Johannes

Die gute Botschaft nach Johannes
Johannes

hier als mp3 und hier die Gedanken, Kommentare und den ergänzenden Stoff sortiert nach Kapiteln

sowie weiteren ergänzenden Stoff

Thomas 4. November 2009 148 Kommentare Trackback URI Comments RSS

148 Kommentare zu “Johannes”

  1. Juleam 4. November 2009 um 11:33 Link zum Kommentar

    Johannes 1 – 3

    Johannes 1:40-42

    Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die gehört hatten, was Johannes gesagt hatte, und [Jesus] folgten. 41 Dieser fand zuerst seinen eigenen Bruder, Simon, und sagte zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden“ (was übersetzt Christus bedeutet). 42 Er führte ihn zu Jesus. Jesus schaute ihn an und sprach: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du wirst Kephas genannt werden“ (was übersetzt Petrus ist).

    obwohl Petrus einer der ersten Jünger Jesu war, war es später ausgerechnet Paulus – der erst sehr viel später dazu kam und Jesus garnicht persönlich kannte oder erlebt hatte – derjenige, der die meisten inspirierten Bücher geschrieben hat.

  2. Juleam 4. November 2009 um 11:35 Link zum Kommentar

    Johannes 2:13-17

    Nun war das Passah der Juden nahe, und Jesus ging nach Jerusalem hinauf. 14 Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Geldmakler auf ihren Sitzen. 15 Nachdem er nun aus Stricken eine Peitsche gemacht hatte, trieb er sie alle samt den Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, und er schüttete die Münzen der Geldwechsler aus und stieß ihre Tische um. 16 Und er sprach zu den Taubenverkäufern: „Schafft diese Dinge von hier weg! Hört auf, das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus zu machen!“ 17 Seine Jünger erinnerten sich daran, daß geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren.“

    hatte Jesus etwa ein aufbrausendes Wesen?

    War es verkehrt, dass er grob wurde?

  3. Juleam 4. November 2009 um 11:36 Link zum Kommentar

    Johannes 3:19-21

    Dies nun ist die Grundlage für das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, aber die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. 20 Denn wer schlechte Dinge treibt, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht gerügt werden. 21 Wer aber das tut, was wahr ist, kommt zum Licht, damit seine Werke als solche offenbar gemacht werden, die in Harmonie mit Gott gewirkt worden sind.“

    lieben wir das Licht – oder scheuen wir es?

    Wie empfinden wir, wenn uns jemand anhand der Bibel zeigt, was Jehova hasst?

  4. Juleam 5. November 2009 um 11:46 Link zum Kommentar

    Johannes 4 – 6

    Johannes 4:5-26

    Somit kam er zu einer Stadt Samarias, Sychar genannt, die nahe bei dem Feld lag, das Jakob seinem Sohn Joseph gegeben hatte. 6 Dort befand sich tatsächlich Jakobs Quelle. Von der Wanderung ermüdet, saß Jesus nun so, wie er war, an der Quelle. Es war um die sechste Stunde.

    7 Da kam eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus sprach zu ihr: „Gib mir zu trinken.“ 8 (Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Lebensmittel zu kaufen.) 9 Darum sagte die samaritische Frau zu ihm: „Wie kommt es, daß du, obwohl du ein Jude bist, mich um einen Trunk bittest, da ich [doch] eine samaritische Frau bin?“ (Die Juden verkehren nämlich nicht mit Samaritern.) 10 Jesus gab ihr zur Antwort: „Wenn du die freie Gabe Gottes gekannt hättest und [wüßtest,] wer es ist, der zu dir sagt: ‚Gib mir zu trinken‘, so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.“ 11 Sie sagte zu ihm: „Herr, du hast nicht einmal einen Eimer, um Wasser zu schöpfen, und der Brunnen ist tief. Woher also hast du dieses lebendige Wasser? 12 Du bist doch nicht etwa größer als unser Vorvater Jakob, der uns den Brunnen gab und der selbst samt seinen Söhnen und seinem Vieh daraus trank?“ 13 Als Antwort sagte Jesus zu ihr: „Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder durstig werden. 14 Wer auch immer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben will, der wird überhaupt nie durstig werden, sondern das Wasser, das ich ihm geben will, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die hervorsprudelt, um ewiges Leben zu vermitteln.“ 15 Die Frau sagte zu ihm: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich weder durstig werde noch immer wieder an diesen Ort herüberkommen muß, um Wasser zu schöpfen.“

    16 Er sprach zu ihr: „Geh, ruf deinen Mann, und komm hierher.“ 17 Als Antwort sagte die Frau: „Ich habe keinen Mann.“ Jesus sprach zu ihr: „Du hast recht gesagt: ‚Einen Mann habe ich nicht.‘ 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt.“ 19 Die Frau sagte zu ihm: „Herr, ich merke, daß du ein Prophet bist. 20 Unsere Vorväter haben auf diesem Berg angebetet; ihr aber sagt, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.“ 21 Jesus sprach zu ihr: „Glaube mir, Frau: Die Stunde kommt, in der ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn die Rettung ist aus den Juden. 23 Dennoch kommt die Stunde, und sie ist jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten werden; denn in der Tat, der Vater sucht solche als seine Anbeter. 24 Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen [ihn] mit Geist und Wahrheit anbeten.“ 25 Die Frau sagte zu ihm: „Ich weiß, daß der Messias kommt, der Christus genannt wird. Wenn dieser gekommen ist, wird er uns alle Dinge offen verkünden.“ 26 Jesus sprach zu ihr: „Ich bin es, der mit dir redet.“

    nutzen auch wir jede Gelegenheit zum Zeugnisgeben?

    Lassen wir uns davon abhalten, weil wir müde und hungrig sind?

    Lassen wr günstige Gelegenheiten ungenutzt verstreichen, weil wir grad nicht fùr den Predigtdienst gekleidet sind?

    Kleiden wir uns in der Schule, im Beruf oder in der Freizeit wirklich so, dass wir kein informelles Zeugnis geben könnten? Müssten wir dann nicht vielleicht eher ernsthaft über unsere Art uns zu kleiden nachdenken?

  5. Juleam 5. November 2009 um 11:49 Link zum Kommentar

    Johannes 4:28-30

    Die Frau nun ließ ihren Wasserkrug stehen und ging weg in die Stadt und sagte zu den Leuten: 29 „Kommt her, seht einen Menschen, der mir alle Dinge gesagt hat, die ich getan habe. Dies ist doch nicht etwa der Christus?“ 30 Sie gingen aus der Stadt hinaus und begaben sich zu ihm.

    was für eine Reaktion auf ein informelles Zeugnis!

    Motiviert uns diese Erfahrung nicht, die nötigen Änderungen in unserem Kleidungsstil zu unternehmen, damit auch wir künftig keine sich bietende Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen müssten?

  6. Juleam 5. November 2009 um 11:50 Link zum Kommentar

    Johannes 4:34

    Jesus sagte zu ihnen: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.

    ist es auch für uns so wichtig, den Willlen unseres himmlischen Vaters zu tun?

  7. Juleam 5. November 2009 um 11:52 Link zum Kommentar

    Johannes 4:39-42

    Viele der Samariter aus jener Stadt glaubten nun an ihn wegen des Wortes der Frau, die zum Zeugnis sagte: „Er hat mir alle Dinge gesagt, die ich getan habe.“ 40 Als daher die Samariter zu ihm kamen, begannen sie ihn zu bitten, sich bei ihnen aufzuhalten; und er hielt sich zwei Tage dort auf. 41 Demzufolge glaubten viele weitere aufgrund dessen, was er sagte, 42 und sie begannen zu der Frau zu sagen: „Wir glauben nicht mehr deiner Rede wegen; denn wir haben selbst gehört und wir wissen, daß dieser bestimmt der Retter der Welt ist.“

    sollte dies nicht unser Ziel sein, wenn wir Heimbibelstudien durchführen?

    Die Interessierten soliten nicht mehr alllein auf unser Wort hin glauben – sondern sich beim Bibelstudium selbt ein Bild machen und selbst Jesus und Jehova erkennen!

    Wenn wir dies erreichen, nachdem wir ganz am Anfang durch unsere Worte Interesse bei den Menschen geweckt haben – dann haben wir mit Jehovas Hilfe sehr viel erreicht.

  8. Juleam 5. November 2009 um 11:55 Link zum Kommentar

    Johannes 4:46-54

    So kam er dann wieder nach Kana in Galilaa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Und da war ein gewisser Diener des Königs, dessen Sohn in Kapernaum krank war. 47 Als dieser hörte, daß Jesus von Judaa nach Galilaa gekommen sei, ging er zu ihm hin und begann ihn zu bitten, doch herabzukommen und seinen Sohn gesund zu machen, denn er lag im Sterben. 48 Doch Jesus sprach zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, werdet ihr keinesfalls glauben.“ 49 Der Diener des Königs sagte zu ihm: „Herr, komm herab, ehe mein kleines Kind stirbt.“ 50 Jesus sprach zu ihm: „Geh hin; dein Sohn lebt.“ Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm redete, und ging hin. 51 Doch schon als er hinabging, kamen ihm seine Sklaven entgegen, um zu sagen, daß sein Knabe lebe. 52 Daher erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in der sich sein Befinden gebessert hatte. Demnach sagten sie zu ihm: „Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber.“ 53 Daher erkannte der Vater, daß es in derselben Stunde gewesen war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“ Und er wurde mit seinem ganzen Hause gläubig. 54 Dieses wiederum war das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judaa nach Galilaa gekommen war.

    was könnten wir selbst von unseren Erfahrungen mit Jehova erzählen?

    Merken wir es eigentlich, wenn Jehova für uns eintritt und handelt?

    Könnten wir von Erlebnissen und Begebenheiten erzählen, wo Jehova ganz eindeutig und offensichtlich für uns gehandelt hat?

    Ich und meine Hausgemeinschaft – wir könnten stundenlang von solchen und ähnlichen Dingen berichten!

  9. Juleam 5. November 2009 um 11:57 Link zum Kommentar

    Johannes 5:1-9

    Nach diesen Dingen fand ein Fest der Juden statt, und Jesus ging nach Jerusalem hinauf. 2 Nun gibt es in Jerusalem am Schaftor einen Teich, der auf hebräisch Bethzatha heißt, mit fünf Säulenhallen. 3 In diesen lag eine Menge Kranker, Blinder, Lahmer und solcher mit verdorrten Gliedern. 4 —— 5 Ein gewisser Mensch aber war dort, der seit achtunddreißig Jahren mit seiner Krankheit behaftet war. 6 Als Jesus diesen daliegen sah und gewahr wurde, daß er schon lange Zeit [krank] gewesen war, sagte er zu ihm: „Willst du gesund werden?“ 7 Der Kranke antwortete ihm: „Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser in Wallung ist, sondern bis ich komme, steigt ein anderer vor mir hinab.“ 8 Jesus sprach zu ihm: „Steh auf, heb dein Tragbett auf, und geh umher.“ 9 Darauf wurde der Mensch sogleich gesund, und er hob sein Tragbett auf und begann umherzugehen.

    An jenem Tag nun war es Sabbat. 10 Daher begannen die Juden zu dem Geheilten

    Ist uns eigentlich klar, dass dieser Mensch einen grossen Glauben gehabt haben mus?

    Oder könnten wir uns vorstellen, dass wir gelähmt sind und ein Arzt sagt zu uns „steh auf und geh umher“ – würden dann wir aufstehen? Oder denken wir nicht eher „was will der denn? Ich weiss doch. dass ich nicht laufen kann, wozu dann aufstehen?“? Dieser Mann hatte ja nicht mal Jesus erkannt, denn als er gefragt wurde, wusste er es nicht, wer ihn da geheilt hatte.

    Ist diese Geschichte vielleicht ein Beispiel für psychosomatische Krankheiten?

  10. Juleam 5. November 2009 um 12:00 Link zum Kommentar

    Johannes 5:15-18

    Der Mensch ging weg und sagte den Juden, daß es Jesus sei, der ihn gesund gemacht habe. 16 Und deswegen gingen die Juden daran, Jesus zu verfolgen, weil er diese Dinge am Sabbat tat. 17 Er aber antwortete ihnen: „Mein Vater hat bis jetzt fortwährend gewirkt, und ich wirke fortwährend.“ 18 Deswegen suchten die Juden tatsächlich um so mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern Gott auch seinen eigenen Vater nannte, wodurch er sich Gott gleichmachte.

    ist das hier jetzt wirklich eine logische Schlussfolgerung?

    Wenn ich sage, „ich handel ebenso wie Jesus und Jehova“ – weil ich mich bemühe, die Maßstäbe in jedem Bereich meine Lebens anzuwenden – mache ich mich dann ihnen gleich und stellle mich dann mit ihnen auf die gleiche göttliche Stufe?

    Denken wir dann, wir würden zu Göttern, wenn wir im neuen Jahr das Buch „Komm, folge mir nach“ studieren und uns bemühen, das Gelernte anzuwenden?

    Sehen wir, wie idiotisch die Argumente der Pharisäer sind?

    Johannes 5:19

    Daher fuhr Jesus fort, ihnen zu antworten und zu sagen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise.

  11. Juleam 5. November 2009 um 12:03 Link zum Kommentar

    Johannes 5:39-47

    Ihr erforscht die Schriften, weil ihr denkt, daß ihr durch sie ewiges Leben haben werdet; und gerade diese sind es, die über mich Zeugnis ablegen. 40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt. 41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen an, 42 aber ich weiß wohl, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, doch ihr nehmt mich nicht auf; wenn jemand anders in seinem eigenen Namen käme, so würdet ihr diesen aufnehmen. 44 Wie könnt ihr glauben, wenn ihr voneinander Ehre annehmt und nicht die Ehre sucht, die vom alleinigen Gott kommt? 45 Denkt nicht, daß ich euch beim Vater anklagen werde; da ist einer, der euch anklagt, Moses, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. 46 In der Tat, wenn ihr Moses glaubtet, würdet ihr mir glauben, denn jener schrieb über mich. 47 Doch wenn ihr dessen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“

    denken vielleicht auch wir, wir würden ewiges Leben erhalten, weil wir uns mit der Bibel beschäftigen – weil sie so eine Art Talisman ist?

    Sind wir uns darüber im Klaren, was Jehova wirklich erwartet?

    Dass es ihm nicht um irgendwelche Riten oder mechanische Handlungen geht – sondern dass unser Herz und unsere Motivation für ihn sehr wichtig sind?

  12. Juleam 5. November 2009 um 12:05 Link zum Kommentar

    Johannes 6:16-21

    Als der Abend anbrach, gingen seine Jünger ans Meer hinab, 17 und [nachdem sie] in ein Boot gestiegen [waren], fuhren sie über das Meer nach Kapernaum. Es war nun schon dunkel geworden, und noch war Jesus nicht zu ihnen gekommen. 18 Auch begann das Meer aufgewühlt zu werden, weil ein starker Wind wehte. 19 Als sie aber etwa fünf oder sechs Kilometer gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem Meer schreiten und nahe an das Boot herankommen; und Furcht ergriff sie. 20 Er aber sprach zu ihnen: „Ich bin’s; fürchtet euch nicht!“ 21 Daher waren sie willens, ihn ins Boot zu nehmen, und sogleich war das Boot an dem Land, dem sie zusteuerten.

    hier besonders interessant der Vers 17

    waren sie wirklich ohne ihn mit dem Boot losgefahren, schon einige Kilometer gerudert – und wunderten sich, dass er immer noch nicht zu ihnen gestossen war?

    Was dachten sie, wie er das tun sollte, wenn doch sie, seine Jünger, alle in diesem Boot waren? Wer sollte ihn bringen?

    Wenn sie ihn mitten auf dem See/Meer erwartet hatten, kilometerweit vom Ufer entfernt und er sollte sie einholen – warum ergriff sie dann Furcht, als sie sahen, dass er auf dem Wasser auf sie zulief?

  13. Juleam 5. November 2009 um 12:08 Link zum Kommentar

    Johannes 6:28-71

    Daher sagten sie zu ihm: „Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken?“ 29 Als Antwort sprach Jesus zu ihnen: „Dies ist das Werk Gottes, daß ihr Glauben an den ausübt, den jener ausgesandt hat.“ 30 Daher sagten sie zu ihm: „Was für ein Zeichen tust du denn, damit wir [es] sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? 31 Unsere Vorväter aßen das Manna in der Wildnis, so wie geschrieben steht: ‚Er gab ihnen Brot aus dem Himmel zu essen.‘ “ 32 Demzufolge sagte Jesus zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Moses gab euch das Brot vom Himmel, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33 Denn das Brot Gottes ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.“ 34 Deshalb sagten sie zu ihm: „Herr, gib uns dieses Brot allezeit.“

    35 Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden, und wer Glauben an mich ausübt, wird überhaupt nie durstig werden. 36 Ich habe euch aber gesagt: Ihr habt mich sogar gesehen, und dennoch glaubt ihr nicht. 37 Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und den, der zu mir kommt, will ich keinesfalls wegtreiben; 38 denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Dies ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern daß ich es am letzten Tag zur Auferstehung bringe. 40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe, und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen.“

    41 Daher begannen die Juden über ihn zu murren, weil er sagte: „Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“; 42 und sie begannen zu sagen: „Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kommt es, daß er nun sagt: ‚Ich bin vom Himmel herabgekommen.‘?“ 43 Jesus gab ihnen zur Antwort: „Hört auf, untereinander zu murren. 44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn; und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen. 45 Es steht in den PROPHETEN geschrieben: ‚Und sie werden alle von Jehova belehrt sein.‘ Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. 46 Nicht, daß jemand den Vater gesehen hat, ausgenommen der, der von Gott her ist; dieser hat den Vater gesehen. 47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, hat ewiges Leben.

    48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Vorväter aßen das Manna in der Wildnis und starben trotzdem. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit irgend jemand davon esse und nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot ißt, wird er immerdar leben; und in der Tat, das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch zugunsten des Lebens der Welt.“

    52 Daher begannen die Juden miteinander zu streiten und sprachen: „Wie kann uns dieser sein Fleisch zu essen geben?“ 53 Deshalb sagte Jesus zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst. 54 Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen; 55 denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank. 56 Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, bleibt in Gemeinschaft mit mir und ich in Gemeinschaft mit ihm. 57 So, wie der lebendige Vater mich ausgesandt hat und ich des Vaters wegen lebe, so wird auch der, der sich von mir nährt, meinetwegen leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie [damals], als eure Vorväter aßen und dennoch starben. Wer sich von diesem Brot nährt, wird immerdar leben.“ 59 Diese Dinge sagte er, als er in der öffentlichen Versammlung in Kapernaum lehrte.

    60 Daher sagten viele von seinen Jüngern, als sie dies hörten: „Diese Rede ist anstößig; wer kann sie anhören?“ 61 Jesus aber, der bei sich wußte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach zu ihnen: „Veranlaßt euch dies zum Straucheln? 62 Was nun, wenn ihr den Menschensohn dahin auffahren seht, wo er zuvor war? 63 Der Geist ist es, der Leben gibt; das Fleisch ist von gar keinem Nutzen. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben. 64 Aber es gibt einige unter euch, die nicht glauben.“ Jesus wußte nämlich von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer der war, der ihn verraten würde. 65 So sagte er weiter: „Darum habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, es werde ihm vom Vater gewährt.“

    66 Deswegen wandten sich viele seiner Jünger ab, den hinter ihnen [liegenden] Dingen zu, und gingen nicht mehr mit ihm. 67 Daher sagte Jesus zu den Zwölfen: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“ 68 Simon Petrus antwortete ihm: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; 69 und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Heilige Gottes bist.“ 70 Jesus antwortete ihnen: „Habe ich nicht euch Zwölf auserwählt? Einer von euch jedoch ist ein Verleumder.“ 71 Er redete aber von Judas, [dem Sohn] des Simon Iskariot; denn dieser stand im Begriff, ihn zu verraten, obwohl er einer von den Zwölfen war.

    we hätten wir gefühlt? Wie hätten wir reagiert?

    Hätten wir Jesu Worte verstanden?

    Können wir diejenigen verstehen, die sich deshalb von Jesus abgewandt hatten?

    Wie hören wir zu, wie lesen wir in der Bibel? Sind das alles nur Worte oder bemühen wir uns, den Sinn zu erfassen?

  14. Juleam 6. November 2009 um 12:33 Link zum Kommentar

    Johannes 7 – 10

    Johannes 7:7

    Die Welt hat keinen Grund, euch zu hassen, mich aber haßt sie, weil ich über sie Zeugnis ablege, daß ihre Werke böse sind.

    geben wir der Welt Grund, uns zu hassen?

    Könnte es sein, dass wir aus eben diesem Grund einigen „unserer Brüder“ Grund geben, uns zu hassen?

    Liegt das dann daran, dass wir böse sind?

    Was hatte Jesus gesagt, warum ihn die Wellt hassen wùrde?

  15. Juleam 6. November 2009 um 12:35 Link zum Kommentar

    Johannes 7:17-18

    Wenn jemand SEINEN Willen zu tun begehrt, wird er erkennen, ob die Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede. 18 Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.

    was kann man aus dem ableiten, was ich hier zu dem sage, was ich in der Bibel lese?

    Sind das ganz allein meine Gedanken – oder sage ich nur, was Jehova denkt?

  16. Juleam 6. November 2009 um 12:37 Link zum Kommentar

    Johannes 8:33

    Sie entgegneten ihm: „Wir sind Nachkommen Abrahams und sind niemals jemandes Sklaven gewesen. Wieso sagst du: ‚Ihr werdet frei werden.‘?“

    nicht?

    Und was war in Ägypten und zu der Zeit, als sie in Babyon im Exil waren?

    Schon vergessen?

  17. Juleam 6. November 2009 um 12:41 Link zum Kommentar

    Johannes 8:37- 47

    Ich weiß, daß ihr Nachkommen Abrahams seid; ihr aber sucht mich zu töten, weil mein Wort keine Fortschritte unter euch macht. 38 Was ich bei meinem Vater gesehen habe, das rede ich; und daher tut ihr die Dinge, die ihr von [eurem] Vater gehört habt.“ 39 Als Antwort sagten sie zu ihm: „Unser Vater ist Abraham.“ Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr Abrahams Kinder seid, so tut die Werke Abrahams. 40 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut die Werke eures Vaters.“ Sie sagten zu ihm: „Wir sind nicht durch Hurerei geboren worden; wir haben e i n e n Vater, Gott.“

    42 Jesus sprach zu ihnen: „Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und bin hier. Auch bin ich ja nicht aus eigenem Antrieb gekommen, sondern jener hat mich ausgesandt. 43 Wie kommt es, daß ihr nicht versteht, was ich rede? Weil ihr nicht auf mein Wort hören könnt. 44 Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der [Lüge]. 45 Weil ich dagegen die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wie kommt es, daß ihr mir nicht glaubt, wenn ich die Wahrheit rede? 47 Wer aus Gott ist, hört auf die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht zu, weil ihr nicht aus Gott seid.“

    Wir verfolgen jemand, der uns sagt, wie Jehova über uns denkt – wessen Geistes Kind sind wir dann?

    Was sagte Jesus hier über solche Personen?

  18. Juleam 6. November 2009 um 12:43 Link zum Kommentar

    Johannes 8:54-55

    Jesus antwortete: „Wenn ich mich selbst verherrliche, ist meine Herrlichkeit nichts. Mein Vater ist es, der mich verherrlicht, er, von dem ihr sagt, er sei euer Gott; 55 und doch habt ihr ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagte: Ich kenne ihn nicht, wäre ich wie ihr ein Lügner. Ich kenne ihn aber und halte sein Wort.

    sagen auch wir nur, wir wären Anbeter Jehovas – kennen IHN aber nicht wirklich?

  19. Juleam 6. November 2009 um 12:44 Link zum Kommentar

    Johannes 9:16

    Daher begannen einige von den Pharisäern zu sagen: „Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht.“ Andere begannen zu sagen: „Wie kann ein Mensch, der ein Sünder ist, derartige Zeichen tun?“ Da gab es eine Spaltung unter ihnen.

    haben wir wahres Unterscheidungvermögen?

    Hätten wir gedacht und empfunden wie die Pharisäer?

  20. Juleam 7. November 2009 um 13:45 Link zum Kommentar

    Johannes 11 – 13

    Johannes 11:1-2

    Nun war ein gewisser Mann krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. 2 Es war nämlich die Maria, die den Herrn mit wohlriechendem Öl eingerieben und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank war.

    ist mir nie aufgefallen, dass die Schwester von Lazarus und diese Maria ein und dieselbe Person ist.

  21. Juleam 7. November 2009 um 13:48 Link zum Kommentar

    Johannes 11:1-44

    Nun war ein gewisser Mann krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. 2 Es war nämlich die Maria, die den Herrn mit wohlriechendem Öl eingerieben und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank war. 3 Daher sandten seine Schwestern zu ihm, um ihm zu sagen: „Herr, siehe, der, zu dem du Zuneigung hast, ist krank.“ 4 Als aber Jesus es hörte, sagte er: „Der Zweck dieser Krankheit ist nicht der Tod, sondern die Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde.“

    5 Jesus nun liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus. 6 Als er aber hörte, daß er krank sei, blieb er allerdings zwei Tage an dem Ort, wo er war. 7 Dann sprach er nach diesem zu den Jüngern: „Laßt uns wieder nach Judaa gehen.“ 8 Die Jünger sagten zu ihm: „Rabbi, erst kürzlich suchten dich die Judaer zu steinigen, und du gehst wieder dorthin?“ 9 Jesus antwortete: „Gibt es nicht zwölf Stunden Tageslicht? Wenn jemand im Tageslicht wandert, stößt er nirgends an, weil er das Licht dieser Welt sieht. 10 Wenn aber jemand in der Nacht wandert, stößt er irgendwo an, weil das Licht nicht in ihm ist.“

    11 Diese Dinge sprach er, und danach sagte er zu ihnen: „Lazarus, unser Freund, ist zur Ruhe gegangen, doch begebe ich mich dorthin, um ihn aus dem Schlaf zu wecken.“ 12 Deswegen sagten die Jünger zu ihm: „Herr, wenn er zur Ruhe gegangen ist, wird er gesund werden.“ 13 Jesus hatte jedoch von seinem Tod gesprochen. Sie aber meinten, er rede von der Ruhe des Schlafes. 14 Nun sagte Jesus daher freiheraus zu ihnen: „Lazarus ist gestorben, 15 und ich freue mich euretwegen, daß ich nicht dort war, damit ihr glaubt. Doch laßt uns zu ihm gehen.“ 16 Deshalb sagte Thomas, der „Der Zwilling“ genannt wurde, zu seinen Mitjüngern: „Laßt auch uns gehen, um mit ihm zu sterben.“

    17 Darauffolgend fand Jesus bei seiner Ankunft, daß er schon vier Tage in der Gedächtnisgruft war. 18 Bethanien nun lag nahe bei Jerusalem, in einer Entfernung von ungefähr drei Kilometern. 19 So waren denn viele von den Juden zu Martha und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. 20 Daher ging Martha, als sie hörte, daß Jesus komme, ihm entgegen; Maria blieb jedoch im Haus sitzen. 21 Deshalb sagte Martha zu Jesus: „Herr, wenn du hiergewesen wärst, so wäre mein Bruder nicht gestorben. 22 Und doch weiß ich jetzt, daß, so vieles du von Gott erbittest, Gott dir geben wird.“ 23 Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ 24 Martha sagte zu ihm: „Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.“ 25 Jesus sprach zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt; 26 und jeder, der lebt und Glauben an mich ausübt, wird überhaupt nie sterben. Glaubst du das?“ 27 Sie sagte zu ihm: „Ja, Herr; ich habe geglaubt, daß du der Christus, der Sohn Gottes, bist, der in die Welt kommt.“ 28 Und als sie dies gesagt hatte, ging sie weg und rief ihre Schwester Maria und sagte heimlich: „Der Lehrer ist da und ruft dich.“ 29 Als diese es hörte, stand sie schnell auf und begab sich auf den Weg zu ihm.

    30 Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern befand sich noch an dem Ort, wo Martha ihn getroffen hatte. 31 Als nun die Juden, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, sahen, daß Maria schnell aufstand und hinausging, folgten sie ihr, da sie annahmen, daß sie zur Gedächtnisgruft gehe, um dort zu weinen. 32 Und als dann Maria dort ankam, wo Jesus war, und ihn erblickte, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: „Herr, wenn du hiergewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ 33 Als Jesus daher sah, wie sie weinte und wie die Juden, die mit ihr kamen, weinten, seufzte er im Geist und wurde beunruhigt; 34 und er sprach: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Sie sagten zu ihm: „Herr, komm und sieh.“ 35 Jesus brach in Tränen aus. 36 Deshalb begannen die Juden zu sagen: „Seht, welche Zuneigung er zu ihm gehabt hat!“ 37 Einige von ihnen aber sagten: „War nicht dieser, der dem Blinden die Augen öffnete, imstande, diesen vor dem Sterben zu bewahren?“

    38 So kam Jesus, nachdem er bei sich selbst wieder geseufzt hatte, zur Gedächtnisgruft. Es war eigentlich eine Höhle, und ein Stein lag davor. 39 Jesus sprach: „Nehmt den Stein weg.“ Martha, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: „Herr, er wird nun riechen, denn es ist [schon] vier Tage her.“ 40 Jesus sprach zu ihr: „Habe ich dir nicht gesagt, daß du, wenn du glaubtest, die Herrlichkeit Gottes sehen würdest?“ 41 Daher nahmen sie den Stein weg. Nun hob Jesus seine Augen zum Himmel empor und sprach: „Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. 42 Zwar wußte ich, daß du mich immer erhörst; aber wegen der Volksmenge, die ringsum steht, habe ich geredet, damit sie glauben könnten, daß du mich ausgesandt hast.“ 43 Und als er diese Dinge gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ 44 Der [Mann], der tot gewesen war, kam heraus, seine Füße und Hände mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Tuch umbunden. Jesus sprach zu ihnen: „Bindet ihn los, und laßt ihn gehen.“

    ein wunderschönes Beispiel für die Auferstehungshoffnung!

  22. Juleam 7. November 2009 um 13:50 Link zum Kommentar

    Johannes 11:47-48

    47 Infolgedessen versammelten die Oberpriester und die Pharisäer den Sanhedrin und begannen zu sagen: „Was sollen wir tun, denn dieser Mensch tut viele Zeichen? 48 Wenn wir ihn so gewähren lassen, werden sie alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und sowohl unsere Stätte als auch unsere Nation wegnehmen.“

    darum ging es ihnen?

    Aber nach Außen hin taten sie so, als ginge es ihnen darum, dass er Gott lästern würde und das Volk von der wahren Anbetung abziehen

  23. Juleam 7. November 2009 um 13:52 Link zum Kommentar

    Johannes 12:42-43

    Dennoch glaubten tatsächlich sogar viele von den Vorstehern an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie [ihn] nicht, um nicht aus der Synagoge ausgeschlossen zu werden; 43 denn sie liebten die Ehre von Menschen mehr als selbst die Ehre von Gott.

    haben auch wir manchmal Angst, das Richtige zu tun – aus Angst vor den Konsequenzen, die dies für uns haben könnte?

  24. Juleam 8. November 2009 um 13:54 Link zum Kommentar

    Johannes 14 – 17

    Johannes 14:12

    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Glauben an mich ausübt, der wird auch die Werke tun, die ich tue; und er wird größere Werke als diese tun, denn ich gehe zum Vater hin.

    was sagen meine Werke über meinen Glauben aus?

    Bin ich in Gemeinschaft mit Jesus Christus?

  25. Juleam 8. November 2009 um 13:57 Link zum Kommentar

    Johannes 14:15

    Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten;

    die Grundlage für Gottesfurcht!

    Johannes 14:21

    21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und ich will ihn lieben und mich ihm deutlich zeigen.“

    Johannes 14:23-24

    Als Antwort sprach Jesus zu ihm: „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern gehört dem Vater, der mich gesandt hat.

    Wo stehen wir im Kontext zu diesen Versen?

    Wie sieht Jehova wohl uns?

  26. Juleam 8. November 2009 um 14:00 Link zum Kommentar

    Johannes 15:4-10

    Bleibt in Gemeinschaft mit mir und ich in Gemeinschaft mit euch. So, wie der Zweig nicht von sich selbst Frucht tragen kann, es sei denn, er bleibe am Weinstock, so könnt auch ihr es nicht, wenn ihr nicht in Gemeinschaft mit mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Zweige. Wer in Gemeinschaft mit mir bleibt und ich in Gemeinschaft mit ihm, der trägt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr gar nichts tun. 6 Wenn jemand nicht in Gemeinschaft mit mir bleibt, wird er wie ein Zweig hinausgeworfen und verdorrt; und man sammelt diese Zweige und wirft sie ins Feuer, und sie werden verbrannt. 7 Wenn ihr in Gemeinschaft mit mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so bittet, was immer ihr wünscht, und es wird für euch geschehen. 8 Mein Vater wird dadurch verherrlicht, daß ihr fortwährend viel Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist. 9 So, wie der Vater mich geliebt hat und ich euch geliebt habe, bleibt in meiner Liebe. 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote des Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

    welche Frucht bringe ich hervor?

    Was verrät dies über mich, meine Liebe und mein Verhältnis zu Jehova und Jesus?

  27. Juleam 8. November 2009 um 14:02 Link zum Kommentar

    Johannes 15:17-22

    ^Diese Dinge gebiete ich euch, daß ihr einander liebt. 18 Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. 19 Wenn ihr ein Teil der Welt wärt, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt. 20 Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. 21 Alle diese Dinge aber werden sie euch um meines Namens willen antun, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. 22 Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie keine Entschuldigung für ihre Sünde.

    wer die Gebote Gottes kennt und nicht danach handelt, befindet sich nicht mehr in Gottes Liebe – auch wenn er selbst da anderer Ansicht ist!

  28. Juleam 8. November 2009 um 14:03 Link zum Kommentar

    Johannes 16:1-4

    Ich habe diese Dinge zu euch geredet, damit ihr nicht zum Straucheln gebracht werdet. 2 Man wird euch aus der Synagoge ausschließen. Ja die Stunde kommt, da jeder, der euch tötet, meinen wird, er habe Gott einen heiligen Dienst erwiesen. 3 Diese Dinge aber werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich kennengelernt haben. 4 Doch habe ich diese Dinge zu euch geredet, damit ihr euch, wenn ihre Stunde gekommen ist, daran erinnert, daß ich sie euch gesagt habe.

    ja, es würde Zeiten geben, wo man Personen, die Jehova Gott von ganzem Herzen lieben und in allen Bereichen des täglichen Lebens seine Maßstäbe hochhalten, aus dem Volk Gottes entfernen wird – damit die Scheinheiligen sich nicht durch diese gestört fühlen brauchen!

  29. Juleam 8. November 2009 um 14:05 Link zum Kommentar

    Johannes 16:32-33

    Seht! Die Stunde kommt, ja sie ist gekommen, da ihr zerstreut werdet, jeder zu seinem eigenen Haus, und ihr werdet mich allein lassen; und doch bin ich nicht allein, denn der Vater ist bei mir. 33 Ich habe euch diese Dinge gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal, doch faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt.“

    fühlen wir uns manchmal von unseren Brüdern und Freunden allein gelassen?

    Wir sind nicht allein – denn JEHOVA ist bei uns!

  30. Juleam 9. November 2009 um 14:09 Link zum Kommentar

    Johannes 18 – 21

    Johannes 18:14

    Kaiphas aber war es, der den Juden den Rat gegeben hatte, es sei zu ihrem Nutzen, daß ein einziger Mensch zugunsten des Volkes sterbe.

    wieso sagte er dies? War er sich etwa der Rolle Jesu bewusst?

    Querverweis:

    (Johannes 11:49-53) 49 Einer von ihnen aber, Kaiphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sagte zu ihnen: „Ihr wißt überhaupt nichts, 50 und ihr bedenkt nicht, daß es zu eurem Nutzen ist, daß ein einziger Mensch zugunsten des Volkes sterbe und nicht die ganze Nation vernichtet werde.“ 51 Das sagte er jedoch nicht von sich selbst aus; sondern weil er jenes Jahr Hoherpriester war, prophezeite er, daß Jesus dazu bestimmt war, für die Nation zu sterben 52 und nicht für die Nation allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in e i n s versammle. 53 Darum hielten sie von jenem Tag an Rat, um ihn zu töten.

  31. Juleam 9. November 2009 um 14:12 Link zum Kommentar

    Johannes 18:15-16

    Simon Petrus nun und noch ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und er ging mit Jesus in den Hof des Hohenpriesters hinein, 16 Petrus aber stand draußen an der Tür. Daher ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin und führte Petrus herein.

    was wissen wir sonst noch über diesen Jünger?

    Wer war er?

    Und was machte er dort?

    *** w91 1. 4. S. 31 Fragen von Lesern ***
    In Johannes 18:15 wird ein Jünger erwähnt, der dem Hohenpriester bekannt war. Handelte es sich dabei um denselben Jünger, der zuvor „nackt“ geflohen war, wie in Markus 14:51, 52 berichtet wird?

    Nein, anscheinend handelte es sich bei der dem Hohenpriester bekannten Person um den Apostel Johannes, während Markus der Jünger war, der „nackt“ floh.

    Beginnen wir mit der zeitlichen Abfolge der Ereignisse im Garten Gethsemane. Die Apostel wurden von Furcht erfaßt, als Jesus Christus festgenommen wurde. „Sie alle verließen ihn und flohen.“ Direkt im nächsten Vers des Markusevangeliums wird ein Gegensatz herausgestellt: „Aber ein gewisser junger Mann, der ein Kleid aus feiner Leinwand auf dem bloßen Leib trug, begann ihm nahe zu folgen; und man suchte ihn zu greifen, er aber ließ sein leinenes Kleid zurück und entfloh nackt“ (Markus 14:50-52).

    Der unmittelbaren Reaktion der 11 Apostel wird die des nicht namentlich genannten Jüngers gegenübergestellt. So ist logischerweise zu schlußfolgern, daß es sich bei ihm nicht um einen Apostel handelte. Diese Begebenheit wird nur in dem Evangelium erwähnt, das der frühe Jünger Johannes Markus, der Vetter des Barnabas, geschrieben hat. Deshalb besteht Grund zu der Annahme, daß Markus der „gewisse junge Mann“ war, der dem festgenommenen Jesus zu folgen begann, dann aber ohne sein Gewand floh, als der Pöbel sich auch seiner bemächtigen wollte (Apostelgeschichte 4:36; 12:12, 25; Kolosser 4:10).

    Irgendwann in dieser Nacht folgte der Apostel Petrus ebenfalls Jesus — in sicherer Entfernung. Hier besteht eine gewisse Ähnlichkeit; der als junger Mann bezeichnete Jünger (Markus) begann zunächst, Jesus zu folgen, floh dann aber, während zwei Apostel, die zuerst geflohen waren, später ihrem festgenommenen Herrn wieder folgten. Im Evangelium des Apostels Johannes lesen wir: „Simon Petrus nun und noch ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und er ging mit Jesus in den Hof des Hohenpriesters hinein“ (Johannes 18:15).

    Der Apostel Johannes gebraucht den Namen „Johannes“ nur für Johannes den Täufer, doch sich selbst nennt er niemals mit Namen. Zum Beispiel spricht er von dem „Jünger, der von diesen Dingen Zeugnis abgelegt und der diese Dinge geschrieben hat“, oder sagt: „Der, der es gesehen hat, hat Zeugnis abgelegt, und sein Zeugnis ist wahr, und dieser weiß, daß er Wahres sagt“ (Johannes 19:35; 21:24). Man beachte auch Johannes 13:23: „Am Busen Jesu lag einer von seinen Jüngern, und Jesus liebte ihn.“ Das war kurz vor Jesu Festnahme. Später an diesem Tag wählte der an den Pfahl geschlagene Jesus einen Jünger aus, auf den sich Johannes mit ähnlichen Worten bezog: „Als nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dabeistehen sah, sagte er zu seiner Mutter: ‚Frau, siehe, dein Sohn!‘ “ (Johannes 19:26, 27; vergleiche Johannes 21:7, 20).

    Auch Johannes 18:15 ist ein Beispiel für die Gewohnheit, sich selbst nicht mit Namen zu nennen. Des weiteren werden Johannes und Petrus im Bericht über das Geschehen nach der Auferstehung in Johannes 20:2-8 zusammen erwähnt. All das legt den Schluß nahe, daß es sich bei dem ‘Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war’, um den Apostel Johannes handelte. Die Bibel erklärt nicht im einzelnen, wieso der galiläische Apostel (Johannes) den Hohenpriester kannte bzw. der Hohepriester ihn. Doch weil die Hausgenossen des Hohenpriesters ihn kannten, ließ die Türhüterin ihn eintreten, und er erreichte, daß auch Petrus in den Hof kommen konnte.

  32. Juleam 4. November 2010 um 11:56 Link zum Kommentar

    Johannes 1 – 3

    „Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren“

    Noch mal zu der Frage vom letzten Jahr in diesem Zusammenhang: „hatte Jesus ein aufbrausendes Wesen, weil er so rabiat gegen die Geldwechsler im Tempel vorging?“

    Bedenken wir bei der Antwort bitte, warum er so rabiat war. Dazu finden wir einige Gedanken in dem Buch „Komm, folge mir nach“:

    Mut ließ Jesus auch für die Reinheit des Volkes Jehovas kämpfen sowie für alles, was mit der wahren Anbetung zusammenhing. Als er nicht lange nach Beginn seines Wirkens das Tempelgebiet in Jerusalem betrat, sah er mit Entsetzen, wie Verkäufer und Geldwechsler dort Geschäfte machten. Zu Recht erzürnt trieb er die habgierigen Männer mit ihren Waren aus dem Tempel (Johannes 2:13-17).

    Gegen Ende seines Wirkens handelte er noch einmal ähnlich (Markus 11:15-18). Obwohl er sich dadurch sicher einflussreiche Leute zu Feinden machte, zögerte er nicht. Warum nicht? Der Tempel war für ihn von Kindheit an das Haus seines Vaters – und damit war es ihm ernst (Lukas 2:49). Dass die reine Anbetung dort so in den Schmutz gezogen wurde, war ein Unrecht, über das er auf keinen Fall hinwegsehen konnte. Sein Eifer gab ihm den Mut, dagegen einzuschreiten.

    18 Nachfolgern Christi heute liegt ebenfalls sehr viel an der Reinheit des Volkes Gottes und an allem, was mit der wahren Anbetung zusammenhängt. Wenn sie merken, dass ein Christ eine schwere Sünde begeht, lassen sie das nicht einfach unbeachtet.

    Sie sprechen es mutig an (1. Korinther 1:11). Sie sorgen dafür, dass die Ältesten in der Versammlung informiert werden. Die Ältesten können dann denen, die im Glauben “krank” oder schwach geworden sind, helfen und etwas unternehmen, damit die Herde Jehovas rein bleibt (Jakobus 5:14, 15).

    Wie steht es mit mir ganz persönlich?

    Geht es mir wie Jesus, empfinde ich ebenso, wie er?

    Macht es mich wütend, wenn ich sehe, wie gewisse Personen mit ihrem Verhalten Dreck auf den Namen Jehovas und seine Organisation werfen, indem sie vorgeben Jehova zu dienen, aber in Wirklichkeit sehr unchristlich handeln?

    Wie reagiere ich dann?

    Lasse ich es auf sich beruhen – oder finde ich eine Möglichkeit, ihn davon abzuhalten?

    Wie könnte ich dies tun, wenn derjenige „kein Fall für ein Rechtskommite“ ist?

    Wie wäre es damit, dass wir sein Verhalten als unchristlich deklarieren, indem wir den Menschen um uns herum – die Jehova noch nicht kennen und ihm noch nicht dienen und daher sein Verhalten fälschlich mit Jehova und der wahren Anbetung in Verbindung bringen – zeigen, wie Jehova wirklich über so ein Verhalten denkt?

    Oder ist uns dies nicht so wichtig? „Es geht mich ja nichts an, jeder ist für sich selbst verantwortlich“?

    Mir ist es wichtig und ich möchte auf garkeinen Fall, dass Personen, die sich vielleicht gerade für die Wahrheit interessieren, wieder mit ihrem Bibelstudium aufhören oder das Interesse an Jehova und seinem Wort verlieren, nur weil sie denken, dass Jehova so ein Verhalten gutheißt.

    Ich möchte ihnen von Herzen gern zeigen, wie Jehova über bestimmte Dinge denkt und was die Gesellschaft ganz offiziell darüber sagt. Dass Personen, die dem entgegen handeln, keine wahren Anbeter Jehovas sind!

    Mag sein, dass wir dafür Schwierigkeiten in Kauf nehmen müssen – aber das tun wir gern.

    Denn wir lieben Jehova wirklich und sein Wort – wir möchten gern, dass alle Menschen Jehova kennenlernen, so wie er wirklich ist.

    Denn jeder Mensch, der dies tut, muss Jehova einfach lieben und so wird er anfangen, sein Leben nach Jehovas Maßstäben auszurichten. Einfach aus tiefer Liebe und Wertschätzung für Jehova – und dadurch hat er auch dann Aussicht auf ewiges Leben in einem Paradies, wo all die herzlosen, egoistischen und intriganten Menschen keinen Platz mehr haben!

  33. Juleam 5. November 2010 um 12:19 Link zum Kommentar

    Johannes 4 – 6

    Jesu‘ faszinierende Persönlichkeit

    Wo wären wir gewesen, wenn wir zu der Zeit gelebt hätten? Wären wir Jesus nachgefolgt, wie die anderen auch?

    Was wäre unsere Motivation gewesen?

    Wenn man bedenkt, welche Massen ihm nachgefolgt sind und wieviele nach seinem Tod oder bereits bei seiner Verhaftung übrig geblieben sind. Wo waren da die anderen?

    Thom sagt, die meisten seien ihm nur nachgefolgt, weil sie sich selbst ein Wunder erhofft hatten. Vielleicht wollten sie geheilt werden oder von dem Brot bekommen, das er durch ein Wunder besorgt hat. Aber so eine Heilung wäre ja auch einmalig gewesen und die Speisung durch ein Wunder wird in der Bibel nur 2 Mal erwähnt und seine Wirkungszeit war immerhin 3,5 Jahre!

    Ich selbst war bereits als Kind von der Persönlichkeit Jesu begeistert und fasziniert gewesen und hatte mir bereits in sehr jungen Jahren vorgestellt, ich wäre ihm nachgefolgt. Schon allein, um dabei zu sein und diese ganzen Wunder mit eigenen Augen zu sehen. Wie müssen sich die Menschen nur gefühlt haben, als sie sahen, wie er einen Mann, der 38 Jahre mit einer Krankheit zu kämpfen hatte, mit nur wenigen Worten heilte?

    Was für ein Mensch!

    Nicht nur die Macht, die er hatte, um Wunder zu wirken, sondern auch seine ganze mitfühlende und liebevolle Persönlichkeit hätte mich unwiderstehlich hinter ihm hergezogen. Dazu hätte ich nicht gebraucht, dass er mich selbst heilen oder speisen würde.

    Noch ein sehr großer Anziehungspunkt für mich wären seine Lehren gewesen, denn Zeit meines Lebens wollte ich von diesem wundervollen Gott und seinem Sohn mehr hören. War immer wie ausgehungert nach Geschichten über ihn. Als wir dann in der Grundschule Religion hatten, war ich das erste Mal heftigst enttäuscht. Hier wurde uns nichts über Gott beigebracht, sondern wir lasen den Schöpfungsbericht und die Geschichte über Adam und Eva, die mich so sehr faszinierte – und der Lehrer sagte, dass dies keine wahren Geschichten seien, sondern nur so als Anschauungsmaterial in der Bibel stehen würden.

    Wie froh und dankbar war ich, als ich endlich mit 27 Jahren die Bibel und somit auch unseren wundervollen Schöpfer kennen lernen durfte!

    Ich denke, ich wäre ihm auf jeden Fall nachgefolgt…

  34. Juleam 5. November 2010 um 12:30 Link zum Kommentar

    Johannes 6:60-61

    Daher sagten viele von seinen Jüngern, als sie dies hörten: „Diese Rede ist anstößig; wer kann sie anhören?“ 61 Jesus aber, der bei sich wußte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach zu ihnen: „Veranlaßt euch dies zum Straucheln?

    Denken wir so einfach: „also mich hätte das nicht zum Straucheln gebracht. Immerhin bin ich ihm jahrelang nachgefolgt und ich hätte so einfach auf ihn vertraut, dass dies schon seine Richtigkeit haben wird“?

    Glauben wir das wirklich?

    Es ist schon ziemlich einfach, heute so zu denken, wo wir Abstand zu den Dingen haben und wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist und was sie bedeutet. Im Nachhinein mit diesem ganzen Wissen kann man sowas schon im Brustton der Überzeugung sagen.

    Aber was, wenn wir damals gelebt hätten und uns diese Aussage von Jesus eiskalt erwischt hätte?

    Als ich diese Passage gestern als MP3 gehört hatte, ist mir spontan durch den Sinn geschossen „der fordert ja eigentlich zum Kanibalismus auf!“

    Hätte mich das wirklich nicht unangenehm berührt? Immerhin kannte ich beim Hören zur damaligen Zeit ja nicht die Hintergründe, wusste nicht, dass er nicht meinte, wir sollten buchstäblich sein Fleisch essen und buchstäblich sein Blut trinken. So, wie er es sagte, musste ich es zuerst annehmen und sicherlich wäre dabei kein angenehmes Gefühl in mir aufgekommen.

    Ich bin mir sicher, dass mich dieser Ausspruch Jesus mit Sicherheit stark verunsichert hätte!

    Ich hätte lange darüber nachgedacht, mir überlegt, was er damit meinte. Konnte es tatsächlich sein Ernst sein, dass wir als seine Nachfolger so etwas tun müssten? Das wäre ja ekelig!

    Sicherlich wäre ich erst mal stark ins Wanken gekommen, hätte lange mit meinen Gedanken und Gefühlen gehardert.

    Ist es vor diesem Hintergrund wirklich so unverständlich, dass sich aufgrund dieser Aussage viele von ihm abwandten?

    Manchmal denke ich, dass wir heute schnell damit bei der Hand sind, zu denken „also ich hätte damals ganz bestimmt richtig gehandelt“.

    So ist sicherlich jeder von uns, die wir Jehova anbeten, davon überzeugt, dass wir wie Noah gehorsam die Arche gebaut und wie Abraham bereit gewesen wären, unseren geliebten Sohn zu opfern – denn wir lieben ja Jehova und vertrauen ihm voll.

    Aber ist diese Ansicht wirklich realistisch?

    Wie ist es dann mit all den kleinen Dingen, die Jehova auch von uns erwartet. Halten wir uns auch bedingungslos daran? Wie steht es mit unserem Umgang, der Wahl unserer Unterhaltung, der Wahl, wann und mit wem wir eine Freundschaft eingehen, die letztendlich zur Ehe führt?

    All diese kleinen Dinge, an denen wir oft scheitern. Trotzdem denken wir von uns, wir hätten diese ganzen Prüfungen der alten Zeit mit Bravour bestanden?

    Haben wir mal wirklich darüber nachgedacht?

  35. Juleam 6. November 2010 um 12:46 Link zum Kommentar

    Johannes 7 – 10

    Johannes 9:1-41

    Als er nun vorüberging, sah er einen Menschen, der von Geburt an blind war. 2 Und seine Jünger fragten ihn: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, so daß er blind geboren wurde?“ 3 Jesus antwortete: „Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern es ist geschehen, damit die Werke Gottes in seinem Fall offenbar gemacht würden. 4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ 6 Nachdem er diese Dinge gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und machte mit dem Speichel einen Lehm[brei] und legte seinen Lehm[brei] auf die Augen [des Mannes] 7 und sagte zu ihm: „Geh, wasche dich im Teich von Siloam“ (was übersetzt „Ausgesandt“ bedeutet). Und so ging er hin und wusch sich und kam sehend zurück.

    8 Daher begannen die Nachbarn und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, zu sagen: „Ist dieser nicht der Mann, der dazusitzen und zu betteln pflegte?“ 9 Die einen sprachen: „Er ist es.“ Andere sagten: „Keinesfalls, aber er gleicht ihm.“ Der Mann sprach: „Ich bin es.“ 10 Demzufolge begannen sie zu ihm zu sagen: „Wie kommt es denn, daß deine Augen geöffnet wurden?“ 11 Er antwortete: „Der Mensch, Jesus genannt, machte einen Lehm[brei] und strich [ihn] mir auf die Augen und sagte zu mir: ‚Geh nach Siloam, und wasche dich.‘ Ich ging daher und wusch mich und wurde sehend.“ 12 Darauf sagten sie zu ihm: „Wo ist dieser [Mann]?“ Er sprach: „Ich weiß [es] nicht.“

    13 Sie führten ihn, den ehemals Blinden, zu den Pharisäern. 14 Übrigens war es Sabbat an dem Tag, an dem Jesus den Lehm[brei] gemacht und seine Augen geöffnet hatte. 15 Diesmal begannen ihn daher auch die Pharisäer darüber zu befragen, wie er sehend geworden sei. Er sagte zu ihnen: „Er legte mir Lehm auf die Augen, und ich wusch mich und kann [nun] sehen.“ 16 Daher begannen einige von den Pharisäern zu sagen: „Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht.“ Andere begannen zu sagen: „Wie kann ein Mensch, der ein Sünder ist, derartige Zeichen tun?“ Da gab es eine Spaltung unter ihnen. 17 Deshalb sprachen sie wieder zu dem Blinden: „Was sagst du über ihn, da er dir die Augen geöffnet hat?“ Der [Mann] sagte: „Er ist ein Prophet.“

    18 Die Juden glaubten jedoch nicht von ihm, daß er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen herbeiriefen, der sehend geworden war. 19 Und sie fragten sie: „Ist dies euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren worden? Wie kommt es denn, daß er jetzt sieht?“ 20 Darauf gaben seine Eltern zur Antwort: „Wir wissen, daß dies unser Sohn ist und daß er blind geboren wurde. 21 Wie es aber kommt, daß er jetzt sieht, wissen wir nicht, oder wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir nicht. Fragt ihn. Er ist volljährig. Er soll für sich selbst reden.“ 22 Dies sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten, denn die Juden waren bereits übereingekommen, daß, wenn ihn jemand als Christus bekenne, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden solle. 23 Deswegen sagten seine Eltern: „Er ist volljährig. Befragt ihn.“

    24 Daher riefen sie den Menschen, der blind gewesen war, ein zweites Mal und sagten zu ihm: „Gib Gott [die] Ehre; wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist.“ 25 Er seinerseits antwortete: „Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eines weiß ich, [nämlich] daß ich, obwohl ich blind war, jetzt sehe.“ 26 Daher sagten sie zu ihm: „Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen geöffnet?“ 27 Er antwortete ihnen: „Ich habe es euch schon gesagt, und doch hörtet ihr nicht zu. Warum wollt ihr es wiederum hören? Ihr wollt doch nicht etwa auch seine Jünger werden?“ 28 Darauf beschimpften sie ihn und sagten: „Du bist ein Jünger dieses [Menschen], wir aber sind Moses’ Jünger. 29 Wir wissen, daß Gott zu Moses geredet hat; aber von diesem wissen wir nicht, woher er ist.“ 30 Als Antwort sagte der Mensch zu ihnen: „Dies ist bestimmt verwunderlich, daß ihr nicht wißt, woher er ist, und doch hat er meine Augen geöffnet. 31 Wir wissen, daß Gott nicht auf Sünder hört, doch wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, hört er auf diesen. 32 Seit alters hat man nie davon gehört, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen geöffnet hat. 33 Wenn dieser [Mensch] nicht von Gott wäre, so könnte er gar nichts tun.“ 34 Sie antworteten ihm und sprachen: „Du bist ganz und gar in Sünden geboren worden, und dennoch lehrst du uns?“ Und sie warfen ihn hinaus!

    35 Jesus hörte, daß sie ihn hinausgeworfen hatten, und als er ihn fand, sprach er: „Glaubst du an den Menschensohn?“ 36 Der [Mann] antwortete: „Und wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube?“ 37 Jesus sprach zu ihm: „Du hast ihn gesehen, und übrigens, der mit dir redet, der ist es.“ 38 Darauf sagte er: „Ich glaube [an ihn], Herr.“ Und er huldigte ihm. 39 Und Jesus sagte: „Zu [diesem] Gericht bin ich in diese Welt gekommen: damit die, die nicht sehen, sehen könnten und die, die sehen, blind würden.“ 40 Diese Dinge hörten jene von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sie sagten zu ihm: „Wir sind doch nicht etwa auch blind?“ 41 Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Doch nun sagt ihr: ‚Wir sehen.‘ Eure Sünde bleibt.“

    die Vorkommnisse sprechen ja hier eigentlich für sich sebst – oder?

    Aber so ist es ja oft: man kann nur dann einen falschen Einrduck vermitteln, wenn man Informationen vorenthällt. Wenn man das Geschehen als Ganzes sieht, ist ganz klar, was abgelaufen ist

    Wie ist es mit uns? Bilden wir uns ein Urteil, ohne alle Fakten zu kennen, nur aufgrund der wenigen Informationen, die wir bereits schon haben?

  36. Juleam 9. November 2010 um 14:21 Link zum Kommentar

    Johannes 18 – 21

    Johannes 18:28

    Dann führten sie Jesus von Kaiphas zum Palast des Statthalters. Es war nun früh am Tag. Sie selbst gingen jedoch nicht in den Palast des Statthalters hinein, damit sie sich nicht verunreinigten, sondern das Passah essen könnten.

    was für eine Scheinheiligkeit!

    Einen Menschen durch Falschanklagen und einen unfairen Proess zu Tode bringen lassen konnten sie schon – aber sie konnten nicht mit reinkommen, weil sie sich sonst für das Passah verunreinigt hätten.

    Dieser Mord an Jesus hatte sie also nicht verunreinigt?

    Denken wir selbst vielleicht auch manchmal so?

    Wie denkt wohl Jehova darüber?

  37. Juleam 9. November 2010 um 14:27 Link zum Kommentar

    Johannes 18:31

    Deshalb sagte Pilatus zu ihnen: „Nehmt ihn selbst, und richtet ihn nach eurem Gesetz.“ Die Juden sprachen zu ihm: „Uns ist es nicht erlaubt, jemand zu töten.“

    Haarspalterei!

    Hatten sie ihn nicht mit ihren Intrigen und Falschanklagen zu Tode gebracht?

    Konnte man wirklich sagen, sie hätten ihn nicht getötet?

    Wenn ich einen Killer beauftrage, einen Menschen zu töten, der mir im Weg ist und ihn für seine Dienste bezahle, habe ich mir aber selbst nicht die Finger schmutzig gemacht – aber gehe ich bei dem folgenden Prozess wirklich straffrei aus?

    Denken wir, es macht für Jehova einen Unterschied, ob wir die Person selbt umgebracht haben, oder ob wir uns eines bezahlten Killlers bedient haben?

    Wichtig ist doch, wie Jehova die Dinge sieht – und IHM können wir nichts vormachen!

  38. Juleam 6. November 2011 um 09:32 Link zum Kommentar

    Johannes 1 – 3

    „Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist?“

    Johannes 1:24-25

    Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.25 Sie fragen Johannes nun: »Wenn du nicht Christus, nicht Elia und auch nicht der von Mose angekündigte Prophet bist, mit welchem Recht taufst du dann?«

    Wieso diese Frage?

    Gab es die Taufe schon vorher?

    Oder war irgendwo vorher gesagt worden, dass der Messias die Menschen taufen würde?

  39. Juleam 6. November 2011 um 09:36 Link zum Kommentar

    „Auch ich kannte ihn nicht“

    Johannes 1:31

    Auch ich wusste vorher nicht, wer er ist. Aber damit das Volk Israel auf ihn vorbereitet wird, taufe ich hier mit Wasser.«

    Warum sagt Johannes dies?

    Zum einen war er doch mit Jesus verwandt und er muss ihn doch zumindest bei den Festen im Tempel regelmäßig gesehen haben.

    Zum anderen war seiner Mutter Elisabeth bekannt, dass Jesus der Messias sein würde – und Johannes selbst hüpffte im Mutterleib, als Maria eintrat.

    Ausserdem sagte er Jesus vor seiner Taufe, dass er selbst nicht würdig sei, den Riemen seiner Sandalen zu lösen – was zeigt, dass er sich dessen Rolle bewußt gewesen sein mußte.

    Warum also diese Aussage? Was meinte er damit?

  40. Juleam 6. November 2011 um 09:47 Link zum Kommentar

    Johannes 4 – 6

    er wusste nicht, wer ihn geheilt hatte

    Johannes 5:1-13

    Der Kranke am Teich Betesda

    1 Bald darauf feierten die Juden ein Fest in Jerusalem, und auch Jesus ging hin.2 In der Stadt befindet sich nicht weit vom Schaftor entfernt der Teich Betesda, wie er auf Hebräisch genannt wird. Er ist von fünf Säulenhallen umgeben.3 Viele Kranke, Blinde, Gelähmte und Gebrechliche lagen in diesen Hallen und warteten darauf, dass sich Wellen auf dem Wasser zeigten.4 Von Zeit zu Zeit bewegte nämlich ein Engel Gottes das Wasser. Wer dann als Erster in den Teich kam, der wurde gesund; ganz gleich, welches Leiden er hatte.

    5 Einer von den Menschen, die dort lagen, war schon seit achtunddreißig Jahren krank.6 Als Jesus ihn sah und erfuhr, dass er schon so lange an seiner Krankheit litt, fragte er ihn: »Willst du gesund werden?«7 »Ach Herr«, entgegnete der Kranke, »ich habe niemanden, der mir in den Teich hilft, wenn sich das Wasser bewegt. Versuche ich es aber allein, komme ich immer zu spät.«8 Da forderte ihn Jesus auf: »Steh auf, roll deine Matte zusammen und geh!«

    9 Im selben Augenblick war der Mann geheilt. Er nahm seine Matte und ging seines Weges.
    Das geschah an einem Sabbat.10 Einige der Juden, die den Geheilten sahen, hielten ihm vor: »Heute ist doch Sabbat! Da darf man keine Matte tragen!«11 »Aber der Mann, der mich heilte, hat es mir ausdrücklich befohlen«, antwortete er ihnen.12 »Wer hat dir so etwas befohlen?«, fragten sie nun.13 Doch das wusste der Mann nicht, denn Jesus hatte den Teich wegen der großen Menschenmenge bereits wieder verlassen.

    beim ersten Hören war ich irritiert, denn „Warum steht er auf und geht“, obwohl er nicht weiß, wer ihm das sagt? Er ‚wußte‘ doch, dass er nicht gehen kann…“

    Beim näheren Hinsehen fällt dann auf, dass er zuerst geheilt war und Jesus ihn dann aufforderte, aufzustehen und zu gehen.

    Aber der Punkt bleibt ja trotzdem: woher hätte der Mann wissen können, dass er geheilt war und gehen könnte?

    Also warum folgte er der Aufforderung eines – wie er später sagt – für ihn völlig fremden Mannes, wenn er doch denkt, er kann es garnicht?

  41. Juleam 7. November 2011 um 09:27 Link zum Kommentar

    Johannes 7 – 10

    „Jesus schrieb auf die Erde“

    Johannes 8:6-8

    Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie nicht locker ließen, richtete er sich auf und sagte: »Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« 8 Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde.

    Warum tat er das und warum wird es hier zwei mal erwähnt?

  42. Thomasam 7. November 2011 um 09:31 Link zum Kommentar

    Jesus schrieb auf die Erde

    J.Mac Arthur schreibt dazu in seiner Fußnote:

    Hätte Jesus das mosaische Gesetz verworfen, wäre seine Glaubwürdigkeit dahin gewesen. Wenn er daran festgehalten hätte, wäre seine Haltung des Erbarmens und Vergebens in Frage gestellt worden.

    wer ohne Sünde ist“ das bezieht sich direkt auf 5.Mose 13:10 und 17:7 wo die Zeugen eines Verbrechens als erste mit der Hinrichtung beginnen sollten. Nur jene, die NICHT DER GLEICHEN SÜNDE schuldig gemacht hatten, konnten sich daran beteiligen.

    Daraus folgt, dass die „Zeugen“ und „Ankläger“ selbst in den Ehebruch beteiligt waren – und nur die Frau angeklagt wurde! Wo war denn der Ehebrecher? Warum war dieser nicht angeklagt? Eben – er trat als Zeuge auf! Was für ein durchtriebenes Spiel! Und Jesus tat Recht – er verurteilte die Frau mündlich und sagte sie solle in Zukunft nicht mehr sündigen! Aber er verurteilte sie nicht zum Tode. Nach dem mosaischen Gesetz war er auch nicht dazu in der Lage sie zum Tode zu verurteilen…

  43. Juleam 7. November 2011 um 09:30 Link zum Kommentar

    Johannes 8 – „wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein“

    Johannes 8:7

    Als sie nicht locker ließen, richtete er sich auf und sagte: »Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!«

    Warum so verwerflich?

    Immerhin hat Jehova selbst durch sein Gesetz, das er Moses gab, die Todesstrafe für Ehebruch vorgesehen.

    Also: warum sagt Jesus dies nun so, als wäre es schlimm, dass sie die Frau wegen Ehebruch zu ihm brachten?

  44. Juleam 7. November 2011 um 09:35 Link zum Kommentar

    Johannes 8:37-44

    Ich weiß natürlich auch, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Und trotzdem wollt ihr mich töten, weil ihr meine Worte nicht zu Herzen nehmt.38 Ich spreche von dem, was ich bei meinem Vater gesehen habe. Und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.«

    39 »Unser Vater ist Abraham«, erklärten sie. »Nein«, widersprach ihnen Jesus, »wenn er es wirklich wäre, würdet ihr auch so handeln wie er.40 Weil ich euch die Wahrheit sage, die ich von Gott gehört habe, wollt ihr mich töten. Das hätte Abraham nie getan.41 Nein, ihr handelt genau wie euer wirklicher Vater.« »Wir sind doch schließlich nicht im Ehebruch gezeugt worden«, wandten sie ein. »Wir haben nur einen Vater: Gott selbst!«

    42 Doch Jesus entgegnete ihnen: »Wenn es tatsächlich so wäre, dann würdet ihr mich lieben; denn ich komme ja von Gott zu euch; in seinem Auftrag und nicht aus eigenem Entschluss.43 Aber ich will euch sagen, weshalb ihr mich nicht versteht: weil ihr meine Worte überhaupt nicht hören könnt!44 Denn ihr seid Kinder des Teufels. Und deshalb handelt ihr so, wie es eurem Vater gefällt. Der war schon von Anfang an ein Mörder, wollte mit der Wahrheit nichts zu tun haben und war ihr schlimmster Feind. Sein ganzes Wesen ist Lüge, er ist der Lügner schlechthin – ja, der Vater jeder Lüge.
    (Neue Genfer Übersetzung)

    ohne Worte

  45. Juleam 7. November 2011 um 09:37 Link zum Kommentar

    Johannes 9:41

    Jesus antwortete: »Wärt ihr tatsächlich blind, dann träfe euch keine Schuld. Aber ihr sagt ja: ›Wir sehen.‹ Deshalb kann euch niemand eure Schuld abnehmen.«
    (Hoffnung für alle)

    Noch vor kurzem hatten wir gelesen: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!“ und nun sagt er ihnen, dass sie eine weit strengere Strafe zu erwarten hätten als andere – weil sie vorgaben, Jehova zu dienen.

    Dies stützt meinen Gedanken der letzten Jahre, dass Jehova mit all den fakes sehr hart ins Gericht gehen wird!

  46. Juleam 8. November 2011 um 10:46 Link zum Kommentar

    Johannes 11 – 13

    Johannes 11 – Marta und Maria

    Maria hatte Jesu Füße gesalbt und mit ihrem Haar abgetrocknet.

    Johannes 12:2-3

    Jesus zu Ehren hatte man dort ein Festmahl vorbereitet. Marta half beim Bedienen, während Lazarus unter den Gästen war, die mit Jesus aßen.3 tDa nahm Maria ein Fläschchent mit reinem, kostbarem Nardenöl, goss es über die Füße Jesu und trocknete sie mit ihrem Haar. Der Duft des Öls erfüllte das ganze Haus.

    Wie wir wissen, war Maria diejenige von den beiden, die die geistigen Dinge stets in den Vordergrund stellte. Aber Marta war diejenige, die Jesus nun entgegen ging.

    Johannes 11:20

    Als Marta hörte, dass Jesus auf dem Weg zu ihnen war, lief sie ihm entgegen. Maria aber blieb zu Hause.

    Welche Gefühle sie wohl hatten, als Jesus einige Tage zu spät kam?

    Johannes 11:21

    Marta sagte zu Jesus: »Herr, wärst du hier gewesen, würde mein Bruder noch leben.

    hier noch etwas, was ich im Einsichtenbuch zu den beiden Frauen gefunden habe:

    Eine Jüdin, die Schwester von Lazarus und Maria von Bethanien (Joh 11:1, 2). Offensichtlich war Christus oft bei ihnen zu Gast, wenn er sich in der Nähe von Jerusalem aufhielt. Bande inniger Zuneigung bestanden zwischen ihm und diesen drei Geschwistern, denn es wird ausdrücklich gesagt: „Jesus nun liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus“ (Joh 11:5).

    Als sich Jesus, so berichtet Lukas, in „ein gewisses Dorf“ begab, „nahm ihn eine gewisse Frau namens Martha als Gast in das Haus auf“ (Luk 10:38). Aufgrund von Matthäus 26:6, Markus 14:3 und Johannes 12:1-3 ist der Gedanke geäußert worden, Martha sei die Frau oder die Witwe oder sogar die Tochter Simons, des Aussätzigen, gewesen. Doch die Bibel macht keinerlei genaue Aussage, die diese Ansichten stützen würde.

    Bei einer Gelegenheit, als Jesus Lazarus, Maria und Martha zu Hause besuchte, war es Maria, die „sich . . . zu den Füßen des Herrn niedersetzte und unablässig seinem Wort lauschte“, aber Martha „ließ sich durch viele Dienstleistungen ablenken“. Martha wollte, daß Maria ihr half, und sagte deshalb: „Herr, machst du dir nichts daraus, daß meine Schwester die Bedienung mir allein überlassen hat? Sag ihr daher, daß sie mir Hilfe leiste.“ Offenbar war Martha darum besorgt, Jesu materielle Bedürfnisse zu befriedigen. Doch Jesus betonte dann den überragenden Wert geistiger Dinge und wies sie freundlich zurecht, indem er erwiderte: „Martha, Martha, du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge. Wenige Dinge jedoch sind nötig oder nur eins. Maria ihrerseits hat das gute Teil erwählt, und es wird nicht von ihr weggenommen werden“ (Luk 10:38-42). Christus wäre mit einem einfachen Mahl zufrieden gewesen, so daß Martha ebenfalls aus seinen Belehrungen größeren Nutzen hätte ziehen können.

    Wenn es auch vielleicht den Anschein hat, daß Martha zu sehr mit materiellen Dingen beschäftigt war, sollte man nicht schlußfolgern, daß sie mangelndes Interesse an geistigen Dingen bekundete. Nach dem Tod von Lazarus war es Martha, die Jesus entgegenging, als er auf dem Weg nach Bethanien war, während Maria zunächst im Haus saß (möglicherweise aus Kummer oder wegen der vielen Freunde, die zu Besuch kamen). Martha brachte Glauben an Christus zum Ausdruck, als sie sagte, daß Lazarus nicht gestorben wäre, wenn Jesus dagewesen wäre. Ferner erklärte sie zustimmend: „Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag“, was zeigte, daß sie an die Auferstehung glaubte. Im Laufe des Gesprächs erklärte Jesus, er sei „die Auferstehung und das Leben“, indem er darauf hinwies, daß jemand, der Glauben an ihn ausübt, zum Leben kommen wird, auch wenn er stirbt. Als Christus Martha fragte: „Glaubst du das?“, offenbarte sie deutlich ihren Glauben, indem sie zur Antwort gab: „Ja, Herr; ich habe geglaubt, daß du der Christus, der Sohn Gottes, bist, der in die Welt kommt“ (Joh 11:19-27). Das schließt natürlich nicht die Möglichkeit aus, daß sie einige Zweifel hatte in bezug auf das, was Jesus im Falle ihres toten Bruders jetzt tun könnte oder tun würde. (Vgl. die Haltung der Apostel, von der in Luk 24:5-11 berichtet wird.) An Lazarus’ Gruft, als Christus befahl, daß der Stein weggenommen werde, sagte Martha: „Herr, er wird nun riechen, denn es ist schon vier Tage her.“ Aber in Erwiderung fragte Jesus: „Habe ich dir nicht gesagt, daß du, wenn du glaubtest, die Herrlichkeit Gottes sehen würdest?“ Bei der Auferweckung ihres Bruders wurde sie Zeuge der Herrlichkeit Gottes (Joh 11:39-44).

    Nach Lazarus’ Auferweckung ging Jesus weg. Später kehrte er nach Bethanien zurück und kam mit anderen, darunter Martha, Maria und Lazarus, im Haus Simons, des Aussätzigen, zusammen. Ein Abendessen war vorbereitet worden, und wieder ‘bediente Martha’. Lazarus lag zu Tisch, und es war bei dieser Gelegenheit, daß Maria Jesus mit kostspieligem, wohlriechendem Öl einrieb (Joh 12:1-8; Mat 26:6-13; Mar 14:3-9). In der Bibel wird über spätere Ereignisse in Marthas Leben sowie über den Zeitpunkt und die Umstände ihres Todes kein Aufschluß gegeben.

  47. Juleam 8. November 2011 um 10:47 Link zum Kommentar

    Johannes 13 – die Sache mit den Füßen

    Johannes 13:10

    Jesus antwortete: »Wer gebadet hat, der ist ganz rein. Ihm braucht man nur noch den Straßenstaub von den Füßen zu waschen. Ihr seid alle rein – außer einem.«

    „Nicht alle“

    Jesus wusch allen Jüngern die Füße, auch Judas. Er wusste ja, dass Judas ihn noch im Verlauf des Abends verraten würde.

    Wie mag sich Jesus wohl dabei gefühlt haben, als er ihm die Füße wusch? Was mag dabei in ihm vorgegangen sein, was hatte er dabei wohl gedacht?

    Aber auch Judas: auch er wußte ja, dass er Jesus verraten würde. Wie mag er sich dabei gefühlt haben, als ihm Jesus die Füße wusch? Ob er sich geschämt hatte?

  48. Juleam 10. November 2011 um 09:02 Link zum Kommentar

    Johannes 14 – 17

    Johannes 15:4

    Bleibt fest mit mir verbunden, und ich werde ebenso mit euch verbunden bleiben! Denn so wie eine Rebe nur am Weinstock Früchte tragen kann, so werdet auch ihr nur Frucht bringen, wenn ihr mit mir verbunden bleibt.

    Interessanter Gedanke: wir können nur dann gute Frucht hervorbringen, wenn wir mit Jesus und Jehova ganz eng verbunden bleiben.

    Wie Jesus schon an anderer Stelle sagte, kann kein guter Baum faule Frucht hervorbringen, noch umgekehrt. Außerdem redet der Mund aus der Fülle unseres Herzens.

    Wenn man uns und unsere Werke und das, was wir reden, beobachtet – dann kann man gut erkennen, wessen Geistes Kind wir sind. Wie Maleachi schon sagte, wird man ganz gewiß den Unterschied erkennen zwischen dem, der Jehova dient und dem, der ihm nicht dient.

    Aber hier geht Jesus noch weiter:

    Wer eine enge Verbindung zu Jesus und Jehova hat, der wird geistige Fortschritte machen. Paulus sagte, dass unser Fortschritt allen offenbar werden sollte.

    An diesem Fortschritt kann man also ablesen, wie eng unsere Verbindung wirklich zu Jehova ist!

    Wenn wir gute Fortschritte machen und beständig geistig wachsen – dann ist unsere Verbindung zu Jehova ok. Wenn unsere Fortschritte allerdings rückläufig sind – dann sollten wir uns Sorgen machen und überprüfen, wo wir Änderungen vornehmen müssen!

  49. Juleam 10. November 2011 um 09:04 Link zum Kommentar

    Johannes 15:16

    Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich euch, damit ihr euch auf den Weg macht und Frucht bringt, die bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, worum ihr ihn in meinem Namen bittet.

    Auch ein interessanter Gedanke:

    Wir mögen denken, dass wir es uns erwählt hätten, unserem Gott zu dienen. Aber in Wirklichkeit hat uns unser Gott schon zuvor ausgewählt als seine Diener. Dann hat er uns durch seinen Sohn zu sich hingezogen und wir haben uns ihm hingegeben und uns taufen lassen.

    Behalten wir diesen Gedanken immer im Sinn!

    Der Höchste in Universum hat uns auserwählt, ER will uns als seine Diener – ja, sogar als seine Freunde – haben. Was für eine Ehre. Erweisen wir uns dessen als würdig?

    Haben wir die nötige Wertschätzung dafür?

  50. Juleam 10. November 2011 um 09:08 Link zum Kommentar

    Johannes 16:20-22

    Ich sage euch die Wahrheit: Ihr werdet weinen und klagen, und die Menschen in dieser Welt werden sich darüber freuen. Ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll sich in Freude verwandeln!

    21 Es wird so sein wie bei einer Frau, die ein Kind bekommt: Sie hat große Schmerzen, doch sobald ihr Kind geboren ist, sind Angst und Schmerzen vergessen. Sie ist nur noch glücklich darüber, dass ihr Kind zur Welt gekommen ist. 22 Auch ihr seid jetzt sehr traurig, aber ich werde euch wiedersehen. Dann werdet ihr froh und glücklich sein, und diese Freude kann euch niemand mehr nehmen.

    Diese Worte hatte er zwar zu denen gesagt, die ihn später im Himmel sehen werden – aber sie können jedem von uns heute Mut machen:

    Egal, was wir heute auch erdulden müssen, weil unser Gott die Dinge noch zuläßt, egal wie traurig wir sein werden, egal, welchen schmerzlichen Verlust wir erlitten haben oder noch erleiden werden – es wird uns so gehen wie einer Frau, die in den Wehen liegt. Sobald das Kind geboren ist und in ihren Armen liegt, wird sie den Schmerz und alle Anstrengungen vergessen haben. Vielleicht denkt sie auch daran, während ihr die Wehen noch zu schaffen machen. Sie denkt an die vor ihr liegende Freude.

    Auch wir liegen heute in den Wehen, der eine oder andere von uns vielleicht sogar schon eine lange Zeit. Vielleicht denken wir, wir könnten es nicht mehr ertragen. Aber wir haben die Gewißheit, dass dieser Schmerz schon bald vorbei sein wird und wir nur noch glücklich über das Ergebnis sein werden.

    Eine Gebärende hat die Möglichkeit, sich unterstützen zu lassen.

    Vielleicht hat sie vorher bereits einen Vorbereitungskurs besucht, wo sie gelernt hat, wie sie mit dem Schmerz der Wehen umgehen kann und wie sie sich in den Pausen zwischen den einzelnen Wehen entspannen und erholen kann. Auch wir haben die Möglichkeit, einen solchen Kurs zu besuchen und uns gut vorzubereiten – durch die Zusammenkünfte, das tägliche Bibellesen und das Nachsinnen darüber und durch das persönliche Studium. So wissen wir, was auf uns zukommt und wie wir damit umgehen können.

    Die meisten Frauen wünschen sich ihren Mann zur Unterstützung. Wenn er ihr im Wehenschmerz zur Seite steht und ihre Hand hält – dann nimmt dies vielleicht nicht unbedingt den Schmerz, aber es tröstet. Es gibt ihr das Gefühl, dass sie nicht allein ist und dass ihr Mann sie sehr liebt. Gemeinsam sind sie stark. Auch Jehova hält unsere Hand. Er sichert uns zu, dass er uns niemals allein lassen wird. Ja, ER „ergreift unsere Rechte“ und er „will uns festhalten“. Dies verspricht er uns in Jesaja 43:10. Ist das nicht tröstlich?

    Viele Frauen lassen sich gegen unerträglichen Schmerz eine Spritze geben. Auch wir haben diese Möglichkeit: das Gebet. Jehova ist immer für uns da, er hört uns immer zu, egal wann und wie oft wir zu ihm kommen und ihn um seine Hilfe bitten. Er gibt uns immer die Kraft, damit wir das Schlimme ertragen können. Also bitten wir ihn darum.

    Denken wir immer daran:

    solange wir uns ganz eng an unseren Schöpfer halten, solange wird er für uns da sein!

  51. Juleam 11. November 2011 um 12:25 Link zum Kommentar

    WT 15.04.2008

    Das Wort Jehovas ist lebendig
    Höhepunkte aus dem Buch Johannes

    JOHANNES ist der Schreiber des letzten inspirierten Berichts über das Leben und Wirken Jesu. Er war ‘der Jünger, den Jesus liebte’ (Joh. 21:20). Johannes schrieb sein Evangelium um das Jahr 98 u. Z. und wiederholte sehr wenig von dem, was in den drei anderen Evangelien berichtet wird.

    Der Apostel Johannes verfasste sein Evangelium mit einem klaren Ziel vor Augen. Bezüglich der Dinge, die er berichtet, sagt er: „Diese [Dinge] . . . sind niedergeschrieben worden, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr, weil ihr glaubt, durch seinen Namen Leben habt“ (Johannes 20:31). Die Botschaft des Evangeliums ist für uns von großem Wert (Heb. 4:12).

    „SIEHE, DAS LAMM GOTTES“
    (Joh. 1:1—11:54)

    Johannes der Täufer sieht Jesus auf sich zukommen und sagt voller Überzeugung: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh. 1:29). Jesus bereist Samaria, Galiläa, Judäa und das östlich des Jordan gelegene Land. Er predigt und lehrt und vollbringt viele machtvolle Werke. Daher kommen viele Menschen zu ihm und glauben an ihn (Joh. 10:41, 42).

    Eines der herausragendsten Wunder Jesu ist die Auferweckung des Lazarus. Viele glauben an Jesus, als sie den Mann, der vier Tage tot war, lebend vor sich sehen. Die Oberpriester und die Pharisäer halten jedoch Rat, ihn zu töten. Daher begibt sich Jesus „in das Land nahe bei der Wildnis, in eine Stadt, Ephraim genannt“ (Joh. 11:53, 54).

    Antworten auf biblische Fragen:

    1:35, 40 — Wer war der Jünger, der zusammen mit Andreas bei Johannes dem Täufer stand?
    Der Verfasser bezeichnet Johannes den Täufer stets nur als „Johannes“ und gibt sich selbst in seinem Evangelium nie durch seinen Namen zu erkennen. Demnach ist der ungenannte Jünger offenbar Johannes, der Schreiber des Evangeliums.

    2:20 — Welcher Tempel wurde „in sechsundvierzig Jahren gebaut“?
    Die Juden bezogen sich auf den Tempel Serubbabels, den König Herodes von Judäa wieder aufbauen und erweitern ließ. Wie der Historiker Josephus berichtet, wurde im 18. Regierungsjahr des Herodes mit dem Bau begonnen oder im Jahr 18/17 v. u. Z. Das Tempelheiligtum und andere Bauwerke wurden in 8 Jahren fertiggestellt. Allerdings wurde am Tempelkomplex noch bis nach dem Passahfest des Jahres 30 u. Z. gebaut. An diesem Bau, so sagten die Juden, sei 46 Jahre gebaut worden.

    5:14 — Ist Krankheit die Folge einer begangenen Sünde?
    Nicht unbedingt. Der Mann, den Jesus geheilt hatte, war aufgrund der Unvollkommenheit 38 Jahre krank gewesen (Joh. 5:1-9). Jesus meinte, der Mann, dem Barmherzigkeit erwiesen worden war, solle nun den Weg der Rettung einschlagen und nicht mehr willentlich sündigen, damit ihm nicht etwas Schlimmeres als eine Krankheit widerfahre. Er könnte sich nämlich der unvergebbaren Sünde schuldig machen, die zum Tod führt und eine Auferstehung ausschließt (Mat. 12:31, 32; Luk. 12:10; Heb. 10:26, 27).

    5:24, 25 — Wer sind diejenigen, die „aus dem Tod zum Leben hinübergegangen“ sind?
    Jesus spricht von denen, die geistig tot gewesen sind, aber als sie Jesu Worte hörten, an ihn geglaubt und ihr sündhaftes Verhalten aufgegeben haben. Sie sind in dem Sinne „aus dem Tod zum Leben hinübergegangen“, dass das auf ihnen lastende Todesurteil aufgehoben worden ist und ihnen aufgrund ihres Glaubens an Gott ewiges Leben in Aussicht steht (1. Pet. 4:3-6).

    5:26; 6:53 — Was ist damit gemeint, „Leben in sich selbst“ zu haben?
    Jesus Christus spricht hier von zwei Befugnissen, die ihm vom Vater verliehen worden sind: Zum einen können Menschen durch ihn Jehovas Wohlgefallen erlangen. Und zum anderen hat Jesus die Macht, Tote aufzuerwecken und ihnen Leben zu geben. Für Jesu Nachfolger bedeutet ‘Leben in sich selbst zu haben’, in die ganze Fülle des Lebens einzugehen. Gesalbten Christen wird dies bei ihrer Auferstehung zu himmlischem Leben gewährt. Treue Christen mit einer irdischen Hoffnung werden erst nach der Tausendjahrherrschaft, wenn sie die Schlussprüfung bestanden haben, in die Fülle des Lebens eingehen (1. Kor. 15:52, 53; Offb. 20:5, 7-10).

    6:64 — Wusste Jesus, als er Judas Iskariot auswählte, dass er von ihm verraten würde?
    Offensichtlich nicht. Bei einer Gelegenheit im Jahr 32 u. Z. sagte Jesus allerdings zu seinen Aposteln: „Einer von euch ist ein Verleumder.“ Möglicherweise bemerkte Jesus zu diesem Zeitpunkt bei Judas Iskariot den Beginn eines verkehrten Laufs (Joh. 6:66-71).

    Lehren für uns:

    2:4. Jesus wollte Maria darauf hinweisen, dass er als getaufter gesalbter Sohn Gottes nur von seinem himmlischen Vater Anweisungen entgegennimmt. Jesus stand zwar erst am Anfang seines irdischen Dienstes, war sich aber völlig der Stunde oder Zeit bewusst, was das ihm übertragene Werk betraf. Er wusste auch, dass dies seinen Opfertod einschließen würde. Nicht einmal eine nahe Verwandte wie Maria durfte ihn beim Tun des göttlichen Willens aufhalten. Wir sollten unserem Gott Jehova ebenso entschlossen dienen.

    3:1-9. Von Nikodemus, einem Vorsteher der Juden, können wir in zweierlei Hinsicht etwas lernen. Nikodemus war demütig und einsichtig. Er war sich seiner geistigen Bedürfnisse bewusst und erkannte einen einfachen Zimmermannssohn als den von Gott gesandten Lehrer an. Demut ist auch für wahre Christen heute eine Notwendigkeit. Andererseits scheute sich Nikodemus, ein Jünger Jesu zu werden, während dieser noch auf der Erde war. Vielleicht hatte er Menschenfurcht oder fürchtete um seine Stellung im Sanhedrin. Es könnte aber auch Liebe zum Reichtum gewesen sein. Daraus ergibt sich für uns eine wertvolle Lehre: Wir dürfen nicht zulassen, dass ähnliche Gründe uns daran hindern, ‘unseren Marterpfahl auf uns zu nehmen und Jesus beständig zu folgen’ (Luk. 9:23).

    4:23, 24. Damit unsere Anbetung für Gott annehmbar ist, muss sie mit der in der Bibel geoffenbarten Wahrheit übereinstimmen und wir müssen uns vom heiligen Geist leiten lassen.

    6:27. Sich für „die Speise [einzusetzen], die für das ewige Leben bleibt“, heißt sich anzustrengen, um die geistigen Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn wir das tun, sind wir glücklich (Mat. 5:3).

    6:44. Jehova kümmert sich persönlich um uns. Er zieht Einzelne durch das Predigtwerk zu seinem Sohn. Und durch seinen heiligen Geist hilft er uns, die biblischen Wahrheiten zu begreifen und danach zu leben.

    11:33-36. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Gefühle zu zeigen.

    ‘FOLGT IHM BESTÄNDIG’
    (Joh. 11:55—21:25)

    Kurz vor dem Passahfest des Jahres 33 u. Z. kehrt Jesus nach Bethanien zurück. Am 9. Nisan reitet er auf einem jungen Esel in Jerusalem ein. Am 10. Nisan kommt er wieder zum Tempel. Auf die Bitte Jesu „Vater, verherrliche deinen Namen“ kommt eine Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wieder verherrlichen“ (Joh. 12:28).

    Im Verlauf des Passahmahls gibt Jesus seinen Jüngern zum Abschied wichtige Ratschläge und betet für sie. Nach der Festnahme, der Gerichtsverhandlung und der Hinrichtung am Pfahl folgt die Auferstehung Jesu.

    Antworten auf biblische Fragen:

    14:2 — Was tat Jesus, um seinen treuen Nachfolgern im Himmel „eine Stätte zu bereiten“?
    Zunächst erschien er mit dem Wert seines vergossenen Blutes vor Gott und machte den neuen Bund rechtskräftig. Zu einem späteren Zeitpunkt empfing er Königsmacht und danach konnte die Auferstehung seiner gesalbten Nachfolger zu himmlischem Leben beginnen (1. Thes. 4:14-17; Heb. 9:12, 24-28; 1. Pet. 1:19; Offb. 11:15).

    19:11 — Bezog sich Jesus auf Judas Iskariot, als er zu Pilatus von dem Mann sprach, der ihn ausgeliefert hatte?
    Anscheinend nahm er weder auf Judas noch auf eine andere Einzelperson Bezug. Es ist anzunehmen, dass Jesus alle Schuldigen im Sinn hatte, die ihn zu Tode bringen wollten. Das schloss Judas, „die Oberpriester und den gesamten Sanhedrin“ und sogar „die Volksmengen“ ein, die überredet worden waren, die Freilassung von Barabbas zu erwirken (Mat. 26:59-65; 27:1, 2, 20-22).

    20:17 — Warum sagte Jesus zu Maria Magdalene, sie solle sich nicht mehr an ihn klammern?
    Maria klammerte sich offensichtlich an Jesus, weil sie dachte, er würde gleich in den Himmel auffahren und sie würde ihn nie mehr wiedersehen. Um ihr zu versichern, dass er noch nicht weggehen würde, forderte er sie auf, sich nicht mehr an ihn zu klammern, sondern seinen Jüngern von seiner Auferstehung zu berichten.

    Lehren für uns:

    12:36. Damit wir „Söhne des Lichts“ oder Lichtträger werden können, benötigen wir eine genaue Erkenntnis des Wortes Gottes, der Bibel. Dann müssen wir diese Erkenntnis gebrauchen, damit andere aus der geistigen Finsternis an das göttliche Licht kommen.

    14:6. Einzig und allein durch Jesus Christus können wir Gottes Wohlgefallen erlangen. Nur wenn wir Glauben an Jesus ausüben und seinem Beispiel folgen, kommen wir Jehova näher (1. Pet. 2:21).

    14:15, 21, 23, 24; 15:10. Gehorsam gegenüber dem göttlichen Willen hilft uns, in der Liebe Gottes und in der Liebe seines Sohnes zu bleiben (1. Joh. 5:3).

    14:26; 16:13. Jehovas heiliger Geist wirkt nicht nur als Lehrer, sondern auch als Erinnerer. Außerdem werden durch den heiligen Geist Wahrheiten geoffenbart. Er kann uns also helfen, an Erkenntnis, Weisheit, Einsicht, Urteilskraft und Denkvermögen zuzunehmen. Daher sollten wir nicht nachlassen, ausdrücklich um diesen Geist zu bitten (Luk. 11:5-13).

    21:15, 19. Petrus wurde gefragt, ob er Jesus mehr liebe als „diese“, das heißt die Fische, die vor ihnen lagen. Jesus wollte Petrus die Notwendigkeit vor Augen führen, sich zu entscheiden. Wollte er seine ganze Zeit im Dienst mit Jesus verbringen oder eine Laufbahn im Fischereihandwerk anstreben? Nach eingehender Betrachtung des Johannesevangeliums sind wir bestimmt darin bestärkt worden, Jesus mehr zu lieben als alles andere, was uns reizvoll erscheinen könnte. Lasst uns Jesus auch künftig ohne Wenn und Aber folgen.

  52. Juleam 8. November 2012 um 09:17 Link zum Kommentar

    Johannes 1 – 3

    Johannes 1 – Jesus Christus – das Mensch gewordene Wort Gottes

    1 Am Anfang war das Wort; das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Der, der das Wort ist, war am Anfang bei Gott. 3 Durch ihn ist alles entstanden; es gibt nichts , was ohne ihn entstanden ist. 4 Inihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht der Menschen. 5 Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können .
    6 Nun trat ein Mensch auf; er war von Gott gesandt und hieß Johannes. 7 Er kam als Zeuge; sein Auftrag war es, als Zeuge auf das Licht hinzuweisen, damit durch ihn alle daran glauben. 8 Er selbst war nicht das Licht; sein Auftrag war es, auf das Licht hinzuweisen. 9 ´Der, auf den er hinwies,` war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet – das Licht, das in die Welt kommen sollte . 10 Er war in der Welt, aber die Welt, die durch ihn geschaffen war, erkannte ihn nicht. 11 Er kam zu seinem Volk, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen. 12 All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. 13 Sie wurden es weder aufgrund ihrer Abstammung noch durch menschliches Wollen , noch durch den Entschluss eines Mannes; sie sind aus Gott geboren worden.
    14 Er, der das Wort ist, wurde ein Mensch von Fleisch und Blut und lebte unter uns . Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit, wie nur er als der einzige Sohn sie besitzt, er, der vom Vater kommt .
    15 Auf ihn wies Johannes die Menschen hin. »Er ist es!«, rief er. »Von ihm habe ich gesagt: Der, der nach mir kommt, ist größer als ich, denn er war schon vor mir da .«
    16 Wir alle haben aus der Fülle seines Reichtums Gnade und immer neu Gnade empfangen. 17 Denn durch Mose wurde uns das Gesetz gegeben, aber durch Jesus Christus sind die Gnade und die Wahrheit zu uns gekommen. 18 Niemand hat Gott je gesehen. Der einzige Sohn hat ihn uns offenbart, er, der selbst Gott ist und an der Seite des Vaters sitzt.

    Johannes der Täufer über sich selbst

    19 Inwelcher Weise Johannes auf ihn hinwies, macht folgende Begebenheit deutlich: Die führenden Männer des jüdischen Volkes schickten aus Jerusalem Priester und Leviten zu Johannes und ließen ihn fragen, wer er selbst eigentlich sei. 20 Johannes wies alle falschen Vorstellungen zurück; unmissverständlich erklärte er : »Ich bin nicht der Messias .« – 21 »Wer bist du dann?«, wollten sie wissen. »Bist du Elia?« – »Nein«, antwortete er, »der bin ich nicht.« – »Bist du der Prophet, ´der kommen soll` ?« – »Nein«, erwiderte er. 22 Da sagten sie zu ihm: »Wer bist du denn? Wir müssen doch denen, die uns geschickt haben, eine Antwort geben. Was sagst du selbst, wer du bist?« 23 Johannes antwortete: »Ich bin, wie der Prophet Jesaja gesagt hat,
    >eine Stimme, die in der Wüste ruft :
    Ebnet den Weg für den Herrn!< « 24 Es waren auch Abgesandte der Pharisäer gekommen. 25 Sie fragten ihn: »Wenn du weder der Messias bist noch Elia, noch der ´verheißene` Prophet, warum taufst du dann?« – 26 »Ich taufe mit Wasser«, erwiderte Johannes. »Aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt. 27 Es ist der, der nach mir kommt. Ich bin nicht einmal würdig, ihm die Riemen seiner Sandalen zu öffnen.« 28 Diese Begebenheit spielte sich in Betanien ab, einer Ortschaft auf der Ostseite des Jordans, wo Johannes taufte.

    Johannes der Täufer über Jesus Christus

    29 Am nächsten Tag kam Jesus zu Johannes. Als dieser ihn kommen sah, rief er: »Seht, hier ist das Opferlamm Gottes, das die Sünde der ganzen Welt wegnimmt! 30 Er ist es, von dem ich sagte: >Nach mir kommt einer, der größer ist als ich, denn er war schon vor mir da.< 31 Auch ich kannte ihn nicht. Aber weil Israel erkennen soll, wer er ist, bin ich gekommen und taufe mit Wasser.«
    32 Weiter bezeugte Johannes: »Ich sah den Geist ´Gottes` wie eine Taube vom Himmel herabkommen und auf ihm bleiben. 33 Ich kannte ihn bis dahin nicht; aber der, der mich gesandt und mir den Auftrag gegeben hat, mit Wasser zu taufen, hatte zu mir gesagt: >Der, auf den du den Geist herabkommen siehst und auf dem er bleiben wird, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.< 34 Das habe ich nun mit eigenen Augen gesehen, und darum bezeuge ich, dass dieser Mann der Sohn Gottes ist.«

    Wie also ist es gemeint, dass Johannes Jesus vor dessen Taufe und der Aussage Jehovas dabei nicht kannte?

    Leider habe ich auf der onlinelib nix dazu gefunden: weder im Inspiriert– oder Einsichtenbuch, noch unter den Höhepunkten. Hat jemand eine Erklärung dafür?

  53. Juleam 8. November 2012 um 09:23 Link zum Kommentar

    Johannes 2 – Die Hochzeit in Kana

    1 Zwei Tage später fand in Kana, einer Ortschaft in Galiläa, eine Hochzeit statt. Die Mutter Jesu nahm daran teil, 2 und Jesus selbst und seine Jünger waren ebenfalls unter den Gästen.
    3 Während des Festes ging der Wein aus. Da sagte die Mutter Jesu zu ihrem Sohn: »Sie haben keinen Wein mehr!« 4 Jesus erwiderte: »Ist es deine Sache, liebe Frau, mir zu sagen, was ich zu tun habe? Meine Zeit ist noch nicht gekommen.« 5 Da wandte sich seine Mutter zu den Dienern und sagte: »Tut, was immer er euch befiehlt!«
    6 Inder Nähe standen sechs steinerne Wasserkrüge, wie sie die Juden für die vorgeschriebenen Waschungen benutzen . Die Krüge fassten jeder zwischen achtzig und hundertzwanzig Liter . 7 Jesus befahl den Dienern: »Füllt die Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis zum Rand. 8 Dann sagte er zu ihnen: »Tut etwas davon in ein Gefäß und bringt es dem, der für das Festessen verantwortlich ist.« Sie brachten dem Mann ein wenig von dem Wasser, 9 und er kostete davon; es war zu Wein geworden. Er konnte sich nicht erklären, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser gebracht hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam 10 und sagte zu ihm: »Jeder andere bietet seinen Gästen zuerst den besseren Wein an, und wenn sie dann reichlich getrunken haben , den weniger guten. Du aber hast den besseren Wein bis zum Schluss zurückbehalten!«
    11 Durch das, was Jesus in Kana in Galiläa tat, bewies er zum ersten Mal seine Macht. Er offenbarte mit diesem Wunder seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.
    12 Danach ging Jesus mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinunter. Dort blieben sie einige Tage.

    Eine sehr schöne Übersetzung

    Bei uns heißt es ja, Jesus habe zu seiner Mutter gesagt: „Frau, was habe ich mit dir zu schaffen?“, was sich für mich sehr unfreundlich anhört. In der passenden Folge über Jesu Wunder in der Zeichentrickreihe „The Beginners Bible“ sagt Jesus zu seiner Mutter, dass es jetzt noch nicht für ihn an der Zeit sei, durch Wunder aufzufallen.

    Hier in Vers 4 wird es etwas abgeschwächt, indem er zu seiner Mutter „liebe Frau“ sagt. Sehr schön!

  54. Juleam 8. November 2012 um 09:25 Link zum Kommentar

    Johannes 2:13-22

    Der Tempel – Haus Gottes oder Kaufhaus?

    13 Kurz bevor die Juden ihr Passafest feierten, ging Jesus nach Jerusalem hinauf. 14 Im Vorhof des Tempels stieß er auf die Händler, die ihre Rinder, Schafe und Tauben zum Verkauf anboten, und auf die Geldwechsler, die ´an ihren Tischen` saßen. 15 Da machte er sich aus Stricken eine Peitsche und trieb sie alle mit ihren Schafen und Rindern aus dem Tempelbezirk hinaus. Er schüttete das Geld der Wechsler auf den Boden und stieß ihre Tische um, 16 und den Taubenverkäufern befahl er: »Schafft das alles weg! Macht aus dem Haus meines Vaters kein Kaufhaus!« 17 Seine Jünger erinnerten sich dabei an die Schriftstelle: »Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren.«
    18 Die führenden Männer des jüdischen Volkes stellten Jesus zur Rede: »Kannst du uns mit einem Wunder beweisen, dass du das Recht hast, so zu handeln? « 19 Jesus gab ihnen zur Antwort: »Reißt diesen Tempel ab, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen.« – 20 »Wie?«, entgegneten sie. »Sechsundvierzig Jahre lang wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufbauen?« 21 Doch Jesus hatte mit dem Tempel seinen eigenen Körper gemeint. 22 Später, als Jesus von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger an diesen Ausspruch, und sie glaubten ´den Voraussagen` der Schrift und dem, was Jesus selbst gesagt hatte.

    Wieso fordern sie ein Wunder als Legitimation?

    Wieso muss er erst durch ein Wunder beweisen, dass sein Handeln richtig ist? Reicht es ihnen nicht, dass er dies mit den heiligen Schriften beweisen kann?

    Wenn mir jemand anhand der Bibel zeigt, dass das, was ich tue verkehrt ist – dann ist es doch egal, ob er ein Ältester, ein Pastor oder ein Priester ist. Wichtig ist doch einzig und allein, dass Jehova hier durch sein Wort zu mir spricht.

  55. Juleam 8. November 2012 um 09:31 Link zum Kommentar

    Johannes 3:1-21 – eine Geschichte, die wir nur im Evangelium des Johannes finden:

    Jesus und Nikodemus: Die Notwendigkeit, von neuem geboren zu werden

    1 Einer der führenden Männer des jüdischen Volkes, ein Pharisäer namens Nikodemus, 2 suchte Jesus einmal bei Nacht auf. »Rabbi«, sagte er zu ihm, »wir wissen, dass du ein Lehrer bist, den Gott gesandt hat. Denn niemand kann solche Wunder tun wie du, wenn Gott nicht mit ihm ist.«
    3 Jesus entgegnete: »Ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.« – 4 »Wie kann ein Mensch, wenn er alt geworden ist, noch einmal geboren werden?«, wandte Nikodemus ein. »Er kann doch nicht in den Leib seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal auf die Welt kommen!«
    5 Jesus erwiderte: »Ich sage dir eins: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht ins Reich Gottes hineinkommen. 6 Natürliches Leben bringt natürliches Leben hervor; geistliches Leben wird aus dem Geist geboren. 7 Darum sei nicht erstaunt, wenn ich dir sage: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8 Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen , aber woher er kommt und wohin er geht, weißt du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.«
    9 »Aber wie kann das geschehen?«, fragte Nikodemus. 10 »Du als Lehrer Israels weißt das nicht?«, entgegnete Jesus. 11 »Ich will dir etwas sagen: Wir reden von Dingen, die wir kennen; das, was wir bezeugen, haben wir gesehen. Wir bezeugen es, aber ihr nehmt es nicht an. 12 Und da ihr mir nicht einmal glaubt, wenn ich über die irdischen Dinge zu euch rede, wie werdet ihr mir dann glauben können, wenn ich über die himmlischen Dinge zu euch rede? 13 Es ist noch nie jemand in den Himmel hinaufgestiegen; der Einzige, der dort war, ist der , der aus dem Himmel herabgekommen ist – der Menschensohn . 14 Und wie Mose damals in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss auch der Menschensohn erhöht werden, 15 damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat .
    16 Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt , dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht. 17 Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist damit schon verurteilt; denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist Gottes eigener Sohn. 19 So vollzieht sich das Gericht an den Menschen. Das Licht ist in die Welt gekommen, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, weil ihr Tun böse war. 20 Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht; er tritt nicht ins Licht, damit sein Tun nicht aufgedeckt wird. 21 Wer sich jedoch bei dem, was er tut, nach der Wahrheit richtet, der tritt ins Licht, und es wird offenbar , dass sein Tun in Gott gegründet ist.«

    Wieso hätte Nikodemus als Lehrer des Volkes Kenntnis über die geistige Geburt haben müssen?

    Gibt es in den hebräischen Schriften irgendwelche Texte, die eindeutig darauf hinwiesen, dass es einmal Menschen geben würden, die in den Himmel kommen? War nicht bis zu Jesus hin die irdische Hoffnung die einzige, die die Menschen hatten? Glaubten sie nicht an eine Auferstehung in einem Paradies auf der Erde?

    War es denn nicht so, dass Jesus mit den neuen Bund eine völlig neue Hoffnung erschloss?

    In den „Fragen von Lesern“ von 2006 heißt es hierzu:

    Was meinte Jesus, als er zu Nikodemus sagte: „Kein Mensch [ist] in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabkam, der Menschensohn“ (Johannes 3:13)?

    Jesus befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der Erde, war somit noch gar nicht in den Himmel hinaufgestiegen oder dorthin zurückgekehrt. Das, was wir über Jesus wissen, sowie der Zusammenhang, in dem er das sagte, kann uns helfen, die Aussage zu verstehen.

    Jesus ‘kam vom Himmel herab’, aus dem geistigen Bereich, wo er bei seinem Vater gelebt hatte. Das geschah, als zur bestimmten Zeit Jesu Leben in den Mutterleib Marias übertragen wurde, sodass er schließlich als Mensch geboren wurde (Lukas 1:30-35; Galater 4:4; Hebräer 2:9, 14, 17). Nach seinem Tod würde er als Geistgeschöpf auferweckt werden und zu Jehova zurückkehren. Kurz bevor Jesus umgebracht wurde, konnte er deshalb beten: „Vater, verherrliche mich an deiner Seite mit der Herrlichkeit, die ich an deiner Seite hatte, ehe die Welt war“ (Johannes 17:5; Römer 6:4, 9; Hebräer 9:24; 1. Petrus 3:18).

    Als Jesus mit Nikodemus, einem Pharisäer und Lehrer in Israel, sprach, war er also noch nicht in den Himmel zurückgekehrt. Natürlich war auch kein anderer Mensch nach dem Tod in den geistigen Bereich, den Himmel, hinaufgestiegen. So sagte Jesus über Johannes den Täufer, dieser sei zwar ein absolut herausragender Prophet Gottes, aber „jemand, der ein Geringerer ist im Königreich der Himmel, ist größer als er“ (Matthäus 11:11). Und wie der Apostel Petrus erklärte, befand sich sogar der verstorbene treue König David noch in seinem Grab; David war nicht in den Himmel aufgefahren (Apostelgeschichte 2:29, 34). Es hatte seinen Grund, dass diejenigen, die vor Jesus starben, wie David, Johannes der Täufer und andere Glaubensmenschen, nicht in den Himmel kamen. Sie starben, ehe Jesus für Menschen den Weg oder die Möglichkeit eröffnete, zum Leben im Himmel auferweckt zu werden. Wie der Apostel Paulus schrieb, hat Jesus sozusagen als Vorläufer „einen neuen und lebendigen Weg eingeweiht“ — einen Weg in den Himmel (Hebräer 6:19, 20; 9:24; 10:19, 20).

    Da Jesus ja noch nicht gestorben und auferweckt worden war, entsteht die Frage, was er damit meinte, als er zu Nikodemus sagte: „Kein Mensch [ist] in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabkam, der Menschensohn“ (Johannes 3:13). Betrachten wir einmal den Zusammenhang dieser Aussage, nämlich das, worüber Jesus mit Nikodemus sprach.

    Jesus erklärte dem jüdischen Vorsteher, der im Schutz der Dunkelheit zu ihm gekommen war: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht wiedergeboren wird, kann er das Königreich Gottes nicht sehen“ (Johannes 3:3). Daraufhin fragte Nikodemus, wie das denn sein könne. Wie kann ein Mensch ein zweites Mal geboren werden? Er verstand die göttliche Lehre über das Eingehen in Gottes Königreich nicht. Gab es für ihn irgendeine Möglichkeit, Näheres darüber zu erfahren? Aus rein menschlicher Sicht war das ausgeschlossen; kein Mensch, der damals lebte, hätte ihn darüber belehren können. Weil niemand von ihnen im Himmel gewesen war, konnte keiner sagen, wie man in das Königreich eingeht. Die einzige Ausnahme war Jesus. Er konnte Nikodemus und andere darüber belehren, weil er vom Himmel herabgekommen war und den Menschen deshalb Auskunft darüber geben konnte.

    Die Frage zu diesem Text verdeutlicht einen wertvollen Gedanken in Verbindung mit dem Studium des Wortes Gottes. Es besteht kein vernünftiger Grund, sich an einer Textstelle zu stoßen, nur weil sie schwer verständlich scheint. Das, was die Bibel an einer Stelle sagt, muss unter Berücksichtigung anderer Textstellen betrachtet werden und mit diesen in Einklang stehen. Außerdem kann uns häufig der Zusammenhang — die Situation oder das, was zur Erörterung stand — helfen, die vernünftige, logische Erklärung für einen unklaren Text zu finden.

  56. Juleam 8. November 2012 um 09:33 Link zum Kommentar

    Johannes 3:22-36

    Der Auftrag Johannes‘ des Täufers und der Auftrag Jesu

    22 Danach ging Jesus mit seinen Jüngern in das Gebiet von Judäa. Er blieb einige Zeit mit ihnen dort und taufte.
    23-24 Auch Johannes, der damals noch nicht im Gefängnis war, taufte noch, und zwar in Änon, einem Ort in der Nähe von Salim, wo es reichlich Wasser gab. Die Menschen kamen auch dort zu ihm und ließen sich taufen.
    25 Eines Tages kam es zwischen den Jüngern des Johannes und einem jüdischen Mann zu einer Auseinandersetzung über die Reinigungsvorschriften. 26 Sie wandten sich deswegen an Johannes. »Rabbi«, sagten sie, »jener Mann, der auf der anderen Seite des Jordans bei dir war und auf den du die Menschen hingewiesen hast , der tauft jetzt auch, und alle gehen zu ihm!«
    27 Johannes erwiderte: »Ein Mensch kann sich nicht das Geringste selber nehmen; es muss ihm vom Himmel her gegeben werden. 28 Ihr selbst könnt bezeugen, dass ich sagte: Ich bin nicht der Messias ; ich bin nur als sein Wegbereiter vor ihm hergesandt. 29 Er ist der Bräutigam, ihm gehört die Braut. Der Freund des Bräutigams steht dabei und hört ihm zu und freut sich, seine Stimme zu hören. Das ist auch meine Freude; jetzt ist sie vollkommen. 30 Er muss immer größer werden und ich immer geringer.
    31 Der, der von oben kommt, steht über allen. Wer von der Erde ist, gehört zur Erde und redet aus irdischer Sicht. Der, der vom Himmel kommt, steht über allen. 32 Er verkündet das, was er gesehen und gehört hat, aber keiner nimmt seine Botschaft an. 33 Doch wer seine Botschaft angenommen hat, hat damit bestätigt, dass das, was Gott sagt, wahr ist . 34 Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet Gottes eigene Worte; Gott gibt ihm den Geist in unbegrenzter Fülle . 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gelegt. 36 Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen; der Zorn Gottes bleibt auf ihm.«

    Immer dieses „Gerangel um Mitglieder“. Warum haben wir eigentlich immer Abgst, jemand anderes könnte uns was wegnehmen, wenn auch er Anerkennung bekommt und ihn andere nachahmen? Haben wir denn Exclusivrechte?

    Erinnern wir uns an den Anspruch der Bibel, dass für Jehova „jeder annehmbar ist, der seine Gebote hält“. Ganz egal, wo er herkommt und wohin er gehört. Dies hat auch heute noch Gültigkeit und erfreulicherweise beteiligen sich nun auch die anderen Religionen daran, die Botschaft Gottes und sein Wort zu verkündigen. Wie sagte Jesus an anderer Stelle so schön? „Wer nicht gegen uns ist, ist für uns“.

    Eine Religionsorganisation erweist sich nicht dadurch als stark, dass sie die meisten Mitglieder hat oder das meiste Geld für ihr Werk zur Verfügung – sondern dadurch, dass sie sich und die wahre Anbetung rein erhält. Wenn sie nur deshalb so viele Anhänger hat, weil sie diejenigen nicht rauswirft, die sich weigern, nach Gottes Wort zu leben (vielleicht, weil diese große Summen spenden), dann verliert sie Gottes Segen und seinen Geist. Mag sie auch noch so eine lange und beeindruckende Geschichte haben oder eine ansehnliche Mitgliederzahl!

    Wir wissen, dass es in der Geschichte von Gottes Volk, die wir in der Bibel nachlesen können, immer wieder Situationen gab, wo sich Jehova von seinem Volk zurückzog, ja sogar zurückziehen mußte – weil sie das Böse in ihrer Mitte duldeten.

    Bitte berücksichtigen wir dies und handeln wir entsprechend.

    Jetzt ist nicht die Zeit, um einen Wettbewerb um die beste, beliebsteste oder um die wahre Religion auszufechten. Wir leben in der Zeit des Endes. Es wäre ziemlich dumm, wenn wir nach unseren Brüdern beissen würden. Jetzt geht es darum, Gottes Wort zu verkündigen und den Menschen zu helfen, auf den richtigen Weg – auf den Weg zu Gott – zu finden. Freuen wir uns doch darüber, dass dies die anderen christlichen Religionen inzwischen auch erkannt haben und ihr Bestes in dieser Hinsicht geben!

  57. Juleam 8. November 2012 um 09:45 Link zum Kommentar

    Johannes 4 – 6

    Johannes 4 – Jesus und die samaritanische Frau:

    Das Wasser, das den Durst für immer löscht

    1 Die Pharisäer hörten, dass Jesus mehr Menschen zu Jüngern machte und taufte als Johannes. ( 2 Allerdings war es nicht Jesus selbst, der taufte, sondern seine Jünger.) 3 Als Jesus erfuhr, dass den Pharisäern berichtet wurde, ´wie groß der Zulauf zu ihm war,` verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4 Dabei musste er durch Samarien reisen.
    5 Sein Weg führte ihn durch Sychar, eine samaritanische Ortschaft, in deren Nähe das Feld lag, das Jakob einst seinem Sohn Josef gegeben hatte, 6 und wo sich auch der Jakobsbrunnen befand. Es war um die Mittagszeit ; müde von der Reise hatte sich Jesus an den Brunnen gesetzt. 7-8 Seine Jünger waren in den Ort gegangen, um etwas zu essen zu kaufen.
    Da kam eine samaritanische Frau zum Brunnen, um Wasser zu holen. Jesus bat sie: »Gib mir zu trinken!« 9 Überrascht fragte die Frau: »Wie kannst du mich um etwas zu trinken bitten? Du bist doch ein Jude, und ich bin eine Samaritanerin!« (Die Juden meiden nämlich jeden Umgang mit den Samaritanern. ) 10 Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: >Gib mir zu trinken‹, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir Quellwasser gegeben, lebendiges Wasser.«
    11 »Herr«, wandte die Frau ein, »du hast doch nichts, womit du Wasser schöpfen kannst, und der Brunnen ist tief. Woher willst du denn dieses lebendige Wasser nehmen? 12 Bist du etwa mehr als unser Stammvater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben und selbst von seinem Wasser getrunken hat – er und seine Söhne und seine Herden?« 13 Jesus gab ihr zur Antwort: »Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben.« – 15»Herr, bitte gib mir von diesem Wasser!«, sagte die Frau. »Dann werde ich nie mehr Durst haben und muss nicht mehr hierher kommen, um Wasser zu holen.«
    16 »Geh und rufe deinen Mann!«, entgegnete Jesus. »Komm mit ihm hierher!« – 17 »Ich habe keinen Mann«, sagte die Frau. »Das stimmt«, erwiderte Jesus. »Du hast keinen Mann. 18 Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.«
    19 »Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist«, sagte die Frau. 20 »Unsere Vorfahren haben Gott auf diesem Berg hier angebetet. Ihr Juden dagegen sagt, der richtige Ort, um Gott anzubeten, sei Jerusalem.« 21 Jesus erwiderte: »Glaube mir, Frau, es kommt eine Zeit, wo ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet. 22 Ihr ´Samaritaner` betet an, ohne zu wissen, was ihr anbetet. Wir jedoch wissen, was wir anbeten, denn die Rettung ´der Welt` kommt von den Juden. 23 Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten. 24 Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten wollen, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.«
    25 »Ich weiß, dass der Messias kommen wird«, entgegnete die Frau. (»Messias« ist das ´hebräische` Wort für »Christus«.) »Wenn er kommt, wird er uns alle diese Dinge erklären.« 26 Da sagte Jesus zu ihr: »Du sprichst mit ihm; ich bin es.«
    27 In diesem Augenblick kamen seine Jünger zurück. Sie waren erstaunt, Jesus im Gespräch mit einer Frau anzutreffen, doch keiner wagte ihn zu fragen, was er von ihr wollte oder worüber er mit ihr redete.
    28 Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, ging in den Ort zurück und sagte zu den Leuten: 29 »Kommt mit, ich habe einen Fremden getroffen, der mir alles auf den Kopf zugesagt hat, was ich getan habe! Ob er wohl der Messias ist?« 30 Da machten sich die Leute aus dem Ort auf den Weg zu Jesus.
    31 Währenddessen drängten ihn die Jünger: »Rabbi, iss doch etwas!« 32 Aber Jesus sagte: »Ich lebe von einer Nahrung, von der ihr nichts wisst.« 33 Verwundert fragten sich die Jünger untereinander: »Hat ihm denn jemand etwas zu essen gebracht?« 34 Jesus erwiderte: »Meine Nahrung ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat. 35 Sagt ihr nicht: ›Es dauert noch vier Monate, dann beginnt die Ernte‹? Nun, ich sage euch: Blickt euch einmal um und seht euch die Felder an. Sie sind reif für die Ernte! 36 Ja, die Ernte wird jetzt schon eingebracht, und der, der erntet, erhält seinen Lohn; er sammelt Frucht für das ewige Leben. So freuen sich beide zugleich – der, der sät, und der, der erntet. 37 Das Sprichwort sagt: Einer sät, und ein anderer erntet.< Das trifft hier zu. 38 Ich habe euch zum Ernten auf ein Feld geschickt, auf dem ihr vorher nicht gearbeitet habt. Andere haben darauf gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.«
    39 Viele Samaritaner aus jenem Ort glaubten jetzt an Jesus. Die Frau hatte ihnen bezeugt: »Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe«, und auf ihr Wort hin glaubten sie. 40 Die Leute aus dem Ort , die zu Jesus hinausgegangen waren, baten ihn, bei ihnen zu bleiben. Er blieb zwei Tage dort, 41 und auf sein Wort hin glaubten noch viel mehr Menschen an ihn. 42 »Wir glauben jetzt nicht mehr nur aufgrund von dem, was du uns erzählt hast«, erklärten sie der Frau. »Wir haben ihn jetzt mit eigenen Ohren gehört und wissen, dass er wirklich der Retter der Welt ist.«

    Und wieder der Gedanke, dass es nicht auf den Ort ankommt: wahre Anbeter Jehovas wären an dem Geist zu erkennen, den ER ihnen gibt.

    Auch geht es nicht darum, wer was gesät hat – es geht einzig und allein um die Ernte, die eingebracht werden muss: die Menschen aus Gottes Wort zu belehren und zu Jehova Gott hinzuführen.

    Also: wer ermuntert die Menschen, in Gottes Wort zu lesen und seinen Willen im täglichen Leben umzusetzen? Wer ermuntert sie, das Gelernte weiterzutragen, weil ihr Herz von all dem Guten erfüllt ist, was sie über Jehova gelernt haben?

    Wie genau lautet der Auftrag, den Jesus seinen Jüngern kurz vor seinem Weggang gab?

    Sie sollten zu der Menschen hingehen und sie lehren, alles zu halten, was er geboten hat und sie taufen

    Tun wir das?

  58. Juleam 8. November 2012 um 09:48 Link zum Kommentar

    Johannes 5:17-30

    17 Aber Jesus sagte zu ihnen: »Mein Vater hat bis heute nie aufgehört zu wirken , und ´weil er wirkt,` wirke auch ich.« 18 Das brachte sie noch mehr gegen ihn auf; sie waren jetzt entschlossen , ihn zu töten. Denn er hatte nicht nur die Sabbatvorschriften missachtet , sondern darüber hinaus Gott seinen Vater genannt und sich damit Gott gleichgestellt.

    Jesu Vollmacht: die Vollmacht des Sohnes

    19 ´Zu diesen Anschuldigungen` erklärte Jesus: »Ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun; er tut nur, was er den Vater tun sieht. Was immer der Vater tut, das tut auch der Sohn. 20 Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut. Ja, der Sohn wird noch viel größere Dinge tun, weil der Vater sie ihm zeigt – Dinge, über die ihr staunen werdet. 21 Denn wie der Vater die Toten zum Leben erweckt , so gibt auch der Sohn denen Leben, denen er es geben will. 22 Dem Sohn ist nämlich auch das Gericht übertragen. Der Vater selbst richtet niemand ; er hat das Gericht ganz dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ebenso ehren wie den Vater. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der den Sohn gesandt hat.
    24 Ich versichere euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu ; er hat den Schritt vom Tod ins Leben getan. 25 Ich sage euch: Die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und wer sie hört, wird leben. 26 Denn wie der Vater aus sich selbst heraus Leben hat, so hat er auch dem Sohn die Macht gegeben, aus sich selbst heraus Leben zu haben. 27 Und er hat ihm die Vollmacht gegeben, Gericht zu halten; denn er ist der Menschensohn.
    28 Seid deshalb nicht erstaunt, wenn ich euch sage, dass der Tag kommt, an dem die Toten in ihren Gräbern die Stimme des Sohnes hören 29 und herauskommen werden. Die, die getan haben, was gut ist, werden zu neuem Leben auferweckt werden; die aber, die getan haben, was böse ist, werden zu ihrer Verurteilung auferweckt werden.
    30 Von mir selbst aus kann ich nichts tun. Auch dann, wenn ich urteile, höre ich auf den Vater. Und mein Urteil ist gerecht, weil es mir nicht um meinen eigenen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.«

    Dies muss den Pharisäern wie eine mächtige Provokation vorgekommen sein.

    Stellen wir uns nur vor, einer unserer Brüder würde aufstehen und so mit uns reden. Wie würden dann wohl wir empfinden?

  59. Juleam 9. November 2012 um 12:05 Link zum Kommentar

    Johannes 5:31-47

    Die Glaubwürdigkeit der Aussagen Jesu über sich selbst

    31 »Wenn ich keinen anderen Zeugen hätte als mich selbst , dann wäre das, was ich über mich sage, nicht glaubwürdig . 32 Nun gibt es aber einen anderen, der mein Zeuge ist, und ich weiß, dass das, was er über mich sagt, wahr ist.
    33 Ihr habt eure Leute zu Johannes geschickt, und er hat euch die Wahrheit klar bezeugt. 34 Nicht, dass ich auf die Aussage eines Menschen angewiesen wäre; ich sage das nur, weil ich möchte, dass ihr gerettet werdet. 35 Johannes war eine brennende Lampe, die einen hellen Schein gab; aber alles, was ihr wolltet, war, euch eine Zeit lang an ihrem Licht zu begeistern.
    36 Doch ich habe etwas, was noch mehr für mich spricht als das, was Johannes über mich ausgesagt hat: Es sind die Dinge, die ich tue, um den Auftrag zu erfüllen, den der Vater mir gegeben hat. Sie zeugen davon, dass er es ist, der mich gesandt hat. 37 Und auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat als mein Zeuge gesprochen. Aber ihr habt seine Stimme nie gehört und seine Gestalt nie gesehen. 38 Und ihr verschließt euch seinem Wort gegenüber; es bleibt nicht in euch. Sonst würdet ihr dem glauben , den er gesandt hat. 39 Ihr forscht in der Schrift, weil ihr meint, durch sie das ewige Leben zu finden. Aber gerade die Schrift weist auf mich hin . 40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, obwohl ihr bei mir das Leben finden würdet.
    41 Ich bin nicht darauf aus, von Menschen Anerkennung zu bekommen. 42 Aber ´bei euch ist es anders`. Ich kenne euch und weiß, dass ihr der Liebe zu Gott keinen Raum in eurem Leben gebt . 43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr lehnt mich ab. Doch wenn jemand anders in seinem eigenen Namen kommt, werdet ihr ihn mit offenen Armen aufnehmen. 44 Wie solltet ihr auch glauben können? Bei euch ist jeder darauf aus, von den anderen Anerkennung zu bekommen; nur die Anerkennung bei dem einen, wahren Gott sucht ihr nicht.
    45 Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde. Mose wird euch anklagen – er, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. 46 Denn wenn ihr Mose wirklich glauben würdet, würdet ihr auch mir glauben; er hat ja über mich geschrieben. 47 Wenn ihr aber dem nicht glaubt, was Mose geschrieben hat, wie wollt ihr dann dem glauben, was ich euch sage?«

    Wieder die Sache mit der Anerkennung und den Prioritäten.

    Allerdings weiss ich aus Erfahrung, wie schwer es oftmals ist, wenn wir in den Augen aller Menschen nichts sind. Da tröstet es oftmals auch nicht wirklich, zu wissen, dass Jehova voller Liebe auf uns herab schaut. Ein Punkt, an dem ich wohl noch lange arbeiten werde

  60. Juleam 9. November 2012 um 12:08 Link zum Kommentar

    Johannes 7 – 10

    Johannes 7 – Jesus lässt sich nicht zu vorzeitigem Handeln drängen

    1 In der darauf folgenden Zeit zog Jesus durch Galiläa. Er mied Judäa , denn dort trachteten ihm die führenden Männer des jüdischen Volkes nach dem Leben. 2 Doch kurz bevor die Juden ihr Laubhüttenfest feierten, 3 sagten seine Brüder zu ihm: »Du solltest nicht länger hier in Galiläa bleiben. Geh nach Judäa, damit auch dort deine Jünger sehen können, was für große Dinge du tust. 4 Wer mit dem, was er tut, in der Öffentlichkeit bekannt werden möchte, zieht sich nicht in einen versteckten Winkel zurück. Wenn du schon so ungewöhnliche Dinge tust, dann zeig dich auch vor aller Welt!« 5 So redeten seine eigenen Brüder, weil nicht einmal sie an ihn glaubten.
    6 Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Für mich ist die richtige Zeit noch nicht da; euch ist jeder Zeitpunkt recht. 7 Euch kann die Welt nicht hassen, mich aber hasst sie, weil ich nicht darüber schweige , dass ihr Tun böse ist. 8 Geht ihr nur hinauf zum Fest. Ich komme jetzt nicht; für mich ist die Zeit noch nicht da .« 9 Mit dieser Antwort ´ließ er sie gehen`; er selbst blieb in Galiläa.

    Am Anfang hören sich seine Brüder so an, als würden sie an ihn glauben und wollten, dass auch andere dies tun. Umso überraschter sind wir, wenn wir dann lesen, dass sie dies sagen, weil sie nicht an ihn glauben.

    Auch der Teil, warum er jetzt nicht mitkommt, ist hier gut übersetzt. Bisher hatte sich dies immer eher wie eine Lüge angehört, wenn er sagt, er geht nicht zum Fest. Hier sagt er: „ich gehe jetzt noch nicht“ – und das stimmt ja auch: er und seine Jünger gehen etwas später

  61. Juleam 9. November 2012 um 12:13 Link zum Kommentar

    Johannes 8 – Jesus und die Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde: Freispruch statt Verurteilung

    1 Jesus aber ging zum Ölberg. 2 Früh am Morgen war Jesus wieder im Tempel. Das ganze Volk versammelte sich um ihn, und er setzte sich und begann zu lehren.
    3 Da kamen die Schriftgelehrten und die Pharisäer mit einer Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte, sodass jeder sie sehen konnte. 4 Dann wandten sie sich an Jesus. »Meister«, sagten sie, »diese Frau ist eine Ehebrecherin; sie ist auf frischer Tat ertappt worden. 5 Mose hat uns im Gesetz befohlen, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du dazu?«
    6 Mit dieser Frage wollten sie Jesus eine Falle stellen, um dann Anklage gegen ihn erheben zu können. Aber Jesus beugte sich vor und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie jedoch darauf bestanden, auf ihre Frage eine Antwort zu bekommen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen.« 8 Dann beugte er sich wieder vor und schrieb auf die Erde. 9 Von seinen Worten getroffen , verließ einer nach dem anderen den Platz; die ältesten unter ihnen gingen als Erste. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch da stand, wo ihre Ankläger sie hingestellt hatten .
    10 Er richtete sich auf. »Wo sind sie geblieben?«, fragte er die Frau. »Hat dich keiner verurteilt?« – 11 »Nein, Herr, keiner«, antwortete sie. Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht; du darfst gehen. Sündige von jetzt an nicht mehr!«

    Warum reagiert Jesus hier eigentlich so? Was will er ihnen damit zeigen?

    Dass er sich mehrfach vorbeugt und in den Sand schreibt, sieht hier für mich so aus, als würde er ihnen absichtlich den Rücken kehren, weil es ihn nicht interessiert, was sie da tun. So nach dem Motto: „macht was ihr wollt, das geht mich alles nichts an“.

    Auf der anderen Seite stellt sich ja die Frage, warum er hier eine Frau toleriert, die ganz eindeutig gegen Gottes Gebote verstoßen hat. Sie wurde beim Ehebruch erwischt und darauf steht nach dem mosaischen Gesetz die Todesstrafe. Dies weiss Jesus und sicherlich hasst er ebenso wie Jehova das, was ER hasst. Warum dann also diese Reaktion?

    Ging es ihm darum, dass sie von Leuten angeklagt wird, die selbst nicht nach dem Willen Gottes leben? So nach dem Motto: „fasst euch erst mal an eure eigene Nase!“?

    In der Welt gibt es ein Sprichwort: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“. Ob dies von dieser Geschichte hier abgeleitet ist?

    Worum geht es hier eigentlich? Warum bringen die Männer die Ehebrecherin denn hier zu Jesus? Sind sie wirklich darüber aufgebracht, dass diese Frau etwas getan hat, was Jehova verurteilt? Oder wollen sie jemand anderes schlecht machen, damit sie selbst besser dastehen?

    Hier wird gesagt, dass ihre Motivation war, einen Grund gegen Jesus zu finden. Also noch schlimmer als jede Scheinheiligkeit:

    Es geht ihnen überhaupt nicht um Jehova und darum, was sein Wille ist. Sie wollen nur „diesen Unruhestifter“ loswerden. Und dies um jeden Preis!

    Wie denkt Jehova über Menschen, die so etwas tun oder so eingestellt sind?

  62. Juleam 9. November 2012 um 12:16 Link zum Kommentar

    Johannes 8 – Kinder Abrahams oder Kinder des Teufels?

    37 »Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Und trotzdem trachtet ihr mir nach dem Leben. Das kommt daher, dass ihr euch meinem Wort gegenüber verschließt. 38 Ich rede von dem, was ich beim Vater gesehen habe. Und auch ihr habt einen Vater, auf dessen Anweisungen ihr hört.«
    39 »Unser Vater ist Abraham«, erwiderten sie. Jesus entgegnete: »Wenn ihr wirklich Kinder von Abraham wärt, würdet ihr auch so handeln wie Abraham. 40 Stattdessen wollt ihr mich töten – mich, der ich euch die Wahrheit sage, wie ich sie von Gott gehört habe. So etwas hätte Abraham nie getan. 41 Ihr handelt eben genau wie euer ´wirklicher` Vater.«
    »Wir sind doch keine unehelichen Kinder !«, protestierten sie. »Wir haben nur einen Vater, und das ist Gott.« 42 Jesus erwiderte: »Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben. Denn von Gott bin ich zu euch gekommen, nicht im eigenen Auftrag; Gott ist es, der mich gesandt hat. 43 ´Aber ich kann euch sagen,` warum mein Reden für euch so unverständlich ist und wie es kommt, dass ihr gar nicht fähig seid , auf mein Wort zu hören: 44 Ihr stammt vom Teufel; der ist euer Vater. Und was euer Vater wünscht, das führt ihr bereitwillig aus. Er war von Anfang an ein Mörder und stand nie auf dem Boden der Wahrheit, weil es in ihm keine Wahrheit gibt. Wenn er lügt, redet er so, wie es seinem ureigensten Wesen entspricht; denn er ist ein Lügner, ja er ist der Vater der Lüge. 45 Ich aber sage die Wahrheit, und gerade das ist der Grund, weshalb ihr mir nicht glaubt. 46 Wer von euch kann behaupten, ich hätte je eine Sünde begangen ? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir dann nicht? 47 Wer von Gott stammt, hört auf das, was Gott sagt. Ihr hört deshalb nicht darauf, weil ihr nicht von Gott stammt.«

    Als wessen Kinder erweisen wir uns?

    Jesus sagte, dass man einen Baum an seinen Früchten erkennen würde. Welche Früchte bringen wir hervor? Bemühen wir uns aufrichtig, die ganze „Frucht des Geistes“ hervorzubringen? Tun wir unser Bestes und nehmen dafür viele Anstrengungen in Kauf? Sind wir bereit, uns im übertragenen Sinne sogar „ein Auge auszureißen“ oder „eine Hand abzuhacken“, damit wir nichts tun, das unseren Vater kränken würde?

  63. Juleam 9. November 2012 um 12:39 Link zum Kommentar

    Johannes 8:56

    Abraham, euer Vater, sah dem Tag meines Kommens mit jubelnder Freude entgegen. Und er hat ihn erlebt und hat sich darüber gefreut.

    Inwiefern hat Abraham den Tag des Kommens Jesu gesehen? In dem Sinne, dass er ihn „mit dem Glaubensauge sah“?

    Aber wie kann er ihn „erlebt haben“? Abraham ist keiner von den Gesalbten, die in den Himmel kommen würden und schläft bis zur entsprechenden Zeit zu seiner Auferstehung im allgemeinen Grab der Menschheit. Wie kann er dann Jesu Kommen bereits erlebt haben?

    Könnte dies damit zu tun haben, dass er bereits von Jehova wegen seines Glaubens gerechtgesprochen war?

    Was den Glauben Abrahams angeht, heißt es in Gottes Wort: „[Abraham] setzte Glauben in Jehova; und er rechnete es ihm dann als Gerechtigkeit an“ (1. Mo. 15:5, 6). Gerecht im absoluten Sinn ist natürlich kein Mensch (Jak. 3:2). Doch Jehova handelte mit Abraham wegen seines hervorragenden Glaubens so, als ob er gerecht wäre, und nannte ihn sogar seinen Freund (Jes. 41:8).
    WT 15.01.2008

    oder deshalb, weil er mit der Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern, vorausschattete, dass Jehova seinen geliebten Sohn Jesus für unsere Sünden opfern würde?

    Die in den Berichten über das Leben Jesu geschilderten Ereignisse lassen erkennen, daß er ein vollkommener Mensch war, dessen Tod die Sünde der Menschheit sühnen konnte (Matthäus 20:28; Lukas 1:26-38). Als in den Christlichen Griechischen Schriften darauf hingewiesen wurde, daß die verschiedenen, unter dem Gesetzesbund dargebrachten Opfer Schattenbilder des einen endgültigen und vollständigen Opfers waren, erhielten der gesamte Rahmen des mosaischen Gesetzes und auch andere Teile der Bibel eine umfassendere Bedeutung (Hebräer 10:1-10).

    So gesehen bekommt die ganze Geschichte Abrahams eine neue Bedeutung. Gott bat Abraham nicht nur deshalb, seinen Sohn zu töten, um seinen Glauben zu prüfen, sondern auch, um ein Drama darzustellen, das den Menschen verständlich machen sollte, daß er selbst zum ewigen Wohl der Menschheit ein Opfer bereitstellen würde — jemand, den er sehr liebte. Es handelte sich dabei um den Samen Abrahams, durch den sich gemäß Gottes Verheißung ‘alle Völker der Erde segnen sollten’ (1. Mose 22:10-12, 16-18; vergleiche Johannes 3:16, NW). Die Ähnlichkeit ist zu offensichtlich und zu präzise, als daß es sich um einen Zufall oder die schlaue Erfindung eines Menschen handeln könnte.
    wi S. 29 Wer wird die Nationen zum Frieden führen?

  64. Juleam 10. November 2012 um 10:02 Link zum Kommentar

    Johannes 9 – Heilung eines Blindgeborenen am Sabbat

    1 Unterwegs sah Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war. 2 »Rabbi«, fragten die Jünger, »wie kommt es, dass dieser Mann blind geboren wurde? Wer hat gesündigt – er selbst oder seine Eltern?« – 3 »Es ist weder seine Schuld noch die seiner Eltern«, erwiderte Jesus. »An ihm soll sichtbar werden, was Gott zu tun vermag . 4 Wir müssen den Auftrag dessen, der mich gesandt hat, ausführen, solange es Tag ist. Die Nacht kommt, in der niemand mehr etwas tun kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.«
    6 Nachdem Jesus seinen Jüngern diese Antwort gegeben hatte, spuckte er auf den Boden und machte aus ´Erde und` Speichel einen Brei, den er dem Blinden auf die Augen strich. 7 Dann befahl er ihm: »Geh zum Teich Schiloach und wasch dir das Gesicht !« (Schiloach bedeutet »Gesandter«.) Der Mann ging dorthin und wusch sich das Gesicht.Und als er von dort wegging, konnte er sehen.

    8 Seine Nachbarn und die, die ihn bis dahin als Bettler gekannt hatten, fragten verwundert: »Ist das nicht der, der ´am Straßenrand` saß und bettelte?« – 9 »Ja«, sagten die einen, »er ist es.« – »Unmöglich!«, riefen die anderen. »Er sieht ihm nur sehr ähnlich.« – »Doch, ich bin es«, erklärte der Mann selbst. 10 »Aber wie kommt es denn, dass du auf einmal sehen kannst?«, wollten sie wissen. 11 Er gab ihnen zur Antwort: »Da ist doch dieser Mann, der Jesus heißt. Er hat einen Brei gemacht und ihn auf meine Augen gestrichen und gesagt: »Geh zum Teich Schiloach und wasch dir das Gesicht!« –12 »Und wo ist dieser Mann jetzt?«, fragten sie. »Ich weiß es nicht«, erwiderte er.

    Verhör und Verstoßung des Geheilten durch die Pharisäer

    13 Sie brachten den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. 14 Der Tag, an dem Jesus den Brei gemacht und den Blinden geheilt hatte, war ein Sabbat. 15 Nun fragten auch die Pharisäer den Mann, wie es kam, dass er auf einmal sehen konnte. »Er hat mir einen Brei auf die Augen gestrichen«, antwortete er, »dann habe ich mir das Gesicht gewaschen, und seitdem kann ich sehen.« – 16 »Der, der das getan hat, kann unmöglich von Gott kommen«, sagten einige der Pharisäer. »Er hält ja den Sabbat nicht.« Andere aber meinten: »Wie kann ein Mensch, der sündigt, solche Wunder tun?« So kam es unter ihnen zu einer Spaltung.

    17 Schließlich wandten sie sich wieder an den, der blind gewesen war. »Was sagst du über ihn?«, fragten sie. »Dich hat er ja von deiner Blindheit geheilt.« – »Er ist ein Prophet«, antwortete der Mann.

    18 Aber die ´führenden` Juden wollten nicht glauben, dass er überhaupt blind gewesen und nun sehend geworden war. Deshalb ließen sie die Eltern des Geheilten rufen 19 und fragten sie: »Ist das euer Sohn? Ihr behauptet, er sei blind geboren worden. Wie kommt es dann, dass er auf einmal sehen kann?« 20 Die Eltern antworteten: »Wir wissen, dass das unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. 21 Aber wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, wissen wir nicht, und wer ihn von seiner Blindheit geheilt hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn selbst! Er ist alt genug, um über sich selber Auskunft geben zu können.« 22 Sie gaben ihnen diese Antwort, weil sie Angst vor ihnen hatten. Denn die ´führenden` Juden hatten bereits beschlossen, jeden aus der Synagoge auszuschließen, der sich zu Jesus als dem Messias bekannte. 23 Das war der Grund, warum die Eltern des Geheilten sagten: »Er ist alt genug; fragt ihn doch selbst!«

    24 Die führenden Juden ließen den Mann, der blind gewesen war, ein zweites Mal rufen. »Bekenne dich vor Gott zur Wahrheit!«, forderten sie ihn auf. »Wir wissen, dass jener Mensch ein Sünder ist.« – 25 »Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht«, erwiderte der Geheilte. »Aber eins weiß ich: Ich war blind, und jetzt kann ich sehen.« – 26 »Was hat er denn mit dir gemacht?«, wollten sie noch einmal genau wissen. »Wie hat er dich von deiner Blindheit geheilt?« – 27 »Ich habe es euch doch schon gesagt«, entgegnete er, »aber ihr habt wohl nicht zugehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden?«

    28 Da wurden sie wütend. »Du bist sein Jünger!«, schrien sie ihn an. »Wir dagegen sind Jünger von Mose. 29 Wir wissen, dass Gott zu Mose geredet hat. Aber von diesem Menschen hier wissen wir nicht einmal, woher er kommt.«
    30 »Das ist doch wirklich sonderbar!«, meinte der Mann. »Er hat mich von meiner Blindheit geheilt, und ihr wisst nicht, woher er kommt. 31 Wir alle wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; er erhört den, der gottesfürchtig ist und das tut, was Gott will. 32 Hat man denn, solange die Welt besteht, je schon gehört, dass jemand einen Blindgeborenen von seiner Blindheit geheilt hat? 33 Wenn dieser Mann nicht von Gott käme, könnte er solche Dinge nicht tun.« 34 Darauf antworteten sie nur: »Du bist ganz und gar in Sünden geboren. Wie kannst du es wagen, uns zu belehren!« Und sie warfen ihn hinaus.

    Das Bekenntnis des Blindgeborenen – die Blindheit der Sehenden

    35 Jesus hörte, dass sie den Geheilten hinausgeworfen hatten. Als er ihn wieder traf, fragte er ihn: »Glaubst du an den Menschensohn?« – 36 »Herr, sag mir, wer es ist«, erwiderte der Mann, »dann will ich an ihn glauben.« – 37 »Du siehst ihn vor dir«, sagte Jesus. »Es ist der, der mit dir redet.« 38 Da rief der Mann: »Herr, ich glaube!«, und er warf sich vor ihm nieder.

    39 Daraufhin sagte Jesus: »Dadurch, dass ich in diese Welt gekommen bin, vollzieht sich ein Gericht: Die, die nicht sehen, sollen sehend werden, und die, die sehen, sollen blind werden.« 40 Das hörten einige Pharisäer, die bei Jesus waren. »Sind wir etwa auch blind?«, fragten sie. 41 Jesus gab ihnen zur Antwort: »Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Schuld. Doch ihr sagt: ›Wir können sehen.‹ Darum bleibt eure Schuld bestehen.«

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass Jehova uns und unsere Situation in ähnlicher Weise benutzt: damit die Menschen offenbaren, wessen Geistes Kind sie sind

  65. Juleam 10. November 2012 um 10:06 Link zum Kommentar

    Johannes 10 – Vorwurf der Gotteslästerung

    Die Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Juden spitzt sich zu
    31 Von neuem hoben die Juden Steine auf , um Jesus zu steinigen. 32 Da sagte er zu ihnen: »Ich habe vieles getan, was euch zeigt, dass ich im Auftrag des Vaters handle. Für welche dieser Taten wollt ihr mich steinigen?« – 33 »Wir steinigen dich nicht wegen einer guten Tat, sondern weil du ein Gotteslästerer bist«, gaben die Juden zur Antwort. »Du machst dich zu Gott, obwohl du nur ein Mensch bist.«
    34 Jesus erwiderte: »Steht nicht in eurem Gesetz der Satz: >Ich habe gesagt: Ihr seid Götter< ? 35 Hier werden also die, an die das Wort Gottes gerichtet war, Götter genannt ; und was die Schrift sagt, ist unumstößlich. 36 Mich aber hat der Vater, der heilige Gott, dazu bestimmt, sein Werk zu tun, und hat mich in die Welt gesandt. Wie könnt ihr mir da Gotteslästerung vorwerfen, wenn ich sage: >Ich bin Gottes Sohn< ? 37 Wenn die Dinge, die durch mich geschehen, nicht das Werk meines Vaters sind, dann glaubt mir nicht. 38 Sind sie es aber, dann lasst euch wenigstens von diesen Dingen überzeugen , wenn ihr schon mir nicht glauben wollt. Ihr werdet dann erkennen und nicht mehr daran zweifeln , dass in mir der Vater ist und dass ich im Vater bin.« 39 Daraufhin versuchten sie von neuem, Jesus festzunehmen, doch er konnte ihnen entkommen. 40 Er ging wieder auf die Ostseite des Jordans, dorthin, wo Johannes zuerst getauft hatte. Dort blieb er, 41 und viele Menschen kamen zu ihm. »Johannes hat zwar keine Wunder getan«, sagten sie. »Aber alles, was er über diesen Mann gesagt hat, hat sich als wahr erwiesen.« 42 Und viele aus jener Gegend glaubten an Jesus.

    Das ist ja doch eine schwierige Situation: da kommt einer daher und behauptet, er sei Gottes Sohn. Ist es da so verwunderlich, dass sie ihn der Gotteslästerung beschuldigten?

    Woher sollten sie wissen, dass dies wirklich so ist? Dass noch einer kommt, der größer als Moses ist, das wissen sie. Vielleicht ein Prophet – aber gleich Gottes Sohn?!

    Wenn sie genau hinsehen und Jehova fragen, was nun stimmt, dann wird ER ihnen seinen Geist geben und sie werden die Wahrheit erkennen. Aber dass dies nicht so einfach ist, erkennen wir daran, dass Jesus selbst seinen treuen Jüngern nach seinem Tod erst mal die Schriften völlig erschließen muss und ihnen später extra deswegen seinen heiligen Geist als Helfer schickt.

    Auch wir heute kommen oftmals in Situationen, wo wir am liebsten möchten, dass Jehova oder Jesus persönlich vom Himmel zu uns herunter kommen und uns sagen, wie sich die Dinge nun wirklich in ihren Augen verhalten.

    Vielleicht sollten wir bis dahin nach dem Grundsatz verfahren: „im Zweifel für den, der auf dem Prüfstein steht“?

  66. Juleam 10. November 2012 um 10:27 Link zum Kommentar

    Johannes 11 – 13

    Johannes 11 – Krankheit und Tod des Lazarus

    1 Lazarus, ein Mann aus Betanien, dem Ort, in dem Maria mit ihrer Schwester Martha wohnte, war erkrankt. 2 Maria war jene Frau, die den Herrn mit Salböl gesalbt und ihm mit ihrem Haar die Füße getrocknet hat , und Lazarus, der krank geworden war, war ihr Bruder. 3 Die beiden Schwestern ließen Jesus ausrichten: »Herr, der, den du lieb hast, ist krank.«
    4 Als Jesus das hörte, sagte er: »Am Ende dieser Krankheit steht nicht der Tod, sondern die Herrlichkeit Gottes. Der Sohn Gottes soll durch sie in seiner Herrlichkeit offenbart werden.« 5 Jesus hatte Martha und ihre Schwester und auch Lazarus sehr lieb. 6 Als er nun wusste, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er die Nachricht erhalten hatte. 7 Dann sagte er zu seinen Jüngern: »Wir wollen wieder nach Judäa gehen!« – 8 »Rabbi«, wandten sie ein, »vor kurzem haben die Juden dort noch versucht, dich zu steinigen, und jetzt willst du wieder dahin zurückkehren?« 9 Jesus erwiderte: »Es ist doch zwölf Stunden am Tag hell, oder nicht? Wenn jemand seinen Weg geht, während es Tag ist, stößt er nirgends an, weil er das Licht dieser Welt sieht. 10 Wenn jemand aber in der Nacht unterwegs ist, stößt er sich, weil das Licht nicht in ihm ist.«

    11 Nachdem Jesus ´den Einwand seiner Jünger` auf diese Weise beantwortet hatte, sagte er: »Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen. Aber ich gehe jetzt zu ihm, um ihn aufzuwecken.« – 12 »Herr, wenn er schläft, wird er wieder gesund«, sagten die Jünger, 13 die dachten, er rede vom gewöhnlichen Schlaf; in Wirklichkeit sprach er davon, dass Lazarus gestorben war. 14 Da erklärte er ihnen offen: »Lazarus ist gestorben. 15 Aber euretwegen bin ich froh, dass ich nicht dort war, weil ihr auf diese Weise an mich glauben werdet. Doch jetzt wollen wir zu ihm gehen!« – 16 »Ja, lasst uns mitgehen, um mit ihm zu sterben«, sagte Thomas, auch Didymus genannt , zu den anderen Jüngern.

    Jesus Christus – die Auferstehung und das Leben

    17 Als Jesus nach Betanien kam, erfuhr er, dass Lazarus schon vor vier Tagen begraben worden war. 18 Betanien war nur etwa drei Kilometer von Jerusalem entfernt, 19 und viele Juden ´aus der Stadt` waren zu Martha und Maria gekommen, um sie in ihrem Leid zu trösten. 20 Als Martha hörte, dass Jesus auf dem Weg zu ihnen war, ging sie ihm entgegen; Maria aber blieb zu Hause . 21 »Herr«, sagte Martha zu Jesus, »wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben! 22 Aber auch jetzt weiß ich: Was immer du von Gott erbittest, wird er dir geben.« – 23 »Dein Bruder wird auferstehen«, gab Jesus ihr zur Antwort. 24 »Ich weiß, dass er auferstehen wird«, erwiderte Martha. »Das wird an jenem letzten Tag geschehen, bei der Auferstehung der Toten.« 25 Da sagte Jesus zu ihr: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. 26 Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?« – 27 »Ja, Herr«, antwortete Martha, »ich glaube , dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.«

    28 Danach ging sie weg, um ihre Schwester Maria zu holen. »Der Meister ist da und lässt dich rufen!«, sagte sie leise zu ihr. 29 Als Maria das hörte, stand sie schnell auf, um zu Jesus zu gehen. 30 Jesus war noch nicht ins Dorf hineingegangen, sondern war immer noch dort, wo Martha ihn getroffen hatte. 31 Die Juden, die bei Maria im Haus waren, um sie zu trösten, sahen, wie sie plötzlich aufsprang und hinauseilte. Sie dachten, sie wolle zum Grab gehen, um dort zu weinen, und folgten ihr.

    32 Sowie Maria an den Dorfeingang kam und Jesus erblickte, warf sie sich ihm zu Füßen und rief: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben!« 33 Beim Anblick der weinenden Frau und der Juden, die sie begleiteten und mit ihr weinten, erfüllten ihn Zorn und Schmerz. Bis ins Innerste erschüttert, 34 fragte er : »Wo habt ihr ihn begraben?« Die Leute antworteten: »Herr, komm mit, wir zeigen es dir!« 35 Jesu Augen füllten sich mit Tränen. 36 »Seht, wie lieb er ihn gehabt hat!«, sagten die Juden. 37 Und einige von ihnen meinten: »Er hat doch den Mann, der blind war, geheilt. Hätte er da nicht auch machen können, dass Lazarus nicht stirbt?«

    Die Auferweckung des Lazarus

    38 Während Jesus nun zum Grab ging, erfüllten ihn von neuem Zorn und Schmerz . Lazarus lag in einem Höhlengrab, dessen Eingang mit einem großen Stein verschlossen war. 39 »Wälzt den Stein weg!«, befahl Jesus. »Herr«, wandte Martha, die Schwester des Verstorbenen, ein, »er ist doch schon vier Tage tot; der Leichnam riecht schon!« 40 Aber Jesus sagte zu ihr: »Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?«

    41 Man nahm nun den Stein vom Eingang weg. Jesus richtete den Blick zum Himmel und sagte: »Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen all der Menschen, die hier stehen, spreche ich es aus; ich möchte, dass sie glauben, dass du mich gesandt hast.« 43 Danach rief er mit lauter Stimme: »Lazarus, komm heraus!« 44 Der Tote trat heraus, Füße und Hände mit Grabbinden umwickelt und das Gesicht mit einem Tuch verhüllt. »Befreit ihn von den Tüchern und lasst ihn gehen!«, befahl Jesus den Umstehenden .

    Der Beschluss des Hohen Rates: Einer muss für alle sterben

    45 Viele von den Juden, die zu Maria gekommen waren, ´um sie zu trösten,` glaubten an Jesus, als sie das Wunder sahen, das er an Lazarus tat . 46 Einige aber gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was Jesus getan hatte. 47 Die führenden Priester und die Pharisäer beriefen daraufhin eine Sitzung des Hohen Rates ein. »Was sollen wir machen? «, sagten sie. »Dieser Mann tut viele Aufsehen erregende Dinge . 48 Wenn wir ihn so weitermachen lassen, glauben am Ende alle an ihn. Dann werden die Römer kommen und weder von unserem Tempel noch von unserer Nation etwas übrig lassen .«
    49 Einer von ihnen, ein gewisser Kajafas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sagte: »Begreift ihr denn überhaupt nichts? 50 Habt ihr euch nie überlegt, dass es in eurem Interesse ist, wenn ein Mensch für das Volk stirbt und nicht das ganze Volk umkommt?« 51 Kajafas sagte das nicht aus sich selbst heraus. Er redete aus prophetischer Eingebung, weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, und sagte voraus, dass Jesus für das ´jüdische` Volk sterben werde . 52 Jesus starb allerdings nicht nur für das ´jüdische` Volk , sondern auch, um die ´über die ganze Welt` verstreuten Kinder Gottes zusammenzuführen und eins zu machen .

    53 An jenem Tag fassten die führenden Männer des jüdischen Volkes endgültig den Beschluss, Jesus zu töten. 54 Jesus zeigte sich von da an nicht mehr öffentlich unter den Juden. Er zog sich in die Gegend am Rand der Wüste zurück, in die Stadt Efraim.Dort blieb er mit seinen Jüngern.

    55 Es kamen nun bald wieder die Tage, in denen die Juden ihr Passafest feierten. Schon vor dem Fest zogen viele Menschen aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich nach den Reinigungsvorschriften darauf vorzubereiten. 56 Alles hielt nach Jesus Ausschau. »Was meint ihr?«, sagten die Leute, wenn sie auf dem Tempelplatz beieinander standen. »Ob er wohl zum Fest kommen wird? « 57 Die führenden Priester und die Pharisäer aber , die Jesus festnehmen wollten, hatten den Befehl erlassen, jeder, der seinen Aufenthaltsort kenne, sei verpflichtet, es zu melden.

    Hier ist zweimal im Zusammenhang mit dem Tod des Lazarus die Rede davon, dass Jesus von Zorn befallen wird. Was ist dies für ein Zorn? Worauf ist er zornig?

    Beide Male steht dieser Zorn auch im Zusammenhang mit dem Schmerz über den Tod des Freundes. Ist Jesus hier etwa zornig auf sich selbst, dass er es so weit hatte kommen lassen? Immerhin hat Maria ja Recht, wenn sie zu ihm sagt: „wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen.

    Ist er vielleicht auch zornig darüber, dass dieser Schmerz bei demn Frauen und der Familie notwendig sind, um zu demonstrieren, welche Macht Jehova ihm gegeben hat?

    Im WT vom 01.12.2002 heisst es zu Vers 33 auszugswese:

    Er war mitfühlend. Ganz besonders zeichnete sich Jesus durch die Fähigkeit aus, sich in andere einzufühlen, ihre Empfindungen nachzuvollziehen und ihnen konkret Hilfe zu leisten. Der Apostel Johannes berichtet, wie Jesus reagierte, als er Maria sah, die um ihren verstorbenen Bruder Lazarus weinte: Er „seufzte im Geist“, „wurde beunruhigt“ und „brach in Tränen aus“. Wie sehr Jesus diese Familie liebte, war für alle Anwesenden leicht erkennbar, denn er schämte sich nicht, seine Zuneigung offen zu zeigen. Und wie tief sein Mitgefühl war, wurde nur allzu deutlich, als er seinen Freund von den Toten auferweckte (Johannes 11:33-44)

    In der NW-Übersetzung heißt es also „er seufzte im Geist und wurde beunruhigt“ – ein Ausdruck tiefsten Mitgefühls. So kenne ich es auch. Aber warum übersetzt es die Neue Genfer mit Zorn? Was sagen die anderen Übersetzungen?

    In der Hoffnung für Alle heißt es: „er war tief bewegt und erschüttert“ – was den Gedanken der NW stützt. In der Albrecht wird gesagt, dass er „ergrimmte in seinem Geist, so dass ihn schauderte“. In der Elberfelder „seufzte er tief im Geist und erschütterte sich“, in der Luther „ergrimmte er im Geist und betrübte sich selbst“ und in der Schlachter „seufzte er im Geist und wurde bewegt“.

    Also stützen die meisten Übersetzungen den Gedanken der NW-Übersetzung. Warum aber übersetzen Luther, Albrecht und die Neue Genfer dies dann mit Zorn? Welchen Gedanken wollen diese damit übermitteln?

    Auf der Seite, wo ich online die verschiedenen Übersetzungen lese, hat man auch die Möglichkeit, Notizen zu dem Gelesenen zu machen und auch, sie öffentlich für andere zu machen und die der anderen zu lesen. Hier hat eine Frau von den Baptisten einen Kommentar zu diesem Vers geschrieben.

    […] Jesus also cries over the results of sin in our lives. He cries when He is angry. He was angry at death because we were not made to die, we were made to live, but sin leads to death. […]

    Abgesehen von dem Mitgefühl, was wir ja auch aus unseren Publikationen kennen, schreibt sie davon, dass Jesus wütend auf den Tod an sich ist. Es ist ja im Plan Jehovas nicht vorgesehen, dass wir sterben.

    Daher kann sich sein Zorn auch sehr wohl darauf beziehen, dass Lazarus überhaupt sterben mußte.

    Immerhin kennt Jesus ja Jehova und seinen Plan sehr genau und weiss, dass es nicht Jehovas Absicht war, dass Menschen sterben, dass er sie daher „bei der Herstellung“ auch nicht so geschaffen hat, dass sie diesen erleiden oder mit dem Tod geliebter Menschen umgehen müssen.

  67. Juleam 10. November 2012 um 10:31 Link zum Kommentar

    Johannes 12:27-36

    Jesus kündigt seinen Tod an

    27 »Mein Herz ist jetzt voll Angst und Unruhe. Soll ich sagen: Vater, rette mich vor dem, was auf mich zukommt? Nein, denn jetzt ist die Zeit da; jetzt geschieht das, wofür ich gekommen bin. 28 Vater, offenbare die Herrlichkeit deines Namens!« Da sprach eine Stimme aus dem Himmel: »Ich habe es getan und werde es auch jetzt wieder tun. «

    29 Viele Menschen standen dabei und hörten die Stimme. Sie sagten: »Es hat gedonnert.« Einige meinten: »Ein Engel hat zu ihm gesprochen.« 30 Da sagte Jesus: »Nicht meinetwegen hat diese Stimme gesprochen, sondern euretwegen. 31 Jetzt ist für diese Welt ´die Stunde` des Gerichts gekommen; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. 32 Ich aber werde über die Erde erhöht werden und werde dann alle zu mir ziehen.« 33 Jesus deutete damit an, auf welche Weise er sterben würde.
    34 Die Leute hielten ihm entgegen: »Das Gesetz lehrt uns , dass der Messias ewig bleiben wird. Wie kannst du da behaupten, der Menschensohn müsse erhöht werden? Wer ist überhaupt dieser Menschensohn?«
    35 Jesus erwiderte: »Das Licht ist nur noch kurze Zeit unter euch. Geht euren Weg im Licht, solange ihr das Licht habt, damit die Finsternis euch nicht überfällt. Wer in der Finsternis unterwegs ist, weiß nicht, wohin sein Weg ihn führt. 36 Glaubt an das Licht, solange ihr das Licht habt, damit ihr zu Menschen des Lichts werdet.«
    Nachdem Jesus so zu ihnen gesprochen hatte, zog er sich zurück und hielt sich von da an vor ihnen verborgen.

    Wieso sagt Jesus: „jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden“, wenn dies doch erst 1914 bei dem Krieg im Himmel passiert – wie wir aus der Offenbarung wissen?

  68. Juleam 10. November 2012 um 10:38 Link zum Kommentar

    Johannes 13 – Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

    1 Das Passafest stand nun unmittelbar bevor. Jesus wusste , dass für ihn die Zeit gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zu gehen. Darum gab er denen, die in der Welt zu ihm gehörten und die er immer geliebt hatte, jetzt den vollkommensten Beweis seiner Liebe.
    2 Er war mit seinen Jüngern beim Abendessen. Der Teufel hatte Judas, dem Sohn von Simon Iskariot , bereits den Gedanken ins Herz gegeben, Jesus zu verraten. 3 Jesus aber wusste, dass der Vater ihm Macht über alles gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und wieder zu Gott ging.

    4 Er stand vom Tisch auf, zog sein Obergewand aus und band sich ein leinenes Tuch um. 5 Dann goss er Wasser in eine Waschschüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Tuch abzutrocknen, das er sich umgebunden hatte.

    6 Simon Petrus jedoch wehrte sich, als die Reihe an ihn kam. »Herr, du willst mir die Füße waschen?«, sagte er. 7 Jesus gab ihm zur Antwort: »Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; aber später wirst du es begreifen.« – 8 »Nie und nimmer wäschst du mir die Füße!«, erklärte Petrus. Jesus entgegnete: »Wenn ich sie dir nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mit mir .« 9 Da rief Simon Petrus: »Herr, dann wasche mir nicht nur die Füße, wasch mir auch die Hände und den Kopf!« 10 Jesus erwiderte: »Wer ein Bad genommen hat, ist ganz rein; er braucht sich später nur noch die Füße zu waschen . Auch ihr seid rein, allerdings nicht alle.« 11 Jesus wusste, wer ihn verraten würde; das war der Grund, warum er sagte: »Ihr seid nicht alle rein.«

    12 Nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte, zog er sein Obergewand wieder an und kehrte an seinen Platz am Tisch zurück. »Versteht ihr, was ich eben getan habe, als ich euch die Füße wusch?«, fragte er sie. 13 »Ihr nennt mich Meister und Herr, und das mit Recht, denn ich bin es. 14 Wenn nun ich, der Herr und der Meister, euch die Füße gewaschen habe, sollt auch ihr einander die Füße waschen. 15 Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. 16 Denkt daran : Ein Diener ist nicht größer als sein Herr, und ein Bote ist nicht größer als der, der ihn sendet. 17 Ihr wisst das jetzt alles; glücklich seid ihr zu nennen, wenn ihr auch danach handelt.

    18 Ich rede nicht von euch allen. Ich kenne die, die ich erwählt habe; aber was in der Schrift vorausgesagt ist, muss sich erfüllen: >Der, mit dem ich mein Brot geteilt habe, hat sich gegen mich gewandt. < 19 Ich sage euch das schon jetzt, bevor es eintrifft, damit ihr, wenn es dann geschieht, an mich als den glaubt, der ich bin. 20 Ich versichere euch: Wer jemand aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.«

    Jesus lehrt uns hier nicht nur Demut:

    Es geht auch darum, uns selbst nicht zu wichtig zu nehmen, sondern uns als ein kleines Teil eines großen Ganzen zu betrachten. Dann werden wir auch die Interessen anderer höher einstufen, als unsere eigenen.

    Sicherlich kann es uns passieren, dass wir deshalb heute – in diesem System – ausgenutzt werden und vielleicht sogar alles verlieren, was uns wichtig erscheint. Aber wir werden mit dieser Einstellung an Ansehen bei Jehova gewinnen – und dies ist es ja, was zählt.

    So werden wir nicht auf unserem Recht beharren, wenn die Interessen des anderen nicht gegen Jehovas Willen verstoßen – und um des lieben Friedens nachgeben. So, wie es Abraham tat, als er Lot den Vortritt bei der Auswahl der Weidegründe ließ – obwohl dies eigentlich ihm als Familienoberhaupt zustand.

    Allerdings müssen wir auch ab und an fest bleiben, auch wenn es nichts mit biblischen Maßstäben zu tun hat – z.B als Eltern, wenn wir aufgrund unserer Lebenserfahrung wissen, dass das, was sich unser minderjähriges Kind da in den Kopf gesetzt hat, ihm auf lange Sicht eher schaden als nützen würde.

    Jesus ist uns hier ein sehr gutes Beispiel. Bereits Petrus erkennt die Tiefe dessen, was Jesus tut: er, der als Gottes Sohn und Messias und Lehrer so weit über ihnen allen steht – dieser große Mann wäscht ihnen die Füße. Dies zeigt ihnen, wie wenig wichtig sich Jesus nimmt und dies, wo er doch alles Recht der Welt hätte, sich von anderen bedienen zu lassen. Vielleicht mögen die anderen bereits eine Weile überlegt haben, wer ihnen denn nun die Füße waschen solle, denn so heiß und staubig fühlen sich ja doch alle unwohl. Jesus weiß auch dies und so steht er auf und übernimmt diese Arbeit.

    Wir wissen ja bereits aus den anderen Evangelien, dass dies ein akutes Problem bei den Jüngern war. Wahrscheinlich fühlen sie sich wie etwas Besonderes, da sie so eng mit Jesus befreundet sind und so wollen sie auch, dass es für alle offensichtlich ist. Aber etwas Besonderes in einer Gruppe zu sein, scheint ihnen nicht gereicht zu haben, denken wir nur an die beiden, die ihre Mutter vorschicken, um Jesus im die besten Plätze im Königreich zu bitten.

    Vielleicht ist ihnen der Gedanke auch fremd, dass eine so große Gruppe etwas Besonderes sein könne – denn bisher waren es ja immer nur einzelne Männer, die herausgeragt sind, wie Noah, Abraham, Jakob, David, Daniel, Jesaja usw. Also, wen von ihnen würde Jesus „als seinen besten Freund“ auswählen?

    Damit sind sie so sehr beschäftigt, dass sie diesen tollen Freund, um dessen besondere Gunst sie eigentlich alle buhlen, so verstaubt und verschwitzt da sitzen lassen, da jeder hofft, einer der anderen springt gleich auf und übernimmt die lästige Arbeit. Dabei hätte hier jeder von ihnen die einmalige Gelegenheit, diesem großen Mann persönlich die Füße zu waschen.

    Wie sehr muss es jeden einzelnen von ihnen beschämen, als Jesus aufsteht, sich wie ein Haussklave des guten Gewands entledigt, sein Unterkleid hochbindet und vor dem ersten von ihnen niederkniet und anfängt, diesem die Füße zu waschen.

    Bei der Reaktion vom Petrus sehe ich buchstäblich, wie ihm die Röte der Scham ins Gesicht hochsteigt. Hätte doch nur er selbst den ersten Schritt gemacht. Wie furchtbar, dass sich Jesus genötigt sieht, hier Sklavendienste zu verrichten, nur weil er selbst es für unter seiner Würde gehalten hatte.

    Den anderen geht es sicherlich ebenso, aber Petrus kennen wir ja schon als denjenigen, der spontan, impulsiv und gefühlsbetont ist und „sein Herz auf der Zunge trägt“. Er kann einfach nicht still und tatenlos zusehen, wie sich Jesus hier selbst erniedrigt. Er spricht den anderen Jüngern aus der Seele. Alle schämen sie sich und sie werden später sicherlich noch oft daran denken.

    Wenn sich Jesus als der Sohn Gottes nicht so wichtig nahm und bereit war, seinen Untergebenen zu dienen – um wieviel mehr dann wir!

  69. Juleam 15. November 2012 um 12:15 Link zum Kommentar

    Johannes 14 – 17

    Johannes 14 – Jesus Christus – der Weg zum Vater

    1 »Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern!«, ´sagte Jesus zu seinen Jüngern.`»Vertraut auf Gott und vertraut auf mich! 2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe , um einen Platz für euch vorzubereiten? 3 Und wenn ich einen Platz für euch vorbereitet habe, werde ich wieder kommen und euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. 4 Den Weg, der dorthin führt, wo ich hingehe, kennt ihr ja. «
    5 »Herr«, sagte Thomas, »wir wissen doch nicht einmal, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg dorthin kennen?« – 6 »Ich bin der Weg«, antwortete Jesus, »ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich. 7 Wenn ihr erkannt habt, wer ich bin , werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Ja, ihr kennt ihn bereits ; ihr habt ihn bereits gesehen.«

    Wer den Sohn sieht, sieht den Vater

    8 »Herr«, sagte Philippus, »zeig uns den Vater; das genügt uns.« – 9 »So lange bin ich schon bei euch, und du kennst mich immer noch nicht, Philippus?« entgegnete Jesus. »Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: >Zeig uns den Vater< ? 10 Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Was ich euch sage, sage ich nicht aus mir selbst heraus. Der Vater, der in mir ist, handelt durch mich; es ist alles sein Werk. 11 Glaubt es mir, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist. Wenn ihr immer noch nicht davon überzeugt seid , dann glaubt es doch aufgrund von dem, was durch mich geschieht.
    12 Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater, 13 und alles, worum ihr dann in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit durch den Sohn die Herrlichkeit des Vaters offenbart wird. 14 Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun.«

    Der Heilige Geist – Jesu Stellvertreter

    15 »Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und der Vater wird euch ´an meiner Stelle` einen anderen Helfer geben, der für immer bei euch sein wird; ich werde ihn darum bitten. 17 Er wird euch den Geist der Wahrheit geben, den die Welt nicht bekommen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Aber ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein .
    18 Ich werde euch nicht als hilflose Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. 19 Nur noch kurze Zeit, dann sieht die Welt mich nicht mehr. Ihr aber werdet mich sehen, und weil ich lebe, werdet auch ihr leben. 20 An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und dass ihr in mir seid und ich in euch bin. 21 Wer sich an meine Gebote hält und sie befolgt, der liebt mich wirklich. Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben; und auch ich werde ihn lieben und mich ihm zu erkennen geben.«
    22 Da fragte ihn Judas (der andere Judas, nicht Judas Iskariot): »Herr, wie kommt es denn, dass du dich nur uns zu erkennen geben willst und nicht der Welt?« 23 Jesus gab ihm zur Antwort: »Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. 24 Wer mich nicht liebt, richtet sich nicht nach meinen Worten. Und was ich euch sage, ist nicht mein Wort; ihr hört das Wort des Vaters, der mich gesandt hat.
    25 Diese Dinge sage ich euch, solange ich noch bei euch bin. 26 Der Helfer, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alles ´Weitere` lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27 Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann . Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht entmutigen!
    28 Ihr erinnert euch , dass ich zu euch gesagt habe: >Ich gehe weg, und ich komme wieder zu euch.< Wenn ihr mich wirklich lieben würdet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29 Ich sage euch das alles, bevor es eintrifft, damit ihr, wenn es dann geschieht, glaubt. 30 Viel werde ich nicht mehr mit euch reden können, denn der Herrscher dieser Welt hat sich bereits gegen mich aufgemacht. Er findet zwar nichts an mir, was ihm Macht über mich geben könnte , 31 aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie der Vater es mir aufgetragen hat.
    Steht auf , wir wollen gehen!«

    Wer es in diesem System und in diesen schlimmen Zeiten schafft, nach Gottes Wort zu leben – der hat auch Gottes Geist!

    Ganz egal, wie seine äußeren Umstände auch sein würden und ganz egal, wie es den Anschein haben mag. Dies ist die Kernaussage von dem, was Jesus hier zu seinen Jüngern sagt.

    Hier sind wir wieder bei dem Prinzip, dass man einen Baum an seinen Früchten erkennt: wer nicht den Geist Jehovas hat, der kann auch nicht die Frucht des Geistes hervorbringen. Er wird es nicht schaffen, sich in diesen Zeiten seinen Glauben zu bewahren und den Willen Gottes zu tun, wenn es schwer wird.

    Wer dagegen seinen egoistischen Bestrebungen nachgeht und nicht Jehova und sein Wort im Herzen trägt, danach handelt und darüber redet, weil sein Herz brennt – der hat nicht den Geist und somit ist er auch nicht mehr in Gottes Liebe

    Johannes 15 – Jesus Christus – der Weinstock

    1 »Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weinbauer. 2 Jede Rebe an mir, die nicht Frucht trägt, schneidet er ab; eine Rebe aber, die Frucht trägt, schneidet er zurück; so reinigt er sie, damit sie noch mehr Frucht hervorbringt. 3 Ihr seid schon rein; ihr seid es aufgrund des Wortes, das ich euch verkündet habe. 4 Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht hervorbringen; sie muss am Weinstock bleiben. Genauso wenig könnt ihr Frucht hervorbringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
    5 Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wenn jemand in mir bleibt und ich in ihm bleibe, trägt er reiche Frucht; ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, geht es ihm wie der ´unfruchtbaren` Rebe: Er wird weggeworfen und verdorrt. Die verdorrten Reben werden zusammengelesen und ins Feuer geworfen, wo sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, könnt ihr bitten, um was ihr wollt: Eure Bitte wird erfüllt werden. 8 Dadurch, dass ihr reiche Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist, wird die Herrlichkeit meines Vaters offenbart.«

  70. Juleam 15. November 2012 um 12:26 Link zum Kommentar

    Johannes 16 – schlimme Zeiten kommen auf uns zu

    1 »Ich sage euch diese Dinge, damit ihr euch durch nichts ´vom Glauben` abbringen lasst. 2 Man wird euch aus den Synagogen ausschließen. Ja, es kommt eine Zeit, wo jeder, der euch tötet, meint, Gott damit einen Dienst zu erweisen. 3 Das alles werden sie deshalb tun, weil sie weder den Vater noch mich kennen . 4 Wenn jene Zeit kommt, sollt ihr euch daran erinnern können, dass ich euch diese Dinge angekündigt habe. Darum spreche ich ´im Voraus` mit euch darüber.«
    »Bisher habe ich nicht mit euch darüber gesprochen, weil ich ja bei euch war.

    Das Wirken des Heiligen Geistes

    5 Aber jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat. Und keiner von euch fragt mich: >Wohin gehst du?< 6 Denn ihr seid erfüllt von tiefer Traurigkeit über das, was ich euch sage. 7 Doch glaubt mir : Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht von euch wegginge, käme der Helfer nicht zu euch; wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er der Welt zeigen, dass sie im Unrecht ist; er wird den Menschen die Augen öffnen für die Sünde, für die Gerechtigkeit und für das Gericht . 9 Er wird ihnen zeigen, worin ihre Sünde besteht: darin, dass sie nicht an mich glauben. 10 Er wird ihnen zeigen, worin sich ´Gottes` Gerechtigkeit erweist: darin, dass ich zum Vater gehe, wenn ´ich euch verlasse und` ihr mich nicht mehr seht. 11 Und was das Gericht betrifft, wird er ihnen zeigen, dass der Herrscher dieser Welt verurteilt ist. 12 Ich hätte euch noch viel zu sagen, aber ihr wärt jetzt überfordert. 13 Doch wenn der ´Helfer` kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch zum vollen Verständnis der Wahrheit führen. Denn was er sagen wird, wird er nicht aus sich selbst heraus sagen; er wird das sagen, was er hört. Und er wird euch die zukünftigen Dinge verkünden. 14 Er wird meine Herrlichkeit offenbaren; denn was er euch verkünden wird, empfängt er von mir . 15 Alles, was der Vater hat, gehört auch mir. Aus diesem Grund sage ich: Was er euch verkünden wird, empfängt er von mir.«

  71. Juleam 15. November 2012 um 12:29 Link zum Kommentar

    Johannes 18 – 21

    Wieso fehlt hier bei Johannes der ganze Teil, wo Jesus mit seinen Jüngern das Passah feiert und die Feier zum Gedenken an seinen Tod einführt?

    Ist dies nicht ein wesentlicher Bestandteil der Guten Botschaft, die Jesus verkündigt hat?

  72. Juleam 15. November 2012 um 12:31 Link zum Kommentar

    Johannes 18:15-18

    Petrus verleugnet Jesus

    15 Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus, ´als er abgeführt wurde`. Dieser andere Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und konnte deshalb bis in den Innenhof des hohepriesterlichen Palastes mitgehen. 16 Petrus aber blieb draußen vor dem Tor stehen. Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, wieder zurück, redete mit der Pförtnerin und nahm dann Petrus mit hinein.
    17 Die Pförtnerin fragte Petrus: »Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Mannes?« – »Nein«, antwortete Petrus, »das bin ich nicht.«
    18 Die Diener ´des hohepriesterlichen Hauses` und die Männer der Tempelwache hatten ein Kohlenfeuer angezündet, weil es kalt war; sie standen um das Feuer herum und wärmten sich. Petrus stellte sich zu ihnen und wärmte sich ebenfalls.

    Wieso wird Petrus hier als einer von denen erkannt, die mit Jesus waren – der andere, der für seinen Einlass sorgt, aber nicht?

    Und was ist mit ihm, als Petrus „in die Mangel genommen wird“? Wo befindet er sich?

    Steht er mit Petrus am Feuer – oder ist er wegen seiner Bekanntschaft mit dem Hohepriester vielleicht sogar hautnah mit dabei, als Jesus der Prozess gemacht wird?

  73. Juleam 15. November 2012 um 12:33 Link zum Kommentar

    Johannes 19 – Jesus wird von den Soldaten misshandelt und verspottet

    1 Daraufhin ließ Pilatus Jesus abführen und auspeitschen. 2 Nachdem die Soldaten ihn ausgepeitscht hatten, flochten sie aus Dornenzweigen eine Krone, setzten sie Jesus auf den Kopf und hängten ihm einen purpurfarbenen Mantel um. 3 Dann stellten sie sich vor ihn hin, riefen: »Es lebe der König der Juden!« und schlugen ihm dabei ins Gesicht.
    4 Anschließend wandte sich Pilatus ein weiteres Mal an die Menge . Er ging hinaus und sagte: »Ich bringe ihn jetzt zu euch heraus. Ihr sollt wissen, dass ich keine Schuld an ihm finden kann.« 5 Jesus trat heraus. Auf dem Kopf trug er die Dornenkrone, und er hatte den Purpurmantel um. Pilatus sagte zu der Menge: »Hier ist er jetzt, der Mensch! « 6 Aber sowie die führenden Priester und ihre Leute Jesus erblickten, schrien sie: »Lass ihn kreuzigen! Lass ihn kreuzigen!« – »Nehmt ihn doch selbst und kreuzigt ihn!«, erwiderte Pilatus. »Ich jedenfalls kann keine Schuld an ihm finden.« – 7 »Wir haben ein Gesetz«, hielten ihm die Juden entgegen, »und nach diesem Gesetz muss er sterben, weil er behauptet hat, er sei Gottes Sohn .«
    8 Als Pilatus das hörte, wurde ihm noch unheimlicher zumute. 9 Er ging ins Prätorium zurück und fragte Jesus: »Woher bist du eigentlich?« Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10 »Du weigerst dich, mit mir zu reden?«, sagte Pilatus. »Weißt du nicht, dass es in meiner Macht steht, dich freizulassen, aber dass ich auch die Macht habe, dich kreuzigen zu lassen?« 11 Jesus erwiderte: »Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre. Deshalb trägt der, der mich dir übergeben hat, eine größere Schuld .« 12 Daraufhin machte Pilatus noch einmal einen Versuch, Jesus freizulassen. Doch die Juden schrien: »Wenn du den freilässt, bist du nicht mehr der Freund des Kaisers! Jeder, der sich selbst zum König macht, stellt sich gegen den Kaiser.«
    13 Diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Pilatus ließ Jesus auf den Platz herausführen, den man das »Steinpflaster« nannte und der auf hebräisch Gabbata hieß. Dort nahm Pilatus auf dem Richterstuhl Platz. 14 Es war der Rüsttag in der Passafestzeit , und es war inzwischen etwa zwölf Uhr mittags . Pilatus sagte zu den Juden: »Seht da, euer König!« 15 Doch sie schrien: »Weg mit ihm! Weg mit ihm! Lass ihn kreuzigen!« – »Euren König soll ich kreuzigen lassen?«, fragte Pilatus. »Wir haben keinen König außer dem Kaiser!«, entgegneten die führenden Priester. 16 Da gab Pilatus ihrer Forderung nach und befahl, Jesus zu kreuzigen.
    Jesus wurde abgeführt.

    Wie mag sich Jesus dabei gefühlt haben?

    Er weiss doch, dass er Gottes Sohn ist und wie Jehova die Dinge sieht. Und er ist sich auch seiner eigenen Macht bewußt, wie seine Antwort an Pilatus zeigt. Wie schwer muss es ihm gefallen sein, jetzt ruhig und besonnen zu bleiben und nicht „mit der Faust auf den Tisch zu hauen“.

    Wahrscheinlich hält er die ganze Zeit seine Gedanken und seinen Sinn auf seine Aufgabe gerichtet. Dass es so geschehen muss, um die Prophezeiungen zu erfüllen und dass es nichts bringt, wenn er nun aufbegehrt und sie wegen ihrer Arroganz und Unverschämtheiten zur Rechenschaft zieht.

    Dies ist gar nicht so einfach – wenn wir die Macht hätten, dieses häßliche Spektakel um uns und unsere Person zu beenden!

  74. Juleam 15. November 2012 um 12:35 Link zum Kommentar

    Johannes 19:25-27

    25 Bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und ihre Schwester sowie Maria, die Frau von Klopas, und Maria aus Magdala. 26 Als Jesus seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er besonders geliebt hatte, sagte er zu seiner Mutter: »Liebe Frau, das ist jetzt dein Sohn!« 27 Dann wandte er sich zu dem Jünger und sagte: »Sieh, das ist jetzt deine Mutter!« Da nahm der Jünger die Mutter Jesu zu sich und sorgte von da an für sie.

    Warum macht sich Jesus hier eigentlich Sorgen um seine Mutter? Selbst wenn Joseph zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben ist, so hat Jesus doch noch jede Menge Geschwister, die noch leben und für sie sorgen können. Immerhin zählen später zwei Brüder Jesu zu seinen Nachfolgern.

    Warum also wählt er Johannes dazu aus?

    Geht es ihm hier darum, dass seine Brüder zu diesem Zeitpunkt noch nicht an ihm glauben und die Mutter daher nicht wirklich trösten könnten?

  75. Juleam 15. November 2012 um 12:37 Link zum Kommentar

    Johannes 20 – Das leere Grab: Jesus ist auferstanden

    1 Am ersten Tag der neuen Woche , frühmorgens, als es noch dunkel war, ging Maria aus Magdala zum Grab. Sie sah, dass der Stein, mit dem man das Grab verschlossen hatte, nicht mehr vor dem Eingang war . 2 Da lief sie zu Simon Petrus und zu dem Jünger, den Jesus besonders lieb gehabt hatte, und berichtete ihnen: »Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben.«
    3 Sofort machten sich Petrus und der andere Jünger auf den Weg und gingen zum Grab hinaus. 4 Die beiden liefen zusammen los, aber der andere Jünger war schneller als Petrus und erreichte das Grab als Erster. 5 Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, und sah die Leinenbinden daliegen; aber er ging nicht hinein. 6 Simon Petrus jedoch, der inzwischen auch angekommen war, ging in die Grabkammer hinein. Er sah die Leinenbinden daliegen 7 und sah auch das Tuch, das man dem Toten um den Kopf gewickelt hatte. Es lag zusammengerollt an einer anderen Stelle, nicht bei den Binden. 8 Jetzt ging auch der Jünger, der zuerst angekommen war, ins Grab hinein und sah alles. Und er glaubte. 9 Nach der Schrift stand es ja fest, dass Jesus von den Toten auferstehen würde; aber das verstanden sie damals noch nicht.

    Der Auferstandene erscheint Maria aus Magdala

    10 Die beiden Jünger gingen nun wieder nach Hause. 11 Maria aber blieb draußen vor dem Grab stehen; sie weinte. Und während sie weinte, beugte sie sich vor, um ins Grab hineinzuschauen. 12 Da sah sie an der Stelle, wo der Leib Jesu gelegen hatte, zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen am Kopfende und den anderen am Fußende. 13 »Warum weinst du, liebe Frau?«, fragten die Engel. Maria antwortete: »Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gebracht haben.«
    14 Auf einmal stand Jesus hinter ihr. Sie drehte sich nach ihm um und sah ihn , erkannte ihn jedoch nicht. 15 »Warum weinst du, liebe Frau?«, fragte er sie. »Wen suchst du?« Maria dachte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: »Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir bitte, wo du ihn hingelegt hast, dann hole ich ihn wieder.« – 16 »Maria!«, sagte Jesus. Da wandte sie sich um und rief: »Rabbuni!« (Das bedeutet »Meister«; Maria gebrauchte den hebräischen Ausdruck.) 17 Jesus sagte zu ihr: »Halte mich nicht fest! Ich bin noch nicht zum Vater in den Himmel zurückgekehrt . Geh zu meinen Brüdern und sag ihnen, dass ich zu ihm zurückkehre – zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.« 18 Da ging Maria aus Magdala zu den Jüngern zurück. »Ich habe den Herrn gesehen!«, verkündete sie und erzählte ihnen, was er zu ihr gesagt hatte.

    Warum erscheinen diese beiden Engel und danach Jesus nur Maria – und nicht schon, als Petrus und Johannes nach dem Grab sehen?

    Könnte es sein, dass hier der Zeitfaktor eine Rolle spielt?:

    die beiden Männer sehen kurz hinein und als Jesus weg ist, hat sich der Fall für sie erledigt und sie wenden sich wieder ihrem normalen Tagwerk zu. Ganz im Gegensatz zu Maria, die das Ganze nicht fassen kann und wie betäubt in der Nähe bleibt. Vielleicht ist sie ja sogar in ihrer Verzweiflung im Gebet versunken. Vielleicht fragt sie ja Jehova, was dies alles zu bedeute habe – und die Engel und Jesus sind die Antwort Jehovas auf ihre Gebete

  76. Juleam 17. Februar 2014 um 12:13 Link zum Kommentar

    Johannes 1 – 3

    Johannes 1 – „Tief eintauchen!“

    1 Im Anfang war das Wort , und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. 4 In ihm war das Leben , und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

    6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. 7 Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch ihn glaubten. 8 Nicht er war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht.
    9 Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet , sollte in die Welt kommen. 10 Er war in der Welt , und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht , Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; 13 die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
    14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

    15 Johannes legte Zeugnis ab von ihm, rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt , ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich. 16 Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.
    17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 18 Niemand hat Gott je gesehen ; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss [über ihn] gegeben.

    19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? 20 Und er bekannte es und leugnete nicht, sondern bekannte: Ich bin nicht der Christus! 21 Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin“s nicht! Bist du der Prophet ? Und er antwortete: Nein!
    22 Nun sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben: Was sagst du über dich selbst? 23 Er sprach: Ich bin »die Stimme eines Rufenden, [die ertönt] in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!« , wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
    24 Die Gesandten gehörten aber zu den Pharisäern . 25 Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, noch Elia, noch der Prophet? 26 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt; 27 dieser ist’s, der nach mir kommt, der vor mir gewesen ist; und ich bin nicht würdig, ihm den Schuhriemen zu lösen.

    28 Dies geschah in Bethabara, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte. 29 Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! 30 Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. 31 Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen. 32 Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen, und er blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Der, auf den du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist“s, der mit Heiligem Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeuge, dass dieser der Sohn Gottes ist.

    35 Am folgenden Tag stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger. 36 Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberging, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes! 37 Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 38 Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: »Lehrer«), wo wohnst du? 39 Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.

    40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. 41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den »Gesalbten« ). 42 Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon , Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das heißt übersetzt: » ein Stein «).

    43 Am folgenden Tag wollte Jesus nach Galiläa reisen; da findet er Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! 44 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.

    45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden , von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth. 46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit , in dem keine Falschheit ist! 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich! 49 Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das!
    51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich , ich sage euch: Künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen !

    Nun sind wir also bei dem Evangelium angekommen, das Stephi so sehr liebt und über das sie ihren Blog zum Bibelstudium für Frauen schreibt: „Tief eintauchen“

    Ihr werdet sicherlich den einen oder anderen Gedanken aus ihrem Blog dann auch hier wiederfinden.

    Aber ich ermuntere euch, selbst ihren Blog zu besuchen, zu lesen und euch daran zu erfreuen und euer persönliches Bibellesen und Studium dadurch zu bereichern 😉

  77. Juleam 17. Februar 2014 um 12:17 Link zum Kommentar

    Johannes 1:1-18
    Eine Weihnachtsgeschichte

    Wunderst du dich ebenso über diesen Titel, wie ich mich gewundert hatte, als ich das erste Mal die gleichnamige Ansprache von John Angelina gehört habe?

    Eigentlich ist dieser Abschnitt überschrieben mit „Jesus Christus – Gottes Wort an die Welt“ (HfA) und die Weihnachtsgeschichte wird meist aus Lukas genommen.

    Umso erstaunter war ich, als ich die Ansprache „Eine Weihnachtsgeschichte“ von John Angelina gehört hatte, die er auf genau diesen Text aufbaut.

    Im Gegensatz zu Lukas, wo alles so offensichtlich ist, muss hier in Johannes um einige Ecken gedacht werden. Ich ermuntere dich, beim Lesen dieser Verse hier die Ansprache mit einzubeziehen. Sie wird dich ganz bestimmt ermuntern und bereichern – ebenso wie „den Prolog“ und „Das wahre Licht und seine Lichter“ im Blog von Stephi

  78. Juleam 17. Februar 2014 um 12:20 Link zum Kommentar

    Johannes 1:1-5
    Die 6 Grundthemen, die wir hier finden

    Wie bereits angekündigt, möchte ich gerne Stephis Blog mit einbeziehen, denn er ist wirklich toll gemacht. Wer da keine Lust aufs Weiter-lesen und In-die-Tiefe-gehen hat, dem ist wohl nicht mehr zu helfen 😉

    Nach einer längeren Einleitung weist sie auf 6 Begriffe hin, die ihr bei diesen 5 Versen aufgefallen sind:

    • Am Anfang
    • Das Wort
    • Entstanden
    • Leben
    • Licht
    • Finsternis

    Ich möchte hier einmal den Punkt „Am Anfang“ heraus greifen

    Hier stellt sich die Frage, warum Johannes mit seinem Evangelium so weit zurück geht, noch zu einer Zeit, bevor Gott alles erschaffen hat.
    „Wir bewegen uns immer noch in der gleichen Geschichte, wie im Alten Testament, auch wenn wir nun zu einem Höhepunkt kommen“

    Denke mal darüber nach, was es für dich bedeutet, dass Gott mit den Evangelien nicht etwas völlig Neues beginnt, sondern dass hier ein neues Kapitel seiner Geschichte mit der Menschheit beginnt

    neugierige geworden? Hier findest du den ganzen Artikel

  79. Juleam 17. Februar 2014 um 12:23 Link zum Kommentar

    Johannes 1:6-13
    Das wahre Licht und seine vielen Lichter

    Mit anderen Worten kann man auch sagen: Jesus ist das echte Licht. Er ist nicht eine billige Kopie, oder ein Licht, das uns nur vormacht, das wahre Licht zu sein. Und er ist auch nicht nur in unserer Vorstellung ein Licht. Wenn wir also sehen wollen, was es heisst, ein Licht für die Welt zu sein, dann brauchen wir uns nur Jesus anzuschauen, der DAS Licht ist. Zusätzlich ist er ein Licht, das real, greifbar und erfahrbar ist. Denn dieses wahre Licht ist nun auf die Welt gekommen, die er selbst geschaffen hat – zu seinem Volk. Es scheint nicht nur in die Welt, wie die Sonne oder die Sterne, nein, dieses Licht war hier auf der Erde. Mitten unter uns Menschen. Wir müssen uns nicht anstrengen, um herauszufinden, wer oder wie dieses Licht ist, da wir nicht nur von der Ferne Forschungen anstellen können, wie wir es bei der Sonne und den Sternen machen müssen. Dieses Licht war nicht mehr meilenweit von uns entfernt, sondern wurde auf einmal ein Teil von dieser Welt. Und wie wir sehen werden, ist es es nicht einfach eine Lichtquelle, etwas das so vollkommen anderes ist als wir, sondern das Licht wurde Mensch. Es ist unfassbar, aber man konnte auf einmal mit ihm reden, ihm zu hören. Und auch wenn wir ihn heute nicht mehr neben uns sitzen haben können, können wir doch in den Evangelien lesen, wie dieses Licht auf dieser Erde gelebt hat. Und wir lernen durch sein Leben auf dieser Erde, wer Gott ist und wer wir sind.

    den ganzen Artikel findest du hier

  80. Juleam 19. Februar 2014 um 10:12 Link zum Kommentar

    Johannes 1:19-28
    wer ist Johannes eigentlich?

    Die angesehenen und führenden Männer schicken Priester und Leviten zu Johannes. Sie haben ihn beobachtet und erkennen, dass er etwas Besonderes sein muss. Sie überlegen sogar, ob er der Messias sei. Er hat sie also durch seinen Lebenswandel beeindruckt – durch das, was er sagte und tat.

    Diese Unterhaltung finde ich persönlich sehr interessant, weil wir heute eine Menge daraus lernen können.

    Johannes ist sehr wohl etwas Besonderes und bereits bei der Zeugung zu Besonderem bestimmt. Wir erinnern uns? Elisabeth und ihr Mann Zacharias können keine Kinder bekommen. Sie haben schon die Hoffnung aufgegeben. Da erscheint Zacharias eines Tages ein Engel und kündet ihm einen Sohn an, den die beiden durch Gottes Hilfe bekommen sollen. Dabei erwähnt er auch die besondere Aufgabe, die dieser für Gott erledigen soll. Wir hatten es gerade erst in Lukas 1:5-25 gelesen.

    Johannes hätte sich in seinem Ruhm sonnen können, sich hervortun und seine Wichtigkeit betonen. Aber er tut es nicht, sondern weist jegliche Ehre demütig von sich. Er erklärt, dass er lediglich einen Auftrag erfüllt (Vers 23) und dass er weit unter dem Messias stünde, dass ihm eigentlich nicht einmal ein so niederen Dienst wie das Binden der Schuhe zusteht (Vers 27).

    Wir können durch diese Demut viel lernen, wie z.B uns selbst nicht zu wichtig zu nehmen.

    Auch wenn wir von unserem himmlischen Vater um unser selbst Willen geliebt werden und uns dies nicht durch irgendwelche Aktionen verdienen müssen – so sind wir doch nur ein Teil von einem großen Ganzen. Die Welt dreht sich nicht um uns, sondern wir haben in ihr einen Platz, eine Rolle, die uns von Gott zugewiesen wird.

    Es ist wie mit einem Uhrwerk: es besteht aus vielen winzigen Teilen und jedes einzelne ist wichtig. Würde eins fehlen, würde die Uhr nicht laufen.

    So versteht sich Johannes: als kleines Zahnrad, das benötigt wird im Zusammenspiel mit den anderen.

    Wenn schon Johannes sich und seine Rolle so sieht – wer sind dann wir, dass wir uns für so wichtig halten, dass alles um uns herum so laufen muss, dass wir uns wohl fühlen?

  81. Juleam 19. Februar 2014 um 10:17 Link zum Kommentar

    Johannes 1:29-51
    Was macht uns als Jünger aus?

    In den letzten Monaten haben wir viel über den Auftrag in Matthäus 28:19-20 nachgedacht. Auch Stephi geht in ihrem 2. Teil vom Prolog darauf ein. Wir sollten unser Licht leuchten lassen und dies tun inzwischen die meisten christlichen Gemeinden – nicht mehr nur die Zeugen Jehovas. Besonders aus Amerika scheint eine große Welle an Evangvelikalen Gruppen zu uns rüber zu schwappen und dies bereits seit Jahren. Ein großer Hauptpunkt ist dort das Evangeliisieren, wie der Name bereits vermuten lässt.

    Wenn wir den Text hier in Johannes lesen, dann beobachten wir, dass es das Evangelisieren oder Predigen bereits gab, bevor Jesus seine Jünger das erste Mal ausgesandt hatte und was die Motivation dazu sein sollte. Achten wir doch mal beim Lesen darauf:

    Johannes sieht Jesus und macht ihn als Lamm Gottes kenntlich und erklärt, was er damit meint. Sein Glaube hat eine echte Grundlage, denn er hat bei der Taufe die Worte Jehovas gehört und daher glaubt er es nicht nur, er weiss es (Vers 29-34)

    Dies löst eine unaufhaltsame Lawine aus, denn als er es am nächsten Tag im Beisein von zwei seiner Jüngern wiederholt, folgen die beiden Jesus sofort um zu sehen, was an den Worten des Johannes dran ist. Sie bleiben den ganzen Tag mit Jesus zusammen und das, was sie sehen und hören, überzeugt sie (Vers 37-39).

    Sie sind so begeistert, dass sie selbst es auch anderen erzählen. Andreas, der eine von ihnen, erzählt es begeistert seinem Bruder Petrus und nimmt ihn mit zu Jesus. So konnte sich auch dieser überzeugen (Vers 40-42).

    Philippus wird von Jesus selbst aufgefordert, ihm nachzufolgen und er tut es. Auch er ist begeistert und erzählt es Nathanael (Vers 43-45).

    Dieser ist zuerst skeptisch, aber er geht mit, um selbst zu sehen, ob etwas dran ist und diesen Jesus mal selbst unter die Lupe zu nehmen 😉 Als er ankommt, redet Jesus ihn an und das, was er sagt, überzeugt auch ihn (Verse 46-51).

    Also eine Art Schneeball- oder Pyramidensystem. Ähnliches lesen wir in Johannes 4: nachdem Jesus mit der Frau am Brunnen geredet hat, rennt sie in den Ort, erzählt es allen und diese werden neugierig, sehen nach und überzeugen sich selbst.

    Also eigentlich ganz einfach: „aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ und unsere Begeisterung steckt an. Sie macht zumindest neugierig, überzeugen müssen die anderen sich schon selbst.

  82. Juleam 19. Februar 2014 um 10:20 Link zum Kommentar

    Es macht auch deutlich, worum es geht und wohin wir die Leute führen sollen, deren Interesse wir geweckt haben:

    Es geht nicht um Menschen oder Organisationen, denen wir nachfolgen sollten – sondern unser Zentrum ist Jesus! Wir führen die Menschen also zu Jesus hin und helfen ihnen dabei, sich Gottes Wort zu eigen zu machen und ein eigenes enges Verhältnis zu Jehova und seinem Sohn Jesus Christus zu entwickeln.

    Auch wenn wir diese neuen Christen am Anfang helfend begleiten, so geht es doch nicht um uns und unsere Gemeinde, der wir angehören und wohin wir sie führen, sondern um Jesus Christus. Später in der Geschichte der ersten Christen stellt Paulus diesen Punkt richtig, da es scheinbar in eine falsche Richtung lief und die Menschen Anhänger bestimmter Personen wurden, die sie in die Wahrheit gebracht hatten. Er macht noch mal klar, dass es um Gott geht und wir Gott dienen und Jesus nachfolgen. Der Mensch, der uns dabei geholfen hat, ist dabei eher zweitrangig (1. Korinther 3:5-9)

    Im Epheserbrief lesen wir, dass sich die Brüder immer in kleineren Gruppen trafen. Wer neu dazu kam, lernte und gründete dann bei sich im Haus eine neue Gruppe, wohin er die Neuen brachte. Aber das eigentliche Zentrum waren nicht die kleinen Hausgemeinden – sondern Jesus!

  83. Juleam 19. Februar 2014 um 10:23 Link zum Kommentar

    Jeder von uns kann also einen Anteil daran haben, die Botschaft über Jesus und wie er uns den Zugang zu Gott frei gemacht hat, zu verbreiten. Jeder auf seine Art.

    Dies muss nicht immer nur von Haus-zu-Haus sein, auch wenn die ersten Christen auch diese Methode nutzten. Jeder sprach die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung an – Familie, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, die Marktfrau oder den Fischer, wo man einkaufte usw.

    Hier in Johannes 1 lesen wir von mehreren Versionen: Andreas sprach seinen Bruder an, Jesus Philippus, der gerade anwesend war und Philippus seinen Freund Nathanael.

    Welche Möglichkeiten haben wir selbst – und nutzen wir sie?

    Bei uns in der kleinen Hausgemeinde haben wir auch schon viel ausprobiert, wie im Sommer mehrere Aktionen mit Ansprechdienst, Umfragen usw. Neu für mich war folgende: ein Bruder, der in einem Pflegeheim wohnt, spricht die Bewohner an und fragt, ob er für sie und mit ihnen beten kann. Es kommen viele Gespräche zustande.

    Unsere beiden Ältesten waren vor zwei Wochen in dem Gebiet, wo der eine in diesem Jahr ein Haus baut unterwegs und haben die Menschen mit dem Satz angesprochen: „hallo, ich bin … und ziehe im nächsten Jahr hier in die Gegend und wollte mal fragen, ob und wofür wir hier beten können.“ Auch sie haben gute Erfahrungen gemacht, hatten einige längere Gespräche und einer hat ihnen sogar seine Kontaktdaten für einen Rückbesuch gegeben.

    Wir sehen: wenn unser Herz für Gott und sein Wort brennt, dann werden wir Wege finden, um dies mit anderen zu teilen und neue Menschen für Christus zu gewinnen.

    (((Noch eine kleine Anmerkung: unser Hauskreis sucht keine Menschen, die bereits an Gott glauben um sie „abzuwerben“, sondern wir suchen Menschen, die noch nicht Jesus für sich angenommen haben, ebenso wie es die ersten Jünger taten. Es geht nicht darum, die Zahl der Gemeindemitglieder zu erhöhen, sondern darum, Menschen zu Gott und Jesus zu führen)))

    weitere Gedanken zu Johannes 1 finden wir hier

  84. Juleam 26. Februar 2014 um 13:34 Link zum Kommentar

    Johannes 2 – was wir vom ersten Wunder lernen können

    1 Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dort. 2 Aber auch Jesus wurde samt seinen Jüngern zur Hochzeit eingeladen. 3 Und als es an Wein mangelte, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein! 4 Jesus spricht zu ihr: Frau , was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut!
    6 Es waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge, nach der Reinigungssitte der Juden, von denen jeder zwei oder drei Eimer fasste. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenhin. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Speisemeister! Und sie brachten es hin.
    9 Als aber der Speisemeister das Wasser, das zu Wein geworden war, gekostet hatte (und er wusste nicht, woher es war; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es), da rief der Speisemeister den Bräutigam 10 und sprach zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und dann, wenn sie trunken geworden sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt behalten! 11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und ließ seine Herrlichkeit offenbar werden, und seine Jünger glaubten an ihn.
    12 Danach zog er hinab nach Kapernaum , er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben wenige Tage dort.

    13 Und das Passah der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 14 Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Wechsler, die dasaßen. 15 Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Rindern, und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um; 16 und zu den Taubenverkäufern sprach er: Schafft das weg von hier! Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus!
    17 Seine Jünger dachten aber daran, dass geschrieben steht: »Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt« .

    18 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen zeigst du uns, dass du dies tun darfst? 19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten! 20 Da sprachen die Juden: In 46 Jahren ist dieser Tempel erbaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? 21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
    22 Als er nun aus den Toten auferstanden war, dachten seine Jünger daran, dass er ihnen dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

    23 Als er aber am Passahfest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, weil sie seine Zeichen sahen, die er tat. 24 Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte, 25 und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand von dem Menschen Zeugnis gab; denn er wusste selbst, was im Menschen war.

    Hier erleben wir also das allererste Wunder, das Jesus gewirkt hat: er verwandelt Wasser in Wein.

    Dies zeigt uns ganz deutlich, dass nichts dagegen spricht, wenn wir Alkohol trinken.

    Gut ist es, wenn dies in Maßen geschieht. Dies ist bei diesem Hochzeitsfest nicht unbedingt der Fall, was wir aus der Bemerkung des Festleiters schließen können: er sagt im Prinzip, dass es nun nicht nötig ist, guten Wein zu servieren, da die Gäste bereits derart angeheitert sind, dass sie das eh nicht mehr mitbekommen.

    Obwohl die Gäste also bereits einigermaßen berauscht sind, sorgt Jesus für weiteren Wein und sogar für einen sehr guten.

    Hätte er dies getan, wenn die Szene ihn angewidert hätte?

    Weitere Gedanken zu diesem Wunder hatten wir bereits im Rahmen der Johannes-Studie gesammelt 😉

  85. Juleam 26. Februar 2014 um 13:42 Link zum Kommentar

    Johannes 2:1-1-11
    Jesu erstes Wunder

    Bereits im Rahmen der Johannes-Studie haben wir uns mit diesem Wunder beschäftigt. Ebenso wie mit der dazu passenden Ansprache von Bayless Conley: „Wunder Nr 13 – Wasser in Wein“.

    Hier mal nur ganz kurz zusammen gefaßt einige Lehrpunkte, die er aus dem Wunder zieht:

    • Es wurde ganz bewußt als erstes Wunder gewählt, denn hier ging es um Transformation.
      Etwas, was jedem Christen widerfährt: sein Geist wird verändert, er wird wiedergeboren.
    • Die Krüge, in denen er das Wasser schöpfen ließ, waren für rituelle Reinigungen vorgesehen.
      Rituale retten uns aber nicht. Wir benötigen eine Veränderung des Geistes. Wir müssen eine persönliche Beziehung zu Gott haben.
    • Er ließ die Krüge bis zum Rand füllen:
      Alles, was wir tun, sollten wir voll und ganz tun, unseren Gott „mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft“ lieben und dienen.
    • Der gute Wein wurde bis zum Schluß aufbewahrt.
      Für den Festleiter unlogisch – aber auch für uns kommt das Beste erst am Schluß!
      Ebenso war unser vorheriges Leben nicht annähernd so gut, wie das, was wir heute mit Jesus führen.
    • Jesus sorgte kostenlos für diesen Wein:
      Wir können uns unsere Errettung nicht erkaufen. Sie wird uns aus Gnade geschenkt.
    • Jesus bewirkte dieses Wunder nicht allein. Es geschah durch sein Wort und seine Diener, die die Krüge füllten.
      Das Wunder der Errettung geschieht ebenso – durch das Wort Gottes und durch Diener, die es verkünden und erklären.
    • Obwohl die Diener Menschen mit Fehler und Schwächen waren, lehnte niemand den Wein ab, der mit ihrer Hilfe entstand.
      Lehnen wir die Gute Botschaft und Gottes Wort ab, weil diejenigen, die es verkünden, Fehler und Schwächen haben?
    • Die Diener haben Glauben und tun, was Jesus ihnen sagt.
      Das, was er ihnen zu tun auftrug, war unlogisch. Denn sie benötigten Wein und kein Wasser.
      Auch wir müssen glaubensvoll gehorchen, auch wenn es unsinnig erscheint, was unser Gott von uns will. Wir sind nur zuständig für das Wasser – das Wunder kommt von Gott!
    • Es sind fast 600 Liter Wein, die Jesus da für das Fest macht. Ist das nicht zuviel?
      Das Fest dauerte eine ganze Woche und das ganze Dorf war eingeladen.
      Jesus und Jehova sind unsere Versorger. Sie sorgen für alles, was nötig ist.
    • Jesus und seine Jünger waren eingeladen.
      Jehova und Jesus drängen sich nicht auf, sie kommen auch nur in unser Leben, wenn wir sie einladen
    • Dem Hochzeitspaar war der Wein ausgegangen. Jesus half schnell und großes Aufsehen, um sie nicht zu demütigen.
      Was ist uns ausgegangen? Jesus hilft, ohne Vorwürfe zu machen oder uns zu beschämen.
    • Die 6 steinernen Wasserkrüge waren bereits da.
      Jesus benutzt die bereits vorhandenen Dinge oder Umstände, um uns in unserem Mangel zu helfen. Wir müssen dazu aber tun, was er uns sagt.

    Wer hätte das Gedacht, dass es in dieser kleinen und kurzen Geschichte so viele Lehrpunkte gibt?

  86. Juleam 26. Februar 2014 um 13:45 Link zum Kommentar

    Dagegen sieht es schon fast „mikrig“ aus, was wir im Rahmen der Studie herausgearbeitet hatten:

    • Jesus ist an den Menschen interessiert, denn er sorgt für Wein, der nicht absolut lebenswichtig ist
    • Es ist nichts Verkehres daran, Alkohol in Maßen zu trinken
    • Jesus war großzügig. Er sorgte für reichlich Wein und von allerbester Qualität, obwohl das laut dem Festleiter nun eh kaum noch jemand bemerkt
    • Es ist nicht verkehrt, zu feiern. Jesus und sein Jünger gingen mit zum Fest

    weitere Gedanken zu Johannes 2 finden wir hier

  87. Juleam 26. Februar 2014 um 13:48 Link zum Kommentar

    Johannes 3 – worum es hier geht

    1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi , wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird , so kann er das Reich Gottes nicht sehen! 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?

    5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden!
    8 Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.
    9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen? 10 Jesus erwiderte und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und wir bezeugen, was wir gesehen haben; und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.

    12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von den himmlischen Dingen sagen werde? 13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, außer dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, dem Sohn des Menschen, der im Himmel ist.
    14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte , so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, 15 damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

    16 Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. 17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. 18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.

    19 Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. 20 Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. 21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.

    22 Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa, und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte . 23 Aber auch Johannes taufte in Änon, nahe bei Salim, weil viel Wasser dort war; und sie kamen dorthin und ließen sich taufen. 24 Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen worden.

    25 Es erhob sich nun eine Streitfrage zwischen den Jüngern des Johannes und einigen Juden wegen der Reinigung. 26 Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der, welcher bei dir war jenseits des Jordan, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm! 27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen , es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben.
    28 Ihr selbst bezeugt mir, dass ich gesagt habe: Nicht ich bin der Christus, sondern ich bin vor ihm her gesandt. 29 Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hocherfreut über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.
    30 Er muss wachsen , ich aber muss abnehmen. 31 Der von oben kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der aus dem Himmel kommt, ist über allen.
    32 Und er bezeugt, was er gesehen und gehört hat, und sein Zeugnis nimmt niemand an. 33 Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt, dass Gott wahrhaftig ist. 34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß. 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben . 36 Wer an den Sohn glaubt , der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt , der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

    Eigentlich 2 Hauptthemen:

    • Nikodemus und die Frage der Wiedergeburt
    • Und Jesus und Johannes
  88. Juleam 26. Februar 2014 um 13:54 Link zum Kommentar

    Johannes 3:1-21
    Nikodemus und die Wiedergeburt – wie betrifft es mich heute?

    Von Thom weiss ich, dass es dazu eine sehr gute Ansprache von Arnold Fruchtenbaum gibt – dem Juden, der zum Christentum konvertiert ist. In dieser Ansprache erklärt dieser, dass der Gedanke einer Wiedergeburt an sich den Juden nicht fremd war, dass bestimmte Abschnitte im Leben eines Juden als Wiedergeburt zählten.

    Wenn wir den Text hier in Johannes 3:4 richtig lesen und genau hinsehen, dann fragt er, wie ein Mensch wiedergeboren werden kann „wenn er alt ist“. Arnold Fruchtenbaum sagt dazu, dass Nikodemus bereits in einem Alter war, in dem er bereits alle Stufen einer Wiedergeburt durchgemacht hatte und keine mehr offen blieb. Daher fragte er, wie das noch vor sich gehen sollte.

    Ist er der Einzige mit dieser Ansicht? Ich kann mich nicht erinnern, in den Publikationen der WT-Gesellschaft ähnliche Gedanken gelesen zu haben. Auch Thom war ganz begeistert, als er die Ansprache vor einigen Jahren gehört hatte.

    Was sagt denn z.B. Darby dazu?

  89. Juleam 26. Februar 2014 um 13:59 Link zum Kommentar

    Was bedeutet es für uns ganz persönlich, wiedergeboren zu werden?

    Wie wir den verschiedenen Ansprachen entnehmen können, sowie den Kommentaren dazu im Größte-Mensch-Buch sowie bei Darby, geht es darum, gemäß dem alten Menschen zu sterben, der wir waren, bevor wir unser Leben Gott und seinem Sohn Jesus hingegeben haben.

    Der alte Mensch ist tot und zu einem neuen geboren. Das ist es ja auch, was unsere Wassertaufe symbolisiert: beim Untertauchen, dass die alte gottlose Persönlichkeit gestorben ist – und beim Heraufkommen aus dem Wasser die Geburt oder Auferstehung zu einem neuen Leben mit Christus.

    Wir hatten ja erst vor einigen Wochen eine passende Ansprache dazu, als es im Rahmen des Catechismus darum ging, was unsere einzig wahre Hoffnung ist:

    „dass wir nicht mehr uns selbst gehören, sondern im Leben und im Tod mit Leib und Seele Gott und Jesus Christus gehören“.

    Wir sterben also hinsichtlich unseres alten gottlosen und egoistischen Lebens und werden wiedergeboren zu einem Leben für Gott.

    Dies ist keine rein äußerliche Sache, wie wir bereits im Zusammenhang mit „der neuen Persönlichkeit“ (Epheser 4) festgestellt hatten: niemand würde reine saubere Kleidung anziehen, ohne vorher die verdreckten und verschwitzten Sachen auszuziehen und sich zu waschen. Wir ziehen das saubere nicht einfach darüber.

    So, wie wir die alte unreine Persönlichkeit ausziehen, sterben wir in dieser Hinsicht – und ziehen die neue an und werden in dieser Hinsicht wiedergeboren – zu einem neuen Leben mit Gott und Jesus!

  90. Juleam 26. Februar 2014 um 14:02 Link zum Kommentar

    Johannes 3:14-21
    Der Sohn Gottes ist als Retter in die Welt gekommen (HfA)

    Besonders der erste Teil mit der Kupferschlange ist sehr interessant. Was finden wir darüber im Einsichtenbuch?

    Jesus Christus erklärte die prophetische Bedeutung der Ereignisse in der Wildnis in Verbindung mit der Kupferschlange, als er zu Nikodemus sagte: „Überdies ist kein Mensch in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabkam, der Menschensohn. Und so, wie Moses die Schlange in der Wildnis erhöhte, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe“ (Joh 3:13-15). Genauso, wie die Kupferschlange von Moses in der Wildnis an einer Stange befestigt wurde, wurde der Sohn Gottes an einem Stamm befestigt, wodurch er vielen als Übeltäter und Sünder erschien, der, gleich einer Schlange, als verflucht galt (5Mo 21:22, 23; Gal 3:13; 1Pe 2:24). In der Wildnis mußte jemand, der von einer der Giftschlangen, die Jehova unter die Israeliten gesandt hatte, gebissen worden war, voller Glauben auf die Kupferschlange blicken. Genauso ist es notwendig, an Christus zu glauben, um durch ihn ewiges Leben erlangen zu können.

  91. Juleam 26. Februar 2014 um 14:11 Link zum Kommentar

    Hierzu gibt es eine interessante Ansprache von Bayless Conley – in der Predigtreihe „Stöcke und Steine“ ist es der 5. Teil „Schlangen“

    Hier gibt es einige interessante Lehrpunkte:

    Der Blick auf die Schlange in der Wüste war kein kurzer, flüchtiger. Er beschreibt es sehr anschaulich:

    Vergebung und Heilung kamen nicht durch einen flüchtigen Blick, sondern durch stetiges erwartungsvolles und intensives Hinschauen. Wenn sie die Schlange aufmerksam ansahen und Ablenkung widerstanden.

    Ich stelle mir einen Mann vor, der hohes Fieber hat. Sein Körper ist angeschwollen. Leichen liegen um ihn, da viele bereits starben. Er spürt, wie das Leben ihn verlässt, kann aber nicht über die Menge blicken, um die Schlange auf der Stange zu sehen. Er sagt seinen Söhnen: „Jungs schnell! Ihr müsst mich hochheben! Ich muss die Schlange an der Stange sehen!”

    Ich sehe, wie seine Söhne ihn über die Menge heben und wie er die Schlange sieht.

    Er sieht sie zum ersten Mal und denkt über sie nach. Er sieht, dass sie an die Stange genagelt wurde. Er denkt: „Sie schleicht nicht im Lager herum. Sie kann sich nicht bewegen. Sie ist überwunden. Sie ist besiegt! Sie ist zerstört. Sie wurde an die Stange genagelt.” In seinem Herzen steigt Glaube auf. Plötzlich durchströmt ihn Lebenskraft. Er sagt: „Jungs, setzt mich ab. Es geht mir gut.”

    Welche Lektion steckt darin? Was für eine erstaunliche Lektion ist das! Bitte schauen Sie sich Kapitel 3 im Johannesevangelium an. Jesus spricht hier.

    Auch wir müssen unseren Blick ganz fest auf Jesus Christus gerichtet halten. Es darf kein flüchtiger Blick sein.

    Wie der beschriebene Mann in der Wüste sollen wir mit unserem Herzen darauf sehen und dabei das wahrnehmen, was dahinter steckt.

  92. Juleam 26. Februar 2014 um 14:16 Link zum Kommentar

    Der 2. Punkt ist die Bedeutung dessen, dass sich Jesus hier mit der Schlange vergleicht. Denn Schlangen stehen in der Bibel für das Böse. Wie kann Jesus mit etwas Bösem verglichen werden?

    Warum würde Jesus sich als eine Schlange an einer Stange bezeichnen? Eine Schlange ist ein Bild des Bösen. Sie steht für Bosheit und für das, was Satan auf die Menschheit brachte … all das Chaos, die Verwirrung und den Kummer! Sie steht für Sünde, ist ein Bild für Krankheit. Warum würde sich unser gesegneter Retter mit einer Schlange an einer Stange vergleichen? Galater 3:13 ist die Antwort. Es heißt:

    Galater 3:13 „Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist – denn es steht geschrieben: ‚Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!’”

    Als Jesus am Kreuz hing, wurde Er zum Fluch für uns, mein Freund. Ich möchte, dass Sie Ihn dort sehen, nicht nur flüchtig. Aufmerksam, voller Erwartung und mit voller, ungeteilter Aufmerksamkeit wollen wir unseren Retter anschauen. Er hängt zwischen Himmel und Erde. Der Himmel verdunkelte sich. Er wurde brutal geschlagen, war blutig und entstellt, nicht wiederzuerkennen. Sein Gesicht besteht aus Wunden, Sein Kopf hat die Dornenkrone getragen. Er ist blutüberströmt; Sein Rücken wurde von einer römischen Peitsche blutig geschlagen, ist regelrecht zerfetzt. Das Kreuz ist rot von seinem Blut. Warum hängt Er dort? Warum leidet Er so sehr? Er wird zu einem Fluch für uns. Er trägt unsere Sünde, Er trägt unsere Ungerechtigkeit. Durch Seine Wunden sind wir geheilt. Er trug die Dornenkrone, damit wir in unserer Seele Frieden haben können. Unsere Hände haben Böses getan, Seine Hände wurden angenagelt. Unsere Füße gingen falsche Wege, Seine Füße wurden ans Kreuz genagelt. So wie die Israeliten sahen, dass die Schlange überwunden, bewegungsunfähig, zerstört und an die Stange genagelt wurde, mein Freund, hat Jesus durch die Kreuzigung Mächte und Gewalten zerstört. Er brach die Macht des Feindes über unserem Leben und nahm den Fluch der Menschheit auf sich. Was für ein gesegneter Retter ist Er!

    Ich denke, unser Herz kann die Tiefen nicht erfassen, die Christus durchlitt, um uns zu erlösen, und nicht ermessen, was er tatsächlich für uns auf Golgatha erwirkt hat.

    den ganzen Teil der Ansprache, der sich um Jesus und die Kupferschlange dreht, findet ihr hier

  93. Juleam 26. Februar 2014 um 14:22 Link zum Kommentar

    Nachdem wir diese beiden Punkte nun erkannt haben und im Sinn behalten (Verse 14-17), können wir uns den weiteren Versen dieser Passage zuwenden, den Versen 18-21.

    Wir haben ja bereits erkannt, dass diejenigen, die in der Wüste von den Schlangen gebissen wurden, fest und voller Glauben auf die kupferne Schlange blicken mußten. Nur dann hob Jehova die Wirkung des Giftes auf und sie konnten wieder gesund werden und mußten nicht sterben (siehe den ersten Teil der Ansprache). Wer es nicht tat, hatte keine Chance.

    Ebenso haben wir keine Chance auf Rettung, wenn wir nicht auf Jesus als unseren Retter schauen. Wie wir erkannt haben, reicht hier kein kurzer flüchtiger Blick, sondern wir müssen beständig auf ihn schauen (siehe auch die gleichnamige Ansprache „Schau auf Jesus“ und „Auf Jesus schauen“).

    Wir sehen: jeder hat die Wahl – damals wie heute!

    Wer in der Wüste von der Schlange gebissen wurde, konnte für sich entscheiden, ob er auf das Angebot Gottes eingeht, oder eben nicht.

    Auch wir haben die Wahl, ob uns „das Angebot Gottes“ wichtig genug ist – das, was Jesus für uns getan hat. Es ist unsere eigene Entscheidung und die muss jeder für sich ganz persönlich treffen.

    Aber ebenso wie seinerzeit in der Wüste hat unsere Entscheidung auch Konsequenzen! Und darüber spricht Jesus hier im zweiten Teil, den Versen 18-21.

    In Vers 18 fasst er die vorigen Gedanken noch mal zusammen:

    18 Wer sein Vertrauen auf ihn setzt, muss keinen Schiss mehr vor einem Urteil bei der letzten Gerichtsverhandlung haben. Wer ihm, dem einzigartigen Sohn von Gott, aber nicht glaubt, der ist dadurch schon jetzt zur Höchststrafe verurteilt worden.
    (Volxbibel)

    Die folgenden Verse zeigen eigentlich eher den Grund auf, warum sich Menschen dagegen entscheiden, das Angebot Gottes anzunehmen:

    19 Und zwar wird das mit diesem Gericht so abgehen: Ein Licht ist auf diese Welt gekommen. Die Leute in der Welt hatten aber Lust auf das Dunkle, sie wollten kein Licht in ihrem Leben. Sie wollten nicht, dass jemand den ganzen Mist, den sie täglich bauen, auch noch sehen könnte. 20 Jeder, der ein schlechtes Gewissen hat, hasst das Licht, da würde er nie freiwillig hingehen. Er will ja nicht, dass jeder seinen Dreck, den er tut, auch noch sehen kann! 21 Wer aber das tut, was Gott will, hat keine Panik vor dem Licht, er muss sich ja nicht schämen. Alles, was er getan hat, war für Gott super.“
    (Volxbibel)

    weitere Gedanken zu Johannes 3 finden wir hier

  94. Juleam 19. März 2014 um 13:41 Link zum Kommentar

    Johannes 3:22-36
    Johannes macht es uns vor: es geht nicht um uns, sondern um Jesus!

    Interessant, was J.N. Darby dazu sagt, denn er weist darauf hin, dass Johannes die Dinge der Erde verkündete – Jesus hingegen die Dinge des Himmels.

    Johannes war lediglich ein Wegbereiter, der auf das Kommen des Messias aufmerksam machen sollte, die Menschen auf IHN und sein Kommen vorbereiten sollte. Aber das Wichtigste war Jesus selbst.

    Auch Jesus war nur eine Stufe zu etwas Höherem, denn er verkündete das Wort, den Willen und den Plan seines Vaters. Er selbst war „nur“ das Wort, derjenige, der es uns überbrachte.

    Vor diesem Hintergrund wirkt das Gerangel einiger „Christen“ und Religionsgemeinschaften darum, selbst „die einzig wahre“ zu sein, ziemlich erbärmlich.

    Als wahre Christen, als „wahres Volk Gottes“ erweisen wir uns nicht dadurch, dass wir uns selbst unheimlich wichtig nehmen und sorgfältig darauf bedacht sind, dass uns niemand den Rang streitig macht – sondern dadurch, dass wir Jesus nachahmen. Wie dachte er?

    Erinnern wir uns daran, dass die Jünger immer wieder darüber stritten, wer von ihnen die höhere Stellung habe und wie Jesus darauf reagierte: er rügte sie jedesmal und erklärte ihnen immer wieder geduldig, dass es nicht um Rang und Namen ging. Dass sie alle Brüder seien, einen Leib bildeten, an dem jedes Glied wichtig sei.

    Jesus wies bei allem was er sagte und tat auf seinen himmlischen Vater hin und genau dies sollte auch bei uns im Vordergrund stehen. Dann erweisen wir uns als wahre Nachfolger Christi und dann dürfen wir uns zu Recht zu seinem Volk zählen.

    weitere Gedanken zu Johannes 3 finden wir hier

  95. Juleam 19. März 2014 um 13:45 Link zum Kommentar

    Johannes 4 – 6

    Johannes 4 – sehr gehaltvoll

    1 Als nun der Herr erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, dass Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes 2 – obwohl Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger -, 3 da verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa.

    4 Er musste aber durch Samaria reisen. 5 Da kommt er in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Feld , das Jakob seinem Sohn Joseph gab. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich so an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.

    7 Da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen. 9 Nun spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie erbittest du als ein Jude von mir etwas zu trinken, da ich doch eine samaritische Frau bin? (Denn die Juden haben keinen Umgang mit den Samaritern .) 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser . 11 Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? 12 Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh? 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt. 15 Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht dürste und nicht hierherkommen muss, um zu schöpfen!

    16 Jesus spricht zu ihr: Geh hin, rufe deinen Mann und komm her! 17 Die Frau antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann! Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann! 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesprochen!

    19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist! 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll. 21 Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden. 23 Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. 24 Gott ist Geist , und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet!

    27 Unterdessen kamen seine Jünger und verwunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr? 28 Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist? 30 Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.

    31 Inzwischen aber baten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! 32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt! 33 Da sprachen die Jünger zueinander: Hat ihm denn jemand zu essen gebracht? 34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.
    35 Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht die Felder an; sie sind schon weiß zur Ernte. 36 Und wer erntet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben , damit sich der Sämann und der Schnitter miteinander freuen. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch ausgesandt zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.

    39 Aus jener Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben ; und er blieb zwei Tage dort. 41 Und noch viel mehr Leute glaubten um seines Wortes willen. 42 Und zu der Frau sprachen sie: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; wir haben selbst gehört und erkannt , dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt, der Christus ist!

    43 Nach den zwei Tagen aber zog er fort und ging nach Galiläa. 44 Jesus selbst bezeugte zwar, dass ein Prophet in seinem eigenen Vaterland nicht geachtet wird. 45 Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er während des Festes in Jerusalem getan hatte; denn auch sie waren zu dem Fest gekommen.

    46 Jesus kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und da gab es einen königlichen Beamten, dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47 Als dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte herabkommen und seinen Sohn gesund machen; denn er lag im Sterben. 48 Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht! 49 Der königliche Beamte spricht zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Und der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sprach, und ging hin. 51 Als er aber noch unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm und sprachen: Dein Sohn lebt! 52 Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da erkannte der Vater, dass es eben in der Stunde geschehen war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er glaubte samt seinem ganzen Haus. 54 Dies ist das zweite Zeichen, das Jesus wiederum tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

    Ein sehr gehaltvolles Kapitel.

    Wenn wir auf den Link „passende Ansprachen“ gehen, sehen wir, dass es dazu eine ganze Menge gibt.

    Vielleicht hast du ja Zeit und Lust, dir die eine oder andere anzuhören – vielleicht bei der Hausarbeit, auf dem Weg zur Arbeit usw?

  96. Juleam 19. März 2014 um 13:56 Link zum Kommentar

    Johannes 4:1-30
    Die Frau am Brunnen

    Ganz besonders zu der Frau am Brunnen gibt es viele Ansprachen von Johannes Hartl. Er hat auf mehreren MEHR-Konferenzen darüber gesprochen: 2012 und 2013 und ein wenig auch 2014.

    Es lohnt sich wirklich, sich diese Ansprachen alle anzuhören, denn sie beleuchten diese Geschichte mit der Frau am Brunnen aus den verschiedensten Blickwinkeln. Ich war schon beeindruckt, als ich im vergangenen Jahr (2013) die Reihe der MEHR dazu gehört hatte. Auch in diesem Jahr (2014) beginnt er die Konferenz mit dieser Geschichte – macht aber dann den Bogen zum Gleichnis vom verlorenen Sohn.

    In der Reihe „Begegnungen mit Jesus“ fängt er die erste Ansprache damit an, zwei Dinge besonders zu beleuchten, bevor er in die Szene eintaucht:

    Den Ort Sichem
    (oder Sichar, wie es hier in der Schlachter gesagt wird) und warum gerade dieser Ort so bedeutungsvoll für die Begegnung und das Gespräch ist

    • Jehova schließt mit Abraham dort den Bund
    • Leute rufen selbst einen König auf
    • Jakob vergraebt die Götzen
    • Die Samariter entstehen: ein Volk, das die wahre Anbetung vermischt

    Der wichtige Punkt im Zusammenhang mit Sichar oder Sichem ist, dass hier Menschen sagen, sie können ihr Leben ohne Gott leben. In dem Moment, wo sie ihre Götzen wegwerfen, und sich nur noch ganz allein auf Jehova verlassen, tritt ER für sie ein

    Die Tageszeit
    „Es war um die 6. Stunde“ – also um die Mittagszeit
    Diese Zeitangabe kommt gerade mal dreimal in der Bibel vor und gibt dem Ganzen eine wichtige Bedeutung

    • Hier am Brunnen, wo er mit der Heidin spricht
    • Im Zusammenhang mit der Kreuzigung:
      Pilatus sagt zun Volk „siehe, euer König“
      Jesus hat Durst
      Als Jesus am Kreuz stirbt und der Himmel sich verdunkelt und
    • Als Petrus auf dem Flachdach ist und die Vision mit den unreinen Tieren erhält.

    Na – Zusammenhang erkannt?

  97. Juleam 19. März 2014 um 14:14 Link zum Kommentar

    Johannes 4:10 „wenn du gewußt hättest … dann hättest du mich gebeten“

    Hier ist die Formulierung sehr wichtig und ich hätte niemals gedacht, dass sie mich betrifft, die ich ja bereits seit Jahrzehnten Christ bin, regelmäßig in der Bibel lese und ein gutes Verhältnis zu Gott habe.

    Natürlich weiss ich, wen sie hier bittet, weiss dass Jesus der Messias ist und für unsere Sünden gestorben ist, damit wir uns heute freimütig unserem Gott nahen können. Das gehört ja zu den Grundlehren des Christentums

    Aber Johannes Hartl erklärt die Stelle aus einer anderen Sicht. Es reicht nicht aus, vom Verstand her zu wissen, dass Jesus für uns gestorben und wieder auferstanden ist.

    Es reicht nicht, vom Verstand her zu wissen, dass Jehova unser himmlischer Vater ist und Jesus unser Erlöser, unser Retter. Wir müssen es mit unserem Herzen und Gefühl begreifen.

    Wir hatten vorher ja bereits die Zitate, was Glaube bedeutet und welche Verheißungen Gott mir sogar für meine persönlichen Ängste gibt.

    Aber hier benutzt Johannes Hartl ein Wort, dass Jesus eigentlich auch einmal betont, was aber in anderer Formulierung in unserem Sinn ist.

    Bei der Formulierung „Gott ist mein Vater“ denke ich immer an das Verhältnis eines erwachsenen Kindes zu seinem Vater.

    Ich habe heute ein se gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber ich bin erwachsen und renne nicht mehr mit jedem Problem zu ihnen, sondern eigentlich nur dann, wenn es gar nicht anders geht. Und meine Eltern erwarten heute von mir als Erwachsene auch, dass ich mich wie eine benehme. Sie würden wohl sicherlich befremdet sein, wenn ich mit kindischen Gedanken und Ängsten ankäme.

    Scheinbar übertrage ich dies auch auf mein Verhältnis mit Gott und versuche so viel wie möglich allein zu schaffen, damit er sich nicht für mich schämt.

    Aber Johannes Hartl gebraucht hier ganz provokativ den Ausdruck „Papa'“, in einigen Ansprachen sogar „Papi“.

    Dabei habe ich ein ganz anderes Bild vor Augen: ein kleines hilfloses Kind und seinen starken Papi. Er ist für das Kind der Allerstärkste und wenn der Papi in der Nähe ist, hat es keine Angst. Es fühlt sich sicher und behütet und wenn es doch Angst hat, greift es nach seiner Hand oder kuschelt sich in seine Arme.

    „Wenn du begriffen hättest, wer hier zu dir spricht (und bei dir ist), dann hättest du mich gebeten“

    Wenn ich Gott wirklich als diesen großen starken Papi begreifen würde (denn das ist er ja, niemand ist stärker und mächtiger als er), dann würde ich ihn bitten.

    Dann würde ich mit meiner Angst direkt zu ihm laufen und nicht erst überlegen, ob ich das nicht zuerst allein versuche, weil ich mich sonst vielleicht lächerlich mache.

    Ein kleines Kind rennt direkt zu seinem Papi, ohne vorher groß zu überlegen, ob der Papi von ihm erwartet, dass es sich nicht so anstellt.

    Wenn ich mein Verhältnis zu Jehova so begreifen würde – ich das kleine Kind und er der große starke Papi, dem es Freude macht, mich zu beschützen, selbst dann, wenn keine echte Gefahr da ist (Phobie) – dann würde ich ihn bitten und direkt in seine schützenden Arme laufen.

    Und dann würde ich mir auch nicht krampfhaft einen Plan B überlegen, wie ich aus der angstvollen Situation wieder herauskomme, falls er nicht hilft. Ich würde mich einfach darauf verlassen.

    Wenn sich ein kleines Kind in einer Situation, die ihm Angst macht, an seinen Papi kuschelt, dann geht es ihm gleich besser. Es fühlt, wie er seine Arme um es legt und hat das Gefühl, dass ihm nun nichts mehr passieren kann – denn die Gefahr muss erst einmal an dem großen starken Papa vorbei!

    ‚Wenn ich erkenne, wer es ist, der zu mir redet‘ – mein großer starker Papi, der niemals zulassen würde, dass mir irgendetwas passiert, der mich selbst mit seinem Leben verteidigen wird – ‚dann werde ich ihn bitten‘ und er wird mir geben.. Dann werde ich keine Angst mehr haben, nicht mehr weglaufen oder Situationen vermeiden, die mir Angst machen – sondern dann werde ich mich ruhig und sicher fühlen und wenn die Angst mich überfällt, mich sinnbildlich in seine Arme kuscheln und spüren, wie er mich an sich drückt und mich sicher fühlen. Mit meinem Papi an meiner Seite kann mir nichts passieren.

    Wenn ich das begreife, dann werde ich mich nicht mehr von meiner Angst abhalten lassen, Dinge zu tun, die ich gern tun möchte oder die getan werden müssen. Dann werde ich mutig jeden Tag angehen!

    „Wenn du das erkannt hättest, dann würdest du mich bitten“

    Ich darf IHN darum bitten, dies wirklich zu begreifen – nicht nur vom Verstand her, sondern es auch zu fühlen.

  98. Juleam 19. März 2014 um 14:37 Link zum Kommentar

    Gerade habe ich mir das Kapitel 4 noch mal als mp3 angehört. Die hier eingefügten Hördaten der Bibel sind ab dem NT aus der Neuen Genfer Übersetzung und mir ist dabei aufgefallen, dass der Gedanke von Johanns Hartl hier noch besser raus kommt:

    Johannes 4:10, 23 NGU2011

    Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ›Gib mir zu trinken‹, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir Quellwasser gegeben, lebendiges Wasser .«
    Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben . Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten.

    Wir müssen wissen, worin die Gabe Gottes besteht und die Wahrheit erkennen. Passt eigentlich sehr gut zu der Gedanken von vorhin.

    In der Volxbibel werden die Verse hier auch sehr schön übersetzt: wir müssen erkennen, „was für eine Chance Gott dir gerade geben will und wer hier mit dir redet“ und „Ihr habt ja gar keine Vorstellung, zu wem ihr da überhaupt redet, wenn ihr betet!“ Und “ Es ist nur wichtig, dass man dabei von seiner Kraft, seinem Geist, kontrolliert wird. Gott sucht nach solchen Leuten, die so mit ihm reden!“

  99. J.N. Darbyam 19. März 2014 um 14:46 Link zum Kommentar

    Ich füge noch einige Worte über den Charakter dieses Weibes hinzu.

    Nach meinem Dafürhalten wollte der Herr zeigen, dass Bedürfnisse vorhanden, dass die Felder schon weiß waren zur Ernte; und dass, wenn die elende Eigengerechtigkeit der Juden Ihn verwarf, der Strom der Gnade seinen Lauf nach einer anderen Seite hin richten würde, wo Gott Herzen zubereitet hatte, die diesen mit Freude und Danksagung begrüßen würden, weil er ihrem Elend und ihren Bedürfnissen entsprach.

    Inmitten der Gerechten konnte dieser Strom sich nicht ergießen. Der Kanal der Gnade wurde gegraben durch das Bedürfnis und das Elend, die die Gnade selbst fühlbar hatte.

    Das Leben des samaritischen Weibes war mit Schande bedeckt, aber sie empfand Scham darüber; wenigstens hatte ihr Zustand sie völlig vereinzelt, indem er sie von der Menge trennte, die sich in dem geräuschvollen Treiben des gesellschaftlichen Lebens vergisst. Und es gibt keinen tieferen Kummer als den eines vereinsamten Herzens; aber Christus und die Gnade tun mehr als diesen Kummer stillen. Das Alleinstehen des Herzens hört gänzlich auf. Christus war mehr vereinsamt als dieses Weib. Sie kam allein zum Brunnen; sie war nicht bei den anderen Weibern. Sie traf allein mit dem Herrn zusammen durch die wunderbare Leitung Gottes, der sie hierher geführt hatte.

    Selbst die Jünger mussten weggehen, um ihr Platz zu machen. Sie verstanden nichts von dieser Gnade. Sie tauften zwar im Namen des Messias, an den sie glaubten, und es war recht so; aber Gott war in Gnade gegenwärtig – Er, der die Lebendigen und die Toten richten wollte – und bei Ihm ist eine Sünderin in ihren Sünden. Welch ein Zusammentreffen!

    Gott hatte Sich so tief erniedrigt, dass Er bezüglich eines Tropfens Wasser zur Stillung Seines Durstes von diesem Weibe abhängig war.

  100. Juleam 19. März 2014 um 14:54 Link zum Kommentar

    „Geh, hol deinen Mann“

    Anstatt ihr auf den Kopf zuzusagen, dass sie in Sünde lebt, weist er sie durch diese Aufforderung sanft darauf hin.

    Sie sagt, dass sie keinen Mann hat. Jesus bestätigt das später, denn ‚der Mann, mit dem sie jetzt lebt, ist nicht ihr Mann‘. Johannes Hartl vermutet, dass sie in Ehebruch lebt, denn wie sonst könnte das sein, wenn zur damaligen Zeit ein Paar, das zusammen lebte, als verheiratet galt?

    Ein weiterer Punkt, den er hervorhebt, ist die Aussage: „Du hast die Wahrheit gesagt“

    Denn eigentlich hat sie versucht, eine klare Aussage zu umgehen und wir als Menschen würden sicherlich nicht auf die Idee kommen, sie jetzt noch für ihre Ehrlichkeit zu loben.

    Aber unser Gott ist anders: er sucht nach dem Guten in uns, er erwartet keine Vollkommenheit. Für ihn reicht dieser kleine Ansatz von Ehrlichkeit und er rechnet sie uns als Wahrheit an.

    Wie geduldig er ist, auch seine unverdiente Güte ist hier sehr gut zu erkennen

    weitere Gedanken zu Johannes 4 finden wir hier

  101. Juleam 19. März 2014 um 14:58 Link zum Kommentar

    Johannes 5 – zwei Themen, die eng zusammen gehören:

    1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat. 3 In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten . 4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.

    5 Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte. 6 Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit [in diesem Zustand] war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab. 8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte und geh umher! 9 Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher.

    Es war aber Sabbat an jenem Tag. 10 Nun sprachen die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat ; es ist dir nicht erlaubt , die Liegematte zu tragen! 11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm deine Liegematte und geh umher! 12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Liegematte und geh umher? 13 Aber der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus war weggegangen, weil so viel Volk an dem Ort war.

    14 Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt! 15 Da ging der Mensch hin und verkündete den Juden, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. 16 Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er dies am Sabbat getan hatte.
    17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch.

    18 Darum suchten die Juden nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte.
    19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. 20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut; und er wird ihm noch größere Werke zeigen als diese, sodass ihr euch verwundern werdet. 21 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.

    22 Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
    24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. 25 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben .
    26 Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. 27 Und er hat ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist.
    28 Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, 29 und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens ; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.

    30 Ich kann nichts von mir selbst aus tun . Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen , sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat.

    31 Wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis nicht glaubwürdig . 32 Ein anderer ist es, der von mir Zeugnis ablegt; und ich weiß, dass das Zeugnis glaubwürdig ist, das er von mir bezeugt. 33 Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat der Wahrheit Zeugnis gegeben. 34 Ich aber nehme das Zeugnis nicht von einem Menschen an, sondern ich sage das, damit ihr gerettet werdet. 35 Jener war die brennende und scheinende Leuchte, ihr aber wolltet euch nur eine Stunde an ihrem Schein erfreuen.

    36 Ich aber habe ein Zeugnis, das größer ist als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gab, dass ich sie vollbringe, eben die Werke, die ich tue, geben Zeugnis von mir, dass der Vater mich gesandt hat. 37 Und der Vater, der mich gesandt hat, hat selbst von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen ; 38 und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. 39 Ihr erforscht die Schriften , weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. 40 Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.
    41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen, 42 aber bei euch habe ich erkannt, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. 43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen. 44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht?

    45 Denkt nicht, dass ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. 46 Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben. 47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

    Zwei Themen, die aber zusammen gehören, weil sie das zweite aus dem Ereignis des ersten ergibt:

    Jesus heilt einen Mann, der 38 Jahre krank war, aber weil er es an einem Sabbat tut, fangen die Schriftgelehrten und Pharisäer Streit mit ihm an.

    Daraufhin versucht Jesus ihnen klar zu machen, wie unsinnig ihr Ansinnen ist. Aber weil sie für sich beschlossen haben, ihn abzulehnen, kann er eigentlich sagen, was er will – es kommt nicht bei ihnen an. Sie beharren auf ihrer Meinung.

    Hätten wir uns wohl von ihm überzeugen lassen?

  102. Juleam 19. März 2014 um 15:03 Link zum Kommentar

    „Gib mir dieses Wasser“

    Jesus redet mit der Frau über das lebendige Wasser und auf ihre Bitte „Gib mir dieses Wasser“ fordert er sie auf, ihren Mann zu holen. Irgendwie kommt mir das beim Lesen immer wie ein abrupter Themenwechsel vor.

    In der Ansprache „Die Konfrontation mit persönlichen Sehnsüchten“ aus der Reihe „Begegnungen mit Jesus“ zeigt der Redner, dass es hier einen sanften Übergang gibt.

    Denn die Frau will dieses lebendige Wasser und Jesus zeigt ihr, was die Quelle in ihr verschließt. Ihr Problem ist, dass sie den Durst zu stillen versucht, indem sie sich immer wieder in neue Beziehungen stürzt. Genau darauf weist Jesus hin, als er ihren Mann ins Spiel bringt.

    Wir könnten uns jeder für sich selbst fragen: was verschließt bei mir die Quelle? Womit habe ich bisher versucht, meinen Durst zu stillen?

  103. Juleam 19. März 2014 um 15:11 Link zum Kommentar

    Johannes 5:1-9
    Der Mann, der 38 Jahre krank war

    Im Rahmen der Johannesstudie hatten wir uns bereits nochmals mit der Ansprache „Willst du wirklich ganz gesund werden?“ von Bayless Conley beschäftigt. Er ist ja der Ansicht, dass der Kranke gar nicht wirklich gesund werden will und ich dachte, das wäre vielleicht seine ganz persönliche Ansicht.

    Am Wochenende habe ich (endlich) die 5. Ansprache aus der Reihe „Endlich Daheim“ von Johannes Hartl gehört und er sieht die Sache scheinbar ebenso, denn er „stolpert“ über die Antwort auf Jesu Frage, wo der Kranke sagt, dass ihn ja niemand ins Wasser trägt und es ja jetzt grad nicht in Wallung ist.

    „Aber er hat hier Jesus, der ihn heilen will. Jesus benötigt nicht, dass das Wasser in Wallung ist, er kann ihn auch so heilen!“

    War mir der Gedanke, ob der Kranke wirklich gesund werden wollte, bereits aus den Publikationen der ZJ bekannt? Ich kann mich nicht erinnern…

    Dazu einige passende kurze Gedanken von Joyce Meyer:

    Mir zeigt die Antwort des Mannes, warum er die letzten 38 Jahre nicht geheilt wurde. Er sagte: „Ich habe niemanden, der mich in den Teich trägt, wenn sich das Wasser bewegt.“ Im Grunde wies dieser Mann jede Eigenverantwortung von sich. Sein zweites Problem war, dass er anderen die Schuld gab. Er sagte: „Während ich noch versuche hinzugelangen, steigt immer schon ein anderer vor mir hinein.“

    Wie reagierte Jesus darauf? Jesus tat der Mann nicht leid. Stattdessen antwortete er eher streng: „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“ Wenn sich in Ihrem Leben etwas verändern soll, dürfen Sie nicht das Opfer Ihrer Umstände sein. Sie müssen wissen, dass Gott heute bereit ist, Ihnen zu helfen. Entschließen Sie sich, ihm zu vertrauen. Stehen Sie auf und jagen Sie dem Frieden, den er Ihnen gibt, aktiv nach.

    Interessant, dass J.N. Darby die Begebenheit nicht so einschätzt, wie die vorgenannten Drei. Er hebt hervor, dass das Wollen bei dem Kranken schon vorhanden war. Dies erkenne man daran, dass er direkt aufsteht, als Jesus ihn dazu auffordert:

    Der arme, seit achtunddreißig Jahren kranke Mann war durch die Natur seiner Krankheit gänzlich gehindert, solche Mittel zu benutzen, die von seiner Seite Kraft erforderten. Dies charakterisiert einerseits die Sünde und andererseits das Gesetz. Einige Überreste des Segens waren noch unter den Juden vorhanden. die Engel, die Diener jener Haushaltung, wirkten noch unter dem Volke. Jehova ließ Sich nicht unbezeugt. Allein es bedurfte der Kraft, um sich diesen Dienst der Engel nutzbar zu machen. Was nun das Gesetz nicht zu tun vermochte, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das hat Gott durch Jesum getan. Der Lahme hatte wohl Verlangen, aber keine Kraft; das Wollen war bei ihm, aber die Kraft zum Vollbringen fehlte. Die Frage des Herrn offenbart dieses. Ein einziges Wort von Christo tut alles. „Stehe auf“, sagt Er, „nimm dein Bett auf und wandle!“ Kraft wird mitgeteilt: der Kranke erhebt sich und geht mit seinem Bett von dannen.

  104. Juleam 19. März 2014 um 16:17 Link zum Kommentar

    Nun habe ich mich viele Tage mit dem ersten Teil aufgehalten – mit dem Mann der 38 Jahre Krank war und der Vermutung, dass er es gar nicht ändern wollte.

    Gott drängt sich uns nicht auf und wenn ich um Heilung bete, aber dabei nicht dem Glauben habe, sondern hinten dran hänge „wenn es dein Wille ist“, dann kann ER es nicht wirklich ernst nehmen. So zumindest ist die Ansicht von Bayless Conley in seiner Ansprache von dieser Woche, wo er „Das Gebet der Hingabe und Heiliigung“ behandelt.

    Für mich stellt sich schon eine ganze Weile die Frage, warum ich aus meiner Angstspirale nicht mehr heraus komme. Denn immerhin war mir dies bereits Ende 2000 gelungen und hatte sehr lange angehalten. Erst durch einen familiären Rückschlag vor gut 3 Jahren kam ein schlimmer Rückfall, von dem ich mich nicht mehr erhole. Könnte es sein, dass ich nicht wirklich gesund werden will? Aber warum sollte dies so sein, ich hätte ja keinen Vorteil davon, eher im Gegenteil. Gerade seit gut einem Jahr habe ich eigentlich wieder jede Menge Motivation, denn Jehova hat wieder Freude und liebe Menschen in mein Leben gebracht und viele gemeinsame Aktionen, an denen wir wegen meiner dummen Angst nicht teilnehmen konnten.

    Bei uns im Hauskreis ist es so, dass wir im Wechsel alle 14 Tage Bibelarbeit gemacht haben und in der anderen Woche Gebetsrunde. Wir tauschen uns aus, welche Gebetsanliegen es gibt – bei den Einzelnen, die anwesend sind, in der Gemeinde, für Freunde und Familie und für Menschen, die sich gerade erst für Gott und Jesus interessieren. Dann beten wir gemeinsam für diese Anliegen und jeder ist bemüht, dies auch in der anderen Zeit mit in seine Gebete mit einzuschließen. Relativ selten habe ich meine Gesundheit zur Sprache gebracht, anderes war immer wichtiger – also fällt auch der Verdacht, ich bräuchte meine Angst, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten, weg. Diese Woche nun habe ich andere um ihre Gebete gebeten, darum, dass ich herausfinde, woran es liegt und worum ich eigentlich beten solle. John (unser Ältester) brachte den Gedanken ein, ich solle mich nicht zu sehr unter Druck setzen, sondern mir eher vor Augen führen, dass ich von Gott geliebt werde, auch mit dieser Schwäche.

    Nun sind wir schon wieder bei der Vortragsreihe „Endlich Daheim!“ von Johannes Hartl, die mich bereits seit Anfang des Jahres beschäftigt. Inzwischen habe ich nun auch dem 6. Teil davon gehört: „Das Land der Ruhe“. Hier sind einige interessante Aspekte zusammengekommen:

    Wichtig ist scheinbar wirklich der Gedanke, dass wir als Geschöpf Gottes ein Geschenk von Gott an uns selbst sind. ER hat uns uns selbst geschenkt, mit allen Facetten und Teilen, auch mit denen, die wir vielleicht nicht so angenehm finden. Wir müssen uns zuerst selbst ganz als Geschöpf aus Gottes Hand empfangen, also annehmen. Dann sind wir in IHM angekommen und fühlen uns sicher und dann halten wir es auch mit uns selbst aus und müssen nicht weglaufen oder uns ablenken, wenn wir mit uns und unseren Gefühlen allein sind. Wenn wir uns endlich ganz und gar von Jehova aus seiner Hand selbst angenommen haben, dann sind wir im Land der Ruhe – in seiner Ruhe – eingegangen und dann haben wir auch keine Angst mehr zu fallen, denn wir wissen ja, wohin wir damit laufen können – zu IHM!

    Das ist jetzt echt eine Kurzzusammenfassung der Gedanken aus diesem Teil. Ich kann jedem nur empfehlen, sich die ganze Ansprache anzuhören.

    Auf der Grundlage dieser Gedanken liegt es nicht daran, dass ich nicht will, sondern dass ich diesen Teil „das Kind in seiner Schwachheit und den Schmerz des Ausgeliefertseins“ noch nicht angemommen habe. Mich also selbst immer noch nicht aus Gottes Hand empfangen habe. Sollte es wirklich so einfach sein, oder hört sich das nur so an?

    Aber nachdem ich nun über diesen Teil in Johannes 5 ausreichend gebetsvoll nachgedacht habe, kann ich nun wohl endlich weitergehen, denn der Teil mit der Reaktion der Pharisäer auf die Wunderheilung ist eigentlich noch viel interessanter…

  105. Juleam 19. März 2014 um 16:21 Link zum Kommentar

    „Achtung. Das Lesen dieses Beitrages ist nur dann ohne Gefahr für deine geistige Gesundheit, wenn du dir dabei in den Sinn rufst, dass viele Aussagen aus den Sicht der Gesetzeshüter sind und daher stark ironisch zu verstehen sind!“ 😉

    Johannes 5:8-16
    Es scheint wichtig, wann es geschah und durch wen

    Jesus heilt einen armen gepeinigten Menschen, der 38 Jahre schwer krank war und fordert ihn auf, seine Matte zu nehmen und zu gehen. Für den Geheilten ist dies Anlaß zum Jubel und er springt auf und zieht freudig von dannen…

    Er zieht? Nein, er will ziehen – denn „die Hüter des Gesetzes“ lassen ihn nicht!

    Was fällt dem Kerl denn ein? Es ist Sabbat und jeder weiss, dass Gott verboten hatte, am Sabbat zu arbeiten – darauf steht sogar die Todesstrafe.

    „Wie gewonnen – so zerronnen“. Endlich von der Pein geheilt, aber nun hat er nichts mehr davon, wenn die Strafe verhängt wird. Hatte Jesus ihn hier in Gefahr gebracht?

    Der Geheilte weiss scheinbar nicht, wer ihn geheilt hatte. Warum nicht? Konnte er dessen Gesicht nicht sehen, als er ihn auffordert, aufzustehen und zu gehen?

    Nachdem er nicht weiss, wer ihn zu diesem frevelhaften Tun – schwere Arbeit am Sabbat: eine Matte zu tragen – aufgefordert hat, lässt man ihn gehen. Denn man will ja nicht die kleinen Fische, sondern den Drahtzieher dahinter.

    Als der Mann durch Jesus selbst erfährt, wer ihm da Gutes getan hat, rennt er hin und zeigt diese gesetzlose Person an. Warum? Wieso hält er nicht den Mund? Immerhin hatte dieser ihn von einer schweren Last befreit.

    Die Gesetzeshüter sind hingerissen. Endlich wieder etwas, was man gegen diesen unverschämten Mann in der Hand hat, der sich so frech gegen Gott und sein Gesetz auflehnt. Er wird zum Verhör geholt…

    weitere Gedanken zu Johannes 5 finden wir hier

  106. Juleam 20. März 2014 um 11:43 Link zum Kommentar

    Johannes 5:6-7, 12-14
    Warum der Kranke zu Jesus sagt, er habe niemanden

    Wie ich vor einigen Tagen aus einer Ansprache zitierte, dass der Mann ja mit Jesus spricht und daher diese Aussage unsinnig ist – hier ist ja auch die Erklärung im Kontext:

    Der Kranke weiss nicht, wer da zu ihm spricht, denn als die Pharisäer ihn fragen, wer ihn da gesund gemacht habe, antwortet er, dass er es nicht wisse. Erst in Vers 14 lesen wir, dass sich Jesus im Nachhinein zu erkennen gibt.

    Keine Ahnung, warum er ihn nicht als diesen so bekannten Heiler und Prediger erkannt hatte. Aber es erklärt, warum er die Sache mit dem wallenden Wasser anführt.

    Denn er denkt, er habe einen ganz normalen Mann vor sich. Er weiss nicht, dass es Jesus ist – der für seine Heilungen bekannt ist.

    In der Volxbibel wird dieser Teil sogar so übersetzt:

    „Der Typ, der geheilt wurde, hatte keine Ahnung, wer Jesus eigentlich war. Jesus hatte sich mittlerweile wieder unter das Volk gemischt“.

  107. Juleam 20. März 2014 um 11:55 Link zum Kommentar

    Johannes 5:17-47
    Hätten sie besser nicht gefragt?

    Die führenden Männer sind sauer auf Jesus. In ihren Augen tut er, was er will und lästert damit Gott. Der größte Vorwurf lautet, er habe sich Gott gleich gemacht – oder, wie die Volxbibel es übersetzt:

    „damit tat er ja so, als hätte er dieselbe Stellung wie Gott“!
    (Johannes 5:18)

    Dies ist also die Ausgangsbasis von dem, was Jesus jetzt zu ihnen sagt. Wenn man nicht wirklich aufmerksam zuhört, bestärkt das, was er nun sagt, ja nur noch ihre Anschuldigungen. Aber wir müssen richtig hinhören, denn seine Ausführungen zeigen dem aufrichtigen Zuhörer, dass er selbst sich in einer Stellung unter dem Vater sieht, dass er ohne den Vater nichts tun kann, auf seine Anweisungen und seine Hilfe angewiesen ist.

    Kennen wir dies auch aus unserem eigenen Leben?

    Wenn wir uns bereits ein Urteil gebildet haben oder sauer auf einen anderen sind, kommt nichts mehr richtig bei uns an. Wir hören nur noch das, was uns in unserem Urteil oder in unserer Einstellung bestärkt und sind blind für die Realität!

    Auf dieser Grundlage entstehen Missverständnissen und Streitigkeiten eskalieren. Wie schade.

    Leider sind wir Christen auch nur ganz normale Menschen, die ganz normale Gefühle haben und daher ebenso in diese Falle tappen können. Aber wie können wir uns davor schützen?

    Um diese Gefahr mal deutlich zu machen, sollten wir den Text drei Mal lesen, jedesmal mit anderen Augen.

    Wir haben ihn bereits einmal komplett gelesen – so als neutrale Beobachter des Ganzen. Aber machen wir uns doch mal den Spaß und lesen ihn jetzt mit den Augen und Gefühlen der Pharisäer und Schriftgelehrten. Behalten wir dabei im Hinterkopf, was gerade passiert ist, wie sie von Jesus denken und was sie gerade so wütend gemacht hat. Was bleibt dann von dem hängen, was Jesus sagt? Worauf haben sie wohl geachtet? Was ging dabei unter?

    • Als erstes stoßen sie sich sicherlich daran, dass er immer wiederholt, dass er der Sohn Gottes ist.
    • „Er wird ihn noch viel größere Wunder tun lassen“ (Vers 20)
      In ihrer Voreingenommenheit könnten sie dies auch so verstehen, als würde er noch größere Wunder als Gott tun
    • „Denn nicht der Vater spricht das Urteil, sondern der Sohn“ (Vers 22)
      Man könnte es so verstehen, als würde er sich damit als wichtiger ansehen, als Gott selbst
    • Er hat die Stimme Gottes gehört – im Gegensatz zu ihnen (Vers 37)
    • Weil sie ihn ablehnen, würden sie nicht nach dem leben, was Gott gesagt hat (Vers 38)

    Wenn wir bei all diesen Aussagen im Sinn behalten, wie sie Jesus sehen, was sie von ihm denken und als was sie ihn verurteilen, dann könnte all dies ihr Urteil über „diesen unverschämten Gotteslästerer“ bestätigen.

    Sie hören nur diese Dinge und weil sie sich über dies Punkte, Aussagen oder Formulierungen aufregen, bekommen sie die Passagen nicht mit, die das Gegenteil beweisen. Ihre Gedanken sind noch zu beschäftigt, als dass das zu ihnen durchdringt, was wirklich gesagt wird.

    Und nun erinnern wir uns doch mal an Streitigkeiten oder Missverständnisse, die unser Leben schwer machen. Haben wir vielleicht Meinungsverschiedenheiten mit unseren Eltern oder unserem Ehepartner?

    Was dringt zu uns durch, wenn der andere redet, sich uns erklären will? Verblenden uns unsere verletzten Gefühle vielleicht auch den Sinn? Was hören wir? Was kommt bei uns an?

    Hinterlassen seine Worte bei uns lediglich die Bestätigung dessen, wie wir die Situation einschätzen? Könnte es sein, dass unsere verletzten Gefühle als ein schlechter Filter gedient haben? Oder wie kann es sein, dass nur negative Aspekte bei uns ankommen?

    Nun lesen wir die Passage bitte noch einmal und achten darauf, wann, wo und wie Jesus ganz deutlich sagt und zeigt, dass sie ihn falsch sehen:

    Die Frage war ja: „woher nimmt Jesus das Recht für sein Handeln? Hatte er sich wirklich auf die gleiche Stufe gestellt, wie sein Vater Jehova?“

    • Er sagt gleich zu Anfang, dass er unter dem Vater steht, denn „von sich aus kann der Sohn garnichts tun“ (Vers 19)
    • Der Vater zeigt ihm alles (Vers 20)
      also braucht der Sohn ein Vorbild oder Anweisungen
    • Jesus hat das Leben und die Macht nur durch Gottes Willen (Verse 26-27)
    • Jesus selbst sagt, er könne „nicht eigenmächtig handeln“, sondern er entscheidet „so, wie Gott es sagt“ (Vers 30)
    • Er verwirklicht nicht seinen eigenen Willen, sondern den Gottes (Vers 30)
    • Er vollbringt die Taten im Auftrag des Vers (Vers 36).
      Er zeigt also, dass nicht er so toll und wichtig ist, dass die Wunder „nicht auf seinem eigenen Mist gewachsen“ sind – sondern dass er von Gott den Auftrag und damit auch die Fähigkeit hat.

    Wir sehen, dass Jesus ihnen immer wieder sagt und zeigt, dass er sich selbst nicht auf der gleichen Stufe sieht, wie sein Vater – sondern dass er eine niedrigere, untergeordnete Stellung hat.

    Aber all dies dringt leider nicht zu ihnen durch. Sie sind durch ihre verletzten Gefuehe blind und taub für diese Worte – die aber gesagt wurden. Sie standen auch vorhin schon dort, als wir sie mit den Augen der Gegner gelesen hatten.

    Kommen wir jetzt wieder zu uns und unseren belasteten Beziehungen zurück. Woran können wir denn merken, ob es uns ebenso geht wie den führenden Männern hier in Johannes 5?

    Vielleicht können wir dies daran erkennen, ob nur noch Negatives zu uns durchdringt oder ob wir auch die positiven Dinge hören und sehen.

    Vielleicht mal als Beispiel bei einer Meinungsverschiedenheit mit unserem Ehepartner, die sich über eine längere Zeit hinzieht:

    • Höre ich nur noch Dinge, die mich in meiner Ansicht bestätigen, dass ich im Recht bin?
      Oder dringen auch Argumente zu mir durch, die mich überlegen lassen, ob nicht doch ich diejenige bin, die sich irrt?
    • Wie sehe ich meinen Ehepartner?
      Sehe ich ihn nur noch negativ oder habe ich auch Augen für seine postiven Seiten?
    • Wie sehe ich unsere Beziehung?

    • Ist auf einmal unsere Beziehung immer unglücklich gewesen? Oder erinnere ich mich auch an gute Zeiten?
    • Wenn ja, ab wann bin ich der Ansicht, eine unglückliche Ehe zu führen? War ich dies auch schon bevor die Meinungsverschiedenheit auftauchte?

    Ebenso kann man vorgehen, wenn die Beziehung zu den Eltern vorbelastet ist:

    Wenn ich auf einmal der Ansicht bin, ich hätte eine schreckliche Kindheit gehabt, obwohl es zig Fotos aus glücklichen Zeiten gibt, dann könnte es sein, dass mir meine verletzten Gefühle einen Streich spielen und meinen Sinn vernebeln.

    Das ist deshalb so wichtig, weil es einen gibt, der sich total darüber freut, wenn sich Menschen entzweien – ganz besonders solche, die sich nahe stehen: der Satan.

    Er sät Zwietracht, wo er nur kann, um Ehen und Familien zu entzweien und auch um Mißtrauen unter Brüdern zu säen!

    Fallen wir bitte nicht auf seine Spielchen herein, denn damit machen wir uns ihm zur Beute und unseren Gott sehr traurig. Das wollen wir doch sicherlich nicht!

    weitere Gedanken zu Johannes 5 finden wir hier

  108. Juleam 31. März 2014 um 10:39 Link zum Kommentar

    Johannes 6 – ein Kapitel, mehrere Themen

    1 Danach fuhr Jesus über den See von Galiläa bei Tiberias. 2 Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, weil sie seine Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. 3 Jesus aber ging auf den Berg und saß dort mit seinen Jüngern beisammen. 4 Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden. 5 Da nun Jesus die Augen erhob und sah, dass eine große Volksmenge zu ihm kam, sprach er zu Philippus : Wo kaufen wir Brot, damit diese essen können? 6 (Das sagte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen, denn er selbst wusste wohl, was er tun wollte.) 7 Philippus antwortete ihm: Für 200 Denare Brot reicht nicht aus für sie, dass jeder von ihnen auch nur ein wenig bekommt! 8 Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm: 9 Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele?
    10 Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich setzen! Es war nämlich viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer; es waren etwa 5 000. 11 Und Jesus nahm die Brote, sagte Dank und teilte sie den Jüngern aus, die Jünger aber denen, die sich gesetzt hatten; ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten. 12 Und als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt! 13 Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen übrig geblieben waren, welche gegessen hatten.
    14 Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll! 15 Da nun Jesus erkannte, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zum König zu machen, zog er sich wiederum auf den Berg zurück, er allein.

    16 Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an den See, 17 und sie stiegen in das Schiff und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war nicht zu ihnen gekommen. 18 Und der See ging hoch, da ein starker Wind wehte. 19 Als sie nun ungefähr 25 oder 30 Stadien gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem See gehen und sich dem Schiff nähern; und sie fürchteten sich. 20 Er aber sprach zu ihnen: Ich bin“s, fürchtet euch nicht! 21 Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, und sogleich war das Schiff am Land, wohin sie fahren wollten.

    22 Am folgenden Tag, als die Volksmenge , die am jenseitigen Ufer des Sees stand, gesehen hatte, dass kein anderes Schiff dort war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren, 23 (es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn) 24 – da also die Volksmenge sah, dass Jesus nicht dort war, auch nicht seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.
    25 Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi , wann bist du hierher gekommen?

    26 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
    27 Wirkt nicht [für] die Speise , die vergänglich ist , sondern [für] die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt, die der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat Gott, der Vater, bestätigt !
    28 Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu wirken ? 29 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

    30 Da sprachen sie zu ihm: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? 31 Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: » Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen« . 32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel. 33 Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. 34 Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! 35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens . Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern , und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten .

    36 Aber ich habe es euch gesagt, dass ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt. 37 Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. 38 Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Und das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich es auferwecke am letzten Tag. 40 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

    41 Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, 42 und sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann dieser denn sagen: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen? 43 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murrt nicht untereinander! 44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
    45 Es steht geschrieben in den Propheten: »Und sie werden alle von Gott gelehrt sein« . Jeder nun, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. 46 Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott ist, der hat den Vater gesehen.
    47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.

    48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; 50 dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon isst, nicht stirbt. 51 Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.
    52 Da stritten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns [sein] Fleisch zu essen geben? 53 Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. 55 Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.
    57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich isst, um meinetwillen leben. 58 Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; es ist nicht wie das Manna, das eure Väter gegessen haben, und sind gestorben; wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit!

    59 Dies sprach er, als er in der Synagoge von Kapernaum lehrte. 60 Viele nun von seinen Jüngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede! Wer kann sie hören? 61 Da aber Jesus bei sich selbst erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis? 62 Wie nun, wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht, wo er zuvor war? 63 Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben . 64 Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. 65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben! 66 Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.
    67 Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen? 68 Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; 69 und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes!
    70 Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt ? Und doch ist einer von euch ein Teufel! 71 Er redete aber von Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, denn dieser sollte ihn verraten, er, der einer von den Zwölfen war.

    Hier finden wir einige interessante Gedanken, auf die wir noch näher eingehen werden :

    • die Speisung der großen Menge und die zwei verschiedenen Einstellungen der Jünger
      hier gibt es eine sehr schöne Ansprache von Bayless Conley
      (Verse 1-16)
    • Die Jünger, die im Sturm Angst haben – ganz im Gegensatz zu Jesus
      woher nahm er seine Sicherheit und warum fehlte diesen den Jüngeren?
      Auch hierzu gibt es einige Ansprachen von verschiedenen Rednern
      (Verse 16-21)
    • Die Suche der Menge nach Jesus und ein seltsames Detail
      (Version 22-25)
    • Jesu Reaktion auf ihre Frage und ihre persönliche Einstellung und Motivation
      (Verse 26-29)
    • Unlogisches Verhalten
      (Verse 30-35)
    • Worte, die wir bereits in Kapitel 4 sehr ähnlich gehört haben
      (Verse 33-35)
    • Eine Hoffnung, die auf wenig Begeisterung stößt
      (Verse 36-41)
    • Eine logische Frage und dennoch verkehrt
      (Verse 42-47)
    • Worte, die verwirren.
      Baut darauf das Verständnis der Katholiken auf, was Brot und Wein beim Abendmahl betrifft?
      (Verse 48-58)
    • Die unterschiedlichen Reaktionen darauf.
      Wo finden wir heute Worte des Lebens?
      (Verse 59-71)
  109. Juleam 31. März 2014 um 11:05 Link zum Kommentar

    Johannes 6:1-16
    Die Speisung der 5000 und die unterschiedliche Einstellung der Jünger

    Nun habe ich mich wieder einige Tage mit diesem Kapitel beschäftigt, besonders mit dem ersten Teil. Hatte ich noch zu Anfang gesagt „es gibt eine interessante Ansprache von Bayless Conley dazu“? Hier habe ich mich geirrt – es gibt eine ganze Menge, wie die Linkliste zeigt;

    Im Prinzip taucht in allen immer wieder derselbe Gedanke auf, da im Bibeltext der Einschub kommt, dass Jesus die Frage an Philippus stellt, „um diesen auf die Probe zu stellen, denn er selbst wußte wohl, was er tun würde“ (Vers 6).

    Bayless stellt die menschliche Sicht des Philippus der des Glaubens von Andreas gegenüber – der zwar auch nicht weiss, wie sie alle satt bekommen sollen, aber der darauf vertraut, dass Jesus das schon hinkriegen wird. Er selbst steuert einfach bei, was da ist und legt den Rest Jesus und seinem Vater in die Hände.

    Lassen wir Bayless Conley doch selbst zu Wort kommen:

    Philippus und Andreas – zwei unterschiedliche Einstellungen

    Johannes 6:3-9 „Jesus stieg auf einen Berg und setzte sich mit seinen Jüngern. Es war kurz vor dem jüdischen Passafest. Jesus blickte auf und sah die Menschenmenge auf sich zukommen. Er wandte sich an Philippus: ‚Wo können wir Brot kaufen, damit alle diese Leute zu essen bekommen?‘ Das sagte er, um Philippus auf die Probe zu stellen; er selbst wusste schon, was er tun würde. Philippus antwortete: »Zweihundert Silberstücke wären nicht genug, um so viel zu kaufen, dass jeder auch nur einen Brocken abbekommt.‘ Andreas, ein anderer Jünger, der Bruder von Simon Petrus, sagte: ‚Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon bei so einer Menschenmenge?‘”

    Wir wissen, wie es weiterging. Jesus nahm die fünf Gerstenbrote und die zwei kleinen Fische. Er segnete sie, gab sie den Jüngern und sie verteilten sie unter die Menschen, die dort im Gras saßen.

    Diese Geschichte wird in allen vier Evangelien berichtet und aus einem der Berichte geht hervor, dass dort nicht nur 5000 Männer saßen, sondern dass obendrein Frauen und Kinder dabei waren. Es mögen gut und gerne zehn- bis zwölftausend Menschen gewesen sein, die von diesen fünf Gerstenbroten und den zwei Fischen satt wurden.

    Jesus prüfte Philippus. Was der Herr hier prüft, möchte Er auch bei jedem von uns ab und zu prüfen.

    Er fragte: „Wo sollen wir das Brot kaufen, um den Hunger der Menschen zu stillen? Wo werden wir das Brot kaufen, Philippus?” Jesus wusste bereits, was Er tun wollte. Er wusste, dass Er ein Wunder wirken würde. Diese Frage sollte Philippus dazu bringen, nach einer Lösung zu suchen, zu zeigen, was es mit seinem Glauben auf sich hatte und zu beleuchten, wie es um sein Vertrauen stand.

    Philippus war bestimmt bei der Hochzeitsfeier in Kana dabei, als Jesus Wasser in Wein verwandelte.

    Er hatte bereits Wunder erlebt. Philippus reagiert auf interessante Weise. Wir werden uns das gleich näher ansehen. Beachten Sie jedoch, dass Jesus Philippus nicht fragte: „Sollen wir den Leuten etwas zu essen geben?” Er fragte nicht: „Möchtest du ihnen etwas geben?” Er fragte nicht einmal: „Denkst du, dass das eine gute Idee ist?” Im Grunde sagte Er: „Sie werden etwas essen. Du wirst dazu beitragen und ich auch. Wo können wir Brot kaufen, damit sie alle etwas zu essen bekommen?”

    Die Antwort des Philippus zeigte, wo er stand. Sein Computer ging sofort an: „Hier sitzen fünf, sechs, acht, neun, zehn… es sind gut und gerne 12.000 Menschen. Was wird das kosten? Eine Mahlzeit für jeden… Herr, etwa 200 Denare.” Ein Denar war der Lohn eines Tages. Acht volle Monatslöhne sind schon knapp bemessen, um alle satt zu kriegen! Er suchte sofort nach den vorhandenen menschlichen Mitteln und Möglichkeiten, ohne überhaupt an den Herrn zu denken und sagt: „Es geht nicht, es kostet zu viel!” Philippus sprach sofort über die Dinge, die ihnen fehlten. „Herr, ist Dir klar, was das kosten würde? Herr, hast Du überhaupt bedacht, dass wir in den Bergen sind?” In den anderen Evangelien steht, dass sie in einer einsamen Gegend waren.

    „Falls Du es noch nicht gemerkt hast, hier gibt es keine Bäckereien.” Philippus stammte aus Betsaida und das war die nächstgelegene Stadt. Er kannte jede Bäckerei und jeden kleinen Laden in der Stadt, in der er aufwuchs. Er muss sich gedacht haben: „Selbst wenn die Stadt in der Nähe wäre, was nicht der Fall ist, ist es schon spät und die Bäckereien schließen bald. Selbst wenn sie geöffnet hätten, würden ihre Vorräte nicht für 12.000 Menschen ausreichen! Das ist absurd! Wir haben keine Karren, um das Brot zu transportieren. Selbst wenn wir welche hätten, müssten wir warten, bis es fertig gebacken ist, und es dann herbringen. Das dauert bestimmt bis morgen früh. Wir haben kein Geld und nicht genug Helfer. Ist Dir klar, wie viele Leute wir bräuchten, um all das Brot hierher zu bringen? Herr, wir haben nicht genug Geld, nicht genug Mitarbeiter und zu wenig Hilfsmittel. Wir sollten das sein lassen. Uns fehlt dies und jenes, einfach alles! Es geht nicht.”

    Aber Andreas war da und schaute sofort nach, was sie überhaupt hatten. Er sagt: „Herr, ein Kind ist hier und hat fünf Gerstenbrote und ein paar kleine Fische dabei.” Im Griechischen wird betont, dass sie klein sind. Und er gibt sie Ihm, obwohl sein Glaube nicht besonders groß war und sagt: „Aber was ist das schon bei so einer Menschenmenge?” Doch er brachte das, was er hatte. Und Jesus sagte: „Genau das wollte ich haben.” Jesus nimmt es, segnet es, teilt es an die Jünger aus und das Wunder der Vermehrung geschieht.

    Wie betrifft das mich heute?

    Vielleicht fragt der Herr Sie: „Wie können wir deine Umgebung erreichen? Was werden wir für die Obdachlosen im Park tun?” Werden Sie sagen: „Ach Herr, die Finanzen sind gerade etwas knapp.
    Ich bin völlig unerfahren auf diesem Gebiet und wir bräuchten einen Haufen Leute, um überhaupt etwas auszurichten, aber ich kenne nicht viele.” Denken Sie spontan an alle Dinge, die Ihnen fehlen und an Ihre mangelnde Erfahrung?

    Sie könnten auch sagen: „Ja, Herr, ich habe einen Laib Brot und etwas Butter und Marmelade. Ich kenne ein paar Freunde, die mir wahrscheinlich helfen würden, Brote zu schmieren. Vielleicht steuern sie noch etwas Brot bei. Wir haben ein paar Decken übrig, die ich abgeben könnte. Ich könnte ein paar Heftchen verteilen. Es sind zwar nur fünf Brote und zwei Fische, aber Du kannst sie haben, Herr.”

    Er weiß sowieso schon, was Er tun wird, aber die Frage ist: Folgen wir dem Vorbild von Philippus oder dem des Andreas? Führen wir uns sofort vor Augen, was uns alles fehlt? „Ich bin nicht begabt. Ich bin unerfahren. Es hapert an der Technik. Ich habe keine entsprechenden Mittel.” Oder suchen wir unsere fünf Brote und unsere kleinen Fische?

    weitere Gedanken aus den unterschiedlichsten Ansprachen finden wir hier

  110. Juleam 31. März 2014 um 11:30 Link zum Kommentar

    Johannes 6:16-31
    Der Sturm und warum die Jünger Angst haben, Jesus aber nicht

    Auch hierzu gibt es einige sehr interessante Ansprachen, mit der von Lori Goering haben wir uns bereits in Markus beschäftigt: „Wie wir Gottes Herrlichkeit wiederspiegeln können“

    Des weiteren gibt es einige Ansprachen von Bayless Conley und auch anderen Rednern dazu. Leider bin ich mit dem Projekt Mediathek noch am Anfang, so dass die Suchanfrage nicht alle „ausgespuckt“ hat. Aber hier findet ihr zwei aufeinanderfolgende von Bayless Conley:

    Dazu kann Bayless ja dann später selbst zu Wort kommen …

    Ich erinnere mich an mehrere, die ich bereits gelesen habe, aber zur Zeit nicht wiederfinde – aber es waren einige grundsätzliche Gedanken darin enthalten, die alle mit Vertrauen zu tun haben:

    • Die Jünger dachten rein menschlich – Jesus vertraute seinem Vater und fühlte sich daher sicher und geborgen
    • Jesus sagte, dass sie auf die andere Seite fahren würden und wenn ER das sagt, wird das auch passieren. Hatten sie doch bei all den Wundern und gerade noch kurz zuvor seine Macht gesehen
  111. Juleam 29. April 2014 um 12:34 Link zum Kommentar

    Die Suche der Menge nach Jesus und ein seltsames Detail
    (Johannes 6:22-25)

    Sie hatten gesehen, dass Jesus nicht in das Boot gestiegen war und dass es auch keine andere Möglichkeit gab, den Ort zu verlassen (Vers 22).

    Warum gehen sie dann seinen Jüngern nach? Was hatten sie wohl gedacht, wie er weg gekommen war?

    Und was bedeutet der 23. Vers?

    Warum wird hier eingeschoben, dass noch Schiffe aus Tiberias an der Stelle anlegten?

    Hatten sie vielleicht vermutet, dass er in ein solches Schiff gestiegen wäre, ohne dass sie es bemerkt hatten?

    weitere Gedanken zu Johannes 6 finden wir hier

  112. Juleam 29. April 2014 um 12:39 Link zum Kommentar

    Johannes 7 – 10

    Johannes 7 – “Seine Zeit war noch nicht gekommen!”

    1 Und danach zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten.

    2 Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe. 3 Da sprachen seine Brüder zu ihm: Brich doch auf von hier und zieh nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen können, die du tust! 4 Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht zugleich öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so offenbare dich der Welt! 5 Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.
    6 Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; aber eure Zeit ist immer bereit. 7 Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber hasst sie; denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind. 8 Geht ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe noch nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.
    9 Und als er dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa.

    10 Nachdem aber seine Brüder hinaufgegangen waren, ging auch er hinauf zum Fest, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen. 11 Da suchten ihn die Juden während des Festes und sprachen: Wo ist er? 12 Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter der Volksmenge. Etliche sagten: Er ist gut!, andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt die Leute! 13 Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden.

    14 Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte. 15 Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Woher kennt dieser die Schriften? Er hat doch nicht studiert! 16 Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.
    17 Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede. 18 Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre ; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig , und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.

    19 Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und doch tut keiner von euch das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten ? 20 Die Menge antwortete und sprach: Du hast einen Dämon ! Wer sucht dich zu töten? 21 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. 22 Darum [sage ich euch:] Mose hat euch die Beschneidung gegeben (nicht dass sie von Mose kommt, sondern von den Vätern), und ihr beschneidet den Menschen am Sabbat. 23 Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das Gesetz Moses nicht übertreten wird, was zürnt ihr mir denn, dass ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?
    24 Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil!

    25 Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? 26 Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, dass dieser in Wahrheit der Christus ist? 27 Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist.
    28 Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kennt mich und wisst, woher ich bin! Und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen , sondern der ist wahrhaftig , der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt. 29 Ich aber kenne ihn, weil ich von ihm bin, und er hat mich gesandt .

    30 Da suchten sie ihn zu ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. 31 Viele aber aus der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun als die, welche dieser getan hat?

    32 Die Pharisäer hörten, dass die Menge diese Dinge über ihn murmelte; darum sandten die Pharisäer und die obersten Priester Diener ab, um ihn zu ergreifen. 33 Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. 34 Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen.
    35 Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will er denn gehen, dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren? 36 Was ist das für ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen?

    37 Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke ! 38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist , den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.

    40 Viele nun aus der Volksmenge sagten, als sie das Wort hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. 41 Andere sprachen: Dieser ist der Christus ! Andere aber sagten: Kommt der Christus denn aus Galiläa ? 42 Sagt nicht die Schrift, dass der Christus aus dem Samen Davids kommt und aus dem Dorf Bethlehem , wo David war?

    43 Es entstand nun seinetwegen eine Spaltung unter der Volksmenge. 44 Und etliche von ihnen wollten ihn ergreifen, doch legte niemand Hand an ihn.

    45 Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? 46 Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch! 47 Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden? 48 Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn? 49 Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch!

    50 Da spricht zu ihnen Nikodemus, der bei Nacht zu ihm gekommen war, und der einer der Ihren war: 51 Richtet unser Gesetz einen Menschen, es sei denn, man habe ihn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut? 52 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche nach und sieh: Kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen! 53 Und so ging jeder in sein Haus.

    „Seine Zeit war noch nicht gekommen!“ – dies ist wohl die Erklärung dafür, warum ihm die Menge beim Einzug nach Jerusalem noch zujubelt und ihn nur wenige Stunden später am Kreuz (oder Pfahl) sehen will.

    Jesus selbst hängt nicht so sehr an seinem eigenen Leben, aber er ist dennoch vorsichtig – so, wie er es später auch seinen Jüngern rät (Matthäus 10:16).

    Warum diese Vorsicht?

    Weil er aus einem bestimmten Grund in die Welt gekommen ist und diesen will und muss er erfüllen. Wenn er seinen Teil dazu beiträgt, wird sein Vater ihn beschützen. Aber nur dann!

    Denn wenn er selbst nicht auf sich achtet und waghalsig ist, dann wird Jehova nicht eingreifen. Dass er sich dessen bewußt ist, erkennen wir, als er vom Teufel versucht wird und sich von einer Zinne stürzen soll. Erinnern wir uns noch an Jesu Antwort? (Lukas 4:9-12)

    Könnten wir dann Ähnliches für uns heute ableiten?

    Wenn wir von Jehova eine Zuteilung oder Aufgabe erhalten haben, dann ist es unser Sinn und Zweck, diese zu erfüllen. Daher können wir zuversichtlich sein, dass uns unser Gott ebenfalls beschützen wird, solange wir unseren eigenen Teil zu unserer Sicherheit beitragen – denn unsere Zeit ist noch nicht gekommen.

    Wir brauchen uns nicht ständig Gedanken um eventuelle drohende Gefahr machen.

    In diesem Zusammenhang ein lieber Gruß an Manu nach Afrika: auch deine Zeit ist noch nicht gekommen. Mache dir keine unnötigen Sorgen wegen Unruhen in deiner Nähe – unser Gott wird für deine Sicherheit sorgen. Wir beten auch weiterhin für dich! 🙂

  113. Juleam 29. April 2014 um 12:47 Link zum Kommentar

    Johannes 7:14-30
    Große Erkenntnis ist nicht immer von Vorteil

    • Ist er nun der Messias oder nicht?
    • Ist das, was er da erzählt Gottes Wort – oder Gotteslästerung?
    • Kann er überhaupt der Messias sein, wenn er nicht den Vorstellungen entspricht, die wir uns von ihm gemacht haben?

    In diesen Versen sehen wir die unterschiedliche Reaktion der Menschen, dabei haben eigentlich objektiv alle dasselbe gesehen und gehört. Die einen sehen darin die Beweise für den Messias – die anderen legen alles gegen ihn aus.

    Hier scheint es eher von Nachteil zu sein, die Schriften gut zu kennen? Warum eigentlich?

    Kannten sie die Schriften nur von den Worten her und haben nicht den Sinn verstanden – das „gemeine“ Volk allerdings schon?

    Hier kommt mir in den Sinn, was mir Thom in letzter Zeit immer häufiger über die Predigen erzählt, die er zur Zeit nachts beim Zeitungsaustragen hört. Immer wieder taucht der Gedanke auf, wie wichtig das regelmäßige Lesen in der Bibel ist und wie gefährlich es ist, wenn wir uns nur einzelne Verse ansehen – wie z.B beim Tagestext oder den Kurzandachten. Zumindest. Wenn sich unser Bibellesen darin erschöpft.

    Es ist sehr wichtig, dass wir die ganze Bibel lesen und kennen, wenn wir sie im Zusammenhang lesen. Ein Bruder aus einer Bibelgemeinde sagte, dass durch dieses „einzelne Verse zu betrachten“ erst die ganzen Spaltungen unter den Christen entstehen.

    Dies kann sehr gut sein, denn mir ist aufgefallen, dass alle Gemeinden, von denen ich in den vergangenen gut 1,5 Jahren Ansprachen gehört habe, erstaunlich auf einem Nenner sind. Aber diese Gemeinden zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie die ganze Bibel als Gottes Wort ansehen, lesen und darüber nachdenken, reden und es im Leben anwenden.

    Scheinbar kommen alle, die dies tun, zu dem selben Schluß. Morgen hält Thom selbst eine kurze Ansprache zu diesem Thema und ich bin mal gespannt, ob und wieviel von diesen Gedanken mit einfließt und was bei der Beteiligung der Einzelnen heraus kommt…

  114. Juleam 29. April 2014 um 13:00 Link zum Kommentar

    Johannes 7:37-44
    Das „Leben spendende Wasser“ – kommt es uns bekannt vor?

    Zuerst mußte ich an ein Lied denken, das wir gern in den Zusammenkünften und auch zu Hause mit meiner Tochter gesungen hatten: „Heda, all ihr Durstigen“, dass sich auf die Offenbarung bezieht: (Gottes Liebe ist loyal, Lied 114 – scheint es nicht mehr im Liederbuch zu geben ;-(

    Aber es erinnert auch an eine Begebenheit nur 3 Kapitel zuvor – ein Thema, was besonders von Johannes Hartl ausgiebig behandelt wurde: Jesus und die Frau am Brunnen.

    Erinnern wir uns noch, was er in seiner Ansprache dazu sagte, was seiner Ansicht mit dem Durst danach gemeint war?

    Im übrigen ziehen die Anwesenden die gleichen Schlüsse wie die Samariterin am Brunnen – denn auch sie reden von Moses, der so ein hervorragender Prophet war.

    Allerdings reagiert die Samariterin – die eine sehr große Sünderin war – anders, als die meisten der hohen Herren hier: sie erkennt in Jesus den Messias, die anderen suchen scheinbar nach Gründen, Argumenten und Beweisen dafür, warum dies nicht sein kann.

    Warum eigentlich?

    Macht die viele Bildung und die große Kenntnis der Schriften sie betriebsblind und verhärtet ihre Herzen? Warum?

    weitere Gedanken zu Johannes 7 finden wir hier

  115. Juleam 29. April 2014 um 13:03 Link zum Kommentar

    Johannes 8 – Betriebsblind?

    1 Jesus aber ging an den Ölberg. 2 Und früh am Morgen kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. 3 Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte 4 und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist während der Tat beim Ehebruch ergriffen worden. 5 Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, dass solche gesteinigt werden sollen. Was sagst nun du? 6 Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen , damit sie ihn anklagen könnten. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie! 8 Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde.
    9 Als sie aber das hörten, gingen sie – von ihrem Gewissen überführt – einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus wurde allein gelassen, und die Frau, die in der Mitte stand. 10 Da richtete sich Jesus auf, und da er niemand sah als die Frau, sprach er zu ihr: Frau, wo sind jene, deine Ankläger? Hat dich niemand verurteilt? 11 Sie sprach: Niemand, Herr! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!

    12 Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. 13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du legst von dir selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht glaubwürdig! 14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
    Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis doch glaubwürdig, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 15 Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand. 16 Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahrhaftig; denn ich bin nicht allein , sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.
    17 Es steht aber auch in eurem Gesetz geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen glaubwürdig ist. 18 Ich bin es, der ich von mir selbst Zeugnis gebe, und der Vater, der mich gesandt hat, gibt auch Zeugnis von mir.
    19 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen. 20 Diese Worte redete Jesus bei dem Opferkasten , als er im Tempel lehrte; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

    21 Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen , und ihr werdet in eurer Sünde sterben . Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen ! 22 Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er spricht: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen? 23 Und er sprach zu ihnen:
    Ihr seid von unten, ich bin von oben . Ihr seid von dieser Welt , ich bin nicht von dieser Welt. 24 Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. 25 Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen:
    Zuerst das, was ich euch eben sage! 26 Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten; aber der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig , und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt.
    27 Sie verstanden aber nicht, dass er vom Vater zu ihnen redete. 28 Darum sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin; und ich tue nichts von mir selbst aus, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich. 29 Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein , denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt .
    30 Als er dies sagte, glaubten viele an ihn.

    31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen! 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie kannst du da sagen: Ihr sollt frei werden? 34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
    Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. 35 Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. 36 Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. 37 Ich weiß, dass ihr Abrahams Same seid; aber ihr sucht mich zu töten , denn mein Wort findet keinen Raum in euch. 38 Ich rede , was ich bei meinem Vater gesehen habe; so tut auch ihr, was ihr bei eurem Vater gesehen habt.
    39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater ! Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so würdet ihr Abrahams Werke tun. 40 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut die Werke eures Vaters !
    Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren ; wir haben einen Vater: Gott! 42 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben , denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt .
    43 Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! 44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.
    45 Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46 Wer unter euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 47 Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.
    48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 49 Jesus erwiderte: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehrt mich. 50 Ich aber suche nicht meine Ehre ; es ist Einer, der sie sucht und der richtet . 51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahrt , so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit!
    52 Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, dass du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit! 53 Bist du größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt, er sei euer Gott. 55 Und doch habt ihr ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht!, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. 56 Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich.
    57 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht 50 Jahre alt und hast Abraham gesehen? 58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich!
    59 Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entkam so.

    Unfassbar – lassen wir uns diesen Wortwechsel einmal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen!

    Was ist mit ihnen los? Hören sie nicht zu – oder hat Gott selbst ihnen die Ohren verschlossen?

    Man hat den Eindruck, dass er sagen kann, was er will und egal, wie einleuchtend es auch sein mag, sie würden ihn immer wieder nur verurteilen.

    Sind dies Vorurteile? Voreingenommenheit?

    Wie steht es in dieser Hinsicht mit uns?

  116. Juleam 29. April 2014 um 15:27 Link zum Kommentar

    Jesus und die Ehebrecherin
    Johannes 8:1-11

    Heute habe ich eine Stille-Zeit-Bibel im Regal bei Freunden gefunden und aus Neugier hineingesehen. Sie scheint sehr gut geeignet für ein Bibelstudium zu sein, ganz besonders für jene, die die Vorstellung haben, so etwas müsse unglaublich kompliziert sein.

    Weil ich gestern zu Hause bereits die Passage mit der Ehebrecherin in Johannes 8 gelesen hatte, habe ich die Zeit genutzt und nachgesehen, was sie dazu zu sagen hat.

    In dieser Stille-Zeit-Bibel geht man immer nach dem selben Muster in einigen Schritten vor:

    Zur Einstimmung:

    Denken Sie an eine Situation zurück, in der Sie eine Person verletzt haben und diese bereit war, Ihnen zu vergeben. Wie fühlten Sie sich dabei, als Ihnen vergeben wurde? Danken Sie Gott dafür, dass er Ihnen vergibt

    Lesen Sie Johannes 7:53-8:11

    Entdeckungen mit dem Wort:

    Was erfahren wir über den Charakter und die Beweggründe der Männer, die die Frau zu Jesus bringen?
    Unabhängig davon, dass die Frau schuldig war: welche Elemente der Ungerechtigkeit können Sie in dieser Situation entdecken?
    Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren oft sehr ungerecht. Warum verließen sie Ihrer Meinung nach den Schauplatz und haben die Frau nicht gesteinigt? (Verse 7-9)
    Wie würden Sie die Haltung Jesu dieser Frau gegenüber beschreiben? (Verse 10-11)

    Leben mit dem Wort

    Welche Einstellung hat den Aussagen dieses Textes zufolge Jesus zu uns – auch dann, wenn wir gegen Gottes Gebote gehandelt haben?
    Was lehrt uns dieser Text über Vergebung und die Annahme anderer?
    Wem müssen Sie noch etwas vergeben?

    Für Ihr Gebet
    Bitten Sie Gott, ihnen klarzumachen, was Vergebung bedeutet

    STille-Zeit-Bibel

    Ich finde die Vorgehensweise sehr interessant 😉

    Zu der Frage, warum die Männer die Frau nicht einfach steinigten, obwohl sie sonst ungerecht und auch selbstgerecht waren, fiel mir gleich ein, was Thom schon öfters angemerkt hatte:

    Richtig ist, dass das GESETZ bei Ehebruch die Steinigung vorsieht. Allerdings sollten in so einem Fall beide gesteinigt werden (5. Mose 22:22)

    In Vers 3 wird gesagt, dass die Frau von denen zu Jesus geschleppt wird, die sie beim Ehebruch ertappt hatten. Nur: wo war denn der Mann?

    Zum Ehebruch gehören immer 2 und so hätten sie beide vor den Richter, Priester oder wie hier vor Jesus bringen müssen, denn beide verdienten die Todesstrafe!

    Jesus sagte zu ihnen: „wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Aber alle zeigten bereits durch ihr Verhalten, dass sie selbst sündig waren, selbst wenn sie sich nicht ihrer von Adam ererbten Sünde bewußt gewesen wären. Warum?

    Die, die die Fau brachten und auf die Einhaltung des GESETZes pochten, hätten den Mann ebenso mitbringen müssen. Oder war es vielleicht nur eine Lüge oder viel schlimmer eine Intrige, um die Frau zu Fall zu bringen?

    Die anderen Umstehnden schwiegen anscheinend. Sie hätten sich wahrscheinlich an der Steinigung beteiligt, denn als treue Juden waren sie auf das Einhalten von Gottes Geboten bedacht. Vielleicht hatten sie den Aspekt mit dem fehlenden Mann zuerst nicht bedacht, aber es fiel ihnen wieder ein, als Jesus nach Jemanden fragte, der ohne Sünde sei.

    Oder sie waren sich einfach ihrer eigenen kleinen Fehler bewußt und wenn es nur ist, dass man dem Ehepartner in einer Meinungsverschiedenheit unfreundlich antwortet und behandelt.

    Aber der eigentliche Lehrpunkt laut der Stille-Zeit-Bibel ist ja der, dass auch wir alle nicht vollkommen sind und Fehler machen und daher die Vergebung unseres himmlischen Vaters nicht nur benötigen, sondern auch immer wieder erhalten.

    Nicht umsonst wurden wir ja bereits auf den Aspekt mit Gottes Vergebung hingewiesen, bevor wir die entsprechenden Verse gelesen hatten.

    Wir sehen, dass diese Bibel ein hervorragendes Mittel ist, uns noch mehr in Gottes Wort zu vertiefen. Siehe dazu auch die Ansprache von gestern 🙂

    weitere Gedanken zu Johannes 8 finden wir hier

  117. Juleam 30. April 2014 um 08:41 Link zum Kommentar

    Johannes 9 – eine gute Tat ruft aggressive Reaktionen hervor

    1 Und als er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war von Geburt an. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, sodass dieser blind geboren ist, er oder seine Eltern? 3 Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden!
    4 Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
    6 Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden 7 und sprach zu ihm: Geh hin, wasche dich im Teich Siloah (das heißt übersetzt: » Der Gesandte «)! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

    8 Die Nachbarn nun, und die ihn zuvor als Blinden gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der, welcher dasaß und bettelte? 9 Etliche sagten: Er ist“s! – andere aber: Er sieht ihm ähnlich! Er selbst sagte: Ich bin“s! 10 Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen geöffnet worden? 11 Er antwortete und sprach: Ein Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und bestrich meine Augen und sprach zu mir: Geh hin zum Teich Siloah und wasche dich! Als ich aber hinging und mich wusch, wurde ich sehend.
    12 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiß es nicht! 13 Da führten sie ihn, der einst blind ge-wesen war, zu den Pharisäern. 14 Es war aber Sabbat, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen öffnete.

    15 Nun fragten ihn auch die Pharisäer wieder, wie er sehend geworden war. Und er sprach zu ihnen: Einen Brei hat er auf meine Augen gelegt, und ich wusch mich und bin nun sehend! 16 Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält! Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand eine Spaltung unter ihnen.
    17 Sie sprachen wiederum zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, weil er dir die Augen geöffnet hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet !
    18 Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen gerufen hatten. 19 Und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren ist? Wieso ist er denn jetzt sehend? 20 Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist; 21 wieso er aber jetzt sieht, das wissen wir nicht; und wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir auch nicht. Er ist alt genug; fragt ihn selbst. Er soll selbst für sich reden!
    22 Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten ; denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde, dieser aus der Synagoge ausgeschlossen werden sollte. 23 Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug; fragt ihn selbst!

    24 Da riefen sie zum zweiten Mal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre ! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. 25 Da antwortete jener und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eines weiß ich: dass ich blind war und jetzt sehend bin!
    26 Sie sprachen aber wiederum zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet? 27 Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt nicht darauf gehört; warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?

    28 Sie beschimpften ihn nun und sprachen: Du bist sein Jünger! Wir aber sind Moses Jünger. 29 Wir wissen, dass Gott zu Mose geredet hat; von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist.
    30 Da antwortete der Mensch und sprach zu ihnen: Das ist doch verwunderlich, dass ihr nicht wisst , woher er ist, und er hat doch meine Augen geöffnet . 31 Wir wissen aber, dass Gott nicht auf Sünder hört ; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er. 32 Von Ewigkeit her hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen geöffnet hat. 33 Wenn dieser nicht von Gott wäre , so könnte er nichts tun!
    34 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und willst uns lehren? Und sie stießen ihn hinaus.

    35 Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? 36 Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube? 37 Jesus aber sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen , und der mit dir redet, der ist es! 38 Er aber sprach: Ich glaube , Herr! und fiel anbetend vor ihm nieder.

    39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden. 40 Und dies hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? 41 Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde; nun sagt ihr aber: Wir sind sehend! – deshalb bleibt eure Sünde.

    Was für ein Kapitel – immer wieder faszinierend!

    Mir war so, als hätte ich dieses Kapitel bereits ausgiebig erörtert, aber ich habe nichts gefunden. Wahrscheinlich erinnere ich mich eher an das, was ich mit Susi im Rahmen der Johannes-Studie dazu besprochen hatte.

    Eigentlich war es eine tolle Sache: Jesus heilt einen Menschen, der von Geburt an nicht sehen kann und dies ist eigentlich ein Zeichen dafür, dass er der Messias ist. In Vers 30 – 33 wird es ganz deutlich gesagt: so etwas war bisher noch nicht geschehen! Es gab zwar Heilungen und auch Menschen, die vom Tod wieder zum Leben kamen und viele weitere Wunder – aber dies zählte mit zu den „messianischen“ Wundern.

    Seine Nachbarn sind erstaunt, können es nicht glauben, sie denken sogar, er sei nicht der Blindgeborene. Sie führen ihn zu den Pharisäern. Warum?

    Die Pharisäer freuen sich überhaupt nicht, im Gegenteil: sie sehen ihn und das, was Jesus getan hat, als große Gefahr an. Warum eigentlich, wenn es doch bewies, dass er der Messias ist? Hatten sie nicht genau auf diesen gewartet?

  118. Juleam 30. April 2014 um 08:44 Link zum Kommentar

    Warum reagieren die Pharisäer und Schriftgelehrten so heftig auf dieses Wunder?

    Warum empfinden sie Jesus als Bedrohung, wenn er doch eigentlich der ist, auf den sie warten?

    Warum gehen sie so aggressiv mit dem Geheilten und seinen Eltern um? Sollte sich dieser etwa schämen, dass er nun sehen kann? Ist es ein Verbrechen, dass er die Heilung zugelassen hat und sich nun darüber freut?

    Warum wollen sie jeden aus der Gemeinde werfen, der sich ernstlich mit diesem Mann befasst, der solche Wunder tun kann?

    Warum befassen sie sich nicht selbst ernsthaft damit, was sie aus den Schriften über den Messias wissen und sehen genau hin, ob dies nicht doch auf ihn zutreffen könnte?

    Fragen über Fragen …

    weitere Gedanken zu Johannes 9 finden wir hier

  119. Juleam 6. Mai 2014 um 08:49 Link zum Kommentar

    Johannes 10 – zwei gespraltene Lager – wo stehen wir?

    1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe. 3 Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus. 4 Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme . 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.
    6 Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht , wovon er zu ihnen redete.

    7 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe. 8 Alle, die vor mir kamen , sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. 9 Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen , zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.

    11 Ich bin der gute Hirte ; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. 12 Der Mietling aber, der kein Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreut die Schafe. 13 Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert. 14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt, 15 gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16 Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.

    17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. 18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

    19 Da entstand wiederum eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen; 20 und viele von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen , weshalb hört ihr auf ihn? 21 Andere sagten: Das sind nicht die Worte eines Besessenen. Kann denn ein Dämon Blinden die Augen öffnen?

    22 Es fand aber in Jerusalem das Fest der Tempelweihe statt; und es war Winter. 23 Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos umher. 24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sage es uns frei heraus! 25 Jesus antwortete ihnen:
    Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke , die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir; 26 aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe. 27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; 28 und ich gebe ihnen ewiges Leben , und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen .
    29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen . 30 Ich und der Vater sind eins.
    31 Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.

    32 Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen? 33 Die Juden antworteten ihm und sprachen: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Gotteslästerung , und zwar weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst! 34 Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter« ? 35 Wenn es diejenigen Götter nennt, an die das Wort Gottes erging – und die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werden -, 36 wieso sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst!, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn ?
    37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht! 38 Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm!
    39 Da suchten sie ihn wiederum zu ergreifen; doch er entging ihren Händen.

    40 Und er zog wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb dort. 41 Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr! 42 Und es glaubten dort viele an ihn.

    Immer wieder löst Jesus eine Kontroverse aus. Scheinbar folgen ihn auch seine Gegner die ganze Zeit, denn im Tempel bezieht er sich auf das, was er zuvor über die Schafe gesagt hatte.

    Immer wieder spaltet das, was er sagt, die Menge in zwei Gruppen: die einen werden in ihrer Überzeugung gestärkt, dass er der Messias ist, oder zumindest von Gott geschickt – die anderen sehen ihn immer mehr als Gefahr, als Gotteslästerer an.

    Auf welcher Seite hätten wir wohl gestanden, wenn wir damals gelebt hätten?

  120. Stille-Zeit-Bibelam 6. Mai 2014 um 08:51 Link zum Kommentar

    Johannes 10
    Der Hirte und seine Schafe

    Jesus war ein Meister darin, einfache und alltägliche Dinge oder Begebenheiten zu benutzen, um dadurch tiefe und geistliche Wahrheiten zu verdeutlichen: Der Sämann, der den Samen aussät, der Weinstock, der den Reben Saft gibt, der Spatz, der auf die Erde fällt – all das nahm in den Augen Jesu eine neue Bedeutung an.

    In Johannes 10 benutzt Jesus das Bild eines Hirten, der seine Schafe in einem Schafstall versammelt, um uns eines der bewegendsten Bilder für unsere Rettung und Geborgenheit in Christus zu vermitteln, das es überhaupt in der Bibel gibt. Wer an der Liebe Christi zweifelt, findet hier einen Text, der die Gewißheit des Glaubens stärkt.

    Zur Einstimmung
    Was führt Sie gelegentlich in Versuchung, an Ihrer Rettung und Ihrem Leben mit dem Herrn zu zweifeln? Die eigene Sünde? Ein Gefühl der Wertlosigkeit? Persönliches Versagen? Seien Sie Christus gegenüber ganz ehrlich, was Ihre Zweifel anbelangt

    Lesen Sie Johannes 10

    Entdeckungen mit dem Wort
    Welche geistlichen Wahrheiten verdeutlicht Jesus in den Versen 1-5?
    In den Versen 1-15 spricht Jesus über die Liebe des Hirten zu seinen Schafen. Was erfahren Sie aus diesen Versen über seine Fürsorge und sein Verhältnis zu Ihnen?
    Was unterscheidet nach Jesu Worten die ungläubigen Juden in diesem Text von seinen Schafen? (Verse 22-27)
    Als Jesus behauptet, er und der Vater seien eins, heben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen (Verse 30-33). Wie entwickelt sich der weitere Verlauf dieser Auseinandersetzung? (Verse 33-36)

    Leben mit dem Wort
    Wie reagieren Sie auf die Verheißungen und Zusicherungen, die Jesus seinen Schafen in den Versen 28-29 gibt?
    Welche Verheißung Jesu in diesem Kapitel ermutigt Sie am meisten?
    Wie kann Jesu Verheißung Ihnen helfen, wenn Sie Zweifel haben?

    Für Ihr Gebet
    Preisen Sie Gott dafür, dass er Ihnen solch einen treuen Hirten und durch ihn Heilsgewißheit geschenkt hat

  121. Juleam 6. Mai 2014 um 09:03 Link zum Kommentar

    Johannes 10:1-18
    Der gute Hirte

    Es ist schon erstaunlich, wie sehr es doch auch von der Tagesform abhängt, was beim Lesen in der Bibel bei uns hängen bleibt. Vor fast einer Woche habe ich mir bei Freunden angesehen, was in der „Stille Zeit Bibel“ für Denkanstösse zu diesem Kapitel sind und sie sogar heraus geschrieben (s.o.). Dann habe ich mir einige Tage lang abends verschiedene Übersetzungen dieses Kapitels als Audio-Datei angehört und jetzt gelesen. Und jedesmal ist der Hauptpunkt irgendwie untergegangen ;-(

    In der Stille-Zeit-Bibel wird bei diesem Kapitel das Augenmerk auf das gelenkt, was Jesus für uns getan hat, wie er für uns sorgt und auf unsere Heilsgewißheit. Wie kann so was nur beim Lesen und Hören untergehen?

    Nun habe ich den Text nochmals mehrfach gelesen und dann dort Halt gemacht, wo die Pharisäer „ausflippen“. Nun klappt’s. Vielleicht darf man dann einfach nicht weiter lesen, sondern sollte hier stoppen und sich den zweiten Punkt unter „Entdeckungen mit dem Wort“ noch einmal durchlesen und dies sacken lassen:

    „In den Versen 1-15 spricht Jesus über die Liebe des Hirten zu seinen Schafen. Was erfahren Sie aus diesen Versen über seine Fürsorge und sein Verhältnis zu Ihnen?“

    Dann kommen wir auf den Punkt:

    Denn Jesus ist nicht allein deshalb der Gute Hirte, weil er durch das richtige Tor in den Schafstall kommt und weil seine Schafe seine Stimme kennen – sondern aufgrund dessen, dass er sich für seine Schafe aufopfert.

    Wenn wir im Blog bei Johannes 10 auf die Liste mit dem ergänzenden Stoff gehen, kommen wir bei „passenden Kurzandachten“ zu einer interessanten Geschichte:

    Der Herr ist mein Hirte

    Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
    Psalm 23,1

    Beim Besuch einer Jugendstrafanstalt zeigte unser Führer uns die Einrichtungen, in denen die Gefangenen arbeiteten. Der Weg führte uns auch an einer großen Scheune vorbei, in der über zweihundert Schafe untergebracht waren. Am Scheunentor kamen wir mit einem jungen Strafgefangenen ins Gespräch. Er erzählte uns ein besonderes Erlebnis:

    Eins der Lämmer hatte ein Bein gebrochen und sollte notgeschlachtet werden. Doch auf seine Bitte hin überließ der Besitzer der Herde ihm das kranke Tier. Der junge Mann schiente das gebrochene Bein mit großer Behutsamkeit und nahm das Tier in seine Pflege. Nach etwa drei Wochen begann das Lamm sich auf die Beine zu stellen und vorsichtig zu laufen. Kurze Zeit später konnte man ihm von der schweren Verletzung kaum noch etwas anmerken.

    “Können Sie uns dieses Tier einmal zeigen?”, fragten wir den jungen Mann. Wir konnten uns nicht gut vorstellen, wie er sein Schaf unter den vielen Tieren, die alle gleich aussahen, herausfinden würde. Aber er musste sein Schaf nur ein einziges Mal mit Namen rufen. Schon meldete sich sein “Lottchen” aus der hintersten Ecke der Scheune, drängte sich durch die ganze Herde hindurch zu ihm heran und ließ sich streicheln. Es hatte die Liebe und Sorgfalt seines Wohltäters nicht vergessen.

    Auf ähnliche Weise kann auch erkannt werden, wer Jesus Christus, dem Guten Hirten, wirklich angehört. Er hat gesagt:

    “Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.” Johannes 10,27.28

    Das Schaf erkennt den Pfleger an seiner Stimme – weil es diese während der Wochen der intensiven Pflege immer wieder gehört hat. In dieser Geschichte ist Pfleger und Besitzer nicht ein und dieselbe Person. Es erkennt den Pfleger an der Stimme – weil dieser ihm viele Wochen lang intensivste Pflege angedeihen ließ. Ohne den Pfleger wäre es längst tot. Scheinbar ist es sich dessen irgendwie bewußt.

    Wenn wir jetzt noch einmal die Verse 11-17 lesen und über Jesu Rolle in Gottes Plan nachdenken, dann kommen wir zu dem, was in diesem Kapitel Mut macht, zu unserer Heilsgewißheit!

    Jesus hat sein Leben für uns hingegeben. Er mußte dies nicht tun, niemand hat ihn dazu gezwungen. Aber wir sind ihm so viel wert, dass er es nicht zulassen kann, dass uns ein Leid geschieht.

    Wenn der Wolf in eine Herde eindringt, versucht er, einzelne Schafe zu isolieren. Aber nicht, weil er sie lieb hat und ihr Bestes im Sinn – sondern er will es vertilgen. Ein Hirte, dem an seinen Schafen liegt, rennt dem Wolf nach und sucht, ihm das Schaf zu entreissen. Dabei kann er selbst in Gefahr geraten, deshalb läuft in Jesu Beispiel der Hirte weg, der es nur um des Geldes wegen macht. Dann nimmt der gute Hirte das Schaf, das vom Wolf verletzt wurde und verbindet seine Wunden und pflegt es. So, wie es der Strafgefangene in der Kurzandacht tut. Durch dieses liebevolle beherzte Eingreifen und die Pflege entsteht eine Bindung und daher kennt das Schaf die Stimme.

    Auch Jesus ist beherzt auf den Wolf (Satan) zugesprungen, der die Schafe (uns) vom Besitzer (Gott) trennen wollte. Auch Jesus selbst hat sich in Gefahr begeben, damit es uns gut geht. ER ist sogar für uns gestorben. Sind wir uns dessen überhaupt bewußt?

    Zur Einstimmung spricht die Stille-Zeit-Bibel Zweifel an, die wir vielleicht haben mögen. Sind wir denn wirklich gerettet? Zweifeln wir an unserer Rettung? An unserem Wert?

    Ein Beweis für unsere Rettung ist doch der Tod Jesu: er ist todesmutig zwischen uns und den Widersacher gesprungen, ist dabei sogar zu Tode gekommen. In seiner Liebe hat Jehova ihn am 3. Tag wieder auferweckt. Wir hatten uns ja bereits in den vergangenen Wochen – im Zusammenhang mit Ostern – immer wieder damit beschäftigt. Seine Auferstehung ist Realität und sie bedeutet unsere Rettung. Wir sind gerettet!

    Wenn Jesus dies alles für uns auf sich genommen hat, dann muss er uns sehr lieben und dann ist eigentlich auch kein Platz für Selbstzweifel.

    Fühlen wir uns vielleicht unwürdig, weil wir so viele Fehler haben und noch so viel falsch machen und vielleicht – wie wir uns sehen – noch meilenweit von dem entfernt sind, wie ein Christ „sein sollte“?

    Aber wie konnte das Schaf in die Fänge des Wolfes kommen? Er ist ja nicht in den Schafstall eingedrungen und sicherlich hielt es sich nicht eng bei der Herde – sonst hätte sicherlich kein Wolf eine Chance. Es muss sich also aus dem sicheren Stall und dem Schutz beim Hirten entfernt haben – war also in gewissem Sinne ungehorsam. Und dennoch jagt der Hirte ihm nach und setzt sein Leben aufs Spiel, um es zu retten! Er liebt also auch solche Schafe.

    Also gibt es keinerlei Grund, an der Liebe des Hirten Jesu zu uns zu zweifeln, egal, wie fehlerhaft wir auch sein mögen. Wenn wir solche Gedanken wegen unserer Fehler haben, zeigt es eigentlich nur, dass wir die richtige Herzenseinstellung haben, denn unser Wunsch ist es, Jesus noch ähnlicher zu sein und wir sind traurig, weil wir das nicht so schaffen. Aber wir bemühen uns von ganzem Herzen.

    Außerdem ist das, was Jesus da für uns getan hat, die „unverdiente Güte“. Er ist für alle Menschen gestorben, wie schlecht und verdorben sie auch sein mögen. Wenn wir dies begreifen, dann „hören“ wir die Stimme des Hirten und folgen ihm. Falls wir bisher ein schlechter Mensch gewesen sein sollten, dann folgen wir ihm aus unserer Schlechtigkeit heraus in ein besseres Leben, eins, das das Herz unseres Retters erfreut.

    Wie war das mit dem Lamm, das der Strafgefangene in der Kurzandacht gepflegt hatte? Es folgte ihm, weil es sich an seine Stimme erinnerte. Er war der Mann, der ihm so viel Gutes getan hatte. Es folgte ihm aus Dankbarkeit und voller Vertrauen…

    weitere Gedanken zu Johannes 10 finden wir hier

  122. Juleam 8. Mai 2014 um 12:59 Link zum Kommentar

    Johannes 11 – 13

    Johannes 11 – „Warum warst du nicht da, als du gebraucht wurdest?“

    1 Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha, 2 nämlich der Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. 3 Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank! 4 Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht wird!
    5 Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus. 6 Als er nun hörte, dass jener krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war. 7 Dann erst sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa ziehen!
    8 Die Jünger antworteten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen , und du begibst dich wieder dorthin? 9 Jesus erwiderte: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand bei Tag wandelt, so stößt er nicht an, denn er sieht das Licht dieser Welt. 10 Wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. 11 Dies sprach er, und danach sagte er zu ihnen: Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen ; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. 12 Da sprachen seine Jünger: Herr, wenn er eingeschlafen ist, so wird er gesund werden! 13 Jesus aber hatte von seinem Tod geredet; sie dagegen meinten, er rede vom natürlichen Schlaf. 14 Daraufhin nun sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben; 15 und ich bin froh um euretwillen, dass ich nicht dort gewesen bin, damit ihr glaubt . Doch lasst uns zu ihm gehen! 16 Da sprach Thomas , der Zwilling genannt wird, zu den Mitjüngern: Lasst uns auch hingehen, damit wir mit ihm sterben!

    17 Als nun Jesus hinkam, fand er ihn schon vier Tage im Grab liegend. 18 Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, ungefähr 15 Stadien weit entfernt; 19 und viele von den Juden waren zu denen um Martha und Maria hinzugekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
    20 Als Martha nun hörte, dass Jesus komme, lief sie ihm entgegen ; Maria aber blieb im Haus sitzen. 21 Da sprach Martha zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärst, mein Bruder wäre nicht gestorben! 22 Doch auch jetzt weiß ich: Was immer du von Gott erbitten wirst, das wird Gott dir geben. 23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen! 24 Martha spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag. 25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben . Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt ; 26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das? 27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr! Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

    28 Und als sie das gesagt hatte, ging sie fort und rief heimlich ihre Schwester Maria und sprach: Der Meister ist da und ruft dich! 29 Als diese es hörte, stand sie schnell auf und begab sich zu ihm. 30 Jesus war aber noch nicht in das Dorf gekommen, sondern befand sich an dem Ort, wo Martha ihm begegnet war. 31 Als nun die Juden, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass Maria so schnell aufstand und hinausging, folgten sie ihr nach und sprachen: Sie geht zum Grab, um dort zu weinen .
    32 Als aber Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie zu seinen Füßen nieder und sprach zu ihm: Herr, wenn du hier gewesen wärst, mein Bruder wäre nicht gestorben ! 33 Als nun Jesus sah, wie sie weinte , und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten, seufzte er im Geist und wurde bewegt 34 und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprechen zu ihm: Herr, komm und sieh!
    35 Jesus weinte. 36 Da sagten die Juden: Seht, wie hatte er ihn so lieb! 37 Etliche von ihnen aber sprachen: Konnte der, welcher dem Blinden die Augen geöffnet hat, nicht dafür sorgen, dass auch dieser nicht gestorben wäre?

    38 Jesus nun, indem er wieder bei sich selbst seufzte, kam zum Grab. Es war aber eine Höhle , und ein Stein lag darauf. 39 Jesus spricht: Hebt den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist schon vier Tage hier! 40 Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst , wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? 41 Da hoben sie den Stein weg, wo der Verstorbene lag. Jesus aber hob die Augen empor und sprach:
    Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich aber weiß, dass du mich allezeit erhörst ; doch um der umstehenden Menge willen habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.
    43 Und als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und lasst ihn gehen!

    45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn. 46 Etliche aber von ihnen gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.

    47 Da versammelten die obersten Priester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was sollen wir tun? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen ! 48 Wenn wir ihn so fortfahren lassen, werden alle an ihn glauben; und dann kommen die Römer und nehmen uns das Land und das Volk weg!
    49 Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr erkennt überhaupt nichts, 50 und ihr bedenkt nicht, dass es für uns besser ist, dass ein Mensch für das Volk stirbt , als dass das ganze Volk zugrunde geht! 51 Dies redete er aber nicht aus sich selbst; sondern weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte für das Volk sterben, 52 und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die zerstreuten Kinder Gottes in eins zusammenzubringen.

    53 Von jenem Tag an beratschlagten sie nun miteinander, um ihn zu töten. 54 Darum ging Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden umher, sondern zog von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim , und hielt sich dort auf mit seinen Jüngern.

    55 Es war aber das Passah der Juden nahe. Und viele aus dem ganzen Land gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen . 56 Da suchten sie Jesus und sprachen zueinander, als sie im Tempel standen: Was meint ihr, kommt er nicht zu dem Fest ? 57 Sowohl die obersten Priester als auch die Pharisäer hatten aber einen Befehl gegeben, dass, wenn jemand wisse, wo er sei, er es anzeigen solle, damit sie ihn ergreifen könnten.

    „Warum warst du nicht da, als du gebraucht wurdest?“ – eine Frage, die im Zusammenhang mit dem Tod von Lazarus immer wieder auftaucht:

    • Martha ist die erste, die Jesus entgegen geht – sie sagt: „wenn du hier gewesen wärst“, dann wäre das nicht passiert.
    • Ihre Schwester ist die nächste, die auf Jesus trifft, sie sagt fast das selbe.
    • Auch die Menge, die ihnen zum Grab folgt, macht diese Feststellung.

    Ist dies lediglich eine Feststellung, oder hageln hier Vorwürfe?

    „Herr, wenn du hier gewesen wärst…“

    Die Frage war ja, ob es sich um eine Feststellung oder um Vorwürfe gehandelt habe. Nun habe ich einige der Ansprachen dazu gehört. Mir selbst kommt es eher wie ein Vorwurf vor.

    Stellen wir uns vor, wir wären eine der beiden Schwestern gewesen. Unser Bruder ist krank und wir machen uns große Sorgen. Es sieht aus, als ob er sterben würde und so senden wir eine Nachricht an unseren gemeinsamen Freund Jesus. Wir wissen, dass dieser unseren geliebten Bruder heilen kann und da wir ebenfalls wissen, dass dieser unseren Bruder ebenso liebt, gehen wir natürlich davon aus, dass dieser alles stehen und liegen lässt und direkt herkommt.

    Als wir die Nachricht geschickt hatten, lebte der geliebte Bruder noch, nun ist er bereits 4 Tage tot und begraben. Von Jesus haben wir bisher weder etwas gehört, noch gesehen. Wie groß muss da unsere Enttäuschung sein. Was hat diesen denn aufgehalten, warum war er nicht da?

    Nun kommt er endlich – aber nun ist es ja viel zu spät, zwar sind in der Vergangenheit schon Tote wieder zum Leben gekommen, aber diese waren erst kurz zuvor verstorben – vielleicht ähnlich, wie Ärzte heute Menschen wieder reanimieren können. Aber niemand erwartet, dass sie dies mit einem Toten können, der bereits einige Tage tot ist und bei dem der Verwesungsprozess bereits eingesetzt hat. Hier gibt es keine Hoffnung mehr

    In diesen Emotionen befinden sich die Schwestern und die Trauergäste in diesem Kapitel. Stellen wir uns vor, wir hätten vor einigen Tagen einen Notarzt gerufen und er würde nun einige Tage später eintreffen, nachdem der Kranke bereits beerdigt worden ist. Wie würden wir uns fühlen? Was würden wir denken? Was würden wir zu ihm sagen?

    Sicherlich sind in so einer Situation die Worte „wenn du hier gewesen wärst“, keine reine Feststellung, sondern Ausdruck tiefster Enttäuschung!

    Warum kam Jesus erst so spät? Warum hielt er sich noch diese zwei Tage dort auf, wo er war? Warum eilte er nicht seinem Freund zur Hilfe?

    Bisher hatte ich mich lediglich auf die Aussage Jesu konzentriert, dass es zur Stärkung des Glaubens sei. Dabei ist ein anderer Aspekt völlig untergegangen. Aber das kann auch daran liegen, dass ich die Kapitel 10 und 11 nicht wirklich im Kontext gelesen habe!

    In den verschiedenen Ansprachen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Jesus ja zuvor aus der Stadt geflohen war, weil die Juden ihn steinigen wollten (Ende von Kapitel 10). Daher war die Rückkehr für ihn nicht ungefährlich. Bayless Conley geht sogar noch weiter und sieht die Krankheit des Lazarus als einen Trick vom Satan an, um Jesus zurück – in die Falle – zu locken.

    Hier mußte Jesus also auch abwägen: auf der einen Seite ein einzelner Mann, der sein bester Freund war – und auf der anderren Seite die Aufgabe, weshalb er auf die Erde gekommen war. Zwar hatte Jehova ihn behütet, solange seine Zeit noch nicht gekommen war. Auf der anderen Seite hatte er die Verantwortung, nicht leichtfertig sein Leben aufs Spiel zu setzen.

    Sicherlich fiel es Jesus nicht gerade leicht, sich selbst noch zurück zu halten. Schließlich liebte er den Freund und dessen Schwestern und wußte, welchen Schmerz sein Fernbleiben den Frauen zufügen würde.

    Vielleicht ist ja auch dies der Grund, warum er nachher zornig am Grab ist?

    weitere Gedanken zu Johannes 11 finden wir hier

  123. Juleam 15. Mai 2014 um 10:28 Link zum Kommentar

    Johannes 12 – seine Zeit war gekommen

    1 Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus dann nach Bethanien, wo Lazarus war, der tot gewesen war und den er aus den Toten auferweckt hatte. 2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund echten, köstlichen Nardensalböls, salbte Jesus die Füße und trocknete seine Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch des Salböls.
    4 Da spricht Judas, Simons Sohn, der Ischariot, einer seiner Jünger, der ihn danach verriet: 5 Warum hat man dieses Salböl nicht für 300 Denare verkauft und es den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde.
    7 Da sprach Jesus: Lass sie! Dies hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt. 8 Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.

    9 Es erfuhr nun eine große Menge der Juden, dass er dort war; und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er aus den Toten auferweckt hatte. 10 Da beschlossen die obersten Priester, auch Lazarus zu töten , 11 denn seinetwegen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.

    12 Am folgenden Tag, als viele Leute, die zum Fest erschienen waren, hörten, dass Jesus nach Jerusalem komme, 13 da nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
    14 Jesus aber hatte einen jungen Esel gefunden und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: 15 »Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin« . 16 Dies verstanden aber seine Jünger anfangs nicht, doch als Jesus verherrlicht war, da erinnerten sie sich, dass dies von ihm geschrieben stand und dass sie ihm dies getan hatten.

    17 Die Menge nun, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn aus den Toten auferweckt hatte, legte Zeugnis ab. 18 Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen, weil sie gehört hatte, dass er dieses Zeichen getan hatte. 19 Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet. Siehe, alle Welt läuft ihm nach!

    20 Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkamen, um während des Festes anzubeten . 21 Diese gingen zu Philippus , der aus Bethsaida in Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir möchten gerne Jesus sehen ! 22 Philippus kommt und sagt es dem Andreas, und Andreas und Philippus sagen es wiederum Jesus. 23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach:
    Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde! 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. 25 Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren. 26 Wenn jemand mir dienen will, so folge er mir nach; und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein; und wenn jemand mir dient, so wird ihn [mein] Vater ehren .
    27 Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde ! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater, verherrliche deinen Namen ! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen!
    29 Die Menge nun, die dabeistand und dies hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet!
    30 Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen.

    31 Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt. Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden; 32 und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.
    33 Das sagte er aber, um anzudeuten, durch welchen Tod er sterben würde.

    34 Die Menge antwortete ihm: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt; wie sagst du denn, der Sohn des Menschen müsse erhöht werden? Wer ist dieser Sohn des Menschen? 35 Da sprach Jesus zu ihnen:
    Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht noch habt, damit euch die Finsternis nicht überfällt! Denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. 36 Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet!
    Dies redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen.

    37 Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn; 38 damit das Wort des Propheten Jesaja erfüllt würde, das er gesprochen hat: »Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden?«
    39 Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja hat wiederum gesprochen: 40 »Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verhärtet, damit sie nicht mit den Augen sehen, noch mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile« . 41 Dies sprach Jesaja, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.

    42 Doch glaubten sogar von den Obersten viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden. 43 Denn die Ehre der Menschen war ihnen lieber als die Ehre Gottes.

    44 Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. 45 Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. 46 Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.
    47 Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette. 48 Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.
    49 Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. 50 Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist.
    Darum, was ich rede , das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.

    Interessant, dass sich der Sinn des Gelesenen manchmal ändert, wenn man mehr Hintergrundwissen hat.

    Gestern habe ich eine Ansprache von Arnold Fruchtenbaum zu Johannes 11 – der Auferweckung des Lazarus – gehört und die fing mit Johannes 9 an, wo Jesus den Blindgeborenen heilte. In dieser Ansprache erklärt er – als konvertierter Jude – die Geschehnisse aus jüdischer Sicht: beides waren „messianische Wunder“, Wunder die nur der Messias wirken konnte. Beide Wunder geschahen nicht im Verborgenen, sondern vor einer großen Volksmenge, die sie live miterlebten und daher erkennen konnten, dass hier der verheissene Messias ist.

    Aus diesem Grund folgen ihm seither die Mengen und dies ist auch der Grund, warum die Menge Palmzweige auf den Weg wirft und ihn als kommenden König lobpreist.

    Aus eben demselben Grund hassen ihn die Schriftgelehrten und Pharisäer und sehen die Notwendigkeit, etwas zu unternehmen – wie z.B. diejenigen aus den Synagogen zu werfen, die an ihn glauben.

    Aber warum diese Abneigung? Mussten denn nicht auch diese aus den Wundern erkennen und ableiten, dass sie hier den Messias vor sich haben? Hatten nicht sie, ebenso wie die Menge, auf diesen Messias gewartet?

    In der Ansprache sagt Arnold Fruchtenbaum, dass Jesus sie ganz bewußt provozierte und das Ganze ganz bewußt so auffällig getan hatte. Hier lesen wir, warum: seine Zeit war gekommen, die Schriften mußten sich erfüllen

  124. Juleam 15. Mai 2014 um 10:37 Link zum Kommentar

    Johannes 12:1-11
    Das Festmahl für Jesus

    Wo hatte es stattgefunden und wer hat es ausgerichtet?

    Es findet nach der Auferweckung des Lazarus statt, in der Stadt, wo Maria, Martha und Lazarus wohnen. Scheinbar ist es aber nicht von und bei ihnen – denn Martha bedient zwar, aber von Lazarus wird gesagt, dass er „auch eingeladen war“. Also kann es nicht bei ihnen zu Hause sein.

    Interessant ist, dass es hier Maria ist, die Schwester von Lazarus und Martha, die Jesus die Füße salbt. Bisher hatte ich hier immer die Sünderin im Sinn – Maria Magdalena, aber das war wohl eine andere Begebenheit.

    Die Leute kommen wegen Jesus und Lazarus. Es hat sich herumgesprochen, dass Jesus an ihm ein „messianisches Wunder“ vollbracht hatte und alle wollten dies sehen und sich wohl auch dadurch überzeugen, dass Jesus wirklich der Messias ist.

    Die geistlichen Führer schäumen vor Wut und wollen, dass dies aufhört. Dafür wollen sie sogar Lazarus umbringen, der doch gerade erst wieder zum Leben gekommen ist. Sie sind bereit, über Leichen zu gehen. Vielleicht verständlich, weil sie Jesus für einen Betrüger halten? An anderer Stelle sagen sie ja, dass sie glauben, er habe seine Macht dazu von Satan und seinen Dämonen.

    Aber was ist mit Judas los?

    Wir erinnern uns: Judas ist mit einer der ersten Jünger Jesu, er ist von Anfang an dabei gewesen, hat mit Jesus gelebt, geredet, gesehen, was er alles getan hat und was für ein besonderer Mensch dieser war. Er hat auch alle die messianischen Wunder miterlebt – Wunder, die laut den jüdischen Überlieferungen nur der verheißene Messias bewirken könnte. Es war nicht nur ein Wunder, sondern sogar mehrere, gerade erst war er dabei gewesen, als Jesus Lazarus von den Toten wieder auferweckte, obwohl dies rein menschlich unmöglich war und nur der Messias konnte. Also ein weiterer eindeutiger Beweis für Jesu Messianität, gerade erst passiert, also noch lebhaft im Gedächtnis.

    Nun beobachtet er, wie Maria diesem Mann Gutes tut – und denkt nur an das Geld! Ist das nun logisch?

    Maria hatte doch kein Geld aus der Kasse genommen (ganz im Gegensatz zu ihm selbst, siehe Vers 6), sondern das Öl war ihr eigenes. Ob sie es nun extra für diesen Anlaß gekauft hat, wissen wir nicht, aber es ist auch egal. Sie nimmt ihr eigenes Öl und salbt damit Jesu Füße. Auch wenn es sehr wertvoll ist, was geht dies Judas an? Warum mischt er sich da ein? Kann sie nicht mit ihren eigenen Sachen machen, was sie will?

    Vor allen Dingen: warum murrt er, dass sie Jesus Gutes tut? Müsste ihn dies nicht eher freuen?

    Statt dessen hat er nichts besseres zu tun als rumzumeckern über eine Sache, die ihn überhaupt nichts angeht und direkt zu denen zu laufen, die Jesus befeinden und ihn an diese zu verraten. Eine Trotzreaktion?

    Wie passt dies zu all dem, was er in all der Zeit mit Jesus erlebt hat und als was die letzten Wunder ihn doch ganz deutlich kennzeichneten?

    Glaubt er vielleicht wie die Pharisäer nicht an seine Messianität?

  125. Juleam 15. Mai 2014 um 10:49 Link zum Kommentar

    Johannes 12:12-26
    Jesu Empfang in Jerusalem und der Sinn der Gemeinde

    Zu diesem Empfang und warum die Menge ihn so begeistert begrüßt, haben wir ja bereits beim Lesen dieses Kapitels vor einigen Tagen nachgedacht: es hatte mit dem zu tun, dass Jesus Lazarus wieder zum Leben auferweckt hatte und dadurch jeder erkennen konnte, dass hier ein besonderer Mann war – der Messias!

    In Vers 17 und 18 wird gesagt, dass „alle, die dabei gewesen waren, es weitererzählt hatten“, „darum liefen auch so viele Jesus entgegen, denn sie wollten den Mann sehen, der solche Wunder vollbracht hatte.“

    Einige Verse später lesen wir von einer Personengruppe, der dies nicht ausreicht. Sie wollen Jesus auch gern sprechen, vielleicht wollen sie ihm einige Fragen stellen. Sie haben echtes Interesse.

    Warum? Weil andere, die Jesus gesehen haben, ihnen von ihm und dem, was er getan hatte, erzählt haben.

    Warum haben diese Leute denn davon erzählt? Weil sie selbst von all dem begeistert waren und wir wissen ja selbst, dass auch wir ständig über die Dinge reden, die uns begeistern!

    Nun sind wir bei unserer Ansprache, die John am Sonntag gehalten hat: „Wozu gibt es die Gemeinde?“

    Zu Beginn stellte er diese Frage an die Anwesenden und es kamen einige interessante Gedanken dabei zusammen. Alle Antworten waren an sich richtig – aber sie sind nicht der Hauptzweck, warum sich bereits die ersten Christen zu kleinen Gruppen zusammenschlossen. Das Hauptziel ist das, was Jesus seinen Jüngern zum Schluß mit auf den Weg gab: wir sollten Jünger machen! (Matthäus 28:19-20) Der Sinn einer Gruppe ist es in der Regel, dass sie alle ein gemeinsames Ziel verbindet und so auch uns:

    Wir haben das Vorrecht gehabt, dass wir Jesus kennenlernen durften. Wir wissen, wie sehr er und der Vater uns lieben, dass er für uns gestorben ist, damit wir uns ganz unbefangen unserem himmlischen Vater nahen dürfen. Wir wissen, dass er und der Vater uns lieben, egal, wie wir sind. Sie lieben uns nicht, weil wir besonders toll sind oder ganz tolle Sachen geleistet haben oder noch tun – sie lieben uns ganz einfach so. Ist das nicht wundervoll? In einem Lied heißt es: „und ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst…“. Wie gut dies tut, dass wir um unser selbst Willen geliebt werden und dass wir uns dieser Liebe sicher sein können. Wir sind geliebte Kinder Gottes. Sicherlich gibt es später auch noch das ewige Leben im Paradies. Darauf dürfen wir uns freuen, aber der Gedanke mit dieser bedingungslosen Liebe, die wir bereits heute schon genießen dürfen, begeistert mich eigentlich noch viel mehr!

    Gerade in unserer heutigen Zeit, die für uns alle sehr schwer ist, tut es sehr gut, dies zu wissen. Diese Zeit ist so kalt und lieblos, bereits in 2. Timotheus 3:1-5 wird vorher gesagt, dass die Menschen so sein würden. Es ist eine Zeit, wo sich jeder nach Liebe und Geborgenheit sehnt und man einander nicht mehr wirklich vertrauen kann. Wenn du nicht so funktionierst, wie sich dies dein Gegenüber vorstellt, dann wirst du fallengelassen. Dabei ist es völlig egal, ob es auf der Arbeit oder in der Schule ist, ob es um deine Eltern oder Kinder geht, ob es ein Freund ist oder der Ehepartner:

    Wenn du einen Job hast und nicht 100% funktionierst, fliegst du raus. Auf der anderen Seite kündigen dir die Leute, wenn sie tatsächlich für ihr Geld arbeiten müssen ;-( . Beides passiert

    Wenn die Kinder nicht so funktioneren, wie die Eltern sich das vorstellen, werden sie unter Druck gesetzt oder rausgeworfen, vielleicht sogar ins Heim oder in eine Pflegefamilie abgeschoben. Auf der anderen Seite rennen Kinder von den Eltern weg, wenn diese ihnen nicht ihren Willen lassen – Möglichkeiten und Alternativen haben sie heute genug. In beiden Fällen ist meist eine jahrelange Eiszeit die Folge, in der oft beide Parteien leiden.

    In einer Beziehung wird immer wieder damit gedroht, den anderen zu verlassen, wenn sich dieser nicht wunschgemäß ändert – daran ändert leider auch kein Ring am Finger etwas. Geschieden wird man heute schnell, man muss es nicht einmal mehr begründen.

    Es gibt also keine Sicherheit und Geborgenheit mehr. Ständig ist jeder auf der Hut, ständig in der Angst, verletzt oder sogar verlassen zu werden. Ständig hat man Angst, den Ansprüchen nicht mehr zu genügen – und tappt dabei in die Falle, egozentrisch zu werden, weil man alles um sich rum auf sich selbst bezieht. Man beobachtet zuerst aus der Angst heraus, damit man schnell genug reagieren kann um das Schlimmste zu verhindern – und muss sich dann vorwerfen lassen, man halte sich selbst für den Nabel der Welt.

    Wahrlich schlimme Zeiten!

    Und nun denken wir an Jehova Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Sie lieben uns um unser Selbst willen. Sie hatten uns schon geliebt, „während wir noch Sünder waren“. Sie kennen uns ganz genau, können uns mitten ins Herz sehen. Sie kennen unsere Gedanken und Gefühle und alle unsere Abgründe. Und dennoch lieben sie uns!

    Wir müssen ihnen nichts beweisen. Sie lieben uns einfach so. Wir müssen es uns nicht verdienen – sie lieben uns, so, wie wir sind.

    Sie lieben uns auch dann noch, wenn wir Fehler machen, auch wenn dies ziemlich schlimme Fehler sind. Denken wir nur an David und Bathseba und wie David versucht hatte, diesen Ehebruch zu vertuschen. Jehova liebte David dennoch – er hasste nur das, was er getan hatte. Aber David liebte er weiter. Interessanterweise benutzte er gerade Bathseba, um mit David den verheißenen Samen hervorzubringen. Dabei hatte David genug Ehefrauen. Aber Jehova wählte Bathseba – die Frau, mit der David Ehebruch begangen und um derentwegen er zum Mörder geworden war.

    Dies zeigt ganz deutlich, wie sehr Jehova uns liebt und wie bedingungslos diese Liebe ist. Egal, was wir getan haben oder noch tun – Jehova liebt uns. Wir müssen uns dies nicht verdienen!

    Diese Liebe ist im Übrigen auch das Hauptthema vom Johannesevangelium, in keinem anderen wird so viel von dieser Liebe Gottes und Jesu gesprochen,

    Diese Liebe haben wir erlebt und erleben sie jeden Tag aufs Neue. Sie begeistert uns und wir müssen sie einfach mit den anderen Menschen teilen, ganz besonders mit denen, die in dieser lieblosen Zeit „emotional erfrieren“. Diese Liebe ist unsere Triebfeder, so zu leben, dass wir unserem Gott eine Freude bereiten. Wir möchten ihm keinen Kummer bereiten und wir teilen diese Liebe gern. Sie ist ein Kennzeichen wahrer Christen.

    Wie die Menschen, die mit am Grab vom Lazarus waren und miterlebt hatten, wie Jesus ihn rief und er aus dem Grab kam – ebenso erzählen wir anderen von dem, was wir gesehen und gehört haben und was wir selbst mit Jehova und Jesus erlebt haben. Einige Personen wird dies vielleicht nicht interessieren, aber andere werden wie diese Personengruppe daran interessiert sein, mehr zu hören, Fragen zu stellen und Gott näher kommen wollen. Diesen dürfen wir dann dabei helfen. Dies ist der Sinn der Gemeinde.

    All dies finden wir so kurz und knapp zusammengefaßt in diesen wenigen Versen 🙂

  126. Juleam 15. Mai 2014 um 10:54 Link zum Kommentar

    Johannes 12:20-26
    Warum so kompliziert?

    Eine Gruppe von Griechen ist interessiert und wendet sich an Philippus. Dieser geht zu Andreas und fragt ihn und dann gehen sie beide zusammen zu Jesus und fragen diesen, ob das geht.

    Warum so kompliziert?

    Dass die Menschen Jesus nicht einfach unterbrechen und direkt ansprechen konnten, verstehe ich noch in gewisser Hinsicht – aber sehen wir hier eine Hierarchie unter den Jüngern?

    Oder hat es eher mit Aufgabenverteilung zu tun?

    Was sagen andere Kommentatoren dazu?

  127. Juleam 15. Mai 2014 um 11:03 Link zum Kommentar

    Johannes 12:27-36
    Jesus spricht von seinem nahenden Tod

    Selbst unter den Christen gibt es unterschiedliche Ansichten, was Jesus eigentlich genau war, als er auf die Erde kam: Gott, Halbgott oder Mensch?

    In den Versen 27-28 sehen wir, dass Jesus wirklich ganz Mensch – der Menschensohn – ist, denn auch ihm ist nicht angenehm, was auf ihn zukommt. Wäre er ein Halbgott gewesen, dann hätte ihn das Kommende wohl kaum derart beunruhigt.

    Aber wir wissen ja, warum Jesus auf die Erde kam, was seine Rolle bei dem Lösegeld war und inwiefern er Adam genau entsprach. Jesus sollte die gleichen Voraussetzungen haben wie Adam, als Jehova ihn erschaffen und in den Garten Eden gesetzt hatte: ein vollkommener Mensch! Nur so hatte er das Privileg, niemals sterben zu müssen (denn der Tod kam ja erst durch den Sündenfall in die Welt) und nur so konnte er sein Recht auf ewiges Leben für uns Menschen geben. Aber so bewies er auch, dass es Adam und Eva möglich gewesen wäre, Gott treu zu bleiben und dass nicht automatisch jeder vollkommene Mensch gesündigt hätte.

    Im „Rock Berlin Chrash Kurs“ hatte mich immer wieder die Aussage irritiert, dass „jeder von uns sich willentlich gegen Gott entschieden hat“ und die Erklärung dazu, dass jeder von uns das Gleiche gemacht hätte, wie damals Adam und Eva. Irgendwas in mir hatte sich immer dagegen aufgelehnt. Bedeutet diese Aussage denn nicht, dass Jehova bei der Erschaffung des Menschen einen Fehler gemacht hat und Adam und Eva gar nicht anders konnten?

    Nun habe ich meinen Denkfehler dabei gefunden: wir heute entsprechen ja nicht Adam und Eva. Die beiden waren vollkommen erschaffen worden, zwar mit Willensfreiheit wie wir heute, aber ohne Unvollkommenheit und somit Sündhaftigkeit.

    Wir heute hingegen sind durch ihr Handeln mit der Erbsünde geboren, wir sind unvollkommen und durch diese Unvollkommenheit neigen wir stark zur Sünde hin und darum hätten wir ebenso versagt, wie die beiden.

    Im Gegensatz zu uns hatte Jesus die gleichen Voraussetzungen wie sie und konnte damit beweisen, dass sie hätten treu bleiben können.

    Diese beiden ersten Verse hier zeigen uns aber, dass auch ein vollkommener Mensch um diese Treue und Loyalität Jehova gegenüber kämpfen mußte. Zwar geht es hier bei ihm nicht um eine Frucht, die er nicht nehmen darf – was nicht unbedingt eine Härte bedeutet, da genügend andere zur Verfügung standen – aber auch er muss mit Dingen kämpfen, die ihm „vorenthalten werden“, wie es die Schlange im Paradies so nett nannte. Denken wir auch an die Versuchungen in der Wüste, von denen wir in Matthäus 4, Lukas 4 und Markus 1 gelesen haben. Vielleicht entsprechen diese eher dem, was Adam und Eva ausgesetzt waren.

    Aber hier weiss Jesus, dass „seine Zeit nun gekommen ist“ und er weiss auch, was dies für ihn bedeutet. Daher war die Versuchung, alle Reiche der Erde durch nur einen Akt der Anbetung zu erhalten, eine echte Versuchung. Er hätte dadurch das überspringen können, was nun auf ihn zukommt. Er weiss, dass er nicht nur „einfach“ sterben wird, sondern er weiss aus den Prophezeiungen – und sicherlich auch aus Gesprächen mit dem Vater damals im Himmel – dass es dabei einen ungerechten Prozess, viel Spott und Qual geben wird. Nicht zu vergessen der Grund, warum man ihn verurteilen und hinrichten wird: als Gotteslästerer. Und das ausgerechnet ihn, der doch das komplette Gegenteil davon war. Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre weiss ich, wie quälend so etwas sein kann, selbst wenn wir selbst und Gott wissen, dass absolut nichts an den Vorwürfen dran ist!

    Nun wird es ernst, nun ist es bald soweit. Als wahrer Mensch und wahrer Sohn Gottes (was im übrigen auch Adam war), wünscht er sich, dass all dies nicht nötig wäre. Kein gesunder Mensch sehnt sich nach Qual und Tod. Auch Jesus nicht.

    Interessant, dass diese Gefühle hier an anderer Stelle und im anderen Zusammenhang stehen, als in den anderen Evangelien: hier ist er gerade erst in Jerusalem angekommen, in den anderen lesen wir davon erst, als er im Garten Gethsemane auf seine Festnahme „wartet“.

    Wahrscheinlich werden diese Gedanken und Gefühle keine einmalige Sache gewesen sein. Sie werden wohl immer dann in ihm hochgekommen sein, wenn er vor Augen hatte, was nun auf ihn zukommt.

    Bezeichnend ist, dass er zwar bedrückt deshalb ist, aber dennoch nicht in Erwägung zieht, „auszusteigen“ und sich dem Ganzen zu entziehen. Nein! Es ist zwar sehr unangenehm für ihn, aber er hat das Grosse Ganze vor Augen und darum will er es auch durchziehen. „Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe“.

    Jehova Gott reagiert prompt auf seine aufwallenden Gefühle, denn ER sichert ihm sofort seine tiefe Liebe zu. Er sagt in gewissem Sinne:

    „Mach dir keine Sorgen. Ich weiss, dass es nun echt schwer für dich wird. Ich weiss, dass es dich beunruhigt, ganz besonders die Tatsache, warum sie dich hinrichten werden. Aber keine Sorgen – ich weiss ja, dass da nichts dran ist. Ich liebe dich, ich weiss, dass du mich die ganze Zeit verherrlicht hast. Mach dir keine Sorgen – ich lasse dich nicht allein und ich versichere dir, dass kein Dreck auf meinem Namen haften bleibt.“

    Die Unstehenden bekommen zwar mit, dass hier etwas Übernatürliches passiert – aber scheinbar können sie den Wortlaut nicht verstehen.

    Das legt die Frage nahe, ob sie denn etwas von der Besorgnis Jesu mitbekommen haben, davon, was er zu seinem Vater sagte. Aber vielleicht haben diese Szene nur die engsten seiner Jünger mitbekommen?

    weitere Gedanken zu Johannes 12 finden wir hier

  128. Juleam 20. Mai 2014 um 15:25 Link zum Kommentar

    Johannes 13 – wie demütig sind wir?

    1 Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. 2 Und während des Mahls, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten, 3 da Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hinging,
    4 stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich; 5 darauf goss er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.
    6 Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber danach erkennen. 8 Petrus spricht zu ihm: Auf keinen Fall sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keine Gemeinschaft mit mir. 9 Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt! 10 Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat es nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein.
    Und ihr seid rein, aber nicht alle. 11 Denn er kannte seinen Verräter; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

    12 Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und sein Obergewand angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tisch und sprach zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe? 13 Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen; 15 denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.
    16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat.

    17 Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut! 18 Ich rede nicht von euch allen; ich weiß , welche ich erwählt habe. Doch muss die Schrift erfüllt werden: »Der mit mir das Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben« . 19 Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschehen ist, dass ich es bin.
    20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer den aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.

    21 Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist erschüttert , und er bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten ! 22 Da sahen die Jünger einander an und wussten nicht, von wem er redete. 23 Einer seiner Jünger aber, den Jesus liebte, hatte [bei Tisch] seinen Platz an der Seite Jesu. 24 Diesem winkt nun Simon Petrus, dass er forschen solle, wer es sei, von dem er rede. 25 Da lehnt sich jener an die Brust Jesu und spricht zu ihm: Herr, wer ist“s?
    26 Jesus antwortete: Der ist“s, dem ich den eingetauchten Bissen geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. 27 Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!
    28 Es verstand aber keiner von denen, die zu Tisch saßen, wozu er ihm dies sagte. 29 Denn etliche meinten, weil Judas den Beutel hatte, sage Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest benötigen!, oder er solle den Armen etwas geben. 30 Als nun jener den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.

    31 Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn ! 32 Wenn Gott verherrlicht ist durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst, und er wird ihn sogleich verherrlichen.
    33 Kinder , nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen!, so sage ich es jetzt auch zu euch.

    34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt . 35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
    36 Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete ihm: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber später folgen. 37 Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich lassen! 38 Jesus antwortete ihm: Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast!

    Wir haben uns bereits im vergangenen Jahr ausgiebig mit der Fußwaschung beschäftigt, was sie bedeutet und was wohl die Einzelnen dabei empfunden haben mögen.

    Heute „stolpere“ ich mal wieder über Judas und dass scheinbar niemand kapiert, worüber Jesus redet:
    Jesus sagt „einer von euch wird mich verraten“, es wird über Johannes nachgefragt, wer es ist – und Jesus gibt zur Antwort „der, dem ich den Bissen reiche.“ Dann gibt er Judas den Bissen und fordert ihn auf, das, was er tun will, noch schneller zu tun.

    Warum fragen sich die Jünger, wohin er gehen solle und ob es mit dem Einkauf oder den Armen zu tun hat?

    Hatte Jesus hier nicht ganz deutlich gesagt und gezeigt, dass es Judas ist, der ihn verraten wird?

    Oder hatte er die Antwort so leise gegeben, dass nur Johannes sie verstehen konnte?

    Wie mag er dabei empfunden haben?

    weitere Gedanken zu Johannes 13 finden wir hier

  129. Juleam 20. Mai 2014 um 15:33 Link zum Kommentar

    Johannes 14 – 17

    Johannes 14 – worum geht es hier in dem Kapitel?

    1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. 3 Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.
    4 Wohin ich aber gehe, wisst ihr, und ihr kennt den Weg. 5 Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg kennen? 6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben ; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!
    7 Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen. 8 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns! 9 Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: Zeige uns den Vater?
    10 Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte , die ich zu euch rede, rede ich nicht aus mir selbst; und der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke . 11 Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen!
    12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe .

    13 Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. 14 Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. 15 Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote! 16 Und ich will den Vater bitten , und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.
    18 Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch. 19 Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich; weil ich lebe, sollt auch ihr leben ! 20 An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.
    21 Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

    22 Da spricht Judas – nicht der Ischariot – zu ihm: Herr, wie kommt es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. 24 Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. 25 Dies habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin; 26 der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

    27 Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt , gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!

    28 Ihr habt gehört, dass ich euch sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Wenn ihr mich lieb hättet, so würdet ihr euch freuen, dass ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater ; denn mein Vater ist größer als ich. 29 Und nun habe ich es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschieht.
    30 Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und in mir hat er nichts . 31 Damit aber die Welt erkennt, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater geboten hat: Steht auf und lasst uns von hier fortgehen!

    Worum geht es hier in Kapitel 14?

    Jesus spricht

    • von der Hoffnung
      sie werden mit ihm Wohnung beim Vater nehmen,
    • von der Motivation für die Anbetung
      echte Liebe und Dankbarkeit
    • von sich und dem Vater und dem, was alllgemeinhin als Dreieinigkeit bezeichnet wird

    Wenn man das Kapitel im Zusammenhang liest, erscheint es erst einmal verwirrend und man weiss nicht so recht, wo man die Denkpausen machen sollte. Wird es einfacher, wenn wir eine Übersetzung mit Überschriften wählt?

    weitere Gedanken zu Johannes 14 finden wir hier

  130. Juleam 23. Mai 2014 um 11:36 Link zum Kommentar

    Wir behalten beim Lesen im Sinn, was Jesus zuvor zu ihnen gesagt hatte: er liebt den Vater und deshalb hat er sich selbst, mit seinen eigenen Wünschen aufgegeben, um den Willen des Vaters auszuführen. Dies würde nicht leicht sein, denn seine Zeit ist jetzt gekommen und der Teufel kann es kaum abwarten, ihm „die Ferse zu zerbeißen“ (1. Mose 3:15)

    Johannes 15 – warum auch wir uns Gott ganz hingeben sollten

    1 Ich bin der wahre Weinstock , und mein Vater ist der Weingärtner . 2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg ; jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
    3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt , so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben . Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht ; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
    6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen.
    7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden. 8 Dadurch wird mein Vater verherrlicht , dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.

    9 Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe! 10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. 11 Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.

    12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe. 13 Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was immer ich euch gebiete. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles verkündet habe, was ich von meinem Vater gehört habe.
    16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt , dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt , was auch immer ihr ihn bitten werdet in meinem Namen.

    17 Das gebiete ich euch, dass ihr einander liebt.

    18 Wenn euch die Welt hasst , so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. 19 Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt. 20 Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort [argwöhnisch] achtgehabt , so werden sie auch auf das eure [argwöhnisch] achthaben .
    21 Aber das alles werden sie euch antun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

    22 Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde. 23 Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. 24 Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch sowohl mich als auch meinen Vater; 25 doch [dies geschieht,] damit das Wort erfüllt wird, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Ursache« .

    26 Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben; 27 und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.

    Hatte er vorher davon geredet, dass er sich selbst nicht so wichtig nimmt, sondern in allem dem Vater unterordnet – so fordert er nun seine Jünger zu demselben auf:

    Wenn sie ihn wirklich lieben und wirklich seine Jünger sein wollen, dann tun auch sie das, was dem Vater gefällt.

    Jesus tat es, weil er den Vater liebt und sich der tiefen Liebe des Vaters bewußt ist. Seine Jünger tun es ebenso aus Liebe und Dankbarkeit.

    Jesus sagt ihnen hier, wie sehr sie vom Vater geliebt werden und wie sehr auch er sie liebt. Sie sind nicht nur seine Jünger – was eigentlich „von ihm Lernende“ bedeutet – sondern sie sind sogar seine Freunde!

    Grund genug, diese Liebe zu erwidern und sich aus tiefer Dankbarkeit dem Vater und dem Sohn hinzugeben.

    Dabei sind sie nicht allein, sondern auch der Heilige Geist mischt mit: er wird als Helfer gesandt, der sie erinnern soll, ihnen hilft, alles zu verstehen und in dessen Kraft sie das alles tun können.

    Hier zeigt sich Gott also wieder mal als der „dreieinige Gott“. Sehr schön wird es hier gezeigt, wer Gott ist: der Vater, der über allem steht, der Sohn, der ihm gleich ist, sich aber unterordnet und der Geist, der die Kraft Gottes darstellt, ebenso wie seinerzeit, als er bei der Schöpfung mitgewirkt hat

  131. Juleam 23. Mai 2014 um 11:46 Link zum Kommentar

    Johannes 15:22-27
    Was genau ist Sünde?

    Das ist das Thema des Vortrags, der diesen Sonntag gehalten wird.

    Letzte Woche hatten wir schon die Sache mit der Erbsünde betrachtet: dass wir alle eine sündige Natur haben, da wir von Adam und Eva abstammen, die zuvor beide gesündigt hatten und daher nur noch Unvollkommenheit und Sünde an ihre Nachkommen weitergeben konnten. Dafür können wir nichts, obwohl wir auch unser ganzes Leben dagegen ankämpfen müssen.

    Eine andere Art von Sünde wird hier angesprochen: wenn sich jemand ganz bewußt gegen Gott und sein Wort auflehnt und auch nicht bereit ist, dagegen etwas zu tun – er selbst findet sein Verhalten ganz in Ordnung, er will wie Adam und Eva selbst entscheiden, was Gut und was Böse ist (1. Mose 3:1-5). Davon wird die kommende Ansprache handeln 🙂

    Jesus erklärt dies hier sehr schön, indem er den Unterschied herausstellt und auch damit klar macht, für welche Sünden er eigentlich gestorben ist: wir können sein Loskaufsopfer nur dann für uns anwenden, wenn wir unsere Sünde bereuen und dann auch lassen. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang an die Szene mit der Ehebrecherin, die wir einige Kapitel zuvor gelesen hatten: Jesus vergibt ihr und gibt ihr folgende Anweisung mit auf den Weg: „sündige hinfort nicht mehr“, oder wie es andere übersetzen: höre damit auf (Johannes 8:1-11).

    Wenn wir das getan haben – aufrichtig zu bereuen, was wir gegen Gottes Wort getan haben und es dann auch lassen – dann gibt es keine Sünde, die uns weiterhin vom Vater trennen könnte. Denn Jesus ist genau dafür gestorben.

    Also achten wir das, was Jesus für uns getan hat, nicht als zu gering und benutzen dies nicht als Ausrede, warum wir in unserem schlechten Tun verharren – sondern verstehen wir die tiefe Liebe, aus der heraus er dies für uns getan hat und erweisen wir uns als dankbar!

    weitere Gedanken zu Johannes 15 finden wir hier

  132. Juleam 23. Mai 2014 um 11:57 Link zum Kommentar

    Johannes 16 – es wird nicht leicht werden, aber ER macht ihnen Mut!

    1 Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr keinen Anstoß nehmt. 2 Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen; es kommt sogar die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. 3 Und dies werden sie euch antun, weil sie weder den Vater noch mich kennen. 4 Ich aber habe euch dies gesagt, damit ihr daran denkt, wenn die Stunde kommt, dass ich es euch gesagt habe. Dies aber habe ich euch nicht von Anfang an gesagt, weil ich bei euch war.
    5 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wohin gehst du?, 6 sondern weil ich euch dies gesagt habe, ist euer Herz voll Traurigkeit. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit:
    Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.
    8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; 9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

    12 Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten ; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Er wird mich verherrlichen ; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen . 15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, dass er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird.
    16 Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen , und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen; denn ich gehe zum Vater.

    17 Da sprachen etliche seiner Jünger zueinander: Was bedeutet das, dass er sagt: Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? 18 Deshalb sagten sie: Was bedeutet das, dass er sagt: Noch eine kurze Zeit? Wir wissen nicht, was er redet!
    19 Da erkannte Jesus, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Ihr befragt einander darüber, dass ich gesagt habe: Noch eine kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen, und wiederum eine kurze Zeit, und ihr werdet mich sehen? 20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; und ihr werdet trauern, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
    21 Wenn eine Frau gebiert, so hat sie Traurigkeit , weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, dass ein Mensch in die Welt geboren ist. 22 So habt auch ihr nun Traurigkeit ; ich werde euch aber wiedersehen, und dann wird euer Herz sich freuen , und niemand soll eure Freude von euch nehmen.
    23 Und an jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen . Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was auch immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben ! 24 Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten; bittet , so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird!

    25 Dies habe ich euch in Gleichnissen gesagt; es kommt aber die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. 26 An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; 27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb , weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin. 28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.

    29 Da sagen seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du offen und gebrauchst kein Gleichnis! 30 Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und es nicht nötig hast, dass dich jemand fragt; darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist! 31 Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt ihr? 32 Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist jetzt schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, jeder in das Seine, und mich allein lasst; aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.

    33 Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis ; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden !

    Wow!

    Wir wissen, dass nun seine letzten Stunden gekommen sind. Wir erinnern uns: sie waren zum Passah versammelt und haben das Passah gemeinsam gegessen, Jesus hatte zuvor allen die Füße gewaschen und nach dem Passah schickte er Judas weg und setzte das Abendmahl ein.

    Dann fing er an, ihnen noch einige wichtige Dinge mit auf den Weg zu geben. Er hat ihnen erklärt, wie es sich mit ihm und dem Vater verhält: dass sie gleich sind, aber dennoch der Vater über ihm steht und er selbst sich bereitwillig unterordnet und dass er den Heiligen Geist als Helfer schicken wird.

    Dies zieht sich durch die letzten drei Kapitel. In Anbetracht der Tatsache, dass er weiss, dass er nur noch wenige Stunden hat, muss ihm dieser Punkt sehr wichtig gewesen sein, denn sonst würde er ihn nicht mehrfach wiederholt haben.

    Dann hat er ihnen das neue Gebot gegeben: dass sie einander lieben sollten, so wie er sie geliebt hatte – dass sie bereit sein würden, ihr Leben füreinander hinzugeben, so wie er es für sie tun würde. An dieser Liebe wären seine wahren Freunde zu erkennen.

    Hier weist er sie darauf hin, dass dies nicht einfach werden würde. Sicherlich hatte er dabei im Hinterkopf, dass er selbst dem Vater gesagt hatte, dass er lieber nicht so schmachvoll sterben würde. Dabei ist er der einziggezeugte Sohn, der sich sicherlich auch darauf freut, den Vater wieder von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Dennoch beunruhigte ihn, was nun auf ihn zukommt.

    Dadurch ist es ganz klar für ihn, dass auch seine Freunde nicht unbedingt leiden wollen. Im Gegensatz zu ihm waren sie niemals beim Vater. Sie wissen nicht, wie schön es ist, IHM ganz nahe zu sein. Sie wissen nicht, wie das Leben im Himmel aussieht und sicherlich haben sie neben der Freude auch etwas Angst vor Veränderung. Zudem hängen wir Menschen ganz besonders an unserem Leben, der Tod macht uns Angst.

    Jesus weiss all dies und er macht ihnen Mut!

    Wie sehr muss es sie doch schockieren, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass diejenigen ihnen nach dem Leben trachten werden, die wie sie Gott anbeten wollen – ihre eigenen Brüder, vielleicht sogar die engere Familie wie Frau und Kinder?

    Sie haben die Diskussion zwischen Jesus und den Schriftgelehrten und Pharisäern mitbekommen. Gehört, wie er ihnen gesagt hat, dass sie eine schlimme Sünde begehen und sich dadurch von Gott selbst entfremden.

    Dies hier ist die Fortsetzung nach dem Disput. Sie werden ihn töten, weil sie ihn hassen und sie werden sich damit von Gott entfernen. Ebenso wird man sie verfolgen und töten, in dem Wahn, dass sie es im Namen Jehovas tun würden. Was für ein Widersinn!

    Eigentlich sollte es uns vor diesem Hintergrund nicht verwundern, dass sich die Jünger zerstreuen, als Jesus festgenommen wird – denn sie haben ja diese seine Worte noch lebhaft im Ohr. Wundert es uns da, dass sie Angst haben?

    weiere Gedanken zu Johannes 16 finden wir hier

  133. Juleam 28. Mai 2014 um 11:13 Link zum Kommentar

    Johannes 17 – Einigkeit ist wichtig!

    1 Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche 2 – gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast.
    3 Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott , und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
    4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet , das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll. 5 Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.
    6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbar gemacht, die du mir aus der Welt gegeben hast; sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt . 7 Nun erkennen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt; 8 denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und haben wahrhaft erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und glauben, dass du mich gesandt hast.

    9 Ich bitte für sie ; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, weil sie dein sind. 10 Und alles , was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht . 11 Und ich bin nicht mehr in der Welt; diese aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater , bewahre sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, gleichwie wir!
    12 Als ich bei ihnen in der Welt war, bewahrte ich sie in deinem Namen ; die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verlorengegangen als nur der Sohn des Verderbens , damit die Schrift erfüllt würde.

    13 Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben. 14 Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
    15 Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst , sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. 16 Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.
    17 Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. 18 Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt. 19 Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.
    20 Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater , in mir und ich in dir; auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

    22 Und ich habe die Herrlichkeit , die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleichwie wir eins sind, 23 ich in ihnen und du in mir , damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst , gleichwie du mich liebst.

    24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien , die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt. 25 Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht; ich aber erkenne dich, und diese erkennen, dass du mich gesandt hast.

    26 Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst , in ihnen sei und ich in ihnen.

    Wieder mal die Sache mit der Einigkeit zwischen Vater und Sohn.

    Wenn wir hier den Begriff „Drei-Einigkeit“ einsetzen, wie sie die Bibel beschreibt zwischen Vater Sohn und Geist, und dann das, was darunter zu verstehen ist, auf die Einigkeit unter den Christen übertragen – dann haben wir viel nachzudenken:

    Denn dann dürfte es keinerlei Streitigkeiten unter Christen geben – weder in der Ehe, der Familie, noch in der Gemeinde! Denn so etwas wäre sicherlich unvorstellbar, dass Jesus und Jehova sich anzicken oder Spielchen spielen.

    Dann würde niemand auf die Idee kommen, gegeneinander aufzurechnen, wer wann was gemacht hat und ob man selbst den ersten Schritt machen müsse

    Dann gäbe es keinerlei Egoismus und keine Egozenteriker mehr – denn unser aller Leben würde sich um Jehova und seinen großen Plan drehen.

    Dann ginge es nicht mehr vorrangig darum, dass wir glücklich sind und unsere Bedürfnisse befriedigt sind – sondern darum, dass wir so gut es uns möglich ist, selbst am großen Plan mitwirken.

    Dann wären wir wie Jesus mit dem Platz völlig zufrieden, den Jehova uns zugewiesen hat und wir würden nicht neidisch auf Vorrechte anderer schielen. Wir würden unsere von Gott bestimmte Rolle nach besten Kräften ausführen und es würde uns glücklich machen.

    Wie bei der „Dreieinigkeit“ Gottes haben auch wir den Heiligen Geist. Auch für uns wirkt er – indem er uns hilft, die Frucht des Geistes hervorzubringen (Galater 5).

    Wir sollten über diese Einigkeit zwischen uns und Gott und Jesus und dem Heiligen Geist mal in aller Ruhe nachdenken. Wie betrifft es mich und mein Leben?

    weitere Gedanken zu Johannes 17 finden wir hier

  134. Juleam 28. Mai 2014 um 11:18 Link zum Kommentar

    Johannes 18 – 21

    Johannes 18 – eine merkwürdige Reaktion

    1 Als Jesus dies gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Winterbach. Kidron ; dort war ein Garten, in den Jesus und seine Jünger eintraten. 2 Aber auch Judas, der ihn verriet, kannte den Ort; denn Jesus versammelte sich oft dort mit seinen Jüngern.
    3 Nachdem nun Judas die Truppe und von den obersten Priestern und Pharisäern Diener bekommen hatte, kam er dorthin mit Fackeln und Lampen und mit Waffen. 4 Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kommen sollte, ging hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? 5 Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazarener ! Jesus spricht zu ihnen: Ich bin’s! Es stand aber auch Judas bei ihnen, der ihn verriet. 6 Als er nun zu ihnen sprach: Ich bin’s!, wichen sie alle zurück und fielen zu Boden. 7 Nun fragte er sie wiederum: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus, den Nazarener! 8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr nun mich sucht, so lasst diese gehen! 9 – damit das Wort erfüllt würde, das er gesagt hatte: Ich habe keinen verloren von denen, die du mir gegeben hast.

    10 Da nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zog er es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Name des Knechtes aber war Malchus. 11 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?

    12 Die Truppe nun und ihr Befehlshaber und die Diener der Juden ergriffen Jesus und banden ihn, 13 und sie führten ihn zuerst ab zu Hannas ; denn er war der Schwiegervater des Kajaphas, welcher in jenem Jahr Hoherpriester war. 14 Das war der Kajaphas, der den Juden geraten hatte, es sei besser, dass ein Mensch für das Volk umkomme.

    15 Simon Petrus aber folgte Jesus nach, und der andere Jünger. Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters. 16 Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger hinaus, der mit dem Hohenpriester bekannt war, und redete mit der Türhüterin und führte Petrus hinein.

    17 Da spricht die Magd, die die Tür hütete, zu Petrus: Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Petrus spricht: Ich bin“s nicht! 18 Es standen aber die Knechte und Diener um ein Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten – denn es war kalt -, und wärmten sich; Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich.

    19 Der Hohepriester nun befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre . 20 Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zu der Welt geredet; ich habe stets in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo die Juden immer zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet. 21 Was fragst du mich? Frage die, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese wissen, was ich gesagt habe!
    22 Als er aber dies sagte, schlug einer der Diener, die dabeistanden, Jesus ins Gesicht und sprach: Antwortest du so dem Hohenpriester? 23 Jesus erwiderte ihm: Habe ich unrecht geredet, so beweise, was daran unrecht war; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? 24 Hannas hatte ihn nämlich gebunden zum Hohenpriester Kajaphas gesandt.

    25 Simon Petrus aber stand da und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist nicht auch du einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin“s nicht! 26 Da sagte einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? 27 Da leugnete Petrus nochmals, und sogleich krähte der Hahn.

    28 Sie führten nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium . Es war aber noch früh. Und sie selbst betraten das Prätorium nicht, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen könnten.
    29 Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: Was für eine Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen? 30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre er kein Übeltäter, so hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert! 31 Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz! Die Juden nun sprachen zu ihm: Wir dürfen niemand töten! 32 – damit Jesu Wort erfüllt würde, das er sagte, als er andeutete, durch welchen Tod er sterben sollte.

    33 Nun ging Pilatus wieder ins Prätorium hinein und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden? 34 Jesus antwortete ihm: Redest du das von dir selbst aus, oder haben es dir andere von mir gesagt? 35 Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die obersten Priester haben dich mir ausgeliefert! Was hast du getan?
    36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.
    37 Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König ? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. 38 Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit?

    Und nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm! 39 Ihr habt aber eine Gewohnheit, dass ich euch am Passahfest einen freigebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freigebe? 40 Da schrien sie wieder alle und sprachen: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Mörder.

    Schon komisch die Reaktion von Pilatus:

    Die Juden bringen ihm Jesus, damit er ihn verurteile und er kommt nach dem Verhör raus und fragt, ob er ihn begnadigen solle…

    Wie kommt er darauf, dass sie so schnell ihre Meinung ändern würden?

    Zeigte nicht allein die Tatsache, dass sie zu ihm kommen – wo sie ihn doch als unrein betrachten, weshalb sie nicht selbst ins Haus kommen – dass es eine ernste Angelegenheit für sie ist?

  135. Juleam 28. Mai 2014 um 11:22 Link zum Kommentar

    Johannes 18:1-14
    Welche Rolle spielt Judas dabei?

    Hier in Vers 5 wird gesagt, dass er „mitten unter den Soldaten“ stand. Das sieht nicht wirklich nach einem „Anführer“ aus.

    Aber seine Rolle war es ja, dem Ort zu verraten, an dem Jesus sich ganz bestimmt ohne Volksmengen aufhalten würde. Diesen Ort hatte er bereits beim Aufbruch des Trupps verraten. Aber warum ging er mit?

    Jesus war zwar recht bekannt, ganz bestimmt auch bei seinen Feinden. Aber er fiel eher durch seine Art und Weise auf, nicht so sehr durch sein Äußeres. In einer seiner Ansprachen sagt Arnold Fruchtenbaum, dass wir uns die Szene deutlich vor unserem inneren Auge vorstellen sollen:

    Es ist später Abend, es ist schon fast dunkel und man kann nicht wirklich viel erkennen. Sie kommen auf den Berg und sehen in dem Garten eine Gruppe von Männern, die alle etwa das gleiche Alter hatten, alle trugen einen Vollbart und ein langes Gewand. Da Jesus sicherlich keine Mode mitmachte, hatte er sicherlich ein einfaches, schlichtes und praktisches Gewand an. Seine Jünger waren so etwas wie seine Fans und wir wissen, dass ein richtiger Fan sich seinem Idol anpasst, soweit es ihm möglich ist: er kleidet sich wie er, bewegt sich wie er, redet wie er usw.

    Woran also sollten die Truppen der Pharisäer und Priester und die Soldaten ihn da im Dunkeln erkennen?

    Aber sie hatten ja Judas dabei ;-(

    Interessant finde ich hier auch die Formulierung. In den anderen Evangelien wird er als der Frontman beschrieben, derjenige, der direkt voran geht und sie direkt zu Jesus führt und diesen mit einem Kuss verrät. Hier steht er nur mitten unter den Soldaten.

    Warum dieser Unterschied?

    Schreibt Johannes dies so, weil er Judas bereits vergeben hat und weil er selbst sein Evangelium deutlich später aufgeschrieben hat als die anderen und dadurch geistig reifer war?

    Oder will er dem Verräter nicht zu viel Platz einräumen, ihn nicht als so wichtig hinstellen?

  136. Juleam 28. Mai 2014 um 11:25 Link zum Kommentar

    Johannes 18:15-18, 25-27
    für Petrus wird seine impulsive Art zum Prüfstein

    Petrus ist ein sehr spontaner Mann, der sich viel von seinen Emotionen leiten lässt. Er eifert so sehr für Jesus und das, was dieser sagt und tut, dass er sich selbst damit „in Teufels Küche“ bringt.

    Als die Soldaten kommen und Jesus festnehmen wollen, ist er derjenige, der seinen Herrn beschützen will. Er greift zum Schwert, um Jesus wieder frei zu bekommen. Dabei verletzt er einen der Soldaten schwer (Vers 10).

    Später ist er der erste, der Jesus folgt. Er will ihn nicht allein lassen, während die meisten anderen fliehen. Zwar kann er nicht wirklich helfen, aber oftmals tut es gut zu sehen, dass wir nicht allein sind und dass unsere Freunde zu uns halten. Diesen Freundschaftsdienst tut Petrus für Jesus. Er hält sich in der Nähe auf.

    Das Verhör beginnt und Petrus wärmt sich am Feuer. Wahrscheinlich kann Petrus nicht hören, was beim Hohenpriester gesprochen wird, aber er spürt die feindselige Stimmung im Hof und hört dort, wie die Leute über das reden, was hier passiert.

    Nun kippt bei ihn die Stimmung und er bekommt Angst. In dieser Situation wird er darauf angesprochen, dass er ein Freund von Jesus sei und er leugnet es. Wahrscheinlich hat er Angst, dass er sonst ebenso behandelt wird, wie sein Herr. Hatte dieser nicht auch was davon erzählt, dass er grausam behandelt werden würde und sterben müsse?

    Mehrfach wird er darauf angesprochen und jedesmal leugnet er es. Beim dritten mal kräht ein Hahn – so, wie Jesus es ihm vorausgesagt hatte. Er schämt sich in Grund und Boden.

    Interessant, dass hier nicht nur das Krähen die Scham auslöst, sondern sicherlich noch zuvor das, was der Mann zu ihm sagt: „bist du nicht der, der meinem Verwandten das Ohr abgehauen hat?“

    Er erinnert ihn daran, dass er nur wenige Stunden zuvor bereit gewesen war, seinen Freund mit seinem eigenen Leben zu verteidigen. Und nun? Nun leugnet er sogar, ihn zu kennen.

    Ich kann mir vorstellen, dass beides bei Petrus zusammen kommt: die Scham seines eigenen Versagens und das Krähen des Hahns, dass eigentlich nicht mehr unbedingt nötig gewesen wäre. Es zeigt ihm lediglich, dass Jesus ihn wirklich sehr gut kannte und wußte, was passieren würde. Es war eher eine Bestätigung

  137. Juleam 28. Mai 2014 um 11:29 Link zum Kommentar

    Johannes 18:15-27
    Die Art, wie das Geschehen aufgezeichnet wurde

    Jeder Evangelist hatte seine eigene Vorgehensweise bei der Aufzeichnung der Evangelien. Lukas war derjenige, der das Ganze chronologisch sortierte. Johannes hatte andere Dinge, die ihm dabei wichtig waren – er konzentrierte sich ganz auf die Liebe, die Jehova und Jesus für uns empfinden und gezeigt hatten.

    Daher finde ich – nachdem ich das Kapitel noch mal als mp3 gehört habe – es interessant, dass nicht zuerst die Geschichte mit dem Verhör komplett erzählt wird und dann die von Petrus im Hof oder umgekehrt.

    Könnte der Grund hierfür sein, dass Petrus – vielleicht durch ein offenes Fenster – alles mitbekommt, was mit Jesus passiert? Alles was gesagt wird, wie er behandelt wird und wie Jesus darauf reagiert?

    Das würde auch erklären, warum er jetzt sogar mehrfach leugnet, den Mann zu kennen, von dem er überzeugt ist, dass dies der Messias ist – wohingegen er noch vor wenigen Stunden bereit war, mit seinem Leben für ihn einzutreten

    weitere Gedanken zu Johannes 18 finden wir hier

  138. Juleam 28. Mai 2014 um 11:36 Link zum Kommentar

    Johannes 19 – hier schlagen bei allen die Emotionen hohe Wellen!

    Behalten wir bitte beim Lesen im Sinn, was wir zum Schluß im vorherigen Kapitel gelesen hatten:

    Die Priester haben Jesus zu Pilatus gebracht, um ein Todesurteil über ihn zu erwirken und nachdem dieser ihn verhört hat, bietet er ihnen an, Jesus zu begnadigen. Also das Gegenteil von dem, weshalb sie zu ihm gekommen waren. Nun geht es also weiter:

    1 Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. 2 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm einen Purpurmantel um 3 und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden!, und schlugen ihn ins Gesicht.
    4 Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn zu euch heraus, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde! 5 Nun kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und den Purpurmantel. Und er spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch! 6 Als ihn nun die obersten Priester und die Diener sahen, schrien sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn!
    Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn! Denn ich finde keine Schuld an ihm.

    7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat! 8 Als Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, 9 und er ging wieder in das Prätorium hinein und sprach zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. 10 Da spricht Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Vollmacht habe, dich zu kreuzigen, und Vollmacht habe, dich freizulassen? 11 Jesus antwortete: Du hättest gar keine Vollmacht über mich, wenn sie dir nicht von oben her gegeben wäre; darum hat der, welcher mich dir ausliefert , größere Schuld !

    12 Von da an suchte Pilatus ihn freizugeben. Aber die Juden schrien und sprachen: Wenn du diesen freilässt, so bist du kein Freund des Kaisers; denn wer sich selbst zum König macht, der stellt sich gegen den Kaiser! 13 Als nun Pilatus dieses Wort hörte , führte er Jesus hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl, an der Stätte, die Steinpflaster genannt wird, auf Hebräisch aber Gabbatha. 14 Es war aber Rüsttag für das Passah, und zwar um die sechste Stunde . Und er sprach zu den Juden: Seht, das ist euer König! 15 Sie aber schrien: Fort, fort mit ihm! Kreuzige ihn!
    Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die obersten Priester antworteten: Wir haben keinen König als nur den Kaiser! 16 Da übergab er ihnen [Jesus], damit er gekreuzigt werde. Sie nahmen aber Jesus und führten ihn weg.

    17 Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgatha heißt. 18 Dort kreuzigten sie ihn, und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte .

    19 Pilatus aber schrieb eine Überschrift und heftete sie an das Kreuz; und es stand geschrieben: »Jesus, der Nazarener, der König der Juden«. 20 Diese Überschrift nun lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt, und es war in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache geschrieben.
    21 Da sprachen die obersten Priester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern dass jener gesagt hat: Ich bin König der Juden! 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben!

    23 Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben . 24 Da sprachen sie zueinander: Lasst uns das nicht zertrennen, sondern darum losen, wem es gehören soll! – damit die Schrift erfüllt würde, die spricht: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen« . Dies nun taten die Kriegsknechte.

    25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas , und Maria Magdalena . 26 Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! 27 Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

    28 Nach diesem, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet ! 29 Es stand nun ein Gefäß voll Essig da; sie aber tränkten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund. 30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht ! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.

    31 Weil es Rüsttag war – jener Sabbat war nämlich ein hoher Festtag -, baten die Juden nun Pilatus, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuz blieben , dass ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden. 32 Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, ebenso dem anderen, der mit ihm gekreuzigt worden war. 33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, 34 sondern einer der Kriegsknechte stach mit einem Speer in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.

    35 Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit ihr glaubt . 36 Denn dies ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: »Kein Knochen soll ihm zerbrochen werden« . 37 Und wiederum sagt eine andere Schrift: »Sie werden den ansehen, welchen sie durchstochen haben« .

    38 Danach bat Joseph von Arimathia – der ein Jünger Jesu war, jedoch heimlich, aus Furcht vor den Juden – den Pilatus, dass er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leib Jesu herab.
    39 Es kam aber auch Nikodemus , der zuvor bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa 100 Pfund. 40 Sie nahmen nun den Leib Jesu und banden ihn samt den wohlriechenden Gewürzen in leinene Tücher, wie die Juden zu begraben pflegen.

    41 Es war aber ein Garten an dem Ort, wo Jesus gekreuzigt worden war, und in dem Garten ein neues Grab, in das noch niemand gelegt worden war. 42 Dorthin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttages der Juden, weil das Grab nahe war.

    Ein Kapitel voller Emotionen. Jeder Einzelne von ihnen wird von seinen Emotionen überrollt:

    • Die Priester und das Volk sind voller Hass. Sie sind für keinerlei Argumente zugänglich – sie wollen ihn um jeden Preis tot sehen
    • Pilatus ist verunsichert. Er findet keine Schuld an diesem Mann und sucht, dessen Tod zu verhindern. Aber es gelingt ihm nicht. Außerdem fühlt er sich wohl veräppelt (s.u.)
    • Die Soldaten baden sich in Machtspielchen – sie erniedrigen Jesus, wo sie können. Später versuchen sie Gewinn aus der Situation zu schlagen (siehe die Sache mit seinen Kleidern).
    • Die Führer der Juden sind sauer. Obwohl sie das gewünschte Todesurteil erwirken können und es am selben Tag vollstreckt wird, können sie Pilatus nicht manipulieren, was das Schild über Jesu Kopf angeht.
    • Die Jünger von Jesus und seine Mutter sind voller Trauer und Schmerz, denn sie müssen den Tod ihres geliebten Sohn und Meisters beobachten und können nichts tun, als ihm zu zeigen, dass sie ihn nicht in der Stunde seines Todes allein lassen.
    • Jesus leidet Höllenqualen, da er am Kreuz oder Pfahl hängt, aber er freut sich sicherlich auch darüber, dass er mit seinem Tod so viel Gutes für uns Menschen tun kann und dass er bald wieder ganz nah beim Vater ist.
    • Zwei Männer sind zutiefst beschämt. Einer von ihnen ist Nikodemus und beide haben sich nicht zu Jesus bekannt, sondern waren nur mal kurz heimlich da. Nun bereuen sie das sicherlich, denn es wird keine Gelegenheit mehr geben.
    • Seine Jünger sind verunsichert, denn sie hatten gehofft, dass jetzt und hier sein Reich aufrichtet, nun ist er tot. Auf dem Weg nach Emmaus fassen sie ihre Enttäuschung in Worte.

    Welche Emotionen kommen bei uns beim Lesen dieses Kapitels hoch?

  139. Juleam 28. Mai 2014 um 11:42 Link zum Kommentar

    Pilatus ist sauer, weil er merkt, dass sie ihn manipuliert haben

    Sie kommen zu ihm, wollen, dass er einen Mann zum Tode verurteilt, den er selbst für unschuldig hält. Aber sie können nicht in sein Haus kommen, weil sie sich sonst verunreinigen. Ja, ja, ihre religiösen Vorschriften…

    Was wollen sie eigentlich von ihm? Was soll denn die Anklage sein? Weshalb soll er den Mann eigentlich dem Tode überliefern?

    Ach ja, ihre Religion. Er hat etwas getan, was gegen die Regeln ihrer Religion geht.

    Aber warum machen sie es dann nicht selbst, wenn es eine religiöse Angelegenheit ist? Was hat er als weltlicher Verwalter und Richter damit zu tun?

    Nun fangen sie an, ihn unter Druck zu setzen: „wenn du nicht tust, was wir wollen, dann schwärzen wir dich beim Cäsar an“

    Pilatus gibt dem Druck nach, denn warum sollte er seine politische Karriere einem Mann opfern, mit dem er eigentlich nichts zu tun hat?

    Aber er ist stinksauer. Es fühlt sich eben nicht sonderlich gut an, manipuliert worden zu sein.

    Vielleicht macht er aus genau diesem Grunde das Schild über Jesu Kopf, denn es wird nichts davon gesagt, dass die anderen beiden Verbrecher auch eins bekommen hätten.

    Hatten die Juden ihn zuvor ausgetrickst, so kann er das auch. Er schreibt genau das auf das Schild, was er über Jesus denkt und was die Juden so aufgebracht hat.

    Nun sind sie sauer und verlangen, dass die Inschrift geändert wird. Aber nicht mit ihm! Was er geschrieben hat, hat er geschrieben – ebenso wie sie ihn gezwungen hatten, etwas zu tun, von dem er nicht überzeugt war.

    Ob diese Botschaft bei den Juden angekommen war? Aber hätte es etwas geändert?

    Hat die Angelegenheit etwas bei Pilatus geändert?

    Sicherlich war jede Menge Wut da und Scham, dass er sich so hat manipulieren lassen. Aber hat er sich vielleicht im Nachhinein mit diesem Mann beschäftigt und vielleicht sogar an ihn geglaubt?

    Wird davon irgendetwas erwähnt?

    weitere Gedanken zu Johannes 19 finden wir hier

  140. Juleam 28. Mai 2014 um 11:49 Link zum Kommentar

    Johannes 20 – warum ausgerechnet das Evangelium des Johannes benutzt wird, um den Menschen Jesus näher zu bringen

    1 Am ersten Tag der Woche aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein von dem Grab hinweggenommen war. 2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 3 Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben sich zu dem Grab. 4 Die beiden liefen aber miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab, 5 und er beugte sich hinein und sah die leinenen Tücher daliegen, ging jedoch nicht hinein. 6 Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in das Grab hinein und sieht die Tücher daliegen 7 und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort. 8 Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, und er sah und glaubte.
    9 Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er aus den Toten auferstehen müsse. 10 Nun gingen die Jünger wieder heim.

    11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Wie sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab, 12 und sie sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen beim Haupt, den anderen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und diese sprechen zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben! 14 Und als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen und wusste nicht, dass es Jesus war. 15 Jesus spricht zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen! 16 Jesus spricht zu ihr: Maria ! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni ! (das heißt: »Meister«). 17 Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.

    18 Da kommt Maria Magdalena und verkündet den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er dies zu ihr gesprochen habe. 19 Als es nun an jenem Tag, dem ersten der Woche, Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, da kam Jesus und trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh , als sie den Herrn sahen.

    21 Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist ! 23 Welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

    24 Thomas aber, einer von den Zwölfen, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten ihm die anderen Jünger: Wir haben den Herrn gesehen ! Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht an seinen Händen das Nägelmal sehe und meinen Finger in das Nägelmal lege und meine Hand in seine Seite lege, so werde ich es niemals glauben !
    26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger wiederum drinnen, und Thomas war bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt in ihre Mitte und spricht: Friede sei mit euch! 27 Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Und Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
    29 Jesus spricht zu ihm: Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben!

    30 Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. 31 Diese aber sind geschrieben , damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus , der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen .

    Der letzte Vers erklärt, warum ausgerechnet das Evangelium des Johannes benutzt wird, um den Menschen Jesus näher zu bringen.

    Erinnern wir uns noch an den Besuch des Teams aus Ohio, das uns letztes Jahr beim Outreach (Predigen) unterstützt hatte? Wir haben den Leuten einen Bibelkurs angeboten, der „Die 7 Zeichen des Johannes“ hieß und in dem wir 7 Wochen lang jede Woche ein herausragendes Wunder Jesu mit den Leuten besprochen haben. Mir hat der Kurs ebenso viel Freude gemacht, wie der jungen Frau, der ich damit helfen konnte.

    Wie wir bereits erwähnt hatten, hat jeder Evangelist einen anderen Schwerpunkt im Sinn und bei Johannes ist es zum einen die Liebe Jesu und Jehovas und – wie wir hier lesen – den Menschen zu beweisen, dass Jesus wirklich der Messias ist.

    Vielleicht auch der Grund, warum man bei VdHS neben vielen Traktaten, Broschüren, Büchern und anderen Hilfsmitteln ausgerechnet das Johannesevangelium als kleine Ausgabe für die Brusttasche bekommt 🙂

  141. Juleam 28. Mai 2014 um 11:52 Link zum Kommentar

    Johannes 20:1-9
    Petrus und Johannes und ihre unterschiedliche Reaktion am leeren Grab

    Beide rennen so schnell sie können zum Grab, als sie hören, dass es leer ist. Johannes kommt zuerst an, guckt kurz rein und belässt es dabei. Petrus hingegen geht ganz rein und schaut sich ganz genau um.

    Beide sehen das Gleiche: das Grab ist leer, Jesus ist weg.

    Was aber bedeutet der letzte Satz?: „er sah und glaubte, denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er aus den Toten auferstehen müsse“ (Vers 8-9)

    Was genau glaubten sie denn, wenn sie das mit der Auferstehung noch nicht begriffen?

    Auf der anderen Seite blieben sie im Gegensatz zu den beiden Jüngern, die nach Emmaus gingen, in der Stadt und versammelten sich auch weiterhin mit denjenigen, die an Jesus glaubten.

  142. Juleam 28. Mai 2014 um 11:54 Link zum Kommentar

    Johannes 20:11-17
    Warum bekommen die Frauen eine Erklärung – ganz im Gegensatz zu Johannes und Petrus?

    Als Johannes und Petrus ins Grab sehen, ist es „nur“ leer. Als die Frauen das Selbe tun, sehen sie 2 Engel, die ihnen erklären, warum dies so ist. Sie bekommen von Boten Gottes die Zusicherung: Jesus ist von den Toten auferstanden!

    Warum war das bei den Männern nicht so?

    Hatte Jesus ganz gezielt die Frauen auserwählt, die Auferstehung zu verkünden?

    Warum? Kann es sein, dass er damit noch einmal klar machen will,dass Frauen in Gottes Plan keine niedere Stellung haben?

    Dass sie sich zwar den Männern unterordnen sollen, so wie sich Jesus dem Vater unterordnet – aber keineswegs weniger wert sind?

    Später greift Paulus den Gedanken auf, wenn er in Epheser 5 und an anderen Stellen über die Unterordnung der Frau spricht

  143. Juleam 28. Mai 2014 um 12:24 Link zum Kommentar

    Johannes 20:14-28
    Mit was für einem Leib ist Jesus auferstanden?

    Nachdem Jesus als Mensch mit einem Leib aus Fleisch gestorben ist, muss der Leib, mit dem er auferstanden ist, eigentlich ebenfalls einer aus Fleisch sein. Denn er ist ja als Mensch auferstanden und erst nach einigen Tagen in den Himmel aufgefahren.

    Warum erkennt Maria ihn dann nicht sofort, als sie ihn in der Nähe des leeren Grabes stehen sieht und hält ihn für den Gärtner? (Vers 14)
    Warum sagt Jesus zu ihr, sie solle ihn nicht anrühren, denn er sei noch nicht in den Himmel aufgefahren?

    Auf der anderen Seite hat er ungesehen Zutritt zu dem Raum, wo sich seine Jünger treffen, von dem aber gesagt wird, dass sie ihn aus Furcht vor den Juden verschlossen (Vers 19 und 26). Wie ist dies mit einem Leib aus Fleisch möglich? Wie konnte er durch Türen oder Wände gehen? Ist dies etwa ein ähnliches Phänomen wie die Sache, wo er auf dem Wasser geht, was ja eigentlich auch unmöglich ist?

    Zu Maria sagt er, sie solle ihn nicht anrühren und da er scheinbar durch Wände gehen kann, könnte man annehmen, er habe einen Leib wie die Engel, die sich materialisieren können, wenn es nötig ist.

    Auf der anderen Seite fordert er Thomas auf, seine Wunden zu berühren. Selbst, wenn dieser das nicht getan haben sollte, so bleibt doch die Tatsache, dass er ihn bei der Hand fasst, als er ihn dazu auffordert. (Vers 27)

    Naja, wenn wir es genau nehmen, hatte der Engel, der Lot und seine Familie aus Sodom heraus führte, ihn auch bei der Hand gepackt, als diese noch zögerten

    hier findet ihr einigen ergänzenden Stoff zu dieser Frage

    weitere Gedanken zu Johannes 20 finden wir hier

  144. Juleam 2. Juni 2014 um 10:09 Link zum Kommentar

    Johannes 21 – warum streift Petrus erst mal sein Obergewand über, bevor er ins Wasser springt?

    1 Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum am See von Tiberias . Er offenbarte sich aber so: 2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern.
    3 Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und stiegen sogleich in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts .
    4 Als es aber schon Morgen geworden war, stand Jesus am Ufer; doch wussten die Jünger nicht, dass es Jesus war. 5 Da spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein! 6 Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr finden! Da warfen sie es aus und konnten es nicht mehr einziehen wegen der Menge der Fische.
    7 Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus: Es ist der Herr ! Als nun Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er das Obergewand um sich, denn er war nur im Untergewand , und warf sich in den See.
    8 Die anderen Jünger aber kamen mit dem Schiff (denn sie waren nicht fern vom Land, sondern etwa 200 Ellen weit) und zogen das Netz mit den Fischen nach. 9 Wie sie nun ans Land gestiegen waren, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und einen Fisch darauf liegen und Brot. 10 Jesus spricht zu ihnen: Bringt her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! 11 Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf das Land, voll großer Fische, 153; und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht.

    12 Jesus spricht zu ihnen: Kommt zum Frühstück! Aber keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten , dass es der Herr war. 13 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso den Fisch. 14 Das war schon das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte, nachdem er aus den Toten auferweckt war.

    15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Wiederum spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe! 17 Und das dritte Mal fragt er ihn: Simon, Sohn des Jonas, hast du mich lieb? Da wurde Petrus traurig , dass er ihn das dritte Mal fragte: Hast du mich lieb?, und er sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge; du weißt , dass ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe!

    18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst , wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst. 19 Dies aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!
    20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist“s, der dich verrät? 21 Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was ist aber mit diesem? 22 Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! 23 Daher kam nun dieses Wort auf unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht! Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt, er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? 24 Das ist der Jünger, der von diesen Dingen Zeugnis ablegt und dies geschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.

    25 Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; und wenn sie eines nach dem anderen beschrieben würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären. Amen.

    Jesus erscheint seinen Jüngern ein weiteres Mal und wieder erkennen sie ihn nicht auf Anhieb. Aber dies kann auch daran liegen, dass sie weit vom Ufer entfernt sind und ihn daher überhaupt nicht erkennen können.

    Aber warum folgen sie dann seiner Anweisung sofort, wenn sie nicht wissen, dass ER es ist, der sie gibt?

    Und warum streift Petrus erst mal sein Obergewand über, bevor er ins Wasser springt?

    Wäre es nicht sinnvoller, dies im Boot zu lassen und nur mit dem Unterkleid zu schwimmen? Dann könnte er am Ufer das nasse gegen sein trockenes Obergewand wechseln, wenn die anderen mit dem Boot nachkommen.

    Oder ist es heiß genug, dass es eh schnell trocknen würde?

    Oder bedeutet das „er sprang ins Wasser“ nicht das, was wir uns darunter vorstellen, wenn heute jemand im Schwimmbad ins Wasser springt? Vielleicht sind sie doch näher am Ufer, als wir denken und er ist nur mit den Waden im Wasser und das Gewand wird überhaupt nicht wirklich nass…

  145. Juleam 2. Juni 2014 um 10:18 Link zum Kommentar

    Johannes 21:15-18
    Welche sind „diese“, von denen Jesus hier spricht?

    In der Schlachter 2000, die wir seit Anfang letzten Jahres lesen, steht hier lediglich ‚diese‚ und es scheint mehrere Deutungen zu geben, worum es sich dabei handelt.

    Als Zeugen Jehovas haben wir gelernt, dass es nicht um die anderen anwesenden Jünger geht, sondern um die Fische und um die Arbeit als Fischer. Jesus will von Petrus wissen, wie wichtig ihm seine Arbeit als Fischer ist und sagt ihm, er solle diese aufgeben, um Jesu Schafe zu weiden. Soweit das Verständnis der ZJ zu dieser Passage.

    Neben dem Lesen in der Schlachter höre ich mir abends vor dem Einschlafen das jeweilige Bibelkapitel an, mit dem ich mich gerade beschäftige und wie ihr gesehen habt, ist dies die Neue Genfer Übersetzung (ihr findet die Hördateien immer jeweils am Anfang des Kapitels im Bibelblog). Hier wird es anders formuliert, denn gemäß dieser Übersetzung fragt Jesus Petrus: „liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?“. Dies ist also ein komplett anderer Sinn.

    Warum dieser Widerspruch? Kann denn beides richtig sein? Was sagen die anderen Übersetzungen dazu?

    Die Hoffnung für Alle, die Luther, und die Albrecht, die Neues Leben, sowie die Neue Bibel Heute, die Gute Nachricht und die neue evangelistische Übersetzung sehen die Frage ebenso wie die Neue Genfer.

    Die Elberfelder übersetzt es ebenso wie die Neue Welt Übersetzung mit neutralem „diese“. Aber das ist nicht sonderlich überraschend, da Zeugen Jehovas diese Übersetzung viele Jahre genutzt hatten, bevor sie sich selbst an eine Übersetzung gemacht haben ;-). Aber diese beiden sind nicht die Einzigen, denn die Einheitsübersetzung, die die katholische Kirche nutzt, schreibt ebenfalls nur „diese“.

    Zahlenmäßig sind diejenigen in der Überzahl, die meinen, dass Jesus wissen wollte, ob Petrus ihn mehr liebe, als es diie anderen Jünger tun. Aber dies muss nicht unbedingt richtig sein. Vielleicht haben sich die Elberfelder und die Einheitsübersetzung neutral ausgedrückt, weil es mehrere Deutungen geben kann und sie sich nicht festlegen wollten. Wobei das Übersetzerteam der ZJ sich ja ebenfalls neutral ausgedrückt haben.

    Was sagen denn einige neutrale Kommentatoren wie Darby usw dazu?

  146. Juleam 2. Juni 2014 um 10:22 Link zum Kommentar

    Jetzt wird es echt interessant, denn gerade noch hatte ich mich gefragt, ob es wirklich wichtig ist, ob Jesus mit „diese“ meinte, dass er ihn mehr als die anderen Jünger oder mehr als seinen Job als Fischer liebe – denn das Ergebnis bleibt ja dasselbe: Jesus beauftragt ihn, sich um die Gemeinde zu kümmern.

    Hierzu ist es sehr interessant, was J.N. Darby zu dieser Frage schreibt. Denn er stellt einen Bezug zu dem her, wo Petrus versagt hatte, nachdem er sich mit seiner Liebe hervortun wollte. Hierzu müssen wir noch einige Tage die Zeit zurückdrehen und uns ins Obergemach zurück versetzen, als Jesus das Abendmahl eingeführt hatte und mit seinen Jüngern über das spricht, was nun auf ihn zukommt. In Johannes 13:37 sagt Petrus voller Eifer, er sei bereit, sogar für Ihn (Jesus) zu sterben. Etwas später geht er sogar – als Einziger – auf die Soldaten los, die Jesus festnehmen wollen und haut einem von ihnen sogar ein Ohr ab. Gemäß Darby ruft alles, was Petrus sagt und tut, laut „ich liebe den Herr so sehr, noch viel mehr als die anderen!“

    Vor diesem Hintergrund macht es natürlich absolut Sinn, anzunehmen, dass Jesus ihn hier genau darauf anspricht und ihm dabei auch deutlich vor allen anderen zu verstehen gibt, dass er ihm deshalb nicht mehr böse ist: er gibt ihm einen ganz besonderen Auftrag.

    Ein sehr interessanter Aspekt.

    (((interessanterweise finde ich später beim Suchen auf der Wtlib ähnliche Gedanken der Geselschaft. Wie kommt es, dass dennoch der Aspekt mit dem Dienst haften geblieben ist und das andere weniger?)))

  147. Juleam 2. Juni 2014 um 10:34 Link zum Kommentar

    Was mir auch gerade ins Auge gefallen ist, ist die Tatsache, wieviel Platz Johannes besonders den letzten Tagen Jesu einräumt:

    Das ganze Evangelium besteht aus 21 kapiteln und bereits Kapitel 13 behandelt das letzte Passah und das Abendmahl, das Jesus einführt. Dann kommen mehrere Kapitel, in denen Jesus seinen Jüngern noch all das mit auf den Weg gibt, was ihm sehr wichtig ist. Mit Kapitel 13 sind das 5 von 21!

    Kapitel 18 und 19 drehen sich um den unfairen Prozess, der Jesus gemacht wird, bis hin zur Verurteilung und Vollstreckung der Todesstrafe.

    In Kapitel 20 lesen wir begeistert von der Auferstehung Jesu und wie er nach und nach den Jüngern erscheint, um sie zu ermutigen. (auch Kapitel 21).

    Wir sehen, dass im Johannesevangelium der Anteil der Belehrung und der Ermunterung der Jünger verhältnismäßig groß ist.

  148. Juleam 2. Juni 2014 um 10:36 Link zum Kommentar

    das Bild Jesus in der Offenbarung anders, als in den Evangelien?

    Das bringt mich zu dem, was ein im Glauben noch recht junger Bruder letzte Woche zu Thom gesagt hatte: er war der Ansicht, dass das Bild, das die Offenbarung von Jesus malt, ein anderes ist, als was er sonst in den Evangelien und Briefen liest. Hier ist er ein liebevoller und gütiger Mensch und in der Offenbarung hingegen – seiner Ansicht nach – hart und brutal. Thom’s Antwort darauf war, dass man dabei berücksichtigen muss, dass beides zusammen gehört: das Johannesevangelium und die Offenbarung, die dieser von Gott erhielt und aufschrieb.

    Weiss man eigentlich, welches Buch zuerst aufgezeichnet wurde?

    Das ist jetzt echt interessant, denn die Offenbarung wurde 96 u.Z. aufgeschrieben und das Evangelium erst 98 u.Z – also ganze 2 Jahre später!

    Wir sehen also, dass sich das Bild, das Johannes selbst von Jesus Christus hatte – nicht negativ verändert hatte, nachdem er die Offenbarung erhalten hatte. Vielleicht sogar eher im Gegenteil?

    Wie kommt es, dass dieser Schreiber die tiefe Liebe Jesu und seines Vaters Jehova so sehr hervorhebt, viel mehr als die anderen? Hatte er vielleicht Bedenken, dass die Offenbarung bei vielen ebenso ein negatives Gefühl hinterlasst? Wollte er die Jünger und damit auch uns heute ermuntern und uns zeigen, dass der Jesus der Offenbarung dennoch voller Liebe ist, auch wenn sich vieles, was wir dort lesen, schrecklich anhört?

    Er schreibt zum Schluß seines Evangeliums, dass er sich in seinen Aufzeichnungen nur auf das absolut Wichtigste konzentriert hat. Man könne unmöglich alles in Bücher fassen, weil es so viel und tief war, was er getan, gesagt und gelehrt hatte.

    Johannes war derjenige, der Jesus am nächsten stand und das Bild, dass dieser von IHM hier malt, ist einfach wunderbar,

    Vielleicht sollten wir dieses im Sinn behalten, wenn wir die Offenbarung lesen!

    weitere Gedanken zu Johannes 21 finden wir hier

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