Liebet Jehova, ihr seine Frommen alle! Die Treuen behütet Jehova, und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.
Elberfelder 1871 – Psalm 31,24
Liebt den Ewigen, all seine Getreuen. Die Treuen beschützt der Ewige, aber er vergilt reichlich den hochmütig Handelnden.
Die Philippson-Bibel – Psalm 31:24
Liebet IHN,
ihr seine Holden alle!
Die Getreuen wahrt ER,
aber er zahlt nach dem Faden
dem, der hoffärtig handelt.
Buber & Rosenzweig – Ps 31,24
Ihr alle, die ihr zum HERRN gehört: zeigt ihm eure Liebe!
Der HERR behütet alle, die ihm die Treue halten.
Doch denen, die vermessen handeln (oder die sich über ihn erheben), zahlt er ihren Hochmut gründlich heim.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Ps 31:24
Liebt den Herrn, all seine Frommen,
denn Wahres (- wörtlich Wahrheiten, d.h. wohl Erweise von Wahrheit -) verlangt der Herr,
und er vergilt denen, die über die Maßen hochmütig handeln.< (- : wörtlich Hochmut tun -)
Septuaginta Deutsch – Ps 30,24
רחומו ית יהוה כל חסידוי מהמניא נטיר מן ביש יהוה ופריע על דורבני דעבדין גיותנותא׃
Targum Psalms – Psalm 31:24

Ein öffentliches Dankesritual mit der Gemeinde des Psalmisten (30,12–13). Die Erfahrung des Psalmisten bestätigt den Grundsatz, auf Gott zu vertrauen, und ermutigt andere, dies ebenfalls zu tun.
The Jewish Study Bible
Wahres: Die Form ἀληθείας als Gen. Sg. zu verstehen ist möglich, jedoch regiert das Verb ἐκζητέω gewöhnlich kein Obj. im Gen. Als Akk. Pl. verstanden, entspräche die Form dem Pl. אמונים »die Treuen« im MT, wobei der Pl. ἀλήθειαι jedoch eher »wahre Dinge«, d.h. wohl ehrliches, aufrichtiges Verhalten meint (vgl. Ps 11,2; SPICQ, 80.83f.). Noch weiter geht Theodor von Mopsuestia (CCL 88A, 137): »LXX veritates dixerunt, id est veros qui fidem suam approbarent.«
Septuaginta Deutsch: Erläuterungen und Kommentare zum griechischen Alten Testament
verlangt: Zur Wiedergabe von נצר »bewahren« mit ἐκζητέω s. zu Ps 24,10; 77,7.
die über die Maßen hochmütig handeln: In der LXX ist das Adv. περισσῶς vom Part. ποιοῦσιν abhängig, während nach dem MT Gott den Hochmütigen übermäßig vergilt. An dieser Interpretation hält auch Diodor von Tarsus (CCG 6, 181) fest und bezieht περισσῶς auf ἀνταποδίδωσιν.
Nachdem er die Liebe Gottes geschmeckt hat, liebt Christus seinerseits Gott und empfindet zu Recht, dass alle anderen dies ebenfalls tun sollten. Seine Frommen können sich darauf verlassen, dass der HERR sie beschützt und den arroganten Rebellen ihre gerechte Strafe zumessen wird!
MacDonald – Kommentar zum Alten Testament
Jeder Gläubige, der in scheinbar unüberwindlichen Schwierigkeiten steckt, kann also stark und mutig sein in der Sicherheit, dass niemand auf den HERRN vergeblich harrt – nie und nimmer!
Das Bild ändert sich ein wenig, wenn jetzt im erneuten »Lobruf« (Westermann) Gott mit einer befestigten Stadt verglichen wird. Auch ein Geretteter, der in Ruhe bittet, hat nicht vergessen, was vorher gewesen ist. Das Gedächtnis verhilft zur Demut, läßt aber den Jubel um so mehr hervorbrechen. Hatte David einst vor Gott gesprochen: Ich bin abgeschnitten von deinen Augen – den Augen Gottes, die der Inbegriff der Zuwendung und Leitung sind –, so hat sich das jetzt geändert: Gott schaut in Davids, David schaut in Gottes Augen. Jetzt steigert sich das Gotteslob zum: Liebt Jahwe! gegenüber der Gemeinde. Die Liebe zu Gott137 ist die Intensiv- und Radikal-Form des Glaubens, sie meint die nicht mehr zu überbietende Willenshingabe an den rettenden Gott. Gott zu lieben ist aber nur denen möglich, die sich Gott verschrieben haben, den Frommen, das heißt den Treuen, eben denen, die sich nicht haben irritieren lassen. In dieser Hingabe an Gott zerschmilzt nicht nur alles Halbherzige, sondern auch alles Widergöttliche. Die, die Gott radikal lieben, können auch dem abschließenden Wort keine Borniertheit oder Verhärtung entnehmen, wenn es heißt: Seid stark und fest in eurem Herzen.
Schneider – Wuppertaler Studienbibel
Eine bemerkenswerte Nähe zwischen dem Apostel und dem rabbinischen Judentum besteht sodann darin, dass der Begriff des Glaubens sich hier wie da in der Spannweite von Vertrauen und Glauben bewegt und dass man die Aussagen über den „Lohn“ für den Glauben im rabbinischen Judentum auch so verstehen kann, dass sie „Heilswirksamkeit des Glaubens auch im rabbinischen Denken“ zu erkennen geben. Auch wenn dabei die spezifisch paulinische Prägung des Glaubensbegriffs durch seinen Bezug auf die Botschaft von der Auferweckung des Gekreuzigten nicht aus den Augen zu verlieren ist, bleibt doch insbesondere der folgende Zusammenhang bemerkenswert. So wie Paulus den Abraham rechtfertigenden Glauben ohne ausdrücklichen christologischen Bezug als Glauben an den Gott, der die Toten auferweckt, qualifizieren kann (Röm 4,17), so kann es in einer späten rabbinischen Auslegung von Ps 31,24 heißen:
Osten-Sacken – Theologischer Kommentar zum Neuen Testament – Der Brief an die Gemeinden in Galatien
„‚Die Getreuen/Gläubigen (ämunim) hütet der Herr‘:
Das sind die Israeliten, die sagen: ‚Gepriesen sei er, der die Toten belebt‘, und im Glauben antworten: Amen (u-bä-ʿämuna onin amen).
(Das sind die Israeliten,) die mit all ihrer Kraft an den Heiligen, gepriesen sei er, glauben (schä-ma’aminim be-kol kochan ba-kadosch-baruk-hu), der die Toten belebt, auch wenn die Belebung der Toten noch nicht gekommen ist.
(Das sind die Israeliten,) die sagen: ‚Gepriesen sei er, der Israel erlöst‘, obwohl sie noch nicht erlöst wurden.
(Das sind die Israeliten,) die sagen: ‚Gepriesen sei er, der Jerusalem erbaut‘, obwohl es noch nicht erbaut wurde.
Es sagt der Heilige, gepriesen sei er: Die Israeliten, die nur für eine kurze Zeit erlöst und dann wieder verknechtet wurden, sie glauben an mich (we-hem ma’aminim bi), dass ich sie erlösen werde: ‚Die Getreuen/Gläubigen hütet der Herr.‘
Es sagte R. Acha bar Ada: ‚Dann werdet ihr den Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Frevler‘ (Mal 3,18) sehen – zwischen dem, der glaubt, und dem, der nicht glaubt (ben ha-ma’amin le-mi schä-eno ma’amin).‘ “
Der Akzent liegt hier angesichts der zweimaligen Rede vom Glauben an den Gott Israels wie in Röm 4,17 deutlich auf dem Vertrauen auf den Gott Israels und Schöpfer der Welt als den, der die Toten belebt, Jerusalem erbaut und Israel erlöst, d. h. endzeitlich rettend an ihm handeln wird.
Doch an einem Punkt war David vielleicht schon bereit, aufzugeben: „In meinem Schrecken sagte ich: ‚Ich bin aus deinem Blickfeld verschwunden!‘ “ (v. 22und siehe 30:6). Nicht der Feind machte ihm Angst, sondern der Gedanke, von dem Gott, dem er vertraute und diente, verlassen zu werden. Er tat, was wir alle tun müssen, wenn wir spüren, dass Gott nicht mehr in der Nähe ist: Er rief den Herrn um sein Erbarmen an, und der Herr antwortete. Als die schreckliche Erfahrung des Aufruhrs vorbei war, sprach David zum Volk (V. 23-24) und gab Gott die Ehre, ihn befreit zu haben. David hatte über seinen Glauben an den Herrn geschrieben (Vv. 1, 6, 14, 19), aber jetzt ermutigt er sein Volk, den Herrn zu lieben und seine Hoffnung auf ihn zu setzen. Glaube, Hoffnung und Liebe gehören immer zusammen (1. Korinther 13,13). Der Mut und die Kraft, die wir in den Prüfungen des Lebens brauchen, werden uns vom Herrn geschenkt, wenn wir unseren Glauben auf ihn setzen. Lasst uns sicher sein, dass wir ihm die Ehre geben.
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie