Also ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, an sich selbst (O. an und für sich) tot.
Elberfelder 1871 – Jakobus 2,17
Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Jakobus 2:17
So auch der Glaube: Wenn er nicht Werke hat, ist er in Bezug auf sich selbst tot.
d. h.: steht er in Bezug auf sich selbst als Toter da; o.: ist er gemäß eigener [Beweisführung] tot; o.: ist er sich selbst zufolge tot; o.: ist er nach dem eigenen [Verhalten] als leblos [zu erklären]; o.: hat er sich selbst ‹bloßgestellt›; hat er – als solcher – sein eigenes Urteil gesprochen
Jantzen & Jettel 2017 – Jak 2,17
Es reicht nicht, nur Glauben zu haben. Ein Glaube, der nicht zu guten Taten führt, ist kein Glaube — er ist tot und wertlos.
Neues Leben – Bibel 2006 – Jak 2:17

Ach, was könnte ich für Geschichten erzählen: da sollte eine junge Schwester, die von ihrem „Ehemann aus der Wohnung geworfen wurde“ – einfach weiter auf der Straße leben! Das wir sie damals bei uns als Zuflucht „aufgenommen haben“, wurde zum Streitthema! Das sind genau diese Männer, von denen Jakobus spricht: nach außen hin, behaupten diese, an einen Gott zu glauben – aber ihre Taten zeigen: „keine wirklich dem Glauben entsprechenden Taten!“
Jak 2,17 ἔχῃ V. 14, hier nach sich ziehen (B I4), zur Folge haben. καθʼ ἑαυτήν für sich allein (B κατά II1c).
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist für sich allein tot. Das ist die Hauptthese des Jak. Es geht ihm um den Glauben und darum, dass dieser Glaube lebendig ist und bleibt. Man hat dem Jak häufig vorgeworfen, er habe einen »defizitären Glaubensbegriff«, d.h. eine Vorstellung vom Glauben, die den Glauben nicht umfassend genug im Blick hat. Jak gehe von einem Glauben aus, der für sich unzureichend ist, da zu diesem Glauben erst noch die Werke hinzukommen müssten, damit es zusammen ein Ganzes ergibt.
Hans-Jürgen Peters – Wuppertaler Studienbibel
Das Gegenteil ist der Fall. Der Glaube ist für Jak nicht ergänzungsbedürftig, sondern er ist eine Ganzheit, und deshalb kann es Jak nicht zulassen, dass jemand von diesem Glauben einen seiner Bestandteile – in diesem Fall seine Werke – abtrennt. Gerade weil der Glaube für Jak etwas Umfassendes, Ganzes ist, kritisiert er bei seinen Lesern eine »Glaubenshaltung«, die den Glauben von den Werken trennt. Glaube und Werke gehören für ihn so eng zusammen, dass er den »Glauben« für unnütz hält, wenn die Werke, die zu seinem Wesen dazugehören, von ihm geschieden werden.
Jak findet bei den Leuten, mit denen er sich auseinandersetzt, ein verkürztes, defizitäres Glaubensverständnis vor. Nun hätte er sofort sagen können, dass sie gar keinen (rechten) Glauben haben, wenn sie ihn so ansehen, dass er ohne Werke sein könne und sich mit dieser selbstsicheren Haltung obendrein gegen die Aufdeckung ihres Defizits durch Jak zur Wehr setzen. Jak würde ihnen dann ihren Glauben absprechen. Er argumentiert aber zunächst anders und möchte ihnen auf den richtigen Weg helfen. Jak deckt auf, dass bei ihnen etwas Entscheidendes fehlt und ihnen der Glaube, so wie sie ihn verstehen, überhaupt nichts nützt.
In V. 17 sagt er dann deutlich, was seine Meinung ist. Ein solcher Glaube ist nicht nur defizitär, ergänzungsbedürftig – er ist tot. D. h. ein »Glaube« (und hier ist das Wort »Glaube« tatsächlich in Anführungszeichen zu setzen), der sich so darstellt bzw. sich gerade nicht in Werken zeigt, ist eigentlich kein Glaube mehr. Er ist abgestorben.
Jedermann urteilt, daß das Erbarmen im dargestellten Fall wertlos sei. Dasselbe Urteil trifft aber auch den Glauben, der für sich allein bleibt, weil nichts aus ihm entsteht. Damit ist dem Glaubenden nicht abgesprochen, daß er glaube; auch das Verdorbene existiert. Sein Glaube gleicht aber dann dem Leichnam, der einst lebendig war, es aber nicht mehr ist und darum nichts mehr wirkt. Dies aber ist das Thema dieser Sätze, was der Glaube wirke. Wer von ihm erwartet, daß er rette, schreibt ihm die denkbar größte Wirkung zu. Die Verwandlung des Leibs in den Leichnam hat nicht einzig Jakobus benützt, um die Verderbnis eines Vorgangs darzustellen, durch den er wertlos wird. Röm. 7, 8 ist freilich keine Parallele; denn Paulus hat dort nicht an das Absterben des Lebendigen, sondern an das Erwachen des Toten zum Leben gedacht; denn dort nennt er das Sündigen „tot“, bevor das Gebot zum Menschen kam. Damals geschah es zwar, blieb aber folgenlos, weil es den Menschen noch nicht schuldig machte und ihm noch nicht den Tod bereitete. Der tatlose Glaube ist aber nicht als ein Anfang gedacht, der durch eine neue Begnadigung zum Leben erweckt werden soll, sondern wird als ein Endstadium beurteilt, das aus dem verkehrten Verhalten des Menschen entsteht. Das zeigt die Vergleichung des toten Glaubens mit dem vom Geist getrennten Leib, 2, 26.
Adolf Schlatter – Der Brief des Jakobus
Dagegen hat Paulus, wenn er mahnt, „die Glieder tot zu machen“, Kol. 3, 5 und „durch den Geist das zu töten, was der Leib anrichtet“, Röm. 8, 13, das Totsein zum Bild für das gemacht, dem die Wirksamkeit genommen ist. Ebenso haben Jesus, wenn er die in die Natur Versunkenen „Tote“ hieß, Luk. 15, 24, und Johannes, der eine Gemeinde „tot“ nannte, Apok. 3, 1, den Zerfall des inwendigen Lebens durch das Absterben des Leibes dargestellt, und in Hebr. 6, 1; 9, 14 sind Werke, die nicht das von Gott Gewollte schaffen, „tot“ genannt.
Jakobus‘ zweiter Punkt in Glaube und Werke behandelt den toten Glauben in den Versen 15-16: Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und es ihnen an täglicher Nahrung mangelt, und einer von euch sagt zu ihnen: Geht hin in Frieden, werdet warm und satt, und ihr gebt ihnen doch nicht das, was für den Leib nötig ist, was nützt es dann?
Arnold Fruchtenbaum – Das Buch Jakobus
Beginnend mit einer Illustration in Vers 15 bezeichnet er sie als Bruder oder Schwester und zeigt damit, dass es sich um Gläubige handelt; die Erwähnung beider zeigt, dass es keine geschlechtlichen Unterscheidungen geben kann. Der Ausdruck nackt und in Mangel an täglichem Brot zeigt, dass sie kalt und hungrig sind.
Nachdem er ihre Not aufgezeigt hat, zeigt er in Vers 16 die Antwort eines nicht funktionierenden, toten Glaubens: „Geht in Frieden. Das ist eine übliche jüdische Abschiedsrede, die man sowohl im Alten Testament (1. Sam. 1,17; 20,42; 2. Sam. 15,9) als auch im Neuen Testament (Mk. 5,34; Apg. 16,36) findet. Der tote Glaube fügt hinzu: Seid erwärmt und erfüllt. Mit anderen Worten: „Nun, lasst uns darüber beten“, und dann wird er auf den Weg geschickt, ohne ihm etwas zu geben, um seine Not zu stillen. Diese Antwort zeigt eine Haltung der Pseudo-Geistlichkeit. Gott wird sich oft dafür entscheiden, Bedürfnisse durch Mitgläubige zu stillen. Gott erwartet von Gläubigen, die die Mittel haben, dass sie die Bedürfnisse derer stillen, die sie nicht haben. Das Problem ist nicht die Unfähigkeit, das Problem ist ein nicht funktionierender Glaube. Die Frage ist: Was nützt es? Wieder ist die Antwort: „Nichts!“ Es gibt weder für den Sprecher noch für den Bruder oder die Schwester in Not einen Gewinn.
Die Anwendung des Bildes erfolgt in Vers 17: So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, in sich selbst tot.
Die Worte „auch so“ bedeuten „auf diese Weise“ oder „auf dieselbe Weise“. Der Glaube ohne Werke ist in sich selbst tot. Er ist nicht nur äußerlich unfruchtbar, er ist innerlich tot; er ist leblos. Wahrer rettender Glaube wird sich durch Werke offenbaren, die die Früchte des Glaubens sind. Das wird auch in der Bergpredigt in Matthäus 5,14-16 gelehrt.
Nun wird ein anderes, sich erneut mit einem handfesten Beweis befassendes Beispiel angeführt, dem nichts entgegenzusetzen ist. Ob es nun ein Bruder bzw. eine Schwester im natürlichen oder geistlichen Sinne ist – die Not ist bekannt und erfordert rasche Hilfe: Sie brauchen Nahrung und Kleidung. Was wird der Namenschrist tun? Wenn er bzw. sie Glauben hat und bei der Linderung der Not Hilfestellung geben kann, dies aber unterläßt, ist der bekannte Glaube wertlos, ja, er ist gar nicht vorhanden, er ist tot. Glaube, der sich nicht in guten Werken erweist, gleicht letztlich einem Leichnam. Dies beinhaltet die Schlußfolgerung von V.17.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Ich habe Menschen kennengelernt, die davon ausgingen, Glaube bedeute, dass sie einfach passiv dasitzen müssten und Gott sich um alles kümmern würde. Aber das Gegenteil ist der Fall: Gott wirkt, wenn wir in Bewegung sind, wenn wir um Entscheidungen ringen, die Bibel erforschen, im Leben stehen und die Dinge hervorragend, aber mit Schweiß und harter Arbeit erledigen.
Steve Farrar – Wie du dein Leben bis 30 vergeigst
• Wir treffen Entscheidungen.
• Wir stehen früh auf und gehen entweder zur Arbeit oder schlafen aus.
• Wir gehen in der Kirche zum Traualtar und legen unser Ehegelübde ab.
• Wir reichen unseren Lebenslauf ein, um einen Job zu finden.
• Wir kämpfen mit Schmerz und Enttäuschung.
• Wir lernen in Gott zu ruhen, wenn es hart auf hart kommt.
• Wir fallen, und wir stehen wieder auf.
Du und ich sind dazu berufen, es konkret umzusetzen. Und doch wirkt Gott die ganze Zeit in und für uns.
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