Aber es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; und er hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Gesichte deines Hauptes auf deinem Lager waren diese:
Elberfelder 1871 – Daniel 2,28
Jedoch gibt es einen Gott im Himmel, der Geheimnisse enthüllt; er hat dem König Nebuchadnezzar kundgetan, was geschehen wird in späten Tagen. Dein Traum und die Gesichte deines Hauptes auf deinem Lager waren diese:
Tur-Sinai – Daniel 2:28
Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart und den König Newuchadnezzar hat wissen lassen, was in künftigen Tagen sein wird! Dies sind dein Traum und die Schauungen, die du auf deinem Lager vor Augen hattest:
Die Philippson-Bibel – Dan 2,28
Aber es existiert ein Gott in den Himmeln, der ein Offenbarer von Geheimnissen ist, und er hat König Nebukadnezar bekanntgegeben, was im Schlußteil der Tage geschehen soll. Dein Traum und die Visionen deines Hauptes auf deinem Bett — es sind diese:
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Dan 2:28

Nur Jehovah kann sagen, was in der Zukunft geschehen wird. Wenn jemand etwas im Namen Jehovahs vorhersagt, und dies nicht eintritt, dann ist dieser Mensch ein „falscher Prophet“ – denn Jehovah irrt sich nicht, und hat somit diesen Menschen NICHT geschickt!
Als Gebetserhörung erfuhr Daniel von dem Herrn in einem Nachtgesicht den Inhalt des Traums und dessen Auslegung. Dankbar pries Daniel den Gott des Himmels mit wunderbaren Worten der Anbetung. Dann ging er zu Arjoch, um weiteres Morden unter den Weisen von Babylon zu verhindern. Von Arjoch in die Gegenwart des Königs gebracht, wies Daniel deutlich auf die Quelle seines göttlich geoffenbarten Geheimnisses hin.
MacDonald – Kommentar zum Alten Testament
Daniels Antwort wäre Hochmut, wenn die Fortsetzung lauten würde: »Aber ich kann es verkündigen«. Doch in Wirklichkeit kommt eine ganz andere und den König sicher überraschende Fortsetzung: »Aber es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart«. Es gibt ein satanisches und ein menschliches »Aber«, das sich Gott in den Weg stellt. Es gibt jedoch auch ein göttliches »Aber«, das Kleinglauben, Verzweiflung und Schwachheit der Menschen überwindet und alle Gegengewalt zu Boden schlägt. Hier haben wir einen Triumph des göttlichen »Aber« vor uns. Daniel verweist auf den »Gott im Himmel«. Das konnte auch der Babylonier verstehen. Dieser allmächtige Himmelsgott ist aber keine fremde, ferne oder gar gleichgültige Erscheinung. Nein: »er offenbart Geheimnisse«. Er teilt sich den Menschen mit. Mit der Überlegenheit Gottes einerseits und mit seiner Menschennähe andrerseits sind zwei ganz wesentliche Gesichtspunkte der biblischen Gotteslehre zum Ausdruck gebracht. Allerdings trägt Daniel nicht nur Lehre vor. Sondern er überwindet in diesen Augenblicken eine ganz große geistliche Versuchung und Anfechtung, indem er von seiner Person weg- und auf Gott hinweist. Nichts von Selbstruhm! Alle Ehre wird Gott gegeben! Daniel ist kein »Könner«, sondern ein demütiger Bote seines Herrn. Übrigens hatten die Babylonier eine gewisse Zuneigung zum Monotheismus (Ein-Gott-Glauben)568.
Maier – Wuppertaler Studienbibel
Im folgenden trifft Daniel eine weitere Feststellung, die vielleicht den heutigen Leser überrascht: »Und er hat dem König Nebukadnezar mitgeteilt …« Man muß diese Aussage ganz ernst nehmen. Gott hatte wirklich eine Botschaft für den Heiden Nebukadnezar, wie er für den König von Ninive eine Botschaft hatte, oder auch für die Witwe von Zarpath, für Naeman, für Hasael, für den Pharao und schließlich für alle Heiden dieser Erde in Jesus Christusb. Der Traum, von dem Vers 1 berichtet, war also eindeutig von Gott. Viele Kritiker haben schon gemeint, das AT sei nur für Juden geschrieben, sei »partikularistisch« (parteiisch). Das stimmt nicht. Das AT ist geradezu durchtränkt von dem Willen Gottes, alle Menschen zu erreichen und auf die Mission des NT vorzubereiten.
»Was am Ende der Tage geschehen soll«: Das ist das Kernthema des ganzen Buches. Mit Recht sagt Geyser: »Hier haben wir … des Propheten eigene Angabe über den Inhalt seines Buches. Es ist eine Offenbarung über das, was am Ende der Tage geschehen soll, was der Weltgeschichte Resultat und Abschluß sei«. Natürlich darf man die Wendung »am Ende der Tage« nicht zu stur auf die letzten Tage der Weltgeschichte begrenzen. Aber sie zeigt, daß jetzt wirklich das »Ende«, der Abschluß der irdischen Geschichte, in den Blick kommt. Und sie deutet an, daß jetzt das Ziel der Weltgeschichte zur Debatte steht, das, worauf alle Reiche dieser Welt und alle Entwicklungen dieser Welt hinauslaufen. Sie erinnert an Offb 1,1: »zu zeigen, was in Kürze geschehen soll«. Die Bibel hat es also mit einem »Geschehen« zu tun, oder anders formuliert: mit einer Heils-geschichte. Sie berichtet nicht nur von Glaubenszeugnissen, nicht nur von Glaubensinhalten bestimmter Menschen, sondern auch vom Gotteswillen, der unsere Geschichte gestaltet. Hier haben wir keine Gedankengeschichte, sondern eine Handlungsgeschichte, nämlich die Geschichte Gottes, der seine Menschen sucht und retten will, das Hohelied seiner Liebe und seiner Taten. Nebukadnezar hat sicher verstanden, daß es dabei auch um das Geschick seines eigenen Reiches ging. War doch das Interesse der babylonischen Könige in besonderer Weise auf die Orakel der Zukunft konzentriert571. Es ist interessant, daß später der verstorbene Nebukadnezar einem seiner Nachfolger im Traum erschien, um ihm eine Traumdeutung zu geben. Übrigens ist das »Ende der Tage« ein uraltes biblisches Thema.
Im folgenden erzählt Daniel zunächst den Traum:
Merkwürdig ist die Formulierung »die Gesichte deines Hauptes«. Sie meint sehr wahrscheinlich: die Gesichte, die du persönlich (mit deinem inneren Auge) gesehen hast. »Traum« und »Gesichte« gehören hier eng zusammen. Der »Traum« ist das Ganze, die »Gesichte« sind die einzelnen Bilder. Von diesem Traumgesicht müssen wir das Gesicht im Wachzustand, das Daniel nach V. 19 empfing (s. die Erklärung dort), unterscheiden.
Nebukadnezar will von Daniel wissen, ob er imstande sei, ihm »den Traum … und seine Deutung kundzutun«. Daniel gibt eine doppelte Antwort: Zunächst soll dem Herrscher auf dem Thron Babels klar werden: »Das Geheimnis … können Weise, Zauberer, Magier und Wahrsager dem König nicht anzeigen.« Die Weisen, die der König gerufen hatte, hatten schon zugeben müssen, dass »kein Mensch auf dem Erdboden ist, der die Sache des Königs anzeigen könnte« (V. 10). Sodann bezeugt Daniel den einen wahren Gott, der »im Himmel« ist und »der Geheimnisse offenbart«. Der König soll wissen, dass die Götter, von denen die Gelehrten vor ihm geredet hatten (V. 11), nichts vermögen. Ja, Daniel ist ein wahrer Knecht Gottes, der zuerst von seinem Gott spricht, ehe er auch nur ein einziges Wort über sich selbst sagt (V. 30). Den Gott der Juden kannte der heidnische Herrscher nicht, und doch verdankte er diesem alles, und das soll Nebukadnezar jetzt zu hören bekommen. Er soll ihn kennenlernen und damit lernen, an alles, was Gott offenbart, zu glauben – und das heißt, sich diesem Gott unterzuordnen. Der Gott des Himmels hat »dem König Nebukadnezar kundgetan, was geschehen wird am Ende der Tage«, und damit, dass Daniel diesem das kundtut, hat er große Verantwortung bekommen. Er muss Gottes Traumbotschaft an ihn annehmen und fortan sein Tun und Lassen als König danach richten.
Benedikt Peters – Kommentar zum Buch Daniel
Man beachte, wie Daniel den Inhalt und die Aussage des gesamten Traums zusammenfasst in diesem kurzen Wort: »… was geschehen wird am Ende der Tage.« Die ganze Geschichte der Reiche der Welt mündet in dieses eine große Geschehen »am Ende der Tage«, denn dann kommt das ewige Reich des Menschensohnes. Der Gedanke an ein Ende der Tage war den Heidenvölkern fremd, während Gott seit den Tagen den Erzväter (1Mo 49,1) und dann durch Mose (5Mo 31,29) und weitere auf ihn folgende Propheten (Jes 2,2; Jer 23,20; Hes 38,16; Hos 3,5) immer wieder das Ende und damit das Ziel der Geschichte angekündigt hatte.
Der König fragt Daniel, ob er den Traum kundtun und deuten könne. Daniel erklärt dem König, dass niemand das aus eigener Weisheit tun kann, weder Weise noch Beschwörer, Wahrsagepriester oder Sterndeuter. Es gebe aber einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart. Ist Nebukadnezar schon einmal so deutlich mit Gott konfrontiert worden? Gott hat ihn zum König eines bedeutenden Weltreiches gemacht, doch Nebukadnezar weiß weder darum noch kennt er Gott persönlich. Doch Daniel kennt Gott trotz seiner Jugend sehr gut und hat bereits Erfahrungen mit der Treue Gottes gemacht.
Mücher – Der Prophet Daniel: Seine Person und sein Werk
Als Jeremia einmal Gott und die Götzen einander gegenüberstellte, sagte er: „Gar keiner ist dir gleich, HERR; du bist groß, und groß ist dein Name in Macht. Wer sollte dich nicht fürchten, König der Nationen? Denn dir gebührt es. Denn unter allen Weisen der Nationen und in allen ihren Königreichen ist gar keiner dir gleich, sondern sie sind allesamt dumm und töricht“ (Jer 10,6–8). Das waren deutliche Worte!
Als Daniel am nächsten Tag wieder vor Nebukadnezar erschien, stellte der ihm die gleiche Frage wie den Wahrsagern: „Bist du es, der mir den Traum, den ich gesehen habe, und seine Deutung kundtun kann?“ (Vers 26) Die Weisen hatten zugeben müssen, dass sie das nicht konnten, weil kein Mensch dazu in der Lage ist. Daniel bekräftigte die Aussage seiner Zunftgenossen: „Das Geheimnis, nach dem der König fragt, vermögen die Weisen, Gelehrten und Zeichendeuter und Wahrsager dem König nicht zu sagen.“ (Vers 27). Aber was allen Weisen Babylons samt all seinen Göttern unmöglich war, das war für den Gott Daniels ein leichtes. Darum fügte er hinzu: „Aber es ist ein Gott im Himmel, der kann Geheimnisse offenbaren. Der hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was in künftigen Zeiten geschehen soll. Mit deinem Traum und deinen Gesichten, als du schliefst, verhielt es sich so …“ (Vers 28)
Shea – Studienreihe zur Bibel – Das Buch Daniel
Deutlicher konnte der Unterschied zwischen Jahwe und den babylonischen Götzen nicht zum Ausdruck gebracht werden, obwohl Daniel sie mit keinem Wort erwähnte. Damit war klar: Es gibt nur einen wahren Gott.
Nach Vers 28a gibt es jedoch einen Gott, der alles weiß: „Es gibt aber einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart, und er hat dem König Nebukadnezar kundgetan, was in den letzten Tagen sein wird . Nur JHWH , der Gott des Himmels, konnte solche Geheimnisse offenbaren, wie sie Nebukadnezar in seinem Traum gesehen hatte. JHWH allein kannte diese Geheimnisse, und er war derjenige, der sie dem König mitgeteilt hatte. Die Geheimnisse betrafen Dinge, die in der Endzeit geschehen würden. Dieser prophetische Begriff wird in der hebräischen Bibel dreizehnmal verwendet.
Arnold G. Fruchtenbaum – Ariels Bibel Kommentar – Das Buch Daniel