Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf daß die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.
Elberfelder 1871 – Johannes 17,26
Ich habe ihnen deinen Namen offenbart und werde es auch weiterhin tun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, auch in ihnen ist, ja damit ich selbst in ihnen bin.«
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Johannes 17:26
Ich habe ihnen gezeigt, wer du bist. Das werde ich auch weiter tun, damit deine Liebe zu mir auch sie erfüllt, ja damit ich selbst in ihnen lebe.»
Wörtlich: Und ich habe ihnen deinen Namen bekanntgemacht, und ich werde ihn bekanntmachen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen
Hoffnung für alle – 1996 – Joh 17,26
Ich habe ihnen gezeigt, wer du bist, und werde es weiter tun. So wird die Liebe, die du zu mir hast, auch sie erfüllen und ich werde in ihnen leben.«
Gute Nachricht Bibel – Joh 17:26

Die Fürbitte für die Gläubigen schließt mit der Anrufung des gerechten Vaters. Das Wort, das hier mit „gerecht“ übersetzt ist, kommt im Johannesevangelium selten vor (vgl. 5, 30; Joh 7,24). Hier ist es offensichtlich Ausdruck für den Lobpreis des göttlichen Erlösungswerkes (vgl. Mt 11,25-26). Der Vater ist gerecht, während die Welt im Unrecht lebt (kennt dich nicht). Jesus hat den Vater gekannt, offenbart (Joh 17,6) und verherrlicht (V. 4), eine Aufgabe, die nun den Christen obliegt. Das Wesen Gottes ist die Liebe (1Joh 4,8). Jesus tat durch seinen Tod den Vater und seine Liebe der Welt kund. Die Liebe des Vaters zum Sohn wurde offenbar, als er ihn zur Herrlichkeit auferweckte. Jesus offenbarte den Vater, damit die Christen in dieser Liebe zunahmen (damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei) und sich in ihrem Leben seiner persönlichen Gegenwart erfreuen konnten (und ich in ihnen).
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Der Herr Jesus hatte den Jüngern den »Namen« Gottes »kundgetan«, als er bei ihnen war. Das bedeutet, dass er ihnen den Vater offenbart hatte. Seine Worte und Taten waren die Worte und Taten des Vaters. Sie sahen in Christus das vollkommene Abbild Gottes. Durch den Dienst des Heiligen Geistes tut Jesus auch heute noch den Namen des Vaters kund. Seit Pfingsten hat der Geist die Gläubigen über den Vater belehrt. Insbesondere durch das Wort Gottes können wir erkennen, wer Gott ist. Wenn Menschen den Vater annehmen, wie er durch den Herrn Jesus offenbart wurde, dann werden sie zum besonderen Gegenstand seiner Liebe. Weil der Herr Jesus in allen Gläubigen wohnt, kann der Vater sie so ansehen und behandeln, wie er seinen eigenen Sohn betrachtet und behandelt. Reuss bemerkt dazu:
MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament
Die Liebe Gottes, die schon vor der Schöpfung der diesseitigen Welt der Person des Sohnes galt (V. 24), gilt seit der Schöpfung der neuen geistlichen Welt all denen, die mit dem Sohn vereinigt sind.
Und Godet fügt hinzu:
Als Gott seinen Sohn hier auf diese Erde sandte, verlangte er danach, inmitten der Menschheit für sich eine Familie von Kindern zu schaffen, die ihm ähnlich sind.
Nur weil der Herr Jesus in den Gläubigen wohnt, kann Gott den Gläubigen so sehr lieben.
Der Vater hat den Sohn geliebt
und liebt ihn allezeit;
die gleiche Liebe gilt nun uns –
heut’ und in Ewigkeit.
Nachdichtung unter Verwendung des englischen Originals
Die Gebete, die Christus für sein Volk vorbringt, beziehen sich, wie Rainsford bemerkt, auf Folgendes:
Es geht um Geistliches, um himmlische Segnungen. Es geht nicht um Reichtum, Ehre oder Einfluss, sondern um Bewahrung vor dem Bösen, Trennung von der Welt, Fähigkeit zu Pflichterfüllung und eine sichere Ankunft im Himmel.
Dieses „Erkennen“ haben die Jünger nicht von sich aus; es erwächst nur aus dem „Bekanntmachen“ Jesu: „Und ich machte ihnen deinen Namen bekannt und werde ihn bekannt machen.“ Weil es zu einem echten „Erkennen“ kommen soll, ist es wieder der „Name“ Gottes, der ihnen bekannt gemacht wird (vgl. die Auslegung zu V. 6). Die Jünger wissen nicht nur, „daß es einen Gott gibt“, sondern sie dürfen wissen, wie Gott heißt, also wer Gott ist. Gott ist ihnen „vorgestellt“ und „bekannt gemacht“ worden. Sie reden Gott recht bei seinem Namen an und reden darum nicht ins Leere. Die Offenbarung, die Jesus ihnen brachte, ist nicht mystisch-gefühlsmäßig, sondern ist Offenbarung im klaren Wort. Wenn Jesus hinzufügt: „und ich werde ihn bekannt machen“, dann denkt er daran, daß die Erkenntnis Gottes trotz ihrer Klarheit doch nie ein einfacher Besitz ist. Denn der lebendige Gott ist kein Ding der Welt über das ich verfüge, wenn ich es erst einmal erkannt habe. Gottes Name muß mir von Jesus immer neu gesagt werden, weil dieser Name immer wieder im Lärm der Welt unterzugehen und von der Finsternis meines eigenen Herzens verdunkelt zu werden droht. Zugleich ist Gottes Name von so unendlichem Reichtum und unabschließbarer Tiefe, daß hier das „Kundmachen“ kein Ende hat. Aber auch daran haben wir zu denken, daß dieses „Bekanntmachen des Namens Gottes“ im apostolischen Dienst der Jünger immer weiter geht und darum bei diesem letzten Gespräch Jesu mit dem Vater als sein eigenes zukünftiges Werk vor ihm steht. Wenn durch das Wort der Jünger Menschen zum Glauben kommen (V. 20), dann hat Jesus selbst in diesem Wort den Namen des Vaters Menschen bekannt gemacht.
Wuppertaler Studienbibel
Wie wenig es sich dabei um eine theoretische Erkenntnis handelt, die ich theologisch in Büchern besitzen kann, zeigt die zunächst überraschende Wendung, die dieses letzte Gebetswort Jesu in seinem Schluß nimmt. Jesus hat den Namen Gottes bekannt gemacht und wird ihn weiter und tiefer bekannt machen, „damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich selber in ihnen“. Für den Israeliten lag „Erkennen“ und „Lieben“ eng beieinander; er brauchte das Wort „erkennen“ für die eheliche Liebe (1 Mo 4, 1; 4, 17). Im „Erkennen“ von Personen geschehen wesenhafte Verbindungen. Wenn die Jünger den „Namen“ des Vaters, sein wahres Wesen, durch Jesus erkennen, dann strömt die Liebe, mit der Gott seinen Sohn liebt, auch in ihr Herz. Ebenso bleibt Jesus nicht als „Lehrer“ vor ihnen stehen, sondern er lehrt sie so, daß er selber in sie hineinkommt und in ihnen lebt. Aber das geschieht nicht in mystischer Verschmelzung, sondern im Heiligen Geist. Jesus bleibt Person und Herr. Die Jünger bleiben selbständige Personen, und doch lebt Christus in ihnen und bestimmt von innen her ihr ganzes Denken, Reden und Tun.
»Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan«: Der Herr hatte die Jünger bereits vieles über den Vater gelehrt, indem er ihnen den Namen des Vaters offenbarte (siehe V. 6). Aber damit hatten sie nicht ausgelernt. Sie sollten fortwährend wachsen in der Erkenntnis des Vaters: »… und [ich] werde ihn kundtun …« Er würde fortfahren, sie zu lehren durch den Heiligen Geist (16,12–14), und was der Geist die Apostel lehrte, haben diese geschrieben und gepredigt. Durch ihre Schriften fährt der Sohn fort und tut den Namen des Vaters den Gläubigen kund, sodass sie beständig wachsen in der Erkenntnis Gottes (Kol 1,10), bis sie in den Himmel aufgenommen werden. Und auch dann werden sie nicht aufhören, den Vater immer tiefer und inniger zu erkennen.
Benedikt Peters – Kommentar zum Johannes-Evangelium
»damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei«: Durch die Erkenntnis des Vaters kommt dessen Liebe in die Erlösten; durch wachsende Erkenntnis des Vaters wächst diese Liebe. Das ist das abschließende Wort, das unser Hoherpriester in diesem Gebet vor seinem Gott und Vater ausspricht. Gottes ewige, alles überwindende, starke und sich nie ändernde Liebe zu seinem Sohn gilt auch denen, die an seinen Sohn glauben. Ja, diese gleiche Liebe ist sogar in ihnen, denn Gott hat sie in ihre Herzen geschüttet durch den Heiligen Geist (Röm 5,5).
»und ich in ihnen«: Mit dieser Liebe ist Christus in ihnen; und er bleibt in ihnen. Er selbst in ihnen ist die Gewähr dafür, dass alles, was er verheißen und erbeten hat, zu seiner Zeit in Erfüllung gehen wird.
In Johannes 17,1-26, während er im Gebet auf den Verrat von Judas wartet, beschreibt sich Jesus mehrmals als einer, dem der Name des Vaters gegeben wurde und der den Namen dem Volk Gottes offenbart (LEB):
Michael S. Heiser – Die Bibel ungefiltert – Annäherung an die Heilige Schrift nach ihren eigenen Bedingungen
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort gehalten. (17:6)
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind, so wie wir es sind. Als ich bei ihnen war, habe ich sie in deinem Namen bewahrt, den du mir gegeben hast. (17:11b-12a)
Und ich bitte nicht nur für diese, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben, dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin. (17:20–21a)
Und ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen. (17:26)
Jesus sagt hier sowohl, dass ihm der „Name“ des Vaters gegeben wurde (17,11) als auch, dass der Vater „in“ ihm ist (17,21). Die Sprache würde ohne den oben besprochenen alttestamentlichen Hintergrund, wo der „Name“ das Wesen Jahwes selbst darstellt, seltsam erscheinen. Der Name – die eigentliche Gegenwart Jahwes – war „in“ dem Engel Jahwes, was bedeutet, dass der Engel die verkörperte Gegenwart Jahwes war. Johannes nennt Jesus an anderer Stelle das „Wort“, eine Sprache, die sich auf mehrere alttestamentliche Stellen bezieht, die auf die irdische Gegenwart Jahwes als „Wort“ anspielen (1Mo 15,1; 1Sam 3,21). Hier stellt Johannes Jesus als den verkörperten Namen dar, der als der inkarnierte Jahwe kam, um diesen Namen, Gott selbst, der Menschheit zu offenbaren. Jesus lehrte mit anderen Worten niemanden den Namen Gottes; sie kannten den Namen bereits aus dem Alten Testament. Vielmehr war er Gott, der zu den Menschen kam.
In der gleichen Weise, wie alttestamentliche Autoren „den Namen“ als Ersatzreferenz für Jahwe verwenden, verwenden andere neutestamentliche Autoren „den Namen“ als Ersatz für Jesus:
Und sie riefen die Apostel zusammen, schlugen sie, befahlen ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und ließen sie frei. 41 So gingen sie frohgemut aus der Gegenwart des Sanhedrins hinaus, weil sie für würdig befunden worden waren, um des Namens willen entehrt zu werden. 42 Jeden Tag, sowohl in den Tempelhöfen als auch von Haus zu Haus, hörten sie nicht auf zu lehren und die frohe Botschaft zu verkünden, dass Jesus der Christus ist. (Apostelgeschichte 5:40-42 LEB)
Der Ausdruck hier deutet zumindest auf eine ähnliche Denkweise wie im Alten Testament hin – dass diese Juden sich auf den Gott, dem sie folgen, mit dem Ausdruck „der Name“ beziehen können, wobei ihr ethnischer Status dem Ausdruck einen deutlichen alttestamentlichen Beigeschmack verleiht. Außerdem ist es klar, dass der Name, für den die Apostel leiden, Jesus ist. In Römer 10, sagt Paulus:
Dass, wenn du mit deinem Mund bekennst: „Jesus ist der Herr“ und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, du gerettet wirst…. Denn „jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“ (Röm 10:9, 13 LEB)
Das Zitat in Vers 13 stammt aus Joel 2,32, wo es heißt: „Jeder, der den Namen Jahwes anruft, wird gerettet werden“ (LEB). Der Apostel Paulus verbindet hier, wie so oft in seinen Schriften, geschickt das Bekenntnis zu Jesus als Herrn in Vers 9 mit der Aussage des alttestamentlichen Propheten. Da „der Name“ und Jahwe in der israelitischen Theologie austauschbar waren, bedeutete das Vertrauen auf „den Namen Jahwes“ das Vertrauen auf Jahwe. Ebenso ist das Vertrauen auf den Namen des Herrn, der im alttestamentlichen Zitat natürlich Jahwe ist, dasselbe wie das Bekenntnis zu Jesus als Herrn.
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