indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen, (O. aufgegeben) wie es bei etlichen Sitte ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, je mehr ihr den Tag herannahen sehet.
Elberfelder 1871 – Hebräer 10,25
indem wir unsere Zusammenkünfte nicht versäumen, wie das bei einigen Gewohnheit ist, sondern uns gegenseitig ermuntern, und [das] umso mehr, als ihr den Tag [der Wiederkunft Jesu schon] nahen seht.
Menge 2020 – Hebräer 10:25
Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Zusammenkünften nicht fernbleiben, wie einige sich das angewöhnt haben, sondern dass wir einander ermutigen, und das umso mehr, als – wie ihr selbst feststellen könnt – der Tag näher rückt, ´an dem der Herr wiederkommt`.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Hebr 10,25
Kehren wir nicht unsrer besondern gottesdienstlichen Versammlung* den Rücken, wie es bei manchen Gewohnheit ist! Laßt uns vielmehr einander ermahnen – zur Treue und zum Eifer -, und das um so mehr, als ihr den Tag – der Wiederkunft Christi – schon herannahen seht!
Ludwig Albrecht – Hebr 10:25
Kehren wir nicht unserer besonderen gottesdienstlichen Versammlung den Rücken, wie es bei manchen Gewohnheit ist! Laßt uns vielmehr einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr den Tag schon herannahen seht.
Ludwig Albrecht – Hebr 10,25

Sehr geehrter Herr Bayer!
CMV-Materialsammlung
Sie stellen Aspirin her, das gegen Schmerzen, Erkältungen und Fieber Wunder wirkt. Die Bestandteile Ihrer Tabletten erlauben es dem Menschen, das Bett zu verlassen und mit Kopfschmerzen und Muskelkrämpfen sowie Nervosität fertig zu werden. Ihr Mittel wirkt, wie ich feststellen konnte, ausgezeichnet am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und vor allem am Samstag. Nur denen, die es am Sonntag nehmen, hilft es nicht. Sie werden ihre Leiden und Schmerzen nicht los und können daher nicht in die Kirche kommen. Könnten Sie Ihr Mittel nicht noch einmal überprüfen und etwas hineintun, das an Sonntagen wirkt?
Nachdem wir 7 Jahre „nicht erwünscht waren“ und deshalb „das Zusammenkommen“ gezwungener Maßen aufgeben mussten, waren wir dann in einer kleinen Hausgemeinde. Nein, das war NIE meine Uhrzeit – denn ich arbeitete ja weiterhin in den Nachtstunden. Aber da habe ich mich gerne angepasst.
Aber die Menschen, die ich kennen gelernt habe, bei denen ist meist „das Zusammenkommen“ abhängig davon, ob es ihnen in den Zeitplan passt. Da ist dann der Sonntag „Familienzeit“ – und ähnliche „Ausreden“ ,,,, Wie sieht es bei dir aus?
Noch „schlimmer“ ist ja „ermahnen“ ?!?! – wenn man etwas „negatives sagt“, dann verschwinden die meisten Menschen gleich, und „suchen sich eine neue Gemeinde“, wo sie weniger „negative Bemerkungen“ erwarten. Und wie sieht es auf diesem Gebiet bei dir aus?
Und nein, die jetzigen Zoomzeiten sind auch nicht unbedingt „meine Zeit“ – da ich ja immer noch Nachts arbeite – aber trotzdem bieten wir 52 Wochen im Jahr drei feste Termine zur Bibelarbeit an – denn Jehovah ist wichtiger als Schlaf und Freizeit.
Der Pfarrer einer kleinen Kirchengemeinde in Neu England suchte einen Bauern auf, der, durch mehrfaches Unglück verbittert und mit seinem Schicksal hadernd, den Weg zur gottesdienstlichen Gemeinde nicht mehr fand. Der Bauer empfing schweigend den Besucher, und schweigend setzten sich beide vor den Kamin, in dem die Buchenscheite hell brannten. Nach einer Weile nahm der Pfarrer mit der Feuerzange wortlos ein brennendes Scheit aus dem Feuer und legte es auf die Steinplatte vor dem Kamin; es rauchte und glühte eine Weile und begann zu verlöschen. Geraume Zeit saßen die Männer noch schweigend beisammen, dann gab der Bauer sich einen Ruck, reichte dem Pfarrer die Hand und sagte: “Ich habe die Predigt verstanden. Was nicht im Feuer liegt, wird nicht Flamme, sondern erkaltet. Ich werde wieder kommen.”
CMV-Materialsammlung
Laßt uns nicht unsere Versammlung verlassen, wie es für etliche Sitte geworden ist. Der grie Ausdruck mä enkataleípontes tän episynagogáen muß zunächst übersetzt werden: „die Versammlung nicht verlassen.“ Die Aufforderung von V. 24 „einander zur Liebe zu reizen“, läßt sich ja nur in der konkreten Gemeinschaft der Gläubigen in die Tat umsetzen, die am gleichen Ort wohnen und sich dort auch regelmäßig zum Gottesdienst versammeln (vgl. Jo 13, 34–35; Apg 2, 42). Der christliche Einzelgänger ist nicht in der Lage, Jesu Liebesgebot zu erfüllen. Denn Liebe drängt uns in die Verantwortung für den Bruder, fordert Verzicht auf Freiheit und persönlichen Einsatz für den anderen.
Wuppertaler Studienbibel
Das grie Wort episynagogáe wird 2 Th 2, 1 aber auch für die Entrückung der gläubigen Gemeinde bei der Wiederkunft Jesu gebraucht. Damit besteht die zweite Möglichkeit der Übersetzung: „die Entrückung nicht aus den Augen verlieren (versäumen)“. Weil „der Tag des Herrn naht“, darum sollen die Gläubigen für den Augenblick der Entrückung bereit sein. Sicher stehen beide Übersetzungsmöglichkeiten in einem inneren geistlichen Zusammenhang. Wer sich leichtfertig von der Gemeinschaft der Gläubigen trennt, wird auch bei der Wiederkunft Jesu dem Herrn nicht mit Freuden entgegengehen können (vgl. 1 Jo 2, 28). Die Gemeinschaft bedeutet ein starkes, bewahrendes Element für den Glauben. Wer sie vernachlässigt oder meidet, gerät dadurch in eine ernste Gefahr, die zum Abfall führen kann (vgl. V. 26!). Solche Haltung kommt der Absonderung einzelner Israeliten vom Volk während der Wüstenwanderung gleich (4 Mo 16); sie kamen unterwegs um! Hier soll die brüderliche Ermahnung — laßt uns einander ermahnen! — einsetzen, die mit liebevoller Geduld dieser verhängnisvollen geistlichen Entwicklung entgegenzuwirken sucht (vgl. Hbr 3, 13; 4, 11; 13, 22). Und das um so mehr, je mehr ihr seht, daß sich der Tag naht. „Der Tag“ ist hier der Tag der Wiederkunft Jesu. Die Anfechtung und Gefahr für die Gemeinde wird größer, je näher es dem Ziel der Wanderschaft zugeht. Je näher der Tag des Herrn rückt, um so entschiedener soll auch die Glaubenshaltung der Gemeinde sein. Den Gefahren des geistlichen Lebens kann man am wirksamsten begegnen, wenn man an der Gemeinschaft der Gläubigen und an der Verheißung der Wiederkunft Jesu (vgl. V. 37) unbeirrbar festhält.
Schließlich gilt brüderliche Liebe als besonderes Kennzeichen der Christen. Die Versöhnung mit Gott (V. 19-21) macht auf keine Weise blind für die irdischen Bindungen – im Gegenteil. Die Leser sollen »aufeinander Acht haben«. Das griech. Wort, das im weltlichen Sinne die Bedeutung »auskundschaften« hat, ist im NT durchaus positiv gemeint. In der christlichen Gemeinde bekennt man sich zur Gemeinschaft (vgl. Heb 12,15). Hier geht es nicht nur darum, den Bruder zu ertragen, sondern ihn vielmehr zu lieben und geistig zu fördern (vgl. Röm 15,7). Deshalb klingt der dritte Mahnruf auch in der Aufforderung aus, »einander zur Liebe und zu guten Werken anzureizen«. Die Leser haben schon Großartiges geleistet in dieser Beziehung (vgl. Heb 6,10; 10,32-34), aber sie dürfen nicht ermatten, sondern sollen einander anspornen, noch größeren Eifer an den Tag zu legen.
Gerhard Maier – Edition C
»… und nicht verlassen unsere Versammlungen, wie einige zu tun pflegen.« Von selbst drängt sich diese Ermahnung dem Verfasser auf. Im selben Atemzug, mit dem er auf die immense Bedeutung der christlichen Gemeinschaft hingewiesen hat, muss er zugleich zugeben, dass gewisse Anzeichen von einer bedauerlichen Spaltung der Gemeinde zu beobachten sind, ja, einige Gemeindeglieder nehmen bereits nicht mehr an den Gottesdiensten teil. – »Nicht verlassen ist ein sehr starker Ausdruck. Es begegnet uns dasselbe Verb im Kreuzeswort Jesu: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Mt 27,46 ; vgl. auch Apg 2,27; 2Tim 4,10). Was die Gemeinde braucht, ist nicht Zersplitterung, sondern gegenseitige Ermahnung (vgl. Heb 3,13), »und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht«. Mit der ganzen Urchristenheit denkt der Verfasser, wenn er vom herannahenden Tag redet, an den Tag der Wiederkunft Christi. Es sieht so aus, als seien einige Gemeindeglieder vom Warten müde geworden (vgl. 1Thess 4,9-12; 2Thess 3,6-13). Im Blick auf sie ist es wichtig, zu ermahnen und zu sagen: Es naht sich der Tag (vgl. Heb 10,37)! Gerade wenn man den Tag des Herrn ersehnt, wird es eine dringende Sache, in brüderlicher Liebe verbunden zu sein. Denn in den Gottesdiensten kommen die Christen eben als begnadigte Sünder zusammen, die vom Wort Gottes herausgefordert werden, einander zu ermahnen und zu trösten, wie sie selbst aus dem Gotteswort Trost geschöpft haben. – Schließlich sollen wir bedenken, dass der Tag Christi der Gerichtstag ist, der uns den endgültigen Spruch des Richters bringen wird. Wie haben wir dann unseren Lebenslauf geführt? Sind wir allmählich müde und schlaff geworden, oder steht uns das Ziel umso herrlicher vor Augen, weil es mit jedem Tag näher heranrückt?
Paulus beschreibt mit den Partizipien, wie die persönlichen Bedingungen ausgestaltet sind, die es zulassen, andere zum Guten anzuregen, nämlich, wenn der Ort dazu eingenommen wird, d.h. die christlichen Zusammenkommen und die Intensität gesteigert werden sollte, wenn der Tag der Wiederkunft des Herrn Jesus heranrückt. Da die Ermunterung dem Fernbleiben der Zusammenkünfte gegenübersteht, deutet dies an, dass die Ermunterung in den Zusammenkünften stattfindet.
P. Streitenberger – Der Hebräerbrief
Die vierte und letzte Ermahnung steht in Vers 25: indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen. Das griechische Wort für versäumen bedeutet völlig verlassen. Verlasst nicht völlig die Zusammenkunft als Gläubige. Das verwendete Wort meint nicht nur die Handlung des Versammelns sondern auch die Versammlung selbst. Das griechische Wort heißt episynagogei, das den Begriff Synagoge enthält, doch der Verfasser meint nicht die Synagoge als einen Ort. Das Wort bedeutet einfach nur sich versammeln. Der einzige andere Gebrauch dieses Wortes findet sich in 2 Thessalonicher 2,1, wo es für die Vereinigung der Gläubigen verwendet wird, wenn der Herr Jesus wiederkommt. Es ist wichtig, dass sich die Christen als Gläubige versammeln. Die Gemeinde muss sich treffen, aber die Bibel diktiert nicht, an welchem Wochentag dies zu geschehen hat. Es ist die Entscheidung jeder einzelnen Gemeinde. Es ist zulässig, sich am Sonntag, am Freitag, am Samstag oder an jedem anderen Tag der Woche zu treffen. Aber es ist für die Gemeinde nicht akzeptabel, wenn die Gläubigen aufhören, sich zu treffen, denn es ist ihnen befohlen, sich zu versammeln.
Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief
Der Verfasser fährt traurig fort mit den Worten wie es bei einigen Sitte ist. Einige dieser judenchristlichen Adressaten haben schon damit angefangen, sich wegen der Verfolgung von den anderen Gläubigen zu trennen. Sie weigern sich bereits, sich zu versammeln, doch Gläubige müssen Gemeinschaft miteinander haben, damit sie einander ermuntern können. Die Zusammenkünfte sind unentbehrlich für die gegenseitige Ermahnung und Ermutigung, besonders angesichts des kommenden Gerichts. Die Ermahnung zusammenzukommen dient dazu, die drei ersten Ermahnungen zu erfüllen. Es ist jetzt unverzichtbar, ganz besonders in dieser Zeit: und das um so mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht. Der Ausdruck um so mehr unterstreicht die Dringlichkeit. Der Grund für die Dringlichkeit ist der herannahende Tag. Der Tag ist ein Tag des kommenden Gerichts und die Tatsache, dass der Tag herannaht, zeigt, dass er kurz bevorsteht. Sie sind sehr nahe dran an dem kommenden Gericht von 70 n. Chr., wenn Jerusalem und der Tempel zerstört werden, weil das Volk die Messianität Jesu mit der Begründung, er sei von Dämonen besessen, abgelehnt hat. Jesus warnte davor (Mt 24,1.2; Lk 19,41-44; 21,20-24).
Während das Gericht von 70 n. Chr. ein Vorschatten des letzten Gerichts ist, ist es in diesem Fall etwas, was die gegenwärtige Generation erfahren wird. Das Gericht kommt sehr bald. Nachdem der Verfasser eindrücklich betont hat, wie gefährlich es ist, wenn man sich nicht versammelt, verwendet der Schreiber diese Ermahnung dazu, seine vierte Warnung vorzustellen.
Damit wir bei diesem gegenseitigen Helfen vorankommen, ist es daher notwendig, daß wir eifrig darauf bedacht sind, die Zusammenkünfte der Heiligen zu besuchen. Wir dürfen die Versammlungsstunden nicht vernachlässigen oder versäumen. Für diejenigen Hebräer, die durch Verfolgung, Schmähungen und Spott aufgrund ihres Glaubens an Christus ins Wanken geraten waren, hatte die Versuchung bestanden, von den anerkannten Zusammenkünften der Christen fernzubleiben. Doch die Ermahnung, die regelmäßigen Zusammenkünfte zu besuchen, wurde zum Nutzen und zur Ermunterung aller gegeben. Das Wort „Zusammenkommen“, das hier vom Schreiber gebraucht wird, ist ein interessanter Ausdruck. Es umfaßt eine Form des Wortes „Synagoge“, dem aber die Vorsilbe epi vorangestellt ist – episynagoge. Manche haben darin eine Andeutung dafür gesehen, daß sich einige dieser hebräischen Gläubigen noch „synagogisch“ mit ihren jüdischen Landsleuten versammelten und die episynagoge, das zusätzliche „Zusammenkommen“ mit ihren Brüdern in Christus, vernachlässigten. Leider war es bereits bei einigen Sitte und Gewohnheit (Menge), die Zusammenkünfte der Heiligen zu versäumen, was allen Beteiligten zum Nachteil gereichte. Warum sollte man die christlichen Zusammenkünfte verlassen? Wir sind ja weiter oben dar auf hingewiesen worden, daß bei einigen von ihnen eine Unreife vorhanden war, die möglicherweise darauf schließen ließ, daß wirkliches, geistliches Leben fehlte. Wenn einige lediglich ein Bekenntnis ohne wirklichen Inhalt ablegten, dann war die Kraft, die sie zurück in die alte Synagoge zog, groß und der Mut, die gegen die christliche Versammlung ausgestoßenen Schmähungen mitzutragen, klein. Die logische Folge davon bestand darin, die Zusammenkünfte zu verlassen und sich wieder der jüdischen Synagoge zuzuwenden.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Und deshalb, so die dringende Bitte des Schreibers, ermahnt einander, ermuntert einander. Einige würden abfallen. Ein verstandesmäßiges, intellektuelles Bekenntnis zu Jesus als Messias würde in der Prüfungszeit nicht ausreichen, so daß einige zurückgehen würden. Für die übrigen war es notwendig, sich fortwährend einander zu ermuntern, und das um so mehr, je mehr sie den Tag herannahen sahen.
Die Schatten des Jahres 70 n.Chr. zeichneten sich immer deutlicher ab. Für diejenigen, die geistliches Verständnis und Unterscheidungsvermögen hatten, war es offensichtlich, daß der Tag, den unser HERR vorausgesagt hatte, nun nicht mehr weit war. Die Belagerung und der Fall Jerusalems standen bevor. Jesus hatte mit einem kleinen Überrest auf dem Ölberg gesessen und die bevorstehende Zerstörung der Stadt zusammenfassend beschrieben. Das lag fast vierzig Jahre zurück. Jetzt rückte der Tag näher. Es würde ein furchtbarer Tag für das Volk sein. Doch die Gläubigen würden sich Seiner Worte erinnern, und selbst jetzt – bevor der Tag kam, aber stets im Gedanken daran – sollte sie fortwährend danach verlangen, einander zu ermuntern und zu diesem Zweck zusammenzukomm en. Die alte Ordnung, mit der sie früher als Juden verbunden gewesen waren, hatte sich tatsächlich überlebt. Sie war mit dem bevorstehenden Niederbrennen des Tempels und der Zerstörung der Stadt durch die römischen Legionen dem Verschwinden nahe. Wie töricht, sich noch länger von solch einem todgeweihten System anziehen zu lassen! Bleiben wir als Gläubige in Jesus Christus zusammen. Haben wir Acht aufeinander. Ermuntern wir einander. Versäumen wir nicht die Zusammenkünfte. Stärken, unterstützen und trösten wir uns einander. Spornen wir uns einander an, und tun wir dies um so eifriger, je mehr der furchtbare Tag herannaht.