Thomas Pape

,

Perspektive Ewigkeit

Die Folge der Demut, der Furcht Jehovas, ist (And üb.: Die Folge der Demut ist die Furcht Jehovas usw.) Reichtum und Ehre und Leben.
Elberfelder 1871 – Sprüche 22,4

Die Folge der Demuth ist Furcht Jehova’s, Reichthum, und Ehre, und Leben.
van Ess – Sprüche 22:4

Die Nachkommenschaft der Weisheit sind: Furcht des Herrn
und Reichtum und Ehre und Leben.
Septuaginta Deutsch – Spr 22,4

Auf der Ferse folgt der Gebeugtheit in der Furcht Jehovas Reichtum und gewichtige Herrlichkeit und Leben.
Pfleiderer – Spr 22:4

Die Frucht der Bescheidenheit ist die Furcht des Herrn; sie ist Reichtum, Ehre und Leben.
Arndt-Allioli – Sprichwörter 22,4

Kling nach „Wohlstandsevangelium“??

Problematisch ist an diesem Spruch das Verhältnis von Demut und Furcht Jahwes. Unsere Übersetzung versteht mit LXX die Gottesfurcht als die Frucht der Demut. Aber das erregt bei vielen Anstoß. Auch nach 1Tim 4,7 ist der Mensch aufgefordert, sich selbst in der Gottesfurcht zu üben. Wie soll sie dann Lohn der Demut sein? Man möchte also »Furcht Jahwes« als Apposition zu »Demut« verstehen: Lohn der Demut, Furcht Jahwes, ist … Oder man beurteilt beides gleichwertig, indem man ein »und« dazwischensetzt: Lohn der Demut und der Furcht Jahwes, ist … Das ist wohl überspitzt. Denn ohne Demut ist es gar nicht möglich, Gott zu fürchten. Vielleicht ist es hilfreich, statt »Lohn« »Folge, Ergebnis« zu übersetzen. So sehr die Furcht Jahwes eine menschliche Haltung darstellt, so ist sie doch nicht realisierbar ohne die Gnade Gottes, die aber wieder dem Demütigen gegeben wird (3,34). Nach 15,33 geht die Demut der Ehre voran. Dieser können sich nun auch die anderen in 3,16 genannten Früchte der Weisheit zugesellen: Reichtum und Leben.

Wuppertaler Studienbibel

Der Glaube besteht zum großen Teil aus „der Demut und der Furcht des HERRN“, das heißt, demütig mit seinem Gott zu wandeln (Mi 6,8). Wir sehen hier, was man durch den Glauben gewinnen kann: in dieser Welt „Reichtum, Ehre“ und Kraft „und Leben“, das so lange dauert, wie Gott es für richtig hält, und am Schluss die Vorrechte des Gnadenbundes und ewiges Leben.

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Kein Gutes wird denen vorenthalten, die den Herrn fürchten und aufrichtig wandeln, während jene, die keine Gottesfurcht haben und gesetzlos handeln, das Leben verlieren und nichts Gutes bekommen. „Die Furcht Jehovas mehrt die Tage, aber die Jahre der Gesetzlosen werden verkürzt.“ (Sprüche 10:27) „Kein Gutes [wird Jehova] vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln. Jehova der Heerscharen! glückselig der Mensch, der auf dich vertraut!“ (Psalm 84:11, 12) „Die Furcht Jehovas ist ein Born des Lebens, um zu entgehen den Fallstricken des Todes.“ (Sprüche 14:27) Nicht nur wird der Herr die ihn Fürchtenden bewahren und ihnen viele Jahre hinzufügen, sondern er wird ihnen Weisheit, diese kostbarste Gabe, geben. „Die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang.“ (Psalm 111:10) Dann folgen weitere Segnungen, denn er hat verheissen: „Die Folge (der Lohn, Zürcher B.) der Demut, der Furcht Jehovas, ist Reichtum und Ehre und Leben.“ (Sprüche 22:4) Die Jehova fürchten, sind rein und hassen das Böse, denn es ist unmöglich, an Sinn, Herz und Leib befleckt zu sein oder Ungerechtes, Böses zu lieben und gleichzeitig Gott wahrhaftig zu fürchten. „Die Furcht Jehovas ist rein, bestehend in Ewigkeit.“ (Psalm 19:9) „Die Furcht Jehovas ist: das Böse hassen.“ — Sprüche 8:13.

Wachtturm – Juni 1950

Dieser Grundsatz wird in der Welt auf den Kopf gestellt. Dort meint man, dass man zur Erlangung von Reichtum, Ehre und „Leben“ seine Ellenbogen gebrauchen muss. Und dass man auch hin und wieder „fünf gerade sein lassen“ sollte.
Demut und Furcht des HERRN sehen anders aus. Gott verheißt, dass diesen Tugenden gesicherter Reichtum, wirkliche Ehre und lohnenswertes Leben folgt (Spr 8,18; 3,16). Für wiedergeborene Christen sind dies nicht in erster Linie irdische, sondern vielmehr geistliche Segnungen.

Winterhoff_Brockhaus – Leben in Weisheit: Das Buch der Sprüche Vers für Vers praxisnah erklärt

Demut und die Furcht des HERRN gehen Hand in Hand (vgl. Sprüche 15,33 ). Ein Mensch kann Gott nicht fürchten (ihn anbeten, ihm vertrauen, ihm gehorchen und ihm dienen) und gleichzeitig mit selbstsüchtigem Stolz erfüllt sein. Reichtum, Ehre und Leben resultieren aus der Furcht Gottes, und wie es in Sprüche 21,21 steht (vgl. den Kommentar dort), entspringen sie ebenfalls einem gerechten Wandel. So stehen die Furcht des Herrn und die Gerechtigkeit in enger Beziehung zueinander.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

In 15,33 und 18,12 hatten wir erfahren, dass Demut zu Ehre führt; nun hören wir, dass Demut als Erstes die »Furcht Jahwes« bewirkt, und das ist das hohe Gut, das alle weiteren Segnungen zur Folge hat, »Reichtum und Ehre und Leben«. Wir hatten in Vers 1 gelernt, dass der gute Name Jahwes und seine Gnade mehr wert sind als Reichtum. Nun lernen wir, dass wer den Namen Jahwes fürchtet, »Reichtum« empfängt, obwohl er ihn nicht gesucht hat. Salomo, der diesen Spruch verfasst hat, erfuhr etwas Ähnliches. Er hatte Gott um Weisheit gebeten, und Gott gab sie ihm, und dazu auch Reichtum (1Kö 3,10–13). Wer Gott durch Gottesfurcht ehrt, dem gibt Gott »Ehre« (1Sam 2,30), und schließlich gibt er ihm »Leben«. Damit ist der Demütige gerettet von allen Folgen des Sündenfalls: Anstelle der Schande und der Scham gibt ihm Gott Ehre, und statt des verdienten Todes empfängt er ewiges Leben.

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

In der heutigen Zeit, können wohl nicht alle Christen darauf hoffen, Reichtum zu erlangen, auch wenn die „christlichen Nationen“ meist weit besser dastehen, als die „unchristlichen Nationen“. Aber gerade in dieser unruhigen Zeit können wahre Christen auf die Hoffnung schauen, die vor uns liegt: eine Ewigkeit ohne Ungerechtigkeit, ohne Heuchler – dafür mit unserem Erlöser!

0