Thomas Pape

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Und jetzt sind wir sogar seine Freunde, und weil Jesus lebt, können wir auch leben.

Denn wenn wir, da wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, viel mehr werden wir, da wir versöhnt sind, durch sein Leben (O. in seinem Leben, d. h. in der Kraft desselben) gerettet werden.
Elberfelder 1871 – Römer 5,10

Wir sind ja mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren. Dann kann es doch gar nicht anders sein, als dass wir durch Christus jetzt auch Rettung finden werden – jetzt, wo wir versöhnt sind und wo Christus auferstanden ist und lebt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Römer 5:10

Denn es ist ja so: Als wir noch Gottesfeinde waren, hat Gott uns wieder mit sich versöhnt durch den Opfertod seines Sohnes. Und das bedeutet dann auch, dass wir erst recht, wo wir jetzt mit ihm versöhnt sind, durch sein Leben das Heil erfahren.
Das Buch – 2009 – Röm 5,10

Nicht meine Entscheidung, noch mein Verhalten war der Grund! Auch nicht der Betritt zu einer Organisation rettete mich! – sondern was sagt der Vers??

ἐχθρός Feind. ὄντες Ptz. εἰμί, temp., evtl. konz. κατηλλάγημεν Aor. Pass. -αλλάσσω74 versöhnen τινί mit jmdm. κατ-αλλαγέντες Aor. Ptz. Pass., kaus. od. temp. ἐν kaus. durch; ἐν τῇ ζωῇ αὐτοῦ durch sein Leben, d. h. der auferweckte Christus tritt als der Lebendige für uns ein.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Wenn wir nun daran zurückdenken, was wir waren und im Vergleich dazu jetzt sind, dann sollten wir es einmal so sehen: »Als wir Feinde waren«, wurden »wir … mit Gott versöhnt … durch den Tod seines Sohnes«. Wir verharrten in einer feindseligen Haltung dem Herrn gegenüber und waren damit auch ganz zufrieden. Wenn wir uns selbst überlassen gewesen wären, hätten wir nie die Notwendigkeit verspürt, uns mit ihm versöhnen zu lassen. Man stelle sich das nur vor—wir sind »Feinde« Gottes gewesen!
Gott teilte unsere Haltung in dieser Angelegenheit nicht. Er schritt aus reiner Gnade ein. Der stellvertretende Tod Christi beseitigte die Ursache unserer Feindschaft gegenüber Gott—nämlich unsere Sünden. Durch den Glauben an Christus sind wir »mit Gott versöhnt« worden.
Wenn Gott unsere Versöhnung so teuer erkauft hat, sei die Frage erlaubt: Wird er uns dann je wieder fallen lassen? Wir wurden »mit Gott versöhnt … durch den Tod seines Sohnes«—durch einen Tod, der völlige Schwachheit versinnbildlichte. Werden wir dann nicht durch das gegenwärtige Leben Christi zur Rechten Gottes bis ans Ende bewahrt werden, da dieses Leben doch unendliche Kraft beinhaltet? Wenn schon sein »Tod« solche Macht hatte, uns zu erretten, wie viel mehr wird dann »sein Leben« die Macht haben, uns bis ans Ende zu bewahren!

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Paulus wiederholt den Ansatz von V. 9, reichert ihn aber an. Wenn wir nämlich als Feinde, die wir waren, versöhnt worden sind mit Gott durch den Tod seines Sohnes, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben. Die bisherige Redeweise von verurteilten Sündern und ihrem gnädigen Freispruch (V. 8–9) bewegte sich in Vorstellungen aus dem Gerichtssaal. Wenn Paulus jetzt von Versöhnung spricht, verlässt er zwar nicht das Rechtsdenken, aber wechselt in den Bereich des Völkerrechts: Staaten stellen ihre Feindseligkeiten ein, indem sie Friedensbedingungen aushandeln (Lk 14,31–32). Der Ton legt sich damit auf Heilung des Gemeinschaftsbruchs. Wir sind versöhnt worden mit Gott. Im Einzelnen ist 2Kor 5,18–21 zu beachten.
Die Anreicherung gegenüber V. 9 zeigt sich schließlich auch darin, dass jetzt ähnlich 4,25 neben »durch den Tod seines Sohnes« das andere tritt: »durch sein Leben«. Beides – Todesmacht und Auferstehungskraft Jesu – wirkt zusammen. Durch seinen Tod ist das Entscheidende und Höchste gewonnen, aber gerade deswegen: um wie viel mehr wird der Lebendige »alles schenken« (8,32), uns aus einer Not in die andere retten und dann auch einmal aus der letzten Not, dem Endgericht. Diese Liebe des Vaters unseres Herrn Jesus Christus kennt kein Erkalten, vielmehr nur Verlängerung bis ans Ende. So eindeutig Paulus das Endgericht bezeugt, stiftet er damit in der Gemeinde doch nicht eine Stimmung der Angst, sondern der Zuversicht, ja Freude.

Pohl – Wuppertaler Studienbibel

„Wenn wir noch als Feinde versöhnt wurden mit Gott durch den Tod seines Sohnes, wieviel mehr werden wir als Versöhnte errettet werden durch sein Leben.“ Angesichts solcher mächtiger Sätze eines Paulus werden wir uns – auch beim Festhalten der biblischen Botschaft von der Entrückung der Gemeinde – unsere endgültige Errettung nicht zu „einfach“ und zu „selbstverständlich“ denken dürfen. Paulus hat auch im Blick auf alles Kommende volle Heilsgewißheit, die er in kühnen Schlüssen vom Geringeren auf das Größere – zweimal heißt es „wieviel mehr“ – zum Ausdruck bringt. Aber die Heilsgewißheit eines Paulus lautet eben doch nicht: Der Zorn Gottes geht uns nichts mehr an, wir sind dann ja längst entrückt und hoch über dem Feuerbereich dieses Zornes in die selbstverständliche Sicherheit gestellt. Nein, so redet Paulus nicht. In paradoxer Weise spricht er vielmehr davon, daß die schon Geretteten gerettet werden. Ja, ganz gewiß, sie sind „gerechtgesprochen“, sie „haben Frieden mit Gott“, sie sind „mit Gott versöhnt“ und dies um den teuersten göttlichen Preis, um den Tod und mit dem Blut des Sohnes Gottes selbst. Wie sollte daran noch irgend etwas ungewiß sein! Und dennoch ist der Flammensturm des Zornes Gottes für Paulus etwas, von dem wir nicht einfach unberührt bleiben, dem wir nicht nur unbeteiligt von fern zusehen können, von dem wir vielmehr „errettet werden“ müssen. Die am Kreuz bereits geschehene und von uns heute im Glauben angenommene „Rettung“ liegt darum auch noch in der Zukunft. Rö 8,24 bestätigt das ebenso wie Gal 5,5. Das nimmt der Gewißheit nichts und bedeutet nicht etwa eine Absage an die Heilsgewißheit zugunsten irgendeiner dauernden Unruhe. Nein, Paulus zeigt ja mit den Glaubensschlüssen unserer Stelle gerade die ganze Gewißheit. Aber es bleibt die Gewißheit des Glaubens und bleibt völlig an Jesus, den Gottessohn, und an sein Tun gebunden.

W.de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Wir wurden »mit Gott versöhnt … durch den Tod seines Sohnes«. Dies ist der erste und einzige Beleg des Verbs καταλλασσω, katallassō (»versöhnen«) im Römerbrief; in 5,11 und 11,15 findet sich das entsprechende Hauptwort »Versöhnung«, katallagē.
Wir waren »Feinde«, doch unsere Feindschaft gegen Gott (Kol 1,21) hat ein Ende gefunden; durch den stellvertretenden Tod Christi ist Gott mit uns und sind wir mit Gott versöhnt. Tat er das, als wir seine Feinde waren, werden wir nun als Versöhnte erst recht »gerettet werden«. Und versöhnte er uns durch den Tod seines Sohnes, was ganz gegen dessen Natur ging, wird er uns erst recht ewig im Heil erhalten »durch sein Leben«, ist dieses doch ganz entsprechend seiner Natur göttlich wirksam.
Wie müssen wir das verstehen, dass wir durch das Leben Christi errettet werden? Geschah die Errettung denn nicht durch sein Sterben für uns? Er ist ein für alle Mal für unsere Sünde gestorben, und er ist zu unserer Rechtfertigung auferstanden (Röm 4,25). Nun lebt er immerdar, um für uns vor Gott einzutreten (Hebr 7,25; Röm 8,34). Auf diese Weise werden wir durch sein Leben täglich gerettet und werden so in dieser Welt des Todes bewahrt (Joh 17,11.15) und durch sie hindurchgetragen. Er erhält uns in der Gemeinschaft mit ihm, bis wir verherrlicht sind (Joh 17,22.24).
Statt »durch sein Leben«, εν τη ζωη αυτου, en tē zōē autou, kann man auch übersetzen »in seinem Leben«. Damit wäre das Stichwort gegeben, das ganz organisch zum Abschnitt 5,12–21 führt, wo Paulus die große Wahrheit von den beiden Häuptern des Menschengeschlechts entfaltet: In Adam waren wir alle der Sünde und damit dem Tod unterworfen, in Christus sind wir gerecht gemacht und kommen damit zum Leben. Wir werden also »in seinem Leben gerettet«.

Benedikt Peters – Der Brief an die Römer

Das ist der natürliche Zustand des Menschen: Er ist ein Feind Gottes. So tief geht der Bruch. Der Mensch sieht Gott als seinen Feind an. So ein offenes Gehör fand die Einflüsterung des Bösen, die Gott in Verdacht brachte und die Menschen mit der Lockung „Ihr werdet sein wie Gott“ (1Mo 3,5) in die Feindschaft hineinzog. Gott sieht unsere Feindschaft, aber er bekriegt uns nicht als Feinde. Er greift unsere Feindschaft mit der Gewalt der Liebe an, mit der Selbsthingabe., durch den Tod seines Sohnes“. Er schafft Versöhnung, bietet Frieden. „Versöhnen“ heißt wörtlich eigentlich „austauschen“, und damit wird deutlich, was am Kreuz Jesu Christi geschieht. Dort findet der große Tausch statt: Wir müssten dort hängen, als Feinde Gottes vernichtet werden, wie wir es verdienen. Das aber ist der Tausch: Gott selbst hängt dort. „Versöhnen“ ist kein Rechtsgeschäft, wo ein Mensch Genugtuung leisten könnte gegenüber der Forderung Gottes. „Gott versöhnt“, das heißt, Gott gibt sich selbst im Sohn in den Tod. Und das hat Konsequenzen: „Nachdem wir nun versöhnt sind“, werden wir auch gerettet werden, „selig werden“ durch das Leben Jesu Christi, durch seine uns zugewandte Macht als Auferstandener. Hat er uns, „als wir noch Feinde waren“, schon alles erworben, um wie viel mehr – das wird ganz gewiss sein – wird er sein Rettungshandeln mit uns vollenden! Der Friedensschluss wird im Friedensreich vollendet. Noch steht die vollendete Rettung aus, aber sie ist gewiss (vgl. Röm 8,34; Gal 5,5).

Gerhard Maier – Edition C

Der entscheidende Punkt in Paulus‘ Argumentation in diesem Vers ist die zweite Erwähnung des »viel mehr«. Ein weiteres Mal beweist er aus der Darlegung des Hauptthemas, daß das zweite Thema daraus folgen muß. Die ersten Worte »denn wenn« deuten keinen Zweifel an. Zweifellos waren wir Seine Feinde, und zweifellos wurden wir in dieser Situation durch den Tod des Sohnes Gottes mit Ihm versöhnt; daraus folgt nun ohne jeden Zweifel, daß wir, da wir nun versöhnt sind, durch Sein Leben gerettet werden. Ohne die gegenwärtige Versöhnung durch den Tod Jesu wäre das künftige Heil durch Sein Leben nicht unausweichlich. Unsere ewige Sicherheit hängt gänzlich von der Tatsache ab, daß Er lebt.
    Der Hauptpunkt in Paulus‘ Darlegung ist immer noch die Verkündigung der Liebe Gottes. Gott zeigte Seine Liebe im Tod Christi, als wir noch Sünder waren. Wenn Sünder auf dieser Grundlage durch Sein Blut gerechtfertigt worden sind, werden sie ohne Zweifel vor dem künftigen Zorn (vom Tag des Zorns, vgl. 1.Thes. 5,2.9) gerettet werden. Parallel zu diesem Gedanken wird die Liebe Gottes weiterhin in wunderbarer Gnade gezeigt: Es sind Feinde, die versöhnt werden. Da das der Fall ist, folgt daraus, daß nichts und niemand ihre künftige Errettung durch Sein Leben verhindern kann. Es ist bemerkenswert, daß Gott keine Veränderung des feindlichen Zustands des Menschen forderte, bevor Er handelte. Christus starb für uns, während wir noch Sünder und Feinde waren. Da wir von Natur und durch die Praxis Sünder waren, befanden wir uns in einer hoffnungslosen Situation. Rebellische Verdorbenheit machte uns zu Seinen Feinden. Obwohl diese Schuld so ungeheuerlich groß war, erwies Gott Seine Liebe. Das hat Er auf Golgatha getan, und Er tut es seitdem pausenlos. Sünder und Feinde stehen nicht außerhalb der Reichweite Seiner Liebe.
    Unter den bedeutenden Worten, die vom Heiligen Geist im NT benutzt werden, um die Errungenschaften des Opferwerkes Jesu zu beschreiben, ist »Versöhnung« eines der hochrangigsten. Außer den Versen 9 und 10 gibt es im NT zwei weitere Passagen, die dieses Thema tiefergehend behandeln: 2.Kor. 5,19.20 und Kolosser 1,20.21. Außerdem wird es in Epheser 2,16 kurz erwähnt. Weil der Mensch durch böse Werke von Gott entfremdet war und seinen eigenen Werken überlassen keine Hoffnung hatte, jemals von Ihm angenommen zu werden, handelte Gott in Gnade. Er war es, der die Initiative ergriff und durch den Tod Jesu die Grundlage für die Versöhnung legte. Der Mensch war es, der es nötig hatte, versöhnt zu werden, nicht Gott. Und es war nicht der Mensch, der die Versöhnung zustande brachte, sondern Gott, der sie durch den Herrn Jesus Christus vollführte.
    Wenn es um Versöhnung geht, rückt die Feindschaft des Menschen ins Blickfeld. So sagt Paulus hier in V. 10, daß wir durch Christi Tod mit Gott versöhnt wurden, als wir Feinde waren. Hinter Versöhnung steht der Gedanke von Veränderung. Sie ist ein Werk Gottes, und sie bewirkt eine Veränderung von einem Zustand der Feindschaft in einen Zustand des Angenommenseins und der Freundschaft. Sie impliziert, daß die Versöhnten nicht den Zorn Gottes erleiden werden, den sie eigentlich verdienten, sondern in den Genuß Seiner Gunst versetzt sind. In Kolosser 1,20.21 offenbart Paulus, daß Versöhnung weit mehr ist als ein Segen für die Menschheit. Dort erklärt er, daß Gott durch das Blut Seines Kreuzes alle Dinge mit sich selbst versöhnen kann, sowohl Dinge auf der Erde als auch Dinge im Himmel. Hier in V. 10 betont der Apostel die Verkündigung der Liebe Gottes. Bei seiner Darlegung dieses Themas bringt er das großartige Werk der Versöhnung ein, um das Ausmaß von Gottes Mühen zu zeigen, der sich zu denen ausstreckt, die Seine entfremdeten Feinde waren.
    Der Hinweis, daß wir durch das Leben Christi gerettet sind, führt Paulus‘ Argument über das Kreuz hinaus. Da das Werk auf Golgatha zur Verherrlichung Gottes vollendet wurde, ist kein weiteres Opfer oder Leiden nötig. Im Zusammenhang spricht Paulus immer wieder vom Tod Christi; er war die Demonstration der Liebe Gottes. Für die Glaubenden ist er die Garantie der Vergebung, Rechtfertigung und Versöhnung. Die Tatsache, daß Christus jetzt lebt, ist eine Verkündigung, daß die gegenwärtige und künftige Errettung durch Ihn sichergestellt ist. Weil Er lebt, von den Toten auferstanden und zur Rechten Gottes aufgefahren ist, entfernt die Garantie des Lebens jeden Gedanken des Zweifels und verbindet den Gläubigen mit dem lebendigen Retter.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Die Verse 9-10 enthalten die zweite Abweichung des Paulus, in der er die beiden „viel mehr“ der zukünftigen Sicherheit der Gläubigen erklärt. Das erste „viel mehr“ findet sich in Vers 9: „So werden wir nun, da wir durch sein Blut gerechtfertigt sind, durch ihn vor dem Zorn Gottes gerettet werden. Da die Gläubigen durch das Blut des Messias gerechtfertigt wurden, wie viel mehr werden sie durch den Messias vor dem Zorn Gottes gerettet werden? In diesem Argument verwendet Paulus eine rabbinische Methode der Logik, die als kal v’chomer bekannt ist, was so viel bedeutet wie „das Leichtere durch das Härtere beweisen“. Wenn Gott bereit war, uns zu retten, als wir noch seine Feinde waren, was für ihn das Schwierigste ist, dann kann er uns auch jetzt, wo wir seine Freunde sind, sicher beschützen, was das Einfachste ist. Anders ausgedrückt: Wenn Gott bereit war, seinen Zorn an seinem Sohn statt an uns auszulassen, als wir seine Feinde waren, dann wird er seinen Zorn sicher nicht an uns auslassen, wenn wir durch das Blut seines Sohnes gerechtfertigt und seine Freunde geworden sind.

Das zweite „viel mehr“ steht in Vers 10: Denn wenn wir, als wir noch Feinde waren, durch den Tod seines Sohnes mit Gott versöhnt wurden, so werden wir, nachdem wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden. Auch hier dient der Begriff „für“ (gar) als Indikator für die Ursache zwischen den Ereignissen. Das griechische Wort für „wenn“ (ei) zeigt an, dass das, was folgt, eine erfüllte Bedingung ist. Daher könnte ei auch mit „seit“ übersetzt werden. Es besteht kein Zweifel, dass wir Gottes Feinde waren. Das griechische Wort für „versöhnen“, katallasso, bedeutet „eine Sache gegen eine andere austauschen“. Die Griechen benutzten diesen Begriff, um den Tausch von Münzen gegen andere, gleichwertige zu beschreiben. Sie benutzten ihn auch für zwei streitende Parteien, die sich vor Gericht versöhnt haben. In diesem Vers steht katallasso im Aorist und weist auf ein Ereignis hin, das in der Vergangenheit abgeschlossen wurde. Der Gläubige ist unwiderruflich Gottes Freund geworden. Das Passiv zeigt an, dass die Versöhnung von jemand anderem als dem Subjekt durchgeführt wurde. Mit anderen Worten: „Wir“ sind die Objekte, nicht die Subjekte dieser Versöhnung. Das Subjekt ist Gott. Er hat seine Feinde durch den Tod seines Sohnes wieder mit sich selbst versöhnt. Auf der Grundlage dieser Versöhnung werden die Gläubigen gerettet, und die Verheißung lautet: Wenn Gott das „Größere“ getan hat, wird er auch das „Kleinere“ nicht versäumen. Das ist ein etwas anderes Argument, aber es beruht auf der gleichen Grundlogik. Das Schwierigste, was Gott tun konnte, war, seinen Sohn an seine Feinde auszuliefern, damit sie sich versöhnen und seine Freunde werden konnten. Wenn er also das Schwierigste getan hat, wie kann er dann das Leichtere nicht tun? Die Gläubigen sollen gerettet werden, das heißt, sie sollen für den zukünftigen Aspekt der Erlösung bewahrt werden. Dies ist eine der deutlichsten Schriftstellen über die ewige Sicherheit. Es ist unmöglich, dass Gott einen Gläubigen verliert, der sein persönlicher Freund geworden ist. Er hat schon zu viel für diese Person getan.

Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar

Es ging also ausschließlich von Jehovah aus – und unsere Reaktion auf SEINE Liebe, können wir mit Liebe reagieren. Wenn wir nur mit „Gehorsam“ reagieren, scheinen wir SEINE Liebe nicht wirklich verstanden zu haben.

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