Als am siebten Tag des Königs Herz vom Wein in froher Stimmung war, hieß er Mẹhuman, Bịstha, Harbọna, Bịgtha und Abạgtha, Sẹthar und Kạrkas, die sieben Hofbeamten, die der Person des Königs Ahasvẹrus dienten, 11 die Königin Wạschti im königlichen Kopfschmuck vor den König zu bringen, um den Völkern und den Fürsten ihre Schönheit zu zeigen; denn sie war schön von Aussehen. 12 Aber Königin Wạschti weigerte sich anhaltend, auf das durch die Hofbeamten [übermittelte] Wort des Königs hin zu kommen. Darauf wurde der König sehr zornig, und sein Grimm loderte in ihm auf.
13 Und der König sprach dann zu den Weisen, den Zeitenkundigen (denn auf diese Weise [kam] die Sache des Königs vor alle, die im Gesetz und in Rechtsfällen bewandert waren, 14 und die ihm am nächsten [standen], waren Karschẹna, Schẹthar, Admạtha, Tạrschisch, Mẹres, Marsẹna [und] Mẹmuchan, sieben Fürsten von Persien und Mẹdien, die zum König Zutritt hatten [und] die die ersten Sitze im Königreich einnahmen): 15 „Was soll nach [dem] Gesetz mit Königin Wạschti getan werden, weil sie das vom König Ahasvẹrus durch die Hofbeamten Gesagte nicht ausgeführt hat?“
hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber “wehret den Anfängen”!
Beim ersten Lesen mutet es doch sehr merkwürdig an, dass der König so ein Aufsehen darum macht, dass die Königin sich weigert, zu kommen und sich seiner Festgesellschaft zu präsentieren.
Es wird nicht gesagt, warum sie nicht kommen wollte und eigentlich ist für jeden verständlich, dass der König “etwas säuerlich war”.
Immerhin – wie sieht das denn aus, wenn seine Frau sich dem Befehl des Königs widersetzt? Sicherlich hatte er auch Angst, sein Gesicht zu verlieren.
Ungewöhnlich für mich eher, dass er seine Gäste fragt, was mit seiner Frau geschehen solle. Was nach dem Gesetz mit ihr geschehen solle – war nicht er der König und machte nicht er das Gesetz? Wusste dann nicht er am Besten, was das Gesetz in diesem Fall sagt?
Darauf sprach Mẹmuchan vor dem König und den Fürsten: „Es ist nicht gegen den König allein, daß Wạschti, die Königin, unrecht getan hat, sondern gegen alle Fürsten und gegen alle Völker, die in allen Gerichtsbezirken des Königs Ahasvẹrus sind. 17 Denn die Angelegenheit der Königin wird hinausdringen zu allen Frauen, so daß sie ihre Besitzer in ihren eigenen Augen verachten werden, wenn man sagt: ‚König Ahasvẹrus selbst sprach, man solle die Königin Wạschti vor ihn bringen, und sie kam nicht.‘ 18 Und an diesem Tag werden die Fürstinnen von Persien und Mẹdien, die von der Angelegenheit der Königin gehört haben, zu allen Fürsten des Königs sprechen, und es wird viel Verachtung und heftigen Zorn geben. 19 Wenn es dem König gut scheint, so möge ein königliches Wort von seiner Person ausgehen, und es werde in den Gesetzen von Persien und Mẹdien aufgeschrieben, damit es nicht zu bestehen aufhöre, daß Wạschti nicht vor König Ahasvẹrus hereinkommen darf; und ihre königliche Würde gebe der König einer Gefährtin von ihr, einer Frau, die besser ist als sie. 20 Und die Verordnung des Königs, die er erlassen wird, soll in seinem ganzen Reich gehört werden (denn es ist weit ausgedehnt), und alle Frauen selbst werden ihren Besitzern Ehre zollen, die Großen wie auch die Kleinen.“
Die Fürsten haben Angst, dass das Beispiel der Königin Schule macht und die anderen Damen ihren Ungehorsam und ihre Respektlosigkeit nachahmen werden. Daher soll die Königin ihre Würde verlieren
Denken wir, dass dieses Urteil zu hart sei?
Gehören wir zu denen, die immer Verständnis für andere haben und aus diesem Grund oftmals geneigt sind, sie milder zu beurteilen, als dies Jehova tut?
Mir fällt dazu eine alte Freundin ein, von der ich kurz nach dem Kongress hörte, dass sie ihren Mann verlassen habe. Als Grund führte sie anderen Schwestern gegenüber an, dass er sich nicht genügen um sie gekümmert habe und dass er ein Muttersöhnchen sei und mehr mit der zusammen sei als mit ihr. Darum hat sie sich ihre Tochter geschnappt, die sie mit in die Ehe gebracht hatte und ist zurück in die alte Heimat gegangen. Sie “hat sich von ihre Mann getrennt”.
Im ersten Moment war ich sehr betroffen und sie tat mir sehr leid. Denn bereits ihre erste Ehe mit einem Bruder war sehr bald daran gescheitert, dass ihr Mann sie emotional am ausgestrecken Arm verhungern liess. Auch dieses Mal hatte sie einen Bruder geheiratet und wieder “Pech gehabt”. Ich hatte grosses Mitgefühl mit IHR.
Mein bester Ehemann von allen fragte mich, warum sie denn gegangen sei, ob sie denn einen Scheidungsgrund oder doch wenigstens einen Trennungsgrund habe. Hm, wenn man das so sieht – nein.
Und hatte sie beim ersten Mal einen? Ja, wenn du mich so fragst – nach längerem Nachdenken, was sie mir damals über das Scheitern der ersten Ehe erzält hatte: auch “nein”.
Hm. Ist das nicht komisch?
Ich kenne doch die Maßstäbe Jehovas und liebe sie – und trotzdem hatte ich mit ihr tiefstes Mitgefühl, ohne zu bemerken, dass sie etwas tat, was in Jehovas Augen nicht nur verkehrt, sondern auch sehr verabscheuungswürdig ist – sie wollte zum zweiten Mal eine Familie zerstören.
Aber sie war doch so unglücklich. Und ich weiss aus eigener Erfahrung meiner vorherigen Ehe, wie furchtbar es sich anfühlt, wenn man seinen Mann von Herzen liebt und sich nach seiner Liebe und Aufmerksamkeit sehnt – und er diese Liebe nicht erwidert. Auf jeden Fall nicht in der Form, wie man sich das selber wünscht.
Daher sah ich nur ihre verletzten Gefühle, nicht aber, wie Jehova darüber denkt und dass sie gerade dabei war, einen sehr schweren Fehler zu begehen, der sie sogar Gottes Liebe kosten könnte.
Also habe ich eine Nacht gebetsvoll darüber nachgedacht und am nächsten Tag den Stoff auf der Wtlib herausgesucht, der mir in der Nacht dazu eingefallen war.
Ironischerweise war gerade der Erwachet mit dem glücklichen Familienleben herausgekommen und so habe ich einen Artikel dazu verfasst und in unseren offenen Familienblog gehängt. In der Hofnung, dass sie auf der Grundlage des Gelesenen eine gute und weise Entscheidung trifft, die ihr hilft, sich in Jehovas Liebe zu bewahren.
Fakt ist, dass wir scheinbar dazu neigen, uns auf die Seite von anderen Menschen zu stellen, die vielleicht ähnliches erlebt haben oder gerade erleben wie die Dinge, die mal uns selbst das Leben schwer gemacht haben und wir dann die Maßstäbe Jehovas aus den Augen verlieren.
Warum wollten die Fürsten so eine harte Strafe?
Damit sich die anderen Frauen des Landes nicht durch das Beispiel der Königin darin bestärkt fühlen, ebenfalls ihre eigenen Interessen durchzuboxen, egal um welchen Preis und egal, was sie damit anrichten.
Mir fällt dazu ein anderes Beispiel ein, dass ich von meinem Mann gehört habe und das sich wirklich so zugetragen hat. In einer Versammlung verlässt eine Schwester ihren Mann, der ein Bruder ist, ohne dass es Konsequenzen hat. Einige Zeit später tut es ihr eine andere nach. Und bald kräht dort kein Hahn mehr danach, wenn eine Schwester ihren Mann verlässt – man hat sich daran gewöhnt.
Thom sagt, dass meine Freundin diesmal wieder bei den ersten Schwierigkkeiten gegangen ist, liege sicherlich daran, dass ihre erste Trennung und Scheidung keine Konsequenzen in theokratischer Hinsicht für sie gehabt habe. Damit mag er sicherlich Recht haben.
Wir sehen also, dass das Urteil und der Beschluss, den die Fürsten anregen, nicht unbedingt herzlos sind – sondern dazu gedacht, den Frieden und die Ordnung innerhalb des Landes zu bewahren.
Es fällt uns schwer, uns mit diesem Gedanken anzufreunden?
Es fällt uns auch schwer, diese Schwester dazu zu motivieren, wieder zu ihrem Mann zurück zu gehen, weil wir sie und ihre Gefühle verstehen können?
Ja, es ist schlimm und es tut weh, wenn wir als Frauen vielleicht nicht ganz die Aufmersamkeit von unserem Mann bekommen, die wir uns wünschen – aber dies zählt nicht zu den Gründen, unter denen eine Trennung gerechtertigt ist.
Stellen wir unsere persönlichen Interessen über die Maßstäbe Jehovas?
Nach diesen Dingen, als sich die Wut des Königs Ahasvẹrus gelegt hatte, gedachte er Wạschtis und dessen, was sie getan hatte und was gegen sie entschieden worden war.
ein interessanter Punkt!
Dieser König ist kein Anbeter Jehovas, trotdem bekundet er Geduld, Langmut und Selbstbeherrschung.
Ist uns aufgefallen, dass er erst gewartet hatte, bis seine Wut und Enttäuschung verraucht war, ehe er handelte?
Was heisst das für uns als Anbeter Jehovas?
Wäre es nicht schlimm, wenn ich als Zeugin Jehovas impulsiv und unbeherrscht in meiner Wut bin – wo Geduld und Selbstbeherrschung doch die Frucht des Geistes sind?
Wie kann ich denn nun mit gutem Gewissen mich in meinem Zorn austoben und um mich schlagen – unter dem Deckmäntelchen “das musste jetzt sein” – wenn ein Mensch, der nicht Gottes Geist als Hilfe hat, sich soweit beherrschen kann?
Immerhin kann ich Jehova bitten, dass er mir seinen heiligen Geist als Hilfe und Krücke schickt.
Esther hatte weder über ihr Volk noch über ihre Verwandten berichtet, denn Mọrdechai selbst hatte ihr aufgetragen, es nicht zu berichten. 11 Und Tag für Tag ging Mọrdechai vor dem Hof des Frauenhauses einher, um über das Wohlergehen Esthers und über das, was mit ihr getan wurde, Kenntnis zu erhalten.
Esther 2:17-18
Und der König liebte Esther schließlich mehr als all die anderen Frauen, so daß sie mehr Gunst und liebende Güte vor ihm erlangte als all die anderen Jungfrauen. Und er ging daran, den königlichen Kopfschmuck auf ihr Haupt zu setzen und sie an Wạschtis Statt zur Königin zu machen. 18 Und der König hielt dann ein großes Festmahl für alle seine Fürsten und seine Diener, das Festmahl Esthers; und er gewährte für die Gerichtsbezirke eine Amnestie, und er gab fortwährend Geschenke, den Mitteln des Königs entsprechend.
könnte man sagen, Esther habe sich über die Maßstäbe Jehovas hinwegesetzt?
Immerhin hat sie ja scheinbar ihren Glauben verleugnet, denn niemand wusste, dass sie Jüdin war. Warum gebot ihr der Onkel darüber zu schweigen?
Esther 2:20
Esther berichtete nicht über ihre Verwandten und über ihr Volk, so wie es Mọrdechai ihr aufgetragen hatte; und was Mọrdechai sagte, tat Esther, so wie zu der Zeit, als sie in Pflege bei ihm gewesen war.
Ausserdem sollten sie niemand von den Nationen heiraten und sie tat es doch.
Warum wird das hier so geschildert, als sei es in Ordnung?
Und alle Diener des Königs, die sich im Tor des Königs befanden, verbeugten sich tief und warfen sich vor Hạman nieder, denn so hatte es der König ihn betreffend geboten. Was aber Mọrdechai betrifft, so pflegte er keine tiefe Verbeugung zu machen und sich nicht niederzuwerfen. 3 Und die Diener des Königs, die im Tor des Königs waren, begannen zu Mọrdechai zu sagen: „Warum übertrittst du das Gebot des Königs?“ 4 Und es geschah, daß sie, während sie Tag für Tag zu ihm sprachen und er nicht auf sie hörte, Hạman dann Bescheid gaben, um zu sehen, ob Mọrdechais Angelegenheiten bestehen würden; denn er hatte ihnen mitgeteilt, daß er ein Jude sei.
5 Nun sah Hạman wiederholt, daß sich Mọrdechai nicht tief verbeugte und sich nicht vor ihm niederwarf, und Hạman wurde von Wut erfüllt. 6 Doch war es verächtlich in seinen Augen, an Mọrdechai allein Hand anzulegen, denn man hatte ihm über Mọrdechais Volk berichtet; und Hạman begann danach zu trachten, alle Juden zu vertilgen, die im ganzen Reich des Ahasvẹrus waren, das Volk Mọrdechais.
Und Hạman sagte dann zu König Ahasvẹrus: „Da ist ein gewisses Volk, zerstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Gerichtsbezirken deines Reiches; und ihre Gesetze sind verschieden von [denen] jedes anderen Volkes, und des Königs eigene Gesetze halten sie nicht, und es ist nicht angebracht, daß der König sie gewähren läßt. 9 Wenn es dem König wirklich gut scheint, so werde geschrieben, daß man sie vernichte; und ich werde zehntausend Silbertalente in die Hände derer zahlen, die das Werk tun, damit sie [es] in den Schatz des Königs bringen.“
10 Darauf zog der König seinen Siegelring von seiner eigenen Hand ab und gab ihn Hạman, dem Sohn Hammedạthas, des Agagịters, der sich gegen die Juden feindselig zeigte.
kommt uns dies wieder bekannt vor?
Scheinbar ein Vorgehen, dass unter Menschen üblich ist, die sich für den Nabel der Welt halten oder die es gern sein wollen: Neid und Mißgunst.
Diesem begegnen sie dann damit, dass sie den “Störenfried” (der ihren inneren seelischen Frieden, ihre Ruhe stört) durch Intrigen zu beseitigen suchen.
Und wie schon gehabt, erweisen sie sich als “falsche Freunde” und tricksen den König aus. Hier ist es Haman, der den König erfolgreich manipuliert und ihm vormacht, dass er das Volk ausrotten muss, weil es für ihn (den König) eine Gefahr darstellt.
Dabei geht es nur darum, Mordechai eins auszuwischen, der seinerseits eine Gefahr für Hamans Stolz darstellt!
Wie abgebrüht!
Wie denkt Jeova wohl über Haman?
Hat er SEIN Wohlgefallen?
Hat ER gar Verständnis für sein Handeln? Immerhin hatte Morechai ihn ja gedemütigt, war da Hamans Handlungsweise nicht doch irgendwie angebracht?
Wie sieht Jehova die Sache?
Wie sehen wir Haman und sein Handeln?
Stimmen wir in unserer Sicht der Dinge mit Jehovas Sichtweise überein?
Was für Zeiten – der König ruft seine Frau und diese kommt nicht?
Aber warum kam sie nicht?
Der Wachtturm schieb zwar
Warum weigerte sich Königin Waschti anhaltend, zum König zu kommen?
Nach der Meinung einiger weigerte sich die Königin, weil sie nicht bereit war, sich vor den betrunkenen Gästen des Königs zu erniedrigen. Oder vielleicht war diese schöne Königin wirklich nicht unterwürfig. Über ihren Beweggrund sagt die Bibel zwar nichts, doch die damaligen Weisen hielten Gehorsam gegenüber dem Ehemann eindeutig für entscheidend. Auch dachten sie, Waschtis schlechtes Beispiel würde alle Frauen in den persischen Provinzen beeinflussen.
Bei der weiteren Suche kam ich auf die unterschiedlichsten Antworten. Hier einmal die extremste:
Ähnliche prachtvolle Feste hatten im alten Orient gewöhnlich einen religiösen Hintergrund: die dabei geübten Orgien sollten auf magische Weise Fruchtbarkeit der Natur sichern. Im Text steht davon zwar nichts, aber unter dieser Vorraussetzung wird verstädnlich, warum Vashti sich geweigert hat zukommen. Die Rabbiner vermuten nämlich, dass Vasthi nackt, nur mit der Krone erscheinen sollte.
Das Esther gemäß den Versen 15 in Kapitel2 Demut offenbarte, ist auch interessant. Andere Mädchen wollten offensichtlich durch ihren Schmuck und ihre Kleidung auffallen. Esther dagegen nur durch ihre Menschlichkeit. Manche Keinodien waren damals geklichzeitg Talismane – auf solche verläßt sich Esther aber nicht!
Der Wachtturm schieb vor nicht langer Zeit:
Warum verbeugte sich Mordechai nicht vor Haman?
Für Israeliten war es nicht verkehrt, sich vor einer hohen Persönlichkeit niederzuwerfen, um deren übergeordnete Stellung anzuerkennen. Bei Haman spielte jedoch noch etwas eine Rolle. Haman war ein Agagiter, wahrscheinlich ein Amalekiter, und Jehova hatte Amalek zur Vernichtung bestimmt (5. Mose 25:19). Mordechai verbeugte sich aus Lauterkeit gegenüber Jehova nicht vor Haman. Seine strikte Weigerung begründete er damit, dass er ein Jude ist (Esther 3:3, 4).
eine ausführliche Aufarbeitun erfolgte im Jahr 1979 in der Zeitschrift Wachtturm, in dem es auszugsweise heißt:
Eine besonnene Frau zeigt ihre Selbstlosigkeit
EIN prächtiger Palast! Er stand in der Stadt Schuschan (Susa). Wer waren seine Erbauer? Wahrscheinlich der persische König Darius I. und sein Sohn Xerxes I. Dekorationsmaterial für das Gebäude war aus weiter Ferne herbeigeschafft worden. Aus einer Inschrift des Darius geht zum Beispiel hervor, daß das Zedernholz vom Libanon stammte, das Gold aus Sardes und Baktrien, das Silber und das Kupfer aus Ägypten und das Elfenbein aus Ländern wie Äthiopien und Indien.
Heute sind nur noch einige Ruinen von dem einst prächtigen Palast übrig. Doch anhand des Buches Esther, das zweifellos von dem gottesfürchtigen Hebräer Mardochai geschrieben wurde, können wir dieser königlichen Residenz aus dem frühen 15. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung einen Besuch abstatten. Wir können die dramatischen Ereignisse eines Jahrzehnts (von ungefähr 484 bis 474 v. u. Z.) miterleben, als sich Gottes Volk der Gefahr gegenübersah, möglicherweise aus dem ganzen Persischen Reich ausgerottet zu werden. Es war zur Zeit des Ahasverus (offensichtlich Xerxes I.). Unser Abstecher in die ferne Vergangenheit wird sich lohnen, da solche biblischen Berichte zur Unterweisung gottesfürchtiger Personen aufgezeichnet wurden und damit wir „durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Röm. 15:4).
SELBSTSUCHT FÜHRT ZU DEMÜTIGUNG
Der persische König Ahasverus, dessen Reich von Indien bis Äthiopien 127 Gerichtsbezirke umfaßt, sitzt auf dem Thron im Schloß Schuschan, seiner zeitweiligen Residenz, die mehrere Gebäude innerhalb eines befestigten Areals einschließt. Es ist das dritte Jahr seiner Regierung. Er hat seine Fürsten, Diener, Heeresleute und Edlen zu einer Konferenz einberufen. Die Versammlung dauert 180 Tage, möglicherweise, weil man sich den zahlreichen Beamten anpassen will, die wegen ihrer Pflichten nicht alle zur selben Zeit anwesend sein können (vielleicht lag eine militärische Absicht vor, da der griechische Historiker Herodot davon berichtet, daß König Xerxes im dritten Jahr seiner Regierung eine Versammlung abhielt, um einen Krieg gegen Griechenland zu planen) (Esth. 1:1-4).
Zum Abschluß dieser bemerkenswerten Konferenz gibt der König im Schloß Schuschan für alle ein siebentägiges Bankett. Dieses Festmahl findet im Hof des Palastgartens statt. Sehen wir uns den festlichen Rahmen etwas näher an. Zu den vielen Dekorationsstoffen gehören Leinen, Baumwolle, blauer Stoff, der in Schnüren von feinem Gewebe festgehalten wird, und purpurrötlichgefärbte Wolle an silbernen Ringen. Hier stehen Marmorsäulen und Ruhebetten aus Gold und Silber auf einem Pflaster aus Porphyr, Marmor, Perlmutter und schwarzem Marmor (Esth. 1:5, 6).
Bei diesem Festessen wird Wein in verschiedenartigen goldenen Gefäßen kredenzt. Die Perser sind dafür bekannt, daß sie trinken. Doch bei diesem Festessen folgt man nicht dem Brauch, Gäste zu nötigen, eine bestimmte Menge zu trinken (Esth. 1:7, 8).
Irgendwo anders im königlichen Palast veranstaltet die persische Königin Waschti ein Festessen für die Frauen. Heute ist der siebente Tag des königlichen Fests, und der König ist durch den Wein in froher Stimmung. Er beauftragt sieben Hofbeamte, Waschti, die schöne Königin, zu ihm und zu seinen Gästen zu bringen. Aber was ist das? Sie weigert sich anhaltend, das Wort des Königs zu befolgen. Verärgert sucht Ahasverus den Rat von sieben ihm am nächsten stehenden Fürsten, einer Gruppe weiser Männer, die in Rechtsfällen bewandert sind. Der Monarch fragt sie: „Was soll nach dem Gesetz mit Königin Waschti getan werden?“ Diese selbstsüchtige Frau hat sich der Gehorsamsverweigerung schuldig gemacht! (Esth. 1:9-15).
Hört! Als Sprecher der sieben Fürsten stellt Memuchan fest, daß Waschti nicht nur dem König, sondern auch den Prinzen und dem Volk des ganzen Reiches unrecht getan hat. Ihr Verhalten wird bekanntwerden, und alle Frauen, selbst Fürstinnen, werden ihre Männer verachten. Daher schlägt Memuchan vor, der König solle erklären, daß Waschti nicht vor ihn kommen dürfe und daß ihre königliche Würde einer besseren Frau gegeben werde. Dann würden alle verheirateten Frauen ihre Männer ehren (Esth. 1:16-20).
Diese Empfehlung sagt Ahasverus zu. Sogleich werden an alle Gerichtsbezirke Schriftstücke gesandt, an jedes Volk in dessen eigener Sprache. Der Erlaß, der nun zu den schriftlichen, unabänderlichen Gesetzen der Meder und Perser zählt, wird dafür sorgen, daß „jeder Ehemann ständig als Fürst in seinem eigenen Haus handle“ (Esth. 1:21, 22). Ihre Gehorsamsverweigerung und ihre Selbstsucht haben Waschti die Krone gekostet. Ihr Verhalten hat zu ihrer Demütigung geführt.
EINE UNTERWÜRFIGE FRAU ERLANGT GUNST
Es vergeht einige Zeit, bis sich der Zorn des Ahasverus legt. Dann suchen gemäß der Empfehlung der Diener des Königs besondere Beauftragte in allen Gerichtsbezirken nach hübschen Jungfrauen. Diese Frauen werden in die Burg Schuschan gebracht und der Obhut des Eunuchen Hegai übergeben. Die ausgewählten Jungfrauen sollen Massagen erhalten, und die junge Frau, die Ahasverus am besten gefällt, soll schließlich anstelle Waschtis Königin werden (von der Absetzung Waschtis bis zur Auswahl ihrer Nachfolgerin vergingen ungefähr vier Jahre; diese Verzögerung war anscheinend der Abwesenheit des Königs zuzuschreiben, der gegen die Griechen Krieg führte) (Esth. 2:1-4, 16, 17).
Mardochai, ein Diener des Königs, ist an der Auswahl der neuen Königin sehr interessiert. Dieser ergebene Jude vom Stamm Benjamin ist ein Nachkomme eines gewissen Kisch, der vom babylonischen König Nebukadnezar zusammen mit König Jojachin (Jechonja) und anderen (im Jahre 617 v. u. Z.) aus Jerusalem ins Exil geführt worden war. Seit einiger Zeit ist Mardochai der Pfleger Hadassas, eines jüdischen Waisenmädchens, dessen Name „Myrte“ bedeutet. Sonst ist sie als Esther (was „frische Myrte“ bedeutet) bekannt; sie ist die Tochter Abichajils, des verstorbenen Onkels Mardochais. Und was für eine liebliche Frau sie doch geworden ist! Sie ist „schön von Gestalt und schön von Aussehen“. Da ein Ersatz für Waschti gesucht wird, überrascht es nicht, daß Esther zu den jüngeren Frauen gehört, die nach Schuschan geholt und der Obhut Hegais übergeben werden (Esth. 2:5-8, 15).
Esther ist Hegai wohlgefällig, der sich beeilt, ihr die vorgeschriebenen Massagen und die geeignete Speise zu geben. Ja, sie erhält sieben junge Frauen, die ihr im besten Bereich des Frauenhauses dienen. Esther sagt nicht, daß sie eine Jüdin ist; sie hält sich an die Anweisungen ihres Vetters Mardochai, der älter ist als sie. Sechs Monate lang erhalten die ausgewählten Jungfrauen Massagen mit Myrrhenöl und danach sechs Monate mit Balsamöl. Dann geht jede Frau zu Ahasverus hinein und kehrt danach „zum zweiten Frauenhaus“ zurück in die Obhut des Schaaschgas, des Hüters der Nebenfrauen des Königs (Esth. 2:9-14).
Esther ist selbstlos, sie verläßt sich nicht auf auffälligen Schmuck und erbittet daher nichts, außer dem, was Hegai erwähnt. Während der ganzen Zeit hat sie die Gunst all derer erlangt, die sie sehen. Nun haben wir den Monat Tebeth (Dezember/Januar), den 10. Monat im siebenten Jahr des Ahasverus. Die Spannung steigt, als Esther vor den König geführt wird. Gefällt sie ihm? Ja, tatsächlich gewinnt der persische Herrscher Esther mehr lieb als alle anderen Frauen, und er macht sie an Waschtis Statt zur Königin. Der glückliche König hält für alle seine Fürsten und Diener ein großes Festmahl, „das Festmahl Esthers“. Außerdem gewährt er für die Gerichtsbezirke eine Amnestie (vielleicht den Erlaß von Tribut, die Freistellung vom Militärdienst oder die Freilassung aus dem Gefängnis oder eine Kombination dieser Möglichkeiten). Ahasverus macht fortwährend Geschenke, die sich nur ein reicher Monarch leisten kann. Es ist eine Zeit der Freude (Esth. 2:15-18).
Eine wirklich unterwürfige Frau hat Gunst erlangt. Esther nimmt jetzt zwar den Platz der persischen Königin ein, doch fügt sie sich den Anweisungen Mardochais (Esth. 2:19, 20). Bei unserem Rückblick können wir uns Esther wahrscheinlich gut als eine hübsche Frau in königlichem Gewand vorstellen. Doch ihr hauptsächlicher ‘Schmuck bestand in der verborgenen Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes, der in Gottes Augen von großem Wert ist’ (1. Petr. 3:3, 4). Christliche Frauen im 20. Jahrhundert haben guten Grund, die Selbstsucht der abgesetzten Waschti zu meiden und die Unterwürfigkeit und Selbstlosigkeit der gottergebenen Esther nachzuahmen.
Beachtenswert ist auch, daß große Freude herrschte, als Esther Königin wurde, und bestimmt freute sich auch Mardochai, ihr älterer Vetter, von ganzem Herzen darüber. Er muß gefühlt haben, daß sich dies schließlich für alle Juden in den persischen Provinzen vorteilhaft auswirken würde.
LOYAL, ABER KOMPROMISSLOS
Esther ist mit Mardochai in Verbindung geblieben und befolgt seine Anweisungen. Während er im Tor des Königs sitzt, werden Bigthan und Teresch, zwei Hofbeamte (die anscheinend die Tür zu den privaten Gemächern des Königs bewachen), zornig und suchen ständig, an Ahasverus Hand anzulegen. Als Mardochai von der Verschwörung erfährt, berichtet er sogleich Esther davon, die den König in seinem Namen darüber unterrichtet. Das löst eine Untersuchung aus. Bald werden die beiden Verräter hingerichtet, und ihre Leichname an einem Stamm oder Pfahl öffentlich zur Schau gestellt, weil das Verbrechen gegen den König gerichtet war. Mardochai wird nicht belohnt, aber sein Akt der Treue wird in die Chronik aufgenommen (Esth. 2:21-23).
Mardochai ist zwar loyal und mißt der Regierungsgewalt die richtige Bedeutung bei, doch ist er kompromißlos. Die Zeit vergeht, und Ahasverus ernennt aus irgendeinem Grund einen gewissen wohlhabenden Haman zum Premierminister. Auf königlichen Befehl verbeugen sich im Tor des Palastes alle Diener des Herrschers vor Haman und werfen sich vor ihm nieder. Doch seht Mardochai! Er lehnt es beharrlich ab, sich vor dem neuernannten Premierminister niederzuwerfen. Das macht Haman wütend (Esth. 3:1-5).
Weshalb nimmt Mardochai eine so entschiedene Haltung ein? Haman ist ein Agagiter, wahrscheinlich ein Amalekiter königlicher Abstammung. Jehova hat die völlige Ausrottung der Amalekiter befohlen, weil diese Haß gegenüber Gott und seinem Volk zeigten, indem sie die Israeliten in der Wildnis angriffen (2. Mose 17:8, 14-16; 5. Mose 25:17-19; 1. Sam. 15:1-33). Der gottergebene Mardochai lehnt es daher standhaft ab, sich vor Haman niederzuwerfen. Eine Verbeugung würde nicht nur Achtung vor diesem Amalekiter bezeugen, sondern eine Friedensbezeigung und möglicherweise eine Huldigung darstellen. Mardochai ist unnachgiebig, weil es hier um die Bewahrung der Lauterkeit gegenüber Gott geht.
Der wütende Haman beginnt nach einer Möglichkeit zu suchen, sowohl Mardochai als auch sein Volk, die Juden, im ganzen Reich zu vernichten. Zu diesem Zweck bedient sich der gewissenlose Agagiter im Monat Nisan, dem ersten Monat des 12. Jahres des Königs Ahasverus, der Wahrsagerei. Er läßt jemand (offensichtlich einen Astrologen) „das Pur, das heißt das Los“, werfen, um festzustellen, welches der günstigste Tag zur Ausrottung des Volkes Jehovas sei (Esth. 3:6, 7).
Haman spricht mit König Ahasverus und stellt die Juden lügnerisch als unerwünschte Personen und Gesetzesübertreter hin. Als wirtschaftlichen Anreiz fügt der Agagiter die Worte hinzu: „So werde geschrieben, daß man sie vernichte; und ich werde zehntausend Silbertalente [einen Wert von mehreren Millionen Dollar] in die Hände derer zahlen, die das Werk tun, damit sie es in den Schatz des Königs bringen“ (Esth. 3:8, 9).
Glaubt Ahasverus den falschen Anschuldigungen? Ja. Der König nimmt seinen Siegelring ab, mit dem offizielle Schriftstücke versiegelt werden, und überreicht ihn Haman mit den Worten: „Das Silber wird dir gegeben, auch das Volk, um mit ihm gemäß dem zu tun, was gut ist in deinen eigenen Augen.“ Bald darauf fertigen königliche Sekretäre unter der Leitung Hamans Briefe an, die einen Erlaß über die Vernichtung der Juden enthalten. Der böse Agagiter macht von dem Siegelring Gebrauch, der die Symbole des Monarchen trägt. Er drückt den Ring in Wachs oder in eine andere weiche Substanz auf diesen Dokumenten und macht sie damit rechtskräftig (Esth. 3:10-12).
Kurze Zeit später werden die Briefe Kurieren übergeben, die schnelle Postpferde reiten. Der Erlaß, der in mehreren Sprachen veröffentlicht und im ganzen Reich verbreitet wird, ermächtigt dazu, die Juden auszurauben und sie zu vernichten. Wann? Am 13. Tag des Wintermonats Adar (Februar/März). Während Ahasverus und Haman zusammensitzen und trinken, herrscht in der Stadt Schuschan, wo es viele Juden gibt, verständlicherweise Bestürzung (Esth. 3:13-15; 9:18).
EINE ZEIT, DIE MUT ERFORDERT
Als Mardochai von der geplanten Ausrottung erfährt, zerreißt er seine Kleider, legt grobes Sacktuch an, streut als Symbol der Trauer Asche auf sein Haupt und erhebt ein lautes Wehgeschrei. Das drohende Unheil ruft auch unter den Juden in allen Gerichtsbezirken große Trauer hervor. Auch fasten sie, und sicherlich steigen viele Gebete zu Jehova Gott empor (Esth. 4:1-3).
Auch Esther schmerzt es sehr. Sie sendet Mardochai Kleider, damit er sein Sacktuch ablege, doch er nimmt die Kleider nicht an. Als Antwort auf eine Anfrage Esthers sendet er ihr eine Abschrift des eben veröffentlichten Gesetzes und beauftragt sie, vor den König zu treten und ihn um Gunst für ihr Volk anzuflehen. Wie lautet ihre Antwort? ‘Jedermann weiß, daß jemand — ob Mann oder Frau —, der ungerufen vor den König tritt, zu Tode gebracht wird. Nur wenn ihm der König das goldene Zepter entgegenreicht, wird er am Leben bleiben. Was mich betrifft, so bin ich schon dreißig Tage nicht mehr zu ihm gerufen worden’ (Esth. 4:4-11). Ja, Esther könnte ihr Leben verlieren, es sei denn, König Ahasverus heißt ihre Gegenwart ausdrücklich gut, indem er ihr sein Zepter entgegenstreckt, den Stab, den er als Symbol seiner königlichen Autorität trägt. Es erfordert bestimmt Mut und Glauben an Jehova, unaufgefordert vor den Monarchen zu treten.
Dennoch antwortet Mardochai: „Bilde dir in deiner eigenen Seele nicht ein, daß die Hausgemeinschaft des Königs etwa eher als alle anderen Juden entrinnen werde. Denn wenn du zu dieser Zeit gänzlich schweigst, wird den Juden von einem anderen Ort her Erleichterung und Befreiung erstehen; was aber dich und deines Vaters Haus betrifft, ihr werdet umkommen. Und wer weiß, ob es nicht für eine Zeit wie diese ist, daß du zur königlichen Würde gelangt bist?“ (Esth. 4:12-14). Mardochai glaubt, daß Esther aus einem besonderen Grund gerade zu dieser Zeit königliche Würde erlangt hat, nämlich zur Befreiung des Volkes Gottes. Wird sie aber Selbstlosigkeit, Mut und Glauben zeigen?
Esther antwortet Mardochai, indem sie ihn auffordert, alle Juden, die in Schuschan sind, zu versammeln und gemeinsam ihretwegen zu fasten. „Ich werde ebenso fasten“, sagt sie, „und darauf werde ich zum König hineingehen, was nicht gemäß dem Gesetz ist; und wenn ich umkommen soll, so komme ich um.“ Esther wird ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, aber diese besonnene Frau ist entschlossen, im Interesse ihres Volkes mutig und selbstlos zu handeln. So kommt es, daß Esther, Mardochai und die Juden in Schuschan gemeinsam beten und fasten und Jehova Gott darum bitten, sie zu befreien (Esth. 4:15-17).
Wie würden wir in so einer Situation reagieren? Schreien und uns über das Unrecht lautstark beschweren?
Noch eine Anmerkung: in vielen Aufsätzen zu Esther wird der anscheinende Wiederspruch aufgeführt, dass Mordechai schon zu alt gewesen sei. Dieser Widerspruch entsteht aber nur, weil hier später eine Verfälschung stattgefunden hat, und Mordechai nicht ein Nachkomme der Weggeführten mehr war, sondern behauptet wurde, er wäre direkt mit einer der weggeführten Juden. wenn wir aber davon ausgehen, dass er ein Nachkomme dieser war, dann stimmt das auch wieder mit dem Alter
Und Mọrdechai selbst erhielt Kenntnis von allem, was getan worden war; und dann zerriß Mọrdechai seine Kleider und legte Sacktuch an und Asche und ging in die Mitte der Stadt hinaus und schrie mit lautem und bitterem Geschrei. 2 Schließlich kam er bis vor das Tor des Königs, denn niemand durfte in Sacktuchkleidung in das Tor des Königs kommen. 3 Und in all den verschiedenen Gerichtsbezirken, wohin immer das Wort des Königs und sein Gesetz gelangten, war große Trauer unter den Juden und Fasten und Weinen und Klagen. Sacktuch und Asche selbst wurde als Lager für viele ausgebreitet.
Morechai und die Juden sind über den Beschluss entsetzt und geben ihrer Trauer und Enttäuschung lautstark Ausdruck.
Aber bleibt es dabei - “wir können es ja eh nicht ändern”?
Esther 4:8
Und er gab ihm eine Abschrift des Schreibens des Gesetzes, das in Sụsa zu ihrer Vertilgung erlassen worden war, damit er sie Esther zeige und ihr Bescheid gebe und sie beauftrage, zum König hineinzugehen und ihn um Gunst anzuflehen und direkt vor ihm für ihr eigenes Volk zu bitten.
Mordechai überlegt, was von menschlicher Seite noch zu tun ist um die Situation zu retten – und handelt entsprechend.
Wie ist es mit uns, wenn wir in eine ähnliche Situation geraten?
Klagen und jammern wir nur und sagen Jehova, er müsse aber nun schleunigst etwas tun – oder übernehmen wir auch eine Eigenverantwortung indem wir überlegen, welche Möglichkeiten wir selbst haben?
Naturlich sollten wir keine Möglichkeiten in Betracht ziehen, die Jehovas Maßstäbe verletzen!
In einem solchen Fall, wenn wirklich nichts mehr menschenmöglich ist ohne seine Gebote zu übertreten - in diesen Momenten müssen wir unser Geschick gebetsvoll in Jehovas Hände legen und dann auch dort lassen.
Aber wir dürfen auch nicht tatenlos die Hände in den Schoß legen und sagen “Jehova mach schon”.
Ein schönes Beispiel hierfür ist ein Witz, den ich bereits als Kind gehört habe:
Ein Mann betet jeden Abend vor dem Schlafen “lieber Gott, lass mich im Lotto gewinnen”. Das tut er über viele Tage, Wochen und Monate. Irgendwann wird es Gott zu dumm und er sagt als Antwort zu ihm “gib mir doch eine Chance und gib endlich einen Tipschein ab!”
Dies ist natürlich nur ein kleiner Witz und wir wissen, dass Jehova Glücksspiel nicht gutheisst, aber das Beispiel, der Gedanke dahinter, ist sehr gut.
Wir müssen schon unseren Teil tun, Jehova hilft nur.
“Hilf dir selbst – dann hilft dir Gott”.
Bitte im Hinterkopf dabei behalten, dass wir niemals Jehovas Mastäbe übertreten dabei!
Dann sprach Esther zu Hạthach und gebot ihm hinsichtlich Mọrdechais: 11 „Alle Diener des Königs und das Volk der Gerichtsbezirke des Königs wissen, daß für jeden, Mann oder Frau, der zum König in den inneren Vorhof hineingeht, ohne gerufen worden zu sein, sein e i n e s Gesetz gilt: [ihn] zu Tode zu bringen; nur wenn der König ihm das goldene Zepter entgegenstreckt, so wird er gewiß am Leben bleiben. Ich aber, ich bin dreißig Tage lang nicht gerufen worden, zum König zu kommen.“
12 Und man teilte dann Mọrdechai die Worte Esthers mit. 13 Da sagte Mọrdechai, man solle Esther erwidern: „Bilde dir in deiner eigenen Seele nicht ein, daß die Hausgemeinschaft des Königs etwa eher als alle anderen Juden entrinnen werde. 14 Denn wenn du zu dieser Zeit gänzlich schweigst, wird den Juden von einem anderen Ort her Erleichterung und Befreiung erstehen; was aber dich und deines Vaters Haus betrifft, ihr werdet umkommen. Und wer weiß, ob es [nicht] für eine Zeit wie diese ist, daß du zur königlichen Würde gelangt bist?“
Während jener Nacht floh den König der Schlaf. Daher sagte er, man solle das Protokollbuch über die Angelegenheiten der Zeiten bringen. So kam es, daß man daraus vor dem König las. 2 Schließlich fand man geschrieben, was Mọrdechai über Bigthạna und Tẹresch, zwei Hofbeamte des Königs, Türhüter, berichtet hatte, die an König Ahasvẹrus Hand anzulegen gesucht hatten. 3 Da sprach der König: „Was ist Mọrdechai an Ehre und Großem hierfür erwiesen worden?“ Darauf sagten die Bediensteten des Königs, seine Diener: „Nichts ist ihm erwiesen worden.“
4 Später sprach der König: „Wer ist im Vorhof?“ Nun war Hạman selbst in den äußeren Vorhof des Königshauses gekommen, um dem König zu sagen, man solle Mọrdechai an den Stamm hängen, den er für ihn bereitgestellt hatte. 5 Daher sprachen die Bediensteten des Königs zu ihm: „Hier steht Hạman im Vorhof.“ Da sagte der König: „Er soll hereinkommen.“
6 Als Hạman hereinkam, da sprach der König zu ihm: „Was ist mit dem Mann zu tun, an dessen Ehre der König selbst Gefallen gefunden hat?“ Darauf sagte sich Hạman in seinem Herzen: „An wem würde der König mehr Gefallen finden, um ihm Ehre zu erweisen, als an mir?“ 7 Somit sprach Hạman zum König: „Was den Mann betrifft, an dessen Ehre der König selbst Gefallen gefunden hat, 8 man bringe ein königliches Gewand, mit dem der König sich tatsächlich kleidet, und ein Pferd, auf dem der König wirklich reitet und auf dessen Kopf der königliche Kopfschmuck gesetzt worden ist. 9 Und man übergebe das Gewand und das Pferd einem der edlen Fürsten des Königs; und sie sollen den Mann bekleiden, an dessen Ehre der König selbst Gefallen gefunden hat, und sie sollen ihn auf dem Pferd auf dem öffentlichen Platz der Stadt reiten lassen, und sie sollen vor ihm her ausrufen: ‚So wird dem Mann getan, an dessen Ehre der König selbst Gefallen gefunden hat.‘ “ 10 Sogleich sprach der König zu Hạman: „Rasch, nimm das Gewand und das Pferd, so wie du es gesagt hast, und tu so mit Mọrdechai, dem Juden, der im Tor des Königs sitzt. Laß nichts unerfüllt bleiben von allem, was du geredet hast.“
Jehova lenkt die Dinge, wie er will und wie es seinem Vorhaben dient
Denn so weiss der König am nächsten Tag davon, dass Morechai ihm das Leben gerettet hat und entlohnt ihn entsprechend. Ausserdem kann Haman nun seine Anklage nicht mehr anbringen.
Danach kehrte Mọrdechai zum Tor des Königs zurück. Was Hạman betrifft, er eilte in sein Haus, trauernd und mit verhülltem Haupt. 13 Und Hạman erzählte dann Sẹresch, seiner Frau, und allen seinen Freunden alles, was ihm widerfahren war. Darauf sagten seine Weisen und Sẹresch, seine Frau, zu ihm: „Wenn Mọrdechai, vor dem du zu fallen angefangen hast, aus dem Samen der Juden ist, so wirst du gegen ihn nicht die Oberhand gewinnen, sondern du wirst ganz bestimmt vor ihm fallen.“
Haman jammmert und klagt, weil seine Intrige nicht aufgegangen ist und er sich selbst durch seinen eigenen Hochmut gedemütigt hat. Oder denken wir vielleicht, er hätte vorgeschlagen, ein solches Aufsehen um den Mann zu machen, wenn er nur eine Sekunde daran gezweifelt hätte, dass er selbst dieser Mann sei?
Er wollte glänzen und als etwas ganz besonderes vom Volk gesehen werden – nun kam diese Ehre ausgerechnet seine Erzfeind zu Gute. Kein Wunder, dass er schäumt vor Wut!
Trotzdem finde ich es persönlich immer wieder “süß”, wenn sich Menschen, die anderen schaden wollten, bei anderen darüber beklagen, wie ungerecht die Welt und das Leben doch ist – wenn ihre Intrigen nicht greifen.
Der König sprach nun zu Esther auch am zweiten Tag während des Weinbanketts: „Was ist dein Gesuch, o Königin Esther? Ja, es werde dir gegeben. Und was ist deine Bitte? Bis zur Hälfte des Königtums — ja, es werde getan!“ 3 Darauf antwortete die Königin Esther und sagte: „Wenn ich in deinen Augen Gunst gefunden habe, o König, und wenn es dem König wirklich gut scheint, so werde mir auf mein Gesuch hin meine eigene Seele gegeben und mein Volk auf meine Bitte. 4 Denn wir sind verkauft worden, ich und mein Volk, um vertilgt, getötet und vernichtet zu werden. Wenn wir nun lediglich zu Sklaven und lediglich zu Mägden verkauft worden wären, so hätte ich geschwiegen. Aber die Bedrängnis ist nicht angebracht, wenn sie dem König zum Schaden [gereicht].“
5 König Ahasvẹrus sprach nun, ja er fuhr fort, zu Esther, der Königin, zu sagen: „Wer ist dieser, und wo ist der, der sich erdreistet hat, auf diese Weise zu tun?“ 6 Da sprach Esther: „Der Mann, der Widersacher und Feind, ist dieser schlechte Hạman.“
eben noch hatte Haman bei seinen Freunden damit geprahlt, dass nur er ganz allein mit dem König zum Bankett geladen war. Nun wünscht er sich sicherlich ganz weit weg!
Das war aber auch zu dumm, dass er nicht gewusst hatt, dass auch die Königin Jüdin ist.
Was den König betrifft, so erhob er sich in seiner Wut vom Weinbankett, um in den Garten des Palastes [zu gehen]; und Hạman selbst stand auf, um bei der Königin Esther für seine Seele zu flehen, denn er sah, daß vom König Schlimmes gegen ihn beschlossen worden war. 8 Und der König selbst kehrte aus dem Garten des Palastes in das Haus des Weinbanketts zurück; und Hạman war auf das Ruhebett gesunken, auf dem Esther war. Daher sprach der König: „Soll es etwa noch bei mir im Haus zu einer Vergewaltigung der Königin kommen?“ Das Wort selbst ging aus dem Mund des Königs, und man verhüllte das Gesicht Hạmans.
Haman versucht zu retten, was noch zu retten ist und macht alles noch schlimmer. Denn sein Verhalten wird vom König als Vergewaltigungsversuch gedeutet
Tja, Haman – dumm gelaufen.
Lügen und Intrigen gegen gottesfürchtige Menschen lohnen sich halt doch nicht.
Und man ging daran, Hạman an den Stamm zu hängen, den er für Mọrdechai bereitgestellt hatte; und des Königs Grimm legte sich.
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst inein.
oder:
wer versucht, gottesfürchtigen Menschen durch Lügen und Intrigen zu schaden, muss damit rechnen, dass ihn letztendlich das selbe Geschick erlangt, dass er denen zugedacht hatte
Esther 4 – 7
Wie reagieren die Verurteilten? Sind sie zornig auf ihren Gott, der sie scheinbar verlassen hat? Nein! Sie tuen Buße! Ihr Glaube vertieft sich – sie warten auf Hilfe von Jehova!
Ganz das Gegenteil aber die Anbeter der Gegenseite: diese müssen über ihre Siege und ihren guten Ruf “herumschreien” und es jedem der es hören will oder nicht hören will, erzählen. Aber was nützt es Haman, das er seinen guten Ruf herumerzählt, wenn doch der Allmächtige seinen Tod schon geplant hat?
Wie reagiert ein Anbeter Jehovas, wenn ihm Ehre zuteil geworden ist? Läuft er mit stolzgeschwollner Brust umher? “Seht her – ich bins?” NEIN. Sehen wir uns im Kapitel 6 Vers 12 – Mardochai geht sofort wieder an seinen alten Ort/Stellung im Tor des Königs zurück. Wie hätten wir gehandelt?
eine ausführliche Aufarbeitun erfolgte im Jahr 1979 in der Zeitschrift Wachtturm, in dem es auszugsweise heißt:
Jehova läßt sein Volk nicht im Stich
„JEHOVA wird sein Volk um seines großen Namens willen nicht im Stich lassen.“ Das sagte der Prophet Samuel. Auch der Psalmist erklärte: „Jehova wird sein Volk nicht aufgeben, noch wird er sein eigenes Erbe verlassen“ (1. Sam. 12:22; Ps. 94:14).
Bist du von der Wahrhaftigkeit dieser Worte fest überzeugt? Konnten Esther, Mardochai und die Juden damals davon überzeugt sein, daß Jehova sein Volk nicht im Stich lassen würde? Wir werden sehen.
IM VERTRAUEN AUF JEHOVA HANDELN
Heute ist der dritte Tag, seitdem die bedrängten Juden im Persischen Reich zu fasten und zu Jehova zu beten begonnen haben. Die selbstlose Königin Esther hat sich königlich gekleidet. Mutig, da ungebeten, begibt sie sich in den inneren Vorhof des Königshauses. Von seinem Thron aus sieht König Ahasverus die Königin. Wird er sie zum Tode verurteilen? Nein, er streckt ihr das goldene Zepter entgegen, und sie tritt näher und berührt dessen Spitze. Esther hat die Gunst des Königs erlangt. Er fragt sie: „Was hast du, o Königin Esther, und was ist dein Begehren? Bis zur Hälfte des Königtums — es werde dir auch gegeben!“ Als Erwiderung lädt sie Ahasverus und den Premierminister Haman zu einem Festmahl ein. Ihre freundliche Einladung wird angenommen (Esth. 5:1-5).
Später an diesem Tag sind der persische Monarch und Haman, der Agagiter, bei Esthers Weinbankett. Der König fragt Esther: „Was ist dein Gesuch?“ Sie lädt Ahasverus und Haman auch für den nächsten Tag zu einem Festmahl ein. Haman entfernt sich in freudiger Stimmung. Doch als Mardochai, der Jude, der seine Lauterkeit bewahrt, nicht vor ihm erbebt, packt den Amalekiter die Wut, aber er beherrscht sich. Als er sein Haus betritt, ruft er seine Frau und seine Freunde zu sich. Er kann der Versuchung nicht widerstehen und erzählt ihnen prahlerisch, wie ihn Ahasverus über alle Fürsten und Diener des Königs erhöht hat (Esth. 5:6-11).
Haman fährt mit den Worten fort: „Zudem hat Esther, die Königin, niemand mit dem König zu dem Festmahl, das sie bereitet hatte, hereingeholt als mich, und auch morgen bin ich mit dem König zu ihr eingeladen.“ Aber etwas stört den prahlerischen Agagiter sehr, denn er fügt hinzu: „Doch all dies — nichts davon befriedigt mich, solange ich Mardochai, den Juden, im Tor des Königs sitzen sehe.“ Seresch, Hamans Frau, und seine Freunde sind überzeugt, daß sie die Lösung wissen: „Man mache einen Stamm, fünfzig Ellen hoch. Dann, am Morgen, sprich zu dem König, daß man Mardochai daran hänge. Darauf geh mit dem König freudig zum Festmahl.“ Stellen wir uns das vor! Mardochais Leichnam würde an einem 50 Ellen (22 Meter) hohen Stamm hängen. „Gut!“ denkt sich der stolze Haman und läßt den Stamm aufstellen (Esth. 5:12-14).
Während wir darauf warten, was sich am folgenden Tag abspielt, haben wir Zeit, über das Verhalten Mardochais und Esthers nachzudenken. Beide vertrauten auf Jehova und baten um seine Leitung. Aus Liebe zu Jehovas Volk setzte Esther sogar ihr Leben aufs Spiel und handelte mutig, indem sie unaufgefordert vor den König trat. Wie Mardochai und Esther zeigen gesalbte Christen heute Liebe für alle Glieder des Volkes Gottes. Und die heutigen Diener Gottes handeln trotz Verfolgung durch religiöse Gegner ebenfalls in absolutem Vertrauen auf Jehova.
DIE HAND JEHOVAS MACHT SICH DEUTLICHER BEMERKBAR
Wenn Jehova möchte, kann er Regenten so lenken oder beeinflussen, daß sie seinen Willen tun. Ein inspirierter Spruch lautet daher treffend: „Eines Königs Herz ist wie Wasserbäche in der Hand Jehovas. Wohin immer es ihm gefällt, wendet er es“ (Spr. 21:1; Dan. 2:21). Beachten wir nun, wie sich die Hand des Höchsten in den Tagen Mardochais und Esthers noch deutlicher bemerkbar machte.
Ahasverus kann in der Nacht vor dem zweiten Festmahl nicht schlafen, wahrscheinlich weil die Hand Jehovas bereits am Werke ist. Der König folgert möglicherweise, er habe irgend etwas unterlassen, und läßt sich aus dem Urkundenbuch vorlesen. Schließlich vernimmt er den Bericht über die Treue Mardochais, der den geplanten Mordanschlag der beiden Hofbeamten Bigthana (Bigthan) und Teresch aufgedeckt hatte. Der König erfährt indes, daß dieser Treueakt unbelohnt geblieben ist. So beschließt er, Mardochai zu ehren (Esth. 6:1-3).
Früh am darauffolgenden Morgen wird der ränkevolle Haman zu König Ahasverus vorgelassen. Aber bevor der Agagiter seine Absicht, Mardochai töten zu lassen, dem König vortragen kann, stellt ihm dieser die Frage: „Was ist dem Manne zu tun, an dessen Ehre der König selbst Gefallen gefunden hat?“ Haman spricht in seinem Herzen: „An wem würde der König mehr Gefallen finden, um ihm Ehre zu erweisen, als an mir?“ Dann sieht Haman sich zweifellos in der Rolle des Hochgeehrten und sagt: ‘Man bringe das Pferd des Königs heraus und setze ihm den königlichen Kopfschmuck auf. [Dem hochmütigen Haman genügt kein gewöhnliches Pferd!] Man kleide den Mann mit des Königs eigener königlicher Tracht. Dann lasse man ihn auf dem Pferd auf dem öffentlichen Platz der Stadt reiten und laut vor ihm ausrufen: „So wird dem Manne getan, an dessen Ehre der König selbst Gefallen gefunden hat“ ’ (Esth. 6:4-9).
Ahasverus erwidert: „Rasch, nimm das Gewand und das Pferd, so, wie du gesagt hast, und tue so mit Mardochai, dem Juden, der im Tor des Königs sitzt. Laß nichts unerfüllt bleiben von allem, was du geredet hast.“ Welch ein niederschmetternder Schlag für den stolzen Haman! Doch was bleibt ihm anderes übrig? Sich nicht zu fügen würde den sicheren Tod bedeuten. Es dauert daher nicht lange, bis Mardochai, in ein königliches Gewand gekleidet und auf dem Pferd des Königs sitzend, auf dem öffentlichen Platz reitet und ein gedemütigter Haman vor ihm ausruft: „So wird dem Manne getan, an dessen Ehre der König selbst Gefallen gefunden hat.“ Danach kehrt Mardochai ins Tor des Königs zurück, und Haman eilt trauernd und mit verhülltem Haupt nach Hause. Seine Frau und seine Freunde trösten ihn nicht, sondern sagen: „Wenn Mardochai, vor dem du zu fallen angefangen hast, aus dem Samen der Juden ist, so wirst du wider ihn nicht die Oberhand gewinnen, sondern du wirst bestimmt vor ihm fallen.“ Ja, für die Frau des Agagiters und seine Freunde ist die Tatsache, daß er zu Ehren Mardochais eine öffentliche Zeremonie ausführen mußte, ein Vorzeichen dafür, daß Haman vor diesem Juden in die Knie gehen wird. Kaum hat Haman diese schrecklichen Worte vernommen, da sind auch schon die Hofbeamten des Königs zur Stelle und holen ihn zu Esthers zweitem Festmahl ab (Esth. 6:10-14).
MUTIGE KENNTLICHMACHUNG UND FREIMÜTIGE BLOSS-STELLUNG
Während des Festmahls stellt Ahasverus die Frage: „Was ist dein Gesuch, o Königin Esther?“ Die Antwort erfordert Mut, doch die Königin sagt: „Wenn ich in deinen Augen Gunst gefunden habe, o König, und wenn es dem König wirklich gut scheint, so werde mir auf mein Gesuch hin meine eigene Seele gegeben und mein Volk auf meine Bitte. Denn wir sind verkauft worden, ich und mein Volk, um vertilgt, getötet und vernichtet zu werden. Wenn wir nun lediglich zu Sklaven und lediglich zu Mägden verkauft worden wären, so hätte ich geschwiegen. Aber die Bedrängnis ist nicht angebracht, wenn sie dem König zum Schaden gereicht“ (Esth. 7:1-4).
Was bedeutet das? Nun, Königin Esther ist eine Jüdin, und es ist ein Erlaß ergangen, ihr Volk auszurotten. Ahasverus will wissen, wer dafür verantwortlich ist. Freimütig sagt Esther: „Der Mann, der Widersacher und Feind, ist dieser schlechte Haman.“ Die Königin hat sich fair verhalten, indem sie den Amalekiter, dem der Schreck in die Glieder gefahren ist, in seiner Gegenwart bloßgestellt hat. Mutig hat sie Haman der schweren Verleumdung angeklagt und bewiesen, daß er gegen die Interessen des persischen Monarchen auf heimtückische Weise Pläne geschmiedet hat. In seiner Wut geht der König in den Garten des Palastes. Haman, der weiß, daß er von Ahasverus keine Barmherzigkeit erwarten kann, fällt erschrocken auf das Ruhebett, auf dem sich Esther niedergelassen hat, und bittet um sein Leben. Aber Esther läßt sich nicht erweichen, denn das würde Jehova mißfallen, der die völlige Ausrottung der Amalekiter verkündet hat (Esth. 7:5-8).
Als Ahasverus aus dem Garten zurückkehrt, sieht er den verzweifelten Haman auf dem Ruhebett Esthers und ruft aus: „Soll es etwa bei mir im Hause zu einer Vergewaltigung der Königin kommen?“ Unverzüglich verurteilt der König den bösen Agagiter zum Tode. Schon bald hängt der leblose Körper Hamans an dem Stamm, der für den Juden Mardochai errichtet worden ist. Dann erst legt sich der Grimm des Monarchen (Esth. 7:8-10).
Rückblickend können wir sagen, daß die mutige Esther sich nicht nur als Jüdin zu erkennen gab, sondern auch freimütig Haman als einen Feind des Volkes Gottes bloßstellte. Ähnlich ist es heute. Diejenigen, die nach dem Ersten Weltkrieg gesalbte Nachfolger Jesu Christi wurden, haben sich zusammen mit früher gesalbten mutig als geistige Juden und demzufolge als Zeugen Jehovas zu erkennen gegeben (Jes. 43:10-12). Und sie haben mit Sicherheit Feinde. So hat die Geistlichkeit der Christenheit wie Haman versucht, Jehovas Volk zu vernichten. Doch aufrichtige Christen haben diese haßerfüllten Feinde bloßgestellt, deren Komplott nicht mehr Gelingen haben wird als dasjenige Hamans, des gewissenlosen Amalekiters. Das ist darauf zurückzuführen, daß Jehovas Diener, die sein Wort mit Freimut reden, bei Anschlägen der Feinde und unter Verfolgung von ihm unterstützt werden (Jes. 54:17; Apg. 4:29-31).
Können wir auchmanchmal lieber SCHWEIGEN anstatt die Wahrheit vor uns vorrauszuposaunen?
Können wir auf Jehova warten?
die letzten Kapitel von Esther verwirren mich eher!
Was war das für eine Sache mit den Juden, die nun ihrereits ihre Feinde verfolgten? Nicht, dass sie sich verteidigt hätten, sondern sie gingen in die Offensive, griffen ihre Feinde an und brachten diese um.
Immerhin gab es auf der Gegenseite 75.000 Tote. Woher wussten sie, wer von all den Menschen ihre Feinde waren?
Heisst es nicht, wir sollten uns nicht rächen, weil Jehova sagt “mein ist die Rache, ich will vergelten”?
Rache? Endlich wehren können? Lesen wir genau, wie die Anbeter des wahren Gottes vorgehen! Nur zur Abwehr- nur um ihr eigenens Leben zu bewahren, wird gekämpft. Nicht um Reichtum oder Macht oder… Würden wir heute Grimm in uns aufsteigen lassen und die Situation nutzen, um Gewinn für uns herauszuholen?
eine ausführliche Aufarbeitun erfolgte im Jahr 1979 in der Zeitschrift Wachtturm, in dem es auszugsweise heißt:
KUMMER WANDELT SICH IN FREUDE
Ahasverus übergibt Esther, die dem König von ihrer Verwandtschaft zu Mardochai erzählt hat, das Haus des hingerichteten Haman. Der Monarch zieht seinen Siegelring ab, den er Haman abgenommen hat, und überreicht ihn Mardochai, dem treuen Juden, den er anstelle des Agagiters zum Premierminister macht. Gemäß der Vollmacht, die Esther vom König gewährt worden ist, setzt sie Mardochai über das Haus Hamans ein (Esth. 8:1, 2).
Noch einmal setzt Esther ihr Leben für ihr Volk aufs Spiel, indem sie unaufgefordert vor den König tritt und weinend ihm zu Füßen fällt. Ahasverus streckt Esther das goldene Zepter entgegen, und sie erhebt sich mit den Worten: ‘Wenn es dem König gut scheint und ich vor ihm Gunst gefunden habe, so lasse er ein Schriftstück abfassen, um den Plan Hamans zu widerrufen. Wie könnte ich es ertragen, das Unglück meines Volkes und die Vernichtung meiner Verwandten mit anzusehen?’ Da die Gesetze der Meder und Perser unabänderlich sind, ermächtigt Ahasverus Esther und Mardochai, in seinem Namen zugunsten der Juden einen offiziellen Gegenerlaß herauszugeben (Esth. 1:19; 8:3-8).
Mit dieser Aktion nimmt der neuernannte Premierminister seine Tätigkeit auf. Am 23. Tag des Monats Siwan (Mai/Juni) werden die Sekretäre des Königs gerufen, und Mardochai diktiert einen Gegenerlaß. Bald wird dieser Erlaß die Juden, das allgemeine Volk und die Staatsbeamten — Satrapen (oder Vizekönige), untergeordnete Statthalter und Fürsten — in den 127 Gerichtsbezirken Persiens erreichen. Mardochai macht die Dokumente mit dem Siegelring des Königs rechtskräftig. Und was besagt das neue Gesetz? König Ahasverus gewährt den Juden das Recht, sich zu versammeln und für ihre Seele einzutreten und alle zu töten, die sie befeinden. Ja, sie werden sich am 13. Adar (Februar/März), dem Tag, an dem ihre Ausrottung geplant war, verteidigen können. Unverzüglich bringen Kuriere in Stafetten auf schnellen Postpferden, denen sie die Sporen geben, den Gegenerlaß in alle Teile des ausgedehnten Reiches (Esth. 8:9 bis 14).
Als Mardochai, der Premierminister, den König verläßt, ist er in ein königliches Gewand von blauem Stoff und Linnen gekleidet. Er trägt einen purpurrötlichgefärbten Wollmantel von feinem Gewebe und eine große Goldkrone auf seinem Haupt. Bestimmt hat er allen Grund sich über den Gegenerlaß zu freuen. Ja, es herrscht Freude in Schuschan, und schließlich gibt es für die Juden im ganzen Reich Frohlocken, „ein Festmahl und einen guten Tag“. Darüber hinaus ist der Schrecken vor den Juden auf das Volk gefallen, und viele werden Proselyten (Esth. 8:15-17).
…
JEHOVA UNTERSTÜTZT SEIN VOLK
Die Monate sind vergangen, und wir schreiben den 13. Tag des Monats Adar. Die Juden haben sich in ihren Städten versammelt und legen Hand an die, die ihnen Schaden zuzufügen suchen. Kein Mann hält vor Gottes Volk stand. Ja sogar Regierungsbeamte stehen den Juden bei, da der Schrecken vor Mardochai auf sie gefallen ist. Doch die Juden können diejenigen, von denen sie gehaßt werden, vor allem deswegen niederstrecken, weil sie von Jehova unterstützt werden. Allein in Schuschan, dem Schloß, töten sie 500 Männer, und auch Hamans 10 Söhne finden den Tod. Im ganzen Reich werden 75 000 Feinde vernichtet, doch nirgends legen die Juden Hand an das Plündergut. Im Einklang mit der Bitte Esthers erlaubt König Ahasverus den Juden, in der Hauptstadt Schuschan einen weiteren Tag zu kämpfen, an dem sie noch 300 Männer töten, aber nichts plündern. Die Leichname der 10 Söhne Hamans werden aufgehängt. Nachdem die siegreichen Juden ihre Feinde vernichtet haben, machen sie den 14. Adar in den abgelegenen Bezirken und den 15. Adar in Schuschan zu einem Tag des Festmahls und der Freude (Esth. 9:1-19).
Jehova hat die Glieder seines Volkes befreit, und sie sollten sich daran erinnern. Somit sendet Mardochai Schriftstücke an die Juden im ganzen Reich. Zu welchem Zweck? Um ihnen die Verpflichtung aufzuerlegen, den 14. und 15. Adar alljährlich als Tage des Festmahls und der Freude zu begehen. Später erhalten sie darüber einen weiteren Brief mit einer Bestätigung von Königin Esther. Dieses Fest der Befreiung wird auch Purim genannt, eine Bezeichnung, die darauf zurückzuführen ist, daß Haman das Pur oder Los werfen ließ, um den günstigsten Tag für die Verwirklichung seines Ausrottungsplans zu bestimmen — ein Plan, der schließlich auf sein eigenes Haupt zurückkam (Esth. 9:20-32).
JEHOVA BEFREIT DIE GERECHTEN
Für Esther, Mardochai und die anderen Juden ist die Krise vorbei. Jehova hat sein Volk nicht im Stich gelassen. Im Laufe der Zeit auferlegt König Ahasverus dem Land und den Inseln des Meeres Zwangsarbeit. (Irgendwann während seiner Regierung führte er zum Beispiel viel von den Bauarbeiten, die sein Vater, Darius I., in Persepolis begonnen hatte, zu Ende.) Mardochai nimmt ein hohes Regierungsamt ein, ja das höchste nach dem König. Dieser treue Jude wird von Gottes ergebenem Volk anerkannt und geachtet, er wirkt weiterhin zum Guten des Volkes und redet zu all dessen Nachkommen Frieden (Esth. 10:1-3).
Mardochai war wirklich ein Mann, der Glauben, Mut und Entschlossenheit zeigte und sich Jehova und Gottes Volk gegenüber als lauter und treu erwies. Esther war eine besonnene Frau, die schwieg, wenn es nötig war, aber zur rechten Zeit auch furchtlos redete. Sie befolgte den Rat Mardochais, auch wenn sie dadurch ihr Leben aufs Spiel setzte. Diese schöne, unterwürfige Frau offenbarte tatsächlich Liebe, Selbstlosigkeit und Treue gegenüber ihrem Volk. Sowohl sie als auch Mardochai vertrauten völlig auf Jehova und suchten im Gebet seine Leitung.
Gottes Diener von heute haben in Mardochai und Esther gute Vorbilder. Trotz Gegnerschaft und Verfolgung dienen sie Seite an Seite und stehen treu zu Jehova und halten fest zueinander. Ja sie vertrauen darauf, daß Jehova Gott ihnen beistehen und sie befreien wird, wie er auch Esther und Mardochai sowie deren Volk unterstützte und befreite (Phil. 1:27-30). Wahrlich, „viele sind der Unglücksschläge des Gerechten, aber aus ihnen allen befreit ihn Jehova“ (Ps. 34:19). Mögen daher die Lobpreisungen unseres Gottes verkündigt werden, und mögen wir auf ihn vertrauen, denn Jehova läßt sein Volk nicht im Stich.
Rückblickend können wir also zusammenfassen: Anhand des Geschreies, das einige um sich selbst machen, zeigen diese Personen, dass sie mit dem wahren Gott nichts gemeinsam haben.
Und es geschah, als das Wort des Königs und sein Gesetz gehört wurden und als man viele junge Frauen nach Susa, der Burg, in die Obhut Hegais zusammenbrachte, daß Esther dann in das Haus des Königs, in die Obhut Hegais, des Hüters der Frauen, genommen wurde.
so ganz klar wird hier für mich nicht, ob nun Mordechai Esther zum König geschickt worden ist, oder ob sie einfach ausgesucht und gegen ihren Willen nach Susa gebracht wurden.
Falls sie von Mordechai dahin geschickt wurde – warum?
War denn der König nicht ein “Mensch von den Nationen”, ein Anbeter falscher Götter? Warum sollte von Seiten Mordechais oder Esthers ein Interesse daran bestehen, dass sie die Frau des Königs werden würde? Aus Mangel an Bewerbern aus den eigenen Reihen?
10 Esther hatte weder über ihr Volk noch über ihre Verwandten berichtet, denn Mordechai selbst hatte ihr aufgetragen, es nicht zu berichten.
Esther gab ihr Volk nicht an, so wie Mordechai ihr aufgetragen hatte.
Warum nicht?
Die Querverweise zeigen, dass sie selbst nichts sagte, weil sie gehorsam das befolgte, was ihr Onkel ihr gebot.
Aber warum sollte nicht bekannt werden, dass sie eine Jüdin war?
Im Querverweis hierzu wird Matthäus 10:20 angeführt, wo es heißt, dass sie vorsichtig sein sollten. Aber warum?
Ahnte Mordechai etwa, dass so etwas passieren würde, wie das, was Haman später anzetteltte?
Im WT vom 01.03.2006 heißt es zu diesem Vers unter “Lehren für uns”
Manchmal ist es klüger, wie Esther zu verschweigen, wer wir sind. Geht es jedoch darum, in bedeutenden Streitfragen — wie die der Souveränität Jehovas oder der Lauterkeit — Stellung zu beziehen, dann müssen wir furchtlos dazu stehen, dass wir Zeugen Jehovas sind.
Was wir heute von Esther über Gehorsam lernen können:
“Esther gehorchte Mordechai wie zu der Zeit, als er noch ihr Pflegevater gewesen war”
In den Querverweisen zu diesem Vers finden wir folgendes:
(Esther 2:7) Und er wurde der Pfleger der Hadassa, das ist Esther, der Tochter des Bruders seines Vaters, denn sie hatte weder Vater noch Mutter; und die junge Frau war schön von Gestalt und schön von Aussehen, und beim Tod ihres Vaters und ihrer Mutter hatte Mordechai sie sich zur Tochter genommen.
(Esther 2:20) Esther berichtete nicht über ihre Verwandten und über ihr Volk, so wie es Mordechai ihr aufgetragen hatte; und was Mordechai sagte, tat Esther, so wie zu der Zeit, als sie in Pflege bei ihm gewesen war.
(Epheser 6:1) Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in Gemeinschaft mit [dem] Herrn, denn das ist gerecht:
Wir sehen, Esther ist ein sehr schönes Beispiel für gottgefälligen Gehorsam und Unterordnung – besonders auch für die Kinder und Jugendlichen heute. Denn wir leben in einer Zeit, wo nicht mal diejenigen ihren Eltern gehorchen, die noch bei ihren Eltern wohnen. Heute meinen alle, sie müßten das tun, was ihnen gefällt und die wenigsten können sich noch in gottgefälliger Weise unterordnen.
Esther war erwachsen und lebte nicht mehr bei ihrem Onkel. Sie war nicht nur verheiratet – sondern sogar die Königin des Landes.
Trotzdem kam sie nicht auf die Idee, sich gegen ihren Onkel zu erheben, der ja nun nicht mehr ihr Erziehungsberechtigter war und zudem weit unter ihr stand. Im Gegenteil: auch jetzt hielt sie sich noch an das Gebot ihres Onkels.
Nun sah Haman wiederholt, daß sich Mordechai nicht tief verbeugte und sich nicht vor ihm niederwarf, und Haman wurde von Wut erfüllt. 6 Doch war es verächtlich in seinen Augen, an Mordechai allein Hand anzulegen, denn man hatte ihm über Mordechais Volk berichtet; und Haman begann danach zu trachten, alle Juden zu vertilgen, die im ganzen Reich des Ahasverus waren, das Volk Mordechais.
Haman und seine gekränkte Eitelkeit.
An sich verständlich, aber warum sollte das ganze Volk der Juden darunter leiden?
Interessant, was in dem WT vom 01.03.2006 unter “Antworten auf biblische Fragen” gesagt wird:
3:2; 5:9 — Warum verbeugte sich Mordechai nicht vor Haman?
Für Israeliten war es nicht verkehrt, sich vor einer hohen Persönlichkeit niederzuwerfen, um deren übergeordnete Stellung anzuerkennen. Bei Haman spielte jedoch noch etwas eine Rolle. Haman war ein Agagiter, wahrscheinlich ein Amalekiter, und Jehova hatte Amalek zur Vernichtung bestimmt (5. Mose 25:19).
Mordechai verbeugte sich aus Lauterkeit gegenüber Jehova nicht vor Haman. Seine strikte Weigerung begründete er damit, dass er ein Jude ist (Esther 3:3, 4).
Genau dies wird dann auch der Grund dafür gewesen sein, dass alle anderen Juden mit dran glauben sollten: denn er hätte ja von allen anderen auch befürchten müssen, dass sie ihm den nötigen Respekt verweigerten
“Es ziemt dem König nicht, dass man sie leben lasse”
Esther 3:8-9
Und Haman sagte dann zu König Ahasverus: „Da ist ein gewisses Volk, zerstreut und abgesondert unter den Völkern in allen Gerichtsbezirken deines Reiches; und ihre Gesetze sind verschieden von [denen] jedes anderen Volkes, und des Königs eigene Gesetze halten sie nicht, und es ist nicht angebracht, daß der König sie gewähren läßt. 9 Wenn es dem König wirklich gut scheint, so werde geschrieben, daß man sie vernichte; und ich werde zehntausend Silbertalente in die Hände derer zahlen, die das Werk tun, damit sie [es] in den Schatz des Königs bringen.“
Wer war Haman, dass er dem König vorschrieb, was sich für den König schickte?
Dass dies Männer vom selben Schlag waren und dass dies niemals Anbeter des wahren Gottes sein konnten.
Kann man daraus ableiten, dass Personen die andere manipulieren um denen zu schaden, die sie selbst nicht mögen – dass dies auch keine wahren Anbeter Jehovas sein können?
Zumindest sind es keine wahren Freunde, denn es geht ihnen nur um ihren eigenen persönlichen Vorteil.
Fallen wir bitte niemals auf solche verschlagenen und hinterhältigen Personen herein – davor bewahre uns Gott!
„Ich aber, ich bin dreißig Tage lang nicht gerufen worden, zum König zu kommen.“
Und es geschah, sobald der König die Königin Esther im Vorhof stehen sah, daß sie Gunst gewann in seinen Augen, so daß der König das goldene Zepter, das in seiner Hand war, Esther entgegenstreckte.
Sie war 30 Tage nicht gerufen worden, aber als der König sie sah, gewann sie Gunst in seinen Augen und sie durfte zu ihm kommen.
Du hast das Gefühl, dass dein Mann dir zu wenig Beachtung und Aufmerksamkeit schenkt? Du fühlst dich vernachlässigt, bist in deiner Ehe nicht glücklich? Du denkst “das muss ich mir nicht gefallen lassen” und denkst über eine Trennung auf Zeit nach – damit dein Mann merkt, was er an dir hat?
Was können wir alle von Esther hier lernen?
Ob nicht vielleicht auch Esther gern mehr Beachtung von ihrem Mann bekommen hätte? Warum blieb sie trotzdem bei ihrem Mann?
Weil sie nicht wußte, wohin sie gehen sollte und nicht Hartz4 beantragen konnte? Weil man sich damals noch nicht scheiden lassen konnte? Weil eine Trennung damals nicht angebracht war?
Warum hielt sie zu ihrem Mann und blieb bei ihm?
Sie wußte, was Jehova zu Adam und Eva sagte, als er sie zur Ehe gab: “ein Mann wird fest zu seiner Frau halten und die beiden werden ein Fleisch werden”. Salomo sagte, man solle sich “mit der Ehefrau seiner Jugend freuen” und Maleachi sagt: “Jehova hasst Scheidung”. Also blieb sie bei ihrem Mann – auch wenn sie sich mehr Aufmerksamkeit gewünscht haben mag! Sie wußte, wie Jehova darüber dachte und wollte alles so tun, dass sie IHM gefallen würde.
Sie tat alles, was von ihr getan werden konnte, um die Ehe ihrerseits zum Erfolg zu machen. Sie blieb respektvoll und demütig, sie achtete ihren Mann als ihr Haupt – auch wenn er Fehler hatte. Sie begegnete ihm freundlich und liebevoll. Sie bat – aber stellte keine Forderungen!
Wie können wir sie heute nachahmen?
Fordern wir einfach unsere Rechte ein? Zanken wir mit unserem Mann? Setzen wir ihn unter Druck, damit er so wird, wie wir es gerne hätten?
Einen Unterschied gab es allerdings bei Esther doch zu unserer Ehe: sie wurde verheiratet – wir haben unseren Mann selbst aus Liebe gewählt!
Sollten wir unseren Mann daher nicht noch viel mehr achten und respektieren, als es Esther bei ihrem Mann getan hatte?
Oder fordern wir “unsere Rechte” ein – ganz einfach, weil wir heute die Möglichkeit dazu haben? Weil uns das Amt finanziell hilft mit Wohnung und Lebensunterhalt? Weil man heute nicht mehr negativ auffällt, wenn man sich trennt? Weil es vielleicht grad keine theokratischen Konsequenzen für uns hat?
Wobei: der letzte Punkt stimmt nicht ganz! Auch wenn es vielleicht in der Versammlung keine Konsequenzen haben sollte – so beeinflusst es ja doch, wie Jehova über uns denkt.
Wir erinnern uns? Jehova hasst Scheidung und erwartet, dass wir als Ehepaar fest zueinander halten – auch dann, wenn uns das gerade mal nicht so leicht fallen sollte.
Esther ist hier wirklich ein sehr gutes Beispiel für uns!
Dann sprach der König zu ihr: „Was hast du, o Königin Esther, und was ist dein Begehren? Bis zur Hälfte des Königtums — es werde dir auch gegeben!“ 4 Darauf sagte Esther: „Wenn es dem König gut scheint, so möge der König mit Haman heute zu dem Festmahl kommen, das ich für ihn bereitet habe.“
“Was ist dein Begehren?”
Interessant, wie besonnen Esther hier vorgeht!
Wir Frauen sind ja bekanntlich sehr emotional und oftmals platzt dann Wut, Enttäuschung oder Angst aus uns heraus. Wie oft müssen wir uns erst mal beruhigen, bevor wir ein Problem ansprechen, das wir mit dem Verhalten unseres Mannes uns gegenüber haben. Oftmals fallen im Eifer des Gefechts böse Worte, die wir dann später bedauern.
Versetzen wir uns jetzt bitte einmal in Esthers Lage: wir sitzen mit unserem Ehemann und der Person an einem Tisch, die uns und unser Volk ausrotten will. Unser Stiefvater hat uns mahnend ins Gewissen geredet, dass es jetzt auf uns ganz persönlich ankommt, um den Schaden abzuwenden. Wir haben Angst. Angst um unser Leben und das unseres Volkes. Und wir sind auch – zu Recht – wütend auf diesen Haman, der wegen seiner albernen gekränkte Eitelkeit unser ganzes Volk ausrotten will – das zudem das Volk Jehovas ist. Außerdem war es gar nicht so einfach, eine Gelegenheit zu bekommen, mit unserem Mann darüber zu reden, damit das Unglück abgewehrt werden kann. Immerhin hatte er uns zuvor über einen Monat nicht zu sich gerufen. Wann würde sich wohl wieder eine Gelegenheit zum Gespräch ergeben?
Wären wir jetzt nicht unglaublich angespannt? Könnten wir persönlich uns jetzt so sehr zusammen nehmen, dass wir nicht mit allem heraus platzen, uns vielleicht sogar im Ton vergreifen?
Was tut Esther?
Sie hat sich auf bewundernswerte Weise im Griff – und bittet lediglich um ein weiteres Essen. So, als wäre alles in Ordnung und so, als ginge es hier nicht um Leben und Tod – sondern eher um etwas Belangloses.
Woher nahm sie nur die Ruhe?
Erinnern wir uns, was sie die Tage davor getan hatte? Sie hatte nicht nur gefastet, sondern auch viel zu Jehova gebetet. Schließlich ging es ja auch um was: um Leben und Tod!
Das, was Esther hier geholfen hat, wird auch uns helfen. Auch wir haben die Möglichkeit des Gebets. Erinnern wir uns noch an das Stoßgebet, das die Schwester in der Demonstration zum Himmel schickte, bevor sie auf die respektlosen Worte ihrer Tochter reagierte? Wie wäre es, wenn wir es in so einer emotionsgeladenen Situation auch mit “so einem Stoßgebet” versuchen?
Auch bei uns geht es im großen Sinne ums Überleben: denn ob wir uns bis zum Schluß in Gottes Liebe bewahren, hängt davon ab, wie wir uns benehmen. Im GottesLiebe-Buch gibt es ein extra Kapitel, das davon handelt: “Mit unseren Worten Gutes tun”.
Unser ewiges Leben hängt davon ab. Und nicht nur unseres, sondern auch das unserer Familie: denn das Leben ist in diesem System schon schwer genug. Besser, wir ziehen als Ehepaar und Familie an einem Strang und machen es uns nicht gegenseitig unnötig schwer.
Auch hier mußte er erst mal tief Luft holen und den Kopf frei bekommen. Damit er überlegen konnte, wie er nun vorgehen sollte.
Sicherlich hätte er sich in der ersten Wut auf Haman stürzen können und ihn zu Tode bringen. Aber welchen Nutzen würde so ein Vorgehen wirklich haben?
Haman “hatte ihn fest genagelt”, indem er ihn zuvor hatte ein Gesetz erlassen lassen – das nicht einmal der König selbst wieder aufheben könnte. Also würde ein in der ersten Wut erschlagener Haman auch nichts ändern. Er müßte sich etwas anderes einfallen lassen.
Wir wissen, dass Haman nicht ungestraft davon kam und dass der König später eine Möglichkeit fand, den Schaden möglichst gering zu halten, den das voreilig erlassene Gesetz anrichtete.
Auch wenn Esther ihren Mann vielleicht nicht aus Liebe geheiratet hatte und auch wenn der König einige Fehler hatte – so muss Esther mit der Zeit gelernt haben, diesen Mann zu lieben. Nicht nur, weil er alles tat, um Schaden von ihr und ihrem Volk abzuwenden. Ich weiss aus Erfahrung, wie beglückend es ist, einen so besonnenen und beherrschten Ehemann an seiner Seite zu haben – der auch unter ungünstigen Umständen immer noch die Ruhe bewahrt und kluge Entscheidungen trifft. Ganz besonders dann,wenn dieser Mann auch noch treu und loyal zu Jehova hält, auch wenn er bis aufs Blut verfolgt wird.
Wie steht es mit uns? Wie sieht es mit unserer Selbstbeherrschung aus?
Ich für meinen Teil habe noch sehr an mir zu arbeiten, dass ich nicht aus emotionalen Druck heraus überreagiere
Und der König selbst kehrte aus dem Garten des Palastes in das Haus des Weinbanketts zurück; und Haman war auf das Ruhebett gesunken, auf dem Esther war. Daher sprach der König: „Soll es etwa noch bei mir im Haus zu einer Vergewaltigung der Königin kommen?“ Das Wort selbst ging aus dem Mund des Königs, und man verhüllte das Gesicht Hamans.
“Soll es jetzt auch noch zu einer Vergewaltigung der Königin kommen?”
Wie denkt Jehova nun hier über den König uns dessen Reaktion? Verurteilt er sie?
Interessant ein Artikel aus dem neuen WT vom 01.12.2011, den wir seit Donnerstag auf der Seite der Gesellschaft herunter laden können: “Eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen”. Hier wird Jehovas Liebe und Barmherzigkeit seinem Hass gegenüber gestellt. Wann hasst Jehova eine Person?
Als erstes hasst er nicht die Person, sondern ihr Böses Tun. Wenn jemand aber anhaltend böse handelt, obwohl er weiss, dass Jehova sein Tun hasst – dann wird seine Bosheit so sehr ein Teil von ihm, dass er sich nicht mehr ändern kann. Dann hasst Jehova auch diese Person!
Das Wort Jehovas ist lebendig
Höhepunkte aus dem Buch Esther
DER Plan kann einfach nicht misslingen. Das Massaker an den Juden wird schnell und gründlich ablaufen. An einem festgelegten Tag werden alle Juden im Reich — von Indien bis Äthiopien — ausgerottet werden. So denkt der Urheber des Plans. Eine wichtige Einzelheit hat er allerdings übersehen. Der Gott des Himmels kann sein auserwähltes Volk aus jeder Notlage befreien. Davon handelt das Bibelbuch Esther.
Das Buch wurde von dem Juden Mordechai in seinen späteren Jahren geschrieben und behandelt etwa 18 Jahre der Regierungszeit des persischen Königs Ahasverus oder Xerxes I. Die dramatische Erzählung lässt erkennen, wie Jehova seine Diener, obwohl in einem riesigen Reich weit verstreut, vor feindlichen Anschlägen bewahrt. Das stärkt den Glauben von Jehovas Dienern heute, die in 235 Ländern und Territorien heiligen Dienst für ihn verrichten. Das Buch Esther beschreibt außerdem Personen, die für uns ein Vorbild sind, und andere, deren Beispiel abschreckend ist. Ja, „das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus“ (Hebräer 4:12).
DIE KÖNIGIN MUSS FÜRSPRACHE EINLEGEN
(Esther 1:1 bis 5:14)
In seinem dritten Regierungsjahr (493 v. u. Z.) veranstaltet König Ahasverus ein königliches Festessen. Die für ihre Schönheit bekannte Königin Waschti zieht sich das Missfallen des Königs zu und verliert ihre Stellung. Aus allen schönen Jungfrauen des Landes wird die Jüdin Hadassa ausgewählt, um Waschti zu ersetzen. Auf Anweisung ihres Cousins Mordechai verschweigt Hadassa, dass sie Jüdin ist, und gibt ihren persischen Namen Esther an.
Nach einiger Zeit steigt der stolze Haman zum ersten Minister auf. Wütend darüber, dass Mordechai sich weigert, eine „tiefe Verbeugung zu machen und sich . . . niederzuwerfen“, plant Haman, alle Juden im Persischen Reich zu vernichten (Esther 3:2). Haman überredet Ahasverus, ihm zuzustimmen, und bringt den König dazu, einen Erlass zur Durchführung des Massakers herauszugeben. Mordechai bedeckt sich mit ‘Sacktuch und Asche’ (Esther 4:1). Jetzt muss Esther eingreifen. Sie lädt den König und seinen ersten Minister zu einem privaten Festessen ein. Als sie bei ihr zu Besuch sind, bittet Esther sie, auch am nächsten Tag zu einem Festessen zu ihr zu kommen. Haman ist in freudiger Stimmung. Mordechais Weigerung, ihn zu ehren, macht ihn jedoch wütend. Er plant, Mordechai am nächsten Tag vor dem Festessen zu töten.
Antworten auf biblische Fragen:
1:3-5 — Dauerte das Festessen 180 Tage?
Das sagt der Text nicht. Vielmehr heißt es, dass der König seinen Beamten den Reichtum und die Schönheit seines herrlichen Königreiches 180 Tage lang zeigte. Vielleicht nutzte der König dieses längere Treffen und prahlte mit der Herrlichkeit seines Reiches, um die Edlen zu beeindrucken und sie von der Durchführbarkeit seiner Pläne zu überzeugen. Dann könnten sich die Verse 3 und 5 auf das 7-tägige Festessen beziehen, das nach dem 180-tägigen Treffen stattfand.
1:8 — In welcher Hinsicht war, ‘was die Zeit des Trinkens nach dem Gesetz betrifft, niemand da, der nötigte’?
Anscheinend war es in Persien Brauch, sich bei solchen Treffen gegenseitig zu drängen, eine festgelegte Menge zu trinken. Bei dieser Gelegenheit machte König Ahasverus eine Ausnahme. In einem Nachschlagewerk heißt es: „Sie konnten so viel oder so wenig trinken, wie sie wollten.“
1:10-12 — Warum weigerte sich Königin Waschti anhaltend, zum König zu kommen?
Nach der Meinung einiger weigerte sich die Königin, weil sie nicht bereit war, sich vor den betrunkenen Gästen des Königs zu erniedrigen. Oder vielleicht war diese schöne Königin wirklich nicht unterwürfig. Über ihren Beweggrund sagt die Bibel zwar nichts, doch die damaligen Weisen hielten Gehorsam gegenüber dem Ehemann eindeutig für entscheidend. Auch dachten sie, Waschtis schlechtes Beispiel würde alle Frauen in den persischen Provinzen beeinflussen.
2:14-17 — Hatte Esther vor der Ehe Beziehungen mit dem König?
Nein, eindeutig nicht. Im Bericht heißt es, dass die anderen Frauen, die man zum König gebracht hatte, am Morgen zum zweiten Frauenhaus zurückkehrten in die Obhut des Eunuchen des Königs, „des Hüters der Nebenfrauen“. Frauen, die mit dem König die Nacht verbrachten, wurden daher seine Neben- oder Zweitfrauen. Esther brachte man allerdings nicht in das Haus für Nebenfrauen, nachdem sie beim König gewesen war. Esther wurde zu Ahasverus gebracht und „der König liebte Esther schließlich mehr als all die anderen Frauen, sodass sie mehr Gunst und liebende Güte vor ihm erlangte als all die anderen Jungfrauen“ (Esther 2:17). Wie erlangte sie „Gunst und liebende Güte“ vor Ahasverus? Auf dieselbe Weise wie sie die Gunst anderer gewonnen hatte. ‘Die junge Frau war wohlgefällig in Hegais Augen, sodass sie liebende Güte vor ihm erlangte’ (Esther 2:8, 9). Hegai war ihr einfach aufgrund dessen günstig gesinnt, was er beobachtete — ihr Äußeres und ihre guten Eigenschaften. „Esther [erlangte] ständig Gunst in den Augen aller, die sie sahen“ (Esther 2:15). Genauso war der König von dem beeindruckt, was er in Esther sah, und gewann sie daher lieb.
3:2; 5:9 — Warum verbeugte sich Mordechai nicht vor Haman?
Für Israeliten war es nicht verkehrt, sich vor einer hohen Persönlichkeit niederzuwerfen, um deren übergeordnete Stellung anzuerkennen. Bei Haman spielte jedoch noch etwas eine Rolle. Haman war ein Agagiter, wahrscheinlich ein Amalekiter, und Jehova hatte Amalek zur Vernichtung bestimmt (5. Mose 25:19). Mordechai verbeugte sich aus Lauterkeit gegenüber Jehova nicht vor Haman. Seine strikte Weigerung begründete er damit, dass er ein Jude ist (Esther 3:3, 4).
Lehren für uns:
2:10, 20; 4:12-16. Esther befolgte die Anweisung und den Rat eines reifen Anbeters Jehovas. Wir handeln klug, wenn wir ‘denen gehorchen, die unter uns die Führung übernehmen, und unterwürfig sind’ (Hebräer 13:17).
2:11; 4:5. Wir sollten ‘nicht nur die eigenen Dinge in unserem Interesse im Auge behalten, sondern auch persönlich Interesse zeigen für die der anderen’ (Philipper 2:4).
2:15. Esther hielt sich bescheiden zurück und erbat sich nichts Besseres an Schmuck oder Kleidern außer dem, was Hegai ihr zukommen ließ. Es war „die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes“, womit Esther die Gunst des Königs gewann (1. Petrus 3:4).
2:21-23. Esther und Mordechai waren ein Vorbild darin, „den obrigkeitlichen Gewalten untertan“ zu sein (Römer 13:1).
3:4. Manchmal ist es klüger, wie Esther zu verschweigen, wer wir sind. Geht es jedoch darum, in bedeutenden Streitfragen — wie die der Souveränität Jehovas oder der Lauterkeit — Stellung zu beziehen, dann müssen wir furchtlos dazu stehen, dass wir Zeugen Jehovas sind.
4:3. Bei Schwierigkeiten sollten wir Jehova um Kraft und Weisheit bitten.
4:6-8. Mordechai versuchte die Bedrohung durch Hamans Verschwörung mit rechtlichen Mitteln abzuwenden.
4:14. Mordechai vertraute vorbildlich auf Jehova.
4:16. Voller Vertrauen auf Jehova begab sich Esther treu und mutig in eine lebensgefährliche Situation. Es ist wichtig, dass wir lernen, auf Jehova und nicht auf uns selbst zu vertrauen.
5:6-8. Esther lud Ahasverus zu einem zweiten Festessen ein, um sein Wohlwollen zu erlangen. Sie handelte klug und das sollten wir auch.
EINE KEHRTWENDE NACH DER ANDEREN
(Esther 6:1 bis 10:3)
Im Verlauf der Ereignisse wendet sich das Blatt. Haman wird an den Stamm gehängt, den er für Mordechai aufgestellt hat, und Mordechai wird erster Minister. Was wird aus dem geplanten Massaker an den Juden? Auch diesbezüglich steht eine drastische Wende bevor.
Die treue Esther setzt sich wieder ein. Sie riskiert ihr Leben und erscheint vor dem König. Sie ersucht ihn, einen Weg zu finden, den Plan Hamans zu vereiteln. Ahasverus weiß, was zu tun ist. Daher werden schließlich an dem Tag, an dem das Massaker stattfinden sollte, nicht die Juden umgebracht, sondern diejenigen, die ihnen schaden wollten. Mordechai ordnet an, jedes Jahr zum Gedenken an die große Befreiung das Purimfest zu feiern. Als Zweiter gleich nach König Ahasverus ‘wirkt Mordechai zum Guten seines Volkes und redet Frieden zu all dessen Nachkommen’ (Esther 10:3).
Antworten auf biblische Fragen:
7:4 — Wieso wäre die Vernichtung der Juden „dem König zum Schaden“ gewesen?
Als Esther taktvoll auf die Möglichkeit hinwies, die Juden als Sklaven zu verkaufen, hob sie hervor, dass ihre Vernichtung dem König zum Schaden wäre. Die von Haman versprochenen 10 000 Silberstücke hätten dem Schatz des Königs viel weniger eingebracht als der Gewinn, den er durch den Plan erzielt hätte, die Juden als Sklaven zu verkaufen. Überdies hätte die Durchführung des Komplotts den Verlust der Königin bedeutet.
7:8 — Warum bedeckten Hofbeamte Hamans Gesicht?
Das deutete wahrscheinlich auf Schande oder drohendes Unheil hin. Wie ein Nachschlagewerk sagt, „bedeckte man in der Antike manchmal den Kopf derer, die bald hingerichtet wurden“.
8:17 — Inwiefern ‘gaben sich viele von den Völkern des Landes als Juden aus’?
Offenbar betrachteten viele Perser den Gegenerlass als ein Zeichen für Gottes Gunst gegenüber den Juden und wurden jüdische Proselyten. Grundsätzlich geschieht bei der Erfüllung einer Prophezeiung aus Sacharja dasselbe. Dort heißt es: „Zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen [werden] ergreifen, ja sie werden tatsächlich den Rocksaum eines Mannes ergreifen, der ein Jude ist, indem sie sagen: ,Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist‘ “ (Sacharja 8:23).
9:10, 15, 16 — Warum bereicherten sich die Juden nicht durch Plündergut, obwohl der Erlass sie dazu ermächtigte?
Ihre Zurückhaltung ließ keinen Zweifel daran, dass ihnen nur daran gelegen war, am Leben zu bleiben, und nicht, sich zu bereichern.
Lehren für uns:
6:6-10. „Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln“ (Sprüche 16:18).
7:3, 4. Geben wir uns auch dann mutig als Zeugen Jehovas zu erkennen, wenn uns das Verfolgung einbringen kann?
8:3-6. Wir können und sollten uns zum Schutz vor Feinden an Behörden und Gerichte wenden.
8:5. Esther ließ taktvoll die Mitverantwortung des Königs an dem Erlass zur Vernichtung ihres Volkes unerwähnt. Ebenso benötigen auch wir Takt, wenn wir vor hohen Regierungsbeamten unseren Glauben verteidigen.
9:22. Wir sollten an die Armen unter uns denken (Galater 2:10).
Jehova wird für „Erleichterung und Befreiung“ sorgen
Mordechai spielt darauf an, die königliche Würde Esthers sei auf Gottes Willen zurückzuführen. Als Gefahr droht, fasten die Juden und beten um Hilfe. Die Königin erscheint ungebeten vor dem König und wird jedes Mal wohlwollend empfangen. Der König kann genau in der entscheidenden Nacht nicht einschlafen. Das Buch Esther handelt davon, wie Jehova Ereignisse zugunsten seines Volkes lenkt.
Der spannende Bericht im Bibelbuch Esther ist für uns in der „Zeit des Endes“ besonders ermunternd (Daniel 12:4). „Im Schlussteil der Tage“ oder im Schlussteil der Zeit des Endes wird Gog von Magog, Satan, der Teufel, einen Generalangriff auf Gottes Volk unternehmen. Er will nichts anderes als Gottes Volk ausrotten. Doch wie in Esthers Tagen wird Jehova seinen Dienern auch dann „Erleichterung und Befreiung“ verschaffen (Hesekiel 38:16-23; Esther 4:14).
Mit pochendem Herzen schreitet Esther auf den Thron zu. Man spürt förmlich die atemlose Stille im Tronsaal des persischen Palastes in Susa. Esther kann ihre eigenen sachten Schritte und das Rascheln ihrer königlichen Kleider hören. Sie darf sich jetzt nicht vom Prunk des Königshofes ablenken lassen, von den anmutigen Säulen und den reichen Schnitzerein der Deckentäfelung aus Zedernholz, das eigens aus dem fernen Libanon eingeführt wurde. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt dem Mann auf dem Königsthron, er in diesem Augenblick ihr Leben in Händen hält.
Der König verfolgt aufmerksam jeden ihrer Schritte und streckt ihr sein goldenes Zepter entgegen – im Grunde eine einfache Geste, doch für Esther bedeutet sie Leben. Damit hat der König sie von dem Vergehen freigesprochen, unaufgefordert vor ihm zu erscheinen. Dankbar berührt Esther die Spitze des Zepters (Esther 5:1, 2).
König Ahasverus umgibt eine Aura unvorstellbarer Pracht und Größe. Allein die Königsgewänder der persischen Monarchen hatten vermutlich einen Wert von mehreren Millionen Euro. Und dennoch endeckt Esther im Blick ihres Mannes eine gewisse Wärme, an der sie ablesen kann, dass er sie auf seine Art liebt. Er sagt nun zu ihr: “Was hast du, oh Königin Esther, und was ist dein Begehren? Bis zur Hälfte des Königstums, es werde dir auch gegeben” (Esther 5:3).
Esther hat schon beachtilich viel Mut und Glauben bewiesen: Sie ist vor den König getreten, weil ihr Volk in Gefahr ist, durch eine gemeine Intriege ausgerottet zu werden. Bisher ist alles gut gegangen, doch das Schwerste liegt noch vor ihr. Sie muss den stolzen Monarchen davon überzeugen, dass sein engster Berater ihn böswillig übertölpelt hat, damit er ihr Volk ins Verderben stürzt. Wie wird ihr das wohl gelingen, und was lehrt uns ihr Glaube?
“Eine Zeit zum Reden” – klug gewählt
Würde Esther die Intriege vor dem König und dem ganzen Hofstaat aufdecken, könnte sie ihren Mann beschämen. Außerdem hätte sein Berater Haman womöglich Zeit, alles abzustreiten. Was wird Esther tun? Jahrhunderte zuvor hielt König Salomo fest: “Für alles gibt es eine Zeit, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden“ (Prediger 3:1, 7). Man kann sich gut vorstellen, dass der tiefgläubige Mordechai seiner Pflegetochter Esther solche biblischen Weisheiten mit auf den Weg gegeben hat. Sie muss gewußt haben, wie wichtig es ist, sich gut zu überlegen, wann es “Zeit zum Reden” ist.
Sie sagt: “Wenn es dem König gut erscheint, möge der König mit Haman heute zu dem Festmahl kommen, das ich für ihn bereitet habe” (Esther 5:4). Der König ist einverstanden und lässt Haman rufen. Wie besonnen Esther vorgeht! Sie wahrt die Würde ihres Mannes und möchte eine angenehme Atmosphäre schaffen, bevor sie ihn ins Vertrauen zieht.
Zweifellos bereitet Esther das Festmahl bis ins Kleinste vor, um allen Vorlieben des Königs gerecht zu werden. Erlesene Weine sollen für eine gelöste Stimmung sorgen (Psalm 104:15). Ahasverus lässt es sich gut gehen und erkundigt sich nochmals, was Esther auf dem Herzen hat. Ist jetzt der Moment zum Reden?
Esther hält die Zeit für noch nicht gekommen. Stattdessen lädt sie den König und Haman zu einem weiteren Bankett ein, das gleich am nächsten Tag stattfinden soll (Esther 5:7, 8). Warum zögert sie noch? Es steht viel auf dem Spiel. Immerhin ist ihr ganzes Volk wegen eines königlichen Dekrets dem Tode ausgeliefert. Esther muss unbedingt den richtigen Augenblick abpassen. Sie wartet also ab und hat dadurch noch einmal die Gelegenheit, ihrem Mann zu zeigen, wie sehr sie ihn achtet.
Geduld ist ein seltenes und doch wertvolles Gut. Obwohl Esther angespannt ist und am liebsten reden würde, hält sie sich zurück. Wohl die meisten haben schon so manches himmelschreiendes Unrecht beobachtet. In so einer Situation kann man von Esthers Geduld viel lernen. In Sprüche 25:15 heißt es: “Durch Geduld wird ein Befehlshaber beredet, und eine milde Zunge, sie kann einen Knochen zerbrechen”. Geduldiges Abwarten und sanfte Worte können sogar Widerstand brechen, der so stark ist wie ein Knochen. Wird Esther von ihrem Gott Jehova für ihre Geduld und Besonnenheit belohnt?
Ihre Geduld zahlt sich aus
Esthers Geduld ebnet den Weg für unerwartete Entwicklungen! Beschwingt verlässt Haman das erste Festmahl – “freudig und frohen Herzens”, son dem Königspaar so geehrt zu werden. Als er jedoch durchs Palasttor geht, fällt sein Blick auf Mordechai, diesen Juden, der sich immer noch weigert, ihm die gebührende Ehrre zu erweisen. Doch Mordechai hat seine Gründe. Er will nicht respektlos sein, sondern ein gutes Gewissen und ein gutes Verhältnis zu seinem Gott Jehova behalten. Haman wird indessen “sogleich von Wut gegen Mordechai erfüllt” (Esther 5:9).
Als Haman seiner Frau und seinen Freunden von Mordechais Unverfrorenheit berichtet, raten sie ihm, einen über 20 Meter hohen Galgen aufzurichten und vom König die Erlaubnis einzuholen, Mordechai daran aufzuhängen. Der Vorschlag gefällt Haman und er schreitet zur Tat (Esther 5:12-14).
Inzwischen verbringt der König eine schlaflose Nacht. die Bibel drückt es so aus: “Während jender Nacht floh den König der Schlaf.” Er lässt sich die Chronik seines Reiches bringen und daraus vorlesen. Darin findet sich der Bericht über einen Mordanschlag auf ihn. Er erinnert sich: Die Attentäter wurden gefasst und hingerichtet. Aber was war mit Mordechai, der die Verschwörung aufgedeckt hatte? Dem König fällt plötzlich ein, dass ihm ja ganz entgangen ist, ob und wie Mordechai belohnt wurde. Und tatsächlich: Man hatte das einfach übersehen (Esther 6:1-3).
Aufgeregt fragt der König, ob ein Hofbeamter in der Nähe ist, der ihm sagen kann, wie sich das Versäumnis wiedergutmachen lässt. Und siehe da! Im Hof steht ausgerechnet Haman, der wahrscheinlich schon so früh auf den Beinen ist, weil er es nicht abwarten kann, sich die Hinrichtung Mordechais genehmigen zu lassen. Aber noch bevor er zu Wort kommt, will Ahasverus von ihm wissen, was man für jemand tun könne, den der König besonders ehren möchte. Haman glaubt, er selbst sei gemeint und denkt sich eine pompöse Zeremonie aus: Man lege dem Mann königliche Gewänder an, setze ihn auf das Pferd des Königs, lasse ihn von einem hohen Würdenträger durch Susa führen und überhäufe ihn vor aller Ohren mit Lob. Was Haman wohl für ein Gesicht gemacht hat, als er erfuhrt, dass als das mit Mordechai geschehen sollte! Und der Gipfel ist: Er selbst soll auch noch das Loblied auf Mordechai anstimmen (Esther 6:4-10).
Zähneknirschend erfüllt Haman die lästige Pflicht und eilt dann verstört nach Hause. Von seiner Frau und seinen Freunden muss er sich anhören, dass diese unerwartete Wende nichts Gutes ahnen lasse. Er werde im Kampf gegen Mordechai den Kürzerren ziehen (Esther 6:12,13).
Da Esther geduldig einen weiteren Tag abwartete, hat Haman Zeit, seine Intrige weiterzuspinnen, wodurch er letztlich seinen Untergang besiegelt. Und war es nicht vielleicht sogar Jehova, der dem König die schlaflose Nacht bereitet hat? (Sprüche 21:1). Nicht umsonst empfihelt uns Gottes Wort, eine “wartende Haltung” einzunehmen (Micha 7:7). Wenn wir auf Gott warten, werden wir feststellen, dass seine Lösung viel besser ist als alles, was wir uns selbst ausdenken könnten.
Mutig ergreift sie das Wort
Esther wagt es nicht, den König noch länger auf die Folter zu spannen. Beim zweiten Bankett muss sie alles ans Tageslicht bringen. Nur wie? Zum Glück macht es ihr der König leicht und fragt sie erneut nach ihrem Anliegen (Estehr 7:2). Jetzt ist es “Zeit zum Reden”!
Gut möglich, dass Esther ein stilles Gebet spricht, bevor sie sagt: “Wenn ich in deinen Augen Gunst gefunden habe, o König, und wenn es dem König wirklich gut scheint, so werde mir auf mein Gesuch hin meine eigene Seele gegeben und mein Volk auf meine Bitte (Esther 7:3). Bezeichnenderweise bringt sie ihre Achtung vor dem Urgteilsvermögen des Königs zum Ausdruck. Ganz anders, als ihre Vorgängerin Waschti, die den König öffentlich gedemütigt hattre! (Esther 1:10-12). Auch wirft sie dem König nicht vor, dass er Haman so leichtfertig vertraut hat. Vielmehr bittet sie ihn, sie aus einer lebensbedrohlichen Lage zu befreien.
Diese Bitte kommt für ihn bestimmt völlig unerwartet, und er ist tief bestürzt. Wer sollte es wagen, der Königin etwas anzutun? Esther fährt fort: “Wir sind verkauft worden, ich und mein Volk, um vertilgt, getötet und vernichtet zu werden. Wenn wir nun lediglich zu Sklaven und lediglich zu Mägden verkauft worden wären, so hätte ich geschwiegen. Aber die Bedrängnis i st nicht angebracht, wenn sie dem König zum Schaden gereicht” (Esther 7:4). Esther nennt die Dinge beim Namen, gibt aber gleichzeitig zu verstehen, dass sie nichts gesagt hätte, wenn ihrem Volk bloß die Sklaverei drohen würde. Doch dieser Völkermord würde auch den König selbst teuer zu stehen kommen. Wie könnte sie da Stillschweigen bewahren!
Esther hat beispielhafte Überzeugungsarbeit geleistet. Sollte man selbst irgendwann einmal in der Familie oder aber gegenüber einer höhergestellten Person eine heikle Angelegenheit ansprechen müssen, kann einen Geduld kombiniert mit Respekt und Offfenheit ein großes Stück weiterbringen (Sprüche 16:21,23).
Ahasverus will sofort wissen: “Wer ist dieser, und wo ist der, der sich erdreistet hat, auf diese Weise zu tun?” Esther zeigt auf den Schuldigen und sagt: “Dieser Mann, der Widersacher und Feind, ist dieser schlechte Haman.” Die Atmosphäre ist zum Zerreißen gespannt. Haman zuckt zusammen, und dem launischen Monarchen steigt die Zornesröte ins Gesicht. Sein engster Berater hat ihn zu einem Erlass verleitet, der für seine geliebte Frau den Tod bedeutet! Der König stürmt in den Palastgaren hinaus, um sich wieder zu fangen (Esther 7:5-7).
Als hinterhältiger Feigling entlarvt, wirft sich Haman der Königin zu Füßen. Da kehrt der König zurück und endeckt Haman, wie er Esther auf ihrem Ruhebett anfleht. Empört bezichtigt der König ihn der versuchten Vergewaltigung im eigenen Palast. Hamans letzte Stunde hat geschlagen! Mit verhülltem Gesicht wird er abgeführt. Nun erzählt ein Hofbeamter dem König von dem Galgen, den Haman für Mordechai aufgestellt hat. Augenblicklich gibt Ahasverus den Befehl, Haman selbst darran zu hängen (Esther 7:8-10).
In der heutigen Welt hat man manchmal das Gefühl, dass es einfach keine Gerechtigkeit mehr gibt. Was Esther angeht, sie verzweifelte nicht, wurde nicht zynisch, verlor nicht das Gottvertrauen. Als der richtige Zeitpunkt gekommen war, ergriff sie mutig das Wort und überließ Jehova den Ausgang der Sache. Damit liefert sie uns ein nachahmenswertes Beispiel. Jehova hat sich seit Esthers Tagen nicht geändert. Er kann gemeine Intriganten nach wie vor mit ihren eigenen Waffen schlagen, so wie er es bei Haman tat (Psalm 7:11-16).
Sie setzt sich selbstlos für Jehova und sein Volk ein
Endlich erfährt der König, wer Mordechai wirklich ist: nicht nur ein loyaler Untertan, der einen Mordanschlag vereitelt hat, sondern auch Esthers Pflegevater. Ahasverus überträgt ihm Hamans Stellung als erster Minister. Hamans Haus und sein stattliches Vermgen geht an Esther, die Mordechai als Verwalter einsetzt (Esther 8:1,2).
Esther und Mordechai sind in Sicherheit. Wird sich die Königin nun entspannt zurücklehnen? Dazu müsste sie selbstsüchtig sein, doch das liegt ihr fern. Immerhin verbreitet sich Hamans Erlass wie ein Lauffeuer im ganzen Perserreich. Durch das Pur oder Los hatte Haman die günstigste Zeit für die Ausrottung der Juden ermittelt, was offensichtlich mit Spiritismus zu tun hatte (Esther 9:24-26). Es sind zwar noch Monate bis dahin, aber die Zeit läuft unaufhaltsam ab. Lässt sich das Unglück noch irgendwie abwenden?
Wieder riskiert Esther selbstlos ihr Leben und erscheint unaufgefordert vor dem Königl Diesmal fleht sie ihn unter Tränen an, den grausamen Erlass gegen ihr Volk aufzuheben. Nur: Gesetzte, die im Namen des persischen Monarchen verabschiedet wurden, dürfen nicht mehr geändert werden (Daniel 6:12,15). Der König ermächtigt deshalb Esther und Mordechai, einen weiteren Erlass herauszugeben, um ihre Landsleute zu retten. Mit diesem zweiten Erlass erhalten die Juden das Recht, sich gegen ihre Feinde zu verteidigen. Berittene Kuriere eilen in alle Himmelsrichtungen, um die gute Nachricht zu überbringen. Die Juden können wieder aufatmen (Esther 8:3-16). Überall in dem riesigen Perserreich bewaffnen sie sich und bereiten sich auf den Kampf vor, was ohne den neuen Erlass undenkbar wäre. Bleibt die entscheidende Frage: Wird “Jehova der Heerscharen” seinem Volk zum Sieg verhelfen? (1. Samuel 17:45).
Als der Tag schließlich da ist, stehen die Juden bereit. Viele persische Beamte stellen sich auf ihre Seite, nachdem sich überall herumgesprochen hat, dass der Jude Mordechai jetzt erster Minister ist. Jehova schenkt seinem Volk einen überwältigenden Sieg. Und durch die verheerende Niederlage, die er den Feinden bereitet, sollen die Juden zweifellos vor einem grausamen Vergeltungsakt geschützt werden (Esterh 9:1-6).
Fußnote:
Der König räumte den Juden noch einen weiteren Tag ein, an dem sie ihre Feinde endgültig besiegen konnten (Esther 9:12-14). Bis heute feiern die Juden zum Gedenken an diesen Sieg jedes Frühjahr das Purimfest – benannt nach dem Los, das Haman geworfen hatte.
Außerdem könnte Mordechai niemals gefahrlos das Haus Hamans verwalten, solange die zehn Söhne des Schurken noch am leben sind. Auch sie werden getötet (Esther 9:7-10). Damit erfüllt sich eine biblische Prophezeiung. Gott hatte vorausgesagt, dass die Amalekiter, erbitterte Feinde der Israeliten, vollständig ausgerottet werden sollten (5. Mose 25:17-19). Die Söhne Hamans waren womöglich noch die Allerletzten, die zu diesem verurteilten Volk gehörten.
ergänzender Kasten: Eine erfüllte Prophezeiung
Als sich Esther und Mordechai für Gottes Volk starkmachten, erfüllte sich noch eine weitere Prophezeiung. Über 1.200 Jahre zuvor sagte der Patriarch Jakob über einen seiner Söhne voraus: “Benjamin wird, einem Wolf gleich, beständig zerreißen. Am Morgen wird er das erbeutete Tier fressen, und am Abend wird er Beute verteilen” (!. Mose 49:27). “Am Morgen” der israelitischen Königsgeschichte machten sich Benjameniter wie König Saul einen Namen als starke Krieger für Jehovas Vollk. “Am Abend”, als die Sonne über der Königslinie Israels bereits untergegangen war, errangen die Benjaminiter Esther und Mordechai einen Sieg über die Feinde Jehovas. Beute verteilten sie insofern, als Hamans immenser Besitz auf sie überging.
Esther trug eine schwere Last auf ihren zarten Schultern. Es war sicherlich nicht leicht, mit köninglichen Erlassen konfrontiert zu werden, bei denen es um Krieg und Todesurteile ging. Doch Jehova wollte sein Volk vor dem Untergang bewahren. Immerhin sollte aus der Nation Israel der Messias kommen, der Hoffnungsträger der ganzen Menschheit (1. Mose 22:18). heute sind wir froh, dass der Messias, Jesus Christus, seinen Nachfolgern verboten hat, sich an Kriegen zu beteiligen (Matthäus 26:52).
Dennoch befinden wir uns in einem Krieg, aber nicht gegen Menschen. Satan lässt nichts unversucht, unser Vertrauen auf Jehova Gott zu erschüttern (2. Korinther 10:3,4). Wie gut ist es da, ein Vorbild wie Esther zu haben! Beweisen wir wie sie Gottvertrauen, indem wir überlegt und mutig Überzeugungsarbeit leisten, mutig handeln und selbstlos für Gottes Volk eintreten.
Fragen zum Buch Ester:
Warum ließ Mordechai zu, dass Esther einen Nichtjuden heiratete?
Manche Bibelwissenschaftler sehen Mordechai als Opportunisten, der durch Esthers Heirat zu Ansehen kommen wollte. Doch diese Annahme entbehrt jeder Grundlage. Als gottesfürchtiger Jude konnte Mordechai eine solche Verbindung nicht befürworten (5. Mose 7:3). Nach jüdischer Überlieferung versuchte er sogar, die Eheschließung zu verhindern. Allerdings hatten er und Esther wohl kaum eine Wahl. Schließlich lebten sie als Ausländer in einem Land, das von einem Alleinherrscher im Rang eines Gottes regiert wurde. Im Nachhinein zeigte es sich jedoch, dass Jehova Esthers Stellung als Königin nutzen konnte, um sein Volk vor dem Untergang zu bewahren (Esther 4:14).
Warum kommt der Gottesname Jehova im Buch Esther nicht vor?
Offensichtlich war es Mordechai, der im Auftrag Gottes das Bibelbuch Esther schrieb. Möglicherweise wurde das Buch zunächst zu den amtlichen Aufzeichnungen der Perser gelegt, ehe man es nach Jerusalem mitnahm. Wäre der Name Jehova darin vorgekommen, hätten persische Götzendiener das Buch womöglich vernichtet. Eins steht jedenfalls fest: Bei den Ereignissen, die im Buch Esther geschildert werden, muss Jehova die Hand im Spiel gehabt haben. Interessanterweise ist der Gottesname im hebräischen Text mehrmals in einer Art Akrostichon verborgen. Dabei sind die Formulierungen offensichtlich so gewählt, dass die Anfangs- und Ensbuchstaben von vier aufeinanderfolgenden Wörtern den Namen Gottes ergeben (Esther 1:20, Fußnote).
Ist das Buch Esther historisch ungenau?
Dieser Vorwurf wird von Biblkritikern erhoben. Doch einige Bibelwissenschaftler bescheinigen dem Schreiber des Buches eine bemerkenswert detaillierte Kenntnis des Könighauses, der Architektur und des Brauchtums von Persien. Zwar gibt es bis heute k eine außerbiblischen Hinweise auf Königin Esther, aber sie wäre auch nicht die erste königliche Persönlichkeite, die in amtlichen Verzeichnissen nicht auftaucht. Außerdem lässt sich sehr wohl belegen, dass ein Mann namens Marduka (persisch für Mordechai) in der Zeit, die im Buch Esther behandelt wird, Hofbeamter in Susa war.
Esther 1 – 3
Esther 1:10-15
hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber “wehret den Anfängen”!
Beim ersten Lesen mutet es doch sehr merkwürdig an, dass der König so ein Aufsehen darum macht, dass die Königin sich weigert, zu kommen und sich seiner Festgesellschaft zu präsentieren.
Es wird nicht gesagt, warum sie nicht kommen wollte und eigentlich ist für jeden verständlich, dass der König “etwas säuerlich war”.
Immerhin – wie sieht das denn aus, wenn seine Frau sich dem Befehl des Königs widersetzt? Sicherlich hatte er auch Angst, sein Gesicht zu verlieren.
Ungewöhnlich für mich eher, dass er seine Gäste fragt, was mit seiner Frau geschehen solle. Was nach dem Gesetz mit ihr geschehen solle – war nicht er der König und machte nicht er das Gesetz? Wusste dann nicht er am Besten, was das Gesetz in diesem Fall sagt?
Was sagen seine Gäste dazu? Und warum?
Esther 1:16-20
Die Fürsten haben Angst, dass das Beispiel der Königin Schule macht und die anderen Damen ihren Ungehorsam und ihre Respektlosigkeit nachahmen werden. Daher soll die Königin ihre Würde verlieren
Denken wir, dass dieses Urteil zu hart sei?
Gehören wir zu denen, die immer Verständnis für andere haben und aus diesem Grund oftmals geneigt sind, sie milder zu beurteilen, als dies Jehova tut?
Mir fällt dazu eine alte Freundin ein, von der ich kurz nach dem Kongress hörte, dass sie ihren Mann verlassen habe. Als Grund führte sie anderen Schwestern gegenüber an, dass er sich nicht genügen um sie gekümmert habe und dass er ein Muttersöhnchen sei und mehr mit der zusammen sei als mit ihr. Darum hat sie sich ihre Tochter geschnappt, die sie mit in die Ehe gebracht hatte und ist zurück in die alte Heimat gegangen. Sie “hat sich von ihre Mann getrennt”.
Im ersten Moment war ich sehr betroffen und sie tat mir sehr leid. Denn bereits ihre erste Ehe mit einem Bruder war sehr bald daran gescheitert, dass ihr Mann sie emotional am ausgestrecken Arm verhungern liess. Auch dieses Mal hatte sie einen Bruder geheiratet und wieder “Pech gehabt”. Ich hatte grosses Mitgefühl mit IHR.
Mein bester Ehemann von allen fragte mich, warum sie denn gegangen sei, ob sie denn einen Scheidungsgrund oder doch wenigstens einen Trennungsgrund habe. Hm, wenn man das so sieht – nein.
Und hatte sie beim ersten Mal einen? Ja, wenn du mich so fragst – nach längerem Nachdenken, was sie mir damals über das Scheitern der ersten Ehe erzält hatte: auch “nein”.
Hm. Ist das nicht komisch?
Ich kenne doch die Maßstäbe Jehovas und liebe sie – und trotzdem hatte ich mit ihr tiefstes Mitgefühl, ohne zu bemerken, dass sie etwas tat, was in Jehovas Augen nicht nur verkehrt, sondern auch sehr verabscheuungswürdig ist – sie wollte zum zweiten Mal eine Familie zerstören.
Aber sie war doch so unglücklich. Und ich weiss aus eigener Erfahrung meiner vorherigen Ehe, wie furchtbar es sich anfühlt, wenn man seinen Mann von Herzen liebt und sich nach seiner Liebe und Aufmerksamkeit sehnt – und er diese Liebe nicht erwidert. Auf jeden Fall nicht in der Form, wie man sich das selber wünscht.
Daher sah ich nur ihre verletzten Gefühle, nicht aber, wie Jehova darüber denkt und dass sie gerade dabei war, einen sehr schweren Fehler zu begehen, der sie sogar Gottes Liebe kosten könnte.
Also habe ich eine Nacht gebetsvoll darüber nachgedacht und am nächsten Tag den Stoff auf der Wtlib herausgesucht, der mir in der Nacht dazu eingefallen war.
Ironischerweise war gerade der Erwachet mit dem glücklichen Familienleben herausgekommen und so habe ich einen Artikel dazu verfasst und in unseren offenen Familienblog gehängt. In der Hofnung, dass sie auf der Grundlage des Gelesenen eine gute und weise Entscheidung trifft, die ihr hilft, sich in Jehovas Liebe zu bewahren.
Fakt ist, dass wir scheinbar dazu neigen, uns auf die Seite von anderen Menschen zu stellen, die vielleicht ähnliches erlebt haben oder gerade erleben wie die Dinge, die mal uns selbst das Leben schwer gemacht haben und wir dann die Maßstäbe Jehovas aus den Augen verlieren.
Warum wollten die Fürsten so eine harte Strafe?
Damit sich die anderen Frauen des Landes nicht durch das Beispiel der Königin darin bestärkt fühlen, ebenfalls ihre eigenen Interessen durchzuboxen, egal um welchen Preis und egal, was sie damit anrichten.
Mir fällt dazu ein anderes Beispiel ein, dass ich von meinem Mann gehört habe und das sich wirklich so zugetragen hat. In einer Versammlung verlässt eine Schwester ihren Mann, der ein Bruder ist, ohne dass es Konsequenzen hat. Einige Zeit später tut es ihr eine andere nach. Und bald kräht dort kein Hahn mehr danach, wenn eine Schwester ihren Mann verlässt – man hat sich daran gewöhnt.
Thom sagt, dass meine Freundin diesmal wieder bei den ersten Schwierigkkeiten gegangen ist, liege sicherlich daran, dass ihre erste Trennung und Scheidung keine Konsequenzen in theokratischer Hinsicht für sie gehabt habe. Damit mag er sicherlich Recht haben.
Wir sehen also, dass das Urteil und der Beschluss, den die Fürsten anregen, nicht unbedingt herzlos sind – sondern dazu gedacht, den Frieden und die Ordnung innerhalb des Landes zu bewahren.
Es fällt uns schwer, uns mit diesem Gedanken anzufreunden?
Es fällt uns auch schwer, diese Schwester dazu zu motivieren, wieder zu ihrem Mann zurück zu gehen, weil wir sie und ihre Gefühle verstehen können?
Lesen wir bitte noch mal den Stoff, den ich im August dazu herausgesucht hatte und sehen wir, wieviel Schaden damit angerichtet wird, wenn die Ehe gebrochen wird.
Ja, es ist schlimm und es tut weh, wenn wir als Frauen vielleicht nicht ganz die Aufmersamkeit von unserem Mann bekommen, die wir uns wünschen – aber dies zählt nicht zu den Gründen, unter denen eine Trennung gerechtertigt ist.
Stellen wir unsere persönlichen Interessen über die Maßstäbe Jehovas?
Auch ich knabbere immer noch daran…
Esther 2:1
ein interessanter Punkt!
Dieser König ist kein Anbeter Jehovas, trotdem bekundet er Geduld, Langmut und Selbstbeherrschung.
Ist uns aufgefallen, dass er erst gewartet hatte, bis seine Wut und Enttäuschung verraucht war, ehe er handelte?
Was heisst das für uns als Anbeter Jehovas?
Wäre es nicht schlimm, wenn ich als Zeugin Jehovas impulsiv und unbeherrscht in meiner Wut bin – wo Geduld und Selbstbeherrschung doch die Frucht des Geistes sind?
Wie kann ich denn nun mit gutem Gewissen mich in meinem Zorn austoben und um mich schlagen – unter dem Deckmäntelchen “das musste jetzt sein” – wenn ein Mensch, der nicht Gottes Geist als Hilfe hat, sich soweit beherrschen kann?
Immerhin kann ich Jehova bitten, dass er mir seinen heiligen Geist als Hilfe und Krücke schickt.
Nachdenklich geworden?
Esther 2:10-11
Esther 2:17-18
könnte man sagen, Esther habe sich über die Maßstäbe Jehovas hinwegesetzt?
Immerhin hat sie ja scheinbar ihren Glauben verleugnet, denn niemand wusste, dass sie Jüdin war. Warum gebot ihr der Onkel darüber zu schweigen?
Esther 2:20
Ausserdem sollten sie niemand von den Nationen heiraten und sie tat es doch.
Warum wird das hier so geschildert, als sei es in Ordnung?
Esther 3:2-6
eine heikle Angelegenheit.
Irgendwie erinnert das Ganze an den Bericht von Daniel, dem die Beamten aus Neid nach dem Leben trachteten.
Hier war es zwar kein Neid, nur verletzter Stolz - aber hat nicht beides den gleichen Ursprung?
Beide Parteien wollten gern über anderen stehen, etwas besseres sein. Nennt man dies Hochmut?
Wir wissen, wie Jehova darüber denkt…
Esther 3:8-10
kommt uns dies wieder bekannt vor?
Scheinbar ein Vorgehen, dass unter Menschen üblich ist, die sich für den Nabel der Welt halten oder die es gern sein wollen: Neid und Mißgunst.
Diesem begegnen sie dann damit, dass sie den “Störenfried” (der ihren inneren seelischen Frieden, ihre Ruhe stört) durch Intrigen zu beseitigen suchen.
Und wie schon gehabt, erweisen sie sich als “falsche Freunde” und tricksen den König aus. Hier ist es Haman, der den König erfolgreich manipuliert und ihm vormacht, dass er das Volk ausrotten muss, weil es für ihn (den König) eine Gefahr darstellt.
Dabei geht es nur darum, Mordechai eins auszuwischen, der seinerseits eine Gefahr für Hamans Stolz darstellt!
Wie abgebrüht!
Wie denkt Jeova wohl über Haman?
Hat er SEIN Wohlgefallen?
Hat ER gar Verständnis für sein Handeln? Immerhin hatte Morechai ihn ja gedemütigt, war da Hamans Handlungsweise nicht doch irgendwie angebracht?
Wie sieht Jehova die Sache?
Wie sehen wir Haman und sein Handeln?
Stimmen wir in unserer Sicht der Dinge mit Jehovas Sichtweise überein?
Esther 1 – 3
Was für Zeiten – der König ruft seine Frau und diese kommt nicht?
Aber warum kam sie nicht?
Der Wachtturm schieb zwar
Bei der weiteren Suche kam ich auf die unterschiedlichsten Antworten. Hier einmal die extremste:
Das Esther gemäß den Versen 15 in Kapitel2 Demut offenbarte, ist auch interessant. Andere Mädchen wollten offensichtlich durch ihren Schmuck und ihre Kleidung auffallen. Esther dagegen nur durch ihre Menschlichkeit. Manche Keinodien waren damals geklichzeitg Talismane – auf solche verläßt sich Esther aber nicht!
Der Wachtturm schieb vor nicht langer Zeit:
eine ausführliche Aufarbeitun erfolgte im Jahr 1979 in der Zeitschrift Wachtturm, in dem es auszugsweise heißt:
Wie würden wir in so einer Situation reagieren? Schreien und uns über das Unrecht lautstark beschweren?
Noch eine Anmerkung: in vielen Aufsätzen zu Esther wird der anscheinende Wiederspruch aufgeführt, dass Mordechai schon zu alt gewesen sei. Dieser Widerspruch entsteht aber nur, weil hier später eine Verfälschung stattgefunden hat, und Mordechai nicht ein Nachkomme der Weggeführten mehr war, sondern behauptet wurde, er wäre direkt mit einer der weggeführten Juden. wenn wir aber davon ausgehen, dass er ein Nachkomme dieser war, dann stimmt das auch wieder mit dem Alter
Esther 4 – 7
Esther 4:1-3
Morechai und die Juden sind über den Beschluss entsetzt und geben ihrer Trauer und Enttäuschung lautstark Ausdruck.
Aber bleibt es dabei - “wir können es ja eh nicht ändern”?
Esther 4:8
Mordechai überlegt, was von menschlicher Seite noch zu tun ist um die Situation zu retten – und handelt entsprechend.
Wie ist es mit uns, wenn wir in eine ähnliche Situation geraten?
Klagen und jammern wir nur und sagen Jehova, er müsse aber nun schleunigst etwas tun – oder übernehmen wir auch eine Eigenverantwortung indem wir überlegen, welche Möglichkeiten wir selbst haben?
Naturlich sollten wir keine Möglichkeiten in Betracht ziehen, die Jehovas Maßstäbe verletzen!
In einem solchen Fall, wenn wirklich nichts mehr menschenmöglich ist ohne seine Gebote zu übertreten - in diesen Momenten müssen wir unser Geschick gebetsvoll in Jehovas Hände legen und dann auch dort lassen.
Aber wir dürfen auch nicht tatenlos die Hände in den Schoß legen und sagen “Jehova mach schon”.
Ein schönes Beispiel hierfür ist ein Witz, den ich bereits als Kind gehört habe:
Dies ist natürlich nur ein kleiner Witz und wir wissen, dass Jehova Glücksspiel nicht gutheisst, aber das Beispiel, der Gedanke dahinter, ist sehr gut.
Wir müssen schon unseren Teil tun, Jehova hilft nur.
“Hilf dir selbst – dann hilft dir Gott”.
Bitte im Hinterkopf dabei behalten, dass wir niemals Jehovas Mastäbe übertreten dabei!
Mordechai ist uns hier ein gutes Beispiel
Esther 4:10-14
woran erinnert uns dies?
Esther 6:1-10
Jehova lenkt die Dinge, wie er will und wie es seinem Vorhaben dient
Denn so weiss der König am nächsten Tag davon, dass Morechai ihm das Leben gerettet hat und entlohnt ihn entsprechend. Ausserdem kann Haman nun seine Anklage nicht mehr anbringen.
Dumm gelaufen…
Wie mag sich Haman dabei gefühlt haben?
Esther 6:12-13
Haman jammmert und klagt, weil seine Intrige nicht aufgegangen ist und er sich selbst durch seinen eigenen Hochmut gedemütigt hat. Oder denken wir vielleicht, er hätte vorgeschlagen, ein solches Aufsehen um den Mann zu machen, wenn er nur eine Sekunde daran gezweifelt hätte, dass er selbst dieser Mann sei?
Er wollte glänzen und als etwas ganz besonderes vom Volk gesehen werden – nun kam diese Ehre ausgerechnet seine Erzfeind zu Gute. Kein Wunder, dass er schäumt vor Wut!
Trotzdem finde ich es persönlich immer wieder “süß”, wenn sich Menschen, die anderen schaden wollten, bei anderen darüber beklagen, wie ungerecht die Welt und das Leben doch ist – wenn ihre Intrigen nicht greifen.
Esther 7:2-6
eben noch hatte Haman bei seinen Freunden damit geprahlt, dass nur er ganz allein mit dem König zum Bankett geladen war. Nun wünscht er sich sicherlich ganz weit weg!
Das war aber auch zu dumm, dass er nicht gewusst hatt, dass auch die Königin Jüdin ist.
Und nun?
Esther 7:7-8
Haman versucht zu retten, was noch zu retten ist und macht alles noch schlimmer. Denn sein Verhalten wird vom König als Vergewaltigungsversuch gedeutet
Tja, Haman – dumm gelaufen.
Lügen und Intrigen gegen gottesfürchtige Menschen lohnen sich halt doch nicht.
Esther 7:10
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst inein.
oder:
wer versucht, gottesfürchtigen Menschen durch Lügen und Intrigen zu schaden, muss damit rechnen, dass ihn letztendlich das selbe Geschick erlangt, dass er denen zugedacht hatte
Also hüten wir uns vor einem solchen Verhalten – sonst könnte es uns ergehen wie Haman oder auch den Hofbeamten, die Daniel schaden wollten
Esther 4 – 7
Wie reagieren die Verurteilten? Sind sie zornig auf ihren Gott, der sie scheinbar verlassen hat? Nein! Sie tuen Buße! Ihr Glaube vertieft sich – sie warten auf Hilfe von Jehova!
Ganz das Gegenteil aber die Anbeter der Gegenseite: diese müssen über ihre Siege und ihren guten Ruf “herumschreien” und es jedem der es hören will oder nicht hören will, erzählen. Aber was nützt es Haman, das er seinen guten Ruf herumerzählt, wenn doch der Allmächtige seinen Tod schon geplant hat?
Wie reagiert ein Anbeter Jehovas, wenn ihm Ehre zuteil geworden ist? Läuft er mit stolzgeschwollner Brust umher? “Seht her – ich bins?” NEIN. Sehen wir uns im Kapitel 6 Vers 12 – Mardochai geht sofort wieder an seinen alten Ort/Stellung im Tor des Königs zurück. Wie hätten wir gehandelt?
eine ausführliche Aufarbeitun erfolgte im Jahr 1979 in der Zeitschrift Wachtturm, in dem es auszugsweise heißt:
Können wir auchmanchmal lieber SCHWEIGEN anstatt die Wahrheit vor uns vorrauszuposaunen?
Können wir auf Jehova warten?
Esther 8 – 10
die letzten Kapitel von Esther verwirren mich eher!
Was war das für eine Sache mit den Juden, die nun ihrereits ihre Feinde verfolgten? Nicht, dass sie sich verteidigt hätten, sondern sie gingen in die Offensive, griffen ihre Feinde an und brachten diese um.
Immerhin gab es auf der Gegenseite 75.000 Tote. Woher wussten sie, wer von all den Menschen ihre Feinde waren?
Heisst es nicht, wir sollten uns nicht rächen, weil Jehova sagt “mein ist die Rache, ich will vergelten”?
Fragen über Fragen…
Esther 8 – 10
Rache? Endlich wehren können? Lesen wir genau, wie die Anbeter des wahren Gottes vorgehen! Nur zur Abwehr- nur um ihr eigenens Leben zu bewahren, wird gekämpft. Nicht um Reichtum oder Macht oder… Würden wir heute Grimm in uns aufsteigen lassen und die Situation nutzen, um Gewinn für uns herauszuholen?
eine ausführliche Aufarbeitun erfolgte im Jahr 1979 in der Zeitschrift Wachtturm, in dem es auszugsweise heißt:
Rückblickend können wir also zusammenfassen: Anhand des Geschreies, das einige um sich selbst machen, zeigen diese Personen, dass sie mit dem wahren Gott nichts gemeinsam haben.
Esther 1 – 3
Warum schickte Mordechai Esther zum König?
Esther 2:8
so ganz klar wird hier für mich nicht, ob nun Mordechai Esther zum König geschickt worden ist, oder ob sie einfach ausgesucht und gegen ihren Willen nach Susa gebracht wurden.
Falls sie von Mordechai dahin geschickt wurde – warum?
War denn der König nicht ein “Mensch von den Nationen”, ein Anbeter falscher Götter? Warum sollte von Seiten Mordechais oder Esthers ein Interesse daran bestehen, dass sie die Frau des Königs werden würde? Aus Mangel an Bewerbern aus den eigenen Reihen?
Esther 2:10
Esther gab ihr Volk nicht an, so wie Mordechai ihr aufgetragen hatte.
Warum nicht?
Die Querverweise zeigen, dass sie selbst nichts sagte, weil sie gehorsam das befolgte, was ihr Onkel ihr gebot.
Aber warum sollte nicht bekannt werden, dass sie eine Jüdin war?
Im Querverweis hierzu wird Matthäus 10:20 angeführt, wo es heißt, dass sie vorsichtig sein sollten. Aber warum?
Ahnte Mordechai etwa, dass so etwas passieren würde, wie das, was Haman später anzetteltte?
Im WT vom 01.03.2006 heißt es zu diesem Vers unter “Lehren für uns”
Was wir heute von Esther über Gehorsam lernen können:
“Esther gehorchte Mordechai wie zu der Zeit, als er noch ihr Pflegevater gewesen war”
In den Querverweisen zu diesem Vers finden wir folgendes:
Wir sehen, Esther ist ein sehr schönes Beispiel für gottgefälligen Gehorsam und Unterordnung – besonders auch für die Kinder und Jugendlichen heute. Denn wir leben in einer Zeit, wo nicht mal diejenigen ihren Eltern gehorchen, die noch bei ihren Eltern wohnen. Heute meinen alle, sie müßten das tun, was ihnen gefällt und die wenigsten können sich noch in gottgefälliger Weise unterordnen.
Esther war erwachsen und lebte nicht mehr bei ihrem Onkel. Sie war nicht nur verheiratet – sondern sogar die Königin des Landes.
Trotzdem kam sie nicht auf die Idee, sich gegen ihren Onkel zu erheben, der ja nun nicht mehr ihr Erziehungsberechtigter war und zudem weit unter ihr stand. Im Gegenteil: auch jetzt hielt sie sich noch an das Gebot ihres Onkels.
Was für ein gutes Vorbild für uns!
Esther 3:5-6
Haman und seine gekränkte Eitelkeit.
An sich verständlich, aber warum sollte das ganze Volk der Juden darunter leiden?
Interessant, was in dem WT vom 01.03.2006 unter “Antworten auf biblische Fragen” gesagt wird:
Genau dies wird dann auch der Grund dafür gewesen sein, dass alle anderen Juden mit dran glauben sollten: denn er hätte ja von allen anderen auch befürchten müssen, dass sie ihm den nötigen Respekt verweigerten
“Es ziemt dem König nicht, dass man sie leben lasse”
Esther 3:8-9
Wer war Haman, dass er dem König vorschrieb, was sich für den König schickte?
Erkennen wir hier etwas wieder?
Geht er hier nicht genauso intrigant und manipulativ vor, wie die Beamten beim König von Babylon, als sie Daniel denunzierten?
Was zeigt dies?
Dass dies Männer vom selben Schlag waren und dass dies niemals Anbeter des wahren Gottes sein konnten.
Kann man daraus ableiten, dass Personen die andere manipulieren um denen zu schaden, die sie selbst nicht mögen – dass dies auch keine wahren Anbeter Jehovas sein können?
Zumindest sind es keine wahren Freunde, denn es geht ihnen nur um ihren eigenen persönlichen Vorteil.
Fallen wir bitte niemals auf solche verschlagenen und hinterhältigen Personen herein – davor bewahre uns Gott!
Esther 4 – 7
Esther 4:11, 5:1
Sie war 30 Tage nicht gerufen worden, aber als der König sie sah, gewann sie Gunst in seinen Augen und sie durfte zu ihm kommen.
Du hast das Gefühl, dass dein Mann dir zu wenig Beachtung und Aufmerksamkeit schenkt? Du fühlst dich vernachlässigt, bist in deiner Ehe nicht glücklich? Du denkst “das muss ich mir nicht gefallen lassen” und denkst über eine Trennung auf Zeit nach – damit dein Mann merkt, was er an dir hat?
Was können wir alle von Esther hier lernen?
Ob nicht vielleicht auch Esther gern mehr Beachtung von ihrem Mann bekommen hätte? Warum blieb sie trotzdem bei ihrem Mann?
Weil sie nicht wußte, wohin sie gehen sollte und nicht Hartz4 beantragen konnte? Weil man sich damals noch nicht scheiden lassen konnte? Weil eine Trennung damals nicht angebracht war?
Warum hielt sie zu ihrem Mann und blieb bei ihm?
Sie wußte, was Jehova zu Adam und Eva sagte, als er sie zur Ehe gab: “ein Mann wird fest zu seiner Frau halten und die beiden werden ein Fleisch werden”. Salomo sagte, man solle sich “mit der Ehefrau seiner Jugend freuen” und Maleachi sagt: “Jehova hasst Scheidung”. Also blieb sie bei ihrem Mann – auch wenn sie sich mehr Aufmerksamkeit gewünscht haben mag! Sie wußte, wie Jehova darüber dachte und wollte alles so tun, dass sie IHM gefallen würde.
Sie tat alles, was von ihr getan werden konnte, um die Ehe ihrerseits zum Erfolg zu machen. Sie blieb respektvoll und demütig, sie achtete ihren Mann als ihr Haupt – auch wenn er Fehler hatte. Sie begegnete ihm freundlich und liebevoll. Sie bat – aber stellte keine Forderungen!
Wie können wir sie heute nachahmen?
Fordern wir einfach unsere Rechte ein? Zanken wir mit unserem Mann? Setzen wir ihn unter Druck, damit er so wird, wie wir es gerne hätten?
Einen Unterschied gab es allerdings bei Esther doch zu unserer Ehe: sie wurde verheiratet – wir haben unseren Mann selbst aus Liebe gewählt!
Sollten wir unseren Mann daher nicht noch viel mehr achten und respektieren, als es Esther bei ihrem Mann getan hatte?
Oder fordern wir “unsere Rechte” ein – ganz einfach, weil wir heute die Möglichkeit dazu haben? Weil uns das Amt finanziell hilft mit Wohnung und Lebensunterhalt? Weil man heute nicht mehr negativ auffällt, wenn man sich trennt? Weil es vielleicht grad keine theokratischen Konsequenzen für uns hat?
Wobei: der letzte Punkt stimmt nicht ganz! Auch wenn es vielleicht in der Versammlung keine Konsequenzen haben sollte – so beeinflusst es ja doch, wie Jehova über uns denkt.
Wir erinnern uns? Jehova hasst Scheidung und erwartet, dass wir als Ehepaar fest zueinander halten – auch dann, wenn uns das gerade mal nicht so leicht fallen sollte.
Esther ist hier wirklich ein sehr gutes Beispiel für uns!
Esther 5:3-4
“Was ist dein Begehren?”
Interessant, wie besonnen Esther hier vorgeht!
Wir Frauen sind ja bekanntlich sehr emotional und oftmals platzt dann Wut, Enttäuschung oder Angst aus uns heraus. Wie oft müssen wir uns erst mal beruhigen, bevor wir ein Problem ansprechen, das wir mit dem Verhalten unseres Mannes uns gegenüber haben. Oftmals fallen im Eifer des Gefechts böse Worte, die wir dann später bedauern.
Versetzen wir uns jetzt bitte einmal in Esthers Lage: wir sitzen mit unserem Ehemann und der Person an einem Tisch, die uns und unser Volk ausrotten will. Unser Stiefvater hat uns mahnend ins Gewissen geredet, dass es jetzt auf uns ganz persönlich ankommt, um den Schaden abzuwenden. Wir haben Angst. Angst um unser Leben und das unseres Volkes. Und wir sind auch – zu Recht – wütend auf diesen Haman, der wegen seiner albernen gekränkte Eitelkeit unser ganzes Volk ausrotten will – das zudem das Volk Jehovas ist. Außerdem war es gar nicht so einfach, eine Gelegenheit zu bekommen, mit unserem Mann darüber zu reden, damit das Unglück abgewehrt werden kann. Immerhin hatte er uns zuvor über einen Monat nicht zu sich gerufen. Wann würde sich wohl wieder eine Gelegenheit zum Gespräch ergeben?
Wären wir jetzt nicht unglaublich angespannt? Könnten wir persönlich uns jetzt so sehr zusammen nehmen, dass wir nicht mit allem heraus platzen, uns vielleicht sogar im Ton vergreifen?
Was tut Esther?
Sie hat sich auf bewundernswerte Weise im Griff – und bittet lediglich um ein weiteres Essen. So, als wäre alles in Ordnung und so, als ginge es hier nicht um Leben und Tod – sondern eher um etwas Belangloses.
Woher nahm sie nur die Ruhe?
Erinnern wir uns, was sie die Tage davor getan hatte? Sie hatte nicht nur gefastet, sondern auch viel zu Jehova gebetet. Schließlich ging es ja auch um was: um Leben und Tod!
Das, was Esther hier geholfen hat, wird auch uns helfen. Auch wir haben die Möglichkeit des Gebets. Erinnern wir uns noch an das Stoßgebet, das die Schwester in der Demonstration zum Himmel schickte, bevor sie auf die respektlosen Worte ihrer Tochter reagierte? Wie wäre es, wenn wir es in so einer emotionsgeladenen Situation auch mit “so einem Stoßgebet” versuchen?
Auch bei uns geht es im großen Sinne ums Überleben: denn ob wir uns bis zum Schluß in Gottes Liebe bewahren, hängt davon ab, wie wir uns benehmen. Im GottesLiebe-Buch gibt es ein extra Kapitel, das davon handelt: “Mit unseren Worten Gutes tun”.
Unser ewiges Leben hängt davon ab. Und nicht nur unseres, sondern auch das unserer Familie: denn das Leben ist in diesem System schon schwer genug. Besser, wir ziehen als Ehepaar und Familie an einem Strang und machen es uns nicht gegenseitig unnötig schwer.
Wir sehen: wir können sehr viel von Esther lernen
Esther 7:7
Der König geht erst mal in den Garten, um seine Wut etwas abzureagieren.
Ein sehr weiser König. Auch wenn er kein Anbeter Jehovas gewesen ist, so hatte er sicherlich einige sehr anziehende Eigenschaften.
Bereits im Zusammenhang mit seiner ersten Frau haben wir gelesen, dass er erst mal eine Zeit verstreichen ließ und sich beruhigte, bevor er die Entscheidung traf, wie es mit ihr weiter gehen sollte,
Auch hier mußte er erst mal tief Luft holen und den Kopf frei bekommen. Damit er überlegen konnte, wie er nun vorgehen sollte.
Sicherlich hätte er sich in der ersten Wut auf Haman stürzen können und ihn zu Tode bringen. Aber welchen Nutzen würde so ein Vorgehen wirklich haben?
Haman “hatte ihn fest genagelt”, indem er ihn zuvor hatte ein Gesetz erlassen lassen – das nicht einmal der König selbst wieder aufheben könnte. Also würde ein in der ersten Wut erschlagener Haman auch nichts ändern. Er müßte sich etwas anderes einfallen lassen.
Wir wissen, dass Haman nicht ungestraft davon kam und dass der König später eine Möglichkeit fand, den Schaden möglichst gering zu halten, den das voreilig erlassene Gesetz anrichtete.
Auch wenn Esther ihren Mann vielleicht nicht aus Liebe geheiratet hatte und auch wenn der König einige Fehler hatte – so muss Esther mit der Zeit gelernt haben, diesen Mann zu lieben. Nicht nur, weil er alles tat, um Schaden von ihr und ihrem Volk abzuwenden. Ich weiss aus Erfahrung, wie beglückend es ist, einen so besonnenen und beherrschten Ehemann an seiner Seite zu haben – der auch unter ungünstigen Umständen immer noch die Ruhe bewahrt und kluge Entscheidungen trifft. Ganz besonders dann,wenn dieser Mann auch noch treu und loyal zu Jehova hält, auch wenn er bis aufs Blut verfolgt wird.
Wie steht es mit uns? Wie sieht es mit unserer Selbstbeherrschung aus?
Ich für meinen Teil habe noch sehr an mir zu arbeiten, dass ich nicht aus emotionalen Druck heraus überreagiere
Esther 7:8
“Soll es jetzt auch noch zu einer Vergewaltigung der Königin kommen?”
Tat der König Haman hier nicht bitteres Unrecht?
Immerhin war es ja nicht so, wie es nun vom König dargestellt wird. Haman wollte der Königin ja nichts antun, sondern nur um Gnade bitten.
Wie denkt Jehova nun hier über den König uns dessen Reaktion? Verurteilt er sie?
Interessant ein Artikel aus dem neuen WT vom 01.12.2011, den wir seit Donnerstag auf der Seite der Gesellschaft herunter laden können: “Eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen”. Hier wird Jehovas Liebe und Barmherzigkeit seinem Hass gegenüber gestellt. Wann hasst Jehova eine Person?
Als erstes hasst er nicht die Person, sondern ihr Böses Tun. Wenn jemand aber anhaltend böse handelt, obwohl er weiss, dass Jehova sein Tun hasst – dann wird seine Bosheit so sehr ein Teil von ihm, dass er sich nicht mehr ändern kann. Dann hasst Jehova auch diese Person!
Wie mag Jehova hier Haman betrachten? Der alles daran gesetzt hat, SEINEM Volk zu schaden, aus gekränkter Eitelkeit?
Verurteilt Jehova wohl jetzt hier den König, weil er Haman niedere Beweggründe unterstellt?
WT 01.03.2006
Das Wort Jehovas ist lebendig
Höhepunkte aus dem Buch Esther
DER Plan kann einfach nicht misslingen. Das Massaker an den Juden wird schnell und gründlich ablaufen. An einem festgelegten Tag werden alle Juden im Reich — von Indien bis Äthiopien — ausgerottet werden. So denkt der Urheber des Plans. Eine wichtige Einzelheit hat er allerdings übersehen. Der Gott des Himmels kann sein auserwähltes Volk aus jeder Notlage befreien. Davon handelt das Bibelbuch Esther.
Das Buch wurde von dem Juden Mordechai in seinen späteren Jahren geschrieben und behandelt etwa 18 Jahre der Regierungszeit des persischen Königs Ahasverus oder Xerxes I. Die dramatische Erzählung lässt erkennen, wie Jehova seine Diener, obwohl in einem riesigen Reich weit verstreut, vor feindlichen Anschlägen bewahrt. Das stärkt den Glauben von Jehovas Dienern heute, die in 235 Ländern und Territorien heiligen Dienst für ihn verrichten. Das Buch Esther beschreibt außerdem Personen, die für uns ein Vorbild sind, und andere, deren Beispiel abschreckend ist. Ja, „das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus“ (Hebräer 4:12).
DIE KÖNIGIN MUSS FÜRSPRACHE EINLEGEN
(Esther 1:1 bis 5:14)
In seinem dritten Regierungsjahr (493 v. u. Z.) veranstaltet König Ahasverus ein königliches Festessen. Die für ihre Schönheit bekannte Königin Waschti zieht sich das Missfallen des Königs zu und verliert ihre Stellung. Aus allen schönen Jungfrauen des Landes wird die Jüdin Hadassa ausgewählt, um Waschti zu ersetzen. Auf Anweisung ihres Cousins Mordechai verschweigt Hadassa, dass sie Jüdin ist, und gibt ihren persischen Namen Esther an.
Nach einiger Zeit steigt der stolze Haman zum ersten Minister auf. Wütend darüber, dass Mordechai sich weigert, eine „tiefe Verbeugung zu machen und sich . . . niederzuwerfen“, plant Haman, alle Juden im Persischen Reich zu vernichten (Esther 3:2). Haman überredet Ahasverus, ihm zuzustimmen, und bringt den König dazu, einen Erlass zur Durchführung des Massakers herauszugeben. Mordechai bedeckt sich mit ‘Sacktuch und Asche’ (Esther 4:1). Jetzt muss Esther eingreifen. Sie lädt den König und seinen ersten Minister zu einem privaten Festessen ein. Als sie bei ihr zu Besuch sind, bittet Esther sie, auch am nächsten Tag zu einem Festessen zu ihr zu kommen. Haman ist in freudiger Stimmung. Mordechais Weigerung, ihn zu ehren, macht ihn jedoch wütend. Er plant, Mordechai am nächsten Tag vor dem Festessen zu töten.
Antworten auf biblische Fragen:
1:3-5 — Dauerte das Festessen 180 Tage?
Das sagt der Text nicht. Vielmehr heißt es, dass der König seinen Beamten den Reichtum und die Schönheit seines herrlichen Königreiches 180 Tage lang zeigte. Vielleicht nutzte der König dieses längere Treffen und prahlte mit der Herrlichkeit seines Reiches, um die Edlen zu beeindrucken und sie von der Durchführbarkeit seiner Pläne zu überzeugen. Dann könnten sich die Verse 3 und 5 auf das 7-tägige Festessen beziehen, das nach dem 180-tägigen Treffen stattfand.
1:8 — In welcher Hinsicht war, ‘was die Zeit des Trinkens nach dem Gesetz betrifft, niemand da, der nötigte’?
Anscheinend war es in Persien Brauch, sich bei solchen Treffen gegenseitig zu drängen, eine festgelegte Menge zu trinken. Bei dieser Gelegenheit machte König Ahasverus eine Ausnahme. In einem Nachschlagewerk heißt es: „Sie konnten so viel oder so wenig trinken, wie sie wollten.“
1:10-12 — Warum weigerte sich Königin Waschti anhaltend, zum König zu kommen?
Nach der Meinung einiger weigerte sich die Königin, weil sie nicht bereit war, sich vor den betrunkenen Gästen des Königs zu erniedrigen. Oder vielleicht war diese schöne Königin wirklich nicht unterwürfig. Über ihren Beweggrund sagt die Bibel zwar nichts, doch die damaligen Weisen hielten Gehorsam gegenüber dem Ehemann eindeutig für entscheidend. Auch dachten sie, Waschtis schlechtes Beispiel würde alle Frauen in den persischen Provinzen beeinflussen.
2:14-17 — Hatte Esther vor der Ehe Beziehungen mit dem König?
Nein, eindeutig nicht. Im Bericht heißt es, dass die anderen Frauen, die man zum König gebracht hatte, am Morgen zum zweiten Frauenhaus zurückkehrten in die Obhut des Eunuchen des Königs, „des Hüters der Nebenfrauen“. Frauen, die mit dem König die Nacht verbrachten, wurden daher seine Neben- oder Zweitfrauen. Esther brachte man allerdings nicht in das Haus für Nebenfrauen, nachdem sie beim König gewesen war. Esther wurde zu Ahasverus gebracht und „der König liebte Esther schließlich mehr als all die anderen Frauen, sodass sie mehr Gunst und liebende Güte vor ihm erlangte als all die anderen Jungfrauen“ (Esther 2:17). Wie erlangte sie „Gunst und liebende Güte“ vor Ahasverus? Auf dieselbe Weise wie sie die Gunst anderer gewonnen hatte. ‘Die junge Frau war wohlgefällig in Hegais Augen, sodass sie liebende Güte vor ihm erlangte’ (Esther 2:8, 9). Hegai war ihr einfach aufgrund dessen günstig gesinnt, was er beobachtete — ihr Äußeres und ihre guten Eigenschaften. „Esther [erlangte] ständig Gunst in den Augen aller, die sie sahen“ (Esther 2:15). Genauso war der König von dem beeindruckt, was er in Esther sah, und gewann sie daher lieb.
3:2; 5:9 — Warum verbeugte sich Mordechai nicht vor Haman?
Für Israeliten war es nicht verkehrt, sich vor einer hohen Persönlichkeit niederzuwerfen, um deren übergeordnete Stellung anzuerkennen. Bei Haman spielte jedoch noch etwas eine Rolle. Haman war ein Agagiter, wahrscheinlich ein Amalekiter, und Jehova hatte Amalek zur Vernichtung bestimmt (5. Mose 25:19). Mordechai verbeugte sich aus Lauterkeit gegenüber Jehova nicht vor Haman. Seine strikte Weigerung begründete er damit, dass er ein Jude ist (Esther 3:3, 4).
Lehren für uns:
2:10, 20; 4:12-16. Esther befolgte die Anweisung und den Rat eines reifen Anbeters Jehovas. Wir handeln klug, wenn wir ‘denen gehorchen, die unter uns die Führung übernehmen, und unterwürfig sind’ (Hebräer 13:17).
2:11; 4:5. Wir sollten ‘nicht nur die eigenen Dinge in unserem Interesse im Auge behalten, sondern auch persönlich Interesse zeigen für die der anderen’ (Philipper 2:4).
2:15. Esther hielt sich bescheiden zurück und erbat sich nichts Besseres an Schmuck oder Kleidern außer dem, was Hegai ihr zukommen ließ. Es war „die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes“, womit Esther die Gunst des Königs gewann (1. Petrus 3:4).
2:21-23. Esther und Mordechai waren ein Vorbild darin, „den obrigkeitlichen Gewalten untertan“ zu sein (Römer 13:1).
3:4. Manchmal ist es klüger, wie Esther zu verschweigen, wer wir sind. Geht es jedoch darum, in bedeutenden Streitfragen — wie die der Souveränität Jehovas oder der Lauterkeit — Stellung zu beziehen, dann müssen wir furchtlos dazu stehen, dass wir Zeugen Jehovas sind.
4:3. Bei Schwierigkeiten sollten wir Jehova um Kraft und Weisheit bitten.
4:6-8. Mordechai versuchte die Bedrohung durch Hamans Verschwörung mit rechtlichen Mitteln abzuwenden.
4:14. Mordechai vertraute vorbildlich auf Jehova.
4:16. Voller Vertrauen auf Jehova begab sich Esther treu und mutig in eine lebensgefährliche Situation. Es ist wichtig, dass wir lernen, auf Jehova und nicht auf uns selbst zu vertrauen.
5:6-8. Esther lud Ahasverus zu einem zweiten Festessen ein, um sein Wohlwollen zu erlangen. Sie handelte klug und das sollten wir auch.
EINE KEHRTWENDE NACH DER ANDEREN
(Esther 6:1 bis 10:3)
Im Verlauf der Ereignisse wendet sich das Blatt. Haman wird an den Stamm gehängt, den er für Mordechai aufgestellt hat, und Mordechai wird erster Minister. Was wird aus dem geplanten Massaker an den Juden? Auch diesbezüglich steht eine drastische Wende bevor.
Die treue Esther setzt sich wieder ein. Sie riskiert ihr Leben und erscheint vor dem König. Sie ersucht ihn, einen Weg zu finden, den Plan Hamans zu vereiteln. Ahasverus weiß, was zu tun ist. Daher werden schließlich an dem Tag, an dem das Massaker stattfinden sollte, nicht die Juden umgebracht, sondern diejenigen, die ihnen schaden wollten. Mordechai ordnet an, jedes Jahr zum Gedenken an die große Befreiung das Purimfest zu feiern. Als Zweiter gleich nach König Ahasverus ‘wirkt Mordechai zum Guten seines Volkes und redet Frieden zu all dessen Nachkommen’ (Esther 10:3).
Antworten auf biblische Fragen:
7:4 — Wieso wäre die Vernichtung der Juden „dem König zum Schaden“ gewesen?
Als Esther taktvoll auf die Möglichkeit hinwies, die Juden als Sklaven zu verkaufen, hob sie hervor, dass ihre Vernichtung dem König zum Schaden wäre. Die von Haman versprochenen 10 000 Silberstücke hätten dem Schatz des Königs viel weniger eingebracht als der Gewinn, den er durch den Plan erzielt hätte, die Juden als Sklaven zu verkaufen. Überdies hätte die Durchführung des Komplotts den Verlust der Königin bedeutet.
7:8 — Warum bedeckten Hofbeamte Hamans Gesicht?
Das deutete wahrscheinlich auf Schande oder drohendes Unheil hin. Wie ein Nachschlagewerk sagt, „bedeckte man in der Antike manchmal den Kopf derer, die bald hingerichtet wurden“.
8:17 — Inwiefern ‘gaben sich viele von den Völkern des Landes als Juden aus’?
Offenbar betrachteten viele Perser den Gegenerlass als ein Zeichen für Gottes Gunst gegenüber den Juden und wurden jüdische Proselyten. Grundsätzlich geschieht bei der Erfüllung einer Prophezeiung aus Sacharja dasselbe. Dort heißt es: „Zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen [werden] ergreifen, ja sie werden tatsächlich den Rocksaum eines Mannes ergreifen, der ein Jude ist, indem sie sagen: ,Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist‘ “ (Sacharja 8:23).
9:10, 15, 16 — Warum bereicherten sich die Juden nicht durch Plündergut, obwohl der Erlass sie dazu ermächtigte?
Ihre Zurückhaltung ließ keinen Zweifel daran, dass ihnen nur daran gelegen war, am Leben zu bleiben, und nicht, sich zu bereichern.
Lehren für uns:
6:6-10. „Stolz geht einem Sturz voraus und ein hochmütiger Geist dem Straucheln“ (Sprüche 16:18).
7:3, 4. Geben wir uns auch dann mutig als Zeugen Jehovas zu erkennen, wenn uns das Verfolgung einbringen kann?
8:3-6. Wir können und sollten uns zum Schutz vor Feinden an Behörden und Gerichte wenden.
8:5. Esther ließ taktvoll die Mitverantwortung des Königs an dem Erlass zur Vernichtung ihres Volkes unerwähnt. Ebenso benötigen auch wir Takt, wenn wir vor hohen Regierungsbeamten unseren Glauben verteidigen.
9:22. Wir sollten an die Armen unter uns denken (Galater 2:10).
Jehova wird für „Erleichterung und Befreiung“ sorgen
Mordechai spielt darauf an, die königliche Würde Esthers sei auf Gottes Willen zurückzuführen. Als Gefahr droht, fasten die Juden und beten um Hilfe. Die Königin erscheint ungebeten vor dem König und wird jedes Mal wohlwollend empfangen. Der König kann genau in der entscheidenden Nacht nicht einschlafen. Das Buch Esther handelt davon, wie Jehova Ereignisse zugunsten seines Volkes lenkt.
Der spannende Bericht im Bibelbuch Esther ist für uns in der „Zeit des Endes“ besonders ermunternd (Daniel 12:4). „Im Schlussteil der Tage“ oder im Schlussteil der Zeit des Endes wird Gog von Magog, Satan, der Teufel, einen Generalangriff auf Gottes Volk unternehmen. Er will nichts anderes als Gottes Volk ausrotten. Doch wie in Esthers Tagen wird Jehova seinen Dienern auch dann „Erleichterung und Befreiung“ verschaffen (Hesekiel 38:16-23; Esther 4:14).
WT 01.01.2012
Ihren Glauben nachahmen – Esther
“Sie ging mutig, überlegt und selbstlos vor”
Mit pochendem Herzen schreitet Esther auf den Thron zu. Man spürt förmlich die atemlose Stille im Tronsaal des persischen Palastes in Susa. Esther kann ihre eigenen sachten Schritte und das Rascheln ihrer königlichen Kleider hören. Sie darf sich jetzt nicht vom Prunk des Königshofes ablenken lassen, von den anmutigen Säulen und den reichen Schnitzerein der Deckentäfelung aus Zedernholz, das eigens aus dem fernen Libanon eingeführt wurde. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt dem Mann auf dem Königsthron, er in diesem Augenblick ihr Leben in Händen hält.
Der König verfolgt aufmerksam jeden ihrer Schritte und streckt ihr sein goldenes Zepter entgegen – im Grunde eine einfache Geste, doch für Esther bedeutet sie Leben. Damit hat der König sie von dem Vergehen freigesprochen, unaufgefordert vor ihm zu erscheinen. Dankbar berührt Esther die Spitze des Zepters (Esther 5:1, 2).
König Ahasverus umgibt eine Aura unvorstellbarer Pracht und Größe. Allein die Königsgewänder der persischen Monarchen hatten vermutlich einen Wert von mehreren Millionen Euro. Und dennoch endeckt Esther im Blick ihres Mannes eine gewisse Wärme, an der sie ablesen kann, dass er sie auf seine Art liebt. Er sagt nun zu ihr: “Was hast du, oh Königin Esther, und was ist dein Begehren? Bis zur Hälfte des Königstums, es werde dir auch gegeben” (Esther 5:3).
Esther hat schon beachtilich viel Mut und Glauben bewiesen: Sie ist vor den König getreten, weil ihr Volk in Gefahr ist, durch eine gemeine Intriege ausgerottet zu werden. Bisher ist alles gut gegangen, doch das Schwerste liegt noch vor ihr. Sie muss den stolzen Monarchen davon überzeugen, dass sein engster Berater ihn böswillig übertölpelt hat, damit er ihr Volk ins Verderben stürzt. Wie wird ihr das wohl gelingen, und was lehrt uns ihr Glaube?
“Eine Zeit zum Reden” – klug gewählt
Würde Esther die Intriege vor dem König und dem ganzen Hofstaat aufdecken, könnte sie ihren Mann beschämen. Außerdem hätte sein Berater Haman womöglich Zeit, alles abzustreiten. Was wird Esther tun? Jahrhunderte zuvor hielt König Salomo fest: “Für alles gibt es eine Zeit, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden“ (Prediger 3:1, 7). Man kann sich gut vorstellen, dass der tiefgläubige Mordechai seiner Pflegetochter Esther solche biblischen Weisheiten mit auf den Weg gegeben hat. Sie muss gewußt haben, wie wichtig es ist, sich gut zu überlegen, wann es “Zeit zum Reden” ist.
Sie sagt: “Wenn es dem König gut erscheint, möge der König mit Haman heute zu dem Festmahl kommen, das ich für ihn bereitet habe” (Esther 5:4). Der König ist einverstanden und lässt Haman rufen. Wie besonnen Esther vorgeht! Sie wahrt die Würde ihres Mannes und möchte eine angenehme Atmosphäre schaffen, bevor sie ihn ins Vertrauen zieht.
Zweifellos bereitet Esther das Festmahl bis ins Kleinste vor, um allen Vorlieben des Königs gerecht zu werden. Erlesene Weine sollen für eine gelöste Stimmung sorgen (Psalm 104:15). Ahasverus lässt es sich gut gehen und erkundigt sich nochmals, was Esther auf dem Herzen hat. Ist jetzt der Moment zum Reden?
Esther hält die Zeit für noch nicht gekommen. Stattdessen lädt sie den König und Haman zu einem weiteren Bankett ein, das gleich am nächsten Tag stattfinden soll (Esther 5:7, 8). Warum zögert sie noch? Es steht viel auf dem Spiel. Immerhin ist ihr ganzes Volk wegen eines königlichen Dekrets dem Tode ausgeliefert. Esther muss unbedingt den richtigen Augenblick abpassen. Sie wartet also ab und hat dadurch noch einmal die Gelegenheit, ihrem Mann zu zeigen, wie sehr sie ihn achtet.
Geduld ist ein seltenes und doch wertvolles Gut. Obwohl Esther angespannt ist und am liebsten reden würde, hält sie sich zurück. Wohl die meisten haben schon so manches himmelschreiendes Unrecht beobachtet. In so einer Situation kann man von Esthers Geduld viel lernen. In Sprüche 25:15 heißt es: “Durch Geduld wird ein Befehlshaber beredet, und eine milde Zunge, sie kann einen Knochen zerbrechen”. Geduldiges Abwarten und sanfte Worte können sogar Widerstand brechen, der so stark ist wie ein Knochen. Wird Esther von ihrem Gott Jehova für ihre Geduld und Besonnenheit belohnt?
Ihre Geduld zahlt sich aus
Esthers Geduld ebnet den Weg für unerwartete Entwicklungen! Beschwingt verlässt Haman das erste Festmahl – “freudig und frohen Herzens”, son dem Königspaar so geehrt zu werden. Als er jedoch durchs Palasttor geht, fällt sein Blick auf Mordechai, diesen Juden, der sich immer noch weigert, ihm die gebührende Ehrre zu erweisen. Doch Mordechai hat seine Gründe. Er will nicht respektlos sein, sondern ein gutes Gewissen und ein gutes Verhältnis zu seinem Gott Jehova behalten. Haman wird indessen “sogleich von Wut gegen Mordechai erfüllt” (Esther 5:9).
Als Haman seiner Frau und seinen Freunden von Mordechais Unverfrorenheit berichtet, raten sie ihm, einen über 20 Meter hohen Galgen aufzurichten und vom König die Erlaubnis einzuholen, Mordechai daran aufzuhängen. Der Vorschlag gefällt Haman und er schreitet zur Tat (Esther 5:12-14).
Inzwischen verbringt der König eine schlaflose Nacht. die Bibel drückt es so aus: “Während jender Nacht floh den König der Schlaf.” Er lässt sich die Chronik seines Reiches bringen und daraus vorlesen. Darin findet sich der Bericht über einen Mordanschlag auf ihn. Er erinnert sich: Die Attentäter wurden gefasst und hingerichtet. Aber was war mit Mordechai, der die Verschwörung aufgedeckt hatte? Dem König fällt plötzlich ein, dass ihm ja ganz entgangen ist, ob und wie Mordechai belohnt wurde. Und tatsächlich: Man hatte das einfach übersehen (Esther 6:1-3).
Aufgeregt fragt der König, ob ein Hofbeamter in der Nähe ist, der ihm sagen kann, wie sich das Versäumnis wiedergutmachen lässt. Und siehe da! Im Hof steht ausgerechnet Haman, der wahrscheinlich schon so früh auf den Beinen ist, weil er es nicht abwarten kann, sich die Hinrichtung Mordechais genehmigen zu lassen. Aber noch bevor er zu Wort kommt, will Ahasverus von ihm wissen, was man für jemand tun könne, den der König besonders ehren möchte. Haman glaubt, er selbst sei gemeint und denkt sich eine pompöse Zeremonie aus: Man lege dem Mann königliche Gewänder an, setze ihn auf das Pferd des Königs, lasse ihn von einem hohen Würdenträger durch Susa führen und überhäufe ihn vor aller Ohren mit Lob. Was Haman wohl für ein Gesicht gemacht hat, als er erfuhrt, dass als das mit Mordechai geschehen sollte! Und der Gipfel ist: Er selbst soll auch noch das Loblied auf Mordechai anstimmen (Esther 6:4-10).
Zähneknirschend erfüllt Haman die lästige Pflicht und eilt dann verstört nach Hause. Von seiner Frau und seinen Freunden muss er sich anhören, dass diese unerwartete Wende nichts Gutes ahnen lasse. Er werde im Kampf gegen Mordechai den Kürzerren ziehen (Esther 6:12,13).
Da Esther geduldig einen weiteren Tag abwartete, hat Haman Zeit, seine Intrige weiterzuspinnen, wodurch er letztlich seinen Untergang besiegelt. Und war es nicht vielleicht sogar Jehova, der dem König die schlaflose Nacht bereitet hat? (Sprüche 21:1). Nicht umsonst empfihelt uns Gottes Wort, eine “wartende Haltung” einzunehmen (Micha 7:7). Wenn wir auf Gott warten, werden wir feststellen, dass seine Lösung viel besser ist als alles, was wir uns selbst ausdenken könnten.
Mutig ergreift sie das Wort
Esther wagt es nicht, den König noch länger auf die Folter zu spannen. Beim zweiten Bankett muss sie alles ans Tageslicht bringen. Nur wie? Zum Glück macht es ihr der König leicht und fragt sie erneut nach ihrem Anliegen (Estehr 7:2). Jetzt ist es “Zeit zum Reden”!
Gut möglich, dass Esther ein stilles Gebet spricht, bevor sie sagt: “Wenn ich in deinen Augen Gunst gefunden habe, o König, und wenn es dem König wirklich gut scheint, so werde mir auf mein Gesuch hin meine eigene Seele gegeben und mein Volk auf meine Bitte (Esther 7:3). Bezeichnenderweise bringt sie ihre Achtung vor dem Urgteilsvermögen des Königs zum Ausdruck. Ganz anders, als ihre Vorgängerin Waschti, die den König öffentlich gedemütigt hattre! (Esther 1:10-12). Auch wirft sie dem König nicht vor, dass er Haman so leichtfertig vertraut hat. Vielmehr bittet sie ihn, sie aus einer lebensbedrohlichen Lage zu befreien.
Diese Bitte kommt für ihn bestimmt völlig unerwartet, und er ist tief bestürzt. Wer sollte es wagen, der Königin etwas anzutun? Esther fährt fort: “Wir sind verkauft worden, ich und mein Volk, um vertilgt, getötet und vernichtet zu werden. Wenn wir nun lediglich zu Sklaven und lediglich zu Mägden verkauft worden wären, so hätte ich geschwiegen. Aber die Bedrängnis i st nicht angebracht, wenn sie dem König zum Schaden gereicht” (Esther 7:4). Esther nennt die Dinge beim Namen, gibt aber gleichzeitig zu verstehen, dass sie nichts gesagt hätte, wenn ihrem Volk bloß die Sklaverei drohen würde. Doch dieser Völkermord würde auch den König selbst teuer zu stehen kommen. Wie könnte sie da Stillschweigen bewahren!
Esther hat beispielhafte Überzeugungsarbeit geleistet. Sollte man selbst irgendwann einmal in der Familie oder aber gegenüber einer höhergestellten Person eine heikle Angelegenheit ansprechen müssen, kann einen Geduld kombiniert mit Respekt und Offfenheit ein großes Stück weiterbringen (Sprüche 16:21,23).
Ahasverus will sofort wissen: “Wer ist dieser, und wo ist der, der sich erdreistet hat, auf diese Weise zu tun?” Esther zeigt auf den Schuldigen und sagt: “Dieser Mann, der Widersacher und Feind, ist dieser schlechte Haman.” Die Atmosphäre ist zum Zerreißen gespannt. Haman zuckt zusammen, und dem launischen Monarchen steigt die Zornesröte ins Gesicht. Sein engster Berater hat ihn zu einem Erlass verleitet, der für seine geliebte Frau den Tod bedeutet! Der König stürmt in den Palastgaren hinaus, um sich wieder zu fangen (Esther 7:5-7).
Als hinterhältiger Feigling entlarvt, wirft sich Haman der Königin zu Füßen. Da kehrt der König zurück und endeckt Haman, wie er Esther auf ihrem Ruhebett anfleht. Empört bezichtigt der König ihn der versuchten Vergewaltigung im eigenen Palast. Hamans letzte Stunde hat geschlagen! Mit verhülltem Gesicht wird er abgeführt. Nun erzählt ein Hofbeamter dem König von dem Galgen, den Haman für Mordechai aufgestellt hat. Augenblicklich gibt Ahasverus den Befehl, Haman selbst darran zu hängen (Esther 7:8-10).
In der heutigen Welt hat man manchmal das Gefühl, dass es einfach keine Gerechtigkeit mehr gibt. Was Esther angeht, sie verzweifelte nicht, wurde nicht zynisch, verlor nicht das Gottvertrauen. Als der richtige Zeitpunkt gekommen war, ergriff sie mutig das Wort und überließ Jehova den Ausgang der Sache. Damit liefert sie uns ein nachahmenswertes Beispiel. Jehova hat sich seit Esthers Tagen nicht geändert. Er kann gemeine Intriganten nach wie vor mit ihren eigenen Waffen schlagen, so wie er es bei Haman tat (Psalm 7:11-16).
Sie setzt sich selbstlos für Jehova und sein Volk ein
Endlich erfährt der König, wer Mordechai wirklich ist: nicht nur ein loyaler Untertan, der einen Mordanschlag vereitelt hat, sondern auch Esthers Pflegevater. Ahasverus überträgt ihm Hamans Stellung als erster Minister. Hamans Haus und sein stattliches Vermgen geht an Esther, die Mordechai als Verwalter einsetzt (Esther 8:1,2).
Esther und Mordechai sind in Sicherheit. Wird sich die Königin nun entspannt zurücklehnen? Dazu müsste sie selbstsüchtig sein, doch das liegt ihr fern. Immerhin verbreitet sich Hamans Erlass wie ein Lauffeuer im ganzen Perserreich. Durch das Pur oder Los hatte Haman die günstigste Zeit für die Ausrottung der Juden ermittelt, was offensichtlich mit Spiritismus zu tun hatte (Esther 9:24-26). Es sind zwar noch Monate bis dahin, aber die Zeit läuft unaufhaltsam ab. Lässt sich das Unglück noch irgendwie abwenden?
Wieder riskiert Esther selbstlos ihr Leben und erscheint unaufgefordert vor dem Königl Diesmal fleht sie ihn unter Tränen an, den grausamen Erlass gegen ihr Volk aufzuheben. Nur: Gesetzte, die im Namen des persischen Monarchen verabschiedet wurden, dürfen nicht mehr geändert werden (Daniel 6:12,15). Der König ermächtigt deshalb Esther und Mordechai, einen weiteren Erlass herauszugeben, um ihre Landsleute zu retten. Mit diesem zweiten Erlass erhalten die Juden das Recht, sich gegen ihre Feinde zu verteidigen. Berittene Kuriere eilen in alle Himmelsrichtungen, um die gute Nachricht zu überbringen. Die Juden können wieder aufatmen (Esther 8:3-16). Überall in dem riesigen Perserreich bewaffnen sie sich und bereiten sich auf den Kampf vor, was ohne den neuen Erlass undenkbar wäre. Bleibt die entscheidende Frage: Wird “Jehova der Heerscharen” seinem Volk zum Sieg verhelfen? (1. Samuel 17:45).
Als der Tag schließlich da ist, stehen die Juden bereit. Viele persische Beamte stellen sich auf ihre Seite, nachdem sich überall herumgesprochen hat, dass der Jude Mordechai jetzt erster Minister ist. Jehova schenkt seinem Volk einen überwältigenden Sieg. Und durch die verheerende Niederlage, die er den Feinden bereitet, sollen die Juden zweifellos vor einem grausamen Vergeltungsakt geschützt werden (Esterh 9:1-6).
Fußnote:
Außerdem könnte Mordechai niemals gefahrlos das Haus Hamans verwalten, solange die zehn Söhne des Schurken noch am leben sind. Auch sie werden getötet (Esther 9:7-10). Damit erfüllt sich eine biblische Prophezeiung. Gott hatte vorausgesagt, dass die Amalekiter, erbitterte Feinde der Israeliten, vollständig ausgerottet werden sollten (5. Mose 25:17-19). Die Söhne Hamans waren womöglich noch die Allerletzten, die zu diesem verurteilten Volk gehörten.
Esther trug eine schwere Last auf ihren zarten Schultern. Es war sicherlich nicht leicht, mit köninglichen Erlassen konfrontiert zu werden, bei denen es um Krieg und Todesurteile ging. Doch Jehova wollte sein Volk vor dem Untergang bewahren. Immerhin sollte aus der Nation Israel der Messias kommen, der Hoffnungsträger der ganzen Menschheit (1. Mose 22:18). heute sind wir froh, dass der Messias, Jesus Christus, seinen Nachfolgern verboten hat, sich an Kriegen zu beteiligen (Matthäus 26:52).
Dennoch befinden wir uns in einem Krieg, aber nicht gegen Menschen. Satan lässt nichts unversucht, unser Vertrauen auf Jehova Gott zu erschüttern (2. Korinther 10:3,4). Wie gut ist es da, ein Vorbild wie Esther zu haben! Beweisen wir wie sie Gottvertrauen, indem wir überlegt und mutig Überzeugungsarbeit leisten, mutig handeln und selbstlos für Gottes Volk eintreten.
Fragen zum Buch Ester:
Manche Bibelwissenschaftler sehen Mordechai als Opportunisten, der durch Esthers Heirat zu Ansehen kommen wollte. Doch diese Annahme entbehrt jeder Grundlage. Als gottesfürchtiger Jude konnte Mordechai eine solche Verbindung nicht befürworten (5. Mose 7:3). Nach jüdischer Überlieferung versuchte er sogar, die Eheschließung zu verhindern. Allerdings hatten er und Esther wohl kaum eine Wahl. Schließlich lebten sie als Ausländer in einem Land, das von einem Alleinherrscher im Rang eines Gottes regiert wurde. Im Nachhinein zeigte es sich jedoch, dass Jehova Esthers Stellung als Königin nutzen konnte, um sein Volk vor dem Untergang zu bewahren (Esther 4:14).
Offensichtlich war es Mordechai, der im Auftrag Gottes das Bibelbuch Esther schrieb. Möglicherweise wurde das Buch zunächst zu den amtlichen Aufzeichnungen der Perser gelegt, ehe man es nach Jerusalem mitnahm. Wäre der Name Jehova darin vorgekommen, hätten persische Götzendiener das Buch womöglich vernichtet. Eins steht jedenfalls fest: Bei den Ereignissen, die im Buch Esther geschildert werden, muss Jehova die Hand im Spiel gehabt haben. Interessanterweise ist der Gottesname im hebräischen Text mehrmals in einer Art Akrostichon verborgen. Dabei sind die Formulierungen offensichtlich so gewählt, dass die Anfangs- und Ensbuchstaben von vier aufeinanderfolgenden Wörtern den Namen Gottes ergeben (Esther 1:20, Fußnote).
Dieser Vorwurf wird von Biblkritikern erhoben. Doch einige Bibelwissenschaftler bescheinigen dem Schreiber des Buches eine bemerkenswert detaillierte Kenntnis des Könighauses, der Architektur und des Brauchtums von Persien. Zwar gibt es bis heute k eine außerbiblischen Hinweise auf Königin Esther, aber sie wäre auch nicht die erste königliche Persönlichkeite, die in amtlichen Verzeichnissen nicht auftaucht. Außerdem lässt sich sehr wohl belegen, dass ein Mann namens Marduka (persisch für Mordechai) in der Zeit, die im Buch Esther behandelt wird, Hofbeamter in Susa war.