Unsere Freizeitgestaltung – wie wirkt sie sich aus?

Bei der Wahl unserer Freizeitgestaltung sind biblische Grundsätze eine unverzichtbare Orientierungshilfe, ganz gleich, wo wir leben. Wie wir eine Form der Entspannung darauf testen können, ob sie sich positiv auswirkt, erklärt dieser Artikel. Wir finden ihn auf der Seite der Gesellschaft als mp3 und als PDF-Datei

 

Unsere Freizeitgestaltung – wie wirkt sie sich aus?

„Vergewissert euch fortwährend dessen, was für den Herrn annehmbar ist“ (Epheser 5:10)

 

Jehova liegt viel daran, dass wir das Leben genießen. Das wird an zahlreichen Stellen überall in der Bibel deutlich. In Psalm 104:14, 15 zum Beispiel heißt es über ihn, er lasse „Nahrung hervorgehen aus der Erde, und Wein, der das Herz des sterblichen Menschen erfreut, um das Angesicht von Öl leuchten zu lassen, und Brot, das selbst das Herz des sterblichen Menschen stärkt“. Alles, was wir zum Essen brauchen, lässt Jehova wachsen und sorgt so für Lebensmittel wie Brot, Öl und Wein.

Doch Wein hat auch noch einen anderen Zweck: Er „erfreut das Herz“. Zum reinen Überleben wäre das eigentlich nicht nötig, aber es steigert unsere Lebensfreude (Prediger 9:7; 10:19).

(Prediger 9:7) Geh, iß deine Speise mit Freuden, und trink deinen Wein mit gutem Herzen, denn der [wahre] Gott hat bereits Wohlgefallen gefunden an deinen Werken.

(Prediger 10:19) Brot ist für das Lachen der Arbeiter, und Wein, er erfreut das Leben; aber Geld ist das, was in allen Dingen eine Erwiderung findet.

Jehova möchte also offensichtlich, dass wir uns freuen, ja von Herzen fröhlich sind (Apostelgeschichte 14:16,17).

In den vergangenen Generationen ließ er alle Nationen ihre [eigenen] Wege gehen, 17 obwohl er sich allerdings nicht ohne Zeugnis gelassen hat, indem er Gutes tat, da er euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und euer Herz mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte.“

 

2 Es gibt somit keinen Grund, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man gelegentlich etwas Zeit einplant, „aufmerksam die Vögel des Himmels“ oder die „Lilien des Feldes“ zu beobachten oder etwas anderes zu tun, was das Leben bereichert und womit man sich erholen kann (Matthäus 6:26,28; Psalm 8:3,4).

(Matthäus 6:26) Beobachtet aufmerksam die Vögel des Himmels, denn sie säen nicht, noch ernten sie, noch sammeln sie [etwas] in Vorratshäuser ein; dennoch ernährt sie euer himmlischer Vater. Seid ihr nicht mehr wert als sie?

(Matthäus 6:28) Auch hinsichtlich der Kleidung, weshalb macht ihr euch Sorgen? Lernt eine Lektion von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen; sie mühen sich nicht ab, noch spinnen sie;

(Psalm 8:3-4) Wenn ich deine Himmel sehe, die Werke deiner Finger, Den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 4 Was ist [der] sterbliche Mensch, daß du seiner gedenkst, Und der Sohn des Erdenmenschen, daß du für ihn sorgst?

Ein glückliches, erfülltes Leben wird in der Bibel als ein Geschenk, eine „Gabe Gottes“, bezeichnet (Prediger 3:12,13).

Ich habe erkannt, daß es nichts Besseres für sie gibt, als sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, 13 und auch, daß jeder Mensch essen und trinken und Gutes sehen sollte für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes.

Wer seine Freizeit als Teil dieses Geschenks betrachtet, der möchte sie bestimmt so verbringen, dass sich auch der Schenkende darüber freuen kann.
Fußnote:

Mit „Entspannung“, „Unterhaltung“ und ähnlichen Ausdrücken ist in diesem Artikel alles gemeint, was wir in unserer Freizeit unternehmen, um uns zu erholen oder zu vergnügen.

Fragen zu Absatz 1 und 2:

  • Wünscht sich Jehova, dass wir das Leben genießen? Woraus schließt du das?
  • Wozu fühlen wir uns gedrängt, wenn wir unsere Freizeit als ein Geschenk von Gott betrachten?

 

Unterschiede und Grenzen

3 Geht man ausgeglichen an das Thema Freizeitgestaltung heran, muss man einräumen: Einerseits sind die Geschmäcker verschieden – andererseits sollten gewisse Grenzen eingehalten werden. Was heißt das? Dazu ein Vergleich:

Welche Speisen Menschen gern oder besonders häufig essen, kann von Land zu Land ganz verschieden sein. Was in einer Gegend als Delikatesse gilt, wird woanders für kaum genießbar gehalten.

Genauso ist es mit dem Geschmack in Sachen Unterhaltungsangebot und Enspannung: Was Christen in einem Teil der Welt als angenehm empfinden, gefällt ihren Brüdern in einer anderen Gegend vielleicht nicht besonders. Und selbst im gleichen Umfeld gibt es große Unterschiede:

Wobei der eine wunderbar entspannen kann – z.B. es sich mit einem guten Buch gemütlich machen – das hält der andere für langweilig. Oder die ausgiebige Fahrradtour, nach der sich der eine wie neugeboren fühlt, bringt den anderen an den Rand der Erschöpfung.

Trotzdem wird jeder zustimmen, dass man die Unterschiede in Geschmack und Vorlieben einfach gelten lassen muss – beim Essen genauso wie in puncto Freizeitgestaltung (Römer 14:2-4).

Der eine hat den Glauben, alles essen zu können, der Schwache aber ißt vegetarische Kost. 3 Der Essende blicke nicht auf den Nichtessenden herab, und der Nichtessende richte den nicht, der ißt, denn Gott hat diesen willkommen geheißen. 4 Wer bist du, daß du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn. In der Tat, er wird zum Stehen veranlaßt werden, denn Jehova kann veranlassen, daß er steht.

Frage zu Absatz 3:
Warum ist es nur vernünftig, in puncto Freizeitgestaltung unterschiedliche Vorlieben gelten zu lassen?

 

4 Allerdings ist uns auch klar: Toleranz in Sachen Geschmack ist kein Freibrief dafür, wahllos alles zu genießen, was angeboten wird. Um auf unser Beispiel zurückzukommen:

Bei aller Bereitschaft, die unterschiedlichsten Gerichte auszuprobieren, kämen wir doch nie auf die Idee, freiwillig verdorbene Lebensmittel zu essen. Das würde einfach dem gesunden Menschenverstand zuwiderlaufen und könnte uns sogar krank machen.

Genauso sind wir zwar offen für verschiedenste Formen unbedenklicher Unterhaltung, lassen uns aber auf nichts ein, was lebensgefährlich, von Gewalt geprägt oder sittlich verdorben ist. Dadurch würden wir ja die Grenzen biblischer Prinzipien überschreiten und unsere Gesundheit aufs Spiel setzen – nicht nur unsere körperliche Gesundheit.

Um sicherzugehen, dass unsere Freizeitgestaltung innerhalb vernünftiger Grenzen bleibt, ist es deshalb wichtig, vorher herauszufinden: Wirkt sich das, was uns reizvoll erscheint, auch wirklich positiv auf uns aus? (Epheser 5:10).

Vergewissert euch fortwährend dessen, was für den Herrn annehmbar ist,

Wie machen wir das am besten?

Frage zu Absatz 4:
Warum ist es wichtig, bei der Wahl seiner Freizeitgestaltung innerhalb seiner Grenzen zu bleiben? Wie lässt sich das veranschaulichen?

 

5 Damit ein Zeitvertreib uns etwas bringt und auch Jehova gefällt, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein, die in der Bibel festgelegt sind (Psalm 86:11).

Unterweise mich, o Jehova, in deinem Weg.
Ich werde wandeln in deiner Wahrheit.
Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten

Beim Entscheiden hilft uns eine einfache Checkliste mit drei Fragen, die – auf den Punkt gebracht – lauten: Was? Wann? und Wer?

Frage zu Absatz 5:
Wie können wir herausfinden, ob unsere Freizeitgestaltung Jehova gefällt?

 

Was sind die „Zutaten“?

6 Bevor wir entscheiden, ob eine Freizeitbeschäftigung, die uns zusagt, auch das Richtige für uns ist, stellt sich als Erstes die Frage nach den Inhalten: Was genau ist das für eine Form der Entspannung?

Vergessen wir nicht, dass esim Wesentlichen nur zwei Kategorien der Unterhaltung gibt: Zu der einen sagen wir „Nein!“, zu der anderen „Vielleicht“.

Wozu sagen wir Nein?

In der bösen Welt von heute ist ein großer Teil des Unterhaltungsangebots von Verhaltensweisen geprägt, die sich ganz eindeutig nicht mit den Lebensregeln aus Gottes Wort vereinbaren lassen oder die direkt gegen seine Gesetze verstoßen (1. Johannes 5:19).

Wir wissen, daß wir von Gott stammen, aber die ganze Welt liegt in der [Macht] dessen, der böse ist.

Echte Christen lehnen jegliche Form solcher Freizeitgestaltung entschieden ab. Mit Okkultismus, Homosexualität, Pornografie und Gewalt wollen wir abolut nichts zu tun haben, genauso wenig wie mit Unterhaltung, die unmoralisches oder brutales Verhalten verherrlicht oder zeigt, wie jemand Freude daran hat, andere zu quälen (1. Korinther 6:9,10; lies Offenbarung 21:8).

(1. Korinther 6:9-10) Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht erben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, 10 noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich erben.

(Offenbarung 21:8) Was aber die Feiglinge und die Ungläubigen und die betrifft, die zufolge ihrer Unsauberkeit abscheulich sind, und Mörder und Hurer und solche, die Spiritismus ausüben, und Götzendiener und alle Lügner, ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das bedeutet den zweiten Tod.“

Machen wir – ob allein oder in Gesellschaft anderer – einen großen Bogen um solche Inhalte, kann Jehova daran erkennen, dass wir das Böse verabscheuen (Römer 12:9; 1. Johannes 1:5,6).

(Römer 12:9) [Eure] Liebe sei ungeheuchelt. Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest.

(1. Johannes 1:5-6) Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, daß Gott Licht ist, und in Gemeinschaft mit ihm gibt es gar keine Finsternis. 6 Wenn wir erklären: „Wir haben mit ihm teil“ und wir trotzdem in der Finsternis weiterwandeln, so lügen wir und handeln nicht nach der Wahrheit.

Frage zu Absatz 6:
Um was für Formen der Unterhaltung machen wir einen großen Bogen? Warum?

 

Gewissensentscheidungen

7 Zur anderen Kategorie gehören Formen der Freizeitgestaltung, die sich nicht um etwas drehen, was Gottes Wort ausdrücklich verurteilt. Hier ist es wichtig, sich mit biblischen Grundsätzen zu beschäftigen, aus denen sich ableiten lässt, was Jehova für gut und richtig hält, und die infrage kommende Freizeitbeschäftigung daran zu messen (Sprüche 4:10,11).

Höre, mein Sohn, und nimm meine Reden an. Dann werden deiner Lebensjahre viele werden. 11 Im Weg der Weisheit will ich dich unterweisen; ich will dich in die Spuren der Geradheit treten lassen.

Dann sollten wir so entscheiden, wie wir es mit gutem Gewissen vertreten können (Galater 6:5; 1. Timotheus 1:19).

(Galater 6:5) Denn jeder wird seine eigene Last tragen.

(1. Timotheus 1:19) indem du [den] Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst, das einige beiseite gedrängt haben, wodurch sie an [ihrem] Glauben Schiffbruch erlitten haben.

Wie gelingt uns das? Überleg doch mal, was du tust, wenn man dir etwas zu essen vorsetzt, was du nicht kennst. Würdest du nicht erst einmal herausfinden wollen, was für Hauptzutaten verwendet wurden?

So ähnlich wäre es auch klug, bevor man bei einer Freizeitbeschäftigung mitmacht, sie erst einmal auf ihre „Hauptzutaten“ zu untersuchen (Epheser 5:17).

Deshalb hört auf, unvernünftig zu werden, sondern nehmt weiterhin wahr, was der Wille Jehovas ist.

 

8 Bist du z.B. sportbegeistert? Das ist nur zu verständlich, denn es kann sehr viel Spaß machen, Sport zu treiben oder dabei zuzuschauen. Aber nehmen wir mal an, gewisse Sportarten würden gerade deshalb eine gewisse Faszination auf dich ausüben, weil es dabei besonders kampfbetont oder hochriskant zugeht; häufig verletzen sich die Sportler, es wird hemmungslos gefeiert und die Wogen des Nationalismus schlagen hoch.

Schaust du dir diese und ähnliche „Zutaten“ vorher an, kommst du wahrscheinlich zu dem Schluss, dass sich das weder mit dem Denken Jehovas vereinbaren lässt noch mit der Botschaft des Friedens und der Liebe, die wir anderen predigen (Jesaja 61:1; Galater 5:19-21).

(Jesaja 61:1) Der Geist des Souveränen Herrn Jehova ist auf mir, darum, daß Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun. Er hat mich gesandt, um die zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangengenommenen und das weite Öffnen [der Augen] selbst den Gefangenen;

(Galater 5:19-21) Nun sind die Werke des Fleisches offenbar, und sie sind: Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel, 20 Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, Spaltungen, Sekten, 21 Neidereien, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen Dinge. Vor diesen Dingen warne ich euch im voraus, so wie ich euch im voraus gewarnt habe, daß die, die solche Dinge treiben, Gottes Königreich nicht erben werden.

Sind im Gegensatz dazu die „Zutaten“ einer Form der Enspannung aus der Sicht Jehovas unbedenklich, kann sie uns guttun und neue Kraft geben (Galater 5:22,23; lies Philipper 4:8).

(Galater 5:22-23) Andererseits ist die Frucht des Geistes Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, 23 Milde, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz.

(Philipper 4:8) Schließlich, Brüder, alles, was wahr, alles, was von ernsthaftem Interesse ist, alles, was gerecht, alles, was keusch, alles, was liebenswert ist, alles, worüber gut gesprochen wird, wenn es irgendeine Tugend und irgend etwas Lobenswertes gibt, diese Dinge erwägt weiterhin.

Frage zu Absatz 7 und 8:
Kannst du mit einem Vergleich erklären, wie sich die Qualität einer Freizeitbeschäftigung beurteilen lässt?

 

Wann entspanne ich mich?

9 Als Zweites stellt sich die Frage nach dem Wann: „Zu welchen Zeiten entspanne ich mich und wie lange?“ Unsere Antwort auf die Frage „Was?“ sagt viel über unsere Vorlieben aus: was uns gefällt und was nicht. Die Antwort auf die Frage „Wann?“ dagegen verrät, was uns wichtig oder weniger wichtig ist. Wie können wir denn herausfinden, ob wir einer Freizeitbeschäftigung den richtigen Stellenwert beimessen?

Frage zu Absatz 9:
Was verrät unsere Antwort auf die Frage, wann wir uns entspannen?

 

10 Jesus Christus sagte: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft“ (Markus 12:30).

Unsere Liebe zu Jehova ist demanach das Allerwichtigste im Leben.

Zu erkennen ist das daran, dass wir uns an Jeus Gebot halten: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden“ (Matthäus 6:33). Wie können uns diese Worte helfen, zu ermessen, wie viel Zeit wir für Entspannung einräumen können und wie wichtig wir sie nehmen sollten?

 

11 Achten wir auf ein Detail: Jesus forderte uns auf, „zuerst das Königreich zu suchen“. Er hat nicht gesagt, wir sollten nur das Königreich suchen. Ihm war offensichtlich klar: wir würden außer dem Königreich noch viele andere Dinge im Leben „suchen“, also Zeit und Kraft dafür einsetzen müssen.

Wir brauchen ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und anzuziehen, eine solide Ausbildung, eine Arbeitsstelle, Zeit zum Entspannen und noch vieles mehr. Aber nur eins steht auf der Liste all der Dinge, die wir „suchen“, an oberster Stelle: Gottes Königreich (1. Korinther 7:29-31).

Übrigens sage ich dies, Brüder: Die verbleibende Zeit ist verkürzt. Fortan seien die, die Ehefrauen haben, so, als ob sie keine hätten, 30 und auch die Weinenden seien wie solche, die nicht weinen, und die sich Freuenden wie solche, die sich nicht freuen, und die Kaufenden wie solche, die nicht besitzen, 31 und die, die von der Welt Gebrauch machen, wie solche, die nicht vollen Gebrauch von ihr machen; denn die Szene dieser Welt wechselt.

Haben wir dieses Grundprinzip verstanden, dann gehen wir allen nachrangigen Aktivitäten – Freizeitgestaltung eingeschlossen – auf eine Weise nach, die sich positiv auf unsere wichtigste Tätigkeit auswirkt: uns für das Königreich einzusetzen. Dann kann uns auch Entspannung etwas bringen.

Frage zu den Absätzen 10 und 11:
Wie können uns Jesu Worte aus Matthäus 6:33 helfen, zu ermessen, wie viel Zeit wir für Entspannung einräumen können?

 

12 Bevor wir also über den Faktor Zeit entscheiden, wäre es klug, die „Kosten“ zu berechnen (Lukas 14:28).

Zum Beispiel: Wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst nieder und berechnet die Kosten, um zu sehen, ob er genug habe, ihn zu vollenden?

Zum einen gilt es, herauszufinden, wie viel Zeit uns eine Form der Entspannung kostet, zum anderen, wie viel Zeit sie uns wert ist. Geht etwas auf Kosten der wichtigen Zeit, die wir zum Beispiel brauchen, um persönlich oder als Familie die Bibel zu studieren, die Zusammenkünfte zu besuchen oder uns im Predigtdienst einzusetzen, dann ist es diesen Preis nicht wert (Markus 8:36).

In der Tat, welchen Nutzen hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt?

Bietet ein Zeitvertreib aber die Gelegenheit, hin und wieder neue Kraft zu tanken, damit wir uns weiter im Dienst für Jehova widmen können, erscheint uns der Zeitaufwand dafür vielleicht durchaus lohnenswert.

Frage zu Absatz 12:
Wie lässt sich der Grundsatz aus Lukas 14:28 auf unsere Freizeitgestaltung anwenden?

 

Wer macht mit?

13 Die dritte Frage lautet: „Wer?“ Mit wem bist du bei einer Freizeitbeschäftigung zusammen? Warum ist es so wichtig, auch darüber nachzudenken?

Naja, ob sich eine Aktivität positiv auf uns auwirkt, hängt nicht zuletzt entscheidend davon ab, mit wem wir dabei Umgang haben. Auch hier passt der Vergleich mit dem Essen:

Es macht einfach mehr Freude, wenn gute Freunde dabei sind. Da ist es also nur verständlich, wenn viele von uns – und besonders die Jüngeren – in der Freizeit gern etwas zusammen unternehmen. Allerdings ist es klug, sich vorher zu vergewissern, mit wem man sich umgibt beziehungsweise um was für Leute man besser einen Bogen macht (2. Chronika 19:2; lies Sprüche 13:20; Jakobus 4:4)

(2. Chronika 19:2) Jehu, der Sohn Hananis, des Visionensehers, trat nun vor ihn hin und sprach zum König Josaphat: „Muß dem Bösen Hilfe geleistet werden, und solltest du denen Liebe erweisen, die Jehova hassen? Und dafür ist heftiger Zorn über dir von der Person Jehovas aus.

(Sprüche 13:20) Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden, wer sich aber mit den Unvernünftigen einläßt, dem wird es schlecht ergehen.

(Jakobus 4:4) Ihr Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar.

Frage zu Absatz 13:
Warum sollten wir uns gut aussuchen, mit wem wir uns in der Freizeit umgeben?

 

14 Eine große Hilfe ist es, sich da an Jesu Beispiel zu orientieren. Ihm lag schon immer viel an der Menschheit (Sprüche 8:31).

fröhlich über das ertragfähige Land seiner Erde; und die Dinge, die mir lieb waren, waren bei den Menschensöhnen.

Und in seinem Dienst auf der Erde ging er mit den unterschiedlichsten Menschen liebevoll und rücksichtsvoll um (Matthäus 15:29-37).

Von dort aus zog Jesus weiter und kam danach in die Nähe des Galiläischen Meeres, und nachdem er auf den Berg hinaufgestiegen war, setzte er sich dort. 30 Dann kamen große Volksmengen zu ihm, die Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere bei sich hatten, und sie warfen sie förmlich vor seine Füße, und er heilte sie, 31 so daß die Volksmenge staunte, als sie sah, daß Stumme redeten und Lahme gingen und Blinde sahen, und sie verherrlichten den Gott Israels.

32 Jesus aber rief seine Jünger zu sich und sprach: „Ich habe Mitleid mit der Volksmenge, denn schon drei Tage haben sie sich bei mir aufgehalten, und sie haben nichts zu essen; und ich will sie nicht hungrig wegschicken. Es könnte sein, daß sie auf dem Weg ermatten.“ 33 Die Jünger sagten jedoch zu ihm: „Woher werden wir an diesem einsamen Ort genügend Brote bekommen, damit wir eine so große Volksmenge sättigen können?“ 34 Darauf sprach Jesus zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie sagten: „Sieben und einige kleine Fische.“ 35 Als er dann die Volksmenge angewiesen hatte, sich auf dem Boden zu lagern, 36 nahm er die sieben Brote und die Fische, und nachdem er Dank dargebracht hatte, brach er sie und begann sie an die Jünger auszuteilen, die Jünger ihrerseits [gaben sie] den Volksmengen. 37 Und alle aßen und wurden satt, und die Brocken, die übrig waren, hoben sie auf, sieben Proviantkörbe voll

Aber freundlich zu sein war für ihn das eine – jemand als engen Freund zu betrachten etwas ganz anderes.

Den Leuten im Allgemeinen gegenüber war er freundlich. In seinen engenen Freundeskreis jedoch nahm er nur Personen auf, die bestimmte Voraussetzungen erfüllten. Zu seinen 11 treuen Aposteln sagte er: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete“ (Johannes 15:14; siehe auch Johannes 13:27,30).

(Johannes 15:14) Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

(Johannes 13:27) Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in diesen. Jesus sprach daher zu ihm: „Was du tust, tu schneller.“

(Johannes 13:30) Nachdem er daher den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Und es war Nacht.

Nur wer ihm nachfolgte und Jehova diente, kam dafür infrage, von Jesus als Freund betrachtet zu werden.

 

15 Diese Aussage Jesu auch bei der Auswahl enger Freunde im Sinn zu behalten ist nur klug. Man könnte sich fragen:

  • Hält sich der Betreffende in dem, was er sagt und tut, an die Gebote Jehovas und Jesu?
  • Vertritt er die gleichen biblischen Werte und Moralvorstellungen wie ich?
  • Wird er mich darin unterstützen, das Königreich an die erste Stelle zu setzen und Jehova treu zu dienen?

Kannst du diese Fragen mit Ja beantworten, dann hast du einen guten Freund gefunden, mit dem du ruhig deine Freizeit verbringen kannst. (Lies Psalm 119:63; 2. Korinther 6:14; 2. Timotheus 2:22).

(Psalm 119:63) Ein Mitgenosse bin ich von all denen, die dich wirklich fürchten, Und von denen, die deinen Befehlen nachkommen.

(2. Korinther 6:14) Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?

(2. Timotheus 2:22) So fliehe vor den Begierden, die der Jugend eigen sind, jage aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen.

die Fragen zu Absatz 14 und 15:

  • Wie hilft uns das Beispiel Jesu bei der Auswahl unserer Freunde?
  • Welche Fragen sollten wir uns dabei stellen?

 

Test bestanden?

16 Wir haben jetzt kurz drei Faktoren zum Thema Freizeitgestaltung behandelt: Qualität, Quantität und Umgang. Damit sich eine Form der Entspannung positiv auf uns auswirkt, muss sie in jedem dieser Bereiche genau den biblischen Maßstäben entsprechen. Bevor wir uns also an irgendetwas beteiligen, stellen wir es am besten auf den Prüfstand:

In Sachen Qualität versuchen wir herauszufinden:

  • „Was sind die „Zutaten“?
  • Haben sie einen guten Einfluß auf mich?

    (Sprüche 4:20-27).
    Mein Sohn, merke doch auf meine Worte. Zu meinen Reden neige dein Ohr. 21 Mögen sie nicht aus deinen Augen weichen. Bewahre sie im Innern deines Herzens. 22 Denn sie sind Leben denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleisch. 23 Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens. 24 Entferne von dir die Verkehrtheit der Rede; und das Verziehen der Lippen tu weit von dir weg. 25 Was deine Augen betrifft, geradeaus sollten sie schauen, ja deine eigenen blitzenden Augen sollten gerade vor dich hinschauen. 26 Ebne die Bahn deines Fußes, und all deine eigenen Wege seien gefestigt. 27 Biege weder nach rechts noch nach links ab. Entferne deinen Fuß von dem, was schlecht ist.

In Bezug auf die Quantität wollen wir uns überlegen:

  • Wie viel Zeit kostet es mich?
  • Ist der Zeitaufwand angemessen oder nicht?

    (1. Timotheus 4:8)
    Denn die Leibesübung ist zu wenigem nützlich; Gottergebenheit aber ist für alle Dinge nützlich, da sie eine Verheißung auf gegenwärtiges und künftiges Leben hat.

Und in puncto Umgang wollen wir uns vergewissern:

  • Mit was für Leuten umgebe ich mich bei dieser Aktivität?
  • Sind sie guter oder schlechter Umgang für mich?

    (Prediger 9:18) Weisheit ist besser als Kampfgeräte, und nur ein einziger Sünder kann viel Gutes vernichten.
    (1. Korinther 15:33) Laßt euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten.

Frage zu Absatz 16:
Was sollten wir uns beim Thema Freizeitgestaltung reiflich überlegen?

 

17 Enstpricht eine Form der Entspannung den biblischen Maßstäben einer dieser drei Kategorien nicht, dann hat sie den Test nicht bestanden. Stellen wir dagegen nach genauer Prüfung fest, dass ein Zeitvertreib in allen drei Bereichen den Normen aus Gottes Wort entspricht, dann können wir davon ausgehen, dass Jehova dadurch geehrt wird und wir davon profitieren(Psalm 119:33-35).

Unterweise mich, o Jehova, im Weg deiner Bestimmungen,
Damit ich ihn beobachte bis zuletzt.
34 Laß mich Verständnis haben, damit ich dein Gesetz beobachte
Und daß ich es mit ganzem Herzen halte.

35 Laß mich auf den Pfad deiner Gebote treten,
Denn daran habe ich Gefallen gefunden.

 

18 Bemühen wir uns deshalb, in Sachen Freizeitgestaltung das zu tun, was richtig ist, und zwar zur richtigen Zeit und in der richtigen Gesellschaft. Ganz bestimmt möchte jeder von uns den biblischen Rat beherzigen: „Ob ihr esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Verherrlichung Gottes“ (1. Korinther 10:31).

Fragen zu Absatz 17 und 18:

  • Wie können wir eine Form der Entspannung an biblischen Maßstäben messen?
  • Was hast du dir in Sachen Freizeitgestaltung vorgenommen?

 

Deine Erklärung:

Wie lassen sich die Grundsätze in den folgenden Bibeltexten auf das Thema Freizeitgstaltung anwenden?

  • Philipper 4:8
  • Matthäus 6:33
  • Sprüche 13:20

Jule 28. November 2011 5 Kommentare Trackback URI Comments RSS

5 Kommentare zu “Unsere Freizeitgestaltung – wie wirkt sie sich aus?”

  1. Juleam 28. November 2011 um 09:30 Link zum Kommentar

    die Sache mit dem Zeitvertreib

    schon allein dieses Wort stößt mir bitter auf: als hätten wir jede Menge Zeit, zu viel Zeit, die wir unbedingt rum bekommen müssten…

    Meiner Meinung nach dürfte ein wahrer Anbeter Jehovas nicht zu viel Zeit haben. Im Gegenteil. Eigentlich haben wir viel zu wenig Zeit, um all die Dinge zu tun, die wichtig sind. Sei es unsere weltliche Arbeit, um unsere Familie zu versorgen, die Hausfrau hat jede Menge Arbeit mit dem Sauberhalten der Wohnung und ähnlichen Tätigkeiten, die Kinder und Jugendlichen gehen zur Schule und haben damit auch viel zu tun, auch hinterher (Hausaufgaben usw.). Damit geht schon der größte Teil unserer Zeit drauf.

    Dann kommen all die theokratischen Aktivitäten, wie der Besuch der Zusammenkünfte, das Vorbereiten darauf, unser Predigtdienst und die Vorbereitung darauf, unser persönliches Studium, das regelmäßige Lesen in der Bibel. Ganz ehrlich – wie viel Zeit bleibt da denn noch übrig?

    Wo genau ist da die Zeit, die ich mir leisten kann, zu vertreiben?

    Dass ich einen Ausgleich für all meine anderen Tätigkeiten brauch oder mich entspannen muss, ist ja gut und richtig, aber vertreibe ich damit wirklich meine Zeit? Ich genieße die Auszeit, freue mich, dass ich etwas anderes sehe und höre und die verschiedenen Tätigkeiten bereiten mir Freude (wenn sie mich nicht gerade von Jehova weg bringen).

    Aber meine Zeit vertreiben?

  2. Juleam 28. November 2011 um 11:03 Link zum Kommentar

    Auszüge aus dem Buch „Bewahrt euch in Gottes Liebe“ – Kapitel 6

    „Verabscheut das Böse“

    8 Die Unterhaltung lässt sich im Großen und Ganzen in zwei Kategorien einteilen. Die eine kommt für Christen auf keinen Fall infrage, bei der anderen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Fangen wir mit der ersten Kategorie an: Unterhaltung, die für Christen nicht infrage kommt.

    9 Wie in Kapitel 1 erwähnt, wird in den Unterhaltungsmedien manches gezeigt, was die Bibel eindeutig verurteilt. Zum Beispiel gibt es Websites, Filme, Fernsehsendungen und Musik mit sadistischen, okkult-dämonischen oder pornografischen Inhalten und schmutzigen Sexdarstellungen. Solche entwürdigende Unterhaltung stellt Handlungen, durch die biblische Grundsätze verletzt oder biblische Gesetze übertreten werden, in einem positiven Licht dar. Deshalb sollten echte Christen einen großen Bogen darum machen (Apostelgeschichte 15:28, 29; 1. Korinther 6:9, 10; Offenbarung 21:8). Wenn du zu so etwas Schmutzigem entschieden Nein sagst, beweist du Jehova, dass du das Böse verabscheust und dich konsequent vom Bösen abwendest. Dein Glaube ist dann wirklich echt (Römer 12:9; Psalm 34:14; 1. Timotheus 1:5).

    10 Manche finden an deutlichen Sexdarstellungen nichts Schlimmes. Sie sagen sich: „Ich schau mir das doch nur an, aber ich würde so was natürlich nie machen.“ So zu denken ist gefährlich und man betrügt sich dadurch nur selbst (Jeremia 17:9). Verabscheut man wirklich das Böse, wenn man an etwas Geschmack findet, was Jehova verurteilt? Wer seine Gedanken immer wieder mit Verdorbenem füttert, stumpft mit der Zeit ab (Psalm 119:70; 1. Timotheus 4:1, 2). Das kann sich dann darauf auswirken, was er tut und wie er das verkehrte Verhalten anderer bewertet.

    11 Tatsächlich sind einige Christen durch das, womit sie sich berieseln ließen, in Unmoral abgerutscht. Sie mussten am eigenen Leib erfahren: „Was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Galater 6:7). Aber so weit muss es gar nicht erst kommen. Wenn du bei deiner Unterhaltung genau darauf achtest, was du „säst“, wirst du Gutes ernten. (Dazu auch Seite 67: „Was suche ich mir aus?“)

    WAS SUCHE ICH MIR AUS?
    Leitprinzip: „Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest“ (Römer 12:9).
    Würde es Gott gefallen, wenn . . .

    • mich die Texte der Musik, die ich höre, auf unsaubere Gedanken bringen? (1. Korinther 6:9, 10).

      Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht erben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen, 10 noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich erben.

    • ich anfange, so zu reden und mich so zu benehmen wie die Schauspieler in den Filmen, die ich mir anschaue? (Lukas 6:40).

      Ein Schüler steht nicht über seinem Lehrer, doch jeder, der vollkommen unterwiesen ist, wird wie sein Lehrer sein.

    • ich mir Computer- oder Videospiele aussuche, in denen ich etwas Gewalttätiges oder Unmoralisches tun müsste? (Psalm 11:5, 7).

      Jehova selbst prüft den Gerechten wie auch den Bösen, Und jeden, der Gewalttat liebt, haßt SEINE Seele gewiß.

      Denn Jehova ist gerecht; er liebt zweifellos gerechte Taten. Die Rechtschaffenen sind es, die sein Angesicht erblicken werden.

    • ich eine Doppelmoral habe, das heißt mich in Sachen Unterhaltung selbst nicht an das halte, was ich anderen erzähle? (Römer 2:21).

      du aber, der du einen anderen lehrst, lehrst dich selbst nicht? Du, der du predigst: „Stiehl nicht“, stiehlst du?

  3. Juleam 28. November 2011 um 15:25 Link zum Kommentar

    Bei der Auswahl nach biblischen Grundsätzen gehen

    12 Zur zweiten Kategorie zählt Unterhaltung mit Inhalten, zu denen die Bibel nichts Konkretes sagt — weder positiv noch negativ. Hier muss jeder für sich entscheiden, was er vertretbar findet (Galater 6:5). Die Bibel gibt uns dabei jedoch Hilfestellung. Sie enthält Grundsätze oder Grundwahrheiten, durch die wir klar sehen, wie Jehova denkt. Beziehen wir sie in unsere Überlegungen ein, können wir in allem — auch in Sachen Unterhaltung — herausfinden, „was der Wille Jehovas ist“ (Epheser 5:17).

    13 Das Moralempfinden oder das Unterscheidungsvermögen ist natürlich bei allen Christen unterschiedlich ausgeprägt (Philipper 1:9). Außerdem sind die Geschmäcker verschieden und man kann nicht davon ausgehen, dass alle das Gleiche gut finden. Doch je mehr wir unser Denken und unsere Gefühle von Gottes Grundsätzen formen lassen, desto mehr wird uns daran liegen, von jeder Unterhaltung Abstand zu nehmen, die Jehova nicht gefallen könnte (Psalm 119:11, 129; 1. Petrus 2:16).

    14 Noch etwas anderes ist wichtig: der Zeitfaktor. Während die Art der Unterhaltung verrät, was für dich akzeptabel ist, verrät die Zeit, die du damit verbringst, was für dich Priorität hat. Für Christen hat natürlich der Dienst für Gott oberste Priorität (Matthäus 6:33). Was kannst du also dafür tun, dass alles, was mit dem Königreich zu tun hat, für dich auf jeden Fall obenan steht? Der Apostel Paulus schrieb: „Wacht denn streng darüber, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise, indem ihr die gelegene Zeit für euch auskauft“ (Epheser 5:15, 16). Ein klares Zeitlimit hilft dir, genügend Zeit für die „wichtigeren Dinge“ zu reservieren, nämlich für alles, was dich in deinem Verhältnis zu Gott weiterbringt (Philipper 1:10).

    15 Es ist auch ratsam, lieber etwas vorsichtiger zu sein als nötig. Was heißt das im Klartext? Denken wir noch einmal an den angefaulten Apfel. Man würde die schlechte Stelle bestimmt großzügig ausschneiden, damit man nicht aus Versehen doch in etwas Faules beißt. Auch in puncto Unterhaltung geht man am besten auf Nummer sicher. Ein Christ vermeidet nicht nur Unterhaltungsformen, die klar gegen biblische Grundsätze verstoßen, sondern auch solche, die fragwürdig sind oder in denen eventuell etwas vorkommt, was unserem Verhältnis zu Jehova nicht guttut (Sprüche 4:25-27). Das gelingt einem, wenn man sich eng an Gottes Wort hält.

    ALLES, WAS MORALISCH REIN IST

    16 Echte Christen behalten bei der Wahl ihrer Unterhaltung vor allem Jehovas Sichtweise im Auge. Er teilt uns durch die Bibel seine Gefühle und Wertmaßstäbe mit. So listet König Salomo einiges auf, was Jehova hasst, zum Beispiel „eine falsche Zunge und Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das schädliche Pläne schmiedet, Füße, die eilends zum Schlechten hinlaufen“ (Sprüche 6:16-19). Was sollten Jehovas Empfindungen in dir auslösen? „O ihr, die ihr Jehova liebt“, schreibt der Psalmist, „hasst das Böse“ (Psalm 97:10). Was du dir anschaust oder anhörst, sollte zeigen, dass du wirklich alles hasst, was Jehova hasst (Galater 5:19-21). Denk auch immer daran: Was du in deinen eigenen vier Wänden machst, sagt mehr über dich aus als das, was du in der Öffentlichkeit tust (Psalm 11:4; 16:8). Hast du also den echten Wunsch, dich in allem Jehovas Moralempfinden anzugleichen, wirst du bei Entscheidungen immer biblische Grundsätze mit einbeziehen. Das wird dir allmählich in Fleisch und Blut übergehen (2. Korinther 3:18).

    17 Wie kannst du dich bei der Wahl der Unterhaltung sonst noch an Jehovas Sicht der Dinge orientieren? Überlege dir: Welche Wirkung hat das, was ich mir ansehe oder anhöre, auf mich? Kann Jehova mich weiter als Freund ansehen? Bevor du dir zum Beispiel einen Film anschaust, wäre es gut, dich zu fragen: Kann ich mir den Film wirklich mit gutem Gewissen ansehen? Hierzu einige Grundsätze.

    18 Ein Leitprinzip steht in Philipper 4:8: „Alles, was wahr, alles, was von ernsthaftem Interesse ist, alles, was gerecht, alles, was keusch [moralisch rein], alles, was liebenswert ist, alles, worüber gut gesprochen wird, wenn es irgendeine Tugend und irgendetwas Lobenswertes gibt, diese Dinge erwägt weiterhin.“ Paulus ging es hier natürlich nicht um Unterhaltung, sondern um unsere innersten Gedanken; sie sollten sich um das drehen, was Gott gefällt (Psalm 19:14). Im Grundsatz kann man seine Worte aber auch auf die Unterhaltung anwenden. Wie?

    19 Frag dich, ob du durch die Filme, Computer- oder Videospiele, die Musik und anderes, was du konsumierst, deine Gedanken mit moralisch einwandfreien Inhalten füllst. Welche Bilder kreisen zum Beispiel nach einem Film in deinem Kopf? Lösen sie angenehme, schöne und saubere Gedanken aus, dann war der Film eine gute Wahl. Hast du dagegen unsaubere Gedanken, war der Film nicht das Richtige, er war sogar schädlich (Matthäus 12:33; Markus 7:20-23). Warum schädlich? Mit unreinen Gedanken bringst du dich um deinen inneren Frieden, dein durch die Bibel geformtes Gewissen stumpft ab und du ruinierst vielleicht deine Freundschaft mit Gott (Epheser 5:5; 1. Timotheus 1:5, 19). Da du dir durch solche Unterhaltung ins eigene Fleisch schneidest, solltest du dir fest vornehmen, damit nichts zu tun zu haben (Römer 12:2). Mach es doch wie der Psalmist und bete zu Jehova: „Lass meine Augen an dem vorübergehen, was zu sehen wertlos ist“ (Psalm 119:37).

  4. Juleam 29. November 2011 um 12:12 Link zum Kommentar

    Aus dem Buch „Bewahrt euch in Gottes Liebe“

    „Die lieben, die Gott liebt“

    „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden“ (SPRÜCHE 13:20).

    WIR Menschen sind in gewisser Weise wie ein Schwamm, der alles um sich herum aufsaugt. Ehe man sichs versieht, übernimmt man — oft ohne es zu merken — die Ansichten, Maßstäbe und Charakterzüge derer, mit denen man viel zusammen ist.

    2 Ein Bibelspruch sagt: „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden, wer sich aber mit den Unvernünftigen einlässt, dem wird es schlecht ergehen“ (Sprüche 13:20). An dieser Tatsache kommt keiner vorbei. In dem Bibelspruch geht es nicht nur um lockeren Kontakt. „Wandeln mit“ bedeutet nämlich, mit jemandem ständig Umgang zu haben. In einem Bibelkommentar heißt es dazu: „Mit einer Person zu wandeln schließt Liebe und Anhänglichkeit ein.“ Ist es nicht so, dass wir uns an Menschen, die wir gernhaben, stark orientieren? Wir binden uns emotional an sie und werden in vielem durch sie geprägt — zum Guten oder zum Schlechten.
    Fußnote:
    Das hebräische Wort für „sich einlassen“ wird auch mit „sich beigesellen“ und „Gemeinschaft haben“ übersetzt (Richter 14:20; Sprüche 22:24).

    3 Um in Gottes Liebe zu bleiben, müssen wir uns unbedingt Freunde suchen, die uns zum Guten beeinflussen. Was ist der Schlüssel, um sie zu finden? Einfach ausgedrückt: die lieben, die Gott liebt, und seine Freunde zu unseren Freunden machen. Jehovas Freunde bringen genau die Eigenschaften mit, die ihm gefallen. Bessere Freunde könnten wir uns doch gar nicht wünschen! Aber was sind das eigentlich für Menschen, die Jehova liebt? Wenn wir davon ein klares Bild haben, hilft uns das bei der Suche nach den richtigen Freunden.

    Menschen, die Gott liebt

    4 Jehova hat ganz konkrete Vorstellungen, was seine Freunde angeht. Das ist auch sein gutes Recht! Schließlich ist er der Souveräne Herr des Universums, und eine Freundschaft mit ihm ist die größte Ehre, die man sich vorstellen kann. Wen sucht sich Jehova als Freunde aus? Er schenkt seine Liebe denen, die auf ihn vertrauen und fest an ihn glauben. So zum Beispiel dem Patriarchen Abraham, der einen außergewöhnlichen Glauben hatte. Er stand vor der größten Glaubensprüfung, die ein Vater überhaupt durchmachen kann: Er sollte seinen Sohn opfern. Tatsächlich brachte er Isaak „so gut wie als Opfer“ dar in dem festen Vertrauen, „dass Gott imstande sei, ihn sogar von den Toten aufzuerwecken“ (Hebräer 11:17-19). Abrahams Glaube und Gehorsam berührten Jehova so sehr, dass er ihn seinen Freund nannte (Jesaja 41:8; Jakobus 2:21-23).
    Fußnote:
    Das war von Jehova als Vorschau auf ein Opfer gedacht, das er selbst bringen würde: seinen einziggezeugten Sohn (Johannes 3:16). Bei Abraham schritt Jehova ein und sorgte dafür, dass anstelle von Isaak ein Widder geopfert werden konnte (1. Mose 22:1, 2, 9-13).

    5 Treue und Gehorsam haben bei Jehova einen hohen Stellenwert. Er liebt Menschen, denen die Treue zu ihm über alles geht (2. Samuel 22:26). Wie in Kapitel 1 gezeigt wurde, bereitet es Jehova große Freude, wenn man ihm aus freien Stücken und aus Liebe gehorcht. „SEIN trauter Umgang ist mit den Rechtschaffenen“, sagt Sprüche 3:32. Wer treu ist und Jehovas Erwartungen erfüllt, den lädt er zu etwas Großem ein: Er darf Gast sein in seinem „Zelt“, das heißt, er darf ihn anbeten und jederzeit im Gebet mit ihm sprechen (Psalm 15:1-5).

    6 Außerdem liebt Jehova die, die seinen einziggezeugten Sohn lieben. Jesus sagte: „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen“ (Johannes 14:23). Wie können wir unsere Liebe zu Jesus zeigen? Dazu gehört ganz sicher, seine Gebote zu halten; darunter fällt der Auftrag, die gute Botschaft zu predigen und Jünger zu machen (Matthäus 28:19, 20; Johannes 14:15, 21). Unsere Liebe zeigt sich auch dadurch, dass wir seinen Fußstapfen genau nachfolgen und ihm trotz aller Unvollkommenheit in Wort und Tat so gut es geht nacheifern (1. Petrus 2:21). Es berührt Jehova, wenn sich jemand aus Liebe zu seinem Sohn bemüht, dessen Lebensmuster zu folgen.

    7 Glauben, Treue, Gehorsam, Liebe zu Jesus und zu allem, wofür er stand — das sind einige der Kriterien, nach denen Jehova seine Freunde aussucht. Darum ist es gut, sich zu fragen: Passen meine Freunde in dieses Bild? Mache ich Jehovas Freunde zu meinen Freunden? Das ist das Beste, was wir tun können. Denn jemand, der an Eigenschaften arbeitet, die Gott Freude machen, und die Königreichsbotschaft mit Eifer predigt, kann einen guten Einfluss auf uns haben und uns darin bestärken, so zu leben, dass Gott sich über uns freut. (Dazu auch Seite 29: „Was ist ein guter Freund?“)

    Was ist ein guter Freund?
    Leitprinzip: „Ein wahrer Gefährte liebt allezeit und ist ein Bruder, der für die Zeit der Bedrängnis geboren ist“
    (Sprüche 17:17).
    Leitfragen:
    ▪ Sind meine Freunde auch Freunde von Jehova und Jesus? (Johannes 15:14, 16; Jakobus 2:23).
    ▪ Bestärken mich meine Freunde in dem, was gut ist? (1. Korinther 15:33).
    ▪ Sind sie Freund genug, mir zu sagen, wo ich mich ändern muss? (Psalm 141:5; Sprüche 27:6).
    ▪ Was für einen Freund gebe ich selber ab? (Sprüche 12:18; 18:24; 1. Johannes 3:16-18).

    Ein Paradebeispiel aus der Bibel

    8 Viele Beispiele in der Bibel zeigen, wie wertvoll es ist, sich an die richtigen Freunde zu halten. So liest man von Noomi und ihrer Schwiegertochter Ruth, den drei jungen Hebräern, die in Babylon fest zusammenhielten, und von Paulus und Timotheus (Ruth 1:16; Daniel 3:17, 18; 1. Korinther 4:17; Philipper 2:20-22). Doch greifen wir ein anderes schönes Beispiel heraus: die Freundschaft zwischen David und Jonathan.

    9 Die Bibel erzählt, dass sich nach Davids Sieg über Goliath „Jonathans Seele mit Davids Seele verband“ und er ihn zu lieben begann „wie seine eigene Seele“ (1. Samuel 18:1). Das war der Anfang einer Freundschaft fürs Leben, die trotz des erheblichen Altersunterschieds bis zu Jonathans Tod auf dem Schlachtfeld bestehen blieb (2. Samuel 1:26). Was schweißte die beiden Männer so zusammen?
    Fußnote:
    David war ein junger Mann — „nur ein Knabe“ —, als er Goliath niederstreckte, und bei Jonathans Tod war er um die 30 (1. Samuel 17:33; 31:2; 2. Samuel 5:4). Jonathan, der mit circa 60 starb, war offensichtlich rund 30 Jahre älter als David.

    10 Die beiden verband ihre Liebe zu Gott und ihr starker Wunsch, ihm treu zu bleiben. Ihre Freundschaft war getragen von ihrer gemeinsamen Freundschaft zu Jehova. Beide hatten Eigenschaften, die sie füreinander liebenswert machten. Jonathan war garantiert sehr beeindruckt von dem Mut und dem Eifer des jungen David, der unerschrocken für Jehovas Namen eintrat. Und David hatte mit Sicherheit große Achtung vor seinem älteren Freund, der alles treu unterstützte, was Jehova vorgesehen hatte, und Davids Interessen selbstlos über seine eigenen stellte. Das zeigte sich zum Beispiel eindrucksvoll, als David auf der Flucht vor Jonathans wütendem Vater, dem bösen König Saul, in der Wildnis in einer ziemlich verzweifelten Lage war. Jonathan bewies damals, was für ein guter Freund er war. Er machte sich auf und ging zu David, „damit er seine Hand im Hinblick auf Gott stärke“ (1. Samuel 23:16). Man kann sich vorstellen, wie gut es David getan haben muss, als sein geschätzter Freund zu ihm kam, ihn aufrichtete und ihm den Rücken stärkte.
    Fußnote:
    Wie 1. Samuel 23:17 zeigt, machte Jonathan David mit folgenden Gedanken Mut: 1. Er redete ihm zu, keine Angst zu haben. 2. Er versicherte ihm, dass Saul nichts gegen ihn ausrichten könne. 3. Er erinnerte ihn an das Versprechen Gottes, ihn letztlich zum König zu machen. 4. Er beteuerte ihm seine Loyalität. 5. Er erklärte ihm, dass sich sogar Saul über diese Loyalität im Klaren war.

    11 Was zeigt uns das Beispiel von David und Jonathan? Bei Freunden kommt es vor allem darauf an, dass ihnen viel an der Freundschaft zu Gott liegt. Suchen wir uns Freunde, die genau wie wir an Jehova glauben, dieselben Werte vertreten und den gleichen starken Wunsch haben, treu zu ihm zu stehen, dann können wir einander Rückhalt geben und uns moralisch aufbauen (Römer 1:11, 12). Freunde, denen so viel an Gott liegt, finden wir unter unseren Glaubensbrüdern. Heißt das aber, dass jeder, der in den Königreichssaal kommt, automatisch guter Umgang ist? Nicht unbedingt.

    Die Wahl der richtigen Freunde

    12 Sollte es uns überraschen, dass wir uns auch in der Versammlung unsere Freunde gut aussuchen müssen? Eigentlich nicht. Genauso wie an einem Baum nicht alle Früchte zur gleichen Zeit reif werden, so wachsen und reifen auch in der Versammlung nicht alle gleich schnell (Hebräer 5:12 bis 6:3). Neueren und Schwächeren stehen alle in der Versammlung selbstverständlich liebevoll und geduldig zur Seite, damit sie im Glauben weiter wachsen (Römer 14:1; 15:1).

    13 Manchmal macht jemand vielleicht etwas, was nicht in Ordnung ist. Ein anderer ist verbittert oder hat ständig etwas zu kritteln. Man muss also mitunter vorsichtig sein, mit wem man sich umgibt. So war es schon in den Versammlungen im 1. Jahrhundert. Die meisten Christen damals waren treu und verhielten sich so, wie es sein sollte, einige aber nicht. In der Versammlung in Korinth lehnten manche bestimmte Lehren ab. Deshalb warnte der Apostel Paulus die Versammlung: „Lasst euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Korinther 15:12, 33). Und auch Timotheus machte er darauf aufmerksam, dass in der Versammlung nicht unbedingt immer alle vorbildlich sind. Mit solchen Brüdern sollte Timotheus keine Freundschaft pflegen, sondern sich von ihnen fernhalten (2. Timotheus 2:20-22).

    14 Wie lässt sich das, was Paulus damals zu bedenken gab, im Grundsatz auf uns übertragen? Vermeiden wir engen Kontakt zu jedem, der einen schlechten Einfluss auf uns haben könnte — innerhalb oder außerhalb der Versammlung (2. Thessalonicher 3:6, 7, 14). Wir dürfen unsere Freundschaft zu Jehova nicht aufs Spiel setzen! Vergessen wir nicht, dass wir wie ein Schwamm die Denk- und Handlungsweisen anderer, mit denen wir viel zusammen sind, aufsaugen. Taucht man einen Schwamm in Essig, kann man nicht erwarten, dass er sich mit Wasser vollsaugt. Genauso wenig können wir erwarten, dass schlechter Umgang auf uns positiv abfärbt (1. Korinther 5:6).

    15 Zum Glück ist die Auswahl an guten Freunden unter unseren Brüdern sehr groß (Psalm 133:1). Wie kannst du Freunde finden, die dich in deiner Freundschaft zu Jehova auch wirklich bestärken? Wenn du an deinem Charakter und deinem Verhalten arbeitest, werden andere, die Jehova genauso Freude machen möchten, sicher auf dich aufmerksam. Natürlich musst du auch auf andere zugehen. (Dazu auch Seite 30: „Wie wir gute Freunde gefunden haben“.) Such dir Freunde mit Eigenschaften, die du in dir selbst sehen möchtest. Halte dich an die Empfehlung der Bibel, weit zu werden, und schau bei der Wahl deiner Freunde in der Bruderschaft nicht auf Hautfarbe, Nationalität oder Kultur (2. Korinther 6:13; 1. Petrus 2:17). Such dir außerdem nicht nur Freunde in deinem Alter. Auch Jonathan war um einiges älter als David. Viele Ältere können mit ihrer Lebenserfahrung und Lebensweisheit eine Freundschaft ungemein bereichern.

    Kasten auf Seite 30
    Wie wir gute Freunde gefunden haben

    „Anfangs ist es mir schwergefallen, in der Versammlung Freundschaften zu schließen. Aber dann habe ich mich mehr im Predigtdienst eingesetzt und gemerkt, dass ich dadurch geduldiger, selbstloser und liebevoller geworden bin und nicht so schnell aufgebe. Daran arbeite ich auch jetzt noch und habe so etliche gute Freunde gefunden, die auf der gleichen Wellenlänge sind“ (Shivani).
    ▪ „Ich habe immer darum gebetet, in der Versammlung Freunde zu finden. Aber ich hatte lange das Gefühl, dass ich auf meine Gebete keine Antwort bekam. Irgendwann ist mir dann aufgegangen, dass ich selber eigentlich gar nichts dafür gemacht habe. Ich bin nicht auf andere zugegangen. Erst seit ich nicht nur bete, sondern auch was tue, merke ich ganz genau, dass Jehova meine Gebete erhört“ (Ryan).

    Wenn Schwierigkeiten auftauchen

    16 Da die Versammlung eine Mischung aus verschiedenen Persönlichkeiten unterschiedlichster Herkunft ist, bleiben Probleme mitunter nicht aus. Vielleicht sagt oder tut jemand etwas, was uns verletzt (Sprüche 12:18). Manchmal liefern starke Persönlichkeitsunterschiede, Missverständnisse oder Meinungsverschiedenheiten Zündstoff für Konflikte. Wird so etwas für uns dann zum Stolperstein? Ziehen wir uns gar von der Versammlung zurück? Nicht, wenn wir Jehova und alle, die er liebt, wirklich ins Herz geschlossen haben.

    17 Als unser Schöpfer, der uns am Leben erhält, verdient Jehova unsere Liebe und volle Ergebenheit (Offenbarung 4:11). Auch die Versammlung hat unsere rückhaltlose Unterstützung verdient, zumal Jehova sie gern gebraucht (Hebräer 13:17). Wenn uns also jemand verletzt oder enttäuscht, bleiben wir nicht aus Protest von der Versammlung weg. Das würden wir nicht übers Herz bringen. Schließlich hat uns ja Jehova nichts getan! Wir lieben ihn und würden ihm und seinem Volk nie den Rücken kehren! (Psalm 119:165).

    18 Aus Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern bemühen wir uns um Frieden in der Versammlung. Jehova verlangt von denen, die er liebt, keine Perfektion — und wir sollten das auch nicht. Aus Liebe sehen wir über kleine Fehler hinweg, denn wir sind alle unvollkommen und machen Fehler (Sprüche 17:9; 1. Petrus 4:8). Liebe hilft uns, „einander bereitwillig zu vergeben“ (Kolosser 3:13). Das ist nicht immer leicht. Lassen wir negative Gefühle zu stark werden, kann es sein, dass wir uns in unserem Groll verrennen und denken, wir könnten den anderen damit bestrafen. Damit schaden wir aber nur uns selber. Vergeben wir lieber, wenn irgend möglich, denn dadurch wird viel Gutes erreicht (Lukas 17:3, 4). Wir haben innere Ruhe, der Frieden in der Versammlung bleibt gewahrt und vor allem erhalten wir uns unsere Freundschaft zu Jehova (Matthäus 6:14, 15; Römer 14:19).

    Wann man den Kontakt abbrechen sollte

    19 Mitunter ist es nötig, den Kontakt zu jemandem aus der Versammlung abzubrechen. Zum Beispiel wenn jemand ausgeschlossen wird, weil er ein Gesetz Gottes bricht und keinerlei Reue zeigt, oder wenn er sich vom wahren Glauben distanziert, indem er falsche Lehren verbreitet oder die Gemeinschaft verlässt. Gottes Wort weist uns klar und deutlich an, mit solchen keinen Umgang mehr zu haben (1. Korinther 5:11-13; 2. Johannes 9-11). Es ist bestimmt alles andere als leicht, die Verbindung zu einem Freund oder Verwandten abzubrechen. Werden wir trotzdem konsequent bleiben und so zeigen, dass uns die Treue zu Jehova und seinen gerechten Gesetzen über alles geht? Vergessen wir nicht, dass Jehova Treue und Gehorsam hoch einstuft.

    20 Genau besehen ist der Gemeinschaftsentzug eine von Liebe getragene Regelung Jehovas. Wieso kann man das sagen? Einen uneinsichtigen Sünder auszuschließen ist ein Zeichen von Liebe zu Jehovas heiligem Namen und zu allem, wofür er steht (1. Petrus 1:15, 16). Außerdem bleibt die Versammlung dadurch geschützt und wird zu einer sicheren Oase in der bösen Welt von heute. Treue Brüder und Schwestern werden vor dem schlechten Einfluss willentlicher Sünder abgeschirmt und können ihrem Gott ungehindert dienen (1. Korinther 5:7; Hebräer 12:15, 16). Diese strenge Maßnahme ist auch ein Ausdruck der Liebe gegenüber dem, der gesündigt hat. Vielleicht ist das genau das, was er braucht, um zur Besinnung zu kommen und zu Jehova zurückzukehren (Hebräer 12:11).

    21 Es ist eine Tatsache: Unser Umgang kann uns enorm prägen. Darum müssen wir uns gut überlegen, mit wem wir Freundschaft schließen. Wenn wir Jehovas Freunde zu unseren Freunden machen und die lieben, die Gott liebt, umgeben wir uns mit den besten Freunden, die es gibt. Was wir von ihnen übernehmen, wird uns darin bestärken, so zu leben, dass sich Jehova über uns freut.

  5. Juleam 4. Dezember 2011 um 11:04 Link zum Kommentar

    Meine Erklärung:

    Wie lassen sich die Grundsätze in den folgenden Bibeltexten auf das Thema Freizeitgstaltung anwenden?

    • (Philipper 4:8)

      Schließlich, Brüder, alles, was wahr, alles, was von ernsthaftem Interesse ist, alles, was gerecht, alles, was keusch, alles, was liebenswert ist, alles, worüber gut gesprochen wird, wenn es irgendeine Tugend und irgend etwas Lobenswertes gibt, diese Dinge erwägt weiterhin.

      sind die Dinge, mit denen ich mich beschäftige, positiv? Bringen sie mich meinem Gott näher – oder verstoßen sie gegen das, was für Jehova annehmbar ist?

    • (Matthäus 6:33)

      So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese [anderen] Dinge werden euch hinzugefügt werden.

      was hat bei mir den höchsten Stellenwert? Was steht bei mir im Vordergund? Ist das Königreich Gottes, die Freundschaft mit Jehova das Wichtigste in meinem Leben?

    • (Sprüche 13:20)

      Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden, wer sich aber mit den Unvernünftigen einläßt, dem wird es schlecht ergehen.

      sind meine Freunde auch Gottes Freunde – oder müsste ich mich vor Jehova und Jesus dafür schämen, mit wem ich meine Zeit verbringe?

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