Familie Thomas Pape

47 Replies to “Jakobus”

  1. Jakobus 1 – 2

    Jakobus 1:2-4

    Erachtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet, 3 da ihr ja wißt, daß die geprüfte Echtheit eures Glaubens Ausharren bewirkt. 4 Doch laßt das Ausharren sein Werk vollständig haben, damit ihr vollständig und in jeder Hinsicht gesund seid und es euch an nichts fehlt.

    wie sind wir zu Glaubensprùfungen eingestellt und dazu, dass wir um der Wahrheit willen einiges erdulden müssen?

    Wie zeigt sich dies in unserem Handeln, aber auch in unseren Gesprächen?

    Jakobus 1:12

    Glücklich ist der Mann, der die Prüfung erduldet, denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Jehova denen verheißen hat, die ihn beständig lieben.

  2. Jakobus 1:26

    Wenn es jemandem scheint, daß er die äußere Form der Anbetung beachtet, und er dennoch seine Zunge nicht zügelt, sondern sein Herz weiterhin betrügt, dessen Form der Anbetung ist nichtig.

    dazu etwas ergänzender Stoff aus dem Buch „Bewahrt euch in Gottes Liebe‘, der uns ja allen noch gut in Erinnerung sein sollte, da wir ihn erst in den letzten Wochen im Versammlungsbibelstudium betrachtet haben:

    Schädigendes Geschwätz, Verleumdung
    Ist es verkehrt, über andere zu reden? Nicht wenn es einfach nur um harmlose Informationen geht, um etwas Positives oder Nützliches, zum Beispiel wenn man sich erzählt, wer sich hat taufen lassen oder wer ein nettes, aufmunterndes Wort gebrauchen könnte. Die Christen im 1. Jahrhundert waren lieb umeinander besorgt und tauschten in gewissem Rahmen Neuigkeiten übereinander aus (Epheser 6:21, 22; Kolosser 4:8, 9). Problematisch wird es, wenn man anfängt, Tatsachen zu verdrehen und Privates an die große Glocke zu hängen. Und richtig schlimm ist es, wenn solches Geschwätz in Verleumdung ausartet. Das richtet nämlich immer Schaden an. Verleumden bedeutet, über jemand „Unwahres [zu] verbreiten mit der Absicht, seinem Ansehen zu schaden“. Die Pharisäer versuchten zum Beispiel Jesus durch boshafte Verleumdungen in Misskredit zu bringen (Matthäus 9:32-34; 12:22-24). Verleumdung führt nicht selten zu Zank und Streit (Sprüche 26:20).

    12 Für Jehova ist es keine Kleinigkeit, wenn jemand sein Geschenk, die Sprache, dazu missbraucht, andere mit Schmutz zu bewerfen oder einen Keil zwischen Menschen zu treiben. Er hasst alle, die „Streitigkeiten unter Brüdern“ heraufbeschwören (Sprüche 6:16-19). Das griechische Wort, das mit „Verleumder“ wiedergegeben wird, ist diábolos und wird auch als Titel für Satan gebraucht. Er ist der „Teufel“, der böswillige Verleumder Gottes (Offenbarung 12:9, 10). Bestimmt möchte sich doch niemand von uns durch seine Sprache quasi zu einem Teufel machen! Verleumdung, die zu „Werken des Fleisches“ wie „Wortzänkereien“ und „Spaltungen“ führt, hat deshalb in der Versammlung keinen Platz (Galater 5:19-21). Bevor man also etwas über jemand weitererzählt, muss man sich überlegen: Stimmt es überhaupt? Würde es demjenigen gefallen, wenn ich das jetzt erzähle? Muss es sein, oder sollte ich es besser bleiben lassen? (1. Thessalonicher 4:11).

    13 Verletzende Worte und Beschimpfungen
    Wie schon gesagt, haben Worte viel Kraft und können böse verletzen. Da wir ja alle unvollkommen sind, rutscht uns immer wieder mal etwas heraus, was uns hinterher leidtut. Die Bibel warnt jedoch davor, sich einen Umgangston anzugewöhnen, der sowohl zu Hause als auch in der Versammlung absolut nichts verloren hat. Paulus legt uns dringend ans Herz: „Möge alle boshafte Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und lästerliches Reden samt aller Schlechtigkeit von euch entfernt werden“ (Epheser 4:31). Für „lästerliches Reden“ steht in anderen Bibelübersetzungen „gehässiges Gerede“, „verletzende Sprache“, „Beleidigung“. Verletzendes Reden — jemandem Schimpfnamen zu geben, ihn immer wieder abzukanzeln oder sonst irgendwie herabzusetzen — kann einem Menschen leicht das Selbstwertgefühl und die Würde nehmen. Besonders bei Kindern, die sehr sensibel und verletzlich sind, wirkt sich so etwas vernichtend aus (Kolosser 3:21).

    14 In der Bibel wird es aufs Schärfste verurteilt, andere zu beschimpfen. Ein „Schmäher“, der permanent andere verunglimpft, beleidigt oder sonst wie schlechtmacht, riskiert Kopf und Kragen. Man wird wiederholt versuchen, ihm zu helfen, aber wenn er darauf nicht reagiert, kann er aus der Versammlung ausgeschlossen werden. Ändert er sich danach immer noch nicht, könnte er sich letztlich auch den Weg in die neue Welt versperren (1. Korinther 5:11-13; 6:9, 10). Aus alldem wird klar: Wir können nicht in Gottes Liebe bleiben, wenn wir immer wieder Dinge sagen, die unwahr, lieblos und negativ sind. So eine Sprache reißt herunter.

  3. Jakobus 2:10

    Denn wer auch immer das ganze GESETZ hält, aber in einem einzigen Punkt einen Fehltritt tut, der hat sich gegen alle vergangen.

    wie ist das gemeint? Wir sind doch nicht vollkommen und es gibt niemand, der nicht gesündigt hat.

    Keine Sorge, der Text erklärt sich in den folgenden Versen sebst:

    Jakobus 2:11-13

    Denn der, der gesagt hat: „Du sollst nicht ehebrechen“, hat auch gesagt: „Du sollst nicht morden.“ Wenn du nun nicht die Ehe brichst, aber mordest, bist du ein Gesetzesübertreter geworden. 12 Redet weiterhin so, und handelt weiterhin so wie die, die durch das Gesetz eines freien Volkes gerichtet werden sollen. 13 Denn für den, der nicht Barmherzigkeit übt, wird das Gericht ohne Barmherzigkeit sein. Barmherzigkeit frohlockt triumphierend über das Gericht.

  4. Jakobus 2:14-17

    Von welchem Nutzen ist es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Dieser Glaube kann ihn doch nicht etwa retten? 15 Wenn sich ein Bruder oder eine Schwester in nacktem Zustand befindet und [es ihnen an] der für den Tag hinreichenden Speise fehlt, 16 aber einer von euch sagt zu ihnen: „Geht hin in Frieden, haltet euch warm und wohlgenährt“, ihr gebt ihnen aber nicht das für [ihren] Körper Notwendige, von welchem Nutzen ist das? 17 Ebenso ist der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.

    Glaube ohne Werke ist tot

    Jaobuus 2:18-24

    Dennoch wird jemand sagen: „Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeig mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich werde dir meinen Glauben durch meine Werke zeigen.“ 19 Du glaubst, daß es einen einzigen Gott gibt, nicht wahr? Du tust sehr wohl. Doch glauben auch die Dämonen und schaudern. 20 Möchtest du aber wissen, du leerer Mensch, daß der Glaube ohne Werke untätig ist? 21 Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtgesprochen, nachdem er Isa·ak, seinen Sohn, auf dem Altar dargebracht hatte? 22 Du siehst, daß [sein] Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte, und durch [seine] Werke wurde [sein] Glaube vollkommen gemacht, 23 und das Schriftwort wurde erfüllt, welches sagt: „Abraham setzte Glauben in Jehova, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“, und er wurde „Freund Jehovas“ genannt.

    24 Ihr seht, daß ein Mensch durch Werke gerechtgesprochen wird und nicht durch Glauben allein.

    das Beispiel Abrahams

    Jakobus 2:25-26

    Wurde nicht ebenso auch Rahab, die Hure, durch Werke gerechtgesprochen, nachdem sie die Boten gastfreundlich aufgenommen und sie auf einem anderen Weg weggesandt hatte? 26 Ja, wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.

    auch Rahabs Glaube war durch ihre Werke offensichtlich.

    Wie steht es mit unserem Glauben? Ist er lebendig? Ist er durch unsere Werke offenichtlich?

  5. Jakobus 3 – 5

    Jakobus 3:2-10

    Denn wir alle straucheln oft. Wer nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann, imstande, auch [seinen] ganzen Leib zu zügeln. 3 Wenn wir den Pferden Zäume ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir auch ihren ganzen Körper. 4 Seht! Selbst Schiffe, so groß sie auch sind und obwohl sie von starken Winden getrieben werden, werden durch ein sehr kleines Steuerruder dorthin gelenkt, wohin die Neigung des Steuermanns will.

    5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied, und doch erhebt sie große Prahlereien. Seht, welch kleines Feuer es erfordert, um eine so große Waldung in Brand zu setzen! 6 Nun, die Zunge ist ein Feuer. Die Zunge stellt sich unter unseren Gliedern als eine Welt der Ungerechtigkeit dar, denn sie besudelt den ganzen Leib und setzt das Rad des natürlichen Lebens in Brand, und sie wird durch die Gehenna in Brand gesetzt. 7 Denn jede Art von wildlebenden Tieren wie auch von Vögeln und Kriechtieren und Meerestieren wird von der menschlichen Natur gezähmt und ist gezähmt worden. 8 Die Zunge aber, kein einziger Mensch kann sie zähmen. Ein widerspenstiges, schädliches Ding voll todbringenden Giftes ist sie. 9 Mit ihr segnen wir Jehova, ja [den] Vater, und doch verfluchen wir mit ihr die Menschen, die „gemäß dem Gleichnis Gottes“ ins Dasein gekommen sind. 10 Aus demselben Mund kommen Segen und Fluch hervor.

    siehe auch den ergänzenden Stoff von Jakobus 1:26 dazu

  6. Jakobus 3:13-16

    Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus seinem vortrefflichen Wandel seine Werke mit einer Sanftmut, die zur Weisheit gehört. 14 Wenn ihr aber bittere Eifersucht und Streitsucht in eurem Herzen habt, so prahlt [nicht] und lügt nicht gegen die Wahrheit. 15 Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern ist [die] irdische, animalische, dämonische. 16 Denn wo es Eifersucht und Streitsucht gibt, da gibt es Unordnung und alles Schlechte.

    Wo gliedere ich mich durch meine Taten und Worte ein?

    Habe ich die Weisheit von oben – oder unterstelle ich mich durch mein Reden und mein Tun der irdischen, animalischen und dem dämonischen Einfluss?

  7. Jakobus 3:17-18

    Die Weisheit von oben aber ist vor allem keusch, dann friedsam, vernünftig, zum Gehorchen bereit, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, nicht parteiische Unterschiede machend, nicht heuchlerisch. 18 Überdies wird der Same der Frucht der Gerechtigkeit unter friedevollen Verhältnissen für die gesät, die Frieden stiften.

    hierzu hatten wir vor einigen Jahren einen wunderschönen Kreiskongress. Erinnern wir uns noch an einige Punkte?

  8. Jakobus 4:7-10

    Unterwerft euch daher Gott; doch widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen. 8 Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert euer Herz, ihr Unentschlossenen. 9 Gebt dem Elend Raum und trauert und weint. Euer Lachen wandle sich in Trauer und [eure] Freude in Niedergeschlagenheit. 10 Erniedrigt euch in den Augen Jehovas, und er wird euch erhöhen.

    eine kurze Zusammenfassung dessen, was die Propheten damals immer wieder zu den Abtrünnigen vom Volke Gottes sagten.

    Dies sagte er damals denen von den ersten Christen, die den richtigen Weg verlasen hatten – und dies sagt er auch uns heute, die wir nicht so leben, wie ER das wünscht.

  9. Jakobus 4:11-12

    Hört auf, Brüder, gegeneinander zu reden. Wer gegen einen Bruder redet oder seinen Bruder richtet, redet gegen [das] Gesetz und richtet [das] Gesetz. Wenn du nun [das] Gesetz richtest, bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter.

    12 EINER ist es, der Gesetzgeber und Richter ist, er, der retten und vernichten kann. Du aber, wer bist du, daß du [deinen] Nächsten richtest?

    fühlen wir uns angesprochen?

  10. Jakobus 4:17

    Wenn daher jemand weiß, wie er das tun soll, was recht ist, und es doch nicht tut, so ist es ihm Sünde.

    handeln wir so, wie wir erkannt haben, dass wir es solten?

    Könnten wir uns der Verantwortung entziehen, indem wir vorgeben, dass wir garnicht verstanden haben, was wir tun sollten?

    Ist es vielleicht gar besser, sich garnicht so sehr mit Gottes Wort zu beschäftigen, damit wir nicht verstehen was ER will – und uns ER somit nicht zur Rechenschaft ziehen kann?

  11. Jakobus 5:5-6

    Ihr habt auf der Erde in Luxus gelebt und habt an sinnlichem Vergnügen Gefallen gefunden. Ihr habt am Schlachttag euer Herz fett gemacht. 6 Ihr habt verurteilt, ihr habt gemordet den Gerechten. Widersteht er euch nicht?

    Jakobus 5:9

    Stoßt keine Seufzer gegeneinander aus, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Seht! Der RICHTER steht vor den Türen.

  12. Jakobus 5:10-11

    Brüder, nehmt euch beim Erleiden von Ungemach und beim Geduldüben die Propheten als Beispiel, die im Namen Jehovas geredet haben. 11 Seht! Wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben. Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und

    harren wir aus, oder wollen wir schon heute die Annehmlichkeiten geniessen, „denn man weiss ja nicht, ob und wann Harmagedon endlich kommt“?

  13. Jakobus 5:19-20

    Meine Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit weg in die Irre geführt worden ist, und ein anderer bringt ihn zur Umkehr, 20 so wißt, daß der, der einen Sünder vom Irrtum seines Weges zurückführt, seine Seele vom Tod retten und eine Menge von Sünden bedecken wird.

    Sagst du nun vielleicht:

    „Ach nein, ich mische mich da nicht ein. Das geht mich ja auch garnichts an“.

    oder

    „Neee, lieber nicht. Man weiss ja auch garnicht, wie der andere reagiert. Ich will ihm ja nicht weh tun oder ihn entmutigen und vielleicht kündigt er mir sonst die Freundschaft.“

    oder

    „Da lass ich lieber die Finger von, sonst wendet er sich nachher auch noch gegen mich.“

    oder sogar:

    „Warum was dagegen unternehmen? Das, was er gerade tut, gereicht doch mir gerade zum Vortei!“

    Es gibt ja soooo viele Gründe, uns nicht in die Privatangelegenheiten unserer Brüder einzumischen…

    Aber Moment mal, haben wir nicht gerade vorher auch gelesen „wenn jemand weiss, was zu tun ist und es nicht tut….“?

    hm…..

  14. Jakobus 1 – 2

    Jakobus 1:19-21

    Wißt dies, meine geliebten Brüder. Jeder Mensch soll schnell sein zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; 20 denn eines Mannes Zorn bewirkt nicht Gottes Gerechtigkeit. 21 Legt daher alle Unsauberkeit ab und jenes Überflüssige, [die] Schlechtigkeit, und nehmt mit Milde die Einpflanzung des Wortes an, das eure Seelen zu retten vermag.

    Jakobus 1:22-25

    Werdet indes Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, indem ihr euch selbst durch falsche Überlegungen betrügt. 23 Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, so ist dieser wie ein Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel beschaut. 24 Denn er beschaut sich und geht dann weg und vergißt sogleich, was für ein Mensch er ist. 25 Wer aber in das vollkommene Gesetz, das zur Freiheit gehört, hineinschaut und dabei bleibt, der wird glücklich sein, indem er [es] tut, weil er nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes geworden ist.

    was halten wir von einer Frau, die sich, bevor sie aus dem Haus geht, im Spiegel ansieht, ob alles in Ordnung ist – und sie sieht, dass ihr MakeUp verwischt ist und ihre Kleidung völlig verschmutzt – aber sie geht trotzdem so aus dem Haus?

    Denken wir, dass sie wirklich bewusst in dem Spiegel ihr Bild gesehen hat?

    Können wir glauben, das sie wirklich auf ein sauberes und ordentliches Erscheinungbild bedacht ist?

    Oder haben wir nicht viel eher den Eindruck, dass sie rein mechanisch, ohne wirkliche Aufmerksamkeit in den Spiegel gesehen hat – nicht, weil sie wissen wollte, wie sie aussieht, sondern einfach, weil man einen Blick in den Spiegel wirft, bevor man das Haus verlässt?

    Würden wir ihr glauben, dass sie gerade auf dem Weg zu ihrem ersten Date mit dem Mann ist, den sie schon lange vom weiten bewundert?

    Wie sehen wir in den Spiegel, bevor wir das Haus verlassen?

    Wie lesen wir in der Bibel?

    Schauen wir nur rein mechanisch rein, weil man das als Zeuge Jehovas so macht, ohne wirklich etwas wahrzunehmen?

    Oder gucken wir aufmerksam rein und sehen, was wir noch ändern müssten, damit wir unserem Liebsten – Jehova Gott – wirklich gefallen?

  15. zwei Punkte, die zum „Mißbrauch“ der Zunge zählen

    und die leider oft nicht so wichtig genommen werden

    aus dem Buch „Bewahrt euch in Gottes Liebe“ unter dem Punkt „mit Worten Gutes tun“:

    Schädigendes Geschwätz, Verleumdung

    Ist es verkehrt, über andere zu reden? Nicht wenn es einfach nur um harmlose Informationen geht, um etwas Positives oder Nützliches, zum Beispiel wenn man sich erzählt, wer sich hat taufen lassen oder wer ein nettes, aufmunterndes Wort gebrauchen könnte. Die Christen im 1. Jahrhundert waren lieb umeinander besorgt und tauschten in gewissem Rahmen Neuigkeiten übereinander aus (Epheser 6:21, 22; Kolosser 4:8, 9).

    Problematisch wird es, wenn man anfängt, Tatsachen zu verdrehen und Privates an die große Glocke zu hängen. Und richtig schlimm ist es, wenn solches Geschwätz in Verleumdung ausartet. Das richtet nämlich immer Schaden an.

    Verleumden bedeutet, über jemand „Unwahres [zu] verbreiten mit der Absicht, seinem Ansehen zu schaden“.

    Die Pharisäer versuchten zum Beispiel Jesus durch boshafte Verleumdungen in Misskredit zu bringen (Matthäus 9:32-34; 12:22-24). Verleumdung führt nicht selten zu Zank und Streit (Sprüche 26:20).

    Für Jehova ist es keine Kleinigkeit, wenn jemand sein Geschenk, die Sprache, dazu missbraucht, andere mit Schmutz zu bewerfen oder einen Keil zwischen Menschen zu treiben. Er hasst alle, die „Streitigkeiten unter Brüdern“ heraufbeschwören (Sprüche 6:16-19).

    Das griechische Wort, das mit „Verleumder“ wiedergegeben wird, ist diábolos und wird auch als Titel für Satan gebraucht. Er ist der „Teufel“, der böswillige Verleumder Gottes (Offenbarung 12:9, 10). Bestimmt möchte sich doch niemand von uns durch seine Sprache quasi zu einem Teufel machen! Verleumdung, die zu „Werken des Fleisches“ wie „Wortzänkereien“ und „Spaltungen“ führt, hat deshalb in der Versammlung keinen Platz (Galater 5:19-21)

    Bevor man also etwas über jemand weitererzählt, muss man sich überlegen: Stimmt es überhaupt? Würde es demjenigen gefallen, wenn ich das jetzt erzähle? Muss es sein, oder sollte ich es besser bleiben lassen? (1. Thessalonicher 4:11).

    Verletzende Worte und Beschimpfungen

    Wie schon gesagt, haben Worte viel Kraft und können böse verletzen. Da wir ja alle unvollkommen sind, rutscht uns immer wieder mal etwas heraus, was uns hinterher leidtut. Die Bibel warnt jedoch davor, sich einen Umgangston anzugewöhnen, der sowohl zu Hause als auch in der Versammlung absolut nichts verloren hat.

    Paulus legt uns dringend ans Herz: „Möge alle boshafte Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und lästerliches Reden samt aller Schlechtigkeit von euch entfernt werden“ (Epheser 4:31).

    Für „lästerliches Reden“ steht in anderen Bibelübersetzungen „gehässiges Gerede“, „verletzende Sprache“, „Beleidigung“. Verletzendes Reden — jemandem Schimpfnamen zu geben, ihn immer wieder abzukanzeln oder sonst irgendwie herabzusetzen — kann einem Menschen leicht das Selbstwertgefühl und die Würde nehmen. Besonders bei Kindern, die sehr sensibel und verletzlich sind, wirkt sich so etwas vernichtend aus (Kolosser 3:21).

    In der Bibel wird es aufs Schärfste verurteilt, andere zu beschimpfen. Ein „Schmäher“, der permanent andere verunglimpft, beleidigt oder sonst wie schlechtmacht, riskiert Kopf und Kragen.

    Man wird wiederholt versuchen, ihm zu helfen, aber wenn er darauf nicht reagiert, kann er aus der Versammlung ausgeschlossen werden. Ändert er sich danach immer noch nicht, könnte er sich letztlich auch den Weg in die neue Welt versperren (1. Korinther 5:11-13; 6:9, 10).

    Aus alldem wird klar: Wir können nicht in Gottes Liebe bleiben, wenn wir immer wieder Dinge sagen, die unwahr, lieblos und negativ sind. So eine Sprache reißt herunter.

    Also achten wir bitte auf unsere Sprache – und ganz besonders auf unsere innere Einstellung, denn wir wissen ja „aus der Fülle des Herzens redet der Mund“!

    Wir wir in dem neuen StudienWT von Februar 2011 in dem Artikel „Vermittel deinen Kindern respektvolles Verhalten“hören/lesen konnten, ist dabei auch die innere Einstellung wichtig. Es reicht nicht, nur nach Aussen hin den Anschein zu erwecken, dass wir Respekt vor der Person haben, es muss von Innen kommen:

    Leider begegnen sich die Menschen heutzutage immer weniger mit Respekt. Das ist es umso wertvoller, wenn man gelernt hat, mit anderen respektvoll umzugehen. Dazu kommt, dass uns die Bibel ans Herz legt: „Betragt euch auf eine Weise, die der Guten Botschaft über den Christus würdig ist“ (Philipper 1:27, 2. Timotheus 3:1-5).

    Deshalb ist es so wichtig, dass wir unseren Kindern vermitteln, wie man anderen Respekt erweist – und zwar indem man nicht nur der Forum halber höflich ist, sondern ihnen echte Achtung entgegenbringt.

    Wie sieht es mit meiner inneren Einstellung aus?

    Habe ich Achtung und Respekt vor anderen? Zeigt sich dies in allem was ich tue und was und wie ich rede?

    Muss ich noch an mir arbeiten, damit ich in den beiden o.g. Punkten noch mehr mit Jehovas Denkweise übereinstimme?

  16. Jakobus 1 – 2

    Jakobus 1:9

    Wer arm ist und wenig beachtet wird, soll sich darüber freuen, dass er vor Gott hoch angesehen ist.

    Immer wieder der Gedanke:

    Es zählt einzig und allein, wie Jehova uns sieht.

    Wenn Menschen uns verachten, schlecht über uns reden, oder wir aufgrund von Lügen und Intrigen einen schlechten Ruf habe und alles verlieren – dann ändert dies dennoch nichts daran, wie Gott uns sieht!

    Und was nützt uns ein guter Name bei Menschen?

    Menschen kommen und gehen, ein guter Freund würde selbst in so einer Situation zu uns halten – und so ein Freund ist Jehova.

    Ist dies nicht viel mehr wert als alles andere?

  17. Jakobus 1:19-25

    Echte und falsche Frömmigkeit

    19 Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn! 20 Denn im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt. 21 Deshalb trennt euch von aller Schuld und allem Bösen.

    Nehmt vielmehr bereitwillig Gottes Botschaft an, die er wie ein Samenkorn in euch gelegt hat. Sie hat die Kraft, euch zu retten. 22 Allerdings genügt es nicht, seine Botschaft nur anzuhören; ihr müsst auch danach handeln. Alles andere ist Selbstbetrug!

    23 Wer Gottes Botschaft nur hört, sie aber nicht in die Tat umsetzt, dem geht es wie einem Mann, der in den Spiegel schaut. 24 Er betrachtet sich, geht wieder weg und hat auch schon vergessen, wie er aussieht.

    25 Ganz anders ist es dagegen bei dem, der nicht nur hört, sondern immer wieder danach handelt. Er beschäftigt sich gründlich mit Gottes Gesetz, das vollkommen ist und frei macht. Er kann glücklich sein, denn Gott wird alles segnen, was er tut.

    Glaube ohne Werke ist tot!

  18. Jakobus 3 – 5

    Jakobus 3:5-6

    Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. 6 Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet.

    Hierzu passt das, was wir vor einiger Zeit im Studienartikel betrachtet haben. Dort hieß es auszugsweise:

    Aber wenn wir uns so sehr gekränkt fühlen, dass wir einfach nicht darüber hinwegsehen können? Unserem Herzen bei jedem, der es hören will Luft zu machen, wäre nicht gerade weise. Durch Geschwätz wird ja nur der Frieden in der Versammlung gestört. Was ist dann nötig, um die Sache friedlich aus der Welt zu schaffen? In Matthäus 18:15 heißt es: „Wenn dein Bruder eine Sünde begeht, so gehe hin, lege seinen Fehler zwischen dir und ihm allein offen dar. Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen.“

    Es kann vorkommen, dass uns ein vermeintliches Unrecht so sehr beschäftigt, dass wir den Drang verspüren, ständig darüber zu reden. Und so heulen wir uns bei anderen aus – anstatt das Problem mit der Person zu lösen, die diese Gefühle in uns ausgelöst hat.

    Oftmals meinen wir dies überhaupt nicht böse, aber da der Mund bekanntlich ja aus der Fülle des Herzens redet, kann es vorkommen, dass es über läuft und wir davon mit Unbeteiligten reden.

    Wenn wir es dann eines Tages geschafft haben, die Probleme mit dieser Person zu lösen und uns wieder vertragen haben – dann stellen wir vielleicht fest, was für einen Schaden wir verursacht habe: ohne es zu wollen und ohne es zu bemerken. Ich denke hier an die Geschichte mit den Federn im Wind, die wir im Rahmen eines Studienartikels vor einigen Wochen betrachtet hatten:

    “Im Wind verstreute Federn”

    Eine alte jüdische Geschichte macht sehr schön deutlich, was durch abfälliges Gerede angerichtet weden kann. Es gibt sie in unterschiedlichen Versionen, doch im Wesentlichen lautet sie wie folgt:

    Ein Mann verbreitet verleumderische Behauptungen über den weisesten Mann der Stadt. Später bedauerte er seine üble Nachrede und bat den Weisen um Vergebung. Er wolle auch alles Nötige tun, um den Schaden wiedergutzumachen. Der Weise bat ihn nur um eines: Er solle doch ein mit Federn gefülltes Kissen aufschneiden und die Federn im Wind verstreuen. Erstaunt ob dieser merkwürdigen Bitte, ging der Mann seiner Wege und tat, wie ihm geheißen wurde.

    Wieder zurück, fragte er den Weisen: “Habt Ihr mir nun vergeben?”

    Dieser antwortete: “Geht zuerst und sammelt alle Federn wieder ein.”

    “Aber das ist doch unmöglich” Der Wind hat sie doch alle längst davongetragen!”

    “Genauso unmöglich ist es, den Schaden wiedergutzumachen, den Ihr durch Eure Worte angerichtet habt.”

    Die Lehre liegt auf der Hand. Was einmal gesagt worden ist, kann nicht wieder zurückgenommen werden. Und die entstandenen Verletzungen lassen sich vielleicht nie wieder ganz heilen. Sind wir versucht, negatives Gerede weiterzuerzählen, dann halten wir uns vor Augen, dass wir gerade im Begriff stehen, Federn im Wind zu verstreuen.

    (aus dem Studienartikel vom 15.07.2011)

    Genau diesen Gedanken wollte der Apostel hier rüber bringen: wir müssen ganz sorgfältig darauf achten, was wir sagen und wie wir es sagen – sonst könnte es sein, dass wir uns nicht nur unserem Bruder gegenüber versündigen, sondern auch gegen Gott!

    Jakobus 3:8

    Aber seine Zunge kann kein Mensch zähmen. Ungebändigt verbreitet sie ihr tödliches Gift.

  19. Jakobus 3:13-16

    Hält sich jemand von euch für klug und weise? Dann soll das an seinem ganzen Leben abzulesen sein, an seiner Freundlichkeit und Güte. Sie sind Kennzeichen der wahren Weisheit. 14 Seid ihr aber voller Neid und Streitsucht, dann braucht ihr euch auf eure angebliche Weisheit nichts einzubilden. In Wirklichkeit verdreht ihr so die Wahrheit. 15 Eine solche Weisheit kann niemals von Gott kommen. Sie ist irdisch, ungeistlich, ja teuflisch. 16 Wo Neid und Streitsucht herrschen, da gerät alles in Unordnung; da wird jeder Gemeinheit Tür und Tor geöffnet.

    Jakobus 3:17-18

    Die Weisheit aber, die von Gott kommt, ist vor allem aufrichtig; außerdem sucht sie den Frieden, sie ist freundlich, bereit nachzugeben und lässt sich etwas sagen. Sie hat Mitleid mit anderen und bewirkt Gutes; sie ist unparteiisch, ohne Vorurteile und ohne alle Heuchelei. 18 Nur wer selber Frieden schafft, wird die Gerechtigkeit ernten, die dort aufgeht, wo Frieden herrscht.

    Woran können wir gemäß diesen Worten erkennen, wer Gott dient – und wer ihm nicht dient?

    Jakobus 4:1-3

    Wieso gibt es denn bei euch so viel Kämpfe und Streitigkeiten? Kommt nicht alles daher, dass ihr euren Leidenschaften und Trieben nicht widerstehen könnt? 2 Ihr wollt alles haben und werdet nichts bekommen. Ihr seid voller Neid und tödlichem Hass; doch gewinnen werdet ihr dadurch nichts. Eure Streitigkeiten und Kämpfe nützen euch gar nichts. Solange ihr nicht Gott bittet, werdet ihr nichts empfangen. 3 Wenn ihr freilich Gott nur darum bittet, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen, wird er euch nichts geben.

  20. Jakobus 4:7-8

    Unterstellt euch Gott, und widersetzt euch dem Teufel. Dann muss er von euch fliehen. 8 Sucht die Nähe Gottes, dann wird er euch nahe sein

    Interessante Übersetzung hier in der Hoffnung für Alle:

    Bei uns heißt es ja „er wird von euch fliehen“. Die Übersetzung „dann muss er“ fliehen ist für mich viel hoffnungsvoller!

    Denn: es bleibt ihm gar nichts anderes übrig! Ob er will oder nicht – er muss!

  21. Jakobus 4:11-12

    Redet nicht schlecht übereinander, liebe Brüder und Schwestern! Denn wer jemandem Schlechtes nachsagt oder ihn verurteilt, der verstößt gegen Gottes Gesetz. Anstatt es zu befolgen, spielt er sich als Richter auf. 12 Gott allein ist beides: Gesetzgeber und Richter. Nur er kann verurteilen oder von Schuld freisprechen. Woher nimmst du dir also das Recht, deine Mitmenschen zu verurteilen?

    Dies kann uns oftmals sehr schwer fallen. Wenn wir das Gefühl haben, ein anderer habe sich gegen uns versündigt und dieser sieht sein Unrecht nicht ein, und wenn uns vielleicht nicht einmal die Ältesten zu unserem Recht verhelfen – dann kann es sein, dass wir innerlich so voller Groll sind, dass es uns ganz erfüllt und wir nichts anderes mehr denken können.

    Dann laden wir uns nicht nur unnötigen Ballast auf – sondern laufen eigentlich über ein Feld, in dem unzählige Minen verborgen sind. Es muß zu einer Katastrophe kommen.

    Aber heißt dies, dass wir dem hilflos ausgeliefert wären? Keinesfalls!

    Jehova lässt uns niemals allein – solange wir ihm gestatten, uns und unser Leben zu leiten. Er ist wie ein Minenpürhund. Aber er weiss nicht nur, wo die Minen liegen, sondern er weiss auch, wie wir auf dem schnellsten Weg aus diesem gefährlichen Gebiet wieder herauskommt. Wenn wir nur auf ihn vertrauen und ihm dicht auf den Fersen folgen, unseren Blick ganz auf IHN dabei fixieren – dann werden wir wieder in Sicherheit gelangen.

    Wie könnte das „ihm folgen“ und „auf ihn verlassen“ aussehen?

    Da wir selbst die Dinge nicht ändern können, wäre es am sinnvollsten, die Dinge in Jehovas Hand zu legen – und dann auch dort zu belassen. Er weiss was passiert ist, er kennt die Umstände und die inneren Beweggründe von jedem Einzelnen: von dem, der sich unserer Ansicht nach gegen uns versuendigt hat und von uns! Er ist ein gerechter Richter und da er jeden gemäß seinen Taten den Lohn zukommen lassen wird, dürfen wir voller Zuversicht darauf vertrauen, dass ER die Dinge richtig stellen wird – wenn die Zeit dazu für ihn gekommen ist. Und bis dahin wird er uns ja nicht im Stich lassen, sondern uns alles geben, was wir dazu benötigen, um in dieser Situation ruhig zu bleiben und die Dinge ruhen zu lassen.

    Jakobus 5:10-11

    Nehmt euch ein Beispiel an den Propheten, die im Auftrag des Herrn gesprochen haben. Wie vorbildlich und mit welcher Geduld haben sie alle Leiden ertragen! 11 Menschen, die so standhaft waren, sind wirklich glücklich zu nennen. Denkt doch nur an Hiob! Ihr habt alle schon gehört, wie geduldig er sein Leiden ertragen hat. Und ihr wisst, dass der Herr in seiner Barmherzigkeit und Liebe alles zu einem guten Ende führte.

    Er wird uns mit seinem heiligen Geist zur Hilfe kommen, damit wir die nötige Selbstbeherrschung aufbringen, nicht darüber zu reden und er wird uns auch den inneren Frieden geben, so dass dieses Problem nicht ständig in uns gärt und unser Denken und Reden vergiftet.

    Was für ein wundervoller Gott, dem wir da dienen dürfen!

  22. WT 15.11.2008

    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus den Briefen des Jakobus

    ETWA 30 Jahre nach Pfingsten 33 u. Z. schreibt der Jünger Jakobus — ein Halbbruder Jesu — einen Brief an „die zwölf Stämme“, das geistige Israel (Jak. 1:1). Seine Absicht: Er wollte seine Mitbrüder ermuntern, im Glauben stark zu bleiben und in Prüfungen auszuharren. Außerdem gibt er Rat wegen beunruhigender Entwicklungen, die in den Versammlungen aufgetreten sind.

    Der Apostel Petrus schreibt seinen ersten Brief kurz vor Beginn der Verfolgung durch Kaiser Nero (64 u. Z.). Er macht seinen Glaubensbrüdern Mut, im Glauben standhaft zu sein. In seinem zweiten Brief, den er kurz nach dem ersten abfasste, legt er ihnen ans Herz, dem Wort Gottes Beachtung zu schenken und den Tag Jehovas im Sinn zu behalten. Zweifellos können wir von den Briefen des Jakobus und Petrus eine Menge profitieren, wenn wir über den Inhalt nachdenken (Heb. 4:12).

    GOTT GIBT ALLEN WEISHEIT, DIE „IM GLAUBEN“ DARUM BITTEN
    (Jak. 1:1—5:20)

    „Glücklich ist der Mann, der die Prüfung erduldet“, schreibt Jakobus, „denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen.“ Jehova schenkt allen, die „unablässig im Glauben“ bitten, die nötige Weisheit, Prüfungen zu ertragen (Jak. 1:5-8, 12).

    Glauben und Weisheit brauchen auch die Lehrer in der Versammlung. Nachdem Jakobus die Zunge als „ein kleines Glied“ bezeichnet hat, das den ‘ganzen Leib besudeln’ kann, warnt er vor weltlichen Tendenzen, die jemandes Verhältnis zu Gott gefährden können. Er umreißt auch, was derjenige, der im Glauben „krank“ oder schwach geworden ist, unternehmen sollte, damit er wieder „gesund“ wird (Jak. 3:1, 5, 6; 5:14, 15).

    Antworten auf biblische Fragen:

    2:13 — Inwiefern ‘frohlockt Barmherzigkeit triumphierend über das Gericht’?
    Wenn die Zeit herbeikommt, wo jeder für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen muss, berücksichtigt Gott unsere barmherzigen Handlungen anderen gegenüber und vergibt uns auf der Grundlage des Loskaufsopfers seines Sohnes (Röm. 14:12). Sollte Barmherzigkeit daher in unserem Leben nicht den Ton angeben?

    4:5 — Welche Schriftstelle zitiert Jakobus hier?
    Er zitiert keinen bestimmten Vers. Wahrscheinlich gehen diese von Gott inspirierten Worte auf den Grundgedanken zurück, der aus Texten wie 1. Mose 6:5, 8:21, Sprüche 21:10 und Galater 5:17 hervorgeht.

    5:20 — Wessen Seele wird vom Tod gerettet, wenn jemand „einen Sünder vom Irrtum seines Weges zurückführt“?
    Ein Christ, der einen Übeltäter dazu bringt, seinen unheilvollen Lauf aufzugeben, kann den reumütigen Sünder davor bewahren, sein Verhältnis zu Jehova oder sogar das ewige Leben zu verlieren. Wer ihm auf diese Weise hilft, wird auch „eine Menge von Sünden [die des Übeltäters] bedecken“.

    Lehren für uns:

    1:14, 15. Sündige Handlungen beginnen mit unrechten Wünschen. Daher dürfen wir falsche Wünsche nicht noch nähren. Stattdessen müssen wir weiterhin über das nachdenken, was unseren Sinn und unser Herz positiv beeinflusst (Phil. 4:8).

    2:8, 9. Parteilichkeit verträgt sich nicht mit dem „königlichen Gesetz“ der Liebe. Daher sind wahre Christen nicht parteiisch.

    2:14-26. Unsere Rettung ist „nicht Werken zu verdanken“ — weder Werken des mosaischen Gesetzes noch christlichen Werken —, sondern wir sind „durch Glauben gerettet worden“. Unser Glaube sollte jedoch mehr sein als ein reines Lippenbekenntnis (Eph. 2:8, 9; Joh. 3:16). Er sollte uns zu Taten anspornen, über die sich Gott freut.

    3:13-17. „Die Weisheit von oben“ ist der „irdischen, animalischen, dämonischen“ Weisheit haushoch überlegen! Wir tun gut daran, ständig nach göttlicher Weisheit zu forschen, so wie man nach verborgenen Schätzen sucht (Spr. 2:1-5).

    3:18, Fußnoten. Der Same der Königreichsbotschaft wird „unter friedevollen Verhältnissen von denen gesät, die Frieden stiften“. Wir wollen also auf keinen Fall arrogant, streitlustig oder unbeherrscht sein, sondern echte Friedensstifter.

  23. Jakobus 1 – 2

    Viele wissen es vielleicht noch nicht, aber die Gesellschaft hat 1979 ein Buch mit „Kommentaren zum Jakobusbrief“ herausgegeben, wo viele Einzelheiten zu unserem besseren Verständnis erläutert werden. Es lohnt sich wirklich, dies beim Lesen des Jakobusbriefes mit einzubeziehen.

    Hier mal als kleiner Appetitanreger das Vorwort für euch, in dem die Wichtigkeit des Briefes auch für uns heute hervorgehoben wird. Während einer Zusammenkunft erwähnte ein älterer Bruder, dass der Brief des Jakobus sich überwiegend mit zwischenmenschlichen Beziehungen beschäftigt. Ein Aspekt, der mir bis dahin überhaupt noch nicht aufgefallen war:

    Einführung zum Jakobusbrief

    DER Jakobusbrief ist ein Aufruf zum praktischen Christentum an alle, die sich zum Glauben an Christus bekennen. Gewisse Tatsachen deuten darauf hin, daß Jakobus, der Schreiber dieses machtvollen Dokuments des Christentums, kein Apostel war, sondern ein Halbbruder des Herrn Jesus Christus. (Siehe Kommentare zu Kapitel 1.) Jakobus muß seinen Brief einige Zeit vor dem Jahre 62 u. Z. geschrieben haben. Wie nämlich der jüdische Geschichtsschreiber Josephus berichtet, ließ der Hohepriester Ananus, ein Sadduzäer, Jakobus in jenem Jahr vor den Sanhedrin stellen und dann steinigen. Einige Gelehrte nehmen an, daß Jakobus seinen Brief um das Jahr 60 u. Z. schrieb.

    Ort der Niederschrift war nach allgemeiner Übereinstimmung der Gelehrten Jerusalem. Alle biblischen Zeugnisse deuten darauf hin, daß Jakobus in Jerusalem lebte und auch dort blieb, während die Apostel damit beschäftigt waren, die Botschaft des Christentums in andere Teile der Welt zu tragen. Offensichtlich war Jakobus eine prominente Persönlichkeit der Versammlung Jerusalem (Apg. 12:17; 15:13; 21:18; 1. Kor. 15:7; Gal. 1:19; 2:9, 12). Sein Brief wird als „katholischer [allgemeiner] Brief“ bezeichnet, weil er im Gegensatz zu den meisten Briefen des Apostels Paulus sowie dem 2. und 3. Johannesbrief nicht an eine bestimmte Versammlung oder eine bestimmte Person gerichtet war.

    Wie aus dem Brief selbst, aber auch aus anderen biblischen Aussagen hervorgeht, war die Christenversammlung bereits fest gegründet und die christliche Lehre deutlich dargelegt worden. Gemäß der Apostelgeschichte und den Briefen des Paulus und des Petrus waren in der ganzen damals zivilisierten Welt Versammlungen gegründet worden. Das bestätigen auch die Grußworte des Jakobus, die er „an die zwölf Stämme [des geistigen Israel], die überall zerstreut sind“, richtete (Jak. 1:1).

    Jakobus spricht verschiedene Probleme an, die in den Versammlungen entstanden waren. Ein Problem, das viel Unruhe verursachte, bestand darin, daß einige Christen die Lehre von der freien Gabe der Gerechtigkeit, die man durch Glauben erlangt, mißverstanden und falsch deuteten (Röm. 5:15-17). Sie behaupteten irrtümlich, daß ein Christ, der Glauben habe, keine Werke benötige — Glaube habe nichts mit Werken zu tun. Sie übersahen dabei, daß sich wahrer Glaube irgendwie in Taten äußert. Sie leugneten somit, daß Christus „sich selbst für uns hingegeben hat, damit er uns von jeder Art Gesetzlosigkeit befreie und für sich ein Volk reinige, das insonderheit sein eigen ist, eifrig für vortreffliche Werke“ (Tit. 2:14). Jakobus ging gegen die Vorstellung einiger Christen an, ein rein verstandesmäßiger Glaube sei für einen Christen ausreichend. Durch diese Auffassung wurde die Notwendigkeit ignoriert, daß der Glaube das Herz berührt, und geleugnet, daß der Glaube die Kraft hat, einen Menschen zu veranlassen, seine Persönlichkeit und sein Leben zu ändern und — als positiven Ausdruck des Glaubens — anderen Gutes zu tun. Hätten diese Christen eine solche Auffassung beibehalten, so wären sie denen gleich geworden, von denen Paulus sagte, daß sie „eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen“ (2. Tim. 3:5).

    Es wäre falsch, anzunehmen, Jakobus argumentiere gegen die Lehre der Gerechtsprechung „ohne Gesetzeswerke“, eine Lehre, die der Apostel Paulus im 3. und 4. Kapitel seines Römerbriefes deutlich erklärt (Röm. 3:28). Alles, was Jakobus über den Wandel des Christen sagt, gründet sich auf den „Glauben unseres Herrn Jesus Christus“ (Jak. 2:1). Jakobus behauptet keineswegs, man könne allein aufgrund von Werken gerettet werden. Wir können unmöglich eine Formel erfinden oder ein Gefüge errichten, durch das wir unsere Rettung bewirken können. Zuerst muß der Glaube dasein. Wie Jakobus deutlich hervorhebt, kommen gute Werke spontan aus dem Herzen, mit dem guten Beweggrund, Menschen aus Liebe und Mitgefühl zu helfen. Das Leben Jesu ist ein gutes Beispiel dafür. Das Gesetz, nach dem der Christ lebt, ist „das Gesetz eines freien Volkes“, keine Gesetzessammlung wie das mosaische Gesetz (Jak. 2:12; Röm. 2:29; 7:6; 2. Kor. 3:6). Es ist das Gesetz der Liebe und ist auf das Herz der Christen geschrieben (Jer. 31:33; Hebr. 8:10).

    Wie Jakobus zeigt, sollte kein Christ seinen Bruder richten oder menschliche Maßstäbe zum Erlangen der Rettung aufstellen; er darf aber einen Bruder ermuntern und ihn zu vortrefflichen Werken anspornen, und er darf sogar seinen Bruder zurechtweisen, wenn es einen eindeutigen schriftgemäßen Grund und einen schriftgemäßen Beweis für das gibt, was er sagt (Jak. 4:11, 12; Gal. 6:1; Hebr. 10:24). Wer gute Werke tut, sollte von Gottes Wort dazu angeleitet worden sein. Ein echter Christ handelt nicht rein routinemäßig, und er braucht keine detaillierten Regeln. Er verrichtet seine guten Werke auch nicht, um anderen zu gefallen. Wenn jemand daher einen echten, lebendigen Glauben hat, werden seine Werke unweigerlich folgen. Dazu gehört das Predigen und Lehren der guten Botschaft vom Königreich (Matth. 24:14; 28:19, 20). Es werden gute Werke sein, die Gott belohnen wird, weil sie aus dem Herzen kommen. Wer jedoch versucht, durch ein genau definiertes Gefüge von Geboten und Verboten Gerechtigkeit zu erlangen, wird scheitern. Eine solche „Gerechtigkeit“ ist von Menschen, nicht von Gott.

    Die Juden erlagen diesem Irrtum. „Weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkannten, sondern ihre eigene aufzurichten suchten, unterwarfen sie sich nicht der Gerechtigkeit Gottes“ (Röm. 10:3). Der Apostel Paulus meint hier, daß die Juden versuchten, Gerechtigkeit durch Gesetzeswerke zu erlangen statt auf Gottes Weise, nämlich durch Jesus Christus (Röm. 3:21, 22). Ihre Form der Anbetung machte das Wort Gottes ungültig (Matth. 15:6, 9). Jesus sagte über die jüdischen Führer: „Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen“ (Matth. 23:4).

    Offensichtlich schrieb Jakobus, um Unregelmäßigkeiten zu berichtigen, die damals in den Versammlungen aufgekommen waren. Sein Brief ist jedoch für jedes Zeitalter gleichermaßen gültig. Jakobus gibt nicht nur berichtigenden Rat, sondern unterstützt auch die Schriften der Apostel und verdeutlicht weiter die dynamische Natur der wahren Anbetung. Er zeigt, daß sie das Herz, ja das ganze Leben und die Persönlichkeit sowie den Intellekt beeinflußt. Durch treffende Veranschaulichungen erklärt er, daß Religion ohne Moral und ohne praktische Anwendung, das heißt, ohne daß man seinem Nächsten hilft, in Gottes Augen tot ist. Ein Bibelkommentator sagt diesbezüglich:

    „Wenn der Glaube nicht der Liebe entspringt und das Dogma, wie orthodox auch immer, in keiner Beziehung zum Leben steht; wenn Christen versucht sind, sich einer egozentrischen Religion zuzuwenden, und die sozialen und materiellen Bedürfnisse anderer vergessen; wenn sie durch ihre Lebensweise ihren Glauben verleugnen und mehr darauf bedacht zu sein scheinen, Freunde der Welt zu sein als Freunde Gottes, dann hat ihnen der Jakobusbrief etwas zu sagen, was sie gefährlicherweise mißachten.“

    Der Jakobusbrief entspricht aber noch in anderer Hinsicht einem überall vorhandenen und stets gegenwärtigen Bedürfnis, denn er hilft Christen erkennen, wie sie aus Prüfungen erfolgreich und siegreich hervorgehen können. Für Personen, die unter Versuchungen, Bedrängnissen oder Verfolgung leiden, enthalten die Worte des Jakobus großen Trost. Jakobus schrieb zu einem Zeitpunkt, als die Christen nicht nur heftig verfolgt wurden, sondern auch einer Zeit entgegengingen, in der, soweit es die Christen betraf, die Angelegenheiten der römischen Nation immer turbulenter wurden.

    Nur kurz nachdem Jakobus seinen Brief geschrieben hatte, gab der römische Kaiser Nero Christen in Rom zu Unrecht die Schuld für den großen Brand des Jahres 64 u. Z., durch den ein beträchtlicher Teil der Stadt zerstört wurde. Das führte natürlich dazu, daß die Christen im ganzen Römischen Reich verfolgt wurden. Einige Jahre später, im Jahre 70, wurden dann Jerusalem und das Land Juda durch die römischen Heere verwüstet. Die Christen in Jerusalem und in der umliegenden Gegend, die der Warnung Christi gehorchten, flohen vor der Zerstörung der Stadt aus Judäa und retteten damit ihr Leben, doch sie verloren ihre Besitztümer und erduldeten viele Mühsale.

    Unter diesen Umständen war der Jakobusbrief daher sehr zeitgemäß. Christen müssen jedoch immer ausharren, ob sie heftig verfolgt werden oder nicht. Sie leben nun einmal in einer Welt, die nichts auf christliche Grundsätze gibt. Außerdem müssen sie mit menschlichen Schwächen, mit Krankheiten und mit vielen anderen Problemen kämpfen. Was Jakobus über das Ausharren sagt, seine Erklärungen darüber, wie Gott dem Christen die Weisheit zum Ausharren gibt — all das ist für das Leben eines Christen von großer Wichtigkeit.

    Obwohl der Jakobusbrief als eines der letzten Bücher der Christlichen Schriften als kanonisch anerkannt wurde, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß er ein wesentlicher Bestandteil des inspirierten geschriebenen Wortes Gottes ist und daß er mit dem übrigen Teil der Schriften und mit den Lehren Christi völlig in Übereinstimmung ist. Jakobus zitiert aus den Hebräischen Schriften oder verweist darauf. Er nimmt Bezug auf die Erschaffung des Menschen (Jak. 3:9; 1. Mose 1:26); auf Abraham und Rahab (Jak. 2:21-25; 1. Mose 15:6; 22:9-12; Josua, Kap. 2; Jes. 41:8); Hiob (Jak. 5:11; Hiob 1:13-22; 2:7-10; 42:10-17); das Gesetz (Jak. 2:8, 10, 11; 2. Mose 20:13, 14; 3. Mose 19:18; 5. Mose 5:17, 18); Elia (Jak. 5:17, 18; 1. Kö. 17:1; 18:1). Es gibt zahlreiche Beispiele für die große Übereinstimmung mit Äußerungen Jesu Christi. Um einige zu nennen: über Verfolgung (Jak. 1:2; Matth. 5:10-12); wie man Gott bittet und etwas von ihm empfängt (Jak. 1:5, 17; Luk. 11:9-13); daß man sowohl Hörer als auch Täter sein muß (Jak. 1:22; Matth. 7:21-27); daß man sich von der Welt getrennt halten muß (Jak. 4:4; Joh. 17:14); daß man andere nicht richten darf (Jak. 4:12; Luk. 6:37); daß man zu seinem Wort stehen muß (Jak. 5:12; Matth. 5:33-37).

    Darüber hinaus hat der Jakobusbrief einen stark prophetischen Charakter und enthält viele Sinnbilder und Vergleiche, durch die er an die Reden Jesu Christi, wie zum Beispiel an die Bergpredigt, erinnert. Wie sein Halbbruder Jesus, so nahm auch Jakobus auf physische Gegebenheiten Bezug — auf das Meer, auf Pflanzen, Tiere Schiffe, einen Landwirt, die Erde —, um seinen Ausführungen über den Glauben, die Beherrschung der Zunge, die Geduld usw. Farbe zu verleihen (Jak. 1:6, 9-11; 3:3-12; 5:7). Dies sowie die Verwendung von gezielten Fragen und über 50 Aufforderungen in diesem verhältnismäßig kurzen Schreiben verleihen dem Jakobusbrief eine anspornende Kraft.

    Ohne den Jakobusbrief wäre die Bibel unvollständig, denn er betont wesentliche Faktoren, die einem Christen helfen, dem Maßstab der Heiligkeit näherzukommen und ein engeres Verhältnis zu Gott und Christus sowie zu seinen Mitchristen herzustellen. Er hilft ihm, seine Gottesanbetung zu einer Realität zu machen, die von allen beobachtet werden kann, und damit zu etwas, was für ihn selbst und auch für andere von praktischem und erbaulichem Wert ist. Das stimmt mit den Worten Jesu überein: „Laßt euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure vortrefflichen Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen“ (Matth. 5:16).

    Folglich kann der Leser viel Trost aus dem Lesen des Briefes schöpfen; außerdem wird er ermuntert, in seinem täglichen Leben christliche Grundsätze anzuwenden, und zwar in der Hoffnung auf Gottes Hilfe in der Gegenwart und auf die ewige Rettung, die er denen in Aussicht stellt, die ihn lieben. Wir hoffen, daß sich der Leser des Jakobusbriefes und des dazugehörigen Kommentars Zeit nehmen wird, über das Gelesene nachzusinnen. Wenn das nicht geschieht, wird das Studium rein verstandesmäßig sein, ohne Früchte zu zeitigen, denn die dargelegten Wahrheiten sind tief und berühren das Herz (Hebr. 4:12).

  24. Jakobus 1 – Standhaftigkeit bei Glaubensproben

    2 Seht es als einen ganz besonderen Grund zur Freude an, meine Geschwister, wenn ihr Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst. 3 Ihr wisst doch: Wenn euer Glaube erprobt wird und sich bewährt, bringt das Standhaftigkeit hervor. 4 Und durch die Standhaftigkeit soll das Gute, das in eurem Leben begonnen hat, zur Vollendung kommen. Dann werdet ihr vollkommen und makellos sein, und es wird euch an nichts mehr fehlen.

    12 Glücklich zu preisen ist der, der standhaft bleibt, wenn sein Glaube auf die Probe gestellt wird . Denn nachdem er sich bewährt hat, wird er als Siegeskranz das ewige Leben erhalten, wie der Herr es denen zugesagt hat, die ihn lieben.

    17 Von oben kommen nur gute Gaben und nur vollkommene Geschenke; sie kommen vom Schöpfer der Gestirne, der sich nicht ändert und bei dem es keinen Wechsel von Licht zu Finsternis gibt . 18 Seinem Plan entsprechend hat er durch die Botschaft der Wahrheit neues Leben in uns hervorgebracht , damit wir – bildlich gesprochen – unter allen seinen Geschöpfen eine ´ihm geweihte` Erstlingsgabe sind .

    In den letzten Wochen habe ich oftmals von anderen, die sich ebenfalls aufrichtig bemühen, ein Nachfolger Jesu zu sein, gehört, dass bei ihnen durch schlimme Schicksalsschläge eine tiefe Glaubenskrise ausgelöst wurde. Einer sagte, er habe jahrelang gesucht, aber bis jetzt keine zufriedenstellende Antwort bekommen.

    Früher war ich in so einem Fall immer schnell dabei, demjenigen das zu vermitteln, was ich beim Bibelstudium gelernt habe. Wir haben ja auch die wunderschöne Broschüre dazu „Kümmert sich Gott wirklich um uns – warum lässt er dann Leiden zu?“. Es ist eine logische Begründung, die dort anhand der Bibel gegeben wird.

    Aber wenn wir gerade in so einer Situation sind, fällt es uns schwer, diese Begründung als zufriedenstellend zu empfinden. Heute erzählte einer, wie schlimm der Tod seiner nicht einmal zweijährigen Nichte für ihn und die Familie war. Er konnte keinen Sinn in diesem Tod sehen, sie hatte doch niemanden etwas getan. Er selbst hat in dieser Zeit viel mit Gott „geschimpft“. Eine wirkliche Antwort hatte er nicht darauf erhalten, aber er hatte das Gefühl, dass Gott ihm das nicht übel genommen hat und dass er seinem Gott so näher gekommen ist.

    Zusätzlich zu der o.g. Broschüre und all den Gedanken zum Bibelbuch Hiob möchte ich euch hier mal „zeigen“, was ich in dem „Kommentar zum Jakobusbrief“ dazu gefunden habe:

    Nach den einleitenden Grüßen behandelt Jakobus ein wichtiges Thema: das richtige Verhalten eines Christen in Prüfungen. Statt Prüfungen mit einem Gefühl des Selbstmitleids, der Traurigkeit, der Niedergeschlagenheit oder der Furcht zu betrachten, werden Christen aufgefordert, sie als einen Grund zur Freude anzusehen. Das soll natürlich nicht heißen, daß Prüfungen nicht sehr „betrüblich“ sein können. Die Bedrängnis an sich ist kein Grund zum Frohlocken, ja sie mag sogar sehr schmerzlich sein (Hebr. 12:11). Jakobus denkt jedoch daran, zu welchem Endergebnis Prüfungen führen können. Wenn wir daher Prüfungen erdulden, sollten wir die Situation für lauter Freude erachten, da wir erkennen, daß sich das Erlebnis zu unserem Guten, zu unserem ewigen Glück auswirken kann (Matth. 5:10-12).

    Als Christen erleben wir viele Prüfungen. Das griechische Wort für „geraten in“ drückt eine unerwartete und unerwünschte Begegnung aus, wie zum Beispiel, wenn jemand unter die Räuber fällt. (Siehe Lukas 10:30, wo das gleiche Verb mit „fiel unter“ wiedergegeben wird.) Die Prüfungen, Widrigkeiten, Schwierigkeiten oder Trübsale mögen auch solche einschließen, die unter den Menschen allgemein üblich sind — Krankheit, Armut, der Verlust eines Angehörigen, Versuchungen und andere Dinge, durch die unser Glaube geprüft wird. Außerdem müssen wir erwarten, zu leiden, weil wir Sklaven Jehovas Gottes und des Herrn Jesus Christus sind (1. Petr. 2:19 bis 3:1). Der Apostel Paulus schrieb: „Alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, [werden] auch verfolgt werden“ (2. Tim. 3:12). Paulus schrieb den Christen in Thessalonich, daß sie „Drangsal erleiden müßten“ (1. Thess. 3:3, 4).

    Wir wissen, erkennen oder sind uns bewußt, daß Prüfungen zu unserem Nutzen sein können (1. Petr. 1:6, 7). Der Ausdruck „geprüfte Echtheit“ bedeutet buchstäblich „Beweis“ oder „Anerkanntes“ oder „das, was anerkannt ist“ oder „erprobte oder bewährte Beschaffenheit“. Durch Prüfungen wird unser Glaube ein Glaube von geprüfter Echtheit. Er wird ein bewiesener oder erprobter Glaube, der Schwierigkeiten erfolgreich überstanden hat. Dadurch, daß wir einen durch Prüfungen erprobten Glauben haben, können wir die Kraft zum Ausharren entwickeln. Damit ist nicht lediglich ein Erdulden von Bedrängnissen gemeint, sondern ein Ausharren, verbunden mit Standhaftigkeit, Beständigkeit und Lauterkeit in Versuchungen und Trübsalen.

    Wir müssen erkennen, warum Trübsale kommen müssen und aus welchem Grund wir standhaft ausharren sollten. Wenn wir geprüft werden, sollten wir nicht murren und uns beklagen, in Furcht geraten oder der Prüfungen überdrüssig werden. Wir mögen uns versucht fühlen, der Prüfung durch eine unbiblische Handlungsweise zu entgehen. Doch wir müssen uns davor hüten, auf diese Weise das nützliche Werk zu unterbrechen, das unser treues Ausharren unter Prüfungen vollbringt. Denn solange Gott die Prüfung weiter zuläßt, sollte dem Ausharren gestattet werden, sein nützliches Werk zur Vollendung zu bringen. Jesus sagte: „Durch euer Ausharren werdet ihr eure Seele erwerben“ oder euer Leben gewinnen (Luk. 21:19).

    Das „Werk“, das durch das Ausharren vollbracht wird, wird uns zu vollständigen oder ganzen Christen machen. Dadurch, daß wir treu ausharren, wird unser Glaube geläutert. Die Schwierigkeiten, die wir durchmachen, lehren uns vielleicht, im Umgang mit anderen vernünftiger, mitfühlender und barmherziger zu sein. Auch können Bereiche, in denen der Druck der Prüfung Schwächen offenbart, später gestärkt werden. Nachdem wir erfolgreich durch eine Prüfung gegangen sind, sind wir besser in der Lage, mit künftigen schlechten Verhältnissen fertig zu werden. Infolgedessen wird es uns nicht an Glauben oder an einer der anderen Eigenschaften fehlen, die wir als Christen haben sollten. Wir werden bessere Diener Gottes werden, indem wir zulassen, daß uns die Prüfung in gutem Sinne formt. Unser Ziel ist, ‘vollkommen [vollständig] zu sein, wie unser himmlischer Vater vollkommen ist’ (Matth. 5:48).

    Die Weisheit, um die Christen bitten, ist die Weisheit, so zu leben, daß sie Gott in jedem Bereich ihres Lebens wohlgefallen, besonders unter Prüfungen. Wie könnte unter Prüfungen ein Mangel an Weisheit zutage treten? Vielleicht wissen wir einfach nicht, was wir in einer prüfungsreichen Situation tun sollen. Oder wir mögen keine klare Vorstellung davon haben, von welchem Nutzen es für uns sein kann, daß Gott die bittere Erfahrung zuläßt. Statt die Angelegenheit vom Standpunkt Jehovas aus zu sehen, mögen wir aufgrund unvollkommener menschlicher Gefühle oder Empfindungen reagieren. (Vergleiche Psalm 73:21, 22.)

    Jehova Gott wird uns die Weisheit nicht vorenthalten, die wir benötigen, um eine Prüfung im richtigen Licht zu sehen und sie erfolgreich zu bestehen. Das bedeutet nicht, daß das Problem in jedem Fall gleich behoben oder gelöst wird. Statt dessen werden wir in die Lage versetzt, so zu handeln, daß es sich für uns und andere in geistiger Hinsicht gut auswirkt. Wir werden in der Prüfung bis zum Ende ausharren und als bessere Christen daraus hervorgehen. Auch wird dadurch anderen, die uns beobachten und richtig eingestellt sind, geholfen, und sie werden durch unser Beispiel gestärkt.

    Es gibt viele andere Dinge, um die wir beten, und wir werden nicht immer in der Weise erhört, wie wir es uns persönlich wünschen mögen. Wir erhalten zwar eine Antwort, aber vielleicht entspricht sie nicht unseren Erwartungen; sie wird dem entsprechen, was Gott als das Beste für uns ansieht. Es könnte sogar sein, daß etwas, worum wir bitten, zu unserem Schaden wäre, wenn es uns gewährt würde. Was uns Gott aber durchaus zusichert, ist die Weisheit, die uns hilft, Prüfungen ins Auge zu sehen. Wir haben die Zuversicht, daß wir die nötige Weisheit empfangen, wenn wir auf die richtige Weise darum bitten.

    Es gibt mehrere Arten, wie uns Weisheit gegeben werden kann:

    • Unsere Aufmerksamkeit wird unter der Leitung des heiligen Geistes entweder durch unser persönliches Studium oder durch Nachsinnen oder durch unsere Brüder auf bestimmte Bibeltexte gelenkt, die uns die entsprechende Antwort geben (Gal. 5:25; Eph. 1:17).
    • Gott beeinflußt die Verhältnisse und Ereignisse in seiner Voraussicht so, daß wir klar erkennen können, was wir zu tun haben; gewisse Hindernisse mögen uns aus dem Weg geräumt werden.
    • Gottes heilige Engel, die ihm dienen, indem sie seinem Volke helfen, lenken unseren Geist in richtige Bahnen
      (Hebr. 1:14).

    Jesus sagte: „Wenn nun ihr, obwohl ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist gehen, die ihn bitten!“ (Luk. 11:13).

    Der Mann ist glücklich zu preisen, der in einer prüfungsreichen Situation nicht aufgibt, sondern treu ausharrt. Das Bewußtsein, trotz Schwierigkeiten, Prüfungen oder Versuchungen, die uns veranlassen könnten, vom rechten Weg abzuweichen, ein gutes Gewissen zu bewahren und das Rechte zu tun, bereitet uns echte Freude und Befriedigung. Wir empfinden die Nähe unseres Schöpfers, während wir unter widrigen Verhältnissen seine liebevolle Fürsorge verspüren (1. Petr. 5:7).

    Treues Erdulden führt nicht nur zu gegenwärtigem Glück. Ein geistgezeugter Christ, der ein anerkannter Diener Jehovas bleibt, wird auch mit Sicherheit die „Krone des Lebens“ empfangen. Das bedeutet nicht, daß er sich das Recht auf Leben durch sein Ausharren in Prüfungen verdient, sondern daß er mit der Gabe des himmlischen Lebens wie mit einer „Krone“ geehrt wird. Unvollkommene Menschen können sich das Leben nicht verdienen, denn das Leben ist die freie Gabe, die man aufgrund seines Glaubens an Jesus Christus empfängt (Röm. 6:23). Ein Christ, der ausharrt, beweist, daß er diesen Glauben hat, einen Glauben, der auf seine Echtheit geprüft und für vollständig befunden worden ist.

    Tja, leider habe ich gerade gesehen, dass diese wundervolle Broschüre, von der ich vorhin gesprochen habe, nicht mehr online gibt. Sehr sehr schade, denn sie war mir persönlich immer sehr hilfreich, wenn ich auf Menschen getroffen bin, die wegen ihrem Schicksal mit Gott gehadert haben

  25. Jakobus 1 – Vertrauensvolles Gebet

    5 Wenn es aber einem von euch an Weisheit fehlt, bitte er Gott darum, und sie wird ihm gegeben werden; denn Gott gibt allen gern und macht ´dem, der ihn bittet,` keine Vorhaltungen. 6 Doch soll der Betreffende seine Bitte in einer Haltung des Vertrauens vorbringen und nicht in der Haltung des Zweiflers; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die -vom Wind aufgepeitscht- einmal hierhin und dann wieder dorthin getrieben wird. 7 Ein solcher Mensch soll nicht meinen, er werde vom Herrn etwas bekommen, 8 denn er ist in seinem Innersten gespalten, und seine Unbeständigkeit kommt bei allem, was er unternimmt, zum Vorschein.

    Auch hierzu hatte ich vor einigen Wochen eine Ansprache gehört, als es um das Gebet des David ging. Hier sagte der Redner auch, wie wichtig es ist, darauf zu vertrauen, dass Gott unsere Gebete erhört. Dass wir ihn bereits mit unserer Einstellung beim Beten kränken könnten. Dieser Redner war kein Zeuge Jehovas, aber scheinbar war er mit dem Inhalt vom Jakobus-Buch gut vertraut. Vielleicht hat er es ja mal von einem Bruder erhalten? 😉

    Denn seine Gedanken finden wir in diesem Buch wieder. Erinnern wir uns – es ist aus dem Jahr 1979:

    Wir sollten ernstlich um Weisheit beten. Es ist nicht genug, dies nur einmal zu tun. Statt dessen sollten wir im Gebet beharren, wenn wir Prüfungen durchmachen. Diese Beharrlichkeit ist für Gott ein Zeichen unserer echten, tiefen Sorge. Er sieht, daß es nicht lediglich ein vorübergehender Wunsch ist und daß uns unser Anliegen nicht gleichgültig ist. Würden wir wegen einer wichtigen Angelegenheit nur ein- oder zweimal beten, so könnte es sein, daß wir es nur aus Pflicht tun, daß es lediglich eine Routinesache oder ein Ritual ist. Wenn wir so beteten, dann würden wir zu erkennen geben, daß wir nicht wirklich daran glauben, erhört zu werden (Matth. 7:7-11; Luk. 11:5-13; Röm. 12:12).

    Jehova Gott gibt allen, die sich ihm glaubensvoll nahen, großmütig, ohne Vorbehalt. Er hat keine Hintergedanken, sondern wenn er gibt, tut er es aus ganzem Herzen. Außerdem wird uns Jehova Gott nicht als dumm oder töricht hinstellen, weil wir uns ihm im Gebet nahen. Er reagiert nicht so wie manche Menschen, die sagen: „Du solltest wirklich gescheiter sein.“ „So eine kindische Bitte!“ „Wie kannst du nur so dumm sein und so etwas denken!“ „Ständig kommst du mit deinen Problemen zu mir. Ich habe schon oft versucht, dir zu helfen. Aber das geht einfach zu weit.“ Nein, ganz gleich, wie oft wir den Höchsten um Weisheit bitten, und ganz gleich, wie geringfügig unser Problem sein mag, er wird uns keine Vorwürfe machen, uns nicht beschämen oder schelten. Er demütigt uns nicht, indem er uns an vergangene Verfehlungen erinnert, wie es die Menschen gern tun. Er schätzt Personen, die so viel Glauben und Interesse haben, daß sie wiederholt wegen einer Sache beten (Luk. 18:1-8).

    Wenn wir Gott in Verbindung mit Prüfungen um Weisheit bitten, sollten wir dies im Glauben tun. Wir sollten dabei den gleichen Glauben, das gleiche Vertrauen und die gleiche Zuversicht haben, wie man sie gegenüber einem liebevollen Vater haben sollte, der am Wohl seiner Kinder sehr interessiert ist. Wir sollten nicht den geringsten Zweifel daran haben, daß wir Weisheit benötigen und daß Gott sie uns gewähren wird. Der Bittende muß einen unerschütterlichen Glauben an Gott und Jesus Christus haben und davon überzeugt sein, daß sie bereit sind, ihn mit dem Nötigen zu versorgen. Er muß ferner die richtigen Beweggründe haben, das heißt, er muß seinen Sinn ausschließlich auf die Interessen des christlichen Glaubens und die Vorsätze Gottes gerichtet halten. Sein eigenes Wohl ist natürlich eng damit verknüpft, und daher wird ein solches Gebet auch in seinem eigenen Interesse sein (Mark. 11:24).

    Jemand, der unsicher ist, ob Gott seine Bitten erhören wird, ist wirklich wankelmütig. Seine Unsicherheit beraubt ihn seines Herzensfriedens. Manchmal ist er voller Hoffnung und Zuversicht, und dann fällt er wieder in Hoffnungslosigkeit und Zweifel zurück. Er legt nicht all seine Angelegenheiten ganzherzig in Gottes Hand. Ein solcher Zweifler gleicht einer Meereswoge, die hin und her getrieben wird. Weil es ihm an fester Überzeugung fehlt, läßt er sich leicht vom Druck der Verhältnisse beeinflussen. (Vergleiche Epheser 4:14.)

    Jemand, der betet und gleichzeitig in seinem Herzen zweifelt, kann natürlich nicht erwarten, daß er etwas von Jehova empfängt. Er erwartet nicht ganzherzig Gottes Hilfe. Seine Zweifel hindern ihn daran, dem Höchsten sein volles Vertrauen zu schenken und sich auf ihn zu stützen. Er hat nicht den Glauben, den Gott verlangt. „Ohne Glauben . . . ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebr. 11:6).

    Sein Zweifeln, sein mangelndes Vertrauen beschränken sich nicht nur auf seine Gebete. Seine zweifelnde Haltung wird auch in allen anderen Bereichen seines Lebens kund. Wegen seiner Unentschlossenheit wankt er „in all seinen Wegen“. Er hält an nichts fest. Diese Unentschlossenheit macht Gottes Führung für ihn praktisch wertlos, da er sich wahrscheinlich nicht daran halten würde. In seiner Unstetigkeit weiß er überhaupt nicht, was er in Wirklichkeit will, und so wäre er auch nicht fest entschlossen, der Anleitung zu folgen, die Gott ihm geben würde.

    wir sehen: dies ist ein tolles Buch. Bitte nehmt es beim Lesen des Jakobus-Briefes in eure Hand, oder schlagt einfach nach, wenn ihr zu einem Vers davon Fragen habt

  26. Jakobus 1 – Gottes Botschaft hören – Gottes Botschaft befolgen

    19 Denkt daran , meine lieben Geschwister: Jeder sei schnell bereit zu hören, aber jeder lasse sich Zeit, ehe er redet, und ´erst recht`, ehe er zornig wird. 20 Denn der Zorn des Menschen bewirkt nicht, was vor Gott recht ist . 21 Deshalb legt alles ab, was euch beschmutzt, alles Böse, was noch bei euch vorhanden ist , und geht bereitwillig auf die Botschaft ein, die euch ins Herz gepflanzt wurde und die die Kraft hat, euch zu retten.
    22 Hört euch diese Botschaft nicht nur an, sondern handelt auch danach; andernfalls betrügt ihr euch selbst. 23 Denn wer sich ´Gottes` Botschaft zwar anhört, aber nicht danach handelt, gleicht jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet 24 und der, nachdem er sich betrachtet hat, weggeht und sofort wieder vergisst, wie er ausgesehen hat. 25 Wer sich jedoch in das vollkommene Gesetz vertieft, das Gesetz der Freiheit , und es ständig vor Augen hat, wer also das Gehörte nicht vergisst, sondern es in die Tat umsetzt, der ist glücklich zu preisen, denn er wird gesegnet sein bei allem, was er tut .

    Auch hierzu haben wir in den vergangenen Jahren viele Gedanken gesammelt:

    Interessant auch hier ein Gedanke aus dem Jakobus-Buch. Es ging darum, was mit dem „vergessen“ gemeint ist: wir werden außerhalb (und heute auch innerhalb) unserer eigenen vier Wände von so vielen Dingen abgelenkt, dass wir buchstäblich vergessen, an uns das Notwendige zu ändern

    In der Medizin gibt es einen Begriff dafür: Reizüberflutung

    Wir müssen uns also bemühen, ein einfaches und bescheidenes Leben zu führen und lernen, uns auf die wichtigeren Dinge zu konzentrieren. Diese Ablenkung ist ein willkommenes Mittel Satan, um uns unmerklich von unserem Gott abzuwenden

  27. Jakobus 1 – Echte Frömmigkeit oder religiöser Selbstbetrug

    26 Wenn jemand sich für fromm hält, aber seine Zunge nicht im Zaum halten kann, betrügt er sich selbst, und seine Frömmigkeit ist nichts wert. 27 Echte und untadelige Frömmigkeit, die vor Gott, dem Vater, bestehen kann, zeigt sich darin, dass man Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und sich vom gottlosen Treiben dieser Welt nicht beschmutzen lässt.

    Wieder wird viel Wert auf die guten Taten gelegt, die wir vollbringen sollten. Und so sind wir schnell dabei, eine Schwester zu unterstützen, die sich von ihrem Mann getrennt hat. Aber Achtung:

    Eine Schwester, die ihren Ehemann ohne biblischen Scheidungsgrund verlässt und nun daher alleinerziehend ist, zählt nicht dazu. Weder ist sie eine Witwe noch ihr Kind ein Waise. Sie hätte diese Probleme nicht, wenn sie das täte, was Jehova von ihr erwartet: sich mit ihrem Mann auszusöhnen, wieder zu ihm zurückzukehren und ihm die Möglichkeit zu geben, seiner Verantwortung als Haupt der Familien nachzukommen.

    Dies ist weder die Verantwortung der Versammlung noch irgendwelcher Ämter

  28. Jakobus 2 – Glaube wird an Taten gemessen

    14 Was nützt es, meine Geschwister, wenn jemand behauptet: »Ich glaube «, aber er hat keine ´entsprechenden` Taten vorzuweisen? Kann der Glaube ´als solcher` ihn retten? 15 Angenommen, ein Bruder oder eine Schwester haben nicht genügend anzuziehen, und es fehlt ihnen an dem, was sie täglich zum Essen brauchen. 16 Wenn nun jemand von euch zu ihnen sagt: »Ich wünsche euch alles Gute! Hoffentlich bekommt ihr warme Kleider und könnt euch satt essen!« , aber ihr gebt ihnen nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt ihnen das? 17 Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt .
    18 Vielleicht hält mir jemand entgegen: »Der eine hat eben den Glauben und der andere die Taten.« Wirklich? Wie willst du mir denn deinen Glauben beweisen, wenn die ´entsprechenden` Taten fehlen? Ich dagegen kann dir meinen Glauben anhand von dem beweisen, was ich tue. 19 Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt ? Schön und gut! Aber auch die Dämonen glauben das – und zittern!
    20 Willst du denn nicht begreifen, du unverständiger Mensch, dass der Glaube ohne Taten nutzlos ist? 21 Wurde nicht unser Vater Abraham aufgrund seines Tuns für gerecht erklärt?Er wurde für gerecht erklärt, weil er seinen Sohn Isaak auf den Altar legte, ´um ihn Gott als Opfer darzubringen`. 22 Daran siehst du, dass sein Glaube mit seinen Taten zusammenwirkte; erst durch seine Taten wurde sein Glaube vollkommen. 23 Und erst damit zeigte sich die volle Bedeutung dessen , was die Schrift sagt: »Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet« ; ja, er wurde sogar »Freund Gottes« genannt .
    24 Ihr seht also, dass der Glaube allein nicht genügt; ein Mensch wird nur dann von Gott für gerecht erklärt, wenn sein Glaube auch Taten hervorbringt .
    25 War es bei der Prostituierten Rahab nicht ebenso?Auch sie wurde aufgrund ihrer Taten für gerecht erklärt, denn sie nahm die ´israelitischen` Boten gastfreundlich bei sich auf und half ihnen, auf einem geheimen Weg aus der Stadt zu fliehen . 26 Genauso nämlich, wie der Körper ohne den Geist ein toter Körper ist, ist auch der Glaube ohne Taten ein toter Glaube.

    Im letzten Jahr war mir erstmals der scheinbare Widerspruch zwischen dem, was Jakobus hier sagt und dem Auspruch des Paulus, dass wir nicht durch Werke gerechtgesrochen werden, aufgefallen. Wir hatten es ja bereits kurz im Prolog zum Jakobus-Buch gelesen, dass es sich hier nicht wirklich um einen Widerspruch handelt. Interessant, was das Buch ausführlich dazu sagt:

    Man beachte, daß Jakobus hier nicht dem widerspricht, was Paulus sagt, nämlich daß „ein Mensch ohne Gesetzeswerke durch Glauben gerechtgesprochen wird“ (Röm. 3:28). Jakobus stimmt damit völlig überein, aber er wendet sich gegen einen Mißbrauch oder eine Verdrehung dieser Lehre. Die Verdrehung bestand in der Ansicht, jemand, der lediglich richtige Vorstellungen von der Rechtfertigung durch Glauben habe, ohne diesen Glauben aber durch gute Werke zu beweisen, sei in Gottes Augen gerecht und werde schließlich gerettet werden. In Wirklichkeit ist, wie Jakobus erklärt, jeder sogenannte Glaube, der einen nicht zu guten Werken antreibt, kein echter Glaube. Ein solcher Mensch „sagt“ lediglich, „er habe Glauben“. Wer behauptet, er glaube an Christi Sühnopfer, und sagt, er sei ein Christ, aber seinen Glauben nicht durch Taten beweist, ist in Wirklichkeit kein Christ. Von welchem Nutzen ist sein „Glaube“, wenn dieser keine Änderungen in seiner Persönlichkeit und seiner Handlungsweise bewirkt? Wie könnte er das tun, was Jesus seinen Nachfolgern gebot: „Laßt euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure vortrefflichen Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Matth. 5:16)?

    Würde irgend jemand einen Mann als einen echten, hingebungsvollen Arzt bezeichnen, der sich zwar eine Praxis eingerichtet und seinen Glauben an die Heilkunst zum Ausdruck gebracht, aber noch nie jemanden behandelt oder jemandem geholfen hat? Jesus sagte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist“ (Matth. 7:21). Was Jakobus in Vers 14 sagt, paßt gut zu seiner Beschreibung in Kapitel 1:26, 27, wo er von einem Mann spricht, den ‘es dünkt’ oder der sich einbildet, er sei ein Anbeter Gottes, der aber keine Frucht seines Glaubens oder seiner Form der Anbetung hervorbringt. Er ‘zügelt seine Zunge nicht’, er nimmt sie nicht in Zucht, so daß er etwas sagt, was nicht dem wahren Stand der Dinge entspricht. Seine Form der Anbetung ist „nichtig“. Er hat auch keine Werke aufzuweisen, zum Beispiel sieht er nicht nach Waisen und Witwen und bewahrt sich von der Welt nicht ohne Flecken. Außerdem verleitet ihn ein solch leeres, nichtiges Glaubensbekenntnis dazu, parteiisch zu sein, gegen das Gesetz der Liebe zu verstoßen und die Barmherzigkeit zu vernachlässigen (Jak. 2:8, 9, 13).

    Man beachte, daß Jakobus hier nicht vom Glauben im allgemeinen spricht, sondern von dem besonderen „Glauben“, ‘diesem Glauben’, einem fälschlich so genannten Glauben, der ohne Werke ist. Jakobus ist sich völlig im klaren darüber, daß wahrer Glaube an Gottes Wort unsere Seelen zu retten vermag (Jak. 1:21). In dieser Hinsicht stimmt er voll und ganz mit Paulus überein. Beide haben die gleiche Ansicht über den wahren Glauben und über christliche Werke. Doch Jakobus spricht hier nicht von den Werken, über die Paulus in Römer, Kapitel 3 und 4 schreibt.

    Wenn Paulus sagt, man könne nicht durch Werke gerechtgesprochen werden, so spricht er von Gesetzeswerken, die jemand vollbringt, von Werken, auf die jemand vertrauen mag, weil er denkt, er könne sich bei Gott Gerechtigkeit verdienen, oder weil er denkt, ein Christ könne durch fortgesetzte gute Werke an sich vor Gott als gerecht dastehen (Röm. 4:2-5). Jakobus aber spricht von christlichen Werken, zu denen jemand nicht durch eine Gesetzessammlung, sondern durch Glauben und Liebe angespornt wird. Sie sind eine Folge, ein Produkt oder eine Frucht jenes Glaubens, und sie lassen sich nicht von dem wahren Glauben trennen. Übrigens sprach Paulus, wenn er auch erklärte, daß man zunächst durch Glauben gerechtgesprochen wird, wiederholt von der Notwendigkeit, Glaubenswerke zu vollbringen — Werke, durch die der Christ seinen Glauben beweist. Er bezeichnete Christen als ein Volk, „eifrig für vortreffliche Werke“ (Tit. 2:14; vergleiche 1. Thessalonicher 1:2-7; 1. Timotheus 2:10; Titus 2:7; 3:8, 14). Und wer vollbrachte mehr Werke als Paulus? Jakobus fragt: „Dieser Glaube [das heißt ein Glaube, dessen Echtheit nicht durch Werke bewiesen wird] kann ihn doch nicht etwa retten?“ Die Antwort darauf ist eindeutig: Nein, er kann ihn nicht retten.

  29. Jakobus 3 – 5

    Jakobus 3 – Die gefährliche Macht der Worte

    1 Meine Geschwister , es sollen nicht so viele von euch darauf aus sein, Lehrer der Gemeinde zu werden ! Ihr wisst doch, dass wir ´Lehrer` einmal besonders streng beurteilt werden. 2 Wir alle lassen uns ja oft und in vieler Hinsicht etwas zuschulden kommen, ´am meisten jedoch bei dem, was wir sagen`. Wenn jemand sich nie auch nur mit einem Wort etwas zuschulden kommen lässt, ist er ein vollkommener Mensch, der auch jeden anderen Bereich seines Lebens unter Kontrolle halten kann.
    3 Wenn wir einem Pferd das Zaumzeug ins Maul legen, machen wir uns damit das ganze Tier gefügig und können es so lenken, wie wir es wollen. 4 Oder denkt an ein Schiff: So groß es auch sein mag und so heftig die Winde sind, denen es ausgesetzt ist, wird es doch von einem winzigen Ruder auf dem Kurs gehalten, den der Steuermann bestimmt. 5 Genauso ist es mit der Zunge: Sie ist nur ein kleines Organ unseres Körpers und kann sich doch damit rühmen , große Dinge zu vollbringen.
    Wie ist es denn beim Feuer? Ein Funke genügt, um einen ganzen Wald in Brand zu setzen! 6 Auch die Zunge ist ein Feuer; sie ist -mehr als alle anderen Teile des Körpers- ein Mikrokosmos unserer unheilvollen Welt. Unser ganzes Wesen wird von ihr vergiftet; sie setzt die gesamte menschliche Existenz in Brand mit einem Feuer, das die Hölle selbst in ihr entzündet. 7 Es gelingt dem Menschen zwar, die unterschiedlichsten Tiere zu zähmen – Raubtiere und Vögel, Reptilien und Fische. Sie alle hat der Mensch gebändigt ; 8 doch die Zunge kann kein Mensch bändigen. Sie ist ein ständiger Unruheherd, eine Unheilstifterin, erfüllt von tödlichem Gift. 9 Mit ihr preisen wir den, der ´unser` Herr und Vater ist, und mit ihr verfluchen wir Menschen, die als Ebenbild Gottes geschaffen sind. 10 Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch. Das, meine Geschwister, darf nicht sein! 11 Oder lässt etwa eine Quelle aus ein und derselben Öffnung genießbares und ungenießbares Wasser hervorsprudeln? 12 Kann ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen, meine Geschwister? Natürlich nicht – so wenig, wie aus einer salzhaltigen Quelle Süßwasser fließt!

    Ich habe heute einen Vortrag gelesen, der die zehn Gebote auf die Ehe bezieht und auch hier wurde über diesen Vers gesprochen. Es ging darum, wie wichtig die Kommunikation in der Ehe ist. Dies kennen wir ja auch bereits aus unseren Publikationen und aus entsprechenden Vorträgen, wie z.B 2010 auf dem BZK.

    Hier wurde dann erwähnt, wie wichtig das Lob ist. Die heutigen Zeiten sind für uns alle sehr schwer und wenn wir dann noch daheim vom Ehepartner angegriffen werden, dann entmutigt das noch mehr. Wir alle blühen aber auf, wenn wir von unseren Partner ein liebes Wort hören und er uns das Gefühl gibt, dass alles in Ordnung ist, dass wir toll und liebenswert sind.

    Unsere Worte haben nicht nur Einfluß auf die Qualität unserer Ehe, sondern auch auf ihren festen Bestand. Wenn wir also zu Hause von unserem Partner keine Worte der Wertschätzung hören, dann sind wir sehr anfällig für die Falle der Hurerei. Denn dann saugen wir Komplimente von einem anderen Mann oder einer anderen Frau auf, wie ein ausgetrockneter Schwamm und geben uns bald unangebrachten romantischen Gefühlen hin, die dann in Hurerei enden. Eine sehr gefährliche Angelegenheit.

    Wenn wir selber es an lieben und auferbauenden Worten fehlen lassen, dann könnten wir unseren Ehepartner in gewissem Sinne in die Arme eines anderen treiben. Dies wollen wir sicherlich nicht.

    Auf der anderen Seite müssen wir sehr vorsichtig mit negativen Äußerungen sein, denn sie entmutigen nicht nur, sondern widersprechen auch unserem Anspruch, ein Nachfolger Christi zu sein.

    Oftmals reiben wir uns an Kleinigkeiten auf und dann entstehen Streitgkeiten, die sich dann derart verhärten, dass die Scheidung der einzige Ausweg zu sein scheint. Aber Scheidung darf für einen Christen keine Option sein. Daher wird in der Ansprache der Rat gegeben, ganz bewusst die negativen Worte durch Lob zu ersetzen. Achten wir darauf, was wir an unserem Ehepartner gut finden und sagen wir ihm dies auch.

    Üben wir uns darin, unserem Partner jeden Tag etwas Nettes zu sagen!

  30. Jakobus 3 – Zwei Arten von Weisheit

    13 Hält sich jemand unter euch für weise und verständig? Dann soll er zeigen, dass er das auch tatsächlich ist, indem er ein vorbildliches Leben führt und Dinge tut, die von Weisheit und Bescheidenheit zeugen . 14 Wenn aber euer Herz bitter ist vor Eifersucht und wenn ihr selbstsüchtige Ziele verfolgt , dann prahlt nicht ´mit eurer Weisheit`; ihr würdet damit lügen und euch gegen die Wahrheit stellen. 15 Eine solche Weisheit kommt nicht von oben, sondern spiegelt das Denken dieser Welt wider und ist ganz auf das Irdische ausgerichtet; sie ist dämonischen Ursprungs . 16 Denn wo Eifersucht und Selbstsucht herrschen, da herrscht auch Unfrieden , und das Böse kann sich ungehindert ausbreiten .
    17 Die Weisheit hingegen, die von oben kommt, ist in erster Linie rein und heilig, dann aber auch friedfertig, freundlich und bereit, sich etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen und bringt eine Fülle von Gutem hervor; sie ist unparteiisch und frei von jeder Heuchelei. 18 Die Früchte, die vor Gott bestehen können, wachsen dort, wo Friedensstifter eine Saat des Friedens säen.

    Interessant, was in dem Buch zu dem Punkt „Eifersucht und Bitterkeit“ gesagt wird:

    Zu bitterer Eifersucht gehört auch die Sucht, sich selbst und seine Ansichten zu wichtig zu nehmen, statt aufrichtig um das Wohl seiner Brüder besorgt zu sein und sie im Glauben und in der genauen Erkenntnis zu erbauen. Eifersucht und Streitsucht sind zwei von den „Werken des Fleisches“ (Gal. 5:19, 20, 26). Diese Eigenschaften können sich (wie das bittere Wasser aus der vorher erwähnten Quelle) dadurch zeigen, daß der Betreffende fanatisch und starrsinnig für seine Ansichten eifert, während er andere Meinungen lautstark herabsetzt, oder dadurch, daß er nicht anerkennt, daß andere ebensoviel Weisheit und Verständnis besitzen wie er oder sogar noch mehr.

    Alle Christen, besonders aber solche, die gern Lehrer sein möchten, sollten sich fragen, ob sie irgendwelche Spuren von Eifersucht oder Streitsucht in ihrem Herzen haben. Haben sie einen streitsüchtigen Geist? Neigen sie, um ihr Ziel zu erreichen, zu Methoden, die Streit verursachen, statt bei einer Besprechung des Wortes Gottes und der Anwendung seiner Grundsätze unvoreingenommen zu sein? Solch eine Streitsucht ist ein Zeichen von Stolz und Ehrgeiz — das sind gefährliche, ja todbringende Eigenschaften. Es sind Merkmale des Teufels (1. Tim. 3:6; vergleiche Sprüche 12:18).

    In der o.g. Ansprache ist auch die Rede davon, wie die Bitterkeit unsere Ehe gefährden kann – selbst, wenn sie nicht unseren Ehepartner betrifft:

    Janet Conley : Einmal, als die Zwillinge noch recht klein waren – vielleicht ein Jahr oder so – warst du zum Golfen oder irgendetwas anderem unterwegs. Ich war ziemlich wütend auf dich. Du konntest Golfen gehen – schön für dich! – und ich musste mit den Kindern daheim bleiben. Ich erzählte dir davon und beim nächsten Mal gingst du nicht zum Golfen. Aber darüber war ich auch nicht glücklich. Und ich weiß noch, wie ich dachte: „Gott, ich habe ein Problem. Ich bin nicht glücklich, wenn er geht und ich bin nicht glücklich, wenn er bleibt. Irgendwas stimmt nicht.“ Ich erinnere mich, wie ich mich hinkniete – wir hatten einen gelben Sessel und einen gelben Teppich in unserem Wohnzimmer – und betete: „Gott, ich weiß nicht, was los ist, aber du musst mir helfen.“ Dann schlief ich ein. Als ich aufwachte, fiel mir ein Bibelvers ein, den ich vor Jahren von jemandem gehört hatte. Ich lese ihn einmal vor. Es ist Hebräer 12:15

    „Achtet darauf, dass nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, dass nicht irgendeine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und euch zur Last werde und durch sie viele verunreinigt werden.“

    Mir fiel die Aussage über die Bitterkeit wieder ein und ich dachte: „Oh!“ Irgendwie erinnerte mich der Heilige Geist daran, dass ich meinem Vater gegenüber Bitterkeit empfand. Also brachte ich das sofort und an Ort und Stelle, dort vor dem gelben Sessel, vor Gott und bat Ihn, es in Ordnung zu bringen. Das war der Knackpunkt. Aber vorher konnte ich alles, was Bayless tat, nur im Licht dessen sehen, was in meiner Beziehung zu meinem Vater gestört war. Als das geklärt war, sah alles gleich ganz anders aus. Deswegen müssen wir darauf achten, dass unser Herz frei von Altlasten ist. Dann wird alles besser.

    Bayless Conley: Das war ein guter Tag in unserer Ehe! Ich bin froh, dass Janet das erzählt hat. Es gab eine Phase, da war Janet irgendwie ständig wütend auf mich und ich konnte anscheinend nichts richtig machen. Und sie hat gerade ziemlich offen darüber geredet. Manchmal belasten uns Dinge aus der Vergangenheit: Missbrauch oder Misshandlungen oder anderes. Aber Gott hilft uns, das zu bewältigen. Nur werden wir damit nie fertig, wenn wir nicht bereit sind, uns diesen Dingen zu stellen. Wir müssen uns unser Problem eingestehen. Bringen Sie es vor Gott. Gott wird Ihnen helfen, Ihr Problem zu bewältigen, so wie bei meiner Frau.

    Der Lösungsansatz der beiden stützt sich im übrigen auf den Grundsatz von Jesus, dass wir erst unsere Unstimmigkeiten klären sollten, bevor wir „unsere Gabe vor den Altar bringen“ und die Aussage des Paulus, dass wir „die Sonne niemals über unserer gereizten Stimmung untergehen lassen“ sollten

  31. Jakobus 4 – Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott

    1 Woher kommen die Auseinandersetzungen unter euch, woher die Streitigkeiten? Kommen sie nicht daher, dass in euch selbst ein Kampf tobt? Eure eigensüchtigen Wünsche führen einen regelrechten Krieg ´gegen das, was Gott von euch möchte`! 2 Ihr tut alles, um eure Gier zu stillen, und steht doch mit leeren Händen da. Ihr seid bereit, über Leichen zu gehen , ihr seid erfüllt von Neid und Eifersucht, aber nichts davon bringt euch euren Zielen näher. Ihr streitet und kämpft, und trotzdem bekommt ihr nicht, ´was ihr wollt,` weil ihr euch mit euren Anliegen nicht an Gott wendet. 3 Und selbst wenn ihr euch an ihn wendet, werden eure Bitten nicht erhört , weil ihr in verwerflicher Absicht bittet: Das Erbetene soll dazu beitragen, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen!
    4 Ihr Treulosen! Wie eine Ehebrecherin den Bund mit ihrem Mann bricht, so brecht ihr den Bund mit Gott. Ist euch denn nicht bewusst, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegenüber Gott bedeutet? Wer also ein Freund der Welt sein will, erweist sich damit als Feind Gottes. 5 Oder meint ihr, die Schrift sagt ohne Grund: »Mit leidenschaftlichem Eifer sehnt sich Gott danach, dass der Geist, den er uns Menschen eingepflanzt hat, ihm allein ergeben ist .«? 6 Aber eben deshalb schenkt Gott uns auch seine Gnade in ganz besonderem Maß. Es heißt ja in der Schrift :
    »Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen,
    aber wer gering von sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren.«
    7 Ordnet euch daher Gott unter! Und dem Teufel widersteht, dann wird er von euch ablassen und fliehen. 8 Sucht die Nähe Gottes, dann wird er euch nahe sein! Wascht ´die Schuld` von euren Händen, ihr Sünder! Reinigt eure Herzen, ihr Unentschlossenen ! 9 Klagt ´über euren Zustand`, trauert und weint! Aus eurem Lachen muss Traurigkeit werden, aus eurer Freude Bestürzung und Scham. 10 Beugt euch vor dem Herrn, dann wird er euch erhöhen.

    Auch wir sind bei unserer Hingabe und Taufe mit Jehova in einen Bund getreten. Auch wir haben ihm ewige Treue gelobt. Halten wir dieses Versprechen?

  32. Jakobus 4:10

    Unterwerft euch daher Gott 

    Interessant, was hierzu das Jakobus-Buch sagt:

    Jakobus beschreibt nun, wie Christen die in Vers 6 erwähnte unverdiente Güte zuteil werden kann. Sie müssen sich Gott in allem fügen oder ihm untertan sein, nicht nur in bezug auf das, was er gebietet, sondern in allem, was er vorsieht oder was er über sie kommen läßt, da sie wissen, daß er alles schließlich zu ihrem Wohl geschehen läßt. Dies wird uns in Römer 8:28 zugesichert. Wir müssen fest entschlossen sein, uns ihm stets völlig zu unterwerfen. Petrus sagt: „Erniedrigt euch daher unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch zur gegebenen Zeit erhöhe“ (1. Petr. 5:6)

    Es geht also nicht nur darum, das zu tun, was Jehova von uns erwartet – sondern auch um hundertprozentiges Vertrauen in ihn. Er lässt heute bei uns viele schlimme Dinge zu. Wie Jesus bereits sagte, würde man uns um seines Namens Willen verfolgen und Paulus sagte, dass „jeder, der in Gottergebenheit leben will, auch verfolgt wird“. In der Offenbarung sehen wir in einer Vision, wie Satan diejenigen verfolgt, die über Jehova, sein Wort und sein Vorhaben Zeugnis ablegen „und die seine Gebote halten“. Daher überrascht es nicht, wenn wir heute Schwierigkeiten haben. Im Gegenteil: wir müßten uns fragen, was mit uns nicht stimmt – falls wir ein ruhiges und bequemes Leben führen. Denn wir leben in der Zeit des Endes, in Zeiten, „mit denen man schwer fetig wird“.

    Da es immer noch um die Streitfrage der Souveränitat Jehovas und um die Lauterkeit geht – darum, ob Jehova es wert ist, dass wir ihn anbeten, auch wenn er uns seinen Sachutz entzieht – muss er das Leid, das über uns kommt, leider auch zulassen. Sonst hätte der Satan ja Recht, dass wir Jehova nur dienen, solange es uns gut geht. Also muss ER die Mauer entfernen, die er zu unserem Schutz aufgebaut hatte.

    Für eine kleine Weile können wir damit leben, uns immer wieder in den Sinn rufen, dass es ja nur vorübergehend ist und ER uns ja die Kraft gibt, es zu erdulden. Aber mit der Zeit verlieren wir vielleicht den Mut und die Geduld. Wenn es vielleicht bereits viele Jahre anhält, fühlen wir uns sogar von Jehova allein gelassen. Warum hilft er denn nicht? Machen wir etwas falsch? Wir bemühen uns doch auch weiterhin mit aller Kraft seinen Willen zu tun und wir steigen auch tapfer weiterhin über die Hindernisse, die uns immer wieder in den Weg gelegt werden. Aber langsam werden vielleicht unsere Beine müde vom vielen „darüber Steigen“ und wir hätten gern eine Pause. Und Während wir dies denken, wird uns das nächste Hindernis in den Weg geworfen. Ist es da verwunderlich, dass wir unsere Freude verlieren und uns einfach nur wünschen, dass endlich Schluß ist?

    Hier in dem Kommentar wird gesagt, dass weitermachen allein nicht ausreicht. Es hat auch viel mit Vertrauen in Jehova zu tun. Nicht so sehr damit, dass er unsere Prüfung „aber bitte schnell“ beendet oder damit, dass wir wissen, wir bekommen die Kraft von ihm dazu.

    Es geht auch darum zu wissen, dass bei Jehova nichts ohne Grund geschieht und dass er sich etwas dabei denkt, warum er es solange dauern lässt. Bei Daniel und den drei Hebräer ging es relativ schnell: sie wurden in den Ofen geworfen und kamen ganz schnell wieder heraus. Bei Daniel dauerte der Aufenthalt in der Löwengrube eine ganze Nacht. Wie lange es wohl bei Jesus gedauert hatte, bis er „endlich“ starb?

    Bei David dauerte die Verfolgung durch Saul viele Jahre. Jehova ließ dies zu, obwohl er David bereits zum neuen König gesalbt hatte, bevor es mit der Verfolgung losging. Viele viele harte und entbehrungsreiche Jahre für David. Was hatte sich Jehova dabei gedacht?

    Warum ging es bei den einen relativ schnell und dauert bei anderen viele Jahre?

    Mir fallen gerade die unzähligen Erfahrungen der Brüder ein, die so viele Jahre im geteilten Haus gelebt haben. Einige von ihnen wurden von ihrem andersgläubigen Ehepartner schwer verfolgt oder sogar misshandelt. Sie hielten treu aus und wurden am Ende gesegnet: ihr Ehepartner kam durch ihr vorbildliches Verhalten ihm gegenüber derart ins Grübeln, dass sie sich doch mit der Guten Botschaft beschäftigte und dann mit der Zeit die Wahrheit annahme. Heute dienen sie gemeinsam Jehova und all die schweren Jahre geraten in Vergessenheit. Sie waren nötig, um diesen einen Menschen für Jehova und die wahre Anbetung zu gewinnen. Wie glücklich der erste nun sein muss. Sicherlich ist ihm dies die Opfer wert gewesen. Sie haben etwas bewirkt.

    Wenn wir heute nicht wissen, was genau Jehova damit bewirken will, dass wir so lange „über die vielen Hindernisse steigen“ müssen – was macht das schon? Im ungünstigsten Fall „entwickeln wir eine gute Beinmuskulatur und sind gut durchtrainiert und fit für andere Herausforderungen“

    Oftmals bewirken solche Situationen bei anderen Interesse für Jehova und sein Wort. Denn wenn sie sehen, dass wir so viele Jahre treu aushalten und uns auch weiterhin nach Jehova und seinem Wort ausrichten – auch wenn uns dies heute scheinbar nur Probleme schafft – dann werden sie neugierig und fragen sich, warum wir dies tun. Was ist dies für ein Gott, den wir so sehr lieben, dass wir all die schlimmen Dinge herunter schlucken und weiterhin vertrauensvoll seine Hand umklammern und mit IHM laufen?

    Und so beschäftigen sich viele mit diesem Gott und seinem Wort, weil sie dies herausbekommen wollen. So lernen sie Jehova nicht nur kennen, sondern auch lieben. Sie begreifen, wie wunderbar Jehova ist. Dass seine Freundschaft so wunderbar ist, wie nichts anderes auf der Welt und dass sich dafür jedes Opfer lohnt. Sie geben sich vielleicht ihrerseits Jehova hin und lassen sich taufen. Und ist nicht genau dies der Auftrag, den Jesus seinen Jüngern mit auf den Weg gab: wir sollten den Menschen Jehova und sein Wort bekanntmachen und ihnen helfen, dies in ihrem Leben anzuwenden. Das Ergebnis würde Hingabe und Taufe sein – weil sie selbst ein inniges Verhältnis zu Jehova aufgebaut haben.

    Was wissen wir schon, welchen Plan Jehova damit verfolgt, dass er unsere persönliche Bedrängnis noch weitere Jahre zuläßt? In dem Studienartikel „Lerne von Jehova und Jesus, Geduld zu üben“ wird uns ja gezeigt, warum Jehova im allgemeinen all dies noch weiterhin zuläßt: es geht darum, noch die Letzten einzusammleln, bevor er den 4 Engeln gestattet, „die Winde loszulassen“.

    Wenn er daher uns und unser Leiden „benutzt“, um noch weitere zu sich und der wahren Anbetung hinzuziehen – dann ist dies eigentlich ein Grund zu großer Freude: denn wir haben das Vorrecht, ihm auf eine ganz besondere Weise zu dienen!

  33. Jakobus 4 – Sitzt nicht über andere zu Gericht!

    11 Redet nicht schlecht übereinander, Geschwister! Wer schlecht über seinen Bruder redet oder seinen Bruder verurteilt, der redet damit schlecht über das Gesetz und verurteilt das Gesetz, ´das ein solches Verhalten untersagt`. Und wenn du das Gesetz verurteilst, spielst du dich als sein Richter auf, statt es zu befolgen. 12 Dabei gibt es doch nur einen Gesetzgeber und nur einen Richter – den, der die Macht hat zu retten und der die Macht hat, dem Verderben preiszugeben.Du aber, wer bist du, dass du über deine Mitmenschen zu Gericht sitzt?

    Ich darf nicht über meine Brüder richten, stoße mich aber daran, wenn ich sehe, wie lasch einige mit ihrem Vorrecht, ein Zeuge Jehovas zu sein, umgehen. Ich finde es nicht richtig, dass es langsam an der Tagesordnung zu sein scheint, den Ehepartner aus allen möglichen Gründen zu verlassen, es mit der Treue nicht so genau zu nehmen, dass uneheliche Kinder immer mehr werden usw. Richte ich damit meine Brüder? Was sagt das Jakobus-Buch zu dieser Frage!

    In dem vorangegangenen Abschnitt des Briefes behandelte Jakobus das Problem des Hochmuts und des Mangels an Demut. Diese Eigenschaft mag auch die Ursache des Problems gewesen sein, das er nun aufgreift, nämlich daß Christen gegen ihre Brüder redeten (vgl. Ps. 101:5). Da Jakobus sich bereits damit befaßt hat, daß einige Christen ihre Brüder „verfluchten“, etwas, was oft im Zorn oder aus bitterem Haß heraus geschieht, muß sich dieser Abschnitt mit einem anderen Gesichtspunkt einer falschen Einstellung zu den Brüdern befassen. Jetzt geht Jakobus gegen Kritiksucht vor.

    Dadurch, daß Jakobus „Brüder“ sagt, betont er die Größe des Unrechts. Oft veranlaßt einen der Wunsch, sich selbst zu erhöhen, gegen jemand anders zu reden, ihn herabzuwürdigen und ihn in ein schlechtes Licht zu stellen. Ein Psalmendichter sagte über eine solche Person: „Du sitzt und redest wider deinen eigenen Bruder, wider den Sohn deiner Mutter gibst du einen Fehler preis“ (Ps. 50:20). Auch Selbstgerechtigkeit kann dazu führen, daß jemand andere Personen und das, was sie tun, kritisiert, ja sie sogar anklagt (Joh. 9:13-16, 28, 34). Doch ganz gleich, was für einen Beweggrund jemand haben mag — solch nachteiliges Reden gehört sich nicht für Brüder im Haushalt des Glaubens. (Vergleiche 3. Mose 19:16; Sprüche 3:29, 30.) Aufgrund der ererbten Sündhaftigkeit besteht ein allgemeiner Hang in dieser Richtung, und daher ist der Rat des Jakobus von großem Wert.

    Natürlich ist es nicht verkehrt, sich gegen ein Benehmen oder gegen Handlungen auszusprechen, die in Gottes Wort verurteilt werden. Besonders christliche Älteste haben die Pflicht, Personen, die Sünde treiben, zurechtzuweisen, sogar mit Strenge; und alle in der Versammlung haben die Verantwortung, ihr Mißfallen über eine solche Handlungsweise zum Ausdruck zu bringen (1. Kor. 5:1-5, 9-13; Eph. 5:3, 11; 2. Thess. 3:6, 11-15; 1. Tim. 5:20; 2. Tim. 4:2; Tit. 1:9-13). Doch in all diesen Fällen zeigt Gottes Wort selbst, daß das Benehmen oder die Handlungen, um die es geht, sündig sind. Somit ist es sein Wort, sein Gesetz, das die Zurechtweisung erteilt und richtet. Christliche Älteste übermitteln lediglich diese göttliche Zurechtweisung und den von Gott gefällten Urteilsspruch. Jakobus erteilt in seinem Brief selbst solche Zurechtweisungen, zum Beispiel zeigt er nachdrücklich, wie verkehrt eine Anbetung ist, die sich nur in Worten, aber nicht in Taten äußert, und wie verkehrt Parteilichkeit, Zwietracht und Streitigkeiten unter Brüdern sind. Worin besteht dann der Unterschied zwischen einem solchen Vorgehen und der Handlungsweise, die Jakobus hier bespricht?

    Der griechische Ausdruck, der in diesem Vers mit „gegen einen Bruder reden“ wiedergegeben wird, beschreibt ein Reden, das Feindseligkeit, Ablehnung und Verleumdung verrät. Er hat auch den Sinn von „beschuldigen“ mit dem Nebensinn des Unwahren oder Übertriebenen. (Vergleiche die Verwendung des Ausdrucks in 1. Petrus 2:12.) Die Tatsache, daß Jakobus als nächstes davon spricht, daß jemand seinen Bruder ‘richtet’, und sich dann mit dem Richten befaßt und auf dem Höhepunkt seiner Darlegung die Frage stellt: „Wer bist du, daß du deinen Nächsten richtest?“, zeigt, daß der Ausdruck „gegen einen Bruder reden“ bedeutet, etwas an ihm auszusetzen, ihn streng zu kritisieren oder ihn zu tadeln, doch ohne guten Grund. Das kommt einer Beurteilung gleich, entweder seiner Person oder seiner Handlungsweise oder seiner Beweggründe. Es ist eine negative Einschätzung seines sittlichen Wertes, für die es keine Grundlage gibt. Das Unrecht wird noch verschlimmert, wenn dieses verurteilende Reden hinter dem Rücken des Beschuldigten vor sich geht.

    Jakobus erklärt, daß eine solch ungerechte, grobe und unfreundliche Kritik an einem christlichen Bruder das gleiche sei, als würde jemand gegen das Gesetz reden und es richten. Etwas früher in seinem Brief spricht Jakobus von dem „königlichen Gesetz“ der Nächstenliebe und dem „Gesetz eines freien Volkes“ (Jak. 2:8, 12). Jakobus scheint daher in dem zur Betrachtung stehenden Abschnitt nicht vom mosaischen Gesetz zu sprechen, sondern von Gottes Gesetz im allgemeinen, wie es auf die Christenversammlung angewandt wird. Wie der Gelehrte Lenski erklärt, steht das Wort für „Gesetz“ im Griechischen hier ohne den bestimmten Artikel, und das stützt die Ansicht, daß Jakobus sich nicht ausdrücklich auf das mosaische Gesetz („das Gesetz“) bezieht. Es könnte jedoch erwähnt werden, daß das „königliche Gesetz“ der Nächstenliebe auch einen Bestandteil des Gesetzesbundes bildete. Tatsächlich sagte Jesus, daß das ganze Gesetz (das Israel durch Moses gegeben wurde) auf nur zwei Geboten beruhe — Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten. (Vergleiche 3. Mose 19:18; Matthäus 22:37-40; Römer 13:8-10.) In ähnlicher Weise legt auch das von Jesus gegebene „neue Gebot“ Nachdruck auf die Liebe (Joh. 13:34; 15:12). In den gesamten inspirierten Christlichen Schriften wird darauf der gleiche Nachdruck gelegt.

    Wieso wird nun gesagt, daß die hier beschriebene Handlungsweise einem Reden gegen das Gesetz und einem Richten des Gesetzes gleichkommt? Eine Parallele dazu mögen wir in den verurteilenden Worten finden, die Jesus an die Schriftgelehrten und Pharisäer richtete. Sie sprachen gegen ihn und seine Jünger und warfen ihnen vor, es fehle ihnen an Gottergebenheit, sie hätten falsche Beweggründe und ihre Handlungen seien ungerecht, da sie zum Beispiel den Sabbat verletzten. Sie taten dies jedoch aufgrund von Maßstäben, die sie selbst aufgestellt hatten (wenn sie die Jünger beispielsweise beschuldigten, mit ‘unreinen Händen’ zu essen), oder indem sie Gottes Gesetze sehr extrem auslegten (wenn sie die Jünger beispielsweise verurteilten, weil sie am Sabbat Ähren abpflückten, zerrieben und aßen). Jesus sagte ihnen: „Ihr gebt das Gebot Gottes auf und haltet an der Überlieferung der Menschen fest.“ Ferner sagte er, sie würden das Wort Gottes durch ihre Überlieferungen ungültig machen, die sie übermitteln und als Grundlage zum Richten verwenden würden (Mark. 7:1-9, 13; Luk. 6:1, 2; 11:38; 14:1, 3; Joh. 9:16). Sie hatten sich „auf Moses’ Stuhl gesetzt“. Moses war von Jehova besonders als Gesetzgeber und Richter für Israel gebraucht worden; und während nun die Schriftgelehrten und Pharisäer eifrig verkündeten, was in Gottes Gesetz aufgezeichnet war, fügten sie manches hinzu und erlegten so dem Volk viele bedrückende Traditionen auf (Matth. 23:1-4; Apg. 7:35-38). Da das gewöhnliche Volk das Gesetz nicht gemäß ihren Maßstäben hielt, erachteten sie es „für nichts“, ohne jeden sittlichen Wert, und richteten es, indem sie es als ‘verflucht’ bezeichneten (Luk. 18:9-12; Joh. 7:49).

    Dadurch, daß sie das taten, redeten sie gegen das Gesetz und richteten es. Sie maßten sich an, das Privileg und die Befugnis zu haben, das Gesetz nach ihren Vorstellungen auszulegen, es zu erweitern oder einige Bestimmungen überzubetonen und dafür andere zu vernachlässigen. Jesus sagte ihnen, daß sie in kleinen Dingen peinlich genau und in großen Dingen sehr sorglos seien, daß sie ‘die gewichtigeren Dinge des Gesetzes außer acht ließen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue’ (Matth. 23:16-24). Gemäß Matthäus 7:1-5 wies Jesus seine Jünger an, sich vor einer solch verkehrten Handlungsweise zu hüten und ihre Brüder nicht zu richten.

    Noch in einer anderen Hinsicht spricht jemand, der gegen seinen Bruder redet (vielleicht verleumderisch) oder ihn richtet, gegen das Gesetz, und zwar indem er nicht die Ordnung und den Frieden fördert. In Psalm 119:165 heißt es: „Überströmender Friede gehört denen, die dein Gesetz lieben.“ Würden viele in der Versammlung heftige Kritik üben und ungerecht richten, so könnte dies praktisch zur Anarchie führen. Als Ergebnis würde das geschehen, wovor Paulus die Brüder in den Versammlungen in Galatien warnte, nachdem er ihnen den Rat gegeben hatte, einander zu lieben: „Wenn ihr jedoch einander fortgesetzt beißt und verschlingt, so seht euch vor, daß ihr nicht voneinander vertilgt werdet“ (Gal. 5:13-15).

    Der Rat, den Jakobus gab, war daher dringend nötig. In der Christenversammlung in Rom waren zum Beispiel Probleme aufgetreten, weil einige es sich zur Gewohnheit gemacht hatten, „Entscheidungen in bezug auf Zweifelsfragen“ zu treffen („Beurteilungen von Gedanken“ anzustellen, Kingdom Interlinear). Diejenigen, deren Gewissen es ihnen erlaubte, gewisse Dinge zu tun oder nicht zu tun, blickten auf die herab, deren Gewissen dies nicht gestattete, während die letzteren die ersteren richteten, indem sie sie einer verkehrten Handlungsweise beschuldigten (Röm. 14:1-3). Paulus ermahnte sie jedoch, einander nicht zu kritisieren und zu richten, sondern sich statt dessen von Liebe leiten zu lassen und aus Interesse am geistigen Wohl ihrer Brüder lieber auf Dinge zu verzichten, die andere zum Straucheln bringen könnten (Röm. 14:13-15, 19-21; 15:1-3; vergleiche 1. Korinther 8:4, 7-13).

    Der Rat des Jakobus stimmt mit dem des Paulus überein. Einem Christen ist es in keiner Hinsicht verboten, in Angelegenheiten, in denen man persönlich entscheiden muß, seine eigene Meinung zu haben, nicht einmal, eine feste Meinung zu haben. Verurteilt wird nicht, daß wir uns ein eigenes Urteil bilden, sondern daß wir unsere persönlichen Ansichten oder Entscheidungen als Grundlage dafür benutzen, unseren Bruder anzuklagen und zu richten. (Vergleiche Römer 14:5, 22, 23.) Wenn wir das tun, erheben wir uns über unseren Bruder als Richter; wir tun so, als stünden wir über ihm und hätten das Recht, seine persönlichen Entscheidungen in solchen Angelegenheiten zu verwerfen und ihn zu verurteilen. (Vergleiche 1. Korinther 10:29, 30.)

    Im Jakobus-Buch heißt es zum Thema „Richten“ auch noch:

    Es erscheint tatsächlich unglaublich, daß sich irgendein schwacher, irrender, unvollkommener, sündiger Mensch für berechtigt oder kompetent halten würde, anstelle des unfehlbaren Gottes seinen Mitmenschen zu richten, wenn Gott dies durch sein Wort nicht getan hat.
    Kommentare zum Jakobusbrief

    Wenn ich daher sage, dass jemand, der die Ehe gebrochen hat und weiterhin Hurerei begeht, nicht Jehovas Segen haben kann – dann richte ich meinen Bruder nicht selbst, sondern sage nur das, was Jehova selbst in seinem Wort sagt. Und wenn ich mich über Brüder aufrege, die durch Falschanklagen und Falschaussagen ihrem Bruder sehr schaden, dann richte nicht ich ihn, sondern sage nur das, was Jehova selbst sagt:

    Was sagt denn Gottes Wort zu Scheidung, Ehebruch und Hurerei?

    Jehova hasst Scheidung, einziger Scheidungsgrund ist Hurerei. So steht es in der Bibel und so hat es Jesus auch wieder bestätigt, als er auf der Erde war. Ebenso hasst er Ehebruch, er zählt zu den Dingen, wegen denen Jehova Menschen für immer verwirft, wenn sie es nicht lassen. Auch von Hurerei wird in dieser Form geredet.

    Wenn wir uns also persönlich daran stoßen, dass diese Dinge innerhalb der Versammlung immer mehr um sich greifen, dann zählt dies zu den Dingen, die in Maleachi und in Hesekiel gesagt werden:

    Zu jener Zeit redeten diejenigen miteinander, die Jehova fürchten, jeder mit seinem Gefährten, und Jehova merkte unablässig auf und hörte zu. – Maleachi 3:16

    Und Jehova sprach weiter zu ihm: „Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und du sollst ein Kennzeichen an die Stirn der Menschen anbringen, die seufzen und stöhnen über all die Abscheulichkeiten, die in seiner Mitte getan werden.“(Hesekiel 9:4)

    wir sehen: wir müssen die Bibel Ganzes lesen und die einzelnen Puzzleteile miteinander verbinden, damit wir wirklich so leben, dass wir unserem Gott Jehova gefallen

  34. Jakobus 5 – Standhaftes Warten auf das Kommen von Jesus Christus

    7 Haltet nun also geduldig aus, Geschwister, bis der Herr wiederkommt! Denkt an den Bauern, der darauf wartet, dass auf seinem Land die kostbare Ernte heranreift . Ihretwegen fasst er sich in Geduld, bis der Herbstregen und der Frühjahrsregen auf das Land gefallen sind. 8 Fasst auch ihr euch in Geduld und stärkt eure Herzen ´im Glauben`, denn das Kommen des Herrn steht nahe bevor.
    9 Klagt und jammert nicht übereinander, Geschwister, damit Gott euch nicht verurteilen muss. Denkt daran: Der Richter steht schon vor der Tür!
    10 Geschwister, wenn es darum geht, im Leiden Geduld zu beweisen, nehmt euch die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben, zum Vorbild. 11 Schließlich ist es doch so, dass wir die glücklich preisen, die ´in der Prüfung` standhaft geblieben sind.Ihr habt von der Standhaftigkeit Hiobs gehört und wisst, dass der Herr bei ihm alles zu einem guten Ende geführt hat , denn der Herr ist zutiefst barmherzig und voll Mitgefühl

    Nanu? Warum steht das Erdulden von Prüfungen direkt nach der Aussage, dass wir nicht übereinander klagen sollten?

  35. Jakobus 1 – 2

    Jakobus 1 – die drei Grundthemen

    1 Jakobus , Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, grüßt die zwölf Stämme, die in der Zerstreuung sind!

    2 Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, 3 da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. 4 Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt.
    5 Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.
    6 Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin- und hergeworfen wird. 7 Ein solcher Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen wird, 8 ein Mann mit geteiltem Herzen, unbeständig in allen seinen Wegen.

    9 Der Bruder aber, der niedrig gestellt ist, soll sich seiner Erhöhung rühmen, 10 der Reiche dagegen seiner Niedrigkeit; denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen . 11 Denn kaum ist die Sonne aufgegangen mit ihrer Glut, so verdorrt das Gras, und seine Blume fällt ab, und die Schönheit seiner Gestalt vergeht; so wird auch der Reiche verwelken auf seinen Wegen.

    12 Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet ; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben .

    13 Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand; 14 sondern jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. 15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod .
    16 Irrt euch nicht, meine geliebten Brüder:
    17 Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter , bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel . 18 Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

    19 Darum, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören , langsam zum Reden , langsam zum Zorn ; 20 denn der Zorn des Mannes vollbringt nicht Gottes Gerechtigkeit!
    21 Darum legt ab allen Schmutz und allen Rest von Bosheit und nehmt mit Sanftmut das [euch] eingepflanzte Wort auf, das die Kraft hat, eure Seelen zu erretten !

    22 Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. 23 Denn wer [nur] Hörer des Wortes ist und nicht Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht im Spiegel anschaut; 24 er betrachtet sich und läuft davon und hat bald vergessen , wie er gestaltet war. 25 Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser [Mensch], der kein vergesslicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun.
    26 Wenn jemand unter euch meint, fromm zu sein, seine Zunge aber nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt , dessen Frömmigkeit ist wertlos .

    27 Eine reine und makellose Frömmigkeit vor Gott, dem Vater, ist es, Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und sich von der Welt unbefleckt zu bewahren.

    Hier fällt es echt schwer, die Absätze zu setzen – was gehört noch zusammen, was sollte eher für sich stehen?

    Eigentlich gibt es in diesem Kapitel 3 Grundthemen, so, wie wir sie im vergangenen Jahr im Hauskreis behandelt hatten:

    • Unter Prüfungen stand halten und
    • Täter des Wortes zu sein

    Beim letzten gehört das mit der Zunge dazu, die Macht unserer Worte. Hierzu haben wir gerade in den letzten zwei Wochen eine zweiteilige Ansprache von Bayless Conley gehört – „Was Worte bewirken können“. Es gibt auch noch weitere von ihm dazu, wie z.B „Die Kraft der Worte“.

  36. „Täter des Wortes sein“ – wie weit geht das?

    Zu dem Thema haben wir auch bereits viel in den vergangenen Jahren zusammen getragen. Hier fällt mir ein, was ich die Tage in einer Ansprache im Rahmen der Apostelgeschichte gehört habe. Das Thema war „Wie entsteht und wächst Gemeinde?“ und hier sagte der Bruder, dass es einen Unterschied gibt, ob wir zum Glauben gekommen sind oder uns bekehrt haben.

    Wenn ich zum Glauben komme, kann dies eine Sache rein vom Kopf, von der Vernunft her sein. Ich habe gehört, was die Bibel sagt, vielleicht hat mir ein Bruder beim Bibelstudium die Zusammenhänge erklärt und ich habe sie begriffen. Daraufhin habe ich mich taufen lassen, weil ich erkannt habe, dass dies die Wahrheit ist. Aber inwieweit hat mich dies wirklich innerlich verändert?

    Man könnte sogar so weit gehen, zu sagen, dass es auch einen Unterschied zwischen „Täter des Wortes sein“ und Bekehrung gibt. Denn nach seinem Verständnis entspricht die Bekehrung der Wiedergeburt, ich bin ein völlig neuer Mensch geworden.

    Die Juden, von denen wir gerade erst noch in Apostelgeschichte 14 gelesen haben, waren auch „Täter des Wortes“. Sie waren so sehr drauf bedacht, das Gesetz einzuhalten, das Moses damals von Jehova übermittelt hatte – und haben damit den Messias umgebracht und verfolgten später die Christen.

    Selbst die Juden-Christen, die dann Petrus und die unbeschnittenen Heiden angriffen, waren in gewissem Sinn „Täter des Wortes“, dennoch war ihr Handeln weder richtig noch förderlich

    Es ist die eine Sache, etwas zu tun oder nicht zu tun, weil es von uns gefordert oder verboten wird. Eine andere Sache ist es, den Sinn dahinter zu verstehen und zu lernen, das zu lieben, was richtig ist – weil Gott es liebt und er ganz sicher weiss, was richtig und was falsch ist.

    Wenn wir uns bekehrt haben, dann sind wir im Hinblick auf unser altes Leben gestorben. Dies sollte nicht nur unsere Handlungen bestimmen – sondern auch unsere Gedanken und Gefühle. Sicherlich werden wir noch den Rest unseres Lebens daran arbeiten, besonders unsere Gefühle mit dem in Übereinstimmung zu bringen, was unser Gott denkt und was IHM gefällt. Aber weil wir ihn lieben, wollen wir gern so sein, wie ER!

    Denken wir hierbei auch daran, was einen echten Fan ausmacht: er kleidet sich nicht nur wie sein Idol, sondern mit der Zeit fängt er an, so zu reden und sich zu bewegen wie sein Idol. Irgendwann ist er ganz von seinem Idol durchdrungen – er denkt schon so, wie sein Idol, fühlt sich persönlich gekränkt, wenn jemand etwas häßliches zu seinem Idol sagt usw.

    Einem Fan muss niemand darauf hinweisen, dass sein Idol das anders sieht, dass er dieses oder jenes von seinen Fans erwartet. Ein Fan ist mit Haut und Haaren seinem Idol verfallen. Ihm muss niemand sagen, er solle „ein Täter des Wortes“ sein. Er ist es, weil er sein Idol liebt. Es ist sein innigster Herzenswunsch, noch mehr so zu sein, wie sein Idol.

    Ein Fan ist auch in gewisser Hinsicht neu geboren. Er ist hinsichtlich seines Lebens vor der Begegnung mit dem Idol gestorben und lebt nun noch nur für diesen. Sein ganzes Leben dreht sich darum und es fällt seiner Umgebung auf, wie sehr der Fan sich verändert hat. Oftmals erkennen wir diese Person nicht mehr wieder 😉

    Was hat sich bei uns persönlich verändert, als wir zum Glauben kamen, uns Gott und Jesus hingegeben haben und uns taufen ließen?

    Sind dies rein äußerliche Veränderungen? Haben sich nur einige Handlungen geändert – wie: „das und das mache ich jetzt nicht mehr“ (wie Geburtstag feiern oder Weihnachten), dafür tue ich andere Dinge, die ich vorher nicht getan habe (wie Predigtdienst, Besuch von Versammlung, Gottesdienst oder Hauskreis)?

    Was ist mit unserer inneren Einstellung, unseren Gedanken und Gefühlen?

    Wie gehen wir mit anderen um? Welche Gefühle haben wir für diejenigen, die uns weh getan haben usw? Erinnern wir uns hierbei an die Auflistung von Bayless Conley dazu, was ein Christ tun sollte, was ihn ausmacht.

    Fällt dies alles wirklich auch unter den Aspekt „Täter des Wortes sein“?

    Oder geht es hier eher darum, gewisse Gebote einzuhalten?

    Bedenken wir bitte auch: Manche Dinge tun wir nur aus Angst vor Strafe oder weil wir etwas bekommen wollen.

    Also im übertragenen Sinne: warum bin ich ein „Täter des Wortes“ und tue das, was Gott „von mir verlangt“? Aus Angst vor Strafe oder weil ich gern ins Paradies oder in den Himmel kommen will?

    Hm …

  37. Die Sache mit „unsere Freude auch unter Prüfung nicht verlieren“ hängt mit den vorherigen Gedanken zusammen

    Wenn es wirklich einen Unterschied gibt zwischen „Bekehrung und Wiedergeburt“ und „Täter des Wortes sein“, dann können wir nur dann unter Prüfungen unsere Freude bewahren, wenn wir wirklich wiedergeboren sind.

    Denn wenn ich all die Gebote Gottes nur halte, weil ich Angst vor Strafe habe oder etwas von ihm haben will, dann knicke ich unter Druck ein. Denken wir hierbei auch an die 3 Hebräer, die nach Babylon weggeführt wurden.

    Sie waren ja nicht die einzigen, die ins Exil gingen. Es waren die ganzen Jugendlichen aus den höheren Familien. Sie sollten in Babylon „um-erzogen“ werden. Scheinbar ist dies bei den meisten geglückt.

    Aber diese drei ragten aus der großen Masse heraus. Sie liebten Jehova wirklich, sie waren echte Fans! Nichts und niemand konnte etwas daran ändern.

    Erinnern wir uns daran, was sie dem König auf seine Drohungen erwiderten: „unser Gott kann uns befreien. Uns auch wenn nicht – wir werden uns vor keinem Götzenbild niederbeugen!“ (Daniel 3)

    Ihnen ging es nicht darum, irgendwelche Gebote einzuhalten, weil ihr Gott dies von seinen Anbetern „einfordert“, sondern sie verabscheuten Götzendienst aus vollstem Herzen. Nur deshalb konnten sie so stark bleiben.

    Denken wir auch an Daniel, der in die Löwengrube geworfen wurde (Daniel 6), oder an Jeremia, Joseph usw.

    Denken wir auch an Stephanus – wir haben gerade erst von ihm gelesen. Er betete sogar noch im Angesicht des Todes für seine Feinde. Unglaublich!

    Dies ist nur dann möglich, wenn wir Gott wirklich lieben und ihm mit Haut und Haaren verfallen sind. Wer sonst käme auf die Idee, Gott um Nachsicht für diejenigen zu bitten, die uns gerade umbringen.

    Also gehören die beiden Punkte in Wirklichkeit zusammen. Wahrscheinlich meinte Jakobus mit dem Begriff „Täter des Wortes sein“ keinen Gehorsam aus Angst, sondern eine echte Herzenseinstellung. Ein wahrer Fan sein 😉

    weitere Gedanken zu Jakobus 1 finden wir hier

  38. Jakobus 2 – „Werke des Glaubens“ – das Motiv

    1 Meine Brüder, verbindet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, [den Herrn] der Herrlichkeit , nicht mit Ansehen der Person !
    2 Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit goldenen Ringen und in prächtiger Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, 3 und ihr würdet euch nach dem umsehen, der die prächtige Kleidung trägt, und zu ihm sagen: Setze du dich hier auf diesen guten Platz !, zu dem Armen aber würdet ihr sagen: Bleibe du dort stehen, oder setze dich hier an meinen Fußschemel! 4 – würdet ihr da nicht Unterschiede unter euch machen und nach verwerflichen Grundsätzen richten ?
    5 Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches , das er denen verheißen hat, die ihn lieben ? 6 Ihr aber habt den Armen verachtet!
    Sind es nicht die Reichen, die euch unterdrücken , und ziehen nicht sie euch vor Gericht? 7 Lästern sie nicht den guten Namen, der über euch ausgerufen worden ist? 8 Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach dem Schriftwort: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« , so handelt ihr recht; 9 wenn ihr aber die Person anseht , so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt.

    10 Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. 11 Denn der, welcher gesagt hat: »Du sollst nicht ehebrechen!« , hat auch gesagt: »Du sollst nicht töten!« Wenn du nun zwar nicht die Ehe brichst, aber tötest, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden.

    12 Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen! 13 Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

    14 Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann ihn denn dieser Glaube retten?

    15 Wenn nun ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und es ihnen an der täglichen Nahrung fehlt, 16 und jemand von euch würde zu ihnen sagen: Geht hin in Frieden, wärmt und sättigt euch!, aber ihr würdet ihnen nicht geben, was zur Befriedigung ihrer leiblichen Bedürfnisse erforderlich ist, was würde das helfen?

    17 So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot . 18 Da wird dann einer sagen: »Du hast Glauben, und ich habe Werke. Beweise mir doch deinen Glauben aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben beweisen!«
    19 Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es – und zittern! 20 Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist?

    21 Wurde nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte? 22 Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde? 23 Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: »Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet« , und er wurde ein Freund Gottes genannt.

    24 So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein.

    25 Ist nicht ebenso auch die Hure Rahab durch Werke gerechtfertigt worden, da sie die Boten aufnahm und auf einem anderen Weg entließ?

    26 Denn gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot.

    Nun kommen wir wieder an den Punkt, über den wir gestern bereits nachgedacht hatten – wie weit geht es „Täter des Wortes zu sein“?

    Denn: ein Täter des Wortes bringt Werke des Glaubens hervor!

    Gerade eben habe ich mir hierzu noch die Ansprache „Gott zeigt dir, wie es geht“ von Bayless Conley angehört und er bringt es auf den Punkt:

    wir tun die Werke des Glaubens nicht, um gerettet zu werden – sondern weil wir bereits gerettet sind!

    Diese Tatsache hat unser ganzes Leben verändert. Wir hatten ja gestern bereits darüber nachgedacht, was einen echten Fan ausmacht.

    Wir tun unsere guten Werke nicht, um uns bei Gott Rettung und ewiges Leben im Paradies zu verdienen und wir tun sie auch nicht deshalb, damit wir bei den Menschen gut angesehen werden. Es geht um viel mehr.

    Irgendwann „sind wir mal zur Wahrheit gekommen“, oder „wurden gerettet“, oder „hatten eine Begegnung mit Jesus“ – egal, wie wir es nennen wollen, es beschreibt ein eingreifendes Erlebnis: wir haben begriffen, wie sehr Gott uns liebt, obwohl wir das wirklich nicht verdient haben, wir haben erkannt, was Jesus da für uns getan hat, weil er uns liebt.

    Dies ist so unglaublich, gerade in der heutigen kalten und lieblosen Zeit. Wir wissen aus Erfahrung, dass sich jeder Mensch nach einer solchen tiefen und selbstlosen Liebe sehnt – die Menschen tun die verrücktesten Dinge, um eine solche Liebe zu erhalten und wir wissen, wo man sie bekommt. Wir kennen das, worunter die meisten Menschen leiden und wir wissen, wo es das Heilmittel gibt und das auch noch kostenlos!

    Wir hatten bereits in den vergangenen Monaten viel darüber nachgedacht, was es bewirkt, wenn wir auf eine solche Weise um unser selbst Willen geliebt werden. Wir empfinden einen tiefen inneren Frieden, alles, was uns heute quält und zu schlechten Taten treibt, ist vorbei. Es gibt keinen Neid und keine Mißgunst mehr.

    Diese tiefe Liebe, die wir da empfangen haben, erfüllt uns – nun, da wir uns dessen bewußt sind. Denn diese Liebe hat ja jeder von uns empfangen, nur die wenigsten wissen es. Wir, die wir uns dessen bewußt sind, sind von so viel Liebe erfüllt, wir haben so viel Liebe zu geben. Die Anderen, die weiterhin auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und Identität sind, tun uns leid, wir wollen ihnen gern helfen, diese Liebe mit ihnen teilen.

    Kennen wir das Gefühl, dass „wir die ganze Welt umarmen wollen“? Vielleicht aus der Zeit, als wir frisch verliebt waren und merkten, dass unsere Liebe erwidert wird? In diesem Zustand könnten wir den ganzen Tag jubeln, jeden umarmen, man merkt es uns an. Wir sind gut gelaunt und großzügig. Wir lächeln andere an, machen Komplimente, helfen usw.

    Kennen wir auch den Zustand „zu Tode betrübt“? Es geht uns schlecht, wir haben miese Laune, meckern herum, sehen die anderen und ihre Bedürfnisse überhaupt nicht und uns „stört die Fliege an der Wand“. Wir sehen alles negativ und mißtrauen jedem. Wir sind neidisch auf die, denen es besser geht und vielleicht hassen wir sogar diejenigen, denen es wirklich gut geht.

    Nun stellen wir uns vor, wir waren in einem solchen negativen Zustand, vielleicht bereits viele Jahre. Dann ist jemand gekommen, der uns gezeigt hat, dass er uns liebt, einfach so. Das Leben wird auf einmal wieder schön und wir könnten jubeln. Es geht uns wunderbar und wir wollen dies mit anderen teilen. Also tragen wir der alten Frau die Tasche, umarmen vielleicht einen alten Mann, der traurig aussieht oder weint. Wir nehmen uns Zeit für einen entmutigen Nachbarn usw.

    Was war zuerst?

    Haben wir die guten Taten getan, damit es uns selbst irgendwann gut geht – oder haben wir nicht viel eher das Glück über die eigene Befreiung mit anderen geteilt?

    Ebenso ist es mit den Werken des Glaubens: weil wir selbst aus unserem elenden Zustand befreit wurden und die tiefe Liebe Gottes und seines Sohnes Jesus Christus spüren – darum tun wir all diese Dinge. Sie sind Ausdruck unserer Freude und tiefer Dankbarkeit!

    Ob man an unseren Werken des Glaubens wohl auch erkennen kann, ob wir nur rein mechanische „Täter des Wortes“ sind oder „Errettet“ bzw „Neugeboren“?

  39. Wenn wir uns ansehen, was in diesem Zusammenhang zu den Werken des Glaubens gesagt wird, dann kommen wir zu einem ähnlichen Schluß wie gestern!

    Wenn unsere Werke rein mechanisch wären, dann müßte man uns ermahnen, sie zu tun.

    Wenn sie aber einem dankbaren und von tiefer Liebe erfülltem Herzen entspringen, dann kämen wir überhaupt nicht auf die Idee, einen Bruder mit einem dummen Spruch wieder weg zuschicken, wenn wir ihm helfen könnten 😉

    Auf solche Gedanken komme ich nur mit einem freudlosen Herzen, wenn ich vielleicht durch das eigene Leid blind bin für die Bedürfnisse des anderen oder wenn ich neidisch bin, mir sage „ich habe selbst nix, soll der andere doch sehen“. Wobei Paulus hier sagt, dass wir ihn nicht weg schicken sollen, wenn wir die Mittel zum Helfen haben.

    Dies kann mir aber passieren, wenn ich nur an mich selbst denke und Angst habe, ich selbst käme zu kurz. Ja klar, ich hätte das Geld, das er braucht, um seiner Familie Essen kaufen zu können, aber eigentlich spare ich auf das tolle Auto, den tollen Computer, das tolle Handy – denn mein Modell ist schon nicht mehr modern, es gibt bessere… – und was geht mich schon der andere an? soll er doch selbst für sich sorgen

    Wenn ich die Liebe Gottes erfahren habe und ganz tief in mir spüre, dann habe ich keine Angst mehr, zu kurz zu kommen.

    In seiner Reihe „Leben als Königskind“, sowie „Endlich Daheim“, sagt Johannes Hartl, dass auch heute noch zu viele Christen mit einer „Straßenkind Mentalität“ leben.

    Dies beinhaltet die Angst, zu kurz zu kommen und den Drang, sich alles zu erkämpfen.

    Wenn wir aber begriffen haben, dass wir ein Königskind sind – weil der große König uns als sein Kind angenommen hat – dann müssen wir diese Ängste nicht haben, denn dann ist reichlich für uns gesorgt. Wir wissen, dass unser Vater für alles sorgt, was wir brauchen und dass er genug von allem hat. Warum sollte ich einem anderen Gutes neiden? Es ist genug da, es tut mir nicht weh, von dem Vielen an andere anzugeben!

    Wenn wir also wirklich unserem Gott Jehova und unserem Herrn Jesus Christus begegnet sind – und wahre Fans von ihnen sind – dann können wir nicht weg sehen, dann drängt uns unser Herz, mit anderen zu teilen und ihnen Gutes zu tun. Auch dann, wenn dies für uns vielleicht einige Einschränkungen bedeutet. Aber in der Regel gefährdet es nicht unsere persönliche Existenz.

    weitere Gedanken zu Jakobus 2 finden wir hier

  40. Jakobus 3 – 5

    Jakobus 3 – was dieses Kapitel mit Jesus als Mittler zu tun hat 😉

    1 Werdet nicht in großer Zahl Lehrer , meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden!
    2 Denn wir alle verfehlen uns vielfach; wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, so ist er ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten. 3 Siehe, den Pferden legen wir die Zäume ins Maul, damit sie uns gehorchen, und so lenken wir ihren ganzen Leib. 4 Siehe, auch die Schiffe, so groß sie sind und so rau die Winde auch sein mögen, die sie treiben – sie werden von einem ganz kleinen Steuerruder gelenkt, wohin die Absicht des Steuermannes will.
    5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer – welch großen Wald zündet es an! 6 Und die Zunge ist ein Feuer , eine Welt der Ungerechtigkeit. So nimmt die Zunge ihren Platz ein unter unseren Gliedern; sie befleckt den ganzen Leib und steckt den Umkreis des Lebens in Brand und wird selbst von der Hölle in Brand gesteckt.
    7 Denn jede Art der wilden Tiere und Vögel, der Reptilien und Meerestiere wird bezwungen und ist bezwungen worden von der menschlichen Natur ; 8 die Zunge aber kann kein Mensch bezwingen, das unbändige Übel voll tödlichen Giftes ! 9 Mit ihr loben wir Gott, den Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bild Gottes gemacht sind; 10 aus ein und demselben Mund geht Loben und Fluchen hervor. Das soll nicht so sein, meine Brüder!

    11 Sprudelt auch eine Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres hervor? 12 Kann auch, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen, oder ein Weinstock Feigen? So kann auch eine Quelle nicht salziges und süßes Wasser geben.

    13 Wer ist weise und verständig unter euch? Der zeige durch einen guten Wandel seine Werke in Sanftmütigkeit, die aus der Weisheit kommt! 14 Wenn ihr aber bitteren Neid und Selbstsucht in eurem Herzen habt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit! 15 Das ist nicht die Weisheit, die von oben kommt, sondern eine irdische, seelische, dämonische. 16 Denn wo Neid und Selbstsucht ist, da ist Unordnung und jede böse Tat.

    17 Die Weisheit von oben aber ist erstens rein , sodann friedfertig , gütig ; sie lässt sich etwas sagen , ist voll Barmherzigkeit und guter Früchte , unparteiisch und frei von Heuchelei . 18 Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften .

  41. Jakobus 3:1-12
    Eine große Herausforderung für jeden von uns

    Wir alle sind Christen – also Fans von Jesus – und wir alle wollen so gern sein, wie ER!

    Aber wir alle sind auch unvollkommen und wir alle haben damit zu kämpfen,

    • dass wir gern bei anderen gut angesehen sein wollen,
    • dass wir Angst haben, selbst zu kurz zu kommen,
    • dass wir neugierig sind und selbst gern erzählen, was uns so beschäftigt

    Wir alle sind sehr gefühlsbetont, und wenn vielleicht auch nicht so sehr um die Gefühle der anderen besorgt sein mögen, so nehmen wir doch unsere eigenen Gefühle sehr wichtig. Dies wird nicht nur von unserer Gesellschaft und der Werbung gefördert, sondern auch von Philosophen und besonders von Psychologen.

    Nun haben wir ein echtes Problem: wen nehmen wir wichtig – die Gefühle und Interessen der anderen oder unsere eigenen?

    Gerade heute hatte ich ein Gespräch mit einer jungen Mutter aus der Nachbarschaft. Sie war entsetzt, wie egoistisch die Menschen heutzutage sind. Dabei ist das Heute die Norm. Menschen, die sich Gedanken um die Gefühle und Bedürfnisse anderer machen, sind eher in der Minderheit. Ich persönlich bin nach wie vor der Ansicht, dass gerade diese selbstlosen Menschen gute Christen abgeben würden. Warum sind eigentlich so viele von ihnen der Guten Botschaft gegenüber so wenig aufgeschlossen?

    Wir selbst sind unter dem Motto erzogen worden: „was du nicht willst, das man dir tu, das füge auch keinem anderen zu“. Heute weiss ich, dass dies „die goldene Regel“ aus Matthäus 7:12 ist. Dadurch sind wir sensibilisiert worden für die Bedürfnisse der anderen.

    Dennoch kämpfe ich nach wir vor um meine Zunge, um die Worte, die ich von mir gebe. Ich weiss sehr wohl, dass es sehr wichtig ist, womit ich mich beschäftige, denn „aus der Fülle des Herzens redet der Mund“. Aber selbst das Lesen in Gottes Wort, das Nachsinnen darüber und das Reden mit anderen darüber verhindert oftmals nicht, dass ich „dummes Zeug“ rede. Ganz betroffen macht es mich immer wieder, wenn ich mich dabei ertappe, dass ich negative Gedanken über andere äußere und dies nicht nur, wenn ich mich gerade über diese Person geärgert habe 🙁
    Scheinbar hat es etwas damit zu tun, wie ich eine Person sehe und ob sie mir sympathisch ist oder nicht. Wenn mir eine Person nicht so sehr liegt, neige ich scheinbar immer wieder dazu, nur zu bereitwillig negative Informationen über sie ins Gespräch zu werfen. Oftmals muss ich mich direkt danach entschuldigen und es ist mir furchtbar peinlich

  42. Warum nur neigen wir so sehr in diese Richtung?

    Sind wir denn nicht alle „im Bilde Gottes erschaffen“? Müssten wir dann nicht wie unser himmlischer Vater das Gute im anderen suchen und dies dann hervorheben? Warum tun wir dass dann nicht?

    Oftmals hat das negative Reden damit zu tun, dass eine andere Person ihr Christsein anders auslebt als wir selbst und schwups haben wir Oberwasser. Wir sehen uns als „von Gott mit Wohlgefallen betrachtet“ und den anderen „auf dem Weg in die Vernichtung“. Und schon meinen wir (ich), dass wir doch nur Jesus nachahmen, der die Pharisäer aufs Härteste verurteilt hatte. Dabei sind wir in der Situation vielleicht nur der Pharisäer aus dem „Gleichnis vom Steuereinnehmer und Pharisäer“.

    Wie oft muss ich mich – besonders bei meinen Worten – ausbremsen, indem ich mir in den Sinn rufe, dass wir alle unvollkommen sind und dass ich die Beweggründe des anderen ja überhaupt nicht kenne. Vielleicht tue ich ihm ja mit meiner Einschätzung Unrecht und wenn ich sie vor anderen äußere, dann beeinflusse ich, wie die anderen von ihm denken und ihn behandeln. Wie schnell könnte man damit Rufmord begehen! Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie furchtbar es ist, wenn man selbst Opfer davon geworden ist. Dies wollen wir keinesfalls einem anderen aus Gedankenlosigkeit zufügen.

    Also wie können wir uns davor schützen, wenn all das Bibellesen usw auch nicht wirklich hilft?

    Eine Ahnung davon erhalten wir, wenn wir nun weiter lesen, wo sich Jakobus über „die Weisheit von Oben“ auslässt

  43. Jakobus 3:13-18
    Wessen Kinder wollen wir sein?

    Jakobus beschreibt hier sehr schön, wessen Geistes Kind wir sind, wenn wir negativ mit und/oder über andere reden: „es ist die animalische, die dämonische“ Weisheit. Wir würden uns als Kinder des Satans erweisen, als Menschen, die sich von Gott abgewandt haben und nichts mehr mit ihm zu tun haben! Dazu wollen wir sicherlich niemals gehören…

    Als Kinder Gottes sollten wir auch die „Weisheit Gottes“ haben und falls nicht, so sollten und können wir darum bitten. Jakobus fordert uns hier zu Anfang dazu auf.

    Wenn dummes, leeres und negatives Gerede aus Neid begründet ist – wie es ja hier im Zusammenhang angedeutet wird, wenn wir das ganze Kapitel im Zusammenhang lesen – dann sind wir wieder bei der Ansprache „Endlich Daheim“ und „Lebe als Königskind“ von Johannes Hartl. Woraus ziehen wir unsere Identität? Aus dem, was wir leisten, was wir erreicht haben, was wir darstellen? Oder ziehen wir sie daraus, dass uns unser Gott um unserer selbst willen – trotz und mit unseren Fehlern – liebt und als sein Kind angenommen hat?

    Wenn wir uns als innig geliebtes Kind Gottes sehen und darüber nachdenken, dass „Gott will, dass Menschen von allen Arten gerettet werden“, wie wir es morgen in unserer Hausgemeinde behandeln, dann ist der andere ebenfalls Gottes innig geliebtes Kind.

    Gott hat unendlich viel Liebe zu geben und nur, weil er auch die anderen liebt, wird die Liebe nicht weniger, mit der ER mich liebt.

    Jehova hat uns alle „so sehr geliebt, dass er seinen einzig gezeugten Sohn gab, damit wir ewiges Leben haben“ (Johannes 3:16, 36). Jesus ist für mich gestorben, damit ich mich voller Vertrauen und ohne Sorge Gott nahen darf, auch dann, wenn ich gerade wieder einen Fehler gemacht habe (wie z.B., dass ich schlecht über einen anderen geredet habe), aber er ist auch für meinen Bruder oder meinen Nachbarn gestorben (auch für den, der mich nervt, oder immer wieder kränkt).

    Wenn ich auf den anderen sauer bin, ihm grolle, oder negativ über ihn rede – dann fühle ich mich nicht wirklich besser und ich erreiche keinesfalls, dass mein Gott Jehova und mein Erlöser Jesus Christus mich mehr lieben, auch nicht, dass sie mich mehr lieben als den anderen. Es ändert absolut nichts daran, wie sie den anderen sehen – sondern nur daran, wie sie mich sehen: ich enttäusche sie (mal wieder). Was habe ich dann gewonnen?

    Jesus ist nach 1. Timotheus 2:1-9 der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen. Er ist zwar auch der Mittler zwischen mir und Gott – aber auch der Mittler zwischen Gott und allen anderen Menschen. Das ist eigentlich das Evangelium, die Gute Botschaft, die ich verkündige, ebenso wie jeder einzelne Christ.

    Widerspreche ich diesem dann nicht in Wirklichkeit, wenn ich schlecht über meinen Bruder denke und rede?

    Wenn ich den Gedanken „der unverdienten Güte Gottes“ begriffen habe – warum vergleiche ich mich dann mit anderen und „bilde mir was darauf ein“, dass ich meinen Glauben intensiver auslebe, als vielleicht ein anderer in meiner Versammlung/Gemeinde?

    Dies würde nicht zu „der Weisheit von Oben“ zählen, sondern ich würde mich dem Satan und seinen Dämonen gleich machen und dadurch dessen Kind werden (Johannes 8).

    Vielleicht müssen wir uns diesen Gedanken einfach öfters in den Sinn rufen?

  44. Morgen in der Predigtreihe zum Katechismus geht es ja mit dem Thema Sünde weiter (kommentar vom 05.07.).

    Wir haben gesehen, dass wir von unseren Ureltern Adam und Eva alle die Sünde geerbt haben und dass diese uns eigentlich von Gott trennt. Um seiner eigenen Gerechtigkeit Willen müsste ER uns eigentlich verdammen. Da er uns aber so sehr liebt, hat er eine Lösung gefunden, dies nicht tun zu müssen – sondern uns weiterhin seine Nähe zu gewähren und dennoch nicht gegen seine Gerechtigkeit zu handeln. Er lud all dies auf seinen geliebten Sohn Jesus, der für uns den gerechten Zorn Gottes auf sich nahm. In der letzten Ansprache malte John das Bild von Jesus am Kreuz, der mit seinem Marterpfahl, mitten in das Donnerwetter des göttlichen Zorns, als Blitzableiter für uns in den Himmel gehoben wurde.

    Nun, da er gestorben, auferstanden und in den Himmel zu seinem Vater aufgefahren ist, dient er für uns als Mittler.

    Thom und ich hatten uns vorhin darüber unterhalten, was der Begriff eigentlich bedeutet, was ein Mittler ist. Dabei ist uns die neue Vorabendserie in den Sinn gekommen, wo ein Mediator seine Dienste zur Verfügung stellt: er hilft zerstrittenen oder verfeindeten Personen, miteinander ins Gespräch zu kommen – Menschen, denen es ohne einen solchen Vermittler nicht möglich wäre.

    Interessanterweise brauchen wir alle diesen Mittler – Jesus Christus – egal, wie unser Leben ausseht. Der Steuereinnehmer ebenso wie der Pharisäer. Ich als bekennender Christ, der sich bemüht, nach Gottes Wort zu leben und Jesus nachzuahmen, benötige ihn ebenso wie der reuelose Sünder! Der eifrige Missionar, der seit Jahrzehnten für Gott lebt und anderen dient, braucht diesen Mittler ebenso wie derjenige, der wegen Mordes eine Gefängnisstrafe verbüßt.

    Ein Gedanke, der sicherlich sehr hilfreich ist, wenn ich wieder mal geneigt bin, negativ über einen anderen zu denke oder seine Schwächen und Fehler vor den anderen zu offenbaren.

    weitere Gedanken zu Jakobus 3 finden wir hier

  45. Jakobus 4 – das grundsätzliche Problem dieser Welt

    1 Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten? 2 Ihr seid begehrlich und habt es nicht, ihr mordet und neidet und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kämpft, doch ihr habt es nicht, weil ihr nicht bittet . 3 Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. 4 Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes!

    5 Oder meint ihr, die Schrift rede umsonst ? Ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist , der in uns wohnt; 6 umso reicher aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade« . 7 So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; 8 naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid! 9 Fühlt euer Elend, trauert und heult! Euer Lachen verwandle sich in Trauer und eure Freude in Niedergeschlagenheit! 10 Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.

    11 Verleumdet einander nicht, ihr Brüder! Wer seinen Bruder verleumdet und seinen Bruder richtet , der verleumdet das Gesetz und richtet das Gesetz; wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter, sondern ein Richter des Gesetzes. 12 Einer nur ist der Gesetzgeber , der die Macht hat, zu retten und zu verderben ; wer bist du, dass du den anderen richtest ?

    13 Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt reisen und dort ein Jahr zubringen, Handel treiben und Gewinn machen 14 – und doch wisst ihr nicht, was morgen sein wird! Denn was ist euer Leben? Es ist doch nur ein Dunst , der eine kleine Zeit sichtbar ist; danach aber verschwindet er. 15 Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun. 16 Jetzt aber rühmt ihr euch in eurem Übermut! Jedes derartige Rühmen ist böse. 17 Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, für den ist es Sünde.

    im Hauskreis hatten wir es letztes Jahr in 2 Themen ausgeteilt:

    Hier sehe ich jetzt aber ein ganz anderes Thema: der Gedanke vom letzten Kapitel wird weitergeführt. Wir sollten unsere egoistischen, Gedanken, Gefühle und Neigungen komplett ausrotten, denn sie widersprechen der Weisheit von oben. Wenn wir uns in dieser Hinsicht nicht wirklich ändern, dann erweisen wir uns in Wirklichkeit als Freunde des Widersachers und somit als Feinde Gottes! Hier passt also – zumindest für mich – eher das Thema, das eine Ansprache von Bayless Conley trägt – auch wenn es in dieser eher am Rande um Jakobus 4 geht: „Dem Teufel die Tür verschließen“.

    Sehen wir uns doch noch einmal den Anfang von Jakobus 4 an, „woher kommen denn Streitigkeiten?“. Was wird dann gesagt? Was ist seiner Ansicht nach die Ursache?

    Wie bringen wir dies mit dem Satan in Verbindung – außer dass er „der Vater der Lüge und ein Totschläger ist“?

    Was genau hatte „die Schlange“ (also der Satan) denn Adam und Eva eingeredet?

    Er sagte ihnen, sie würden zu kurz kommen, Gott würde ihnen etwas vorenthalten (1. Mose 3:4-5).

    Nun sehen wir uns noch einmal die Ursachen für Unfrieden an:

    • Leidenschaften und den Trieben folgen
    • Ihr wollt alles bekommen
    • Neid und tödlicher Hass
    • Kämpfe
    • selbstsüchtige Wünsche

    Alle haben mit Egoismus zu tun, damit, etwas Besonderes sein zu wollen, herausragen zu wollen, im Mittelpunkt stehen zu wollen.

    Das erinnert mich an eine Dokumentation, die ich am Wochenende auf 3sat gesehen habe: „wir sind die Teenager“ (oder so ähnlich).

    Es ging um die Entwicklung der Jugend und das, was sie gezeigt hatten, hat mich ganz betroffen gemacht.

    Es fing damit an, dass es früher üblich war, dass Kinder mitgearbeitet hatten, um für den Unterhalt der Familien zu sorgen. Aber dann kamen Kinderfreunde auf die Idee, dass man damit den Kindern ihre Kindheit stehlen würde und Kinderarbeit wurde verboten. Nun hatten die Kids viele freie Zeit, mit der sie nichts anzufangen wußten und sie machten Blödsinn, zuerst nur Streiche, die immer heftiger wurden, bis hin zur Kinder- und Jugendkriminalität.

    Dann zeigten sie die einzelnen Generationen von Jugendlichen, wie sie sich entwickelt hatten, was für sie wichtig war, womit sie ihre Zeit verbrachten und wonach sie strebten.

    Alle hatten eine Sache gemeinsam: sie meinten,

    • dass sie mehr Respekt und Ansehen verdient hätten,
    • dass ihnen mehr Rechte zuständen und
    • dass die Erwachsenen alles falsch gemacht hatten – sie selbst hingegen würden die Welt zum Positiven verändern!

    Es gab die unterschiedlichsten Jugendbewegungen, aber fast alle hatten scheinbar nur ein Ziel: auffallen, die anderen zu schockieren und Spaß zu haben. Sie haben nicht wirkliche etwas Positives erreicht, zumindestens nicht für die Gesellschaft.

    Wenn wir uns nun den Text hier in Jakobus 4 ansehen und dabei das vorherige Kapitel mit im Sinn behalten – wessen Geistes Kind waren sie dann?

    Was sind denn unsere Bestrebungen und unsere Ziele? Worum geht es uns? Was wollen wir verändern? Was bewirken wir und wen nutzt das?

    Ist es nicht eigentlich völlig logisch, dass Streit und Uneinigkeit entstehen, wenn jeder nur an sich und seine eigenen Bedürfnisse und Ziele denkt?

    Und wundert es uns wirklich, wenn Gottes Wort sagt, dass wir uns damit von unserem Gott entfernen?

    Selbst wenn diese Jugendbewegungen erreicht haben, dass diese Altersschicht Spaß hat und sich wohlfühlt, welche Auswirkungen hatte das dann für den Rest der Gesellschaft?
    War es nicht undankbar den älteren Generationen gegenüber, die alles aufgebaut hatten und den Eltern gegenüber, die ihnen nicht nur das Leben geschenkt hatten, sondern sie auch versorgt und für ihre Sicherheit gesorgt hatten?

    Ob sie wohl dabei bedacht hatten, dass sie selbst eines Tages die Eltern sein werden, deren Kids sie ablehnen und alles besser wissen? Wie mögen sie sich dann dabei gefühlt haben?

    weitere Gedanken zu Jakobus 4 finden wir hier

  46. Jakobus 5 – Die Macht des Gebets

    1 Wohlan nun, ihr Reichen, weint und heult über das Elend, das über euch kommt! 2 Euer Reichtum ist verfault und eure Kleider sind zum Mottenfraß geworden; 3 euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis ablegen und euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen! 4 Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euch die Felder abgemäht haben, der aber von euch zurückbehalten worden ist, er schreit, und das Rufen der Schnitter ist dem Herrn der Heerscharen zu Ohren gekommen! 5 Ihr habt euch dem Genuss hingegeben und üppig gelebt auf Erden, ihr habt eure Herzen gemästet wie an einem Schlachttag! 6 Ihr habt den Gerechten verurteilt, ihn getötet ; er hat euch nicht widerstanden .

    7 So wartet nun geduldig , ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn! Siehe, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und geduldet sich ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfangen hat. 8 So wartet auch ihr geduldig ; stärkt eure Herzen, denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe !

    9 Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht verurteilt werdet; siehe, der Richter steht vor der Tür ! 10 Meine Brüder, nehmt auch die Propheten , die im Namen des Herrn geredet haben, zum Vorbild des Leidens und der Geduld. 11 Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren! Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr [für ihn] bereitet hat; denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen .

    12 Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid; euer Ja soll ein Ja sein, und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht unter ein Gericht fallt.

    13 Leidet jemand von euch Unrecht ? Er soll beten ! Ist jemand guten Mutes? Er soll Psalmen singen! 14 Ist jemand von euch krank? Er soll die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen lassen; und sie sollen für ihn beten und ihn dabei mit Öl salben im Namen des Herrn. 15 Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, so wird ihm vergeben werden. 16 Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.

    17 Elia war ein Mensch von gleicher Art wie wir, und er betete inständig, dass es nicht regnen solle, und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht im Land; 18 und er betete wiederum; da gab der Himmel Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.

    19 Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt, und es führt ihn einer zur Umkehr, 20 so soll er wissen: Wer einen Sünder von seinem Irrweg zur Umkehr führt, der wird eine Seele vom Tod erretten und eine Menge Sünden zudecken .

    Die Macht des Gebets – wir erleben es hier gerade wieder live!

    Das letzte Mal, das wir es mit solcher Macht erlebt haben, war Ende November letzten Jahres und hing mit dem Tod meines Onkels zusammen. Er hatte Krebs im Endstadium und wir hatten persönlich, als Ehepaar, mit Freunden und in der Gemeinde dafür gebetet, dass Jehova ihm Kraft geben solle, ihm zeigen, dass er nicht allein ist und dass er ihm helfen solle, vorher noch Frieden mit Gott zu machen. Just in der Nacht, bevor mein Onkel starb, hatte ich einen ganz intensiven Frieden und die Gewißheit, dass der Friede zwischen ihm und Gott wieder hergestellt worden war. Am nächsten Morgen erhielten wir die Nachricht, dass er friedlich eingeschlafen sei und meine Schwägerin hatte unabhängig von mir die selbe Gewißheit.

    Diese Erfahrung hat mir eine Weile großen Auftrieb gegeben, aber leider ist es mit der Zeit verblasst und die Ängste suchten sich wieder Raum.

    Nun, in den letzten Wochen erlebe ich die Macht der Gebete wieder hautnah.

    Wieder haben wir persönlich, als Ehepaar, mit Freunden und in der ganzen Gemeinde gebetet. Diesmal für meine Tochter, die ihre Abschlußprüfung hatte und im Anschluss eine Stelle suchte. Kurz danach erhielten wir die Nachricht, dass sie die Prüfung mit 2,3 bestanden hat und sogar ab 1. August eine Stelle hat. Die Gebete wurden erhört, sie wird sogar in dem erlernten Beruf arbeiten können und es ist nicht nur so ein Job, den sie wegen des Lebensunterhalts annehmen musste.

    Dann haben wir in der selben Form lange für die kranke Mutter von Lucy gebetet, die letztes Jahr einen Schlaganfall hatte. Es sah aus, als wären die Folgen Alzheimer und als müsse sie in ein Pflegeheim. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Ursache ein Hämatom war, das sich durch den Sturz im Gehirn gebildet hatte und mit der Zeit geht dies zurück und die Gesundheit kommt nach und nach wieder.

    Eine Schwester der Gemeinde ist schwanger und wollte vor der Geburt noch gerne ihre Familie in den Staaten sehen. Leider sind die Flugpreise in der Ferienzeit so hoch, dass es unmöglich erschien, selbst wenn die Großmutter Geld beisteuern würde. Am Samstag kam die Nachricht, dass ihr Mann so günstige Tickets bekommen konnte, dass sie mit ihrem Sohn, der nach dem Sommer in die Schule kommt, fliegen kann.

    Auch die Gebete für mich wurden erhört. Nach dem ersten persönlichen Schock, den eine unschöne Email ausgeloest hatte, habe ich von Jehova eine Antwort nach dem Warum erhalten. Er hat mir erklärt, warum er die Situation weiter bestehen lässt und mir dabei geholfen, endlich loszulassen. Mit diesem Loslassen scheint ein Knoten geplatzt zu sein und ich bin endlich wieder in der Lage, mich meinen Ängsten zu stellen und die Dinge trotz und mit meiner Angst zu tun. Etwas, was gut 3 Jahre durch die schmerzhafte Erfahrung blockiert gewesen war. Die Übungen gehen gut voran, so dass ich in diesem Jahr nicht nur wieder etwas mit meinen Eltern unternehmen kann, wenn sie nach Berlin kommen, sondern dass wir auch an der Freizeit mit den Brüdern teilnehmen können.

    Zur Zeit verspüre ich die große Liebe Gottes am eigenen Leib, sie erfüllt mich so sehr, dass es mich oft umwirft. Die Freude ist zurück und so langsam kommt wieder Leichtigkeit ins Leben. Hatte ich noch vor einigen Wochen bedauert, dass die Junge Mutter aus der Nachbarschaft wegen persönlichem Streß keine Zeit mehr für die Bibelstunde hat, so haben wir uns in den letzten Tagen immer wieder ganz zwanglos über Gott, Religion und biblische Werte unterhalten können.

    Dies zeigt, welche große Macht manchmal entfesselt wird, wenn wir für andere und in Gemeinschaft beten. Nicht immer werden alle Anliegen so schnell und so offensichtlich beantwortet, aber ab und an wird es offensichtlich.

    Ob dies wohl daran liegt, dass unsere beiden Ältesten nach einem langen Gebetstag mutig Neuerungen in der kleinen Hausgemeinde eingeführt haben? „Back to the Roots“ war das Motto. Wir wollen uns von den grossen Kirchen und den großen Gemeinden unterscheiden, nicht so sehr Wert auf Rituale und Liturgie legen, sondern noch mehr darauf, dass jeder aktiv im Glauben wächst und ihn lebt. Am Anfang sind für uns alle die Änderungen ungewöhnlich – aber zeitgleich diese massive Gebetserhörung. Ich denke, es gibt einen Zusammenhang!

    „Das Gebet der Gerechten hat viel Macht!“

  47. Jakobus 5:9-13
    Wie wir zueinander eingestellt sein sollten

    Schlimm genug, dass es Feindschaften, Unstimmigkeiten und Mißtrauen in der Welt gibt, unter denen, „die Gott nicht kennen“. Aber unfaßbar, wenn wir untereinander so denken, fühlen und miteinander umgehen.

    Wie nur kann so etwas passieren?

    Zum Teil liegt es daran, dass wir nicht ehrlich miteinander sind und man sich nicht auf das verlassen kann, was wir sagen. Dies fördert Mißtrauen und Streit.

    Interessant, was Jakobus sagt, wie wir damit umgehen sollten, wenn wir selbst in so eine Situation geraten.

    Jesus selbst sagte ja, dass wir unsere Feinde lieben sollten und für diejenigen beten, die uns Unrecht tun.

    Jakobus sagt hier sinngemäß, dass wir uns selbst und unsere eigenen Gefühle nicht so wichtig nehmen sollten. Denken wir in so einem Fall doch an die Propheten. Zu jeder Zeit wurden diejenigen verfolgt, die ein gutes Verhältnis zu Jehova hatten, sogar von ihren eigenen Freunden und Brüdern. Denken wir auch an Hiob, den seine Freunde erst mal so richtig entmutigten. Aber all das änderte nichts daran, wie Jehova ihn sah!

    Interessanterweise änderte Jehova Hiobs Lage erst dann, als er für eben diese Freunde Fürbitte eingelegt hatte.

    Also schmollen oder grollen wir denjenigen nicht, die uns wehtun oder vielleicht sogar verfolgen, werden wir über das Unglück nicht verbittert – sondern beten wir für sie.

    Beten wir darum, dass auch sie die tiefe Liebe Gottes erkennen und begreifen werden, dass er sie ebenso wie uns mit dieser tiefen Liebe erfüllt und dass sie darüber das wahre Glück im Leben finden, geborgen in der Liebe Gottes. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr befreit, wenn wir auf diese Weise gerade für diejenigen beten, die uns Unrecht zugefügt haben und es vielleicht sogar noch heute tun.

    weitere Gedanken zu Jakobus 5 finden wir hier – weiter geht es mit Galater

Schreibe einen Kommentar