dem Heilsplan der Ewigkeit gemäß, den er ausführte in Christus Jesus, unserem Herrn

nach dem Vorsatz der Zeitalter, (O. nach dem ewigen Vorsatz) den er gefaßt hat in Christo Jesu, unserem Herrn;
Elberfelder 1871 – Epheser 3,11

nach der von Ewigkeit her zuvor getroffenen Entscheidung, die er ausgeführt hat in Christus Jesus, unsrem Herrn, (a) Eph 1:4-9.11
Zürcher 1931 – Epheser 3:11

Genauso hatte Gott es sich vor aller Zeit vorgenommen, und dieses Vorhaben hat er nun durch Jesus Christus, unseren Herrn, in die Tat umgesetzt. ( – Od vor aller Zeit im Hinblick auf Jesus Christus (W in/durch Christus Jesus), unseren Herrn, vorgenommen. – )
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Eph 3,11

dem Heilsplan der Ewigkeit gemäß, den er ausführte in Christus Jesus, unserem Herrn.
Pattloch – Eph 3:11

So entspricht es seinem Vorsatz, der aus den Ewigkeiten herstammt, und den hat er im Messias Jesus, unserem Herrn, verwirklicht.
das Buch – Epheser 3:11

Hatte Jehovah den Sündenfall, das Opfer Jesu und dich und mich schon „vor Ewigkeit“ – also vor 1.Mose 1:1, im Sinn? War es „Sein eigener Plan“? Oder war es ein „Unfall“? Und wollte Jehovah schon vor 1.Mose 1:1 das Menschen aus allen Sprachen und Nationen IHM dienen sollten und deshalb durch IHN von der Sünde freigekauft werden sollten?

ewiger Plan. Gottes Erlösung in Christus hat ihren Ursprung in der unermesslichen Tiefe der Ewigkeit mit Gottes „vielfältiger Weisheit” (V. 10). Schau dir die Betonung von Gottes Plan und Absicht in 1:3–14 an. verwirklicht in Christus Jesus. Gottes Plan der Erlösung bis an die Enden der Erde musste in der Menschheitsgeschichte umgesetzt werden, was Gott durch das irdische Wirken seines menschgewordenen Sohnes tat.

The ESV Study Bible

Die mit der Präposition »nach« angeschlossene Näherbestimmung dieses Vorgangs knüpft an bereits Bekanntes an: »Nach dem ewigen Vorsatz, den er in Christus Jesus, unserem Herrn, durchgeführt hat« In 1,11 ist der Inhalt von Gottes Vorsatz unsere Einsetzung als Erben gewesen; auch dort ist von der Durchführung dieses Vorsatzes die Rede. Hier betont Paulus nochmals, daß die Offenbarung des Geheimnisses auf Gottes »ewigen Vorsatz« zurückgeht (vgl. die zeitliche Dimension auch in 1,4: »Vor Grundlegung der Welt«). Damit aber steht dieser Entschluß auch unerschütterlich fest.
Bei Gott sind Vorsatz, Vorherwissen und Tun untrennbar miteinander verbunden. Darum hat er seinen Willen in Jesus Christus auch »durchgeführt« (vgl. 1,9, wo vom »Beschluß« – gleicher Begriff wie in 3,11 – die Rede ist, den er in Jesus Christus zusammengefaßt hat). Das in der Sendung Jesu Christi bestehende Heil wurde in ihm auch so zur Ausführung gebracht.
Daß dies alles kein kosmisches Ereignis meint, an dem die Gemeinde der Glaubenden unbeteiligt bleiben könnte, verdeutlicht die Apposition »unserem Herrn« zu Jesus Christus. Gottes ewiger Wille vollzieht sich in dem, was sich in der Kirche Jesu Christi ereignet und woran die Briefempfänger als Glieder am Leib Christi vollen Anteil haben. Durch das Bekenntnis zu Jesus als dem Herrn gehören sie, eben auch als Heidenchristen, zu den Empfängern der in Christus erworbenen Versöhnung.

Wuppertaler Studienbibel

Das Geheimnis selbst und die Tatsache, dass es bisher verborgen war, sowie seine endgültige Enthüllung und die Art, in der es die Weisheit Gottes zeigt, entsprechen ausnahmslos »dem ewigen Vorsatz, den er verwirklicht hat in Christus Jesus, unserem Herrn«. Ehe die Welt erschaffen wurde, wusste Gott, dass Satan fallen und der Mensch ihm in die Sünde folgen würde. Und er hatte schon eine Gegenstrategie ausgearbeitet, einen alle Zeitalter umfassenden Heilsplan. Dieser Plan wurde in der Menschwerdung, dem Tod, der Auferstehung, Himmelfahrt und Verherrlichung Christi ausgeführt. Der gesamte Heilsplan gipfelte in Christus und ist nun in ihm verwirklicht. Jetzt kann Gott gottlose Juden und Heiden erlösen, sie zu Gliedern des Leibes Christi machen, sie in das Bild seines Sohnes verwandeln und sie in einzigartiger Weise als Braut des Lammes in der Ewigkeit ehren.

MacDonald . Kommentar zum Neuen Testament

Warum es Gott so gemacht hat, daß zuerst Israel entstand und Gottes Bund und Verheißung ihm allein zugeteilt war und jetzt erst die Heiden berufen werden, auf diese Frage antwortet Paulus durch die Erinnerung an Gottes Vorbestimmung. Weil der Wille Gottes der Grund ist, der die menschliche Geschichte hervorbringt, darum zeigt sie auch den himmlischen Geistern eine Weisheit, die sie nicht vorher berechnen oder aus sich selbst erfinden können, sondern erst dann erfassen, wenn sie sich offenbart. Noch viel mehr gewinnt Paulus für sich selbst und die Gemeinde am Blick auf Gottes regierenden Willen das Vermögen, alle Fragen zu stillen, die von Gott Rechenschaft fordern wollten, und daran seine Freude zu haben, daß er Gottes Willen so weit erkennt, als er in der Lenkung der Geschichte offenbar geworden ist. Dazu kommt weiter die Gewißheit, daß Gottes Verfügung über das Geschick der Menschheit und den Ablauf der Zeiten in Gemeinschaft mit dem Christus zur Herstellung seiner gnädigen Herrschaft geschehen ist. Darum ist jetzt auch den Heiden das gegeben, was ihnen den freien Verkehr mit Gott gewährt. Im Christus empfangen auch sie die Freudigkeit, die sich Gottes rühmen kann, die Einführung in Gottes Gnade, nicht Ausstoßung und Entfernung von ihm, so daß sich der Blick der Heiden auf Gott mit Zuversicht vereint, nicht mit Angst und Scham, sondern mit dem freien, frohen Mut, der auf Gewißheit begründet ist. Zu dem allem verhilft ihnen der Glaube an Jesus. Daß sie ihr Vertrauen auf ihn richten, macht, daß sie den klaren, frohen Blick auf Gott haben und von der Angst und Ungewißheit erlöst sind. Durch den auf Christus gerichteten Glauben gehören auch die Heiden ihm so, daß er für sie lebt und sie durch ihn in das Leben versetzt sind. Darum wird im Glaubensstand, den Jesus den Heiden gewährt, der große Umschwung der Zeiten sichtbar, daß die, die bisher fern waren, nun zu Gott den Zugang haben und die, die in der Feindschaft gegen ihn standen, nun mit Freudigkeit vor ihm stehen.
Weil der Gemeinde so Großes durch Paulus zuteil geworden ist, ist er selbst zum Leiden willig und hat er auch das Recht, von der Gemeinde zu erwarten, daß sie es mit ihm trägt.

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

Das Ziel (hina) von Paulus‘ Amt war es, daß kund werde die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel. Im klassischen Griechisch bezieht sich das Adjektiv „mannigfaltig“ (polypoikilos) auf die Schönheit eines Stickmusters oder auf die Farbvielfalt von Blumen (vgl. poikilEs, „mancherlei Gnade“, in 1 Petrus 4,10). Die „mannigfaltige Weisheit Gottes“ spricht nicht von der Erlösung, sondern von der neuen Beziehung zwischen gläubigen Juden und Heiden in einem Leib. Das Medium zur Verbreitung dieser Weisheit ist die Gemeinde. Ihre Botschaft richtet sich an die „Mächte und Gewalten im Himmel“ (vgl. Eph 1,3). Mit diesen „Mächten und Gewalten“ sind, wie aus Eph 6,12 hervorgeht (vgl. Eph 1,21), sowohl gute als auch böse Engel gemeint. Der Anblick der Einheit von Juden- und Heidenchristen in dem einen Leib der Gemeinde zwingt sie dazu, die Weisheit Gottes anzuerkennen.
Dieses Geheimnis – daß Juden- und Heidenchristen eins sind (Eph 3,6) – wurde den Aposteln und Propheten offenbart (V. 5) und von Paulus verbreitet (V. 7-9). Das Ziel dieser Einheit ist es, daß die Engelsmächte die vielfältige Weisheit Gottes erkennen. Das stimmt überein mit dem ewigen Vorsatz Gottes, den er ausgeführt hat in Christus Jesus, unserem Herrn (V. 11). Das bedeutet entweder, daß Gott seinen ewigen Plan nun ausführt oder daß er ihn vor 2000 Jahren in Christus vollendet hat. Die letztere Deutung ist vorzuziehen, weil (a) die Verbform „ausgeführt hat“ im Griechischen Imperfekt, nicht Präsens oder Perfekt ist, und (b) die Einheit der Juden- und Heidenchristen in einem Leib tatsächlich durch den Tod Christi erreicht wurde.
Durch den Glauben an Christus haben die Christen das Recht, sich in aller Zuversicht an Gott zu wenden (Freimut, parrEsian, wörtlich „Mut, Kühnheit“; vgl. Hebräer 3,6;4,16;10,19.35 ) und sich ihm zu nähern (Zugang, prosagOgEn; vgl. Eph 2,18; Röm 5,2). Das gilt genauso heute, fast zwei Jahrtausende nachdem Gott in Christus seinen ewigen Heilsplan vollendet hat.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Gott plante das Kreuz schon in den fernen Äonen der Ewigkeit, weil er an unsere Erlösung schon gedacht hatte, ehe er uns schuf. »[Gott] hat uns errettet und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach sei- nem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten
… gegeben worden ist« (2Tim 1,9-10, Hervorhebung vom Autor). Wörtlich heißt es hier im griechischen Text, dass uns die Gnade »vor den Zeitaltern der Ewigkeit« gewährt worden ist!
Der Text, der vielleicht am deutlichsten beweist, dass Gott von jeher geplant hatte, die Welt zu erlösen, findet sich im Epheserbrief: »vor den Zeitaltern her in Gott, der alle Dinge geschaffen hat, verborgen war; damit jetzt den Gewal- ten und Mächten in der Himmelswelt durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes kundgetan werde, nach dem ewigen Vorsatz der Zeitalter, den er verwirklicht hat in Christus Jesus, unserem Herrn« (Eph 3,8-11, Hervorhebung vom Autor).
Sehen Sie hier den Zusammenhang: Der Gott, der alles schuf, plante die Gemeinde, um seine Weisheit zu zeigen, und das war sein »ewiger Vorsatz!« Kein Wunder, dass wir Erlösung und Schöpfung nicht trennen können. Gottes eigentliches Ziel war Erlösung, und die Schöpfung war ein notwendiger Schritt auf dem Weg dorthin. Ohne die Schöpfung hätte es keine Geschöpfe gegeben, die seine Herrlichkeit zeigen. Ohne Gemeinde hätte sich die vielfältige Weis- heit der Erlösung nicht darstellen lassen. Die Welt wurde »durch ihn und für ihn geschaffen«.
Auch wenn wir Mühe haben mit der Tatsache, dass Gott ohne Anfang ist, können wir uns doch daran freuen, dass er die Erlösten schon so lange kennt, wie er existiert. Seit unendlichen Zeiten wusste er, dass er uns Gnade gewähren würde. Um es anders auszudrücken: Wenn Sie zu den Erlösten gehören, dann gab es keine Zeit, zu der Gott Sie nicht geliebt hätte, oder zu der Sie nicht Gegenstand seiner besonderen Pläne gewesen wären. Darum konnte Johannes sagen, dass unsere Namen »von Grundlegung der Welt an« im Buch des Lebens geschrieben stehen (Offb 13,8).
Natürlich ist es für unseren Verstand schwierig zu begreifen, dass Gott von aller Ewigkeit her erwählte, bestimmte und plante. Wichtig ist für uns zu erkennen, dass das Kreuz Christi schon zu Gottes Plan gehörte, ehe es tatsächlich auf Golgatha aufgerichtet wurde. Gott überließ in seinem Universum nichts dem Zufall, er ließ sich nicht auf ein leichtfertiges Spiel ein.
Wenn Sie, lieber Leser, der Meinung sein sollten, dass Sie in Gottes Plan nicht berücksichtigt wurden, wenn Sie sich Gedanken machen, ob Sie zu den Erwählten gehören, von denen Gott schon von aller Ewigkeit her wusste, dann lassen Sie mich Ihnen Mut zusprechen. Sie können herausfinden, ob Gott Ihnen von aller Ewigkeit her Gnade gewährte. Kommen Sie einfach zu Jesus und nehmen Sie ihn im Glauben auf. Setzen Sie ihr gesamtes Vertrauen auf ihn, glauben Sie, dass er Sie auf ewig erretten kann. Er hat versprochen, Sie anzunehmen. Ihr Wunsch, zu ihm zu gehören, ist ausreichend Grund für die Annahme, dass er Sie zu sich gezogen hat (Joh 1,12).
Obwohl die Schöpfung der Erlösung zeitlich vorangeht, war das Wichtigste für Gott immer die Erlösung. Die Schöpfung ist nur die Bühne der Erlösung, sie war das notwendige Bindeglied, um den ewigen Plan durchführen zu können. Und nun werden wir das dritte Glied in der Kette von Gottes Plänen noch deutlicher werden lassen.

Erwin Lutzer – 10 Lügen über Gott