Also sind auch die Männer schuldig, ihre (Eig ihre eigenen) Weiber zu lieben wie (O. als) ihre eigenen Leiber. Wer sein (Eig sein eigenes) Weib liebt, liebt sich selbst.
Elberfelder 1871 – Epheser 5,28
Genauso sind nun auch die Männer verpflichtet, ihre Frauen zu lieben und ihnen Gutes zu tun, so wie sie ihrem eigenen Körper Gutes tun. Ein Mann, der seine Frau liebt und ihr Gutes tut, tut sich damit selbst etwas Gutes.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Epheser 5:28
Ebenso sind die Ehemänner verpflichtet, in Hingabe für die eigenen Frauen da zu sein wie für die eigenen Körper. Der, der sich immer wieder der eigenen Frau hingibt, liebt sich selbst.
Gottes Agenda – Eph 5,28
Genauso müssen die Männer ihre Ehefrauen so sehr lieben, wie sie sich selbst lieben. Denn das ist ja auch klar: Wer seiner Ehefrau mit Liebe begegnet, der beweist damit auch sich selbst Liebe.
Das Buch – 2009 – Eph 5:28

ὀφείλω schulden; verpflichtet sein, müssen. ἀγαπᾶν Inf. ἀγαπῶν Ptz., subst.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Der umfassende Einsatz Christi für seine Kirche bildet die Basis und das Vorbild für die Liebe der Männer zu ihren Ehefrauen: »So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen wie ihren eigenen Leib zu lieben.« Hat die »Haupt-Funktion« des Mannes ihren eigentlichen Hintergrund in der Liebe Christi, so wird damit endgültig jeder Mißbrauch dieser Ordnung abgewehrt und als Sünde entlarvt. Gleichzeitig wird deutlich, daß die Erfüllung dieses Liebesgebots allein durch den beständigen Empfang der Liebe Christi, durch das gemeinsame Leben aus der Vergebung möglich ist.
Wuppertaler Studienbibel
Es ist eingewandt worden, daß die angeführten Begründungen für die Liebe zur Ehefrau – »den eigenen Leib«/»sich selbst lieben«, ebs. V. 29 – gegenüber der christologischen Begründung in V. 25–27 stark abfallen würden. Dabei ist jedoch zu beachten, daß diese Formulierungen bereits im Licht des Schriftzitats aus 1Mo 2,24 in V. 31 zu sehen sind. Somit handelt es sich bei dem »eigenen Leib« nicht allein um den Mann, sondern um »die Frau als ›Leib‹ des Mannes, gleichsam sein zweites Ich«; nach 1Mo 2,24 sind beide ein Fleisch.
Immer wieder werden von den Kommentatoren zur Illustration dieser Aussage die »Eheratschläge« des um das Jahr 100 n.Chr. wirkenden Schriftstellers Plutarch zitiert: »Der Mann aber soll die Frau beherrschen nicht wie ein Herr den Besitz, sondern wie die Seele den Leib, mitempfindend und durch gute Gesinnung das Zusammenwachsen fördernd.«304 Demgegenüber ist das in der Heiligen Schrift vorgegebene Verhältnis des Mannes zu seiner Ehefrau nicht durch Herrschaft, sondern durch die Liebe gekennzeichnet. Die Liebe zu seiner Frau ist schließlich nichts anderes als Liebe zu sich selbst, da ja Mann und Frau in der Ehe ein Fleisch sind.
Frage: „Wie kann eine Frau ihrem Mann durch die schwierige Zeit einer Midlife-Krise hindurchhelfen?“
June Hunt – Schlüssel zur biblischen Seelsorge
• Bete täglich und studiere das Wort Gottes. Eine Frau, die betet und die Verheißungen des Wortes Gottes für ihre Familie und besonders für ihren Mann in Anspruch nimmt, hat Kraft.
• Bemühe dich zu verstehen, was er gefühlsmäßig durchmacht. Finde heraus, was seine Bedürfnisse sind und bemühe dich, für diese Bedürfnisse zu sorgen.
• Sei darauf vorbereitet, dass er dir gegenüber seinen Zorn zum Ausdruck bringt. Übergib dem Herrn deine eigene Unsicherheit, aber ermutige ihn, dir gegenüber seine Frustration auszudrücken.
• Erwarte nicht, dass er dich mit Anerkennung überhäuft. Obwohl jeder Mensch einzigartig ist und Respekt verdient, gib den Wunsch auf, wie eine Prinzessin behandelt werden zu wollen.
• Ermutige ihn, über seine Gefühle zu sprechen. Frage ihn, wie der Tag für ihn verlaufen ist, ohne einen detaillierten Bericht über alle Ereignisse zu erwarten, sondern mit der Absicht, ihm die Möglichkeit zu geben, über Dinge zu sprechen, die für ihn wichtig sind.
• Achte darauf, körperlich, moralisch und mit deinen Worten so attraktiv wie möglich zu sein. Denke daran, dass Männer eher visuell viel orientiert sind und dass dein Äußeres einer der Gründe dafür war, dass er sich zu dir hingezogen fühlte. Wenn du dich bemühst, das Beste aus deinem Äußeren zu machen, wirst du im Alter von achtzig Jahren genauso attraktiv für ihn sein, wie damals, als du zwanzig warst. Denke auch daran, dass deine Worte – ob sie nun lobend oder kritisch sind – einen großen Einfluss auf ihn haben, und dass für einen älter werdenden Mann die attraktivste Frau eine Frau ist, die einen gottesfürchtigen Charakter hat.
• Konzentriere dich darauf, sein Selbstvertrauen zu stärken. Die durchschnittliche Frau hat keine Ahnung, welchen Einfluss sie auf ihren Ehemann hat. Der Schlüssel zu diesem Einfluss ist nicht Kritik oder Zurechtweisung, sondern Lob.
In den V. 28-33 erweitert Paulus diesen Gedanken noch um einen Aspekt. Der Mann soll seine Frau so lieben, wie er sich selbst liebt (V. 28-29 b u. 33). Auch diese Liebe ist christusähnliche Liebe; denn Christus hat ja ebenfalls seinen Leib, die Gemeinde, geliebt (V. 29-32). Von Anfang an wird in diesem zweiten Teil das Urbild-Abbild-Verhältnis zwischen der Liebe Christi und der Liebe des Ehemannes durchgehalten: »Ebenso«, nämlich wie Christus die Gemeinde liebte (V. 25-27), »sind auch die Männer verpflichtet (!), ihre Frauen zu lieben« (V. 28 a). Seine Frau zu lieben ist für den christlichen Ehemann nicht nur eine schöne Möglichkeit – falls sie sich entsprechend liebenswert verhält. Nein, es ist von Gott her seine Pflicht! Als Haupt seiner Familie geht er mit gutem Beispiel voran, indem er der Aufforderung Gottes nachkommt und seine Frau mit der Liebe (Agape) beschenkt, die nicht wartet, bis der andere sich liebenswert verhält, sondern die – vgl. das Beispiel Christi in V. 25ff. ! -opferbereit und auf Hoffnung hin liebt und aus dieser Liebe heraus den andern verändert. Wie aber soll so eine Liebe praktisch aussehen?
Gerhard Maier – Edition C
Paulus sagt sinngemäß: Bring Deiner Frau doch ganz einfach die gleiche Liebe entgegen, die Du – trotz aller Deiner Fehler – Dir Tag für Tag selbst erweist, indem Du für Dich sorgst und Dir etwas Gutes gönnst! Wörtlich heißt es: Die Männer sollen ihre Frauen »lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn keiner hat je das eigene Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es« (V. 28-29 b). Das »Wie« in V. 28 b (»wie ihre eigenen Leiber«) ist ein Vergleichswort – und zugleich mehr als das. Das griech. Wort an dieser Stelle kann mit »wie« oder »als« übersetzt werden (»… wie ihre eigenen Leiber« = Vergleich; oder: »… als ihre eigenen Leiber« = Identifikation). Von V. 28 c (»wer seine Frau liebt, liebt sich selbst«) her wird deutlich, dass in dem Vergleich zumindest ein Stück Identifizierung mitschwingt. Wer seine Frau liebt, liebt einen Teil seiner selbst, denn Mann und Frau sind eine untrennbare Einheit. Paulus denkt insofern vom Schöpfungsbericht her, den er in V. 31 dann zitiert: »… und die beiden werden ein Fleisch sein.« Andererseits macht V. 29 deutlich, dass es Paulus mit dem »Lieben wie den eigenen Leib« betont auch um einen Vergleich geht: »Denn keiner hat je das eigene Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es«. Dieser Vers geht von der ganz normalen menschlichen Erfahrung aus, dass jeder Mensch sein »Fleisch«, d. h. sein schwaches irdisches Leben, liebt – trotz allem, was er an sich auszusetzen haben mag.
Entsprechend kümmert sich der Mensch um sich. Von klein auf nimmt er Nahrung zu sich, um zu wachsen. Und wo er etwas braucht, kümmert er sich um diese (leiblichen oder seelischen) Bedürfnisse seiner irdischen Existenz. Genau so sollen es die Männer ihren Frauen gegenüber machen! Liebe ist von daher, sich um seine Frau zu kümmern und ihr das zu geben, was sie innerlich oder äußerlich braucht. So praktisch ist das. – In seiner vorbildlichen Liebe macht es Christus ja auch mit seiner Gemeinde so. An die Feststellung, dass jeder das »eigene Fleisch … nährt und pflegt«, schließt sich nämlich unmittelbar der Nachsatz an: »wie auch Christus die Gemeinde, denn wir sind Glieder seines Leibes« (V. 29-30). Auch er kümmert sich um seinen Leib und versorgt ihn liebevoll. Dass die Gemeinde der Leib Christi ist, klang im Eph schon wiederholt an (Eph 1,22ff.; Eph 2,15ff.; Eph 3,6; 4,4.16.25; vgl. Röm 12,5; 1Kor 12,27; Kol 1,18).
Lieben kann man wollen
Timothy und Kathy Keller – Ehe – Gottes Idee für das größte Versprechen des Lebens
Dieses Prinzip ist ganz zentral für die Ehe! In Epheser 5,28 schreibt Paulus: „Darum sollen auch die Männer ihre Frauen lieben …“ Er hat die Männer bereits in V. 25 dazu aufgefordert, aber jetzt benutzt er, damit auch alle Zweifel ausgeräumt sind, im Griechischen ein Verb, das das Element der Verpflichtung besonders betont. Jawohl, was Paulus hier sagt, ist ein Befehl; die Männer sollen ihre Frauen lieben. Aber befehlen kann man nicht Gefühle, sondern nur Verhalten; Paulus zielt hier also auf das Verhalten ab. Es ist ihm egal, wie den Ehemännern gerade zumute ist – sie haben ihre Frauen zu lieben.
Bedeutet dies, dass es egal ist, wen ich heirate, dass ich in diese Person nicht verliebt zu sein brauche oder dass Gefühle in einer Ehe unwichtig sind? Nein – ich würde Ihnen definitiv nicht empfehlen, bewusst jemanden zu heiraten, zu dem Sie sich nicht hingezogen fühlen.17 Aber ich kann Ihnen garantieren: Wen immer Sie auch heiraten, die Ernüchterungen werden kommen. Das emotionale Feuerwerk der Verliebtheit lässt sich nicht durchhalten. Nicht selten kühlen sich die Gefühle für den Partner bereits vor der Hochzeit ab, weil unsere Gefühle von so vielen Faktoren in unserem Körper, unserer Seele und unserer Umgebung abhängig sind. Sie kommen und gehen, und wenn wir hier der in der westlichen Kultur gängigen Definition von „Liebe“ folgen, kommen wir vielleicht zu dem Schluss, dass dieser Mensch doch nicht der Richtige sein kann. Unsere Kultur verherrlicht die romantische Leidenschaft, und so sagen wir: „Wenn dies der richtige Ehepartner für mich wäre, würden meine Gefühle nicht so Achterbahn fahren.“ In Pardon, ich bin Christ findet sich ein Kapitel über die Ehe, wo C. S. Lewis schreibt:
Aus Büchern stammt unter anderem die Vorstellung, man bleibe ewig verliebt, wenn man nur den „Richtigen“ heirate. Wenn nun die Leute merken, dass sie nicht mehr verliebt sind, dann meinen sie, dies beweise, sie hätten sich in der Wahl ihres Partners geirrt und seien berechtigt, ihn zu wechseln. Dabei übersehen sie völlig, dass es ihrer neuen Liebe nicht anders ergehen wird als ihrer alten. Auch sie wird eines Tages ihren Glanz eingebüßt haben.
In jeder Beziehung kommt es zu emotionalen „Dürreperioden“, die einen erschrecken können. Wenn dies geschieht, sollten wir uns daran erinnern, dass die Ehe in ihrem Kern ein Bund ist, ein Sich-Festlegen, ein Versprechen künftiger Liebe, und weiter die Taten der Liebe tun, auch wenn die Gefühle nicht da sind. Mir ist vielleicht gerade gar nicht nach Zärtlichkeit zumute, aber in meinem Verhalten muss ich zärtlich, verständnisvoll, vergebend und hilfsbereit sein. Und wenn ich das tue, werde ich nicht nur die Dürreperioden besser überstehen, sondern sie werden auch weniger häufig und weniger schlimm werden und meine Gefühle werden konstanter werden. Und all dies, weil ich mir vorgenommen habe: „Ich will diesen Menschen lieben.“
Das erklärt uns, so glaube ich, ein klein wenig, was Christus meinte, wenn er sagte, nichts sei lebendig, es sei denn, es stürbe. Es ist einfach sinnlos, einen Reiz festhalten zu wollen. Das ist das Unvernünftigste, was wir tun können. Lassen wir ihn verblassen, lassen wir ihn sterben, und gehen wir durch diesen Zustand des Todes hindurch zu einem ruhigeren Interesse und Glück – und wir werden entdecken, dass wir in einer Welt ständiger neuer Reize leben.
Wie ist diese Verwandlung möglich? Vielleicht ungefähr so: Wenn wir uns in jemanden verlieben, denken wir zuerst: „Das ist so schön, dieses Gefühl, das will ich nie mehr missen!“ Aber dieser anfängliche Kick lässt sich eben nicht durchhalten und bringt mich auch nicht sehr weit in der Kunst, den real existierenden Menschen, den ich geheiratet habe, zu lieben. Um Lewis’ Bild zu benutzen: Ich muss die erste, unreife Form meiner Liebe „sterben lassen“, damit sie in einer neuen Form wiederauferstehen kann. Ich muss mein Versprechen, in Liebe zu handeln und zu dienen, unbeirrt einhalten – auch dann – nein: gerade dann! – wenn ich keine großen Gefühle für meinen Partner verspüre. Und je mehr ich das tue, umso mehr verwandelt sich, langsam, aber sicher, meine mehr ichbezogene Zuneigung zu diesem Menschen in eine Liebe, die immer mehr von einer demütigstaunenden Annahme und Wertschätzung des anderen gekennzeichnet ist. Ich wachse hinein in eine Liebe, die weiser, reicher, beständiger ist.
Leider erleben viele Menschen diese Art von Liebe nie, weil sie der Ehe-Definition unserer Kultur folgen; wenn die Verliebtheit weg ist, finden sie, dass es Zeit ist für eine Neuorientierung. Diese Einstellung macht unsere Ehen sehr anfällig für Affären, denn es findet sich immer irgendwo jemand, der attraktiv ist und uns eine Neuauflage des alten Glücks verspricht, das wir damals hatten, als die Liebe zu unserem Ehepartner noch jung war.
Und noch eine Vorstellung stammt aus unseren Bühnenstücken und Romanen: sich zu verlieben sei ein Ereignis, dem man nicht widerstehen könne. Man sei ihm ausgeliefert wie den Masern oder sonst einer Krankheit. Diese Ansicht ist weit verbreitet, und weil auch verheiratete Leute ihr glauben, schütten sie das Kind mit dem Bade aus und geben nach, wenn sie sich zu einem anderen Menschen hingezogen fühlen. …
Aber liegt es nicht letztlich bei uns, ob diese „Liebe“ zur Affaire wird oder nicht? Zweifellos kann jede Verliebtheit zur Affaire werden, wenn der Kopf vollgestopft ist vom Wust billiger Liebesgeschichten, schlechter Filme und sentimentaler Songs oder wenn man ein gehöriges Quantum Alkohol im Leibe hat. Wer sich eine blaue Sonnenbrille aufsetzt, sieht die ganze Welt in blauem Licht. Aber er selbst hat sich die Brille aufgesetzt, nicht die anderen.
Liebe sie
Peter Güthler – Von Mann zu Mann: Ein Bibelkurs
„Es gibt kein Rezept für eine glückliche, funktionierende Ehe – nur einfach Liebe“, sagte der deutsche Schauspieler Mario Adorf (*1930). Wenn zwei Menschen heiraten, versprechen sie einander ewige, bedingungslose Liebe. Im Alltagsleben wird dieses Versprechen jedoch nur selten eingelöst. Wobei Männer durchaus lieben können – was die Geschichte Samstag Nachmittag bei Aral von Jürgen Mette zeigt …
„Während ich mein Auto voll tanke, habe ich die Ausfahrt der Waschstraße im Blick. Ein Ehepaar steuert den noch nicht ganz trockenen, aber schon strahlenden Golf aus der Anlage und parkt ihn behutsam auf dem Platz, wo die Staubsauger stehen. Die Szene weckt plötzlich mein ganzes Interesse. Er holt aus dem Kofferraum eine Plastikflasche, sie fingert aus dem Handtäschchen weiße Wattepads, genau die, die meine Frau immer bei der Kosmetik verwendet. Dann nimmt das Ritual seinen Lauf. Er gießt das kostbare Pflegemittel vorsichtig auf die Kosmetikwatte, beugt tatsächlich die Knie und lässt sich auf einer Fußmatte direkt vor den Felgen nieder, um die Insignien seines bescheidenen Wohlstandes liebevoll zu pflegen. Überall wo die Maschinenbürsten nicht hingekommen sind, wo der Abrieb der Bremsbeläge wie Zahnstein auf dem Gebiss klebt, da fingert er sich mit Inbrunst Millimeter für Millimeter durch die Felgenöffnungen. Frau Gemahlin steht aufmerksam daneben und reicht immer wieder artig das Pflegemittel und hält frische Wattebäusche bereit. Als ich vom Bezahlen zurückkomme, hat er die erste Felge nahezu sauber. Liebevoll trocknet er mit einem feinen Wolltuch das Objekt seiner Anbetung ab. – Ich kann nicht anders, als den gebeugten Herrn mit einem schelmischen Augenzwinkern zu fragen, ob er denn seine Frau auch so liebevoll pflegen würde. Die verdreht die Augen und zwinkert mir mit einem vielsagenden Blick zu, als hätte ich den Nagel auf den Kopf getroffen. Er, sichtlich verlegen und irritiert, stammelt etwas von Wiederverkaufswert und vom schlechten Zustand der Waschanlage. Ich habe dann mit ein paar freundlichen Worten die Spannung aufgelöst, und er konnte am Ende auch wieder lächeln. Wenn alle Männer so viel Zeit für ihre Frauen investieren würden wie für ihr Auto, dann wären wir schon einen Schritt weiter zu einer erneuerten Gesellschaft.“
Als Paulus sich an die Männer in Ephesus wendet, ermahnt er sie nicht: „Ihr Männer, liebt eure Autos, eure Arbeit oder euer Hobby!“ Er fordert sie vielmehr dazu auf: „Ihr Männer, liebt eure Frauen!“ (Eph 5,25). Um dich zu verlieben, musst du so gut wie nichts tun – oft genügt dazu ein einziger Blick (vgl. Hl 4,9). Wenn du aber eine Frau nach 10, 20, 30 oder 50 Jahren immer noch lieben willst, musst du die bewusste Entscheidung treffen, ein Leben lang ihr Bestes zu suchen. Liebe ist selbstlos und aufopfernd. Sie stellt die wahren Bedürfnisse des anderen in den Mittelpunkt und „zahlt jeden persönlichen Preis, der nötig ist, diese Bedürfnisse zu stillen und das Wohlergehen zu fördern.“
Man ist glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortgeht.
Heinz Rühmann (n), deutscher Schauspieler
Die Latte in der Disziplin Liebe liegt hoch, denn der Herr Jesus selbst ist das Vorbild. Er hat für seine Braut am Kreuz alles gegeben. Jetzt sollst du deine Frau lieben, „wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei“ (Eph 5,25–27).
„Jemand hat einmal über einen Mann geschrieben, der fürchtete, er könne Gott missfallen, indem er seine Frau zu sehr liebe. Ein Seelsorger fragte ihn, ob er sie mehr liebe, als Christus die Gemeinde geliebt habe. ‚Nein‘, antwortete er. ‚Erst wenn du darüber hinausgehst‘, antwortete der Seelsorger, ‚dann liebst du deine Frau zu sehr‘.“
Die Liebe gegenüber deiner Frau ist eine moralische Verpflichtung: „So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber“ (Eph 5,28). Sie ist die logische Konsequenz der Entscheidung, die du bei deiner Hochzeit getroffen hast. „Du heiratest sie, weil du sie liebst. Danach, vom Hochzeitstag an, lernst du sie zu lieben, weil du sie geheiratet hast.“