das Ausharren aber Erfahrung, (O. Bewährung) die Erfahrung (O. Bewährung) aber Hoffnung;
Elberfelder 1871 – Römer 5:4
Diese Ausdauer befähigt den Menschen zur Bewährung. Diese Bewährung bringt die Hoffnung hervor,
Das Buch – Römer 5,4
und wer gelernt hat durchzuhalten, ist bewährt, und bewährt zu sein festigt die Hoffnung.
Neue Genfer Übersetzung – Röm 5,4
die Ausdauer jedoch Erprobung, die Erprobung dagegen eine Erwartung.
Gottes Agenda – Röm 5:4

Vers 3 und Vers 5 hatten wir ja schon.
Die Gläubigen können sich des Friedens mit Gott, den Christus für sie erwirkt hat, und der herrlichen Zukunft in der Gegenwart Gottes, die sie erwartet, erfreuen. Doch wie sollen sie sich angesichts der widrigen und schwierigen Erfahrungen, denen sie im ganz normalen Leben so häufig ausgesetzt sind, verhalten? Sie sollen sich auch der Bedrängnisse rühmen. Das Wort „rühmen“, kauchOmetha, stand bereits in Vers 2. „Bedrängnisse“ sind im Griechischen thlipsesin, „Heimsuchungen, Sorgen, Nöte“. Auch Jakobus schrieb: „Meine Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt“ (Jak 1,2). Damit ist allerdings mehr gemeint als das stoische Erdulden von Schwierigkeiten, wenn auch die Geduld oder Beständigkeit das erste Glied in einer Kette von Verhaltensweisen ist, mit denen Christen auf Bedrängnisse reagieren sollen. Hier geht es um die freudige Annahme der Anfechtungen in dem Wissen (von oida, „durch Intuition oder Anschauung wissen“), daß am Ende dieser Erfahrungen (die mit der Anfechtung beginnt) die Hoffnung steht. Bedrängnis bringt Geduld (hypomonen, „Standhaftigkeit“, die Fähigkeit, schwere Zeiten zu ertragen, ohne schwach zu werden; vgl. Röm 15,5-6; Jak 1,3-4). Nur ein Glaubender, der Anfechtungen erlebt hat, kann Standhaftigkeit entwickeln. Standhaftigkeit aber führt zu Bewährung (dokimEn, „Beweis“), und Bewährung zu Hoffnung – zu der Hoffnung, daß Gott alles zum Guten wenden wird.
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Wenn Gläubige in eine Zeit der Prüfungen kommen, sollten sie den Nutzen dieser Prüfungen erkennen. Die Verheißung lautet, dass Gott durch diese Prüfungen einen geistlichen Charakter in den Gläubigen hervorbringen wird. Er wird im Gläubigen die Messiasähnlichkeit herstellen. Der Prozess verläuft in vier Schritten: Erstens: Der Gläubige kommt in eine Prüfung; zweitens: Wenn er sich die Gnade aneignet, die ihm während der Prüfung zur Verfügung steht, wird sie zu geduldigem Ausharren führen; drittens: Wenn der Gläubige die Prüfung, in der er sich befindet, geduldig erträgt, wird sich sein geistlicher Charakter bewähren; viertens: Der bestätigte geistliche Charakter wird zu einem Zustand der Hoffnung führen. Das Bild, das Paulus zeichnete, ist, dass Gott selbst den Gläubigen in verschiedene Prüfungen und Bedrängnisse bringen wird. Wenn der Gläubige seine Position richtig versteht, weiß er, dass er während der Prüfungen Zugang zu Gottes Gnade hat und sich jede Gnade aneignen kann, die er braucht, um durch diese Prüfungen zu gehen. Das führt dazu, dass der Gläubige die Prüfungen geduldig durchstehen kann. Das Ausharren führt zu einem Gefühl der göttlichen Anerkennung. Das Gefühl, von Gott anerkannt zu sein, gibt dem Gläubigen die Hoffnung, die er braucht. Das ist eine sichere Hoffnung, eine Hoffnung, die ihn nicht enttäuschen wird. Letztendlich wird in diesem Prozess der Charakter des Gläubigen so geformt, dass er dem Messias ähnlich wird.
Arnold G. Fruchtenbaum – Ariel’s Bibelkommentar: Römer
Das Ausharren wiederum bewirkt »Erfahrung«: Wir haben gemerkt, dass wir stehen können, weil der Herr uns hält; wir haben erfahren, dass unser Glaube und damit unsere Hoffnung gestärkt werden, indem wir zum Wort Gottes flüchten und uns auf die Verheißungen stellen. So lernen wir die Sünde, die Welt, uns selbst, und vor allem den Herrn kennen, der bei uns ist und uns nicht verlässt.
Benedikt Peters – Der Brief an die Römer
„Geduld“ wirkt Erprobtheit – so zieht Paulus die Kette des Handelns Gottes mit seinen Kindern weiter. Erprobtheit oder „Bewährung – erweist die Echtheit und den Tiefgang des Glaubens, wurzelt ihn ein als Tiefwurzler (vgl. 1Kor 3,13; 2Kor 8,2; 1Petr 1,7; Jak 1,12). Und solch gewurzelter, erprobter und geläuterter Glaube bewirkt „Hoffnung“. Nicht das Äußerliche, Sichtbare und Fassbare wird diesen Glaubenden antreiben, sondern er „kann durch den Horizont sehen“ (so eine indianische Übersetzung von „Hoffnung“), er wird hoffen auf Gottes Vollendung. Der bewährte Glaube ist der Glaube, der „beharrt bis ans Ende“ (Mt 24,13) und die Wiederkunft Jesu Christi als Hoffnungsgut glaubt und erfleht.
Gerhard Maier – Edition C