Thomas Pape

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die Schriftrolle oder eine Schriftrolle?

Und Schaphan, der Schreiber, berichtete dem König und sprach: Der Priester Hilkija hat mir ein Buch gegeben. Und Schaphan las darin vor dem König.
Elberfelder 1871 – 2.Chronika 34,18

Dann meldete Schafan der Schreiber dem Könige, sprechend:
Ein Buch hat mir Chilkijahu der Priester übergeben.
Und Schafan las draus dem König vor.
Buber & Rosenzweig – 2.Chronika 34:18

Dann sagte er dem König noch, dass der Priester Hilkija ihm eine Schriftrolle übergeben hatte, und las ihm daraus vor.
NeÜ bibel.heute Stand 2015 – 2.Chronik 34,18

Konzentrierst du dich auf Gottes Wort, indem du es selber liest? Oder vertraust du „Auslegern“ und „Zeitschriften“?? Und wie reagierst du, wenn du etwas in der Bibel findest, was nicht den dir beigebrachten Lehren widerspricht? Was ist wichtiger? Ein gutes Verhältnis zu „Freunden“ oder zum „Autor der Bibel“?

Beim Auszahlen des Tempelgeldes fand der Hohepriester Hilkija (vgl. V. 9 ) eines Tages eine Abschrift des Buches des Gesetzes des HERRN . Eine von der Bibelkritik geprägte Annahme mancher Ausleger besagt, daß dieses Dokument nur das 5. Buch Mose gewesen sei. Es gibt jedoch keinen Grund für diese Annahme, obwohl es in dieser Erzählung bisweilen um das 5. Buch Mose gehen mag. Das „Buch“ kann genauso gut den gesamten Pentateuch umfaßt haben (1.-5 Mose).
Als Schafan (vgl. V. 8 ), der Schreiber, die Rolle zu Josia gebracht und über den Fortschritt der Arbeit berichtet hatte, begann er, dem König einige Abschnitte aus dem Buch vorzulesen. Der König erkannte die Bedeutung dieser Botschaft, zerriß seine Kleider (als ein Ausdruck seines Kummers; vgl. den Kommentar zu 2Chr 23,13 ) und sandte einen Befehl an Hilkija und die anderen, daß der ganze Text gelesen werden und daß der Herr wegen der Worte des Buches befragt werden sollte. Der König war erschüttert, daß sich seine Vorfahren den Zorn Gottes zugezogen hatten, indem sie Gottes Wort nicht gehorcht hatten. Josias Vorgehen war vielleicht eine Reaktion auf die Aussagen im 5. Buch Mose über die Rolle und die Verantwortung des Königs als Bundesführer. Vielleicht empfand Josia, daß er dieser Rolle nicht gerecht geworden war (vgl. 5Mo 17,18-20 ).

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wie die großen Reformatoren vor ihm, wandte er seine Aufmerksamkeit bald der Wiederherstellung des Tempels zu. Eine Abschrift des Buches des Gesetzes wurde dabei gefunden und vor dem König verlesen. Zu jeder größeren oder kleineren Erweckung wahren Glaubens gehört die Entdeckung der Lehren des Wortes Gottes. Die große Reformation im 16. Jahrhundert war da keine Ausnahme.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Instandsetzung des Tempels (22:3-7; 34:8-13). Josias achtzehntes Jahr als König war in der Tat ein herausragendes Jahr. Er reparierte den Tempel des Herrn, in dem das Buch des Gesetzes entdeckt wurde; er schloss einen Bund mit dem Herrn; er führte weitere Reformen im Land durch und veranstaltete ein großes Passahfest. Zu dieser Zeit war er sechsundzwanzig Jahre alt. Der Mann, der die Pläne des Königs zur Wiederherstellung des Tempels vorantrieb, war Schafan, der Vater einer bemerkenswerten Familie. Sein Sohn Gemarja schloss sich mit anderen zusammen, um König Jojakim zu drängen, Jeremias Schriftrolle nicht zu verbrennen, und sein Enkel Michaja hörte, wie Baruch Jeremias zweite Schriftrolle im Tempel las und den Sekretären des Königs davon berichtete (Jer. 36:11ff). Sein Sohn Elasah überbrachte Jeremias Brief an die jüdischen Exilanten in Babylon (Jer. 29:1-23), und sein Sohn Ahikam gehörte zu den Männern, die Hulda, die Prophetin, wegen des Buches des Gesetzes konsultierten (1. Könige 22:12-20). Ahikam legte auch bei König Jojakim Fürsprache ein, damit er den Propheten Jeremia nicht tötete (Jer. 26:16-24). Nach dem Fall von Juda und Jerusalem wurde Schafans Enkel Gadalja zum Statthalter von Juda ernannt. Der einzige enttäuschende Sohn der vier war Jaasanja, der im Tempel des Herrn Götzen anbetete (Hesek. 8:11-12).

Das Volk hatte Geld für den Unterhalt des Tempels gespendet (V. 4), also befahl der König Schafan, dem Hohepriester Hilkija zu sagen, er solle die Gelder an die Arbeiter verteilen und mit der Reparatur des Tempels beginnen. Es reichte nicht aus, die Götzenanbetung im Land zu zerstören; der Tempel musste für die Anbetung des wahren und lebendigen Gottes zur Verfügung stehen. Wie beim Wiederaufbau des Tempels unter Joasch (2. Könige 12) waren die Arbeiter treu, und es bestand keine Notwendigkeit, aufwendige Aufzeichnungen zu führen. Leiterschaft ist Haushalterschaft, und die Leiter müssen dafür sorgen, dass die Arbeit mit Integrität ausgeführt wird und Gottes Geld weise verwendet wird.

Die Entdeckung der Heiligen Schrift (22:8-20; 34:14-28). Es scheint bemerkenswert, dass das Buch des Gesetzes im Tempel verloren gegangen sein soll! Das wäre so, als würde man die Bibel in einem Kirchengebäude verlieren und sie jahrelang nicht vermissen. Bei dieser Schriftrolle handelte es sich wahrscheinlich um alle fünf Bücher Mose, aber Schafan „las im Buch“, das heißt, er las dem König ausgewählte Abschnitte vor, vielleicht aus dem Buch Deuteronomium. Schafan gab dem König einen Bericht über das Bauprogramm und erzählte ihm dann, fast wie nebenbei, von dem neu entdeckten Buch. Es ist Josia hoch anzurechnen, dass er hören wollte, was in dem Buch stand, und als er es vorgelesen bekam, wurde er von Angst und Trauer ergriffen. Wie Menschen auf Gottes Wort reagieren, ist ein guter Hinweis auf ihren geistlichen Appetit und die Stärke ihres Wunsches, dem Herrn zu gefallen.

Wenn Schafan tatsächlich aus dem Buch Deuteronomium vorlas, dann würde das, was Josia aus den Kapiteln 4-13 vorgelesen bekam, ihn über die bösen Dinge, die das Volk bereits getan hatte, aufklären. Die Kapitel 14-18 würden ihn beunruhigen wegen dessen, was das Volk nicht getan hatte, und der Bund, der in den Kapiteln 27-30 beschrieben wird, würde ihn davor warnen, was Gott tun würde, wenn das Volk nicht umkehrte. In den Bedingungen seines Bundes machte der Herr deutlich, dass das Volk schwer bestraft werden würde, wenn es seinem Gesetz nicht gehorchte. Der König war so erschüttert, dass er sein Gewand zerriss und dem Hohen Priester und mehreren Beamten befahl, den Herrn nach dem geistlichen Zustand Judas zu fragen. Josia war erst sechsundzwanzig Jahre alt und suchte den Herrn erst seit zehn Jahren, doch seine Antwort auf das Wort Gottes war die eines reifen Gläubigen.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Gottes Wort – absolut einzigartig

Im Zuge der Renovierungsarbeiten am Tempel fand der damals amtierende Priester Hilkija ein Buch. Es war „das Buch des Gesetzes des Herrn durch Mose“ (2. Chr 34,14). Sofort erkannte der Priester den großartigen Wert dieses Buches und ließ es durch Schaphan, den Schreiber, zum König Josia bringen.
Im Unterschied zu Hilkija überreichte Schaphan das Buch mit folgenden Worten: „Der Priester Hilkija hat mir ein Buch gegeben“ (2. Chr 34,18).
Zwei Männer halten dasselbe Buch in Händen – aber mit völlig unterschiedlicher Kommentierung! Für Hilkija ist es das „Buch des Gesetzes“ – für Schaphan ist es „ein“ Buch.
Da stellt sich die Frage, welche Bedeutung Gottes Wort für mich und für dich hat. Ein Buch – oder das (!) Buch?
Ein schönes Lied, das die Kinder oft singen, lautet:
Das wichtigste Buch auf der Erde,
das schönste Buch, das es gibt,
ist die Bibel, das Wort des Lebens,
darin steht, wie Gott uns liebt.
© 1976 Gerth Medien Musikverlag, Asslar

Wir wollen uns erneut anspornen lassen, dieses wunderbare Wort Gottes täglich mit hohem Interesse zu lesen und zu uns reden zu lassen für ein Leben zur Freude Gottes.

Bleib in mir 2023 – Themenheft Gebet

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