eine sichere Burg…

Jehovah ist dem Schwachen (Zerstoßenen) eine Burg, eine Burg zur Zeit der Drangsal. Ps 12,6; 14,6; 22,25; 37,39; 138,7; Jes 25,4.
Und es vertrauen auf Dich, die Deinen Namen kennen, denn Du verlässest nicht, die Dir nachfragen. Ps 34,11; 91,14; 5Mo 4,29; 1Chr 16,10; Heb 11,6.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Psalm 9,10–11

Und es ist Jehova Burg dein Armen, Burg in Zeiten der Drangsal.
Und auf dich vertrauen, die deinen Namen kennen; denn du verläßt nicht, die dich suchen, Jehova.
de Wette Bibel – Psalm 9:10–11

Und Jehova wird eine hohe Feste sein dem Unterdrückten, eine hohe Feste in Zeiten der Drangsal. Und auf dich werden vertrauen, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich suchen, Jehova.
Elberfelder 1871 – Ps 9,10–11

Aufgrund der in Vers 4-7 ausgesprochenen Errettung erklärt David, daß der Herr ein wahrhaftiger und ewiger Richter und eine Festung für den Elenden ist. Der Lobpreis des Psalmisten war an den Herrn und seine ewige Herrschaft über die Erde gerichtet (V. 8-9 ). Dann wandte David diese Wahrheit auf die Bedürfnisse des Volkes an. Für die Elenden und die Unterdrückten, also für diejenigen, die am häufigsten nicht beachtet werden oder durch menschliche Gerichte Mißhandlung erfahren, tritt der gerechte Richter ein. Der Herr Gott ist ihre Zuflucht und ihr Bollwerk in Zeiten der Not. Der Begriff miRgoB , der zweimal in Vers 10 vorkommt und beide Male mit „Zuflucht“ und „Bollwerk“ übersetzt wird, deutet Sicherheit und Schutz an einem erhabenen, sicheren Rückzugsort an. M iRgoB , eines der vielen Worte, die in den Psalmen gebraucht werden, wenn von Sicherheit in Gott gesprochen wird, wird in Ps 18,3;144,2 mit „Bollwerk“ und in Ps 46,8.12; 48,4; 59,10.17-18; 62,3.7; 94,22 mit „Festung“ übersetzt. Ein anderes hebr. Wort, das in den Psalmen mit „Zuflucht“ übersetzt wird, ist maHseh , „Schutz vor Gefahr“. Dieses Wort wird in Ps 14,6; 46,2; 61,4; 62,8-9; 71,7; 73,28; 91,2.9 benutzt. Ein weiteres, in den Psalmen mit „Zuflucht“ übersetztes Wort, ist mAnNs („ein Ort, an den man fliehen kann“; Ps 59,17; 142,6 ). Wer zum Herrn gehört, darf auf die Sicherheit und den Schutz bei Gott vertrauen.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Wer Gott richtig kennt, hat auch volles Vertrauen zu ihm. Der Psalmist David sagte: „Und die, die deinen Namen kennen, werden auf dich vertrauen, denn du wirst bestimmt die nicht verlassen, die dich suchen, o Jehova“ (Ps 9:10). Menschen, die Gottes „Namen“ kennen, das heißt, die seine Eigenschaften und seinen Ruf kennen, schenken Lügen über ihren himmlischen Vater keinen Glauben. Wenn er etwas tut oder sagt, was sie nicht sogleich verstehen, unterschieben sie ihm keine schlechten Beweggründe. Sie wissen, daß es für alles, was er tut, einen guten Grund gibt, selbst wenn sie es im Moment nicht verstehen. Und wenn er etwas langsam zu sein scheint, so gibt es dafür bestimmt eine gute Erklärung. Im ersten Jahrhundert u. Z. hatten einige diese Ansicht, weshalb der Apostel Petrus folgendes schrieb: „Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petr 3:9). Gott ist heute noch genauso geduldig wie damals, und die Menschen sind heute noch genauso ungeduldig wie damals.

Wachtturm – 15.01.1975

Dann geht die Bewegung der Worte Davids von der Weite zurück ins Persönliche (in V. 12 geht erneut der Blick ins Weite). Von V. 10 kann man gut einen Bogen zu V. 5 schlagen. Was dort unter dem Begriff »Recht herstellen« gesagt war, heißt hier: Aber Jahwe wurde eine Burg dem Unterdrückteng. David hat sich nie allzu lange in der Tatsache eines militärischen Sieges gesonnt. Er weiß sehr wohl, daß der eigentliche Friede nicht in der andauernden Niederlage seiner Feinde besteht. Er beruht darauf, daß Gott ihn birgt in der Burg, die er selbst ist. »Burg« meint nicht unbedingt die ausgebaute Festung, es ist mehr die »Anhöhe«, der »verborgene Unterschlupf«, der »unzugängliche Ort« gemeint, verwandt mit dem in den Psalmen sehr häufig vorkommenden Wort »Fels«. Denn David bleibt auch als zeitweiliger Sieger der Verfolgte, hat doch seine besondere Berufung allezeit den eigentlichen Anstoß zu seiner Verfolgung, auch als König, geliefert. Sich bei Gott bergen zu können, gibt auch Hoffnung für andere, die verfolgt sind. Denn was ihm selbst zuteil wurde, das wünscht er fürbittend denen, die mit ihm und seiner besonderen Berufung verbunden sind. Durch die Erfahrungen des Einen mit Gott werden die Vielen in ihrem Vertrauen zu Gott bestärkt. »Indem Gott für solche Lebensumstände der Hoffnungslosigkeit d. i. für die darin Befindlichen schließliches Asyl wird, erfrischt, erneut sich das Vertrauen der Seinen« (Delitzsch). Darum heißt es, in Ausweitung des betenden Blicks auf die Gemeinde: es vertrauen auf dich, die deinen Namen kennen. Auch wenn man Gott kennt, bedarf man ständig eines neuen Anstoßes zum Vertrauen durch andere, die glauben. Der Glaubende braucht auch den sichtbaren Erweis der Güte Gottes; diesen hat er durch jemanden, der von Gott eine besondere Berufung bekam und aus ihr lebt: du hast nicht verlassen, die dich suchen, Jahwe.

Wuppertaler Studienbibel

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