heftig verlangen/sich sehnen nach; nach der Gerechtigkeit, d. h. in ihrem eigenen Leben (danach nämlich, ganz Gottes Willen zu tun)

Glückselig die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden.

Elberfelder Bibel 1905 – Mt 5,6

Freuen dürfen sich alle, die danach hungern und dürsten, dass sich auf der Erde Gottes gerechter Wille durchsetzt – Gott wird ihren Hunger stillen.
Gute Nachricht

„Glücklich zu preisen sind die, welche das sehnlichste Verlangen haben,Gott wohlgefällig zu werden; denn ihr Verlangen wird gestillt werden.
Johannes Greber

Glücklich sind,die hungern und dürsten(sehnsüchtig warten auf) nach Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt(sattgemacht, ernährt) werden.
offene Bibel

Herzlichen Glückwunsch an die Leute, die sich danach sehnen, dass Gott sein Ding durchzieht und für Gerechtigkeit sorgt, denn sie werden genau das erleben.
Volxbibel

Es gibt Menschen, die möchten, dass alles gerecht ist.
Die möchten, dass alle anderen Menschen gerecht behandelt werden.
Diese Menschen können sich freuen.
Weil Gott selber für Gerechtigkeit sorgt.

Evangelium in Leichter Sprache,

πεινῶντες Ptz. πεινάω hungern, Hunger leiden; übertr. hungern nach = heftig verlangen/sich sehnen nach; subst. διψῶντες Ptz. διψάω Durst haben; übertr. dürsten nach = heftig verlangen/sich sehnen nach; subst. τὴν δικαιοσύνην nach der Gerechtigkeit, d. h. in ihrem eigenen Leben (danach nämlich, ganz Gottes Willen zu tun) od. allgemeiner (danach, dass sich Gottes Gerechtigkeit überall durchsetzt, u. a. durch sein heilvolles Eingreifen) od. (viell. am besten) beides. χορτασθήσονται Fut. Pass. χορτάζω (vgl. A3391ff) satt machen, sättigen; wohl pass. divinum (A76b).


Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Es ist dem Menschen natürlich, nach leiblicher Nahrung zu verlangen. Es ist ihm natürlich, nach Anwendung seiner Kräfte, nach Verkehr mit den Menschen und nach häuslichem Glück sich zu sehnen. Alles dies ist rechtmäßig und erlaubt, aber die Verheißung gilt einem anderen und höheren Verlangen: dem Hunger und Durst nach Gerechtigkeit.
Dieses Verlangen ruht in dem Menschen anfangs unbewusst. In dem Maße, als wir Licht über Gott und Seinen heiligen Willen und über unsere hohe Bestimmung erlangen, wird dieser Hunger nach Gerechtigkeit geweckt. Es ist nicht nur ein Sehnen nach Vergebung der Sünden und nach Ruhe für die Seele, es ist das Verlangen nach Befreiung von der Sünde und nach wirklicher Heiligung. Wir können dies Verlangen nicht stillen, unsere eigenen Mittel reichen hierfür nicht aus, aber dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass Er es stille, deshalb hat Er in unserem Fleisch Heiligkeit zustande gebracht und für uns die Gabe des Heiligen Geistes erworben. Er allein hatte Macht, diese Verheißung auszusprechen:

„Die nach Gerechtigkeit hungern, sollen gesättigt werden”, denn Er allein kann die Verheißung erfüllen. Eine nur zugerechnete Gerechtigkeit könnte diesen Hunger nicht stillen. Ein Evangelium, welches uns sagte, dass wir in unseren Sünden bleiben und uns mit Zudeckung derselben begnügen sollen, wäre kein Evangelium, es wäre eine traurige, keine freudige Botschaft.
Aber das Evangelium Gottes lautet anders: „Ich will dem Durstigen geben von dem Brunnen des Wassers des Lebens umsonst” (Offb 21,6).
Dieses Wasser des Lebens ist die Gabe des Heiligen Geistes, welcher die dürstende Seele nicht allein mit Beruhigung über das Vergangene, sondern mit der Kraft eines neuen göttlichen Lebens erfüllt und die Früchte der Gerechtigkeit schafft. In vielen Seelen war durch das Gesetz, den Erzieher auf Christum, dieser Hunger und Durst hervorgerufen worden. Diese ruft der Herr zu Sich, um sie zu erquicken; und Er erquickt sie in der Tat; schon jetzt hebt die Erfüllung Seines Wortes „sie sollen satt werden” an.

Doch bleibt auch noch ein Sehnen übrig, wie die Weisheit spricht:

„Wer von mir trinkt, der dürstet immer nach mir” (Sir 24,29).
Die tiefste Bekümmernis der Kinder Gottes ist die, dass sie dem Herrn nur unvollkommen dienen. Sie verlangen nach der vollkommenen Gerechtigkeit. Mögen andere in nichtigen Dingen ihre Befriedigung suchen, unsere Seele soll einstimmen in die Worte des Psalmisten:
„Ich aber will schauen Dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an Deinem Bilde” (Ps 17,15).
Dieses Sehnen wird gestillt; „denn wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir tragen das Bild des himmlischen”, des verklärten Christus (1 Kor 15,49).

Nur solche, in welchen dies Verlangen nach Gerechtigkeit lebendig war, fand der Sohn Gottes für Seine Erscheinung vorbereitet. Dasselbe Kennzeichen gilt auch jetzt, da uns Seine zweite Erscheinung nahegerückt ist. Diese Ankündigung davon ist zu uns gelangt, wir haben sie angenommen und wir sagen, dass wir auf Seine Wiederkunft warten. Aber ist dies Warten bei uns allen rechter Art?
Man kann Seiner Wiederkunft entgegensehen, wie man eine große Umwälzung erwartet, die sich aus den Zeichen der Zeit als bevorstehend schließen lässt.
Man kann von dem Kommen des Herrn sprechen, wie man eine politische Ansicht über den Stand der Dinge und dessen notwendige Folgen ausspricht. Aber dies ist nicht das Warten, welches Verheißung hat. Darin liegt noch nicht, dass Er, wenn Er erscheint, uns zur Seligkeit erscheinen wird.
Man kann um Sein Kommen bitten, damit die Überwindung des Todes offenbar werde und alles Elend auf Erden ein Ende nehme. Dies Gebet ist rechtmäßig, und so haben wir beten gelernt; doch gehört, damit unsere Erwartung und unser Gebet rechter Art sei und wir die Verheißung erlangen, noch etwas anderes dazu, nämlich das Hungern und Dürsten nach Gerechtigkeit. Der höchste Gegenstand unseres Sehnens muss dieses sein, dass wir dem Herrn ganz ähnlich werden, dass wir Ihn sehen, wie Er ist.
Unser Verlangen sei, dass Christus in Seiner Kirche vollends Gestalt gewinne, damit Er persönlich in ihrer Mitte erscheinen könne und damit sie Ihm dann ohne alle Sünde in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit diene. Dann wird Er das jetzt verkannte und unterdrückte Recht auf Erden aufrichten, dann werden die, welche nach Gerechtigkeit hungern, gesättigt sein.

Heinrich Thiersch – Die Bergpredigt und ihre Bedeutung

Hungern und Dürsten »nach Gerechtigkeit« steht im Gegensatz zu den machthungrigen Herrschern, wie sie in Dan 7 beschrieben werden. Nebukadnezar hatte nach »Völkern, Völkerschaften und Sprachen« (Dan 3,7) gedürstet; das medo-persische Reich hatte seine Grenzen »nach Westen und nach Norden und Nach Süden« ausgeweitet. (Dan 8,4). Das griechische Reich unter Alexander breitete sich aus »gegen Süden und gegen Osten und gegen die Zierde« (8,9) und erreichte sogar Indien. Später herrschte Rom über Süd- und den größten Teil Westeuropas und über Nordafrika. Solche Eroberungen waren ohne viel Ungerechtigkeit nicht möglich. Die Pharisäer waren nicht besser; ihre Verurteilung durch den Herrn in Mt 23 zeigt, daß ihnen praktische Gerechtigkeit fremd war. Wer wahre Gerechtigkeit sucht, kann sich daher mit solchen, die nach Macht, Besitz und Herrschaft über Länder und Nationen, ja, über die Welt trachten, nicht identifizieren, noch kann er solchen seine Hilfe anbieten. Einwahrer Jünger sucht nicht »Schätze auf der Erde« (Mt 6,19), noch sucht er größere Scheunen für große Ernten, wie jener reiche Kornbauer, der »Schätze für sich« sammelte (Lk 12,16-21).

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden!

Am 8,11; Lk 18,9-14; Joh 6,35; Offb 7,16; 21,6

Hungern und dürsten ist dasselbe wie »Nachjagen der Heiligung, ohne welche niemand den Herrn schauen wird!« Nur im Hungern und Dürsten, im ungestümen Verlangen, es in allen Dingen dem Herrn recht zu machen in Gedanken, Worten und Werken, liegt Sättigung und Erquickung durch Jesus! Gerechtigkeit ist somit Gabe, die nicht erarbeitet, erwirkt, sondern geschenkt wird. Gerechtigkeit ist nicht Leisten, sondern Empfangen. Welch ein Kontrast wiederum zu der »Gerechtigkeit der Pharisäer«.

Wuppertaler Studienbibel

Wonach dürstest DU? Momentan nur nach persönlicher Freiheit, wieder rausgehen zu können, und Dinge zu tun, die momentan nicht möglich sind? Oder dürstest du nach Gottes Gerechtigkeit?

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