Er aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht, hat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes,
Elberfelder 1871 – Hebräer 10,12
dieser dagegen hat nur ein einziges Opfer für (die) Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt;
Menge – Hebräer 10:12
Christus dagegen hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, für immer auf den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite gesetzt
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Hebr 10,12
Doch er, Jesus, hat ein einziges Opfer für die Schuld der Menschen vor Gott dargebracht und sich dann für immer auf den Ehrenplatz zur rechten Seite Gottes gesetzt.
Das Buch – 2009 – Hebr 10:12

προσ-ενέγκας Aor. Ptz. -φέρω, temp. εἰς τὸ διηνεκές für immer (V. 1); wohl zu ἐκάθισεν zu ziehen. ἐ-κάθισεν Aor. καθίζω.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Die Partikel δὲ („aber“) ist an dieser Stelle adversativ, da im Satz davor Gegensätze zum Ausdruck kommen: Mehrere Opfer vs. ein Opfer, tägliche Dienste vs. einmaliger uns nicht zu wiederholender Dienst, der stehende Priester steht vs. Christus, der dauerhaft zu Rechten Gottes sitzt. Die temporale Angabe εἰς τὸ διηνεκές („für immer“) ist nicht nach rechts, also auf das dauerhafte Sitzen zur Rechten Gottes zu ziehen, sondern wie in allen anderen Stellen im Hebräerbrief nach links (Hebräer 7,3; 10,1; 10,14) zu ziehen, womit der Gegensatz zum Satz davor deutlich wird. Die Opfer früher konnten Sünden nie wegnehmen, das Opfer Christi kann es für immer.
P. Streitenberger – Der Hebräerbrief
Was kein Opfer vermochte, hat Jesus bei Gott durch sein Leiden und Sterben erwirkt: Vergebung aller unserer Sünden. Der Eine hat das eine Opfer gebracht. Als Bestätigung seines Opfers hat Gott Jesus erhöht, er thront für immer zur Rechten Gottes. Mit einem einzigen Satz faßt der Apostel hier das Geschehen von Karfreitag, Ostern und Himmelfahrt zusammen: Dieser aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für Sünden dargebracht hat, für immer zur Rechten Gottes gesetzt. Die Priester standen täglich vor dem Altar, sie opferten immer wieder, und doch waren ihre Opfer letztlich umsonst. Sie standen wie die Engel im unablässigen Dienst vor Gott (vgl. Jes 6, 2; Lk 1, 19; Offb 7, 11). Christus dagegen hat sich nach seinem ein für allemal vollbrachten Opfer zur Rechten Gottes gesetzt. Nachdem er das Heilswerk für alle Menschen vollbracht hat, hat er die Herrschaft angetreten, die Gott ihm gegeben hat (vgl. Mk 16, 19). Damit ist aber die Geschichte Gottes mit der Menschheit nicht abgeschlossen. Der unsichtbaren Machtergreifung des Christus muß auch das Offenbarwerden seiner Herrlichkeit folgen.
Laubach – Wuppertaler Studienbibel
»Dieser aber hat ein Opfer … dargebracht …« Ein Opfer bedeutet wohlgemerkt ein vollkommenes Opfer. Durch sein einmaliges Opfer hat Christus das geschaffen, was die vielen Opfer des Alten Bundes unmöglich konnten. Deshalb stehen die levitischen Priester täglich da, um ihren Dienst zu verrichten, den sie dennoch nie erledigen werden (V. 11). Aber von Christus gilt es, dass er – nachdem er sein Opfer dargebracht hat – »nun für immer zur Rechten Gottes sitzt« (Ps 110,1 ; vgl. Heb 1,3.13; 8,1; 12,2). Durch die Erhöhung und Himmelfahrt Christi erkennt Gott das irdische Werk des Sohnes an. Christus darf nun von seinem vollendeten Werk ruhen. »Zur Rechten Gottes sitzen« heißt »mit Gott herrschen«. Christus hat die Weltregierung beim Vater angetreten. Das Erlösungswerk ist vollendet. Es fehlt nun nur noch, dass der Sieg, den Christus errungen hat, sichtbar gemacht wird (vgl. V. 13).
Gerhard Maier – Edition C
Wenn Christus sich zur Rechten Gottes gesetzt hat, ist sein Werk vollendet. Getrost kann er darauf warten, dass die Fortsetzung des prophetischen Wortes von Psalm 110,1 sich erfüllen wird: »… bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gemacht werden.« Die »Feinde« Christi werden nicht beim Namen genannt. Zu denken haben wir in erster Linie an den Tod, den der Apostel Paulus als »den letzten Feind« bezeichnet (1Kor 15,26 ; vgl. Heb 2,14-15). Es geht darum, dass Gott für Christus alle Feinde unterwerfen wird. »Zum Schemel seiner Füße« deutet auf eine völlige Unterwerfung hin.
Bei der Weltvollendung wird das Königtum Christi allen offenbar. Darüber dürfen die Glaubenden sich freuen, die jetzt verachtet werden. Umgekehrt sollten sich diejenigen fürchten, die das Gericht erwarten, weil sie den Sohn Gottes abgelehnt oder verspottet haben (vgl. Heb 6,6; 10,29). Denn das zweite Kommen Christi wird in Herrlichkeit sein. Dann kommt er nicht der Sünde wegen, sondern um alle zu vollenden, die auf ihn warten (vgl. Heb 9,28; 10,25).
„Dieser“ (Rev. Elberf), unser gepriesener HERR, wird wiederum in der Gegenüberstellung zur Unzulänglichkeit und Unvollkommenheit der alten Ordnung beschrieben. Wie viele Verkündiger und auch Lehrer haben, obwohl dieses Wort im Originaltext möglicherweise zur Diskussion steht, Gefallen daran gefunden, Männer und Frauen auf „diesen“ hinzuweisen! „Dieser nimmt Sünder auf“ Lk 15,2 „Dieser … hat nichts Ungeziemendes getan“ Lk 23,41 „Ich finde keine Schuld an diesem Menschen“ Lk 23,4 „Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch“ Joh 7,46 „Dieser … hat ein unveränderliches Priestertum“ Hebräer 7,24
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Hier in unserem vorliegenden Vers hat sich „dieser“ (Rev. Elberf) gesetzt, nachdem Er ein Opfer für Sünden dargebracht hat. Jene Priester standen, doch dieser hatte sich gesetzt. Sie opferten oft, Er dagegen einmal. Es gibt Meinungsverschiedenheiten unter den Auslegern, was die Worte „auf immerdar“ betrifft. Dabei geht es lediglich um eine Frage der Kommasetzung. Bedeutet dies wie in der AV, daß Er ein Schlachtopfer für Sünden auf immerdar dargebracht und sich dann gesetzt hat (Luther ’12)? Oder heißt es vielmehr: „… nachdem Er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht (hat), hat (Er) sich auf immerdar gesetzt“ (Elberf)? Natürlich sind beide Aussagen wahr. Er hat ein für allemal und auf immerdar das Opfer dargebracht und sich, was Sünden betrifft, für immer gesetzt (vgl. Rev. Elberf), so daß nichts mehr zu tun bleibt. Es ist eine Ermessensfrage zu entscheiden, welcher Gedanke hier von dem Kontext und der Grammatik her der genauere ist. Die Meinungen sind geteilt, doch sowohl Textzusammenhang als auch Grammatik scheinen der letzteren Ansicht den Vorzug zu geben, d.h., daß Er sich auf immerdar gesetzt hat. J.N. Darbys New Translation läßt seine Gedanken dazu erkennen und bringt zum Ausdruck, was nach Meinung vieler die richtige Bedeutung des Verses ist: „Er aber, nachdem Er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht hat, setzte sich auf ewig zur Rechten Gottes.“ Es gibt daher einen zweifachen Gegensatz zwischen „diesem“ (Rev. Elberf) und den Priestern. Sie brachten viele Opfer dar, Er dagegen eins. Sie standen, Er aber hat sich gesetzt. Und Er wird auf immerdar sitzen, weil das Opfer, das Er dargebracht hat, unendlich wertvoll ist.
Wenn nun eingewandt wird, daß Stephanus Ihn zur Rechten Gottes „stehen“ sah (Apg 7,56), ist der Einwand weder berechtigt noch schwerwiegend. Christus sitzt auf immerdar, was die Frage unserer Sünden betrifft. Dieses Werk ist vollbracht. Er wird sich nie wieder erheben, um sich mit der Sündenfrage zu befassen, die Er für immer geklärt hat. Wenn man Ihn in Apg 7 stehen sieht, dann deshalb, weil Er sich erhoben hat, um in Seiner Gnade und liebevollen Zuwendung Seinen Blutzeugen Stephanus aufzunehmen. Er hat sich hier keineswegs erhoben, um sich in der Frage der Sünde zu verwenden.
Er hat sich dann zur Rechten Gottes gesetzt: „Ich … habe … mich gesetzt“, sagt Er in Offb 3,21 (Luther ’56). Die Rechte ist der Ehrenplatz, und aufgrund der Ansprüche von Seiner Person sowie Seiner Sohnes-, Mittler- und Erlöserstellung her hat sich unser HERR auf jenen Ehrenplatz gesetzt, als der Vater Ihn dazu aufforderte (Ps 110,1). Die Zuversicht jedes Verkündigers des Evangeliums und die Sicherheit jedes gläubigen Herzens bestehen demnach darin, daß Christi Werk vollbracht ist. Er hat ein Opfer, sich selbst, dargebracht. Dieses Opfer hat einen solch unschätzbaren Wert, daß Er jetzt in der herrlichkeitserfüllten Ewigkeit thront, während Seine Heiligen singen: Es ist vollbracht, das große Werk, das schwere.
Gott ist gerecht, Ihm ward nun Seine Ehre durch Seinen Sohn, der laut verkündet hat:
Es ist vollbracht! Es ist vollbracht!
Was Gottes Liebe wollte, was für den Sünder, den verlornen, sollte zur Rettung und zum ew’gen Heile sein, das ist vollbracht !
Nach Vers 12 ist das Priestertum Jesu das Gegenteil davon: Dieser aber – das ist der Eine im Gegensatz zu den vielen levitischen Priestern – hat … dargebracht. Das griechische Wort hier ist ein Aorist und unterstreicht eine einmalige Opferung im Gegensatz zur wiederholten Opferung durch den levitischen Priester. Als er ein Schlachtopfer darbrachte, im Gegensatz zu denselben Schlachtopfern, die oftmals dargebracht wurden, bewältigte er das Sündenproblem für immer. Sein Opfer nahm die Sünden weg. Da er sein Werk vollendet hat, sitzt Jesus nun zur Rechten Gottes. Er kann sich niedersetzen, weil sein Werk vollendet ist. Dies steht im Gegensatz zu den levitischen Priestern, die man immer stehen sah, weil ihr Werk nie vollendet war.
Arnold Fruchtenbaum – Der Hebräerbrief