sondern sich dadurch auszeichnen, dass sie Gutes tun

Ebenso will ich, dass die Frauen im Gottesdienst passend angezogen sind. Sie sollen sich mit Anstand und Schamgefühl schmücken anstatt mit auffallenden Frisuren, goldenem Schmuck, Perlen oder teuren Kleidern. Gute Taten sollen ihre Zierde sein. So gehört es sich für Frauen, die zeigen wollen, dass sie Gott ehren.
Gute Nachricht Bibel 2018 – 1.Timotheus 2,9–10

Und genauso möchte ich, dass die Frauen sich verantwortungsbewusst und zurückhaltend schmücken (oder dass die Frauen Verantwortungsbewusstsein und Zurückhaltung zu ihrem Schmuck machen.) und mit ihrer Kleidung (oder mit ihrem Verhalten.) keinen Anstoß erregen. Sie sollen nicht durch aufwändige Frisuren ( wörtlich durch Haarflechten.) , Gold, Perlen oder kostspielige Gewänder auf sich aufmerksam machen, sondern sich dadurch auszeichnen, dass sie Gutes tun; das ist der wahre Schmuck von Frauen, die sich zu Gott bekennen und ihn ehren.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Timotheus 2:9–10

ebenso dass sich ordentlich gekleidete Frauen mit Bescheidenheit und Ausgewogenheit einreihen, nicht mit übertriebenen Geflechten und goldgeschmückt oder mit Perlen oder kostspieliger Garderobe, sondern durch wohltuende Dienste, was sich für Frauen gehört, die sich zur Gottesfurcht bekennen.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – 1.Tim 2,9–10

Genauso sollen es auch die Frauen machen, und zwar in angemessener Kleidung. Mit Sinn für das richtige Maß und besonnen sollen sie sich kleiden, nicht mit aufwendigen Frisuren oder mit Gold, Perlen oder verschwenderischer Kleidung. Sondern so, wie es angemessen ist für Frauen, die sich der Ehrfurcht vor Gott verschrieben haben, soll sich ihr wahrer Schmuck in ihren guten Taten für andere ausdrücken.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Tim 2:9–10

1Tim 2,9 ὡσ-αύτως in gleicher Weise, ebenso; erg. βούλομαι. γυναῖκας Subj. des AcI, abhängig v. βούλομαι. κατα-στολή Haltung (die sich bes. in der Kleidung ausdrücken kann). κόσμιος11 anständig, würdig [Var. κοσμίως Adv.]. αἰδώς οῦς ἡ Schamhaftigkeit, Schamgefühl. σω-φροσύνη Vernünftigkeit; Besonnenheit, Selbstbeherrschung; Sittsamkeit. κοσμεῖν Inf. κοσμέω in Ordnung bringen; schmücken; Präd. des AcI. πλέγμα3 Geflochtenes, Haarflechten; Pl. hier wohl (aufwendige) Haarflechten; Aufsehen erregende Frisur. χρυσίον Gold, Goldschmuck [Var. χρυσός Gold]. μαργαρίτης1 Perle. ἱματισμός Kleidung. πολυ-τελής7 (sehr) kostbar, teuer. 1Tim 2,10 πρέπω sich ziemen, sich gehören, sich schicken τινί für jmdn. ἐπ-αγγελλομέναις Ptz. -αγγέλλομαι versprechen, von sich ankündigen; sich zu etwas bekennen, m. Akk. (B 2); attr. θεο-σέβεια Gottesfurcht, Gottesverehrung, Frömmigkeit. διά m. Gen. hier mit. 1Tim

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Als nächstes wendet Paulus sich den Frauen in der Gemeinde zu. Sie sollen inneren Werten den Vorzug vor äußerem Schmuck geben und sich in schicklicher Kleidung … schmücken mit Anstand und Zucht (vgl. V. 15). Es geht hier weniger darum, daß das äußere Erscheinungsbild der Frauen nicht attraktiv sein darf, auch wenn dies möglicherweise mit hineinspielt, sondern eher darum, daß ihr Auftreten einfach, bescheiden, korrekt und frei von Koketterie ist. Die Details, die Paulus erwähnt (Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbare[s] Gewand), sind nicht an sich etwas Schlechtes, sondern nur, wenn sie Ausdruck falscher Wertmaßstäbe ihrer Trägerin sind (vgl. 1 Petrus 3,3). In der Gemeinde von Ephesus wurde ein solcher Schmuck vielleicht mit den Tempeldirnen assoziiert. Die Christen müssen darauf achten, daß nicht die heidnische Kultur ihre Mode bestimmt.
Statt, wie die Welt es liebt, in äußerlicher Schönheit zu glänzen, soll eine Christin ganz andere Werte zur Schau stellen: sie soll sich mit (wörtlich: „durch“) guten Werken schmücken. Ihr treuer Dienst für Christus wird sie für andere attraktiv machen. Das heißt nicht, daß die Frauen sich bewußt häßlich machen sollen; es ist nur eine einfache Aufforderung, den weltlichen Maßstab für Schönheit beiseite zu lassen und statt dessen den himmlischen anzulegen (1Sam 16,7). Das ist nicht mehr als recht und billig für Frauen, die ihre Frömmigkeit bekunden wollen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Immer hat es Übersetzer und Ausleger gegeben, die das Wort „ebenso“ am Anfang dieser Verse so auffassen, als greife es den ganzen Inhalt von Vers 8 auf, das heißt die Aufforderung des Apostels, dass die Männer überall beten sollen. Diese Auffassung ist jedoch aus zwei Gründen unhaltbar. Erstens sind die Verse 9 und 10 im Griechischen grammatisch so aufgebaut, dass von den Einleitungsworten „ich will“ zwei Infinitivsätze abhängen (die in der Elberfelder Übersetzung durch Nebensätze mit dem Bindewort „dass“ wiedergegeben werden): „Ich will nun, dass die Männer … beten …, ebenso, dass (die) Frauen … sich schmücken …“. Das Wort „ebenso“ schließt sich also sprachlich eindeutig an die Worte „ich will nun“ an. Zweitens steht die Erklärung, der Apostel wolle, dass auch die Schwestern an jedem Ort beten sollten, im Widerspruch zu den übrigen Belehrungen des NT über ihren Dienst. Wir haben bereits bei der Betrachtung von Vers 8 gesehen, dass der Dienst der Frauen aufgrund ihrer Stellung in der Schöpfung nicht der gleiche ist wie der der Männer. So sollen nach 1. Korinther 14,34–35 die Frauen in den Versammlungen schweigen. Damit wird eindeutig die Erklärung ausgeschlossen, dass hier „ebenso … die Frauen“ zum Beten an jedem Ort aufgefordert würden.
So wie alle gläubigen Männer aufgefordert werden, an jedem Ort in der rechten Haltung zu beten und dadurch ihre Abhängigkeit von Gott zum Ausdruck zu bringen, so wird hier allen Frauen, die sich zur Gottesfurcht bekennen, Schamhaftigkeit und Sittsamkeit auferlegt. In Gottes Wort finden wir von alters her Beispiele für den Drang der Frauen, sich zu verschönern und zu schmücken. Aber schon im AT wird diese Tatsache als eine fleischliche Eigenschaft dargestellt und verurteilt (vgl. 2. Kön 9,30; Jes 3,16–24). Auf diese gefährliche Neigung beim weiblichen Geschlecht wird auch in 1. Petrus 3,3–5 hingewiesen, und zwar speziell im Hinblick auf das Zeugnis vor den Ungläubigen. In unserem Brief handelt es sich um das rechte Verhalten im Haus Gottes. Dies schließt bei den Frauen ein bescheidenes oder ehrbares, anständiges und würdiges Verhalten und Auftreten ein, wozu die äußere Aufmachung in starkem Maß beiträgt. Das Wort „bescheiden“ (griech. kosmios) wird in Kapitel 3,2 bei der Beschreibung der Eigenschaften des Aufsehers mit „sittsam“ übersetzt.
Wie der Apostel bei der Ermahnung an die Männer hinzufügt: „ohne Zorn und zweifelnde Überlegung“, so hier: „mit Schamhaftigkeit und Sittsamkeit (oder: Besonnenheit)“. Gott will, dass die christliche Frau sich schmückt, aber nur in einer Weise, die Er anerkennen kann. Ein solcher Schmuck soll nicht die Aufmerksamkeit anderer Menschen auf sich ziehen, sondern zu Seiner Freude sein! Das bedeutet, dass der Schmuck in Übereinstimmung mit der Stellung als Gottes Kind ist. Zwei Beispiele für dieses Schmücken in gottgemäßem Sinn möchte ich hier anführen. Die Sklaven werden im Brief an Titus aufgefordert, sich so zu verhalten, „dass sie die Lehre, die unseres Heiland-Gottes ist, zieren (oder: schmücken) in allem“ (Tit 2,10). In Offenbarung 21,2 wird die Versammlung Gottes in der Ewigkeit beschrieben: „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herniederkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“ Der wahre christliche Schmuck dient zur Ehre unseres Gottes! Das kann von „Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarer Kleidung“ wohl nicht gesagt werden, mit denen die Blicke der Menschen auf sich gezogen werden sollen. Es handelt sich hier und in 1. Petrus 3 nicht um eine Modevorschrift, sondern um eine immer und für alle gültige Ermahnung, die in keiner Weise zeitgebunden ist. In der jeweiligen Anwendung mag sie zeitgebunden sein, denn was vor hundert Jahren als unstatthaft bezeichnet wurde, wird heute auch von ernsten Menschen als durchaus sittsam betrachtet. Wenn eine Christin ihren Herrn nicht verunehren will, muss sie aber nein sagen können, wenn die modischen Zeiterscheinungen aufreizend und unsittlich wirken. Es entspräche nicht dem Geist der Gnade und des Evangeliums, über das Wort Gottes hinausgehende Regeln aufzustellen, durch die in anderer Weise die menschliche Aufmerksamkeit erregt würde. Möchten die älteren und jüngeren Schwestern sich nur fragen, ob sie das Wort Gottes ernst nehmen und den Sinn dieser Ermahnungen verstanden haben und auch praktisch befolgen.
Eine Frau, die sich zur Gottesfurcht bekennt, soll sich nicht durch derartige äußerliche Merkmale, sondern mit guten Werken schmücken. Gute Werke (griech. erga agatha) werden auch in Kapitel 5,10b und als Verb in Kapitel 6,18a erwähnt. Das sind Werke, die in ihren Auswirkungen gut und segensreich sind. Die in Kapitel 3,1; 5,10a; 5,25; 6,18b erwähnten guten Werke (griech. erga kala) sind Werke, die an sich schön, gut und edel sind. Wir sehen in den Evangelien, dass Frauen dem Herrn mit ihrer Habe dienten (Lk 8,3). Maria tat ein gutes Werk, als sie den Herrn salbte (Mt 26,7–10). Denken wir auch an eine Dorkas (Apg 9,39), Maria, die Mutter des Markus (Apg 12,12), eine Lydia (Apg 16,14 und 15). Es gibt viele gute Werke, die am besten von einer Schwester verrichtet werden können. Diese Werke können für den Herrn, für die Seinigen oder auch an Ungläubigen getan werden. Sie sind immer eine Frucht des neuen Menschen und der Abhängigkeit von Gott (Eph 2,10).

Arend Remmers – Du aber …: Eine Auslegung zum 1. und 2. Timotheusbrief

Nun wendet sich der Apostel den Frauen zu. Βούλομαι („ich will“) setzt sich hier syntaktisch fort, indem ein weiterer AcI angeschlossen wird, wobei Paulus sich an die Frauen richtet. Dort besteht die Notwendigkeit, auf ein bescheidenes Auftreten (καταστολῇ) zu Sprechen zu kommen. Dies ist nicht allein mit Kleidung (ἱματισμῷ) gleichzusetzen, da diese eigens dem Begriff untergeordnet erscheint. Zu πλέγμασιν vgl. Philo, de somniis 1.204: „τὸν γὰρ τοῦ πλέγματος παντὸς τούτου δημιουργὸν εὑρετὴν τῆς ποικιλτικῆς ἐπινοεῖν εὐθὺς ἐπιστήμης ἀναγκάζομαι“. „Denn ich muss annehmen, dass der Hersteller dieses ganzen Textilgewebes auch der Erfinder aller vielfältigen und variierenden Wissenschaften war“. Dito, 1.206: „καὶ τὸν τούτου τοῦ πλέγματος δημιουργὸν ὁ ἱερὸς λόγος Βεσελεὴλ ἐκάλεσεν“. „Nun nennt die heilige Schrift den Schöpfer dieser Kunstarbeit Bezalael, wobei der Name, wenn er interpretiert wird, im Schatten Gottes bedeutet“. Dito, de Vita Mosis 2.110: „ὁ μὲν οὖν ὑποδύτης ἀμιγεστέρας ἰδέας· ὅλος γὰρ ὑακίνθινος, ἔξω τῶν κατωτάτω καὶ πρὸς ἐσχατιὰς μερῶν, ταῦτα γὰρ ἐποικίλλετο χρυσοῖς ῥοΐσκοις καὶ κώδωσι καὶ ἀνθίνοις πλέγμασιν“. „Das Untergewand hatte nun eine einfachere Form und einen einfacheren Charakter, denn es war ganz aus Hyazinthenfarben, mit Ausnahme der untersten und äußeren Teile, und diese waren mit goldenen Granatäpfeln, Glocken und Kränzen aus Blumen geschmückt“. Flavius Josephus gebraucht das Wort für einen geflochtenen Korb, in dem Mose ausgesetzt wurde. Aelius Herodianus, de prosodia catholica 3.1,168, 11: „δηλοῖ δὲ καὶ πλέγμα τι ἐκ σχοινίων“. „Es ist klar, dass auch Kordeln etwas aus Stricken sind“. Da die Verwendung für Geflecht in Verbindung mit dem äußeren Auftreten erwähnt wird, scheint es um Verzierungen der Kleider mit Kordeln oder wohl eher um Haargeflechte zu gehen, auch wenn das sonst üblicherweise mit dem Zusatz „Haar“ verdeutlicht wird. Vgl. Aelius Dionysius, Onomasticon 10.186,3 für ein Beispiel: „κρωβύλος· πλέγμα τριχῶν“. „Ein Haarknäuel: Geflecht aus Haaren“.

sondern, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zu Gottesfurcht bekennen, durch gute Werke.
Nachdem Paulus die unpassenden Möglichkeiten für den Schmuck von Frauen aus dem Weg geräumt hat, beschreibt er die passenden, nämlich, wie es für gottesfürchtige Frauen besser geeignet ist, die guten Werke.

P. Streitenberger – 1. Timotheus

Was ist zuweilen ihre besondere Gefahr, und worauf haben sie dann demzufolge besonders zu achten? Paulus redet hier von der Neigung zu auffallender Kleidung und von dem Verlangen, in den Vordergrund zu treten.

Auffallende Kleidung: »Ich will nun …. dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Zucht, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, sondern, wie sich ziemt für Frauen, die ihre Frömmigkeit bekunden wollen, mit guten Werken« (V. 8-10).

Paulus geht davon aus, dass Frauen »sich schmücken«. Es ist nicht falsch, dass auch gläubige Frauen dem ihrer Natur entsprechenden Verlangen folgen, sich zu schmecken. Die Frage ist nur, wie sie das tun. Gott hat seine ganze Schöpfung nicht nur zweckmäßig, sondern auch schön gestaltet. Es ist deshalb durchaus im Sinne Gottes, dass etwa Frauen sich auch »schön machen« wollen. Doch es ist nötig, dass das unter Gott und vor allem um ihm zu gefallen geschieht. Ein Psalmsänger betet: »Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, Herr, für alle Zeit« (Ps 93,5). Wir als an Jesus Glaubende dürfen mit unserem Leib und Leben »Tempel des Heiligen Geistes« sein (1Kor 6,19). Unserem Herrn wollen wir gefallen und in diesem Sinn »schön« sein. So betet Gerhard Tersteegen: »Lass die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön!«

Von »schicklicher« Kleidung ist hier die Rede; würdig, »sittsam«, nicht auffallend soll sie sein. Mit »Anstand«, dem »Schamempfinden gemäß«, mit »Zucht«, mit »wohlbedachter Sittlichkeit« (wie auch übersetzt werden kann) sollen sich Frauen schmücken. Es wäre für das Gebet, den Gottesdienst und die Gemeinschaft der Gemeinde überhaupt ungemein störend, wenn Frauen so bekleidet wären, dass es für die Männer aufreizend wirken würde, ja die Frauen es sogar darauf anlegten. Dieser Geist und dieses Wesen war in der griechisch -römischen Welt zur Zeit der frühen Christenheit allerorten vorherrschend. Deshalb war es damals und ist es auch heute ungemein wichtig, dass die an Jesus Glaubenden sich diesem Geist und Wesen verschließen und sich vielmehr unter die Erziehung und Leitung des Heiligen Geistes stellen (Röm 8,14).

Weiter sagt Paulus, dass gläubige Frauen sich nicht mit »Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand«, mit aufwendiger Kleidung schmücken sollen.
a) Auch damit sollen christliche Frauen nicht auffallen wollen.
b) Auch wollen sie damit arme Frauen in der Gemeinde mit ihren geringen Kleidern nicht beschämen.
c) Sie möchten diese nicht in die Versuchung des Neides bringen.
d) Auch ist der rechte Gebrauch ihres Wohlstandes wahrlich etwas anderes: »die guten Werke« (V. 10). Wer mit dem gegenwärtigen Herrn und im Gebetsumgang mit ihm lebt, wer seinem Geist Raum gibt und ihm folgt, der wird innerlich dazu geführt und darin angeleitet.

Denn so »ziemt es sich für Frauen, die ihre Frömmigkeit mit guten Werken bekunden wollen« – »Frömmigkeit« im Sinne des Wortes: »Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm« (1Mose 17,1). Mit »guten Werken«, mit der verständnis – und liebevollen, helfenden Zuwendung, mit Hilfe durch Speise, Kleidung, Wohnung, Geld, Pflege, Fürsprache usw. für Gemeindeglieder und Nichtglaubende (Gal 6,10) kann die »Frömmigkeit bekundet«, der Glaube an Jesus Christus bezeugt und zu ihm eingeladen werden. Die Gemeinde Jesu wuchs trotz aller Verfolgung durch die römische Staatsmacht während der folgenden Jahrhunderte an vielen Orten sehr. Öffentliche Verkündigung war nicht möglich. Wie viel mag da doch durch solches Zeugnis geschehen und wirksam geworden sein! Besondere Reichtümer waren dazu nicht nötig und sind es auch heute nicht. Auf solche Weise können wir immer, mitten auch in allen Anfechtungen, selbst der letzten Zeit, mit dem Evangelium durch das tröstende Wort und die Tat der Liebe sozusagen im Angriff bleiben.



Nötig ist es in diesem Zusammenhang, die Stellung der Frau in der Bibel überhaupt zu bedenken.

Im atl. Israel hatten auch Frauen mit entsprechenden Gaben herausragende Aufgaben. So heißt Mirjam »die Prophetin« und war eine Vorsängerin der Frauen Israels (2Mose 15,20ff.). Und Gott sprach zu seinem Volk durch den Propheten Micha: »Habe ich dich doch aus Ägyptenland geführt und aus der Knechtschaft erlöst und vor dir her gesandt Mose, Aaron und Mirjam« (Mi 6,4). Die »Prophetin Hulda«, die die Frau des »Hüters der Kleider« war, hatte von Gott her durch führende Männer Israels an den bußfertigen König Josia eine sehr wichtige Botschaft auszurichten, die in Israel eine gewisse Buß- und Erneuerungsbewegung bewirkte (2Kön 22,12-20).
Später, auch während der Erdentage Jesu, wäre so etwas in Israel kaum noch denkbar gewesen. Unter Schriftgelehrten wurde sogar die Frage diskutiert, ob denn Frauen am Heil überhaupt teilbekommen können und es sinnvoll ist, mit ihnen über die Schrift zu sprechen.

Bei Jesus und in seiner Gemeinde war und ist das deutlich anders. So anerkannte und lobte unser Herr das Verlangen von Maria, der Schwester von Martha und Lazarus, das Wort Gottes zu hören (Lk 10,38-42). Und sogar eine samaritische Frau zweifelhaften Rufs führte Jesus durch ein langes Gespräch zum Glauben (Joh 4,1-42). Petrus schreibt ausdrücklich, dass die Frauen »Miterben«, Mitteilhaberinnen des Heils, der Gotteskindschaft, der Seligkeit, der »Gnade des Lebens« sind, und dass Mann und Frau im gemeinsamen Gebet stehen können (1Petr 3,7).
Unser Herr Jesus Christus betont, dass die Geschlechterunterschiede überhaupt nur vorläufig sind, in der Zeit unseres Lebens in dieser Welt, während wir irdische Leiber tragen. Danach werden wir alle sein »wie Engel im Himmel« (Mt 22,30). Darum schreibt auch Paulus: »Hier ist nicht Mann noch Frau; ihr seid allesamt einer in Christus Jesus« (Gal 3,28).
So wurde nun damit gerechnet, dass auch Frauen, wenn sie als Glaubende den Heiligen Geist empfangen (Joh 7,39; Eph 1,13), zugleich von Gott »die Gaben des Geistes« erhalten, eben die Gaben zu bestimmten Aufgaben (Röm 12,6). Und wo Gott bestimmte Gaben verleiht, sollte auch dazu Raum gegeben werden, diese Gaben in entsprechenden Aufgaben einzusetzen; denn die Geistesgaben, die charismata (griech.), sind ja nicht als Zierat gegeben, sondern – schlicht und sachlich – als Ausrüstung für bestimmte Dienste

Gerhard Maier – Edition C

Das Wort Losautos („desgleichen“), mit „in gleicher Weise“ übersetzt, ist ehre Adverbialkonstruktion mit dem „ich will“ von V. 8; die folgenden Anweisungen sind also Teil des gleichen Willens. Ein entscheidender Anteil an der Atmosphäre in den öffentlichen Zusammenkünften der Heiligen wird durch die Kleidung der anwesenden Frauen bestimmt. Im allgemeinen drückt Kleidung Geschmack und Interessen aus und offenbart in der Tat auch Charakter; deswegen zeigt die Art und Weise, wie sich eine Frau kleidet, welche Art von Frau sie ist. Während der Apostel immer noch an die Zusammenkünfte der Heiligen denkt, hat der Gegenstand unvermeidlich weitere Implikationen, denn die gewohnheitsmäßige und tägliche Kleidung der Schwester reflektiert das, was sie ist. Das Schlüsselwort ist „Äußeres“ (katastole) von dem Elliott sagt: „Es vermittelt den Gedanken der äußeren Erscheinung, wie sie in erster Linie durch Kleidung ausgedrückt wird“. Es ist das Auftreten, wie es äußerlich in dem Verhalten, der Erscheinung, der Kleidung gesehen wird. Das Zeitwort „schmücken“ (kostneu) und das Eigenschaftswort „bescheiden“ (kosmios) sind verwandte Wörter, die von der Wurzel „arrangieren“ oder „ordnen“ stammen: Die Frauen sollen sich also „arrangieren“ in einer „wohlarrangierten“ Kleidung. Wir würden sagen „mit gutem Geschmack“ – aber es muß betont werden, das „Arrangement“ oder die „Ordentlichkeit“ soll nicht die des eleganten Mannequins der Welt sein. Hier geht es über passende Farben oder Stoffe hinaus, zum Zusammenhang zwischen ihrer Kleidung und ihrem christlichen Charakter und Zeugnis. Nur dann wird sie im biblischen Sinn „wohlarrangiert“ oder „wohlgeordnet“ sein.
Zwei Dinge müssen ganz gewiß mit in Erscheinung treten. Wenn man bei dem Metapher der Kleidung bleibt, müssen zwei Zubehörstücke zur Kleidung (die Konjunktion ist „mit“ meta) die äußerliche Erscheinung begleiten. „Schamhaftigkeit“ ist das Wort aidos, es wird nur hier im Neuen Testament verwendet und beschreibt eine moralische Abscheu von allem, was ungeziemend ist, eine Ablehnung selbst nur des Anscheins, die Grenzen weiblicher Zurückhaltung zu übertreten. „Sittsamkeit“ (sophrosyne – aus sos, „gesund“
und phren, „der Sinn, das Denken“, also „gesunde Urteilskraft“), das auch in 2,15 und Apostelgeschichte 26,25 verwendet wird, steht für jenes innere Urteil, das im Gläubigen durch die Schrift und den Geist Gottes hervorgerufen wird, das jedem rein physischen oder menschlichen Begehren Zurückhaltung auferlegt. So deutet das Wort die Beurteilung an, die hinter der moralischen Abscheu des vorhergehenden Wortes liegt. Außerhalb der Schrift hatte das Wort im allgemeinen eine sexuelle Schattierung, die keusches Verhalten implizierte. Die wohlgeordnete Kleidung (im schriftgemäßen Sinn) reflektiert ein wohlausgewogenes Denken.
Es gibt vier „Dinge“, die nicht in Übereinstimmung sind mit dem „wohlarrangierten“ Auftreten gottesfürchtiger Frauen. Diese gehören zu einer anderen Gesellschaft, einer weltlichen, ob sie nun römisch, hellenistisch oder modern sei. „Haarflechten“ bezieht sich auf die komplizierten Frisuren, die zu arrangieren viel Geld und Zeit kosteten und die durch das Flechten und Knüpfen der Haare gestaltet wurden. Möglicherweise waren goldene Spangen, Clips und Perlen dazwischengeflochten, die das Haar im Licht schillern ließen und so den Reichtum widerspiegelten, der in dem Ausdruck „kostbare Kleidung“ (RV „teurer Schmuck) angedeutet wird.
Die Konjunktion des Gegensatzes „sondern“ (alla) wendet sich vom Negativen ab (was nicht in Erscheinung treten sollte) und führt das Positive ein, (was gesehen werden sollte). Die Präposition „durch“ (dia) vor „gute Werke“ steht im Gegensatz zu dem „in“ vor „bescheidenem Äußeren“ (V. 9). Der Gedanke ist nicht, daß sie die guten Werke als Kleidung trägt, sondern durch dieses Ausdrucksmittel (dia) zeigt sich eine Darstellung christlichen Charakters, eine Attraktivität, die die äußerliche mit dem vergänglichen Tand der Erde geschmückte Erscheinung weit übertrifft. Eine Phöbe (Römer 16,1-2), eine Lydia (Apostelgeschichte 16,14-15), eine Dorkas (Apostelgeschichte 9,36-38) hatten einen Schmuck, der unabhängig von bloßer Kleidung war. Das Wort „geziemt“ lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß bei gottesfürchtigen Frauen das Bekenntnis der Lippen, durch ihr passendes Verhalten unterstrichen wird. Das Partizip Präsens „bekennend“ (wiederum in 6,21 verwendet) kommt von dem Zeitwort „versprechen, verheißen“ (siehe Titus 1,2) und läßt uns erkennen, wie Lippen und Leben harmonieren in einer Haltung von Respekt und Ehrfurcht Gott gegenüber, die den Menschen gegenüber in als gut (agathos) beschriebenen Werken praktiziert wird. Dieses letztere Wort betont den Nutzen, den diese Werke anderen bringen: nutzbringend in ihrem Charakter. Das Wort für Gottesfurcht ist theosebeia, welches betont, daß das entscheidende, richtungsweisende Element hinter der Kleidung und den Taten eine Haltung gegenüber Gott selbst ist. Wenn die Furcht Gottes das Herz mit Respekt und Ehrfurcht für ihn erfüllt, dann stehen Kleidung und Taten mit dem Bekenntnis in Übereinstimmung.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt