Von David – Gepriesen sei Jehova, mein Fels, der meine Hände unterweist zum Kampf, meine Finger zum Kriege:
Elberfelder 1871 – Psalm 144,1
Von Dawid.
Gesegnet, DU, mein Fels,
der zur Schlacht meine Hände belehrt,
meine Finger zum Kampf!
Buber & Rosenzweig – Psalm 144:1
Gepriesen sei Jahwe, mein Fels, / der meine Hände das Kämpfen lehrt, / meine Finger den Waffengebrauch.
NeÜ bibel.heute Stand 2024 – Ps 144,1
Gepriesen sei der Herr, mein Fels, der meine Hände den Kampf gelehrt, meine Fäuste den Krieg!
Pattloch – Ps 144:1
BEZOGEN AUF DAVID, IN BEZUG AUF GOLIAD.
Gelobt sei der Herr, mein Gott,
der meine Hände für die Schlacht lehrt,
meine Finger für den Krieg;
Septuaginta Deutsch – Ps 143,1

Wenn du ein gutes Verhältnis zu Jehovah hast, wirst du nicht mit allen Entscheidungen anderer übereinstimmen. Saul war als König und damit als Führer des Volkes von Jehovah eingesetzt. Aber Sauls Entscheidung, als es gegen Goliath ging, war falsch! Deshalb handelte David! Auch heute kann es sein, dass die eigenen Entscheidungen nicht mit dem übereinstimmt, was die „sogenannte Führung“ sagt. Das Verhältnis zu Jehovah ist wichtiger, als das Verhältnis zu Menschen.
(Anmerkung: die meisten Ältesten die ich persönlich kannte, hatten kein wirkliches Verhältnis zu Jehovah sondern nur zur Organisation – und haben sich deshalb sehr häufig nicht auf die Seite von Schutzbedürftigen gestellt)
Bezogen auf David: S. zu Ps 3,1. Die Überschrift fehlt in 11QPsa.
Septuaginta Deutsch: Erläuterungen und Kommentare zum griechischen Alten Testament
in Bezug auf Goliad: Fehlt im MT.
mein Gott: MT צורי »mein Fels«; s. zu Ps 17,3.
קְרָב feindliche Annäherung, Kampf // אֶצְבַּע Finger.
Weber – Werkbuch Psalmen: Die Psalmen 73 bis 150
Gottes Wesen ist das Feste (nicht die Unbewegtheit), er ist Fels, Burg, Feste. Hier mag die Erfahrung Davids aus den Jahren der Flucht mitschwingen, daß er an unzugänglichen Orten des judäischen Gebirges immer wieder einen Zufluchtsort fand, der ihn die Nähe Gottes spüren ließ. Nicht daß er Gott mit den Felsen und Zufluchtsorten identifizierte, aber er hat erfahren, daß sie ein Widerschein von Gottes Wesen sind. Schon als Hirtenjunge hat er im Kampf mit wilden Tieren diese »feste« Art Gottes erlebt. Nicht er selbst übte sich im Kampf, Gott war es, der meine Hände den Kampf lehrt. Und Gott selbst ist es, der später mir Völker unterwirft.
Schneider – Wuppertaler Studienbibel
Gelobet sei der Herr. Aus dem glänzenden Lobpreis, mit dem David Gottes Gnade rühmt, geht deutlich hervor, dass er damals nicht nur den Thron eingenommen, sondern auch hervorragende Siege erlangt hatte. Er nennt Gott „meine Stärke“ und bekennt damit, dass seine ganze Kriegstüchtigkeit ihm von Gott verliehen ist, nicht nur weil er aus einem Hirten vom Lande ein Kriegsheld geworden, sondern auch weil seine ausdauernde Kraft ein besonderes Geschenk Gottes war. Das erste Hauptwort im Grundtext ist offenbar mit „Stärke“ passender wiedergegeben als, wie es auch etwa übersetzt wird, mit „Fels“. Das zeigt die Erläuterung, die David in den folgenden Worten gibt, wo er sagt, dass er durch göttliche Anleitung zum Kriege tüchtig gemacht wurde. Denn ohne Zweifel gibt er mit diesen Worten zu verstehen, dass er, ob er wohl kriegerischen Sinn besaß, doch nicht zum Kriegführen geboren war, sondern es erst wurde, als Gott einen ganz anderen Mann aus ihm schuf. Was für ein Probestück war doch das, das er als Anfänger im Kampf mit Goliath ablegte? Es war unleugbar ein tollkühner Angriff, wenn wir nicht annehmen, dass David mit einer verborgenen Gotteskraft ausgerüstet war und deshalb menschliche Hilfsmittel entbehren konnte.
Jean Calvin – Aus dem Psalmenkommentar
Wie gesegnet bin ich, zu wissen, dass Du mein Fels und meine Festung bist. Du bist derjenige, der mich ausrüstet, um Dein Werk zu tun. Danke, dass Du die Berufenen ausrüstest – und nicht die Ausgerüsteten rufst. Hilf mir heute zu erkennen, dass Du für alle meine Bedürfnisse gesorgt hast – ein Schritt nach dem anderen. A-do-ni Tsu-ree, wie sehr danke ich Dir!
Barri Cae Mallin & Shmuel Wolkenfeld – Intime Momente mit dem hebräischen Namen Gottes
Benedikt Peters – Die Psalmen
In den ersten Versen preist David den HERRN dafür, dass er ihn den Krieg gelehrt hat und dass er ihm ein starker Helfer und ein sicherer Hort ist (V. 1.2). Es verwundert ihn sehr, wenn er bedenkt, was er als Mensch ist, dass Gott ihn überhaupt lehren sollte, seine Kämpfe zu kämpfen (V. 3.4). Die Gnade, die Gott ihm damit bewiesen hat, gibt ihm große Freimütigkeit, zu ihm zu rufen, dass er die Bedränger, die Falschheit und Lüge als ihre Waffen verwenden (V. 8.11), verwirre und ihn rette (V. 5–7). Denn er will seinem Gott ein neues Lied singen (V. 9.10). Der Gott Davids ist der Gott des Bundes, und er hat in diesem seinem Volk Leben verheißen. Dass dieses Leben wachse und sich mehre, wollen die Feinde verhindern; darum wird Gott sie zerstreuen und am Ende vernichten, aber sein Volk mit Leben, Fruchtbarkeit und Fülle segnen (V. 12–15).
…
David preist den HERRN, denn er ist sein »Fels«, auf dem er steht und gewisse Tritte tun kann (Ps 40,3). Und er »lehrt« ihn »den Kampf« und »den Krieg«. In den Psalmen 140–143 hatte David stets Gott darum gebeten, für ihn einzugreifen und ihn zu befreien. Wir dürfen das auch erbeten, aber wir müssen lernen, dass es Feinde gibt, von denen der Herr uns rettet, indem er uns den Kampf lehrt, in den Kampf sendet und uns zum Kampf befähigt. Kämpfen müssen wir, und indem wir es tun, werden wir erfahren, dass wir gerade im Kampf und durch den Kampf stark werden (Hebr 11,34). Wir werden dann auch die Erfahrung Davids machen, dass der Herr uns zur »Güte« wird: Er hält den Bund und die Güte; d. h. er lässt uns nicht fallen; er trägt und stärkt uns und gibt uns den Sieg. Wir erfahren im Kampf, was wir sonst nicht erfahren, dass er uns zur »Burg« und zur »hohen Feste« wird. Er erweist sich als unser »Retter« in allem Streit, als unser »Schild«, der alle Geschosse des Feindes abfängt. Davon weiß der Krieger zu singen; wer lieber zu Hause »zwischen den Hürden« bleibt, »das Flöten bei den Herden zu hören«, und den Aufruf, ins Feld zu ziehen, überhört (Ri 5,16), kann nicht einstimmen in das Lied.
…
»Kampf«: qərâb, vom Verbalstamm qârab, »nahe sein«, also eine feindliche Annäherung, ein kriegerisches Treffen. Das Wort kommt außer hier nur noch vor in Ps 55,(19).22; 68,31; 78,9; 2Sam 17,11; Hi 38,23; Pred 9,18; Sach 14,3.