Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage
Elberfelder 1871 – Johannes 6,40
Und Folgendes ist der Wille dessen, der mich geschickt hat: dass jeder, der den Sohn ansieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat und ich ihn am letzten Tag auferstehen lassen werde.“
Leonberger Bibel – byzantinischen Text von Robinson-Pierpont 05 – 2015 – Joh 6,40
Denn dies ist der Wille meines Vaters: dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat und ich ihn auferstehen lassen werde am letzten Tag.“
Leonberger Bibel – Nestle-Aland 28 – 2020 – Joh 6:40
Und auch das will mein Vater: Jeder, der den Sohn sieht und ihm sein Vertrauen schenkt, soll ewiges Leben haben. Ja, ich werde ihn am Ende der Zeiten zum Leben erwecken.«
Das Buch – 2009 – Johannes 6:40

Reicht es, zu glauben, dass Jesus Christus der Sohn des allmächtigen Vaters ist? Oder muss ich Jesus auch vertrauen, dass er alles im Griff hat?
Noch einmal (vgl. V 39) spricht Jesus vom Willen des Vaters, der ihn gesandt hat, und stellt so sein Wort nachdrücklich unter den göttlichen Ratschluß. Seine Sendung geschieht zum Heil der Menschen (vgl. 3, 16f), der Lebensspendung an alle Glaubenden. Der Vater wünscht nichts anderes, als daß jeder an den Sohn glaubt und dadurch ewiges Leben erlangt. Wenn es hier zunächst heißt „den Sohn sieht“, so liegt darin vielleicht eine Erinnerung an V 36 und ein Appell, ihn in der rechten Weise zu „sehen“. Dahinter steht der Gedanke, daß man im Sohn den Vater (14, 9) im Gesandten den Sendenden (12, 45) sieht. In solchem „Sehen“ verwirklicht sich das Glauben; dieses wird nur zur Verdeutlichung noch eigens genannt (wie in V 35b nach dem „Kommen“). Vor allem aber soll begründet oder erläutert werden (γάρ), worin das „Nicht-verloren-gehen-Lassen“ positiv besteht: in der Erlangung ewigen Lebens. So fügt sich auch der Ausblick auf den letzten Tag wieder an, in der gleichen Form wie V 39. Sie ist wegen der aktiven Rolle, die dabei Jesus zugesprochen wird (ἀναστήσω), bemerkenswert. Die eschatologische Auferweckung, sonst Gott Vorbehalten, wird in der joh. Theologie dem „Sohn“ anvertraut (vgl. 5, 24: ὁ υἱὸς … ζωοποιεῖ; 11, 25a). Ein erneuter Appell Jesu an die Glaubenswilligkeit seiner Zuhörer ist unüberhörbar.
Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament
Der Herr fuhr nun fort zu erklären, wie ein Mensch zur Familie der Erlösten dazukommen kann. Gottes »Wille« ist es, »dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe«. »Den Sohn sehen« bedeutet hier nicht, ihn mit irdischen Augen, sondern mit den Augen des Glaubens zu sehen. Man muss sehen oder erkennen, dass Jesus der Sohn Gottes und der Retter der Welt ist. Außerdem muss man an ihn glauben. Das bedeutet, dass der Mensch den Herrn Jesus durch einen Glaubensakt als seinen persönlichen Heiland annehmen muss. Alle, die das tun, erhalten »ewiges Leben« als sofortiges Eigentum und die Zusicherung, dass sie »am letzten Tag« auferstehen werden.
MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament
Freilich, so wie der Sohn ganz gebunden ist an das Handeln des Vaters, so sind wir von Gott her ganz gebunden an den Sohn. Wieder steht diese eigentümliche lebendige Einheit von Vater und Sohn vor uns, auf die wir immer wieder hingewiesen werden, weil sie das besondere Thema gerade unseres Evangeliums ist. „Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe, und ihn werde ihn auferwecken am letzten Tage.“ Wir können nicht unmittelbar zu Gott kommen und bei Gott ewiges Leben finden. Gerade Gott „will“ dies nicht. Gott „will“ jetzt nur im Sohn „gesehen“ (14, 8) und gefunden werden. Daß Jesus hier noch einmal vom „Sehen“ des Sohnes spricht, dem das Glauben folgt, während am Ende des Evangeliums die von Jesus selig gepriesen werden, die „nicht sehen und doch glauben“ (Kap. 20), kann einfach darin liegen, daß Jesus jetzt als der Sichtbare in seiner Person und in seinen „Werken“ vor den Menschen steht. Solange er im Fleisch lebt, ist „sehen“ und „glauben“ die Heilsordnung. Es kann aber gerade auch in unserm Vers ein Hinweis darauf liegen, warum es kein unmittelbares Kommen zu Gott gibt. Denn das wußte jeder Israelit sehr wohl, daß „kein Mensch leben wird, der Gott sieht“ (2 Mo 33, 20). Für den Menschen, wie er jetzt als Sünder ist, wäre ein „Sehen“ Gottes nicht das Leben, sondern der Tod! Nur in Jesus ist Gott für den Sünder so zu „sehen“, daß daraus das rettende Glauben und der Empfang des Lebens wird.
Wuppertaler Studienbibel
„Jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt“ — das ist der genaue Gegensatz zu dem, was jetzt die Haltung der Galiläer ist, denen Jesus sagen mußte: Gesehen habt ihr mich und doch glaubt ihr nicht (V. 36). So stehen sie nicht nur gegen Jesus, was sie für ungefährlich halten könnten, sondern gegen „Gottes Willen“, so wenig sie das selber möchten, und bringen sich um die einzigartige und unentbehrliche Gabe Gottes, um das „ewige Leben“.
Jesus stellt — wie es darum auch die apostolische Verkündigung tut, den bereits gegenwärtigen Besitz des „äonischen“ Lebens und den vollen Eingang in den neuen „Äon“ durch eine „Auferweckung am letzten Tage“ nebeneinander hin, ohne darin ein „Problem“ zu empfinden und einen Ausgleich dafür zu suchen. Der wirkliche Besitz göttlichen Lebens verwandelt jetzt noch nicht unsere gesamte Existenz. Es steht mit uns vielmehr so, wie Paulus es in Rö 8, 10. 11 lehrhaft darstellt. Darum ist uns trotz des neuen Lebens, das wir bereits „haben“, das leibliche Sterben nicht erspart. Und eben darum bedürfen wir auch der „Auferweckung“, der Gleichgestaltung mit dem Herrn bis in die Leiblichkeit hinein (1 Jo 3, 2; Phil 3, 20. 21; Rö 8, 29f).
Τοῦτο{D-NSN} δέ{CONJ} ἐστιν{V-PXI-3S} τὸ{T-NSN} θέλημα{N-NSN} τοῦ{T-GSM} πέμψαντός{V-AAP-GSM} με,{P-1AS} ἵνα{CONJ} πᾶς{A-NSM} ὁ{T-NSM} θεωρῶν{V-PAP-NSM} τὸν{T-ASM} υἱὸν{N-ASM} καὶ{CONJ} πιστεύων{V-PAP-NSM} εἰς{PREP} αὐτόν,{P-ASM} ἔχῃ{V-PAS-3S} ζωὴν{N-ASF} αἰώνιον,{A-ASF} καὶ{CONJ} ἀναστήσω{V-FAI-1S} αὐτὸν{P-ASM} ἐγὼ{P-1NS} τῇ{T-DSF} ἐσχάτῃ{A-DSF} ἡμέρᾳ.{N-DSF}
P. Streitenberger
Das ist nun der Wille dessen, der mich sandte, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Der Vers beginnt und endet gleichlautend mit dem davor, jedoch wird am Anfang das Genitivobjekt zu θέλημα („Wille“) anders ausgedrückt, der Referent ist jedoch identisch, nämlich der Vater. Der mit ἵνα („dass“) eingeleitete Nebensatz weist ein langes Subjekt auf, das mit πᾶς („jder“) beginnt und mit αὐτόν („ihn“) endet und einen mit ὁ („der“) eingeleiteten Relativsatz aufweist. Das Prädikat des Nebensatzes ἔχῃ („er hat“) verbindet das Subjekt mit der Verheißung des ewigen Lebens, worauf das Subjekt der Auferweckung, wovon im letzten Satz die Rede ist, mit ἐγὼ („ich“) besonders betont ist.