Schlagwort: Jesus

ein Teil unserer Bestimmung

und wir sandten Timotheus, unseren Bruder und Mitarbeiter Gottes (O. unter Gott) in dem Evangelium des Christus, um euch zu befestigen und zu trösten (O. zu ermuntern) eures Glaubens halber, auf daß niemand wankend werde in diesen Drangsalen. (Denn ihr selbst wisset, daß wir dazu gesetzt sind;
Elberfelder 1871 – 1.Thessalonicher 3,2–3

und unseren Bruder Timotheus zu euch zu schicken, der als Mitarbeiter Gottes zusammen mit uns das Evangelium von Christus verkündet. Wir gaben ihm den Auftrag, euch im Glauben zu stärken und zu ermutigen, damit keiner von euch durch die Verfolgungen, denen ihr ausgesetzt seid, in seinem Vertrauen auf Gott erschüttert wird. Ihr wisst ja selbst, dass solche Leiden zu unserem Leben als Gläubige gehören.
Neue Genfer Übersetzung – 1.Thessalonicher 3:2–3

Er ist unser Bruder und ein Mitarbeiter Gottes in der Aufgabe, die gute Botschaft des Messias zu verbreiten. Der hatte den Auftrag, euch zu stärken und darin zu ermutigen, an eurem Vertrauen auf Gott festzuhalten, damit keiner in diesen Anfeindungen aus der Bahn geworfen wird. Denn ihr selbst wisst ja, dass das ein Teil unserer Bestimmung ist.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Thessalonicher 3,2–3

Warum planen manche christliche Gruppen „eine Verfolgungswelle“? Hat Gott nicht alles im Griff? Und ist es nicht unsere Aufgabe, für Christus verfolgt zu werden??

So ist das »Stärken und Ermuntern« direkt mit der Abwehr von Erschütterungen des Glaubens verbunden. Das griech. Verb, das wir mit »erschüttern lassen« wiedergegeben haben, kommt im NT nur hier vor. Im außerbiblischen Sprachgebrauch bedeutet es »mit dem Schwanz wedeln«, von daher dann auch »schöntun«, »schmeicheln«. Somit nehmen manche Ausleger die Übersetzung »sich bewegen/betören lassen« an: Die Christen würden somit in Gefahr stehen, sich von den Gegnern den Glauben ausreden zu lassen. Dies paßt nur gezwungen zu »in diesen Bedrängnissen«. Daher findet sich in den frühen Übersetzungen und bei den griechischen Auslegern die Deutung »bewegen«, »erschüttern«, für die inzwischen auch ein außerbiblischer Beleg entdeckt wurde.
Paulus hofft nicht nur darauf, daß ein Großteil der Gemeinde im Glauben beständig bleiben möge. Vielmehr soll »keiner« angesichts der Umstände aufgeben. Dem entspricht, daß Paulus nach 2,11 jeden einzelnen der thessalonischen Christen ermahnt hat, sein Leben in der Gemeinschaft mit und im Gehorsam gegenüber Gott zu führen.
Was steht hinter »diesen Bedrängnissen«? Die Thessalonicher waren selbst Augenzeugen der Verfolgungen, die Paulus und seine Mitarbeiter wegen der Predigt von Jesus Christus in ihrer Stadt erfahren haben (vgl. Apg 17,5ff.). Als Ohrenzeugen sind sie über ähnliche Vorgänge in Philippi unterrichtet (1. Thes 2,2). Sie selbst sind von ihren Landsleuten angefeindet worden, als sie begannen, an Jesus Christus zu glauben (1,6; 2,14). Offenbar setzt sich dieser Druck auch in der Gegenwart fort, nicht nur bei den Missionsbemühungen des Paulus, sondern auch für die Gemeinde in Thessalonich. Wie im Deutschen, so verweist auch im Griechischen der Begriff ursprünglich auf ein »Zusammendrängen«, »Einengen« und meint daher auch ein »Bedrängen«, »Quälen«; dadurch entstehen »Druck« und »Hitze« (vgl. 1. Petr 4,12).
Allerdings bedeuteten solche »Bedrängnisse« keineswegs etwas Außergewöhnliches und Befremdliches (1. Petr 4,12), sondern etwas Vorhersehbares, Naheliegendes und Normales (vgl. Apg 14,22). Christen sind dazu »bestimmt« (derselbe Begriff begegnet auch in Phil 1,16: Paulus ist »bestimmt« zur Verteidigung des Evangeliums). Darin äußert sich kein resignativer Fatalismus, sondern eine nüchterne Wahrnehmung der Situation der Christen in der Welt. Wer die Sachlage kennt, wird von derartigen Vorkommnissen nicht überrascht und in falscher Weise verunsichert. Um diesen Realismus ist es Paulus zu tun. Ihn hat Jesus seinen Jüngern vermittelt: Mt 5,11f.; 10,17–23; 23,34; 24,9f. So verstanden soll die Bedrängnis nicht zum Abfall, sondern zu Geduld, Bewährung und Hoffnung (Röm 5,3f.) und somit zum Erweis der Kostbarkeit des Glaubens (1. Petr 1,6f.) führen.

Edition C Bibelkommentar

Das Ziel ist konkret und genau umrissen: »Auf daß niemand wankend werde in diesen Drangsalen. Denn ihr selbst wißt, daß wir dazu gesetzt sind«. »Wankend werden« ist Infinitiv Präsens Passiv von saino (mit dem Schwanz wedeln, schöntun, mit Schmeichelei betören). In diesem Sinn findet sich das Wort nur hier im NT und steht in scharfem Kontrast zu Timotheus‘ Arbeit der Befestigung. Es ist nicht »durch« (GN) sondern »in« (alle anderen Üss) diesen Drangsalen; sie durchlitten sie tatsächlich. Sowohl unser Herr selbst als auch alle Apostel weisen auf diese Bestimmung zum Leiden hin und machen darauf aufmerksam, daß Verfolgung und Drangsal das jedem Gläubigen beschiedene Los in der Zeit Seiner Verwerfung sein wird: »Dies habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal‘, aber seid guten Mutes, i c h habe die Welt überwunden« (Joh 16,33). Petrus schreibt: »Geliebte, laßt euch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Versuchung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes; sondern insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, freut euch, auf daß ihr auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken euch freuet« (1.Petr 4,12.13).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Ich habe keinerlei Anlass, ich sehe auch nirgends in der Schrift, da wird nie ein düsteres Bild gezeichnet von der Endzeit. Ich glaube, dass es die glorreichste Stunde der Kirche sein wird. Das ist so wichtig, dass Jesus von Wehen spricht. Wehen sind nämlich nichts Schlimmes. Wehen sind keine Krankheit. Wehen bringen nämlich etwas hervor, und dieses Etwas ist das hier. Wenn es keine Wehen gäbe, bliebe das Baby da drin. Das ist für beide Beteiligte ein paar Monate lang schön, aber für immer auch nicht. Das heißt, die Wehen bringen ein neues Leben zur Welt. Das ist nicht ein Gottesgericht, ein zorniger Gott schmettert seine Pfeile auf die Erde, sondern die Erde ist in den Geburtswehen, bis die Söhne Gottes hervorbrechen. Deswegen ist es wirklich Unsinn zu glauben, dass da vorher irgendwo Leute wegentrückt werden. Da fliegen wir weg und dann stürzen die Flugzeuge alle ab, weil die Christen alle Piloten waren. Das ist Unsinn, denn inmitten dieser Trübsal wird die Braut Christi vorbereitet durch Leiden und Herrlichkeit, durch Nordwind und Südwind. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns beschäftigen mit den vielen Christen, die schon jetzt Verfolgung erleiden, nicht, weil ich sage, das kommt auch zu uns. Das ist nicht, worauf ich hinaus will. Sondern weil das normaler Bestandteil des christlichen Lebens ist. Es ist normal, und manchmal sind mir Westler sehr weinerlich. Wenn wir benachteiligt werden und verspottet werden als Christen, müssten wir manchmal fast sagen: Gewöhne dich dran, das ist normal. Jesus hat gesagt: Mich haben sie gekreuzigt, was meinst du, was sie mit meinen Jüngern tun werden?

Es ist ein herrlicher Ruf einmal mehr, ich habe es so oft schon gesagt: Jesus ist nicht gekommen, um uns glücklich zu machen. Er beruft uns zu etwas bedeutend Größerem als zu persönlichem Glück. Bei diesem Ding hier dabei zu sein, bei dieser großen Invasion, das ist etwas bedeutend Herrlicheres, also werde ich da auch glücklich. Also stell dir Soldaten vor, denen der General sagt: Wir nehmen dieses Land ein und ich weiß, wir nehmen es ein. Es wird Blut, Schweiß und Tränen kosten, aber es ist eine herrliche Sache. Der eine Soldat sagt: Werde ich aber auch immer warm schlafen und wird es mir gut dabei gehen? So ein Soldat ist ein Feigling. Ein Soldat ist zu etwas anderem berufen. Wir sind auf dieser Erde als Botschafter dieses Königreichs. Wir sind Teil dieser Invasionsarmee. Kein Wunder, wenn die uns nicht mögen. Es wäre schlimm, wenn sie es täten. Einmal mehr der Vergleich: Wenn du im Schützengraben bist, schießt die ganze Zeit und es schießt nie jemand zurück, ist das kein gutes Zeichen, sondern ein Zeichen, dass du in die falsche Richtung schießt, mein Freund. Wenn da nie Widerstand kommt, stehst du auf verlorenem Posten. Da kommt nie etwas zurück. Wenn du schießt und da schießt jemand zurück, dann sagen Leute: Aber ich habe so viele Anfechtungen, habe so viele Widerstände. Ja, herzlichen Glückwunsch! Das heißt, dass du dich überhaupt bewegst, dass du in eine Richtung gehst. Was wäre das für eine Armee, die sagt: Immer, wenn jemand schießt, gehen wir in die andere Richtung. Klar, wir leben in dieser Zeit des Kampfes. Aber, ich habe das Buch fertig gelesen, wir siegen am Schluss, es geht gut aus. Diese Wehen bringen etwas hervor. Sie bringen die Fülle der Söhne Gottes hervor, sie bringen neuen Himmel und neue Erde hervor. Die Wehen sind keine schlimmen Schmerzen. Tatsächlich lernt eine Mutter im Geburtsvorbereitungskurs, mit den Wehen zu kooperieren, mit denen zu atmen, nicht gegen die zu sein, sich nicht zu verkrampfen. Auf eine ähnliche Art und Weise werden wir als Braut Christi lernen zu kooperieren mit dem Herrn inmitten der Erschütterungen. Das wird die herrlichste Stunde der Kirche sein.

Johannes Hartl – Lebensfragen und Herausforderungen

Gottes Versprechen

und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht Jehova, (Eig ist der Spruch Jehovas) daß, weil du dieses getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deinen Samen sehr mehren werde, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und dein Same wird besitzen das Tor seiner Feinde; und in deinem Samen werden sich segnen (O. gesegnet werden) alle Nationen der Erde: darum, daß du meiner Stimme gehorcht hast.
Elberfelder 1871- Genesis 22,16–18

Bei mir schwöre ich
– SEIN Erlauten –
ja, dieweil du dieses getan hast, hast deinen Sohn, deinen Einzigen, nicht vorenthalten,
segne, ja segne ich dich,
mehren will ich, mehren deinen Samen
wie die Sterne des Himmels und wie den Sand der am Ufer des Meers ist,
ererben soll dein Same das Hochtor seiner Feinde,
segnen sollen einander mit deinem Samen alle Stämme der Erde,
dem zu Folge daß du auf meine Stimme gehört hast.
Buber & Rosenzweig – 1.Mose 22,16–18

Bei mir habe ich geschworen, spricht Gott, dass, weil du dieses vollbracht, und hast mir deinen Sohn, deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten,
werde ich unbedingt dich segnen und unbedingt deine Nachkommen vermehren wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, welcher am Ufer des Meeres ist, und dein Same wird das Tor seiner Feinde erben,
und es werden sich durch deinen Samen alle Völker der Erde segnen, als Folge dessen, dass du meiner Stimme gehorcht hast.
Rabbiner Samson Raphael Hirsch – 1.Mose 22:16–18

Hat Jehovah sich geiirt? ODer hat ER gelogen? Oder warum gibt es heute so viele Menschen, die den Worten Jehovahs aus 1.Mose 22 widersprechen, und sagen, dass Gott durch die Christen in der einen oder anderen Gemeinde „das Heil“ bringen würde? Warum glauben so viele Menschen, dass Jehovah die 144000 aus den „Heiden“ wählen müßte? Dann hätte Jehovah sich wohl geirrt oder gar gelogen, als ER Abraham versprach aus dem Samen Abrahams den Segen bringen zu lassen! Was hätte wohl Abraham gesagt, wenn er diese „neuzeitliche Auslegung“ hören würde? Ganz klar: Abraham würde erklären, dass durch einen seiner Ururur…enkel der Hauptsegen kommen würde – durch Jehoschuah, den Messias! und dass durch weitere Nachkommen von ihm dann der Segen zu allen Volksstämmen der Erde verbreitet werden!
Ich persönlich glaube ja, dass Jehovah die gesamte Geschichte der Menschheit von Anfang an kannte, und deshalb sich genau so ausdrückt wie wir es lesen können: durch Israel wird der Segen über die gesamte Erde kommen – und ja der „zukünftige König“ der von Zion aus die gesamte Erde beherrschen wird, heißt Jesus Christus – ein Nachkomme von Abraham und Isaak und Jakob.


Gott bestätigte wieder seinen Bund mit Abraham (vgl. 1Mo 15,5.18-21; 17,3-8 ). Seine Nachkommen sollten zahlreich wie die Sterne sein (vgl. 1Mo 15,5; 26,4 ), wie der Sand am Ufer des Meeres (vgl. 1Mo 32,13 ) und »wie der Staub auf Erden« (vgl. 1Mo 13,16; 28,14 ). Gott fügte dann noch ein anderes Element hinzu: Die Nachkommen Abrahams sollten über die Städte ihrer kanaanitischen Feinde siegen. Das geschah später bei der Landnahme durch Josua.
Die Belehrungen über die wahre Verehrung Gottes sind zeitlos gültig: (1) Der Glaube gehorcht völlig dem Wort Gottes. (2) Der Glaube übergibt das Beste Gott und hält nichts zurück. (3) Der Glaube wartet auf den Herrn zur Erfüllung aller seiner Bedürfnisse. Gott sorgt nicht, bevor nicht auch persönliche Opfer gebracht werden. Wahre Verehrung Gottes kostet viel. Das galt zu jeder Zeit für Israel, wenn sie ihre Opfer darbrachten. Jene Gaben sollten im Glauben dargebracht werden und Gott stillte alle Bedürfnisse eines jeden, der bereitwillig Gott anbetete.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Da Gottes Segen vom Glauben abhängt und sich der Glaube durch Gehorsam zeigt, wurde Abrahams Glaube erneut auf die Probe gestellt, als Gott ihm befahl, Isaak als Opfer darzubringen. Wieder einmal wurde Abrahams Glaube durch seinen Gehorsam unter Beweis gestellt. Abrahams Glaube, dass Isaak der einzige Erbe Gottes sein könnte, war so stark, dass er glaubte, Gott müsse ihn von den Toten auferwecken, um die Verheißung zu erfüllen (Hebr. 11:17-19).
Wie zuvor reagierte Gott auf den Gehorsam des Glaubens. Er sagte zu Abraham: „Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr, dass ich dich segnen und deine Nachkommenschaft so zahlreich machen werde wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Meer, weil du dies getan und deinen einzigen Sohn nicht zurückbehalten hast. Deine Nachkommen werden die Städte ihrer Feinde in Besitz nehmen, und durch deine Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du mir gehorcht hast“ (Gen 22,16-18). Auch hier versprach Gott Abraham, dass er der Empfänger der Segnungen des Bundes sein würde. Der Bund basierte nicht auf Gehorsam, und auch die Beständigkeit des Bundes beruhte nicht auf Gehorsam – vielmehr war der Empfang der Segnungen des Bundes an Gehorsam gebunden. Vergiss nicht, dass ein unbedingter Bund auch bedingte Segnungen haben kann. Auf der Grundlage des Glaubens, der zum Gehorsam geführt hatte, würde Abraham also die Segnungen der Verheißungen und des Bundes erfahren.

J. Dwight Pentecost – Dein Reich komme – Gottes Reichsprogramm und Bundesverheißungen in der Geschichte nachspüren

Die Einleitung zur fünften Bekräftigung des Abrahams-Bundes beginnt in Vers 15 mit einem Ruf: Und der Engel Jehovas rief Abraham zum zweiten Mal aus dem Himmel. Dies ist die zweite Erscheinung des Engels Jehovas in dieser Begebenheit, aber es ist die zehnte Erscheinung Gottes insgesamt vor Abraham, und diesmal ist es der Engel Jehovas. Dieser Ruf ist auch die fünfte und letzte Bekräftigung des Abrahams-Bundes.
Mose 22:16 gibt die Grundlage für die erneute Bestätigung, die mit einer göttlichen Erklärung beginnt: Bei mir selbst habe ich geschworen, sagte Jehova, was der feierlichste Eid war, den Gott leisten konnte. Er wird auch in Jesaja 45:23, Jeremia 22:5, 49:13 und 51:14, Amos 6:8 und Hebräer 6:13-14 verwendet. Dann fuhr Gott fort, die Grundlage der Bekräftigung zu formulieren: Weil du das getan hast und deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, nicht zurückbehalten hast.
In 2.Mose 22,17-18a nennt Gott einige der Bestimmungen des Bundes, wobei er vier Dinge erwähnt. Erstens: Gott sagt, dass ich dich segnen werde, wenn du segnest. Zweitens sagt Gott, dass ich deinen Samen vermehren werde, wobei er zwei Beispiele anführt: wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meeresufer, was zeigt, dass es sich um synonyme Ausdrücke handelt. Drittens: Gott fährt fort: Dein Same wird das Tor seiner Feinde einnehmen. Viertens schließt Gott ab: In deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden. Wie in der ersten Aussage des Abrahambundes, so verspricht Gott auch hier in der letzten Bekräftigung des Bundes gegenüber Abraham eindeutig den Segen der Heiden.
Mose 22,18b bekräftigt dann die Grundlage für diese Bestätigung des Abrahamsbundes: weil du meiner Stimme gehorcht hat.

Arnold Fruchtenbaum – Genesis

Abraham hat bewiesen, dass er bereit ist, seine Nachkommenschaft im Gehorsam gegenüber Gottes Willen aufzugeben. Deshalb ist es angemessen, dass alle früheren Verheißungen jetzt noch einmal bekräftigt werden. Die Formulierung weist mehrere ungewöhnliche Elemente auf. Alle bisherigen Segnungen sind reine Taten der göttlichen Gnade; jetzt werden sie zum ersten Mal als Belohnung für Abrahams Hingabe an Gott präsentiert. Zum ersten Mal werden sie auch mit einem feierlichen Schwur eingeleitet, bei dem Gott bei seinem eigenen Wesen schwört; (- Für Gott, der bei sich selbst schwört, vgl. Jes. 45:23; Jer. 22:5; 49:13; Amos 6:8 -) und sie werden mit der prophetischen Formel „Der HERR verkündet“ (hebr. neʾum YHVH) eingeleitet. Auch beim Inhalt der Segenssprüche gibt es zwei Neuerungen: Der Sand wird als Metapher für die Menge verwendet, und der Nachkommenschaft des Patriarchen wird der Sieg über ihre Feinde versprochen.


Es wird oft behauptet, dass die Geschichte der Akedah eine Polemik gegen Menschenopfer ist und somit einen Wendepunkt in der Religionsgeschichte darstellt, der den Übergang von der rituellen Tötung von Menschen zum Ersatz von Tieren markiert. Ein solches Verständnis der Erzählung lässt sich weder durch die Geschichte noch durch die biblische Tradition stützen. Die Geschichte von Kain und Abel in 1. Mose 4,3f., die erste Opfererzählung in der Bibel, widerspricht dem, denn sie betrachtet ein Tier oder die Produkte des Bodens als natürliche Bestandteile einer Opfergabe. Auch Noah opfert beim Verlassen der Arche Tiere und Vögel, wie in 8,20 berichtet wird. Isaaks unschuldige Frage (V. 7) auf dem Weg nach Morija geht davon aus, dass Gott normalerweise ein Schaf geopfert wird, während der Ersatz des Widders für Isaak eine spontane Geste Abrahams ist, die auf seine eigene Initiative zurückgeht und nicht göttlich angeordnet wurde. Außerdem war das Tieropfer in der gesamten antiken Welt schon immer die akzeptierte Norm. Das musste so sein, schon allein deshalb, weil die alten Heiden glaubten, dass die Götter für ihr eigenes Überleben das Fleisch der Tiere brauchten, das die Menschen ihnen gaben.

Es ist seltsam, dass Abraham nicht gegen die Unmenschlichkeit der göttlichen Aufforderung protestiert, seinen Sohn auf dem Altar zu opfern. Und die Geschichte enthält keine ausdrückliche Verurteilung oder Ablehnung einer solchen Praxis durch Gott. Ein Zeitgenosse hätte daraus schließen können, dass das Menschenopfer nur in diesem Fall begnadigt wurde, aber dass das Opfer bei anderer Gelegenheit durchaus vollzogen werden könnte. Aus all diesen Gründen kann die Behauptung, die Akedah sei ein Protest gegen Menschenopfer, nicht aufrechterhalten werden.

In der Tat ist ein solcher Protest nicht nötig. Die Akedah hat nichts mit heidnischen Menschenopfern gemein, die praktiziert wurden, um eine zornige oder unaufmerksame Gottheit zu besänftigen, wie in 2 Könige 3:21-27. In solchen Fällen ergreift der Anbeter die Initiative. Im Fall von Abraham gibt es keine Notlage, kein drohendes Unheil, das abgewendet werden muss. Es ist Gott selbst, der die Bitte vorbringt, und es ist Gott, der das Opfer unterbricht. In ihrer jetzigen Form ist die Erzählung das Produkt einer religiösen Haltung, die schon lange auf die Vorstellung konditioniert ist, dass der israelitische Monotheismus mit Menschenopfern unvereinbar ist. Eine unbestreitbare Atmosphäre des Besonderen und Einzigartigen durchdringt die Episode. Die Bitte Gottes wird als etwas völlig Außergewöhnliches behandelt, etwas, das ein Mensch von sich aus niemals tun würde. Mehr noch: Sie stellt den Mann des Glaubens so sehr auf die Probe, dass seine Reaktion keineswegs vorhersehbar ist. Es ist selbstverständlich, dass man normalerweise vor einer solchen Tat wie einem Kinderopfer zurückschrecken würde. Gottes Bitte ist so eindeutig schockierend und unwiederholbar, dass der Leser im Voraus darüber informiert wird, dass Gott Abraham nur auf die Probe stellt und das Opfer nicht für seine eigenen Bedürfnisse will. Es ist übrigens erwähnenswert, dass die Autoren, die sich auf die „Versuchung“ Abrahams beziehen, einen veralteten Gebrauch des Wortes verwenden. Im heutigen Sprachgebrauch ist dies eine äußerst unpassende Beschreibung des Geschehens, das nur Leiden und Qualen mit sich brachte.

Warum wird Abraham geprüft? Seit dem ersten Ruf Gottes an ihn in Haran hat keine seiner Erfahrungen bewiesen, dass seine Hingabe an Gott bedingungslos und grenzenlos war, unbeeinflusst von den vielen glorreichen Verheißungen, die er erhielt, oder dem Reichtum, den er erlangte. In dieser Hinsicht haben Abraham und Hiob einen gemeinsamen Umstand, und die Frage des Widersachers nach der Uneigennützigkeit von Hiobs Frömmigkeit (Hiob 1,9) trifft auch auf den Patriarchen zu. Abraham ist dazu bestimmt, ein neues Volk zu gründen, ein Volk, das mit einer einzigartigen Bestimmung in der Familie der Völker ausgestattet sein soll. Deshalb muss er eindeutig beweisen, dass er würdig ist, Gottes Auserwählter zu sein. Seine völlig uneigennützige Hingabe an Gott muss zweifelsfrei bewiesen werden.

Daraus ergibt sich die Ungewöhnlichkeit der Prüfung, und genau diese Ungewöhnlichkeit erklärt, warum Gott und nicht sein Engel sie vorlegen muss, im Gegensatz zum Befehl, sie zu unterlassen. Es wäre nicht angemessen, wenn Abraham aufgefordert würde, sich selbst zu opfern, denn er würde dies sicherlich tun, um seinen Sohn zu bewahren, und er wüsste immer noch, dass die göttlichen Verheißungen eingehalten werden. Die Opferung seines Sohnes ist also die entscheidende letzte Prüfung, die man sich ausdenken kann.

Die Akedah muss in diesem Licht gesehen werden, und nur in diesem Licht. Der Fokus liegt ausschließlich auf Abraham. Alles andere ist aus der Sicht des Erzählers irrelevant und aufdringlich. Deshalb erfahren wir auch nichts über Sara oder die Gefühle Isaaks

Der JPS Tora-Kommentar – Genesis

die Bestie wurde eingefangen und mit ihr der Lügenprophet

Und es wurde ergriffen das Tier und der falsche Prophet, der mit ihm war, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und die sein Bild anbeteten, -lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.
Elberfelder 1871 – Offenbarung 19,20

Das Tier wurde gefangen genommen und auch der falsche Prophet, der unter den Augen des Tieres die Wunder getan hatte. Durch diese Wunder hatte er alle verführt, die das Zeichen des Tieres angenommen und das Standbild des Tieres angebetet hatten. Das Tier und der falsche Prophet wurden bei lebendigem Leib in einen See von brennendem Schwefel geworfen.
Gute Nachricht Bibel 2018 – Offenbarung 19:20

Und die Bestie wurde eingefangen und mit ihr der Lügenprophet, der die Wunderzeichen in ihrer Gegenwart bewirkte, durch die er die in die Irre geführt hat, die das charakteristische Zeichen der Bestie angenommen haben, und die, die ihr Bild kniefällig verehren. Lebendig wurden die zwei in den mit Schwefel brennenden Feuersumpf geschleudert.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Offb 19,20

Da wurde das Untier ergriffen und auch der falsche Prophet, der bei ihm war. Das ist der, der die Wunderzeichen vor ihm bewirkt hatte, durch die die Menschen verführt wurden, die Menschen, die das Zeichen des Untiers angenommen und die sein Bild angebetet hatten. Bei lebendigem Leib wurden die beiden in das Feuermeer geworfen, das mit Schwefel brennt.
Roland Werner – Das Buch – Offb 19:20

Beim lesen von verschiedenen Kommentaren zur Offenbarung fällt mir immer wieder auf: die einen schauen auf Gott und was ER tun wird, und sind begeistert, dass das Ende der Bibel den absoluten Sieg Jesu deutlich vorstellt. Und dann gibt es die „menschenzentrierten Kommentare“, die dann erklären was ich tun soll, bzw was ich unterlassen soll. Die letzteren sind besonders „spaßig“, weil die Autoren meist gar nicht mitbekommen, dass sie selber „in der Falle sitzen“. Ein Beispiel? Da heißt es in einer religiösen Zeitschrift zum Beispiel „Die Regierungen dieser Welt verlangen allerdings, dass wir sie in Wort und Tat voll unterstützen, was es uns sehr schwer machen kann, neutral zu bleiben.“ – und dann schau ich, und sehe dass genau diese Organisation nicht nur ständig über die „guten Vereinten Nationen“ geschrieben hat, sondern auch alle Bemühungen unternommen hat, um in den meisten Ländern „unbedingt“ den Status als „Kirche“ zu erhalten – und dazu genau das tun mußte, was oben kritisch gesehen wird!
Aber schauen wir uns einige Kommentare zu dem Vers 20 an:

Kein allmählicher Sterbeprozeß für das „wilde Tier“ und den „falschen Propheten“! Während sie als funktionierende politische Organisationen „noch lebendig“ sind, werden sie schnell in die ewige Vernichtung gestürzt, gleichsam in Feuer und Schwefel. Was aber ist von den politischen Herrschern selbst und ihren Heeren und Untertanen zu sagen, die das „wilde Tier“ und den „falschen Propheten“ im Kampf um ihren Fortbestand bis zum letzten unterstützt haben werden? Gott, der Allmächtige, der dann Siegreiche, wird nicht von dem abweichen, was er hinsichtlich ihrer Beseitigung vorausgesagt hat:

Dann ist das Geheimnis Gottes vollendet

Die Teilnahme an der Schlacht. Der Feind griff mit großer Heftigkeit an, angeführt vom Tier und den Königen der Erde. Die Mächte der Erde und der Hölle versammelten sich, um sich auf das Äußerste anzustrengen (Vers 19).

Den Sieg, der von dem großen und glorreichen Haupt der Gemeinde errungen wurde: Das Tier und der falsche Prophet wurden gefangen genommen. Diese wurden ergriffen und „in den Feuersee geworfen“. Und ihre Nachfolger, seien es Offiziere oder nur normale Soldaten, wurden der militärischen Vernichtung übergeben und zu einem Festmahl für die Vögel gemacht, „die inmitten des Himmels fliegen“. Auch wenn die göttliche Rache primär das Tier und den falschen Propheten treffen wird, gibt es keine Entschuldigungen für diejenigen, die unter deren Zeichen kämpfen und ihren Führern und deren Befehlen gefolgt sind. Da sie für das Tier und den Propheten gekämpft haben, müssen sie auch mit ihnen fallen und verderben. „So nehmt nun Verstand an, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde! Dient dem Herrn mit Furcht und frohlockt mit Zittern. Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird und ihr nicht umkommt auf dem Weg“ (Ps 2,10–12a).

Der Neue Matthew Henry Kommentar

    Bevor eine einzige Kriegshandlung stattfindet, werden die beiden feindlichen Anführer ergriffen und in die Hölle geworfen, ohne dass sie den physischen Tod sterben. Das Tier – der politische Führer des antichristlichen Westeuropa – und der falsche Prophet – der religiöse Führer des abtrünnigen Israel – können sich nicht verteidigen. In ihrem Leben waren sie eng miteinander verbunden, und das sind sie auch in dem Gericht, das Christus an ihnen ausübt. Der falsche Prophet war der durchtriebene Helfershelfer des Tieres, die Menschen zu verführen, das Zeichen des Tieres anzunehmen und dessen Bild anzubeten.
    Alles sah sehr erfolgversprechend aus, doch hier werden ihre ganze Prahlerei und jeder Anschein von Unbesiegbarkeit (13,4) auf einen Schlag durch beeindruckende Machtentfaltung völlig vernichtet. Sie bilden eine Ausnahme zu allen übrigen Ungläubigen, denn sie werden ohne jedes Gerichtsverfahren in die Hölle geworfen, während alle anderen ungläubigen Menschen erst vor dem großen weißen Thron verurteilt werden. Eine entgegengesetzte Ausnahme im Kreis der Gläubigen sind Henoch und Elias, die als Einzige ohne zu sterben in den Himmel aufgenommen wurden.

    de Koning – Eine Erklärung speziell für dich

    „Und ich sah das Tier und die Könige der Erde versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heere“ (Vers 19). Wir haben schon gesehen, dass die Blüte der Armeen Europas, sowohl in Bezug auf Menschen als auf Waffen, zu dem Lande Palästina hin versammelt werden wird. Angeblich sind sie in so ungeheurer Zahl versammelt worden, um dem Einfall der riesigen Horden der nordöstlichen Mächte zu begegnen, die das Land zu überrennen suchen. Wir haben schon mehrfach von dem Bund gesprochen, den das Haupt der Juden, der Antichrist, mit dem Haupt des Römischen Reiches schließen wird, um Palästina vor dem drohenden Einfall der Völker aus Norden und Osten zu schützen, und dass dies nicht gelingen wird. In unserem Kapitel sehen wir, dass es die wahre Absicht Satans ist, durch das Tier und den falschen Propheten Krieg zu führen mit dem Lamm. Zwei sich bekämpfende Mächte werden also im Lande Palästina sein, die große Macht aus dem Norden mit ihren Verbündeten aus dem Osten, und die westlichen Mächte. In diesem Kapitel haben wir mehr die Heere der westlichen Mächte vor uns, mit denen der Herr Jesus persönlich handeln wird. Mit der assyrischen oder nördlichen Macht wird erst endgültig gehandelt werden, wenn der Herr Jesus seinen Thron in Jerusalem gegründet hat. Bei dem ersten Angriff des Assyrers auf Jerusalem wird die Hälfte der Stadt eingenommen, aber bei dem zweiten Angriff wird sie erfahren, dass der Herr daselbst ist, und dass Er mit seinem Volke streitet, die dadurch in den Stand gesetzt werden, einen vollständigen Sieg über ihre Feinde zu erlangen.
    Mit dem Haupte des Römischen Reiches und mit dem falschen Propheten beschäftigt sich der Herr persönlich: diese beiden von Satan geleiteten Führer werden genommen und lebendig in den Feuersee geworfen. Es ist von feierlichem Ernst, dieses schreckliche Gericht über diese beiden Menschen zu betrachten. An anderer Stelle wird uns gesagt, dass der Feuersee nicht für Menschen bereitet ist, sondern für den Teufel und seine Engel, aber hier wird uns gezeigt, dass diese beiden Menschen die ersten sind, die an jenen schrecklichen Ort gelangen. Sie haben sich selbst Satan ausgeliefert, um jedem Anspruch des Herrn Jesus zu widerstehen. Das Gericht über diese beiden Menschen ist deutlich erkennbar ein endgültiges, denn indem sie in den Feuersee geworfen werden, sind sie auf ewig von Gott geschieden. Das Schlagen des Überrestes mit dem Schwert ist kein endgültiges Gericht. Sie werden unter den Toten gefunden werden, die Kleinen und die Großen, welche auferweckt werden, um vor dem großen weißen Thron zu stehen, wie uns in Kapitel 20 gezeigt wird. Inzwischen wird uns gezeigt, wie deutlich Gottes Wort sich erfüllt. Die Vögel des Himmels waren herbeigerufen worden zu dem großen Mahle Gottes, und hier sehen wir dieses Mahl des Gerichts stattfinden: alle Vögel des Himmels wurden von ihrem Fleische gesättigt. Die Wahrheit des Wortes Gottes wird sich erfüllen, sowohl in Bezug auf die jetzt verheißenen Segnungen für solche, die an Christum glauben, als auch bezüglich solcher, die sich weigern, Ihn als Retter anzunehmen, und die deshalb mit Ihm als Richter zu tun haben werden.

    H.G. Moss – Das Buch der Offenbarung

    a) Die Schlacht von Harmagedon findet also gar nicht statt. In dem Augenblick, in dem der Herr sich und seine Macht offenbart, ist alles klar. Auch hier gilt: »Ein Wörtlein kann ihn fällen« (M. Luther).
    So sagt Paulus, dass der wiederkommende Herr dem Antichrist »mit dem Hauch seines Mundes ein Ende machen« werde, und zwar »durch seine Erscheinung, wenn er kommt« (2 Thess 2,8), das heißt ganz einfach, indem er in seiner göttlichen Herrlichkeit in Erscheinung tritt. Hier in Offb 19,20 lesen wir, dass der Antichrist und der falsche Prophet, ohne irgendein Zwischenspiel, insbesondere ohne dass sie irgendeine Gegenwehr leisten könnten, kurzerhand verhaftet werden.
    Genauso unsinnig ist heute schon aller Kampf gegen Gott und seinen Christus. Auch hier ist für alle Glaubenden entscheidend wichtig, »nicht zu sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare« (2 Kor 4,18).
    b) In Vorwegnahme des letzten Gerichts (Offb 20,11-15) wird über sie bereits jetzt das endgültige Urteil gesprochen und auch vollstreckt, wobei noch einmal ihre besonderen Übeltaten zur Urteilsbegründung genannt werden:
    Der falsche Prophet verführte mit seinen Wundern Menschen dazu, dass sie das antichristliche Eigentumszeichen annahmen und das Bild des Antichrists anbeteten.
    Die besondere Schuld des Antichrists besteht dabei vor allem darin, dass er sich anbeten ließ und so Gott seine Ehre raubte.
    c) Der »feurige Pfuhl«, das Meer von Feuer, ist derselbe endgültige Gerichtsort, den auch unser Herr nennt: »Das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln« (Mt 25,41; vgl. Mt 13,40.42; 18,8.9; Mk 9,43-48). Dass sie lebendig dem Feuergericht übergeben werden, bedeutet in besonderem Maße Schrecken und Grauen (vgl. 4 Mose 16,30.33.34).

    Gerhardt Maier – Edition C

    Während die Reihen der Feinde geschlossen dastehen und die Ankunft des himmlischen Heeres abwarten, werden ohne Ankündigung die Führer gegriffen. Der Ausdruck „wurde ergriffen“, piazô , wird im Johannesevangelium oft verwendet, um die Versuche, den Herrn zu ergreifen, zu beschreiben (Joh 7,30.32.44; 8,20; 10,39; 11,57). Die Grundbedeutung ist „in feindlicher Absicht ergreifen“. In einem Augenblick werden die Armeen der Erde ihrer Führer beraubt, der mit satanischer Macht ausgestatteten Anführer, auf die sie ihr Vertrauen gesetzt hatten. Wahrscheinlich hatten sie bis zuletzt gehofft, dass die Macht Satans den beiden noch heraushelfen werde, aber jetzt müssen sie sehen, wie sie lebendig in den Feuersee fahren.
    Das Kommen, der Charakter und die Laufbahn des Tieres sind in diesem Buch gründlich erörtert worden. Von seiner ersten Erwähnung an (11,17) bis zu seiner Manifestation im Kap 13 ist er als der Inbegriff satanischer Macht im Menschen dargestellt worden. Das letzte Weltreich der Erde fand seine Verkörperung in diesem Menschen, der seit seinem Aufsteigen aus dem Abrund (11,7) in der Mitte der Drangsal dem Satan willenlos ergeben gewesen ist. Er ist der „Anti-Gott“ (siehe den Ausdruck in 13,6) im vollendeten Sinn, und entsprechend fordert er für sich die Anbetung, die Gott allein zusteht (2.Thes 2,4). Diese charismatische Persönlichkeit der politischen Welt fand die Unterstützung jenes Menschen, der die religiöse Macht verkörpert, des „falschen Propheten“. Dieser Ausdruck steht erstmals in 16,13; er ist das Tier aus der Erde (13,11-18), ein Jude, der sein Volk, oder besser: den abgefallenen Teil desselben, anführt. Er ist der Antichrist (1.Joh 2,18), wobei „anti“ so viel wie „an Stelle von“ bedeutet. Israel hatte den Messias, den Gott ihm gesandt hatte, verworfen; an Seiner statt würden sie den annehmen, der in seinem eigenen Namen kommen sollte (Joh 5,43). Die Zeichen, semeia, die dieser Mann tut, wird ihm Glaubwürdigkeit verschaffen, so dass die Menschen sich von ihm verleiten lassen, das Zeichen des Tieres anzunehmen und das Bild des Tieres anzubeten (13,15.16). Das Tier und der falsche Prophet werden nun gegriffen und vor ihren entsetzt starrenden Anhängern in den Feuersee geworden. Welche furchtbaren Momente müssen das sein, in denen sie hilflos zusehen müssen, wie das Schwert Sein schreckenerregendes Werk tut!
    Dies ist der erste von fünf Belegen des Ausdrucks „Feuersee“ (20,10.14.15; 21,8). Der Zusammenhang macht es ganz deutlich, dass der Feuersee für alle, die Gottes Gnade verworfen haben, endgültig und ewig ist. Als Erste gehen das Tier und der falsche Prophet dahin, tausend Jahre später ihre Meister, der Satan (20,10). Am Ende folgen ihnen alle, deren Namen nicht im Buch des Lebens gefunden werden (20,14-15). Der Schrecken dieses Ortes wird im Ausdruck „See“ deutlich, die Intensität dieses Schrecken zeigt sich in der Tatsache, dass er „brennt“. Das Wort „brennt“ bezieht sich nicht auf das Feuer (neutrum), sondern auf den See (feminin), und dieser brennende See brennt mit der schauerlichen blauen Flamme brennenden Schwefels, der dreimal zusammen mit dem Feuersee genannt wird (19,20; 20,10; 21,8). Man könnte einwenden, dies sei symbolisch zu verstehen, um uns auf der Erde den Schrecken dieses Ortes begreiflich zu machen. Das ist zwar möglich, aber wenn die Symbolik schon so furchterregend ist, was wird dann die Wirklichkeit erst sein? Es ist besser sich der Offenbarung zu beugen und anzuerkennen, dass Gott einen Ort hat im Universum, der ursprünglich für den Teufel und seine Engel bereitet wurde (Mt 25,41), der ein ewig brennender Feuersee ist, in dem Leib und Seele all jener Geschöpfe gepeinigt werden müssen, die sich gegen den Schöpfer erhoben haben. Dies ist die Wirklichkeit hinter dem „Höllenfeuer“ (Mk 9,47) und der „eigen Pein“ (Mt 25,46), vor denen Christus uns gewarnt hat.

    Benedikt Peters- Was die Bibel lehrt

    In Bezug auf den Antichristen heißt es in Offenbarung 19:20: Und das Tier wurde gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat, die vor seinen Augen geschahen, womit er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. Es wird erklärt, dass der Antichrist lebendig in den Feuersee geworfen werden wird. Im vorigen Kapitel wurden Stellen zitiert, die besagen, dass der Antichrist als eines der ersten Opfer des zweiten Kommens getötet werden wird. Daher verlangt dieser Vers, dass der Antichrist zu diesem Zeitpunkt auferweckt und dann lebendig in den Feuersee geworfen wird. Aus diesem Grund erklärt Jesaja 14:20, dass der Leichnam des Antichristen niemals begraben werden wird.

    Diese Tatsache birgt eine gewisse Ironie in sich. Wie wir später in diesem Kapitel sehen werden, bezieht sich der Begriff „erste Auferstehung“ auf die Auferstehung aller Gerechten, auch wenn sie in Etappen erfolgt. Der Begriff „zweite Auferstehung“ bezieht sich auf die Auferstehung aller Verdammten, und auch diese wird in Etappen erfolgen. Jeschua war die Erstlingsfrucht der ersten Auferstehung. Die Ironie dabei ist, dass derjenige, der der falsche Sohn sein würde, die falsche Rolle bis zur Vollendung ausfüllen darf, indem er der Erstling der zweiten Auferstehung wird. Aber das Ergebnis seiner Auferstehung wird der Feuersee sein.

    C. Der falsche Prophet
    Wie bereits erwähnt, ist der falsche Prophet der gefälschte Heilige Geist, der eine gefälschte Gabe der Wunder haben wird, mit der er sein Werk der Täuschung vollbringt, indem er die Menschen aufruft, den Antichristen anzubeten, das Malzeichen des Tieres anzunehmen und sein Bild anzubeten. Nach Offenbarung 19:20 wird auch er lebendig in den Feuersee geworfen werden. Während der ersten tausend Jahre, in denen der Feuersee bewohnt sein wird, werden der Antichrist und der falsche Prophet dort ganz allein sein.

    Arnold G. Fruchtenbaum – Die Fußstapfen des Messias: Eine Studie über die Abfolge der prophetischen Ereignisse – 2020

    Sanftmut der Gerechtigkeit

    Gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held, deine Pracht und deine Majestät! Und in deiner Majestät ziehe (Eig fahre (d. h. auf dem Streitwagen)) glücklich hin um der Wahrheit willen (And : wegen des Wortes der Wahrheit) und der Sanftmut und der Gerechtigkeit; und Furchtbares wird dich lehren deine Rechte.
    Elberfelder 1871 – Psalm 45,4–5

    Gürte Dein Schwert auf Deine Hüfte, Du Held, in Deiner Majestät und Deiner Ehre.
    Und in Deiner Ehre steig auf, fahre daher auf dem Wort der Wahrheit und der Sanftmut der Gerechtigkeit, und furchtbare Dinge wird Dir Deine Rechte weisen. Ps 72,4; Offb 6,2; 19,11.
    Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Ps 45,4–5

    Gürte dir dein Schwert auf deinen Schenkel, Mächtiger,
    in deiner Lieblichkeit und deiner Schönheit,
    und spanne (den Bogen) und sei erfolgreich (- sei erfolgreich: im Griech. Imp. Pass. Das unakzentuierte griech. Verb könnte auch als Imp. Akt. gedeutet werden, dann wäre zu übersetzen verleihe Glück; vgl. Ps 67,20. Man hätte hier also eine ähnliche Doppeldeutigkeit wie in V.3b; s. d. vorige Fn. Wegen des fehlenden Obj. ist diese Deutung jedoch weniger wahrscheinlich. -) und herrsche (als König)
    um der Wahrheit und der Sanftmut und der Gerechtigkeit willen,
    und deine Rechte wird dich (- dich: ORTH. L. mich; dies hat jedoch keinen Anhalt in der Textüberlieferung; eventuell handelt es sich um ein Versehen der Herausgeber des liturgischen Psalters. -) wunderbar führen.
    Septuaginta Deutsch – Psalm 44,4–5

    Gürte dein Schwert an [deine] Hüfte, o Mächtiger,
    [Mit] deiner Würde und deiner Pracht.
    Und in deiner Pracht zieh hin zum Erfolg;
    Fahre einher in der Sache der Wahrheit und Demut [und] Gerechtigkeit,
    Und deine Rechte wird dich in furchteinflößenden Dingen unterweisen.
    neue Welt Übersetzung – Bi12 – Psalm 45:3–4

    Das Wort der königlichen Huld, die mit einer salbungsvollen Rede nichts zu tun hat, wirkt also Krafttaten. Darum fordert der prophetische Dichter den König – den kommenden! – auf: Gürte dein Schwert. Er soll nicht blindlings dreinschlagen, weil er sich mit Majestät und Pracht der Sache der Wahrheit annehmen soll. Die Gerechtigkeit, die Gott meint, ist mit Sanftmut gepaart, denn das Ziel des Herrschers soll sein, daß »der König als Helfer aller Entrechteten und als Schützer des gemeinschaftstreuen Wesens« (Kraus) erscheint – ganz so, wie es etwa in Jes 11,2ff verheißen wird. So befremdlich es für modernes Empfinden sein mag: Die Herrschaft, die zum Frieden führt, kann nur mit Macht durchgesetzt werden. Die geschärften Pfeile auf der Bogensehne des Königs sprechen hier eine eindeutige Sprache. Darum müssen die Feinde des Königs fallen, wenn Gerechtigkeit im Sinne Gottes wirken soll. Nicht weil der Krieg als Institution abgeschafft wäre (Carl Friedrich von Weizsäcker), sondern weil besiegte Feinde keine Gewalttat mehr ausüben können, wird Friede sein. Daß wir hier eine die Gegenwart grundsätzlich überschreitende Prophetie vor uns haben, erkennt man auch an der Tatsache, daß kein israelitischer König zu seinen Regierungszeiten niemals den völligen Sieg über alle seine Feinde erlangt hat.

    Wuppertaler Studienbibel

    Wir leben in einer Zeit, in der die kämpferische Seite des christlichen Glaubens kritisiert und sogar eliminiert wird – eine Haltung, die sowohl unbiblisch als auch gefährlich ist. Seit 1. Mose 3,15 befindet sich Gott im Krieg mit Satan und der Sünde, denn das Lamm Gottes ist auch „der Löwe aus dem Stamm Juda“ (Offb. 5,5). Jesus litt und starb am Kreuz, nicht nur um Sünder zu retten, sondern auch um Satan zu besiegen (Kol 2,13-15), und eines Tages wird er als Krieger zurückkehren, seine Feinde besiegen und sein gerechtes Reich aufrichten (Offb 19,11ff). In der Tat wird seine rechte Hand „ungeheure Dinge“ vollbringen. Die Gemeinde Jesu Christi benutzt keine menschlichen Waffen, um seinen Willen zu erfüllen (Johannes 18:10-11, 36-37), sondern das Schwert des Geistes, das Wort Gottes (Hebr 4:12; Eph 6:17; siehe Offb 1:16 und 19:15). Jesus kämpft für die „Wahrheit und Sanftmut und Gerechtigkeit“ (V. 4NASB), und es ist schwer vorstellbar, dass sich jemand dieser Art von Krieg widersetzen will. Wenn Gottes Volk seine Liebe weitergibt, anderen dient und das Wort Gottes verkündet, führt es einen „Krieg des Friedens“ und versucht, Männer und Frauen mit Gott zu versöhnen (2. Korinther 5,14-21). Der Vater hat versprochen, seinem Sohn die Völker der Erde zum Erbe zu geben (2,8-9), und er wird dieses Versprechen halten.

    Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

    Der König ist auch ein »Held«, gibbôr. Mit diesem Wort wird »der König der Herrlichkeit, Jahwe, ein Held im Kampf« auch in Psalm 24 angesprochen. Auf diese Anrede des Messias greift Jesaja in seiner großartigen Weissagung vom kommenden König zurück; denn dieser wird heißen ᵓêl gibbôr, »starker Gott« (Jes 9,5; siehe auch Jes 42,13), oder »Gott-Held« (Luther). Der König unseres Liedes ist der HERR und Gott Israels, den bereits Mose als einen Kriegsmann besingt (2Mo 15,4). Er soll sein Schwert und seine Pracht als Krieger um seine Hüften gürten. Und das zeigt eine weitere wunderbare Wahrheit über Gott: Er ist nicht ein passiver Gott; er ist nicht der deus otiosus (der untätige Gott) der Philosophen; er ist nicht ein statisches Prinzip; er ist auch nicht ein herzloser Tyrann, wie der Beduinengott Allah. Nein, er ist der Gott der Liebe, er ist der Gott der Gnade, er ist der lebendige Gott, der Rettung wirkende und in die Geschicke unserer armen Erde eingreifende Gott. Von ihm sagt deshalb David, dass er »den Himmel neigt und herabfährt« (Ps 18,10), dass er »einherfährt durch die Steppen« (Ps 68,5), dass er seinen Arm ausstreckt und den Versinkenden aus dem Wasser reißt (Ps 18,17; vgl. Mt 14,31) Und weil die Söhne Korahs ihren Gott kennen, rufen sie zu ihm: »Sei siegreich, zieh aus!«
    Das deutsche »sei siegreich« steht für den hebräischen Imperativ ṣəlaḥ, eigentlich: »sei erfolgreich«, »setze dich durch«, wie in Psalm 1,3; oder noch etwas dramatischer: »dringe durch« (Buber). Gemeint ist wohl, dass der Held den Elenden Recht schaffen und der König die Armen in Gerechtigkeit richten wird (Ps 72,2; Jes 11,4).
    »zieh aus!«: rəkab. Das bedeutet eigentlich »fahre aus auf dem Kriegswagen« (wie in 2Kö 9,16).
    Nachdem der Dichter zuerst von der Schönheit des Königs gesprochen hat (V. 3), spricht er als Zweites in seinen knapp und klar gezeichneten Versen über die unwiderstehliche Macht des Königs. Wir können seine Reihenfolge die historische und die logische nennen; historisch in zweierlei Weise. Der Herr kam zuerst in Niedrigkeit; er kam um zu retten, nicht um zu richten. Damals konnten die Menschen an ihm die Lieblichkeit seiner Worte und Taten hören und sehen. Er kommt aber auch zu uns persönlich so. Wir sind von unserer Sünde überführt worden und zittern vor Gott; da führt uns der Heilige Geist zur Erkenntnis des Menschen Jesus, der für uns zum Knecht und zum Lamm wurde. Die Lieblichkeit seiner Worte haben uns ganz überwältigt und gefesselt. Später erkennen wir in ihm auch den Richter. Das ist auch die logische Reihenfolge; denn wäre er sofort als Herrscher und Richter gekommen, wäre kein Mensch am Leben geblieben und wären keine von Dank und Bewunderung übergehenden Herzen da, aus denen Worte des Dankes und der Bewunderung fließen könnten.
    Wenn er als »Held« gegen alle Feinde in den Krieg zieht, dann ist er nicht nur mit dem »Schwert«, sondern auch mit »Pracht und Hoheit« angetan. Dann werden die Menschen erkennen, dass der sanftmütige Jesus »ein Kriegsmann« ist, »Jahwe ist ein Name« (2Mo 15,3). Seine »Wahrheit« und sein »Recht« fordern es; Gottes Wahrheit und Gerechtigkeit müssen Genüge geschehen. Wenn er kommt, um für die Sanftmütigen zu streiten, wird er der »Sanftmut«, ᶜanwâh, zum Recht verhelfen. Dann werden die Menschen verstehen, dass seine eigene Sanftmut (Mt 11,28–29) der tiefste Grund für seinen gerechten Zorn ist. Er wurde zum Lamm wegen der Sünde der Menschen, und die Sünder haben ihn genau deshalb für nichts geachtet. Ebenso haben sie nachher alle Sanftmütigen, alle, die in dieser Welt den Fußstapfen ihres Meisters folgten, für nichts geachtet (siehe Ps 10,2; 35,20; 37,14). Furchtbar wird es sein, wenn sie sich »vor dem Zorn des Lammes« ducken und zu verkriechen suchen (Offb 6,16–17). Sein Schwert ist sein Wort (Hebr 4,12). Seine Worte waren einst in Gnade gewesen; diese Worte werden nun alle richten, die sie verworfen haben (Joh 12,48).
    »Furchtbares« wird offenbar, wenn der Sohn des Menschen auszieht, um Gericht zu halten. »Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen« (Hebr 10,31). Johannes, der dem Herrn während dessen Erdenleben besonders nahegestanden war, sah den Sohn des Menschen in seiner Macht und Heiligkeit. So furchtbar war der Anblick, dass der Jünger, den Jesus liebte, zu Boden fiel wie tot (Offb 1).

    Benedikt Peters – Kommentar zu den Psalmen

    Wer gibt die Richtung vor?

    Ich ermahne (O. bitte) euch aber, Brüder, durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus, daß ihr alle dasselbe redet und nicht Spaltungen unter euch seien, sondern daß ihr in demselben Sinne und in derselben Meinung völlig zusammengefügt (Eig vollbereitet) seiet.
    Elberfelder 1871 – 1.Korinther 1,10

    Ich rufe euch aber auf, Brüder, durch den Namen (- kraft des Namens; o.: bei dem Namen -) unseres Herrn, Jesu Christi, dass (- damit; mit dem Ziel, dass – ) ihr alle dasselbe sagt und nicht Spaltungen unter euch seien, ihr aber zurechtgebracht sein mögt in demselben Sinn [des Denkens] und in derselben Auffassung,
    Jantzen & Jettel 2017 – Das Neue Testament – 1.Korinther 1:10

    Geschwister, im Namen von Jesus Christus, unserem Herrn, fordere ich euch alle auf, eins zu sein. Redet so, dass eure Worte euch nicht gegeneinander aufbringen (- wörtlich: fordere ich euch auf, alle dasselbe zu sagen -), und lasst es nicht zu Spaltungen unter euch kommen (- Od und duldet keine Spaltungen unter euch -). Seid vielmehr ganz auf dasselbe Ziel ausgerichtet und haltet in völliger Übereinstimmung zusammen. (- Seid vielmehr in derselben Gesinnung und in derselben Überzeugung völlig verbunden (aü Lasst euch vielmehr durch dieselbe Gesinnung und durch dieselbe Überzeugung zurechtbringen/vollenden). -)
    Neue Genfer Übersetzung – 2013 – 1.Korinther 1,10

    Wenn Christen hinter sich Anhänger scharen wollen, und das „selber studieren der ibe“ verhindern wollen, wird oft dieser Vers genommen. Einen weiteren Vers hatte ich ja schon besprochen: „Drängt anderen nicht persönliche Meinungen oder willkürliche Regeln auf“

    Doch was wollte Paulus den Korinthern wirklich sagen? Wollte Paulus, dass die Korinther nur noch das sagten, was die Jerusalemer Apostel beschlossen hätten? Wie kommt es dann, dass der reisende Paulus einfach so viele Briefe schrieb, und zwar OHNE das mit Jerusalem abgesprochen zu haben?

    1,10–12 Von Streit unter euch (vgl. 3,3) hat Paulus durch die Leute der Chloë erfahren. Das sind vmtl. christl. Sklaven, die im Dienste ihrer aus Korinth oder Ephe sus stammenden Herrin namens Chloë standen. Ob diese Frau selbst auch Christin war, ist unbekannt. Die Leute berichteten Paulus über rivalisierende Gruppen (Spaltungen), die sich versch. Autoritäten verbunden fühlten. Diese sind außer Paulus selbst der gebildete alexandrinische Judenchrist Apollos, der neben Paulus in Korinth missionierte (vgl. 3,5–9; 16,12; Apg 18,24–28), und Kephas (also → Petrus), von dem aber nicht sicher ist, ob er selbst auch in Korinth gewirkt hat (in 3,4–9 fehlt die Erwähnung des Petrus). Die vierte, die »Christus partei«, ist entweder eine eigenständige, neben den anderen wirkende Gruppe, die Christus als ihren Lehrer verehrt hat; oder Paulus ergänzt ironisierend die Parole ich gehöre zu Christus, um die richtige Alternative ggü. den anderen Positionen aufzuzeigen (vgl. 3,22–23).

    Stuttgarter Erklärungsbibel

    In Korinth haben sich in der Gemeinde Gruppen gebildet, die sich auf wichtige Persönlichkeiten berufen. Neben Paulus sind dies Apollos, ein Judenchrist aus Alexandria, der in Korinth gewirkt hat (vgl. 3:6; Apg 18:27), und Kephas, d.h. →Petrus, von dem wir aber nicht sicher wissen, ob er selbst in Korinth war. Die entsprechenden Schlagworte scheinen ohne Zutun dieser Männer aufgekommen zu sein. Schwierig einzuordnen ist die vierte Parole: »Ich gehöre zu Christus«. Sollte sie tatsächlich von einer Gruppe für sich beansprucht worden sein, so wäre sie für Paulus aufgrund ihres exklusiven, ausgrenzenden Charakters problematisch. Vielleicht hat auch der Apostel selbst die Parole eingeführt, um damit die Absurdität jeder Gruppenbildung, die sich auf menschliche Autoritäten beruft, vor Augen zu führen. – Die Leute der Chloë sind Angehörige des Haushalts (d.h. wohl Sklaven) einer wohlhabenden Frau aus Korinth (oder Ephesus). Ob sie selbst Christin war, wissen wir nicht.

    Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

    Jesus hatte vor seiner Verhaftung und Kreuzigung für die Einheit seiner Anhänger gebetet, und auch Paulus appellierte häufig an das Volk Gottes, dass sie „eins seien“ (Johannes 17:11, 22).

    Die Charles F. Stanley Lebensprinzipien Bibel

    Paulus verwendet drei Wörter mit einem politischen Beigeschmack – einverstanden, geteilt und vereint (10). Einverstanden bedeutet „dasselbe sagen“ und findet sich auf dem Grabstein eines Ehepaars aus dem ersten Jahrhundert, was auf eine harmonische Zusammenarbeit hinweist. Paulus war sehr an Harmonie interessiert – nicht an Einigkeit.

    .NIV Bible Speaks Today

    liebe Brüder und Schwestern (wörtlich Brüder; auch in 1:11, 26): Paulus verwendet diesen allgemeinen, traditionellen Begriff der Zuneigung, um alle Gläubigen anzusprechen, nicht nur die Männer. – Ich appelliere an euch: Paulus motiviert sie durch die Autorität unseres Herrn Jesus Christus, nicht durch seine eigene Autorität. – Autorität (wörtlich: Name): Im jüdischen Denken war der Name einer Person gleichbedeutend mit ihrer Autorität und ihrem Ansehen. – Es soll keine Spaltungen geben: Sein Wunsch war nicht nur, dass sie Spaltungen vermeiden, sondern dass sie so mit dem Geist Christi erfüllt werden, dass sie einmütig sind, vereint in Gedanken und Zielen (vgl. Phil 2,2).

    Neue Lebendige Übersetzung Studienbibel

    Ab Vers 10 beginnt Paulus mit der Zurechtbringung der Korinther. Die neue Einheit wird mit δὲ („nun“) gekennzeichnet. Der erste Punkt sind Spaltungen, die er bekämpfen muss. Παρακαλῶ (“ich ermahne“) ist in Anbetracht des nächsten Verses dazu gebraucht, einen negativen Umstand abzustellen und somit weniger im Charakter einer Ermunterung gedacht. Um den Übergang von der Einleitung zu diesem Abschnitt zu markieren gebraucht er δὲ („nun“), das keinen Gegensatz („aber“), sondern einen Übergang von einem Abschnitt zum nächsten kennzeichnet. Mit der Angabe διὰ τοῦ ὀνόματος τοῦ κυρίου ἡμῶν Ἰησοῦ χριστοῦ („durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus)“ unterstreicht er die Dringlichkeit unter Berufung auf die Autorität des Herrn Jesus, der die Einheit geschaffen hat, die es aufrechtzuerhalten gilt. Mit ἵνα (“dass“) wird das Angemahnte eingeleitet, d.h. das, was Paulus genau meint, wenn er sie korrigieren muss. Dabei gebraucht er einen antithetischen Parallelismus und stellt erst die positive Seite dar, indem er auffordert, dass die Brüder dasselbe reden und miteinander übereinstimmen, d.h. eines Sinnes sind, dann dieselbe Sache als Verbot des Gegenteils, indem er Spaltungen unter den Brüdern verbietet, d.h. es gilt, eine einzige auf der Grundlage der Schrift gegründete Auffassung zu haben. Dazu stellt er das vor, was wünschenswert ist, nämlich, das Zusammenstehen in Einheit. Mit ἦτε κατηρτισμένοι („ihr seid zusammengefügt“ i.S.v.: „ihr steht zusammen“) benutzt Paulus eine Umschreibung, um den resultativen Charakter des Perfekts deutlicher herauszustellen, d.h. wenn man zusammensteht in einer Gesinnung und Überzeugung, hat dies nachhaltige Konsequenzen, die es aufrechtzuerhalten

    Peter Streitenberger

    Paulus spricht hier zu Brüdern, nicht etwa zu Feinden, und er beruft sich dabei auf die höchste Autorität, auf den Namen des Herrn Jesus Christus. Dies ist das zehnte Mal in den ersten zehn Versen des Briefes, daß Paulus sich auf Christus bezieht; er läßt also keinen Zweifel daran, daß der, an den er, Paulus, glaubt, der Ursprung und Mittelpunkt der Einheit in Korinth sein soll. Der Apostel verlangt von den Korinthern nicht, daß sie ihre unterschiedlichen Ansichten aufgeben, sondern er fordert sie zur Eintracht auf. Es ist sein Wunsch, daß die verschiedenen Parteien sich zusammenfinden und – so wie eine Decke trotz unterschiedlicher Farben und Muster dennoch ein harmonisches Ganzes darstellt – eine Einheit bilden.

    Walvoord Bibelkommentar

    wie ein sicherer und fester Anker

    welche wir als einen sicheren und festen Anker der Seele haben, der auch in das Innere des Vorhangs hineingeht,
    Elberfelder 1871 – Hebräer 6,19

    Diese Hoffnung ist für uns wie ein sicherer und fester Anker, der hineinreicht bis ins innerste Heiligtum, in das Allerheiligste hinter dem Vorhang im himmlischen Tempel.
    Gute Nachricht Bibel 2018 – Hebräer 6:19

    Diese [Hoffnung] haben wir als einen Anker für die Seele, der sowohl sicher als auch fest ist und hineinreicht in das Innere, hinter den Vorhang,
    neue Welt Übersetzung – Bi12 – Hebräer 6,19

    Der Schreiber des Hebräerbriefes bezieht sich hier auf 3.Mose 16:12 – wo sich der Hohepriester mit Räucherwerk hinter den Vorhang des Allerheiligsten bewegen darf.

    In einer leichten Abwandlung des in Vers 18 vorkommenden anschaulichen Begriffes „Zuflucht“ geht der Briefschreiber zum Bild des Hafens über, in dem die Seele beruhigt Anker werfen kann. Der Anker haftet in diesem Fall im sichersten Grund überhaupt, er reicht bis in das Innere hinter dem Vorhang, wohin ihn der Vorläufer … Jesus gebracht hat. Das Bild des „Vorläufers“ (prodromos) im Verein mit dem des Hafens läßt an Seeleute denken, die ein kleines Boot zu Wasser lassen, um den Anker ihres Schiffes an einem ganz sicheren Ankerplatz zu versenken. So hat auch Jesus, als er in das himmlische Heiligtum eintrat, in dem er als Hoherpriester … in Ewigkeit fungiert, der Hoffnung der Christen einen festen Ankerplatz gegeben, von dem sie nicht fortgerissen werden kann. Da diese Hoffnung also eine ganz und gar sichere ist, können sie sich bis ans Ende auf sie verlassen.

    Walvoord Bibelkommentar

    „Er hat’s gesagt, er wird’s auch tun!“ Der zielgerichtete Glaube des Christen lebt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich. Wir halten am vollbrachten Erlösungswerk Christi fest; wir leben heute in der Gemeinschaft mit Christus, und wir schauen aus nach dem wiederkommenden Herrn. Wir besitzen die Hoffnung als sicheren und festen Anker der Seele. Der Apostel greift ein Bild aus der Seefahrt auf: Der Anker verschwindet unter der Oberfläche des Wassers, er sinkt auf den Meeresgrund und hält das Schiff am verborgenen Felsengrund fest. So ist das Lebensschiff des Christen durch die Hoffnung in dem unsichtbaren Felsengrund der Ewigkeit verankert. Glaubende Menschen halten Gottes Versprechen, die Hoffnung auf die Herrlichkeit, für größere Realität als die Bedrängnis der Gegenwart. Die Hoffnung, verbürgt durch Gottes Wort, ist der Anker ihres Lebens, der in der Ewigkeit haftet.
    Der Apostel stellt im gleichen Gedanken ein zweites Bild unmittelbar daneben. Er denkt an den Gottesdienst Israels in der Stiftshütte. Ein Vorhang trennte Heiligtum und Allerheiligstes voneinander. Im Allerheiligsten erschien Gottes Gegenwart, seine strahlende Herrlichkeit, dem Blick der Menschen entzogen. Auch die Ewigkeit Gottes, das himmlische Heiligtum, hat gewissermaßen einen Vorhang, einen Schleier, der die Herrlichkeit Gottes unseren menschlichen Augen verbirgt. Aber unser Glaube und unsere Hoffnung reichen schon jetzt in die Herrlichkeit Gottes hinein, in das Innere hinter den Vorhang, in die unmittelbare Gegenwart Gottes, in der Jesus als unser Hoherpriester lebt.

    Wuppertaler Studienbibel

    Das Hoffnungsgut, das uns in Aussicht gestellt ist (V. 18), wird mit einem »Anker« verglichen. Der antiken Welt galt der Anker eben als ein Symbol der Hoffnung. Der Anker vertritt das, woran der Mensch sich hält. Der weise Pythagoras sagt, dass Reichtum ein schwacher Anker, Ruhm ein noch schwächerer ist. Als Christen besitzen wir die größte Hoffnung der Welt, die wir wiedergeboren sind »zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten (1Petr 1,3). Christliche Hoffnung ist auf Jesus ausgerichtet. Deshalb reicht sie auch »bis in das Innere hinter dem Vorhang« hinein, wo Jesus als Vorläufer für uns hineingegangen ist (V. 20).
    Die Sicherheit des Ankers, d. h. der christlichen Hoffnung, hängt damit zusammen, dass er einen festen Halt gibt. Diese Sicherheit wiederum kommt daher, dass der Anker selbst in der himmlischen Welt, die allein Bestand hat, verankert ist; denn »der Anker reicht bis in das Innere hinter dem Vorhang hinein«. Ein Vergleich mit 3Mose 16 zeigt, dass das Allerheiligste gemeint ist, das durch einen Vorhang vom Heiligen getrennt ist (vgl. 3Mose 16,2.12.15). Die Sicherheit und Festigkeit der christlichen Hoffnung für die gefährdete Seele (vgl. Heb 12,3) ist also darauf zurückzuführen, dass sie in die Welt der Ewigkeit und Unveränderlichkeit »hineinreicht«. Der Vorhang bringt zwar die Verborgenheit und Unnahbarkeit Gottes zum Ausdruck. Aber Christus hat uns einen »neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang« (Heb 10,20) bereitet.

    Gerhard Maier – Edition C

    Wie können die Gläubigen sicher sein, dass Gottes Verheißung, geistliche Reife zu erlangen, auch wirklich eintreten wird? Sie können sich dessen gewiss sein, da der Messias, der ihre Zufluchtsstadt ist, schon in den Himmel eingetreten ist. Er ist jetzt im Moment im Himmel, und das ist die Basis für die Gewissheit, dass die Verheißung erlangt wird. In Vers 19 reicht die Hoffnung in die Gegenwart Gottes hinein, weil der Herr Jesus dort ist. Er ist hinter dem inneren Vorhang des Allerheiligsten in der himmlischen Stiftshütte. Was für Abraham galt, gilt auch für die Gläubigen. Das, was sie glauben, existiert tatsächlich. Was sie jetzt nötig haben, ist geduldiges Ausharren. Da sie bei Jesus ihre Zuflucht genommen haben, sollten sie auch dort bleiben. Denn die vorhandene Hoffnung ist eine Hoffnung auf das, was kommen wird, wenn sie sehen werden, wie sich Gottes Verheißung in ihrem Leben erfüllt. Ihre Hoffnung ist so sicher wie die Wiederkunft Jesu, des Messias.

    Vier Tatsachen werden bezüglich dieser Hoffnung Gottes genannt: 1. Sie ist ein fester Anker der Seele. Sie wird dazu beitragen, sie vor dem Abdriften zu bewahren, um das Problem von 2,1 zu vermeiden. 2. Ihre Hoffnung ist gewiss oder unzerstörbar. 3. Sie ist fest. Sie liefert innere Kraft. Und 4. ist sie in der Gegenwart Gottes. Sie ist hinter dem Vorhang des Allerheiligsten, in der himmlischen Stiftshütte.

    Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief

    Seid glühend im Geist. Dient als Sklaven für Jehova

    im Fleiße (O. Eifer) nicht säumig, inbrünstig im Geist; dem Herrn dienend.
    Elberfelder 1871 – Römer 12,11

    Setzt euch unermüdlich für Gottes Sache ein. Laßt euch ganz vom Heiligen Geist durchdringen, und steht Gott jeden Augenblick zur Verfügung.
    Hoffnung für alle – 1996 – Römer 12,11

    Seid fleißig und nicht faul. Seid glühend im Geist. Dient als Sklaven für Jehova.
    neue Welt Übersetzung – 2018 – Römer 12:11

    Ein Diener / ein Sklave hatte wohl immer die Interessen seines Chefs/Herrn im Sinn. Wessen Interessen habe ich im Sinn? Ist es wirklich Jehovah, der in meinem Mittelpunkt steht? Oder höre ich eher auf das, was meine Kirche/Gemeinde/Glaubensorganisation mir sagt? Habe ich ein biblisch geschultes Gewissen oder ein von einer religiösen Zeitschrift geschultes Gewissen? Wenn ich über meine Entscheidungen nachdenke – sind sie wirklich aus Liebe zu Jehovah begründet – oder doch eher, weil ich Angst habe, was andere über mich denken könnten?
    Keinem Menschen, der verliebt ist, muss man sagen: „Wenn du dein Leben einfach hältst und unnötige Schulden vermeidest, schaffst du dir Freiraum, um mehr…“ mit deiner Liebe zu verbringen! Nein, dass muß man nicht sagen – weil jemand, der wirklich verliebt ist, von sich aus, ganz automatisch, jede freie Minute mit „seiner Liebe“ verbringen will 😉


    Sechstens: Mit Fleiß, nicht mit Trägheit (V. 11a). Das griechische Wort für „Fleiß“, spoudé, bedeutet „Eile“, „Geschwindigkeit“, „Ernsthaftigkeit“ und „Begeisterung“. Es bedeutet, dass man sein Bestes gibt und sich beeilt. Der griechische Begriff für „träge“, oknéros, bedeutet „zaghaft“, „müßig“, „faul“ und „lästig“. Der Gläubige soll nicht hinterherhinken oder in seinem Fleiß faul werden. Der Fleiß oder Eifer, den Paulus in diesem Vers meint, unterscheidet sich von dem Fleiß, den er in Römer 9-10 beschreibt. Eifer ohne Wissen ist kein guter Eifer. Die Gläubigen sollen in ihrem Eifer nicht müßig werden, aber gleichzeitig sollen sie ihren Eifer entsprechend der Erkenntnis einsetzen.

    Siebtens: Inbrünstig im Geist (V. 11b). Das griechische Wort für „inbrünstig“, zeó, bedeutet wörtlich „kochen“ und „heiß sein“. Ein eifriger Mensch ist leidenschaftlich und engagiert sich für eine Sache. Der griechische Begriff für „Geist“, pneuma, bezieht sich auf den neugeborenen menschlichen Geist, der durch die Wiedergeburt mit Energie versorgt wurde. Gläubige sollten weiterhin darauf achten, dass ihr menschlicher Geist unter der Kontrolle des Heiligen Geistes steht.

    Achtens: Dem Herrn dienen (V. 11c). Der griechische Begriff für „dienen“, douleuó, bedeutet „ein Sklave sein“ oder „dienen“. Er bezieht sich auf jemanden, der freiwillig auf das Recht auf Selbstbestimmung verzichtet. Statt sich selbst zu dienen, soll der Gläubige dem Herrn dienen, vor allem im Bereich der bereits erwähnten geistlichen Gaben.

    Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Römer

    Die folgenden Aufforderungen, die sich auf die persönliche Einstellung der Gläubigen beziehen, können, wenn sie beherzigt werden, diese in den Augen ihrer Mitmenschen liebenswerter machen. Der entscheidende Gedanke steht hier am Ende von Vers 11: Dient (douleuontes; in V. 7 heißt „dienen“ diakonian) dem Herrn. Ihm geht die Erklärung voraus, wie sich diese „Knechtschaft“ (doulos; vgl. Röm 1,1) äußern soll: Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend (zeontes, ein Ausdruck, der außer an dieser Stelle nur noch in Apg 18,25 ,dort für Apollos, benutzt wird) im Geist (hier ist entweder der Heilige Geist oder auch das Innere des Menschen gemeint). Wieder ist eines der beiden Gebote negativ, das andere positiv formuliert (vgl. Röm 12,9). Die Christen sollen Gott mit Begeisterung und Eifer dienen.

    Walvoord Bibelkommentar

    Wer die Geschwister liebt, ist »im Fleiß nicht säumig«. Er kann seine Hände nicht in den Schoß legen, wenn Geschwister Mangel leiden oder in Not sind (1Jo 3,17). Die Liebe, die ihn drängt, macht ihn »[brennend] im Geist«, denn er »dient dem Herrn«, indem er den Geschwistern dient. Wie sollte man dem Herrn mit halbem Herzen dienen? Dass jemand im Geist »brennt«, zeō, wird im Neuen Testament nur noch von Apollos gesagt (Apg 18,25). Von diesem Verb ist das Adjektiv zestos, »brennend« gebildet. Den Herrn ekelt eine Gemeinde, die lau statt brennend ist (Offb 3,16; nur hier belegt).

    Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

    Der Christ ist nicht träge. Paulus gibt hier seine Ermahnungen als Erinnerung an das, was Christen durch den Geist geworden sind. Christen sind „im Fleiße nicht zögernd“, sie öffnen sich den Antrieben des Geistes Gottes, der in ihnen den „Eifer“ weckt zum Tun (vgl. V. 8; auch Apg 5,17; 2Kor 7,7; 11,2; Kol 4,13; 2Petr 1,5; 3,15; Hebr 4,11; Tit 2,14; Offb 3,19). Solcher Eifer ist das „Brennen im Geist“ (vgl. Mt 3,11; Apg 2,3f.; 1Thess 5,19; Offb 3,15; auch Lk 12,35; 24,32). Es ist die Entschiedenheit des Glaubens. Denn der Jünger Jesu „sklavt“ dem Herrn; alles, was er tut, tut er „von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen“ (Kol 3,23). Es ist kein Eigeneifer, kein Brennen für eigene Ziele, sondern Dienst für den Herrn.

    Edition C

    Nun stellt Paulus drei Leitprinzipien auf. In den nächsten Versen werden noch drei weitere folgen. Der Gedanke, die Bedeutung der ersten drei sei nach innen gerichtet und die der zweiten drei nach außen, kann tatsächlich hilfreich sein. Die ersten drei Prinzipien haben sicherlich viel mit Aktivität zu tun. In V. 8 hieß es, daß diejenigen, die vorstehen, von Fleiß ( spoudê ) gekennzeichnet sein sollten, und diesen Fleiß finden wir auch hier. In spoudê schwingt ein Gedanke von Eile mit, es ist das Gegenteil von Trägheit. Gegen Ende seines Leben erteilte Paulus Timotheus den Rat: »Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen« (2.Tim. 2,15). Hier im Römerbrief betont Paulus, daß dieser heilige Eifer bzw. Fleiß für Gott mit Trägheit nichts gemeinsam hat.
        Der Ausdruck »Inbrunst im Geist« kommt nicht nur bei Paulus vor. Lukas beschreibt damit Apollos: »brünstig im Geist« (Apostelgeschichte 18,25). Daraus wird klar, daß eine solche Inbrunst von außen wahrnehmbar ist. Das Wort »inbrünstig« stammt von einem Verb, das »kochen« bedeutet. Wenn es Gläubige in einem geistlichen Sinne beschreibt, sprudeln sie offenbar vor Eifer, oder kochen sogar förmlich über. Diesen Zustand kann man im Fleisch nicht erreichen. Er ist geistlich und die Auswirkung des Heiligen Geistes im Gläubigen, dem dieser Raum gibt. Das ist nicht auf apostolische Zeit beschränkt, sondern eine offensichtliche Manifestation des geisterfüllten Lebens. In den seltensten Fällen, wenn überhaupt, kommt dieser Zustand ekstatisch zum Ausdruck. Mit dem Geist erfüllte Gläubige zeigen dies in schlichter Weise, aber dennoch sollte die Kraft dieses Zustandes nicht unterschätzt werden.
        Beim nächsten Satz gibt es verschiedene Grundtextvarianten. Die meisten Manuskripte lesen: »dem Herrn dienend«, aber einige schreiben »der Zeit dienend« (Luther12: »Schicket euch in die Zeit«) oder »der Stunde dienend«. Das Wort »dienen« ( douleuô ) bedeutet, die Pflicht eines Sklaven erfüllen. Das Gewicht der Autorität unterstützt die Vorstellung, stets bereit zu sein, dem Herrn zu dienen, und das in der glücklichen Beziehung zwischen Leibeigenen und Herrn. Dienst für den Herrn ist niemals verdrießlich oder Schinderei, sondern das höchste Privileg. Der Zeit oder Stunde zu dienen, bringt herausfordernde Implikationen mit sich. Das würde bedeuten, jede Gelegenheit auszukaufen und niemals eine der kostbarsten Güter des Lebens zu verschwenden: die gegebene Stunde zum Dienst.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt