Besonnenheit wird über dich wachen, Verständnis dich behüten:
Elberfelder 1871 – Sprüche 2,11
Besonnenheit wird über dich wachen, Verstand wird dich behüten,
Streitenberger – Der Tanach Deutsch – Sprüche 2:11
Du lernst, wohlüberlegt zu handeln und dir selbst ein Urteil zu bilden.
Hoffnung für alle – 1996 – Spr 2,11
Konzentrationsgewandtheit wird starr aufmerken auf dich, unterscheidende Einsicht wird dich behüten,
Pfleiderer – Spr 2:11
wird gute Beratung über dich wachen,
auch heilige Einsicht dich bewahren
Septuaginta Deutsch – Sprüche 2:11

Eine allgemeine Aussage über die Bewahrung durch die Weisheit (V. 11 ) verbindet die Verse 7-8 mit den Versen 12-15 . Gott bewahrt (V. 8 ), und die Besonnenheit, die er schenkt, bewahrt ebenfalls (V. 11 ; vgl. Sprüche 4,6;13,6 ). Vers 12-15 erhalten zusätzliches Gewicht, wenn man sie mit der Warnung in Sprüche 1,10-19 in Beziehung setzt. Die Wege und die Worte der Bösen sind verkehrt ( Sprüche 2,12 ). „Abgekehrt“ und Verkehrtheit (V. 14 ) ist im Hebr. dasselbe Wort. Der Begriff kommt von dem Verb „sich wenden, sich abwenden von, umstürzen“ und beschreibt etwas, das sich von der Norm „abgekehrt“ hat. Dieses hebr. Wort wird in den Sprüchen achtmal verwendet ( 2,12.14 ; Sprüche 6,14;10,31-32;16,28.30;23,33 ) und kommt sonst nur noch an einer Stelle vor ( 5Mo 32,20 ). Diese Menschen kehren sich von dem geraden (wörtl.: „aufrechten“; vgl. Sprüche 2,7 ) Weg zu finsteren (d. h. bösen) Wegen ab. Sie erfreuen sich sogar noch an ihrer Verkehrtheit, ihren krummen Wegen . Z I qqES („verdreht, verkrümmt“) wird mit „gekrümmt“ übersetzt. Der Begriff kommt auch in Sprüche 6,12 („verderbt“) vor; mit „verkehrt“ wird er in Sprüche 11,20;17,20;19,1;28,6; und in Sprüche 22,5 mit „böse, gottlos“ übersetzt. Die Taten dieser Menschen sind eine Verdrehung der ethischen Maßstäbe. Die Begriffe „Wege“ ( Sprüche 2,12-13.15 ) und Pfade (V. 13.15 ) ermöglichen die Verbindung dieses Abschnittes mit anderen Teilen von Kapitel 2 (vgl. „Weg“ in V. 8 , „Wege“ in V. 20 , „Pfad“ in V. 9 und „Pfade“ in V. 18-20 ; vgl. auch Sprüche 4,19;7,25;8,20 ).
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Hatte V. 10 beobachtet, was »in dir« geschieht, so blickt V. 11 über dich. Die Weisheit, die dem Sohn innewohnt, wird ihm helfen, in gefährlichen Situationen voller Besonnenheit zu handeln. Mit großem Verständnis wird es ihm gelingen, unter Gegensätzen recht zu wählen und inmitten von Extremen unbeschadet seinen Weg zu gehen. So behütet die Weisheit ihren Schützling vor den Folgen von Fehlentscheidungen und Fehlverhalten. Aus alldem klingt ein großer sittlicher Optimismus heraus. Allerdings meint der Weisheitslehrer doch, in den folgenden beiden Strophen zwei Gefahren besonders nennen zu müssen, um den Schüler zu schützen.
Dietrich – Wuppertaler Studienbibel
»Denn …«: Der Vers 10 begründet die Aussage von Vers 9. Wir können Gerechtigkeit und Recht nur verstehen, wenn wir Weisheit von Gott empfangen haben (V. 6), und diese Weisheit muss in unser »Herz … [kommen]«; sie muss unseren Willen und unser Urteilen regieren.
Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche
Regiert die Weisheit unser Herz, wird »Erkenntnis« unserer »Seele lieblich«. Das ist eines der großen Wunder der Errettung. Von Natur verabscheuen wir das Gute und Wahre und Liebliche (vgl. Joh 3,19). Die Tatsache, dass Gott uns Sünder so hat verwandeln können, damit wir ihn, sein Wort und die Erkenntnis seiner Gedanken lieben, ist höchst verwunderlich und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit.
»Besonnenheit wird über dich wachen«, sie wird unser Urteilen bestimmen und dafür sorgen, dass wir nichts Unbesonnenes begehren oder tun. Was ist das für ein Geschenk an Menschen, deren Herzen seit der Geburt an Narrheit gekettet sind (22,15)!
»Verstand« wird uns »behüten«, sodass wir bewahrt bleiben vor Entscheidungen und Handlungen, die böse Folgen haben. Damit, dass der Herr uns durch sein Wort Besonnenheit und Verständnis gibt, wacht er selbst über uns. Auf diese Weise sorgt er dafür, dass unser Fuß weder wankt (Ps 66,9; 121,3) noch gleitet (Ps 73,2), sondern auf dem guten Weg bleibt (Spr 4,26–27).
Guter Rat: Nämlich der Wille Gottes, den er dir in seinem Wort offenbart hat.
Luther, Martin and Osiander, Lucas
Verstand: Den du aus dem Wort Gottes gelernt hast.