Schlagwort: Bibel

Dank

Geht durch die Tempeltore mit einem Danklied,
betretet den Festplatz mit Lobgesang!
Preist ihn, dankt ihm für seine Taten!
Gute Nachricht Bibel 2018 – Ps 100,4

Kommt in die Tore seiner Stadt mit Dank,
in die Vorhöfe seines Heiligtums mit Lobgesang!c
Dankt ihm und preist seinen Namen!
Neues Testament Psalmen: Neue Genfer Übersetzung 2013 – Psalm 100:4

Und wenn wir sein Grundstück betreten, dann seid ohne Ende dankbar wie noch nie im Leben.
VolxBibel – Psalm 100,4

Der Herr Jesus illustrierte die Frage, wer Ihn am meisten lieben würde, mit einer Geschichte von zwei Schuldnern (Lk 7,41-47). Das Gleichnis läuft darauf hinaus, dass der, der glaubt, dass ihm am meisten vergeben ist, auch am meisten lieben wird. Die Psalmen Davids sind herausragende Beispiele von Anbetung. Der Verfasser wusste, dass Gott ihm viel vergeben und ihn reich gesegnet hatte. Der Herr Jesus empfindet Undankbarkeit und Mangel an Wertschätzung sehr wohl (Lk 17,17). Der dankbare Glaubende wird deshalb in Seine Vorhöfe immer mit Dank und Lobgesang einziehen (Ps 100,4.5). Wir wollen Gott Herrlichkeit geben (1Chr 16,29). Wenn Sie Ihre Segnungen zählen und sich an Ihm erfreuen, der Sie segnet, dann können Sie den Herrn erheben und Seinen Namen erhöhen (Ps 34,4).

Jean Gibson – Training im Christentum

Am besten ist es, diesen Psalm als Fortsetzung zu Ps 99 zu lesen; 1–5 denn das Dankopfer gehörte in Israel zur Bundeserneuerung hinzu. Daß Israel seinem Gott mit Freude dient, soll das Ergebnis sein, wenn durch priesterlichen Mittlerdienst der Gottesbund aufs neue bekräftigt wird. Ein Zweifaches soll also dabei herauskommen, wenn sich Menschen Gott nahen: Erkennt, daß er, Jahwe, und sonst niemand, der einzige Gott ist. Die Götter sind gestorben, wenn der Bund mit Gott ernst genommen wird. Das andere: Israel ist kein Zufallsprodukt, sondern von Gott als dem Schöpfer zum Volk gemacht. Zu dieser Erkenntnis gehört auch, daß sein Volk von Gott nach geschehener Erlösung auch ernährt wird, wie Schafe zur guten Weide geführt werden. Mit dem Bewußtsein seiner Erwählung tritt Gottes Volk würdig in seine Vorhöfe ein.

Wuppertaler Studienbibel

Danket ihm, lobet seinen Namen!” Psalm 95,3-6; Psalm 100,3.4. Auch den Namen Gottes sollte man nur ehrerbietig nennen; nie darf er leichtfertig oder gedankenlos ausgesprochen werden. Sogar im Gebet sollte man seine häufige oder unnötige Wiederholung vermeiden. “Heilig und hehr ist sein Name.” Psalm 111,9. Engel verhüllen ihr Angesicht, wenn sie ihn aussprechen. Mit welcher Ehrerbietung sollten wir, die wir gefallen und sündig sind, ihn auf unsere Lippen nehmen! Wir sollten das Wort Gottes mit Ehrfurcht behandeln. Dem gedruckten Wort Gottes müssen wir Achtung bezeugen, indem wir es niemals wie ein alltägliches Ding benutzen oder achtlos damit umgehen. Nie darf eine Schriftstelle im Scherz angeführt oder umschrieben werden, um eine witzige Bemerkung zu machen. “Alle Worte Gottes sind durchläutert”, sie sind “wie durchläutert Silber im irdenen Tiegel, bewähret siebenmal”. Sprüche 30,5; Psalm 12,7.

Ellen Gould White – Erziehung 1954

Den Psalm hatten wir vor einigen Wochen schon.
Aber gerade in den letzten Tagen in sozialen Medien erlebt: mehrere Personen mit gleicher Einstellung zu einem „größeren biblischen Streitthema“ kamen in einen „Raum“ und „fluteten den Raum“ mit aus dem Zusammenhang gerissenen Bibelstellen und Behauptungen. Das ist das, was Ellen White mit Zitat aus Psalm 100 verurteilt. Da bin ich ganz bei ihr – die Bibel zu mißbrauchen, um angeblich für die biblische Wahrheit einzutreten, ist einfach nur ein Zeichen, dass man voller Haß und Streit ist. Schaut euch Jesus Christus an, der immer freundlich und ruhig antworten konnte – und manchmal auch einfach nur schwieg!
Ja die Gefahr ist, die eigene Meinung zu preisen, anstatt den heiligen Gott der Bibel zu preisen! Deshalb schauen wir auf diesen Jehovah und reden über IHN, anstatt über unterschiedliche Einstellungen, Gefühlen, unterschiedlichen Auslegungen. Hören wir lieber was ER zu sagen hat – und zwar im Zusammenhang – ohne einzelne Verse aus dem Zusammenhang zu reißen!


„der wird euch dann alles beibringen“

Der Sachwalter (O. Fürsprecher, Tröster) aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Elberfelder 1871 – Joh 14,26

Wenn aber die Unterstützung kommt, der heilige Geist, diese ganz besondere Kraft von Gott, der wird euch dann alles beibringen, was ihr noch wissen müsst, und er wird euch an die Sachen erinnern, die ich euch gesagt habe.
VolxBibel – Johannes 14:26

der Zu- und Fürsprecher aber, Der Geist, der heilige, den senden wird der Vater in Meinem Namen, Jener persönlich wird euch lehren alles und wird euch erinnern an alles, was Ich euch sagte.
Pfleiderer – Joh 14:26

zu dem heiligen Geist, der ja schon ein paar Verse vorher erwähnt wurde, haben wir schon einen Kommentar.

Doch woher wollen wir wissen, dass wir uns auf die Worte des NT verlassen können? Schauen wir uns Jesu Worte genauer an:

Die Menschen und auch die Jünger verstanden das, was Jesus in der Zeit seiner Anwesenheit auf Erden sagte, nur zum Teil. Drei Dinge mußten geschehen, damit die Apostel ihn und seinen Auftrag ganz begreifen konnten: (1) Er mußte sterben. (2) Er mußte auferstehen, um seinen Anspruch zu bestätigen und seinen Sieg sichtbar zu machen. (3) Der Geist mußte kommen (er würde vom Vater in Jesu Namen, d. h. an Jesu Stelle, für ihn, gesandt werden) und ihnen die Worte und Werke Jesu erklären. Der Geist, sagte Jesus, wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Dieser Vers ist an die Apostel gerichtet. Vom Textzusammenhang her ist „alles“ auf die Interpretation und Bedeutung der Person Jesu und seiner Werke beschränkt. Der Geist wirkte in den Jüngern, erinnerte sie an die Lehren Jesu und bewirkte, daß sie sie verstanden (vgl. Joh 2,22;7,39;20,9).

Walvoord Bibelkommentar

V. 26 lenkt noch einmal zum Thema »Heiliger Geist« zurück. Wie in V. 16ff.heißt er »der Beistand«. Aber jetzt wird der im AT gebrauchte Name »der Heilige Geist« ausdrücklich hinzugesetzt, um Missverständnisse zu vermeiden. Wenn Jesus außerdem sagt: »den der Vater in meinem Namen senden wird«, dann macht er zwei weitere Punkte klar: a) Der Heilige Geist wird auf die Bitte Jesu hin entsandt (vgl. V. 16). b) Der Heilige Geist vertritt Jesus (»in meinem Namen«). Dazu kommen jetzt nun zwei Aufgaben des Heiligen Geistes. Die erste ist die Lehraufgabe: »Er wird euch alles lehren.« Es gibt heute viele Menschen, die den Heiligen Geist in erster Linie mit Gefühl, Stimmung, Atmosphäre usw. verbinden. Das ist nicht biblisch. Biblisch ist vielmehr, dass Gottes Geist eine klare Lehre bringt (vgl. 1 Kor 2,13; 1 Joh 2,27), und zwar Lehre auf verschiedenen Ebenen: Lehre z. B. auf der Ebene persönlicher Führung.

Ein Schulbeispiel dafür ist die Unterweisung für verfolgte Christen nach Mt 10,19; Mk 13,11; Lk 12, liff.; Lk 21,14ff., die der Geist lehrt, was sie im Prozess sagen sollen. Lehre aber auch z. B. auf der Ebene der Katechese oder der Evangelienüberlieferung. Und gerade auf das Gebiet der Katechese und Evangelienüberlieferung führt die zweite Aufgabe des Geistes. Es handelt sich dabei um die Erinnerungsaufgabe: »Und er wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.« Dieses »Erinnern« ist ganz wichtig. Denn dadurch blieb menschlich der Weg gesichert, auf dem Jesu Wort zu den späteren Generationen kam. Das Johannesevangelium enthält selbst einige Spuren dieses »Erinnerns« (Joh 2,22; 12,16; 21,23). Wiederum ist klar: Der Heilige Geist hat in erster Linie nichts mit Gefühl, Stimmung oder dergleichen zu tun, sondern klärt die Worte ab, die Jesus tatsächlich »gesagt« hat. Er ist also ein zuverlässiger Führer zur Wahrheit, wie Joh 16,13 betont. Wären die Evangelien nicht zuverlässig, dann wüssten wir heute nicht mehr, wer Jesus war und was er sagte. Es gäbe dann keine Kirche der Bibel. Bis heute ist das so geblieben: Wo der Geist ist, da drängt er zur Lehre und zur Klarheit.

Edition C

Die Apostel müssen zweifelsohne gedacht haben, es sei eine gewaltige Verantwortung, Seine Worte zu bewahren, hatte doch ihre Erinnerung an diese Worte in vielen wichtigen Angelegenheiten versagt (Lk 18,34). Der Herr hatte ihnen im Lauf der Jahre so vieles beigebracht. Als Er unter ihnen war, hatten sie Seine Worte nur in mündlicher Form gehabt, nicht schriftlich wie im AT. Daher bestand große Gefahr, daß vieles nach Seinem Weggang in Vergessenheit geraten würde. Wie sollten beispielsweise Johannes und Matthäus (welche in den Tagen Seines Fleisches mit Ihm gewesen waren) nur in der Lage sein, sich bis in die Einzelheiten der langen Unterredungen des Herrn zu erinnern? Daher sprach der Herr hier von einem der großen Werke des Heiligen Geistes, der sie zu ihrer Aufgabe befähigen würde. Zwei Seiten dieses Beistandes werden hier genannt:
 1. Er würde „alles“ lehren und so der Urheber aller nachfolgenden neuen Lehren und Offenbarungen sein (1Kor 11,23; 1Thes4,15).
 2. Die neue Lehre, die der Herr in der vorliegenden Unterredung eingeführt hatte, würde ebensowenig in Vergessenheit versinken. Sie würde durch den Geist in ihrem Verstand zu neuem Leben geweckt werden. Die wahre Bedeutung des AT würde ihnen auch enthüllt werden; entsprechend war Petrus in Apg 2 in der Lage, so viele alttestamentliche Belege zur Auferstehung zu zitieren, und Paulus (als Saulus noch) vermochte schon so bald nach seiner Bekehrung aus dem AT zu beweisen, daß Jesus der Christus ist.

Was die Bibel lehrt

Jesus hält „Abschiedsreden“. Werden sie nicht schnell verklingen? „Dies habe ich zu euch geredet, während ich bei euch weilte.“ Werden die Jünger alles dies behalten, was für ihr Leben und ihren Dienst so entscheidend ist? Wenn Jesus sich auf die Jünger selbst verlassen müßte, wäre es schlimm bestellt. Jesus hat wieder und wieder merken müssen, wie wenig ihn seine Jünger verstanden und wie schnell sie „vergessen“ (Mk 8, 14–21). Vor seinem Blick steht jedoch eine ganz andere und herrliche Wirklichkeit: „Aber der Anwalt, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich selbst euch sagte.“ Der Geist Gottes vergißt nichts. Nun wird er der „Anwalt“ der Vergeßlichen sein und sie „an alles erinnern“, und sie alles „lehren“. „Lehren“ und „erinnern“ ist hier fest zusammengebunden. Das „Lehren“ der Jünger geschieht gerade im „Erinnern“. Darum ist dieses „alles“, was der Geist die Jünger „lehrt“, nichts Neues neben dem, was sie von Jesus hörten, oder über das hinaus, was Jesus selbst sie lehrte. Der Geist ist völlig mit dem Vater und dem Sohn eins. Er redet darum nur das, was er selber vom Vater und vom Sohn „hört“ (16, 33) und hat nur das eine Ziel, Jesus zu verherrlichen (16, 14). Darum ist dieses „alles“, was der Geist die Jünger lehrt und woran er sie erinnert, das, „was ich selbst euch sagte“.
Für uns aber ist diese Aussage Jesu über den Dienst des Geistes an den Jüngern von entscheidender Bedeutung. Wir lesen das apostolische Wort von vornherein falsch, wenn wir in ihm nur Menschen von ihren eigenen Erinnerungen und aus ihrem eigenen Verständnis der Dinge heraus reden hören. Wir haben es in ihrem Wort mit dem Erinnern und dem Lehren des Heiligen Geistes Gottes zu tun. Von dieser Gewißheit darf und muß unser Bibellesen bestimmt sein.
Das gilt im Blick auf unser Evangelium. Wenn wir bedenklich fragen, ob der alte Jünger sich denn noch so genau an die Worte seines Herrn habe erinnern können, dann sagt er uns hier: Nicht auf mein Erinnerungsvermögen müßt ihr euch verlassen, aber dem „Erinnern“ des Geistes Gottes dürft ihr trauen. Der Heilige Geist hat den alten Johannes Worte Jesu aufs neue hören lassen, als wären sie eben vor seinem Ohr gesprochen.
Und dabei wird der Geist die Jünger auch alles „lehren“. Der Geist wird sie verstehen lassen, was sie zunächst gar nicht verstanden. Er wird ihnen Durchblicke geben und Zusammenhänge zeigen, die sie selber nicht gesehen hätten. Er wird Tiefen erschließen und göttliche Wahrheiten hervortreten lassen, an die unser eigenes Denken nicht heranreicht. In 2, 22 und 12, 16 erlebten wir ein solches „Erinnern“ und „Verstehenlehren“ des Geistes in den Jüngern mit. So dürfen auch wir im Lesen des Wortes „Schüler des Heiligen Geistes“ sein und sein Lehren erfahren. Bei 16, 13. 14 werden wir noch einmal davon zu sprechen haben.

Wuppertaler Studienbibel

deshalb kann eine Kirche, die im laufe von wenigen Jahren wichtige Lehrfragen ändert nicht vom heiligen Geist geführt sein – denn der heilige Geist führt uns nicht in „Sackgassen“ oder „Denkfehler“ und erst Recht nicht in die Situation, ein Ereignis falsch vorrauszusagen.

Die achte Verheißung ist, dass der Heilige Geist sie lehren wird, nachdem er gekommen ist, und sich an alles erinnern wird, was Jesus sie gelehrt hatte. Die Menschen haben sich gefragt, wie sich diese Jünger wie der Apostel Johannes an all die Worte erinnern konnten, die Jeschua gesagt hatte, und in der Lage waren, sie noch im Jahr 90 N. CHR. aufzuzeichnen, also etwa sechzig Jahre nachdem er diese Aussagen gemacht hatte. Hier ist die Antwort: Einer der besonderen Dienste des Heiligen Geistes an die Apostel – eine Verheißung, die auf die Apostel beschränkt ist – ist, dass der Heilige Geist sie an alles erinnern wird, was Jesus sie gelehrt hatte, so dass sie in der Lage sein würden, es genau aufzuzeichnen. Das ist der Grund, warum die Evangelien des Neuen Testaments existieren; der Heilige Geist erinnerte sich an alles, was Jesus die Apostel lehrte.

Arnold Fruchtenbaum – Der Obersaal-Diskurs

Die Diskussion, ob Matthäus oder Markus zu erst geschrieben wurde, und wer von wem abgeschrieben habe, ob es eine Logienquelle Q gibt usw usf zeigt nur, dass diejenigen NICHT an den allmächtigen Gott glauben – der die gesamte Bibel – und damit auch die vier Evangelien INSPIRIERT hat – und damit der eigentliche Verfasser der Berichte ist!

andere Charaktereigenschaften?

Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; (O. Selbstheherrschung) wider solche gibt es kein Gesetz.
Elberfelder 1871 – Galater 5,22–23

Doch der Einfluss des Gottesgeistes bringt in unserem Leben eine andere Frucht hervor, und zwar Liebe, Freude, Friede, Ausdauer, Freundlichkeit, Güte, Vertrauen, ° Bescheidenheit, Selbstbeherrschung. Gegen solche Einstellungen hat das Gottesgesetz ja nichts einzuwenden!
Roland Werner – Das Buch – 2014 – Galater 5:22–23

Die Charaktereigenschaften, die bei euch entstehen, wenn der Heilige Geist euern Joystick in der Hand hat, sehen aber ganz anders aus: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, anderen verzeihen können, anderen Menschen Gutes gönnen und sich dafür einsetzen, treu sein, nett zu Menschen sein, auf Sachen locker verzichten können und so weiter. Gegen all diese Dinge hat das Gesetz ja auch nichts.
VolxBibel – Gal 5,22–23

Ich bin – wie ich bin! Oder du mußt mich nehmen wie ich bin! oder: liebe dich selbst!
Solche und ähnliche Aussagen hört und liest man des öfteren – besonders in Zeiten der akuellen Pandemie – indem die eigenen Wünsche als Gesetz hingestellt werden: die einen wollen jeden und alles impfen, die anderen wollen nie und nirgens eine „Maske“ tragen.
Doch wo ist das christliche „Mittelmaß“ – wo der christliche Weg? Können wir uns dahinter zurückziehen oder müssen wir für eine der beiden Extremen Stellung beziehen?
Könnte eine Betrachtung der Begierden des Fleisches und der Frucht des Geistes uns bei der Beantwortung der obrigen Frage weiterhelfen?

Zwischen diesen beiden Versen und den vorhergehenden besteht ein schroffer Gegensatz. Schon in Vers 16 hatte Paulus ausdrücklich festgestellt, daß ein Christ den Begierden des Fleisches nicht zwangsläufig unterliegen muß. Die Macht des Heiligen Geistes in ihm kann sich in den folgenden neun Gnadenbeweisen manifestieren. Dabei muß festgehalten werden, daß die Frucht, die hier beschrieben ist, nicht von dem Gläubigen, sondern vom Heiligen Geist hervorgebracht wird, der in jedem Christen, der in lebendiger Einheit mit Christus lebt, wirksam ist (vgl. Joh 15,1-8). Der Begriff „Frucht“ ist Singular, was darauf hinweist, daß die folgenden Eigenschaften zusammengehören und stets gemeinsam in einem Gläubigen, der unter der Führung des Geistes steht, auftreten. Letztlich ist diese „Frucht“ einfach das Leben Christi, das in einem Christen Gestalt gewinnen soll (vgl. 2Kor 3,18; Phil 1,21).
Die drei ersten Tugenden sind Geisteshaltungen, die ihren Ursprung in Gott haben. An erster Stelle steht die Liebe (agapE), weil sie die Grundlage für die anderen Gnadengaben ist. Gott ist Liebe und liebt die Welt (vgl. 1Joh 4,8; vgl. Joh 3,16). Auch die Gläubigen, die unter der Leitung des Heiligen Geistes stehen, zeigen eine solche selbstaufopfernde Liebe wie die, durch die Christus in die Welt kam, um für die Sünder zu sterben. Freude (chara) bezeichnet eine tiefe und bleibende innere Freude, die denen verheißen ist, die in Christus bleiben (vgl. Joh 15,11). Sie hängt nicht von äußeren Umständen ab, denn sie steht unter der souveränen Herrschaft Gottes über alle Dinge (vgl. Röm 8,28). Auch der Friede (eirEnE) ist ein Geschenk Christi (vgl. Joh 14,27). Er besteht in innerer Gelassenheit und Ruhe auch unter schwierigsten Bedingungen und geht über jedes menschliche Begreifen hinaus (vgl. Phil 4,7).
Die zweite Triade betrifft den Nächsten; sie stützt sich auf die Liebe, die Freude und den Frieden. Geduld (makrothymia) ist die Fähigkeit, Provokationen zu ertragen (vgl. 2Kor 6,6; Kol 1,11;3,12 ). Sie gibt auch im Erleiden von Unrecht keinerlei Rachegedanken Raum. Freundlichkeit (chrEstotEs) ist tätiges Wohlwollen, wie auch Gott es den Menschen gegenüber zeigt. Da Gott den Sündern gegenüber freundlich ist (vgl. Röm 2,4; Eph 2,7), soll auch ein Christ diese Eigenschaft zeigen (vgl. 2Kor 6,6; Kol 3,12). Mit Güte (agathOsynE) kann sowohl innere Aufrichtigkeit als auch eine Handlungsweise gemeint sein, die dem Nächsten auch dann Gutes erweist, wenn er es nicht verdient hat.
Die drei letzten Gnadengaben bestimmen das allgemeine Verhalten eines Gläubigen, der unter der Führung des Heiligen Geistes steht. Treue (pistis) ist diejenige Eigenschaft, die eine Person vertrauenswürdig und verläßlich macht, wie der treue Knecht in Lk 16,10-12 .Sanftmut (prautEs) kennzeichnet einen Menschen, der dem Wort Gottes gehorsam ist (vgl. Jak 1,21) und auch da, wo Bestrafung notwendig ist, besonnen bleibt (vgl. „sanftmütig“ in 1Kor 4,21; Gal 6,1; „Sanftmut“ in Eph 4,2; Kol 3,12; 2Tim 2,25; 1 Petrus 3,16). Keuschheit (enkrateia; dieses Substantiv kommt im Neuen Testament nur noch in Apg 24,25 und 2 Petrus 1,6 vor) bedeutet Selbstbeherrschung und zielt zweifellos auf die Beherrschung der zuvor geschilderten fleischlichen Begierden. Dasaber ist ohne die Hilfe des Heiligen Geistes nicht möglich (vgl. Gal 5,16). Zum Schluß betont Paulus mit Blick auf seine Gegner in einer Litotes (Untertreibung), daß diese Tugenden nicht verboten seien (gegen all dies ist das Gesetz nicht). Es gibt keine Gesetze gegen Menschen, die die hier beschriebenen Eigenschaften zu praktizieren versuchen.

Walvoord Bibelkommentar

Neben die »Werke des Fleisches« stellt Paulus die »Frucht des Geistes«.
Es sind keine »Werke« in dem Sinn, dass sie aus menschlichem Willen, Gestalten und Zustandebringen hervorgehen. »Frucht«, das meint, es geht der Same auf, den Gott im Evangelium in uns gelegt hat, und bringt Frucht. Der Heilige Geist entfaltet sich im Leben des Jüngers. Es ist ausdrücklich von der Einzahl die Rede, die »Frucht«. Es sind keine verschiedenen, unverbundenen Wirkungen, die das neue Leben anzeigen, sondern der eine Geist, der zur Auswirkung kommt.
Die »Liebe« wird als erste Frucht genannt. Die Liebe ist ein zentraler Begriff, der den gesamten Inhalt des Glaubens enthält und entfaltet (vgl. 1 Kor 13, besonders V. 13). Die Liebe Gottes, die in Jesus Christus Wirklichkeit geworden ist, ermöglicht die Bruder- und dann auch die Nächstenliebe (vgl. Mt 5,43ff). Sie ist die Grundgabe, die Gottes Geist uns schenkt. Wir können das griechische »agape« etwa mit »umfassende Güte«, »unbesiegbares Wohlwollen« wiedergeben, um die im Wort enthaltene christliche Grundgesinnung wiederzugeben. Die Liebe ist kein einzelnes Werk, das etwa befohlen oder gefordert werden könnte. Hier zeigt sich die neue Existenz der vom Gesetz Befreiten am deutlichsten. Der Jünger lebt von der Gabe, ohne Forderung, vielmehr in der geschenkten Ermöglichung.
Aus der Liebe erwächst »Freude«. Es ist die Freude, die im Herrn gegründet ist, die dankbare Freude, die die empfangene Gnade lobt und freudig weitersagt. Der »Friede« ist mehr als ein Zufriedensein. Er ist die heitere Gelassenheit des Erretteten, das Wissen um die Geborgenheit in Gottes Leitung, der auch alles gibt, was wir brauchen. So verbreitet sich solcher »Friede» und wird zum Kennzeichen des Verhältnisses zum Nächsten.
»Geduld«, das griechische »makrothymia«, heißt eigentlich »großen Mut« haben, nicht aufhörenden Mut, gemeint ist damit etwa gütige Nachsicht, nachgebende Geduld, verzeihende Großmut. Damit zusammen hängen die »Gütigkeit und Freundlichkeit«. Es sind beides Haltungen der Geduld gegen den Mitmenschen, konkrete Ausformungen der Liebe. Dabei ist die »Gütigkeit« die Milde, die mit ernsten Worten sparsam ist, während die »Freundlichkeit« durchaus auch in ernster Zucht sich ausweist.
Der »Glaube« als Frucht der Liebe ist am ehesten als gegründetes, erprobtes Vertrauen zu fassen, und die »Sanfmut« ist die vertrauende Ergebung in den Willen Gottes.
Schließlich wird mit »Keuschheit« diese Ergebung verdeutlicht, die auf die eigenen Begierden verzichten kann und in der Selbstbeherrschung lebt.
Wer aus dieser Entfaltung des Heiligen Geistes lebt, wo solche Frucht der Liebe gewirkt werden kann, da hat das Gesetz keinerlei Anspruch mehr, denn es ist erfüllt. Das Gesetz braucht und kann dann nichts mehr fordern und vorschreiben, denn »die Liebe Christi dringet uns also« (2 Kor 5,14).

Edition C

In Gegenüberstellung (»aber«!) zu den Werken des Fleisches umreißt Paulus die Wirkungen des Geistes. Aber die Frucht des Geistes ist Liebe. Die Ausleger heben hervor, daß den »Werken des Fleisches« (V. 19) nicht Werke, sondern eine einzige »Frucht« des Geistes gegenübersteht – ein tiefsinniges Gegenüber von Werk und Frucht. Doch ist den Vokabeln an sich keine feststehende Bewertung einzustiften. An anderen Stellen kann Paulus auch positiv von »Werk, wirken« sprechen (schon hier 6,10) und »Frucht« negativ verwenden (Röm 6,21), und er kann beide Wörter zu einem einzigen Ausdruck verbinden: »Frucht des Werkes« (Phil 1,22). Die folgende Deutung bezieht sich also lediglich auf diese Stelle in ihrem Zusammenhang.
Des Menschen Verhältnis zu seinem Werk ist direkt. Es geht voll auf sein Planen, Können und Machen zurück. Frucht ist dagegen nicht in dieser Weise planbar und machbar. Wiederum wäre die Ansicht übertrieben, Frucht käme »von selbst« und läge außerhalb unserer Verantwortung, so daß wir nur zu lauern hätten, ob sie sich wohl bei uns einstellt. Wir sollen, wie die Bibel an vielen Stellen voraussetzt, Frucht bringen, sollen sie wollen, vorbereiten, aussäen, begießen, pflanzen oder pflegen. Dennoch bleibt bestehen: »Gott gibt das Gedeihen« (1Kor 3,6). Erntefrucht ist darum sinnvoll mit Erntedank verbunden. Das Hereinwirken Gottes steht lebendig im Bewußtsein. Dementsprechend trägt die geerntete Frucht auch die Merkmale des Wesens und Wirkens Gottes und seines Geistes. Das mag sich in der Tugendliste schon rein formal zeigen. Im Unterschied zur unsystematischen Aufzählung der Fleischeswerke in V. 19–21 begegnet uns hier ein wohlgeordnetes Ganzes im feierlichen doppelten Dreierrhythmus (gewisse Ähnlichkeiten mit 1Kor 13,4–7). Zuerst die dreifache Entfaltung der Liebe selbst (Liebe, Freude, Friede), dann ihre dreifache Entfaltung gegenüber dem Nächsten (Langmut, Freundlichkeit, Gutsein), schließlich die dreifache Entfaltung der persönlichen Haltung (Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung).
Die Liebe macht den Anfang, denn »Gott ist die Liebe«. Sie bleibt aber bis zum Ende der Liste gegenwärtig, so daß eine neunfache Entfaltung der Liebe herauskommt. P. Burckhardt versucht der Einheitlichkeit dieser Vielgestaltigkeit auf diese Weise gerecht zu werden (S. 86, hier mit kleinen Abweichungen): Freude als jubelnde Liebe, Friede als heilende Liebe, Langmut als tragende Liebe, Freundlichkeit als erbarmende Liebe, Gutsein als schenkende Liebe, Treue als verläßliche Liebe, Sanftmut als demütige Liebe, Selbstbeherrschung als verzichtbereite Liebe.
Die zusammenfassende Schlußwendung derartiges (V. 23b) verrät wieder, daß Paulus bei seiner Aufzählung gar nicht so sehr am einzelnen Wort hängt, sondern einen Gesamteindruck vermitteln will: Jede der genannten Äußerungen ist vom Heiligen Geist und von der Liebe durchstrahlt. Von 1Kor 13,1–4 her klingt uns im Ohr: Ohne die Liebe wären die größten Tugenden und Leistungen nichts! Kol 2,20–23 schildert z. B. Enthaltsamkeit, die »nur das Fleisch befriedigt«.
Der Schlußsatz berührt zum dritten Mal innerhalb des Briefteils das Gesetz und zeigt damit, daß dieses Thema immer gegenwärtig blieb. Gegen derartiges ist das Gesetz nicht (vgl. 3,21). Wie könnte auch das Gesetz, das doch nach Röm 7,12 und 14 »geistlich« ist, gegen die Frucht des Geistes sein und sich nicht im Tiefsten erfüllt sehen (V. 14)! Bemerkenswert aber, wie das Gesetz nicht absichtsvoll durch das Gesetz erfüllt wird, sondern sich erst im Nachhinein, nach dem Offenbarwerden des Evangeliums, als erfüllt zeigt.

Wuppertaler Studienbibel

So – und nun strenge ich mich an, diese Frucht hervorzubringen????
Oder ist das ein Prozeß den Jehovah in und an mir wirkt??
Die beste Antwort die ich gefunden habe, ist wieder einmal aus dem „Crashkurs Leidenschaft“ :

Woher weiß ich, dass es Gott gibt? Er wirkt in mir. Er ist da, ganz real und erfahrbar. Ich blicke auf mein Leben und erlebe konkrete Veränderung: Selbstmitleid, Bitterkeit, Jähzorn, Streit, Angst, Sucht und ihre hässlichen „Kollegen“ verlassen mein Leben, und an ihre Stelle treten Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Disziplin (Galater 5,22).
So verrückt es klingt, aber ich werde Jesus jedes Jahr ein bisschen ähnlicher! Und ich genieße es! Ich genieße es, ein lieber, weiser alter Mann zu werden. Gibt es Gott? Na, klar! Ich erfahre ihn jeden Tag in meinem Leben. Er motiviert und befähigt mich zu einem Lebensstil der Liebe, der mich bei aller Unvollkommenheit fasziniert (ich mache Fehler und bin alles andere als perfekt!).

K. Fischer – Crashkurs Leidenschaft

„wir seine Siege miterleben und mit ihm feiern“

Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzuge umherführt in Christo (O. in dem Christus) und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Orte durch uns offenbart! Denn wir sind Gott ein Wohlgeruch Christi in (O. unter) denen, die errettet werden, und in (O. unter) denen, die verloren gehen; den einen ein Geruch vom Tode zum Tode, den anderen aber ein Geruch vom Leben zum Leben Und wer ist dazu tüchtig? Denn wir verfälschen nicht, (O. treiben nicht Handel mit) wie die vielen, das Wort Gottes, sondern als aus Lauterkeit, sondern als aus Gott, vor Gott, reden wir in Christo.
Elberfelder 1871 2.Kor 2,14–17

Gott aber sei gedankt, der uns in Christus -im Dienste Christi- allezeit (wie) in einem Triumphzug mit sich einherführt und den Wohlgeruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten offenbart -d.h. wahrnehmbar aufsteigen läßt-!
Hermann Menge Übersetzung – 1926 – 2.Korinther 2,14

Ich bin Christus so superdankbar, dass wir seine Siege miterleben und mit ihm feiern! Egal wo wir hinkommen, wir erzählen überall die gute Nachricht von dem neuen Leben mit Jesus! Das ist so, als ob einem ein richtig guter Duft in die Nase steigt. Stellt euch mal vor, jemand schmeißt eine Gartenparty und wirft ein paar Holzfällersteaks auf den Grill. Für die meisten ist das echt ein guter Geruch.
VolxBibel – 2.Korinther 2:14

Kennst du auch so viele Menschen, die nur „rumjammern“ weil „alles so schlecht“ geworden ist? Aber könnten wir nicht glücklich sein, wenn sich Gottes Wort erfüllt, und wir dem endgültigen Sieg Jesu näher kommen?? Aber wohin geht mein Blick?

Man könnte denken, daß ein solch lebengebender Wohlgeruch von allen geschätzt würde. Doch ist dem nicht so, wie Paulus es weiter zeigt: „Denn wir sind ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden und unter denen, die zugrunde gehen; den letzteren ein vom Tod ausgehender und zum Tode hinführender Geruch, den ersteren ein vom Leben ausgehender und zum Leben hinführender Geruch.“ Nur für die wenigen, die seufzen und jammern wegen der Greuel, die sie in der Christenheit vor sich gehen sehen, die Gerechtigkeit lieben und sich ihres geistigen Mangels bewußt sind, ist diese Erkenntnis Gottes ein lebengebender Wohlgeruch, den sie zu ihrem Nutzen tief einatmen. Von solchen kann gesagt werden, daß sie eine gute Nase haben. — 2 Korinther 2:15, 16, NW.
Was aber die große Mehrheit der Menschen von heute betrifft, jene, die weltliche Vergnügungen mehr lieben als Gott, und die eher Geschöpfe als den Schöpfer anbeten, ist die duftende Erkenntnis Gottes eine todbringende Plage. Und kein Wunder, denn sie lieben die böse alte Welt, und diese Erkenntnis spricht von ihrer Zerstörung. Von allen solchen könnte gesagt werden, sie hätten schlechte Nasen; für sie sind Jehovas Knechte stinkend.
Ungeachtet aber, wie die Menschen auf unsere duftende Botschaft reagieren, haben wir als gottergebene Diener Jehovas die Pflicht, den Wohlgeruch der Erkenntnis Gottes für alle wahrnehmbar werden zu lassen. Gleichwie der Verschluß einer Parfümflasche abgenommen werden muß, um das Parfüm auf Haut oder Kleider zu zerstäuben, so daß sein Duft für andere wahrnehmbar wird, so verhält es sich auch mit dem Duft der Erkenntnis Gottes. Wir müssen aus uns herausgehen, müssen frei reden, müssen uns als solche kenntlich machen, die diese duftende Erkenntnis besitzen, so daß sie für alle wahrnehmbar wird. Wenn jemand beleidigt ist und sich sozusagen die Nase zuhält, brauchen wir uns nicht verlegen zu fühlen oder uns zu schämen. Wir sollten froh sein, daß es so ist und nicht anders, denn der Fehler liegt an ihrer Nase und nicht an unserer wohlriechenden Botschaft.
So laßt uns denn mit dieser duftenden Gotteserkenntnis großzügig verfahren; gebrauchen wir sie freigebig, wie sie auch uns kostenlos zuteil geworden ist! Lassen wir denen, die Gerechtigkeit lieben, den vollen Nutzen dieses Duftes zukommen, so daß auch sie die Freude haben können, in Jehovas Triumphzug zu sein und den Duft der Erkenntnis Gottes für viele weitere wahrnehmbar werden zu lassen.

Der Wachtturm 1.10.1956

Deshalb interessieren wir uns nicht für die Zahl der Geimpften und erst Recht predigen wir keine Organisation – sondern den Christus!

Die Leser werden zunächst über den Grund seines überschwenglichen Ausbruchs im unklaren gelassen, bis er das grandiose Thema des Evangeliums und seines Dienstes entwickelt hat. In (Kapitel 7,5 nimmt er den Faden wieder auf und zeigt, daß er nicht vergessen hat, hierüber zu unterrichten. Der Bericht des Titus beendete nicht nur seine Unruhe, sondern gab ihm die erneute Bestätigung, daß Gott immer siegreich ist und daß er, durch seine Verbindung mit Christus, die Ehre genießen durfte, Anteil an diesem Triumphmarsch zu haben. Die Formulierung „im Triumphzug umherführt“ hat die meisten Schreiber veranlaßt zu denken, daß Paulus sich selbst als einen Gefangenen sieht, an dem Kampfwagen angebunden und so als Objekt der gewaltigen Macht Gottes herumgeführt. Sie gehen noch weiter und stellen sich vor, daß Paulus an seine Bekehrung denkt, als er Sklave und Gefangener Christi wurde. Jeder, der Paulus‘ Fähigkeiten, logisch zu denken, kennt und seine klar geordneten Gedankengänge, wird diese Vorstellungen verwerfen. Er springt nicht akrobatisch von einem Thema zum anderen. Wir verstehen diesen Abschnitt so, daß Paulus sich durch den guten Bericht in Verbindung mit dem Sieg des Evangeliums sah und gleichsam auf einem zweiten Streitwagen stehend. Dieses Vorrecht hatte er „in Christus“ und nicht auf Grund eigener Verdienste. Hier bezieht er sich nicht auf das „in Christus“ Sein, das auf alle Christen zutrifft, sondern eher darauf, als unter Seinem Einfluß und in engster Beziehung zu Ihm stehend, Sein Repräsentant zu sein. Wir sind uns nicht sicher, ob er das Bild einer sieghaften römischen Prozession vor sich hatte, wie sie damals nach großen Siegen praktiziert wurde. Aber selbst wenn er diese Praxis gedanklich im Zusammenhang mit seinem Erfolg vor sich sah, wäre es für uns sehr unweise, alle mit einer solchen Veranstaltung in Verbindung stehenden Einzelheiten unbedingt in die von Paulus geschilderte Situation miteinzubeziehen. Wenn wir Kommentare lesen, in denen es um bildhafte Sprache geht, müssen wir uns manchmal fragen: Haben sich die Schreiber der Briefe eigentlich vorgestellt, wie viele und wie oft weit hergeholte Gedanken mit ihren Ausführungen in Verbindung gebracht werden. Möglicherweise will Paulus nur sagen, daß er in seinem Dienst immer von Gott geführt wurde, und das bedeutet, siegreich zu sein. Vielleicht führte ihn die Traurigkeit in Troas dazu, daß er einen Augenblick lang dachte, er wäre von der rechten Bahn abgekommen. Jetzt aber waren diese Gedanken alle vergangen.
 Im Weitergeben der Erkenntnis Christi verbreitete er, wo immer er auch hinkam, den angenehmen Duft Christi, der aufstieg zu einem Wohlgeruch Gottes, nicht so sehr als Opfer, sondern eher durch die Ausdehnung Seines Siegeszuges. Inmitten der damals vorherrschenden Gleichgültigkeit und auch heute unter den Heidenvölkern steigt der Duft der sich ausbreitenden Botschaft des Evangeliums zu Gott als Wohlgeruch hinauf.

Was die Bibel lehrt

Paulus hat eine vom Herrn selbst geschenkte Arbeit abgebrochen und ist „voll Not durch Makedonien weitergewandert“, [14] „in allem bedrängt: von außen Kämpfe, von innen Ängste“, wie er in 7, 5 sagen wird. Ist das nicht wieder, wie die Korinther urteilen, ein klägliches Bild für einen Gesandten des Königs aller Könige? Mußte dessen Weg nicht eigentlich ein „Triumphzug“ sein? Das ist er auch, erwidert Paulus, nur freilich völlig anders, als die Korinther denken, weil sie das Verhältnis von Mensch und Gott nicht richtig sehen. Nicht um des Menschen Größe und Sieg geht es92, sondern ganz und gar um Gottes Triumph. „Gott aber [sei] Dank, der allezeit uns im Triumphzug mit sich führt in dem Christus.“ Also Gott ist es, der in Christus seinen Siegeszug durch die Welt nimmt93. Der Apostel aber und seine Mitarbeiter werden in diesem Triumphzug mitgeführt wie gefangene und gekettete Feinde beim Einzug eines siegreichen römischen Feldherrn in die Hauptstadt. Paulus kann sich selbst in voller Wahrheit mit einem besiegten Feind vergleichen. Er hatte Jesus verfolgt, die Gemeinde Gottes nach Kräften zerstört und in dem allen gegen Gott angetobt, der in einem gekreuzigten Messias die Rettung verlorener Menschen wirkte. Nun aber war Paulus überwunden und zum Träger gerade dieser Botschaft von dem gekreuzigten Christus geworden. Mit Staunen und Dank sieht Paulus die totale Wandlung seines Lebens. Als Verfolger war er eigenmächtig und nach eigenem Plan dahingestürmt (Apg 9, 1). Jetzt wird er als ein Gefangener und Leibeigener des Kyrios Jesus von Ort zu Ort „mitgeführt“. Sein von Leiden erfülltes Leben (1, 3–11; 11, 23–33), an dem die Korinther sich stießen, ist in Wahrheit Siegeszug Gottes. Der triumphierende Glanz liegt aber nicht auf dem mitgeführten Gefangenen, sondern allein auf dem siegreichen Feldherrn. „Allezeit“ ist das so, wie immer Leben und Dienst des Apostels im einzelnen aussehen mag. Auch der Weg des Apostels in Sorgen und Bangen von Ephesus nach Makedonien auf Korinth zu gehört in diesen „Triumph Gottes“ hinein94.
Wieso triumphiert denn Gott im Leben des Paulus? Nicht in äußerlichen Siegen und Erfolgen. Das entspräche nicht der „Torheit“ und „Schwachheit“ Gottes am Kreuz des Christus (1 Ko 1, 23–25). Gott siegt dadurch, daß er „den Geruch seiner Erkenntnis offenbar macht durch uns an jedem Ort“. Das überraschende und zunächst befremdende Bild vom „Geruch der Erkenntnis Gottes“ ist dem Apostel hier besonders brauchbar, weil ein „Geruch“ nichts äußerlich Mächtiges und Großartiges ist und trotzdem eine eigentümliche Siegesmacht besitzt. Ein Geruch dringt überall unaufhaltsam ein; er verbreitet sich weit, und niemand kann ihm eine Grenze setzen. Ein Geruch bedarf keiner Beweise, sondern drängt sich einfach auf. So geht es auch mit der Erkenntnis Gottes überall, wo Paulus hinkommt95. Gottes Wirklichkeit, sonst ein „Problem“ für die Menschen und ein bloßes Gedankenbild, steht unabweisbar vor Menschen; Gottes Wesen, Gottes Heiligkeit und Liebe, wird Menschen unmittelbar und überwältigend deutlich. Nicht Denker dringen mit schwierigen Spekulationen bis zu „Gott“ vor, sondern der wahre lebendige Gott wird gerade auch von einfachen Menschen in ganzer Wirklichkeit erfaßt.

Wuppertaler Studienbibel

also noch einmal die Frage: was predige ich? Schaue ich auf den Vater und auf Jesus Christus? Oder schaue ich auf meine Kirche, meine Gesundheit, meine Arbeit? Und wie zeigt sich das? Also worüber spreche ich? Wenn ich über Dinge spreche, die nichts mit Jehovah zu tun haben – wo ist da wohl mein Herz? Und was mache ich, wenn ich merke, dass meine Gedanken und mein Reden in die falsche Richtung gehen? Lese täglich mindestens 15 Minuten die Bibel – und zwar fortlaufend! Und schreibe über das, was du gelesen hast – wenn du möchtest dann hier – und denke über das Gelesene nach!

Fürchte dich nicht

Und nun, so spricht Jehova, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
Elberfelder 1871 – Jesaja 43,1

Und nun, so spricht Jehova, der dich, Jakob, schuf, und, Israel, dich bildete: Fürchte dich nicht, denn dich erlöse ich; ich rufe dich beim Namen: Du bist mein!
van Ess 1858 – Jesaja 43:1

Und nun, so spricht Jehovah, dein Schöpfer, o Jakob, und dein Bildner, o Israel. Fürchte nicht; denn Ich habe dich erlöst, gerufen bei deinem Namen. Mein bist du. Jes 41,10.14; 48,12; 49,1; 44,2; Ps 100,3; 2Mo 33,12; 31,2.
Tafelbibel mit hinzugefügten Sachparallelstellen – Jes 43,1

Jakob (auch Israel genannt; vgl. die Anmerkungen zu Jes 40,27 ) soll keine Furcht haben, denn Gott hat es geschaffen (vgl. V. 7 ) und gebildet (vgl. V. 7.21 ) und hat es aus der Knechtschaft in Ägypten erlöst. „Erlöst“ ist die Übersetzung des hebräischen Wortes ga┤al, „aus der Sklaverei freikaufen“ (vgl. die Anmerkungen zu „Erlöser“ in Jes 41,14 und beachte „erlöst“ in Jes 44,22-23; 48,20; 52,9; 63,9 ). Die Erwähnung dieses Auszugs aus Ägypten ist in diesem Zusammenhang sehr treffend, denn Jesaja schreibt in Jes 43,14-28 über einen neuen „Auszug“ (Exodus), durch den Gott sein Volk aus Babylon wieder herausführen und nach Hause bringen wird. Bei deinem Namen gerufen (vgl. Jes 48,12 ) weist auf Israels besonderes Verhältnis zu dem Herrn als sein Bundesvolk hin. Dahinter steckt das Bild eines Hirten, der seine Schafe einzeln mit ihrem Namen ruft, weil er selbst für sie sorgt. Weil Gott in der Vergangenheit Israel geschaffen, erlöst und sich um es gekümmert hat, wird er es auch in Zukunft beschützen. In schwierigen Zeiten also, wenn bildlich Fluten von Wasser und Feuer es bedrängen, soll Israel nicht aufgeben und sich nicht fürchten, denn Gott wird mit ihm sein und es beschützen.

Walvoord Bibelkommentar

DIE Fähigkeit, die Zukunft vorauszusagen, gehört zu den Dingen, durch die sich der wahre Gott von allen falschen Göttern unterscheidet. Doch wenn Jehova eine Prophezeiung äußert, will er nicht nur seine Göttlichkeit beweisen. Wie aus Jesaja, Kapitel 43 zu erkennen ist, beweist er durch die Prophetie auch seine Liebe zu seinem Bundesvolk.

Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen

Aber wer ist Jehovahs Bundesvolk – den Vers 10 hatten wir hier schon mal.

Dieses Kapitel steht in einer eindeutigen Verbindung zu dem Ende des vorigen Kapitels. Dort wurde gesagt, dass Jakob und Israel nicht in Gottes Wegen wandeln, und nun würde man erwarten, dass jetzt folgt, dass Gott sie verlässt, aber nein! Die Worte sind: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein“ (Vers 1). Viele von ihnen werden ihre verstockten Wege zwar nicht ändern, doch Gott wird sein Volk weiterhin lieben, und der Großteil dieses Volkes wird doch für die Gnade bestimmt werden (1.Kön 19,18; Röm 11,4). Nun bricht die Sonne plötzlich hinter einer dichten und dunklen Wolke hervor und scheint als angenehme Überraschung. Das ausgedrückte Wohlwollen Gottes gegenüber seinem Volk enthält hier viel Ermutigung für alle geistlichen Nachkommen des gerechten Jakob und des betenden Israel. Hier haben wir:
Die Gründe für Gottes Fürsorge und Sorge um sein Volk. Jakob und Israel sind zwar sündig und erbärmlich, doch sie werden trotzdem behütet werden, denn:
1.1 Sie sind Gottes Schöpfung (Eph 2,10). Er hat sie geschaffen; er hat sie nicht nur ins Dasein gerufen, sondern hat sie auch zu einem Volk geformt, ihre Regierung eingesetzt und sie durch die Satzung seines Bundes gegründet.
1.2 Sie sind das Volk, das er erkauft hat: Er hat sie erlöst. Er hat sie „in seiner Liebe und seinem Erbarmen“ (63,9) zuerst aus dem Land Ägypten erlöst und aus vielen anderen Formen der Knechtschaft. Um wieviel mehr wird er sich um die kümmern, die durch das Blut seines Sohnes erlöst worden sind.
1.3 Sie sind sein eigenes besonderes Volk: Er hat sie beim Namen gerufen.
1.4 Er ist ihr Gott, der in einer Bundesbeziehung zu ihnen steht (Vers 3). Wer Gott auf seiner Seite hat, braucht nicht zu fürchten, wer oder was gegen ihn ist (Röm 8,31).

Der Neue Matthew Henry Kommentar

Sündhaft und unfähig das neue Handeln seines Gottes wahrzunehmen, bleibt das Volk nach wie vor. Aber dennoch, in unbegreiflicher Zuwendung, spricht Gott jetzt von etwas Neuem: Aber nuna. Was dann folgt, begrenzt die Macht der Blindheit und der Verschlossenheit, der Juda ausgeliefert ist. Gott stellt sich seinem Volk vor als dein Schöpfer und dein Bildner. »Weil Gott Israel erschaffen hat, wird er es neu schaffen, indem er es erlöst. Und er erlöst, was er geschaffen hat und was dagegen nicht ganz ausgelöscht werden darf« (Fohrer). Die Erwählung und die bisherige Führung durch die Geschichte eben dieses Volkes wird auch durch die innere Blindheit nicht getilgt. So hat sich dieses Volk weder vor seiner Sünde und ihren Auswirkungen noch vor fremden Göttern und deren irdischen Anbetern noch vor den zu erwartenden trüben Widerfahrnissen der angekündigten Heimkehr zu fürchten, wenn ihm jetzt eben diese Furcht durch das gewaltige Fürchte dich nicht weggenommen wird. »So wie einmal zu Abraham gesprochen wurde ›Fürchte dich nicht, Abraham!‹b, so kann nun wieder in der Stunde tiefster Erniedrigung zu Israel gesagt werden ›Fürchte dich nicht, Jakob!‹« (Westermann). Begründet wird die Unmöglichkeit der Furcht mit der Tatsache der schon geschehenen Erlösung: denn ich habe dich erlöst – obwohl dem Volk diese Erlösung erst im prophetischen Wort zugesprochen ist. Das, was erst sein wird, ist im Wort schon Gegenwart. Diese Erlösung geschah (und wird geschehen) im Zusammenhang eines persönlichen Anrufes: ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Keiner wird erlöst, dem sich nicht Gott »namentlich« verbindet. Das Ergebnis wird sogleich angefügt: mir gehörst du. Gott erlöst niemanden, den er nicht bleibend mit sich selbst verbindet. Die Erlösten werden nämlich nicht mehr in den Bereich ihrer Selbstverfügung entlassen; sie gehören endgültig auf Gottes Seite.

Wuppertaler Studienbibel

Angst ist ein Phänomen, das eigentlich alle Menschen von Kindheit an kennen. Auch Christen sind davon nicht ausgenommen. Deshalb lesen wir die Worte «Fürchte dich nicht» mehrfach in der Bibel. Dabei können die Ursachen von Angst und Furcht ganz unterschiedlicher Art sein. Der Zusammenhang unseres Verses macht klar, worum es hier konkret geht: um die Angst vor dem, was die Zukunft bringt. Kinder Gottes brauchen keine Angst vor dem Kommenden zu haben. Wir wissen, dass das Gericht für diese Welt bereit steht. Aber es wird uns nicht mehr treffen, weil der Richter unser Heiland ist, in dessen Hand wir sicher geborgen sind.
Ungläubige Menschen haben allen Grund, sich vor der Zukunft zu fürchten. Es kann nichts Schrecklicheres geben, als die Ewigkeit in der Gottesferne zubringen zu müssen. Auch die Gerichte, die über die Erde – und ganz besonders über die bekennende Christenheit – hereinbrechen werden, sind furchtbar.
Und doch dürfen wir die Gewissheit haben, dass diese Ereignisse für uns jeglichen Schrecken verloren haben. Wenn es um die Gerichte in Verbindung mit der grossen Drangsal geht, so dürfen wir uns auf die Zusage unseres Herrn verlassen, dass Er uns vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, bewahren wird (Off 3,10). Viele Kinder Gottes sehen in diesem Punkt nicht klar und leben in ständiger Furcht vor dem, was kommen wird. Aber der Herr ermuntert uns: «Fürchte dich nicht.»
Wenn es um unser ewiges Teil geht, dürfen wir uns ebenfalls fest auf die Worte unseres Herrn stützen. Hat Er nicht klar bezeugt: «Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen» (Joh 5,24)? Wollen wir an diesen Worten zweifeln?
Nein, wir dürfen voll Zuversicht nach vorn sehen und brauchen keine Angst vor dem zu haben, was die Zukunft uns bringen wird. Wir sind in Jesu Armen sicher geborgen und dürfen seinen Worten Vertrauen schenken: «Fürchte dich nicht.»

Ich habe dich erlöst
Dieser Teil des Verses gibt uns die Begründung dafür, warum wir uns nicht zu fürchten brauchen. Wir sind erlöst. Die Erlösung ist ein Teil des grossen Heils, das uns durch das Werk des Herrn auf Golgatha geschenkt worden ist. Erlösung setzt Knechtschaft und Bindung voraus. Beides war bei uns vorhanden, bevor wir den Herrn Jesus im Glauben angenommen haben. Wir waren Sklaven der Sünde und befanden uns in der Gewalt Satans. Aus diesem Zustand heraus sind wir erlöst und befreit worden. Deshalb brauchen wir keine Angst mehr zu haben.
Als die Kinder Israel in der Passahnacht vom Fleisch des Lammes assen, wussten sie sich zwar unter dem Blut vor dem Gericht, das über Ägypten hereinbrach, geschützt. Sie waren aber noch nicht aus der Macht des Pharaos erlöst und befreit. Erst als das Volk am anderen Ufer des Roten Meeres stand, konnten sie das Lied der Erlösung anstimmen. Jetzt war die Macht des Feindes gebrochen und ihre Knechtschaft endgültig zu Ende.
So dürfen auch wir wissen, dass wir einerseits unter dem Schutz des Blutes unseres Heilands stehen, das uns vor dem gerechten Gericht Gottes schützt. Wir dürfen aber auch wissen, dass die Macht des Feindes gebrochen ist und wir ein erlöstes Volk sind. Satan kann keine Ansprüche mehr an uns stellen. Wir sind nicht mehr seine Sklaven, sondern wir gehören unserem Herrn an.
Es ist unmöglich, über Erlösung nachzudenken, ohne an den Preis zu denken, der für unsere Erlösung bezahlt werden musste. Der Apostel Petrus schreibt dazu: «Indem ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid, … sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Flecken und ohne Fehl» (1 Petrus 1,18.19). Vergessen wir nie, dass es dieser Preis war und dass der Herr Jesus ihn am Kreuz von Golgatha aus Liebe zu uns bezahlt hat.
Die Erlösung ist darüber hinaus eine vollendete Tatsache. «Ich habe dich erlöst.» Diese Aussage steht in Vergangenheitsform. Damit wird also keine vage Hoffnung ausgedrückt, sondern ein bewusstes Wissen. Wir sind erlöst. Es ist gegenwärtiger Besitz. Dieser Gedanke darf uns Mut machen und ist gleichzeitig Grund zu tiefer Dankbarkeit.

Halte fest 1998

„Darum mach Schluss mit deiner Gleichgültigkeit und kehre um!“

Ich überführe und züchtige, so viele ich liebe. Sei nun eifrig und tue Buße!
Elberfelder 1871 – Offb 3,19

So mache ich es mit allen, die ich liebe: Ich decke auf, was bei ihnen verkehrt ist, und weise sie zurechtq. Darum mach Schluss mit deiner Gleichgültigkeit und kehre um!
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Offenbarung 3:19

Ich zeig dir deinen Mist, weil ich dich liebe! Ich will dich fürs Leben trainieren, darum strafe ich dich.
VolxBibel – Offenbarung 3,19

Wenn sich bei Christen sich auf einmal alles um Sport, Gesundheit, Arbeit, Wetter dreht – was läuft dann falsch? Was, wenn christliche Zeitschriften einmal diese eben genannten Themen aufgreifen, um ihr Heft voll zu bekommen, anstatt sich um den Vater oder Jesus Christus zu drehen? Was wenn eine Gemeinde es nicht mehr erträgt, wenn die Verkündigung – der Vortrag über Gott – eine Stunde dauert, und man mit 15 oder 30 Minuten zufrieden ist? Dann scheint doch wohl der Geist Gottes, der Segen Gottes entzogen worden zu sein. Warum sollte Gott seinen Geist den Menschen entziehen, die doch offziell IHN präsentieren? Weil vielleicht Fehler zugedeckt wurden, und Ungerecht gedeckt wird! Zuerst versucht Jesus durch Zurechtweisung uns zur Umkehr zu bringen – zum Schluß entzieht ER seinen Segen.

Die Gemeinde von Laodizea ist typisch für eine moderne Gemeinde, in der es gar kein Bewußtsein mehr für die eigentlichen geistlichen Bedürfnisse gibt und wo man sich statt dessen mit einem prächtigen Rahmen und all den materiellen Dingen, die man für Geld kaufen kann, begnügt. Das Sendschreiben in der Offenbarung richtet sich gegen diese selbstzufriedene Haltung. Auf seine Botschaft kann es nur eine einzige Antwort geben: Eifrig sein und Buße tun. Christus wies die Gemeinde zurecht, weil er sie liebte, und seine Liebe schreckte auch vor der Züchtigung nicht zurück.

Walvoord Bibelkommentar

»Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich« (V. 19): Es sind seine Kinder, die Gott erzieht, auch unter Schmerzen. So ist es tröstlich und frohmachend, wenn wir sehen, dass uns Gott nichts mehr »durchgehen« lässt, sondern uns, unter Umständen auch wehtuend, erzieht. Diese Erkenntnis ist in der Schrift eine durchgehende Linie (Sprüche 3,11.12; Ps 94,12; Heb 12,4-11). Von V. 19 an bekommt dieses Sendschreiben hier einen besonders lockenden Ton: »Sieh, es ist doch in meinem Ernst die Vaterliebe am Werk.«

Bußruf.
»So mache dich auf und tue Buße«: Die Christen in Laodicea sollen die Distanz, auf die sie ihrem Herrn gegenüber gegangen sind, überwinden und sich zu ihm auf den Weg machen, um ihm neu ganz nah zu sein. Er lädt sie ein: »Komm doch wieder heim zu mir. Sei bei mir ganz zu Hause!« – Dabei duldet die Sache keinen Aufschub. Die Frist und Chance, die der Herr nun noch einmal gibt, währt nicht unbegrenzt.

Edition C

Die Gemeinde soll diese Zurechtweisung und Züchtigung als Ausdruck der Liebe Gottes verstehen, getreu dem Motto aus Spr 3,12: „Denn wen der HERR liebt, den züchtigt er wie ein Vater den Sohn, den er gern hat.“ (vgl. Heb 12,6). „Strafen darf jedenfalls an unserer Stelle nicht als Strafe im Jüngsten Gericht oder als abschließendes Strafurteil verstanden werden. Es ist vielmehr der unwiderlegbare Aufweis des sündigen Verhaltens von Laodizea und der klare Hinweis auf die Konsequenzen, wenn keine Buße erfolgt.“ (Maier I, 244).
Deshalb soll die Gemeinde umkehren und nicht mehr lau, sondern eifrig sein.

Pastor Michael Mainka – Offenbarung des Johannes

Durch die Überführung bringt er uns zur Erkenntnis unsres seitherigen Übelstandes, und durch die Züchtigung bringt er uns künftighin in einen besseren Zustand. Beides zusammen ist eine große Wohltat und ein wichtiges Liebeswerk.
Wenn einer im süßen Schlaf liegt, während Feuer ausbricht im Haus oder gar in dem Zimmer, in dem er schläft, so dass er in Gefahr ist umzukommen, ohne dass er davon weiß, und ein anderer wollte ihn wecken und mit Gewalt aus dem Feuer reißen; ein dritter aber sagte: Ei, er schläft so sanft, du musst ihn nicht aufwecken und erschrecken; er dauert mich wäre das ein Werk der Barmherzigkeit und der Liebe? Doch die sicheren Sünder wollen immer haben, dass man ihre Ruhe und ihr eingebildetes Wohlsein nicht stören soll. Wir aber wollen vielmehr den Heiland bitten, er möchte unsrer nur nicht schonen und damit fortfahren, auch wenn wir uns seiner Überführung und Züchtigung entziehen wollten.

Bengel – Die sieben Sendschreiben

In diesem Augenblick legt der Herr die Maske des geschäftsbeflissenen Händlers ab und offenbart sich als der, der er ist: als Freund aller Gemeinden: [19] Ich – die ich liebe, die weise ich zurecht und züchtige sie. Die Freundesliebe (Jo 15, 14–15, hier V. 20) äußert sich in zwei Tätigkeiten, die dem Ausdruck nach aus Spr 3, 12 (und Hbr 12, 7) herüberklingen, aber wieder im Zusammenhang zu prüfen sind. Dort stehen sie im Vater-Kind-Verhältnis, und Züchtigung ist an jener Stelle Strafleiden. Johannes liegt es aber fern, von Christus als dem Vater der Jünger zu sprechen. Von Strafleiden fehlt im Abschnitt jede Spur. Zwischen Freunden geht es einerseits um das Wort der Wahrheit: Ich weise zurecht. Der Freund verschmäht alles, was nicht Wahrheit wäre. Er prüft unbestechlich die Werke und nennt das Schlechte ungeschminkt beim Namen. Es folgt das Wort der Züchtigung: Ich züchtige. Er droht in flammendem Zorn, zerschlägt die Einbildung, fordert Konsequenzen und gebietet Umkehr. Das alles spiegelt sich in der Gemeindebotschaft wider. Dazwischen auch das Werben um Gehör, der Weck- und Lockruf. Wenn auch kein Lob möglich ist, so fehlt es doch nicht an Liebe. Auch im Zorn denkt er an sein Erbarmen und „plagt nicht von Herzen“ (Kla 3, 33).
Darum sei (fortan) eifrig und tue Buße. Die erste der beiden Mahnungen steht in Dauerform. Den Jahren der Lauheit (V. 16) mögen Jahre des Eifers folgen. Der Eifer des tempelreinigenden Jesus möge sie erfassen (Jo 2, 17) und den alten, unreinen Eifer, der die Gemeinde zum Kaufhaus werden ließ, verbrennen. Hinaus mit der weltversunkenen Emsigkeit, mit dem Feilschen, Raffen, Schaffen, Rennen und Laufen um nichts! Gottes Name, Reich und Wille bestimmen die Gemüter neu.

Wuppertaler Studienbibel

Nun scheinen die einzelnen Christen gefordert zu sein! Jeder kann für sich tiefer in Gottes Wort graben, sich täglich durch Bibellesen und Gebet -und es gibt ja immer mehr Bibelkreise – in denen es sich noch um Gott und Sein Wort dreht. Also kehren wir um, und hören auf Jesu Worte!

niedergemacht und benachteiligt?

Freuen dürft ihr euch, wenn sie euch beschimpfen und verfolgen und verleumden, weil ihr zu mir gehört. Freut euch und jubelt, denn bei Gott erwartet euch reicher Lohn. So haben sie die Propheten vor euch auch schon behandelt.«
Gute Nachricht Bibel 2018 Matthäus 5,11–12

Und nicht nur das. Haltet euch jedes Mal für gesegnet, wenn euch Leute niedermachen oder benachteiligen, wenn sie Lügen über euch verbreiten, um mich in Misskredit zu bringen. Ihr werdet – so unwahrscheinlich das jetzt noch für euch klingen mag – in solchen Situationen eine ganz tiefe Freude empfinden, ja regelrecht fröhlich sein. Und das ist erst der Anfang der Belohnung. Gott wird den Himmel weit für euch öffnen. Und denkt daran, dass ihr in bester Gesellschaft seid. Meine Propheten und Zeugen sind in allen Jahrhunderten drangsaliert worden.
Willkommen daheim Matthäus 5:11–12

Heute wird ja viel gejammert. Hatte den Vers schon vor 2 Jahren – aber aus dem Blickwinkel, dass es in christlichen Strömungen oft „Ausgrenzung“ von „Abweichlern“ gibt.
Aber heute gibt es viele Christen, die sich wegen politischen Problemlösungen „Sorgen machen“ und deshalb „auf die Straße gehen“ – ist das unter der obrigen Aussage Jesu zu verstehen??

Es gilt nun, die beiden Grenzpfähle der Seligpreisung in Mt 5, 11 zu beachten. Der eine Grenzpfahl ist die Beifügung: »sofern sie dabei lügen«. Man könnte diese Beifügung als spezielle Erläuterung zu »sie bringen alles Böse gegen euch vor« auffassen. Ebenso gut ist es aber möglich, die Beifügung auf den ganzen Satz zu beziehen. Der Sinn ist dann: »Sofern Schmähung und Verfolgung und Anklage nicht durch eure eigenen Fehler hervorgerufen werden.« Wir möchten diesen weiteren Sinn bevorzugen (vgl. 1 Petr 2,19; 3,14ff.; 1 Petr 4,14ff.). Es ergibt sich also, dass Jesus auch bei seinen Jüngern noch mit Verfehlungen rechnet. Er will aber auf jeden Fall verhindern, dass sich jemand vor Gott oder den Brüdern als Glaubensverfolgter ausgibt, obwohl die Verfolgungsmaßnahmen in seinem eigenen Fehlverhalten begründet sind. Der zweite Grenzpfahl ist durch die Stellung im Urtext noch mehr unterstrichen und lautet: »um meinetwillen«. Die alten Handschriften weichen hier voneinander ab. Im Westen las man statt »um meinetwillen« häufig »um der Gerechtigkeit willen«. Syrische Textzeugen haben »um meines Namens willen«.
Blicken wir zu Lukas 6,22 , dann lesen wir dort: »um des Menschensohnes willen«. Vermutlich hat Jesus den Wortlaut von Lukas 6,22 , benützt. Daraus ergeben sich dann die anderen, abkürzenden Überlieferungen. Der Sinn ist aber in sämtlichen Überlieferungen derselbe: Um Jesu willen soll die Verfolgung geschehen. Das letzte Motiv der Verfolgung liegt somit in unserer Verbindung mit Jesus! Nicht um der Kirche willen, nicht um eines »christlichen Einflusses« willen, nicht um unserer Treue zum Pfarrer, Prediger, Bischof u. dgl. willen können wir uns zu den Glücklichen der letzten Seligpreisung zählen, sondern allein um Seinetwillen! Am Ende der Seligpreisungen tritt also erstmals in der sog. Bergpredigt klar hervor: Unser Verhältnis zu Jesus hat schicksalentscheidende Bedeutung. In Mt 5, 10 hieß es noch: »um der Gerechtigkeit willen«. Jetzt heißt es: »um Jesu willen«. Die Gleichung: Jesus unsere Gerechtigkeit, die Paulus in 1 Kor 1,30 vornimmt, ist wurzelhaft schon in der »Berglehre« vorhanden. Jesus lehrt nicht Sätze, die abgesehen von seiner Person Bedeutung haben, sondern Sätze, die unzertrennlich an seine Sendung als Gottessohn geknüpft sind. Darin liegt ein zentraler Unterschied zu den Rabbinen. Angesichts dessen ist es noch einmal unmöglich, die achte und die neunte Seligpreisung zu einer einzigen zusammenzuschieben. Vielmehr führt Jesus am Ende der Seligpreisungen bewusst zu seiner Person hin.
Wir sprachen von den Grenzpfählen der letzten Seligpreisung. Dazu müssen wir noch eine Anmerkung machen, die für unser Urteil und unsere Seelsorge wichtig ist. Die Strategie des Teufels ist es immer gewesen und wird es immer sein, die Motive möglichst zu vermischen. D. h. ganz praktisch z. B.: Eine Diktatur wartet, bis ein Christ sich etwas zu Schulden kommen lässt, und packt ihn dann bei seinem Vergehen, will aber eigentlich die Glaubensverbindung mit Jesus bestrafen. Oder umgekehrt: Ein Christ leidet im Grunde wegen seiner Schuld, macht es aber plausibel, dass auch Glaubensgründe bei der Verfolgung im Spiel sind. Hier braucht die Gemeinde Weisheit und wartende Geduld, um solche Fälle richtig einzuordnen. Für uns selbst aber brauchen wir ein enges Gewissen, um uns nicht selbst zu betrügen.
Vor dem Hinweis auf die göttliche Gabe schaltet Jesus am Beginn von Mt 5,12 die Aufforderung zur Freude ein: »Freut euch und jubelt!« Das Wort für jubeln ist ein typisch endzeitliches Wort, vgl. Off 19,7 . Allein dies eine Wort macht deutlich: Jesus sieht jetzt die Endzeit angebrochen. Leider gibt der Luthertext dem keinen Ausdruck.
Was ist der Grund zur Freude? »Denn euer Lohn ist groß im Himmel«, sagt Jesus. Die Wendung »im Himmel« ist wieder jüdische Umschreibung für den aus heiliger Scheu vermiedenen Gottesnamen. Der »große Lohn« – was sollte es anderes sein als die Zugehörigkeit zum Gottesreich, von der alle Seligpreisungen sprechen? Das biblische Wort vom »Lohn« hat viele Angriffe erfahren. Den einen klingt es zu pharisäisch, den anderen erscheint es als philosophisch minderwertig. Soll doch nach den Philosophen das Gute nicht um des Lohnes willen, sondern um des Guten willen getan werden. Wir sollten aber aus folgender Erwägung ruhig an diesem Wort festhalten: jedem biblischen Leser ist klar, dass »Lohn« in den Verheißungen Gottes keine Abrechnung auf Mark und Pfennig bedeutet, sondern eine vom allmächtigen Schöpfer und liebenden Erlöser völlig frei festgesetzte Antwort auf unser Tun. Es gibt keinerlei Rechtsanspruch mit »Soll« und »Haben« diesem Gott gegenüber, da wir alle gesündigt haben und nur aus Gnade leben – wörtlich und geistlich verstanden. Zweitens ist jeder Mensch so geschaffen, dass er fragen muss, was bei seinem Handeln herauskommt. Ohne Ziele kann der Mensch weder leben noch handeln. Wenn die Philosophie vom Tun des Guten »um des Guten willen« redet, so verbirgt sich darin das Ziel, sich an seinem Handeln selbst zu erfreuen. Wir müssen die falsche Konstruktion eines absichtslosen Menschen als etwas völlig Unrealistisches aufgeben. Wie der Schöpfer selbst hat auch »der kleine Schöpfer« Mensch seine Ziele und soll sie sich bewusst machen.
Jesus schließt mit dem Hinweis: »Denn genau so haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren«. Dasselbe sagte er in Mt 23,29ff.); Mt 23,37 . Dort nennt er Abel und Sacharja als Beispiele (nicht zu verwechseln mit dem Sacharja unter den sog. »kleinen Propheten«!). Andere Beispiele wären Jeremia, Elia, Micha ben Jimla, Amos und Johannes der Täufer. Auch den königlichen Propheten David könnten wir dazuzählen. So wie die Psalmen 78 und 106 und Stephanus Israels dauernde Hartnäckigkeit gegen Gott beklagen (Apg 7,2ff.), so beklagt Jesus die Misshandlung der göttlichen Boten durch Israel. Zugleich enthält aber auch dieser Hinweis eine Lockung: Jesu Jünger werden als Gottes Boten mit den Propheten Israels auf eine Stufe gestellt (vgl. Eph 2,20)!
Insgesamt ergibt sich, dass Jesus prophetisch in einer Zeit, als er noch nicht im Kampfe stand, die Verfolgung seiner Jünger durch Israel und die Völker angekündigt hat. Gerade die um seinetwillen Verfolgten preist er glücklich. Seine Jünger werden also rechtzeitig und genügend vorbereitet. Die Kosten der Nachfolge werden nicht verschwiegen. Allein diese Prophezeiung schon ist und bleibt ein Trost für alle, die um seines Namens willen ins Feuer kommen. Sodann tröstet uns, dass wir gerade in der Verfolgung ein Zeichen dessen sehen dürfen, dass wir lebendige Christen sind. Und drittens tröstet uns der Lohn, der uns nach Jesu Worten zufällt. Halten wir auch da wieder fest, dass der Lohn der Zugehörigkeit zum Gottesreich schon hier in diesem Leben gegeben wird, dass er aber in der Zukunft seine volle Herrlichkeit und seine Vollendung erfahren wird. Wie Luther können wir sagen: »Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, lass fahren dahin! Sie habens kein Gewinn. Das Reich muss uns doch bleiben!«

Edition C

Bei aller Ähnlichkeit mit der vorherigen Seligpreisung besteht doch ein Unterschied: Hier spricht der Herr nicht von dem Leiden um der Gerechtigkeit willen, sondern von Schmähungen, Verfolgungen und bösen Worten um Seinetwillen. Es geht also um die Person unseres Herrn und um das Bekennen Seines Namens. Das Leiden um der Gerechtigkeit willen ist eine Folge unserer moralischen Haltung und unserer Handlungen, das Leiden um Jesu willen eine Folge unseres Bekenntnisses zu Ihm.
Bekenntnis zu Jesus
Zwar kennen wir in den demokratisch regierten Ländern keine offiziellen Verfolgungen von Christen, wie sie noch heute in einigen Ländern vorkommen. Nach dem deutschen Grundgesetz darf unter anderem niemand wegen seines Glaubens und seiner religiösen Anschauungen benachteiligt werden; die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Aber das bedeutet nicht, dass alle Menschen den Christen gut gesonnen sind. Wie mancher junge Gläubige hat den Spott und die Schmähungen seiner Kameraden erfahren, wenn er beim Eintritt in das Berufsleben an seiner Arbeitsstelle, bei der Bundeswehr oder beim Ersatzdienst bekannte: „Ich glaube an den Herrn Jesus als meinen Erlöser!“ Es kann sogar sein, dass es nicht bei Schmähungen und lügnerischen Verleumdungen, d.h. Worten, bleibt, sondern zu Verfolgung, d.h. Taten kommt. Mit dem Wort „wenn“ will der Herr nicht nur eine eventuelle Möglichkeit andeuten, sondern auf eine sicher zu erwartende Tatsache hinweisen. Wer sich öffentlich und mutig auf die Seite unseres Herrn und Heilandes stellt, indem er sich zu Ihm bekennt, wird Verachtung, Spott und Hohn ernten. Dabei geht das Leiden um Jesu willen und um der Gerechtigkeit willen oft in einander über. Manchmal wird bereits mit Hohn und Verachtung reagiert, wenn der Name des Herrn Jesus freimütig bekannt wird. Manchmal wird dies zwar noch mitleidig lächelnd hingenommen, aber sobald sich der Gläubige dann auch durch sein praktisches Verhalten als Christ erweist, gibt es Ablehnung und Hass.
Satan versucht immer, die Jünger des Herrn davon abzuhalten, seinen Namen zu bekennen. Er flüstert der Seele ein: „Ist es denn wirklich nötig, jetzt von dem Herrn Jesus zu sprechen? Du brauchst doch nicht immer von dem Evangelium zu zeugen!“ Er will ja nicht nur das Bekenntnis zu Christus als Herrn verhindern, sondern auch die Ausbreitung der Botschaft seiner Gnade. Aber für den, der den Herrn wirklich liebt, kann und darf es kein Schweigen, keine Rücksichtnahme auf die eigene Stellung, auf das Fortkommen der Kinder und auf was sonst noch alles geben. Ist Er es nicht wert, dass wir uns rückhaltlos zu Ihm bekennen, auch wenn dies vermeintliche Nachteile mit sich bringen könnte?
Ein Beispiel für dieses Leiden um des Herrn Jesus willen bieten die Apostel in Apostelgeschichte 4 und 5. Nachdem sie viele geheilt und zum Herrn geführt hatten, wurden sie von den Führern der Juden gefangen genommen und aufgefordert, nicht mehr von dem Namen Jesu zu sprechen (Apg 4,18; 5,28). Aber sie konnten und wollten nicht schweigen. Als sie dann nach ihrer zweiten Verhaftung und wunderbaren Befreiung wieder bedrängt und schließlich sogar geschlagen worden waren, wie gingen sie dann vom Synedrium fort? Voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden (Apg 5,41).
Freude
So fügt auch der Herr Jesus seiner Seligpreisung hinzu: „Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.“ Es gibt nichts Höheres, als Christus als Erlöser und Herrn zu besitzen. Er ist es wert, dass wir uns offen zu Ihm bekennen. Für eine ängstliche Seele und für das Fleisch mögen die vermeintlich drohenden nachteiligen Folgen eines treuen Bekenntnisses unseres Heilandes schwer wiegen. Aber der Herr sagt etwas anderes: „Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.“ Die Jünger des Herrn sollen sich nicht trotz, sondern wegen der mit ihrem Bekenntnis verbundenen Leiden freuen (vgl. Röm 5,3; Jak 1,2). Auch wenn das Bekennen des Namens des Herrn zu irdischen Nachteilen führen sollte – was ja nicht immer der Fall ist –, ist der von Ihm selbst verheißene Lohn in den Himmeln unvergleichlich größer! Zu wissen, in den Fußstapfen des Herrn Jesus zu gehen, gibt schon Freude. Diese Freude wird vergrößert durch den verheißenen Lohn, der nicht mit der Erde, sondern mit dem Himmel in Verbindung steht (vgl. Mt 6,19).

Arend Remmers – Die Bergpredigt

Ein merkwürdiges Wort für den natürlichen Menschen. Nach seiner Meinung sind die Christen bedauernswerte Leute. Nach dem Urteil Jesu aber sind sie beneidenswerte Leute, die fortgesetzt Grund haben zu jauchzender, ja zu hüpfender Freude.
Der Sänger in Ps 73 singt: »Vergeht mein Fleisch und mein Herz – meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig.« Das ist also das Geheimnis der Freude im Herzen, daß sie an Gott genug haben. Mag die gottfeindliche Welt einen Paulus und Silas ins Gefängnis werfen, und mag sie die drei Freunde Daniels in den Feuerofen werfen, eines kann man ihnen nicht nehmen, die Gemeinschaft mit Gott. Und mag man den Ofen auch siebenmal heißer machen als gewöhnlich, der Herr geht mit in den Glutofen hinein als der vierte im Bunde.
Und wenn nun in V. 12 das Wort steht: »Denn euer Lohn ist groß in den Himmeln« und daraus gefolgert wird, die Gemeinde erleide deshalb das alles, weil sie ja belohnt würde dafür, weil sie also doch letzten Endes den pharisäischen Verdienst- und Lohngedanken vertrete und wiederum der Leistungsgerechtigkeit huldige, so ist eine solche Folgerung ein großer Irrtum. Nicht lohnende Vertröstung aufs Jenseits ist gemeint, sondern bei dem Wort »in den Himmeln« dürfen wir wohl an das »Königreich der Himmel« denken. Dieses »Königreich der Himmel« besteht, wie wir schon sagten, aus zwei Sphären, aus einer schon angebrochenen und einer noch zukünftigen. Beide Sphären bestehen gleichzeitig, greifen ineinander, liegen nebeneinander und nicht nacheinander.
Es sollte also nicht von einem Nacheinander der zwei Sphären und des darauffolgenden Lohnes geredet werden, sondern von der Gleichzeitigkeit des Leidensopfers der Jünger und der Annahme dieses Opfers durch den Herrn schon jetzt. Mit anderen Worten: Wo hier verworfen wird, ist dort jetzt schon Anerkennung. Während hier unten die Menschen die Jünger verletzen, verbindet und heilt sie der Herr. Während hier die Menschen den Jüngern Unrecht antun, tut der Herr ihnen fort und fort Gutes, schon hier und jetzt, aber anbruchsweise (incognito), dann aber vollendungsweise (publice), herrlich und groß, für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten.
Das Wort »Lohn« müßte besser mit Vergeltung im Sinne von Dank, Schenkung unverdienter Gottesherrlichkeit übersetzt werden. Weil das Geschenk der Gottesherrlichkeit, das dem Christusnachfolger dann wirklich, d. h. sichtbar mitgeteilt wird für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten, ohne Ende in ewig steigender Fülle, weil solch ein Geschenk ja überhaupt in keinem Verhältnis zu unserem Leiden und Arbeiten für den Herrn steht, darum kann auch nicht davon die Rede sein, daß das Wort »Lohn« im Sinne von »Bezahlung für eine geleistete Arbeit« zu verstehen sei!

Wuppertaler Studienbibel

Nein – wer heute sich wegen politischen Ansicht arangiert, wird NICHT wegen Christus verfolgt!