„aber ich muß doch…“

 Christus hat uns losgekauft-a- von dem Fluche des Gesetzes, indem Er für uns ein Fluch wurde; denn es steht geschrieben-b-: «Verflucht ist jeder, der am Holze hängt!», -a) Röm 8,3; 2 Kor 5,21; Gal 4,5.   b) 5Mo 21,23.
Abraham Meister – Galater 3,13

Christus hat uns von dem Fluch losgekauft, unter den uns das Gesetz gestellt hatte. Denn er hat an unserer Stelle den Fluch auf sich genommen. Es heißt ja in den Heiligen Schriften: »Wer am Holz hängt, ist von Gott verflucht.«
Gute Nachricht Bibel – Gal 3,13

Christus hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist (denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der am Holze hängt!“); (5. Mose 21,23)
Elberfelder 1871 – Gal 3,13

Was muß ich tun, um mit Jehovah befreundet zu sein? Muß ich dazu einen Tag absondern? Muß ich eine bestimmte Gemeinde/Kirche besuchen? Muß ich bestimmte Bücher lesen? Oder mit andern über sein Wort reden? Was muß ich tun, damit ich mit Gott befreundet sein kann?
Die Antwort der Bibel:

Erlösung durch Christus im Vergleich zu dem Fluch, den das Gesetz bringt – Gal 3,10-14
Die Galater, die versuchten das Gesetz zu halten, kamen unter den Fluch Gottes, weil es unmöglich ist, das ganze Gesetz zu halten!!! In Gal 3,10 zitiert Paulus aus dem Gesetz:
Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben:»Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!« (Zitat aus 2 Mose 27,26)
Es gibt aber einen, der das Gesetz vollkommen halten konnte – Jesus! Weil Jesus das Gesetz vollkommen hielt und niemals sündigte, kam kein Fluch auf ihn. Aber er durfte den Fluch auf sich nehmen, den wir verdient haben!
Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist – denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!» (Gal 3,13, mit Zitat aus 5 Mose 21,23)
Weil Jesus den Fluch auf sich genommen hat, den wir verdienten, sollte niemand versuchen, dem Fluch durch seine Werke zu entfliehen, sondern Jesus vertrauen. Jesus hat den Fluch für die Sünde aller Menschen auf sich genommen.

ERF – Bibelkunde Neues Testament Teil II

Paulus weiß, daß das Gesetz den verflucht, der es nicht vollkommen erfüllt. Aber Gott hat von Anfang an Abraham etwas schenken wollen und ihm deshalb etwas verheißen. Das hat dieser Mann erfaßt. Er hat sich darauf verlassen und ist dadurch zum „Vater des Glaubens“ geworden. Und: Gott hat von einem gesprochen, der am Fluchholz sterben würde. Das ist in Jesus geschehen. Damit hat alle Selbstquälerei ein Ende. Wenn wir uns Jesus glaubend anvertrauen, bekommen wir den Heiligen Geist geschenkt. Wie Abraham vertrauen und gehorchen, darin liegt das Leben.

Bruns – Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Das Verhältnis der Arbeit des Messias zum Gesetz In den Versen 13–14 zeigt Paulus dann, wie das Werk des Messias mit dem Gesetz zusammenhängt: Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes erlöst und ist zu einem Fluch für uns geworden; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der an einem Baum hängt: damit auf die Heiden der Segen Abrahams in Christus Jesus kommt; damit wir die Verheißung des Geistes durch Glauben empfangen. In Vers 13 ist der Schlüssel die Tatsache, dass der Messias ein Fluch für uns wurde. Das Pronomen us bezieht sich auf jüdische Gläubige, weil es Juden waren, nicht Nichtjuden, die unter dem Gesetz standen. Der Messias wurde ein Fluch für uns jüdische Gläubige; das Wort für im Griechischen bedeutet „an unserer Stelle“. Er wurde ein Fluch an unserer Stelle; Er war der „Vertreter“ an unserer Stelle; Er nahm die Strafe des Gesetzes und erlitt einen Tod. Nichtjuden, die sich unter das Gesetz stellten, wie diese galatianischen Nichtjuden es vorhatten, würden sich wiederum unter einen Fluch stellen, von dem der Messias die Juden bereits befreit hatte. Dann weist er darauf hin, wie der Messias „zum Fluch wurde“. Gemäß Deuteronomium 21: 22-23 steht jeder, der an einem Baum hängt, unter einem Fluch, und dies ist die Art von Tod, bei dem Jeschua starb. Das Versäumnis, das Gesetz einzuhalten, bedeutete den Tod. Nach dem Tod hing am Baum, um den Punkt des Fluches zu zeigen. Natürlich hielt der Messias das Gesetz perfekt und hatte jedes Recht zu leben. Er starb jedoch unter dem Gesetz, aber sein Tod war ein Ersatz und er nahm den Fluch, indem er an einem Baum hing. Auf diese Weise wurden die jüdischen Gläubigen vom Fluch des Gesetzes erlöst. In Vers 14 gibt es zwei Ergebnisse, wenn der Messias den Fluch auf sich nimmt. Erstens erhielten die Heiden den Segen Abrahams im Messias, was durch den Glauben gerechtfertigt ist. Und zweitens erhielten die Juden die Verheißung des Geistes [durch] Glauben. Sie konnten es nicht durch Gesetz bekommen, aber sie konnten es durch Glauben bekommen, was der Inhalt des Versprechens war.

Fruchtenbaum – messianische Bibelstudien

Der Messias hat uns von dem in der Thora ausgesprochenen Fluch erlöst. Diejenigen, die Vertrauen haben und keine Legalisten sind, stehen nicht unter dem Fluch, weil der Messias diejenigen, die ihm vertrauen, von dem in der Thora ausgesprochenen Fluch erlöst hat (5. Mose 27–28). 3:14 In Vereinigung mit ihm könnten die Heiden den Segen erhalten. Der Messias muss unter den Fluch geraten (Vers 13), um die volle Strafe für die Sünde zu zahlen, die von Gottes Gerechtigkeit verlangt wird. Gemäß Vers 14 wurde dies getan, damit die „Heiden den Segen erhalten, der Abraham angekündigt wurde“, versprochen in Gen. 12: 1–3.

Die vollständige jüdische Studienbibel: Notizen

Furcht und Panik

Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich; und als er anfing zu sinken, schrie er und sprach: Herr, rette mich! Alsbald aber streckte Jesus die Hand aus, ergriff ihn und spricht zu ihm: Kleingläubiger, warum zweifeltest du?
Elberfelder 1871 – Matthäus 14,30–31

Plötzlich bemerkte Petrus aber die großen Wellen, die um ihn herum waren. Er verlor Jesus aus dem Blick und bekam plötzlich voll die Panik. „Hilfe, Jesus, ich ertrinke!“, schrie er und ging unter. Jesus ging schnell zu ihm hin, packte seine Hand und zog ihn aus dem Wasser raus. Er sagte dann zu Petrus: „Hast du so wenig Vertrauen, Petrus? Ich hab’s dir doch gezeigt! Mir kannst du echt glauben!“
VolxBibel – Matthäus 14,30–31

Petrus stieg aus dem Boot, ging über das Wasser und kam zu Jesus. 30 Als er dann aber die hohen Wellen sah, bekam er Angst. Er begann zu sinken und schrie: »Hilf mir, Herr!« Sofort streckte Jesus seine Hand aus, fasste Petrus und sagte: »Du hast zu wenig Vertrauen! Warum hast du gezweifelt?«† 32 Dann stiegen beide ins Boot, und der Wind legte sich.
Gute Nachricht Bibel – Matthäus 14,29–32

Mt 14,29b-31: Und Petrus stieg aus dem Schiff und ging über das Wasser und kam zu Jesus. Als er aber den Wind sah, erschrak er und fing an zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Aber Jesus streckte sofort seine Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Kleingläubiger, wozu hast du gezweifelt?
Als er Jesus vor sich auf dem See stehen sah, wünschte Petrus sich neben ihn zu stellen; als er aber den Sturm sah, vergaß er Jesu Nähe und Befehl und sank, so dass Jesus ihn retten muss. Jesus macht ihm den Grund deutlich, weshalb sein Gang für ihn gefährlich wurde. Er war es für den Kleingläubigen, für den, der des Sturmes wegen das Wort Jesu für schwach hielt und es ihm nicht zutraute, dass er ihn auch jetzt erhalte. Ohne Grund und Nutzen hat er seine Gedanken geteilt, sowohl die Macht des Sturmes als die Macht Jesu erwogen und nicht nur an den Befehl Jesu, sondern auch an die Gefährlichkeit seines Ganges gedacht. Er hätte sich ohne Teilung seines Herzens mit festem Griff an das Wort Jesu halten sollen.
Mt 14,32-33: Und als sie in das Schiff einstiegen, legte sich der Wind. Die aber, die im Schiff waren, warfen sich vor ihm nieder und sagten: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn.
In dieser Stunde brachten die Jünger Jesus die Anbetung dar; sie sahen von seinen Taten zu dem Grund seiner Macht empor und wurden gewiss, dass er aus Gott hervorgegangen ist und mit seinem ganzen Leben an ihm hängt.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament


Gleich nach der Speisung der 5000 sandte Jesus die Jünger in einem Boot weg über das Galiläische Meer auf die westliche Seite nach Betsaida. Jesus selbst wollte die Menschenmenge verabschieden und danach allein beten.
Mitten auf dem Meer kamen die Jünger in einen Sturm. Sie hatten Schwierigkeiten beim Rudern, weil der Wind ihnen entgegen kam. Nach mehreren Stunden in diesem Sturm sahen sie um die vierte Nachtwache (zwischen 3:00 Uhr und 6:00 Uhr) eine Gestalt, die ihnen auf dem Meer entgegen kam. Sie erschraken und befürchteten, dass diese Gestalt ein böser Geist sei, der sie angreifen wollte.
Als Jesus sie mit „Fürchtet euch nicht!“ ansprach, waren sie erleichtert. Petrus wollte sogar auf dem Meer zu Jesus gehen, aber obwohl ihm dies anfänglich tatsächlich gelang, bekam er Furcht und begann zu sinken (Mt 14,28-30). Jesus fragte ihn darauf, warum er denn so kleingläubig sei! Als Jesus und Petrus in das Boot stiegen, hörte der Sturm auf. Die Jünger waren erstaunt. „Sie warfen sich vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“ (Mt 14,33). Wie die Speisung der 5000 half dieses Ereignis den Jüngern, Jesus zu vertrauen und für das neue Zeitalter der Gemeinde vorbereitet zu sein. Sie brauchten aber noch viel geistliches Wachstum. Der Grund ihrer Glaubensschwierigkeiten war ihr verhärtetes Herz (6,52).

ERF – Bibelkunde Neues Testament Teil I

In dieser denkwürdigen Nacht des Sturms (6: 15-25), als Jesus über die wilde Oberfläche zu ihnen gegangen war, war Petrus etwas passiert. Es ging nicht so sehr darum, was mit ihm passiert war, sondern vielmehr darum, was sich in ihm abgespielt hatte. Denn an diesem Abend bat der schwanzsichere Sohn des Meeres den Meister des Windes und des Wassers, einen Impuls zu lindern, den die meisten von uns zu der einen oder anderen Zeit gespürt hatten – auf dem Wasser zu gehen. Der Herr befahl ihm: „Komm“, und Simon stürzte sich über die Seite des Schiffes und begann, über die weißen Kappen zu laufen. Es ging ihm auch gut, „aber als er den Wind heftig sah, hatte er Angst; und als er anfing zu sinken, rief er und sprach: Herr, rette mich! “(Matthäus 14:30). Peter, der Mann mit der Entschlossenheit eines Rammbocks, war von dem angreifenden Strom eingeschüchtert. In einem schrecklichen Moment wurde er desorientiert und gefährdet. Sein eisiges Eintauchen ließ seine Sinne in einer Kälte hilfloser Einsamkeit erstarren. Die Fähigkeit des Fischers, seine Situation zu kontrollieren, war ebenso weit außerhalb seiner Reichweite wie die Sicherheit des fernen Ufers. Es war ein zum Scheitern verurteilter Mann, der „Angst“ hatte. Es war ein durch und durch verzweifelter Mann, der über der Explosion des Sturms kreischte: „Herr, rette mich.“ Es war ein anderer Mann, der das Boot wieder betrat, durchnässt, aber befreit. Ein gedämpfter Schüler saß erleichtert und sicher inmitten seiner Mitmenschen. Ja, er würde Blitze des alten Donners und Feuers zeigen und in zukünftigen Tagen sogar versagen, aber in dieser dunklen Nacht tauchte auf verwandelnde Weise ein ertrinkender Fischer in den Händen seines Erretters als Apostel Gottes auf. Passenderweise und mit einer Überzeugung, die nicht aus Beobachtung, sondern aus persönlicher Interaktion geboren wurde, sprach sich Simon Peter aus. „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast die Worte des ewigen Lebens. Und wir glauben und sind sicher, dass du dieser Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes “(6: 68–69). Es gibt niemanden, zu dem wir gehen können – „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ Es gibt sonst niemanden zu hören – „Du hast die Worte des ewigen Lebens.“ Es gibt niemanden, dem man vertrauen kann: „Wir glauben und sind sicher, dass du dieser Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Dies war ihre Antwort auf das zweite Passahfest des Messias. Diese elf gläubigen jüdischen Herzen artikulierten ihren Glauben an Peters großes Geständnis. Er sprach auch für andere, denn obwohl die Menge abreiste, gab es, wie immer unter den Juden, diesen kostbaren Überrest, der mit nichts weniger als Gottes lebendigem Brot zufrieden sein würde.

Das Evangeliumsministerium der Freunde Israels

Eine siebte Haltung, die wir in der Schrift sehen, ist, dass Petrus betete, während er auf dem Wasser ging (Mat. 14:30). Die meisten von uns werden niemals auf dem Wasser laufen. Aber auch hier sollten wir in einer Situation, in der wir uns in einer einzigartigen Haltung befinden, beispielsweise auf der Seite eines Berges, in der Lage sein, ein Gebetswort auszusprechen. Wir sollten unter allen Umständen mit Gott kommunizieren können.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Und wohin schaue ich, wenn ich Angst habe? Auf die Wellen, den Wind, oder zum Schöpfer, der Alles in seiner Hand hat?

für ALLE sichtbar

Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in Wolken mit großer Macht und Herrlichkeit.
Elberfelder 1871 – Markus 13,26

Dann werden alle es sehen:
Der Menschensohn (Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.) kommt auf den Wolken
mit großer Macht und Herrlichkeit (Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt sich die Bibel auch als strahlenden Lichtglanz vor.).
BasisBibel – Markus 13,26

Der Auserwählte Gottes wird dann sein Comeback feiern. Er wird aus dem Himmel auf die Erde kommen, für alle sichtbar.
VolxBibel – Markus 13,26

Und alsdann werden sie sehen den Sohn des Menschen kommen-a- in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit! -a) Dan 7,13.14; Mt 16,27; 24,30; Mk 14,62; Apg 1,11; 1 Thess 4,16; 2 Thess 1,7.10; Offb 1,7.
Abraham Meister – Mk 13,26

Mit dem zweiten Kommen wird es wieder die Manifestation der Shechinah-Herrlichkeit in seiner sichtbaren und physischen Gegenwart geben. In Matthäus 16,27 heißt es: Denn der Menschensohn wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen; und dann wird er jedem Menschen nach seinen Taten geben. Der Punkt dieser Passage ist, dass der Menschensohn in der Herrlichkeit seines Vaters kommen wird. Genau wie in Johannes 1:14, als die Menschen die Herrlichkeit des Vaters beim ersten Kommen sehen konnten, wird Jesus mit derselben Herrlichkeit des Vaters zurückkehren und von den Menschen wieder gesehen werden. Ein anderer Abschnitt, der die Herrlichkeit der Schechina mit dem zweiten Kommen in Verbindung bringt, ist Matthäus 24:30: und dann wird das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen; und dann werden alle Stämme der Erde trauern, und sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit Kraft und großer Herrlichkeit. Kurz vor dem zweiten Kommen wird das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen, und dieses Zeichen wird sicherlich die Schechina-Herrlichkeit sein, „denn der Menschensohn wird mit Macht und großer Herrlichkeit in die Wolken des Himmels kommen.“ Parallele Passagen sind Markus 13:26 und Lukas 21:27.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

Die Wiederkunft (13,24–27)

13,24.25 »Nach jener Bedrängnis« wird es erschreckende Störungen kosmischer Abläufe geben. Dunkelheit wird die Erde Tag und Nacht umgeben. »Die Sterne werden vom Himmel herabfallen, und die Kräfte in den Himmeln (die Kräfte, die die Planeten auf ihren Bahnen halten) werden erschüttert werden.«
13,26.27 Dann wird die in Schrecken versetzte Menschheit »den Sohn des Menschen kommen sehen«, wie er zur Erde zurückkehrt. Diesmal kommt er nicht als der demütige Nazarener, sondern als herrlicher Eroberer. Er wird »in Wolken« kommen, von Hunderttausenden Engelwesen und den verwandelten Gläubigen begleitet. Das wird ein Moment von überwältigender Macht und strahlender Pracht sein. Er wird Engel aussenden, um »seine Auserwählten (zu) versammeln«, d. h. all diejenigen, die ihn während der Drangsal als Herrn und Retter anerkannt haben. Von einem Ende der Erde bis zum anderen – vom Norden bis zum Süden, vom Osten bis zum Westen – werden sie kommen, um die Segnungen seiner wunderbaren tausendjährigen Herrschaft auf Erden zu erleben. Seine Feinde jedoch werden zu dieser Zeit vernichtet werden.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Das Ende dieser Welt
Mk 13:24-25 : Hier bedient sich Jesus einer apokalyptischen Sprache ( Jes 13,10; 34,4 ; vgl. 24,23 ; Hes 32,7-8 ), die manchmal auch für historische Ereignisse gebraucht wurde (z.B. in den Sibyllinischen Orakeln in Zusammenhang mit einem Erdbeben; vgl. Jer 4,20-28 ). Normalerweise ist diese Sprache in der antiken Literatur jedoch den Schilderungen des Weltendes oder der Verwandlung der gegenwärtigen Weltordnung und Heraufführung des ewigen Gottesreiches vorbehalten.
Wie bei Daniel scheint sich das Ende, das Jesus hier voraussagt, zu verzögern; der Tempel wurde zwar, wie angekündigt, zerstört, aber Jesus ist noch nicht wiedergekommen. Da die alttestamentlichen Prophezeiungen historische Ereignisse eher nach ihrem Inhalt als nach dem Zeitpunkt ihres Eintretens zusammenfassten, meint Jesus hier wahrscheinlich, dass auf die Zerstörung des Tempels und die sich daran anschließende Trübsal das Ende folgen wird, das damit jederzeit eintreten kann.
Mk 13:26 : Jesus beschreibt den Menschensohn in Begriffen, die in der jüdischen Literatur normalerweise Gott vorbehalten sind (er kommt in Herrlichkeit, und er sendet seine Engel voraus). Der Text enthält eine Anspielung auf Dan 7,13-14 , wo »einer … wie eines Menschen Sohn« (d. h. wie ein Mensch) von Gott das Gottesreich empfängt. Dieser Menschensohn tritt als Stellvertreter Israels auf, der leidet und zugleich die Macht erhält, über die Welt zu herrschen ( 7,25-27 ).

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Gottes Geist soll auf ihm ruhen

Die Kraft von Gott wird in diesem Menschen sein, eine Kraft, die alle Fragen beantworten kann, die schlau ist, die für jedes Problem eine Lösung hat, die sehr viel Power hat und die voller Respekt vor Gott ist.
VolxBibel – Jesaja 11,2

Und auf Ihm ruht der Geist Jehovahs, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Macht, der Geist der Kenntnis und der Furcht Jehovahs. Jes 61,1; 42,1; Offb 1,4; Mt 12,18; Kol 2,9.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jes 11,2

Und es ruht auf ihm der Geist Jehovas, der Geist der Weisheit und der Klugheit, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis; und der Furcht Jehovas.
de Wette Bibel – Jes 11,2

Mag das Auftreten dieses Wurzelsprosses auch unscheinbar und in Schwachheit geschehen, er wird sich kraft des in ihm ruhenden Lebens doch zu jenem Stamm entwickeln, der innerhalb einer gerichteten Völkerwelt eine völlig neue Heilszeit einleitet und zur Vollendung führt. Das wird geschehen unter der Salbung, die auf dem kommenden Sprössling ruhen wird. „Auf ihm ruht der Geist des Herrn: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Tatkraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“17

Diese Salbung mit dem Geist des Herrn in seiner mannigfaltigen Wirkung wird das Geheimnis des kommenden Friedefürsten sein.

War doch einst die Salbung nichts anderes als das Symbol, dass der Gesalbte in der Abhängigkeit eines Höheren stehe und in der Kraft eines Höheren handle. Dieser andere oder Höhere war jedoch kein anderer als Gott, In dem kommenden Gesalbten wird mithin Gott selbst in seinem Heil und in seiner Herrschaft unter das gerichtete Israel treten und damit zugleich auch unter die bankrott gewordene Völkerwelt. Von der Erfüllung aus wissen wir als Kirche Christi, wie dieses Wort in Jesus und in dessen Vollmachten Wirklichkeit wurde. Ob er sprach, ob er heilte, ob er sich verantwortete, ob er litt, ob er letzthin starb – er stand in [32] der Abhängigkeit von seinem Vater und diente in der Vollmacht seines Vaters.

Denn die Vollmacht des Gesalbten wird Geistesvollmacht sein, d. h. ein Handeln aus der Wirklichkeit dessen heraus, der seinen Geist auf dem Verheißenen ruhen lässt. Welche Energien der kommende Friedefürst auch entfalten wird, um seine Sendung und Mission zum Heile Israels und der Völkerwelt zu erfüllen – der Geist ruht auf ihm in seiner mannigfaltigen Kraft Und Wirkung. Um diese Kraft und Wirkung in ihrer Fülle und Mannigfaltigkeit zu beschreiben, wird der Geist des Herrn zunächst ein Geist der Weisheit und der Einsicht genannt. Ist Weisheit jenes Vermögen, dass man sein ganzes Handeln so einzustellen vermag, dass es bis in seine einzelnen Wirkungen dem Ziele des Handelnden dienen muss, so ist Einsicht das. Vermögen, die Unterschiede der Dinge in ihrer wirklichen Erscheinung zu erkennen. Gerade in einer Welt, die in ihren endgeschichtlichen Auswirkungen eine Welt des Scheins sein wird, um ihr unaufhaltbares Sterben zu verdecken, kann der Gesalbte ein völlig Neues zum Heil der Völker nur dann schaffen, wenn er das Charisma der Einsicht in das wahre Wesen der Dinge besitzt. Kraft seines Vermögens kann er als tot behandeln, was dem Tode angehört, und als Leben rechtfertigen, was Leben ist.

Daher wird sich derselbe Geist im praktischen Leben auswirken als ein Geist des Ratschlusses und der Tatkraft. Wer erst durch den Geist jeder gegebenen [33] Situation gegenüber Herr bleibt, wen erst keine Macht und keine Lebensform mit ihrem Schein zu trügen vermögen, der vermag auch Entschlüsse zum rechtzeitigen und zum richtigen Handeln zu fassen. Der Gesalbte wird mithin nicht nur wissen, was er soll, er wird auch können, was er will. Er besitzt die Vollmacht um zu verwirklichen, was nach seinem Ratschluss zum Heil der Einzelnen und der Völker erforderlich sein wird.

Kroeker – Christus, wer bist du

Die Ankündigung (Sach 3: 8–10). Diese bemerkenswerte Ankündigung an Josua und seine Mitpriester konzentriert sich auf Jesus Christus und zeigt drei verschiedene Bilder des kommenden Messias: den Priester, den Zweig und den Stein. Zacharias wird in 6: 9–15 mehr über den Priester sagen, daher werden wir unser detailliertes Studium für diese Passage aufbewahren. In ihrem priesterlichen Dienst waren Josua und seine Mitarbeiter „symbolisch für die kommenden Dinge“ (3: 8, NIV). „Der Zweig“ ist ein Bild des Messias, das häufig in den Propheten zu finden ist (Jes 11: 1–2). Hier wird der Messias „mein Diener der Zweig“ genannt. Er ist auch „der Zweig des Herrn“ (4: 2), „der Zweig der Gerechtigkeit“, der für David auferweckt wurde (Jer. 23: 5; 33:15), und „der Mann, dessen Name der Zweig ist“ (Sach 6: 12–13). Diese vier Titel entsprechen vier Aspekten der Person Christi, wie sie in den vier Evangelien zu sehen sind: Zweig der Gerechtigkeit für David – Matthäus, Evangelium des Königs Mein Diener, der Zweig – Markus, Evangelium des Dieners Der Mann, dessen Name der Zweig ist – Lukas, Evangelium vom Menschensohn Der Zweig des Herrn – Johannes, Evangelium vom Sohn Gottes

Sei heldenhaft

Dass dies vom Messias und vom messianischen Zeitalter spricht, stimmen die Rabbiner, sowohl die alten als auch die modernen, überein. Im Gegensatz zu den vorherigen Passagen gibt es kein Bild von einem sterbenden Messias, der von seinem Volk zurechtgewiesen und verachtet wird. Das Bild, das wir hier bekommen, zeigt einen regierenden Messias, der der ganzen Welt Frieden und Wohlstand bringt. Der Frieden erstreckt sich bis zum Tierreich. Die Gottlosen werden im Gericht entfernt und Differenzen zwischen den Nationen werden durch das maßgebliche Wort des Messias beigelegt. Das Wissen um den Gott Israels breitet sich aus, bis es die ganze Welt abdeckt. Die ganze Welt hat eine innige Kenntnis des Gottes, der die Welt geschaffen hat, nachdem der regierende Messias Frieden und Wohlstand gebracht hat. Eine zweite Passage, die das gleiche Bild liefert, findet sich in Psalm 72: 1–19: Gib dem König deine Urteile, o Gott, und deine Gerechtigkeit dem Sohn des Königs. Er wird dein Volk mit Gerechtigkeit und deine Armen mit Gerechtigkeit richten. Die Berge werden dem Volk und den Hügeln in Gerechtigkeit Frieden bringen. Er wird die Armen des Volkes richten, die Kinder der Bedürftigen retten und den Unterdrücker in Stücke zerbrechen. Sie werden dich fürchten, solange die Sonne andauert und solange der Mond über alle Generationen hinweg. Er wird wie Regen auf das gemähte Gras herabkommen, als Schauer, die die Erde bewässern. In seinen Tagen werden die Gerechten gedeihen und Fülle des Friedens, bis der Mond nicht mehr ist. Er wird auch von Meer zu Meer und vom Fluss bis an die Enden der Erde herrschen. Die in der Wüste wohnen, werden sich vor ihm verneigen; und seine Feinde werden den Staub lecken. Die Könige von Tarsis und der Inseln werden Tribut zollen. Die Könige von Saba und Seba werden Geschenke anbieten. Ja, alle Könige werden vor ihm fallen; Alle Nationen sollen ihm dienen. Denn er wird die Bedürftigen retten, wenn er schreit, und die Armen, die keinen Helfer haben. Er wird Mitleid mit den Armen und Bedürftigen haben und die Seelen der Bedürftigen wird er retten. Er wird ihre Seele von Unterdrückung und Gewalt erlösen; und kostbar wird ihr Blut in seinen Augen sein; und sie werden leben; und ihm wird vom Gold Sabas gegeben werden; und die Menschen werden beständig für ihn beten; sie werden ihn den ganzen Tag segnen. Auf der Spitze der Berge wird es reichlich Getreide auf der Erde geben. Die Früchte davon werden zittern wie der Libanon. Und die der Stadt werden gedeihen wie das Gras der Erde. Sein Name wird für immer Bestand haben; sein Name wird so lange fortbestehen wie die Sonne; und die Menschen werden in ihm gesegnet sein; Alle Nationen werden ihn glücklich nennen. Gepriesen sei Jehova Gott, der Gott Israels, der nur wundersame Dinge tut; und gesegnet sei sein herrlicher Name für immer; und lass die ganze Erde mit seiner Herrlichkeit erfüllt sein. Amen und Amen. Dieser Psalm wird angewendet, um von der gerechten Herrschaft des Messias im Talmud zu sprechen, und die Targums machen den ersten Vers, der wie folgt lautet: „Gib dem König Messias das Urteil deines Urteils und dem Sohn Davids den Gerechtigkeit König.“ Der Midrasch auf den Psalmen folgt diesem Beispiel und verbindet diesen Psalm mit Jesaja 11: 1, der zuvor zitiert wurde. Unter den vielen unterschiedlichen Namen, die die Rabbiner des Talmud dem Messias gaben, befand sich auch der Name Yinnon, der der hebräischen Darstellung von Vers 17 in diesem Psalm entnommen war. Daher bietet diese Passage auch eine andere Sicht auf den Messias als die anderen, die weiter oben in diesem und im vorherigen Kapitel besprochen wurden. Dies ist also ein zweifaches Bild, das für jeden, der versucht zu formulieren, was das Alte Testament über den Messias zu sagen hat, ein großes Problem darstellt. Andere Passagen, die sich mit dem Königtum des Messias befassen, geben uns zwei weitere Aspekte der Person des Messias: Eine davon ist die Sohnschaft des Messias mit Gott, und die andere beinhaltet das Konzept des Gottmenschen. Um ein vollständiges Bild des alttestamentlichen Konzepts des Messias zu erhalten, müssen diese beiden Punkte erörtert werden, auf die wir kurz eingehen werden.

Jesus war Jude

ein Lamm oder ein Löwe?

Da sagte einer der Ältesten zu mir: „Weine nicht! Sieh doch, einer hat gesiegt! Es ist der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross, der aus dem Wurzelstock Davids herauswuchs. Er wird die sieben Siegel aufbrechen und das Buch öffnen.“
Neue evangelistische Übersetzung – Offb 5,5

Und einer von den Ältesten sprach zu mir: «Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamme Judah-a-, die Wurzel Davids-b-, aufzutun das Buch und zu lösen seine sieben Siegel-c-!» -a) 1Mo 49,9.10; Hebräer 7,14.   b) Jes 11,1 10; Röm 15,12; Offb 22,16.   c) V. 1; Offb 6,1
Abraham Meister – Neues Testament – Offenbarung 5,5

Und einer von den Ältesten sprach zu mir: Weine nicht! Siehe, der Löwe, der da ist aus dem Stamme Judah, die Wurzel Davids, hat überwunden, das Buch aufzutun und seine sieben Siegel zu lösen! Offb 5,1; 6,1; 22,16; 3,21; Joh 17,4; 1Mo 49,9.10; Jes 11,1.10; Röm 15,12; Heb 7,14.
Tafelbibel – Offb 5,5

Wenn Satan auch ein besiegter Feind ist, so unternimmt er doch weiterhin alles, um den Gläubigen und dem Werk Gottes zu schaden. Petrus schreibt an die verfolgten Gläubigen: „Seid nüchtern, wacht; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“ (1 Petrus 5,8). Auch heute noch werden viele Christen auf dieser Erde – teils grausam – verfolgt. Beten wir anhaltend für sie, dass sie standhaft bleiben! Sind wir von Herzen dankbar, dass wir in unseren Ländern Frieden und Freiheit haben?
Bald wird eine Zeit kommen, da wird ein anderer Löwe auftreten, der Löwe, der überwunden hat, der aus dem Stamm Juda ist (s. Off 5,5). Der Herr Jesus wird dann als der gerechte und unbestechliche Richter schreckliche Gerichte über diese Erde bringen und auch der Teufel wird seine Endbestimmung finden.
Wir dürfen jetzt schon unsere Knie vor Ihm beugen und Ihn aus tiefem Herzen anbeten!

Bleib in mir 2021

In der Frühzeit der jüdischen Kunst waren die Thoraschreine (in denen die Gesetzes rollen aufbewahrt wurden) mit den Bildern von Löwen geschmückt, die als Symbole von Kraft und Autorität galten; hier drängt sich allerdings ein nahe liegenderer Hintergrund auf. Der »Löwe aus dem Stamm Juda« ist eine Anspielung auf 1.Mose 49,9-10 die prophetische Ankündigung der davidischen Dynastie; die Stelle wurde in der späteren jüdischen Literatur messianisch gedeutet (* 4.Esra , die Rabbinen ). Das Bild von der »Wurzel Davids« bezieht sich auf Jes 11,1.10 (Isai war der Vater Davids), eine Passage, aus der hervorgeht, dass der Messias kommen wird, nachdem das davidische Geschlecht erloschen schien; in späteren Schriften (z.B. Jesus Sirach) wird das Bild z. T. ebenfalls messianisch gebraucht; in den Schriftrollen vom Toten Meer finden sich beide Bilder kombiniert. Die Offenbarungen in apokalyptischen und anderen Schriften enthalten häufig Dialoge mit himmlischen Gegenübern (z.B. Dan 7,16; Sach 4,11; 5,2 ).

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Löwe. Der L. war in der bibl. Zeit in ganz Palästina zu Haus, namentlich wird er genannt als im Jordantal lebend (Jer. 49, 19), aus dem er herauskommt, die Herden zu berauben und furchtlos die Hirten anzugreifen (Jes. 31, 4). Heutzutage ist diese gefährlichste aller Katzen (diese sprichwörtliche Gefährlichkeit gibt auch eine Ausrede für den Faulen, Spr. 22, 13; 26, 13) nahezu ausgerottet, während die häufige Erwähnung des L. und dessen genaue Beschreibung in der Schrift auf seine frühere zahlreiche Verbreitung u. Gefährdung der Einwohner hinweist. Andererseits machte das Tier in seiner ganzen Erscheinung einen so gewaltigen Eindruck, daß er als Bild königl. Hoheit gilt, mit dem Stamme Juda, ja Off. 5, 5 mit Christus selbst verglichen wird und die Cherubim Löwengesichter tragen. Die Beobachtung der Natur des L. ist vollkommen zutreffend. Das Gebrüll, mit dem der L. bei einbrechender Dunkelheit (Ps. 104, 21) seinen Raubzug ankündigt (Ps. 22, 14), hat dem L. einen eigenen Namen zugezogen, „schachal“ der Brüller. Der Schreckenston des Löwengebrülls wird zu Gottes Donnerstimme, Hi. 37, 4, vgl. Am. 1, 2; 3, 4. Die Schrift kennt die ganze Lebensweise und Lebensgeschichte des L., Hes. 19, 2. 3. Die Art, wie er im Dickicht lauert, Hi. 38, 39, im Sprung sein Opfer überfällt, Jer. 4, 7, mit seinem Gebiß die Halswirbel zerbricht, Jes. 38, 13, dann mit dumpfem Knurren sich auf seine Beute legt, Jes. 31, 4, diese dann ruhig in seinem Rachen fortschleppt, um sie erst in sicherem Versteck zu verzehren, 1 Mo. 49, 9. Ebenso bekannt ist die liebevolle Sorge der Löwenmutter für ihre Jungen, ihre Erziehung zum Raub, Na. 2, 12, so daß furchtlose Kriegshelden am liebsten damit verglichen werden, 1 Makk. 3, 4; 2 Makk. 11, 11, Löwenbilder den gewöhnlichen Schmuck des Königthrons bilden, 1 Kö. 10, 19, Löwengruben in Residenzen der pers. Könige waren, Da. 6, 8 ff.

Calwer Bibellexikon

5, 5 A: Der Löwe aus dem Stamm Juda.

Jalquṭ Schim Gn 49, 9 (1 § 160): Ein Löwenjunges ist Jehuda Gn 49, 9; das ist der Messias b. David, der aus zwei Stämmen hervorgehn wird: sein Vater ist aus Juda u. seine Mutter aus Dan, u. beide (Stämme) werden „Löwe“ genannt, wie es heißt: Ein Löwenjunges ist Jehuda, u. ferner heißt es: Dan ist ein Löwenjunges Dt 33, 22.

5, 5 B: Die Wurzel Davids.

Targ Jes 11, 10: Es wird geschehn zu jener Zeit, da wird ein Nachkomme Isais dastehn als ein Zeichen (Panier) für die Völker; ihm werden Könige sich unterwerfen u. die Stätte seiner Wohnung wird in Herrlichkeit sein. ‖ TanchB ויחי § 12 (110a): Warum werden dich (Jehuda) deine Brüder preisen? (s. Gn 49, 8).… Weil der Messias aus dir hervorgehn wird, der Israel erlösen wird, wie es heißt: Es wird eine Rute aufgehn aus dem Strunk Isais usw. Jes 11, 1. — Weiter s. bei Mt 1, 6 A S. 28.

Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch

„Auf der hut sein. Bleib treu, was du glaubst. Couragiert sein. Sei stark.“ Auf diese Weise übersetzt The New Living Translation 1 Corinithains 16:13. Dies sind gute Ermahnungen für Helden. Es reicht nicht aus zu wissen, woran ich glaube und es zu bewachen. Ich muss meinen Glauben in die Tat umsetzen, und das erfordert Mut. Ein italienisches Sprichwort sagt: „Es ist besser, eines Tages als Löwe zu leben als hundert Jahre als Schaf.“ Aber Gottes Volk muss sich nicht zwischen Sanftmut und Mut entscheiden. Wir können beides ausüben und dürfen nicht inkonsistent sein. Ist unser Retter nicht sowohl der Löwe als auch das Lamm? (Offb 5: 5–6) Gott sucht immer noch nach allen Arten von Männern und Frauen, die „heilige Helden“ in einer Welt sein werden, die wegen der Sünde in Trümmern liegt. Sie werden nicht alle an prominente Orte wie Esra, Josua und Serubbabel gebracht, aber jeder Ort ist ein wichtiger Ort im Plan Gottes, wenn wir den Willen Gottes tun. Bist du bereit, für den Herrn heldenhaft zu sein?

Sei heldenhaft

Das versiegelte Buch Yochanan, der anwesend war, als der Meister auf dem Berg verklärt wurde, 25 wurde nun in Dinge eingeweiht, nach denen sich selbst die alten Propheten sehnten. Als Moshe aufgefordert wurde, „hochzukommen“, war es auch Yochanan. Wie Moshe auf dem Berg den Thronsaal sehen durfte, so war es auch Yochanan. Da Moshe Steintafeln mit sehr wichtigen Anweisungen zur Gegenwart und Zukunft Israels erhielt, hörte Yochanan sehr sachdienliche Worte, die mit den gegenwärtigen und zukünftigen Gemeinden geteilt werden sollten.26 Als nächstes sah ich in der rechten Hand des Einen auf dem Thron eine Schriftrolle mit Schrift auf beiden Seiten und versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen mächtigen Engel, der mit lauter Stimme verkündete: „Wer ist es wert, die Schriftrolle zu öffnen und ihre Siegel zu brechen?“ 27 Ein römisch versiegeltes Dokument konnte nur von einer Person geöffnet werden, deren Qualifikation derjenigen entspricht, die es versiegelt hat. Beispielsweise kann nur ein Stadtrichter oder ein übergeordneter Richter ein von einem Stadtrichter versiegeltes Dokument öffnen, und nur ein Bundesrichter oder Vorgesetzter kann ein von einem Bundesrichter versiegeltes Dokument öffnen. In diesem Fall ist HaShem derjenige, der das Dokument versiegelt hat, und natürlich hat niemand die gleichen Qualifikationen, wie Yochanan leider herausfand: Niemand im Himmel, auf Erden oder unter der Erde konnte die Schriftrolle öffnen oder hineinschauen. Ich weinte und weinte, weil niemand für würdig befunden wurde, die Schriftrolle zu öffnen oder hineinzuschauen. (Offb. 5: 4–5) Der Erwerb der in diesem Buch enthaltenen Informationen war der Grund für Yochanans Reise zum Thronsaal. Es enthielt wichtige Informationen für alle Gemeinden. Yochanan war diese Erleuchtung versprochen worden, aber jetzt war sie wegen mangelnder Qualifikation nicht mehr zugänglich. Der treue Schüler war so besorgt darüber, dass er weinte, wie es in Vers 4 aufgezeichnet ist. Er wusste, dass die Informationen in dem Buch die Gemeinden inspirieren und motivieren würden, dem zu gehorchen, was ihnen in den vorherigen Mitteilungen gesagt worden war. Zu diesem Zeitpunkt hätte sich Yochanan vielleicht an den Propheten Daniel erinnern können, dem nach Erhalt einer Nachricht mit wichtigen Informationen über die Zukunft Israels gesagt wurde: Aber Sie, Dani’el, halten Sie diese Worte geheim und versiegeln Sie das Buch bis zum Ende. 28 Yochanan hätte sich vielleicht gefragt: „Ist das Buch in der Hand auf dem Thron dasselbe wie Daniels verstecktes Prophezeiungsbuch? Ist dieses Buch für diese Zeit bestimmt?
Der Zaddik Hador Einer der Ältesten sagte zu mir: „Weine nicht. Schau, der Löwe des Stammes Y’hudah, die Wurzel Davids, hat das Recht gewonnen, die Schriftrolle und ihre sieben Siegel zu öffnen. “ (Offb 5: 5) Yochanan weint, bis einer der vierundzwanzig Priesterältesten ihn mit tröstenden Worten anspricht und sagt, sein geliebter Meister habe sich das Recht und das Privileg verdient, das versiegelte Dokument zu öffnen. Sein Meister war sozusagen „der Aufgabe gewachsen“. Der Meister hier wird durch die Bildsprache des Standards des Stammes Y’hudah abgeleitet. Dieser Standard wurde von den prophetischen Worten des Patriarchen Ya’akov inspiriert: ein Löwe.29 Wie hat sich der Meister das Recht verdient, das Buch zu öffnen? Uns wird gesagt, Yeshua habe sich das Recht verdient, das Buch durch sein unverdientes Leiden zu entsiegeln und zu öffnen. Tatsächlich verstand der alte Schüler mehr denn je den Zweck des grausamen ungerechtfertigten Leidens, das sein Meister erlitten hatte. Nach jüdischer Auffassung war Leiden das Ergebnis von Sünde 30, und sein Meister wurde zu Unrecht gegeben, um das Leiden zu ertragen, das jemand verdient, der der schlimmste aller Verbrecher ist. Yochanan war sich auch dieser alten talmudischen Lehre bewusst, die besagt, dass das „Leiden der Gerechten für den Sünder büßt“:

Yochanan (Johannes) präsentiert die Offenbarung von Jeschua, dem Messias

„hat er uns beschenkt“

denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade
Denn das Gesetz wurde durch Moses gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden.
Elberfelder 1871 – Joh 1,16–17

Aus seinem Reichtum
hat er uns beschenkt,
uns alle mit grenzenloser Güte überschüttet.
Durch Mose gab Gott uns das Gesetz, in Jesus Christus aber ist uns seine Güte und Treue begegnet. Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ista und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.
Gute Nachricht Bibel – Johannes 1,16–18

Er hat uns immer wieder fett beschenkt, und zwar mit allem, was geht, mit seiner grenzenlosen Liebe.
Die alten Gesetze kamen von Mose. Dass Gott uns ohne Ende liebt und immer die Wahrheit sagt, kann man aber daran erkennen, dass Jesus Christus zu uns gekommen ist.
VolxBibel – Joh 1,16–17

Wir alle, sagt Johannes, die wir als die Apostel Jesu vor die Welt traten und die Kirche sammelten, die ganze Schar derer, die den Beruf erhalten hatten, die Zeugen Jesu zu sein, wir alle arbeiteten nicht mit dem, was wir uns selbst erwarben, sondern schöpften aus der Fülle Jesu. Sein Eigentum war es, was wir der Menschheit brachten. Darum entstand durch die Apostel Christentum, nicht petrinische oder paulinische oder johanneische Frömmigkeit, sondern die Erkenntnis Jesu und seiner Sendung und der Empfang seiner Gaben. Wir alle, sagt Johannes; es war eine große Schar und jeder wieder anders als die anderen, jeder ein Freier, weil jeder an das gebunden war, was er selbst an Erkenntnis und Kraft besaß. Dennoch waren sie eine geeinte Schar und das, was sie schufen, war die einzige und einige Kirche. Denn was sie besaßen, kam alles von dem Einen her und woraus der Fülle Jesu genommen. Keiner erhielt die ganze Fülle. Jesus bleibt größer als alle seine Boten und alle seine Glaubenden. Aber jeder erhielt aus seiner Fülle seinen Teil, nämlich Gnade. War es eine von ihnen verdiente und errungene Gnade? Nein, es war „Gnade für Gnade“. Er war der Gebende im Verkehr mit allen in einer Güte, die nicht im Jünger ihren Grund hatte, sondern in ihm. Weil Er ihnen seine Gnade gegeben hatte, gab er sie ihnen immer neu. Es gab für sein Geben kein Ende, kein: nun ist es genug. Vorwärts führte sie der Herr, zu neuer Erkenntnis, zu neuem Dienst, zu neuer Erfahrung seiner Regierung. Immer höher stieg ihr Weg und doch führte er sie nicht von ihrem Anfang weg. Denn in der Gnade, die sie einst empfangen hatten, lag der Grund für die, die ihnen jetzt gegeben ward.
Ich habe nichts, was mir Deine Gnade erwürbe, lieber Herr, als Deine Gnade. Sie gibt auch meinem Leben die Bewegung, die nicht ermüdet, den Aufstieg, der nicht ermattet, den Reichtum, der sich nicht erschöpft. Indem Du aus Gnade Gnade werden lässt, machst Du Deine Fülle offenbar und heiligst Deine Schar dir zum Dienst und Dir zum Preis. Amen.

Adolf Schlatter.2018 – Andachten

So werden die Apostel und weiterhin die ganze Gemeinde die Bestätigung für das prophetische Wort des Täufers und ein neues Zeugnis für die Herrlichkeit des Christus. Denn was sie haben, stammt nicht aus ihnen. Was Jesu Eigentum war, das hat die Apostel erleuchtet, geheiligt, zu ihrem Werk in der Welt ausgerüstet und zu Boten Gottes an die Gemeinde gemacht. Wir alle nahmen es von ihm. Jeder aber hatte seine besondere Art, seinen eigentümlichen Beruf und diente dem Christus anders als die anderen, Petrus anders als Johannes, Paulus anders als Petrus. Das aber war ihnen allen gemeinsam, dass sie, was sie waren und hatten, Jesus verdankten; durch ihn sind sie zu dem geworden, was die Gemeinde an ihnen hat.

Nun, nachdem der Evangelist zuerst kräftig ausgesprochen hat, dass sie die Empfangenden, Begabten gewesen sind, nun sagt er, was sie von ihm erhalten haben. Gnade in herrlicher Vollkommenheit ist das gewesen, was die Jünger zu Jesus gebracht und bei ihm festgehalten hat. Lauter Güte und Hilfe, lauter tragendes Verzeihen und zu ihm sie emporhebende Liebe hat ihnen Jesus erwiesen in einer Kette, die nie endete. Von einer Gnade ging es zur anderen. Um der Gabe willen, die sie empfangen hatten, schenkte Jesus ihnen die neue Güte; weil er sie zu den Seinen gemacht hatte, zog er sie immer näher an sich. Sie hatten ihm nichts zu bringen, als was sie von ihm selbst empfangen hatten. Aber eben dies war für ihn der Grund, sie immer neu seine Gnade erleben zu lassen. So tauschten sie Gnade gegen Gnade ein.

Der Täufer und die Apostel waren die Mitarbeiter Jesu, die mit ihm der Welt das Evangelium brachten. Unter denen, die vor Jesus von Gott gesandt waren, ragt Mose über alle empor; durch ihn war die Gemeinde Gottes entstanden, in der Jesus geboren wurde und seine Arbeit tat; auf Moses Wort war ihr ganzer Gottesdienst gestellt. Darum beschreibt Johannes noch mit einem mächtigen Spruch, wie sich das Werk Moses zu dem Werk Jesu verhält, und bestimmt damit den Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund, zwischen Israel und der Christenheit.

Joh 1,17:
Die Gabe, die Israel einst durch Mose von Gott empfing, war das Gesetz; darauf ist Israel gegründet, und sein ganzer Gottesdienst ist dadurch umschrieben; es dient dem Gesetz und steht unter dem Regiment des Gesetzes. Jetzt sind die Gnade und die Wahrheit entstanden. Das ergibt den Unterschied zwischen der alten und der neuen Zeit. Jetzt regiert die Gnade, die verzeiht, hilft, gibt, was alles das Gesetz nicht kann; es befiehlt, was der Mensch tun soll, und macht ihn verantwortlich für das, was er tut. Und jetzt ist die Wahrheit da, die das Gesetz noch nicht hat mit seinem figürlichen Gottesdienst und seinen bildlichen Heiligtümern, mit seiner Botschaft von dem fernen und verborgenen Gott und seiner Verheißung eines Künftigen, das noch nicht ist. Sind auch die Gnade und die Wahrheit ewiglich das Eigentum Gottes, bei dem sein Wort immer war, immer der Gnade und Wahrheit voll, so sind sie beide doch im Weltlauf unter uns Menschen erst offenbar, gegenwärtig und wirksam geworden in Jesus, dem Johannes hier mit Bedacht seinen vollen Namen „Jesus Christus“ gibt. Auf den Menschen Jesus zeigt er hin und auf seine Sendung, die ihn zum Christus macht. Jesus vermittelt in seinem Sohnesleben die Geltung der Gnade für uns und das Regiment der Wahrheit in uns, so dass sie mit ihm bei uns einkehren und als seine Gaben bei uns sind.

Gnade und Wahrheit machen aber Gottes eigenstes Wesen aus, und durch sie ist Gott wirklich von uns erkannt. Der letzte Satz gibt darum noch ein abschließendes Wort, das den Unterschied Jesu von allen Menschen ausspricht und damit zeigt, weshalb wir alle ihn nötig haben.

Schlatter – Erläuterungen zum Neuen Testament

Mit den Worten: „denn aus seiner Fülle nahmen wir alle, und zwar Gnade um Gnade“, begründet der Apostel den v. 14 ausgesprochenen Gedanken, daß in dem fleischgewordenen Logos eine Herrlichkeit voller Gnade zu schauen war, mit dem Hinweise auf die Erfahrungsthatsache, daß alle Gläubigen aus der Fülle Christi Gnade über Gnade schöpfen. Dabei ist jedoch v. 15 nicht als parenthetisch eingeschoben zu betrachten, sondern die Begründung ist in der Form einer Bestätigung des Johanneszeugnisses (v. 15) gegeben (Lücke, Bg.- Cr., Lthdt., Weiß); und zwar des Inhalts dieses Zeugnisses, nicht blos des μαρτυρεῖ καὶ κέκραγε, wie Weiß Form und Inhalt wunderlicherweise scheiden will. Der Gedankengang ist folgender: Johannes bezeugt, daß in Jesu Christo der ewige Logos erschienen und seine Herrlichkeit zu schauen war; dieses Zeugnis wird uns durch die Erfahrung bestätigt, denn aus der Fülle seiner δόξα nahmen wir alle Gnade. πλήρωμα weist auf πλήρης χάριτος v. 14 zurück, ist also die Fülle der Gnade, die in Christo zu schauen war. ἡμεῖς πάντες im Unterschiede von ἡμῖν v. 14 sind alle Gläubigen, nicht blos die unmittelbaren Jünger Jesu, die ihn während seines Erdenlebens gesehen haben, auf welche ἡμῖν sich bezieht, sondern auch die, welche durch die Predigt der Apostel nach Christi Himmelfahrt zum Glauben gekommen waren. Eine Andeutung der Unerschöpflichkeit des πλήρωμα (Mey., Lthdt.) ist in πάντες nicht zu suchen; noch weniger ist in πάντες der Täufer mit einzuschließen, ‚der nur dann aus eigener Erfahrung zeugen konte‘ (Weiß); denn der Täufer hat nicht aus eigener Erfahrung gezeugt, sondern vermöge göttlicher Erleuchtung, wie er v. 31 ausdrücklich erklärt. καὶ χάριν und zwar Gnade. καί epexegetisch, um das Object stärker hervorzuheben. χάριν ἀντὶ χαρ. Gnade um Gnade d.h. eine Gnadenerweisung mit der andern abwechselnd — proximam quamque gratiam satis quidem magnam gratia subsequens cumulo et plenitudine sua quasi obruit (Beng.) — nicht: alt- und neutestamentliche Gnade (Chrys., Beza u.A.), da in v. 17 der χάρις der νόμος Μωυς. entgegengesezt ist, sondern die Fülle der Gnadenerfahrungen, Rechtfertigung, Friede mit Gott, Hoffnung u. s. w., vgl. Röm. 5,1ff. (Mey.), selbst die Fülle der besonderen Charismen eingeschlossen (Ew.); nicht blos die Gnadengabe der ἀλήθεια v. 14–17, ‚die nach johanneischer Anschauung in stufenweisem Fortschritte immer reicher gegeben und immer voller angeeignet werde‘ (Weiß).
V. 17. Diese Warheit wird mit dem Satze begründet, daß nicht durch das mosaische Gesetz, sondern durch Jesum Christum die Gnade und die Warheit geoffenbaret worden. Der Nachdruck liegt nicht auf der Gegenüberstellung von Mose und Christus (Lücke), sondern auf ὁ νόμος und ἡ χάρις κ. ἀλήθ. Moses ist nur der Mittler, durch welchen das Gesetz gegeben wurde, Jesus Christus der, durch welchen die Gnade …. geworden (ἐγένετο d.h. erschienen, kundgeworden); nicht: den Gläubigen zuteil geworden (Weiß), da zu dieser Beschränkung des ἐγένετο kein Grund vorliegt. Das Gesetz gebietet und fordert, kann das Heil nicht geben, weil die Menschen als Sünder seine Gebote nicht zu erfüllen vermögen. Damit wird die Gesetzesreligion des A. T. nicht als nicht göttlichen Ursprungs dargestelt, sondern nur als das Heilsbedürfnis nicht befriedigend bezeichnet. Die Befriedigung dieses Bedürfnisses war auch nicht der Zweck, zu welchem Gott das Gesetz durch Mosen gab, sondern zur rechten Erkentnis der Sünde solte es führen und dadurch das Verlangen nach Erlösung wecken und so das Erscheinen der Gnade in Christo vorbereiten. Davon daß Gott auch unter der Oekonomie des Gesetzes sich denen, die ihre Sünde Gott bekanten und Vergebung derselben suchten, Gnade erzeigte, ist hier, wo es galt den Unterschied von Gesetz und Gnade zu zeigen, abgesehen.

Keil – Commentar über das Evangelium des Johannes

„ich gebe mir alle Mühe“

Durch welchen Willen wir geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.
Elberfelder 1871 – Hebr 10,10

Durch das, was Gott »verlangt« hat, nämlich dadurch, dass Jesus Christus seinen eigenen »Leib« zum Opfer brachte, sind wir nun ein für alle Mal von jeder Schuld gereinigt und zu Gottes Eigentum geworden.
Gute Nachricht Bibel – Hebräer 10,10

Und weil Jesus Christus den Willen Gottes erfüllt und seinen eigenen Leib als Opfer dargebracht hat, sind wir jetzt ein für alle Mal geheiligt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Hebr 10,10

Dadurch, dass Jesus Christus sich an diesem Kreuz hat abschlachten lassen, werden wir von Gott ein für alle Mal akzeptiert.
VolxBibel – Hebräer 10,10

Es folgt eine genauere Darlegung des soeben zitierten Textes. Mit dem Satz „da hebt er das erste auf, damit er das zweite einsetze“ (V. 9) bezieht sich der Briefschreiber auf die Aufhebung der Opferpraxis des Alten Bundes, die Gott letztlich nicht zufriedenstellen konnte. An ihre Stelle trat ein Bund nach dem Willen Gottes. Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für allemal (ephapax; vgl. Hebräer 7,27;9,12 ) durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.
Die Verbform „geheiligt“ (hEgiasmenoi; vgl. 10,14.29) steht im Griechischen in einem Tempus, das – auch im Zusammenhang mit dem Rest des Satzes – keinen Zweifel darüber läßt, daß die Heiligung bereits eine vollendete Tatsache ist. Nirgendwo im Hebräerbrief spricht der Verfasser von einer „fortschreitenden Heiligung“ im Leben des Gläubigen. „Heiligung“ ist für ihn vielmehr ein funktionales Äquivalent zum paulinischen Konzept der Rechtfertigung. Durch die Heiligung, die im Tod Christi vollendet ist, werden die Anhänger des Neuen Bundes zu einem von keiner Schuld belasteten Dienst vollkommen gemacht (vgl. 2,11).

Die soeben gemachte Aussage wird noch verstärkt durch den Gegensatz zur levitischen Priesterschaft. Die levitischen Priester konnten in ihrem Amt nie zur Ruhe kommen, weil ihr Opferdienst nie endete. Daß Christus dagegen zur Rechten Gottes (sitzt) (vgl. Hebräer 1,3; 8,1; 12,2 ), ist ein Zeichen dafür, daß sein Opfer für immer (eis to diEnekes; vgl. den Kommentar zu Hebräer 7,3) gilt und daß er nun mit Zuversicht seinen endgültigen Sieg über seine Feinde erwarten kann. Durch ein einziges Opfer (Hebräer 10,12.14) – im Gegensatz zu den vielen Opfern, die von den Priestern Tag für Tag und oftmals dargebracht werden – hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. Die Wendung „geheiligt werden“ erweckt den Eindruck eines fortdauernden Prozesses, was jedoch im Widerspruch zu der definitiven Aussage „sind wir geheiligt ein für allemal“ in Vers 10 steht. Es wäre also besser, die Wendung mit „die geheiligt sind“ (tous hagiazomenous; vgl. V. 29) wiederzugeben. „Die Geheiligten“ sind „vollendet“ vor Gott (vgl. Hebräer 11,40;12,23 ), d. h., sie dürfen sich ihm im Bewußtsein ihres Angenommenseins, das Christus durch seinen Tod für sie erwirkt hat, nähern (vgl. Hebräer 10,19-22 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Mit dem Ort des Tempels hat es noch eine besondere Bewandtnis. In den Chronikbüchern findet sich dafür eine ungewöhnliche Bezeichnung, nämlich „Berg Morija“ (1. Chronik 3,1). Der Tempelberg ist sonst nicht unter diesem Begriff bekannt, der Name erscheint aber nicht zufällig, sondern hat eine tiefere Bedeutung. Viele Jahrhunderte vor dem Tempelbau wurde schon einmal ein besonderes Brandopfer dargebracht: „Gott prüfte Abraham“ (1 Mose 22) – und forderte ihn auf, seinen eigenen Sohn Isaak zu opfern. Ort des Geschehens war damals das „Land Morija“, auf „einem der Berge“ (1 Mose 22,2). Isaak, der das Feuerholz tragen muss, fragt seinen Vater, wo denn das benötigte Opfertier sei. Abraham antwortet ihm mit prophetischen Worten: „Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen“ (Vers 8). Am Ende braucht Abraham seinen Sohn nicht zu opfern. Ein Widder hat sich im Gestrüpp verfangen.

Gott hat niemals ein Menschenopfer von Israel gefordert. Im Jerusalemer Tempel, auf dem „Morija“, werden Tiere als Brandopfer dargebracht, die „Gott sich ersehen hat“, zur Wiedergutmachung von Schuld und um die Bundesgemeinschaft zu feiern. So finden die Worte Abrahams ihre tiefere Erfüllung.

Aber damit nicht genug. Jerusalem wird noch einmal zum Ort eines ganz besonderen Geschehens: Gott sendet in Jesus Christus seinen eigenen Sohn in die Welt. Er ist das letztgültige Opfer (Hebräer 10,10), das Gott „sich ersehen hat“. Auch er hat das Holz für seine eigene Hinrichtung – das Kreuz – zum Exekutionsort getragen. Den Liebesbeweis, den Gott von Abraham am Ende nicht verlangt hat, gibt Gott nun selbst: seinen einzigen, geliebten Sohn. Jerusalem, Golgatha, wird zu dem Ort, wo Gott erneut auf entscheidende Weise handelt. Gericht und Gnade fließen zusammen, wo Gott Gerechtigkeit schafft im stellvertretenden Sühnetod des Gottesknechts – aus Liebe zur Welt und zur Versöhnung für alle, die an ihn glauben.

Faszination Bibel Sonderheft 2020

Das A.T. war zwar in hebräischer und z. T. in aramäischer Sprache geschrieben, doch die meisten Juden des 1. Jh., die im ganzen Römischen Reich verstreut lebten, lasen es in der griechischen Übersetzung, der Septuaginta . An der Stelle, an der im erhaltenen hebräischen Text steht »du hast meine Ohren geöffnet«, heißt es in den meisten griechischen Übersetzungen »du hast mir einen Leib bereitet« (um den Willen Gottes zu tun). Die jüdischen Ausleger entschieden sich jeweils für die Lesart, die am besten zu ihrer persönlichen Auffassung passte (manche modifizierten den Text sogar, wenn das nötig war). Im vorliegenden Vers bezieht sich der Verfasser des Hebräerbriefes ganz offensichtlich auf die griechische Version. So erklärt der Autor: »Nicht um die Darbringung der gesetzlich vorgeschriebenen Opfer geht es, sondern darum, dass ein Mensch bereit ist, Leib und Leben dafür einzusetzen, den Willen Gottes zu tun« – und meint damit das letzte und höchste Opfer, das »Opfer des Leibes Jesu Christi«. Damit steht der Verfasser des Hebräerbriefes in der Tradition der jüdischen Exegese, deren Argumentationstechniken er sehr geschickt einsetzt.

Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Durch »diesen Willen« Gottes, dem Jesus völlig gehorsam war, »sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi«. George Landis kommentiert:
Es handelt sich um eine stellungsmäßige Heiligung, wie dies im gesamten Hebräerbrief mit Ausnahme von 12,14 der Fall ist. Sie gilt für alle Gläubigen (1. Kor 6,11) und nicht nur für einige »fortgeschrittene Christen«. Sie wird durch den Willen Gottes und das Opfer Christi hervorgebracht. Wir sind »von« Gott und »für« Gott auserwählt. Wir dürfen es nicht mit dem fortschreitenden Werk der Heiligung durch den Geist Gottes verwechseln, das an dem Gläubigen durch das Wort geschieht (Joh 17,17–19; 1. Thess 5,23).

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament