Thomas Pape

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Die zweiundsiebzig Jünger kehrten voller Freude zurück

Die Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sprachen: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen.
Elberfelder 1871 – Lukas 10,17

DIE Siebzig aber kehrten mit Freuden zurück und sagten: Herr, auch die Dämonen sind uns untertan kraft deines Namens. (a) Mr 16:17
Zürcher 1931 – Lukas 10:17

Die zweiundsiebzig Jünger kehrten voller Freude zurück. »Herr«, sagten sie, »sogar die Dämonen müssen uns gehorchen, wenn wir uns auf deinen Namen berufen!
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Lk 10,17

DIE Siebzig kehrten dann voller Freude zurück und sagten: «Herr, auch die bösen Geister sind uns kraft – infolge der Verwendung – deines Namens gehorsam – untertan. -!»  
Hermann Menge Übersetzung – 1926 – Lk 10:17

Die siebzig Ausgesandten kehrten schließlich wieder zu Jesus zurück. Voller Freude berichteten sie: »Herr, es war wirklich so: Selbst die Dämonen mussten sich fügen, weil wir in deinem Namen auftraten!«
Das Buch – 2009 – Lukas 10:17

Jesus – von seinen Jüngern bestimmt in hebräisch ausgesprochen; Jehoschuah ,,, bedeutet „Jehovah ist Rettung“.

Exorzisten mussten in der Regel zahllose Zaubersprüche und Beschwörungen aufsagen, bevor sie einen Dämon dazu bewegen konnten auszufahren, deshalb sind die Jünger erstaunt, wie schnell der Name Jesu wirkt.

Craig Keener – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

Dämonen auszutreiben und Menschen von jeder Krankheit, Behinderung und jedem Zustand zu heilen (Lukas 9,1-5).

Jesus berief zunächst zwölf Jünger. Die Zahl ist nicht zufällig. Sie entspricht den zwölf Stämmen Israels. Jesus begann den Reichsplan mit Israel im Blick. Sie sind schließlich Gottes Anteil, auserwählt über alle anderen Nationen (Dt. 32,8-9). Paulus würde später die Ausbreitung des Evangeliums auf dieselbe Weise betrachten – er würde mit den Juden beginnen und dann zu den Heiden gehen (Römer 1,16-17).

Jesus hörte nicht bei den Zwölf auf. In Lukas 10 beauftragte er siebzig weitere Menschen, zu heilen und Dämonen auszutreiben (Lukas 10:1, 9, 17). Diese Zahl war nicht zufällig. Es ist die Anzahl der Nationen, die in 1 Mose 10 aufgelistet sind – die Nationen, die Gott beim Turmbau zu Babel beiseite schob und unter die Herrschaft geringerer Götter stellte (5 Mose 4,19-20; 32,8-9). In einigen Übersetzungen stehen in diesen Versen nicht siebzig, sondern zweiundsiebzig. Das liegt daran, dass einige alte Manuskripte des Alten Testaments die Namen der Nationen in Genesis 10 so darstellen, dass sie sich zu zweiundsiebzig addieren. Wie auch immer, der Punkt ist derselbe – die Entsendung dieser Männer entspricht der Anzahl der Völker in 1 Mose 10. So wie die Berufung der Zwölf ein Zeichen dafür war, dass das Königreich nach Israel gekommen war, so signalisierte die Aussendung der Siebzig, dass das Königreich die Nationen zurückerobern würde.

Als die Siebzig zurückkehren (Lukas 10,17), ist Jesu Antwort aufschlussreich: „Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lukas 10,18). Die Botschaft ist dramatisch: Die große Umkehr war im Gange. Satan würde keinen Anspruch mehr auf die Menschheit haben, sobald die Menschen zu Jesus gehörten. Sein Zugang zu Gott, um „Gläubige anzuklagen“ (Offenbarung 12,10 GNT), war vorbei. Er war ein Ankläger ohne Fall.

Michael S. Heiser – Überirdisch – Was die Bibel wirklich über Gottes himmlische Herrscharen sagt

Der Name Jesus hat sich als Kraft erwiesen, alle Siebzig bezeugen es mit freudigem Dank. Jesus hat an ihren Kämpfen teilgenommen und gesehen, daß der Feind eine erste entscheidende Niederlage erfahren hat. Wichtiger aber als diese Siege sollte für Jünger Jesu der andere Tatbestand sein, daß sie „im Himmel registriert“ sind und als Erlöste davon wissen und zeugen können. Hier auf Erden werden unsere Namen vielleicht sogar verunglimpft oder bald vergessen. Gut, wenn sie bei Gott angeschrieben sind und wir in froher Heilsgewißheit unseren Weg gehen dürfen!

Bruns – Die Bibel mit Erklärungen: Erklärungen

Es kamen aber die Siebzig voll Freude zurück und sagten: Herr, auch die bösen Geister unterwerfen sich uns durch deinen Namen. Es hat ihre Zuversicht besonders aufgerichtet, daß sie es selbst erlebten, Jesu Macht reiche in alle Tiefen des Geisterreichs hinab und sein Name sei auch dann, wenn sie ihn anriefen, für die Menschen Schutz und Schirm. Beugen sich die Geister vor ihm, was können ihnen die Menschen tun?

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

Das Kennzeichen für die Rückkehr der Siebzig ist die »Freude« (V. 17). Alles, was sie sagen, ist in dieses Licht getaucht.

Das bringt den Leser auf die Frage: Trägt mein Dienst für Jesus ebenfalls dieses Kennzeichen der »Freude«? Oder gleiche ich dem älteren Sohn im Gleichnis Lk 15,11ff., der zwar im Dienst des Vaters blieb, aber nie fröhlich war (Lk 15,29)? Dienst ohne Freude ist ein hartes Brot (vgl. auch Lk 19,20ff.).
»Die Siebzig kehrten« also »voll Freude zurück« (V. 17). Die Zeit ihrer Aussendung (vgl. V. 1ff.) ist vorüber. Wo sie wieder mit Jesus zusammenkamen, wird nicht berichtet. Aus ihren vielfältigen Rückmeldungen nennt Lukas nur eine einzige: »Sogar die Dämonen sind uns untertan in deinem Namen«. Man vergleiche die ähnliche Berichterstattung seitens der Zwölf in Lk 9,10 und die vielen Krankenheilungen durch die Apostel in Lk 9,6. Umsonst also war ihr Dienst nicht gewesen. Wenn sie im Namen Jesu (»in deinem Namen«) wirkten, evtl. diesen »Namen« laut aussprachen, mussten »sogar die Dämonen« weichen. Dieselbe Erfahrung machte der unbekannte Dämonenaustreiber von Lk 9,49 (vgl. auch Mk 6,13; 16,17; Apg 19,13).

Eins aber fällt auf: Von Bekehrungen ist hier nicht die Rede. Dabei wären Bekehrungen wichtiger gewesen als Heilungen und Dämonenaustreibungen!

Gerhard Maier – Edition C

Die Siebzig kehrten mit Freuden zurück und berichteten, daß ihnen in Seinem Namen sogar die Dämonen untertan waren. Das war kein Bestandteil ihrer Sendung, und wir nehmen an, daß sie auf dem Wege satanischer Opposition begegneten, was freilich alles andere als unerwartet ist.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Die Abweichungen von externen Exorzismus-Praktiken und -Texten dienen dazu, die besondere Natur Jesu als Sohn Gottes hervorzuheben. Gelehrte haben zur Kenntnis genommen, dass Jesus im Gegensatz zu zeitgenössischen Exorzisten kein Gerät als Teil eines Exorzismus benutzte, „ein Merkmal, das vielen anderen Exorzisten in ihrer Technik gemeinsam ist“.Solche „Werkzeuge“ für den Exorzismus waren Weihrauch, Tränke, Ringe, Schalen mit Wasser, Amulette, Asche und verschiedene Gewürze. 24 Jesus hat auch nie in Verbindung mit einem Exorzismus gebetet, noch hat er eine höhere Macht angerufen, um einen Dämon zu binden, bevor er ihm befahl, aus einer Person herauszukommen. Kurz gesagt, Jesus appellierte nie an eine höhere Macht, um einen Dämon auszutreiben, im Gegensatz zu der üblichen Vorgehensweise in anderen Exorzismus-Texten. Die Macht, bösen Geistern zu gebieten, lag in ihm als dem menschgewordenen Gott, dem Sohn des Allerhöchsten.
(- Twelftree geht auf die Kontraste zwischen Jesus und anderen Exorzisten in griechisch-römischen und rabbinischen Quellen ein. Ein signifikanter Kontrast ist, dass Jesus sich bei seinen Exorzismen nie auf die Autorität eines anderen beruft. Zum Beispiel könnte ein Exorzist einen mächtigen Namen wie Salomo anrufen, aber das Neue Testament berichtet von den Söhnen des Sceva (Apg 19,13) und anderen, die versuchen, in Jesu Namen Dämonen auszutreiben (Mk 9,38-39; Lk 9,49-50; vgl. Lk 10,17). Jesus beruft sich bei der Durchführung von Exorzismen nicht einmal ausdrücklich auf den „Geist Gottes“, der in Mt 12,28 als die Quelle seiner Macht über Dämonen identifiziert wird. Twelftree merkt an: „Wie einige der Rabbiner (b. Meʿil. 17b) und Apollonius (Philostratus Vit. Ap. 4.20) schien sich Jesus auf seine eigene charismatische persönliche Kraft zu verlassen, um die Dämonen zu bändigen und auszutreiben.“ Jesus benutzte auch nie das übliche Verb für das Befehlen eines Dämons (horkizō; siehe PGM I, 345; Apg. 19,13). Der entscheidende Punkt ist, dass Jesus niemals eine Autorität außerhalb seiner selbst anerkannte oder an sie appellierte, nicht einmal durch Gebet. Siehe Twelftree, „Demon, Devil, Satan“, 167-68. -)

Die Darstellung Jesu als jemand, der keine Hilfe braucht und keine höhere Macht bei Exorzismen sucht, ist wohl der wichtigste theologische Punkt, der in diesen Berichten gemacht wird. In Verbindung mit dieser Darstellung bringt die einzigartige Perspektive (oder deren Fehlen) des Johannesevangeliums denselben Punkt hervor. Während die synoptischen Evangelien viel über Jesus und seine Macht über Dämonen zu sagen haben, sagt das Johannesevangelium nichts darüber, dass Jesus ein Exorzist war.

Michael S. Heiser – Dämonen – Was die Bibel wirklich über die Mächte der Finsternis sagt

Jesus hat seinen Nachfolgern nie befohlen, sich mit geistigen Wesenheiten auseinanderzusetzen. ( – es stimmt, dass die Jünger die Macht hatten, Dämonen auszutreiben, aber selbst in den Fällen, in denen Jesus den Exorzismus autorisierte, ist der Kontext auf die Heilung von persönlichen Belästigungen und Schäden beschränkt. Arnold erklärt den Punkt: „Als Jesus davon sprach, den Siebzig Vollmacht zu geben, ‚alle Macht des Feindes zu überwinden‘ (Lk 10,19), erstreckte sich das nicht auf engelhafte Herrscher über Städte und Nationen. Das wird deutlich, wenn die Siebzig dem Herrn mit Begeisterung zurufen: „Sogar die Dämonen unterwerfen sich uns in deinem Namen“ (Lk 10,17). Sie dienten den Menschen, die auf verschiedene Weise von Dämonen heimgesucht wurden. Und das taten sie auch nach dem Pfingsttag weiter. Es gibt keinen Hinweis im Text, dass die Siebzig Dämonen aus Dörfern, Städten oder Tempeln austrieben.“ Siehe Arnold, 3 Crucial Questions about Spiritual Warfare, 164. – ) Stattdessen gab er den Missionsbefehl. Ein geistliches Wesen mag vertrieben werden, aber das führt nicht unbedingt dazu, dass eine neue Seele in das Reich Gottes eintritt. Dieses letztere Ziel ist der Grund, warum Jesus sein Leben gab und von den Toten auferstand. Beim Werk Christi ging es nicht um Machtbegegnungen mit Dämonen. Es war viel umfassender und dauerhafter als das. Das Ziel war, den Kreis von Eden zu schließen – Gottes Wunsch zu erfüllen, eine menschliche Familie für immer bei ihm zu haben. Gefallene Geister zu bestrafen, erfüllt nicht Gottes ursprüngliches edenisches Ziel. Nur der Missionsbefehl erfüllt die Ziele, auf die Gott hingearbeitet hat, sowie die Besiegung und Bestrafung der rebellischen bösen Geister. Der Missionsbefehl ist also ein umfassender Plan für die geistliche Kriegsführung.

Michael S. Heiser – Dämonen – Was die Bibel wirklich über die Mächte der Finsternis sagt

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