Deshalb auch ihr, seid bereit; denn in der Stunde, in welcher ihr nicht meinet, kommt der Sohn des Menschen.
Elberfelder 1871 – Matthäus 24,44
Darum seid jederzeit bereit; denn der Menschensohn wird zu einer Stunde kommen, wenn ihr es nicht erwartet.«
Gute Nachricht Bibel 2018 – Matthäus 24:44
Darum haltet auch ihr euch ständig bereit; denn der Menschensohn kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ihr nicht damit rechnet.«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Mt 24,44
Lebt also auch ihr in Wachheit und Bereitschaft! Denn ihr wisst nicht von vornherein, wann der Menschensohn kommen wird.
Das Buch – 2009 – Mt 24:44

War das nicht der morgentliche Gruß – früher?? Seid bereit? Ja, aber da hieß es „Für Frieden und Sozialismus – seit bereit!“ – und Jesus fordert uns hier nicht auf „Für den Predigtdienst – seit bereit“ sondern „seit bereit, dass ich jederzeit kommen kann und ihr mich ständig erwartet!“
Der Blick ist also nicht auf mich, nicht auf eine Gemeinde oder Organisation sondern auf Jesus gerichtet!
Jesus ermahnte seine Jünger zu wachen (grEgoreite), denn ihr wißt nicht, an welchem Tag der Herr kommt (vgl. Mt 25,13). Die siebzigste Woche des Daniel wird einen bestimmten Anfang und ein genau festgesetztes Ende haben. Doch nur Gott kennt beide; die Menschen, die dann leben, werden sie nur ahnen können. Daher ist es wichtig, wachsam zu sein. Wenn jemand auch nur ungefähr die Stunde wüßte, in der der Dieb kommt, so würde er sich vorsehen und Vorbereitungen treffen. Dieselbe Grundhaltung sollen sich die Gläubigen in der Zeit der Bedrängnis zu eigen machen, wenn sie auf das Kommen des Herrn der Herrlichkeit warten. Sie werden zwar aufgrund der Zeichen am Himmel wissen, daß die Zeit da ist, doch der genaue Zeitpunkt der Rückkehr wird ihnen nicht bekannt sein.
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Ein starker Vergleich: der »Dieb« und der »Menschensohn«! Im Gleichnis kommt es aber nur auf einen Punkt an: Beide erscheinen unvermutet. Im alten Israel wurde mit 3 »Nachtwachen« zu je 4 Stunden gerechnet (2.Mose 14,24; Ri 7,19; 1 Sam 11,11). Die Römer und auch das spätere Israel rechneten mit 4 Nachtwachen zu je 3 Stunden (Mt 14,25; Mk 6,48; 13,35; Lk 12,38; Apg 12,4). Statt »einbrechen« steht wörtlich »durchgraben«. In Palästina durchgrub der Dieb die Lehmmauer des Hauses, um an die Schätze heranzukommen (vgl. Mt 6,19 und die Erklärung dort). Wie in V. 36 und V. 42 stellt Jesus jetzt zum dritten Male fest: »Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr nicht damit rechnet«. Alle werden überrascht sein, auch die wirklich Gläubigen! Nur ein Unterschied besteht: Die einen sind unvorbereitet, die anderen halten sich an Jesu Mahnung: »Seid auch ihr bereit!« Dass der »Tag des Herrn wie ein Dieb in der Nacht kommt«, halten auch Petrus, Johannes und Paulus fest (1 Thess 5,2ff.; 2 Petrus 3,10; Off 3,2ff.; Off 16,15).
Edition C
Die drei Gleichnisse in diesem Abschnitt beziehen sich auf die Christenheit, wenn Christus für die Gemeinde wiederkommt (1 Thess 4,13-18). Es geht um dieselbe gemischte Gruppe wie in Matthäus 13 – wahre und falsche Christen, die alle behaupten, Christus zu kennen. In diesem Abschnitt wird dargestellt, dass Christus seine Wiederkunft hinauszögert (24:48; 25:5, 19), so dass er nicht in die siebenjährige Trübsalszeit im vorherigen Abschnitt passt. Es werden keine Zeichen erwähnt; denn wenn es Zeichen gäbe, wüssten die Menschen, wann er wiederkommen würde, und wären bereit! Diese Gleichnisse beschreiben die Haltung von bekennenden Christen und ermahnen uns alle, auf sein Kommen vorbereitet zu sein. Einige Christen werden sich schämen, wenn er wiederkommt.
Warren W. Wiersbe – Wiersbes Erläuterungen zum Neuen Testament
Tatsache ist aber, daß man nicht bloß vor diesen beiden Möglichkeiten steht und sich
Raymond Franz – Auf der Suche nach christlicher Freiheit
nicht in eine dieser Kategorien einordnen muß. Jesus Christus kündigte im voraus
Personen an, die kommen und sagen würden: „Die bestimmte Zeit hat sich genähert.“
Über sie sagte er: „Geht ihnen nicht nach.“ Weder er noch seine Apostel ermutigten
in irgendeiner Weise dazu, Berechnungen anzustellen, um den Zeitrahmen für seine Wiederkunft zu ermitteln. Im Gegenteil, Christus mahnte dringend, „wachsam zu
bleiben“, und betonte in diesem Zusammenhang, es sei seinen Jüngern nicht möglich,
die Zeit für die Wiederkehr des Herrn im voraus zu wissen oder vorherzusagen.
Gerade durch das Ungewisse und Unerwartete sei Wachsamkeit so entscheidend.
Das spricht gegen den Gedanken, ‚wachsam zu sein‘ bedeute, Nachrichtenmedien
oder andere Quellen auf sichtbare Beweise in Form von Weltereignissen oder -ver-
hältnissen hin zu beobachten, die zeigten, daß Christi Wiederkehr bevorstehe oder
das Ende nahe sei. Aus Jesu Worten geht hervor, daß seine Nachfolger wachsam
wären, wenn sie vor den Reizen einer materialistischen Welt auf der Hut sind und
sich nicht von den Sorgen des Lebens ablenken lassen und so ständig gewissenhaft
bemüht sind, geistig stark und gesund zu sein und vor allem ein enges Verhältnis zu
Gott und Christus zu bewahren. Wenn dann ohne vorherige Warnung die Zeit des
Gerichts käme, könnten sie „vor dem Menschensohn stehen“ und würden von ihm
anerkannt. Auch Petrus macht deutlich, wenn er über den Gerichtstag spricht, daß
jemand durch „heilige Handlungen des Wandels und der Gottergebenheit“ zeigt, daß
er die Zeit „fest im Sinn behält“, nicht dadurch, daß er auf chronologische Speku-
lationen vertraut oder gespannt auf gewisse Weltereignisse oder -verhältnisse sieht.40
Christen sollten nie den Blick dafür verlieren, daß das Gericht bestimmt und unver-
meidlich kommt. Dieses Wissen sollte alle Entscheidungen und Handlungen lenken.
Damit leben sie jeden Tag so, als ob an ihm die Zeit der Rechenschaft hereinbricht.