Thomas Pape

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sollt ihr euch nicht einmal mit Worten einlassen

Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Habsucht (O. Gier) werde nicht einmal unter euch genannt, gleichwie es Heiligen geziemt
Elberfelder 1871 – Epheser 5,3

Unter euch sollen sexuelles Fehlverhalten oder Unreinheit und auch die Gier nach Reichtum noch nicht einmal Gesprächsgegenstand sein. Nur das ist angemessen für Menschen, die ganz auf Gottes Seite gehören.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – Epheser 5:3

Götzendienerische Unzucht aber und jegliche Unreinheit oder Habgier soll unter euch noch nicht einmal zum Thema gemacht werden, wie es sich auch für Gottgeweihte gebührt
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – Eph 5,3

Auf sexuelle Unmoral und Schamlosigkeit jeder Art, aber auch auf Habgier sollt ihr euch nicht einmal mit Worten einlassen, denn es gehört sich nicht für Gottes heiliges Volk, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Eph 5:3

Ihr gehört nun zu Gott. Da passt es selbstverständlich nicht mehr, sich sexuell unmoralisch zu verhalten, ausschweifend zu leben oder alles haben zu wollen. Über so etwas sollt ihr nicht einmal reden!
Hoffnung für Alle – Eph 5,3

Vers 1 und Vers 2 hatten wir ja schon ….

Als Kinder des Lichts zu wandeln, verlangt weit mehr, als lediglich sich der hier erwähnten Sünden zu enthalten. Sie dürfen bei anderen nie anerkannt werden, noch soll man überhaupt von ihnen reden, vielmehr sollen sie gerügt werden. »Genannt« (onomàzo, Namen geben, nennen) muß hier eine engere Bedeutung haben als lediglich »erwähnen«. Diese Sünden werden hier vom Apostel erwähnt; manchmal muß man selbstverständlich diese Sünden beim Namen nennen, etwa bei Fragen der Gemeindezucht. Wenn man solche Dinge erwähnt, dann soll das nie leichtfertig oder witzelnd geschehen, sondern mit Zittern. Wie es Heiligen geziemt, sollen diese Sünden nie in tolerierender Weise genannt werden. »Hurerei« bedeutet, wenn es wie hier allein steht und nicht von »Ehebruch« begleitet wird, Unzucht im umfassenden Sinn. In der Wendung »alle Unreinigkeit« (akatharsìa) bedeutet »alle« (pas) Unreinheit in jeder Art und Gestalt, sei es in Gedanken, Wort oder Tat. »Habsucht« (pleonexìa, Habgier, die Lust, mehr zu erlangen, 4,19), (zusammengesetzt aus pleon, mehr, und echein, haben, also wörtl. »mehr haben wollen«, der Übers.) ist nicht auf Geldgier beschränkt.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Alle Fragen, die der Apostel in seinen Ermahnungen ab Kap. 4 ff anschneidet, sind von der Gemeinde aus gesehen und gestellt. d. h. es werden hier Dinge berührt, welche nicht nur für die damaligen Gemeinden, sondern zu allen Zeiten im Gemeinschaftsleben der Kinder Gottes brennend sind. Auch in seinen sittlichen Ermahnungen ist der Epheserbrief ein Gemeindebrief. Er wäre es nicht, wollte er nur von den großen, kostbaren Heilsgütern der Gemeinde, ihrem köstlichen Heilsbesitz, ihrer wunderbaren Hoffnung, ihrer ewigen Herrlichkeit (Kap. 1-4,16) reden. Der Epheserbrief bekommt als Gemeindebrief erst seine Vollendung dadurch, daß auch die Nöte und Schwierigkeiten der Gemeinde berührt werden (Kap. 4,17 ff). Das gibt diesem Brief nicht allein eine universale Geltung, weil er zu jeder Zeit und Lage die Situation der Gemeinde trifft, sondern gibt ihm auch diesen tiefen Wirklichkeitssinn, der nur auf dem Grunde göttlicher Offenbarung und lebendigen Glaubens erwächst.

So gesehen, ergibt sich, was allein aus dem Dasein einer solchen Vermahnung folgt: Paulus redet von Schäden des Gemeindelebens, redet von tatsächlichen Vorfällen, wie sie sich in Korinth ereignet haben, so auch in den Gemeinden Kleinasiens. Darum muß der Ausdruck „Hurerei“ zunächst einmal wörtlich genommen werden. In dieser wörtlichen Bedeutung redet er auch unsere gegenwärtige Gemeinde an. Nie wird man nun zwar diese Zeitgemäßheit des V. 3 empirisch belegen können, denn das Sexuelle ist keine Sache der Statistik oder der öffentlichen Diskussion, aber Gott sagt auch heutigentags dies Pauluswort Seiner Gemeinde. Es ist also falsch, nur rein historisch diesen Satz verstehen zu wollen. Nach unserm Wort bricht in solchen Verfehlungen die Welt des Widergöttlichen in die Gemeinde herein (V. 5). Es ist Abgötterei, es ist ein Götzendienst, damals sowohl als auch heute.

Merkwürdig ist zu beobachten, wie das Gewissen der sittlich erzogenen Christenheit im ganzen durchaus beipflichtet, wenn sich das Wort Gottes gegen diese groben Fleischessünden kehrt, dagegen in bedenklicher Weise versagt, wenn die Schrift die Habsucht, d. h. die „Sucht zu haben“, in diese Rubrik setzt (Rö 1,29). Einem offenkundig Unreinen und Unzüchtigen würde in wirklich christlich gesinnten Kreisen doch schier jede Tür verschlossen sein. Ob dem ebenso offenkundig Habsüchtigen auch? Die Sucht zu haben, hat eben eine reiche und sehr anständige Garderobe. Sie kleidet sich in das Gewand der Rührigkeit, der geschäftlichen Tüchtigkeit, vor allem aber der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit. So aufgeputzt, erscheint sie ungehindert in der besten Gesellschaft. Darum ist sie viel gefährlicher als selbst schamlose Unzucht, die nicht daran denkt, sich zu verkleiden. Nur das Wort Gottes zeigt uns ihr wahres Wesen und ihre innige Zusammengehörigkeit mit aller Unreinigkeit und Unzucht. Denn Habsucht ist eine der schmutzigsten Formen der Abgötterei, eine Wurzel alles Übels (Kol 3,5;1 Tim 6,10).

F.Rienecker – Wuppertaler Studienbibel

Die Ermahnungen, die wir nun von Paulus hören, sind mit einem Lebenswandel im Licht verbunden. Alles, was das Licht Gottes nicht ertragen kann, darf bei Gläubigen keinen Platz haben. Außerdem steht es im Widerspruch zur Liebe. Die Liebe sucht immer das, was für den anderen gut ist, sogar dann, wenn das auf eigene Kosten geht. Aber die Dinge, die hier genannt werden, haben nichts anderes zum Ziel, als die eigenen Begierden zu befriedigen. Das sind Sünden, durch die man sich auf Kosten eines anderen Genuss verschafft.
Alles wird daran gemessen, wer Gott ist. Der Gläubige ist nach Ihm geschaffen (4,24). Gott ist Licht, das ist sein Wesen (1Joh 1,5); und Gott ist Liebe, das ist seine Natur (1Joh 4,8,16). Gläubige wandeln als Kinder Gottes in Liebe (5,1.2), und als Heilige wandeln sie im Licht (5,3–21). Die Dinge, die von Vers 3 an genannt werden, passen nicht zu Liebe und Licht. Für den Gläubigen gehört es sich nicht, Dinge zu tun, ja nicht einmal zu erwähnen, die sich „nicht geziemen“ (V. 4), also nicht zum Wesen und zur Natur Gottes passen. Es geht hier nicht so sehr um Taten, sondern um das, was ihnen vorausgeht. Es geht um das, was im Herzen ist und was der Mund ausspricht. „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ (Mt 12,34). Paulus verurteilt hier natürlich die Art zu reden, die jemandes Wollust verrät.
Wenn er Dinge nennt, von denen er sagt, dass sie nicht einmal genannt werden sollten, handelt er damit nicht im Widerspruch zu seiner eigenen Ermahnung. Er nennt sie ja in missbilligendem Sinn. Genau so muss über diese Dinge auch gesprochen werden, wenn Zucht in der Gemeinde ausgeübt werden muss oder sie anderweitig angeprangert werden müssen (V. 11). Lass dich aber nicht dazu verführen, diese Dinge leichtfertig oder in Witzen zu erwähnen, auch nicht, um sie zu tolerieren.
„Hurerei“ ist hier Unzucht im weitesten Sinn des Wortes. Es handelt sich um jeglichen sexuellen Umgang außerhalb der Ehe, und das ist mehr als nur Ehebruch. „Alle Unreinheit“ ist Unreinheit jeder Form und Art, sowohl in Wort und Tat als auch in Gedanken. „Habsucht“ ist die Sucht nach mehr Besitz und beschränkt sich nicht auf Geld.
Über solche Sachen nicht zu reden, passt zu „Heiligen“. Anständige Menschen achten auf das, was sie sagen, damit ihr guter Name nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird. Aber „Heilige“ haben ein viel höheres Motiv. Sie gehören nicht zu der Welt, in der diese Themen Allgemeingut sind, sondern zum neuen Menschen.

Ger de Koning – Eine Erklärung speziell für dich

Radikale Abkehr von allem, was der Liebe widerspricht (V. 3-6): Nachdem in den V. 1-2 zu hingebungsvoller Liebe aufgerufen wurde, werden in V. 3-6 nun Verhaltensweisen abgelehnt, die im Gegensatz zu solcher Liebe stehen. »Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht … und Hässlichkeiten und dummes Geschwätz oder Possenreißerei« soll es unter Christen nicht geben. Das »Aber« in V. 3 a markiert den Kontrast zu der in V. 1-2 geforderten Liebe. Im Einzelnen geht es um Folgendes: 1.) Sexuelle Fehlverhalten stehen im Gegensatz zu hingebungsvoller Liebe. Paulus nennt »Unzucht … und alle Unreinheit«. »Unzucht« ist ein Begriff, der in der Bibel alle Arten von Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe bezeichnet. So kann Hurerei/Prostitution »Unzucht« heißen (1Mose 38,15-24; 1Kor 6,13ff.); ebenso Geschlechtsverkehr mit nahen Verwandten (1Kor 5,1ff.) und praktizierte Homosexualität (3Mose 18,22; Jud 1,7). Als unrechtmäßiger Geschlechtsverkehr muss auch der voreheliche Beischlaf angesehen werden (vgl. 5Mose 22,20ff.; 1Mose 34,1ff.). Die »Unzucht« beginnt in den sündigen Gedanken des Herzens und wird zur Tat (Mt 15,19).

Sie gehört zu den Werken des Fleisches (Gal 5,19) und charakterisiert das heidnische – nicht das christliche – Leben (1Kor 6,9ff.). Christen sollen mit Unzucht nichts zu tun haben – sie soll unter ihnen »nicht einmal genannt werden«, also absolut kein Thema sein. Und sollte mit dem Wort »Unzucht« irgendeine illegitime Sexualpraktik noch nicht bezeichnet sein, fügt Paulus noch allgemein hinzu, dass das gleiche für »alle Unreinheit« generell gilt. Was im sexuellen Bereich »unrein« und damit sündig ist, kann nur von den Geboten und Verboten Gottes her bestimmt werden (vgl. die Aussagen in 3Mose 18; 5Mose 22; Mt 5,27ff.; Röm 1,24ff.; 1Kor 6,9ff.). Hingebungsvolle, reine Liebe ist das alles nicht, sondern Lustgewinn auf Wegen, die Gott so nicht für unsere Sexualität gedacht hat. 2.) Genau so steht auch die »Habsucht« im Kontrast zu hingebungsvoller Liebe. Die Liebe schenkt. (Christus hat sich, V. 2. für uns hingegeben.) Die Habsucht will. Die Liebe denkt an den anderen. Die Habsucht denkt nur an den eigenen Vorteil. Habsucht ist ein Verfallensein an materielle Güter. Das Geld wird dem Habsüchtigen zum Gott. Deshalb ist Habsucht wie Götzendienst (V. 5; Kol 3,5; vgl. 1Tim 6,9ff.: Geldgier ist eine Wurzel aller Übel). Schon Jesus hat davor gewarnt (Lk 12,15). Und auch der Apostel verlangt, dass Christen sich von aller Habsucht radikal fernhalten. Denn solch eine Einstellung gehört sich nicht für Christen. 3.) Auch »Hässlichkeiten und dummes Geschwätz oder Possenreißerei« stehen im Gegensatz zur Liebe.

Gerhard Maier – Edition C

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