„der wird euch dann alles beibringen“

Der Sachwalter (O. Fürsprecher, Tröster) aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Elberfelder 1871 – Joh 14,26

Wenn aber die Unterstützung kommt, der heilige Geist, diese ganz besondere Kraft von Gott, der wird euch dann alles beibringen, was ihr noch wissen müsst, und er wird euch an die Sachen erinnern, die ich euch gesagt habe.
VolxBibel – Johannes 14:26

der Zu- und Fürsprecher aber, Der Geist, der heilige, den senden wird der Vater in Meinem Namen, Jener persönlich wird euch lehren alles und wird euch erinnern an alles, was Ich euch sagte.
Pfleiderer – Joh 14:26

zu dem heiligen Geist, der ja schon ein paar Verse vorher erwähnt wurde, haben wir schon einen Kommentar.

Doch woher wollen wir wissen, dass wir uns auf die Worte des NT verlassen können? Schauen wir uns Jesu Worte genauer an:

Die Menschen und auch die Jünger verstanden das, was Jesus in der Zeit seiner Anwesenheit auf Erden sagte, nur zum Teil. Drei Dinge mußten geschehen, damit die Apostel ihn und seinen Auftrag ganz begreifen konnten: (1) Er mußte sterben. (2) Er mußte auferstehen, um seinen Anspruch zu bestätigen und seinen Sieg sichtbar zu machen. (3) Der Geist mußte kommen (er würde vom Vater in Jesu Namen, d. h. an Jesu Stelle, für ihn, gesandt werden) und ihnen die Worte und Werke Jesu erklären. Der Geist, sagte Jesus, wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Dieser Vers ist an die Apostel gerichtet. Vom Textzusammenhang her ist „alles“ auf die Interpretation und Bedeutung der Person Jesu und seiner Werke beschränkt. Der Geist wirkte in den Jüngern, erinnerte sie an die Lehren Jesu und bewirkte, daß sie sie verstanden (vgl. Joh 2,22;7,39;20,9).

Walvoord Bibelkommentar

V. 26 lenkt noch einmal zum Thema »Heiliger Geist« zurück. Wie in V. 16ff.heißt er »der Beistand«. Aber jetzt wird der im AT gebrauchte Name »der Heilige Geist« ausdrücklich hinzugesetzt, um Missverständnisse zu vermeiden. Wenn Jesus außerdem sagt: »den der Vater in meinem Namen senden wird«, dann macht er zwei weitere Punkte klar: a) Der Heilige Geist wird auf die Bitte Jesu hin entsandt (vgl. V. 16). b) Der Heilige Geist vertritt Jesus (»in meinem Namen«). Dazu kommen jetzt nun zwei Aufgaben des Heiligen Geistes. Die erste ist die Lehraufgabe: »Er wird euch alles lehren.« Es gibt heute viele Menschen, die den Heiligen Geist in erster Linie mit Gefühl, Stimmung, Atmosphäre usw. verbinden. Das ist nicht biblisch. Biblisch ist vielmehr, dass Gottes Geist eine klare Lehre bringt (vgl. 1 Kor 2,13; 1 Joh 2,27), und zwar Lehre auf verschiedenen Ebenen: Lehre z. B. auf der Ebene persönlicher Führung.

Ein Schulbeispiel dafür ist die Unterweisung für verfolgte Christen nach Mt 10,19; Mk 13,11; Lk 12, liff.; Lk 21,14ff., die der Geist lehrt, was sie im Prozess sagen sollen. Lehre aber auch z. B. auf der Ebene der Katechese oder der Evangelienüberlieferung. Und gerade auf das Gebiet der Katechese und Evangelienüberlieferung führt die zweite Aufgabe des Geistes. Es handelt sich dabei um die Erinnerungsaufgabe: »Und er wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.« Dieses »Erinnern« ist ganz wichtig. Denn dadurch blieb menschlich der Weg gesichert, auf dem Jesu Wort zu den späteren Generationen kam. Das Johannesevangelium enthält selbst einige Spuren dieses »Erinnerns« (Joh 2,22; 12,16; 21,23). Wiederum ist klar: Der Heilige Geist hat in erster Linie nichts mit Gefühl, Stimmung oder dergleichen zu tun, sondern klärt die Worte ab, die Jesus tatsächlich »gesagt« hat. Er ist also ein zuverlässiger Führer zur Wahrheit, wie Joh 16,13 betont. Wären die Evangelien nicht zuverlässig, dann wüssten wir heute nicht mehr, wer Jesus war und was er sagte. Es gäbe dann keine Kirche der Bibel. Bis heute ist das so geblieben: Wo der Geist ist, da drängt er zur Lehre und zur Klarheit.

Edition C

Die Apostel müssen zweifelsohne gedacht haben, es sei eine gewaltige Verantwortung, Seine Worte zu bewahren, hatte doch ihre Erinnerung an diese Worte in vielen wichtigen Angelegenheiten versagt (Lk 18,34). Der Herr hatte ihnen im Lauf der Jahre so vieles beigebracht. Als Er unter ihnen war, hatten sie Seine Worte nur in mündlicher Form gehabt, nicht schriftlich wie im AT. Daher bestand große Gefahr, daß vieles nach Seinem Weggang in Vergessenheit geraten würde. Wie sollten beispielsweise Johannes und Matthäus (welche in den Tagen Seines Fleisches mit Ihm gewesen waren) nur in der Lage sein, sich bis in die Einzelheiten der langen Unterredungen des Herrn zu erinnern? Daher sprach der Herr hier von einem der großen Werke des Heiligen Geistes, der sie zu ihrer Aufgabe befähigen würde. Zwei Seiten dieses Beistandes werden hier genannt:
 1. Er würde „alles“ lehren und so der Urheber aller nachfolgenden neuen Lehren und Offenbarungen sein (1Kor 11,23; 1Thes4,15).
 2. Die neue Lehre, die der Herr in der vorliegenden Unterredung eingeführt hatte, würde ebensowenig in Vergessenheit versinken. Sie würde durch den Geist in ihrem Verstand zu neuem Leben geweckt werden. Die wahre Bedeutung des AT würde ihnen auch enthüllt werden; entsprechend war Petrus in Apg 2 in der Lage, so viele alttestamentliche Belege zur Auferstehung zu zitieren, und Paulus (als Saulus noch) vermochte schon so bald nach seiner Bekehrung aus dem AT zu beweisen, daß Jesus der Christus ist.

Was die Bibel lehrt

Jesus hält „Abschiedsreden“. Werden sie nicht schnell verklingen? „Dies habe ich zu euch geredet, während ich bei euch weilte.“ Werden die Jünger alles dies behalten, was für ihr Leben und ihren Dienst so entscheidend ist? Wenn Jesus sich auf die Jünger selbst verlassen müßte, wäre es schlimm bestellt. Jesus hat wieder und wieder merken müssen, wie wenig ihn seine Jünger verstanden und wie schnell sie „vergessen“ (Mk 8, 14–21). Vor seinem Blick steht jedoch eine ganz andere und herrliche Wirklichkeit: „Aber der Anwalt, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich selbst euch sagte.“ Der Geist Gottes vergißt nichts. Nun wird er der „Anwalt“ der Vergeßlichen sein und sie „an alles erinnern“, und sie alles „lehren“. „Lehren“ und „erinnern“ ist hier fest zusammengebunden. Das „Lehren“ der Jünger geschieht gerade im „Erinnern“. Darum ist dieses „alles“, was der Geist die Jünger „lehrt“, nichts Neues neben dem, was sie von Jesus hörten, oder über das hinaus, was Jesus selbst sie lehrte. Der Geist ist völlig mit dem Vater und dem Sohn eins. Er redet darum nur das, was er selber vom Vater und vom Sohn „hört“ (16, 33) und hat nur das eine Ziel, Jesus zu verherrlichen (16, 14). Darum ist dieses „alles“, was der Geist die Jünger lehrt und woran er sie erinnert, das, „was ich selbst euch sagte“.
Für uns aber ist diese Aussage Jesu über den Dienst des Geistes an den Jüngern von entscheidender Bedeutung. Wir lesen das apostolische Wort von vornherein falsch, wenn wir in ihm nur Menschen von ihren eigenen Erinnerungen und aus ihrem eigenen Verständnis der Dinge heraus reden hören. Wir haben es in ihrem Wort mit dem Erinnern und dem Lehren des Heiligen Geistes Gottes zu tun. Von dieser Gewißheit darf und muß unser Bibellesen bestimmt sein.
Das gilt im Blick auf unser Evangelium. Wenn wir bedenklich fragen, ob der alte Jünger sich denn noch so genau an die Worte seines Herrn habe erinnern können, dann sagt er uns hier: Nicht auf mein Erinnerungsvermögen müßt ihr euch verlassen, aber dem „Erinnern“ des Geistes Gottes dürft ihr trauen. Der Heilige Geist hat den alten Johannes Worte Jesu aufs neue hören lassen, als wären sie eben vor seinem Ohr gesprochen.
Und dabei wird der Geist die Jünger auch alles „lehren“. Der Geist wird sie verstehen lassen, was sie zunächst gar nicht verstanden. Er wird ihnen Durchblicke geben und Zusammenhänge zeigen, die sie selber nicht gesehen hätten. Er wird Tiefen erschließen und göttliche Wahrheiten hervortreten lassen, an die unser eigenes Denken nicht heranreicht. In 2, 22 und 12, 16 erlebten wir ein solches „Erinnern“ und „Verstehenlehren“ des Geistes in den Jüngern mit. So dürfen auch wir im Lesen des Wortes „Schüler des Heiligen Geistes“ sein und sein Lehren erfahren. Bei 16, 13. 14 werden wir noch einmal davon zu sprechen haben.

Wuppertaler Studienbibel

deshalb kann eine Kirche, die im laufe von wenigen Jahren wichtige Lehrfragen ändert nicht vom heiligen Geist geführt sein – denn der heilige Geist führt uns nicht in „Sackgassen“ oder „Denkfehler“ und erst Recht nicht in die Situation, ein Ereignis falsch vorrauszusagen.

Die achte Verheißung ist, dass der Heilige Geist sie lehren wird, nachdem er gekommen ist, und sich an alles erinnern wird, was Jesus sie gelehrt hatte. Die Menschen haben sich gefragt, wie sich diese Jünger wie der Apostel Johannes an all die Worte erinnern konnten, die Jeschua gesagt hatte, und in der Lage waren, sie noch im Jahr 90 N. CHR. aufzuzeichnen, also etwa sechzig Jahre nachdem er diese Aussagen gemacht hatte. Hier ist die Antwort: Einer der besonderen Dienste des Heiligen Geistes an die Apostel – eine Verheißung, die auf die Apostel beschränkt ist – ist, dass der Heilige Geist sie an alles erinnern wird, was Jesus sie gelehrt hatte, so dass sie in der Lage sein würden, es genau aufzuzeichnen. Das ist der Grund, warum die Evangelien des Neuen Testaments existieren; der Heilige Geist erinnerte sich an alles, was Jesus die Apostel lehrte.

Arnold Fruchtenbaum – Der Obersaal-Diskurs

Die Diskussion, ob Matthäus oder Markus zu erst geschrieben wurde, und wer von wem abgeschrieben habe, ob es eine Logienquelle Q gibt usw usf zeigt nur, dass diejenigen NICHT an den allmächtigen Gott glauben – der die gesamte Bibel – und damit auch die vier Evangelien INSPIRIERT hat – und damit der eigentliche Verfasser der Berichte ist!

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