es werden sieben Zeiten über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will!

    23 Weil aber davon die Rede war, man solle den Wurzelstock des Baumes belassen, so wird auch dir dein Königtum wieder zuteil werden, sobald du erkennen wirst, dass der Himmel herrscht.

    24 Darum, o König, lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Wohlergehen dauerhaft sein soll!

    25 Dies alles ist über den König Nebukadnezar gekommen. 26 Zwölf Monate später nämlich erging er sich auf seinem königlichen Palast in Babel. 27 Da begann der König und sprach: Ist das nicht das große Babel, das ich mir erbaut habe zur königlichen Residenz mit meiner gewaltigen Macht und zu Ehren meiner Majestät? 28 Noch war das Wort im Mund des Königs, da erklang eine Stimme vom Himmel herab:

    Dir wird gesagt, König Nebukadnezar: Das Königreich ist von dir genommen! 29 Und man wird dich von den Menschen verstoßen, und du sollst dich bei den Tieren des Feldes aufhalten; mit Gras wird man dich füttern wie die Ochsen, und sieben Zeiten sollen über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will!

    30 Im selben Augenblick erfüllte sich das Wort an Nebukadnezar: Er wurde von den Menschen ausgestoßen, fraß Gras wie ein Ochse, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis sein Haar so lang wurde wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen.

    31 Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Da lobte ich den Höchsten und pries und verherrlichte den, der ewig lebt, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt; 32 gegen welchen alle, die auf Erden wohnen, wie nichts zu rechnen sind; er verfährt mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, wie er will, und es gibt niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du?

    33 Zur selben Zeit kam mir mein Verstand zurück, und mit der Ehre meines Königtums kehrte auch meine Herrlichkeit und mein Glanz zurück; meine Räte und meine Großen suchten mich auf, und ich wurde wieder über mein Königreich gesetzt und erhielt noch größere Macht.

    34 Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber hochmütig wandelt, den kann er demütigen !«

    Immer wieder beeindruckend diese Geschichte!

    Für mich stellt sich hier die Frage, warum diese Träume den König immer wieder so ängstigen? Er weiss doch da noch gar nicht, dass sie mit ihm selbst zu tun haben?

  84. Juleam 31. Oktober 2013 um 16:30 Link zum Kommentar

    Interessant auch, wie hier die Bezeichnung für Daniels Stellung am Hofe wiedergegeben wird. Denn die Jahre zuvor hatten wir uns immer wieder gefragt, wie es sein kann, dass ein „sehr begehrenswerter Mann“ für Jehova der „Oberste der Magie treibenden Priester sein könne. Wie lautete die Bezeichnung hier noch mal? In der Schlachter, die wir dieses Jahr lesen, wird er der „Oberste der Schriftkundigen“ genannt.

    Wie übersetzen andere den Begriff, der dort im Urtext steht?

    In der Hoffnung für Alle sagt der König zu ihn, er habe ihn „über die Wahrsager eingesetzt“, in der Luther wird er „der Oberste der Sternenseher“ genannt, in der Elberfelder „der Oberste der Schriftgelehrten“, in der Neuen Evangelistischen Übersetzung ist er „der Oberste der Magier“, in der Neues Leben „der Oberste der königlichen Gelehrten“.

    Hm…

    Was sagen Volxbibel und Martin Buber dazu?

    In der Volxbibel sagt Nebukadnezar zu ihm: „Lieber Daniel, Sie sind die Nummer Eins, wenn es darum geht, einen guten Tipp für den Präsidenten zu haben“ – und Buber schließlich übersetzt es so: „Oberster der Magier“.

    Also ist diese Übersetzung richtig, denn sie wurde von einem Juden, der hebräisch spricht und die Bedeutung der Worte kennt, direkt ins Deutsche übersetzt worden.

    Auf der anderen Seite: muss der Oberste wirklich mit Magie zu tun haben? Ein Verwaltungschef einer Klinik muss ja auch nicht zwingend Arzt sein, sondern das Finanzielle im Auge behalten.

    Später habe ich mich länger mit Lucy und Thom darüber unterhalten, wie dies denn sein könne, denn es widerspricht ja dem Gebot in 5. Mose. Aber Thom sagt, dass er als der Oberste nicht die Arbeiten getan haben musste, sondern nur die Aufsicht über die anderen hatte. Lucy wandte ein, dass wir ja auch dem Statt verantwortlich sind, dass auch Jesus sagte, wir sollten dem Staat das geben, was er von uns verlangt (abgesehen von Dingen, die gegen Gottes Gesetz sind. Aber die Aufsicht ist ja nicht gegen das Gebot).

    Thom sagte später noch, dass Daniel ja zum Einen vom König in diese Stellung berufen wurde (und wie Lucy sagte, konnte er sich diese ja nicht aussuchen), aber zum anderen auch dadurch Einfluss auf die ganzen gehabt hat, die sich wirklich mit Magie beschäftigt hatten.

    Zudem kannte sich Daniel in Sternenkunde aus und die drei heiligen Könige, die später zu Jesus kommen und ihm Geschenke bringen, kommen aus Babylon. Das sind Leute, die durch Daniel und seine Prophezeiungen beeinflusst sind.

    Außerdem kann es durchaus sein, dass es Jehovas Wille war, dass Daniel in diese Stellung gelangte, denn immerhin hatte er nur dadurch Kenntnis davon, dass der König all diese Magier und Traumdeuter umbringen lassen wollte. Denn ansonsten hätte er es erst durch deren Tod mitbekommen. So erhielt er die Nachricht vor der Hinrichtung, da sie ihn auch selbst betraf und nur so gelangte er erst vor den König und konnte die Träume deuten, die ja Jehova selbst dem König geschickt hatte.

    Wir erinnern uns: Daniel deutete 3 Träume oder Visionen, die Jehova dem entsprechenden König gab: dem Nebukadnezar den Traum von dem Standbild und hier von dem umgehauenen Baum und seinem Nachfolger später die „Worte an der Wand“

  85. Juleam 31. Oktober 2013 um 16:39 Link zum Kommentar

    Ein weiterer Gedanke zu dem Traum von dem umgehauenen Baum und seiner Bedeutung:

    War sich Daniel eigentlich dessen bewußt, dass es noch eine weitere Bedeutung haben würde, die auf den Messias hinweist?

    Denn dass diese „Erkenntnis“ kein Produkt der Neuzeit ist, nachdem sich alles erfüllt hatte – wie die meisten Prophezieungen, die auf den Messias hinweisen – sehen wir daran, dass die Juden genau zu der richtigen Zeit in Erwartung des Messias waren.

    So waren Anna und Simeon besonders zu der Zeit ständig im Tempel anwesend waren, als Joseph und Maria zur Beschneidung und dem dazugehörigen Opfer in den Tempel kamen.

    Außerdem hatten wir beim letzten Mal im Hauskreis ja die Stelle in Lukas behandelt, wo Johannes anfängt, das Volk zur Reue zu rufen, und das Volk „war in Erwartung des Messias“ und fragte ihn, ob er dieser sei.

    Nach den Berechnungen mit den Zeiten – siehe auch die passende Passage im Daniel-Buch – laufen genau zu diesem Zeitpunkt die Zeiten der Heiden ab.

    Wenn das Volk zur Zeit Jesu so sicher war, dass dieser nun kommen würde, wußte Daniel das dann auch? Oder gehörte dies zu den Dingen, die Daniel noch nicht verstand, wie er am Ende seines Buches selbst sagt?

    Aber wie kamen dann die Juden darauf, als es soweit war?

    weitere Gedanken zu Daniel 4 finden wir hier

  86. Juleam 1. November 2013 um 16:22 Link zum Kommentar

    Daniel 5 – warum kennt Belsazar Daniel nicht und will unbedingt diese Geräte für seine Orgie?

    1 Der König Belsazar veranstaltete für seine tausend Großen ein prächtiges Mahl und trank Wein vor den Tausend. 2 Und während er sich den Wein schmecken ließ , befahl Belsazar, man solle die goldenen und silbernen Gefäße herbeibringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der König samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen daraus trinken könne.

    3 Da wurden die goldenen Gefäße herbeigebracht, die man aus dem Tempel, aus dem Haus Gottes in Jerusalem, weggenommen hatte, und der König trank daraus samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen. 4 Sie tranken Wein und priesen die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein.

    5 Im selben Augenblick erschienen Finger einer Menschenhand, die schrieben gegenüber dem Leuchter auf die getünchte Wand des königlichen Palastes; und der König sah die schreibende Hand .

    6 Da verfärbte sich das Gesicht des Königs, und seine Gedanken erschreckten ihn, und alle Kraft wich aus seinen Gliedern, und seine Knie schlotterten. 7 Der König schrie mit lauter Stimme, man solle die Wahrsager, Chaldäer und Zeichendeuter holen. Und der König begann und sprach zu den Weisen von Babel: »Derjenige, welcher diese Schrift lesen und mir sagen kann, was sie bedeutet, der soll mit Purpur bekleidet werden und eine goldene Kette um seinen Hals tragen und als Dritter im Königreich herrschen!«

    8 Und alle Weisen des Königs kamen herbei, aber sie konnten weder die Schrift lesen noch ihre Bedeutung dem König erklären. 9 Da wurde der König Belsazar sehr bestürzt, und sein Gesicht verfärbte sich, und seine Großen waren ganz verwirrt.

    10 Auf Wunsch des Königs und seiner Großen kam die Königin[-Mutter] in den Trinksaal. Die Königin begann und sprach: O König, mögest du ewig leben ! Deine Gedanken sollen dich nicht erschrecken, und dein Aussehen verändere sich nicht! 11 Es gibt einen Mann in deinem Königreich, in dem der Geist der heiligen Götter ist und bei dem in den Tagen deines Vaters Erleuchtung, Verstand und Weisheit gleich der Weisheit der Götter gefunden worden ist, sodass dein Vater, der König Nebukadnezar, ihn zum Obersten der Traumdeuter, Wahrsager, Chaldäer und Zeichendeuter bestimmt hat – ja, dein Vater, o König! -, 12 ganz allein deshalb, weil bei ihm ein vortrefflicher Geist, Verstand und Scharfsinn gefunden wurde zur Deutung von Träumen, zur Erklärung von Rätseln und zur Auflösung von Knoten, nämlich bei Daniel , dem der König den Namen Beltsazar gab. So lasse man nun Daniel rufen; der wird dir die Deutung sagen!

    13 Sobald nun Daniel vor den König hineingeführt worden war, ergriff der König das Wort und sprach zu ihm: Bist du Daniel, einer der Weggeführten von Juda, die mein Vater, der König, aus Juda hergebracht hat? 14 Ich habe von dir gehört, dass der Geist der Götter in dir sei und dass Erleuchtung und Verstand und außerordentliche Weisheit bei dir gefunden werden.

    15 Nun sind die Weisen und Wahrsager vor mich geführt worden, um diese Schrift zu lesen und mir ihre Bedeutung mitzuteilen; sie waren aber nicht imstande, die Bedeutung der Worte zu erklären. 16 Und von dir habe ich gehört, dass du Deutungen geben und Knoten auflösen könnest. Wenn du nun diese Schrift lesen und mir ihre Bedeutung erklären kannst, so sollst du mit Purpur bekleidet werden und eine goldene Kette an deinem Hals tragen und als Dritter im Königreich herrschen!

    17 Da antwortete Daniel und sprach vor dem König: Deine Gaben mögen dir verbleiben , und gib deine Geschenke einem anderen! Jedoch die Schrift will ich dem König lesen und erklären, was sie bedeutet.

    18 O König! Gott, der Allerhöchste, hat deinem Vater Nebukadnezar das Königtum, die Majestät, die Ehre und die Herrlichkeit verliehen; 19 und wegen der Majestät, die Er ihm gab, zitterten und bebten vor ihm alle Völker, Stämme und Sprachen; denn er tötete , wen er wollte, und ließ leben , wen er wollte; er erhöhte , wen er wollte, und erniedrigte, wen er wollte.

    20 Da sich aber sein Herz erhob und sein Geist übermütig wurde bis zur Vermessenheit, wurde er von seinem königlichen Thron gestürzt, und seine Würde wurde ihm genommen; 21 man verstieß ihn von den Menschenkindern, und sein Herz wurde den Tieren gleich; er wohnte bei den Wildeseln, und man fütterte ihn mit Gras wie die Ochsen, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis er erkannte, dass Gott, der Allerhöchste, Macht hat über das Königtum der Menschen und darüber setzt, wen er will .

    22 Du aber, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du das alles wusstest, 23 sondern du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben ; und man hat die Gefäße seines Hauses vor dich gebracht, und du und deine Gewaltigen, deine Frauen und Nebenfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken, und du hast die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein gepriesen, die weder sehen noch hören noch verstehen; den Gott aber, in dessen Hand dein Odem und alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt!

    24 Infolgedessen wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift geschrieben. 25 So lautet aber die Schrift, die geschrieben steht:

    »Mene, mene, tekel upharsin!«

    26 Und das ist die Bedeutung des Spruches:
    »Mene« bedeutet: Gott hat die Tage deines Königtums gezählt und ihm ein Ende bereitet!
    27 »Tekel« bedeutet: Du bist auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden worden!
    28 »Peres« bedeutet: Dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben werden!

    29 Sogleich befahl Belsazar, dass man den Daniel mit Purpur bekleiden und ihm eine goldene Kette um den Hals legen und von ihm ausrufen solle, dass er der dritte Herrscher im Königreich sein solle.

    30 In derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, umgebracht.

    Wie Daniel schon sagte: Belsazar hatte als Sohn doch damals alles mitbekommen. Sein Vater selbst wird es ihm sicherlich immer wieder erzählt haben.

    Warum wusste er dann nichts von Daniel? War der bereits in Rente und das Ganze hatte ihn seinerzeit nicht sonderlich interessiert?

    Außerdem wußte er, warum Jehova den König gedemütigt hatte, dieser selbst erzählt es uns ja im vorherigen Kapitel. Sicherlich wird er im Familienkreis noch mehr darüber geredet haben.

    Er hatte angeordnet, diesen Gott zu ehren, da er der Höchste über allen war. Wie konnte Belsazar dann auf die Idee kommen, ausgerechnet die heiligen Geräte dieses Gottes für seine Orgien und zum Preisen seiner Götter zu nehmen?

    Wie kommt man überhaupt während eines Festes auf so eine Idee? Sie waren doch schon betrunken und werden ihre Ausschweifungen bereits im vollen Gange gehabt haben. Wo kommt da auf einmal diese Idee her?

    War er vielleicht einfach guter Stimmung und seinen Göttern dafür dankbar? Wollte er diese dafür auf ganz besondere Weise preisen und ehren? Indem er ihnen mit dieser Aktion ganz bewusst zeigen wollte, „wie lieb er sie hatte“?

    Diese Geräte waren ja bereits vor vielen Jahrzehnten bei der Eroberung Jerusalems erbeutet worden. Seitdem lagen sie wohl in der Schatzkammer des Königs. Warum interessierte sich der Vater – Nebukadnezar – nicht dafür?

    War Belsazar vielleicht als Kind immer wieder in dieser Schatzkammer gewesen und hatte oft vor genau diesen Geräten gestanden? Hatte er sich selbst und den Vater gefragt, warum diese kostbaren Gegenstände nicht bei Hofe benutzt würden?

    Fakt ist: es war ein unglaublicher Frevel, ausgerechnet diese Geräte zu benutzen, um die falschen Götter zu ehren. Aber Belsazar sah ja seine eigenen als richtig an, sonst wäre er ja vielleicht konvertiert. Aber vielleicht sah Belsazar Jehova auch nicht wirklich als so wichtig und mächtig an – denn SEIN Volk war ja immer noch, nach so vielen Jahrzehnten, in Babylon im Exil.

  87. Juleam 1. November 2013 um 16:24 Link zum Kommentar

    Ein Punkt erscheint mir noch zur Deutung des Zeichens und der Träume wichtig: da sie ja von Jehova geschickt worden waren, konnten sie auch nur von einem seiner Diener und mit seiner Hilfe gedeutet werden. Wie sollten die anderen Traum- und Zeichendeuter auch verstehen, was Jehova denkt, fühlt und will?

    Gestern hatten wir ja auch noch darüber nachgedacht, dass wohl genau dieses der Grund sein wird, warum Daniel in dieser für mich zweifelhaften Stellung als „Oberster der Magie treibenden Priester“ war.

    Denn Jehova hatte ja von vornherein vor, sein Volk wieder aus dem Exil zurück in sein Land zu holen – schon lange, bevor er ihnen überhaupt mitteilen ließ, dass sie weggeführt werden würden. Da „brauchte“ er jemanden, der so eng beim König bleibt und der automatisch mit Träumen und Traumdeutung in Verbindung gebracht werden würde. Dazu hat er sich scheinbar von Anfang an Daniel ausersehen 😉

    Im Gegensatz zu vielen anderen brauchte Belsazar nicht lange auf seine Strafe warten: noch in der selben Nacht wurde das Urteil vollzogen und er starb.

    Wieso gab er Daniel eigentlich trotz dessen Ablehnung die Goldene Kette und die Dritte Stellung im Reich? Ob er wohl gehofft hatte, damit die Strafe abwenden zu können?

    weitere Gedanken zu Daniel 5 finden wir hier

  88. Juleam 1. November 2013 um 16:34 Link zum Kommentar

    heute morgen haben wir uns noch gemeinsam die folgende Ansprache angehört, die zwar schon etwas älter ist – aus den 90ern – aber trotzdem sehr interessant: „Menetekel“. Hier waren auch einige sehr interessante Gedanken:

    Was war Belsazar für ein Mensch und wie können wir uns heute in ihm wiederfinden?

    was ist der Mensch, der sich da trifft um diese gewaltige Party abzuhalten, dieser Belsazar. Was geht wohl im Herzen dieses Mannes vor? Und je mehr ich drüber nachgedacht habe, hab ich gedacht, das ist ein moderner Mensch. Einer, der sagt: We are the Champions, wir sind die Besten, wir machen alles, wir machen die Welt neu und wir brauchen keinen Gott und keine Religion und keine Bibel und machen wir alles. Mein Verstand ist das, mein Klugheit. Ich bin so clever, ich schaff das alles. Welcher Mensch ist das, der die Technik benutzt, den Fortschritt? Wer sitzt da an den Schalthebeln der Macht? Durch wessen Hände geht das Geld, wer ist denn dieser Mensch? Das interessiert die Bibel.

    Und auf einmal merken wir, was da beschrieben ist, ist nicht von einem längst verstorbenen Herrscher Babels allein geschrieben, einem dieser Vorfahren vom Saddam Hussein im Irak, sondern das ist ja ein Typ von uns, das ist genau so einer, wie wir oft uns vorkommen. Und wie wir uns oft auch einbilden, wie wir unser Leben meistern müssen. Sie haben in der Schule berühmte Gedichte auf Belsazar gelernt, wo es dann heißt: Jehova, dir künd ich auf ewig Hohn. Ich bin der König von Babylon.

    Wir sind die Herren der Welt, der Mensch ist es heute. Und seien wir uns doch ehrlich. Das steht doch hinter jeder Zeitung, die durch unsere Hände geht, in jeder Fernsehsendung, hinter der modernen Wissenschaft, hinter unseren Universitäten. Wir brauchen doch keine Bevormundung mehr. Der Mensch ist das Maß, der Mensch bestimmt die Grenzen, der Mensch ist der Herrscher, der Mensch kann alles. Und dann plötzlich steht die Flammenschrift an der Wand.

    Das ist mein erster Punkt. Die Flammenschrift an der Wand. Auch solche Leute lässt Gott nicht los. Auch einen Belsazar nicht.

  89. Juleam 1. November 2013 um 16:41 Link zum Kommentar

    wie könnten wir heute ein „Menetekel“ von Gott erhalten?

    sehen Sie noch einmal welch ein großes Hirtenherz unser Gott hat. Auf dieser großen Fete, wo die feiern, die Babylonier haben Feste gefeiert mit 15.000 Gästen, die sie bewirtet haben auf einer Festlichkeit. Hier war´s eine kleinere Festlichkeit noch. Vielleicht ist sie deshalb auch so ausgeartet in einem wüsten Triumph. Und dort auf einmal, dort redet Gott.
    .
    Und das Menetekel, das an der Wand steht, das ist Gottes Ruf. Kommt doch zur Besinnung.
    .
    Was passiert denn? Der Belsazar erschrickt, als er nicht nur die Schrift sieht, die Anderen sehen ja auch die Schrift, aber er sieht auch noch die Hand. Was ihn besonders erschreckt hat wissen wir nicht, vielleicht das völlig Ungewöhnliche. Er hat das nicht einordnen können, das war so außerhalb seiner Erfahrungen. Und dann steht das in der biblischen Sprache noch viel bildhafter da: Seine Knie schlotterten, er entfärbte sich. Er war plötzlich wie gelähmt in seiner Hüfte. Alles in dem Saal guckt nur auf den Belsazar und dem bleibt das Wort in seinem Munde stecken. Er weiß nimmer, was er sagen soll.
    .
    Ist die Bibel nicht ein wunderbares Buch? Wie oft haben Christen Angst vor der Weisheit der Welt, oder vor dem Spott der Menschen, oder der Gelehrten. Sie brauchen doch das nicht zu fürchten. Wenn Gott nur ein wenig hinein spricht, dann kommt dort die Unruhe auf. Ich würd mal jetzt eine Behauptung aufstellen. Das ist schwierig, das steht so nicht in der Bibel drin und ich bin kein Prophet, ich bin nur ein Schriftausleger, aber ich würde behaupten, das die meisten Menschen auch in unserer Zeit von Gott so ein Menetekel an die Wand geschrieben bekommen.
    .
    Da ist ein Manager in seiner Firma und er plant ganz gewaltig und plötzlich, da kommt durch irgendein Ereignis, vielleicht ist es nur ein Arztbesuch, die Stimme: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir nehmen, was hast du? Und auf einmal merkt er: Ich hab völlig verkehrt gelebt, es war alles falsch und umsonst. Ich hab ja ohne Gott gelebt und ihn einfach auf die Seite gestoßen.
    .
    Ach was ist das oft für ein oberflächliches Reden, bei uns, wenn wir meinen, das sei schon Mission, wenn wir als mit unseren Kollegen drüber reden, ob es einen Gott gibt, oder vielleicht doch noch so ein höheres Wesen. Und dann sagen wir: Ja vielleicht, das können wir doch zugestehen.
    .
    Nein! Sie brauchen gar nicht so scheu zu sein. Sie müssen wissen, die Menschen, die Sie wieder treffen, die um Sie herum wohnen, sie haben alle ihr Menetekel, sie hören alle den Ruf Gottes. Aber sie reden nicht drüber, weil sie mit dem nicht fertig werden. Das ist auch meine Erfahrung als Seelsorger.
    .
    Wie viele Menschen haben das im letzten Krieg erlebt, oder in schweren Krankheitsnöten. Wie viel sind deshalb bloß so verzweifelt, weil sie mit den Ereignissen, die da plötzlich auf sie zukommen nicht mehr fertig werden und ihr ganzes Weltbild, das sie haben, gibt ihnen keine Erklärung dafür und jetzt gehen sie in New Age, jetzt gehen sie zu irgendwelchen Sektenkulten und wollen das verstehen.
    .
    Dabei gibt’s nur eine Antwort: Gott lebt, der ewige Gott, dem wir gehören, der lebt. Warum wird Christen das nicht mutiger in die Welt hineinrufen und wenn Gott sein Menetekel an die Wand schreibt, dann auf einmal wird uns bewusst, nicht dass das alles nichts ist, was Babel aufgebaut hat an Technik und an Wissenschaft und Künsten und Kultur. Das ist groß und das sind kostbare Gaben.
    .
    Nein, da wird was Anderes sichtbar. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.
    .
    Das sind kluge Leute, die so reden und nur die ganz Gescheiten, die haben den Durchblick. Und Gott spricht sein Menetekel.

    ein sehr interessanter Gedanke, wie ich finde.

    Wenn du etwas Zeit erübrigen kannst, dann kann ich dir nur empfehlen, dir diese Ansprache durchzulesen. Sie ist wirklich sehr interessant, denn sie zeigt uns Christen heute, die wir bereits an Gott und Jesu Loskaufsopfer glauben und diesen Glauben auch sehr intensiv leben, wie dieses Menetekel auch uns persönlich jeden Tag betrifft

  90. Juleam 9. November 2013 um 09:40 Link zum Kommentar

    Daniel 6 – warum haben die Beamten Angst vor so einem alten klapprigen Mann?

    1 Und Darius, der Meder , empfing das Königreich, als er 62 Jahre alt war. 2 Darius aber befand es für gut, 120 Satrapen über das Reich zu setzen, die im ganzen Reich [verteilt] sein sollten, 3 und über diese drei Minister, von denen Daniel einer war; diesen sollten jene Satrapen Rechenschaft ablegen, damit der König keinen Schaden erleide.

    4 Da sich nun dieser Daniel vor allen Ministern und Satrapen auszeichnete, weil ein so vortrefflicher Geist in ihm war, so nahm sich der König vor, ihn über das ganze Reich zu setzen. 5 Da suchten die Minister und Satrapen eine Anklage gegen Daniel zu finden im Hinblick auf die Regierungsgeschäfte; aber sie konnten keine Schuld oder irgendetwas Nachteiliges finden, weil er treu war und keine Nachlässigkeit noch irgendein Vergehen bei ihm gefunden werden konnte.

    6 Da sprachen jene Männer: Wir werden gegen diesen Daniel keinen Anklaggrund finden, es sei denn im Gesetz seines Gottes!

    7 Darauf bestürmten jene Fürsten und Satrapen den König und sprachen: König Darius, mögest du ewig leben ! 8 Sämtliche Minister des Königreichs, die Vorsteher und Satrapen, die Räte und die Statthalter erachten es für ratsam, dass eine königliche Verordnung aufgestellt und ein Verbot erlassen werde, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen irgendeine Bitte an irgendeinen Gott oder Menschen richtet, außer an dich allein, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll. 9 Nun, o König, erlasse das Gebot und unterschreibe das Edikt, das nicht abgeändert werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, welches unwiderruflich ist! 10 Daraufhin unterschrieb der König das Edikt und Verbot.

    11 Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin hatte, und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte.

    12 Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott.

    13 Sogleich erschienen sie vor dem König und brachten das königliche Verbot zur Sprache: Hast du nicht ein Verbot unterschrieben, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König antwortete und sprach: Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das unwiderruflich ist!

    14 Da antworteten sie und sprachen vor dem König: Daniel, einer der Weggeführten von Juda, nimmt keine Rücksicht auf dich, o König, und achtet nicht auf das Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern er verrichtet dreimal am Tag sein Gebet!

    15 Als der König das hörte, wurde er sehr betrübt, und er sann darüber nach, wie er Daniel retten könnte, und gab sich bis zum Sonnenuntergang Mühe, ihn zu befreien.

    16 Da bestürmten jene Männer den König und sprachen: Bedenke, o König, dass nach dem Gesetz der Meder und Perser kein Verbot und keine Verordnung, die der König aufgestellt hat, abgeändert werden darf! 17 Da befahl der König, dass man Daniel herbringe und in die Löwengrube werfe .

    Der König begann und sprach zu Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der rette dich!

    18 Und man brachte einen Stein und legte ihn auf die Öffnung der Grube, und der König versah ihn mit seinem Siegel und mit dem Siegel seiner Gewaltigen, damit in der Sache Daniels nichts geändert werde.

    19 Dann zog sich der König in seinen Palast zurück, und er verbrachte die Nacht fastend und ließ keine Frauen zu sich führen, und der Schlaf floh von ihm. 20 Beim Anbruch der Morgenröte aber stand der König auf und begab sich rasch zur Löwengrube. 21 Und als er sich der Grube näherte, rief er Daniel mit angstvoller Stimme. Der König begann und sprach zu Daniel:

    Daniel, du Knecht des lebendigen Gottes, hat dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, dich von den Löwen retten können?

    22 Da sprach Daniel zu dem König: O König, mögest du ewig leben! 23 Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen , dass sie mir kein Leid zufügten, weil vor ihm meine Unschuld offenbar war und ich auch dir gegenüber, o König, nichts Böses verübt habe!

    24 Da wurde der König sehr froh und befahl, Daniel aus der Grube heraufzuziehen. Als man aber Daniel aus der Grube heraufgebracht hatte, fand sich keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.

    25 Da befahl der König, jene Männer herbeizuholen, die Daniel verleumdet hatten. Und man warf sie in die Löwengrube, sie, ihre Kinder und Frauen; und ehe sie noch den Boden der Grube berührten, waren die Löwen schon über sie hergefallen und zermalmten ihnen alle Gebeine.

    26 Darauf schrieb der König Darius an alle Völker, Stämme und Sprachen, die im ganzen Land wohnten:

    »Euer Friede nehme zu! 27 Es ist von mir ein Befehl erlassen worden, dass man sich im ganzen Bereich meiner Herrschaft vor dem Gott Daniels fürchten und scheuen soll; denn er ist der lebendige Gott, welcher in Ewigkeit bleibt, und sein Königreich wird nie zugrunde gehen, und seine Herrschaft hat kein Ende.
    28 Er errettet und befreit , er tut Zeichen und Wunder am Himmel und auf Erden; er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet!«

    29 Und diesem Daniel ging es von da an gut unter der Regierung des Darius und unter der Regierung Kyrus‘, des Persers.

    Unglaublich, dass diese jungen Beamten Angst vor einem alten klapprigen Mann hatten!

    Gestern habe ich noch einmal das biblische Drama „Vertraust du fest auf Gottes helfende Hand?“ gehört und da war Daniel bereits schon weit über 90 Jahre, als er dem Belsazar die Worte an der Wand gedeutet hat. Sicherlich wurde er nicht sofort von Darius über alle Beamte gesetzt, so dass er vielleicht schon fast 100 Jahre alt war.

    Wovor hatten die Beamten Angst? Es war ja nicht nur Neid dabei, sonst hätten sie ja darauf warten können, bis sich das Problem „auf natürliche Weise“ löst!

    Viel wahrscheinlicher erscheint mir, dass sie unehrlich waren und den König betrogen – und Angst hatten, dass Daniel das bemerkt und sie auffliegen lässt. Dann wäre es mit dem schönen Leben vorbei.

    Wobei: das ist es nun auch; denn hier bewahrheitete sich dann der Spruch: „wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“

    Bereits da, als sie Daniel bei dem König „verpetzen“, merken wir, dass es ein riskantes Spiel ist. Sie haben den König ausgetrickst, indem sie ihn ganz bewußt etwas haben unterschreiben lassen, von dem sie wußten, dass er es rückgängig machen würde, wenn er erkannte, worum es geht – „nach dem Gesetz der Meder und Perser, das nicht einmal der König rückgängig machen kann“.

    Sie meinen, sie würden sich mit ihrem Diensteifer beliebt machen, denn immerhin sollte nur der König angebetet oder um etwas gebeten werden. Etwas, was ihm sicherlich schmeicheln würde. Immerhin hatte er dem Gesetz zugestimmt, wohl, weil ihm der Gedanke gefiel. So erwarten sie jetzt, dass er über diesen unverschämten Daniel wütend werden würde. Immerhin verletzt dessen Verhalten seine Eitelkeit und verstößt gegen ein ganz klares Gesetz.

    Er wird auch wütend und ungehalten. Aber leider nicht auf Daniel, sondern auf sie! Warum nur? Sie hatten es doch nur gut gemeint? (((Grummel)))

  91. Juleam 9. November 2013 um 09:43 Link zum Kommentar

    Der König ist sauer, weil er ihr hinterhältiges Spiel durchschaut und das Urteil nicht von Daniel abwenden kann.

    Aber ihm geht es hier nicht nur darum, dass sie ihn ausgetrickst haben oder dass das Urteil ungerecht ist. Er scheint auch freundschaftliche Gefühle für diesen alten Mann zu hegen – sonst hätte er sicherlich keine so schlaflose Nacht gehabt. Es berührte ihn wirklich, dass dieser Greis zu Tode kommen würde. Er war nicht damit zufrieden, dass er selbst ja sein Möglichstes getan hatte. Er fand keine Ruhe und ist unendlich erleichtert, als er Daniel am nächsten Morgen unversehrt vorfindet.

    Ob er in der ruhelosen und schlaflosen Nacht gebetet hatte? Zu wem? Nur zu seinen Göttern – oder vielleicht auch zu diesem Gott Jehova, dem Daniel so treu und loyal anhing?

    Wir sehen bei Darius eine völlig andere Einstellung als seinerzeit bei Nebukadnezar: hier fehlt jeglicher Stolz und er reagiert mit Betroffenheit, dass er diesen treuen Diener Jehovas nicht bewahren kann. Nebukadnezar schäumte vor Wut. Er nahm sich selbst viel zu wichtig.

    Schade, dass es zu dieser Bibelstelle noch kein passendes biblisches Drama der Gesellschaft gibt. Es fehlt mir jedes Jahr aufs Neue, wenn ich dieses Kapitel lese. Aber vielleicht dürfen wir ja auf den kommenden BZK hoffen?

    Aus diesem Stoff ließe sich jede Menge machen, auch wie wir es auf uns heute und unsere Zeit anwenden können. Denn auch Jesu Nachfolger heute sind immer wieder mit Neid und Spott konfrontiert und damit, dass sie ihre Werte über Bord werfen sollten, damit es ihnen nicht schlecht ergeht…

  92. Juleam 9. November 2013 um 09:48 Link zum Kommentar

    In dem bereits von Thom zitierten Nachschlagewerk ist noch ein sehr interessanter Gedanke zu dem Standbild enthalten. Wir erinnern uns: das Haupt war aus Gold und Brust und Arme aus Silber.

    Wir hatten bereits beim Studium des Daniel-Buchs 2005 herauskristallisiert, dass die Wertigkeit der Materialien nicht unbedingt mit dem Wert des Königreiches oder der jeweiligen Regierung zu tun haben, sondern damit, ob sie von Jehova in Verbindung mit seinem Volk gebraucht wurden. Babylon – das Haupt – war sein Werkzeug, um sein Volk zu strafen. Das Medo-Persische Reich unter Darius hatte in dieser Hinsicht keine Funktion. Daher ein minderwertigeres Material.

    Dass man dies auch noch in einem anderen Zusammenhang sehen kann, erfahren wir in dem Nachschlagewerk:

    In diesem Zusammenhang (dass Darius den Beamten in die Falle ging) stellen wir fest, dass in diesem Königreich aus Silber die Macht des Koenigs nicht mehr so uneingeschränkt war, wie in dem Reich von Gold. Nebukadnezar tat gerade das, was er wollte, ohne Einschränkung. Der medo-persische König dagegen hatte die Ratschläge seiner Räte und Landespfleger zu erwägen, und ein Gesetz, einmal öffentlich bekannt gemacht, konnte nicht mehr abgeändert werden.

    Das mit der unterschiedlichen Wertung aufgrund dessen, ob von Jehova benutzt oder nicht, ist ja auch „nur“ eine Vermutung. Vielleicht stimmen ja beide Theorien?

    weitere Gedanken zu Daniel 6 finden wir hier

  93. Juleam 9. November 2013 um 11:19 Link zum Kommentar

    Daniel 7 – 9

    Daniel 7 – Wer wird die Welt regieren?

    1 Im ersten Jahr Belsazars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen Traum und Gesichte seines Hauptes auf seinem Lager. Er schrieb den Traum sogleich auf, und dies ist der vollständige Bericht: 2 Daniel begann und sprach:

    Ich sah bei Nacht in meinem Gesicht, und siehe, die vier Winde des Himmels brachen los auf das große Meer ; 3 und vier große Tiere stiegen aus dem Meer empor, jedes verschieden vom anderen:

    4 Das erste glich einem Löwen und hatte Adlerflügel . Ich schaute, bis ihm die Flügel ausgerissen wurden und es von der Erde aufgerichtet und wie ein Mensch aufrecht auf seine Füße gestellt wurde und wie ihm ein menschliches Herz gegeben wurde.

    5 Und siehe, das andere, zweite Tier glich einem Bären; und es war nur auf einer Seite aufgerichtet und hatte drei Rippen in seinem Maul zwischen seinen Zähnen; und es wurde zu ihm so gesprochen: Steh auf, friss viel Fleisch!

    6 Danach schaute ich weiter und siehe, ein anderes [Tier] wie ein Panther; das hatte vier Vogelflügel auf seinem Rücken; auch vier Köpfe hatte dieses Tier, und ihm wurde Herrschaft verliehen.

    7 Nach diesem sah ich in den Nachtgesichten und siehe, ein viertes Tier, furchterregend, schrecklich und außerordentlich stark; es hatte große eiserne Zähne, fraß und zermalmte und zertrat das Übrige mit den Füßen; es war ganz anders als alle vorherigen Tiere und hatte zehn Hörner . 8 Während ich achtgab auf die Hörner, siehe, da stieg ein anderes, kleines Horn zwischen denselben auf, und drei der vorherigen Hörner wurden vor ihm ausgerissen; und siehe, dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redete.

    9 Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter sich setzte . Sein Gewand war schneeweiß, und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle; sein Thron waren Feuerflammen und dessen Räder ein brennendes Feuer . 10 Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm; das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet.

    11 Ich sah fortwährend hin wegen des Lärms der hochfahrenden Reden, die das Horn führte; ich sah zu, bis das Tier getötet und sein Leib umgebracht und einem brennenden Feuer ausgeliefert wurde. 12 Auch den übrigen Tieren wurde die Herrschaft weggenommen; und ihre Lebensdauer wurde ihnen auf Zeit und Stunde bestimmt.

    13 Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen ; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. 14 Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen , und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum wird nie zugrunde gehen .

    15 Ich, Daniel, wurde deshalb in meinem Geist zutiefst beunruhigt, und die Gesichte meines Hauptes ängstigten mich. 16 Ich näherte mich einem der Umstehenden und erbat von ihm sichere Auskunft über das alles. Der redete mit mir und verkündete mir die Bedeutung der Dinge:

    17 »Jene großen Tiere , vier an der Zahl, bedeuten, dass vier Könige sich aus der Erde erheben werden; 18 aber die Heiligen des Allerhöchsten werden die Königsherrschaft empfangen, und sie werden die Königsherrschaft bis in Ewigkeit behalten, ja, bis in alle Ewigkeit!«

    19 Hierauf wünschte ich sichere Auskunft über das vierte Tier, das sich von allen anderen unterschied, das so furchterregend war und eiserne Zähne und eherne Klauen hatte, das fraß und zermalmte und das Übrige mit seinen Füßen zertrat; 20 auch über die zehn Hörner auf seinem Kopf und über das andere Horn, das emporstieg und vor dem drei ausfielen; nämlich jenes Horn, welches Augen hatte und ein Maul, das große Dinge redete, und das so viel größer aussah als seine Gefährten.

    21 Ich schaute, wie dieses Horn Krieg führte mit den Heiligen und sie überwand, 22 bis der Hochbetagte kam und den Heiligen des Allerhöchsten das Gericht übergab und die Zeit eintrat, dass die Heiligen das Reich in Besitz nahmen.

    23 Er sprach: »Das vierte Tier bedeutet ein viertes Reich, das auf Erden sein wird; das wird sich von allen anderen Königreichen unterscheiden, und es wird die ganze Erde fressen, zerstampfen und zermalmen. 24 Und die zehn Hörner bedeuten, dass aus jenem Reich zehn Könige aufstehen werden; und ein anderer wird nach ihnen aufkommen, der wird verschieden sein von seinen Vorgängern und wird drei Könige erniedrigen. 25 Und er wird [freche] Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben , und er wird danach trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern ; und sie werden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit , zwei Zeiten und eine halbe Zeit.

    26 Aber das Gericht wird sich setzen und ihm die Herrschaft wegnehmen, um sie endgültig zu vertilgen und zu vernichten. 27 Aber das Königreich, die Herrschaft und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Allerhöchsten gegeben werden; sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen!«

    28 Dies ist der Schluss der Rede. Mich, Daniel, erschreckten meine Gedanken sehr, und mein Gesicht verfärbte sich; aber die Sache behielt ich in meinem Herzen.

    Hier ist von den Zeiten die Rede, von denen wir wissen, dass es die Zeiten der Nationen waren – bis zum Messias hin. Nach dieser Zeitrechnung – 1 Zeit ist eine Jahrwoche – wird die Zeit vom Fall Jerusalems hin bis zum Auftreten des Messias errechnet. Mehr dazu im Daniel-Buch.

    Aber nach dieser „Zeitrechnung“ waren die Juden zu der Zeit „in Erwartung des Messias“, als Johannes anfing, in der Wüste zu predigen. Wir wissen heute, dass er ‚der Bote war, der vor ihm herging, um den Weg zu ebnen‘.

    weitere Gedanken zu Daniel 7 finden wir hier

  94. Juleam 9. November 2013 um 11:31 Link zum Kommentar

    Daniel 8 – die verschiedenen Tiere

    1 Im dritten Jahr der Regierung des Königs Belsazar erschien mir, Daniel, ein Gesicht, nach jenem, das mir im Anfang erschienen war. 2 Und ich schaute in dem Gesicht, und es geschah, während ich schaute, da befand ich mich in der Residenz Susa , die in der Provinz Elam liegt, und ich schaute in dem Gesicht, und ich war am Fluss Ulai . 3 Und ich hob meine Augen auf und schaute; und siehe, da stand vor dem Fluss ein Widder, der hatte zwei Hörner, und beide Hörner waren hoch; aber das eine war höher als das andere, und das höhere war zuletzt emporgewachsen. 4 Ich sah, wie der Widder gegen Westen, Norden und Süden stieß; und kein Tier konnte vor ihm bestehen, und niemand konnte aus seiner Gewalt erretten, sondern er tat, was er wollte, und wurde groß.

    5 Während ich nun achtgab, siehe, da kam ein Ziegenbock von Westen her über die ganze Erde, ohne den Erdboden zu berühren; der Bock aber hatte ein ansehnliches Horn zwischen seinen Augen. 6 Und er kam zu dem Widder, der zwei Hörner hatte, den ich vor dem Fluss hatte stehen sehen, und lief wütend mit seiner ganzen Kraft gegen ihn an. 7 Und ich sah, wie er nahe an den Widder herankam und sich erbittert auf ihn warf und den Widder schlug und ihm seine beiden Hörner zerbrach; und da der Widder nicht stark genug war, um ihm standzuhalten, warf er ihn zu Boden und zertrat ihn; und niemand rettete den Widder aus seiner Gewalt.

    8 Der Ziegenbock aber wurde über die Maßen groß; als er aber am stärksten war, zerbrach das große Horn, und es wuchsen an dessen Stelle vier ansehnliche Hörner auf, nach den vier Himmelsrichtungen hin. 9 Und aus einem von ihnen wuchs ein kleines Horn hervor, das tat außerordentlich groß gegen den Süden und gegen den Osten und gegen das herrliche [ Land ] .

    10 Und es wagte sich bis an das Heer des Himmels heran und warf von dem Heer und von den Sternen etliche auf die Erde und zertrat sie. 11 Ja, bis zum Fürsten des Heeres erhob es sich, und es nahm ihm das beständige [ Opfer ] weg, und seine heilige Wohnung wurde verwüstet. 12 Und das Heer wurde dahingegeben samt dem beständigen [Opfer] wegen des Frevels , und [das Horn] warf die Wahrheit zu Boden, und sein Unternehmen gelang ihm.

    13 Und ich hörte einen Heiligen reden; und ein anderer Heiliger fragte den Betreffenden, der redete: Wie lange gilt dieses Gesicht, nämlich das von dem beständigen [Opfer] und dem verheerenden Frevel, dass sowohl Heiligtum als auch Opferdienst der Zertretung preisgegeben wird? 14 Er sprach zu mir: Bis zu 2 300 Abenden und Morgen; dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden !

    15 Es geschah aber, als ich, Daniel, das Gesicht sah und es zu verstehen suchte, siehe, da stand einer vor mir, der aussah wie ein Mann . 16 Und ich hörte über dem Ulai eine Menschenstimme, die rief und sprach: Gabriel , erkläre diesem das Gesicht!

    17 Da kam er an den Ort, wo ich stand; als er aber kam, erschrak ich so sehr, dass ich auf mein Angesicht fiel. Und er sprach zu mir: Du sollst wissen, Menschensohn, dass das Gesicht sich auf die Zeit des Endes bezieht!

    18 Als er aber mit mir redete, sank ich ohnmächtig zur Erde auf mein Angesicht. Er aber rührte mich an und richtete mich wieder auf an meinem Standort. 19 Und er sprach: Siehe, ich verkünde dir, was in der letzten Zeit des Zornes geschehen wird; denn es bezieht sich auf die bestimmte Zeit des Endes .

    20 Der Widder mit den beiden Hörnern, den du gesehen hast, das sind die Könige der Meder und Perser.

    21 Der zottige Ziegenbock aber ist der König von Griechenland ; und das große Horn zwischen seinen beiden Augen, das ist der erste König.

    22 Dass es aber zerbrach und an seiner Stelle vier andere aufgekommen sind, bedeutet, dass aus diesem Volk vier Königreiche entstehen werden, doch nicht mit der Macht, die jener hatte.

    23 Aber am Ende ihrer Regierung, wenn die Frevler das Maß vollgemacht haben, wird ein frecher und listiger König auftreten. 24 Und seine Macht wird stark sein, aber nicht in eigener Kraft; und er wird ein erstaunliches Verderben anrichten, und sein Unternehmen wird ihm gelingen; und er wird Starke verderben und das Volk der Heiligen.

    25 Und wegen seiner Klugheit und weil ihm der Betrug in seiner Hand gelingt, wird er sich in seinem Herzen erheben und viele in ihrer Sorglosigkeit verderben; und er wird gegen den Fürsten der Fürsten auftreten, aber ohne Zutun von Menschenhand zerschmettert werden.

    26 Was aber über das Gesicht von den Abenden und Morgen gesagt worden ist, das ist wahr; und du sollst das Gesicht verwahren , denn es bezieht sich auf fernliegende Tage!

    27 Aber ich, Daniel, lag mehrere Tage krank , ehe ich wieder aufstehen und die Geschäfte des Königs besorgen konnte. Ich war aber entsetzt über das Gesicht, und niemand verstand es.

    Wieder eine „politische“ Erfüllung. Diesmal wird sogar ein Lösungsansatz gegeben.

    Bitte lest euch auch den ergänzenden Stoff aus dem Daniel-Buch dazu durch, sowie die bereits erwähnten Studienartikel und betrachtet aufmerksam das Schaubild zu dem Standbild und den Tieren…

    schaubild standbild

    weitere Gedanken zu Daniel 8 finden wir hier

  95. Juleam 9. November 2013 um 11:45 Link zum Kommentar

    Daniel 9 – Daniel muss es mit ausbaden, findet es aber überhaupt nicht ungerecht

    1 Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes Ahasveros‘, von medischer Abstammung, der zum König über das Reich der Chaldäer gemacht worden war, 2 im ersten Jahr seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, von der das Wort des Herrn an den Propheten Jeremia ergangen war, dass die Verwüstung Jerusalems in 70 Jahren vollendet sein sollte. 3 Und ich wandte mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn zu suchen mit Gebet und Flehen, mit Fasten im Sacktuch und in der Asche. 4 Ich betete aber zu dem Herrn , meinem Gott, und ich bekannte und sprach:

    Ach, Herr, du großer und furchtgebietender Gott, der den Bund und die Gnade denen bewahrt , die ihn lieben und seine Gebote bewahren! 5 Wir haben gesündigt und haben unrecht getan und gesetzlos gehandelt; wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und deinen Rechtsordnungen abgewichen! 6 Wir haben auch nicht auf deine Knechte, die Propheten , gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen, unseren Fürsten und unseren Vätern und zu dem ganzen Volk des Landes geredet haben.

    7 Du, Herr, bist im Recht , uns aber treibt es heute die Schamröte ins Gesicht, wie es jetzt zutage liegt, den Männern von Juda und den Bürgern von Jerusalem und dem ganzen Israel, seien sie nah oder fern in allen Ländern, wohin du sie vertrieben hast wegen ihrer Untreue, die sie gegen dich verübt haben. 8 Uns, Herr , treibt es die Schamröte ins Gesicht, unseren Königen, unseren Fürsten und unseren Vätern, weil wir gegen dich gesündigt haben!

    9 Aber bei dem Herrn, unserem Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung; denn gegen ihn haben wir uns aufgelehnt, 10 und wir haben nicht gehört auf die Stimme des Herrn , unseres Gottes, um in seinem Gesetz zu wandeln, das er uns durch seine Knechte, die Propheten, vorgelegt hat; 11 sondern ganz Israel hat dein Gesetz übertreten und ist abgewichen, sodass es auf deine Stimme gar nicht hören wollte.

    Darum hat sich auch über uns ergossen, was als Fluch und Schwur im Gesetz Moses, des Knechtes Gottes, geschrieben steht, weil wir gegen Ihn gesündigt haben.

    12 Und so hat er seine Worte ausgeführt, die er gegen uns und unsere Herrscher, die über uns regierten, ausgesprochen hat, dass er großes Unheil über uns bringen wolle, wie es unter dem ganzen Himmel noch nirgends vorgekommen und wie es nun wirklich an Jerusalem geschehen ist.

    13 Genauso, wie es im Gesetz Moses geschrieben steht, ist all dies Unheil über uns gekommen; wir aber suchten das Angesicht des Herrn nicht dadurch zu besänftigen, dass wir uns von unseren Sünden abgewandt und auf deine Wahrheit geachtet hätten. 14 Darum hat auch der Herr darüber gewacht , das Unheil über uns zu bringen; denn der Herr , unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er getan hat, da wir nicht auf seine Stimme gehört haben.

    15 Nun aber, Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Land Ägypten herausgeführt hast und dir einen Namen gemacht hast bis zum heutigen Tag: Wir haben gesündigt , wir haben gottlos gehandelt.

    16 O Herr, lass doch um all deiner Gerechtigkeit willen deinen Zorn und Grimm sich abwenden von deiner Stadt Jerusalem, von deinem heiligen Berg! Denn wegen unserer Sünden und der Missetaten unserer Väter ist Jerusalem und dein Volk allen seinen Nachbarn zum Gespött geworden.

    17 So höre nun, unser Gott, auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum , um des Herrn willen! 18 Neige dein Ohr, mein Gott, und höre; tue deine Augen auf und sieh unsere Verwüstung und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist! Denn nicht um unserer eigenen Gerechtigkeit willen bringen wir unsere Bitten vor dich, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen!

    19 Herr, höre ! Herr, vergib! Herr, achte darauf und handle und zögere nicht, um deiner selbst willen, mein Gott! Denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk genannt!

    20 Während ich noch redete und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israel bekannte und meine Bitte für den heiligen Berg meines Gottes vor den Herrn , meinen Gott, brachte, 21 ja, während ich noch redete und betete, rührte mich der Mann Gabriel an, den ich anfangs im Gesicht gesehen hatte, als ich völlig erschöpft war, um die Zeit des Abendopfers .

    22 Und er unterwies mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich Verständnis zu lehren! 23 Als du anfingst zu beten , erging ein Wort, und ich bin gekommen, es dir zu verkünden; denn du bist ein viel geliebter [Mann]. So achte nun auf das Wort und verstehe das Gesicht!

    24 Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben .

    25 So wisse und verstehe : Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten , dem Fürsten, vergehen 7 Wochen und 62 Wochen; Straßen und Gräben werden wieder gebaut , und zwar in bedrängter Zeit.

    26 Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteilwerden ; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören , und sie geht unter in der überströmenden Flut; und bis ans Ende wird es Krieg geben, fest beschlossene Verwüstungen.

    27 Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schließen eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen, und neben dem Flügel werden Gräuel der Verwüstung aufgestellt, und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster ergießt.

    Vom Ausgehen des „Wortes aus, Jerusalem wieder herzustellen“ – wir wissen, dass sich dies erfüllt, als Cyrus den Befehl gibt und die Juden mit vielen Schätzen und Materialien nach Jerusalem schickt. Ab da sind die 69 Jahrwochen und der Messias tritt in Erscheinung. Aber nach 3,5 Jahrwochen wird er „abgeschnitten“ werden – sein Tod. Alles war bereits lange vor Jesus bekannt und das Volk war in Erwartung. Nur das mit dem „abgeschnitten werden“ hatten selbst seine Jünger zu seinen Lebzeiten noch nicht begriffen.

    Aber ich finde hier auch sehr interessant, dass Daniel als „Mitleidender“ das Handeln Jehovas gerecht findet. Er bekennt die Schuld des Volkes und sagt: „wir sind völlig zu Recht im Exil. Du hattest uns ja bereits durch Mose von vornherein darauf hingewiesen“

    Dies zeigt, dass Jehova keinesfalls hart und unbarmherzig ist, wenn er sein Volk richtet. Denn dies sagt einer, der selbst von diesem Gericht betroffen ist.

    Außerdem ist interessant, dass Jehova bereits zu dem Zeitpunkt Hilfe geschickt hatte, „während“ Daniel noch betete. Des weiteren nennt Jehova Daniel „sehr begehrenswert“.

    Möchten wir nicht, dass Jehova ebenso von uns denkt?

    Hier finden wir noch eine interessante Ansprache zu Daniel: „Daniel – unerschrocken leben“ von Johannes Hartl.

    weitere Gedanken zu Daniel 9 finden wir hier

  96. Juleam 9. November 2013 um 11:54 Link zum Kommentar

    Daniel 10 – 12

    Daniel 10 – wieso braucht der Engel so lange?

    1 Im dritten Jahr des Kyrus , des Königs von Persien, wurde dem Daniel, der Beltsazar genannt wird, ein Wort geoffenbart; und dieses Wort ist wahr und handelt von einer großen Drangsal; und er verstand das Wort und bekam Verständnis für das Gesicht.

    2 In jenen Tagen trauerte ich, Daniel, drei Wochen lang. 3 Ich aß keine leckere Speise, und Fleisch und Wein kamen nicht über meine Lippen, auch salbte ich mich nicht, bis die drei Wochen um waren.

    4 Aber am vierundzwanzigsten Tag des ersten Monats befand ich mich am Ufer des großen Stromes, das ist der Hiddekel . 5 Und ich hob meine Augen auf und schaute und siehe, da stand ein Mann, in Leinwand gekleidet und die Lenden mit Gold von Uphas umgürtet . 6 Und sein Leib war wie ein Topas, und sein Angesicht strahlte wie der Blitz und seine Augen wie Feuerfackeln; seine Arme aber und seine Füße sahen aus wie leuchtendes Erz, und der Klang seiner Worte war wie das Tosen einer Volksmenge.

    7 Und ich, Daniel, sah die Erscheinung allein; die Männer aber, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht; doch befiel sie ein so großer Schrecken, dass sie flohen und sich verbargen. 8 Und ich blieb allein zurück und sah diese große Erscheinung. Es blieb aber keine Kraft in mir, und mein Aussehen wurde sehr schlecht, und ich behielt keine Kraft. 9 Und ich hörte den Klang seiner Worte; als ich aber den Klang seiner Worte hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde nieder.

    10 Und siehe, eine Hand rührte mich an, sodass ich mich zitternd auf meine Knie und Hände stützen konnte. 11 Und er sprach zu mir: Daniel, du viel geliebter Mann, achte auf die Worte, die ich jetzt zu dir rede, und nimm deine Stellung ein; denn jetzt bin ich zu dir gesandt ! Als er dieses Wort zu mir redete, stand ich zitternd auf.

    12 Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel! Denn von dem ersten Tag an, da du dein Herz darauf gerichtet hast, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und ich bin gekommen um deiner Worte willen.

    13 Aber der Fürst des Königreichs Persien hat mir 21 Tage lang widerstanden; und siehe, Michael , einer der vornehmsten Fürsten, ist mir zu Hilfe gekommen, sodass ich dort bei den Königen von Persien entbehrlich war.

    14 So bin ich nun gekommen, um dir Einblick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird; denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage! 15 Da er nun mit diesen Worten zu mir redete, schlug ich meine Augen zur Erde nieder und blieb stumm .

    16 Und siehe, da rührte einer, der den Menschenkindern gleich war, meine Lippen an; und ich öffnete meinen Mund, redete und sprach zu dem, der vor mir stand: Mein Herr, wegen dieser Erscheinung haben mich Wehen überfallen, und ich habe keine Kraft behalten! 17 Und wie könnte ein Knecht dieses meines Herrn mit diesem meinem Herrn reden? Und nun ist keine Kraft mehr in mir, und der Atem ist mir ausgegangen!

    18 Da rührte mich der, welcher einem Menschen glich, nochmals an und stärkte mich. 19 Und er sprach:

    Fürchte dich nicht, du viel geliebter Mann! Friede sei mit dir! Sei stark , ja, sei stark!

    Und als er so mit mir redete, wurde ich gestärkt, und ich sprach: Mein Herr, rede ; denn du hast mich gestärkt! 20 Und er sprach:

    Weißt du, warum ich zu dir gekommen bin? Nun will ich wieder hingehen und mit dem Fürsten von Persien kämpfen ; sobald ich aber ausziehe, siehe, so kommt der Fürst von Griechenland ! 21 Doch will ich dir verkünden, was in dem Buch der Wahrheit aufgezeichnet ist; und kein Einziger steht mir mutig bei gegen jene als nur euer Fürst Michael .

    Irgendwie mutet es schon merkwürdig an, dass ein Engel Gottes aufgehalten werden kann, den uns Jehova zur Hilfe und Stärkung schickt.

    Auch, dass es scheinbar ein so langer Weg vom Himmel zu uns ist. Der „Mann“ ging los, als Daniel anfing um Hilfe zu bitten. Aber er wurde im Laufe der Tage aufgehalten. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Jehova der Herr über Raum und Zeit ist und wenn er einen Engel schickt, dass der so schnell kommt, wie man beim Raumschiff Enterprise jemanden an oder von Board „gebeamt“ hat 😉

    Der Engel hat viele Tage mit dem Fürsten gerungen, aber dann kam ihm Michael – also Jesus – zur Hilfe. Warum erst dann? Warum hatte Jehova so lange benötigt, um Hilfe zu schicken und warum ist der Weg jeweils so lang?

    weitere Gedanken zu Daniel 10 finden wir hier

  97. Juleam 9. November 2013 um 12:50 Link zum Kommentar

    Daniel 11 – wir wir Jehova durch dieses Kapitel näher kommen, wenn wir „das Politische“ weg lassen

    1 Auch ich stand ihm im ersten Jahr Darius“ des Meders bei, um ihn zu stärken und ihm zu helfen . 2 Und nun will ich dir die Wahrheit verkünden:

    Siehe, es werden noch drei Könige in Persien aufstehen, und der vierte wird größeren Reichtum erwerben als alle anderen, und wenn er sich in seinem Reichtum stark fühlt, wird er alles gegen das griechische Reich aufbieten. 3 Es wird aber ein tapferer König auftreten und eine große Herrschaft gründen und tun, was ihm gefällt. 4 Aber wie sein Reich aufgekommen ist, so wird es auch zerbrechen und nach den vier Himmelsrichtungen zerteilt werden, aber nicht unter seine Nachkommen, und nicht mit gleicher Macht, wie er sie ausgeübt hat; denn sein Reich wird ausgerissen und anderen zuteil als jenen.

    5 Und der König des Südens wird erstarken; aber von seinen Fürsten wird einer noch stärker werden als er und eine Herrschaft begründen; seine Herrschaft wird eine große Herrschaft sein. 6 Und nach Jahren werden sie sich verbünden, und die Tochter des Königs des Südens wird zu dem König des Nordens kommen, um einen Ausgleich zustande zu bringen. Aber sie wird die Macht nicht behalten, und auch er wird nicht bestehen, noch seine Macht; sondern sie wird dahingegeben werden, sie und die sie kommen ließen und der sie gezeugt hat, und der sie eine Zeit lang zur Frau genommen hatte.

    7 Es wird aber ein Schössling aus der gleichen Wurzel, der sie entstammte, an seine Stelle treten und wird gegen das Heer zu Feld ziehen, ja, er wird in die Festung des Königs des Nordens eindringen und sie siegreich überwältigen. 8 Auch ihre Götter samt ihren gegossenen Bildern und kostbaren goldenen und silbernen Geräten wird er in die Gefangenschaft nach Ägypten bringen; er wird auch einige Jahre vor dem König des Nordens standhalten. 9 Dieser wird zwar in das Reich des Königs des Südens eindringen, dann aber wieder in sein Land zurückkehren.

    10 Doch werden seine Söhne sich zum Krieg rüsten und eine gewaltige Menge von Streitkräften zusammenziehen. Und er wird kommen und überschwemmen und überfluten und zurückkehren, und sie werden bis zu seiner Festung Krieg führen.

    11 Und der König des Südens wird darüber erbittert sein und ausziehen und mit jenem, dem König des Nordens, kämpfen. Dieser wird zwar ein großes Heer aufstellen, aber die Menge wird in die Hand [des Königs des Südens] gegeben werden. 12 Und wenn die Menge weggenommen wird, wird sein Herz übermütig werden, sodass er Zehntausende niederwerfen, aber doch nicht mächtig bleiben wird; 13 sondern der König des Nordens wird wiederum ein Heer aufstellen, größer als das frühere war, und wird nach etlichen Jahren an der Spitze einer großen und wohlgerüsteten Streitkraft wiederkommen.

    14 Auch werden zu jener Zeit viele gegen den König des Südens aufstehen; auch gewalttätige Leute aus deinem Volk werden sich erheben, um die Weissagung zu erfüllen; aber sie werden fallen.

    15 Denn der König des Nordens wird kommen und einen Wall aufwerfen und eine befestigte Stadt einnehmen. Und die Streitkräfte des Südens werden nicht standhalten, auch nicht die beste Mannschaft seines Volkes; denn da wird keine Kraft zum Widerstand sein, 16 sondern der, welcher gegen ihn gekommen ist, wird tun, was ihm beliebt, und niemand kann vor ihm bestehen; und er wird Stellung nehmen in dem herrlichen Land , und Verheerung wird in seiner Hand sein.

    17 Er wird aber sein Augenmerk darauf richten, sein ganzes Königreich in die Gewalt zu bekommen, und sich [dazu] mit ihm zu vertragen, und wird es durchführen und wird ihm eine Tochter von [seinen] Frauen geben, um es zu verderben; aber sie wird nicht bestehen und wird für ihn nichts ausrichten. 18 Dann wird er sein Auge auf die Inseln richten und viele einnehmen; aber ein Feldherr wird seinem Hohnlachen ein Ende machen, er wird ihm genug geben, dass ihm das Höhnen vergeht. 19 Darauf wird er sich den Festungen seines Landes zuwenden, wird aber straucheln und fallen, dass man ihn nicht mehr finden wird.

    20 Und an seiner Stelle wird einer auftreten, der einen Steuereintreiber durch die Herrlichkeit des Reiches ziehen lässt. Aber nach einigen Tagen wird er zerschmettert werden, und zwar weder durch Zorn noch im Krieg.

    21 An seiner Stelle wird ein Verachteter aufkommen, dem die königliche Würde nicht zugedacht war; aber er wird unversehens kommen und sich durch Schmeicheleien des Königtums bemächtigen. 22 Und die Streitkräfte, die wie eine Flut daherfahren, werden vor ihm weggeschwemmt und zerbrochen werden, dazu auch ein Fürst des Bundes. 23 Denn nachdem er sich mit ihm verbündet hat, wird er Betrug verüben und hinaufziehen und mit nur wenig Volk Macht gewinnen.

    24 Mitten im Frieden wird er in die fruchtbarsten Gegenden eindringen und tun, was weder seine Väter noch seine Vorväter getan haben: Beute, Raub und Reichtum wird er unter sie verschleudern , und gegen die Festungen wird er Pläne schmieden ; und dies wird eine Zeit lang dauern.

    25 Dann wird er seine Kraft und seinen Mut gegen den König des Südens aufbieten mit großer Heeresmacht; der König des Südens aber wird sich gleichfalls mit großer und sehr starker Heeresmacht zum Krieg rüsten, aber doch nicht standhalten, denn man wird Anschläge gegen ihn planen: 26 die seine Tafelkost essen, werden seinen Untergang herbeiführen, und sein Heer wird sich zerstreuen , und viele Erschlagene werden fallen.

    27 Die beiden Könige aber haben Böses im Sinn; sie sitzen am gleichen Tisch und reden Lügen ; aber es wird nicht gelingen; denn das Ende kommt erst zur bestimmten Zeit.

    28 Und er wird mit großem Reichtum in sein Land zurückkehren; und er wird das, was er sich gegen den heiligen Bund vorgenommen hat, ausführen, und [wieder] in sein Land zurückkehren.

    29 Zur bestimmten Zeit wird er wieder gegen den Süden ziehen; aber es wird das zweite Mal nicht mehr gehen wie das vorherige Mal, 30 sondern es werden ihn Kittäerschiffe angreifen, sodass er entmutigt umkehrt, um seinen Zorn an dem heiligen Bund auszulassen. Das wird er auch tun und bei seiner Rückkehr sich diejenigen merken, welche den heiligen Bund verlassen .

    31 Es werden auch von seinen Truppen zurückbleiben und das Heiligtum , die Zuflucht , entweihen und das beständige [Opfer] abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen. 32 Und er wird die, welche gegen den Bund freveln, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten; die Leute aber, die ihren Gott kennen , werden fest bleiben und handeln.

    33 Und die Verständigen im Volk werden die Vielen unterweisen; sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert , dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen. 34 Und im Unterliegen werden sie ein wenig Hilfe erlangen; und es werden sich viele heuchlerisch an sie hängen.

    35 Auch von den Verständigen werden etliche unterliegen, damit unter ihnen eine Läuterung geschehe, eine Sichtung und Reinigung , bis zur Zeit des Endes ; denn es währt bis zur bestimmten Zeit.

    36 Und der König wird tun, was ihm beliebt, und wird sich erheben und großtun gegen jeglichen Gott, und er wird gegen den Gott der Götter unerhörte Worte ausstoßen, und es wird ihm gelingen, bis der Zorn vorüber ist; denn was beschlossen ist, wird ausgeführt werden.

    37 Er wird sich auch nicht um den Gott seiner Väter kümmern, noch um die Sehnsucht der Frauen, überhaupt um gar keinen Gott, sondern gegen alle wird er großtun. 38 Stattdessen wird er den Gott der Festungen verehren; diesen Gott, den seine Väter nicht kannten, wird er verehren mit Gold und Silber, mit Edelsteinen und Kleinodien. 39 Und er wird gegen die starken Festungen vorgehen mit einem fremden Gott. Wer diesen anerkennt, dem wird er große Ehre erweisen, und er wird ihnen Gewalt geben über viele und zur Belohnung Ländereien unter sie verteilen.

    40 Zur Zeit des Endes aber wird der König des Südens mit ihm zusammenstoßen. Da wird dann der König des Nordens mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen auf ihn losstürmen und in die Länder eindringen und sie überschwemmen und überfluten.

    41 Er wird auch in das herrliche Land kommen, und viele werden unterliegen. Diese aber werden seiner Hand entfliehen: Edom , Moab und die Vornehmsten der Ammoniter.

    42 Er wird auch seine Hand nach den Ländern ausstrecken, und das Land Ägypten wird nicht entfliehen; 43 sondern er wird sich der Gold- und Silberschätze und aller Kostbarkeiten Ägyptens bemächtigen; auch werden Lubier und Kuschiten zu seinem Gefolge gehören.

    44 Aber Gerüchte aus Osten und Norden werden ihn erschrecken; daher wird er in großer Wut aufbrechen, um viele zu verderben und zu vertilgen. 45 Und er wird sein Prachtzelt zwischen dem Meer und dem herrlichen Berg des Heiligtums aufschlagen; da wird er sein Ende finden, und niemand wird ihm helfen.

    Wieder einmal ein „politisches“ Kapitel. Wenn wir uns den ergänzenden Stoff dazu im Daniel-Buch und bei Kommentatoren wie Darby durchlesen, erfahren wir, wie sich das erfüllt hat und wer diese Könige sein könnten.

    Aber auch, wenn wir dieses Politische mal Außen vor lassen, können wir für uns etwas aus diesem Kapitel lernen. Mir ist beim Lesen besonders Vers 32 aufgefallen und das, was danach folgt. Hier der Vers nochmal zur Erinnerung:

    32 Und er wird die, welche gegen den Bund freveln, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten; die Leute aber, die ihren Gott kennen , werden fest bleiben und handeln.

    Wenn wir die Bibel bereits wenigstens einmal gelesen haben, dann wissen wir, dass in den Briefen viel von dem „kommenden Abfall“ die Rede ist. Die Apostel wußten von Jesus, dass der Widersacher Gottes keine Ruhe geben wird. Denn er hat von Anfang an versucht, die Menschen von Gott abzubringen. Wir haben dies bereits in den ersten 3 Kapiteln der Bibel gelesen. Satan neidet dem Schöpfer die Anbetung der Menschen, er selbst möchte – zumindestens ebenfalls – angebetet werden. Er hasst es, wenn die Menschen die Wahrheit über Gott erkennen und entsprechend leben. Daher versucht er auch heute noch, uns von unserem Gott anzuwenden (Hiob 1 und 2). Später lesen wir, dass Satan immer wieder „die Gestalt eines Engels des Lichts annimmt“ und dass er den Menschen das sagen lässt, was diese hören wollen (2. Korinther 11:14; 2. Timotheus 4:3-4).

    Hier in Daniel erfahren wir, wie wir uns davor schützen können, ebenfalls vom rechten Weg weggelockt zu werden: „diejenigen, die ihren Gott gut kennen“ – diese werden nicht darauf hereinfallen.

    Hier ist aber nicht wirklich jemand im Vorteil, weil er ganz schlau ist und viel weiss – sondern diejenigen, die mit dem rechten Herzen und Beweggrund an die Sache herangehen. Hier hat jeder eine Chance, auch diejenigen, die auf ihrem Weg mit Gott noch ganz am Anfang stehen :-).

    Seit einiger Zeit habe ich die große Freude, mit einer jungen Frau die Johannes-Studie zu machen. Sie selbst hat eigentlich keinen wirklichen religiösen Hintergrund. Sie ist zwar zur „heiligen Kommunion“ gegangen usw, aber hatte sich eigentlich nie wirklich mit all dem beschäftigt, weil in ihrem Elternhaus wohl viel von Religion und den ganzen Riten gesprochen wurde – aber nicht danach gelebt, sondern viel eher entgegengesetzt. Ihre Tochter hingegen saugt alles, was mit Gott, Jesus, Bibel und Glauben zu tun hat, wie ein trockener Schwamm auf, was sie auch seit Jahren unterstützt indem sie sie zum Kindergottesdienst schickt. Nun will sie durch das Angebot der Johannesstudie selbst sehen, was da so dran ist.

    Und auch wenn fast überhaupt kein Bibelwissen vorhanden ist, so denkt sie viel über alles nach und es geht ihr ganz offensichtlich darum, die Person Gottes kennenzulernen. Ich bin jedesmal aufs Neue über ihre Gedankengänge erstaunt. In meiner Zeit als aktive Zeugin Jehovas habe ich viele Bibelstudien durchgeführt und die meisten von denen wußten mehr, als sie. Aber dennoch kennt diese Person bereits nach dem 3. Treffen unseren Gott besser, als all jene und sogar mehr, als viele, die sich seit langer Zeit mit Zeugen Jehovas versammeln. Denn sie hinterfragt „diesen Gott“, will wissen, wer er ist, was er denkt und fühlt und wieso. Eine hervorragende Grundlage – denn es ist die beste Basis für eine Freundschaft mit Gott!

    Auch wenn sie vieles noch nicht kennt und versteht, so hat sie scheinbar wirklich von IHM den Geist erhalten, ihn wirklich zu kennen. So „wußte“ sie bereits bei dem zweiten Treffen – nachdem sie eine Woche lang den Text erst zum ersten und dann zum zweiten Wunder jeden Tag in der Bibel gelesen hatte – dass Ungerechtigkeiten nicht zu diesem Gott der Bibel passen!

    Nun bin ich bei dem Punkt, den sie heute angesprochen hatte: beim Lesen (sie wollte mit ihrer Tochter die Kapitel zu Noah und der Arche und Sintflut lesen) hatte sie sich irgendwie zum Anfang „verirrt“ und die ersten Kapitel der Bibel gelesen: die Schöpfung, die Erschaffung der Menschen, der Sündenfall und wie sie aus dem Paradies vertrieben wurden. Dies fand sie hoch interessant und war „etwas unglücklich“, dass sie nicht wirklich verstand, worum es dabei eigentlich wirklich geht. Für sie hörte sich dies alles ziemlich kompliziert an, sie schien traurig darüber, „so unwissend“ zu sein. Dabei war sie genau auf dem richtigen Weg.

    Beim zweiten Treffen kam auch von ihr die Frage, warum es eigentlich das Schlechte auf der Welt gibt. Wir hatten gerade aus dem Wunder, dass Jesus das Kind des Beamten geheilt hatte, herausgelesen, dass Jesus sich für uns und unsere Bedürfnisse interessiert und da Jesus Gott selbst widerspiegelt, dass auch Gott selbst sehr an uns interessiert ist. Da paßte es nicht, dass so viele schlimmen Dinge passieren. Als Antwort hatten wir ihr vorgeschlagen, sich die ersten beiden Kapitel von Hiob durchzulesen.

    Damit hat sie eigentlich schon eine hervorragende Grundlage: der Widersacher hat die Menschen dazu verführt, weil er angebetet werden wollte (1. Mose 1-3; Hiob 1-2). Dadurch verloren die Menschen das, was Jehova eigentlich für uns vorgesehen hatte. Gleich erklärt Jehova ihnen seinen Plan, ihnen doch noch das zu geben, was er ursprünglich vorhatte (die Sache mit dem Samen) und der Messias war nötig, um das umzusetzen. Und genau an dem Punkt sind wir mit der Johannesstudie: wir betrachten 7 seiner Wunder, die belegen, dass er dieser Messias war. Vor dem Hintergrund macht sein Tod und seine Auferstehung dann Sinn. Das Grundthema der Bibel.

    Ups, nun bin ich doch ziemlich abgeschweift. Aber es geht ja darum, dass wir unseren Gott gut kennen. Aber genau dabei ist sie gerade: IHN gut kennenzulernen. Nicht nur irgendwelche äußeren Dinge, sondern die Person Gottes!

    Wenn wir nicht nur mit den Fakten, sondern mit dem Herzen, dem Charakter Gottes, gut vertraut sind, dann lassen wir uns nicht vom Widersacher einlullen.

    Dieser Text hier in Daniel 11 erscheint auf dem ersten Blick recht verwirrend, besonders wenn wir die politischen und geschichtlichen Zusammenhänge nicht kennen. Dennoch kann jeder von uns Nutzen daraus ziehen. Denn hier ist die Antwort auf die 3. Frage bei der Studie interessant: was lernen wir über oder für uns daraus?

    Dass wir die richtige Motivation haben müssen: für das Lesen in der Bibel, den Besuch von Zusammenkunft oder Gottesdienst, das Reden mit anderen darüber und der Anbetung Gottes. Es muss uns um IHN als Person gehen!

    Und hier ist niemand wirklich im Vorteil, weil er länger dabei ist.

    Dies hat mir gerade heute die Besprechung mit ihr gezeigt: hier ist jemand mit ganz wenig Wissen (noch), der aber viele intensive Gedanken dazu hat und sichtbar mit jeder Woche wächst.

    Ich persönlich fühle mich sehr gesegnet, dass Jehova mir dies ganz hautnah zeigt und ich das alles live erleben darf 🙂

    weitere Gedanken zu Daniel 11 finden wir hier

  98. Juleam 9. November 2013 um 13:05 Link zum Kommentar

    Daniel 12 – wo werden wir sein, wenn Daniel aufersteht?

    1 Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet. 2 Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen ; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.

    3 Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen , wie die Sterne immer und ewiglich.

    4 Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes ! Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.

    5 Und ich, Daniel, schaute, und siehe, da standen zwei andere da, der eine an diesem Ufer des Flusses , der andere am jenseitigen Ufer des Flusses. 6 Und einer sprach zu dem in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses stand:

    Wie lange wird es dauern, bis diese unerhörten Zustände zu Ende sind?

    7 Da hörte ich den in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses war, wie er seine Rechte und seine Linke zum Himmel erhob und bei dem schwor , der ewig lebt:

    Eine Zeit , zwei Zeiten und eine halbe Zeit; und wenn die Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes vollendet ist, so wird das alles zu Ende gehen!

    8 Das hörte ich, verstand es aber nicht. Darum fragte ich: Mein Herr, was wird das Ende von diesen Dingen sein? 9 Er sprach: Geh hin, Daniel! Denn diese Worte sollen verschlossen und versiegelt bleiben bis zur Zeit des Endes. 10 Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden; und die Gottlosen werden gottlos bleiben, und kein Gottloser wird es verstehen; aber die Verständigen werden es verstehen.

    11 Und von der Zeit an, da das beständige [Opfer] beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1 290 Tage. 12 Wohl dem, der ausharrt und 1 335 Tage erreicht!

    13 Du aber geh hin , bis das Ende kommt! Du darfst nun ruhen und wirst einst auferstehen zu deinem Erbteil am Ende der Tage!

    Dann möchte ich gerne dabei sein und mich mit ihm unterhalten. Ich habe da soooo viele Fragen…

    hier findet ihr einige Gedanken zu Daniel 12

    weiter geht es mit Esther

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