Thomas Pape

In Erinnerung an „Peter Albert Pape“

Jeder der ein „gutes Auto geschenkt“ bekommen hatte, kann ihn – den Verkäufer mit der Brille, der bei Farben Wittich in Heinersdorf arbeitete und jede „Westfarbe“ mischen konnte, so dass das Schmuckstück nachher wieder ohne Kratzer und Farbfehler auf den Straßen Ostberlin unterwegs sein konnte. Das war in den 1970igern und Anfang der 1980iger.
Jeder der in den letzten 30 Jahren Im Saalbau der Zeugen Jehovas beschäftigt war, kannte ihn als „Gewerkeleiter“ bei den Malern, der dafür sorgte, dass das Weiß der Bühne „dem Auge nicht weh tat“.

Gestern Abend ist mein Paps nun gestorben – den nächsten Augenblick den er erleben wird, wird erst sein, wenn Jesus die Toten aus den Gräbern ruft. Dadurch entgeht ihm die Frage, wo er in der kommenden Streitfrage stehen würde: ob er sich für Gottes irdisches Volk oder für eine menschliche Organisation entscheiden würde.
Ja, sein lebenslanger Wunsch, war wie Paulus schrieb:

In unserem irdischen Zelt seufzen wir, weil wir uns nach der Wohnung sehnen, die aus dem Himmel stammt, und am liebsten würden wir den neuen Körper wie ein Gewand direkt über den alten anziehen. Denn nur dann, wenn wir ´den neuen Körper angezogen haben, werden wir nicht unbekleidet dastehen. Ja, solange wir noch in unserem irdischen Zelt wohnen, wo so vieles uns bedrückt, seufzen wir ´voll Sehnsucht, denn wir möchten ´den jetzigen Körper am liebsten gar nicht erst ablegen müssen, sondern ´den künftigen unmittelbar darüber anziehen. Auf diese Weise würde das, was sterblich ist, sozusagen vom Leben verschlungen.

Neue Genfer Übersetzung – 2. Kor 5,2–5

Dein Vater war im Zuchthaus, weil er als Versammlungsdiener in Pankow diente. Dann hast du den Mauerbau 1961 gesehen, genauso wie du den Mauerfall 1989 miterlebt hast.
Als ich zwei Monate alt war, wurdest du für 22 Monate inhaftiert, weil du dich geweigert hattest, den Armeedienst in der DDR aufzunehmen. Aus dieser Zeit waren mindestens zwei Familien die nächsten Jahrzehnte mit dir befreundet.
Als du aus dem Gefängnis entlassen wurdest, wurdest du bald wieder Vater – damit war deine Familie „vollständig“. In der Zeit meiner Kindheit warst du oft unterwegs, manchmal durften wir als Familie mit. Bei uns zu Hause sammelten sich hunderte von „DDR-Wachttürmen“ die dann in die unterschiedlichsten Orte quer durch die Republik gefahren wurden. Ich finde es heute noch komisch, dass du dabei ein so auffälliges Auto gefahren bist: ein weißer Trabant aber mit einem roten Streifen. Als Kinder sollten wir nicht viel darüber wissen, damit wir nicht „aus versehen“ ausgefragt werden konnten.
Wenn ich mich nicht irre, waren wir nur in Heringsdorf oder bei der Uroma in Eggesin im Urlaub – später dann ein paar Mal in Swinemünde bei „Brüdern“.

Da wir als Bibelstudiengruppe gerade durch das Hohelied gehen, hatte ich gerade letzte Woche daran gedacht, wie „deine Buchstudiengruppe“ irgendwann in den 1970igern ihr „Wachtturmstudium“ in unserer Wohnung abbrechen mußte, weil einer der anwesenden Schwestern, anstatt „Sulamith“ Sultanine vorgelesen hatte, und ihr euch nicht mehr beruhigen konntet.

Mein Vater und seine erste Frau (meine Mutter)

Wir sehen uns wieder, denn Jesus sagte:

Jesus sicherte ihr zu: „Dein Bruder wird auferstehen“, worauf Martha erwiderte: „Ich weiß, dass er auferstehen wird — in der Auferstehung am letzten Tag.“  Jesus erklärte ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt. 26  Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird überhaupt nie sterben. Glaubst du das?“

neue Welt Übersetzung – 2018 – Johannes 11:23–26

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2 Kommentare zu In Erinnerung an „Peter Albert Pape“

2 Kommentare zu „In Erinnerung an „Peter Albert Pape““

  1. Avatar von Thomas

    ….

    Nun war heute deine Beisetzung und deine Gedenkansprache im „Königreichssaal“ – gut das man keine weiteren Geschichten erfinden muss. Wenn du da gewesen wärest, hättest du vielleicht erkannt, wie Geschichte verbogen werden kann: deine erste Ehefrau und dein erster Sohn wurden einfach übergangen, damit das schöne Bild nicht kaputt geht. Auch nicht erwähnt wurde, dass du Enkelkinder und Urenkel hinterlässt! Aber ob du die „heutigen Freunde“ jemals wieder sehen wirst?

  • […] ein paar persönliche Eindrücke:Ich war gestern Abend per Zoom auf einer „Gedenkansprache“. Und wenn ich es richtig verstanden habe, ging es dort 25 Minuten nur um die Hoffnung einer […]

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