Drittes Buch der Psalmen

Psalm 73 – 89
Buchrolle

thematische Verlinkung und Übersicht der Gedanken – sortiert nach Kapiteln

Thomas 2. Juni 2009 67 Kommentare Trackback URI Comments RSS

67 Kommentare zu “Drittes Buch der Psalmen”

  1. Juleam 5. Mai 2009 um 01:59 Link zum Kommentar

    Psalm 73 – 75

    Psalm 73:2-3,8,11-14,

    Was mich betrifft, meine Füße wären fast abgebogen,
    Meine Schritte wären beinahe zum Ausgleiten gebracht worden.

    3 Denn ich wurde neidisch auf die Prahler,
    [Als] ich ständig den Frieden der Bösen sah.

    8 Sie höhnen und reden über das, was schlecht ist;
    Von Übervorteilung reden sie in hochtönender Weise.

    11 Und sie haben gesagt: „Wie ist Gott dazu gelangt, es zu wissen?
    Und gibt es wirklich Kenntnis beim Höchsten?“

    12 Siehe! Dies sind die Bösen, die auf unabsehbare Zeit unbesorgt sind.
    Sie haben [ihre] Mittel des Unterhalts gemehrt.

    13 Sicherlich ist es vergeblich, daß ich mein Herz gereinigt habe
    Und daß ich in Unschuld meine Hände wasche.

    Kennst du dieses Gefühl?

    Wenn nicht, dann sei froh, dass dein Glaube bisher noch nicht durch den
    scheinbaren Frieden des Bösen ins Wanken geriet.

    Ich persönlich kenne dieses Gefühl nur zu gut und immer, wenn die Probleme überhand nehmen, springt es mich wieder an. Wenn ich sehe, dass unser Gott weiterhin zusieht, nichts tut, die Wahrheit endlich ans Licht zu bringen – und dann im Gegenzug dazu sehe, dass der Gott des Bösen (der Widersacher Jehovas) seinen Dienern aber immer und immer wieder weiterhin Gelingen schenkt! Dann frage ich mich oft, „warum?“.

    Mein Mann hört dann häufig von mir die Worte „der Gott der Schadenstifter tut aber wenigstens was für seine Anbeter, er gibt ihrem Tun Gelingen!“

    Bedeuten solche Gefühle, dass ich im Glauben schwach geworden bin? Dass ich lieber dem Gott der Gegenseite dienen würde, weil ich von meinem Gott enttäuscht bin und endlich auch mal in solchem Ausmaß Gelingen haben wolle?

    Nein! Sicherlich bin ich enttäuscht, denn ich weiß ja, dass der Gott, dem wir hier als Familie dienen, mächtiger ist, als alle anderen zusammen. Wenn er wollte, könnte er die Situation in einem Nu wenden, alles zum Guten und zur Wahrheit hin verändern.

    Dann kommt in solchen Momenten oft der Gedanke der Wertlosigkeit auf.
    Bin ich denn meinem Gott weniger wert, als die Schadenstifter
    ihrem?
    Wie kann das sein, wo mein Gott doch Liebe ist?

    Dann sagt unser tapferes Finchen zu mir „aber du weißt doch, warum Gott das Böse zuläßt. Hast doch die Erklärung in der Bibel gefunden und verstanden. Und außerem: wenn Gott allen seinen Dienern Leid und Schmerz vom Leib hielte, dann würde ja jeder Jehova dienen!

    Recht hat sie, trotzdem gibt es Momente, wo so etwas zutiefst schmerzhaft ist!

    Aber nie bin ich auf die Idee gekommen, „das Lager zu wechseln“ und nunmehr dem Widersacher Jehovas zu dienen, denn dieser ist nichts und niemand, der erstrebenswert ist.

    Dieser Gott – Satan der Teufel – ist es in meinen Augen nicht wert, angebetet zu werden, er hat nichts Schönes und nichts Liebenswertes an sich! Und auch, wenn ich für nur einen ganz winzigen Akt der Anbetung von ihm den Frieden bekommen könnte, den ich mir so sehr ersehne – nicht um diesen Preis! Da erdulde ich die Situation lieber noch einige Jahrzehnte. Aber diesem häßlichen Gott, Satan, dem Teufel, diesem werde ich niemals dienen.

    Denn wenn man genau hinguckt, kommt von ihm nichts Gutes. Er hilft seinen Dienern nur bei schlechten Dingen. Niemals geht von ihm oder seinen Dienern Frieden aus. Einzig und allein Unfrieden, Lügen, Intrigen und Schadenstiften kommt von ihm und findet seine Unterstützung. Nichts, was wirklich erstrebenswert wäre.

    Wenn es hier in Vers 3 heißt, dass Asaph neidisch auf die Prahler wurde und in Vers 13, dass er meint, es sei sicherlich vergeblich, dass er Jehova gedient habe, meint er daher sicherlich ähnliche Gedanken und Gefühle, wie ich sie selbst nur zu gut kenne.

  2. Juleam 5. Mai 2009 um 02:03 Link zum Kommentar

    Psalm 73:16-17,19

    Und ich habe ständig überlegt, um dies zu erkennen;
    Es war Ungemach in meinen Augen,
    17 Bis ich dann in das großartige Heiligtum Gottes kam.
    Ich wollte ihre Zukunft wahrnehmen.
    19 O wie sind sie ein Gegenstand des Entsetzens geworden gleichsam in einem
    Augenblick!
    [Wie] haben sie ihr Ende erreicht, sind dahin durch plötzliche
    Schrecken!

    Wenn wir genau über die Situation nachdenken, so erkennen wir schnell,dass der Frieden des Bösen nur ein scheinbarer Friede ist. Es ist nur ein Haschen nach Wind, bezeichnend für den großen Lügner – dem Teufel. Jesus bezeichnete ihn ja als „Vater der Lüge“.

    Er will uns glauben machen, dass er der bessere Gott ist, dass er würdiger als Jehova sei, angebetet zu werden. Hierzu habe ich am Mittwoch beim Kommentar zum Tagestext einen aussagekräftigen Satz gelesen, der es auf den Punkt bringt:

    „Satan machte Adam und Eva außerdem glauben, es sei besser, sich über Gottes Gebote hinwegzusetzen und ihren eigenen Weg zu gehen“.

    Gerade darum geht es ja hier!

    Darum all die Anfeindungen und darum wartet Jehova auch ab und greift nicht ein: er will dem Satan beweisen, dass es Menschen gibt, die IHN so sehr lieben, achten und respektieren, dass sie auf diese große Lüge nicht reinfallen!

    Hier kommt wieder der Vers 13 ins Spiel. Klar, dass wir in einer derart bedrückenden und scheinbar aussichtslosen Situation darüber nachdenken. Die Schadenstifter haben einzig und allein aus diesem Grund Erfolg, weil sie mit den Waffen ihres Gottes vorgehen und sein Verhalten nachahmen: Lug, Trug und Intrigen und Rufmord. Was wollen wir denn dagegen setzen? Die Wahrheit?

    Was, wenn sich niemand für die Wahrheit interessiert? Was, wenn die Leute, die entscheiden sollen, durch „das Gewäsch“ der Schadenstifter bereits zu sehr eingewickelt sind und wenn wir für die Wahrheit keine Beweise haben, die uns wieder Bewegung und Luft verschaffen würden?

    Hier kommt ja dann die große Frage ins Spiel: Lassen wir uns auf das Niveau des Bösen herab?

    Greifen wir nun zu gleichen Mitteln und verbreiten nun unsererseits Lügen über ihn? Schaffen wir vielleicht falsche Beweismittel, weil wir vielleicht die nötigen Kenntnisse haben, um Dokumente zu fälschen? Bringen auch wir falsche Zeugenaussagen?

    Oder vertrauen wir trotzdem auch hier noch auf Jehova?

    Hier ist dann die richtige Bedeutung von „sicherlich ist es vergeblich, dass ich mein Herz gereinigt gabe und dass ich in Unschuld meine Hände wasche“ – denn unser moralisch einwandfreies Verhalten hat es dem Schadenstifter erst ermöglicht, uns soweit an die Wand zu drücken. Hätten wir mit seinen Mitteln gekämpft, dann hätten wir verhindern können, dass sein Rufmord erfolgreich war.

    In diesem Sinne sind wir manchmal „neidisch auf die Prahler“ und Schadenstifter: weil ihr Gott (wohlgemerkt, das ist Satan der Teufel, nicht Jehova) ihnen Gelingen schenkt, unser Gott hingegen zwar die Macht hat, aber sie (noch) nicht nutzt!

    Wie wir sehen, bedeuten die Worte Asaphs also nicht das, wonach sie auf dem ersten Blick aussehen.

  3. Juleam 5. Mai 2009 um 02:09 Link zum Kommentar

    Psalm 73:27,28

    Denn siehe, gerade die, die dir fernbleiben, werden umkommen.
    Du wirst bestimmt jeden zum Schweigen bringen, der dich unsittlicherweise
    verläßt.

    28 Was aber mich betrifft, so ist es für mich gut, mich Gott zu nahen.
    Zu dem Souveränen Herrn Jehova habe ich meine Zuflucht genommen,
    Um all deine Werke zu verkünden.

    Natürlich ist sich Asaph darüber im Klaren, wie die Situation ausgeht.

    Er weiß, dass der Satan ein Verleumder ist. Er weiß, dass Jehova ein liebevoller Gott ist, der seine Anbeter letztendlich belohnen wird, dass er nicht aus Desinteresse nicht eingreift, sondern einen guten Grund hat, das Unrecht noch eine Weile zuzulassen.

    Auch wir wissen dies. Auch wir wissen um die Streitfrage und oft stelle ich mir das, was hier in Wirklichkeit abgeht, plastisch vor. Denn worum geht es denn? Wie sagte Satan damals zu Jehova? „Haut um Haut und alles was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben“.

    Wer wird sich über uns und unser Verhalten freuen?

    Würde der Widersacher Gottes nicht jubeln, sollten wir endlich von Jehova und der Wahrheit ablassen – und sei es nur, indem wir „endlich“ auch zu unfairen und unmoralischen Mitteln greifen? Immerhin tut Jehova ja nichts, guckt nur zu und wenn wir nicht endlich die Sache selbst in die Hand nehmen, dann wars das.?

    Heißt das aber, dass wir die Hände in den Schoß legen könnten und einfach abwarten sollen, bis Jehova irgendwann die Dinge umkehrt? „Wir haben ja Vertrauen in Jehova“?

    Und wenn wir nicht selbst in einer derart aussichtslosen Situation sind, aber zusehen, wie in unserer nächsten Nähe sich ein solches Drama abspielt – sagen wir dann „Jehova wird es schon richten“? Auch wenn wir die Möglichkeit hätten, helfend einzugreifen,z.B. indem wir bei der Polizei eine wahrheitsgemäße Aussage machen könnten, die die Wahrheit aufdecken würde?

    Sagen wir dann: „Vertraue auf Jehova, er selbst wird dir helfen“?

    Bedeutet ein solches Verhalten den tieferen Sinn von „Vertraue auf Jehova“?

    Ja, das tut es wirklich!

    Genau so, wie in dem Fall, wo dein Haus brennt. Du hast es geschafft, aus den Flammen zu fliehen. Aber im brennenden Haus befinden sich noch Menschen.

    Gut, dass wir in jeder Hinsicht auf Jehova vertrauen können, er wird schon helfen!

    Da lehnen wir uns zurück und lassen Jehova machen. Wozu die Feuerwehr rufen oder versuchen, die anderen aus dem Feuer zu holen?

    „Vertraue auf Jehova“!

    Haben wir den wirklichen Sinn dieser Worte verstanden?

    Könnte es sein, dass Jesus im Schlußteil der Tage zu uns sagt:

    (Matthäus 25:41-46) . . .Dann wird er seinerseits zu denen zu seiner Linken sagen: ‚Geht weg von mir, ihr, die ihr verflucht worden seid, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist. 42 Denn ich wurde hungrig, aber ihr gabt mir nichts zu essen, und ich wurde durstig, aber ihr gabt mir nichts zu trinken. 43 Ich war ein Fremder, aber ihr nahmt mich nicht gastfreundlich auf, nackt, aber ihr bekleidetet mich nicht, krank und im Gefängnis, aber ihr saht nicht nach mir.‘ 44 Dann werden auch sie antworten und sagen: ‚Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als einen Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und dienten dir nicht?‘ 45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: ‚Wahrlich, ich sage euch: In dem Maße, wie ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es mir nicht getan.‘ 46 Und diese werden in die ewige Abschneidung weggehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.“

    Wir für unseren Fall – wir werden auch weiterhin bei Jehova Zuflucht suchen, denn wir wissen: es gibt nichts Besseres!

  4. Juleam 6. Mai 2009 um 02:16 Link zum Kommentar

    Psalm 76 – 78

    Psalm 77:1,2

    Mit meiner Stimme will ich sogar zu Gott selbst schreien,
    Mit meiner Stimme zu Gott, und er wird mir gewiß Gehör schenken.

    2 Am Tag meiner Bedrängnis habe ich Jehova gesucht.
    Nachts ist meine Hand selbst ausgestreckt gewesen und ist nicht erschlafft;
    Meine Seele hat sich geweigert, getröstet zu werden.

    wie sollten wir auf Schwierigkeiten reagieren?

    Ist es verkehrt, wenn wir in unserer Not nicht nur mit Jehova reden oder ihn anrufen – sondern zu ihm schreien? So, dass alle Umstehenden es hören können? (Vers 1)

    Wie sollten wir handeln, wenn wir das Gefühl haben, es nicht mehr ertragen zu können? Sollten wir zu unfairen Mitteln greifen, um uns selbst zu befreien? Sollten wir jedem der es hören will, von unserem Rechtsfall erzählen? Sollten wir unsere Brüder in Unruhe versetzen, weil wir uns von ihnen Bestätigung oder gar Befreiung erhoffen?

    Was hatte Asaph getan? Ist das eine Möglichkeit für uns, um mit Ungerechtigkeit umzugehen?

  5. Juleam 6. Mai 2009 um 02:18 Link zum Kommentar

    Psalm 77:5,6

    Ich habe nachgedacht über die Tage der Vorzeit,
    Über die Jahre in der unabsehbaren Vergangenheit.

    6 Ich will meines Saitenspiels gedenken in der Nacht;
    Mit meinem Herzen will ich Besorgnis bekunden,
    Und mein Geist wird gründlich nachforschen.

    Was ist damit gemeint, „gründlich nachzuforschen“?

    Wir haben ja jetzt den „“Studierabend“ als Ersatz für das Buchstudium der letzten Jahre bekommen. Nutzen wir ihn?

    Wie nutzen wir ihn?

    Wenn wir ihn tatsächlich für theokratische Belange nutzen – welche sind das dann? Besteht unser „persönliches Studium“ darin, dass wir uns nun an diesem Abend auf das WT-Studium vorbereiten – oder ist es wirklich „persönliches“ Studium?

    Forschen wir persönlich nach, zu Themen, die uns persönlich betreffen?

    Diese Fragen kann sich nur jeder selbst beantworten und ganz gewiss sind es Gewissensentscheidungen – wie alles, was wir in dem neuen Buch „“Bewahrt euch in Gottes Liebe“ finden. Aber wenn wir es bereits einmal durchgelesen haben, dann haben wir erkannt, dass alles was wir tun – auch, oder ganz besonders – unsere Gewissensentscheidungen ausschlaggebend dafür sind, ob wir uns von Gottes Liebe trennen oder uns in ihr bewahren!

  6. Juleam 6. Mai 2009 um 02:21 Link zum Kommentar

    Psalm 77:11,12

    Ich werde der Handlungen Jahs gedenken;
    Denn ich will deines wunderbaren Tuns der Vorzeit gedenken.

    12 Und ich werde bestimmt nachsinnen über all dein Tun,
    Und mit deinen Handlungen will ich mich befassen.

    Können wir die Verse 11 und 12 auch von uns sagen?

    Erinnern wir uns an all die wunderbaren Dinge, die Jehova bereits für uns getan hat?

    Befassen wir uns mit seinen Handlungen und sinnen wir darüber nach? Oder sind wir in den Zusammenkünften nur körperlich anwesend, weil wir es halt so gewohnt sind und es dazu gehört, wenn wir ein Zeuge Jehovas sind?

    Sind wir nur dem Namen nach ein Zeuge Jehovas, oder sind wir
    wirklich seine Diener?

    Wie könnten wir das herausfinden?

    Ganz einfach:

    Halten wir die Gebote Gottes ein, nicht nur aus Angst vor Strafe – sondern weil wir erkannt haben, welcher Sinn dahinter steckt und weil wir gelernt zu hassen, was Jehova hasst?

    Ist das Lesen von Gottes Wort und das Nachsinnen darüber wirklich „eine Speise“ für uns? Lieben wir es?

    Warum beschäftigen wir uns mit der Bibel und den Publikationen, die uns „der treue und verständige Sklave“ zur Verfügung stellt? Weil wir Informationen sammeln und gern belehrt sein wollen? Oder, weil wir Jehova ganz genau kennen lernen wollen? Weil wir gerne erkennen wollen, wie unser Gott denkt und warum? Weil wir ihm nacheifern wollen? Weil wir gern selbst so denken und handeln wollen, wie ER?

    Wie gesagt: das sind alles Fragen, die sich jeder selbst beantworten muß. Die Dinge, die damit zu tun haben, sind Gewissensentscheidungen, d.h. sie haben jetzt und hier von Menschen keine Konsequenzen. Aber sie beeinflussen, wie Jehova von uns denkt, wie er uns sieht.

    Und sie beeinflussen, ob wir uns selbst in Gottes Liebe bewahren – oder halt auch nicht!

  7. Juleam 7. Mai 2009 um 02:28 Link zum Kommentar

    Psalm 79 – 81

    Psalm 81:1,2,7

    O jubelt dem Gott unserer Stärke zu;
    Jauchzt im Triumph dem Gott Jakobs zu.

    2 Stimmt eine Melodie an, und nehmt ein Tamburin,
    Die liebliche Harfe zusammen mit dem Saiteninstrument.

    7 In Bedrängnis riefst du, und ich ging daran, dich zu befreien;
    Ich begann dir im Versteck des Donners zu antworten.
    Ich prüfte dich dann an den Wassern von Meriba

    reden auch wir von den wunderbaren Taten, die Jehova für uns getan hat?

    Oder zählen wir zu denjenigen, die zwar in ihrer Not zu ihm um Hilfe rufen – sich aber danach nicht einmal bedanken?

    Erweisen wir uns als dankbar?

    Preisen wir unseren Gott?

    „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund“. Welchen Eindruck hinterlässt das, worüber ich rede, bei den Menschen?

    Worüber rede ich?

    Wofür bin ich bekannt?

  8. Juleam 8. Mai 2009 um 02:33 Link zum Kommentar

    Psalm 82 – 84

    Psalm 84:1-2

    Wie lieblich ist deine großartige Wohnstätte,
    O Jehova der Heerscharen!
    2 Meine Seele hat sich gesehnt und auch geschmachtet nach den Vorhöfen
    Jehovas.
    Mein eigenes Herz und selbst mein Fleisch jubeln dem lebendigen Gott zu.

    Wonach sehnen wir uns? Was sagt unser Verhalten über uns aus?

    Psalm 84:4,5

    Glücklich sind die, die in deinem Haus wohnen!
    Sie fahren noch fort, dich zu preisen. Sela.
    5 Glücklich sind die Menschen, deren Stärke in dir ist,
    In deren Herz die Landstraßen sind.

    machen wir Jehova zu unserer Stärke?

    Fahren wir fort, IHN zu preisen?

    „Aus der Füle des Herzens redet der Mund“

    · Was erfüllt unser Herz?
    · Womit sind wir erfüllt?
    · Wovon fühlen wir uns gedrängt, zu erzählen?

    Wofür sind wir bei den Menschen bekannt? „Sie redet immer von …“

    Was würden die Menschen, mit denen wir zu tun haben, in unserem Fall dort einsetzen?

  9. Juleam 8. Mai 2009 um 02:35 Link zum Kommentar

    Psalm 84:10

    Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend [anderswo].
    Ich habe es mir eher erwählt, im Haus meines Gottes an der Schwelle zu stehen,
    Als umherzugehen in den Zelten der Bosheit.

    Was sagt unsere Freizeitgestaltung und die Wahl unserer Freunde über uns aus?

    Psalm 84:11-12

    Denn Jehova Gott ist Sonne und Schild;
    Gunst und Herrlichkeit sind das, was er gibt.
    Jehova selbst wird nichts Gutes denen vorenthalten, die in Untadeligkeit
    wandeln.
    12 O Jehova der Heerscharen, glücklich ist der Mensch, der auf dich
    vertraut.

    Genau dies ist es, womit UNSER Herz erfüllt ist. Dies sind die Dinge, die uns ausmachen und dies sind die Themen, die in unserer kleinen Familie immer wieder an der Tagesordnung sind!

    Wer uns kennt und sich mit uns unterhält, wird dies immer wieder feststellen.

    Ein Punkt, der meinen Vater (der nicht an Gott glaubt) immer wieder zutiefst beeindruckt und das schon seit Jahren:

    Es ist den Schadenstiftern und Verleumdern zwar gelungen, uns aus den Reihen von Gottes Volk zu entfernen – aber dies hat nichts für uns geändert. Wir leben unseren Glauben auch weiterhin aus!

    Ein Grund für meine Familie, die unseren Glauben nicht teilt, sich ernsthaft damit zu beschäftigen, warum wir dies tun und zu erkennen, dass an diesem Glauben und an diesem Gott Jehova doch sehr viel mehr dran sein muss, als sie dachten.

    Wir hoffen, dass bald die Zeit kommt, wo wir alle als Familie vereint unseren wundervollen himmlischen Vater preisen werden!

  10. Juleam 9. Mai 2009 um 02:41 Link zum Kommentar

    Psalm 85 – 87

    Psalm 86 – ein wundervoller Psalm!

    Neige, o Jehova, dein Ohr, antworte mir,
    Denn ich bin niedergedrückt und arm.
    2 O behüte doch meine Seele, denn ich bin loyal.
    Rette deinen Knecht — du bist mein Gott —, der auf dich vertraut.
    3 Erweise mir Gunst, o Jehova,
    Denn zu dir rufe ich unablässig den ganzen Tag.
    4 Laß die Seele deines Knechtes sich freuen,
    Denn zu dir, o Jehova, erhebe ich meine eigene Seele.
    5 Denn du, o Jehova, bist gut und zum Vergeben bereit;
    Und überströmend ist die liebende Güte all denen gegenüber, die dich anrufen.
    6 Schenk doch Gehör, o Jehova, meinem Gebet;
    Und merke doch auf die Stimme meiner flehentlichen Bitten.
    7 Am Tag meiner Bedrängnis will ich dich anrufen,
    Denn du wirst mir antworten.
    8 Da ist keiner gleich dir unter den Göttern, o Jehova,
    Noch gibt es irgendwelche Werke gleich den deinen.
    9 Alle Nationen, die du gemacht hast, werden selbst kommen,
    Und sie werden sich vor dir niederbeugen, o Jehova,
    Und werden deinem Namen Ehre geben.
    10 Denn du bist groß und tust Wunderdinge;
    Du bist Gott, du allein.
    11 Unterweise mich, o Jehova, in deinem Weg.
    Ich werde wandeln in deiner Wahrheit.
    Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten.
    12 Ich lobpreise dich, o Jehova, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen,
    Und ich will deinen Namen verherrlichen auf unabsehbare Zeit,
    13 Denn deine liebende Güte ist groß mir gegenüber,
    Und du hast meine Seele aus dem Scheol, seinem untersten Ort, befreit.
    14 O Gott, die Vermessenen selbst sind gegen mich aufgestanden;
    Und die Gemeinde der Tyrannischen, sie hat mir nach der Seele getrachtet,
    Und sie haben dich nicht vor sich gestellt.
    15 Du aber, o Jehova, bist ein Gott, barmherzig und gnädig,
    Langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrhaftigkeit.
    16 Wende dich mir zu, und erweise mir Gunst.
    Gib doch deine Stärke deinem Knecht,
    Und rette doch den Sohn deiner Sklavin.
    17 Bewirke mit mir ein Zeichen, das Gutes bedeutet,
    Damit die mich Hassenden [es] sehen und beschämt werden.
    Denn du selbst, o Jehova, hast mir geholfen und mich getröstet.

    Wer ist wie unser Gott?

    Es gibt so viele „Götter“, aber nur einer ist so hervorragend, wie Jehova es ist. Die Bibel nennt ihn „den allein wahren“ Gott, er allein ist würdig, angebetet zu werden, denn er „hat alle Dinge erschaffen und seinetwegen sind sie ins Dasein gekommen“ (Offenbarung 4:11).

    Aber Jehova ragt nicht nur deshalb heraus, weil er der Schöpfer aller Dinge ist – sondern durch sein Verhalten.

    Gibt es irgendeinen Gott, zu dem wir jederzeit kommen könnten, um ihm unser Herz auszuschütten?
    Welcher Gott ist immer für seine Anbeter da?
    Welcher Gott ist so liebevoll und barmherzig?
    Welcher Gott befreit seine Anbeter aus ihrer Drangsal oder gibt ihnen zumindest die Kraft, sie zu ertragen und ihre Freude nicht zu verlieren?

    Wenn ich daran denke, dass sich Satan, der Teufel, der Widersacher Jehovas angemaßt hat, seinen Posten einzunehmen, dass er sogar der Ansicht war, er würde ein besserer Gott sein, als Jehova! Dies war nicht nur extrem unverschämt und respektlos, sondern völlig bekloppt.

    Wenn man sich unseren wundervollen Gott Jehova ansieht, an dem alles strahlend, licht und rein ist – und dann im Gegensatz seinen Gegenspieler: dunkel, hässlich und überhaupt nicht liebenswert. Wie kommt dieser auf die Idee, sich mit Jehova messen zu wollen? An ihm ist nichts dran, was ihn anbetungswürdig macht.

    O.k., er hilft seinen Anbetern, „wenn sie ihm ihre Seele verkaufen“, aber ist es das wirklich wert?
    Wer von denen, die ihm nachfolgen, ist denn wirklich glücklich?
    Wer von denen hat inneren Frieden?
    Und wer von ihnen ist liebenswert?
    Sie sind ebenso dunkel, hässlich und stinkig wie ihr Gott. Aber sie sind auch ebenso hochmütig, egoistisch wie ihr Gott und auch sie maßen sich eine Stellung an, die ihnen nicht zusteht.

    Wenn wir uns dagegen die Personen ansehen, die Jehova Gott wirklich lieben und ihm wirklich aufrichtig und von Herzen dienen: von solchen Personen fühlen wir uns ebenso angezogen, wie von Jehova Gott!

    Auch wenn wahre Diener Gottes in dieser Zeit und in diesem System verfolgt werden, auch wenn sie wegen ihrem moralischen Verhalten übervorteilt werden und auch wenn man ihnen nicht ihr Recht zukommen lässt – so sind die Menschen doch von ihnen und ihrem Verhalten beeindruckt:

    „Wenn mein Ehepartner so wäre…., ich könnte mich glücklich schätzen“. Sie sagen zwar, dass wir unsere Kinder einschränken und dass die Ärmsten auf so vieles verzichten müssten – müssen aber anerkennen, das sie davon beeindruckt sind, wie gut diese erzogen sind und dass sie sich oftmals wünschten, dass ihre ebenso lieb, freundlich, höflich und respektvoll wären.

    Ja, wir können unseren Gott wirklich von ganzem Herzen preisen, denn kein Gott ist wie ER!

    ER ist würdig, angebetet zu werden! SEINE Schönheit überstrahlt alles!

    Psalm 86:10-13

    Denn du bist groß und tust Wunderdinge;
    Du bist Gott, du allein.
    11 Unterweise mich, o Jehova, in deinem Weg.
    Ich werde wandeln in deiner Wahrheit.
    Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten.
    12 Ich lobpreise dich, o Jehova, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen,
    Und ich will deinen Namen verherrlichen auf unabsehbare Zeit,
    13 Denn deine liebende Güte ist groß mir gegenüber,

    Möchte mir hier jemand widersprechen, dass Jehovas Herrlichkeit alles überstrahlt?

    Wir für unseren Fall werden nicht aufhören können, diesen wundervollen Gott zu preisen und anderen Menschen zu helfen, ihn kennen zu lernen.

    Wir lassen uns gern von ihm unterweisen und wir verbringen gern unsere ganze Zeit und unser ganzes Leben mit ihm!

  11. Juleam 10. Mai 2009 um 02:50 Link zum Kommentar

    Psalm 88 – 90

    Psalm 89:15-18

    Glücklich ist das Volk, das den Jubelschall kennt.
    O Jehova, im Licht deines Angesichts wandeln sie fortwährend.

    16 In deinem Namen frohlocken sie den ganzen Tag,
    Und in deiner Gerechtigkeit sind sie erhöht.

    17 Denn du bist die Schönheit ihrer Stärke;
    Und durch dein Wohlwollen wird unser Horn erhöht.

    18 Denn unser Schild gehört Jehova,

    Auch wenn wir täglich von Schadenstiftern befeindet und niedergedrückt werden – so kann uns dennoch niemand unseren Glauben nehmen und auch nicht den inneren Frieden und die Freude, die es mit sich bringt, wenn wir ein enges herzliches persönliches Verhältnis zu unserem Gott haben!


    Psalm 90:12,14

    Zeige [uns], wie wir unsere Tage auf eine Weise zählen sollen,
    Daß wir ein Herz der Weisheit einbringen.
    Sättige uns am Morgen mit deiner liebenden Güte,
    Damit wir jubeln und uns freuen während all unserer Tage.

  12. Thomasam 5. Mai 2010 um 18:18 Link zum Kommentar

    Psalm 73-75
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 73
    Der erste Psalm in der Reihe, zeigt dies deutlich. Er beginnt mit den Worten: „Fürwahr, Gott ist Israel gut, denen, die reinen Herzens sind.“ Der Heilige war bestürzt über die Wohlfahrt der Gesetzlosen, und seine Füße wären beinahe abgewichen. Dann werden die Gesetzlosen in ihrem Wohlergehen näher beschrieben, die große Menge des Volkes verbindet sich mit ihnen, und der Höchste wird verspottet, wogegen der Gottesfürchtige fortwährend gezüchtigt wird: er hat also vergebens seine Hände gereinigt. Doch nein, wenn er so reden wollte, würde er dem Geschlecht der Söhne Gottes treulos werden. Diesen Zustand der Dinge zu begreifen ist für den Menschen zu schwer; aber alles wird klar im Heiligtum Gottes, wo Seine Gedanken offenbart werden. Wie ein Traum nach dem Erwachen, werden alle Anmaßungen der Gottlosen verschwinden, sobald Gott aufwacht. Der Heilige beklagt dann seinen Mangel an göttlichem Verständnis in den Gedanken und Gefühlen, die er gehabt hatte; doch nach allem war er stets bei Gott. Er erfasst ihn bei seiner rechten Hand, Er leitet ihn durch Seinen Rat während der Zeit des Dunkels, und Er wird ihn nach der Herrlichkeit, d. h. wenn die Herrlichkeit offenbart sein wird (vgl. Sach 2, 8), aufnehmen. Das Ergebnis ist ein gesegnetes: Der Treue hat außer dem Herrn niemanden im Himmel, und neben Ihm hat er an nichts Lust auf der Erde; das ist der Erfolg der Prüfung. Doch sein Herz und sein Fleisch vergehen: das ist nicht anders, das ist die Natur, aber seines Herzens Fels und sein Teil ist Gott auf ewig. Die beiden letzten Verse teilen das Ergebnis mit: die ferne von Gott sind und von Ihm abweichen, werden umkommen, aber für den Gottesfürchtigen ist es gut, Gott zu nahen. Er hat seine Zuversicht auf Ihn gesetzt, als Er Sich nicht offenbarte, damit er alle Seine Werke erzähle, wenn die Rettung gekommen ist; denn jene, die später gesegnet werden, ohne durch Prüfungen gegangen zu sein, werden diese Kenntnis von Gott nicht besitzen.

    Psalm 74 klagt über die Verwüstung des Heiligtums seitens der Feinde, nachdem dasselbe in dem Lande wieder errichtet ist. Gottes Widersacher, wie der Glaube sie hier nennt, brüllen in der Versammlungsstätte. Des Menschen, nicht Gottes, Zeichen sind die Zeichen der Macht. Jeder öffentliche jüdische Gottesdienst ist beseitigt. Doch nicht nur das – alles, was in einer solchen Zeit zum Trost gereichen könnte, fehlt gänzlich. Es sind keine Wunderzeichen von Seiten Gottes da, um dem entgegenzutreten, keine Propheten, keiner, der da weiß, bis wann, der durch göttliche Unterweisung wüsste, wann Gott in Macht einschreiten wird. Dennoch ist der Glaube vorhanden, dass Gott Sein Volk nicht verlassen wird, und die Frage: bis wann? verwandelt sich, wenn es keine Antwort darauf gibt, in Flehen. Es kann ja nicht immer so bleiben. Die Heiligen stützen sich auf Gottes Treue. Vor alters hatte Er Ägypten geschlagen und Sein Volk trockenen Fußes durchs Meer geführt. Sein war alle Macht in der Schöpfung. Der Feind hatte den Namen Jehovas gehöhnt. Israel wird in dem Überrest noch als Gottes Turteltaube betrachtet; es fordert Gott auf, hinzuschauen auf den Bund, denn die finsteren Örter der Erde (oder des Landes) sind voll von Wohnungen der Gewalttat. Der Unterdrückte, der Elende und der Arme werden, wie immer, dem Auge und Herzen Gottes vorgestellt. Wir finden sie immer wieder im Lande als solche, an die Gott denkt, und an denen Christus Seine Wonne hat. Geradeso ist es hinsichtlich des Geistes, der uns beseelen sollte. Der Psalmist bittet Gott, aufzustehen und Seinen Rechtsstreit zu führen. Das Getöse derer, die sich gegen Ihn erhoben, nahm jeden Tag zu. Es ist beachtenswert, wie der Glaube die Sache des treuen Überrestes, der als der Elende und Unterdrückte betrachtet wird, mit der Sache Gottes eins macht und mit Ihm darüber verhandelt. Der Treue wendet sich an Gott; er erinnert Ihn nur daran, dass Sein Name, den Er in Israel angenommen hat, verhöhnt worden ist. Dieser Name bringt die Bundesbeziehung zu Jehova und Seine zärtliche Liebe zu Seinem Volke in Erinnerung

    In Psalm 75 wird der Messias redend eingeführt, obwohl der Psalm damit beginnt, dass der Überrest Gott für die bereits vollbrachten Wundertaten preist. Weiterhin führen die Gerichte Gottes den Messias in das Reich ein. Er empfängt die Versammlung Israels, und dann wird das gerechte Gericht ausgeführt werden. Die Erde ist versunken in Schuld und Verwirrung; der Messias hält ihre Säulen aufrecht.

    In den folgenden Versen warnt Er die Gesetzlosen und Gottesverächter davor, nicht übermütig zu sein, denn Gott ist Richter; Er erniedrigt und erhöht. Die Gesetzlosen werden den Becher des Gerichts trinken bis zur Hefe; aber der verachtete Messias wird den Gott Jakobs preisen und die Hörner der Gesetzlosen abhauen. Das Horn der Gerechten wird erhöht werden.

    Im Wachtturm hieß es einmal:

    Wohlstand kann zu einer Glaubensprüfung werden
    WOHLSTAND kann den Glauben einer rechtschaffenen Person auf die Probe stellen. Das Streben nach Wohlstand kann zum Verlust des Glaubens führen (1. Timotheus 6:9, 10). Aber Wohlstand kann den Glauben auch auf andere Weise erproben. Ein Gerechter, der beobachtet, daß viele Ungerechte in Wohlstand leben, während er selbst leidet, ist vielleicht versucht, einen gottlosen Lauf einzuschlagen. Sogar einige Diener Jehovas fühlten sich deshalb veranlaßt, den Wert eines rechtschaffenen Lebenswandels in Frage zu stellen.
    So erging es dem levitischen Musiker Asaph, der während der Herrschaft König Davids lebte. Asaph komponierte Psalmen, die beim öffentlichen Gottesdienst verwendet wurden. Er prophezeite auch zusammen mit Heman und Jeduthun und lobpries und dankte Jehova unter musikalischer Begleitung (1. Chronika 25:1; 2. Chronika 29:30). Psalm 73 zeigt, daß der Wohlstand böser Menschen für Asaph eine große Glaubensprüfung war, trotz seiner Vorrechte.
    Asaphs gefährliche Einstellung
    „Gott ist gegen Israel tatsächlich gut, gegen die, die reinen Herzens sind. Was mich betrifft, meine Füße wären fast abgebogen, meine Schritte wären beinahe zum Ausgleiten gebracht worden“ (Psalm 73:1, 2). Mit diesen Worten erkannte Asaph an, daß Jehova gut war zum Volk Israel. Besonders traf das auf die zu, die „reinen Herzens“ waren, denn sie wünschten, Gott ausschließlich ergeben zu sein und zur Heiligung seines Namens beizutragen. Wenn wir die gleiche Einstellung haben, werden wir Jehova segnen, indem wir gut von ihm sprechen, sogar dann, wenn der Wohlstand der Bösen oder irgendeine andere Situation für uns eine schwere Prüfung ist (Psalm 145:1, 2).
    Obwohl sich Asaph über Jehovas Güte im klaren war, wären seine Füße fast von dem gerechten Pfad abgebogen. Sie glitten gewissermaßen in einem ermüdenden Marathonlauf auf vereistem Boden aus. Warum war sein Glaube so schwach geworden? Er erklärte: „Denn ich wurde neidisch auf die Prahler, als ich ständig den Frieden der Bösen sah. Denn sie haben keine Todesqualen; und ihr Wanst ist fett. Sie sind auch nicht im Ungemach des sterblichen Menschen, und sie werden nicht so geplagt wie andere Menschen“ (Psalm 73:3-5).
    Der Wohlstand der Ungerechten machte Asaph neidisch. Sie schienen in Frieden zu leben, obwohl sie ihren Reichtum mit unlauteren Mitteln erworben hatten. (Vergleiche Psalm 37:1.) Trotz ihrer bösen Taten waren sie, äußerlich betrachtet, sicher. Sie schienen sogar ohne schreckliche Todesqualen zu sterben. Manche von ihnen starben friedlich und selbstzufrieden, ohne sich eines geistigen Bedürfnisses bewußt zu sein (Matthäus 5:3). Andererseits leiden einige Diener Gottes an schmerzhaften Krankheiten und sterben einen qualvollen Tod, aber Gott stützt sie, und sie haben die wunderbare Auferstehungshoffnung (Psalm 43:1-3; Johannes 5:28, 29).
    Viele böse Menschen haben keine gesundheitlichen Probleme, die sie daran hindern, ihre reichlich vorhandenen Nahrungsmittel zu genießen. „Ihr Wanst ist fett“, ihr Bauch wölbt sich vor. Außerdem sind sie „nicht im Ungemach des sterblichen Menschen“, denn im Gegensatz zur Mehrheit müssen sie sich nicht abmühen, um das Lebensnotwendige zu erhalten. Asaph folgerte, daß die Bösen „nicht so geplagt [werden] wie andere Menschen“. Insbesondere entgehen sie den Prüfungen, die gottgefälligen Menschen widerfahren, weil diese in Satans böser Welt an Jehovas gerechten Maßstäben festhalten (1. Johannes 5:19).
    Weil die Bösen gedeihen, sagte Asaph weiter: „Daher hat ihnen der Hochmut als Halskette gedient; Gewalttat hüllt sie ein wie ein Gewand. Aus Fett ist ihr Auge hervorgetreten; sie haben die Einbildungen des Herzens übertroffen. Sie höhnen und reden über das, was schlecht ist; von Übervorteilung reden sie in hochtönender Weise. Sie haben ihren Mund sogar in die Himmel gesetzt. Und ihre Zunge, sie ergeht sich auf der Erde“ (Psalm 73:6-9).
    Übeltäter tragen ihren Stolz zur Schau wie eine „Halskette“, und ihre Gewalttaten sind so zahlreich, daß sie ‘darin eingehüllt sind wie in einem Gewand’. Entschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen, tyrannisieren sie andere. Die Augen der Bösen sind nicht wegen Unterernährung eingesunken, sondern ‘treten aus Fett hervor’, sie treten hervor wegen ihrer durch Schlemmerei verursachten Fettleibigkeit (Sprüche 23:20). Die Intrigen der Übeltäter sind so erfolgreich, daß sie sogar ‘die Einbildungen ihres Herzens übertreffen’. Über ihren Betrug sprechen sie auf stolze, ‘hochtönende Weise’. ‘Sie haben ihren Mund in die Himmel gesetzt, und ihre Zunge ergeht sich auf der Erde.’ Ihnen fehlt der Respekt vor irgend jemand im Himmel oder auf der Erde, sie lästern Gott und verleumden Menschen.
    Offenbar war Asaph nicht der einzige, auf den sich das, was er sah, nachteilig auswirkte. Er fuhr fort: „Darum bringt er sein Volk hierher zurück, und von dem, was voll ist, werden die Wasser für sie abgeleitet. Und sie haben gesagt: ‚Wie ist Gott dazu gelangt, es zu wissen? Und gibt es wirklich Kenntnis beim Höchsten?‘ “ (Psalm 73:10, 11). Der hebräische Text könnte bedeuten, daß einige aus Gottes Volk, weil die Bösen offensichtlich gedeihen, eine falsche Ansicht übernehmen und zu demselben Standpunkt gelangen wie die Gesetzlosen, indem sie sagen: „Gott weiß nicht, was geschieht, und wird nicht gegen die Gesetzlosigkeit vorgehen.“ Für den Rechtschaffenen dagegen ist es schwer hinzunehmen, daß schlechte Menschen anscheinend ungestraft gesetzlos handeln, was ihn zu der Frage veranlaßt: „Wie kann Gott so etwas dulden? Sieht er denn nicht, was geschieht?“
    Asaph verglich seine Verhältnisse mit denen der Bösen und sagte: „Siehe! Dies sind die Bösen, die auf unabsehbare Zeit unbesorgt sind. Sie haben ihre Mittel des Unterhalts gemehrt. Sicherlich ist es vergeblich, daß ich mein Herz gereinigt habe und daß ich in Unschuld meine Hände wasche. Und ich wurde geplagt den ganzen Tag, und meine Zurechtweisung ist jeden Morgen da“ (Psalm 73:12-14). Er empfand es als nutzlos, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Die Bösen hatten Gedeihen und ‘mehrten ihre Mittel des Unterhalts’ wahrscheinlich durch Betrug. Sie konnten anscheinend ungestraft die schlimmsten Verbrechen begehen, doch Asaph wurde „den ganzen Tag“ geplagt — vom Aufwachen bis zum Schlafengehen. Er hatte das Gefühl, daß Jehova ihn jeden Morgen zurechtwies. Weil Asaph das als ungerecht erschien, wurde sein Glaube dadurch geprüft.
    Eine Korrektur des Denkens
    Schließlich erkannte Asaph, daß sein Denken falsch war und erklärte: „Hätte ich gesagt: ‚Ich will eine Geschichte wie diese erzählen‘, siehe, gegen die Generation deiner Söhne hätte ich treulos gehandelt. Und ich habe ständig überlegt, um dies zu erkennen; es war Ungemach in meinen Augen, bis ich dann in das großartige Heiligtum Gottes kam. Ich wollte ihre Zukunft wahrnehmen. Sicherlich ist es schlüpfriger Boden, wohin du sie stellst, du hast sie in Trümmer fallen lassen. O wie sind sie ein Gegenstand des Entsetzens geworden gleichsam in einem Augenblick! Wie haben sie ihr Ende erreicht, sind dahin durch plötzliche Schrecken! Wie einen Traum nach dem Erwachen, o Jehova, so wirst du, wenn du dich aufmachst, selbst ihr Bild verachten“ (Psalm 73:15-20).
    Es war gut, daß Asaph seine Beschwerde nicht aussprach, denn in der Öffentlichkeit zu sagen, es sei zwecklos, Jehova zu dienen, hätte vielleicht andere aus seiner Familie von Anbetern entmutigt oder ihren Glauben untergraben. Wieviel besser ist es doch, wie Asaph still zu bleiben. Er ging in Gottes Heiligtum, um zu sehen, warum Böse scheinbar ungestraft Verbrechen begehen dürfen, während die Rechtschaffenen leiden. In dieser Umgebung — mitten unter den Anbetern Jehovas — konnte Asaph ruhig überlegen, und sein Denken wurde korrigiert. Wenn wir heute über etwas, was wir sehen, bestürzt sind, wollen wir gleichfalls die Antwort auf unsere Fragen suchen, indem wir uns Gottes Volk anschließen, statt uns abzusondern (Sprüche 18:1).
    Asaph gelangte zu der Erkenntnis, daß Gott die Bösen auf ‘schlüpfrigen Boden’ gestellt hat. Weil sich ihr Leben um materielle Dinge dreht, laufen sie Gefahr, einen plötzlichen Zusammenbruch zu erleben. Spätestens in hohem Alter wird der Tod sie ereilen, und ihr unrechtmäßig erworbener Reichtum wird ihnen kein längeres Leben garantieren (Psalm 49:6-12). Ihr Wohlstand wird wie ein schnell vergangener Traum sein. Vielleicht nimmt die Gerechtigkeit sogar ihren Lauf, noch bevor sie alt geworden sind, da sie ernten müssen, was sie gesät haben (Galater 6:7). Weil sie dem einzigen, der ihnen helfen kann, den Rücken gekehrt haben, sind sie hilflos und ohne Hoffnung. Wenn Jehova gegen sie vorgeht, wird er ihr „Bild“ — ihren Prunk und ihre Stellung — mit Verachtung betrachten.
    Wache über deine Reaktion
    Asaph hatte auf das, was er gesehen hatte, nicht richtig reagiert und gab zu: „Denn mein Herz war erbittert, und in meinen Nieren empfand ich stechenden Schmerz, und ich war vernunftlos und konnte nicht erkennen; ich wurde von deinem Standpunkt aus wie bloßes Vieh. Ich aber bin beständig bei dir; du hast meine Rechte erfaßt. Mit deinem Rat wirst du mich leiten, und danach wirst du mich sogar zu Ehren führen“ (Psalm 73:21-24).
    Über den Wohlstand der Bösen und über die Leiden der Rechtschaffenen nachzudenken kann jemanden verbittern. Asaphs Aufbegehren gegen diese Situation verursachte tief in seinem Inneren — in seinen Nieren — großen Schmerz. Von Jehovas Standpunkt aus wurde er wie ein vernunftloses Tier, das auf bloße Empfindungen reagiert. Dennoch war Asaph ‘beständig bei Gott, der seine Rechte erfaßt hatte’. Wenn wir in unserem Denken fehlgehen, aber wie Asaph Jehovas Rat suchen, wird Gott uns bei der Hand nehmen, um uns zu unterstützen und zu leiten. (Vergleiche Jeremia 10:23.) Nur wenn wir seinen Rat befolgen, steht uns eine glückliche Zukunft in Aussicht. Wir mögen eine Zeitlang unter Demütigungen leiden, doch Jehova wird die Situation umkehren und uns „zu Ehren führen“.
    Asaph sah ein, daß es notwendig ist, auf Jehova zu vertrauen, und fuhr fort: „Wen habe ich in den Himmeln? Und neben dir habe ich keine andere Lust auf der Erde. Mein Organismus und mein Herz haben versagt. Gott ist der Fels meines Herzens und mein Teil auf unabsehbare Zeit. Denn siehe, gerade die, die dir fernbleiben, werden umkommen. Du wirst bestimmt jeden zum Schweigen bringen, der dich unsittlicherweise verläßt. Was aber mich betrifft, so ist es für mich gut, mich Gott zu nahen. Zu dem Souveränen Herrn Jehova habe ich meine Zuflucht genommen, um all deine Werke zu verkünden“ (Psalm 73:25-28).
    Wie Asaph haben auch wir außer Jehova niemand, auf den wir uns verlassen können, wenn es um wahre Sicherheit und echten Trost geht (2. Korinther 1:3, 4). Statt also nach jemandes irdischem Reichtum zu gieren, wollen wir Gott dienen und uns Schätze im Himmel aufhäufen (Matthäus 6:19, 20). Jehovas Anerkennung zu haben sollte unsere größte Freude sein. Selbst wenn unser Organismus und unser Herz versagen, wird er uns stärken und unser Herz festigen, so daß wir trotz Widerwärtigkeiten die Hoffnung und den Mut nicht verlieren. Ein vertrautes Verhältnis zu Jehova ist ein kostbarer Besitz. Es aufzugeben würde sich für uns genauso verheerend auswirken wie für alle anderen, die ihn verlassen. Nahen wir uns daher wie Asaph Gott, und werfen wir all unsere Sorge auf ihn (1. Petrus 5:6, 7). Das trägt zu unserem geistigen Wohl bei und veranlaßt uns, anderen von Jehovas wunderbaren Werken zu erzählen.
    Bleibe Jehova gegenüber loyal
    Asaph war beunruhigt, weil er sah, daß die Übeltäter in Israel, seiner Heimat, gediehen. Mitten unter den loyalen Dienern Jehovas gab es „Böse“, nämlich Prahler, Hochmütige, Gewalttätige, Spötter und Betrüger, die leugneten, daß Gott wußte, was sie taten (Psalm 73:1-11). Welch eine Warnung! Um Jehova Gott zu gefallen, müssen wir uns davor hüten, stolz, gewalttätig oder unehrlich zu sein oder zu spotten. Alle Diener Jehovas sollten wie Asaph „in das großartige Heiligtum Gottes“ kommen, indem sie sich regelmäßig mit seinen loyalen Anbetern versammeln. Ja, mögen alle, die Jehova lieben, ‘sich ihm nahen’ und darauf vertrauen, daß er sie in ihren Leiden stützen wird, ungeachtet dessen, was andere vielleicht sagen oder tun (Psalm 73:12-28; 3. Johannes 1-10).
    Es stimmt, der Wohlstand der Übeltäter kann für uns eine Glaubensprüfung sein, wie es bei Asaph der Fall war. Doch wir können diese Prüfung durchstehen, wenn wir den Dienst für Jehova zum Mittelpunkt unseres Lebens machen. Wir werden dafür belohnt werden, denn ‘Gott ist nicht ungerecht, daß er unsere Arbeit und die Liebe vergessen würde, die wir seinem Namen gegenüber erzeigt haben’ (Hebräer 6:10). Die Prüfungen werden, verglichen mit der Belohnung, „von kurzer Dauer und leicht“ sein (2. Korinther 4:17). Sogar 70 oder 80 Jahre lang zu leiden ist wie ein Hauch, der beim Flüstern über unsere Lippen streicht, verglichen mit dem ewigen Leben in Glück, das Jehova seinen loyalen Dienern verheißt (Psalm 90:9, 10).
    Mögen wir niemals zulassen, daß wir durch den Wohlstand der Übeltäter, der im Gegensatz zu unseren Leiden um der Gerechtigkeit willen steht, davon abgehalten werden, den Glauben zu offenbaren, der eine Frucht des heiligen Geistes Gottes ist (Galater 5:22, 23; 1. Petrus 3:13, 14). Es würde Satan gefallen, wenn wir die Bösen nachahmten, die oft Erfolg haben, weil sie skrupellos sind. Laßt uns statt dessen Jehovas Namen ehren, indem wir den Versuchungen, seine gerechten Maßstäbe aufzugeben, widerstehen (Zephanja 2:3). Seien wir nicht enttäuscht über den Erfolg der Übeltäter, denn das Äußerste, was sie erreichen können, ist nur materieller Reichtum. Und wie wertvoll ist dieser? Er ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem geistigen Reichtum, dessen sich diejenigen erfreuen, die Glauben an den Souveränen Herrn Jehova ausüben.

    Im Wachtturm hieß es einmal:

    Ungerechtigkeiten ertragen
    „Ich habe dieses Elend vor Augen, überall Bedrückung und Gewalttat, Streit und Hader. Darum erlahmt das Gesetz, und das Recht kann sich nicht mehr durchsetzen. Der Gottlose umgarnt den Gerechten, und das Recht wird verdreht“ (Hab. 1:3, 4, „Bruns“).
    BEDRÜCKUNG, Ungerechtigkeit und Günstlingswirtschaft sind in der heutigen Welt gang und gäbe. Die unzähligen Mißstände und Mängel in unserer Gesellschaftsordnung können unmöglich beseitigt werden. König Salomo, einer der weisesten Herrscher der alten Zeit, sagte: „Was krumm gemacht ist, kann nicht geradegemacht werden, und was fehlt, kann unmöglich gezählt werden“ (Pred. 1:15).
    WIE ES SICH AUSWIRKT, WENN JEMAND UNGERECHTIGKEITEN MIT ANSEHEN MUSS
    2 Viele Menschen, die noch Sinn für Gerechtigkeit haben, bedrückt es sehr, wenn sie sehen, wie es Personen, die unehrlich sind und sich weder um Gott noch um ihre Mitmenschen kümmern, anscheinend gutgeht. Einige haben wie einst der hebräische Prophet Habakuk schon die Frage gestellt: „Warum unternimmt Gott nichts?“ (Hab. 1:2-4).
    3 Einige Diener Gottes sind über die Ungerechtigkeiten, die vor ihren Augen geschehen, sogar so beunruhigt, daß sie sich allen Ernstes fragen, ob es überhaupt noch einen Wert hat, ein anständiges Leben zu führen. So erging es auch Asaph, einem bekannten levitischen Musiker, der unter der Herrschaft König Davids lebte. Er schrieb Kompositionen, die jahrhundertelang beim öffentlichen Gottesdienst verwendet wurden (2. Chron. 29:30). Zusammen mit Heman und Jeduthun prophezeite Asaph ‘mit Harfen, Saiteninstrumenten und Zimbeln’ (1. Chron. 25:1). Dieses Prophezeien war offenbar mit Lobpreisungen und Danksagungen verbunden, die Gott unter Musikbegleitung dargebracht wurden. Asaph, Heman und Jeduthun taten dies wahrscheinlich mit der für die Propheten typischen Begeisterung und Inbrunst. Darüber hinaus vermittelten sie durch diese vertonten Äußerungen den Israeliten wichtige Botschaften. Asaph war also sehr begünstigt. Trotzdem geriet er einmal in seinem Leben in geistiger Hinsicht ernsthaft in Gefahr. In einem seiner inspirierten Lieder, im 73. Psalm, gab er dies zu, indem er sagte: „Meine Füße wären fast abgebogen, meine Schritte wären beinahe zum Ausgleiten gebracht worden“ (V. 2).
    4 Was bewirkte, daß Asaph beinahe aus dem Gleichgewicht geraten wäre? Die Antwort ist in Psalm 73:3-9 zu finden. Als er sah, wie gut es den Gottlosen oder Bösen ging, wurde er neidisch. Skrupellose Leute prahlten mit ihrem Reichtum, den sie mit unlauteren Mitteln aufgehäuft hatten. Trotz ihrer Gesetzlosigkeit schien es ihnen sehr gut zu gehen. Nach dem äußeren Schein geurteilt, lebten sie in Frieden und Sicherheit. Sie brauchten sich trotz ihres schlechten Lebenswandels nicht zu quälen, ja sie schienen sogar friedlich zu sterben, ohne schreckliche „Todesqualen“. Sie hatten genug zu essen und brauchten sich dabei keine Sorgen um ihre Gesundheit zu machen. Statt tiefliegende Augen zu haben wie Unterernährte, ‘traten ihre Augen aus Fett hervor’. Schamlos fuhren sie fort, verderbt zu handeln. Ihr Stolz oder Hochmut war für sie wie ein Schmuck, wie eine „Halskette“. So zahlreich waren ihre Gewalttaten, daß sie davon sozusagen ständig ‘eingehüllt waren wie von einem Gewand’. Die erfolgreiche Verwirklichung ihrer bösen Pläne ‘übertraf die Einbildungen ihres Herzens’. Was veranlaßte sie, „in hochtönender Weise“, in anmaßendem Ton, von ihren Betrügereien zu reden. ‘Sie setzten ihren Mund in den Himmel, und ihre Zunge erging sich auf der Erde.’ Sie kümmerten sich weder um jemand im Himmel noch um jemand auf der Erde. Sie ließen ihrer Zunge freien Lauf, und von ihren Lippen kam das, was ihrer Zunge gefiel.
    5 Asaph war offenbar nicht der einzige, der durch das, was er sah, nachteilig beeinflußt wurde. Er sagte weiter: „Darum bringt er sein Volk hierher zurück, und von dem, was voll ist, werden die Wasser für sie abgeleitet. Und sie haben gesagt: ,Wie ist Gott dazu gelangt, es zu wissen? Und gibt es wirklich Kenntnis beim Höchsten?‘ “ (Ps. 73:10, 11). Wenn die Gerechten darüber nachdenken, wie die Bösen trotz ihrer Gesetzlosigkeit anscheinend stets ungeschoren davonkommen, so beunruhigt sie das sehr. Sie können es einfach nicht begreifen. Es beschäftigt sie immer wieder. Es ist für sie, wie wenn sie etwas Bitteres trinken müßten. Sie fragen deshalb: „Wie kann Gott so etwas dulden? Sieht er denn nicht, was geschieht?“
    6 Nach einem Vergleich zwischen seinem eigenen Geschick und der günstigen Lage der Bösen rief Asaph die Worte aus: „Sicherlich ist es vergeblich, daß ich mein Herz gereinigt habe und daß ich meine Hände in Unschuld selbst wasche. Und ich wurde geplagt den ganzen Tag, und meine Zurechtweisung ist jeden Morgen da“ (Ps. 73:12-14). Demnach war der Psalmist tatsächlich auf den Gedanken gekommen, es sei sinnlos, ein anständiges Leben zu führen. Während es den Bösen gutging, wurde er ständig geplagt. Er hatte das Gefühl, Gott weise ihn jeden Morgen zurecht. Die Bösen dagegen konnten die schlimmsten Sünden begehen und kamen dabei anscheinend stets ungeschoren davon.
    7 Doch dann erkannte Asaph, daß seine Gedankengänge nicht richtig waren. Er sagte: „Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie, siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet. So sann ich nach, ob ich’s begreifen könnte, aber es war mir zu schwer“ (Ps. 73:15, 16, Luther). Ja, der Psalmist erkannte, daß die Ansicht, es sei vergeblich, Gott zu dienen, eigentlich bedeutete, an den Gläubigen treulos zu handeln. Auch hätte er dadurch, daß er seine Zweifel öffentlich geäußert hätte, den Glauben einiger untergraben können. Obwohl Asaph versuchte, seine Denkweise zu korrigieren, konnte er einfach nicht verstehen, warum die Bösen stets ungeschoren davonkamen, während die Gerechten leiden mußten.
    WIE MAN ES VERMEIDEN KANN, AUS DEM GLEICHGEWICHT ZU GERATEN
    8 Was tat der Psalmist Asaph, um seine Denkweise zu korrigieren? Er ging in das Heiligtum. Dort unter den versammelten Anbetern erkannte er, was den Bösen bevorstand (Ps. 73:17). Auch wir sollten, wenn wir über das, was wir sehen, beunruhigt sind, uns an die wenden, die sich bemühen, Gott ganzherzig zu dienen. Zu welcher Erkenntnis gelangte Asaph? Wir lesen: „Sicherlich ist es schlüpfriger Boden, wohin du [Jehova] sie stellst, du hast sie in Trümmer fallen lassen. O wie sind sie ein Gegenstand des Entsetzens geworden gleichsam in einem Augenblick! Wie haben sie ihr Ende erreicht, sind dahin durch plötzliche Schrecken! Wie einen Traum nach dem Erwachen, o Jehova, so wirst du, wenn du dich aufmachst, selbst ihr Bild verachten“ (Ps. 73:18-20).
    9 Diese Worte des Psalmisten enthüllen einen wichtigen Gedanken, der uns helfen kann, die Ungerechtigkeiten eines gottlosen Systems zu ertragen. Der anscheinende Erfolg der Bösen ist nur vorübergehend. Weil sich ihr Leben nur um vergänglichen materiellen Besitz dreht, stehen sie auf „schlüpfrigem Boden“ und laufen ständig Gefahr, plötzlich, ohne vorherige Warnung, zu Fall zu kommen. Schließlich wird sie in hohem Alter der Tod ereilen, und ihr unrechtmäßig erworbener Besitz wird ihnen nicht helfen können, das Leben zu verlängern (Ps. 49:6-12). Ihr Erfolg wird wie ein Traum sein, der schnell vergeht. Ihre Handlungsweise wird sich an ihnen rächen, bevor sie alt sind. Sie mögen die Auswirkungen des unveränderlichen Gesetzes Gottes zu verspüren bekommen: „Was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Gal. 6:7). Da sie dem Höchsten, dem einzigen, der ihnen helfen könnte, den Rücken gekehrt haben, bricht das Unglück mit voller Wucht über sie herein. Sie sind völlig hilflos, ohne Hoffnung und ohne Trost. Wenn sich Jehova gegen sie aufmacht, wird er ihr „Bild“ — ihren Prunk und ihre Stellung — wie etwas Wertloses verachten.
    10 Selbst in Zeiten, in denen Ungerechtigkeit, Gesetzlosigkeit und Bedrückung zu gedeihen scheinen, dürfen wir also nie vergessen, daß die Bösen in Wirklichkeit nicht ungestraft davonkommen. Jehova Gott achtet auf das, was vorgeht, und er sorgt dafür, daß alles in Übereinstimmung mit seinem wunderbaren Vorsatz geschieht. Manchmal kommen Personen, die auf Abwege geraten sind und deswegen schmerzliche Erfahrungen gemacht haben, schließlich zur Vernunft und wenden sich reumütig dem Schöpfer zu (2. Petr. 3:9). Verharren sie aber hartnäckig auf ihrem bösen Weg, so können alle, die sie beobachten, erkennen, daß die Vollstreckung des göttlichen Urteils völlig gerechtfertigt oder absolut gerecht ist. (Vergleiche Römer 9:14-24).
    11 Nach unseren Begriffen mag es lange dauern, bis das Urteil an denen vollstreckt wird, die Strafe verdienen. In den Augen des ewigen Gottes ist es aber eine sehr kurze Zeit. Die Bibel sagt: „Tausend Jahre sind in deinen Augen nur wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine Wache während der Nacht“ (Ps. 90:4). Wie lang erscheint dir der gestrige Tag, wenn du heute daran zurückdenkst? Vielleicht war es ein schwerer Tag, und er kam dir endlos vor. Erscheint es dir aber heute, nachdem er vorüber ist, nicht so, als hätte es ihn kaum gegeben? Für den Schöpfer sind tausend Jahre wie ein solcher Tag, ja sogar so kurz wie eine vierstündige Nachtwache. Die menschliche Lebensdauer von 70 bis 80 Jahren ist in Gottes Augen daher soviel wie etwas Nichtexistierendes. „Wir beenden unsere Jahre wie einen Seufzer“, schrieb der Prophet Moses (Ps. 90:9, Einheitsübersetzung). Ja, unsere kurze Lebensdauer kann mit dem Atemzug verglichen werden, den wir bei einem Seufzer tun. Wenn wir in Betracht ziehen, daß Jehova Gott seinen treuen Dienern ewiges Leben in Glück und Sicherheit verheißen hat, so ist ein Leben selbst mit den schlimmsten Leiden nichts im Vergleich dazu. Dieser Standpunkt kann uns helfen, Geduld zu üben, wenn wir Ungerechtigkeit, Bedrückung und Günstlingswirtschaft mit ansehen müssen.
    12 Es muß aber noch ein anderer Faktor berücksichtigt werden. Der große Widersacher der Menschheit, Satan, der Teufel, steht auf dem Standpunkt, daß sich alle, die Gott dienen, von Selbstsucht leiten lassen. Das geht deutlich aus der Anklage hervor, die er einst gegen Hiob erhob: „Alles, was ein Mensch hat, wird er um seine Seele geben. Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus und rühre bis an sein Gebein und sein Fleisch, und sieh, ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird“ (Hiob 2:4, 5). Wenn wir daher trotz der Ungerechtigkeiten, die wir mit ansehen müssen, Gott treu bleiben, so können wir wie Hiob beweisen, daß wir von guten Beweggründen geleitet werden.
    13 Wenn wir selbst das Opfer einer ungerechten Behandlung werden, weil man ein Vorurteil gegen uns hat oder weil wir uns nicht auf unlautere Methoden einlassen, müssen wir achtgeben, daß unsere Reaktion auf Gottes Zulassung dieser Ungerechtigkeit nicht auf Gefühlen oder Empfindungen beruht wie das Verhalten vernunftloser Tiere. Das könnte in unserem Innern Erbitterung hervorrufen und unser Denken aus dem Gleichgewicht bringen, so daß wir Gottes Vorsatz aus dem Auge verlieren und alles nur noch von unserem Gesichtspunkt aus sehen. Genauso erging es Asaph. Er sagte: „Mein Herz war erbittert, und in meinen Nieren empfand ich stechenden Schmerz, und ich war vernunftlos und konnte nicht erkennen; ich wurde von deinem Standpunkt aus wie bloßes Vieh“ (Ps. 73:21, 22).
    14 Ganz gleich, was uns widerfahren mag, sollten wir uns stets bemühen, unser Verhältnis zu Jehova Gott aufrechtzuerhalten, denn von ihm wird unsere Erhöhung kommen. Zu dieser Erkenntnis gelangte auch der Psalmist. Wir lesen: „Ich aber bin beständig bei dir; du hast meine Rechte erfaßt. Mit deinem Rat wirst du mich leiten, und danach wirst du mich sogar zu Ehren führen. Wen habe ich in den Himmeln? Und neben dir habe ich keine andere Lust auf der Erde. Mein Organismus und mein Herz haben versagt. Gott ist der Fels meines Herzens und mein Teil auf unabsehbare Zeit. Denn siehe! Gerade die, die dir fernbleiben, werden umkommen. Du wirst bestimmt jeden zum Schweigen bringen, der dich unsittlicherweise verläßt. Was aber mich betrifft, so ist es gut für mich, Gott zu nahen. Zu dem Souveränen Herrn Jehova habe ich meine Zuflucht genommen, um alle deine Werke zu verkünden“ (Ps. 73:23-28).
    15 Wir sollten daran denken, daß Jehova Gott uns unter keinen Umständen im Stich lassen wird, wenn wir ihm treu bleiben. Er wird stets mit uns sein. Der Höchste wird uns an die Hand nehmen, uns leiten und uns stützen. Der Rat Jehovas wird uns den Weg in eine sichere und glückliche Zukunft weisen. Wir mögen zwar eine Zeitlang gedemütigt werden, aber Jehova wird eine Wendung bewirken und uns zu Herrlichkeit oder Ehren führen. Wie Asaph, so können auch wir uns nur auf unseren himmlischen Vater verlassen, wenn wir Trost benötigen.
    16 Bei Jehova in Gunst zu stehen sollte unsere größte Lust sein. Selbst wenn unser Organismus und unser Herz versagen, wird er uns stärken. Er festigt unser Herz, so daß wir trotz Widerwärtigkeiten die Hoffnung und den Mut nicht verlieren. Das Vorrecht, ein vertrautes Verhältnis zu unserem himmlischen Vater zu haben und ihm dienen zu können, ist wirklich ein köstliches „Teil“, ein Besitz von unschätzbarem Wert. Geben wir dieses Vorrecht nie auf, denn das würde bedeuten, daß wir wie alle, die Jehova verlassen, Unglück über uns bringen! Wir wollen uns wie der Psalmist Jehova nahen und ihm alle unsere Sorgen anvertrauen. Das ist gut, denn es wird zu unserem Glück und unserem Wohlergehen beitragen. Sprechen wir außerdem mit anderen über Jehovas wunderbare Werke, um die zu stärken, die Zweifel haben!
    17 Wir können heute tatsächlich viel aus dem lernen, was der Psalmist damals über seine eigene Erfahrung niederschrieb. Die Ungerechtigkeiten, die wir in dem gegenwärtigen System der Dinge geschehen sehen, mögen uns zwar beunruhigen, doch wenn wir den Dienst für Gott zum Mittelpunkt unseres Lebens machen, können wir diese Dinge ertragen, und wir werden dann auch belohnt werden (Hebr. 6:10). Ja, unser Lohn wird so groß sein, daß jede Prüfung oder Drangsal, die über uns kommen mag, im Vergleich dazu nur „von kurzer Dauer und leicht“ sein wird (2. Kor. 4:17).

  13. Thomasam 6. Mai 2010 um 16:34 Link zum Kommentar

    Psalm 76-78
    Zitate von J.N.Darby


    Die Anwendung dieses Psalmes auf das Gericht der Könige, die in ihrem Hochmut gegen Jerusalem heraufziehen und dort unerwartet den Herrn finden, ist sehr einfach. Das Gericht Gottes wird erzählt, und Gott wird jetzt gepriesen als Der, der Seine Wohnung in Zion hat. Er ist der Gott Jakobs und bekannt in Juda: Sein Gericht wurde von den Himmeln her gehört. Das lange verachtete Zion ist herrlicher als die Berge des Raubes, die Höhen der Gewalttat des Menschen. „Die Erde fürchtete sich und ward stille, als Gott aufstand zum Gericht, um zu retten alle Sanftmütigen des Landes.“

    Psalm 77 stellt uns geistliche Befreiung und die Wiederherstellung des Vertrauens dar. Der Gerechte schreit zu Gott, und Gott schenkt ihm Gehör. Schreien ist mehr, als einen Wunsch äußern. Ein Schrei ist der Ausdruck der Schwachheit, der Abhängigkeit, des Zufluchtnehmens der Seele zu Gott, ja, auch der Aufrichtigkeit des Herzens. Am Tage der Drangsal war nicht nur Klagen, Stöhnen und Schmerz in dem Herzen gewesen, sondern der Psalmist sagt. „ich suchte den Herrn“ (Adonai, nicht Jehova). Sein erster Gedanke war gewesen, ob der Herr auf ewig verwerfen werde (V. 7-9); denn er verfolgt hier, wie wir das in den Psalmen oft beobachtet haben, im Geiste den ganzen Weg, der ihn zu dem geführt hat, was sich in den ersten Versen ausgedrückt findet. In Vers 10 verurteilt er diesen Gedanken und gedenkt jener Jahre, in denen die Macht Jehovas, des Bundesgottes Israels, der den Vätern als „der Höchste“ bekannt war, sich offenbart hatte (vgl. auch V. 5). Der Weg Gottes entspricht stets und notwendigerweise Seiner eigenen gesegneten und heiligen Natur und wird im Heiligtum verstanden, in dem Er Seine Gedanken denen bekannt gibt, die mit Ihm in Gemeinschaft sind. Sein Weg ist in Übereinstimmung mit dem Platze, an dem Er Sein Volk richtet, der Beziehung gemäß, in der Er zu diesem steht. Die Wege Gottes bestehen in der Anwendung der göttlichen Grundsätze Seiner heiligen Natur, insoweit Er dieser Natur gemäß zu Seinem Volke in Beziehung tritt; diese Beziehung muss jenen Grundsätzen entsprechend aufrechtgehalten werden. … Der Mensch, der in einer bestimmten Beziehung zu Ihm steht, muss sich derselben anpassen, muss im Innern seines Herzens mit Ihm darin wandeln; aber wenn Gott dieser Beziehung entsprechend handelt, so reinigt Er den Menschen für sie, zeigt ihm das Böse, entfernt den Stolz von ihm, um ihn zu segnen, aber hält Seine Majestät stets aufrecht. Daher erinnert sich das Herz, das sich inmitten des Bösen befindet, an das, wodurch diese Beziehung in der Erlösung entstanden ist (V. 14-18).

    Israel, oder der treue Überrest, befindet sich hier nicht im Genuss der Bundessegnungen; es befindet sich vielmehr in der Drangsal, aber durch den Glauben blickt es auf eine Zeit zurück, die an die Macht Dessen erinnert, der Sich nie verändern kann. Die Seele findet Trost in der Tatsache, dass Gottes Weg im Heiligtum ist, entsprechend der Natur und den Wegen Gottes Selbst, soweit Er offenbart ist. …

    Für das praktische Leben ist dieser Psalm sehr interessant und belehrend. Die den Genuss der göttlichen Segnung entbehrende Seele ist durch die Gnade aufgeweckt worden, zu Gott zu schreien, indem das Gefühl des Verlustes dieser Segnungen auf ihr lastet. Der Gläubige sucht den Herrn, und dies lässt ihn, wie es immer der Fall ist, die Trübsal nur noch mehr empfinden. Er fühlt, wo er steht; seine Seele weist den Trost zurück. Der Gedanke an Gott ist eine, Quelle der Unruhe für ihn; denn wenn der Glaube aufgewacht ist, so ist das Gewissen es gleichfalls, und dies vermischt sich mit dem Verlust der Segnungen, und der Geist ist ermattet. Die Seele wird in dem lebendigen Bewusstsein dessen erhalten, wo sie steht. Der Gläubige gedenkt der herrlichen Tage vor alters, als das Licht des Herrn über ihn leuchtete. Hat Gott ihn aufgegeben, hat Er vergessen, gnädig zu sein? Hat Er Seine Erbarmungen im Zorn verschlossen? Wäre es möglich, dass Gott ihn, einen von Seinem Volke, aufgegeben hätte? Das lenkt seine Gedanken auf Gott Selbst hin. Sollte wirklich mit ihm alles zu Ende sein? Nein, es war nichts als sein Kranksein; und nun wendet er seinen Blick zurück auf die Jahre der Rechten des Höchsten. Er gedenkt der Taten Jehovas. Und nachdem sein eigener gebeugter Geist Jehova erreicht hat, ist er bei Einem angelangt, der stets für Sein Volk war, und der von alters her für dasselbe gewirkt, ja, der es erlöst hat. Er, ihr Gott, wird nun die Quelle seiner Gedanken, nicht mehr seine eigene Lage Ihm gegenüber. Dass Er ihr Gott ist, machte sie so schrecklich. Nun kann er auch Seine Wege richtig überdenken und beurteilen. Sie sind im Meere, und keines Menschen Fuß kann ihrer Spur folgen; aber im Heiligtum sind sie stets in Übereinstimmung mit Seiner Natur und Seinem Charakter und erfüllen Seine Segensabsichten.

    In Psalm 78 wird das Verhalten Israels anhand der Geschichte des ganzen Volkes durch die göttliche Weisheit erörtert, während zugleich sehr Wichtige Grundsätze vorgestellt werden. Es hatte vor alters nicht nur eine Erlösung stattgefunden, zu der der Glaube seine Zuflucht nahm, sondern es war auch ein Zeugnis gegeben worden und ein Gesetz, um die Wege Israels zu leiten und zu dem Zwecke, dass die Väter sie ihren Kindern kundtun sollten. Doch die Väter waren ein widersetzliches und widerspenstiges Geschlecht gewesen. Nun, das Gesetz und das Zeugnis waren gegeben worden, damit die Kinder ihren Vätern nicht gleich werden möchten; aber sie waren ihnen gleich geworden, und ihre Geschichte wird hier dargestellt. Darum züchtigte Gott sie; es gab eine direkte, offenbare Regierung hinsichtlich ihrer Wege. Trotz alledem fuhren sie fort zu sündigen. In dem Augenblick, da sie gestraft wurden, wandten sie sich zu Ihm zurück, aber sie heuchelten Ihm nur mit ihrem Munde, ihr Herz war nicht fest gegen Ihn, und sie hielten nicht treulich an Seinem Bunde. Er aber war barmherzig und vergab ihnen, Er gedachte daran, dass sie nur Fleisch waren. Doch selbst nach den Wundertaten in Ägypten vergaßen sie Ihn; und als Gott sie in das Land Kanaan gebracht hatte, wandten sie sich dem Götzendienst zu. Als Gott das hörte, ergrimmte Er und verachtete Israel sehr. Auf dem Boden dieser Regierung, unter dem Gesetz und dem Zeugnis, verbunden mit Gnade und Barmherzigkeit, wurde Israel gänzlich aufgegeben, die Wohnung Gottes verlassen, die Bundeslade der Gefangenschaft und den Händen der Feinde überliefert. Auch das Volk wurde dem Gericht preisgegeben. Doch Jehovas Liebe zu Seinem Volke aufgrund der Gnade war nicht vermindert, und das Elend, in das sie geraten waren, ließ diese Liebe hervortreten. Er erwachte gleich einem Schlafenden und schlug Seine Feinde von hinten und gab ihnen ewige Schmach. Aber das war ein Eintreten in Gnade aufgrund Seiner Liebe zu Seinem Volke. Es war nicht Segnung unter Seiner Regierung aufgrund ihres erfüllten Gehorsams, sondern ein Einschreiten der Gnade, nachdem der Ungehorsam auf dem Grundsatz der Regierung, trotz des Mitgefühls und des Erbarmens Gottes, ein völliges Gericht herbeigeführt hatte. Unumschränkte Gnade trat jetzt auf den Schauplatz. Frühere Segnungen hatten Joseph zum natürlichen Erben gemacht; er besaß ein reiches und doppeltes Teil. Doch Gott erwählte Juda, Er erwählte Zion. Das gab diesem Ort seine Wichtigkeit. Es ist der Ort, wo die Liebe in Gnade sich zeigte als alles unter dem Gesetz gefehlt hatte, trotzdem Gott mit der größten erbarmenden Langmut handelte. Er baute Sein Heiligtum. Das wird nicht gerade als Gegenstand der erwählenden Gnade dargestellt; aber Gott erwählte David, als er in den niedrigsten Verhältnissen war, um Sein Volk zu weiden.

  14. Thomasam 7. Mai 2010 um 16:46 Link zum Kommentar

    Psalm 79-81
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 79 bezieht sich, wie man deutlich erkennen kann, auf den Einfall der Heiden, besonders der Heere des Nordens, die Jerusalem und den Tempel verwüstet und das Blut der Knechte Jehovas vergossen hatten. Hier werden die früheren Sünden bekannt, und das Erbarmen Gottes wird angerufen. Der Boden, auf dem die Berufung an Gott geschieht, ist derselbe wie in Joel 2 und wie in früheren Psalmen (Ps 42 u. Ps 43). „Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist ihr Gott?“ und Gott wird gebeten, sich dadurch zu erkennen zu geben, dass Er das Blut Seiner Knechte räche. So wird Sein Volk und die Herde Seiner Weide Ihn ewiglich preisen. Der Zorn Jehovas wird gesehen, und Glaube ist so weit vorhanden, um zu sagen: „Bis wann?“ Das heißt, obwohl der Überrest sich nicht der Bundessegnungen erfreut (ja, gerade das Gegenteil ist der Fall), blickt der Glaube doch auf dieselben und sieht Jehova erzürnt über Sein Volk. Ist das aber der Fall und erweist es sich so, dass Jehova in Beziehung zu ihnen steht, so kann Er sie nicht aufgeben. Die Frage ist nun: „Bis wann?“ Indes wendet sich der Ruf selbst hier unmittelbar an Gott, nicht an Jehova. Israel ist noch nicht in seine Bundesstellung zurückgebracht. Wenn das geschieht, wird es in einer gekannten Bundesbeziehung stehen, und zwar in Gnade, und das wird nie wieder aus dem Auge verloren werden….

    Psalm 80 – Unser Psalm ist besonders beachtenswert. Der Psalmist sieht Gott in Israel, Sein Thron ist mit Recht da, und er erwartet, dass Gott hervorstrahle, dass Er Seine Macht erwecke und zu ihrer Rettung komme. Er erinnert Ihn daran, wie bei dem Israel vor alters, wenn das Lager in der Wüste auf dem Marsche war, Ephraim, Benjamin und Manasse sich unmittelbar bei der Bundeslade befanden, hinter der Stiftshütte, und wie das Heiligtum unmittelbar vor ihnen herzog (4. Mo 10). Das war Jehova, der Gott der Heerscharen. Der Glaube wartet auf Seine Gegenwart in Macht bei Seinem Volke, so wie es damals der Fall gewesen war. Die rührende und dringende Bitte des Glaubens ist: „Bis wann raucht dein Zorn wider das Gebet deines Volkes?“ Das sind hier die Gedanken und die Sprache des Glaubens. Der aus Ägypten geholte Weinstock ist verwüstet, seine Mauern sind niedergerissen, wie Jehova ihnen angedroht hat. Tränen sind der Trank des Volkes Jehovas. Sie flehen zu Gott, dass Er vom Himmel herabschauen und diesen Weinstock heimsuchen möge, das Reis, das Gott für Sich gestärkt hatte; damit ist, denke ich, die Familie Davids gemeint. Doch der Zustand Israels ist eine Strafe von Seiten Gottes. …

    Psalm 81 … Nun war der Neumond das Symbol des Wiedereintretens Israels in das Licht der Sonne; er wurde von dem Volke mit Freuden begrüßt und in den Gedanken des Glaubens mit der Erlösung verbunden (siehe V. 5). Damals rief Israel in seiner Bedrängnis zu Gott, und Gott hatte es gerettet. Doch dann tritt ein anderer wichtiger Grundsatz hinzu. Gott antwortete ihnen zwar in ihrer Bedrängnis, aber Er prüfte sie auch. Sie versuchten Gott, indem sie an Seiner Fürsorge und Macht zweifelten. Er stellte sie durch Schwierigkeiten auf die Probe, die scheinbar bewiesen, dass Gott es an Sorgfalt und Macht fehlen ließ; und sie sagten: Ist Jehova in unserer Mitte? doch Jehova antwortete in Gnade. …. Gott unterwarf Sein Volk folgender Probe: waren sie treu gegen Gott, gab es keinen fremden Gott in ihrer Mitte (Er war Jehova, ihr Gott, der sie aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hatte), so lag die Segnung für sie bereit. Sie hatten dann nur ihren Mund weit aufzutun, und Er wollte ihn füllen. Doch Israel wollte nicht hören, und sie wurden den Begierden ihrer Herzen dahingegeben. Dennoch sehen wir hier die Liebe, mit der Gott nach ihnen verlangte, und welch eine Freude es für Ihn gewesen sein würde, sie zu segnen und alle ihre Feinde zu vernichten. Seine gerechte Regierung würde sich dann unter ihnen offenbart haben. O dass sie gehört hätten! Hier haben wir den Grund zu Israels Fall. Sie waren als aus Ägypten Erlöste auf die Probe des Gehorsams und der Treue gegen Gott gestellt worden. Sie hatten sie nicht bestanden. Dennoch sollte das Licht des Antlitzes Jehovas aufs neue von ihnen zurückstrahlen. Diese Liebe Jehovas zu Seinem Volke bricht selbst dann hervor, wenn es fehlt und fällt.

    Ein für jede Seele sehr wichtiger Grundsatz wird uns hier vor Augen gestellt. Erlösung mit darauf folgender bedingter Segnung endigt nur in dem Verlust der Segnung, wie es auch bei der Schöpfung der Fall war. Es ist heute dasselbe wie damals, oder gar noch schlimmer. Es hängt von uns ab, uns die Segnung zu sichern; und da wir heute gefallene Wesen sind (nicht wie damals unschuldige und freie), kann die Gnade allein uns bewahren, und so wird es auch mit Israel sein. Dieser Psalm lässt uns in besonders schöner Weise die Gedanken Gottes betreffs Seines Volkes sowie Seinen gnadenreichen und zärtlichen Charakter erkennen.

  15. Thomasam 8. Mai 2010 um 16:58 Link zum Kommentar

    Psalm 82-84
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 82
    Gott nimmt hier die Regierung in Seine Hand. Er hatte auf der Erde und besonders in Israel eine Autorität errichtet; durch Sein Wort beim Gericht geleitet und mit Seiner Autorität ausgerüstet, hatten die Richter in Israel den Namen Gott (Elohim) getragen. Aber keiner wollte verstehen und gerecht richten. Alle Grundfesten der Erde waren am Wanken. Alle Obrigkeiten hatten Macht und Autorität von Gott empfangen – die jüdischen auch Sein Wort; doch selbst diese wollten nichts wissen noch verstehen. Sie waren Menschen und sollten wie Menschen sterben und wie einer der unbeschnittenen Fürsten dieser Welt fallen. Gott, der die Autorität gegeben hatte, richtete unter den Göttern. Er muss Gerechtigkeit ausüben. Um dieses Gericht bittet der Geist der Weissagung in dem Verständigen. „Stehe auf, o Gott, richte die Erde! denn du wirst zum Erbteil haben alle Nationen.“

    Bei Psalm 83 … Wenn Seine Gerichte die Erde treffen, lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises (Jes 26, 9). Die Menschen werden erkennen, dass Er allein, dessen Name Jehova heißt (der da ist und war und kommen wird), der Höchste über die ganze Erde ist. Das heißt, Jehova (der allein wahre Gott), der Gott Israels, ist der Eine, der über allem steht, der Allerhöchste über die Erde. In diesem Namen nimmt Er Besitz von der Erde, gleichwie Melchisedek einst die Segnung aussprach im Namen des Höchsten, der Himmel und Erde besitzt. Auch Nebukadnezar, das gedemütigte Haupt der Nationen, rühmte und pries den „höchsten“ Gott. Das ist Sein Name für das Tausendjährige Reich; in diesem Namen nimmt Er Seine große Macht und Herrschaft an, und der wahre Melchisedek ist Priester auf Seinem Thron, und der Rat des Friedens ist zwischen beiden, nämlich zwischen Christo und Jehova droben. Dies macht in prophetischer Weise Jehova, den Gott Israels, zum Höchsten über die Erde. Sein Volk, dessen Beziehungen zu Ihm dann wiederhergestellt sind, erwartet eine volle Segnung, und nun wird der Name Jehovas wieder angewandt. Bis dahin hatte das Volk, weil es noch nicht im Besitz der Bundessegnungen stand, sich mit seinem Flehen an Gott gewandt, solche Stellen ausgenommen, wo es seinen Blick auf die Vergangenheit oder auf die Zukunft richtete.

    Psalm 84
    beschreibt die Segnungen des Hinaufgehens zu den Vorhöfen Jehovas, weist aber zugleich in bildlicher Weise auf den Weg zu diesen Vorhöfen als auf einen Weg durch das Tränental hin. Diesen Weg hatte das Volk Jehovas zu gehen, um zu seinen Segnungen zu gelangen. Daher hat dieser Psalm eine große sittliche Tragweite und ist voll Unterweisung für Christen wie für Juden.

    Und welches ist der Weg, der dahin führt? „Glückselig der Mensch, dessen Stärke in Jehova ist“ – in dessen Herzen die bekannten Wege sind, die zu dem Hause führen. Dies kennzeichnet den Zustand der Seele – ihre Stärke ist in Jehova, ihr Herz in den Wegen, die zu Ihm führen. Dieser Pfad des Segens geht durch Trübsal; darum bedarf man Stärke. Und wie dieser Weg auch sein mag, der zu Ihm führt, man liebt ihn und schlägt ihn ein. Die Heiligen gehen durch das Tränental – es wird für sie zu einer Quelle; denn hierdurch lebt man, und in jeder Hinsicht ist darin das Leben des Geistes (Jes 38, 16). Zudem füllt der Regen von oben die Wasserbehälter jenes lechzenden Landes. Die Heiligen machen sicherlich Gebrauch von ihrer Stärke. Sie wird erprobt, aber sie erneuern dieselbe; sie gehen von Kraft zu Kraft, bis alle vor Gott in Zion erscheinen. Sie sind ein betendes Volk; sie wandeln in Abhängigkeit, im Vertrauen auf die Gnade.

    Im Wachtturm hieß es einmal:

    Jehovas Reaktion auf ein inniges Gebet
    Feinde verschwören sich gegen Gottes Volk
    3 Die Überschrift zu Psalm 83 lautet: „Eine Melodie von Asaph“. Der Komponist war anscheinend ein Nachkomme des Leviten Asaph, eines bekannten Musikers zur Zeit König Davids. In dem Psalm wird Jehova gebeten, seinen Namen bekannt zu machen und zu zeigen, dass er der Höchste ist. Der Psalm muss nach dem Tod Salomos geschrieben worden sein. Warum kann man das sagen? Weil Tyrus in Psalm 83 zu den Feinden Israels gezählt wird. Doch zur Zeit Davids und Salomos war Tyrus den Israeliten noch freundlich gesinnt.
    4 Der Psalmenschreiber zählt zehn Völker auf, die in der Nähe Israels lebten und sich gegen Gottes Volk verschworen, um es zu vernichten: „Die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hagriter, Gebal und Ammon und Amalek, Philistäa zusammen mit den Bewohnern von Tyrus. Auch Assyrien selbst hat sich ihnen angeschlossen“ (Ps. 83:6-8). Um welches Ereignis in der Geschichte Israels handelt es sich hier konkret? Nach der Meinung einiger bezieht sich der Psalm auf den Angriff der Ammoniter, Moabiter und der Bewohner der Berggegend Seir in den Tagen Josaphats (2. Chr. 20:1-26). Andere denken hier mehr an die Feindschaft der Nachbarvölker Israels im Allgemeinen.
    5 Auf jeden Fall deutet alles darauf hin, dass Jehova dieses Lied, das zugleich ein Gebet ist, zu einer Zeit schreiben ließ, als sein Volk in Gefahr war. Auch wir sind schon oft von Feinden angegriffen worden, und man hat versucht, uns auszulöschen. Daher stärkt der Psalm auch uns. Er wird uns Kraft geben, wenn Gog von Magog in naher Zukunft seine Streitkräfte mobilisiert, um in einem letzten Angriff alle zu vernichten, die Gott mit Geist und Wahrheit anbeten.
    Was ihm vor allem am Herzen lag
    6 Der Psalmenschreiber schüttet Jehova sein Herz aus: „O Gott, lass deinerseits kein Schweigen sein; sei nicht weiterhin verstummt, und bleib nicht still, o Göttlicher. Denn siehe, deine Feinde, sie sind in Aufruhr; und gerade die, die dich aufs Tiefste hassen, haben ihr Haupt erhoben. Gegen dein Volk führen sie listig ihr vertrauliches Gespräch . . . Denn mit dem Herzen haben sie vereint Rat ausgetauscht; gegen dich schlossen sie dann sogar einen Bund“ (Ps. 83:1-3, 5).
    7 Der Schreiber hatte wahrscheinlich Angst um sein Leben und sorgte sich um die Sicherheit seiner Familie. Doch worum ging es ihm in seinem Gebet vor allem? Ihm machte zu schaffen, dass der Name Gottes in ein schlechtes Licht gerückt wurde und dass das Volk, mit dem man diesen Namen in Verbindung brachte, in Gefahr war. Auch wir brauchen in der heutigen schwierigen Zeit eine solch ausgeglichene Einstellung, denn die Welt, in der wir leben, wird bald zu Ende gehen. (Lies Matthäus 6:9, 10.)
    8 Die Feinde Israels sagten: „Kommt, und lasst uns sie als Nation austilgen, damit des Namens Israel nicht mehr gedacht werde“ (Ps. 83:4). Wie sehr sie doch Gottes auserwähltes Volk hassten! Ihre Verschwörung hatte aber noch einen weiteren Grund. Sie wollten das Land der Israeliten für sich haben und sagten prahlerisch: „Lasst uns die Aufenthaltsorte Gottes für uns in Besitz nehmen“ (Ps. 83:12). So etwas hat es auch in unserer Zeit gegeben.
    Gottes „heiliger Aufenthaltsort“
    9 Die Israeliten bezeichneten das Gelobte Land als Gottes heiligen Aufenthaltsort. Nach der Befreiung aus Ägypten sangen sie in einem Siegeslied: „Du hast in deiner liebenden Güte das Volk geführt, das du zurückgeholt hast; du wirst es in deiner Stärke bestimmt zu deinem heiligen Aufenthaltsort geleiten“ (2. Mo. 15:13). Später gab es an diesem „Aufenthaltsort“ einen Tempel mit einer Priesterschaft. Auch die Hauptstadt Jerusalem gehörte dazu, wo Nachkommen Davids als Könige auf dem Thron Jehovas saßen (1. Chr. 29:23). Deswegen nannte Jesus sie „die Stadt des großen Königs“ (Mat. 5:35).

    12 Der Psalmenschreiber glaubte felsenfest daran, dass Jehova die Pläne der feindlichen Völker durchkreuzen kann. Er spielt auf zwei entscheidende Siege Israels in der Nähe von Megiddo an. Diese Stadt überblickte eine Talebene mit dem gleichen Namen. Im Sommer kann man dort das trockene Flussbett des Kischon erkennen. Im Winter tritt der Kischon nach heftigen Regenfällen oft über die Ufer und überflutet die Talebene. Wahrscheinlich nannte man ihn deswegen auch die „Wasser Megiddos“ (Ri. 4:13; 5:19).
    13 Etwa 15 Kilometer von Megiddo entfernt liegt am anderen Ende der Talebene der Hügel More. Dort versammelten sich in den Tagen des Richters Gideon die Truppen Midians, Amaleks und „alle Leute des Ostens“ gegen Israel (Ri. 7:1, 12). Obwohl Gideon letztendlich nur 300 Soldaten zur Verfügung standen, besiegten sie mit Jehovas Hilfe ihre Feinde, die weit in der Überzahl waren. Wie? Unter der Leitung Gottes umzingelten sie in der Nacht das feindliche Lager. Dabei sollte jeder Soldat einen Krug mitnehmen, in dem sich eine brennende Fackel befand. Auf das Zeichen Gideons hin zerbrachen sie die Krüge, sodass die Fackeln sichtbar wurden. Dann bliesen die Soldaten in ihre Hörner und riefen: „Schwert Jehovas und Gideons!“ Das brachte die Feinde in Verwirrung und sie töteten sich gegenseitig. Die Überlebenden flohen über den Jordan. Doch in der Zwischenzeit sammelten sich immer mehr israelitische Soldaten und jagten ihnen hinterher. Insgesamt kamen 120 000 Feinde um (Ri. 7:19-25; 8:10).
    14 Wenn man vom Hügel More aus 6 Kilometer durch die Talebene von Megiddo geht, kommt man zum Berg Tabor. Dort versammelte der Richter Barak einmal 10 000 israelitische Soldaten zum Kampf gegen das Heer von Jabin, dem kanaanitischen König von Hazor. Die feindlichen Streitkräfte, die unter dem Befehl Siseras standen, hatten 900 Kriegswagen mit eisernen Sicheln an den Rädern. Als sich die schlecht ausgerüstete Armee Israels auf dem Tabor einfand, marschierte Sisera mit seinen Soldaten in das Tal ein. Dann begann Jehova „Sisera und alle seine Kriegswagen und das ganze Lager . . . in Verwirrung zu bringen“. Wahrscheinlich hat ein plötzlich einsetzender Regen den Kischon über die Ufer treten lassen, und die Kriegswagen blieben im Schlamm stecken. Die gesamte Streitmacht wurde von den Israeliten vernichtend geschlagen (Ri. 4:13-16; 5:19-21).
    15 Der Psalmenschreiber bittet Jehova, mit den Völkern, die die Israeliten zu seiner Zeit bedrohten, ähnlich zu verfahren. Er betet: „Tu an ihnen wie an Midian, wie an Sisera, wie an Jabin im Wildbachtal Kischon. Sie wurden vertilgt zu En-Dor; sie wurden Dünger für den Erdboden“ (Ps. 83:9, 10). Interessanterweise wird Gottes letzter Krieg gegen die Welt Satans Harmagedon genannt, was „Berg von Megiddo“ bedeutet. Diese Bezeichnung erinnert an die großen Schlachten in der Nähe Megiddos. Die damaligen Siege Jehovas lassen keinen Zweifel aufkommen, dass Jehova auch den Krieg von Harmagedon gewinnen wird (Offb. 16:13-16).
    Beten wir darum, dass Jehova als der Höchste anerkannt wird
    16 In den heutigen „letzten Tagen“ hat Jehova alle Versuche vereitelt, sein Volk auszurotten (2. Tim. 3:1). Wie Psalm 83:16 andeutet, ist das für seine Gegner eine große Schande: „Fülle ihr Angesicht mit Unehre, dass man deinen Namen suche, o Jehova.“
    17 Der Kampf ist natürlich noch nicht vorbei. Bald werden sie aber keine Gelegenheit mehr haben, zu bereuen, was zu ihrer Rettung führen würde. Die Heiligung des Namens Jehovas ist im Übrigen weit wichtiger als die Rettung von Menschen. Wenn sich die Nationen wie vorausgesagt zusammenschließen werden, um Gottes Volk weltweit zu vernichten, werden wir den Worten aus Psalm 83:17 beipflichten: „O mögen sie für alle Zeiten beschämt und bestürzt sein, und mögen sie mit Scham bedeckt werden und umkommen.“
    18 Alle, die Jehovas Herrschaft bekämpfen, erwartet ein demütigendes Ende. Wie es in der Bibel heißt, werden diejenigen, die „der guten Botschaft . . . nicht gehorchen“, in Harmagedon umkommen und „ewige Vernichtung“ erleiden (2. Thes. 1:7-9). Ihre Vernichtung und das Überleben derer, die Gott in Wahrheit anbeten, wird mehr als deutlich machen, dass Jehova der einzig wahre Gott ist. An seinen großen Sieg wird man auch in der neuen Welt noch oft denken. Sowohl die „Gerechten“ als auch die „Ungerechten“, die dann wieder zum Leben kommen, werden von dieser Großtat Jehovas erfahren (Apg. 24:15). In der neuen Welt müsste ihnen eigentlich sofort klar werden, dass es nichts Besseres gibt, als sich der Herrschaft Gottes unterzuordnen. Und wenn sie demütig sind, werden sie schnell erkennen, dass Jehova der einzig wahre Gott ist.
    19 Hat unser liebevoller Vater im Himmel nicht eine großartige Zukunft für seine treuen Anbeter vorgesehen? Wer möchte da nicht Jehova bitten, das Gebet des Psalmenschreibers endgültig zu erhören: „O mögen sie [deine Gegner] für alle Zeiten beschämt und bestürzt sein, und mögen sie mit Scham bedeckt werden und umkommen, damit man erkenne, dass du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde“ (Ps. 83:17, 18).

    Im Wachtturm hieß es einmal:

    Wo zu sein, erwählst du dir?
    ERGEBENE Diener Jehovas schätzen es sehr, wenn sie mit Personen Gemeinschaft pflegen können, die den gleichen kostbaren Glauben haben. Bei den Israeliten drückte sich diese Wertschätzung in dem aufrichtigen Wunsch aus, zum Heiligtum zu gehen. Empfindest du ebenfalls große Freude, wenn du vereint mit anderen Gott anbeten kannst?
    Der Schreiber des 84. Psalms, ein Levit und Nachkomme Korahs, gab uns ein gutes Beispiel, da er unter treuen Dienern Gottes zu sein wünschte. Er sagte: „Wie lieblich ist deine großartige Wohnstätte, o Jehova der Heerscharen! Meine Seele hat sich gesehnt und auch geschmachtet nach den Vorhöfen Jehovas. Mein eigenes Herz und selbst mein Fleisch jubeln dem lebendigen Gott zu. Ja selbst der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hingelegt hat — dein großartiger Altar, o Jehova der Heerscharen, mein König und mein Gott!“ (Ps. 84:1-3).
    Der Psalmist fand das Heiligtum „lieblich“, schön, ja äußerst anziehend, weil es die Stätte der Anbetung Jehovas war. Die Stärke der Sehnsucht, mit der dieser Levit danach verlangte, in den Vorhöfen der Wohnstätte Jehovas zu sein, erinnert uns daran, daß die Zehntausende von Leviten zur Zeit des Königreiches in den 48 Städten wohnten, die den Leviten im ganzen Land Israel zugeteilt worden waren. Nur einmal alle halbe Jahre diente eine Abteilung der nichtpriesterlichen Leviten für eine ganze Woche im Tempel. Somit verbrachten sie den größten Teil des Jahres in den Levitenstädten bei sich zu Hause im Familienkreis. Kleine Vögel dagegen mochten einen beständigeren Wohnplatz im Tempel gefunden haben.
    Der korahitische Levit kann nicht umhin, er muß an das Glück derer denken, die regelmäßig zu festgelegten Zeiten zum Heiligtum gehen. Er sagt weiter: „Glücklich sind die, die in deinem Hause wohnen! Sie fahren noch fort, dich zu preisen. . . . Glücklich sind die Menschen, deren Stärke in dir ist, in deren Herz die Landstraßen sind. Indem sie durch die Talebene der Bachasträucher ziehen, verwandeln sie diese selbst in einen Quell; ja, mit Segnungen umhüllt sich der Unterweiser. Sie werden weiterwandeln von leistungsfähiger Kraft zu leistungsfähiger Kraft; ein jeder erscheint vor Gott in Zion“ (Ps. 84:4-7).
    Um ihren Pflichten nachzukommen, wohnten die Priester und Leviten regelmäßig für eine gewisse Zeit im Hause Jehovas und konnten dort den Höchsten direkt preisen. Welch eine glückliche Zeit muß dies doch für sie gewesen sein! Glücklich waren auch andere Israeliten, die von Gott Stärke erhielten, wenn sie Trost und Beistand benötigten. Solche Israeliten richteten ihr Herz auf die „Landstraßen“, das heißt auf die Straßen, die zum Heiligtum führten. Weil ihnen die wahre Anbetung viel bedeutete, nahm sogar das mit Bachasträuchern bewachsene Trockengebiet, das sie auf ihrer Reise nach Jerusalem durchquerten, für sie das reizvolle Aussehen einer Landschaft an, die durch eine Quelle gut bewässert wird. Jehova war es, den die treuen Israeliten als ihren „Unterweiser“ betrachteten (Jes. 30:20). Da sie ihn segneten oder lobpriesen, konnte gesagt werden, ‘der Unterweiser umhülle sich mit Segnungen’ wie mit einem Gewand. Selbst eine lange Reise erschöpfte die ergebenen Anbeter nicht. Die Aussicht, das Heiligtum zu erreichen, erneuerte ihre Kraft.
    Mit seinen weiteren Worten wendet sich der Psalmist an Jehova: „O Jehova, Gott der Heerscharen, höre doch mein Gebet; schenke doch Gehör, o Gott Jakobs. . . . O unser Schild, sieh, o Gott, und schau das Angesicht deines Gesalbten an“ (Ps. 84:8, 9). Der Levit möchte also, daß Jehova seine Gunst nicht nur ihm zuwendet, sondern auch dem Gesalbten, wahrscheinlich dem judäischen König. Dieser Levit schätzt es, daß der Höchste für Israel ein schützender Schild ist, und bittet ihn deshalb im Gebet um Hilfe.
    Seine Sehnsucht nach dem Heiligtum veranlaßte den Psalmisten zu sagen: „Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend anderswo. Ich habe eher gewählt, im Hause meines Gottes an der Schwelle zu stehen, als umherzugehen in den Zelten der Bosheit“ (Ps. 84:10). Welch außergewöhnliche Wertschätzung! Dem Psalmisten bedeutete ein einziger Tag in den Vorhöfen des Heiligtums Jehovas mehr als tausend Tage an irgendeinem anderen Ort. Er wollte lieber während seines Dienstes an der Schwelle, ja am Eingang des Hauses Jehovas stehen, als sich in den Zelten böser Menschen aufzuhalten, ungeachtet, wie luxuriös ihre Wohnstätten auch sein mochten.
    Warum hatte er diese große Wertschätzung für das Haus Gottes? Man beachte seine Worte: „Denn Jehova Gott ist Sonne und Schild; Gunst und Herrlichkeit sind das, was er gibt. Jehova selbst wird nichts Gutes denen vorenthalten, die in Untadeligkeit wandeln. O Jehova der Heerscharen, glücklich ist der Mensch, der auf dich vertraut“ (Ps. 84:11, 12). Ja, der Psalmist erkannte, was für ein Gott Jehova ist. Der Höchste ist für sein Volk eine Sonne, die für Erleuchtung sorgt. Auch bietet er Schutz wie ein Schild. Äußerungen der Gunst und des Segens gehen von ihm aus, und er verleiht denen Herrlichkeit und Ehre, die seine Billigung finden. Niemals wird Jehova denen Gutes vorenthalten, die danach trachten, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Er wird sie reichlich segnen, und wer sein Vertrauen auf den Allmächtigen setzt, wird nicht enttäuscht werden, sondern beständig wahres Glück empfinden.
    Wenn du Jehova als den Beschützer und den Quell aller guten Gaben erkannt hast, wirst du dann nicht veranlaßt, dich regelmäßig mit seinem Volk zu versammeln? Ist ein guter Ruf bei Gott für dich der Quell größter Freude? Sicherlich sollten wir den Wunsch haben, unsere Handlungsweise mit den Gedanken in Übereinstimmung zu bringen, die der Psalmist äußerte. Dann werden wir auch weiterhin das Glück derer verspüren können, die Jehova zum Gott haben.

  16. Thomasam 9. Mai 2010 um 17:04 Link zum Kommentar

    Psalm 85-87
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 85
    …Die drei ersten Verse stellen also als Grundlage hin, dass Gott Seinem Lande Gunst erzeigt und die Gefangenschaft Jakobs gewendet hat. Das ist die große, allgemein bekannte Wahrheit. In Vers 4 jedoch bedarf das wiederhergestellte Volk einer anderen Segnung in der Wirklichkeit Seines eigenen Verhältnisses zu Gott. „Führe uns zurück, Gott unseres Heils.“ Jehova ist der Gott ihres Heils; aber sie bedürfen Seiner Segnung inmitten des Landes. Sie wollen, dass Sein Volk sich in Ihm erfreue. Wie wahr ist das oft betreffs einer Seele, die weiß, dass ihr vergeben ist! Sie wartet auf die Güte und das Heil Jehovas, indem sie so in Seiner Gunst wiederhergestellt ist, und horcht, was Gott-Jehova reden wird; denn die Treuen rechnen auf Seine Güte. Er wird Frieden reden zu seinem Volke (das ist ihr öffentlicher Charakter) und zu Seinen Frommen, dem Überrest, der den Frieden genießen soll. Der Glaube hat dann auf alle Weise die Gewissheit, dass Gottes Heil nahe ist denen, die ihn fürchten, dass die Herrlichkeit Jehovas im Lande wohnen kann.

    Die letzten Verse besingen in bemerkenswerten Ausdrücken die göttlichen Grundsätze, auf denen die Segnungen Israels dereinst errichtet sein werden. Gottes Güte und Wahrheit sind sich begegnet. Seine Verheißungen, die stets wahr sind, sind nun durch Gnade erfüllt worden. Es ist beachtenswert, dass in den Psalmen die Güte und Gnade stets der Gerechtigkeit und Wahrheit vorangehen. Denn Israel hat, indem es den Herrn verwarf, jedes Anrecht auf die Verheißung verwirkt, ist völlig in Verschuldung gekommen, besitzt keine Gerechtigkeit, auf die es sich stützen könnte, und ist in den Unglauben eingeschlossen, damit es auch ein Gegenstand unvermischter Gnade werde. Nun aber sind diese Verheißungen durch das Werk Christi in Erfüllung gegangen, und Güte und Wahrheit sind sich begegnet. Doch das ist noch nicht alles. Jehova ist ihre Gerechtigkeit durch Gnade; und daher ist die Gerechtigkeit Friede für sie geworden; das was im Gericht ihr Verderben gewesen wäre, ist unter der Gnade ihr Friede – Gerechtigkeit und Friede haben sich geküsst.

    Psalm 86 enthält das demütige und doch vertrauensvolle und zuversichtliche Gebet einer Seele, die sich ihrer frommen Gefühle gegen Jehova bewusst ist und auf die Ergebnisse der Verbindung mit Ihm wartet.

    Unser Psalm enthält drei Bitten. In Vers 1 lesen wir: „Neige, Jehova, dein Ohr und erhöre mich!“ Der Bittende wendet sich an Jehova, damit Er dem Gebet in Gnaden Sein Ohr leihen möge. Dann in Vers 6, dass Er horchen möge auf die Stimme seines Flehens; das heißt, der Bittende erwartet, dass seine Bitte gewährt werde. Und drittens fleht er in Vers 11 zu Jehova, dass Er ihn den Weg der Wahrheit lehren möge. Sodann erkennt der Überrest die Erbarmungen Gottes in dem schrecklichen Kampf, in dem er sich befindet, an: aber er, der so schreit, wartet noch auf Gottes Eingreifen zu seinen Gunsten, damit seine Hasser beschämt werden, weil Jehova ihm geholfen und ihn getröstet hat. Wie lässt die Lage des Überrestes, gleich der Geschichte Hiobs, den großen Kampf zwischen der Macht Satans und der göttlichen Rettung hervortreten! Aber in diesem Kampf erkennt die gottesfürchtige Seele, so tief sie auch geführt werden mag, an, dass Jehova die Quelle von allem ist, obwohl ihre Füße beim Anblick der Wohlfahrt der Gesetzlosen nahe daran sein mögen, auszugleiten. Dieser Psalm ist nicht der Ausdruck der Klage oder der bitteren Herzensbetrübnis, sondern das Flehen einer Seele, die zwar arm und bedürftig ist, aber den Trost der Güte Jehovas geschmeckt hat.

    Man beachte den Unterschied zwischen den Namen Gottes: Herr (Adonai) und Jehova. Jehova ist, wie schon wiederholt bemerkt, der Bundesname, den Gott in unveränderlicher Treue Israel gegenüber angenommen hat; Adonai dagegen bezeichnet jemanden, der Macht an sich genommen hat und der gegenüber denen, die Ihn anrufen, als Herr dasteht.

    Psalm 87 betrachtet Zion als von Gott gegründet, als eine Stadt, die Grundlagen hat. Die Menschen besitzen Städte und rühmen sich ihrer; aber Gott hat eine Stadt, die Er auf den heiligen Bergen gegründet hat. Selbst hier handelt es sich nicht um Joseph oder um die Reichtümer der Natur. Gott war der Reichtum Zions, ihre Stätte waren die heiligen Berge, das was Gott geweiht war. In der Kraft des Geistes schämt sich der Gottesfürchtige ihrer nicht (Herrliches ist von ihr geredet), nein, auch nicht angesichts aller ruhmreichen Orte der Erde. Ägypten und Babel rühmten sich vergebens, ebenso Philistäa, Tyrus und Äthiopien, die alle ihren Tag gehabt hatten. Die Gottesfürchtigen konnten von diesen Orten reden, ohne den Vergleich zu fürchten. Zion wurde für den Geburtsort des Mannes Gottes gehalten, für den Geburtsort der Geliebten Jehovas. Der Höchste befestigte es. Wenn Jehova die Völker verzeichnet, wird Er sagen: „Dieser ist daselbst geboren.“ Freude und Lobgesänge werden dort sein und alle frischen Quellen Jehovas. Es erscheint mir nicht ganz gewiss, dass das Wörtchen „dieser“ (V. 6) sich auf Christum bezieht. Zion rühmt sich seiner Helden.

    Im Wachtturm hieß es einmal:

    Jehova tut Wunderdinge
    „Du bist groß und tust Wunderdinge; du bist Gott, du allein“ (PSALM 86:10).
    DER moderne Mensch mag sich damit brüsten, herausragende Erfindungen gemacht zu haben — die elektrischen Geräte, die Telekommunikation, die Videotechnik, das Automobil, das Passagierdüsenflugzeug und die Computertechnik. Dadurch wurde die Welt zu einem Dorf. Aber was für ein Dorf! Statt daß es Frieden, Wohlfahrt und Überfluß für alle gibt, wird die Menschheit von mörderischen Kriegen, von Verbrechen, Terrorismus, Umweltverschmutzung, Krankheit und Armut heimgesucht. Und die in der ganzen Welt stationierten Atomwaffen können trotz einer zahlenmäßigen Reduzierung das Menschengeschlecht immer noch auslöschen. Die Händler des Todes, die Waffenhersteller, machen auf der Erde weiterhin das größte Geschäft. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Könnte irgend jemand daran etwas ändern?
    2 Ja! Denn es gibt jemand, der Befreiung zusichert, „jemand, der höher ist als der Hohe“ — Jehova Gott (Prediger 5:8). Er veranlaßte die Niederschrift der Psalmen, die für Zeiten der Bedrängnis viel Trost vermitteln und weisen Rat geben. Dazu gehört auch der 86. Psalm, dessen einfache Überschrift lautet: „Ein Gebet Davids.“ Es handelt sich um ein Gebet, das wir uns zu eigen machen können.
    Niedergedrückt, aber loyal
    3 David schrieb diesen Psalm in einer Zeit der Bedrängnis. Da wir heute in den „letzten Tagen“ des von Satan beherrschten Systems leben, in ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’, stehen wir vor ähnlichen Problemen (2. Timotheus 3:1; siehe auch Matthäus 24:9-13). David erging es nicht anders als uns, auch er war besorgt und niedergeschlagen wegen der Probleme, die auf ihm lasteten. Doch er ließ niemals zu, daß solche Prüfungen seine Loyalität und sein Vertrauen zu seinem Schöpfer schwächten. Er rief aus: „Neige, o Jehova, dein Ohr, antworte mir, denn ich bin niedergedrückt und arm. O behüte doch meine Seele, denn ich bin loyal. Rette deinen Knecht — du bist mein Gott —, der auf dich vertraut“ (Psalm 86:1, 2).
    4 Wie David können wir die Zuversicht hegen, daß Jehova, „der Gott allen Trostes“, sein Ohr in Richtung Erde neigen und unsere demütigen Gebete erhören wird (2. Korinther 1:3, 4). Weil wir unserem Gott absolut vertrauen, können wir folgenden Rat Davids befolgen: „Wirf deine Bürde auf Jehova, und er selbst wird dich stützen. Niemals wird er zulassen, daß der Gerechte wankt“ (Psalm 55:22).
    Vertrautheit mit Jehova
    5 Im 86. Psalm gebrauchte David 11mal den Ausdruck „o Jehova“. Wie inbrünstig ist doch Davids Gebet und wie eng seine Vertrautheit mit Jehova!
    6 Das Gebet Davids lautet weiter: „Erweise mir Gunst, o Jehova, denn zu dir rufe ich unablässig den ganzen Tag. Laß die Seele deines Knechtes sich freuen, denn zu dir, o Jehova, erhebe ich meine eigene Seele“ (Psalm 86:3, 4). Beachten wir, daß David unablässig „den ganzen Tag“ zu Jehova rief. Ja, als er ein Flüchtling in der Wildnis war, verbrachte er auch die Nacht oft im Gebet (Psalm 63:6, 7). In ähnlicher Weise haben heute Zeugen Jehovas im Fall einer drohenden Vergewaltigung oder eines anderen verbrecherischen Angriffs laut zu Jehova gerufen. Sie waren manchmal überrascht über den günstigen Ausgang. Jehovas Name ist für uns genauso kostbar, wie er es für ‘Jesus Christus, den Sohn Davids’, während seines irdischen Lebens war. Jesus lehrte seine Jünger, um die Heiligung des Namens Jehovas zu beten, und er offenbarte ihnen, wofür dieser Name steht (Matthäus 1:1; 6:9; Johannes 17:6, 25, 26).
    7 David erhob seine Seele, sein gesamtes Ich, zu Jehova. Gemäß Psalm 37:5 ermunterte er uns, es ihm gleichzutun: „Wälze deinen Weg auf Jehova, und verlaß dich auf ihn, und er selbst wird handeln.“ Somit wird Jehova unser Bitten, daß sich unsere Seele freuen möge, nicht überhören. Viele Diener Jehovas bewahren die Lauterkeit und setzen ihren Dienst für ihn freudig fort — und das trotz Härten, Verfolgung und Krankheit… Wir müssen genauso ausharren wie sie (Römer 5:3-5). Und wenn wir ausharren, wird uns zugesichert: „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu . . . Sie wird sich nicht verspäten“ (Habakuk 2:3). Voller Zuversicht und voll Vertrauen auf Jehova wollen auch wir weiterhin ‘keuchend auf das Ende zugehen’.
    Jehovas Güte
    8 David äußerte eine weitere inständige Bitte: „Du, o Jehova, bist gut und zum Vergeben bereit; und überströmend ist die liebende Güte all denen gegenüber, die dich anrufen. Schenk doch Gehör, o Jehova, meinem Gebet; und merke doch auf die Stimme meiner flehentlichen Bitten. Am Tag meiner Bedrängnis will ich dich anrufen, denn du wirst mir antworten“ (Psalm 86:5-7). „O Jehova“ — immer wieder erschaudern wir angesichts der Vertrautheit dieser Anrede. Es handelt sich um eine Vertrautheit, die durch das Gebet ständig gepflegt werden kann. David betete bei einer anderen Gelegenheit: „Der Sünden meiner Jugend und meiner Auflehnungen o gedenke nicht. Gemäß deiner liebenden Güte gedenke du meiner, um deiner Güte willen, o Jehova“ (Psalm 25:7). Jehova ist der Inbegriff der Güte — weil er Jesus das Lösegeld erbringen ließ, weil er reumütigen Sündern Barmherzigkeit erweist und weil er gegenüber seinen loyalen und dankbaren Zeugen liebende Güte übt (Psalm 100:3-5; Maleachi 3:10).
    9 Sollten wir wegen früherer Fehler besorgt sein? Haben wir inzwischen gerade Bahn für unsere Füße gemacht, erfüllt es uns mit neuem Mut, wenn wir an die Zusicherung des Apostels Petrus denken, die er Bereuenden gab, nämlich daß „Zeiten der Erquickung“ von Jehova kommen werden (Apostelgeschichte 3:19). Bleiben wir Jehova nahe, indem wir zu ihm beten, und zwar durch unseren Loskäufer, Jesus, der liebevollerweise sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele.“ Da loyale Zeugen heute in Jesu teurem Namen zu Jehova beten, finden sie wirklich Erquickung (Matthäus 11:28, 29; Johannes 15:16).
    10 Im Buch der Psalmen wird Jehovas „liebende Güte“ über einhundertmal erwähnt. Eine solche liebende Güte ist gewiß überströmend! Gottes Diener werden in den ersten vier Versen des 118. Psalms aufgefordert, Jehova zu danken, und zwar dadurch, daß es viermal heißt: „Denn seine liebende Güte währt auf unabsehbare Zeit.“ Die liebenswerte Eigenschaft ‘seiner liebenden Güte’ wird im 136. Psalm 26mal hervorgehoben. Ganz gleich, in welcher Hinsicht wir sündigen mögen — und wie es in Jakobus 3:2 heißt, ‘straucheln wir alle oft’ —, sollten wir im Vertrauen auf Jehovas Barmherzigkeit und seine liebende Güte darauf bedacht sein, seine Vergebung zu erlangen. Diese liebende Güte ist ein Ausdruck seiner loyalen Liebe uns gegenüber. Wenn wir weiterhin loyal Gottes Willen tun, wird er seine loyale Liebe dadurch zeigen, daß er uns stärkt, damit wir mit jeder Prüfung fertig werden können (1. Korinther 10:13)…
    Jehovas unvergleichliche Werke
    14 Aus tiefer Überzeugung sagte David: „Da ist keiner gleich dir unter den Göttern, o Jehova, noch gibt es irgendwelche Werke gleich den deinen“ (Psalm 86:8). Jehovas Werke sind größer, großartiger und majestätischer, als sich ein Mensch überhaupt vorstellen kann. Gemäß den Erkenntnissen der heutigen Wissenschaft ist das Universum — seine Größe, Harmonie und Pracht — noch weitaus gewaltiger als alles, was David wahrnehmen konnte. Doch selbst er fühlte sich schon zu der Äußerung veranlaßt: „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes; und die Ausdehnung tut das Werk seiner Hände kund“ (Psalm 19:1).
    15 Jehovas Werke kommen auch auf wunderbare Weise darin zum Ausdruck, wohin er die Erde setzte und wie er sie zubereitete, daß er für Tag und Nacht sorgte, für die Jahreszeiten, für Saat und Ernte sowie für eine Vielzahl von schönen Dingen, die dem Menschen einmal zur Freude dienen sollten. Und wie wunderbar wir selbst gemacht und ausgerüstet sind, damit wir uns an Jehovas Werken, die uns umgeben, erfreuen können! (1. Mose 2:7-9; 8:22; Psalm 139:14).
    16 Weil unsere Ureltern Gott ungehorsam geworden waren, wodurch die Bedrängnisse ausgelöst wurden, von denen die Erde bis auf den heutigen Tag heimgesucht wird, vollbrachte Jehova aus Liebe ein Wunder, indem er seinen Sohn auf die Erde sandte, damit dieser Gottes Königreich verkündigte und als ein Lösegeld für die Menschheit starb. Und Wunder über Wunder! Jehova auferweckte Christus dann und designierte ihn zu seinem Mitkönig (Matthäus 20:28; Apostelgeschichte 2:32, 34). Aus den loyalen Menschen hat Gott auch „eine neue Schöpfung“ auserwählt, die zusammen mit Christus als wohlwollender „neuer Himmel“ über die Gesellschaft der „neuen Erde“ regieren wird, zu der auch Milliarden von Auferstandenen gehören werden (2. Korinther 5:17; Offenbarung 21:1, 5-7; 1. Korinther 15:22-26). Jehovas Werke werden auf diese Weise einem glorreichen Höhepunkt zustreben. Wir können wahrhaftig ausrufen: „O Jehova, . . . [wie] überströmend ist deine Güte, die du aufgespart hast für die, die dich fürchten.“ (Psalm 31:17-19)

  17. Juleam 10. Mai 2010 um 13:50 Link zum Kommentar

    Psalm 89

    Von Ẹthan, dem Esrachịter.

    Wer war dieser Schreiber? Ich glaube nicht, dass dieser Name mir bekannt wäre, aber er weiss scheinbar sehr viel über David und spricht wohl auch teilweise prophetisch von Jesus.

    *** it-1 S. 694 Ethan ***

    (Ẹthan) [Dauerhaft; Immer fließend].
    1. Einer von vier Männern, die große Weisheit besaßen und doch von Salomo an Weisheit übertroffen wurden (1Kö 4:31). Dieser Ethan war vielleicht der Schreiber von Psalm 89, denn dort wird in der Überschrift Ethan, der Esrachiter, als Schreiber angegeben. Gemäß 1. Chronika 2:6 waren Ethan, Heman, Kalkol und Dara allesamt Söhne Serachs vom Stamm Juda, und sie sind möglicherweise identisch mit den Männern, die in 1. Könige erwähnt werden. Von Ethan heißt es, daß er der Vater Asarjas war (1Ch 2:8; siehe ESRACHITER).

  18. Thomasam 10. Mai 2010 um 17:19 Link zum Kommentar

    Psalm 88-89
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 88 …
    „Jehova, Gott meiner Rettung!“ ist die Anrede in diesem Psalm. Das verleiht ihm seine Tragweite und drückt ihm sein wahres Gepräge auf; zugleich macht es ihn um so schrecklicher. Der volle Segen der Freiheit in Gnade mag nicht gekannt sein; aber die Beziehung zu dem Gott der Rettung, zu Ihm Selbst, das Bewusstsein, es mit Ihm zu tun zu haben, ist genügend gekannt, um das Entbehren Seiner Gunst und das Gefühl Seines Zornes zu dem Schrecklichsten alles Schrecklichen zu machen. Bei den Juden unter dem Gesetz mögen die Umstände und die Regierungswege Gottes dem hier beschriebenen Fall noch mehr entsprechen, weil ihre Beziehung zu Jehova mit diesen Dingen verbunden ist. Doch ist die Zornglut Jehovas die große und schreckliche Bürde; und diese Schrecknisse des Allmächtigen, oder genauer Jehovas, die den Geist verzehren, sind der Gegenstand unseres Psalmes. Es ist das Bewusstsein des Zornes unter einem gebrochenen Gesetz, das der Überrest in jenen Tagen haben wird. Leiden hatten sie schon früher erfahren; elend und verscheidend waren sie von Jugend auf gewesen. Das war in der Tat ihr Heil gewesen, als vertrieben aus Jerusalem; aber jetzt wiederhergestellt und insoweit in Verbindung gebracht mit Jehova, dem Gott ihrer Rettung, müssen sie die Tiefen ihrer moralischen Stellung zwischen Gott und ihnen allein fühlen – den Zorn Jehovas, den sie verdient haben. Ohne dies können sie nicht wirklich wiederhergestellt und gerechterweise des Segens teilhaftig werden. Das will nicht sagen, dass der Zorn wirklich auf ihnen bleiben soll. Daher finden wir in diesem Psalm Glauben und Hoffnung, obwohl keinen Trost; denn dieses Elend kommt über sie, nachdem die Gnade ihnen erwiesen und von ihnen erkannt worden ist, nachdem sie wieder in ihre Beziehung zu Gott eingetreten sind mittels jener Gnade, damit sie, wie gesagt, deren Wert fühlen möchten. Gerade wie bei Hiob: nachdem er gesegnet war, lernte er sich erkennen und verstehen, was der Mensch ist, indem er es mit Jehova zu tun hatte, als die Frage der Annahme und der Gerechtigkeit erhoben wurde. Der Zorn wird nicht auf den Treuen bleiben, weil Christus den wahren Kelch des Zornes getrunken hat; aber sie müssen zu dem Verständnis dieses Zornes gelangen, da sie unter Gesetz sind; denn sie haben unter dem Gesetz gestanden und unter ihm Anspruch auf Gerechtigkeit gemacht – wenigstens war diese Frage für sie nicht gelöst worden. In welch wahrhaftiger Weise Christus am Ende Seines Lebens hierin eingetreten ist, brauche ich nicht zu sagen. Es ist die eine wichtige Tatsache, die Seine ganze Geschichte kennzeichnet.

    Beachten wir auch in Verbindung mit dem unmittelbaren Gegenstand dieses Psalmes, dass jene Schrecknisse nicht immer auf dem Leidenden gelegen haben. Elend und verscheidend war er immer gewesen, so hatte sich sein Leben abgewickelt. Aber jetzt fühlte er sich verstoßen; selbst Freund und Genossen, die er einst gehabt, waren durch die Hand Gottes von ihm entfernt. So ist es in der Tat mit Christo gewesen. Seine Jünger konnten da nicht mit Ihm in Seinen Versuchungen ausharren. Er bezeugte ihnen, dass sie es bis dahin getan hatten, aber jetzt wurden sie gesichtet wie der Weizen, und die Besten unter ihnen sollten Ihn verlassen oder verleugnen. Das war das Teil unseres Heilandes, nur mit dem Unterschiede gegenüber dem Überrest, dass Er nicht verschont und nicht gerettet wurde, sondern den Kelch trank, wodurch jene dem Tode, den sie fürchten, entrinnen werden. Jenes Teil mag auf ihnen lasten, damit sie die Gerechtigkeit und die Rettung kennenlernen, aber den Kelch des Zornes werden sie niemals trinken. Sie werden erhört und befreit werden auf der Erde. Unser Psalm stellt uns also den Zorn unter dem Gesetz vor; in dem folgenden finden wir Gnade und Gunst in Christo, jedoch noch als etwas Verheißenes. Die tatsächliche Rettung kommt erst im folgenden Buche durch die volle Einführung des Jehova-Messias für die Welt und der Sabbath Israels.

    Die beiden letzten Psalmen des Buches stellen den ganzen Druck vor, den diese Sachlage auf den Geist der Treuen ausübt. Statt eines gesegneten Volkes finden wir Verlassensein unter dem Zorn. Dennoch ist Jehova der Gott ihrer Rettung. …

    Schließlich noch einige Worte über die Einzelheiten des 89. Psalmes. Er redet von den Gütigkeiten Jehovas (Seiner Huld gegen Israel) und ihrer Unveränderlichkeit – von den gewissen Gnaden Davids. Es war Glaube vorhanden, um zu sagen: „Auf ewig wird die Güte gebaut werden“, denn das war Gnade. Daher konnte man sich auch auf Gott berufen, wie vorhin erwähnt. Bis wann sollte es anders sein? ja, scheinbar auf immer! Jehova war treu; denn der Gläubige hatte im Glauben gesagt: Die Huld, die offenbarte Güte, wird auf ewig gebaut werden; und die Treue war da festgestellt, wo nichts sie antasten konnte. Und so wird es sein, wenn Satan aus dem Himmel herabgeworfen ist. Es ist die wahre Beschreibung des Tausendjährigen Reiches. Sodann berichtet der Psalmist von dem Bunde, der ursprünglich mit David gemacht worden war und der Ausdruck der Güte ist, dem gegenüber Jehova treu sein musste: die gewissen Gnaden Davids. Dann beginnt er von neuem, Jehova zu preisen (V. 5-18), indem er an die einstige Errettung aus Ägypten erinnert und daran gedenkt, dass das Lob Jehovas notwendigerweise hervorkommt aus dem, was Er ist, und aus der Segnung des Volkes, das den Jubelschall kennt. In Seinem Namen würden sie frohlocken den ganzen Tag, und durch Seine Gerechtigkeit (denn wir befinden uns hier auf dem Boden der Gnade) erhöht werden. Er ist die Zierde ihrer Stärke, und durch Seine Gunst wird ihr Horn erhöht werden.

    Das ist die Segnung, die in der Verbindung mit Jehova in Gunst gefunden wird. Aber diese Segnung beruhte in der gewissen Gnade gegen David. Und wie soll diese erfüllt werden? Dadurch, dass Jehova, der kodesch (Heilige) Israels, ihr König sein wird. Aber dann hatte Gott nicht von einem kodesch, sondern von einem Frommen geredet, in welchem all die Gnaden vereinigt sein sollten, und dem Jehova eine unwandelbare Treue erweisen wird – die gewissen Gnaden Davids. Dann kommt der Psalmist nochmals auf den mit David gemachten Bund zurück und zeigt, dass er nie geändert werden sollte (V. 34-37). Tatsächlich befand sich indes alles in einem anderen Zustand. Aber es war auch, gegründet auf diese Verheißung, Glaube vorhanden, um zu sagen: „Bis wann, Jehova?“ Wenn Er Sich für immer verbirgt, und Sein Grimm brennt wie Feuer, was ist der Mensch, um das zu ertragen und nicht in den Tod hinabzusinken (V. 48)?

  19. Juleam 12. Mai 2011 um 23:13 Link zum Kommentar

    Das Wort Jehovas ist lebendig
    Höhepunkte aus dem dritten und vierten Buch der Psalmen

    IN EINEM Gebet fragt der Psalmist: „Wird deine liebende Güte selbst in der Grabstätte verkündet werden, deine Treue an dem Ort der Vernichtung?“ (Psalm 88:11). Natürlich nicht! Wir können Jehova nur preisen, wenn wir leben. Jehova preisen zu wollen ist ein guter Grund dafür, am Leben bleiben zu wollen, und am Leben zu sein ist ein guter Grund dafür, Jehova zu preisen.

    Die Psalmen 73 bis 106 bilden das dritte und das vierte Buch der Psalmen. Sie liefern uns viele Gründe, den Schöpfer zu preisen und seinen Namen zu segnen. Über diese Psalmen nachzudenken sollte unsere Wertschätzung für „das Wort Gottes“ vertiefen und uns bewegen, ihn noch mehr und noch ausdrucksstärker zu preisen (Hebräer 4:12). Konzentrieren wir uns zunächst auf das dritte Buch der Psalmen.

    „ES [IST] FÜR MICH GUT, MICH GOTT ZU NAHEN“
    (Psalm 73:1 bis 89:52)

    Die ersten elf Psalmen der dritten Liedersammlung stammen von Asaph oder von Angehörigen des Hauses Asaph. Im einleitenden Lied erklärt Asaph, was ihn von seinem irrigen Denken abbrachte und ihn somit davor bewahrte, vom rechten Weg abzukommen. Er zieht den richtigen Schluss und singt: „Was . . . mich betrifft, so ist es für mich gut, mich Gott zu nahen“ (Psalm 73:28). Mit Psalm 74 folgt eine Klage über die Zerstörung Jerusalems. Die Psalmen 75, 76 und 77 beschreiben Jehova als gerechten Richter, Retter der Sanftmütigen und Hörer des Gebets.

    Psalm 78 ist ein Rückblick auf Israels Geschichte von den Tagen Mose bis in die Zeit Davids. Der 79. Psalm beklagt die Zerstörung des Tempels. Auf diesen Psalm folgt ein Gebet darum, als Volk Gottes wieder eigenständig zu werden. Psalm 81 ermahnt dazu, Jehova zu gehorchen. In den Psalmen 82 und 83 wird Gott gebeten, sein Urteil an korrupten Richtern und an seinen Feinden zu vollstrecken.

    In einer Melodie von den Söhnen Korahs heißt es: „Meine Seele hat sich gesehnt und auch geschmachtet nach den Vorhöfen Jehovas“ (Psalm 84:2). In Psalm 85 wird für die aus dem Exil Heimgekehrten der Segen Gottes erbeten. Der Psalm betont, dass geistige Segnungen viel wertvoller sind als andere. Gemäß Psalm 86 bittet David Gott, ihn zu behüten und zu unterweisen. Psalm 87 ist ein Lied über Zion und die, die dort geboren wurden. Psalm 88 schließt mit einem Gebet an Jehova an und Psalm 89 betont, wie sich Jehovas liebende Güte zum Beispiel in dem Bund mit David äußert. Der Psalm ist von Ethan, der wohl in Salomos Tagen einer von vier Weisen war (1. Könige 4:31).

    Antworten auf biblische Fragen:

    73:9 — In welcher Hinsicht haben die Bösen „ihren Mund sogar in die Himmel gesetzt“ und wie ‘ergeht sich ihre Zunge auf der Erde’?
    Da die Bösen vor niemand, weder im Himmel noch auf der Erde, Respekt haben, lästern sie Gott bedenkenlos mit ihrem Mund und verleumden auch Menschen mit ihrer Zunge.

    74:13, 14 — Wann zerbrach Jehova „die Häupter der Seeungetüme in den Wassern“ und ‘zerschmetterte die Häupter des Leviathans’?
    „Pharao, [der] König von Ägypten“, wird als „großes Seeungetüm, das ausgestreckt inmitten seiner Nilkanäle liegt“, bezeichnet (Hesekiel 29:3). Die Häupter des Leviathans stellen vielleicht ‘die Starken Pharaos’ dar (Psalm 74:14, Fußnote). Das Zerschmettern ihrer Häupter bezieht sich wahrscheinlich auf die vernichtende Niederlage, die Pharao und seine Streitmacht erlitten, als Jehova die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei befreite.

    75:4, 5, 10 — Was bedeutet der Ausdruck „Horn“?
    Die Hörner eines Tiers sind eine mächtige Waffe. Der Ausdruck „Horn“ steht daher für Macht oder Stärke. Jehova erhöht die Hörner seiner Diener und veranlasst sie zum Jubeln, wogegen er die ‘Hörner der Bösen abhaut’. Wir werden davor gewarnt, ‘unser Horn zur Höhe zu erheben’, also davor, stolz oder eingebildet zu werden. Jehova ist es, der erhöht; daher sollten wir verantwortliche Aufgaben, die uns in der Versammlung übertragen werden, als von Jehova kommend betrachten (Psalm 75:7).

    76:10 — Wie kann „des Menschen Grimm“ Jehova lobpreisen?
    Wenn Jehova zulässt, dass Menschen ihre Wut an uns auslassen, weil wir seine Diener sind, kann das letztlich zu etwas Gutem führen. Aus jeder Härte, die sich für uns ergibt, können wir in irgendeiner Hinsicht etwas lernen. Jehova lässt Leid nur so weit zu, wie es uns zur Schulung dient (1. Petrus 5:10). „Den Rest des Grimmes“ der Menschen ‘gürtet Gott sich selbst um’. Was ist, wenn wir durch das, was wir erleiden, sterben? Auch dadurch kann Jehova gepriesen werden, denn vielleicht veranlasst es jemand, der unser treues Ausharren beobachtet, Gott ebenfalls zu verherrlichen.

    78:24, 25, Fußnote — Warum wird Manna „das Korn des Himmels“ und „das Brot von Engeln“ genannt?
    Keine der Bezeichnungen bedeutet, dass Manna die Speise der Engel war. Es war insofern „das Korn des Himmels“, als es einen himmlischen Urheber hatte (Psalm 105:40). Da Engel oder ‘Starke’ im Himmel leben, bedeutet die Bezeichnung „das Brot von Engeln“ vielleicht einfach, dass Gott, der im Himmel wohnt, dafür sorgte (Psalm 11:4). Jehova könnte die Israeliten auch durch Engel mit Manna versorgt haben.

    82:1, 6 — Wer sind die, die als „Götter“ oder „Söhne des Höchsten“ bezeichnet werden?
    Beide Bezeichnungen beziehen sich auf Menschen, auf Richter in Israel. Das ist passend, da sie als Sprecher und Vertreter Gottes dienen sollten (Johannes 10:33-36).

    83:2 — Was deutet es an, das ‘Haupt zu erheben’?
    Es weist auf die Bereitschaft hin, Macht auszuüben oder etwas zu unternehmen, meist um sich jemand zu widersetzen, ihn zu bekämpfen oder ihn zu unterdrücken.

    Lehren für uns:

    73:2-5, 18-20, 25, 28. Wir sollten die Bösen nicht um ihr Wohlergehen beneiden und ihre gottlosen Gewohnheiten nicht übernehmen. Die Bösen befinden sich auf schlüpfrigem Boden. Sie werden bestimmt „in Trümmer fallen“. Andererseits wäre es zwecklos, zu versuchen, die Bosheit auszurotten, denn unter der Herrschaft von Menschen, die zudem unvollkommen sind, kann sie unmöglich beseitigt werden. Wir handeln klug, wenn wir der Bosheit dadurch begegnen, dass wir uns wie Asaph ‘Gott nahen’ und ein enges Verhältnis zu ihm haben.

    73:3, 6, 8, 27. Wir dürfen weder prahlen noch hochmütig sein noch jemand verspotten oder übervorteilen, selbst dann nicht, wenn solche Wesenszüge als vorteilhaft gelten.

    73:15-17. Solange uns eine Sache ungereimt erscheint, sollten wir sie für uns behalten, um keine Ungereimtheiten weiterzuerzählen. „Eine Geschichte wie diese“ zu erzählen würde andere nur entmutigen. Wir sollten in Ruhe über alles nachdenken und in Gemeinschaft mit Glaubensbrüdern die Lösung suchen (Sprüche 18:1).

    73:21-24. Verbittert zu werden, weil es den Bösen gut geht, wird mit der Reaktion vernunftloser Tiere verglichen, denn den Bösen geht es nur scheinbar gut. So zu reagieren wäre unbesonnen und nur von Gefühlen bestimmt. Wir sollten uns lieber von Jehovas Rat leiten lassen und völlig darauf vertrauen, dass er unsere „Rechte erfasst“ und uns hilft. Außerdem wird Jehova uns „zu Ehren führen“, was auf ein vertrautes Verhältnis zu ihm hinweist.

    77:6. Sich eingehend mit geistigen Wahrheiten zu befassen und gründlich danach zu forschen kostet Zeit. Deshalb müssen wir unbedingt für Zeiten sorgen, in denen wir allein sind, um studieren und nachdenken zu können.

    79:9. Jehova erhört gern unsere Gebete, besonders wenn sie sich um die Heiligung seines Namens drehen.

    81:13, 16. Wer auf Jehova hört und auf seinen Wegen wandelt, wird reich gesegnet (Sprüche 10:22).

    82:2, 5. Ungerechtigkeit bringt die „Grundfesten der Erde“ zum Wanken. Ungerechtes Handeln rüttelt an den Grundfesten der menschlichen Gesellschaft.

    84:1-4, 10-12. Wir sollten uns die Psalmisten zum Vorbild nehmen, denn sie schätzten Jehovas Anbetungsstätte und waren mit den Diensten zufrieden, die sie verrichten durften.

    86:5. Wie dankbar wir doch sein können, dass Jehova „zum Vergeben bereit“ ist! Er sucht nach irgendeinem Anzeichen, das es ihm erlaubt, mit einem reumütigen Missetäter barmherzig zu sein.

    87:5, 6. Werden diejenigen, die Leben im Paradies auf der Erde erhalten, je erfahren, wer zu himmlischem Leben auferweckt wurde? Nach diesen Versen zu schließen, ist das wahrscheinlich.

    88:13, 14. Falls sich die Erhörung unserer Gebete hinsichtlich eines gewissen Problems hinauszieht, kann das bedeuten, dass Jehova erst sehen möchte, wie ernst es uns mit unserer Hingabe ist.

    *** w06 15. 7. S. 10-13 Höhepunkte aus dem dritten und vierten Buch der Psalmen ***

  20. Juleam 27. Juli 2011 um 17:59 Link zum Kommentar

    Psalm 79 – 86

    Psalm 79 – eine Bitte um Rettung

    Insbesondere die Verse 1, 9 und 10

    Leider kann man diese Verse auch immer öfter auf die Versammlungen beziehen. Was, wenn dieses schmachvolle Verhalten innerhalb der Versammlungen auftritt?

    Im Psalm wird von den Nationen gesprochen, von denen, die Jehova nicht gekannt haben. Diesen kann Jehova sicherlich freigiebiger vergeben als denen, die IHN kennen und sich nach seinem Namen nennen – und dann „seinen heiligen Tempel verunreinigen“, wie im Vers 1 gesagt wird.

    Wie betrifft dies nun uns heute?

    Vergewissern wir uns immer wieder – Tag für Tag – dass wir noch auf dem richtigen Weg sind?

    Was, wenn wir beobachten, dass andere den Tempel verunreinigen und unserer Meinung nach nichts dagegen unternommen wird obwohl dies den Verantwortlichen bekannt ist? Solle uns dies dann beunruhigen? Sollte dies unsere eigene Anbetung beeinflussen?

    Lassen wir uns nicht durch das Verhalten anderer von Jehova und seiner wahren Anbetung abbringen! In so einem Fall müssen wir einfach „Scheuklappen anlegen“ und unseren Blick starr geradeaus, auf unser Ziel gerichtet halten. Wir können die Menschen um uns herum nicht ändern – aber wir können ändern, wie wir damit umgehen. Wenn wir uns nun zu sehr auf das Fehlverhalten der anderen konzentrieren, dann werden wir bald entmutigt sein und unsere Kraft und bald auch den Geist Jehovas verlieren. Streifen wir solche entmutigenden Gedanken einfach mit 2. Timotheus 3:1-5 ab, indem wir uns daran erinnern, dass dies ein Zeichen der letzten Tage sein würde. Konzentrieren wir uns umso mehr darauf, dass wir auf dem rechten Weg bleiben. Vielleicht können wir damit zusätzlich dass wir Jehova Herz erfreuen, auch andere Brüder ermuntern. Indem sie sehen, dass es noch weitere treue Anbeter Jehovas gibt und indem wir durch unser Beispiel andere wach rütteln, es uns nachzutun.

    Unser Verhalten haben wir selbst in der Hand. Also konzentrieren wir uns auf die positiven Aspekte und tun wir unseren Teil, „andere zu ermuntern und anzureizen zu guten Werken“ (Hebräer 10:25).

  21. Juleam 27. Juli 2011 um 18:00 Link zum Kommentar

    Die meisten dieser Psalmen sind von Asaph. Wenn man sich den Grundtenor dieser Psalmen ansieht, kann man zu dem Schluß gelangen, dass zu seiner Zeit viele „Scheinheilige“ unter Gottes Volk waren, dass es zwar Personen gab, die Jehova wirklich dienten, dass er aber in Sorge um die Versammlung, das Volk Gottes war. Hatte er Angst, dass sich Gottes Volk bald nicht mehr (oder nur kaum) von den Nachbarnationen unterscheiden würde?

    Wer war Asaph und zu welchen Zeiten hat er gelebt? Wie war es um die Treue des Volkes Jehovas bestellt zu seiner Zeit?

    Im Einsichtenbuch heißt es zu diesem Asaph:

    Ein Nachkomme Levis über Gerschom (1Ch 6:39, 43). Während der Herrschaft König Davids (1077—1038 v. u. Z.) wurde Asaph von den Leviten zum führenden Sänger und zum Zimbelspieler bestimmt, als die Bundeslade vom Haus Obed-Edoms zur „Stadt Davids“ gebracht wurde (1Ch 15:17, 19, 25-29). Später diente Asaph zusammen mit Heman und Ethan vor der Stiftshütte, und sie leiteten die Musik und den Gesang (1Ch 6:31-44). Wie Heman und Jeduthun (offenbar derselbe wie Ethan) wird Asaph als „Visionenseher“ bezeichnet, der „mit der Harfe prophezeite“ (1Ch 25:1-6; 2Ch 29:30; 35:15).

    Asaphs Söhne bildeten eine besondere Gruppe im Orchester und im Chor und spielten eine wichtige Rolle bei der Einweihung des Tempels sowie bei der Überführung der Bundeslade von Zion in den Tempel (2Ch 5:12), ferner bei König Hiskias Reformen (2Ch 29:13-15) und bei der großen Passahfeier während der Herrschaft König Josias (2Ch 35:15, 16). Einige seiner Nachkommen gehörten auch zu der ersten Gruppe, die aus dem Babylonischen Exil nach Jerusalem zurückkehrte (Esr 2:1, 41; Ne 7:44).

    Nanu, der soll zu Davids Zeiten gelebt haben? War es denn zu der Zeit bereits so schlimm um Jehovas Volk bestellt?

    Weiter heißt es dort

    In den Überschriften zu den Psalmen 50 und 73 bis 83 werden diese Lieder Asaph zugeschrieben. Wahrscheinlich bezieht sich der Name jedoch nur auf das Haus, dessen Stammvater er war, da einige der Psalmen (Ps 79, 80) offensichtlich Ereignisse beschreiben, die sich nach Asaphs Zeit ereigneten.

  22. Juleam 27. Juli 2011 um 18:10 Link zum Kommentar

    Psalm 83:3-4

    Gegen dein Volk führen sie listig ihr vertrauliches Gespräch;
    Und sie verschwören sich gegen deine Verborgenen.

    4 Sie haben gesagt: „Kommt, und laßt uns sie als Nation austilgen,
    Damit des Namens Israel nicht mehr gedacht werde.“

    Könnte man Gottes Volk auch vernichten, indem man es von Innen heraus zersetzt?

    Wie war das zur Zeit Bilams noch mal? Er konnte das Volk Israel nicht verfluchen, weil Jehova es nicht zuließ. Erinnern wir uns noch an das Mittel, dessen er sich dann bediente?

    Er brachte sie dazu, ihrem wundervollen Gott untreu zu werden, vielleicht sogar zuerst ein schleichender unmerklicher Prozess. Aber als es dann soweit war, war es Jehova, der sein Volk verwarf. Was für ein genialer Trick!

    Könnte es sein, dass der Teufel auch heute gerade „ganz tief in seine Trickkiste greift“?

    Sind wir auf der Hut? Schützen wir uns vor solchen infamen Angriffen auf unsere Lauterkeit?

    Wie?

    Indem wir uns Gottes Wort auf die Stirn binden, es uns stets vor Augen halten – indem wir alles daran setzen, täglich in seinem Wort zu lesen.

    Nicht, um eine bestimmte Anzahl von Kapiteln oder Versen zu lesen, sondern um unseren Gott noch besser kennen zu lernen und uns so noch enger an unseren Gott halten!

  23. Juleam 28. Juli 2011 um 10:43 Link zum Kommentar

    Psalm 83:12

    Die gesagt haben: „Laßt uns die Aufenthaltsorte Gottes für uns in Besitz nehmen.“

    Wie kann man die Aufenthaltsorte Gottes für sich in Besitz nehmen?

    Im WT vom 15.0.2008 heißt es hierzu auszugsweise:

    Die Feinde Israels sagten: „Kommt, und lasst uns sie als Nation austilgen, damit des Namens Israel nicht mehr gedacht werde“ (Ps. 83:4). Wie sehr sie doch Gottes auserwähltes Volk hassten! Ihre Verschwörung hatte aber noch einen weiteren Grund. Sie wollten das Land der Israeliten für sich haben und sagten prahlerisch: „Lasst uns die Aufenthaltsorte Gottes für uns in Besitz nehmen“ (Ps. 83:12). So etwas hat es auch in unserer Zeit gegeben.

    Gottes „heiliger Aufenthaltsort“

    9 Die Israeliten bezeichneten das Gelobte Land als Gottes heiligen Aufenthaltsort. Nach der Befreiung aus Ägypten sangen sie in einem Siegeslied: „Du hast in deiner liebenden Güte das Volk geführt, das du zurückgeholt hast; du wirst es in deiner Stärke bestimmt zu deinem heiligen Aufenthaltsort geleiten“ (2. Mo. 15:13). Später gab es an diesem „Aufenthaltsort“ einen Tempel mit einer Priesterschaft. Auch die Hauptstadt Jerusalem gehörte dazu, wo Nachkommen Davids als Könige auf dem Thron Jehovas saßen (1. Chr. 29:23). Deswegen nannte Jesus sie „die Stadt des großen Königs“ (Mat. 5:35).

    10 Gibt es auch heute einen solchen Aufenthaltsort? Im Jahr 33 u. Z. wurde eine neue Nation gegründet — das „Israel Gottes“ (Gal. 6:16). Diese Nation, die aus den gesalbten Brüdern Jesu Christi besteht, legt Zeugnis für den Namen Gottes ab und erfüllt so die Aufgabe, bei der das alte Israel letztendlich versagte (Jes. 43:10; 1. Pet. 2:9). Jehova versprach ihr das Gleiche, was er einst den Israeliten versprochen hatte: „Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein“ (2. Kor. 6:16; 3. Mo. 26:12). 1919 sorgte er dafür, dass diejenigen aus dem „Israel Gottes“, die sich auf der Erde befanden, in ein besonderes Verhältnis zu ihm gelangten. Gleichzeitig erhielten sie ein „Land“, einen Wirkungsbereich, in dem sie sich wie in einem Paradies fühlen (Jes. 66:8). Seit den 1930er-Jahren haben sich den Gesalbten Millionen „andere Schafe“ angeschlossen (Joh. 10:16). Dass die Gesalbten und die „anderen Schafe“ so glücklich sind und sich bei Jehova so gut aufgehoben fühlen, beweist einmal mehr, dass es keinen besseren Herrscher gibt als ihn. (Lies Psalm 91:1, 2.) Wie das den Teufel doch ärgern muss!

    Wenn also ein entzweiender Einfluß in die Versammlungen gelangt, indem laufend Mißgunst, Neid und Mißtrauen gesät wird, dann hat der Satan in gewisser Form auch heute den Aufenthaltsort Gottes in Besitz genommen.

    Wie betrifft dies uns heute?

    Wenn also wir es sind, die Streit und Mißtrauen unter Brüdern säen, dann haben wir selbst gesagt „lasst uns den Aufenthaltsort Gottes in Besitz nehmen“.

    Sind wir uns dessen bewußt?

  24. Juleam 28. Juli 2011 um 10:47 Link zum Kommentar

    Gibt es das wirklich – „nach den Vorhöfen Jehovas zu schmachten“?

    Psalm 84:1-2

    Wie lieblich ist deine großartige Wohnstätte,
    O Jehova der Heerscharen!

    2 Meine Seele hat sich gesehnt und auch geschmachtet nach den Vorhöfen Jehovas.
    Mein eigenes Herz und selbst mein Fleisch jubeln dem lebendigen Gott zu.

    Können wir uns so eine Sehnsucht nach dem Hause Jehovas vorstellen?

    Wonach schmachtet der Psalmenschreiber hier eigentlich? Was genau vermisst er?

    Eigentlich hätte ich zuerst gedacht, dass es David sei, der hier schmachtet – denn dies würde echten Sinn machen! David liebte Jehova von ganzem Herzen und als guter Isrealit ist er sicherlich regelmäßig dem Gebot nachgekommen, in der Stiftshütte zu opfern. Sicherlich war er auch bei allen Festen der Juden anwesend und sicherlich hat er die dort erteilte Belehrung über Jehova begierig in sich aufgesogen. Als er dann vor Saul und seinen Mordanschlägen fliehen mußte, war es ihm nicht mehr möglich, „zum Haus Gottes“ zu gehen. Das wird er sicherlich sehr vermisst haben.

    Was denken wir persönlich, was er dort wohl am meisten vermißte? Die Gemeinschaft mit anderen Anbetern Jehovas? Die Belehrung? Dass er im Hause seines Gottes Jehova ganz nah war, weil ER dort mit seinem Geist zugegen war?

    Psalm 84:4

    Glücklich sind die, die in deinem Haus wohnen!
    Sie fahren noch fort, dich zu preisen

    Wie steht es mit uns?

    Haben wir Wertschätzung für unsere Zusammenkünfte? Oder besuchen wir sie nur aus einer Art Gewohnheit – weil man dies als Zeuge Jehovas so macht? Würden wir sie vermissen, wenn wir sie – aus welche Gründen auch immer – nicht mehr besuchen könnten? Was genau würden wir vermissen?

    Psalm 84:7-10

    Sie werden weiterwandeln von leistungsfähiger Kraft zu leistungsfähiger Kraft;
    Ein jeder erscheint vor Gott in Zion.

    8 O Jehova, Gott der Heerscharen, höre doch mein Gebet;
    Schenke doch Gehör, o Gott Jakobs. Sela.

    9 O unser Schild, sieh, o Gott,
    Und schau das Angesicht deines Gesalbten an.

    10 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend [anderswo].
    Ich habe es mir eher erwählt, im Haus meines Gottes an der Schwelle zu stehen,
    Als umherzugehen in den Zelten der Bosheit.

    Haben wir uns darüber schon mal Gedanken gemacht?

  25. Juleam 28. Juli 2011 um 10:49 Link zum Kommentar

    Psalm 86 – absolutes Vertrauen auf Jehova

    Wann genau mag David diesen Psalm geschrieben haben?

    Wenn er in Vers 5 kurz die Vergebung Gottes anspricht, könnte sich dies dann auf seine Sünde mit Bathseba beziehen?

    Oder war das noch zu der Zeit, als er vor Saul auf der Flucht war? Auf jeden Fall scheint er sich beim Schreiben auf der Flucht befunden haben. Entweder vor Saul oder vor seinem Sohn Absalom.

    Fakt ist, dass David vollstes Vertrauen in seinen Gott hat – selbst dann noch, als es so scheint, als habe sein Gott ihn verlassen.

    Woher hatte er so ein starkes Vertrauen? Könnten wir ebenso fest auf Jehova vertrauen, wie er!

  26. Juleam 28. Juli 2011 um 10:55 Link zum Kommentar

    Psalm 86:16-17

    Wende dich mir zu, und erweise mir Gunst.
    Gib doch deine Stärke deinem Knecht,
    Und rette doch den Sohn deiner Sklavin.

    17 Bewirke mit mir ein Zeichen, das Gutes bedeutet,
    Damit die mich Hassenden [es] sehen und beschämt werden.
    Denn du selbst, o Jehova, hast mir geholfen und mich getröstet.

    Ist er egoistisch oder selbstgerecht, wenn er sich nun wünscht, dass die Verfolgung aufhört und auch die Aussenstehenden erkennen, dass David sich nichts hatte zuschulden kommen lassen und zu Unrecht so stark verfolgt worden war?

    Das erinnert mich irgendwie an die letzten Absätze von einem unserer letzten Studienartikel (WT 15.05.2011 „Wer ist die wichtigste Person in unserem Leben?“). Dort heißt es auszugsweise:

    Egal ob wir vor Versuchungen stehen, tragische Ereignisse uns zu schaffen machen oder wir damit konfrontiert werden, dass man mit dem Finger auf uns zeigt — jeder von uns möchte bestimmt nichts lieber als aller Welt beweisen, dass Jehova wirklich die wichtigste Person in seinem Leben ist!

  27. Juleam 5. August 2011 um 07:23 Link zum Kommentar

    Psalm 87 – 91

    Psalm 87:3

    Herrliche Dinge werden über dich geredet, o Stadt des [wahren] Gottes

    Tragen wir persönlich dazu bei, dass gut über Jehova, sein Volk und seine Organisation geredet wird?

    Oder bringen wir durch unser Verhalten Schmach auf seinen Namen?

    Ist uns bewußt, welche Verantwortung wir als seine Diener tragen? Dass wir Vollzeit-Anbeter-Jehovas sind und eigentlich überhaupt nichts unsere Privatangelegenheit sein kann?

    Weil alles was wir tun Auswirkungen darauf hat, in welchem Licht Jehova, sein Volk und seine Organisation gesehen wird!

    Leben wir entsprechend?

  28. Juleam 5. August 2011 um 07:26 Link zum Kommentar

    Psalm 88 – ein verzweifelter Ruf um Hilfe

    Dieser Psalmenschreiber ruft voller Verzweiflung zu seinem (und auch unserem Gott) um Hilfe. Es scheint ihm sehr schlecht zu gehen, denn in Vers 8 sagt er

    Du hast meine Bekannten von mir entfernt;
    Du hast mich als etwas für sie sehr Verabscheuungswürdiges hingestellt.
    Ich bin unter Einschränkung und kann nicht hinaus.

    Denkt er wirklich, dass Jehova für sein Unglück verantwortlich sei und es verursacht hat – oder ist dies nur der Ausdruck seiner völligen Verzweiflung?

    Vers 16-18

    Über mich sind deine Zornesgluten hingegangen;
    Schrecknisse von dir selbst her haben mich zum Schweigen gebracht.

    17 Sie haben mich umgeben wie Gewässer den ganzen Tag;
    Sie haben mich alle auf einmal umschlossen.

    18 Du hast von mir Freund und Gefährte entfernt;
    Meine Bekannten sind eine finstere Stelle.

  29. Juleam 5. August 2011 um 07:28 Link zum Kommentar

    Psalm 89:15-16

    Glücklich ist das Volk, das den Jubelschall kennt.
    O Jehova, im Licht deines Angesichts wandeln sie fortwährend.

    16 In deinem Namen frohlocken sie den ganzen Tag,
    Und in deiner Gerechtigkeit sind sie erhöht.

    Fühlen auch wir uns sehr geehrt, dass wir diesem wundervollen Gott dienen dürfen?

    Sehen wir es als ein Vorrecht, als eine besondere Ehre an, nach SEINEM Namen genannt zu werden?

    Sind wir voller Eifer und Begeisterung bestrebt, unser Leben mit seinen Maßstäben in Übereinstimmung zu bringen, eifrig bemüht, IHM in allem zu gefallen?

    Oder ist uns dies eher eine lästige Pflicht, die wir aus Gewohnheit und Berechnung absolvieren, damit wir unser Ticket ins Paradies bekommen?

  30. Juleam 5. August 2011 um 07:30 Link zum Kommentar

    Psalm 89 – Jehova voller Stolz über seinen Knecht David

    Hier eine sehr nachdenklich stimmende Aussage in Vers 22

    Kein Feind wird ihn überfordern,
    Noch wird irgendein Sohn der Ungerechtigkeit ihn niederdrücken.

    Wir wissen ja, dass Jehova uns nicht durch Wunder vor Schaden bewahrt und dass er uns nicht über unser Vermögen hinaus prüfen wird, aber hier sagt ER, dass kein Feind ihn überfordern würde.

    Hat sich dies darin gezeigt, wie Jehova David in seinem Leben begleitet und bewahrt hat?

    Mein Mann und ich sind immer wieder von dieser Freundschaft zwischen David und Jehova fasziniert und wir studieren seit Jahren ganz besonders dieses Verhältnis zwischen den Beiden.

    Es ist sehr ermunternd – vielleicht ja nicht nur für uns?

  31. Juleam 5. August 2011 um 07:32 Link zum Kommentar

    Psalm 89:30-33

    Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen
    Und sie nicht in meinen richterlichen Entscheidungen wandeln,
    31 Wenn sie meine eigenen Satzungen entweihen
    Und sie meine eigenen Gebote nicht halten,
    32 So muß ich auch meine Aufmerksamkeit ihrer Übertretung sogar mit einer Rute zuwenden
    Und mit Schlägen ihrem Vergehen.

    33 Aber meine liebende Güte werde ich ihm nicht entziehen,
    Noch werde ich mich hinsichtlich meiner Treue als falsch erweisen.

    Warum muss Jehova sein Volk züchtigen?

    Warum ist es so wichtig, dass diejenigen, die nach SEINEM Namen genannt werden, ein sauberes und reines Leben führen?

    Warum ist dies auch für uns heute noch so wichtig?

    Ein interessanter Gedankenansatz

  32. Juleam 8. Mai 2012 um 08:29 Link zum Kommentar

    Psalm 73 – 75

    Psalm 73 – Handelt so ein gerechter Gott?

    1 Ein Lied Asafs.
    Gott ist gut zu Israel, zu allen, die ihm ganz vertrauen. Das kann niemand bestreiten!

    2 Ich aber hätte beinahe an ihm gezweifelt, fast hätte ich den Glauben aufgegeben.

    3 Denn ich beneidete die überheblichen Menschen: Ihnen geht es gut, obwohl Gott ihnen völlig gleichgültig ist.

    4 Ihr Leben lang haben sie keine Schmerzen, sie strotzen vor Gesundheit und Kraft.

    5 Sie müssen sich nicht abplagen wie andere Menschen, und die täglichen Sorgen sind ihnen ganz und gar fremd.

    6 Sie sind stolz auf ihren Stolz und tragen ihn zur Schau, ja, sie prahlen sogar mit ihren Gewalttaten.

    7 In ihren feisten Gesichtern spiegelt sich die Bosheit ihres Herzens wider.

    8 Mit Verachtung schauen sie auf andere herab und verhöhnen sie, mit zynischen Worten setzen sie jeden unter Druck.

    9 Sie tun, als kämen ihre Worte vom Himmel; sie meinen, ihre Sprüche seien für die ganze Menschheit wichtig.

    10 Darum läuft sogar Gottes Volk ihnen nach, es hängt an ihren Lippen und glaubt alles, was man ihm vorsetzt.

    11 Denn diese eingebildeten Leute sagen: »Gott kümmert sich um nichts – wie sollte er auch? Er thront so weit oben und weiß nicht, was sich hier unten abspielt!«

    12 Selbstsicher und sorglos leben sie in den Tag hinein, ihr Vermögen und ihre Macht werden immer größer.

    13 War es denn völlig umsonst, dass ich mir ein reines Gewissen bewahrte und mir nie etwas zuschulden kommen ließ?

    14 Jeder Tag wird mir zur Qual, eine Strafe ist er schon am frühen Morgen!

    15 Hätte ich mir vorgenommen: »Ich will genauso vermessen reden wie sie!«, dann hätte ich dein ganzes Volk verraten.

    16 Also versuchte ich zu begreifen, warum es dem Gottlosen gut und dem Frommen schlecht geht, aber es war viel zu schwer für mich.

    17 Da ging ich in Gottes heiligen Tempel, und dort wurde mir auf einmal klar: entscheidend ist, wie ihr Leben endet!

    18 Du stellst sie auf schlüpfrigen Boden und wirst sie ins Verderben stürzen.

    19 Ganz plötzlich wird sie das Entsetzen packen, sie werden ein Ende mit Schrecken nehmen.

    20 Wie ein Traum beim Erwachen verschwindet, so vergehen sie, wenn du dich erhebst, o Herr.

    21 Als ich verbittert war und mich vor Kummer verzehrte,

    22 da war ich dumm wie ein Stück Vieh, denn ich verstand dich nicht.

    23 Jetzt aber bleibe ich immer bei dir, und du hältst mich bei der Hand.

    24 Du führst mich nach deinem Plan und nimmst mich am Ende in Ehren auf.

    25 Herr, wenn ich nur dich habe, bedeuten Himmel und Erde mir nichts.

    26 Selbst wenn alle meine Kräfte schwinden und ich umkomme, so bist du doch, Gott, allezeit meine Stärke – ja, du bist alles, was ich habe!

    27 Eines ist sicher: Wer dich ablehnt, wird zugrunde gehen; du vernichtest jeden, der dir die Treue bricht.

    28 Ich aber darf dir immer nahe sein, mein Herr und Gott; das ist mein ganzes Glück! Dir vertraue ich, deine wunderbaren Taten will ich weitererzählen.

    Wir haben ja in den letzten Jahren viel zu Psalm 73 zusammen getragen und wenn wir auf der Wtlib suchen, werden wir noch viel mehr finden.

    Aber egal, wer sich dazu äußert: die leitende Körperschaft oder Kommentatoren der alten Zeit – alle haben sie ein Grundthema:

    Es kommt ganz entscheidend auf unsere Motivation an. Worum geht es uns, warum dienen wir Jehova?

    Geht es um den Lohn, den wir erlangen könnten – oder geht es um unsere Freundschaft mit Gott?

    Was ist uns das Wichtigste im Leben?

    Wenn für uns persönlich das Kostbarste, was wir je besitzen könnten, die Freundschaft und das innige Verhältnis zu Gott ist – dann wird uns nichts vom Glauben abbringen können!

    Denn was nutzt dem Bösen denn schon sein Erfolg, sein Reichtum und sein Ansehen? Die Freundschaft Jehovas erlangt er damit ganz bestimmt nicht – sondern das genaue Gegenteil!

    Und was wären uns denn alle seine sogenannten Segnungen wert – wenn wir sie ohne die Freundschaft mit Gott hätten? Wäre das für uns wirklich erstrebenswert?

    Ist der Böse da nicht eher zu bedauern? Weil er niemals in den Genuß dessen kommt, was uns „so köstlich ist“?

    Sind nicht eher wir diejenigen, die reich und überaus gesegnet sind – und das, obwohl wir so niedergedrückt werden und eigentlich bedauernswert sind? Wir haben ein enges Verhältnis mit Jehova. Was könnte es Besseres auf der Welt geben?

  33. Juleam 8. Mai 2012 um 08:31 Link zum Kommentar

    Psalm 74 – Gottes Tempel – ein Trümmerhaufen!

    1 Von Asaf, zum Nachdenken.
    Gott, warum hast du uns für immer verstoßen? Warum lässt du deinen Zorn an uns aus? Wir gehören doch zu dir wie die Schafe zum Hirten!

    2 Erinnere dich daran, dass wir dein Volk sind! Vor langer Zeit hast du uns angenommen und uns aus der Gefangenschaft befreit. Wir alle sind dein Eigentum! Denke an den Berg Zion, den du dir als Wohnsitz erwählt hast!

    3 Geh über die Trümmer, die schon so lange dort liegen; sieh doch: Alles haben die Feinde im Tempel verwüstet!

    4 Ihr lautes Siegesgeschrei entweihte die heilige Stätte, ihre Fahnen haben sie als Zeichen des Sieges aufgestellt.

    5 Im Tempel sieht es aus, als hätte man Kleinholz gehackt:

    6 Die kostbaren Schnitzereien haben sie mit Äxten und Brechstangen zertrümmert.

    7 Danach steckten sie dein Heiligtum in Brand, sie entweihten den Ort, wo du angebetet wurdest.

    8 Sie wollten uns alle vernichtend schlagen, im ganzen Land haben sie die Gotteshäuser niedergebrannt.

    9 Nichts mehr deutet darauf hin, dass du noch Herr der Lage bist. Es gibt keinen Propheten mehr – niemand von uns weiß, wie lange das noch so weitergehen soll.

    10 Wie lange, Gott, willst du dich von den Feinden verhöhnen lassen? Sollen sie für immer deinen Namen in den Schmutz ziehen?

    11 Warum hältst du dich zurück? Warum greifst du nicht ein? Zeige deine Macht und vernichte sie!

    12 Gott, seit uralter Zeit bist du unser König, schon oft hast du unser Land gerettet.

    13 Du hast mit deiner Macht das Meer gespalten und den Seedrachen die Schädel zerschmettert.

    14 Ja, du hast dem Seeungeheuer die Köpfe abgehauen und es den Wüstentieren zum Fraß vorgeworfen.

    15 Du ließest Quellen und Bäche hervorsprudeln und brachtest große Ströme zum Versiegen.

    16 Dir gehört der Tag und auch die Nacht, du hast die Sonne und den Mond geschaffen.

    17 Du hast alle Grenzen der Erde festgelegt, hast Sommer und Winter gemacht.

    18 Denke daran, Herr, wie deine Feinde dich verhöhnen! Dieses gewissenlose Pack zieht deinen Namen in den Schmutz!

    19 Liefere uns nicht diesen Raubtieren aus, du weißt doch, wie hilflos wir sind!

    20 Denke an deinen Bund mit uns! Selbst in den Schlupfwinkeln des Landes ist niemand mehr vor roher Gewalt sicher.

    21 Herr, lass nicht zu, dass dein unterdrücktes Volk mit Schande überhäuft wird! Wir sind arm und wehrlos. Rette uns, damit wir dich loben können!

    22 Gott, greife endlich ein, denn ihr Angriff gilt dir! Sorge dafür, dass du Recht behältst! Sieh auf diese Meute, die dich Tag für Tag verspottet!

    23 Ständig lärmen deine Feinde und lehnen sich gegen dich auf. Vergiss ihre Schmähungen nicht!

    Das war mir überhaupt nicht so bewußt, dass die Psalmen eigentlich unserem heutigen Liederbuch entsprechen und „in den Zusammenkünften“ von allen gesungen wurden.

    Das war sicherlich sehr ermunternd, von Jehovas Machttaten zu singen und sich dabei daran zu erinnern, was Jehova bereits alles für sein Volk getan hatte und die Hoffnung dabei im Auge zu haben.

    Geht es uns nicht beim Singen unserer Königreichslieder oftmals ebenso?

  34. Juleam 8. Mai 2012 um 08:33 Link zum Kommentar

    Psalm 75 – Schluss mit euren großen Worten!

    1 Ein Lied Asafs, nach der Melodie: »Richte nicht zugrunde.«

    2 Wir danken dir, o Gott, wir danken dir! Du bist uns nahe! Wir erzählen von deinen wunderbaren Taten.

    3 Gott spricht: »Wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich gerecht richten!

    4 Mag auch die Erde beben, und mögen ihre Bewohner vor Angst zittern – ich selbst habe die Fundamente der Erde unverrückbar festgelegt.

    5 So befehle ich nun den großmäuligen Angebern: Schluss mit euren großen Worten! Denen, die mich ablehnen, sage ich: Blast euch nicht so auf!

    6 Ja, hört auf zu prahlen, und lasst ab von eurem Stolz! Tragt eure Nase nicht so hoch!

    7 Wahre Größe kann kein Mensch verleihen – ganz gleich, woher er kommt!«

    8 Denn Gott allein ist Richter: Den einen lässt er fallen, den anderen bringt er zu Ansehen und Macht.

    9 Der Herr hat einen Becher in seiner Hand, gefüllt mit starkem, betäubendem Trank. Alle, die den Herrn verachten, müssen den Becher bis zum letzten bitteren Tropfen austrinken.

    10 Ich aber will immer von Gott erzählen, für ihn, den Gott Jakobs, will ich musizieren.

    11 Er spricht: »Ich werde die Macht der Gottlosen brechen; doch alle, die mir die Treue halten, bringe ich zu Ansehen und Macht.«

    Was, wenn wir dieses Lied „in den Zusammenkünften“ gesungen hätten – und selbst so gehandelt hätte, wie es Gott verurteilt?

    Hätte ich dann einfach nicht mitgesungen, oder wäre mir der Widerspruch gar nicht aufgefallen?

    Denn wie kann ich singen „bitte befreie die Welt von den Schadenstiftern“, wenn ich selbst einer bin? Würde ich dann Jehova nicht gleichsam bitten, mich persönlich zu vernichten?

    Aber was ist mit denen, die heute ein Doppelleben führen? „Singen“ die dann an dieser Stelle nicht mit? Lesen sie die entsprechenden Artikel nicht?

    Lesen sie nicht mehr in der Bibel, obwohl sie das früher mal gern getan haben? Wäre dies dann nicht für sie ein Indiz dafür, dass sie sich schleunigst einer ehrlichen Selbstprüfung unterziehen sollten und die entsprechenden Änderungen vorzunehmen?

  35. Juleam 8. Mai 2012 um 08:36 Link zum Kommentar

    Psalm 76 – 78

    Psalm 76 – Gottes Zorn

    1 Ein Lied Asafs, mit Saiteninstrumenten zu begleiten.

    2 Gott ist in Juda jedem bekannt, in ganz Israel wird sein Name geehrt.

    3 In Jerusalem wurde sein Heiligtum errichtet; sein Tempel steht auf dem Berg Zion.

    4 Dort zerbrach er Pfeile, Schilde und Schwerter, ja, alles Kriegsgerät!

    5 Du bist glanzvoller und mächtiger als die Feinde in den Bergen, die von dort aus ihre Raubzüge unternahmen.

    6 Diese stolzen Krieger – nun sind sie ihrer Waffen beraubt! Sie schlafen den Todesschlaf, und niemals werden sie wieder zur Waffe greifen.

    7 Du, Gott Jakobs, brauchtest nur zu drohen, und schon fielen Ross und Reiter.

    8 Furchterregend bist du, o Gott! Wer kann vor dir bestehen, wenn dein Zorn losbricht?

    9 Die Menschen auf der Erde erstarrten vor Schreck und wurden stumm, als dein Richterspruch vom Himmel ertönte,

    10 als du dich erhobst, um Gericht zu halten und den Entrechteten im Land zu helfen.

    11 Das Wüten der Feinde vermehrt deinen Ruhm, selbst ihr verzweifeltes Toben machst du dir zunutze!

    12 Gebt Gott, dem Herrn, Versprechen und haltet sie! Ihr Völker rings um Israel – bringt ihm eure Gaben, denn groß und gewaltig ist er!

    13 Er bricht den Stolz der hochmütigen Herrscher, die Mächtigen dieser Welt müssen ihn fürchten!

    Warum erschrecken und erstarren sie denn, als Gott Gericht übt?

    Weil sie nicht geglaubt hatten, dass IHN interessiert was sie tun und dass er sie dafür zur Rechenschaft ziehen würde?

    Oder ist hier die Rede vom und zum untreuen Volk? Hatten sie gehofft, noch rechtzeitig auf die richtige Seite zu springen?

    Wir erinnern uns noch an die Kindersendung der 80er Jahre mit Michael Schanze „eins zwei oder drei“?

    Die Kinder bekamen eine Frage und drei mögliche Antworten. Wer auf die richtige sprang, bekam einen Punkt und die mit den meisten Punkten hatten dann am Ende gewonnen. Sie machten sich einen Spaß daraus, hin und her zu springen, um die anderen zu verwirren. Vielleicht würden sie dann als Einzige den Punkt für die richtige Antwort bekommen. Es kam dabei dann nur darauf an, dass sie rechtzeitig auf die richtige Antwort springen. Dabei wurde immer das Lied gesungen: „Eins, zwei, oder drei? Letzte Chance – vorbei!“ Und dann mussten sie halt „auf der richtigen Seite“ stehen.

    Hatten die hier im Psalm Angesprochenen vielleicht nicht rechtzeitig Stellung auf der richtigen Seite bezogen? Waren sie noch „herum gesprungen“ und dachten, sie hätten noch Zeit und hatten dadurch die „letzte Chance“ verpasst? Waren sie deshalb überrascht und geschockt?

    Wo stehen wir heute?

    Haben wir Stellung bezogen und harren „auf der richtigen Seite“ aus – auch wenn das für uns Einbußen bedeutet – oder leben wir so wie es uns passt und glauben, wir würden noch rechtzeitig die „letzte Chance“ nutzen können?

    Glauben wir vielleicht wirklich, wir könnten so ein Spielchen mit Jehova spielen?

    Oder haben wir Jehova nicht nur kennen sondern auch lieben gelernt und betrachten seine Freundschaft als das kostbarste Gut auf Erden? Dann werden wir weder überrascht von „großen Tag Jehovas“, wenn dieser „in einem Augenblick‘ über die Menschen kommt, noch werden wir über sein Urteil geschockt sein.

    Denn wir haben ein gutes Gewissen, den Segen Jehovas und sogar die Gewißheit, dass nicht nur wir Jehova als unseren Freund betrachten – sondern auch er uns als seine Freunde sieht.

    Wir sehen: es liegt an uns!

    „Jehova hat keinen Gefallen am Tod des Bösen“, er will, dass wir von unseren verkehrten Wegen umkehren, damit er sich unser erbarmen kann und uns nicht so strafen muss, wie er die Geschockten hier im Psalm straft.

    Lassen wir die Rumspringerei – nutzen wir die Chance, sonst heißt es vielleicht für uns bald: „vorbei!“

  36. Juleam 8. Mai 2012 um 08:54 Link zum Kommentar

    Psalm 77 – Gott, hast du uns für immer verstoßen?

    1 Ein Lied Asafs. Für Jedutun.

    2 Ich rufe zu Gott, ja, ich schreie immer wieder, damit er mich endlich hört.

    3 Ich habe große Angst und sehe keinen Ausweg mehr. Unaufhörlich bete ich zu Gott – sogar in der Nacht strecke ich meine Hände nach ihm aus. Ich bin untröstlich.

    4 Wenn ich an Gott denke, fange ich an zu seufzen; grüble ich über meine Lage nach, so verliere ich allen Mut.

    5 Ich kann nicht schlafen, weil er mich wach hält; die Unruhe treibt mich umher, ich finde keine Worte mehr.

    6 Ich erinnere mich an frühere Zeiten, an Jahre, die längst vergangen sind,

    7 als ich beim Spiel auf der Harfe noch fröhlich sein konnte. Jede Nacht grüble ich nach; das Herz wird mir schwer, weil meine Gedanken immer um die gleichen Fragen kreisen:

    8 Hat der Herr uns für alle Zeiten verstoßen? Wird er nie wieder freundlich zu uns sein?

    9 Ist seine Gnade für immer zu Ende? Gelten seine Zusagen nicht mehr?

    10 Hat Gott vergessen, uns gnädig zu sein? Warum verschließt er uns im Zorn sein Herz?

    11 Das ist es, was mich am meisten schmerzt: Gott, der Höchste, verhält sich jetzt anders als vorher – er setzt sich nicht mehr für uns ein!

    12 Ich erinnere mich an deine großen Taten, Herr, und denke an die Wunder, die du einst vollbracht hast.

    13 Ich führe mir vor Augen, was du getan hast, immer wieder mache ich es mir bewusst.

    14 O Gott, heilig ist alles, was du tust. Kein anderer Gott ist so mächtig wie du!

    15 Du allein bist der Gott, der Wunder vollbringt; du hast die Völker deine Macht spüren lassen.

    16 Mit starker Hand hast du dein Volk aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit, die Nachkommen Jakobs und Josefs.

    17 Als dich die Wasserfluten sahen, begannen sie zu brodeln, sogar die Tiefen des Meeres erzitterten.

    18 Aus den Wolken goss strömender Regen, gewaltige Donnerschläge krachten, und deine Blitze durchzuckten die Luft.

    19 Ja, im Sturm donnerte deine Stimme; grelle Blitze erhellten die Erde, sie zitterte und bebte.

    20 Du bahntest dir einen Weg mitten durch das Meer. Dein Pfad führte durch mächtige Fluten, doch deine Spuren konnte niemand erkennen.

    21 Durch Mose und Aaron, deine Diener, hast du dein Volk wie ein Hirte geführt.

    Der Anfang erinnert an Hiob:

    Auch er konnte nicht verstehen, warum ihn Jehova anscheinend verlassen hatte. Wehmütig erinnerte er sich an die Zeiten, da er noch „trauten Umgang“ mit seinem Gott hatte. Er vermißte das Gefühl, dass ihm Gott ganz nahe war.

    Etwas, was für jeden schwer zu ertragen ist, der einmal ein enges, vertrautes Verhältnis zu Jehova hatte. Für König Saul war es so schrecklich, dass er David als Harfenspieler engagierte, damit dieser mit seinen Psalmen „den Bösen Geist“ vertrieb.

    Wenn wir einmal ein so inniges Verhältnis zu unserem Schöpfer hatten, ist es auch für uns schwer auszuhalten, wenn wir die Nähe unseres Gottes nicht mehr spüren. Vielleicht bekommen wir ja sogar Depressionen deswegen. Aber könnte uns in diesem Fall wirklich eine Therapie und Medikamente helfen – wenn die Depressionen darauf zurückzuführen sind, dass wir unseren Gott verlassen haben? Erfuhr Saul wirklich Heilung? Nein, es war nur eine vorübergehende Linderung. Eine wirkliche Heilung hätte es nur geben können, wenn er wieder zu seinem Gott Jehova umgekehrt wäre. So ist es auch mit uns.

    Wohlgemerkt: ich spreche nicht von Depressionen im Allgemeinen – sondern von denen, die uns überfallen, weil wir selbst uns von unserem Gott abgewandt haben. Für diesen Fall hat uns der Apostel Petrus ein Rezept in der Bibel hinterlassen: „naht euch Gott und er wird sich euch nahen!“

    Dieses Rezept hilft uns auch dann, wenn wir Jehova nicht verlassen haben, aber das Empfinden wie Hiob haben, es wäre so. Auch in diesem Fall hilft es uns, uns noch mehr Jehova zu nahen. Denn wenn wir in so einer Situation beten oder in der Bibel lesen, geben wir Jehova die Chance, uns in den Arm zu nehmen und uns zu trösten!

    Erinnern wir uns noch, was Hiob half? War es nicht genau das, was Petrus uns später riet? Vielleicht hatte der Apostel ja sogar genau diese Geschichte mit Hiob im Sinn, als er den Rat gab: denn als Hiob mit Jehova sprach, ihn nach dem „warum“ fragte, hörte er Jehova.

    Erst dann: zuerst war er zu sehr damit beschäftigt, auf das einzugehen, was seine „Freunde“ sagten. Ihre Anklagen gegen ihn „konnte“ er nicht so im Raum stehen lassen und er rechtfertigte sich, erklärte immer wieder, dass er sich nichts habe zu Schulden kommen lassen. Aber durch Elihu wurde er motiviert, sich direkt an Jehova zu wenden, IHN zu fragen, warum es ihm so schlecht geht. Und Jehova redete jetzt mit ihm. Durch das, was ER sagte, „konnte Hiob über den eigenen Tellerrand blicken“ und erkennen, dass Jehova ihn nicht zu Unrecht für irgendetwas strafte.

    Egal, was auch immer unser Problem ist: wenden wir uns direkt an unseren Gott. Reden wir mit IHM. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir vielleicht nicht würdig genug sind, um ihn um etwas zu bitten – so sind wir doch würdig genug, um in seinem Wort zu lesen. Und während wir das tun, geben wir ihm die Chance, zu uns zu reden!

    Dort sagt er uns, dass es nicht an uns liegt, sondern dass er die Schwierigkeiten noch eine Weile zuläßt. Ein Vortragsredner sagte in dem Zusammenhang mal: „Jehova sieht, was passiert. Er beobachtet uns. Er weiss, wieviel wir ertragen können. Er lässt uns nicht im Stich. Jehova greift immer dann ein, wenn er sieht, dass wir es allein jetzt nicht mehr schaffen,“

    Dieser Gedanke hat mich persönlich sehr berührt, denn ich bin ganz oft an einem Punkt, dass ich meine, „ich kann nicht mehr“ und denke „jetzt muss er aber endlich eingreifen“. Dass er es nicht tut, bedeutet also nicht, dass es ihn nicht interessiert – sondern, dass er mir viel mehr zutraut als ich selbst. Wir denken, wir haben unsere Grenzen bereits erreicht, aber Jehova weiss, dass wir noch viel mehr können. Mit seiner Hilfe „können wir eine Mauer erklimmen“. Wir müssen es uns nur zutrauen. Wenn es uns unser Gott schon zutraut…

    Das mit dem „naht euch Gott“ hilft also in jedem Fall. Auch der Böse darf sich Gott nahen. Dieser wird ihm dann schon durch die Bibel sagen, was er falsch macht und ändern müßte. Dann liegt es ganz an ihm, dies zu tun. Wenn er von seinen schlechten Wegen umkehrt, wird sich Jehova wieder ihm nahen und er wird wieder den wunderbaren „Frieden Gottes“ verspüren, „der alles Denken übertrifft“.

    Ist unser Gott nicht wundervoll? Er ist absolut gerecht und er strömt wirklich von Liebe und Barmherzigkeit über!

  37. Juleam 8. Mai 2012 um 09:00 Link zum Kommentar

    Psalm 78 – Israels Geschichte – Gott straft und rettet sein Volk

    1 Von Asaf, zum Nachdenken.
    Höre, mein Volk, auf meine Weisungen; gib Acht auf das, was ich dir sage!

    2 Ich will euch die Geschichte unseres Volkes vor Augen malen. Ihre dunklen Rätsel will ich euch erklären.

    3-4 Was wir gehört und erfahren haben, was schon unsere Väter uns erzählten, das wollen wir auch unseren Kindern nicht verschweigen. Jede Generation soll von den mächtigen Taten Gottes hören, von allen Wundern, die er vollbracht hat.

    5 Er gab Israel sein Gesetz, gab den Nachkommen Jakobs seine Gebote. Unseren Vorfahren befahl er, sie ihren Kindern bekannt zu machen.

    6 So soll jede Generation seine Weisungen kennen lernen – alle Kinder, die noch geboren werden. Auch diese sollen sie ihren Nachkommen einprägen.

    7 Sie alle sollen auf Gott ihr Vertrauen setzen und seine Machttaten nicht vergessen. Was er befohlen hat, sollen sie tun,

    8 und nicht so handeln wie ihre Vorfahren, die sich gegen Gott auflehnten und sich ihm widersetzten: Sie waren untreu und unbeständig.

    9 Die Ephraimiten besaßen starke und gut ausgerüstete Bogenschützen. Trotzdem flohen sie, als es zur Schlacht kam.

    10 Sie hatten den Bund gebrochen, den Gott mit ihnen geschlossen hatte, und weigerten sich, nach seinem Gesetz zu leben.

    11 Sie vergaßen seine großen Taten – alle Wunder, die er sie mit eigenen Augen hatte sehen lassen.

    12 Ja, schon ihre Vorfahren hatten seine Wunder erlebt, damals in Ägypten im Gebiet von Zoan.

    13 Er teilte das Meer und ließ sie hindurchziehen, das Wasser türmte er auf wie einen Wall.

    14 Am Tage führte er sie mit einer Wolke und in der Nacht mit hellem Feuerschein.

    15 In der Wüste spaltete er Felsen und gab ihnen Wasser aus der Tiefe in Hülle und Fülle.

    16 Ganze Bäche brachen aus den Felsspalten hervor und stürzten herab wie ein Wasserfall.

    17 Aber unsere Vorfahren sündigten weiter gegen Gott, den Höchsten, dort in der Wüste lehnten sie sich gegen ihn auf.

    18 Sie forderten Gott heraus und verlangten von ihm die Speise, auf die sie gerade Lust hatten.

    19 Voller Misstrauen fragten sie: »Ist Gott denn überhaupt in der Lage, uns hier in der Wüste den Tisch zu decken?

    20 Den Felsen hat er zwar gespalten, und das Wasser floss in Strömen heraus – aber kann er auch Brot herbeischaffen, kann er für sein Volk Fleisch auftreiben?«

    21 Als der Herr das hörte, wurde er zornig; sein Zorn entflammte über Israel wie ein zerstörendes Feuer.

    22 Denn sie glaubten ihm nicht und rechneten nicht mit seiner Hilfe.

    23 Dennoch gab er den Wolken Anweisungen und öffnete die Schleusen des Himmels.

    24 Er ließ das Manna auf sie herabregnen, Getreide vom Himmel gab er ihnen zu essen.

    25 Sie aßen das Brot der Engel, und Gott gab ihnen genug zum Sattwerden.

    26 Dann ließ er den Ostwind losbrausen und schickte auch den Südwind auf seine stürmische Reise.

    27 Er ließ Fleisch auf sie regnen: Vögel, so zahlreich wie Sand am Meer.

    28 Mitten ins Lager seines Volkes ließ er sie fallen, ihr Zeltplatz war mit ihnen bedeckt.

    29 Sie aßen davon und wurden mehr als satt; Gott gab ihnen alles, was sie verlangten.

    30 Doch ihre Gier war immer noch nicht gestillt, hemmungslos fraßen sie alles in sich hinein.

    31 Da wurde Gott aufs Neue zornig und brachte ihre stärksten Männer um, er vernichtete die jungen Krieger Israels.

    32 Dennoch sündigten sie weiter und vertrauten ihm nicht, obwohl er all diese Wunder vollbracht hatte.

    33 Da ließ er ihr Leben ohne jeden Sinn verstreichen, von Angst erfüllt gingen ihre Jahre dahin.

    34 Immer wenn Gott einige von ihnen tötete, fragten sie wieder nach ihm, von Reue ergriffen suchten sie Gott.

    35 Dann erinnerten sie sich, dass er ihr Beschützer war, dass er, der Höchste, sie befreit hatte.

    36 Aber ihre Reue war nicht echt: Jedes ihrer Worte war eine Lüge, nichts von dem, was sie sagten, war ehrlich.

    37 Ihr Vertrauen auf Gott war schwach und unbeständig; sie standen nicht treu zu dem Bund, den er mit ihnen geschlossen hatte.

    38 Trotzdem blieb er barmherzig, vergab ihre Schuld und tötete sie nicht. Immer wieder hielt er seinen Zorn zurück, anstatt ihm freien Lauf zu lassen.

    39 Er wusste ja, wie vergänglich sie waren – flüchtig wie ein Hauch, der verweht und nicht wiederkehrt.

    40 Wie oft boten sie Gott die Stirn, wie oft verletzten sie ihn tief, dort in der Wüste!

    41 Immer wieder forderten sie ihn heraus, sie beleidigten den heiligen Gott Israels.

    42 Sie vergaßen seine Macht und den Tag, an dem er sie von ihren Feinden befreit hatte.

    43 Damals vollbrachte er viele Zeichen und Wunder in dem Gebiet von Zoan im Land Ägypten.

    44 Er verwandelte die Ströme und Bäche der Ägypter in Blut, so dass niemand mehr daraus trinken konnte.

    45 Er schickte ihnen Insektenschwärme, die sie plagten, und Frösche, die ihnen Verderben brachten.

    46 Ihre Ernte überließ er gefräßigen Heuschrecken, die den Ertrag ihrer Arbeit vernichteten.

    47 Ihre Weinstöcke zerschlug er durch Hagel, ihre Feigenbäume wurden durch Eisstücke zerstört.

    48 Auch das Vieh lieferte er dem Hagel aus, ganze Herden kamen durch Seuchen um.

    49 Sein Zorn auf die Ägypter war grenzenlos, darum quälte er sie und schickte Scharen von Unglücksengeln gegen sie.

    50 Ja, er hielt seinen Zorn nicht länger zurück; er verschonte sie nicht mehr vor dem Tod, sondern ließ sie durch die Pest umkommen.

    51 Jeden ältesten Sohn tötete er in den Familien der Ägypter, der Nachkommen Hams.

    52 Dann ließ er sein Volk aufbrechen und führte es durch die Wüste wie ein Hirte seine Schafe.

    53 Sie fürchteten sich nicht, so sicher führte er sie; für ihre Feinde aber wurde das Meer zum Grab.

    54 Bis ins heilige Land brachte er sein Volk, bis zu dem Berg Zion, den er zu seinem Heiligtum erklärte.

    55 Ganze Völker vertrieb er aus dem Land und verteilte es unter die Stämme Israels. Die Häuser der vertriebenen Völker waren nun ihre Wohnungen.

    56 Doch erneut forderten sie Gott, den Höchsten, heraus und lehnten sich gegen ihn auf. Seine Gebote waren ihnen gleichgültig.

    57 Sie wandten sich von ihm ab und verließen ihn treulos wie schon ihre Vorfahren; sie waren unzuverlässig wie ein Bogen, dessen Sehne reißt.

    58 Sie erzürnten Gott, denn sie errichteten auf den Bergen Heiligtümer für fremde Götter; mit ihren Götzenbildern reizten sie ihn zum Zorn.

    59 Ja, er geriet außer sich vor Zorn und gab Israel völlig auf.

    60 Er verließ sein Heiligtum in Silo – das Zelt, in dem er den Menschen nahe gewesen war.

    61 Die Bundeslade, das Zeichen seiner Macht und Ehre, gab er in die Hände der Feinde.

    62 Er war zornig über sein Volk und ließ es durch das Schwert der Gegner umkommen.

    63 Die jungen Männer fielen im Krieg, den Mädchen sang man kein Hochzeitslied mehr.

    64 Die Priester wurden mit dem Schwert umgebracht, ihre Witwen durften nicht einmal die Totenklage anstimmen.

    65 Doch dann erhob sich der Herr, als hätte er geschlafen; er stand auf wie ein starker Krieger, der aus seinem Rausch erwacht.

    66 Er schlug seine Feinde in die Flucht und machte sie für alle Zeiten zum Gespött.

    67 Die Nachkommen Josefs ließ er fallen, vom Stamm Ephraim wollte er nichts mehr wissen.

    68 Den Stamm Juda jedoch wählte er aus, den Berg Zion, dem seine Liebe gehört.

    69 Dort errichtete er sein Heiligtum – hoch ragt es auf; fest und unerschütterlich wie die Erde steht es da.

    70 Er wählte David aus, ihm zu dienen; von den Weiden holte er ihn weg,

    71 wo er die Schafe hütete. Gott machte ihn zum Hirten über Israel, über sein erwähltes Volk.

    72 David regierte es mit aufrichtigem Herzen und führte es mit kluger Hand.

    Wenn wir im Sinn behalten, dass diese Psalmen von Asaph zum Singen während der Zusammenkünfte des Volkes geschrieben wurden – warum fasst er hier die Geschichte des Volkes zusammen?

    Es ist ja ein sehr langes Lied und offensichtlich haben die Eltern bereits ihre Kinder den Text des Liedes gelehrt, bevor sie in Jerusalem zusammen kamen. Also warum so ein langes Lied? Das war doch sicherlich sehr mühsam, den langen Text auswendig zu lernen…

    In 1. Korinther wird uns gesagt, warum Jehova diese Worte für uns hat aufschreiben lassen:

    1. Korinther 10:11
    Diese Dinge nun widerfuhren ihnen fortgesetzt als Vorbilder, und sie sind zur Warnung für uns geschrieben worden, auf welche die Enden der Systeme der Dinge gekommen sind.

    Römer 15:4
    Denn alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können.

    Das Selbe gilt auch für sein Volk. Auch sie würden durch das Singen dieses Liedes daran erinnert werden, wie Jehova mit seinem Volk gehandelt hat und so würden sie ihn und seine Handlungsweise sicherlich besser verstehen lernen. Was letztendlich jeder aus diesem Wissen macht, ist ja eine Gewissensentscheidung. Wer Jehova nicht nur kennen sondern auch lieben lernt, der wird sich bemühen, so zu leben, dass er seinem Gott Jehova Freude bereitet.

    Die anderen „dürfen“ ihre Willensfreiheit gebrauchen und können ruhig so leben, wie es ihnen in den Kram passt. Aber sie wissen nun, wie Jehova darüber denkt und dass ihr Verhalten eines Tages Konsequenzen haben wird. Niemand wird sagen können, man habe ihn nicht gewarnt.

    Aber diese Personen werden nie verspüren, wie wahr die Worte sind: „der Segen Jehovas macht reich“. Sie werden nie erleben, wie beglückend es ist, sich einer engen Freundschaft mit Jehova zu erfreuen. Aber die Chance hätten sie gehabt!

    Jeder hat die Chance, sich Gott zu nahen und ein Freund Gottes zu werden. Ob er sie nutzt, liegt ganz bei ihm

  38. Juleam 8. Mai 2012 um 20:35 Link zum Kommentar

    Psalm 79 – 81

    Psalm 79 – Gott, es geht um deine Ehre!

    1 Ein Lied Asafs.
    Gott, fremde Völker sind in dein Land eingefallen, das du uns anvertraut hast; sie haben deinen heiligen Tempel entweiht und Jerusalem in einen Trümmerhaufen verwandelt.

    2 Sie haben alle umgebracht, die dir dienten und dir treu waren. Ihre Leichen wurden ein Fraß der Geier und der wilden Tiere.

    3 Auch rings um Jerusalem richteten sie ein schreckliches Blutbad an, und keiner war da, der die Toten begrub.

    4 Unsere Nachbarvölker verhöhnen uns, nur noch Spott haben sie für uns übrig.

    5 Herr, wie lange willst du noch zornig auf uns sein? Soll dein Zorn für immer so weiterbrennen wie ein Feuer?

    6 Lass ihn doch an den Völkern aus, die dich nicht anbeten, und an den Königreichen, die deinen Namen nicht anrufen!

    7 Denn sie haben dein Volk umgebracht und seine Wohnorte verwüstet.

    8 Strafe uns doch nicht für die Sünden unserer Vorfahren! Zögere nicht, erbarme dich über uns, denn wir sind am Ende unserer Kraft!

    9 Hilf uns, Gott, unser Retter! Steh uns bei und vergib uns unsere Schuld! Es geht doch um deine Ehre!

    10 Warum sollen die fremden Völker spotten: »Wo bleibt er denn, ihr Gott?« Zeige ihnen, wie du das Blut deines Volkes an den Feinden rächst! Lass uns das noch erleben!

    11 Lass das Stöhnen der Gefangenen zu dir dringen! Du hast grenzenlose Macht; darum rette die, denen man das Leben nehmen will!

    12 Herr, unsere Nachbarvölker haben dich beleidigt und verspottet. Zahle es ihnen siebenfach zurück!

    13 Wir aber sind dein Volk, wir gehören zu dir wie Schafe zu ihrem Hirten. Allezeit wollen wir dich loben und jeder neuen Generation erzählen, wie groß du bist!

    Sehr schöne Gedanken: es ging ihnen hier nicht um sich selbst – sondern um den Namen Jehovas.

    Bitten wir Jehova immer nur um selbstsüchtige Dinge – oder sind wir um seinen Namen besorgt?

  39. Juleam 8. Mai 2012 um 20:38 Link zum Kommentar

    Psalm 80 – Der verbrannte Weinstock

    1 Ein Lied Asafs, nach der Melodie »Lilien«, ein Bekenntnislied.

    2 Höre uns, Gott, du Hirte Israels, der du dein Volk wie eine Herde hütest! Der du über den Cherub-Engeln thronst – erscheine in deinem strahlenden Glanz!

    3 Zeige deine Macht den Stämmen Ephraim, Benjamin und Manasse! Komm und hilf uns!

    4 O Gott, richte uns, dein Volk, wieder auf! Wende dich uns in Liebe zu, dann sind wir gerettet!

    5 Herr, du Gott über Himmel und Erde, wie lange willst du noch zornig auf uns sein, obwohl wir zu dir beten?

    6 Tränen sind unsere einzige Speise – ganze Krüge könnten wir mit ihnen füllen!

    7 Unsere Feinde spotten über unsere Ohnmacht, sie streiten sich schon über unser Land.

    8 Herr, du Gott über Himmel und Erde – richte uns, dein Volk, wieder auf! Wende dich uns in Liebe zu, dann sind wir gerettet!

    9 In Ägypten grubst du den Weinstock Israel aus; du pflanztest ihn ein in einem Land, aus dem du fremde Völker verjagtest.

    10 Für ihn hast du den Boden gerodet, so dass er Wurzeln schlagen und sich im ganzen Land ausbreiten konnte.

    11 Mit seinem Schatten bedeckte er das Gebirge, bis zu den gewaltigen Zedern im Norden wuchsen seine Reben.

    12 Seine Ranken erstreckten sich bis zum Mittelmeer, und bis an den Euphrat gelangten seine Zweige.

    13 Warum hast du nur die schützende Mauer niedergerissen? Jetzt kann jeder, der vorüberkommt, ihn plündern!

    14 Die Wildschweine aus dem Wald verwüsten ihn, die wilden Tiere fressen ihn kahl.

    15 Herr, du Gott über Himmel und Erde – wende dich uns wieder zu! Schau vom Himmel herab und rette dein Volk!

    16 Kümmere dich um den Weinstock, den du selbst gepflanzt hast; sorge für den jungen Spross, der durch dich erst stark wurde!

    17 Unsere Feinde haben ihn abgehauen und ins Feuer geworfen; doch wenn du ihnen entgegentrittst, kommen sie um.

    18 Beschütze dein Volk, das du erwählt hast und das durch dich erst stark wurde!

    19 Dann wollen wir nie mehr von dir weichen. Erhalte uns am Leben, dann wollen wir dich loben.

    20 Herr, du Gott über Himmel und Erde – richte uns, dein Volk, wieder auf! Wende dich uns in Liebe zu, dann sind wir gerettet!

    Ein Psalm, der widersprüchliche Gefühle hervorruft!

    Worum geht es ihnen hier? Teilweise hört es sich so an, als seien sie um Jehovas Namen besorgt. So, wie Moses öfters mit Jehova geredet hatte, indem er IHN daran erinnerte, dass die Nationen glauben könnten, er könne sein Volk nicht retten, wenn er es jetzt wegen Ungehorsam und Rebellion vernichten würde.

    Dann wiederum hört es sich so an, als hätte sich Jehova von ihnen angewandt, weil sie ungehorsam waren und sie wollten, als wäre alles wieder wie früher.

    Aber wenn dies so gewesen wäre, dann passt es nicht, dass sie wiederholt rufen und davon reden, dass lange keine Antwort kam. Denn so ist Jehova nicht. Wenn wir zu ihm umkehren, wird er uns mit weit geöffneten Armen empfangen. Zur Veranschaulichung der Barmherzigkeit Jehovas hat Jesus später das Gleichnis vom verlorenen Sohn erzählt.

    Aber vielleicht ging es hier ja nicht um wahre Begebenheiten und Gefühle – was immer Thema der Psalmen war, die David verfaßte. Wir haben ja um letzten Jahr herausgefunden, dass Asaph die Psalmen für die Zusammenkünfte komponiert hatte. Und dabei geht es ja nicht so sehr um reale Begebenheiten, sondern um Lehrpunkte und den Lobpreis Jehovas

  40. Juleam 8. Mai 2012 um 20:43 Link zum Kommentar

    Psalm 81 – Heilige Feste – nur noch Theater!

    1 Von Asaf, zum Spiel auf der Gittit.

    2 Jubelt unserem Gott zu, stark und mächtig ist er! Jubelt laut über Gott, den Gott Jakobs!

    3 Stimmt Lieder an und schlagt die Pauken! Lasst die Saiten von Zither und Harfe erklingen!

    4 Stoßt in die Trompete zum jährlichen Fest; blast zu Beginn und zum Abschluss des Festes – bei Neumond und bei Vollmond!

    5 Dies ist für Israel eine bindende Ordnung, ein Gesetz des Gottes Jakobs.

    6 Er gab es dem Volk Gottes, als er gegen die Ägypter kämpfte.
    Da! Ich höre eine Stimme, die mir bisher unbekannt war:

    7 »Ich habe deine Schultern von der Last befreit, den schweren Tragekorb habe ich dir abgenommen.

    8 Als du in der Not zu mir schriest, rettete ich dich. Ich antwortete dir aus der Gewitterwolke, in der ich mich verborgen hielt. In Meriba prüfte ich dein Vertrauen zu mir, als es dort in der Wüste kein Wasser mehr gab.

    9 Höre, mein Volk; lass dich warnen, Israel! Wenn du doch auf mich hören würdest!

    10 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, wie sie bei fremden Völkern verehrt werden – bete sie nicht an!

    11 Denn ich allein bin der Herr, dein Gott, ich habe dich aus Ägypten herausgebracht. Nach mir sollst du verlangen, und ich werde dich sättigen, ja, ich schenke dir Segen im Überfluss!

    12 Aber mein Volk hat nicht auf mich gehört, sie haben nicht mit sich reden lassen.

    13 Da überließ ich sie ihrer Starrköpfigkeit, und sie machten, was sie wollten.

    14 Wenn doch mein Volk auf mich hören wollte! Wenn doch Israel nach meinen Geboten lebte!

    15 Dann würde ich seine Feinde sofort in die Knie zwingen und denen, die Israel unterdrücken, eine vernichtende Niederlage zufügen.«

    16 Ja, alle, die den Herrn hassen, müssten sich ihm ergeben, und ihre Strafe hätte kein Ende.

    17 Israel aber würde er mit dem besten Weizen versorgen und mit Honig aus den Bergen sättigen.

    Was für ein barmherziger und liebevoller Gott Jehova doch ist!

    Er ist immer schnell zum Vergeben bereit. Eigentlich würde er sein Volk am Liebsten überhaupt nicht strafen. Er liebt es doch und will ihm nur Gutes tun. Es schmerzt ihn nicht nur, wenn sie laufend seine Gebote übertreten und gegen ihn rebellieren. Oftmals habe ich beim Lesen das Gefühl, dass es IHN noch viel mehr schmerzt, wenn er es strafen muss. Aber seine Gerechtigkeit verlangt es.

    So handelt er nach dem Grundsatz: „Barmherzigkeit wo möglich und Strafe nur, wo unbedingt nötig“. Dies sieht man daran, dass er sein Volk immer und immer wieder durch seine Propheten bittet, doch von ihren schlechten Wegen umzukehren, damit er sie nicht strafen müsse. Dass es ihm damit ernst ist, sieht man an dem, wie er auf die Reue und Umkehr der Niniviten reagierte. Ihre Vernichtung war bereits beschlossene Sache, er schickte Jona eigentlich nur, um ihnen das anzukündigen. Aber dann bereuten sie und er verwarf sein Vorhaben. Er vergab ihnen bereitwillig. Was für ein Gott!

    Leider scheinen einige so eine Einstellung – nicht nur bei Jehova – „in den falschen Hals zu bekommen“. Dadurch, dass wir immer lieb und freundlich sind und für alle und jeden Verständnis haben, gibt es scheinbar auch keine Grenzen. Umso heftiger fällt dann die Reaktion aus, wenn doch mal eine Grenze eingefordert wird. Wenn wir nicht mehr mit allem einverstanden sind, sondern ein klares Veto einlegen. Da kommen die Leute dann nicht mit zurecht. Ob es daran liegt, dass sie von uns kein „nein“ gewohnt sind?

    Vorher kam man so gut miteinander aus und in dem Moment des klaren Vetos verändert sich auf einmal alles. Da kommt man dann nicht damit klar, wie wir mit ihnen umgehen und man wendet uns entrüstet den Rücken zu und will nichts mehr mit uns zu tun haben. Warum nicht? Mochte man uns nur, weil man von uns alles bekommen konnte? War es eine rein egoistische Verbindung? Stimmt es, dass Menschen Jehova und andere nur lieben, solange sie ihren Willen bekommen! Sollte der Satan in dieser Hinsicht wirklich Recht haben?

    War man nicht ganz nahe an Jehova gerückt, weil er so eine wundervolle liebevolle und gerechte Persönlichkeit ist. Und wenn es das war, was man an uns so mochte – warum kommt man dann jetzt nicht auf die Idee, dass wir einen guten Grund haben müssen, dass wir nun ein Veto einlegen? Dass es uns nur um ihr Wohl geht und nicht um uns selbst und unsere eigene Befindlichkeit?

    Ja, wir Menschen sind alle unvollkommen und umso schöner ist die Persönlichkeit Jehovas. Es ist für mich immer wieder begeisternd zu lesen, dass Jehova nur darauf wartet, dass wir den ersten Schritt machen.

    Wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn: der Vater hat täglich Ausschau nach seinem Sohn gehalten. Obwohl dieser ihn sehr gekraenkt hatte und es eigentlich sehr herz- und respektlos war, sein Erbe zu Lebzeiten des Vaters einzufordern, liebte dieser seinen Sohn immer noch von Herzen. Dessen Handeln hatte ihn zwar enttäuscht, aber er liebte ihn immer noch und hoffte, dass sich dieser besinnen würde.

    Interessanterweise muss der Vater davon überzeugt gewesen sein, dass sein Sohn ein guter Junge war und dass dieser nur aus einer Schwäche heraus so schlecht und verletzend gehandelt hatte – nicht, weil dieser von Grund auf schlecht wäre. So rechnete er täglich mit seiner Wiederkehr. Denn warum sonst hätte er täglich Ausschau gehalten? Es war ja schon eine sehr lange Zeit vergangen: der Sohn war in ein anderes Land gegangen, hatte sein Erbe verprasst, einen Job angenommen, es war eine Hungersnot gekommen usw. All dies war sicherlich keine Sache von nur Tagen oder Wochen. Trotzdem wartete der Vater immer noch voller Zuversicht. Immer auf dem Sprung, dem Sohn entgegen zu laufen.

    Wie treffend hatte Jesus doch die Einstellung und die Gefühle Jehovas für uns beschrieben!

    Auch in diesem Psalm kommt der Gedanke immer wieder zum Ausdruck: Jehova wartet nur auf ein winziges Zeichen, damit er ihnen vergeben und sie wieder in seine Arme nehmen kann – ohne seine eigene Gerechtigkeit zu verletzen. Was damit gemeint ist, verstehen wir sicherlich, wenn wir in dem Gleichnis von der Reaktion des Sohnes lesen, der loyal bei seinem Vater geblieben ist.

    Was für ein Gott – und es ist unserer! Wir dürfen uns ihm nahen und wir dürfen seine Freunde sein. Er bittet uns sogar darum!

    Dies begeistert mich immer wieder

  41. Juleam 9. Mai 2012 um 10:07 Link zum Kommentar

    Psalm 82 – 84

    Psalm 82 – Gott rechnet mit den Göttern ab

    1 Ein Psalm Asafs.
    Gott steht auf inmitten der Götter, in ihrer Versammlung erhebt er seine Anklage:

    2 »Wie lange noch wollt ihr das Recht verdrehen, wenn ihr eure Urteile sprecht? Wie lange noch wollt ihr Partei ergreifen für Menschen, die sich mir widersetzen?

    3 Verhelft den Wehrlosen und Waisen zu ihrem Recht! Behandelt die Armen und Bedürftigen, wie es ihnen zusteht!

    4 Reißt sie aus den Klauen ihrer Unterdrücker!«

    5 Aber sie handeln ohne Sinn und Verstand; sie irren im Dunkeln umher und sehen nicht, dass durch ihre Bosheit die Welt ins Wanken gerät.

    6 Zwar hatte ich ihnen gesagt: »Ihr seid Götter! Ihr alle seid Söhne des Höchsten!

    7 Aber wie gewöhnliche Menschen müsst auch ihr sterben; euer Leben wird genauso enden wie das eines jeden Herrschers!«

    8 Erhebe dich, Gott, und richte die Welt, denn dir gehören alle Völker!

    Warum wird hier gesagt, dass Jehova Götter richtet – wenn er doch augenscheinlich zu menschlichen Herrschern spricht? Wird das bei uns auch so übersetzt?

    Gott bezieht Stellung in der Gemeinde des Göttlichen (Fußnote: „Gottes“. Hebr.: ´El; LXXVg(iuxta LXX): „der Götter“; Sy: „der Engel“.);
    Inmitten der Götter (Fußnote: „der Gottähnlichen“. Hebr.: ´elohím; LXXVgc: „der Götter“; Sy: „der Engel“; T: „der Richter“.) richtet er:

    im WT vom 15.12.1986 heißt es hierzu:

    82:1 — Inwiefern richtet Gott „inmitten der Götter“?

    Bei den „Göttern“ handelte es sich offensichtlich um die Richter Israels. Sie wurden Götter genannt, weil sie als Richter über große Macht verfügten. Jehova hatte als höchster Richter das göttliche Recht, sich mitten unter diese Richter zu begeben, um sie für ihr Versäumnis, nach seinem Gesetz zu richten, zu tadeln (Jesaja 33:22; Psalm 82:2-4).

  42. Juleam 9. Mai 2012 um 10:09 Link zum Kommentar

    Psalm 83 – Aufstand der Völker

    1 Ein Lied Asafs.

    2 Gott, schweige nicht! Sieh nicht untätig zu!

    3 Höre doch, wie deine Feinde rebellieren; alle, die dich hassen, sind stolz und siegessicher.

    4 Sie planen einen heimtückischen Anschlag auf dein Volk; sie halten Kriegsrat gegen jene, die du bisher beschützt hast.

    5 »Kommt!«, sagen sie, »wir wollen dieses Volk ausrotten! Den Namen Israel soll niemand mehr kennen!«

    6 Darin sind sie sich völlig einig, alle haben sich gegen dich verschworen:

    7 die Beduinen von Edom und die Ismaeliter, die Moabiter und die Hagariter,

    8 die von Gebal, Ammon und Amalek, die Philister und die Bewohner von Tyrus;

    9 sogar die Assyrer haben sich ihnen angeschlossen – sie verbünden sich mit den Moabitern und den Ammonitern.

    10 Herr, schlage sie in die Flucht wie damals die Midianiter! Besiege sie wie den Kanaaniterkönig Jabin mit seinem Heerführer Sisera am Flusse Kischon!

    11 Bei En-Dor wurden sie vernichtet, und ihre Leichen verrotteten auf dem Acker.

    12 Töte ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, bestrafe ihre Machthaber wie Sebach und Zalmunna!

    13 Sie alle hatten einst gesagt: »Wir erobern das Land, das Gott gehört!«

    14 Mein Gott! Wirble sie davon wie ausgedörrte Disteln, wie dürres Laub, das der Wind verweht!

    15 Wie ein Flächenbrand, dessen Flammen Berge und Wälder fressen,

    16 so verfolge sie durch ein Unwetter, erschrecke sie mit einem Sturm!

    17 Lass sie vor Scham erröten, damit sie endlich nach dir, Herr, fragen!

    18 Sie sollen scheitern und für immer verstummen, ja, lass sie in ihrer Schande umkommen!

    19 Denn sie müssen erkennen, dass du allein der Herr bist, der Herrscher über die ganze Welt!

    Ja, wenn es nur endlich schon soweit wäre!

    Ist es nicht furchtbar zuzusehen, wie die Menschen Jehova verspotten und seine wunderschöne Erde verderben? Wie sie vor nichts und niemanden Achtung und Respekt haben. Ja, noch nicht einmal mehr vor ihrem Schöpfer!

    Dies hier ist wirklich Satans Welt und alle, die Gerechtigkeit lieben, werden sich danach sehnen, dass hier endlich aufgeräumt wird. Die Zeiten werden wirklich immer schlimmer!

  43. Juleam 9. Mai 2012 um 10:15 Link zum Kommentar

    Psalm 84 – Herr, ich liebe deinen Tempel!

    1 Ein Lied der Korachiter, zum Spiel auf der Gittit.

    2 Herr, du Gott über Himmel und Erde! Wie sehr liebe ich deinen Tempel – den Ort, an dem du wohnst!

    3 Ich kann es kaum noch erwarten, ja, ich sehne mich danach, in die Vorhöfe deines Heiligtums zu kommen! Mit Leib und Seele juble ich dir zu, du lebendiger Gott! Herr, du Gott über Himmel und Erde, du bist mein König und mein Gott!

    4 Sogar die Vögel haben hier ein Nest gebaut, die Schwalben sind hier zu Hause – in der Nähe deiner Altäre ziehen sie ihre Jungen groß.

    5 Glücklich sind alle, die in deinem Tempel wohnen dürfen! Jederzeit können sie dich loben!

    6 Glücklich sind alle, die ihre Stärke in dir suchen, die gerne und voll Freude zu deinem Tempel ziehen.

    7 Wenn sie durch ein dürres Tal gehen, brechen dort Quellen hervor, und ein erfrischender Regen bewässert das Land.

    8 So wandern sie mit stets neuer Kraft, bis sie vor Gott auf dem Berg Zion stehen.

    9 Herr, du Gott über Himmel und Erde – höre mein Gebet! Verachte es nicht, du Gott Jakobs!

    10 Herr, hilf dem König, der uns beschützt! Steh ihm bei, denn du hast ihn erwählt!

    11 Herr, ein Tag in deinem Tempel ist mehr wert als tausend andere! Ich möchte lieber ein einfacher Türhüter sein an der Schwelle deines Hauses als bei den Menschen wohnen, die dich missachten!

    12 Denn Gott, der Herr, ist die Sonne, die uns Licht und Leben gibt, schützend steht er vor uns. Niemand ist so gut zu uns wie er, durch ihn gelangen wir zu hohem Ansehen. Wer ihm rückhaltlos ergeben ist, den lässt er nie zu kurz kommen.

    13 Herr, du Gott über Himmel und Erde! Glücklich ist jeder, der sich auf dich verlässt!

    Wissen wir es eigentlich zu schätzen, dass wir die Zusammenkünfte besuchen können, um dort von Jehova belehrt zu werden? Oder nehmen wir es einfach als selbstverständlich hin?

    Noch werden wir in unserem Land nicht wegen unserem Glauben verfolgt. Wir können unbehelligt in den Saal gehen, ohne Angst vor unliebsamen Störungen.

    Haben wir das Glück, dass unsere Gesundheit es zuläßt? Viele Brüder und Schwestern müssen große Härten in Kauf nehmen, um anwesend zu sein. Auch hier, wo wir nicht verfolgt werden:

    Da gibt es diejenigen, die im geteilten Haus leben. Auch wenn der Ehepartner kein Gegner ist, so ist es ihnen vielleicht trotzdem unangenehm, dass sie ihn allein lassen oder das schöne Erlebnis nicht mit ihm teilen können.

    Da sind die, die nach der Arbeit gerade mal die Zeit haben, sich kurz zu waschen und umzuziehen und die ohne Essen und Ruhepause in die Versammlung stürmen.

    Da sind die Mütter mit kleinen Kindern, die ihre Kinder pünktlich sauber und ordentlich angezogen haben und rechtzeitig mit ihnen los müssen, damit sie pünktlich ankommen.

    Da sind die alten treuen Brüder und Schwestern, die vielleicht aufgrund einer Gehbehinderung nur sehr schlecht hinkommen und auch diejenigen, die wegen andauernden Schmerzen oftmals kaum dem Programm folgen könnnen.

    Sie alle kommen trotzdem. Voller Freude und Wertschätzung. Sie freuen sich jedes Mal, wenn es ihnen gelingt, anwesend zu sein. Denn sie alle lieben Jehova und denken und empfinden so, wie der Psalmist.

    Wenn du dich in dieser Liste nicht wiederfindest: dann denke einmal darüber nach, was für ein Glück du hast und danke deinem Gott dafür. Nehme es nicht als selbstverständlich, dass du da sein kannst. Vielleicht kannst du ja sogar zum Gelingen der Zusammenkunft beitragen – so, wie die alte Schwester, die es gerade mal zum WT-Studium schafft und diese Zeit voll auskostet und die anderen durch ihre Kommentare ermuntert, die zeigen, wie sehr sie Jehova liebt.

    Bekunden auch wir Wertschätzung für die Zusammenkünfte!

  44. Juleam 11. Mai 2012 um 17:58 Link zum Kommentar

    Psalm 85 – 87

    Psalm 85 – Wenn Gott neues Leben schenkt

    1 Ein Lied der Korachiter.

    2 Herr, du bist deinem Land gnädig gewesen und hast sein Geschick wieder zum Guten gewendet.

    3 Die Schuld deines Volkes hast du vergeben und alle seine Sünden zugedeckt.

    4 Dein Zorn fand ein Ende, seine Glut ist verloschen.

    5 So hilf uns auch jetzt, damit wir wieder stark werden. Gib deinen Unwillen gegen uns auf!

    6 Willst du für immer zornig auf uns sein – ohne Ende, von einer Generation zur anderen?

    7 Willst du uns nicht wieder neues Leben schenken, damit wir uns über dich freuen können?

    8 Herr, zeige doch, wie sehr du uns liebst! Komm uns zu Hilfe!

    9 Ich will hören, was Gott, der Herr, zu sagen hat: Er verkündet Frieden seinem Volk – denen, die ihn lieben; doch sollen sie nicht in ihre alten Fehler zurückfallen.

    10 Eins ist sicher: Er wird allen helfen, die ihm mit Ehrfurcht begegnen, seine Macht und Hoheit wird wieder in unserem Lande wohnen.

    11 Dann verbünden sich Güte und Treue, dann küssen einander Gerechtigkeit und Frieden.

    12 Treue wird aus der Erde sprießen und Gerechtigkeit vom Himmel herabblicken.

    13 Der Herr selbst wird uns mit vielen Gütern beschenken, und unsere Felder werden reiche Ernte einbringen.

    14 Ja, Gerechtigkeit wird dem Herrn vorausgehen und ihm den Weg bahnen.

    Ein Lied, das Hoffnung macht:

    Unser Gott ist an uns interessiert und nur noch eine kleine Weile und es wird all denen gut gehen, die sich bereitwillig von ihm leiten lassen

  45. Juleam 11. Mai 2012 um 18:00 Link zum Kommentar

    Psalm 86 – Gib mir ein Zeichen deiner Güte!

    1 Ein Gebet Davids.
    Höre mich, o Herr, und antworte mir, denn ich bin niedergeschlagen und hilflos!

    2 Rette mein Leben – ich gehöre doch zu dir! Hilf mir, denn ich vertraue dir! Du bist mein Gott, und ich diene dir.

    3 Sei mir gnädig, Herr, zu dir rufe ich den ganzen Tag.

    4 Schenke mir wieder neue Freude, nach dir sehne ich mich!

    5 Du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit, unermesslich ist deine Gnade für alle, die zu dir beten.

    6 Höre, Herr, mein Gebet, ich flehe zu dir!

    7 Ich weiß weder aus noch ein. Darum schreie ich zu dir, und du wirst mich erhören.

    8 Kein anderer Gott ist wie du, Herr; niemand kann tun, was du tust!

    9 Du hast alle Völker geschaffen. Sie werden zu dir kommen, sich vor dir niederwerfen und dich verehren.

    10 Denn du bist groß und mächtig, ein Gott, der Wunder tut; nur du bist Gott, du allein!

    11 Herr, zeige mir deinen Weg, ich will dir treu sein und tun, was du sagst. Gib mir nur dies eine Verlangen: dich zu ehren und dir zu gehorchen!

    12 Von ganzem Herzen will ich dir danken, Herr, mein Gott; dich will ich preisen.

    13 Denn deine Liebe zu mir ist grenzenlos! Du hast mich dem sicheren Tod entrissen.

    14 Hochmütige Menschen lehnen sich gegen mich auf! Sie tun sich zusammen und schrecken vor keiner Gewalttat zurück. Sie wollen mich umbringen! Von dir, Herr, wollen sie überhaupt nichts wissen.

    15 Aber du bist ein gnädiger und barmherziger Gott. Deine Geduld ist groß, deine Liebe und Treue kennen kein Ende.

    16 Darum wende dich mir zu und hab Erbarmen! Hilf mir! Gib mir deine Kraft! Dir bin ich treu ergeben.

    17 Herr, gib mir ein sichtbares Zeichen deiner Güte! Dann werden alle, die mich hassen, sich schämen, weil du, Herr, mir geholfen und mich getröstet hast!

    Was für ein ermunternder Psalm!

    Welcher Gott ist wie Jehova? Wer ist so liebevoll und barmherzig wie er?

    Wir dürfen jederzeit mit unseren Sorgen zu ihm kommen. Er hat immer Zeit und hört uns immer zu. Wir dürfen ihn sogar darum bitten, uns zu helfen, so zu leben, wie es ihm gefällt.

    Was für ein Gott!

  46. Juleam 11. Mai 2012 um 18:02 Link zum Kommentar

    Psalm 87 – Zion, Gottes geliebte Stadt

    1 Ein Lied der Korachiter.
    Hoch auf dem heiligen Berg hat Gott die Stadt Zion errichtet.

    2 Er liebt Jerusalem mit seinen herrlichen Toren mehr als alle anderen Orte in Israel.

    3 Du bist weltberühmt, du Stadt Gottes! Denn der Herr sagt:

    4 »In Ägypten und Babylon gibt es Menschen, die mich kennen, und auch bei den Philistern, in Tyrus und Äthiopien werde ich angebetet.«

    5 Aber von Jerusalem sagt man: »Alle seine Einwohner kennen Gott!« Ja, er, der Höchste, hat Zion errichtet!

    6 Der Herr wird eine Liste aller Völker aufstellen und bei jedem einen Vermerk machen, der zu Jerusalem gehört.

    7 Sie alle werden tanzen und fröhlich singen: »Was wir haben, verdanken wir dieser Stadt!«

    Wenn wir nun für „die Stadt Jerusalem“ einen anderen Begriff einsetzen – „das Volk Gottes“ – dann sollten wir ehrlich über Vers 6 nachdenken: Jehova wird „bei jedem einen Vermerk machen, der zu Jerusalem gehört“.

    Gehören wir in Gottes Augen wirklich zu seinem Volk – oder ist das nur ein Lippenbekenntnis? Was zeigen unsere Taten, Gedanken und Gefühle?

    Könnten wir Jehova aufrichtig und guten Gewissens bitten, unser Herz zu prüfen um nachzusehen, ob in uns irgend etwas Schlechtes ist?

  47. Juleam 11. Mai 2012 um 18:05 Link zum Kommentar

    Psalm 88 – 90

    Psalm 88 – Am Rande des Todes – völlig allein!

    1 Ein Lied der Korachiter. Der Esrachiter Heman verfasste es zum Nachdenken.

    2 Herr, mein Gott, du allein kannst mir noch helfen! Tag und Nacht schreie ich zu dir!

    3 Höre mein Gebet, vernimm mein Flehen!

    4 Schweres Leid drückt mich nieder, ich bin dem Tod schon näher als dem Leben.

    5 Jeder rechnet damit, dass ich bald sterbe, so schwach bin ich.

    6 Es geht mir wie den Toten, wie den Erschlagenen in ihrem Grab, die du vergessen hast, die von dir verlassen sind.

    7 Du hast mich in den tiefsten Abgrund gestoßen, in unergründliche Finsternis.

    8 Dein schwerer Zorn lastet auf mir, er wirft mich um wie hohe Brandungswellen.

    9 Meine Freunde haben sich von mir abgewandt. Du hast erreicht, dass sie mich voller Abscheu verlassen haben. Ich bin gefangen und weiß keinen Ausweg mehr.

    10 Meine Augen sind vom Weinen ganz verquollen. Jeden Tag rufe ich zu dir, Herr, im Gebet strecke ich die Hände nach dir aus.

    11 Wirst du an den Toten noch ein Wunder tun? Kommen sie etwa aus ihren Gräbern, um dich zu loben?

    12 Erzählt man im Totenreich von deiner Gnade, in der Gruft von deiner Treue?

    13 Sind deine Wunder am Ort der Finsternis noch bekannt? Denken die Toten, die man vergessen hat, noch daran, dass du deine Versprechen hältst?

    14 Herr, ich schreie zu dir um Hilfe. Schon früh am Morgen klage ich dir mein Leid.

    15 Warum hast du mich aufgegeben, Herr? Warum verbirgst du dich vor mir?

    16 Schon seit meiner Jugend bin ich schwer krank und dem Tode nah, du hast mir diese schreckliche Last auferlegt – und jetzt bin ich am Ende!

    17 Dein strafender Zorn hat mich zu Boden geschmettert, ich bin vernichtet!

    18 Die Angst bedrängt mich von allen Seiten wie todbringende Wasserwogen, denen ich nicht mehr entrinnen kann.

    19 Du hast erreicht, dass meine Freunde und Nachbarn nichts mehr mit mir zu tun haben wollen! Alle, die mich gekannt haben, kennen mich jetzt nicht mehr.

    Ein Psalm, der betroffen und traurig macht.

    Einige Passagen erinnern mich in erster Linie an Hiob, denn er scheint zu meinen, dass es Jehova ist, der das Unglück herbei geführt hat. Auch die Bekannten und Freunde, die ihn verlassen haben, erinnern an Hiob. Aber auch an David und Jesus (wie Darby in seinem Kommentar dazu anführt).

    Betroffen bin ich von der Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, die herausklingt. Daher können die Worte doch unmöglich Jesus vorschatten? Sie passen eher zu Hiob, der ja im Gegensatz zu uns und David den Zusammenhang noch nicht kannte.

    Zählte dieser Psalm auch zu denen, die während der Zusammenkünfte gesungen wurden? War er hierfür nicht ZU hoffnungslos?

  48. Juleam 11. Mai 2012 um 18:07 Link zum Kommentar

    Psalm 89 – Hat Gott sein Wort gebrochen?

    1 Von Etan, dem Esrachiter. Zum Nachdenken.

    2 Herr, von deiner Gnade will ich singen ohne Ende; allen kommenden Generationen will ich erzählen, wie treu du bist.

    3 Ich weiß: Deine Gnade gilt für alle Zeiten und deine Treue, solange der Himmel besteht.

    4 Du hast gesagt: »Ich habe einen Bund geschlossen mit dem Mann, den ich erwählte. Ich schwor David, der mir von ganzem Herzen diente:

    5 Für alle Zeiten sollen deine Nachkommen herrschen, für immer wird dein Königshaus bestehen!«

    6 Herr, der Himmel lobt dich, denn du tust Wunder; die Schar deiner heiligen Engel preist deine Treue.

    7 Denn wer im Himmel ist dir gleich? Kein himmlisches Wesen ist so mächtig wie du!

    8 In der himmlischen Ratsversammlung fürchten sie Gott mit heiliger Scheu; ja, Ehrfurcht ergreift alle, die um ihn sind.

    9 Herr, du Gott über Himmel und Erde! Niemand ist so mächtig wie du! Was du auch tust: Auf dich ist Verlass!

    10 Du hast Gewalt über die Meere, und wenn sich die Wellen auftürmen wie gewaltige Mauern, bändigst du sie!

    11 Du hast das Meerungeheuer besiegt und zermalmt; machtvoll hast du deine Feinde in alle Winde zerstreut.

    12 Dir gehört der Himmel und dir gehört die Erde, das weite Land und was darauf lebt: Du hast alles geschaffen.

    13 Norden und Süden legtest du fest; der Berg Tabor und das Hermongebirge jubeln dir zu.

    14 Wie stark ist dein Arm, wie gewaltig deine Hand! Du erhebst sie zum Zeichen deines Sieges!

    15 Gerechtigkeit und Recht sind die Säulen deiner Herrschaft; alles, was du tust, zeigt deine Liebe und Treue.

    16 Herr, glücklich ist das Volk, das dich jubelnd als König feiert! Du selbst bist unter ihnen und bringst Licht in ihr Leben.

    17 Sie freuen sich jeden Tag über dich und sind fröhlich, weil du deine Versprechen hältst.

    18 Du allein machst sie stark, durch deine Liebe gelangen sie zu Ansehen und Macht.

    19 Herr, du Heiliger Israels, dir gehört unser König, der uns beschützt.

    20 Gott, vor langer Zeit hast du in einer Vision zu denen geredet, die dir vertrauten. Du sprachst: »Ich habe mir einen jungen Mann aus dem Volk ausgewählt, den ich zu einem starken Helden machen will.

    21 David ist sein Name, ihn habe ich gefunden und mit heiligem Öl zum König gesalbt.

    22 Ich werde ihn mit meiner Kraft begleiten, stark soll er werden, weil ich ihn stütze.

    23 Kein Feind wird ihn jemals überwältigen, und kein Aufstand kann ihn stürzen.

    24 Vor seinen Augen werde ich seine Feinde niedermachen; alle, die ihn hassen, will ich vernichtend schlagen.

    25 Immer will ich treu zu ihm stehen; und durch mich wird er mächtig werden.

    26 Ich werde seine Herrschaft bis zum Meer ausdehnen – ja, über die großen Ströme wird er gebieten.

    27 Wenn er betet, wird er mir sagen: ›Du bist mein Vater, mein Gott, mein Fels, der mich schützt, mein starker Helfer!‹

    28 Und ich statte ihn mit allen Rechten eines erstgeborenen Sohnes aus; ich mache ihn zum größten aller Könige der Welt!

    29 Für alle Zeiten darf er wissen: Ich bin ihm gnädig, mein Bund mit ihm wird für immer bestehen.

    30 Nie wird sein Königsgeschlecht aussterben, sein Thron wird bleiben, solange der Himmel besteht.

    31 Wenn aber seine Nachkommen meinem Gesetz nicht gehorchen und meine Weisungen in den Wind schlagen,

    32 wenn sie meine Ordnungen missachten und meine Gebote nicht halten,

    33 dann werde ich sie für ihre Treulosigkeit bestrafen und ihnen ihre Schuld mit Schlägen heimzahlen.

    34 Aber meine Gnade will ich David nie entziehen, meine Zusagen werde ich halten.

    35 Meinen Bund mit ihm werde ich niemals brechen, versprochen ist versprochen!

    36 Ein für alle Mal habe ich einen Eid geschworen, ich, der Heilige: Nie werde ich David täuschen!

    37-38 Seine Nachkommen werden für alle Zeiten den Thron besitzen. Ihre Herrschaft soll so beständig sein wie Sonne und Mond – die treuen Zeugen in den Wolken!«

    39 Nun aber hast du deinen König doch aufgegeben und verstoßen, dein Auserwählter bekommt deinen großen Zorn zu spüren.

    40 Du hast deinem Diener den Bund aufgekündigt, seine Krone in den Schmutz getreten und entweiht.

    41 Die schützenden Mauern seiner Stadt hast du niedergerissen und alle seine Festungen in Trümmer gelegt.

    42 Jeder, der vorüberzog, hat ihn ausgeplündert, und bei den Nachbarvölkern erntet er nur Hohn und Spott.

    43 Seinen Feinden hast du den Sieg ermöglicht, ihre Schadenfreude ist groß.

    44 Die starken Streitkräfte des Königs hast du zerschlagen, im Kampf hast du ihn im Stich gelassen.

    45 Seinen Glanz und sein Ansehen hast du zerstört und seinen Thron zu Boden gestoßen.

    46 Du hast ihn vorzeitig alt werden lassen; ja, mit Schimpf und Schande hast du ihn bedeckt.

    47 Herr, willst du dich für immer verbergen? Wie lange soll dein Zorn noch brennen?

    48 Bedenke doch, wie kurz mein Leben ist! Nur für einen flüchtigen Augenblick hast du uns Menschen geschaffen.

    49 Welcher Mensch ist unsterblich? Wer kann dem Tod entrinnen?

    50 Herr, wo sind die Beweise deiner Liebe geblieben? Du hast doch David deine Treue zugesichert und einen Eid darauf geschworen!

    51 Höre doch, wie deine Diener beschimpft werden! Ich leide darunter, dass die Völker uns verachten!

    52 Deine Feinde verspotten den König, den du erwählt hast; sie verhöhnen ihn auf Schritt und Tritt.

    53 Lobt den Herrn allezeit! Amen, so soll es sein!

    Wow! Eine Achterbahn der Gefühle:

    Zuerst habe ich mich gefragt, wie dieser und der vorherige Psalm zusammenpassen. Der erstere voller Hoffnungslosigkeit und der hier voller Hoffnung. Gehörten sie vielleicht einmal zusammen?

    Dagegen spricht, dass jeder eine eigene Überschrift für sich hat. Oder ist dies nur in der Hoffnung für alle so?

  49. Juleam 11. Mai 2012 um 18:14 Link zum Kommentar

    Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt

    Auf dem ersten Blick widersprechen sich Psalm 88 und 89. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es unterschiedliche Schreiber waren.

    Auf der anderen Seite kenne ich das von mir auch: gestern noch total entmutigt und der Meinung, ich hätte keine Kraft mehr und bereits einen Tag später voller Jubel für meinen wundervollen Gott. Auch Jeremia kannte dies! Erinnern wir uns nur an folgendes Zitat aus dem Buch „Was uns Jehova durch Jeremia sagenlässt“:

    Jeremia wußte, was es bedeutet, verzweifelt zu sein. Warst du auch schon einmal so am Boden, dass du an dir selbst und an deinen Fähigkeiten gezweifelt hast und am liebsten alles hingeworfen hättest? Dann kann es dir Mut machen zu sehen, wie sich die Dinge für Jeremia immer wieder zum Positiven gewendet haben.

    Einmal forderte Jeremia dazu auf, Jehova mit Lobliedern zu preisen. Doch im nächsten Moment rief er die verzweifelten Worte aus, die wir in Jeremia 20:14-18 finden. Kennst du auch das Gefühl, dass deine Stimmung manchmal ganz plötzlich umschlägt? Eben noch hättest du die ganze Welt umarmen können und im nächsten Moment sieht alles nur noch schwarz aus. Wahrscheinlich werden sich die meisten von uns mit Jeremia identifizieren können, denn er hatte Gefühle, wie sie jeder kennt…

    Wie kommt das und dann so zeitnah?

    Ich denke, es hat mit Jehova und seinem Geist zu tun, den er uns zur Hilfe schickt. Er lässt eine ganze Menge zu. Aber er kennt auch unsere Grenzen.

    Wie ein Bruder mal sagte, greift er genau in dem Moment ein, wo wir es wirklich nicht mehr schaffen. Dann schickt er und den Helfer, von dem Jesus später zu seinen Jüngern gesprochen hat. Wir haben ja erst vor kurzem im WT-Studium behandelt, dass dieser auf unterschiedliche Weise wirkt.

    Dieser Geist hilft uns die gottgefällige Frucht – die Frucht des Geistes – hervorzubringen. Und dazu zählen auch Glauben, Frieden und Langmut (Geduld), die wir für unser Ausharren benötigen.

    Wenn ich also gestern ohne jegliche Hoffnung war und heute voller Begeisterung über Jehova juble – dann hat Jehova wohl bemerkt, dass ich wirklich Hilfe brauche und hat mir seinen Helfer „vorbei geschickt“ damit ich als seine Frucht die Freude wieder finde.

    Ist das nicht sehr liebevoll und barmherzig?

  50. Juleam 11. Mai 2012 um 18:16 Link zum Kommentar

    Erst versprochen und dann doch nicht gehalten?

    Wenn ich daran denke, dass dies ein Lied war, dass von den Gläubigen gesungen wurde – ob in der Versammlung oder allein – ist das dann nicht eher entmutigend?

    Erst ist die Rede davon, dass Jehova David versprochen hatte, ihn und seine Nachkommen nicht zu verlassen und einige Verse weiter beweint der Schreiber sein Schicksal, welches ihm zu Unrecht widerfährt.

    War dies wirklich unverschuldet? Hatte er sein Unglück ebenso wenig verdient, wie Hiob – oder glich er eher Saul, der seinen Eigenanteil nicht sehen wollte?

    Und wir?

    Jammern und weinen wir wegen Problemen, die sich als Konsequenz aus unserem verkehrten Handeln ergeben?

  51. Juleam 5. Juni 2013 um 13:53 Link zum Kommentar

    Psalm 73 – 75

    Psalm 73 – „Und dennoch…“ – woran erinnert uns diese Formulierung?

    1 Ein Psalm Asaphs.

    Nur gut ist Gott gegen Israel, gegen die, welche reinen Herzens sind. 2 Ich aber – fast wäre ich gestrauchelt mit meinen Füßen, wie leicht hätte ich einen Fehltritt getan!

    3 Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Gottlosen sah. 4 Denn sie leiden keine Qual bis zu ihrem Tod, und ihr Leib ist wohlgenährt. 5 Sie leben nicht in der Not der Sterblichen und sind nicht geplagt wie andere Menschen.

    6 Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck, und Gewalttat ist das Gewand, das sie umhüllt. 7 Ihr Gesicht strotzt von Fett; sie bilden sich sehr viel ein.

    8 Sie höhnen und reden boshaft von Bedrückung, hochfahrend reden sie. 9 Sie reden , als käme es vom Himmel; was sie sagen , muss gelten auf Erden.

    10 Darum wendet sich auch sein Volk ihnen zu, und es wird von ihnen viel Wasser aufgesogen.

    11 Und sie sagen: »Wie sollte Gott es wissen? Hat denn der Höchste Kenntnis davon?« 12 Siehe, das sind die Gottlosen; denen geht es immer gut, und sie werden reich!

    13 Ganz umsonst habe ich mein Herz rein erhalten und meine Hände in Unschuld gewaschen ; 14 denn ich bin doch den ganzen Tag geplagt worden, und meine Züchtigung war jeden Morgen da! 15 Wenn ich gesagt hätte: »Ich will ebenso reden!« – siehe, so hätte ich treulos gehandelt am Geschlecht deiner Söhne.

    16 So sann ich denn nach, um dies zu verstehen; aber es war vergebliche Mühe in meinen Augen 17 – bis ich in das Heiligtum Gottes ging und auf ihr Ende achtgab.

    18 Fürwahr, du stellst sie auf schlüpfrigen Boden; du lässt sie fallen, dass sie in Trümmer sinken. 19 Wie sind sie so plötzlich verwüstet worden! Sie sind untergegangen und haben ein Ende mit Schrecken genommen.

    20 Wie man einen Traum nach dem Erwachen verschmäht, so wirst du, o Herr, wenn du dich aufmachst, ihr Bild verschmähen.

    21 Als mein Herz verbittert war und ich in meinen Nieren das Stechen fühlte, 22 da war ich töricht und verstand nichts; ich verhielt mich wie ein Vieh gegen dich.

    23 Und dennoch bleibe ich stets bei dir; du hältst mich bei meiner rechten Hand. 24 Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich danach in Herrlichkeit auf!

    25 Wen habe ich im Himmel [außer dir]? Und neben dir begehre ich nichts auf Erden! 26 Wenn mir auch Leib und Seele vergehen, so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.

    27 Denn siehe, die fern von dir sind, gehen ins Verderben; du vertilgst alle, die dir hurerisch die Treue brechen.

    28 Mir aber ist die Nähe Gottes köstlich; ich habe Gott , den Herrn, zu meiner Zuflucht gemacht, um alle deine Werke zu verkünden .

    Was für ein wunderschöner Psalm!

    Warum?

    Weil hier jemand redet, der hart vom Schicksal gebeutelt wird. Er, der reinen Herzens seinen Gott sucht, erntet nur Schläge. Im Gegenzug dazu sieht er, wie diejenigen, die Gott nicht beachten und sogar noch verhöhnen, dass diejenigen Erfolg haben.

    Warum empfinde ich diesen Psalm dann als wunderschön?

    Weil der Schluß so herrlich ist: Asaph ist kein Tagträumer, kein naiver und unrealistischer Mensch. Er sieht die Dinge, wie sie sind. Aber in Vers 23 und 26 sagt er: „dennoch“ und „wenn mir auch Leib und Seele vergehen, so bleibt doch Gott ewiglich“ sein Retter und sein Halt.

    Ist dies nicht wunderbar?

    Wir haben die letzten Wochen ja die Psalmen Davids gelesen. Auch er hat sich über die Dinge beklagt, die ihm widerfahren und seinen Gott um Hilfe angerufen. Er war überzeugt, dass Jehova ihm zu seinem Recht verhelfen würde. Auch ein wunderschöner Trost.

    Aber ich finde, Asaph geht hier noch einen Schritt weiter:

    Er sieht das Übel und dass Jehova wohl zur Zeit nichts daran ändert und wohl auch nicht ändern wird. Aber dies ändert nichts an seiner Liebe zu Jehova und an seinem Vertrauen!

    „Und dennoch…“ – woran erinnert uns diese Formulierung?

    Nanu – warum wird das in den anderen Übersetzungen nicht so hervorgehoben? Bei der Suche nach einem Querverweis zu Daniel sehe ich, dass es bei uns in der Neue-Welt-Übersetzung heißt: „ich aber bin beständig bei dir“ und „mein Organismus und mein Herz haben versagt, Gott ist …“. Da kommt der Gedanke gar nicht so machtvoll rüber, denn bei Vers 23 entsteht der Eindruck einer Gegenüberstellung: „die anderen sind schlecht, aber ich bin gut weil…“. In der Schlachter 2000 ist der Gedanke eher „obwohl es so scheint, dass du das nicht änderst, halte ich an dir und an meinem Glauben und Vertrauen fest.“

    Daher erinnerte es mich ja so stark an das, was die drei jungen Hebräer dem König antworteten: „wir wissen, dass uns unser Gott befreien kann. Wenn aber nicht, so werden wir uns trotzdem nicht vor dem Standbild nieder werfen“ (Daniel 3:17-18, siehe auch den Artikel „Unser Gott kann uns befreien“ im WT von 2006).

    Ich persönlich empfinde diesen Gedanken sehr begeisternd!

    Zum einen ist es einfach, Gott zu preisen, wenn es uns gut geht – aber es auch dann zu tun, wenn wir auf seine Hilfe harren müssen, da gehört schon sehr viel zu. Eine Steigerung ist für mich noch, es auch gerade dann zu tun, wenn ich weiss, dass es in diesem System keine Erleichterung oder Befreiung geben wird. Dies zeugt von wahrem Glauben und einem echten innigen Verhältnis zu unserem Schöpfer!

    weitere Gedanken finden wir hier:

  52. Juleam 5. Juni 2013 um 13:57 Link zum Kommentar

    Psalm 74 – wann wurde dieser Psalm geschrieben – nach der ersten Zerstörung Jerusalems?

    1 Ein Maskil. Von Asaph.

    O Gott, warum hast du [uns] verworfen für immer, warum raucht dein Zorn gegen die Schafe deiner Weide ?

    2 Gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben , an den Stamm deines Erbteils, den du erlöst hast, an den Berg Zion , auf dem du Wohnung genommen hast! 3 Erhebe deine Schritte zu dem Ort, der so lange in Trümmern liegt! Alles hat der Feind verderbt im Heiligtum! 4 Deine Widersacher brüllen in deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Banner als Zeichen aufgestellt.

    5 Es sieht aus, als schwänge man oben im Dickicht des Waldes die Axt; 6 und jetzt zerschlagen sie all ihr Schnitzwerk mit Beilen und mit Hämmern. 7 Sie stecken dein Heiligtum in Brand , sie entweihen die Wohnung deines Namens bis auf den Grund! 8 Sie sprechen in ihren Herzen: »Lasst uns sie alle unterdrücken!« Sie verbrennen alle Versammlungsstätten Gottes im Land.

    9 Unsere eigenen Zeichen sehen wir nicht; es ist kein Prophet mehr da, und niemand bei uns weiß, wie lange.

    10 O Gott, wie lange darf der Widersacher schmähen? Soll der Feind deinen Namen immerfort lästern ? 11 Warum ziehst du deine Hand zurück, deine Rechte? [Ziehe sie] hervor aus deinem Gewand, mache ein Ende!

    12 Gott ist ja mein König von Urzeit her, der Rettung gab in diesem Land.

    13 Du teiltest das Meer durch deine Kraft, du zerschlugst die Köpfe der Drachen auf dem Wasser; 14 du zerschmettertest die Häupter des Leviathan , du gabst ihn dem Volk der Wüstenbewohner zur Speise. 15 Du ließest Quellen und Bäche hervorbrechen , du legtest Ströme trocken, die sonst beständig fließen.

    16 Dein ist der Tag , dein ist auch die Nacht, du hast den Mond und die Sonne bereitet. 17 Du hast alle Grenzen des Landes festgesetzt; Sommer und Winter hast du gemacht.

    18 Gedenke daran, Herr , wie der Feind dich schmäht, und wie ein schändliches Volk deinen Namen lästert!

    19 Gib die Seele deiner Turteltaube nicht dem Raubtier preis, und vergiss das Leben deiner Elenden nicht für immer! 20 Schau hin auf den Bund ! Denn die Schlupfwinkel des Landes sind voll Räuberhöhlen .

    21 Lass den Unterdrückten nicht beschämt davongehen, sondern lass die Elenden und Armen deinen Namen preisen!

    22 Steh auf, o Gott, führe deine Sache hinaus! Gedenke an die Schmach, die dir täglich von dem Schändlichen widerfährt!

    23 Vergiss nicht das Geschrei deiner Widersacher, den Lärm deiner Feinde, der ständig emporsteigt!

    Beim Lesen dieses Psalms bekommen wir den Eindruck, dass Asaph diesen Psalm geschrieben hat, als Jerusalem das erste Mal zerstört worden war und das Volk ins Exil weg geführt.

    Aber zu der Zeit gab es doch Propheten – oder nicht?

    Oder liess Jehova diese nur vorher zur Warnung reden, liess sie im Unglück verstummen und erweckte dann erst später wieder welche, als sie sich bereits längere Zeit im Exil befanden?

    Oder interpretiere ich den Psalm nur falsch?

    einen weiteren Gedanken finden wir hier:

  53. Juleam 5. Juni 2013 um 13:59 Link zum Kommentar

    Psalm 75 – Segen und Fluch und „die unverdiente Güte“ Gottes

    »Verdirb nicht.« Ein Psalmlied, von Asaph.

    2 Wir danken dir, o Gott, wir danken dir, denn nahe ist dein Name ; man verkündet deine Wundertaten!

    3 »Wenn ich finde, dass die Zeit da ist, so werde ich recht richten . 4 Mag die Erde wanken und alle ihre Bewohner – Ich habe ihre Säulen fest gestellt !«

    (Sela.)

    5 Ich sprach zu den Übermütigen: Seid nicht übermütig! und zu den Gottlosen: Erhebt nicht das Horn! 6 Erhebt euer Horn nicht hoch, redet nicht mit frech emporgerecktem Hals!

    7 Denn weder von Osten noch von Westen, auch nicht von der Wüste her kommt Erhöhung; 8 sondern Gott ist der Richter ; den einen erniedrigt , den anderen erhöht er.

    9 Denn ein Becher ist in der Hand des Herrn , gefüllt mit schäumendem Würzwein ; davon schenkt er ein: sogar seine Hefen müssen schlürfen und trinken alle Gottlosen auf Erden.

    10 Ich aber will es ewig verkünden; dem Gott Jakobs will ich lobsingen.

    11 Und alle Hörner der Gottlosen will ich abhauen; aber die Hörner des Gerechten sollen erhöht werden!

    Wenn hier gute Taten und Segen den Schlechten und Fluch gegenüber gestellt werden – widerspricht dies dann dem Gedanken der unverdienten Güte?

    Auf der anderen Seite hatte Jehova selbst dem Volk Segen und Fluch vorgelegt. Sie sollten das Leben wählen! (5. Mose 11)

    einen weiteren Gedanken finden wir hier:

  54. Juleam 5. Juni 2013 um 14:05 Link zum Kommentar

    Psalm 76 – 78

    Psalm 76 – „wer kann vor deinem Angesicht bestehen?“

    1 Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Ein Psalmlied, von Asaph.

    2 Gott ist in Juda bekannt, sein Name ist groß in Israel; 3 in Salem ist sein Zelt und seine Wohnung in Zion. 4 Dort zerbricht er die Blitze des Bogens, Schild, Schwert und Kriegsgerät.

    (Sela.)

    5 Glanzvoll bist du, Mächtiger, Über den Bergen von Beute!

    6 Die Tapferen werden ausgeplündert; sie sinken in ihren Schlaf, und den Kriegsleuten versagen die Hände.

    7 Von deinem Schelten, o Gott Jakobs, sinken Ross und Reiter in tiefen Schlaf! 8 Du bist zu fürchten , und wer kann vor deinem Angesicht bestehen, wenn dein Zorn entbrennt? 9 Wenn du das Urteil vom Himmel erschallen lässt, erschrickt die Erde und hält sich still, 10 wenn Gott sich erhebt zum Gericht, um zu retten alle Elenden im Land.

    (Sela.)

    11 Denn der Zorn des Menschen muss dich preisen, mit dem Rest der Zornesflammen gürtest du dich.

    12 Legt Gelübde ab und erfüllt sie dem Herrn , eurem Gott; von allen Seiten soll man Geschenke bringen dem Furchtgebietenden! 13 Er beschneidet den Mut der Fürsten und ist furchtbar gegen die Könige auf Erden.

    hier findete ihr einige Gedanken der Vorjahre dazu:

  55. Juleam 5. Juni 2013 um 14:11 Link zum Kommentar

    Psalm 77 – eigentlich müssten wir hier den nächsten Psalm gleich mitlesen

    1 Dem Vorsänger. Für Jeduthun. Ein Psalm Asaphs.

    2 Ich rufe zu Gott und will schreien; zu Gott rufe ich, und er wolle auf mich hören!

    3 Zur Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist bei Nacht ausgestreckt und ermüdet nicht, meine Seele will sich nicht trösten lassen. 4 Denke ich an Gott, so muss ich seufzen, sinne ich nach, so ermattet mein Geist.

    (Sela.)

    5 Du hältst meine Augenlider offen; ich werfe mich hin und her und kann nicht reden. 6 Ich gedenke an die alte Zeit, an die Jahre der Urzeit; 7 ich gedenke an mein Saitenspiel in der Nacht, ich sinne in meinem Herzen nach, und es forscht mein Geist:

    8 Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und niemals wieder gnädig sein?
    9 Ist“s denn ganz und gar aus mit seiner Gnade , und ist die Verheißung zunichte für alle Geschlechter?
    10 Hat denn Gott vergessen , gnädig zu sein, und im Zorn seine Barmherzigkeit verschlossen?

    (Sela.)

    11 Und ich sage: Ich will das erleiden, die Änderungen, welche die rechte Hand des Höchsten getroffen hat.

    12 Ich will gedenken an die Taten des Herrn ; ja, ich gedenke an deine Wunder aus alter Zeit, 13 und ich sinne nach über alle deine Werke und erwäge deine großen Taten:

    14 O Gott, dein Weg ist heilig! Wer ist ein so großer Gott wie du, o Gott?

    15 Du bist der Gott, der Wunder tut; du hast deine Macht erwiesen an den Völkern! 16 Du hast dein Volk erlöst mit deinem Arm, die Kinder Jakobs und Josephs.

    (Sela.)

    17 Als dich, o Gott, die Wasser sahen, als dich die Wasser sahen, da brausten sie; ja, das Meer wurde aufgeregt. 18 Die Wolken gossen Wasser aus, es donnerte im Gewölk, und deine Pfeile fuhren daher. 19 Deine Donnerstimme erschallte im Wirbelwind, Blitze erhellten den Erdkreis; die Erde erbebte und zitterte. 20 Dein Weg führte durch das Meer und dein Pfad durch gewaltige Fluten, und deine Fußstapfen waren nicht zu erkennen. 21 Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron.

    Nanu, warum endet dies hier so abrupt?

    Ich hatte beim Lesen das Gefühl, es müsse noch mehr kommen, denn die Geschichte geht doch noch weiter. Hatte ich nicht vorhin beim Lesen des Stoffes der Vorjahre die ganze lange Geschichte gelesen?

    Scheinbar geht es im nächsten Psalm weiter.

    Trotzdem hier einige Gedanken der Vorjahre zu diesem Psalm:

  56. Juleam 5. Juni 2013 um 14:13 Link zum Kommentar

    hier kommt die Fortsetzung:

    Psalm 78 – die unverdiente Güte im Alten Testament

    1 Ein Maskil; von Asaph.

    Höre, mein Volk, meine Lehre; neigt eure Ohren zu den Reden meines Mundes! 2 Ich will meinen Mund zu einer Gleichnisrede öffnen, will Rätsel vortragen aus alter Zeit.

    3 Was wir gehört und gelernt haben und was unsere Väter uns erzählt haben, 4 das wollen wir ihren Kindern nicht vorenthalten , sondern den Ruhm des Herrn erzählen dem späteren Geschlecht, seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

    5 Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob und ein Gesetz gegeben in Israel; und er gebot unseren Vätern, es ihren Kindern zu verkünden, 6 damit das spätere Geschlecht es wisse, die Kinder, die noch geboren werden sollten, damit auch sie aufständen und es ihren Kindern erzählten; 7 damit diese auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergäßen und seine Gebote befolgten 8 und nicht würden wie ihre Väter, ein trotziges und widerspenstiges Geschlecht, ein Geschlecht, das kein festes Herz hatte, und dessen Geist nicht treu war gegen Gott.

    9 Die Söhne Ephraims [waren wie] gerüstete Bogenschützen, die sich umwenden am Tag der Schlacht. 10 Sie bewahrten den Bund Gottes nicht und weigerten sich, nach seinem Gesetz zu wandeln.

    11 Und sie vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er sie hatte sehen lassen.

    12 Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan im Land Ägypten, im Gebiet von Zoan . 13 Er spaltete das Meer und führte sie hindurch und türmte die Wasser auf wie einen Damm. 14 Er leitete sie bei Tag mit einer Wolke und mit dem Licht eines Feuers durch die ganze Nacht.

    15 Er spaltete Felsen in der Wüste und tränkte sie wie mit großen Fluten; 16 er ließ Bäche aus dem Felsen hervorspringen und Wasser herabfließen in Strömen

    17 Dennoch fuhren sie fort, gegen ihn zu sündigen und den Höchsten zu erzürnen in der Wüste. 18 Und sie versuchten Gott in ihrem Herzen, indem sie Speise forderten für ihr Gelüste.

    19 Und sie redeten gegen Gott und sprachen: » Kann Gott uns wohl einen Tisch bereiten in der Wüste? 20 Siehe, er hat den Felsen geschlagen , dass Wasser flossen und Bäche sich ergossen. Kann er aber auch Brot geben? Wird er seinem Volk Fleisch verschaffen?«

    21 Darum, als der Herr das hörte, da wurde er zornig, und Feuer entbrannte gegen Jakob, ja, Zorn stieg auf über Israel, 22 weil sie Gott nicht glaubten und nicht auf seine Rettung vertrauten.

    23 Und doch hatte er den Wolken droben geboten und die Türen des Himmels geöffnet; 24 und hatte Manna auf sie regnen lassen zum Essen und ihnen Himmelskorn gegeben. 25 Der Mensch aß das Brot der Starken; er sandte ihnen Speise, bis sie satt waren.

    26 Er ließ den Ostwind am Himmel hinfahren und führte durch seine Kraft den Südwind herbei; 27 er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Geflügel wie Sand am Meer, 28 und ließ sie mitten in ihr Lager fallen, rings um ihre Wohnung her. 29 Da aßen sie und wurden völlig satt; er gewährte ihnen, wonach sie gelüstet hatten.

    30 Sie hatten ihre Begierde noch nicht gestillt, und ihre Speise war noch in ihrem Mund, 31 da erhob sich der Zorn Gottes gegen sie; und er tötete die Vornehmsten unter ihnen, und die auserwählten [Krieger] Israels streckte er nieder.

    32 Trotz alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunder . 33 Darum ließ er ihre Tage wie einen Hauch vergehen und ihre Jahre in Schrecken.

    34 Wenn er sie schlug, so fragten sie nach ihm und kehrten wieder um und suchten Gott; 35 und sie gedachten daran, dass Gott ihr Fels ist, und Gott, der Höchste, ihr Erlöser .

    36 Aber sie heuchelten vor ihm mit ihrem Mund und logen mit ihren Zungen; 37 denn ihr Herz war nicht aufrichtig gegen ihn, und sie hielten nicht treu an seinem Bund fest.

    38 Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht; und oftmals wandte er seinen Zorn ab und erweckte nicht seinen ganzen Grimm; 39 denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.

    40 Wie oft lehnten sie sich gegen ihn auf in der Wüste und betrübten ihn in der Einöde! 41 Und sie versuchten Gott immer wieder und bekümmerten den Heiligen Israels.

    42 Sie gedachten nicht an seine Hand, an den Tag , als er sie von dem Feind erlöste; 43 als er seine Zeichen tat in Ägypten und seine Wunder im Gebiet von Zoan; 44 als er ihre Ströme in Blut verwandelte und ihre Bäche, sodass man nicht trinken konnte; 45 als er Ungeziefer unter sie sandte, das sie fraß, und Frösche, die sie verderbten; 46 als er dem Vertilger ihren Ertrag gab und der Heuschrecke die Frucht ihrer Arbeit; 47 als er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume durch eine verheerende Wasserflut, 48 und ihr Vieh dem Hagel preisgab und ihre Herden den Blitzen; 49 als er gegen sie die Glut seines Zornes entsandte, Wut und Grimm und Drangsal, eine ausgesandte Schar Verderben bringender Engel; 50 als er seinem Zorn den Lauf ließ, ihre Seele nicht vor dem Tod bewahrte , sondern ihr Leben der Pest preisgab; 51 als er alle Erstgeburt in Ägypten schlug, die Erstlinge der Kraft in den Zelten Hams .

    52 Und er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe und leitete sie wie eine Herde in der Wüste 53 und führte sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten ; ihre Feinde aber bedeckte das Meer.

    54 Und er brachte sie in sein heiliges Land, zu diesem Berg, den seine Rechte erworben hat. 55 Und er vertrieb die Heiden vor ihnen her und teilte ihnen das Erbe aus mit der Messschnur und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen.

    56 Aber sie versuchten Gott, den Höchsten, und waren widerspenstig gegen ihn und bewahrten seine Zeugnisse nicht, 57 sondern sie wichen zurück und fielen ab wie ihre Väter; sie gingen fehl wie ein trügerischer Bogen.

    58 Und sie reizten ihn zum Zorn durch ihre Höhen und zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder. 59 Gott hörte es und geriet in Zorn, und er verabscheute Israel sehr.

    60 Und er verließ seine Wohnung in Silo, das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hatte; 61 und er gab seine Macht in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit in Feindeshand. 62 Er überlieferte sein Volk dem Schwert und war zornig über sein Erbe . 63 Seine jungen Männer verzehrte das Feuer, und seine Jungfrauen mussten ohne Brautlied bleiben. 64 Seine Priester fielen durchs Schwert, und seine Witwen konnten keine Totenklage halten.

    65 Da erwachte der Herr wie ein Schlafender , wie ein Held , der aufjauchzt vom Wein.

    66 Und er schlug seine Feinde in die Flucht, ewige Schande fügte er ihnen zu.

    67 Und er verwarf das Zelt Josephs und erwählte nicht den Stamm Ephraim, 68 sondern er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion , den er liebt.

    69 Und er baute sein Heiligtum gleich Himmelshöhen, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat.

    70 Und er erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden weg. 71 Als er den tragenden Schafen nachging, holte Er ihn, Dass er Jakob weiden sollte, sein Volk, und Israel, sein Erbe.

    72 Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens und leitete sie mit weiser Hand.

    Hier haben wir also ein ganz deutliches Beispiel von unverdienter Güte im Alten Testament – aus der Zeit, als das Gesetz noch galt:

    Wenn sie sich gegen Jehova auflehnten, hatten sie schwere Strafe verdient. Es war ja in dem Bund mit Jehova festgehalten. So erhielten sie also ihre gerechte Strafe.

    Dennoch erbarmte sich Jehova immer wieder und kam ihnen zur Hilfe, sorgte für sie und befreite sie. Dies hatten sie nicht verdient – aber ER tat es trotzdem. Weil er sie liebte!

    einen weiteren Gedanken finden wir hier:

  57. Juleam 5. Juni 2013 um 16:10 Link zum Kommentar

    Psalm 79 – 81

    Psalm 79 – hatte Asaph zur Zeit der Zerstörung Jerusalems gelebt?

    1 Ein Psalm Asaphs.

    O Gott, es sind Heiden in dein Erbteil eingedrungen! Sie haben deinen heiligen Tempel verunreinigt und Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht!

    2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln des Himmels zur Speise gegeben, das Fleisch deiner Getreuen den wilden Tieren; 3 sie haben ihr Blut vergossen wie Wasser, rings um Jerusalem her, und niemand hat sie begraben.

    4 Wir sind ein Hohn geworden für unsere Nachbarn, zu Spott und Schande denen, die uns umgeben! 5 Wie lange, o Herr ? Willst du ewiglich zürnen? Soll dein Eifer wie Feuer brennen? 6 Gieße deinen Grimm über die Heiden aus, die dich nicht kennen, und über die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen!

    7 Denn man hat Jakob gefressen , und seine Wohnung haben sie verwüstet

    8 Rechne uns nicht die Verschuldungen unserer Vorfahren an; dein Erbarmen komme uns eilends entgegen, denn wir sind sehr geschwächt !

    9 Hilf uns, du Gott unseres Heils, um der Ehre deines Namens willen, und rette uns und vergib uns unsere Sünden um deines Namens willen!

    10 Warum sollen die Heiden sagen: » Wo ist [nun] ihr Gott?«

    Lass unter den Heiden offenbar werden vor unseren Augen die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte! 11 Lass vor dich kommen das Seufzen des Gefangenen; bewahre durch deinen gewaltigen Arm die dem Tod Geweihten, 12 und vergilt unseren Nachbarn siebenfältig in ihren Schoß ihren Hohn, womit sie dich, Herr, verhöhnt haben!

    13 Wir aber, dein Volk und die Schafe deiner Weide , wir wollen dir ewiglich danken und deinen Ruhm erzählen von Geschlecht zu Geschlecht.

    Wieder ein Psalm, der sich so anhört, als sei er nach der Zerstörung im Exil geschrieben.

    Aber wir haben ja im Stoff aus dem Einsichtenbuch gelesen, dass die Psalm von Asaf und seinen Söhnen auch von einem seiner Nachkommen sein könnte – die Linie ging ja weiter.

    weitere Gedanken finden wir hier:

  58. Juleam 5. Juni 2013 um 16:13 Link zum Kommentar

    Psalm 80 – wessen Mauer wird hier niedergerissen?

    1 Dem Vorsänger. Nach der [Melodie] »Lilien«. Ein Zeugnis von Asaph. Ein Psalm.

    2 Du Hirte Israels, höre, der du Joseph führst wie Schafe ; der du thronst über den Cherubim, leuchte hervor !

    3 Erwecke deine Macht vor Ephraim, Benjamin und Manasse, und komme zu unserer Rettung! 4 O Gott, stelle uns wieder her, und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet!

    5 O Herr , Gott der Heerscharen, wie lange noch raucht dein Zorn beim Gebet deines Volkes? 6 Du speist sie mit Tränenbrot und tränkst sie mit einem großen Krug voll Tränen. 7 Du machst uns zum Zankapfel für unsere Nachbarn, und unsere Feinde spotten untereinander.

    8 O Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her; und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet!

    9 Einen Weinstock hast du aus Ägypten herausgebracht; du hast die Heidenvölker vertrieben und ihn gepflanzt. 10 Du machtest Raum vor ihm, dass er Wurzeln schlug und das Land erfüllte ; 11 sein Schatten bedeckte die Berge und seine Ranken die Zedern Gottes; 12 er streckte seine Zweige aus bis ans Meer und seine Schoße bis zum Strom.

    13 Warum hast du nun seine Mauer niedergerissen, dass alle ihn zerpflücken, die vorübergehen?
    14 Der Eber aus dem Wald zerwühlt ihn, und die wilden Tiere des Feldes weiden ihn ab.

    15 O Gott der Heerscharen, kehre doch zurück! Blicke vom Himmel herab und sieh, und nimm dich dieses Weinstocks an 16 und des Setzlings, den deine Rechte gepflanzt , des Sohnes , den du dir großgezogen hast!

    17 Er ist mit Feuer verbrannt , er ist abgeschnitten, vor dem Schelten deines Angesichts sind sie umgekommen!

    18 Deine Hand sei über dem Mann deiner Rechten, Über dem Sohn des Menschen, den du dir großgezogen hast, 19 so werden wir nicht von dir weichen . Belebe uns, so wollen wir deinen Namen anrufen !

    20 O Herr , Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her! Lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet!

    hier finden wir eine Frage dazu und die Antwort:

  59. Juleam 5. Juni 2013 um 16:15 Link zum Kommentar

    Psalm 81 – Jehova ist ein eifernder Gott

    1 Dem Vorsänger. Auf der Gittit. Von Asaph.

    2 Singt fröhlich Gott, der unsere Stärke ist, jauchzt dem Gott Jakobs! 3 Stimmt ein Lied an und nehmt das Tamburin zur Hand, die liebliche Laute samt der Harfe! 4 Stoßt am Neumond in das Horn , am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

    5 Denn das ist eine Satzung für Israel, es ist eine Verordnung des Gottes Jakobs. 6 Er setzte es ein als Zeugnis für Joseph, als er auszog gegen das Land Ägypten . –

    Eine Sprache , die ich nicht kannte, höre ich: 7 »Ich habe die Last von seiner Schulter genommen, seine Hände sind den Tragkorb losgeworden. 8 Als du mich anriefst in der Not, da brachte ich dir Rettung; ich antwortete dir im Donnergewölk und prüfte dich am Haderwasser .

    (Sela.)

    9 Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen ; Israel, wenn du mir doch Gehör schenken wolltest!

    10 Kein anderer Gott soll bei dir sein, und einen fremden Gott bete nicht an! 11 Ich bin der Herr , dein Gott, der dich heraufgeführt hat aus dem Land Ägypten. Tue deinen Mund weit auf, so will ich ihn füllen !

    12 Aber mein Volk hat meiner Stimme nicht gehorcht, und Israel war mir nicht zu Willen. 13 Da gab ich sie dahin in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandelten nach ihrem eigenen Rat.

    14 O dass doch mein Volk mir gehorsam wäre, und Israel in meinen Wegen wandelte! 15 Wie bald wollte ich ihre Feinde demütigen und meine Hand wenden gegen ihre Widersacher!

    16 Die den Herrn hassen, müssten sich ihm schmeichelnd unterwerfen; ihre Zeit aber würde ewiglich währen!

    17 Und Er würde sie mit dem besten Weizen speisen; ja, mit Honig aus dem Felsen würde ich dich sättigen!«

    Ein Lied, das sie an die großen Taten Jehovas erinnern sollte und ihnen beim Singen immer wieder vor Augen führen, dass ihr Gott Jehova ein eifernder Gott ist.

    weitere Gedanken finden wir hier:

  60. Juleam 5. Juni 2013 um 16:23 Link zum Kommentar

    Psalm 82 – 84

    Psalm 82 – wenn die Verantwortlichen auf allen Augen blind und allen Ohren taub sind

    1 Ein Psalm Asaphs.

    Gott steht in der Gottesversammlung , inmitten der Mächtigen richtet er:

    2 »Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person des Gottlosen ansehen ?

    (Sela.)

    3 Schafft Recht dem Geringen und der Waise, den Elenden und Armen lasst Gerechtigkeit widerfahren! 4 Befreit den Geringen und Bedürftigen, errettet ihn aus der Hand der Gottlosen!«

    5 Aber sie erkennen nichts und verstehen nichts, sondern wandeln in der Finsternis ; es wanken alle Grundfesten der Erde!

    6 »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter und allesamt Söhne des Höchsten; 7 dennoch sollt ihr sterben wie ein Mensch und fallen wie einer der Fürsten!«

    8 Mache dich auf, o Gott, richte die Erde; denn du bist Erbherr über alle Völker!

    weitere Gedanken finden wir hier:

  61. Juleam 5. Juni 2013 um 16:29 Link zum Kommentar

    Psalm 83 – „Die Wohnung Jehovas in Besitz nehmen“

    1 Ein Psalmlied; von Asaph.

    2 Bleibe nicht ruhig, o Gott, schweige nicht und sei nicht still, o Gott!

    3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. 4 Sie machen listige Anschläge gegen dein Volk, verabreden sich gegen deine Schutzbefohlenen . 5 Sie sprechen: »Kommt, wir wollen sie vertilgen, dass sie kein Volk mehr seien, dass an den Namen Israel nicht mehr gedacht werde!«

    6 Ja, sie haben einen einmütigen Beschluss gefasst, sie haben einen Bund gegen dich geschlossen: 7 die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hagariter , 8 Gebal und Ammon und Amalek , das Philisterland samt den Bewohnern von Tyrus. 9 Auch Assur hat sich ihnen angeschlossen und ist den Söhnen Lots ein Beistand geworden.

    (Sela.)

    10 Mach es mit ihnen wie mit Midian , wie mit Sisera, wie mit Jabin am Bach Kison, 11 die vertilgt wurden in Endor , zu Dünger wurden fürs Ackerfeld!

    12 Mache ihre Edlen wie Oreb und Seb, wie Sebach und Zalmunna alle ihre Fürsten, 13 sie, die sagen: »Wir wollen für uns in Besitz nehmen die Wohnungen Gottes!«

    14 Mein Gott, lass sie sein wie ein Blätterwirbel, mache sie wie Stoppeln vor dem Wind! 15 Wie ein Feuer, das den Wald verbrennt, und wie eine Flamme, welche die Berge versengt, 16 so verfolge sie mit deinem Ungewitter und schrecke sie mit deinem Sturmwind!

    17 Bedecke ihr Angesicht mit Schande , dass sie nach deinem Namen fragen , o Herr ! 18 Lass sie beschämt und erschreckt werden für immer, lass sie schamrot werden und umkommen, 19 damit sie erkennen, dass du, dessen Name Herr ist, allein der Höchste bist über die ganze Erde!

    „Die Wohnung Jehovas in Besitz nehmen“ – das war diese Tage ein Suchbegriff, mit dem jemand über Google auf unseren Blog gekommen ist (Kommentar vom 25. Mai). Bei der Rückverfolgung ist Thom darauf gestoßen, dass jemand wegen einem WT-Artikel danach gesucht hatte. Es handelte sich um den Studienartikel diese Woche „Jehova, unser Zuhause“, wo unter anderem die Frage behandelt wird, woran sich zeigt, dass wir Jehova zu unserer „wirklichen Wohnung“ gemacht haben. Allerdings verstehe ich nicht, wie man damit bei den Notizen zum letzten BZK landen konnte 😉

    Der Suchbegriff passt eher hier zu diesem Psalm, wir hatten ja in den vergangenen Jahren bereits einiges dazu herausgesucht, was es bedeutet, die Wohnung Jehovas in Besitz zu nehmen.

    Falls dich der Studienartikel interessiert, kannst du ihn im WT vom 15.03.2013 nachlesen: „Jehova unser Zuhause“

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  62. Juleam 5. Juni 2013 um 16:33 Link zum Kommentar

    Psalm 84 – das Tal der Tränen, durch das wir gehen, zu lauter Quellen machen

    1 Dem Vorsänger. Auf der Gittit. Von den Söhnen Korahs. Ein Psalm.

    2 Wie lieblich sind deine Wohnungen , o Herr der Heerscharen! 3 Meine Seele verlangte und sehnte sich nach den Vorhöfen des Herrn ; nun jubeln mein Herz und mein Leib dem lebendigen Gott zu!

    4 Hat doch der Sperling ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hinlegen kann: deine Altäre , o Herr der Heerscharen, mein König und mein Gott! 5 Wohl denen, die in deinem Haus wohnen ; sie preisen dich allezeit!

    (Sela.)

    6 Wohl dem Menschen, dessen Stärke in dir liegt, [wohl denen], in deren Herzen gebahnte Wege sind!

    7 Wenn solche durch das Tal der Tränen gehen, machen sie es zu lauter Quellen , und der Frühregen bedeckt es mit Segen . 8 Sie schreiten von Kraft zu Kraft, erscheinen vor Gott in Zion.

    9 Herr , Gott der Heerscharen , höre mein Gebet; du Gott Jakobs , achte darauf!

    (Sela.)

    10 O Gott, unser Schild , sieh doch; blicke auf das Angesicht deines Gesalbten ! 11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle im Haus meines Gottes stehen, als wohnen in den Zelten der Gottlosen!

    12 Denn Gott, der Herr , ist Sonne und Schild ; der Herr gibt Gnade und Herrlichkeit , wer in Lauterkeit wandelt, dem versagt er nichts Gutes .

    13 O Herr der Heerscharen, wohl dem Menschen, der auf dich vertraut!

    einige Gedanken aus den Vorjahren dazu finden wir hier:

  63. Juleam 5. Juni 2013 um 16:39 Link zum Kommentar

    Psalm 85 – 87

    Psalm 85 – haben wir Frieden mit unserem Gott?

    1 Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs. Ein Psalm.

    2 Herr , du hast deinem Land [einst] Gnade gewährt, hast das Geschick Jakobs gewendet , 3 hast vergeben die Schuld deines Volkes, hast alle ihre Sünde zugedeckt.

    (Sela.)

    4 Du hast all deinen Grimm hinweggetan, hast dich abgewandt von der Glut deines Zornes: 5 so stelle uns wieder her, du Gott unsres Heils, lass ab von deinem Unmut gegen uns!

    6 Oder willst du ewig mit uns zürnen, deinen Zorn währen lassen von Geschlecht zu Geschlecht? 7 Willst du uns nicht wieder neu beleben , damit dein Volk sich an dir erfreuen kann?

    8 Herr , lass uns deine Gnade schauen und schenke uns dein Heil!

    9 Ich will hören , was Gott, der Herr , reden wird; denn er wird Frieden zusagen seinem Volk und seinen Getreuen – nur dass sie sich nicht wieder zur Torheit wenden!

    10 Gewiss ist seine Rettung denen nahe, die ihn fürchten, damit die Herrlichkeit in unserem Land wohne.

    11 Gnade und Wahrheit sind einander begegnet, Gerechtigkeit und Friede haben sich geküsst. 12 Die Wahrheit wird aus der Erde sprossen und Gerechtigkeit vom Himmel herabschauen.

    13 Dann wird der Herr auch das Gute geben, und unser Land wird seinen Ertrag abwerfen; 14 Gerechtigkeit wird vor Ihm hergehen und den Weg bereiten für seine Tritte .

    hier finden wir einige Gedanken aus den Vorjahren dazu:

  64. Juleam 5. Juni 2013 um 16:45 Link zum Kommentar

    Psalm 86 – Gottes unverdiente Güte – die stärkste Motivation!

    1 Ein Gebet Davids.

    Neige dein Ohr , o Herr , und erhöre mich, denn ich bin elend und arm ; 2 bewahre meine Seele , denn ich bin dir zugetan; hilf du, mein Gott, deinem Knecht, der sich auf dich verlässt!

    3 Sei mir gnädig , o Herr; denn zu dir rufe ich allezeit! 4 Erfreue die Seele deines Knechtes; denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele!

    5 Denn du, Herr, bist gut und vergibst gern; und du bist reich an Gnade für alle, die dich anrufen .

    6 Vernimm, o Herr , mein Gebet, und achte auf die Stimme meines Flehens! 7 Am Tag meiner Not rufe ich dich an, denn du erhörst mich.

    8 Dir, Herr, ist keiner gleich unter den Göttern, und nichts gleicht deinen Werken ! 9 Alle Völker , die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, o Herr, und deinem Namen Ehre geben; 10 denn du bist groß und tust Wunder , du bist Gott, du allein !

    11 Weise mir, Herr, deinen Weg, damit ich wandle in deiner Wahrheit; richte mein Herz auf das eine, dass ich deinen Namen fürchte ! 12 Ich will dich preisen, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen, und deinem Namen Ehre erweisen auf ewig.

    13 Denn deine Gnade ist groß über mir , und du hast meine Seele errettet aus der Tiefe des Totenreichs.

    14 O Gott, es sind Vermessene gegen mich aufgestanden, und eine Rotte von Gewalttätigen trachtet mir nach dem Leben; sie haben dich nicht vor Augen.

    15 Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue. 16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig ! Verleihe deinem Knecht deine Stärke , und hilf dem Sohn deiner Magd! 17 Tue an mir ein Zeichen zum Guten, damit meine Hasser es zu ihrer Beschämung sehen, dass du, Herr , mir geholfen und mich getröstet hast.

    In dem älteren WT-Artikel, den Thom da vor einigen Jahren rein kopiert hat, wird gesagt, dass es besonders in den Psalmen um Gottes Güte geht. Auch hier in Psalm 86 wieder.

    Dies zeigt aber auch, dass der Begriff der unverdienten Güte bereits auch in den Zeiten vor Jesus dem Volk Gottes bekannt war. Denn sie hatten mit Jehova einen Bund, unter dem sie sein Gesetz halten mussten. Aber dieses konnte niemand völlig einhalten – es sollte ihnen die Notwendigkeit des Messias vor Augen führen.

    David selbst sagt hier, dass er immer wieder gefehlt hat und wie sehr es ihn begeistert, dass Jehova ihn dennoch nicht verwirft, sondern ihm Gnade und Güte erweist. Eine Güte, die er nicht verdient hat.

    Darum bittet er Jehova, ihm zu helfen, die richtige Einstellung zu entwickeln und zu bewahren – weil er durch diese unverdiente Güte so begeistert und dankbar für das ist, was Jehova mit ihm tut.

    Genau dies ist ja der Gedanke der unverdienten Güte – die begeisternde Gute Botschaft der Evangelien und die das Christentum ausmacht!

    weitere Gedanken aus den Vorjahren zu diesem Psalm finden wir hier:

  65. Juleam 5. Juni 2013 um 16:55 Link zum Kommentar

    Psalm 87 – “Alle meine Quellen sind in dir”

    1 Von den Söhnen Korahs. Ein Psalmlied.

    Er hat sie gegründet auf heiligen Bergen ; 2 der Herr liebt die Tore Zions mehr als alle Wohnungen Jakobs. 3 Herrliches ist über dich verheißen, du Stadt Gottes!

    (Sela.)

    4 Ich nenne Rahab und Babel denen, die mich kennen; siehe, Philisterland und Tyrus und Kusch : »Dieser ist dort geboren .« 5 Aber von Zion wird man sagen: »Mann für Mann ist in ihr geboren«, und der Höchste selbst wird sie befestigen. 6 Der Herr wird zählen, wenn er die Völker verzeichnet : »Dieser ist dort geboren.«

    (Sela.)

    7 Und sie singen beim Reigen: »Alle meine Quellen sind in dir!«

    Hierzu fällt mir eine Ansprache von Johannes Hartl ein, die wir in den letzten Tagen gehört haben. Es ging um Die Kraft heiliger Faszination”, wo Jesus zu der Samariterin am Brunnen spricht. Er geht in einem der beiden Teile (leider weiss ich nicht mehr genau in welchem) darauf ein, dass dieses Wasser, das Jesus der Frau geben will, kein totes, stehendes Wasser ist, sondern etwas lebendiges!

    Auch unsere lebendigen Quellen sind in unserem Gott und seinem Sohn Jesus Christus. Wir können sie in unser Leben lassen, wenn wir in SEINEM Wort lesen und uns unter Gebet seinem heiligen Geist öffnen und diesen in uns wirken lassen.

    Nutzen wir diese lebendigen Quellen?

    einige Gedanken der Vorjahre finden wir hier:

  66. Juleam 5. Juni 2013 um 17:05 Link zum Kommentar

    Psalm 88 – 90

    Psalm 88 – könnte glatt von Hiob stammen

    1 Ein Psalmlied. Von den Söhnen Korahs. Dem Vorsänger. Nach Machalat-Leannot . Ein Maskil Hemans, des Esrachiters.

    2 O Herr , du Gott meines Heils , ich schreie Tag und Nacht vor dir! 3 Lass mein Gebet vor dich kommen, neige dein Ohr zu meinem Flehen!

    4 Denn meine Seele ist gesättigt vom Leiden, und mein Leben ist dem Totenreich nahe . 5 Ich werde schon zu denen gerechnet, die in die Grube hinabfahren; ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat. 6 Ich liege unter den Toten, bin den Erschlagenen gleich, die im Grab ruhen, an die du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgeschnitten sind. 7 Du hast mich in die unterste Grube gelegt, in die Finsternis, in die Tiefen.

    8 Auf mir lastet dein Grimm , und du bedrängst mich mit allen deinen Wogen .

    (Sela.)

    9 Du hast meine Bekannten von mir entfremdet , du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht; ich bin eingeschlossen und kann nicht heraus .

    10 Mein Auge ist verschmachtet vor Elend; ich rufe dich, Herr , täglich an, strecke meine Hände aus nach dir. 11 Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Schatten auferstehen und dich preisen ?

    (Sela.)

    12 Wird man im Grab deine Gnade verkündigen, deine Wahrheit im Abgrund ? 13 Werden deine Wunder in der Finsternis bekannt, deine Gerechtigkeit im Land der Vergessenheit?

    14 Ich aber schreie zu dir, Herr , und am Morgen kommt dir mein Gebet entgegen.

    15 Warum, o Herr , verwirfst du meine Seele, verbirgst dein Angesicht vor mir? 16 Von Jugend auf bin ich elend und dem Tod nahe, ich trage deine Schrecken und weiß mir keinen Rat.

    17 Deine Zorngerichte ergehen über mich, deine Schrecknisse vernichten mich. 18 Sie umgeben mich wie Wasser den ganzen Tag, sie umringen mich allesamt.

    19 Freunde und Gefährten hast du von mir weggetan, meine Vertrauten [in die] Finsternis.

    Das hört sich fast so an, als wäre es von Hiob. Hier finden wir einige Gedanken dazu aus den Vorjahren:

  67. Juleam 5. Juni 2013 um 17:08 Link zum Kommentar

    Psalm 89 – wieder einmal geht es um unser Verhältnis zu Jehova Gott

    1 Ein Maskil. Von Etan, dem Esrachiter.

    2 Die Gnadenerweise des Herrn will ich ewiglich besingen, von Geschlecht zu Geschlecht deine Treue mit meinem Mund verkünden. 3 Ich sage: Auf ewig wird die Gnade gebaut, deine Treue gründest du fest in den Himmeln:

    4 »Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten , habe meinem Knecht David geschworen: 5 Auf ewig will ich deinen Samen fest gründen und für alle Geschlechter deinen Thron bauen!«

    (Sela.)

    6 Und die Himmel werden deine Wundertat preisen , o Herr , ja, deine Treue in der Gemeinde der Heiligen!

    7 Denn wer in den Wolken ist dem Herrn zu vergleichen , wer ist dem Herrn ähnlich unter den Göttersöhnen ? 8 Gott ist sehr gefürchtet im Kreis der Heiligen und furchtgebietend über alle um ihn her.

    9 O Herr , Gott der Heerscharen, wer ist mächtig wie du, Herr ? Und deine Treue ist um dich her!

    10 Du beherrschst das ungestüme Meer; wenn sich seine Wogen erheben, so stillst du sie. 11 Du hast Rahab zermalmt wie einen Erschlagenen, deine Feinde zerstreut mit deinem starken Arm .

    12 Dein sind die Himmel, dir gehört auch die Erde, der Erdkreis und was ihn erfüllt; du hast es alles gegründet. 13 Norden und Süden hast du erschaffen , Tabor und Hermon jauchzen über deinen Namen. 14 Du hast einen Arm voll Kraft; stark ist deine Hand, hoch erhoben deine Rechte.

    15 Recht und Gerechtigkeit sind die Grundfeste deines Thrones, Gnade und Wahrheit gehen vor deinem Angesicht her.

    16 Wohl dem Volk, das den Jubelschall kennt! O Herr , im Licht deines Angesichts wandeln sie; 17 Über deinen Namen frohlocken sie allezeit, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht; 18 denn du bist ihr mächtiger Ruhm, und durch deine Gnade wird unser Horn erhöht.

    19 Denn der Herr ist unser Schild , ja, der Heilige Israels ist unser König .

    20 Damals hast du durch ein Gesicht geredet mit deinem Getreuen, und gesprochen: »Ich habe die Hilfe einem Helden übertragen, einen Auserwählten aus dem Volk erhöht; 21 ich habe meinen Knecht David gefunden und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt . 22 Meine Hand soll beständig mit ihm sein, und mein Arm soll ihn stärken. 23 Kein Feind soll ihn überlisten, und der Sohn der Ungerechtigkeit soll ihn nicht unterdrücken; 24 sondern ich will seine Widersacher vor ihm zermalmen und niederstoßen, die ihn hassen.

    25 Und meine Treue und meine Gnade sollen mit ihm sein, und in meinem Namen soll sein Horn erhöht werden.

    26 Und ich will seine Hand auf das Meer legen und seine Rechte auf die Ströme. 27 Er wird zu mir rufen: Du bist mein Vater , mein Gott und der Fels meines Heils! 28 Und ich will ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten der Könige auf Erden. 29 Auf ewig bewahre ich ihm meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben. 30 Und ich setze seinen Samen auf ewig ein und mache seinen Thron wie die Tage des Himmels

    31 Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht in meinen Verordnungen wandeln , 32 wenn sie meine Satzungen entheiligen und meine Gebote nicht beachten, 33 so will ich ihre Abtrünnigkeit mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Schlägen; 34 aber meine Gnade will ich ihm nicht entziehen und meine Treue nicht verleugnen; 35 meinen Bund will ich nicht ungültig machen und nicht ändern , was über meine Lippen gekommen ist.

    36 Einmal habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen; niemals werde ich David belügen! 37 Sein Same soll ewig bleiben und sein Thron wie die Sonne vor mir; 38 wie der Mond soll er ewig bestehen, und wie der Zeuge in den Wolken zuverlässig sein!«

    (Sela.)

    39 Und doch hast du verstoßen und verworfen und bist zornig geworden über deinen Gesalbten ; 40 du hast den Bund mit deinem Knecht preisgegeben und trittst seine Krone zu Boden; 41 du hast alle seine Mauern niedergerissen und seine Festungen in Trümmer gelegt. 42 Es berauben ihn alle, die vorüberziehen; er ist seinen Nachbarn zum Gespött geworden. 43 Du hast die rechte Hand seiner Widersacher erhöht, hast allen seinen Feinden Freude gemacht; 44 du ließest sein scharfes Schwert zurückweichen und schenktest ihm keinen Sieg im Krieg; 45 du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden gestürzt; 46 du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn mit Schande bedeckt.

    (Sela.)

    47 Wie lange, o Herr , willst du dich ständig verbergen, soll dein Zorn wie Feuer brennen?

    48 Gedenke, wie kurz meine Lebenszeit ist! Wie vergänglich hast du alle Menschenkinder erschaffen! 49 Wer ist der Mann, der lebt und den Tod nicht sehen muss, und der seine Seele erretten könnte aus der Gewalt des Totenreichs?

    (Sela.)

    50 Wo sind, o Herr, deine früheren Gnadenerweise, die du dem David in deiner Treue zugeschworen hast? 51 Gedenke , o Herr, an die Schmach , die deinen Knechten angetan wird, die ich in meinem Gewand trage von all den vielen Völkern, 52 mit der deine Feinde dich, Herr , schmähen , mit der sie schmähen die Fußstapfen deines Gesalbten!

    53 Gepriesen sei der Herr ewiglich! Amen, ja, Amen!

    Hier lesen wir, warum Jehova David nach dem Ehebruch mit Bathseba nicht zu Tode brachte: es ging um den Bund, den ER mit ihm geschlossen hatte. So strafte er ihn „nur“.

    einige Gedanken aus den Vorjahren zu diesem Psalm finden wir hier:

    weiter geht es mit dem Vierten Buch der Psalmen

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