Arbeit & Job

Was irgend ihr tut, arbeitet von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisset, daß ihr vom Herrn die Vergeltung des Erbes empfangen werdet; ihr dienet dem Herrn Christus.
Elberfelder 1871 – Kolosser 3,23–24

Denkt bei allem daran, dass ihr letztlich für ihn und nicht für die Menschen arbeitet. Als Lohn dafür wird er euch das Erbe geben, das er versprochen hat. Das wisst ihr ja. Denn Jesus Christus ist euer wahrer Herr!
Hoffnung für Alle – Kol 3,23–24

Was auch immer ihr unternehmt, arbeitet beseelt wie für den Herrn und nicht für Menschen in dem Wissen, vom Herrn die Wiedererstattung des Erbteils zu empfangen. Seid Sklaven für den Herrn!
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – Kol 3,23–24

„Arbeit muß Spaßmachen“? oder „ich arbeite um zu leben“ – so oder ähnlich sind oftmals die Antwort nach dem Sinn der Arbeit. Aber was sagt die Bibel?

Es gibt Arbeiten, die uns Freude machen und motivieren. Es gibt Arbeiten, die uns langweilig erscheinen und die wir lieber meiden. Es gibt Dinge, die uns leicht von der Hand gehen und solche, die uns schwer fallen. Es gibt Aufgaben, die in der Gesellschaft angesehen sind und solche, die weniger angesehen oder sogar erniedrigend sind. Für jede Art der Arbeit gilt, dass wir sie so tun sollen, als ob wir direkt für unseren Herrn arbeiten würden. Paulus orientiert die Briefempfänger immer wieder auf den „Herrn“ – die höchste Autorität, die es gibt.
Dass wir „nicht den Menschen“ arbeiten sollen heißt nicht, dass wir nicht als Untergebene eine Verantwortung unseren Vorgesetzten gegenüber haben. Die haben wir ganz sicher. Wir sollen uns alle Mühe geben, unsere Aufgaben für unseren irdischen Arbeitgeber so gut wie möglich und mit Fleiß zu tun. Der Punkt ist, dass die höchste Autorität nicht der irdische Arbeitgeber, sondern der himmlische Herr ist.
Kolosser 3,24: da ihr wisst, dass ihr vom Herrn die Vergeltung des Erbes empfangen werdet; ihr dient dem Herrn Christus.

Die Vergeltung des Erbes
Paulus erinnert die Sklaven in Kolossä daran, dass sie etwas wussten. Dieses Wissen ist hier ein grundsätzliches Wissen, die Anerkennung einer ihnen bekannten Tatsache. Es geht nicht um ein Wissen, das man durch einen kürzeren oder längeren Prozess erlernt hat. Man ist sich eines Tatbestandes bewusst.
Wieder ist es der Herr im Himmel, der etwas tut. Er gibt die Verheißung des Erbes. Diese Sklaven damals wussten das, weil sie es vermutlich vorher schon gehört hatten. Es war ihnen nicht unbekannt. Dennoch wurden sie zu ihrer Ermutigung daran erinnert.
Manche Sklaven mochten damals nicht nur generell ungerecht behandelt, sondern auch ungerecht bezahlt werden. Bis heute ist es so, dass ein irdischer Arbeitgeber die Behandlung und Entlohnung nicht gerecht handhabt und Unterschiede macht. Dann wollen wir daran denken, dass es Vergeltung von unserem Herrn gibt. Ein voller und überströmender Lohn wartet auf uns. Diese Vergeltung muss uns etwas wert sein. Sie darf uns nicht gleichgültig sein. Vergessen wir nicht, dass derjenige, der den Lohn missachtet, den Geber missachtet.
Ein Knecht muss keinen Dank von seinem irdischen Herrn erwarten (Lk 17,7–10). Es mag sein, dass er ihn bekommt. Ein Recht dazu hat er nicht. Ein irdischer Herr wird ganz sicher sein Erbe nicht mit einem Sklaven oder einen Untergebenen teilen. Er wird vielmehr seine Kinder zu Erben einsetzen. Doch unser Herr im Himmel handelt anders. Dank und Lohn kommt von Ihm in der Vergeltung des Erben. Er selbst bekommt ein Erbe, das Er mit seinen Knechten teilt. Dieses Erbe wird an einem Ort ausgeteilt werden, wo nichts vergessen wird, was hier auf der Erde zu seiner Ehre getan worden ist. Dieses zukünftige Erbe ist unverweslich, unbefleckt und unverwelklich und wird in den Himmeln für uns aufbewahrt (1 Petrus 1,4). Es dient hier als Motivation für uns, unsere tägliche Arbeit in Treue zu erfüllen. Materielle Arbeit auf dieser Erde zieht ein geistliches Erbe im Himmel nach sich. Das Erbe wird hier wie ein Lohn vorgestellt. Der Herr belohnt jede Arbeit, die wir getan haben. Das adelt die berufliche Tätigkeit. Wir sollten darüber niemals geringschätzend denken. Berufliche Aktivität ist ein Segen und eine Pflicht zugleich.
Das Wort Vergeltung kommt nur an dieser Stelle vor. Es beschreibt eine vollkommene und gerechte Kompensation, die jemand für sein Tun bekommt. Das Erbe bezieht sich auf das Teil, den der Gläubige einmal mit Christus im Tausendjährigen Reich teilen wird (Eph 1,11.14.18; 5,5; 1 Korinther 6,9.10). Darin wird es Unterschiede geben. Das erkennen wir aus Lukas 19,11–27. Entsprechend der Treue auf der Erde wird das Erbe größer und kleiner ausfallen. Am Richterstuhl des Christus wird der Lohn ausgeteilt. Das Gute, das wir für unseren Herrn getan haben, wird dann belohnt werden (1 Korinther 6,5).
Die Vergeltung kommt „vom Herrn“. Das bedeutet, dass Er die Quelle dieser Vergeltung ist. In Epheser 6,8 lesen wir: „da ihr wisst, dass, was irgend ein jeder Gutes tut, er dies vom Herrn empfangen wird, er sei Sklave oder Freier“. Dort steht allerdings eine andere Präposition. „Vom Herrn“ bedeutet dort, dass wir es aus seiner Hand empfangen werden. Hier im Kolosserbrief ist Er die Quelle. Es gibt eine unmittelbare Verbindung und Beziehung zwischen dem Geber und dem Empfänger. Unterstrichen wird das dadurch, dass vor „Herr“ kein Artikel steht. Das betont besonders die Autorität des Gebers und die Beziehung zwischen Empfänger und Geber.

Als Christ in irdischen Beziehungen leben – Eine Studie zu Kolosser 3:18 – 4:1 – Ernst-August Bremicker

Die Arbeit des Christen ist durch die Ermahnung von Kolosser 3,23-24 wunderbar geadelt. Sklavenarbeit war besonders entwürdigend. Der Sklave selbst zog aus ihr keinen Nutzen, keinen Gewinn, und doch sagte ihm der Apostel: «Was irgend ihr tut, arbeitet von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen … ihr dient dem Herrn Christus.» Bei jedem Tagewerk, im Haushalt oder auf dem Land, während der langen Stunden in der Werkstatt oder im Büro … immer soll uns der Satz eingeprägt sein: «Was irgend ihr tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn.» Dann wird es weder wildes Drauflosarbeiten noch Gewinnsucht geben; wir werden der uns anvertrauten Aufgabe alle Geschicklichkeit und Sorgfalt widmen. Der Christ arbeitet nicht nur während den erforderlichen Stunden, um seinen Zahltag zu verdienen, sondern hat als Devise: «Ihr dient dem Herrn Christus.»
Die Schrift hebt noch ein anderes Ziel der Arbeit hervor: «Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern arbeite vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, damit er dem Bedürftigen etwas zu geben habe» (Eph 4,28). Arbeiten, um aus dem Verdienst weitergeben zu können – an wen war diese Aufforderung gerichtet? An den, der früher gestohlen hatte! Welch eine wunderbare Veränderung bringen doch die Gnade und Neugeburt hervor! Wer früher in Arglist andere ihrer Habe beraubte, wird jetzt mit Freuden von der Frucht seiner eigenen Hände den Bedürftigen weitergeben. Er gleicht nun dem Vorbild des Apostels, der sagen konnte: «Ich habe euch in allem gezeigt, dass man, so arbeitend, sich der Schwachen annehmen … müsse» (Apg 20,35).

Halte fest 1963

…, dass Gläubige nicht nur ein Erbe sind, sondern auch Erben; Gläubige sind „Miterben“ des Messias. Dies bedeutet, dass die Gläubigen eines Tages ihr Erbe erhalten werden (Röm 8,17; Gal 4,7; Eph 1,11,14; Kol 1,12; 3,24; Titus 3,7; Hebr 9,9). 15; 1 Pet. 1: 4). Dieses Erbe umfasst den Auferstehungskörper und eine Position im messianischen Königreich. Der Gläubige wird die Dinge im messianischen Königreich erben.

Fruchtenbaum – Die Sammlung messianischer Bibelstudien

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