Hiob

Gerard Seghers, (1591-1651), Der leidende Hiob/Hiob und die Freunde und seine Frau

thematische Verlinkung der einzelnen Gedanken nach Kapiteln

Thomas 1. Juni 2009 140 Kommentare Trackback URI Comments RSS

140 Kommentare zu “Hiob”

  1. Thomasam 16. Januar 2009 um 07:34 Link zum Kommentar

    Hiob 1-4

    Hiob 1:1 . . .

    Es war da ein Mann im Land Uz, dessen Name Hiob war; und dieser Mann erwies sich als untadelig und rechtschaffen und gottesfürchtig und von Schlechtem weichend.

    Hiob 1:6

    Nun kam der Tag herbei, an dem die Söhne des [wahren] Gottes hineingingen, um sich vor Jehova zu stellen, und auch Satan begab sich dann mitten unter ihnen hinein.”

    Interessant, dass das Geschöpf, dass hier mit Satan bezeichnet wird, sich ebenfalls in die Versammlung begab und dort Rederecht erhielt. Sollten wir heute annehmen, dass dies in der Versammlung/Kirche nicht mehr der Fall sein könnte? Laut Offenbarung ist dem Satan der Zugang zum Himmel seit einigen Jahren versperrt, aber er und seine Helfershelfer bewegen sich auf der Erde – und zwar dorthin wohin SIE WOLLEN.

    Hiob 1:7-12

    7 Da sprach Jehova zu Satan: „Woher kommst du?“ Satan antwortete darauf Jehova und sagte: „Vom Umherstreifen auf der Erde und vom Umherwandeln auf ihr.“ 8 Und Jehova sprach weiter zu Satan: „Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, daß es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend?“ 9 Darauf antwortete Satan Jehova und sagte: „Ist es etwa umsonst, daß Hiob Gott gefürchtet hat? 10 Hast nicht du selbst um ihn und um sein Haus und um alles, was er hat, ringsum eine Hecke aufgerichtet? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und sein Viehbestand, er hat sich ausgebreitet auf der Erde. 11 Aber zur Abwechslung strecke bitte deine Hand aus, und taste alles an, was er hat, [und sieh,] ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“ 12 Daher sprach Jehova zu Satan: „Siehe! Alles, was er hat, ist in deiner Hand. Nur gegen ihn selbst strecke deine Hand nicht aus!“ Da ging Satan hinaus, von der Person Jehovas hinweg.

    Was sehen wir? Der Satan ist ein notorischer Lügner und ein notorischer Mörder, der versucht Unruhe und Unfrieden zu stiften. Nutzte er die Möglichkeit, Hiob anzugreifen? aber ja, und zwar ermordete er die Diener von Hiob, die Tiere von Hiob und die Kinder von Hiob!

    Bei der Ermordung der Kinder Hiobs ging er sogar soweit, sich der Naturgewalt Wind zu mißbrauche, so dass für alle umstehenden Beobachter der Eindruck entstehen musste, dass der Schöpfer selbst sich gegen Hiob gewandt hätte, ja das der Allmächtige den Tod zu verantworten hätte! Kannst du dir das vorstellen?

    Aber das war dem Saten nicht genug. Es heißt gemäß Hiob 2:2-6 weiter

    Da sprach Jehova zu Satan: „Von woher kommst du denn?“ Satan antwortete darauf Jehova und sagte: „Vom Umherstreifen auf der Erde und vom Umherwandeln auf ihr.“ 3 Und Jehova sprach weiter zu Satan: „Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, daß es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend? Auch hält er noch an seiner unversehrten Lauterkeit fest, obwohl du mich gegen ihn reizt, ihn ohne Ursache zu verschlingen.“ 4 Aber Satan antwortete Jehova und sagte: „Haut um Haut, und alles, was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben. 5 Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus, und rühre an sein Gebein und sein Fleisch, [und sieh,] ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“ 6 Daher sprach Jehova zu Satan: „Da ist er in deiner Hand! Nur auf seine Seele gib acht!“

    Ist er nicht ungemeint schrecklich? Es war ihm nicht genug! Seine Diener auf der Erde haben den selben Drang, andere zu zerstören, und tun dies leider auch zur Genüge!

    Können wir uns in Hiob hineinversetzen, wie er völlig enttäuscht in der Ecke sitzt und die Welt nicht mehr versteht? Obwohl er alles verloren hat, und glaubt, dass der Allmächtige an allem Schuld wäre, sagt er

    „Sollen wir nur, was gut ist, von dem [wahren] Gott annehmen und nicht auch annehmen, was schlecht ist?“

    Sind wir auch so eingestellt, alle Dinge so anzunehmen und nicht zu klagen?

    Aber wir sehen auch, dass Entmutigung und Depressionen eine normale Reaktion auf solche Angriffe sein können. Denn Hiob verfällt in diese. Er meint, dass es besser wäre, nicht geboren zu sein…

    Nun kommt ein geschickter Schachzug: nachdem Hiobs bester Freund – seine Frau ihn verlassen hat, kommen “drei Freunde”, die ihm das Leben noch schwerer machen!

    In Kapitel 4 kommt Eliphas zu Wort – ein Dämonenanbeter, der von einer Vision berichtet:

    (Hiob 4:17-18) . . .[Der] sterbliche Mensch — kann er gerechter sein als Gott selbst? Oder kann ein kräftiger Mann reiner sein als der, der ihn gemacht hat?‘ 18 Siehe! An seine Diener glaubt er nicht, Und seinen Boten/Engeln legt er Mängel zur Last

    Nun hatten die bösen Engel ja sich gegen den Willen ihres Vaters aufgelehnt – und nun behaupten diese, dass der Schöpfer ihnen Mängel zur Last legt? Wenn das der Fall sein sollte, so hatte er wohl das Recht dazu!?! Nun greift er den Schöpfer an, und meint, dass dieser den Menschen nicht achten würde

    19Wieviel mehr so denen, die in Lehmhäusern wohnen, Deren Grund im Staub ist! Man zermalmt sie schneller als eine Motte. 20 Vom Morgen bis zum Abend werden sie zerschlagen; Ohne daß jemand [es zu Herzen] nimmt, kommen sie um für immer.

    Verdreht wird das böse Verhalten des Widersachers so dargestellt, als wenn der liebevolle Schöpfer daran Schuld wäre. Wie wirken solche Worte auf uns? Kennen wir den Schöpfer gut genug, um uns nicht in die Irre führen zu lassen?

  2. Juleam 16. Januar 2009 um 08:50 Link zum Kommentar

    aus einem Studienartikel der im November studiert worden ist:

    In der Ehe die „dreifache Schnur“ bewahren
    Bei Schwierigkeiten

    14 Auch wenn uns die obigen Empfehlungen nicht unbedingt neu oder einmalig vorkommen mögen, spricht sicher nichts dagegen, mit dem Ehepartner ganz offen darüber zu reden. Überlegt einmal, ob es in eurer Ehe irgendetwas gibt, worauf ihr euch besonders konzentrieren solltet. In der Bibel wird offen zugegeben, dass man selbst dann „Drangsal im Fleisch haben“ wird, wenn man Gott in seine Ehe einbezieht (1. Kor. 7:28). Die menschliche Unvollkommenheit, der schlechte Einfluss der zügellosen Welt und die Fallstricke des Teufels können bewirken, dass sogar Ehen von treuen Dienern Gottes sehr belastet werden (2. Kor. 2:11). Jehova befähigt uns jedoch, mit solchen Belastungen fertig zu werden. Das zeigt das Beispiel des treuen Hiob, der nicht nur seinen Viehbestand und seine Diener, sondern auch sämtliche Kinder verlor. Wie reagierte er darauf? „In all diesem sündigte Hiob nicht, noch schrieb er Gott irgendetwas Ungebührliches zu“, heißt es in der Bibel (Hiob 1:13-22).

    15 Ganz anders Hiobs Frau. Sie sagte zu ihm: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“ (Hiob 2:9). Ein tragisches Geschehen oder andere schwierige Umstände und das daraus resultierende Gefühlschaos können jemand durchaus dazu bringen, unvernünftig zu handeln. „Allein Bedrückung kann bewirken, dass ein Weiser unsinnig handelt“, beobachtete ein kluger Mann (Pred. 7:7).

    Versuchen wir, ruhig zu bleiben, wenn unser Ehepartner bedingt durch schwierige Umstände oder „Bedrückung“ verletzende Worte äußert. Würden wir genauso hart reagieren, könnten Worte fallen, die die Situation noch verschlimmern. (Lies Psalm 37:8.)

    Gehen wir daher über „unsinniges Gerede“ aufgrund von Enttäuschung oder Frustration einfach hinweg (Hiob 6:3).

  3. Juleam 16. Januar 2009 um 08:52 Link zum Kommentar

    Hiob 1 – 4

    Hiob 3:11-17

    11 Warum starb ich vom Mutterschoß nicht weg?
    [Warum] kam ich aus dem Leib hervor und verschied dann [nicht]?

    12 Warum kamen Knie mir entgegen
    Und warum Brüste, daß ich saugen sollte?

    13 Denn nun hätte ich dagelegen, daß ich ungestört wäre;
    Dann hätte ich geschlafen; ich hätte Ruhe
    14 Mit Königen und Ratgebern der Erde,
    Denen, die öde Stätten für sich bauen,
    15 Oder mit Fürsten, die Gold haben,
    Denen, die ihre Häuser mit Silber füllen;
    16 Oder gleich einer versteckten Fehlgeburt wäre ich nicht ins Dasein gekommen,
    Kindern gleich, die das Licht nicht gesehen haben.

    17 Dort lassen die Bösen selbst ab von Erregung,
    Und dort haben die an Kraft Erschöpften Ruhe.

    endlich!

  4. Thomasam 17. Januar 2009 um 07:34 Link zum Kommentar

    Hiob 5-7

    in Kapitel 5 setzt Eliphas seine Rede fort. Er behauptet, dass hiob ja nur zu Gott oder einem Engel (Vers1) um Hilfe rufen brauche, und wenn er sich demütigen würde, würde es ihm wieder besser gehen. Er sagt, dass Gott seine Diener aus allen Notsituationen befreien würde. Ob er sich darauf bezieht, was Gott bis dahin für seine Diener getan hatte – mit seinen Diener Abraham, Isaak und Joseph? Wie gestern schon geschrieben, spricht er falsch über den Schöpfer.

    So ähnlich wird auch heute agumentiert: Gottes wahre Anbeter stehen unter seinem Schutz, was für viele bedeutet, dass Gott die treuen Anbeter als einzelne vor jeglichen Schaden bewahren würde. Doch dieser Gedanke stammt nicht von Gott, sondern von seinem Widersacher, der damit uns brechen will. Hiob ging es schlecht, und wenn er nun gedacht hätte, dass Gott ihn verworfen hätte, wäre der Widersacher einen großen Schritt weiter gewesen. (Siehe Matth. 4:6).
    Hiob reagiert auf die Rede Eliphas mit Enttäuschung und Verzweiflung. Hiob will einfach nur noch sterben, weil er denkt, dass Jehova gegen ihn ist “Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir deren brenndendes Gift meinen Geist in sich einsaugt” 7:21

    “Warum verzeihst du nicht meine Übertretung und übersiehst mein Versehen?”

    Ähnliche Vorgehensweise auch heute: zuerst werden die Familien zerstört, durch Angriffe von außen oder durch künstliche Probleme von innen heraus – und dann werden mit falschen Anschuldigungen der Glaube zerstört, wenn dann möglich. Wie sieht es heute aus? Stimmst du mit folgenden Worten überein

    … die Bösen sprossen wie die Pflanzenwelt und alle, die Schädiches treiben, blühen.

    bzw.

    die Gottlosen spreossen wie Gras und alle Übeltäter blühen

    so fühlen wir uns wohl auch – wie Hiob kann man an der scheinbar auswegslosen Situation verzweifeln. Am Besten man hält dann als Ehepaar, Familie und Freunde zusammen, anstatt dort seine Feinde zu vermuten und alles zu zerschlagen.

  5. Juleam 17. Januar 2009 um 13:59 Link zum Kommentar

    Hiob 5 – 7

    Hiob 6:8-10

    O daß meine Bitte einträfe
    Und daß Gott meine Hoffnung auch gewährte!

    9 Und daß Gott sich doch entschlösse und mich zermalmte,
    Daß er seine Hand lösen und mich abschneiden würde!

    10 Selbst das wäre noch mein Trost;
    Und ich würde hüpfen [vor Freude] in [meinen] Wehen,

    tja, wohl besser als garkeine Hoffnung, oder?

    7:11

    11 Auch ich, ich werde meinen Mund nicht zurückhalten.
    Ich will reden in der Bedrängnis meines Geistes;
    Ich will mich mit der Bitterkeit meiner Seele befassen!

  6. Thomasam 18. Januar 2009 um 07:34 Link zum Kommentar

    Hiob 8-10

    “Dir geht es schlecht? Dann bist du selber Schuld, denn Gott würd es nie zulassen” ;-(
    Die “Ermunterungen” bringen Hiob soweit, dass er sich fragt, warum er lebt. Aber Hiob erkennt an, dass der Schöpfer alles in seiner Hand hat, dass er Sonne und Erde befiehlt. Er fordert vom Schöpfer “Erkläre mich nicht für schuldig. Laß mich erkennen, warum es ist, dass du mit mir streitest.”

    Wir wissen heute, warum es Hiob schlecht erging – dass Jehova nicht daran Schuld war. Aber wenn es uns heute schlecht geht, neigen auch wir heute dazu, mit dem Schöpfer zu hadern.
    Was aber, wenn wir bei anderen Menschen sehen, wie diese leiden? Sind wir dann wie Hiobs “Freunde” davon überzeugt, dass der Leidende Schuld hätte an seiner Situation? Sind wir wirkliche Tröster, oder machen wir uns zum willigen Werkzeug des Gegners?

  7. Juleam 18. Januar 2009 um 14:03 Link zum Kommentar

    Hiob 8 – 10

    Kapitel 8

    4 Wenn deine eigenen Söhne gegen ihn gesündigt haben,
    So daß er sie in die Hand ihrer Auflehnung geraten läßt,

    ja, ja, Hiobs Söhne sind gestorben, weil sie gegen Jehova gesündigt habe und er sie deshalb vernichtet hat, ebenso wie die beiden ältesten Söhne von Juda.

    Und Hiob muss leiden, weil er selbst auch schlecht gehandelt hat, darum straft ihn Gott und er ist nunmal selbst Schuld an dem, was ihm gerade widerfährt.

    5 Wenn du selbst nach Gott ausschauen wirst
    Und [wenn] du den Allmächtigen um Gunst anflehen wirst,
    6 Wenn du lauter und rechtschaffen bist,
    So würde er jetzt für dich erwachen,
    Und er würde bestimmt deinen gerechten Aufenthaltsort wiederherstellen.

    Denn, wir wissen ja: wer Jehova treu dient, der wird mit tollem Segen belohnt und wer ihm nicht dient, der wird halt vernichtet.

    12 Während es noch in seiner Knospe ist, nicht abgepflückt,
    Ja vor allem anderen Gras wird es verdorren.

    13 So sind die Pfade all derer, die Gott vergessen,
    Und selbst die Hoffnung eines Abtrünnigen wird vergehen,

    Also ganz eindeutig, oder? Wer ein ruhiges gutes Leben hat und in materiellen Dingen gut ausgesorgt hat, der hat Jehovas Wohlgefallen – wem es schlecht geht, wer wenig Materielles hat (halt nur das Lebensnotwendige), der wird von Jehova verflucht.

    Tja, liebe Leute, wir sind Jehova echt nicht mehr wohlgefällig, das sieht man ja wohl daran, unter welchen bedrückenden Umständen wir momentan leben.

    Das steht doch schon so in der Bibel, also wird es doch stimmen!

    Jawohl, das steht schon in der Bibel. Aber in der Bibel steht auch „es gibt keinen Gott“. Hm, hä???

    Hier erkennen wir, wie wichtig es ist, den Zusammenhang zu sehen und zu sehen, wer hier zu wem spricht und mit welchem Ziel.

    Nach Aussage des Bezirksaufsehers beim einem Kreiskongress waren die drei falschen Freunde alle Dämonenanbeter…

    noch Fragen?

  8. Juleam 18. Januar 2009 um 14:10 Link zum Kommentar

    Hiob 8:6

    Wenn du lauter und rechtschaffen bist,
    So würde er jetzt für dich erwachen,
    Und er würde bestimmt deinen gerechten Aufenthaltsort wiederherstellen.

    kommt uns das irgendwie bekannt vor?

    Genau das hatte ich gehofft und geglaubt, dass Jehova für uns einschreiten würde, ja, dass er uns das sogar schuldig wäre. Nach dem Urteil bin ich nicht mehr klar gekommen, habe heftig mit Jehova gehadert, weil „das geht doch net, dass er das zulässt und die Schadenstifter damit durchkommen“

    Wie der Bezirksaufseher in einem seiner Vorträge sagte, ist so eine Reaktion, so ein Empfinden völlig normal. Nur: wir dürfen in diesem Zustand nicht verharren, denn sonst werden wir entmutigt und wir werden geschwächt.

    Gut, wenn man dann gute Freunde hat, die kommen um einem Trost zu spenden.

    Manchmal ist dann das, was sie uns sagen, nicht wirklich tröstlich…

    Bei Hiob haben die Tröster ihr Ziel erreicht. Hiob war wirklich entmutigt und fragte sich, warum Jehova ihn so straft. Er kramt in seiner Erinnerung nach Dingen, die er getan haben könnte, die seinen Gott vielleicht erzürnt hätten. Aber er findet nichts und so fängt er an, mit Gott zu hadern, denn er ist der Ansicht, dass er das ganze Elend nicht verdient hat.

    Hiob ist oft als Beispiel hingestelllt worden. Nicht nur als Gutes, denn ich kann mich auch an ein Gespräch mit meinen Ältesten erinnern, die mich davor gewarnt hatten, wie Hiob mit Gott zu streiten und mich selbst als gerechter als er hinzustellen

    Das habe ich meiner Ansicht nach nicht getan. Aber leider fehlt oft das Verständnis, wenn wir niemals in ähnlichen Situationen waren. In DIESER Hinsicht sind Thom und ich in den letzten Jahren reichlich gesegnet worden, denn wir können uns nun in viele Dinge hineinversetzen, die uns vorher schleierhaft waren.

    Heute kann ich z. B nachempfinden, warum die Israeliten nicht auf Jehova vertrauten, als Moses nicht so schnell wieder vom Berg herunter kam.

    Als ich die Geschichte mit dem goldenen Kalb vor vielen Jahren mit Nina studiert hatte, war sie ganz entsetzt über das mangelnde Vertrauen, immerhin hatte Jehova sie gerade durch ein Wunder durch das Rote Meer ziehen lassen und sie so aus einer scheinbar aussichtslosen Situation vor den Ägyptern gerettet. Damals hatte ich auch keine Erklärung für das Verhalten.

    Heute sehe ich das anders. Habe selbst erlebt, wie schnell ich immer wieder in Panik geraten bin, obwohl uns Jehova kurz davor ganz deutlich gezeigt hat, dass er mit uns ist.

    Und ich habe am eigenen Leib verspürt, wie leicht man in die Falle tapppen kann, was Jehovas Schutz angeht.

    Als mich Fine da mit Hiob und der Streitfrage trösten wollte, bin ich total wütend geworden, denn genau in dem Moment waren das für mich nur Worte, ohne jeglichen Trost.

    Wie tröstlich in dem Zusammenhang, dass Bruder Kreuzer in einem öffentlichen Vortrag sagte, dass auch dies eine völlig normale Reaktion sei – dass wir so etwas erst mal verarbeiten müssten, bis die Hoffnung wieder greift…

  9. Juleam 19. Januar 2009 um 14:17 Link zum Kommentar

    Hiob 11 – 13

    ist es richtig, dass Hiob darauf besteht, dass er nichts böses getan hat – oder ist es Hochmut?

    Darf man mit Jehova diskutieren?

    Darf man den Höchsten fragen, warum er schlimme Dinge zulässt, die uns fast an die Wand drücken?

    Darf man dem Höchsten sagen, dass einem sein Handeln nicht gefällt?

    Verurteilt uns Jehova, wenn wir unter extrem starken Druck unsinnige Dinge zu ihm sagen oder tun, die ihn schmerzen??

  10. Thomasam 19. Januar 2009 um 17:46 Link zum Kommentar

    Hiob 11-13

    Noch gewichtiger sind die Bemerkungen Zophars. ‘Oh, wenn Gott nur sprechen und dir erzählen würde, was er denkt!’ sagt er sinngemäß. ‘Gott weiß, was du getan hast. Er bestraft dich noch weniger, als du verdienst. Tu deine Sünden von dir, und gib deine Schlechtigkeit auf, dann wirst du in Sicherheit leben und viele Freunde haben’ (Hiob 11:4-6, 14-20).

    So so, der Allmächtige bestraft seine Diener. Klingt ja fast so, als ob er auch heute einigen durch Übertretung seiner unumstößlichen Gesetze, erlauben würde, anders zu handeln … Gott bestraft, weil er die Sünden sieht – so kann man jemandem den letzten Mut nehmen.

    Aber Hiob hat Recht: befragen wir die Natur, und wir erkennen den Allmächtigen viel tiefer und wahrer. Das fehlt den meisten ja heute: sich in Ruhe Gedanken in der Natur zu machen – zu schauen, nach den Sternen, den Tieren, den Pflanzen…
    Leider laufen heute zuviel Menschen herum, auf die es zufrifft:

    Ihr hingegen seid Lügentüncher;
    Ihr alle seid Ärzte ohne Wert

  11. Thomasam 20. Januar 2009 um 07:36 Link zum Kommentar

    Hiob 14-17

    Hiob empfindet das Leben als Mensch zu kurz und mit zu vielen Problemen beladen: “Der Mensch von einer Frau geboren, ist kurzlebig und mit Erregung gesättigt”. Auch wir sind heute oft von den Sorgen des Alltags überbelastet. Hiob wünschte sich, dass der Schöpfer ihn für eine Weile “im Scheol verborgen halten würde”. Ein ähnlicher Gedanke könnte uns heute kommen “im Schlafwagen die große Drangsal überleben” zu dürfen. Doch sowohl Hiob als auch wir, werden uns freuen, wenn der Schöpfer uns am Leben erhält und der Ungerechtigkeit ein Ende bereitet, ohne uns im “Scheol zwischengeparkt zu haben”.

    Hiob beklagt sich über seine “Tröster” – leider gibt es solche Menschen heute auch in großer Zahl, die nicht verstehen wollen, warum Sorgen und Probleme einen Menschen verfolgen könnten, und deshalb irrsinnige Ratschläge in Mass von sich geben. Glücklich diejenigen, die dem Schöpfer vertrauen können, und darauf vertrauen, dass ER eine Zeit festgelegt hat, wo Schmerzen und Ungerechtigkeit ein Ende haben werden.
    “Der Gerechte hält STÄNDIG an seinem Weg fest ” – Hiob 17:8a

  12. Thomasam 21. Januar 2009 um 07:37 Link zum Kommentar

    Hiob 18-20
    Hiobs “Freunde” sind genauso gut drauf, wie heute viele, anstatt zu ermuntern reißen sie nieder und beschuldigen Grundlos einen Unschuldigen.
    Wer in einer ähnlichen Situation ist, kann Hiobs Worte aus Kapitel 17 bestimmt gut verstehen

    2 „Ich habe viele Dinge wie diese gehört. Ihr alle seid leidige Tröster! 3 Gibt es ein Ende für windige Worte? Oder was ärgert dich, daß du antwortest? 4 Auch ich könnte so gut reden wie ihr. Wenn nur eure Seele da wäre, wo meine Seele ist, Würde ich in Worten gegen euch glänzen, Und würde ich meinen Kopf über euch schütteln? 5 Ich würde euch mit den Worten meines Mundes stärken, Und die Tröstung meiner eigenen Lippen würde sich zurückhalten — 6 Rede ich tatsächlich, so wird mein eigener Schmerz nicht zurückgehalten, Und höre ich wirklich damit auf, was geht von mir weg?
    10 Sie haben ihren Mund gegen mich aufgesperrt, Mit Schmähung haben sie meine Wangen geschlagen, In großer Zahl rotten sie sich gegen mich zusammen. 17 Obwohl keine Gewalttat an meinen Handflächen ist Und mein Gebet lauter ist. 20 Meine Gefährten sind Wortführer gegen mich; Zu Gott hat mein Auge schlaflos aufgeblickt.

    Hiob 19

    7 Siehe! Ich schreie fortgesetzt: ‚Gewalttat!‘, aber ich erhalte keine Antwort; Ich rufe ständig um Hilfe, doch da ist kein Recht. 13 Meine eigenen Brüder hat er weit von mir entfernt, Und selbst diejenigen, die mich kennen, haben sich von mir auch abgewandt. 14 Meine vertrauten Bekannten sind ausgeblieben, Und diejenigen, die ich kenne, sie haben mich vergessen,

  13. Juleam 21. Januar 2009 um 14:22 Link zum Kommentar

    Hiob 18 – 20

    die Anschuldigungen der falschen Freunde werden immer schlimmer. Hieß es zu Anfang noch, es könne ja durchaus sein, dass Hiob und seine Kinder gesündigt hätten, so werden die Anschuldigungen immer heftiger.

    Nun wird Hiob so hingestellt, als sei er ein ganz furchtbarer, grausamer Verbrecher, den man einfach aufs Heftigste strafen müsse – damit er endlich mit seinen Untaten aufhört und endlich niemandem mehr schaden kann.

    Ist es DA verwunderlich, dass Hiob sich immer mehr wehrt? Mag ja sein, dass er mit der Zeit – im Laufe der Gespräche – selbstgerecht erscheint. Aber wie hätten denn wir in seiner Situation reagiert??

    Seine „Freunde“ drücken ihn immer mehr in die Ecke/an die Wand – und er kann nicht mal weglaufen, um sich deren immer brutaler werdenen Worten zu entziehen, von denen er weiss, dass es freche Lügen sind. Was hätte er denn tun sollen?

    Wer von uns hätte in so einer Situation die Nerven behalten und dem dreisten Trio mit milden gütigen Worten geantwortet?????

    Ein für uns neuer Aspekt in dem neuen Studienartikel: Hiob hatte mit seinem Vieh und dem Verlust seiner ganzen Habe nicht nur seinen kompletten Reichtum verloren sondern auch die Möglichkeit, mit einem Opfer das Angesicht Jehovas zu besänftigen.

  14. Juleam 21. Januar 2009 um 14:26 Link zum Kommentar

    Noch ein schmerzhafter Punkt in Hiobs heutigen Worten, die wir am eigenen Leib erfahren haben und noch tun:

    wo sind alle seine Freunde?

    Vorher war er ein angesehener Mann, nicht nur wegen seines Reichtums, sondern sein freundlicher hilfsbereiter Charakter wurde über die Maßen geschätzt. NUN verachten ihn alle und niemand hält mehr zu ihm.

    Er ruft nach seinen Frenden, seinen Verandten, seiner Familie und auch nach seinen Bediensteten. Aber niemand reagiert auf seinen Ruf. Man ignoriert ihn komplett und scheinbar erinnert sich niemand mehr an seine gütigen Taten, für den man ihn vorher so geschätzt hatte.

    So schnell kann ein guter Ruf dahin sein und so schnell kann sich das Blatt im Leben eines Menschen wenden.

    Kommt uns das irgendwie bekannt vor???

  15. Juleam 21. Januar 2009 um 14:29 Link zum Kommentar

    wie mein Liebster heute beim Frühstück sagte:

    Hiob hat zwar seinen „Tröstern“ auf ihre Anschuldigungen geantwortet – aber immer nur in einer Verteidigungsrede!

    Er hätte ja auch den Spieß umdrehen können, indem er seinerseits Vorwürfe in die Richtung der Ankläger geschickt hätte, wie „ja, fass dir mal an die eigene Nase. Du hast ja… und… und… “ Aber das hat er nicht getan.

    Kommt uns auch dieser Punkt bekannt vor?

  16. Thomasam 22. Januar 2009 um 07:37 Link zum Kommentar

    Hiob 21-24

    Hiob meint, dass es dem Bösen nicht immer schlecht geht – nein, der der sich vom Schöpfer abgewandt hat, lebt oft Besser und Länger.

    Hiob 21
    7 Wie kommt es, daß die Bösen selbst am Leben bleiben, Gealtert sind, ja an Vermögen überlegen geworden sind? 8 Ihre Nachkommenschaft ist gefestigt bei ihnen vor ihrem Angesicht, Und ihre Nachkömmlinge [sind] vor ihren Augen. 9 Ihre Häuser sind der Frieden selbst, frei von Schrecken, Und die Rute Gottes ist nicht auf ihnen. 10 Sein eigener Stier befruchtet tatsächlich, und er verschüttet den Samen nicht; Seine Kuh bringt hervor und hat keine Fehlgeburt. 11 Sie senden ständig ihre Buben aus wie eine Kleinviehherde, Und ihre eigenen männlichen Kinder springen umher. 12 Sie fahren fort, [die Stimme] mit Tamburin und Harfe zu erheben, Und freuen sich fortwährend beim Klang der Pfeife. 13 Sie verbringen ihre Tage in Wohlleben, Und in einem Augenblick steigen sie zum Scheọl hinab. 14 Und sie sprechen zu dem [wahren] Gott: ‚Wende dich von uns weg! Und an der Erkenntnis deiner Wege haben wir kein Gefallen gefunden. 15 Was hat der Allmächtige zu bedeuten, daß wir ihm dienen sollten, Und wie nützen wir uns, daß wir mit ihm in Fühlung gekommen sind?‘

    Hat er damit nicht Recht – ist es heute nicht auch oft so? Und verstecken sich nicht viele, hinter dem Vorhang “es geht mir doch gut, also muss ich Gottes Segen haben”?? Haben die ungerecht Handelnden nicht oft “einen Guten Ruf”?

  17. Juleam 22. Januar 2009 um 14:32 Link zum Kommentar

    Hiob 21 – 24

    Kapitel 22

    die Anschuldigungen werden immer schlimmer.

    Aber Hiob lässt sich nicht einschüchtern. Er weiss, dass er die Dinge nicht getan hat und immer noch Jehovas Wohlgefallen hat. Er versteht zwar nicht genau, warum ihn dieses ganze Unglück trifft, aber er kennt Jehova ganz genau und weiss, dass es eigentlich nicht zu ihm passt, einen Gerechten ins Elend zu stürzen. Darum fragt er ja auch immer wieder nach.

  18. Juleam 22. Januar 2009 um 14:36 Link zum Kommentar

    Hiob 23:4-5

    4 Ich würde einen Rechtsfall vor ihm darlegen,
    Und meinen Mund würde ich mit Gegenargumenten füllen;
    5 Ich würde die Worte kennen, mit denen er mir antwortet,
    Und ich würde beachten, was er zu mir sagt.

    Er kennt Jehova viel zu gut, als dass er den „Tröstungen“ wirklich Glauben schenkt.

    Trotzdem fühlt er sich in die Ecke gedrückt und würde zu gern verstehen, WARUM????

    Kennen wir dieses Gefühl?

    Ich kenne es nur zu gut. Genau so habe ich mich gefühlt, nachdem Thom verurteilt worden ist. Konnte einfach nicht begreifen, warum Jehova es soweit kommen lässt, warum er immer noch nicht auf den Tisch klopft und dem Ganzen ein Ende bereitet.

    Obwohl Hiob ständig angegriffen ist und sich laufend wehren muss, so hat er doch genau zugehört, was ihm vor den Kopf geworfen worden ist und er erkennt auch, dass die Worte seiner Tröster einen gewissen Wahrheitsgehalt haben, aber im falschen Zusammenhang angewendet werden.

    Er weiß, dass Jehova alles sieht und sich die Dinge merkt und dann ins Gericht mit den Falschen und Bösen geht. Sicher wünscht er sich, dass Jehova jetzt schon für Gerechtigkeit sorgt, aber er erkennt, dass er scheinbar einen Grund hat, warum er „zögert“ und genau das ist es, was er zu gern herausfinden möchte.

    Warum???

    Das ist genau der Punkt, der meiner Ansicht nach einen echten Anbeter Jehovas ausmacht. Er nimmt die Dinge hin, wie sie sind, aber er möchte sie verstehen. Denn er möchte Jehova ganz erkennen, lernen so zu denken und zu fühlen, wie Jehova es tut. Und dazu sind halt auch Fragen nötig.

    Wir wissen es ja auch schon aus der Sesamstrasse „wer nicht fragt, bleibt dumm…“

  19. Thomasam 23. Januar 2009 um 07:37 Link zum Kommentar

    Hiob 25-27

    Woher wusste Hiob, dass die Erde durch Gravitation gehalten wird, und nicht durch irgendwelche sichtbaren Dinge? Hiob 26:7
    Er spannt den Norden aus über dem leeren Raum,
    Hängt die Erde auf an nichts;

    Hiob 27:2-6

    2 „So wahr Gott lebt, der mein Recht weggenommen hat, Und so wahr der Allmächtige [lebt], der meine Seele bitter gemacht hat, 3 Während mein Odem noch ganz in mir ist Und der Geist Gottes in meiner Nase ist, 4 Werden meine Lippen keine Ungerechtigkeit reden Und wird meine eigene Zunge keinen Trug murmeln! 5 Es ist für mich undenkbar, daß ich euch gerechtsprechen sollte! Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen! 6 An meiner Gerechtigkeit habe ich festgehalten, und ich werde nicht davon ablassen; Mein Herz wird [mich] nicht verhöhnen wegen irgendwelcher meiner Tage.

    Nichts, aber auch nichts, was uns bedrückt wird uns von Gott trennen können. Wir bleiben seinen Geboten treu – egal was Heuchler und Lügner erzählen. Diese werden ihr Ziel nicht erreichen.

  20. Juleam 23. Januar 2009 um 14:41 Link zum Kommentar

    Hiob 25 – 27

    in 26:2 wird Hiob ironisch, wenn er sagt „O wie sehr hast du doch einem Kraftlosen geholfen“!

    in 27:5 und 6 zeigt er, dass sich an seiner Einstellung durch all das Leid nichts geändert hat und sagt quasi „egal, was ihr euch noch einfallen lasst und egal, wieviel Leid mich noch treffen wird, das ändert nichts an meiner Einstellung und meinen Glauben an Jehova“

    (siehe auch das ganz erste Bild in unserer Gallery samt Text)

  21. Thomasam 24. Januar 2009 um 07:37 Link zum Kommentar

    Hiob 28-31

    Hiobs Freunde haben es geschafft, Hiob zu entmutigen. Er glaubt, dass der Schöpfer nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Leider versucht man heute genau das, auch weiterhin den Dienern unseres Schöpfers einzureden. Aber wie Hiob, können wir auf reichhaltige Erfahrungen mit unserem Gott zurückgreifen – und können damit aus ehrlichem Herzen sagen ” nein, ich GLAUBE nicht, dass es Gott gibt, ich WEISS es.”

    Hiob 29:2-5

    „O daß ich wie in den Mondmonaten vor alters wäre, Wie in den Tagen, als Gott mich behütete; 3 Als er seine Lampe über meinem Haupt leuchten ließ, [Als] ich bei seinem Licht [durch] Finsternis zu wandeln pflegte; 4 So wie ich in den Tagen meiner Vollreife war, Als es trauten Umgang mit Gott in meinem Zelt gab, 5 Als der Allmächtige noch bei mir war, [Als] meine Bediensteten rings um mich her waren!

    Hiob 31

    1 Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen. Wie also könnte ich mich einer Jungfrau gegenüber aufmerksam zeigen?
    9 Wenn sich mein Herz zu einer Frau hin hat betören lassen Und ich ständig direkt am Eingangsweg meines Gefährten auf der Lauer gelegen habe,
    Denn das wäre Zügellosigkeit,
    Und das wäre ein Vergehen [zur Beachtung] für die Richter.

    Hiob hatte noch Maßstäbe, die er einhielt. Heute beobachte ich leider Mitmenschen, die sich an die Ehefrau ihres Mitmenschen heranmachen, ihnen schöne Augen machen und sich heimlich mit ihnen treffen. “nein – heiraten will ich sie nicht, aber warum nicht ab-und-zu mal treffen?!” Hiobs Worte zu solchen zügellosen Heuchlern ist klar und deutlich.

  22. Juleam 24. Januar 2009 um 14:46 Link zum Kommentar

    Hiob 28 – 31

    nun ist Hiob an einem Punkt angelangt, der mich in den letzten Monaten viel Kraft gekostet hat:

    er fühlt sich von Jehova verlassen. Das kommt besonders in Kapitel 29 immer wieder sehr gut heraus, wenn er sagt „dass ich wie in den Mondmonaten vor alters wäre, wie in den Tagen, als Gott mich behütete“ (Vers 2) und „als es trauten Umgang mit Gott in meinem Zelt gab“ (Vers 4) und „als der Allmächtige noch bei mir war“ (Vers 5).

    Hier kann ich ihm gut nachfühlen, denn ich habe in den vergangenen Monaten auch änliche Sachen gesagt wie „wo ist Jehova? Ich sehe ihn nicht mehr?“, „mein Gott hat mich verlassen“ und sogar „Jehova hasst mich“.

    Wie man hier sieht wohl eine normale Reaktion darauf, was zuvor passiert ist. Unter Dauerstress fühlt sich das dann genau so an.

    In den Höhepunkten wird gesagt, dass ja Hiob nicht wusste, warum ihm das alles widerfährt und wir ihm Gegenüber da im Vorteil sind. Aber ehrlich gesagt, ich habe mich nicht im Vorteil gefühlt – im Gegenteil, ich habe ebenso empfunden wie er.

    Wobei ich zugeben muss, dass das Wissen darum, was die Gegenseite damit bezwecken will, in mir sehr starke Wut weckt, die eine starke „jetzt erst recht“ Motivation antreibt….

  23. Juleam 24. Januar 2009 um 14:49 Link zum Kommentar

    traurigerweise haben die „Tröster“ ihn verunsichert und so lässt er die Vergangenheit und sein gewöhnliches Verhalten noch mal Revue passieren. Vielleicht weil er denkt „vielleicht haben die doch Recht und ICH bin es, der im Unrecht ist“.

    Auch das gehört scheinbar zu der Taktik der Gegenseite, um uns zu entmutigen und um Aufgeben zu motivieren.

    Oft geht es mir ebenso. Einfach weil es nicht in meinen Kopf will, dass ein Mensch wirklich so bösartig sein kann, insbesondere ein Mensch, der vorgibt Jehova zu dienen.

    Aber die Tatik ist echt genial und über die Jahrtausende hinweg sehr erfolgreich: man verunsichert den Gegner. Lässt ihn sogar an sich selbst, seinen eigenen Taten und seinen eigenen Beweggründen zweifeln, mit dem Ziel…

    ja, mit welchem Ziel eigentlich?

    Nichts ist für uns schlimmer als wenn wir denken, wir wären für Jehova nicht mehr annehmbar und hätten seine Liebe verloren.

    Und weil die Gegenseite das weiß, was wir wissen „nichts kann uns von Gottes Liebe trennen – ausser wir selbst“, da sugeriert er uns halt, dass wir ebendies mit unseren schlechten Taten getan hätten….

  24. Thomasam 25. Januar 2009 um 07:38 Link zum Kommentar

    Hiob 32-34

    Hiob 33

    Wenn es für ihn einen Engel gibt, Einen Wortführer, einen aus tausend, Um dem Menschen seine Geradheit mitzuteilen, 24 Dann erweist er ihm Gunst und spricht: ,Erlaß es ihm, in die Grube hinabzufahren! Ich habe ein Lösegeld gefunden! 25 Sein Fleisch werde frischer als in der Jugend; Er kehre zurück zu den Tagen seiner Jugendkraft.‘ 26 Er wird zu Gott flehen, daß er an ihm Gefallen finde, Und er wird sein Angesicht sehen mit Jubelgeschrei. Und ER wird SEINE Gerechtigkeit dem sterblichen Menschen wiedergeben.

    Der Schöpfer hat ein Lösegeld gefunden … und er hat versprochen, dass die die seinen Namen fürchten, wieder gesund und vollkommen werden – zurück zu unser Jugendkraft 🙂 Was für eine Zeit! Wieder gesund, voller Kraft, voller Tatenkraft und OHNE Schmerzen und OHNE Sorgen, aber mit all den Erfahrungen und der Weisheit … wir sehnen uns danach

  25. Juleam 25. Januar 2009 um 14:59 Link zum Kommentar

    Hiob 32 – 34

    Hiob 33:12,13:

    Siehe! Darin bist du nicht im Recht gewesen, antworte ich dir;
    Denn Gott ist viel mehr als der sterbliche Mensch.

    13 Warum hast du gegen ihn gestritten,
    Weil er all deine Worte nicht beantwortet?

    jetzt mischt sich Elihu ins Geschehen ein, der sich die ganze Zeit aus Höflichkeit und Respekt zurück gehalten hatte. Aber nun kann er nicht mehr, nun muss er reden.

    Aber im Gegensatz zu Hiobs drei leidigen Tröstern spricht er zum einen sehr liebevoll und respektvoll mit Hiob, und zum anderen konzentriert er sich auf das Wesentliche. Anstatt ihn wie die anderen mit allen möglichen Vorwürfen zu überhäufen hatte er zuerst sehr gut zugehört und spricht dann einen Punkt an: „Darin bist du nicht im Recht“ und erklärt ihn, indem er Hiob fragt, warum er eigentlich so wütend auf Jehova ist. Ist es, „weil er all deine Worte nicht beantwortet?“

    Elihu klagt Hiob nicht an, sondern zeigt ihm mit seinen Worten, dass er ihn, seine Gefühle und seine Reaktion sehr wohl gut versteht – trotzdem macht er klar, dass Hiob damit im Unrecht ist, denn Jehova MUSS uns nicht antworten.

    In Vers 24 sagt Elihu, dass wir keinen Anspruch darauf haben, dass Jehova mit uns spricht, uns antwortet – sondern dass es eine Gunst ist, der er uns in einigen Fällen erweist. Trotz dieses Fehlers hat Elihu Achtung und Respet vor Hiob, denn er sagt in Vers 32, er möge ihm doch bitte antworten, „denn ich habe Gefallen gefunden an deiner Gerechtigkeit“.

  26. Juleam 25. Januar 2009 um 15:03 Link zum Kommentar

    Eine Aussage hier, die ich sehr gut von mir kenne, da ich diesen Blödsinn auch in meiner Verzweiflung öfters von mir gegeben habe:

    „Denn er hat gesagt: ‚ein kräftiger Mann hat keinen Nutzen davon, dass er an Gott Wohlgefallen findet'“.

    Wie oft habe ich in der Zeit nach dem Fehlurteil gesagt, „was haben wir denn davon, dass wir Jehova dienen und uns an seine Maßstäbe halten? Wir haben doch nur immer wieder die Arschkarte!“

    Elihus Antwort darauf ist ja auch uns nicht unbekannt – trotzdem fühlt es sich in so einer Situation genauso an. Man darf dann wohl besser nicht darüber nachdenken, dass wir vieles nicht erdulden hätten müssen, wenn wir uns auf das Niveau der Schadenstifter herabbegeben hätten. Man darf ja nicht vergessen, dass das alles nur geglückt ist, weil wir immer und überall offen und ehrlich waren und uns nicht nur an die Maßstäbe Jehovas, sondern auch an die Gesetze des Staates gehalten haben.

    Da kann es schon passieren, dass man das Gefühl hat, es lohne nicht, dem wahren Gott zu dienen, wenn man dann alles verliert, was einem wichtig ist. Aber Thom sagt dann immer, dass wir immer noch das allerwichtigste haben: unser gutes Verhältnis zu Gott!

  27. Juleam 25. Januar 2009 um 15:07 Link zum Kommentar

    In den Versen 21 bis 23 dann die tröstliche Zusicherung:

    „Denn Gottes Augen sind auf die Wege der Menschen gerichtet, und alle seine Schritte richtet er. Da ist keine Finsternis und kein tiefer Schatten für die Schadenstifter, dass sie sich dort verbergen. Denn er setzt keine bestimmte Zeit fest für irgendeinen Menschen, im Gericht zu Gott zu gehen“.

    Hier wird ganz klar, worum es geht. Der Unterschied zwischen denen, die Gott dienen und das auch wirklich wollen – und den anderen, insbesondere den Dienern des Widersachers:

    Wer Jehova wirklich liebt und wirklich aufrichtig dienen und ihm wirklich gefallen will, der braucht jede Menge Geduld und Demut. Wenn ich nicht warten will oder kann, kann ich ihm nicht auf Dauer, nicht bis zum Ende treu dienen. Wenn ich alles sofort haben will, muss ich mich zur Gegenseite wenden.

    Wenn ich ein Problem mit Geduld und Demut habe – und Jehova aber wirklich von Herzen her liebe und ihm aufrichtig dienen will – dann muss ich an mir und meinen Eigenschaften arbeiten.

    Und auf dem BZK im letzten Sommer haben wir ja gelernt, dass wir uns dem heiligen Geist unterstellen müssen – dann schaffen wir das auch. Denn Demut und Langmut sind nicht umsonst eine Frucht des Geistes.

    Auch haben wir auf DIESEM Kongress das wunderbare Buch „Bewahrt euch in Gottes Liebe“ bekommen, was uns sehr gut dabei hilft, unsere Schwächen zu erkennen und an uns zu arbeiten!

  28. Thomasam 26. Januar 2009 um 07:38 Link zum Kommentar

    Hiob 35-37

    Zitat aus der Wachttum vom 1. März 1976

    Jehova, ein Gott, der Wertschätzung zeigt
    JEHOVA GOTT ist der Quell des Lebens. Alle vernunftbegabten Geschöpfe im Himmel und auf der Erde verdanken ihm ihr Dasein. Niemand kann etwas tun, wodurch sich an der erhabenen Stellung, die Jehova Gott gegenüber der ganzen Schöpfung einnimmt, etwas ändern würde. Es verhält sich so, wie der junge Elihu zu dem treuen Hiob sagte: „Wenn du sündigst, was tust du ihm an? und mehren sich deine Übertretungen, was fügst du ihm zu? Wenn du gerecht bist, was gibst du ihm, oder was empfängt er aus deiner Hand? Für einen Mann wie du gilt deine Gesetzlosigkeit etwas, und für ein Menschenkind deine Gerechtigkeit“ (Hiob 35:6-8, Elberfelder Bibel).

    Hiob 35

    14 Wieviel weniger denn, wenn du sagst, du erblickest ihn nicht! Der Rechtsfall ist vor ihm, und so solltest du seiner harren.

    Hiob 36

    5 Siehe! Gott ist mächtig und wird nicht verwerfen; [Er ist] mächtig an Herzenskraft; 6 Er wird keinen Bösen am Leben erhalten, Sondern das Recht der Niedergedrückten wird er gewähren. 7 Er wird seine Augen nicht von dem Gerechten abwenden;. . .

    Wie Herzerwärmend! Endlich Gerechtigkeit – und nicht menschliche Richter, die ihre eigene Weisheit nutzen um ihre Ansicht von Recht umzusetzen. Kein Heuchler, der so tut, als würde er Gott dienen. Endloch Recht und Gerechtigkeit! Leider müssen wir noch etwas gedulden bzw “harren” – aber dann 😉

  29. Juleam 26. Januar 2009 um 15:12 Link zum Kommentar

    Hiob 35 – 37

    gleich zu Anfang hier ein sehr interessanter Gedanke – in Hiob 35:2 und 3:

    „Du hast gesagt: ‚Meine Gerechtigkeit wiegt mehr als diejenige Gottes.‘ Denn du sprichst: ‚von welchem Nutzen ist sie mir? Was nützt es mir mehr, als wenn ich sündigte?‘.“

    so habe ich das Ganze noch nie gesehen!

    „Wenn du wirklich sündigst, was vollbringst du gegen ihn? Und wenn deine Auflehnungen tatsächlich zunehmen, was tust du ihm an?“ (Vers 6)

    Eine Reaktion, die ich nur zu gut von mir selbst kenne, dass ich aus lauter Enttäuschung und Wut irgendwas tun möchte, was Jehova verletzt. Aber meine tiefe Liebe zu ihm hält mich dann immer wieder davon ab.

    In Vers 12 bis 14 wird uns, und insbesondere mir, ein guter Rat gegeben:

    „Da schreien sie fortwährend, aber er antwortet nicht wegen des Stolzes der Schlechten. Nur auf die Unwahrheit hört Gott nicht, und der Allmächtige selbst blickt nicht darauf. Wieviel weniger denn, wenn du sagst, du erblickest ihn nicht! Der Rechtsfall ist vor ihm, und so solltest du seiner harren.“

    Tja, leichter gesagt als getan. Klar sieht Jehova, was hier passiert und klar wird er die Dinge zu seiner Zeit richtig stellen. Tortzdem ist das unglaublich schwer, wenn man in einer solchen Sitation ruhig bleiben soll.

    Thom sagt, „wenn du nicht warten willst, sondern sofort zu deinem Recht kommen willst – dann dienst du dem falschen Gott. Dann musst du zur Gegenseite überwechseln“

    Bin ich denn irre? DAS will ich auch nicht!!!

    Klar bin ich sauer und enttäuscht, dass unser Gott jetzt noch nicht für uns handelt, aber diesem Typen von der Gegenseite will ich niemals dienen, denn der ist für mich wirklich das allerletzte! Ich liebe Jehova und will IHM dienen, egal, was wir dafür sonst noch alles erdulden und erleiden müssten. Aber trotzdem finde ich das nicht toll, was uns hier als Familie seit mehreren Jahren widerfährt!

    Auch interessant Kapitel 36 Vers 13 – hier wird gezeigt, dass wir „im Herzen“ abtrünnig sein können, vielleicht sogar, ohne dass wir uns dessen bewusst sind?

  30. Thomasam 27. Januar 2009 um 07:39 Link zum Kommentar

    Hiob 38-42

    Der Wachtturm 15. November 2005.

    Die Wunder der Schöpfung preisen Jehova
    Jehova befragte Hiob als Nächstes über Regen, Tau, Frost und Eis (Hiob 38:24-30). Gott ist der große Regengeber, und sogar „die Wildnis, in der kein Erdenmensch ist“, genießt seinen Segen. Regen, Eis und Frost haben keinen menschlichen Vater oder Erschaffer.

    Im Nature Bulletin wird erklärt: „Die erstaunlichste und vielleicht wichtigste Eigenschaft des Wassers ist, dass es sich ausdehnt, wenn es gefriert . . . Die Eisdecke, die sich im Winter auf einem Teich bildet und darauf schwimmt, ermöglicht es Wasserpflanzen und -tieren (Fischen usw.), in dem darunter verbliebenen Wasser zu überleben. Würde sich . . . das Wasser zusammenziehen und an Dichte zunehmen, wenn es fest wird, wäre Eis schwerer als Wasser und würde auf den Grund sinken. An der Oberfläche würde sich weiteres Eis bilden, bis der Teich durchgefroren wäre. . . . In den kühleren Gebieten der Erde wären die Flüsse, Teiche, Seen und sogar die Meere ständig zugefroren.“

    Wie froh können wir doch sein, dass die Gewässer nicht durchfrieren! Und wir sind sicher dankbar, dass Regen und Tau als Werke Jehovas die Vegetation der Erde beleben.

    Der weiße See hier hat noch immer eine recht dünne Eisdecke… sieht schön aus, und schützt die Tiere im Gewässer.

    Hiob 42

    12 Was Jehova betrifft, er segnete das Ende Hiobs danach mehr als seinen Anfang, . . .

    Am Ende siegt die Gerechtigkeit, und Hiob erhält den Segen und Schutz unseres Schöpfers wieder. Wie schön wird es sein, wenn auch wir wieder direkt und vollständig von ihm geschützt werden, und den Heuchlern und Lügnern endlich der Mund gestopft wurde.

  31. WT 15.03.2006am 27. Januar 2009 um 22:37 Link zum Kommentar

    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus dem Buch Hiob

    DER Patriarch Hiob wohnte im Land Uz, einem Gebiet, das heute zu Arabien gehört. Damals lebten viele Israeliten in Ägypten. Hiob war zwar kein Israelit, doch er betete Jehova Gott an. Über Hiob heißt es in der Bibel, dass “es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend” (Hiob 1:8). Diese Worte müssen sich auf die Zeit beziehen, die zwischen dem Tod Josephs, des Sohnes Jakobs, und dem Auftreten des Propheten Moses lag – zwei außergewöhnliche Diener Jehovas.

    Moses, den man für den Schreiber des Buches Hiob hält, erfuhr wahrscheinlich von Hiob, als er 40 Jahre in Midian unweit von Uz wohnte. Von Hiobs letzten Jahren könnte Moses gehört haben, als die Israeliten gegen Ende des 40‑jährigen Aufenthalts in der Wildnis in die Nähe von Uz kamen.* Was Hiob erlebte, wurde in so vollendeter Form aufgeschrieben, dass der Bericht als ein literarisches Meisterwerk angesehen wird. Darüber hinaus beantwortet er Fragen wie: Warum müssen gute Menschen leiden? Warum lässt Jehova Böses zu? Können unvollkommene Menschen Gott gegenüber die Lauterkeit bewahren? Als ein Teil des inspirierten Wortes Gottes ist die Botschaft des Buches Hiob lebendig und übt selbst heute Macht aus (Hebräer 4:12).

    * Das Buch Hiob behandelt über 140 Jahre zwischen 1657 und 1473 v. u. Z.

    “DER TAG ENTSCHWINDE, AN DEM ICH GEBOREN”
    (Hiob 1:1 bis 3:26)

    Eines Tages stellt Satan vor Jehova Hiobs Lauterkeit infrage. Jehova geht darauf ein und gestattet Satan, ein Unglück nach dem anderen über Hiob zu bringen. Doch Hiob lehnt es ab, ‘Gott zu fluchen’ (Hiob 2:9).

    Drei Gefährten Hiobs kommen herbei, um “ihm ihr Mitgefühl zu bekunden” (Hiob 2:11). Sie sitzen wortlos bei ihm, bis Hiob das Schweigen bricht und sagt: “Der Tag entschwinde, an dem ich geboren wurde” (Hiob 3:3). Er wäre gern “Kindern gleich, die das Licht nicht gesehen haben” oder die tot geboren wurden (Hiob 3:11, 16).

    Antworten auf biblische Fragen:

    1:4 – Feierten Hiobs Kinder Geburtstag?
    Nein. Im Hebräischen gibt es für die Wörter “Tag” und “Geburtstag” unterschiedliche Wörter mit jeweils unterschiedlicher Bedeutung (1. Mose 40:20). In Hiob 1:4 kommt das Wort “Tag” vor und bezeichnet den Zeitraum von Sonnenauf‑ bis Sonnenuntergang. Offenbar hielten Hiobs sieben Söhne einmal im Jahr eine siebentägige Familienfeier ab. Reihum gab jeder Sohn “an seinem Tag” in seinem Haus ein Festessen.

    1:6; 2:1 – Wer durfte vor Jehova erscheinen?
    Unter denen, die sich vor Jehova stellten, waren das Wort, das heißt Jehovas einziggezeugter Sohn, die treuen Engel und die ungehorsamen Engelsöhne Gottes, darunter auch Satan, der Teufel (Johannes 1:1, 18). Satan und die Dämonen wurden erst kurz nach der Aufrichtung von Gottes Königreich im Jahr 1914 aus dem Himmel geworfen (Offenbarung 12:1–12). Jehova erlaubte es den ungehorsamen Engeln, vor ihm zu erscheinen, und dadurch wurden Satans Anklage und die daraus folgenden Streitfragen im Beisein aller Geistgeschöpfe vorgetragen.

    1:7; 2:2 – Redete Jehova persönlich mit Satan?
    Die Bibel sagt nicht viel darüber, wie Jehova mit Geistgeschöpfen kommuniziert. Allerdings sah der Prophet Michaja in einer Vision einen Engel direkt mit Jehova sprechen (1. Könige 22:14, 19–23). Demnach sprach Jehova anscheinend ohne Vermittler mit Satan.

    1:21 – Wie konnte Hiob in den ‘Leib seiner Mutter’ zurückkehren?
    Da Jehova den Menschen “aus Staub vom Erdboden” bildete, wurde der Begriff “Mutter” hier bildhaft auf die Erde angewandt (1. Mose 2:7).

    2:9 – In welcher Verfassung könnte Hiobs Frau gewesen sein, als sie zu ihm sagte, er solle Gott fluchen und sterben?
    Hiobs Frau hatte dieselben Verluste erlitten wie ihr Mann. Es muss sie geschmerzt haben, zu sehen, wie sehr eine widerliche Krankheit ihren zuvor tatkräftigen Mann mitgenommen hatte. Sie hatte ihre geliebten Kinder verloren. Vielleicht war sie durch all das so verstört, dass sie das wirklich Wichtige aus den Augen verloren hatte – das Verhältnis zu Gott.

    Lehren für uns:

    1:8–11; 2:3–5. Wie Hiobs Beispiel erkennen lässt, erfordert Lauterkeit nicht nur, das Richtige zu sagen und zu tun, sondern auch, Jehova aus dem richtigen Beweggrund zu dienen.

    1:21, 22. Wir können Satan zum Lügner stempeln, wenn wir sowohl unter günstigen als auch unter widrigen Umständen Jehova gegenüber loyal bleiben (Sprüche 27:11).

    2:9, 10. Wir sollten wie Hiob selbst dann am Glauben festhalten, wenn Angehörige unsere geistigen Bestrebungen gering schätzen oder uns dazu drängen möchten, in Bezug auf den Glauben Zugeständnisse zu machen oder ihn aufzugeben.

    2:13. Hiobs Gefährten waren nicht geistig gesinnt und wussten daher nichts Ermutigendes über Gott und seine Verheißungen zu sagen.

    ‘ICH WERDE MEINE UNVERSEHRTE LAUTERKEIT NICHT VON MIR WEICHEN LASSEN!’
    (Hiob 4:1 bis 31:40)

    Grundsätzlich sprechen Hiobs Gefährten in ihren Reden davon, dass Hiob irgendetwas Böses getan haben muss, sonst hätte Gott ihn nicht so hart bestraft. Als Erster redet Eliphas. Bildad spricht nach Eliphas und äußert sich sarkastischer als dieser. Zophars Sprache ist sogar noch beißender.

    Hiob lässt die falsche Argumentation seiner Besucher nicht gelten. Er kann nicht verstehen, warum Gott zulässt, dass er leidet, und ist übermäßig darauf bedacht, sich zu rechtfertigen. Dennoch liebt Hiob Gott und ruft aus: “Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!” (Hiob 27:5).

    Antworten auf biblische Fragen:

    7:1; 14:14 – Was ist mit der “Fronarbeit” gemeint?
    Hiob litt derart, dass er das Leben als anstrengende, harte Fronarbeit ansah (Hiob 10:17, Fußnote). Auch die Zeit im Scheol – vom Zeitpunkt des Todes bis zur Auferstehung – verglich Hiob mit Fronarbeit, da es sich um einen Zwangsaufenthalt handelt.

    7:9, 10; 10:21; 16:22 – Deuten diese Textstellen an, Hiob habe nicht an die Auferstehung geglaubt?
    Nein, hier spricht Hiob von seiner unmittelbaren Zukunft. Was wollte er dann damit sägen? Womöglich, dass ihn keiner seiner Zeitgenossen mehr sehen würde, falls er sterben müsste. Von ihrer Warte aus würde er weder zu seinem Haus zurückkommen noch vor der von Gott bestimmten Zeit wieder Anerkennung finden. Hiob könnte auch gemeint haben, dass niemand aus eigener Kraft aus dem Scheol zurückkehren kann. Aus Hiob 14:13–15 geht eindeutig hervor, dass Hiob auf eine künftige Auferstehung hoffte.

    10:10 – Inwiefern ging Jehova daran, Hiob ‘wie Milch auszugießen und wie Käse gerinnen zu lassen’?
    Diese Worte beschreiben poetisch, wie Hiob im Mutterleib gebildet wurde.

    19:20 – Was meinte Hiob mit der Äußerung: “Ich entrinne mit der Haut meiner Zähne”?
    Hiob sprach davon, mit der Haut von etwas zu entrinnen, was scheinbar keine Haut hat. Damit könnte er gemeint haben, dass er nur knapp davongekommen ist.

    Lehren für uns:

    4:7, 8; 8:5, 6; 11:13–15. Wenn jemand leidet, dürfen wir nicht gleich schlussfolgern, er ernte, was er gesät hat, und habe nicht Gottes Wohlgefallen.

    4:18, 19; 22:2, 3. Rat sollte sich nicht auf persönliche Ansichten stützen, sondern auf Gottes Wort (2. Timotheus 3:16).

    10:1. Hiob war durch Verbitterung verblendet, weshalb er nicht nachdachte, ob sein Leid andere Gründe haben könnte. Wir dürfen uns durch Leid nicht verbittern lassen, vor allem, da wir deutlich verstehen, um welche Streitfragen es eigentlich geht.

    14:7,13–15; 19:25; 33:24. Die Auferstehungshoffnung kann uns in jeder Prüfung stärken, die Satan über uns bringt.

    16:5; 19:2. Was wir sagen, sollte andere nicht reizen, sondern sie erbauen und stärken (Sprüche 18:21).

    22:5–7. Rat, der auf unbegründeten Anschuldigungen beruht, ist wertlos und schädlich.

    27:2; 30:20, 21. Die Lauterkeit zu bewahren setzt keine Vollkommenheit voraus. Hiob handelte nämlich verkehrt, als er sich kritisch über Gott äußerte.

    27:5. Hiob hätte sich nur selbst um seine Lauterkeit bringen können. Lauterkeit hängt nämlich von der Liebe zu Gott ab. Wir sollten daher daran arbeiten, eine starke Liebe zu Gott zu haben.

    28:1–28. Der Mensch weiß, wo die Schätze der Erde zu finden sind. Auf der Suche danach führt Einfallsreichtum ihn auf unterirdische Wege, die kein scharfsichtiger Raubvogel sehen kann. Göttliche Weisheit beruht allerdings darauf, Jehova zu fürchten.

    29:12–15. Wir sollten Bedürftigen bereitwillig liebende Güte erweisen.

    31:1, 9–28. Hiob flirtete nicht, beging nicht Ehebruch, behandelte andere nicht ungerecht oder gefühllos, war nicht materialistisch und kein Götzendiener und ist dadurch ein Vorbild für uns.

    “ICH BEREUE WIRKLICH IN STAUB UND ASCHE”
    (Hiob 32:1 bis 42:17)

    Der junge Elihu hat der Debatte geduldig zugehört. Jetzt ergreift er das Wort. Er weist Hiob und seine drei Peiniger zurecht.

    Sobald Elihu ausgeredet hat, antwortet Jehova Hiob aus dem Windsturm. Er erklärt nicht, warum Hiob leidet. Doch durch eine Reihe von Fragen macht der Allmächtige dem Hiob seine ehrfurchtgebietende Kraft und große Weisheit bewusst. Hiob erkennt an, dass er ohne Verständnis gesprochen hat, und sagt: ‘Ich widerrufe und bereue wirklich in Staub und Asche’ (Hiob 42:6). Hiobs Prüfung endet und seine Lauterkeit wird belohnt.

    Antworten auf biblische Fragen:

    32:1–3 – Wann kam Elihu?
    Da Elihu alle Reden hörte, muss er in Hörweite gesessen haben, bevor Hiob das siebentägige Schweigen beendete und zu seinen drei Gefährten sprach (Hiob 3:1, 2).

    34:7 – In welcher Hinsicht trank Hiob “Verspottung wie Wasser”?
    Die drei Besucher Hiobs redeten zwar eigentlich gegen Gott, doch in seiner Verzweiflung neigte Hiob dazu, allen Spott auf sich zu beziehen (Hiob 42:7). Dadurch saugte Hiob das Gespött wie jemand in sich auf, der genüsslich Wasser trinkt.

    Lehren für uns:

    32:8, 9. Weisheit kommt nicht allein mit dem Alter. Dazu muss man Gottes Wort verstehen und sich von Gottes Geist leiten lassen.

    34:36. Ob unsere Lauterkeit echt ist, zeigt sich, wenn wir auf irgendeine Weise “bis zum Äußersten geprüft werden”.

    35:2. Bevor Elihu redete, hörte er genau zu und überlegte, worum es wirklich ging (Hiob 10:7; 16:7; 34:5). Älteste müssen aufmerksam zuhören, sich gut informieren und genau verstehen, worum es geht, bevor sie jemand etwas raten (Sprüche 18:13).

    37:14; 38:1 bis 39:30. Über Jehovas wunderbare Werke, die ein Ausdruck seiner Kraft und Weisheit sind, nachzudenken macht uns demütig und lässt uns erkennen, dass die Rechtfertigung seiner Souveränität wichtiger ist als irgendwelche persönliche Interessen (Matthäus 6:9, 10).

    40:1–4. Wir sollten ‘die Hand auf den Mund legen’, wenn wir geneigt sind gegen Gott zu murren.

    40:15 bis 41:34. Wie viel Kraft doch der Behemoth (das Nilpferd) und der Leviathan (das Krokodil) besitzen! Auch wir sind darauf angewiesen, dass der Schöpfer dieser starken Tiere uns Kraft verleiht, damit wir den Dienst für ihn fortsetzen können (Philipper 4:13).

    42:1–6. Jehovas Wort zu hören und an die Beweise für Gottes Macht erinnert zu werden ließ Hiob “Gott erblicken” oder die Wahrheit über ihn erkennen (Hiob 19:26). Es berichtigte sein Denken. Wir sollten gern bereit sein, unsere Fehler einzugestehen und uns zu ändern, wenn man uns anhand der Bibel zurechtbringt.

    Ahme das “Ausharren Hiobs” nach

    Wie aus dem Buch Hiob klar hervorgeht, ist nicht Gott für das menschliche Leid verantwortlich. Dafür ist Satan verantwortlich. Da Gott das Böse auf der Erde zulässt, hat jeder die Gelegenheit, erkennen zu lassen, wo er in den Streitfragen um die Souveränität Jehovas und um die Lauterkeit steht.

    Alle, die Jehova lieben, werden wie Hiob geprüft. Der Bericht über ihn erfüllt uns mit der Zuversicht, dass wir ausharren können, und erinnert uns daran, dass Schwierigkeiten nicht für immer andauern werden. In Jakobus 5:11 heißt es: ‘ Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova gab.” Jehova belohnte Hiob für seine Lauterkeit (Hiob 42:10‑17). Welch eine großartige Aussicht wir doch haben – ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde! Halten wir daher wie Hiob entschlossen an unserer Lauterkeit fest (Hebräer 11:6).

  32. Juleam 16. Januar 2010 um 13:08 Link zum Kommentar

    Hiob Nachtrag von 2005

    Hiob 1 – 4

    Hiob 1:13-19

    Nun kam der Tag herbei, an dem seine Söhne und seine Töchter im Haus ihres Bruders, des erstgeborenen, aßen und Wein tranken. 14 Und da kam ein Bote zu Hiob, und er sagte dann: „Die Rinder waren gerade beim Pflügen, und die Eselinnen weideten an ihrer Seite, 15 als die Sabaer einfielen und sie wegnahmen, und sie schlugen die Bediensteten mit der Schärfe des Schwertes nieder; und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    16 Während dieser noch redete, kam jener und sprach dann: „Ja Feuer Gottes fiel von den Himmeln und loderte dann unter den Schafen und den Bediensteten und verzehrte sie; und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    17 Während jener noch redete, kam ein anderer und sagte dann: „Die Chaldaer bildeten drei Haufen und fielen über die Kamele her und nahmen sie weg, und sie schlugen die Bediensteten mit der Schärfe des Schwertes nieder; und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    18 Während dieser andere noch redete, kam ein weiterer und sprach dann: „Deine Söhne und deine Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres Bruders, des erstgeborenen. 19 Und siehe, ein gewaltiger Wind kam aus der Gegend der Wildnis, und er stieß dann an die vier Ecken des Hauses, so daß es auf die jungen Leute fiel und sie starben. Und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    auch uns geht es manchmal so, dass wir kaum, dass wir uns aufgerappelt haben, den nächsten Schlag bekommen. Aber wer trägt die Schuld daran? (Hiob 1:11)

    Hiob 2:3

    Und Jehova sprach weiter zu Satan: „Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, daß es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend? Auch hält er noch an seiner unversehrten Lauterkeit fest, obwohl du mich gegen ihn reizt, ihn ohne Ursache zu verschlingen.“

    Jehova ist stolz auf uns, wenn wir in Prüfungen loyal bleiben – und vertraut uns

    Hiob 2:5

    Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus, und rühre an sein Gebein und sein Fleisch, [und sieh,] ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“

    Satan spricht hier absolut dreist und unverschämt – und das zu Jehova, der ja auch sein Schöpfer ist

    Hiob 2:9

    Schließlich sprach seine Frau zu ihm: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“

    manchmal benutzt Satan Menschen, die wir lieben, um uns zu entmutigen – auch enge Freunde (Vers 11)

    Hiob 2:13

    Und sie blieben sieben Tage und sieben Nächte bei ihm auf der Erde sitzen, und keiner redete ein Wort zu ihm, denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war.

    manchmal kann schon die reine Anwesenheit von Freunden uns Trost geben – wir müssen nicht immer viele Worte verlieren

    Hiob 3:13

    Denn nun hätte ich dagelegen, daß ich ungestört wäre;
    Dann hätte ich geschlafen; ich hätte Ruhe

    es ist verständlich, wenn wir unter schweren Umständen mal die Lust aufs Leben verlieren – dies hat dann nichts damit zu tun, dass wir Versager wären oder nicht mehr die Gunst Jehovas hätten

    Hiob 3:17

    Dort lassen die Bösen selbst ab von Erregung,
    Und dort haben die an Kraft Erschöpften Ruhe.

    dies ist trotzdem KEINE Aufforderung zum Suizid!

    Kapitel 3 zeigt die Wahrheit von Sprüche 24:10 und Prediger 7:7 – daher ist es so wichtig einander zu ermuntern

    Hiob 4:4-5

    Irgendeinen Strauchelnden richteten deine Worte jeweils auf;
    Und wankende Knie hast du stets gefestigt.

    5 Diesmal aber kommt es an dich, und du wirst es müde;
    Es berührt auch dich, und du gerätst in Bestürzung.

    es war schon damals so, dass es wohl leichter ist, anderen zu helfen, zu raten und zu ermuntern – als sich selbst. Die Hoffnung und derTrost aus den Schriften ist auch für mich!

  33. Juleam 17. Januar 2010 um 13:20 Link zum Kommentar

    Hiob 5 – 7

    Kapitel 7 gibt genau wieder wie ich mich oftmals fühle: todmüde und voller Unrast, so dass ich nicht zur Ruhe komme. Ich sollte nicht vor diesen Gefühlen weglaufen

    Hiob 7:11

    Auch ich, ich werde meinen Mund nicht zurückhalten.
    Ich will reden in der Bedrängnis meines Geistes;
    Ich will mich mit der Bitterkeit meiner Seele befassen!

  34. Juleam 18. Januar 2010 um 13:28 Link zum Kommentar

    Hiob 8 – 10

    Hiob 8:21

    Bis er deinen Mund mit Lachen füllt
    Und deine Lippen mit Jubelschall.

    (2005 zu einem Zeitpunkt, wo es mir sehr schlecht ging)
    nur noch eine kleine Weile. Wenn ich auf Jehova vertraue und mich aufrichtig um sein Wohlwollen bemühe – werde ich auch wieder von Herzen lachen (was dann auch eintraf)

  35. Juleam 19. Januar 2010 um 13:35 Link zum Kommentar

    Hiob 11 – 13

    Hiob 11:12-15

    Selbst ein hohlköpfiger Mann wird gute Beweggründe bekommen,
    Sobald ein Eselszebra als Mensch geboren wird.

    13 Wenn du selbst dein Herz wirklich bereitmachen
    Und deine Handflächen tatsächlich zu ihm ausbreiten wirst,
    14 Wenn Schädliches in deiner Hand ist, tu es weit weg,
    Und laß nicht Ungerechtigkeit in deinen Zelten wohnen.

    15 Denn dann wirst du dein Angesicht ohne Makel erheben,
    Und du wirst bestimmt gefestigt werden, und du wirst dich nicht fürchten.

    auf meine Beweggründe achten, mein Herz wirklich bereitmachen und aufrichtig zu Jehova beten

    Hiob 12:7

    Frag doch bitte die Haustiere, und sie werden dich unterweisen,
    Auch die geflügelten Geschöpfe der Himmel, und sie werden es dir mitteilen.

    an Rocky (meinem Hund) kann ich sehen, was Lebensfreude bedeutet

    (Leider ist er nun schon fast drei Jahre tot, aber er war mir immer ein Vorbild an Lebensfreude. Selbst, wenn es mir ganz schlecht ging und ich kaum aus meiner Depression herauskam – ihm ist es immer gelungen. Schon allein ihm zuzusehen, wenn man stundenlang mit ihm im Wald unterwegs war – da schlich sich immer wieder ein Lächeln in mein Herz)

  36. Juleam 22. Januar 2010 um 13:49 Link zum Kommentar

    Hiob 21 -24

    Hiob 22:17

    Die zu dem [wahren] Gott sprechen: ‚Wende dich weg von uns!
    Und was kann der Allmächtige gegen uns ausrichten?‘?

    Verdrehung von Tatsachen. Das, was sie selbst tun, unterstellen sie Hiob!

    Hiob 23:5

    Ich würde die Worte kennen, mit denen er mir antwortet,
    Und ich würde beachten, was er zu mir sagt.

    er kennt Jehova gut und wie ER denkt

  37. Juleam 23. Januar 2010 um 14:02 Link zum Kommentar

    Hiob 25 – 27

    Hiob 26:2

    „O wie sehr hast du doch einem Kraftlosen geholfen!
    O [wie] hast du einen Arm gerettet, der ohne Stärke ist!

    pure Ironie

    Hiob 27:5-6

    Es ist für mich undenkbar, daß ich euch gerechtsprechen sollte!
    Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!

    6 An meiner Gerechtigkeit habe ich festgehalten, und ich werde nicht davon ablassen;
    Mein Herz wird [mich] nicht verhöhnen wegen irgendwelcher meiner Tage.

    „egal, was ihr ech sonst noch so alles einfallen lasst!“

  38. Juleam 24. Januar 2010 um 14:06 Link zum Kommentar

    Hiob 28 – 31

    Hiob 30:5

    Aus der Gemeinschaft wurden sie jeweils vertrieben;
    Man schrie ihnen stets nach wie einem Dieb.

    und solche Personen erheben sich jetzt gegen ihn – unfassbar!

  39. Juleam 25. Januar 2010 um 19:04 Link zum Kommentar

    Hiob 34:36

    Mein Vater, laß Hiob bis zum äußersten geprüft werden
    Wegen seiner Entgegnungen unter schadenstiftenden Männern.

    kann das sein, dass Jehova es deshalb bei uns bis zur absoluten Schmerzgrenze zugelassen hat – weil wir uns vor den Schadenstiftern gerechtfertigt haben?

    Querverweise:

    (Jakobus 5:11) Seht! Wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben. Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova gab, daß Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist.

    (1. Petrus 1:7) damit die geprüfte Echtheit eures Glaubens, viel wertvoller als Gold, das vergeht, obwohl es durch Feuer erprobt wird, bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden werde.

  40. Thomasam 25. Januar 2010 um 19:27 Link zum Kommentar

    w94 15. 11. S. 17 Abs. 10 Hiobs Belohnung — eine Quelle der Hoffnung

    10 Elihu wies Hiob zurecht wegen dessen Aussage, es habe keinen Nutzen, dadurch an Gott Wohlgefallen zu finden, daß man die Lauterkeit bewahrt. Er sagte: „Fern sei es von dem wahren Gott, böse zu handeln, und vom Allmächtigen, unrecht zu handeln! Denn gemäß der Handlungsweise des Erdenmenschen wird er ihn belohnen.“ Hiob ging zwar übereilt daran, seine eigene Gerechtigkeit zu betonen, aber er tat es ohne ausreichende Erkenntnis und Einsicht. Elihu sagte außerdem: „Laß Hiob bis zum äußersten geprüft werden wegen seiner Entgegnungen unter schadenstiftenden Männern“ (Hiob 34:10, 11, 35, 36). In ähnlicher Weise können wir unseren Glauben und unsere Lauterkeit nur dann völlig unter Beweis stellen, wenn wir in irgendeiner Hinsicht „bis zum äußersten geprüft werden“. Unser liebevoller himmlischer Vater wird allerdings nicht zulassen, daß wir über unser Vermögen versucht werden (1. Korinther 10:13).

    w06 15. 3. S. 16 Höhepunkte aus dem Buch Hiob
    34:36. Ob unsere Lauterkeit echt ist, zeigt sich, wenn wir auf irgendeine Weise „bis zum Äußersten geprüft werden“.

    Elihi irrt meiner Meinung nach hier, wenn er sagt:

    Oh, Hiob sollte bis zum Äußersten geprüft werden, weil er Antworten gibt wie freche Sünder. 34,37 Denn zu seiner Sünde fügt er noch Frevel hinzu. Er treibt Spott unter uns und macht viele Worte wider Gott.

    ich denke, hier soll ausgesagt werden, dass nur durch die Prüfung er eine Antwort geben konnte – so wie jeder bei uns sehen kann, dass WIR Jehova dienen ohne das uns jemand zwingt, drängt oder Gruppenzwang uns einengt. Wir tun es einfach aus Liebe und Gehorsam IHM gegenüber.

  41. […] Bibelleseprogramm wieder “neugestartet” haben, sind wir in 2.Mose angekommen. Aber rückblickend auf Hiob, das wir gerade beendet haben, stellen sich für mich viele […]

  42. Juleam 29. Januar 2010 um 19:00 Link zum Kommentar

    ABER wir lesen, das der Allmächtige diese Leute verurteilte, und diese nur dann zum Allmächtigen ein Verhältnis aufbauen konnten, wenn Hiob für sie bei Gott eintreten würde. Ob der Allmächtige sich auch in diesem Punkt nicht geändert hat? Wenn er sich nicht geändert hat, dann haben wohl viele heute ein großes Problem ….

    Tja, ich hatte eigentlich über diesen Punkt rübergelesen, aber du hast es mir ja schon vor ein paar Tagen gesagt. Hm, ist schon ziemlich krass, denn es zeigt, dass Jehova wirklich völlig gerecht ist und dass diejenigen, die anderen geschadet oder sie sonstwie zum Straucheln gebracht haben, einen schweren „Gang nach Kanossa“ vor sich haben.

    Wir hatten ja in den Propheten mehrfach einen ähnlichen Punkt: dass diejenigen, die anderen geschadet haben und bereuen – ihre Reue auch beweisen müssen, indem sie den durch sie entstandenen Schaden wieder gut machen müssen.

    Aber dann noch zu demjenigen zu gehen, dem vielleicht jahrelang der ganze Hass galt und sich nicht nur bei ihm zu entschuldigen, sondern ihn gar zu bitten, für uns Fürbitte bei Jehova einzulegen – weil wir sonst nie wieder in Gottes Liebe gelangen können – das ist schon hart.

    Das Ganze zugeben zu müssen und den Schaden wieder gut zu machen ist ja die eine Sache, da kommt die Scham garnicht so ganz so schlimm hoch – aber demjenigen dann noch in die Augen sehen zu müssen und ihn zu bitten, für uns …

    Hm…

  43. Thomasam 29. Januar 2010 um 19:17 Link zum Kommentar

    Hiob
    Auf einer anderen Website heißt es dazu:


    Seine Frau fragt ihn, ob er denn noch richtig ticke. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen holt ihn ein. Seine riesigen Rinder- und Kamelherden werden geplündert oder verbrennen im Feuer, Feinde metzeln die Knechte nieder, seine sieben Söhne und drei Töchter kommen ums Leben, als ein Haus einstürzt. Er selber ist mit schrecklichen Geschwüren am ganzen Körper geschlagen. So schwer, dass er die Gemeinschaft verlassen muss und außerhalb des Dorfes auf einem Asche- und Abfallhaufen sitzt. Aber noch beklagt er sich bei seinem Gott mit keinem einzigen Wort und hält an seinem Glauben unbeirrt fest. Verständlich, dass sein Weib an seinem Verstand zweifelt unbd ihn böse angiftet: „Sag Gott ab und stirb!”

    Hiob ist ein unbescholtener und gottesfürchtiger Mann. Er lebt einige Jahrhunderte vor Christus mit sehr viel Gesinde irgendwo im Osten Palästinas. Und er ist reicher als alle anderen in der Gegend. Er weiß nicht, dass er als Spielball einer Wette zwischen Gott und dem Satan herhalten muss. Eine riskante Wette: Sollte Hiob versagen, hätte sich auch Gott selbst aufs Spiel gesetzt. Und Satan ist ganz sicher, dass Hiob sich von Gott abwenden wird, wenn er ihm nur übel genug mitspielt. Aber auch Gott vertraut auf Hiobs unerschütterliche Frömmigkeit. Der Teufel hat grünes Licht für alle Heimsuchungen, nur Hiobs Leben muss er schonen.

    Leben? Was heißt hier Leben? Da wird ein Mensch körperlich und seelisch gequält, dass es seinen Freunden die Sprache verschlägt, er selbst den Tag verflucht, an dem er geboren wurde, und sein Leben verwünscht. Wäre er doch bei seiner Geburt gestorben, dann hätte er jetzt Ruhe und müsste nicht so sinnlos leiden. Nach wie vor ist er sich seiner tadellosen Lebensführung bewusst. Immer rätselhafter erscheint ihm der Gott, der ihm solche Schmerzen zufügt und sich weigert, ihm zu sagen, warum: Warum schenkt Gott Menschen überhaupt das Leben, wenn er es ihnen später doch nur verleidet?

    Jeder Ehrlose darf Hiob verspotten: „Jetzt verlachen mich die, deren Väter ich nicht wert geachtet hätte, sie zu meinen Hunden bei der Herde zu stellen”, klagt er. Und leidet selbst wie ein Hund unter der Hand Gottes. Doch was ist das für ein Gott, der solche Leiden auferlegt? Hiob erfährt ihn als Unterdrücker, Zerstörer, Gewalttäter, als unverständlich Grausamen, der kein Recht hat, die Treue eines Menschen zu fordern.
    Der zwar verzweifelt klagende, aber standhafte Hiob erhält am Ende Wohlstand und Gesundheit zurück. Er hat mehr Kamele und Rinder, mehr Esel und Schafe als zuvor. Alles wird doppelt ersetzt. Die Verwandten wenden sich ihm wieder zu, es werden ihm so viele Kinder geboren, wie er früher hatte. Und keiner im Land hat schönere Töchter. Vor Hiob liegt noch ein langes Leben, das viel Segen erfährt.

    Ende gut, alles gut? Für viele ist die Hiobsgeschichte eine Parabel von dem Gott, der Menschen eine Chance gibt, sich in Prüfungen zu bewähren. Ihr Ausgang kann nicht übertünchen, dass das Gottesbild des Buches Hiob ein Rückschritt hinter den Gott der Propheten Israels ist, zu dessen besonderen Merkmalen Recht und Gerechtigkeit gehörten und der eher aus dem Leid befreite, als dass er es verschuldete. „Dieser Gott zwingt zur Gottlosigkeit”, schreibt der Theologe Jörg Zink, „und wenn Hiob ihr nicht verfällt, so liegt es daran, dass er eine dichterische Figur, ein gedichtetes Urbild übermenschlichen Stehvermögens ist.”

    Hans-Albrecht Pflästerer

  44. Juleam 30. Januar 2010 um 02:30 Link zum Kommentar

    „Fürchte Gott – und weiche vom Schlechten“

    ein Drama, das wir immer wieder gern hören. Lustig, dass es Thom ebenso wie mir geht:

    beim Lesen des Bibelbuches Hiob haben wir immer die Stimmen aus dem Drama im Ohr, z.B.: wie Hiob immer so genervt stöhnt, als seine lieben Freunde ihn “trösten” 😉

    schade, dass es dies noch nicht auf der offiziellen Seite der Gesellschaft zj.org gibt, so dass es leider nur diejenigen hören können, die noch eine veraltete Kasette davon im Keller haben.

    Wir gehören zu den Glücklichen *freu*

    Gut, dass mein Mann damals (noch zu DDR-Zeiten) von seinem eigenen Geld NEUE Casetten für die Versammlung gekauft hat und so nicht die ganzen alten Dramen und Vorträge überspielen musste, damit die Versammlung kosten sparen konnte. Wir profitieren immer wieder von diesen „alten Schätzchen“

  45. Juleam 1. Januar 2011 um 22:15 Link zum Kommentar

    Durch deine Treue erfreust du das Herz Jehovas

    „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann“ (SPR. 27:11).

    JEHOVA ließ zu, dass Satan die Treue seines Dieners Hiob auf die Probe stellte. Hiob verlor deshalb seinen Viehbestand, seine Kinder und wurde schließlich schwer krank. Aber dem Teufel ging es dabei nicht allein um Hiob. Er behauptete: „Haut um Haut, und alles, was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben.“ Damit wurde die aufgeworfene Streitfrage auf andere ausgeweitet und sie blieb auch nach Hiobs Tod weiter bestehen (Hiob 2:4).

    2 Rund 600 Jahre nach den Erlebnissen Hiobs schrieb Salomo die inspirierten Worte auf: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann“ (Spr. 27:11). Damals wurde Jehova vom Teufel also nach wie vor herausgefordert. Und der Apostel Johannes sah in einer prophetischen Vision, wie Satan Gottes Diener anklagte, noch nachdem Gottes Königreich 1914 aufgerichtet und Satan kurz darauf aus dem Himmel geworfen worden war. Demnach zieht der Teufel auch heute, wo die Zeit des Endes für sein böses System fast abgelaufen ist, die Ergebenheit der Diener Gottes immer noch in Zweifel (Offb. 12:10).

    3 Deshalb wollen wir drei Lehren aus dem Bibelbuch Hiob etwas genauer unter die Lupe nehmen:

    1. Aus den Prüfungen Hiobs wird deutlich, wer der eigentliche Feind der Menschheit ist und wer hinter der Verfolgung von Gottes Dienern steckt — Satan, der Teufel.
    2. Ganz egal, was wir alles durchmachen müssen, können wir es schaffen, Jehova vollständig ergeben zu bleiben, wenn wir eine enge Freundschaft zu ihm haben.
    3. Wenn wir auf irgendeine Weise auf die Probe gestellt werden, unterstützt uns Jehova, genauso wie er Hiob unterstützte. Heute tut er das durch sein Wort, seine Organisation und seinen heiligen Geist.

    Immer daran denken, wer der eigentliche Feind ist

    4 Viele glauben gar nicht, dass es einen Teufel gibt. Somit können sie nicht erkennen, dass letztlich er an den auch für sie so beängstigenden Weltverhältnissen schuld ist. Natürlich trägt auch der Mensch selbst einen großen Teil der Verantwortung für all die Missstände. Unsere Ureltern, Adam und Eva, wollten von ihrem Schöpfer unabhängig sein. Und ihre Nachkommen haben in einer Generation nach der anderen viel Unheil angerichtet. Derjenige jedoch, der Eva überhaupt erst dazu verführte, sich gegen Gott aufzulehnen, war der Teufel. Er beherrscht ein Weltsystem, das er unter der unvollkommenen, dem Tod unterworfenen Menschheit ins Dasein gerufen hat. Weil er „der Gott dieses Systems der Dinge“ ist, ist die menschliche Gesellschaft von denselben Grundzügen geprägt, die auch er aufweist: Stolz, Streitsucht, Eifersucht, Habsucht, Täuschung und Rebellion (2. Kor. 4:4; 1. Tim. 2:14; 3:6; lies Jakobus 3:14, 15). Das hat zu Hass, Korruption, politisch und religiös motivierten Auseinandersetzungen und zu allen möglichen Unruhen geführt, sehr zum Elend der Menschen!

    5 Wie dankbar können wir als Diener Jehovas dafür sein, dass wir verstehen dürfen, wer wirklich hinter den immer schlimmer werdenden Weltverhältnissen steckt! Bestimmt motiviert uns das enorm, uns an der Verkündigung der guten Botschaft zu beteiligen, um den Menschen die Augen dafür zu öffnen, wer der eigentliche Unruhestifter ist. Und sind wir nicht glücklich, dass wir für den wahren Gott, Jehova, eintreten und anderen erklären dürfen, wie er Satan beseitigen und den Missständen ein Ende machen wird?

    6 Nicht nur für das Leid in der Welt ist der Teufel hauptverantwortlich, sondern auch für die Verfolgung, die Gottes Diener erdulden. Er will uns unbedingt auf die Probe stellen. Jesus Christus sagte zum Apostel Petrus: „Simon, Simon, siehe, der Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten“ (Luk. 22:31). Genauso wird jeder von uns, der Jesu Fußstapfen folgen möchte, auf die eine oder andere Weise Prüfungen durchmachen müssen. Wie Petrus erklärte, ist der Teufel „wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen“. Und Paulus sagte: „Tatsächlich werden alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch verfolgt werden“ (1. Pet. 5:8; 2. Tim. 3:12).

    7 Angenommen, ein Glaubensbruder wird von einem Unglück getroffen. Woran zeigt sich dann, dass wir uns bewusst bleiben, wer unser eigentlicher Feind ist? Daran, dass wir keinen Bogen um unseren Bruder machen, sondern uns wie Elihu verhalten, der sich Hiob als echter Freund erwies. Wir stehen unserem Bruder zur Seite im Kampf gegen unseren gemeinsamen Feind, den Teufel (Spr. 3:27; 1. Thes. 5:25). Wir wollen ihm helfen, um jeden Preis treu zu bleiben und so Jehovas Herz zu erfreuen.

    8 Das Erste, was der Teufel Hiob wegnahm, war sein Viehbestand. Diese Tiere waren sehr wertvoll, wahrscheinlich Hiobs Existenzgrundlage. Er nutzte sie aber auch dazu, Jehova anzubeten. Wenn Hiob zum Beispiel seine Kinder „heiligte“, stand er „früh am Morgen auf und opferte Brandschlachtopfer nach ihrer aller Zahl; denn Hiob sprach: ‚Vielleicht haben meine Söhne gesündigt und haben in ihrem Herzen Gott geflucht.‘ So pflegte Hiob allezeit zu tun“ (Hiob 1:4, 5). Demnach brachte Hiob regelmäßig Tiere als Opfer für Jehova dar. Als die Prüfung begonnen hatte, war ihm das nicht mehr möglich. Er hatte keine „wertvollen Dinge“ mehr, um damit Jehova zu ehren (Spr. 3:9). Aber mit seinen Lippen konnte er Jehova nach wie vor ehren — und das tat er auch!

    Eine enge Freundschaft zu Jehova aufbauen

    9 Eine enge Freundschaft zu Jehova können wir alle aufbauen, ob wir reich oder arm sind, jung oder alt, gesund oder krank. Dadurch können wir es schaffen, durch alle Prüfungen hindurch treu zu bleiben und Jehovas Herz zu erfreuen. Das ist sogar Personen gelungen, die noch gar nicht viel über die Wahrheit wussten. Trotzdem traten sie mutig für Jehova ein und blieben ihm vollständig ergeben.

    10 Ein Beispiel dafür ist Schwester Walentina Garnowskaja, eine von vielen Zeuginnen Jehovas in Russland, die wie Hiob trotz schwerer Prüfungen treu blieben. Mit gut 20 Jahren erfuhr sie 1945 durch einen Bruder von der Wahrheit. Er kam noch zwei Mal zu ihr und zeigte ihr etwas aus der Bibel. Danach sah sie ihn nie wieder. Trotzdem predigte sie von da an ihren Nachbarn. Deshalb wurde sie festgenommen und zu 8 Jahren Lagerhaft verurteilt. 1953 kam sie frei und fing gleich wieder an zu predigen. Erneut wurde sie verhaftet und eingesperrt — diesmal für 10 Jahre. Nach Jahren der Haft in verschiedenen Lagern kam sie in ein Lager, in dem einige Schwestern eine Bibel besaßen. Eines Tages zeigte eine Schwester Walentina die Bibel. Das war ein aufregender Moment für sie, hatte sie bis dahin doch nur eine einzige Bibel zu Gesicht bekommen: bei dem Bruder, der sie 1945 mit der Wahrheit bekannt gemacht hatte!

    11 1967 kam Walentina frei und konnte sich endlich zum Zeichen ihrer Hingabe taufen lassen. Fleißig nutzte sie ihre Freiheit, um zu predigen — allerdings nur bis 1969, denn in diesem Jahr wurde sie ein weiteres Mal verhaftet und zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Trotzdem predigte sie weiter. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2001 konnte sie 44 Personen helfen, die Wahrheit kennenzulernen. Sie hatte 21 Jahre ihres Lebens in Haftanstalten und Lagern verbracht. Sie war bereit gewesen, auf alles — auch auf ihre Freiheit — zu verzichten, um Jehova treu zu bleiben. Kurz vor ihrem Tod sagte Walentina: „Ich hatte nie eine eigene feste Bleibe. Alle meine Habseligkeiten befanden sich in einem einzigen Koffer, aber ich war glücklich und zufrieden, weil ich Jehova dienen durfte.“ Was für eine deutliche Antwort Walentina doch auf die Behauptung Satans gab, unter Prüfungen würden Menschen Gott nicht treu bleiben (Hiob 1:9-11). Ganz sicher hat sich Jehova von Herzen über sie gefreut. Und zweifellos sehnt er sich danach, sie und alle anderen, die in Treue gestorben sind, aufzuerwecken (Hiob 14:15).

    12 Wir sind Freunde Jehovas, weil wir ihn lieben. Wir bewundern seine Eigenschaften und tun unser Bestes, damit unsere Lebensweise zu dem passt, was er vorhat. Im Gegensatz zu dem, was der Teufel behauptet, lieben wir Jehova aus freien Stücken und stellen keine Bedingungen. Aus dieser von Herzen kommenden Liebe schöpfen wir die Kraft, in Prüfungen treu zu bleiben. Und Jehova „wird den Weg seiner Loyalgesinnten behüten“ (Spr. 2:8; Ps. 97:10).

    13 Weil wir Jehova lieben, wollen wir seinen Namen ehren, auch wenn wir uns oft unzulänglich vorkommen. Jehova sieht unsere aufrichtigen Beweggründe und verurteilt uns nicht, wenn wir nicht alles schaffen, was wir gerne tun würden. Für ihn zählt nicht nur, was wir tun, sondern auch, warum wir es tun. Obwohl Hiob schwer bedrückt war und viel durchgemacht hatte, sprach er vor denen, die ihn anklagten, über seine Liebe für die Wege Jehovas. (Lies Hiob 10:12; 28:28.) Im letzten Kapitel des Bibelbuchs Hiob wird erwähnt, wie zornig Jehova auf Eliphas, Bildad und Zophar war, weil sie nicht die Wahrheit gesagt hatten. Gleichzeitig gab Jehova zu verstehen, dass Hiob seine Anerkennung hatte, denn er nannte ihn vier Mal „mein Knecht“ und machte klar, dass er nur Hiobs Fürbitte zugunsten der drei falschen Tröster annehmen würde (Hiob 42:7-9). Bestimmt wollen auch wir uns vornehmen, immer so zu handeln, dass sich Jehova über uns freuen kann.

    Jehova unterstützt seine treuen Diener

    14 Hiob blieb treu, obwohl er unvollkommen war. Unter dem extremen Druck, den er aushalten musste, sah er nicht immer alles richtig. Zum Beispiel sagte er zu Jehova: „Ich rufe zu dir um Hilfe, aber du antwortest mir nicht . . . Mit der Machtfülle deiner Hand feindest du mich an.“ Auch versteifte er sich zu sehr darauf, sich zu rechtfertigen, indem er betonte, er sei nicht im Unrecht, an seinen Händen klebe keine Gewalttat und sein Gebet sei aufrichtig (Hiob 10:7; 16:17; 30:20, 21). Doch Jehova half Hiob auf freundliche Weise, indem er ihm eine ganze Reihe von Fragen stellte, die ihn von sich selbst ablenkten und seinen Blick dafür schärften, wie erhaben Gott ist und wie klein und unbedeutend im Vergleich dazu der Mensch. Hiob nahm die Orientierungshilfe an und korrigierte sich. (Lies Hiob 40:8; 42:2, 6.)

    15 Heute gibt Jehova seinen Dienern ebenfalls freundliche und klare Anleitung. Dazu kommen noch andere wichtige Vorteile: Zum Beispiel hat Jesus Christus das Loskaufsopfer erbracht, was die Vergebung unserer Sünden möglich macht. Auf der Grundlage dieses Opfers können wir trotz unserer Unvollkommenheit Freunde Jehovas sein (Jak. 4:8; 1. Joh. 2:1). Wir können um Unterstützung und Kraft durch Gottes heiligen Geist bitten, wenn wir in Prüfungen geraten. Wir haben die vollständige Bibel zur Verfügung, mit der wir uns auf Glaubensprüfungen vorbereiten können, wenn wir darin lesen und das Gelesene auf uns wirken lassen. Dank unseres Bibelstudiums verstehen wir die Streitfragen, die sich um die universelle Souveränität und unsere eigene sittliche Vollständigkeit drehen.

    16 Sehr zugute kommt uns auch, dass wir zu einer weltweiten Bruderschaft gehören dürfen, die durch den „treuen und verständigen Sklaven“ von Jehova mit geistiger Speise versorgt wird (Mat. 24:45-47). In jeder der über 100 000 Versammlungen der Zeugen Jehovas werden Zusammenkünfte abgehalten, die uns weiterbilden und für Glaubensprüfungen ausrüsten.Das zeigt das Beispiel von Sheila, einer Jugendlichen aus Deutschland.

    17 Eines Tages hatte Sheilas Klasse eine Freistunde, in der die Schüler ohne Lehrer in ihrer Klasse blieben. Ihre Mitschüler kamen auf die Idee, mit einer Alphabettafel zu experimentieren. Sheila verließ daraufhin sofort den Raum. Als sie später erfuhr, was sich zugetragen hatte, war sie froh, so reagiert zu haben. Die Mitschüler hatten nämlich tatsächlich Besuch von Dämonen, sodass es einige mit der Angst zu tun bekamen und aus dem Raum flohen. Was half Sheila aber, spontan richtig zu entscheiden? Sie berichtet: „In der Zusammenkunft vor dem besagten Ereignis hatten wir einen Programmpunkt über die Gefahren der Alphabettafel. Ich wusste deshalb, was ich zu tun hatte, denn ich wollte, wie es in Sprüche 27:11 heißt, Jehovas Herz erfreuen.“ Wie gut, dass Sheila diese Zusammenkunft besucht und aufmerksam zugehört hatte!

    18 Nehmen wir uns fest vor, uns eng an die Anleitung zu halten, die uns Gottes Organisation bietet. Wenn wir

    • regelmäßig die Zusammenkünfte besuchen,
    • die Bibel lesen,
    • biblische Veröffentlichungen studieren,
    • beten und
    • eng mit reifen Christen zusammenarbeiten,

    erhalten wir die Hilfe und Unterstützung, die wir brauchen. Jehova möchte, dass wir den Kampf gewinnen, und er baut darauf, dass wir treu bleiben. Wie froh können wir doch sein, dass wir Jehovas Namen in Ehren halten, ihm vollständig ergeben bleiben und sein Herz erfreuen dürfen!

  46. Juleam 16. Januar 2011 um 12:10 Link zum Kommentar

    Hiob 1 – 4

    Hiob 1:1

    Es war da ein Mann im Land Uz, dessen Name Hiob war; und dieser Mann erwies sich als untadelig und rechtschaffen und gottesfürchtig und von Schlechtem weichend.

    Was können wir also von Hiob lernen? Welche Eigenschaften müssten wir uns aneignen, damit Jehova Satan über uns ebenso antwortet?

    hier einige Querverweise zu diesem Text:

    (Hesekiel 14:14)

    „ ,Und hätten sich diese drei Männer in seiner Mitte befunden: Noah, Daniel und Hiob, sie selbst würden wegen ihrer Gerechtigkeit ihre Seele befreien‘ ist der Ausspruch des Souveränen Herrn Jehova.“

    (Hesekiel 14:20)

    selbst wenn Noah, Daniel und Hiob in seiner Mitte wären, so wahr ich lebe‘, ist der Ausspruch des Souveränen Herrn Jehova, ‚weder Sohn noch Tochter würden sie befreien; sie selbst würden wegen ihrer Gerechtigkeit ihre Seele befreien.‘ “

    Würde Jehova uns mit in diese Reihe „Noah, Daniel und Hiob“ einreihen – oder müssten wir dafür noch ganz viel an uns ändern?

    (Jakobus 5:11)

    Seht! Wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben. Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova gab, daß Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist.

    harren auch wir aus – oder knicken wir bei den ersten Schwierigkeiten ein und gehen lieber „den Weg des geringsten Widerstandes“?

    (Hiob 2:3)

    Und Jehova sprach weiter zu Satan: „Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, daß es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend? Auch hält er noch an seiner unversehrten Lauterkeit fest, obwohl du mich gegen ihn reizt, ihn ohne Ursache zu verschlingen.“

    (1. Mose 6:9)

    Dies ist die Geschichte Noahs. Noah war ein gerechter Mann. Er erwies sich als untadelig unter seinen Zeitgenossen. Noah wandelte mit dem [wahren] Gott.

    unterscheiden wir uns ebenso deutlich von unseren Zeitgenossen? Oder können andere nur daran erkennen, dass wir Jehova anbeten, das wir sagen „wir sind Zeugen Jehovas“ und dass wir die Zusammenkünfte besuchen?

    (2. Könige 20:3)

    „Ich bitte dich, o Jehova, denk doch daran, wie ich vor dir in Wahrhaftigkeit und mit ungeteiltem Herzen gewandelt bin; und was gut war in deinen Augen, habe ich getan.“ Und Hiskia brach in heftiges Weinen aus.

    ist unser Herz ebenso ungeteilt?

    Wirkt sich unser Glaube an Jehova auf unser ganzes Leben aus? Sind wir 24 Stunden Zeugen Jehovas, oder nur während der offiziellen Zeiten wie Versammlung und Predigtdienst?

    (Nehemia 5:15)

    Was die früheren Statthalter betrifft, die vor mir waren, sie hatten es dem Volk schwergemacht, und fortwährend hatten sie von ihnen für Brot und Wein täglich vierzig Silberschekel bezogen. Auch ihre Bediensteten selbst waren herrisch mit dem Volk umgegangen. Was mich betrifft, ich habe aus Gottesfurcht nicht so getan.

    wie steht es mit unserer Gottesfurcht?

    Was meinen wir damit, wenn wir sagen „wir sind gottesfürchtig“? Haben wir Angst vor der Strafe, die uns von Seiten Jehovas trifft, weil wir bei Fehlern erwischt werden?

    Oder haben wir Angst, ihn mit unserem Verhalten zu kränken? Wirkt sich dies dann auf unser Verhalten aus?

    (Sprüche 8:13)

    Die Furcht Jehovas bedeutet das Böse hassen. Selbsterhöhung und Stolz und den schlechten Weg und den verkehrten Mund habe ich gehaßt.

    gut zusammen gefasst!

    Hassen auch wir das Böse? Halten wir uns davon fern oder liebäugeln wir doch manchmal damit?

    (Sprüche 16:6)

    Durch liebende Güte und Wahrhaftigkeit wird Vergehung gesühnt, und in der Furcht Jehovas weicht man von Schlechtem.

    nicht weil wir Angst vor Strafe Gottes haben – sondern weil uns das Schlechte anwidert

    (1. Thessalonicher 5:22)

    Von jeder Art Bosheit haltet euch fern.

    auch was unsere Unterhaltung und Freizeitgestaltung betrifft

    (1. Petrus 3:11)

    er wende sich aber ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.

    jagen wir dem Frieden aktiv nach?

    Verleugenen wir auch unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse dafür? Oder verstehen wir diesen Text nur so, dass die anderen dem Frieden nachjagen müssen und mir entgegenkommen müssen und ich kann das gnädig annehmen – selbst bin ich aber nicht dazu bereit?

    Wie wir sehen, war Hiob wirkich eine Person, die wir uns zum Vorbild nehmen können und auch sollten.

    Wie empfinden wir, wenn wir von Hiob lesen?

    Nur Mitleid, oder auch den dringenden Wunsch, so zu sein wie er?

    Den Wunsch haben, Jehova ebenfalls so stolz auf uns zu machen, wie er?

  47. Juleam 16. Januar 2011 um 12:19 Link zum Kommentar

    Hiob 1:9

    Darauf antwortete Satan Jehova und sagte: „Ist es etwa umsonst, daß Hiob Gott gefürchtet hat?

    Schließt der Widersacher etwa hier von sich auf andere?

    Wie kommt er dazu, Jehova so zu antworten?

    Rufen wir uns doch bitte mal in Erinnerung, wieviele Millionen Jahre Satan bereits mit Jehova im Himmel gelebt hat. Er hat gesehen, wie liebevoll Jehova immer mit den Menschen – aber auch mit den Engeln – umgegangen ist!

    Hatte er denn nicht gesehen, dass man Jehova einfach lieben muss?

    Wie kann man eine Person, die so liebevoll und gerecht ist, nicht lieben?

    Dachte Satan ernsthaft, dass Hiob Jehova nur diente, weil er von IHM gesegnet wurde?

    Für mich hört sich das eher neidisch an. Bedenken wir doch, was sich im Garten Eden ereignete. Auch da war er bereits neidisch, wollte die Anbetung haben, die eigentlich Jehova zustand; die Lorbeeren für etwas einheimsen, was er nicht getan hatte. Denn in Offenbarung 4 steht, dass Jehova allein würdig ist angebetet zu werden, denn ER hatte alles gemacht.

    Wieso wollte Satan das nicht anerkennen?

  48. Juleam 16. Januar 2011 um 12:29 Link zum Kommentar

    Hiob 1:9-11

    Darauf antwortete Satan Jehova und sagte: „Ist es etwa umsonst, daß Hiob Gott gefürchtet hat? 10 Hast nicht du selbst um ihn und um sein Haus und um alles, was er hat, ringsum eine Hecke aufgerichtet? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und sein Viehbestand, er hat sich ausgebreitet auf der Erde. 11 Aber zur Abwechslung strecke bitte deine Hand aus, und taste alles an, was er hat, [und sieh,] ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“

    Jedesmal, wenn ich diese Verse hier lese, könnte ich mich über den Ton aufregen, in dem er hier mit seinem Schöpfer redet. Unfassbar!

    Wie kommt er dazu, so mit seinem himmlischen Vater zu reden?

    Könnte es sein, dass wir manchmal dem Widersacher in dieser Hinsicht gleichen? Wie könnte das passieren?

    Wie gehen wir mit Respekts- und Autoritätspersonen um? Wie gehen wir mit unserem Ehepartner, unserem Chef, unseren Eltern, den Ältesten der Versammlung um?

    Was, wenn wir meinen, wir hätten berechtigten Grund zur Klage, da wir uns selbst und unsere Bedürfnisse nicht ernst genommen fühlen? Äußert sich dies dann in unserem Ton dem anderen gegenüber?

    Würden wir genau in demselben Ton mit dem anderen reden, wenn nun Jesus Christus direkt neben uns stehen würde?

    Wenn nicht – warum nicht an uns arbeiten?

    Oder fragen wir uns: würden wir auch mit Jesus Christus reden? Nein? Weil er ja vollkommen ist und keine Fehler gemacht hat?

    Aber wie hat Jesus mit seinen Eltern geredet? Sie waren unvollkommen, machten Fehler und er war vollkommen. Trotzdem war er seinen Eltern respektvoll untertan!

    Da muss ich dann auch wieder an das biblische Drama „Suche Gottes Gerechtigkeit zum Überleben“ denken. Hier können wir – unter anderem – ein Ehepaar beobachten, das nicht einer Meinung ist und das ganze im Laufe eines Jahres zu einem Machtspielchen eskallieren lässt, ohne sich dessen überhaupt bewußt zu sein. Der Schwiegervater kommt unverhofft dazu und sagt ihnen, wie er ihren Umgang miteinander empfindet. Er sagt, dass sie sich nicht mehr wie Anbeter Jehovas benehmen.

    Wie steht es mit uns?

    Wie reagieren wir auf Personen, die uns gekränkt haben, die uns vielleicht nicht so ernst nehmen, wie wir uns dies wünschen?

    Könnte es sein, dass unser Ton dann dem Ton gleicht, in dem Satan hier mit Jehova spricht?

    Sind wir uns dessen bewußt, dass wir Jehova mit so einem Verhalten sehr kränken?

    Jehova ist trotzdem liebevoll und geduldig mit ihm, nur leider wird es ihm nicht gedankt, er wird immer unverschämter. Sehr bedauerlich

  49. Juleam 16. Januar 2011 um 12:36 Link zum Kommentar

    Hiob 1:13-19

    Nun kam der Tag herbei, an dem seine Söhne und seine Töchter im Haus ihres Bruders, des erstgeborenen, aßen und Wein tranken. 14 Und da kam ein Bote zu Hiob, und er sagte dann: „Die Rinder waren gerade beim Pflügen, und die Eselinnen weideten an ihrer Seite, 15 als die Sabaer einfielen und sie wegnahmen, und sie schlugen die Bediensteten mit der Schärfe des Schwertes nieder; und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    16 Während dieser noch redete, kam jener und sprach dann: „Ja Feuer Gottes fiel von den Himmeln und loderte dann unter den Schafen und den Bediensteten und verzehrte sie; und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    17 Während jener noch redete, kam ein anderer und sagte dann: „Die Chaldaer bildeten drei Haufen und fielen über die Kamele her und nahmen sie weg, und sie schlugen die Bediensteten mit der Schärfe des Schwertes nieder; und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    18 Während dieser andere noch redete, kam ein weiterer und sprach dann: „Deine Söhne und deine Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres Bruders, des erstgeborenen. 19 Und siehe, ein gewaltiger Wind kam aus der Gegend der Wildnis, und er stieß dann an die vier Ecken des Hauses, so daß es auf die jungen Leute fiel und sie starben. Und ich konnte entrinnen, nur ich allein, um es dir mitzuteilen.“

    können wir uns den Schmerz des Mannes vorstellen?

    Können wir nachempfinden, wie verzweifelt er gewesen sein muss?

    Innerhalb kürztester Zeit alles zu verlieren, was einem wichtig ist – wie soll man so etwas ertragen? Wobei der schmerzlichste Verlust sicherlich seine Kinder waren.

    Wie würden wir wohl reagieren, wenn wir alles verlieren würden?

    Wenden wir uns dann enttäuscht von unserem Schöpfer ab, oder halten wir weiterhin an IHM und unserem Glauben und der wahren Anbetung fest?

    Oder sind wir vielleicht „Schönwetter-Christen“?

  50. Juleam 16. Januar 2011 um 12:47 Link zum Kommentar

    Hiob 2:1-6

    Danach kam der Tag herbei, an dem die Söhne des [wahren] Gottes hineingingen, um sich vor Jehova zu stellen, und da kam auch Satan in ihrer Mitte, um sich vor Jehova zu stellen.

    2 Da sprach Jehova zu Satan: „Von woher kommst du denn?“ Satan antwortete darauf Jehova und sagte: „Vom Umherstreifen auf der Erde und vom Umherwandeln auf ihr.“ 3 Und Jehova sprach weiter zu Satan: „Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, daß es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend? Auch hält er noch an seiner unversehrten Lauterkeit fest, obwohl du mich gegen ihn reizt, ihn ohne Ursache zu verschlingen.“ 4 Aber Satan antwortete Jehova und sagte: „Haut um Haut, und alles, was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben. 5 Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus, und rühre an sein Gebein und sein Fleisch, [und sieh,] ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird.“

    6 Daher sprach Jehova zu Satan: „Da ist er in deiner Hand! Nur auf seine Seele gib acht!“

    Der Widersacher wird immer unverschämter!

    Leider ist dies immer wieder bei Personen zu beobachten, die sich von unserem liebevollen Schöpfer abgewandt haben: weil die Strafe nicht auf dem Fuß folgt, werden sie immer unverschämter

    Könnte es uns ebenso gehen?

    Folgt die Strafe nicht auf dem Fuß, so handeln Kinder wie Erwachsene und fühlen sich in ihrem Unrechttun ermutigt. „Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun“ (Prediger 8:11).

    fl Kap. 10 S. 138-139

    Wie reagieren wir, wenn wir nicht sofort für falsches Handeln bestraft werden?

    Sind wir froh, dass der andere (Behörden, Chef, Ehemann, Eltern usw.) nachsichtig mit uns ist und bessern uns – oder fühlen wir uns ermutigt, noch unverschämter zu werden?

    Werden wir vielleicht maßlos darin, respektlos zu sein?

    2. Timotheus 3:13-14

    13 Böse Menschen aber und Betrüger werden vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten, indem sie irreführen und irregeführt werden.

    14 Du aber, bleibe bei den Dingen, die du gelernt hast und zu glauben überzeugt worden bist, da du weißt, von welchen Personen du sie gelernt hast,

  51. Juleam 16. Januar 2011 um 13:00 Link zum Kommentar

    Hiob 2:9-10

    Schließlich sprach seine Frau zu ihm: „Hältst du noch an deiner unversehrten Lauterkeit fest? Fluche Gott und stirb!“ 10 Er aber sagte zu ihr: „Wie eine der unverständigen Frauen redet, redest auch du. Sollen wir nur, was gut ist, von dem [wahren] Gott annehmen und nicht auch annehmen, was schlecht ist?“ In all diesem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.

    Bei diesen Versen muss ich immer an meine geliebte Oma mütterlicherseits denken. Da konnte passieren, was wolle – sie hielt immer an ihrem Glauben und an ihrem Gott fest. Und dies, obwohl sie nicht einmal eine genaue Erkenntnis der Wahrheit hatte.

    Bei einer Familienfeier sagte eine Tante, die wusste, wie sehr ich meine verstorbene Oma bewundert hatte, zu mir: „Du kannst dir noch so viel Mühe geben, du wirst niemals werde wie deine Oma. Die Oma hat immer alles als von Gott gegeben angenommen, ohne zu fragen. Das kannst du nicht. Da bist du anders“.

    Diese Aussage schmerzt mich noch heute. Nicht, weil ich mich beleidigt gefühlt hätte – sondern weil ich es mir so sehr wünschen würde, genau so zu sein!

    Auch wir haben hier in den letzten Jahren als Familie sehr viel Schlimmes erlebt, haben alles verloren, was uns wichtig war. Sicherlich habe ich niemals meine Liebe und meinen Glauben an Jehova verloren, aber ich habe sehr oft mit unserem Schicksal gehardert, habe oft gesagt „jetzt müsste Jehova aber endlich was tun!“

    Diesen Ausspruch hat wohl niemand jemals bei meiner Oma gehört.

    Ich freue mich schon darauf, meine Oma im Paradies wieder zu sehen und ihre Freude und ihr Glück in ihren Augen zu sehen. Ihr Glaube hat sich gelohnt, sie hat trotz allem immer fest zu ihrem Gott gehalten – ohne die Belohnung so wirklich zu kennen. Ihr hatte es gereicht, dass sie so lebte, dass sie ihrem Gott gefiel.

    Aber darin gleiche ich meiner Oma dann doch: selbst, wenn ich die Belohnung nicht erlangen würde, so hätte sich unser Leben doch gelohnt. Denn ich hätte die wunderbare Zuversicht, dass mein Lebenswandel meinem Gott gefallen hat.

    Und diese Gewissheit kann uns niemand nehmen. Egal, was auch noch passiert (wobei: was soll noch passieren? Wir haben ja bereits alles verloren).

    Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen

    Römer 8:35-39

    Wer wird uns von der Liebe des Christus trennen? Etwa Drangsal oder Bedrängnis oder Verfolgung oder Hunger oder Nacktheit oder Gefahr oder das Schwert? 36 So wie geschrieben steht: „Um deinetwillen werden wir den ganzen Tag zu Tode gebracht, wie Schlachtschafe sind wir geachtet worden.“ 37 Im Gegenteil, aus allen diesen Dingen gehen wir vollständig siegreich hervor durch ihn, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, noch Regierungen, noch Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, noch Mächte, 39 noch Höhe, noch Tiefe, noch irgendeine andere Schöpfung imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

    Ist es nicht tröstlich zu wissen, dass der Widesacher und alle Feinde, die wir haben mögen, uns dies niemals nehmen können?

  52. Juleam 16. Januar 2011 um 13:10 Link zum Kommentar

    Hiob 2:13

    Und sie blieben sieben Tage und sieben Nächte bei ihm auf der Erde sitzen, und keiner redete ein Wort zu ihm, denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war.

    Wie hätten wir uns gefühlt, wenn wir nun an Hiobs Stelle gewesen wären?

    Ja, sie waren gekommen, seine Freunde. Sie hatten ihn nicht allein gelassen und wie wir den Versen davor entnehmen können, haben sie auch ihre Betroffenheit über seine Lage zum Ausdruck gebracht.

    Aber nun sitzten sie bereits seit 7 Tagen ihm gegenüber, sehen ihn an und schweigen.

    Was hätten wir uns an seiner Stelle gewünscht?

    Und wie reagieren wir als „Freunde Hiobs“?

    Sind wir für unsere Freunde und Brüder in einer ähnlichen Notlage da? Nehmen wir uns die Zeit, nach ihm zu sehen und Trost zu spenden, egal in welcher Art?

  53. Juleam 16. Januar 2011 um 13:30 Link zum Kommentar

    Hiob Kapitel 3 – Hiob macht seinen Gefühlen Luft

    Hiob 3:11-13

    Warum starb ich vom Mutterschoß nicht weg?
    [Warum] kam ich aus dem Leib hervor und verschied dann [nicht]?

    12 Warum kamen Knie mir entgegen
    Und warum Brüste, daß ich saugen sollte?

    13 Denn nun hätte ich dagelegen, daß ich ungestört wäre;
    Dann hätte ich geschlafen; ich hätte Ruhe

    wie empfinden wir diese Worte?

    Ist Hiob ein Schwächling, ein Waschlappen, mit dem wir nichts zu tun haben wollten – weil er jetzt lieber tot wäre?

    Oder können wir verstehen, dass diese Worte Ausdruck seines tiefen Schmerzes sind?

    Legen wir vielleicht die Worte eines solchen Leidgeplagten auf die Wortwage und rügen ihn, weil er „so einen Unsinn“ redet?

    Oder verstehen wir, dass es der Schmerz ist, der aus ihm spricht und nehmen diese Worte unkommentiert zur Kenntnis? Bleiben trotzdem bei ihm und versuchen, ihm Kraft zu geben?

  54. Juleam 17. Januar 2011 um 23:39 Link zum Kommentar

    Hiob 5 – 7

    Hiob 6:14

    Was irgendeinen betrifft, der seinem Mitmenschen liebende Güte vorenthält:
    Er wird dann auch die Furcht des Allmächtigen verlassen.

    das sind aber harte Worte. Wie sind sie gemeint?

    Jemand, der so handelt, hat sich bereits von Jehova entfernt – oder wird er es tun, wie es im ersten Moment so rüberkommt?

    Herausgezogene Querverweise und Bibelstellen

    (Sprüche 3:3)
    Liebende Güte und Wahrhaftigkeit mögen dich nicht verlassen. Binde sie um deinen Hals. Schreibe sie auf die Tafel deines Herzens,

    (Sprüche 19:22)
    das Begehrenswerte am Erdenmenschen ist seine liebende Güte; und einer mit wenig Mitteln ist besser als ein lügenhafter Mann.

    (Hosea 6:6)
    Denn an liebender Güte habe ich Gefallen gefunden und nicht am Schlachtopfer; und an der Erkenntnis Gottes mehr als an Ganzbrandopfern.

    (Sacharja 7:9)
    „Dies ist, was Jehova der Heerscharen gesagt hat: ‚Nach wahrem Recht haltet Gericht; und übt liebende Güte und Erbarmungen gegeneinander;

    (Matthäus 25:44)
    Dann werden auch sie antworten und sagen: ‚Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als einen Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und dienten dir nicht?‘

    (Hiob 23:16)
    Ja, Gott selbst hat mein Herz zaghaft gemacht, Und der Allmächtige selbst hat mich in Bestürzung versetzt.

    (1. Johannes 3:17)
    Wer immer aber die Mittel dieser Welt zum Lebensunterhalt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und dennoch die Tür seiner [Gefühle] innigen Erbarmens vor ihm verschließt, wie bleibt da die Liebe Gottes in ihm?

    Was bewirken diese Verse in uns?

    Denken wir, es sei eine Ansichtssache, ob wir anderen helfen?
    Denken wir, wir könnten selbst entscheiden, ob wir dies tun?
    Denken wir, wir könnten uns weiterhin in Gottes Liebe bewahren, wenn wir wegschauen, wenn wir unseren Bruder in Not sehen?

    Besonders eindrucksvoll ist ja hier der Text aus Matthäus – dass Jesus Personen aussortiert hat, die anderen ihre Hilfe vorenthalten haben – denn er sah es so an, als hätten sie IHN achtlos in seinem Elend liegen lassen.

    Bedenken wir dies, wenn wir das nächste Mal mitbekommen, dass unser Bruder in Not ist, vielleicht unter Verfolgung aus seiner nächsten Umgebung leidet?

    Fühlen wir uns gedrängt, ihm zu helfen? Auch wenn dies für uns persönlich bedeuten würde, dass wir selbst Probleme mit den Verfolgern bekommen würden?

    Stellen wir die Interessen anderer immer unseren eigenen voran – oder nur dann, wenn es uns gerade passt und nicht so doll weh tut?

  55. Juleam 18. Januar 2011 um 00:02 Link zum Kommentar

    Hiob 8 – 10

    Hiob 8:5-6

    Wenn du selbst nach Gott ausschauen wirst
    Und [wenn] du den Allmächtigen um Gunst anflehen wirst,
    6 Wenn du lauter und rechtschaffen bist,
    So würde er jetzt für dich erwachen,
    Und er würde bestimmt deinen gerechten Aufenthaltsort wiederherstellen

    Ja, bitte lesen wir die Bibel immer im Zusammenhang!

    Was lehrt uns dieser Text im Zusammenhang mit der Geschichte um Hiob? Es ist nicht wahr!

    Wenn wir dies nämlich glauben, dann werden wir straucheln, wenn es zu wirklicher Bedrängnis kommt.

    Mein Vater hat uns Kindern bereits sehr früh folgenden Grundsatz mitgegeben: „Behandle andere immer so, wie du selbst behandelt werden möchtest“. Ihr kennt diesen Grundsatz sicherlich in ähnlicher Form als die „goldene Regel“

    Leider habe ich dies falsch verstanden. Ich hatte es so verstanden, dass wenn ich andere gut behandle, mit Liebe und Respekt, so müssten sie mich ebenso behandeln.

    Und bin dabei leider in den letzten Jahren fürchterlich auf die Nase gefallen. Stehe oftmals fassungslos vor den Scherben und kann nicht glauben, wie Personen, denen ich alles gegeben habe, für die ich alles verloren habe, uns nun mit Füßen treten. Sich nicht nur von uns abwenden und nichts mehr mit uns zu tun haben wollen, sondern sie reden schlecht von uns und unterstützen damit diejenigen, die so erfolgreich mit ihrem Rufmord waren.

    Wenn Bildad nun zu Hiob sagt, dass Jehova ganz sicherlich dafür sorgen würde, dass es ihm wieder gut ginge und sein Leid beendet wäre – wenn er nur die Gebote Jehovas halten würde – dann malt er ein falsches Bild von Gott.

    Wir heute wissen zwar darum, dass Gott Leid zulässt und auch warum, aber wenn wir auf diese Lüge hereinfallen würden, dann würden wir wohl den letzten Mut verlieren. Denn dann sind wir an dem Punkt, dass wir unserem Gott am liebsten anschreien würden „warum hilfst du mir denn nicht? Du hattest es doch versprochen!“

    Dann kann man nicht ruhig bleiben, wenn Jehova die Dinge immer weiter zulässt, obwohl wir meinen, wir könnten es keine Sekunde mehr länger aushalten. Dann würden wir nämlich dem Satan in die Falle gehen und uns vielleicht von unserem Gott abwenden.

    Ganz ganz wichtig, dass wir den ergänzenden Bibeltext dabei immer mit im Sinn behalten:

    2. Timotheus 3:12

    Tatsächlich werden alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch verfolgt werden.

    Am Besten erinnern wir uns nochmal an den Schluß von dem Vortrag „Die letzten Stunden im Leben Jesu“, wo der Bruder zum Abschluß sagt:

    Hast du einen sicheren und gemütlichen Platz in der Versammlung? Geht es dir gut? Hast du keine Probleme?

    Dann bist du nicht wirklich in der Wahrheit.

    Denn wer Gott wirklich dient, der wird auch mit Drangsal zu kämpfen haben!

    Also behalten wir dieses Wechselspiel immer im Hinterkopf – wenn wir unter Drangsal leiden, aber ebenso, wenn wir andere trösten

  56. Juleam 18. Januar 2011 um 00:13 Link zum Kommentar

    Hiob 8:11-13

    Wird eine Papyruspflanze hochwachsen ohne einen Sumpf?
    Wird ein Schilfrohr groß werden ohne Wasser?

    12 Während es noch in seiner Knospe ist, nicht abgepflückt,
    Ja vor allem anderen Gras wird es verdorren.

    13 So sind die Pfade all derer, die Gott vergessen,
    Und selbst die Hoffnung eines Abtrünnigen wird vergehen,

    wahre Worte – aber im falschen Zusammenhang!

    Es stimmt, was Bildad sagt: der Böse wird auf Dauer kein Gelingen haben. Aber der Umkehrschluß ist verkehrt:

    Es stimmt nämlich nicht, dass diejenigen, denen es schlecht geht und die unter Drangsal jeglicher Art zu leiden haben, den Segen Jehovas verloren haben!

    Erinnern wir uns an den Studienartikel, den wir am 1. Januar zum Tagestext gelesen haben: hier wird uns gezeigt, wie wichtig es ist, zu erkennen, wer wirklich hinter der Drangsal steht.

    Und wir wissen ja: der Satan kann uns als Werkzeug mißbrauchen, um andere zu entmutigen. Also achten wir bitte immer auf unser Handeln, aber auch auf unsere Worte.

    Bitte geben wir niemandem Anlaß zum Straucheln – indem wir Gottes Wort aus dem Zusammenhang reißen, sondern vermitteln wir den Gedanken, wie es gemeint war von Jehova

  57. Juleam 18. Januar 2011 um 00:33 Link zum Kommentar

    Kapitel 9 – Hiob weiß es ansatzweise richtig

    Er weiß, dass Jehova machtvoll ist, alles tun kann, was er nur möchte und er erkennt auch an, dass Jehova immer und in allem gerecht ist. Daher diskutiert er auch nicht mit IHM, sondern antwortet nur auf die falschen Anschuldigungen seiner Freunde, die eigentlich als Trost gedacht waren. Er würde sich niemals anmaßen, respektlos mit seinem Gott zu reden!

    Hiob 9:12-15

    Wer wird zu ihm sagen: ‚Was tust du?‘?

    13 Gott selbst wird seinen Zorn nicht abwenden;
    Unter ihm müssen sich die Helfer eines Stürmers niederbeugen,

    14 Wieviel mehr so in dem Fall, da ich ihm selbst antworte!
    Ich will meine Worte ihm gegenüber wählen,
    15 Dem ich, auch wenn ich wirklich im Recht wäre, nicht antworten würde.
    Bei meinem Gegner im Rechtsstreit würde ich um Gunst flehen.

    Hiob 9:32-33

    Denn er ist nicht ein Mann wie ich, [daß] ich ihm antworten dürfte,
    Daß wir miteinander vor Gericht treten könnten.

    33 Da ist niemand, um zwischen uns zu entscheiden,
    Daß er seine Hand auf uns beide legte.

    Aber er hat auch erkannt, dass es nicht wirklich Jehova ist, der ihn prüft, denn er wusste damals schon, dass die Erde in der Hand Satans war:

    Hiob 9:24

    Die Erde selbst ist in die Hand dessen gegeben worden, der böse ist;
    Das Angesicht ihrer Richter bedeckt er.
    Wenn nicht [er], wer ist es dann?

    Hiob hatte bereits einige Puzzleteile, aber noch nicht alle und daher konnte er das ganze Bild noch nicht so richtig erkennen. Er konnte nicht wissen, dass er ein Streitobjekt geworden war, dass der Widersacher seine Lauterkeit in Frage zog und versuchte, am Beispiel Hiobs Jehova zu beweisen, dass er mit seinen unverschämten Unterstellung im Recht sei.

    Ob er wohl ebenso wütend geworden wäre wie ich, wenn er es gewußt hätte?

    Wissen wir persönlich es eigentlich zu schätzen, dass wir heute die Bibel haben und die Dinge verstehen können?

    Nutzen wir sie wirklich gut, indem wir die Zeit für die wichtigeren Dinge auskaufen – oder haben wir vielleicht keine Zeit dazu?

    Gerade in den letzten Jahren ist mir erst so richtig bewußt geworden, wie wichtig es eigentlich ist, täglich in der Bibel zu lesen. Damit meine ich nicht, jeden Tag den Tagestext zu lesen. Auch wenn einige meinen, dass sie damit täglich in der Bibel lesen, immerhin ist jeden Tag ein anderer Bibeltext dran.

    Ich meine „wirklich in der Bibel lesen“, damit wir alle Puzzleteile richtig zusammensetzen können. Dann wissen wir, wie Jehova denkt und fühlt und dann können wir auch die richtigen Entscheidungen treffen.

    Wir machen dieses Programm „Wir lesen die Bibel in einem Jahr ganz durch – so wie die Dinge zeitlich passiert sind“ nun bereits das dritte Jahr und ich muss ganz ehrlich sagen: wenn wir es nicht getan hätten, hätte ich nicht die Kraft gehabt, weiterhin treu im Glauben auszuharren!

  58. Juleam 19. Januar 2011 um 21:48 Link zum Kommentar

    Hiob 11 – 13

    Hiob 13:18

    Seht! Bitte, ich habe einen Rechtsfall dargelegt;
    Ich weiß wohl, daß ich selbst im Recht bin.

    „Ich weiss, dass ich im Recht bin“

    Damit hat er ja auch Recht!

    Denn seine „Freunde“ deuten ja an, das ganze Leid würde ihm widerfahren, weil er gegen Gott gesündigt hätte. Aber das stimmt ja nicht. Das Gegenteil ist der Fall!

    All dies Leid widerfährt ihm, weil er untadelig und rechtschaffen war. Erinnern wir uns noch an den allerersten Vers im Bibelbuch Hiob?

    Was ist eigentlich verkehrt daran, dass er sich hier rechtfertigt?

    Hätte er den Anschuldigungen lieber Glauben schenken sollen?

  59. Juleam 20. Januar 2011 um 22:05 Link zum Kommentar

    Hiob 14 – 17

    Hiob 15:7-9

    Wurdest du als der allererste Mensch geboren,
    Oder wurdest du vor den Hügeln mit Wehen hervorgebracht?

    8 Hörst du dem vertraulichen Gespräch Gottes zu,
    Und beschränkst du Weisheit auf dich selbst?

    9 Was weißt du denn, was wir nicht wissen?
    Was verstehst du, was uns nicht auch [bekannt] ist?

    Auch hier hat der falsche Tröster in dem Punkt Recht, dass alle Anbeter Gottes eigentlich von IHM unterwiesen werden und eigentlich alle das gleiche Wissen haben sollten.

    Trotzdem weiß Hiob mehr als seine Freunde zusammen. Wie kann dies sein?

    Seine Freunde kannten die Worte, hatten das Wort Gottes gehört, hatten vom Leben der treuen Männer gehört und wussten, wer wann und wo. Aber sie hatten es nicht wirklich begriffen. Sie begriffen den Zusammenhang nicht wirklich. Sie hatten zwar die einzelnen Puzzlesteine, aber sie hatten es versäumt, diese zu einem ganzen Bild zusammenzusetzen. So wussten sie nicht, wie herrlich das Bild des wahren Gottes war, wussten nicht wirklich um seine wundervolle Persönlichkeit und seine Eigenschaften.

    Es ist immer ein Unterschied, ob wir nur das theoretische Wissen haben, oder ob wir es anwenden können, ob wir Unterscheidungsvermögen erlangt haben. Wie können wir dies erlangen?

    Durch Gebrauch!

    Hiob kannte nicht nur die Geschichten, sondern er hat sich wirkliche Gedanken gemacht, die Dinge hinterfragt. Er wusste nicht nur, wie Jehova mit Jakob gehandelt hatte, sondern auch warum.

    Daher hatte er eine andere – eine weitaus größere, tiefere – Erkenntnis, als seine Freunde.

    Aber das konnten diese wohl kaum verstehen

  60. Juleam 20. Januar 2011 um 22:23 Link zum Kommentar

    Hiob 16:1-5

    Und Hiob antwortete und sprach dann:

    2 „Ich habe viele Dinge wie diese gehört.
    Ihr alle seid leidige Tröster!

    3 Gibt es ein Ende für windige Worte?
    Oder was ärgert dich, daß du antwortest?

    4 Auch ich könnte so gut reden wie ihr.
    Wenn nur eure Seele da wäre, wo meine Seele ist,
    Würde ich in Worten gegen euch glänzen,
    Und würde ich meinen Kopf über euch schütteln?

    5 Ich würde euch mit den Worten meines Mundes stärken,

    Oh ja, wie wahr diese Worte doch sind!

    Kennen wir dies, dass wir für andere immer die richtigen Worte haben, sie für uns selbst aber niemals finden? Und mit der Anwendeung…

    Ich erinnere mich immer noch sehr gut an die Geburt meiner Tochter. Ich hatte mich überfordert gefühlt und viele Ängste. Dadurch hatte ich mich verkrampft und habe es nicht geschafft, so zu atmen, wie von der Hebamme „angeordnet“. Als sie dann noch sagte „machen Sie das mal wie Ihr Mann, der macht das richtig“, bin ich fast ausgeflippt. Ja, wenn ich neben ihm gesessen hätte und nur mit ihm hätte mitatmen müssen – dann hätte ich das sicherlich auch ganz toll gemacht!

    Ob diese leidigen Tröster ebenso eine „ausgeglichene und entspannte Einstellung“ gehabt hätten, wenn sie selbst an Hiobs Stelle krank und elend da gesessen hätten, alles verloren, was ihnen wichtig war? Wenn sie der Leidende wäre nund Hiob lediglich anwesend wäre, um sie zu trösten?

    Auf einem Kongress habe ich mal einen sehr schönen Vergleich gehört, warum Leiden erdulden nicht immer nur schlecht ist: Es war die Veranschaulichung mit der Muschel und der Perle, die Bruder Wagemann so anschaulich erzählt hat:

    Wenn eine Muschel eine Perle hervorbringt, dann ist dies etwas ganz wunderbares und wertvolles. Aber wie entwickelt die Muschel eigentlich die Perle? Es muss erst ein Fremdkörper in die Muschel eindringen, der der Muschel Schmerzen bereitet. Dann fängt sie nach und nach an, Perlmutt herzustellen und um den Fremdkörper herum zu bilden. Ohne die Schmerzen durch den Fremdkörper würde eine Muschel also niemals eine so kostbare Perle hervorbringen.

    Leid bewirkt auch bei uns etwas Positives. Wir haben die Möglichkeit, zu beweisen, dass wir treu zu Jehova stehen, auch wenn es nicht leicht ist und unser Glaube wird geläutert – und ist danach „viel wertvoller als Gold“.

    Aber es bewirkt noch etwas: Verständnis!

    Dadurch, dass wir durch ein ganz tiefes Tal gehen und dies nicht nur kurz andauert, erleben wir, was Leid und Schmerz bedeutet und wie schwer es sein kann, unter solchen Umständen den Glauben zu bewahren und nicht mit unserem Gott zu hadern. Dadurch werden wir verständnisvoller und urteilen vielleicht nicht mehr so schnell über andere, weil wir nur den äußeren Anschein wahrnehmen.

    Die Indianer haben da einen sehr schönen Spruch: „Bilde dir erst dann ein Urteil über deinen Bruder, wenn du viele Meilen in seinen Schuhen gelaufen bist“.

    Sicherlich wird Hiob nach seiner Leidensphase noch viel verständnisvoller, mitfühlender und liebevoller gewesen sein, als er es bereits vorher schon war

  61. Juleam 20. Januar 2011 um 22:45 Link zum Kommentar

    Kapitel 16 – 17

    gestern hatte ich meinen Mann gefragt, warum eigentlich dieser Wortwechsel zwischen Hiob und den „Tröstern“ so ausführlich in der Bibel stehen mag, denn er ist für mich ziemlich anstrengend zu lesen. Nicht nur, dass man darauf achten muss, wer gerade redet – sondern auch zu wem! Einfacher ist es da, sich das biblische Drama dazu anzuhören, denn da wird deutlicher, wer zu wem spricht und worum es geht – „Fürchte Gott und weiche vom Schlechten“.

    Die Rede Hiobs in Kapitel fängt damit an, dass er zu den „Tröstern“ spricht, aber mittendrin redet er wieder mit Jehova (ab Vers 8). Daher kann es sehr verwirrend sein und man muss gut aufpassen und aufmerksam mit verfolgen wer gerade zu wem redet.

    Die Antwort war: es kann als Filter dienen!

    Als Filter? Um auszufiltern, wer ehrlich und aufrichtig nach der Erkenntnis Gottes sucht und um auszufiltern, ob etwas stimmt, was andere zu uns sagen, oder auch nicht.

    So werden wir ja immer wieder auf unseren echten Glauben geprüft. z.B. im Predigtdienst, wenn wir auf Personen treffen, die auch die Bibel lesen. Denken wir bitte nicht, Zeugen Jehovas seien die Einzigen, die regelmäßig in der Bibel lesen. Manche Menschen an den Türen kennen die Bibel besser als so mancher Bruder im Predigtdienst; da sie sich intensiv mit der Bibel beschäftigen, aus welchen Gründen auch immer. So lassen manche Personen uns einfach nur aus dem Grund herein, um uns anhand der Bibel zu beweisen, dass wir auf dem Holzweg sind.

    Was, wenn dir nun jemand Texte aus Hiob „um die Ohren haut“, um dich zum Wanken zu bringen und dich vielleicht davon zu überzeugen, in seine Religion zu wechseln? Es gibt tatsächlich einige freievangelische Richtungen, wo die Anhänger genau dazu geschult werden. Wenn ich die Bibel nun nicht gut kenne und nicht verstehe, worum es geht, könnte mich so eine Person aus dem Gleichgewicht bringen, denn ich sehe „es steht ja wirklich in der Bibel, dann muss derjenige ja Recht haben“, aber vergesse dabei, den Kontext zu sehen.

    Immerhin steht in der Bibel auch „es gibt kein Jehova!“ – stimmt das dann? Gibt es wirklich Jehova Gott nicht? Nein! Wenn wir den Zusammenhang lesen, dann sehen wir, dass der Ungläubige so denkt.

    Wenn wir also den Dialog in Hiob wirklich aufmerksam lesen, dann werden wir in unserem Glauben gefestigt und werden nicht zum Straucheln gebracht.

    Sollte dies nicht unser Ziel sein?

    Unser Bezirkskongress im letzten Sommer hieß „Bleibt Jehova nahe!“ und genau dies sollte unser Ziel sein. Es ist nicht damit getan, die Bibel zu studieren, sich Jehova hinzugeben und sich taufen zu lasssen – und dann gewohnheitsmäßig zu den Zusammenkünften und in den Predigtdienst zu gehen. Wir müssen auch daran arbeiten, Jehova nahe zu bleiben, so wie wir ja auch daran arbeiten müssen, dass unsere Ehe zu einem Erfolg wird. Nur mit der Heirat ist es da ja auch nicht getan. Wer nicht an seiner Beziehung arbeitet, wird sehr schnell vor den Scherben seiner Ehe stehen. Wollen wir das?

    Wollen wir vielleicht eines Tages vor den Scherben unserer innigen Freundschaft mit Jehova stehen?

    Also lesen wir immer aufmerksam in der Bibel. Nicht nur Worte und Sätze, sondern so, dass wir sie auch verstehen!

  62. Juleam 21. Januar 2011 um 23:00 Link zum Kommentar

    Hiob 18 – 20

    Hiob 18:4

    Wird um deinetwillen die Erde verlassen werden
    Oder ein Fels wegrücken von seiner Stelle?

    im Drama „Fürchte Jehova und weiche vom Schlechten“ fragt Bildad: „Meinst du, nur weil du wütend bist, passiert ein Erdbeben?“

    So ähnlich habe ich mal gedacht!

    Ich war der Ansicht: wenn es mir ganz schlecht geht und ich überhaupt nicht mehr kann – dann MUSS Jehova endlich eingreifen!

    Aber er hat dies nicht getan. Dafür hat er mir aber immer die Kraft gegeben oder die Zusicherung, dass er mich liebt und mit mir und meiner Hausgemeinschaft ist.

    Es hat fast zwei Jahre gebraucht, bis ich es endlich wirklich kapiert habe und mit meinen Erwartungen zurück geschraubt habe. Denn es ist wirklich nicht einfach, in so einer Situation zu akzeptieren, dass der Gott dem ich diene und der die Macht hat, die Farce zu beenden, es nicht tut – sondern sich damit begnügt, mir „nur“ die nötige Kraft zu geben.

    Es hat gedauert, damit zufrieden zu sein.

    Denn es ist eine Sache, sich damit abzufinden, dass die Situation höchstwahrscheinlich erst am Tag seines Gerichts geklärt wird. Aber irgendwie bleibt doch ganz tief Innen die Hoffnung, dass man noch in dieser Zeit rehabilitiert würde.

    Oftmals habe ich mir in Gedanken ausgemalt, wie dies geschehen könnte, aber das scheitert dann immer wieder daran, dass es nicht geht, ohne viele Brüder mit hinein zu ziehen, die überhaupt nichts damit zu tun haben. Und das will ich nicht! Wir hier sind jetzt hier nur zwei, die unter der Situation leiden. Würde Jehova aber in der Form eingreifen, wie es Sinn machen würde, würde es in mehreren Versammlungen erst Unruhe und dann damit vielleicht auch noch Unfrieden geben. Wo ist da dann der Sinn? Wir beide – uns ginge es besser – aber viele Brüder müßten darunter leiden, obwohl sie überhaupt nichts damit zu tun haben.

    Also bin ich lieber damit zufrieden, wie es ist und damit, wie Jehova hilft.

    Aber es war ein langer und sehr schmerzlicher Prozess, um bis hierhin zu kommen. Mein Schwiegervater hat mal gesagt, es habe etwas mit Demut zu tun und das stimmt auch. Man muss wirklich die Interessen der anderen in so einem Fall den eigenen voranstellen. Oder könnte man wirklich glücklich sein, wenn so viele andere darunter leiden müßten?

    Sein Glück auf dem Unglück anderer aufbauen? Die Personen, die ich in den vergangenen Jahren dabei beobachtet habe, haben sich zwar genommen was sie wollten, ohne Rücksicht auf Verluste. Aber sie sind nicht nur nicht glücklich – nein, sie sind noch nicht einmal zufrieden! Und die Gunst Jehovas haben sie zudem auch noch verloren.

    War es das wert?

  63. Juleam 21. Januar 2011 um 23:01 Link zum Kommentar

    Hiob 19:13-19

    Meine eigenen Brüder hat er weit von mir entfernt,
    Und selbst diejenigen, die mich kennen, haben sich von mir auch abgewandt.

    14 Meine vertrauten Bekannten sind ausgeblieben,
    Und diejenigen, die ich kenne, sie haben mich vergessen,
    15 Die als Fremdlinge in meinem Haus weilen; und selbst meine Sklavinnen halten mich für einen Fremden;
    Ein wirklicher Ausländer bin ich in ihren Augen geworden.

    16 Meinen Knecht habe ich gerufen, aber er antwortet nicht.
    Mit meinem eigenen Mund flehe ich ihn ständig um Mitleid an.

    17 Mein Atem selbst ist meiner Frau widerlich geworden,
    Und den Söhnen des Leibes meiner [Mutter] bin ich stinkend geworden.

    18 Auch Buben haben mich verworfen;
    Stehe ich bloß auf, so beginnen sie gegen mich zu reden.

    19 Alle Menschen der Gruppe meiner Vertrauten verabscheuen mich,
    Und diejenigen, die ich liebte, haben sich gegen mich gewandt.

    wie schmerzlich, wenn diese Worte auf uns selbst zutreffen

    können wir das Leid und den Schmerz von Hiob nachempfinden?

    Sicherlich gibt es nichts Schlimmeres, als wenn einem so etwas widerfährt – es ist der größte Verlust, den wir erleiden können.

    All die materiellen Dinge, aller Ruhm und alles Ansehen – ist nichts im Vergleich dazu, von Menschen, die wir lieben verlassen und dann auch verfolgt zu werden!

  64. Juleam 21. Januar 2011 um 23:06 Link zum Kommentar

    Hiob 19:23-25

    O daß nun meine Worte niedergeschrieben würden!
    O daß sie doch in ein Buch eingezeichnet würden!

    24 Mit einem eisernen Griffel und [mit] Blei,
    O daß sie für immer in den Felsen eingehauen würden!

    25 Und ich selbst weiß wohl, daß mein Erlöser lebt
    Und daß, nach [mir] kommend, er sich über [dem] Staub erheben wird.

    wenn Hiob wüsste, dass sich alles erfüllt hat von dem, was er sich hier wünscht!

    Jehova hat ihn aus der Situation nicht nur befreit, sondern auch erhoben – ganz deutlich gemacht, dass an den falschen Vorwürfen und Anschuldigungen nichts dran ist, sondern dass er Hiob von Herzen liebt, weil dieser ihm wohlgefällig ist. Nicht nur das, er hat aufgezeigt, warum Hiob leiden musste, dass es nicht war, weil er gesündigt hätte, sondern weil er so rechtschaffen und loyal war.

    Aber auch der Wunsch, dass seine Worte in ein Buch geschrieben werden sollten, hat sich erwünscht. Wir lesen sie gerade!

  65. Juleam 21. Januar 2011 um 23:10 Link zum Kommentar

    Hiob 20:1-3

    Und Zophar, der Naamathiter, antwortete und sprach dann:

    2 „Darum geben mir meine eigenen beunruhigenden Gedanken selbst Antwort,
    Auch wegen meiner inneren Erregtheit.

    3 Eine mich beschimpfende Mahnung höre ich;
    Und ein Geist ohne das Verständnis, das ich habe, erwidert mir.

    wie wahr, dieses Verständnis, das Zophar hat, hat Hiob nun wirklich nicht!

    wie gut für Hiob!!!

  66. Juleam 22. Januar 2011 um 23:50 Link zum Kommentar

    Hiob 21 – 24

    Hiob 21:4-12

    Ich würde einen Rechtsfall vor ihm darlegen,
    Und meinen Mund würde ich mit Gegenargumenten füllen;
    5 Ich würde die Worte kennen, mit denen er mir antwortet,
    Und ich würde beachten, was er zu mir sagt.

    6 Würde er mit Machtfülle mit mir streiten?
    O nein! Sicherlich würde er selbst auf mich achten.

    7 Dort wird der Rechtschaffene selbst gewiß die Dinge mit ihm richtigstellen,
    Und ich würde für immer meinem Richter entkommen.

    8 Siehe! Ostwärts gehe ich, und er ist nicht dort,
    Und wieder zurück, und ich kann ihn nicht bemerken,
    9 Nach links, wo er wirkt, aber ich kann [ihn] nicht erblicken;
    Er biegt nach rechts ab, aber ich sehe [ihn] nicht.

    10 Denn er kennt ja den Weg, den ich einschlage.
    [Nachdem] er mich geprüft hat, werde ich wie Gold selbst hervorgehen.

    11 An seinen Schritten hat mein Fuß festgehalten;
    Seinen Weg habe ich eingehalten, und ich weiche nicht ab.

    12 [Von] dem Gebot seiner Lippen entferne ich mich nicht.
    Ich habe die Reden seines Mundes aufbewahrt, mehr als was mir vorgeschrieben ist.

    „Könnte ich doch meinen Fall Gott darlegen und IHM meine Argumente vorbringen …“

    Da hat er mit seiner kompletten Argumentation Recht!

    Ja! Jehova würde ihm zuhören! Und ER würde sich sicherlich nicht in falschen Anschuldigungen ergehen.

    Im Gegenteil: er würde ihm liebevoll erklären, was da eigentlich läuft.

    Ob ER es hinterher irgendwann tatsächlich getan hat?

    Falls nicht – dann wird Hiob es spätestens nach seiner Auferstehung aus der Bibel erfahren.

    Ich persönlich würde sehr gern dann mit ihm darüber reden und ihm sagen, wie sehr er mich mit seiner unversehrten Lauterkeit beeindruckt, getröstet und motiviert hat!

  67. Juleam 23. Januar 2011 um 23:36 Link zum Kommentar

    Hiob 25 – 27

    Hiob 25:4

    Wie also kann der sterbliche Mensch vor Gott im Recht sein,
    Oder wie kann ein von einer Frau Geborener rein sein?

    „Wie kann ein Mensch vor Gott stehen und behaupten, rein zu sein?“ – immerhin wissen wir ja, dass wir alle unvollkommen und daher nicht ohne Sünde sind.

    Dies ist eigentlich richtig – aber wieder in einen falschen Zusammenhang gebracht:

    Die falschen Trösten gehen ja davon aus, dass Hiob von Gott so bestraft wurde, weil er gesündigt habe. Hiob ist sich allerdings keiner Schuld bewußt. Trotzdem ist er sich darüber im Klaren, dass wir oftmals ohne es zu wissen und ohne es zu bemerken sündigen. Aus diesem Grund war es seine Gewohnheit für seine Kinder Schlacht-/Sündopfer darzubringen. Soweit ist das Ganze auch richtig.

    Allerdings kollidiert diese Argumentation nun aber mit der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Jehovas!

    Jehova sucht immer das Gute im Menschen. Er hat den Grundsatz:

    Strafe wo nötig – Barmherzigkeit wo möglich

    Würde es zu so einem Gott passen, dass er Hiob so hart für etwas straft, dessen er sich nicht einmal bewußt ist?

    Wir wissen, dass Hiob rechtschaffen, untadelig und vom Schlechten weichend war. Auch seine Freunde hätten ihn und seine Eigenschaften gut kennen müssen. Konnten sie sich wirklich vorstellen, dass dieser gerechte Mann im geheimen ein unmoralisches zügelloses Leben führen würde?

    Oder waren sie wirklich im Glauben, dass Gott ihn für eine kleine unbewußte Übertretung so hart strafen würde?

    Wußten sie nicht, dass oftmals der Gerechte leiden mußte?

    Was war mit Abel? War es eine Strafe Gottes, dass er von seinem Bruder erschlagen wurde?

    Was mit Henoch?

    Was war mit Jakob, der durch die glorreiche List seines Schwiegervater so viele Jahre leiden mußte?

    Was mit Joseph, der von seinen Brüdern nicht nur verkauft wurde, sondern auch wegen einer Falschanklage ins Gefängnis geworfen wurde und dort viele Jahre bleiben mußte?

    Was war mit Abraham und Sarah, die so viele Jahre Kinderlose geblieben sind?

    Alles gerechte Männer (und Frauen), die viel erleiden mußten. Personen, die das Wohlgefallen und die Gunst Jehovas hatten.

    Also was war ihr Problem? Warum diese Unterstellungen und immer wieder Argumente, die nicht trösteten, sondern niederrissen?

  68. Juleam 24. Januar 2011 um 23:04 Link zum Kommentar

    Hiob 28 – 31

    Hiob 29:2-5, 11-12

    „O daß ich wie in den Mondmonaten vor alters wäre,
    Wie in den Tagen, als Gott mich behütete;
    3 Als er seine Lampe über meinem Haupt leuchten ließ,
    [Als] ich bei seinem Licht [durch] Finsternis zu wandeln pflegte;
    4 So wie ich in den Tagen meiner Vollreife war,
    Als es trauten Umgang mit Gott in meinem Zelt gab,
    5 Als der Allmächtige noch bei mir war,

    Denn das Ohr, es hörte zu und pries mich dann glücklich,
    Und das Auge, es sah und legte dann Zeugnis für mich ab.

    12 Denn stets befreite ich den Niedergedrückten, der um Hilfe rief,
    Und den vaterlosen Knaben und den, der keinen Helfer hatte.

    Lohnt es sich, sich für andere zu verausgaben? Oder ist es sinn- und zwecklos, denn: „Undank ist der Welten Lohn“!?

    Hiob 30:1, 5-13,

    Wie einer, der die Trauernden tröstet.

    30 Und jetzt haben sie über mich gelacht,
    Diese an Tagen Jüngeren als ich,

    Aus der Gemeinschaft wurden sie jeweils vertrieben;
    Man schrie ihnen stets nach wie einem Dieb.

    6 Am Abhang von Wildbachtälern [müssen sie] weilen,
    In Staublöchern und in Felsen.

    7 Inmitten der Sträucher pflegten sie zu schreien;
    Unter den Nesseln drängten sie sich jeweils zusammen.

    8 Söhne des Unverständigen, auch Söhne des Namenlosen,
    Sie sind aus dem Land hinausgepeitscht worden.

    9 Und jetzt bin ich sogar das Thema ihres Liedes geworden,
    Und ich diene ihnen zum Gerede.

    10 Sie haben mich verabscheut, sie haben sich von mir ferngehalten;
    Und von meinem Angesicht hielten sie [ihren] Speichel nicht zurück.

    11 Denn er löste [meine] eigene Bogensehne und ging daran, mich zu demütigen,
    Und den Zaum ließen sie meinetwegen los.

    12 Zu [meiner] Rechten erheben sie sich wie eine Brut;
    Meine Füße haben sie gehen lassen,
    Doch warfen sie dann ihre Unheilsdämme gegen mich auf.

    13 Sie haben meine Pfade aufgerissen;
    Sie förderten nur Widriges gegen mich,
    Ohne daß sie irgendeinen Helfer hatten.

  69. Juleam 24. Januar 2011 um 23:07 Link zum Kommentar

    Hiob 30:16-19

    Und nun ist meine Seele in mir ausgegossen,
    Tage der Trübsal erfassen mich.

    17 Nachts sind meine Gebeine selbst durchbohrt worden [und fielen] von mir ab,
    Und [Schmerzen,] die an mir nagen, ruhen nicht.

    18 Durch die Fülle von Kraft verändert sich mein Gewand;
    Gleich dem Kragen meines langen Gewandes umgürtet es mich.

    19 Er hat mich zum Lehm hinuntergebracht,
    So daß ich mich wie Staub und Asche erweise.

    eine verständliche Reaktion für jemand, der für andere immer sein letztes Hemd gegeben hat. Er hat sich damit abgefunden, dass kein Dank zurückkommt, damit kann er laben. Aber dass sich nun diejenigen, denen er alles gegeben hatte, sich nun gegen ihn wenden, ihn verhöhnen und verspotten?

    Dass Personen, die eigentlich innerhalb von Jehovas Volk nichts zu suchen haben, ihn nicht nur verspotten, sondern auch alles tun, um ihn aus der Gemeinschaft seiner Brüder hinaus zu drängen?

  70. Juleam 24. Januar 2011 um 23:15 Link zum Kommentar

    Hiob 30:25-26

    Bestimmt habe ich geweint um den, der einen harten Tag hat;
    Meine Seele ist um den Armen bekümmert gewesen.

    26 Obwohl ich auf Gutes wartete, kam doch Schlechtes;
    Und ich harrte auf das Licht, aber Dunkel kam.

    und hier sind wir wieder an dem Punkt, an dem ich selbst schon so oft verzweifelt bin, da ich der selben Ansicht war wie Hiob:

    Wer gut zu anderen ist – der wird von anderen auch gut behandelt!

    Nix ist. Undank ist leider der Welten Lohn.

    Wenn ich diese Verse lese, dann tut mir Hiob immer wieder in der Seele leid. Dann muss ich aber auch an das denken, was mein Therapeut mir mal vor Jahren sagte: „Sie sind zu gut für diese Welt. Sie glauben immer noch an das Gute im Menschen“ und auch daran, was eine liebe Freundin vor kurzem sagte „vielleicht muss ich einfach lernen, selbst auch hart und egoistisch zu werden, damit ich in diesem System überlebe.“

    Dieser Verzweifelten habe ich dann gesagt, dass ich lieber an diesem System verzweifeln werde, als ebenso zu werden, wie solche Menschen!

    Egal, wie hart alles ist und egal wie undankbar die anderen sein mögen und wie sehr wir oft darüber verzweifeln, so haben wir doch die Gewißheit, dass wir unserem Gott gefallen. Und dies ist doch das Einzige, was wirklich zählt – oder?

    Ich glaube, dass Hiob das genauso sehen würde…

    Außerdem bin ich der Überzeugung, dass wir gerade an unserer Reaktion auf solche Personen zeigen, wo wir wirklich stehen: ob wir unsere Hingabe an Jehova ernst meinen und Christen vom Herzen her sind – oder nur der Form halber!

  71. Juleam 25. Januar 2011 um 23:32 Link zum Kommentar

    Hiob 32 – 34

    Hiob 32:2

    Aber der Zorn Elihus, des Sohnes Barachels, des Busiters, von der Familie Ram, entbrannte. Gegen Hiob entflammte sein Zorn darüber, daß er eher seine eigene Seele gerechtsprach als Gott.

    Hiob 33:8-9, 12-13

    Nur hast du vor meinen Ohren gesagt,
    Und den Ton [deiner] Worte hörte ich ständig:
    9 ‚Ich bin lauter, ohne Übertretung;
    Rein bin ich, und kein Vergehen ist an mir.

    Siehe! Darin bist du nicht im Recht gewesen, antworte ich dir;
    Denn Gott ist viel mehr als der sterbliche Mensch.

    13 Warum hast du gegen ihn gestritten,
    Weil er all deine Worte nicht beantwortet?

    und nun führt er auf, wie Jehova seine Fragen beantwortet hat, ohne dass er selbst es bemerkt hätte:

    Hiob 33:14-18

    Denn Gott redet einmal
    Und zweimal — wenn man es auch nicht gewahr wird —
    15 In einem Traum, einer Vision der Nacht,
    Wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt,
    In Schlummerzeiten auf dem Bett.

    16 Dann ist es, daß er das Ohr der Menschen entblößt,
    Und auf die Ermahnung an sie drückt er sein Siegel,
    17 Um einen Menschen von seiner Tat abzubringen
    Und daß er [den] Stolz vor einem kräftigen Mann verdecke.

    18 Er hält seine Seele zurück von der Grube

    bemerken wir es, wenn Jehova zu uns redet?

    Hiob 33:27-30

    Er wird vor Menschen singen und sprechen:
    ,Ich habe gesündigt; und was gerade ist, habe ich verdreht,
    Und es war bestimmt nicht das richtige für mich.

    28 Er hat meine Seele davon erlöst, in die Grube zu fahren,
    Und mein Leben selbst wird das Licht sehen.‘

    29 Siehe! Alle diese Dinge vollbringt Gott
    Zweimal, dreimal in dem Fall eines kräftigen Mannes,
    30 Um seine Seele von der Grube abzuwenden,
    Damit er mit dem Licht der Lebenden erleuchtet werde.

  72. Juleam 25. Januar 2011 um 23:41 Link zum Kommentar

    Hiob 34:1-12

    Und Elihu fuhr fort, zu antworten und zu sagen:

    2 „Hört, ihr Weisen, auf meine Worte;
    Und ihr, die Kundigen, gebt mir Gehör.

    3 Denn das Ohr selbst prüft Worte,
    So wie der Gaumen beim Essen kostet.

    4 Laßt uns das Recht für uns erwählen;
    Laßt uns unter uns erkennen, was gut ist.

    5 Denn Hiob hat gesagt: ‚Ich bin bestimmt im Recht,
    Gott aber hat das Recht von mir abgewandt.

    6 Teile ich gegen mein eigenes Recht Lügen mit?
    Meine schwere Wunde ist unheilbar, obwohl keine Übertretung da ist.‘

    7 Welcher kräftige Mann ist wie Hiob,
    [Der] Verspottung wie Wasser trinkt?

    8 Und er ist bestimmt auf dem Weg zur Gemeinschaft mit Schadenstiftern
    Und zum Wandeln mit Menschen der Bosheit.

    9 Denn er hat gesagt: ‚Ein kräftiger Mann hat keinen Nutzen davon,
    Daß er an Gott Wohlgefallen findet.‘

    10 Daher, ihr Menschen mit Herz, hört mir zu!
    Fern sei es von dem [wahren] Gott, böse zu handeln,
    Und vom Allmächtigen, unrecht zu handeln!

    11 Denn [gemäß] der Handlungsweise des Erdenmenschen wird er ihn belohnen,
    Und gemäß dem Pfad des Mannes wird er es auf ihn kommen lassen.

    12 Ja in der Tat, Gott selbst handelt nicht böse,
    Und der Allmächtige selbst verdreht das Recht nicht.

    Au weia! Ist mir bisher noch garnicht aufgefallen, dass Elihu hier jemand, der mit Gott hardert und meint, es lohne sich nicht, Jehova wirklich zu dienen, mit Schadenstiftern und dem Bösen in einen Topf wirft!

    Also ganz wichtig: immer wieder daran denken, worum es wirklich geht und daran, dass wir nicht zur Gemeinschaft der Bösen und Schadenstiftern gehören wollen!

  73. Juleam 27. Januar 2011 um 12:47 Link zum Kommentar

    Hiob 38 – 42

    Hiob 38:41-39:6

    Wer bereitet dem Raben sein Futter,
    Wenn seine eigenen Jungen zu Gott um Hilfe rufen,
    [Wenn] sie fortgesetzt umherirren, weil es nichts zu fressen gibt?

    39 Hast du die bestimmte Zeit erkannt, zu der die Steinböcke des zerklüfteten Felsens gebären?
    Beobachtest du genau, wann die Hindinnen unter Geburtsschmerzen [Junge] hervorbringen?

    2 Zählst du die Mondmonate, die sie erfüllen,
    Oder hast du die bestimmte Zeit, da sie gebären, erkannt?

    3 Sie beugen sich, wenn sie ihre Jungen werfen,
    [Wenn] sie ihre Wehen los werden.

    4 Ihre Söhne werden kräftig, sie werden groß auf dem freien Feld;
    Sie ziehen tatsächlich aus und kehren nicht zu ihnen zurück.

    5 Wer hat das Zebra in die Freiheit entsandt,
    Und wer hat selbst des Wildesels Bande gelöst,
    6 Zu dessen Haus ich die Wüstenebene bestimmte
    Und zu dessen Wohnorten das Salzland?

    Hiob 39:13-16

    Hat der Straußenhenne Flügel fröhlich geschlagen,
    Oder [hat sie] die Schwingen eines Storches und das Gefieder?

    14 Denn sie überläßt der Erde ihre Eier,
    Und im Staub hält sie sie warm,
    15 Und sie vergißt, daß ein Fuß sie zerdrücken
    Oder auch ein wildlebendes Tier des Feldes auf sie treten kann.

    16 Sie behandelt ihre Söhne tatsächlich hart, als gehörten sie nicht ihr —
    Vergeblich ist ihre Mühe, [denn sie ist] unerschrocken.

    Hiob 39:26-30

    Ist es zufolge deines Verstandes, daß sich der Falke emporschwingt,
    Daß er seine Flügel zum Südwind hin ausbreitet?

    27 Oder ist es auf deinen Befehl, daß ein Adler aufwärts fliegt
    Und daß er sein Nest hoch oben baut,
    28 Daß er auf einem zerklüfteten Felsen weilt und die Nacht
    Auf einem zerklüfteten Felszahn und an einem unzugänglichen Ort verbringt?

    29 Von dort aus muß er nach Nahrung suchen;
    Weit in die Ferne schauen seine Augen unablässig.

    30 Und seine Jungen, sie schlürfen fortwährend Blut;
    Und wo die Erschlagenen sind, da ist er.“

    was wissen wir über die Natur, über das Verhalten der Tiere?

    Womit beschäftigen wir uns in der Freizeit?

    Was unternehmen wir z.B. an den freien Tagen mit unserer Familie?

    Wenn wir uns viel in der Natur aufhalten und die Tiere beobachten, dann kommen wir dadurch unserem Gott noch näher!

    Ist es uns das wert?

    Im übrigen war dies die erste Aufgabe, die unser Schöpfer dem Menschen gab: er sollte die Tiere beobachten und ihnen dann entsprechend ihrem Verhalten Namen geben

  74. Juleam 27. Januar 2011 um 12:57 Link zum Kommentar

    Hiob 40:7-8

    „Gürte bitte deine Lenden wie ein kräftiger Mann;
    Ich werde dich befragen, und du unterrichte mich.

    8 Willst du wirklich mein Recht ungültig machen?
    Willst du mich schuldig sprechen, damit du im Recht bist?

    auszugsweise aus dem WT 2006 unter Lehren für uns:

    27:2; 30:20, 21.
    Die Lauterkeit zu bewahren setzt keine Vollkommenheit voraus.

    Hiob handelte nämlich verkehrt, als er sich kritisch über Gott äußerte.

    egal, wie stark wir an die Wand gedrückt werden und egal, wie sehr wir darüber enttäuscht sind, dass unser Gott noch nicht für uns aktiv wird – wir dürfen uns niemals dazu hinreißen lassen, unseren Gott zu beschuldigen!

  75. Juleam 27. Januar 2011 um 13:12 Link zum Kommentar

    Hiob 42:1-6

    Und Hiob antwortete Jehova und sprach dann:

    2 „Ich habe erkannt, daß du alle Dinge zu tun vermagst,
    Und es gibt keine Idee, die für dich unerreichbar ist.

    3 ‚Wer ist dieser, der Rat verdunkelt ohne Erkenntnis?‘
    Darum redete ich, doch verstand ich nicht,
    Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kenne.

    4 ‚Höre bitte, und ich selbst werde reden.
    Ich werde dich befragen, und du unterrichte mich.‘

    5 Vom Hörensagen habe ich von dir gehört,
    Nun aber hat mein eigenes Auge dich gesehen.

    6 Deshalb widerrufe ich,
    Und ich bereue wirklich in Staub und Asche.“

    sind auch wir demütig genug, uns unserem Gott zu unterwerfen? Nachzugeben und zu tun, was er uns gebietet – auch wenn wir es nicht verstehen?

    Erinnern wir uns an Abraham: er hatte auch nicht wirklich verstanden, warum Jehova von ihm forderte, seinen geliebten Sohn Isaak als Opfer darzubringen. Der Redner auf dem BZK im letzten Sommer sagte zum Abschluß des Programmpunktes „Männer und Frauen, die Jehova sehr nahe geblieben sind – Abraham“:

    Wahrscheinlich wird Abraham zu seinen Lebzeiten niemals so ganz verstanden haben, warum er Isaak opfern sollte. Umso begeisterter wird er in der Auferstehung sein, wenn er erfährt, dass er es als Vorschau auf das große Opfer Jehovas getan hat
    (frei nach Pape)

    Noah sollte die Arche bauen. Auch dies konnte er nicht wirklich verstehen, denn bis dato hatte es noch nicht geregnet und seine Spötter fragten ihn zu Recht: „Woher soll denn das ganze Wasser kommen?“. Ganz verstanden hatte er es erst, als die Flut dann kam. Trotzdem war er gehorsam. Die Bibel sagt „in allem tat Noah so, wie Gott sagte“.

    Wie ist es mit uns?

    Gehorchen wir unserem Gott immer? Ist unsere Liebe tief genug, um auch die dunklen Stunden zu überstehen, ohne unseren Glauben und unsere innige Liebe zu Gott zu verlieren?

    im WT vom 15.03.06 heißt es dazu auszugsweise unter Lehren für uns:

    1:8–11; 2:3–5. Wie Hiobs Beispiel erkennen lässt, erfordert Lauterkeit nicht nur, das Richtige zu sagen und zu tun, sondern auch, Jehova aus dem richtigen Beweggrund zu dienen.

    10:1. Hiob war durch Verbitterung verblendet, weshalb er nicht nachdachte, ob sein Leid andere Gründe haben könnte. Wir dürfen uns durch Leid nicht verbittern lassen, vor allem, da wir deutlich verstehen, um welche Streitfragen es eigentlich geht.

    27:5. Hiob hätte sich nur selbst um seine Lauterkeit bringen können. Lauterkeit hängt nämlich von der Liebe zu Gott ab. Wir sollten daher daran arbeiten, eine starke Liebe zu Gott zu haben.

    was fangen wir mit solcher Erkenntnis an?

    Sind es nur Worte, die wir gelesen haben und die wir vielleicht sogar aus dem Stehgreif zitieren können – oder bestimmen sie unser Leben?

    Könnten wir wie Hiob sagen:

    Vom Hörensagen habe ich von dir gehört,
    Nun aber hat mein eigenes Auge dich gesehen.

  76. Juleam 27. Januar 2011 um 13:20 Link zum Kommentar

    Hiob 42:7-8

    Und es geschah, nachdem Jehova diese Worte zu Hiob geredet hatte, daß Jehova dann zu Eliphas, dem Temaniter, sprach:

    „Mein Zorn ist gegen dich und deine beiden Gefährten entbrannt, denn ihr habt von mir nicht geredet, was wahrhaftig ist, wie mein Knecht Hiob. 8 Und nun, nehmt euch sieben Stiere und sieben Widder, und geht zu meinem Knecht Hiob, und ihr sollt ein Brandschlachtopfer für euch opfern, und Hiob, mein Knecht, wird selbst für euch beten. Sein Angesicht allein werde ich annehmen, um keine schändliche Torheit an euch zu begehen, denn ihr habt von mir nicht geredet, was wahrhaftig ist, wie mein Knecht Hiob.“

    ganz schön krass, wie hart Jehova hier die falschen Tröster verurteilt.

    Könnte man wirklich sagen, dass sie aus Versehen oder unbewußt so geredet haben, dass sie Hiob doch eigentlich wirklich trösten wollten?

    Wäre Jehovas Urteil dann so hart ausgefallen?

    Erinnern wir uns noch an die Gedanken aus den vorigen Jahren zu diesen Versen?

    Hm, ist schon ziemlich krass, denn es zeigt, dass Jehova wirklich völlig gerecht ist und dass diejenigen, die anderen geschadet oder sie sonstwie zum Straucheln gebracht haben, einen schweren “Gang nach Kanossa” vor sich haben.

  77. Juleam 27. Januar 2011 um 13:27 Link zum Kommentar

    Hiob 42:9, 10

    Demgemäß gingen Eliphas, der Temaniter, und Bildad, der Schuchiter, [und] Zophar, der Naamathiter, und taten so, wie Jehova zu ihnen geredet hatte; und da nahm Jehova Hiobs Angesicht an.

    10 Und Jehova selbst wandte den Zustand des Gefangenseins Hiobs, als er zugunsten seiner Gefährten betete

    ein sehr interessanter Gedanke, der mir bisher überhaupt nicht aufgefallen war:

    Jehova wandet Hiobs Zustand erst, nachdem er Fürbitte für diejenigen eingelegt hat, die ihn so an die Wand gedrückt hatten.

    Also: Demut war nicht nur von Seiten der falschen Tröster notwendig, sondern auch von Hiob!

    Denn wäre es nicht eine verständliche Reaktion, sich nun schadenfroh an dem Unglück derjenigen zu weiden, die uns bedrückt haben – wenn sie nun selbst bedrückt würden?

    Statt dessen müssen wir auf Jehovas Geheiß hin für diese Menschen auch noch beten, damit die Strafe nicht so arg ausfällt.

    Dies würde mir sicherlich sehr schwer fallen. Glücklicherweise ist es noch nicht so weit, noch haben wir Zeit, an uns zu arbeiten und diese Zeit benötige ich auch noch. Hier muss ich wieder an den Vortrag: „Wie nennst du den Stein?“ denken, wo der Redner anführt, dass wir Personen, die uns piesacken, eigentlich dankbar sein können. Denn ansonsten würden wir niemals auf unsere Schwächen aufmerksam gemacht und wären der Meinung, dass wir Jehova wohlgefällig wären. Aber in unserem Inneren würden die falschen Eigenschaften noch schlummern und da wir nicht davon wissen, könnten wir auch nicht daran arbeiten!

  78. Juleam 27. Januar 2011 um 13:32 Link zum Kommentar

    Hiob 42:10-17

    Und Jehova selbst wandte den Zustand des Gefangenseins Hiobs, als er zugunsten seiner Gefährten betete, und Jehova begann außerdem, Hiob all das in doppeltem Maße zu geben, was er gehabt hatte. 11 Und fortgesetzt kamen alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn früher gekannt hatten, zu ihm, und sie begannen, mit ihm Brot zu essen in seinem Haus und ihm Mitgefühl zu bekunden und ihn zu trösten über all das Unglück, das Jehova über ihn hatte kommen lassen; und sie gaben ihm dann ein jeder ein Geldstück und ein jeder einen goldenen Ring.

    12 Was Jehova betrifft, er segnete das Ende Hiobs danach mehr als seinen Anfang, so daß er schließlich vierzehntausend Schafe und sechstausend Kamele und tausend Gespanne Rinder und tausend Eselinnen hatte. 13 Auch hatte er dann sieben Söhne und drei Töchter. 14 Und er gab der ersten den Namen Jemima und der zweiten den Namen Kezia und der dritten den Namen Keren-Happuch. 15 Und es fanden sich keine so schönen Frauen wie Hiobs Töchter im ganzen Land, und ihr Vater gab ihnen dann ein Erbe inmitten ihrer Brüder.

    16 Und Hiob lebte nach diesem noch hundertvierzig Jahre und bekam seine Söhne und seine Enkel zu sehen — vier Generationen. 17 Und schließlich starb Hiob, alt und mit Tagen gesättigt.

    Happy End?

    Sicherlich ein guter Ausgang dieser bösen Geschichte. Hiob bekam alles wieder, was er verloren hatte – sogar neue Kinder.

    Aber konnten diese neuen Kinder wirklich ein Ersatz für die verlorenen sein? Denken wir nun, Hiob habe nicht mehr um seine verstorbenen Kinder getrauert?

    Das wahre Happy End wird erst nach Harmagedon in der Auferstehung kommen – dann, wenn Hiob mit allen seinen Kindern wieder vereint ist und auch dann versteht, worum es eigentlich gegangen ist.

    Ob er entsetzt darüber sein wird, dass er zum Spielball wurde? Dass Satan ihn benutzen wollte, um Jehova zu brüskieren?

  79. Juleam 18. Januar 2012 um 08:43 Link zum Kommentar

    Hiob 1 – 4

    Hiob 1:1

    Im Land Uz lebte ein Mann namens Hiob, der rechtschaffen und aufrichtig war. Weil er Ehrfurcht vor Gott hatte, hütete er sich davor, Böses zu tun.

    Eine sehr schöne Formulierung

    Bei uns wird es mit „gottesfürchtig“ übersetzt – hier wird sehr schön gezeigt, was damit gemeint ist

  80. Juleam 18. Januar 2012 um 09:00 Link zum Kommentar

    Hiob 1:4-5

    Jahr für Jahr feierten seine Söhne reihum in ihren Häusern Feste, zu denen sie auch ihre Schwestern einluden. 5 Immer wenn die Festtage vorbei waren, ließ Hiob seine Kinder zu sich kommen, um sich mit ihnen auf ein Opfer vorzubereiten. Schon früh am Morgen stand er auf und brachte Gott viele Brandopfer dar, für jedes Kind eins. Das tat Hiob jedes Mal, denn er dachte: »Vielleicht haben sie bei ihren Gelagen Gott insgeheim verlassen und sich von ihm losgesagt«.

    Bei uns heißt es hier, dass sie Gott geflucht haben könnten. Wie wird es woanders übersetzt?

    Schlachter:

    denn Hiob sagte sich: Vielleicht könnten meineKinder gesündigt und sich in ihrem Herzen von Gott losgesagt haben!

    Eberfelder:

    Vielleicht haben meine Kinder gesündigt und sich in ihrem Herzen von Gott losgesagt.

    Luther:

    Meine Söhne möchten gesündigt und Gott abgesagt haben in ihrem Herzen

    Neue-Welt-Übersetzung:

    Hiob sprach: „Vielleicht haben meine Söhne gesündigt und haben in ihrem Herzen Gott geflucht.“
    Fußnote:
    „Haben . . . geflucht“ lautete die ursprüngliche Lesart. Der Text wurde in „haben . . . gesegnet“ geändert. LXX: „haben . . . gegen . . . Schlechtes gedacht“; Sy: „haben . . . geschmäht“; Vg: „haben . . . gesegnet“. Siehe Anh. 2B.

    und die Querverweise dazu:

    (Matthäus 15:19) Zum Beispiel kommen aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen.

    (Sprüche 30:9) damit ich nicht satt werde und ich [dich] tatsächlich verleugne und sage: „Wer ist Jehova?“ und damit ich nicht verarme und ich tatsächlich stehle und mich am Namen meines Gottes vergreife.

    konnte er sich so etwas wirklich von seinen Kindern vorstellen?

  81. Juleam 18. Januar 2012 um 09:04 Link zum Kommentar

    Satan fordert Jehova heraus und Hiob wird dabei zu einer Art Spielfigur

    Hiob 1:6-12

    Eines Tages versammelten sich die Engel im Himmel und traten vor den Herrn, unter ihnen auch der Satan. 7 »Woher kommst du?«, fragte ihn der Herr. »Ich habe die Erde durchstreift«, gab dieser zur Antwort. 8 Der Herr erwiderte: »Dann ist dir sicher auch mein Diener Hiob aufgefallen. Ich kenne keinen zweiten auf der Erde, der so rechtschaffen und aufrichtig ist wie er, der mich achtet und sich nichts zuschulden kommen lässt.«

    9 »Überrascht dich das?«, fragte der Satan. »Er tut’s doch nicht umsonst! 10 Du hast ihn, seine Familie und seinen ganzen Besitz stets bewahrt. Seine Arbeit war erfolgreich, und seine Herden haben sich gewaltig vermehrt. 11 Aber – versuch es doch einmal und lass ihn Hab und Gut verlieren, dann wird er dich ganz sicher vor allen Leuten verfluchen.«

    12 »Gut«, sagte der Herr, »mach mit seinem Besitz, was du willst, nur ihn selbst taste nicht an!« So verließ der Satan den Herrn und die Engel.

    Vers 22:

    Obwohl dieses Leid über ihn hereinbrach, versündigte Hiob sich nicht. Kein böses Wort gegen Gott kam über seine Lippen.

    Hiob 2:1-7

    Wieder einmal versammelten sich die Engel und traten vor den Herrn, unter ihnen auch der Satan. 2 »Woher kommst du?«, fragte ihn der Herr. »Ich habe wieder die Erde durchstreift«, gab der Satan zur Antwort. 3 »Dann ist dir sicher auch mein Diener Hiob aufgefallen«, sagte Gott. »Ich kenne keinen Zweiten auf der Erde, der so rechtschaffen und aufrichtig ist wie er, der mich achtet und sich nichts zuschulden kommen lässt. Immer noch vertraut er mir, obwohl du mich dazu verleitet hast, ihn ohne Grund ins Unglück zu stürzen.«

    4 Der Satan erwiderte bloß: »Kein Wunder! Er selbst ist doch noch mit heiler Haut davongekommen. Ein Mensch gibt alles her, was er besitzt, wenn er damit sein eigenes Leben retten kann. 5 Greif nur seinen Körper und seine Gesundheit an, ganz sicher wird er dich dann vor allen Leuten verfluchen!«

    6 Der Herr entgegnete: »Ich erlaube es dir! Greif seine Gesundheit an, doch lass ihn am Leben!« 7 Da verließ der Satan den Herrn und die Engel und schlug zu: Eitrige Geschwüre brachen an Hiobs Körper aus, von Kopf bis Fuß.

    Wie wir sehen, konnte all dies Hiob nicht von seiner Liebe zu Gott trennen, wie die Verse 9 bis 10 zeigen:

    »Na, immer noch fromm?«, wollte seine Frau wissen. »Mach doch Schluss mit Gott und stirb!« 10 Aber Hiob sagte nur: »Was du sagst, ist gottlos und dumm! Das Gute haben wir von Gott angenommen, sollten wir dann nicht auch das Unheil annehmen?« Selbst jetzt kam kein bitteres Wort gegen Gott über Hiobs Lippen.

    Ja, dem Widersacher mag es wohl hin und wieder gelingen, uns mit seinen Spielchen zu entmutigen. Aber solche Situationen stärken auch unseren Glauben – weil Jehova dann die Gelegenheit bekommt, uns zu beweisen, dass er uns nicht im Stich lässt.

    Dann können wir „schmecken und sehen, dass Jehova gut ist“!

  82. Juleam 18. Januar 2012 um 09:12 Link zum Kommentar

    Hiob 2:11-13

    Als sie von dem Unglück hörten, das über ihn hereingebrochen war, vereinbarten sie, Hiob zu besuchen. Sie wollten ihm ihr Mitgefühl zeigen und ihn trösten. 12 Schon von weitem sahen sie ihn, aber sie erkannten ihn kaum wieder. Da brachen sie in Tränen aus, sie zerrissen ihre Kleider, schleuderten Staub in die Luft und streuten ihn sich auf den Kopf.

    13 Dann setzten sie sich zu Hiob auf den Boden. Sieben Tage und sieben Nächte saßen sie da, ohne ein Wort zu sagen, denn sie spürten, wie tief Hiobs Schmerz war.

    Sie hatten gute Beweggründe: sie wollten nach ihrem Freund sehen und ihn trösten. Vielleicht kannten sie ja bereits die Ansprache von unserem Bezirksaufseher 😉 „Hilfe von dem Gott allen Trostes annehmen“. Sie hatten gut aufgepasst und da sie wußten, dass kein Mensch etwas an Hiobs Situation ändern könnte – da wollten sie ihm wenigstens das Gefühl geben, nicht allein zu sein.

    Vielleicht kannten sie auch die Definition von „Mitleid“ und „Mitgefühl“ – denn es bedeutet, dass wir den Schmerz eines anderen in unserem eigenen Herzen fühlen!

    Als sie ihren Freund sahen, erkannten sie ihn nicht wieder. Sicherlich hatte sein Leid ihn gezeichnet. Wenn wir einem Menschen nahe sind, spüren wir oftmals, dass es ihm schlecht geht – obwohl er nichts davon sagt und wir es äußerlich nicht sehen können.

    Hiobs Anblick verschlägt ihnen die Sprache. Manchmal ist das Leid eines anderen so schwerwiegend, dass uns die Worte fehlen. Was sollen wir sagen? Was können wir sagen?

    Als von unserem damaligen Kreisaufseher die Frau nach längerem Krebsleiden gestorben war, ging es mir ähnlich wie den Freunden von Hiob. Ich war total geschockt und wußte nicht, was ich sagen sollte. Leider hielt das ziemlich lange bei mir an. Ich hätte ihn so gern getröstet – nur wie? Schließlich konnte ich ihn – als damals ledige Schwester – ja nicht laufend in den Arm nehmen. Und was sollte ich sagen?

    „Jetzt leidet sie wenigstens nicht mehr“? Das mag ja sein, trotzdem empfand er einen tiefen Schmerz, den ich buchstäblich fühlen konnte. „Sie wird ja bald wieder auferstehen“. Das mag ja sein und das glaubte er sicherlich auch – aber könnte das wirklich den Schmerz nehmen?

    Ich habe mich so hilflos gefühlt und in meiner Verzweiflung noch mal die Broschüre „Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist“ gelesen – besonders das Kapitel „Wie können andere helfen?“. Mir war klar, dass es auch keine Lösung ist, ihm aus dem Weg zu gehen. Ich wollte ihn ja schließlich nicht entmutigen – sondern irgendwie trösten.

    Nach einem längeren Gespräch mit Jehova bin ich vor der nächsten Versammlung auf ihn zugegangen und habe ihm gesagt, dass mir leider die Worte fehlen und dass es mir leid tut, dass ich ihm deshalb aus dem Weg gegangen war. Dass ich Angst hätte, etwas zu sagen, was ihn entmutigen oder seinen Schmerz noch vergrößern würde. Seine Antwort war: „Behandel mich bitte ganz normal. Wenn ich nicht darüber reden möchte, dann werde ich es schon sagen“ – und das selbe sagte er allen anderen Brüdern noch am selben Abend in einem Kommentar..

    Ja, hier kann ich Hiobs Freunde noch sehr gut verstehen. Es kann durchaus vorkommen, dass das Leid eines lieben Menschen uns verstummen lässt. Nicht aus mangelndem Mitgefühl – sondern weil uns einfach die Worte fehlen und alles irgendwie hohl und banal für den Leidenden klingen muss

  83. Juleam 18. Januar 2012 um 09:20 Link zum Kommentar

    Hiob 3 – der Schmerz und das Leid sind so groß, dass Hiob am liebsten sterben würde.

    Warum muss ich noch leben?

    1 Dann erst begann Hiob zu sprechen. Er verfluchte den Tag seiner Geburt 2 und sagte:

    3 »Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren wurde, und auch die Nacht, in der man sagte: ›Es ist ein Junge!‹ 4 Jener Tag versinke in tiefer Finsternis – kein Licht soll ihn erhellen! Selbst Gott da oben vergesse ihn! 5 Ja, der Tod soll ihn holen – diesen Tag! Ich wünschte, dass sich dunkle Wolken auf ihn legten und die Finsternis sein Licht erstickte!

    6 Für immer soll sie dunkel bleiben – die Nacht meiner Geburt! Ausgelöscht sei sie aus dem Jahreskreis, nie wieder erscheine sie auf dem Kalender! 7 Stumm und öde soll sie sein, eine Nacht, in der sich keiner mehr freut! 8 Verfluchen sollen sie die Zauberer, die Tag und Nacht verwünschen können und die das Ungeheuer wecken! 9 Jene Nacht soll finster bleiben, ohne alle Sternenpracht! Vergeblich warte sie aufs Sonnenlicht, die Strahlen des Morgenrots sehe sie nicht! 10 Denn sie ließ zu, dass meine Mutter mich empfing, die Mühen des Lebens hat sie mir nicht erspart.

    11 Warum bin ich nicht bei der Geburt gestorben, als ich aus dem Leib meiner Mutter kam? 12 Wozu hat sie mich auf den Knien gewiegt und an ihrer Brust gestillt? 13 Wenn ich tot wäre, dann läge ich jetzt ungestört, hätte Ruhe und würde schlafen 14 so wie die Könige und ihre Berater, die sich hier prachtvolle Paläste bauten – längst zu Ruinen zerfallen -, 15 und wie die Herrscher, die Gold und Silber besaßen und ihre Häuser damit füllten. 16 Warum wurde ich nicht wie eine Fehlgeburt verscharrt, wie Totgeborene, die nie das Tageslicht sahen? 17 Bei den Toten können die Verbrecher nicht mehr toben, und ihre Opfer haben endlich Ruhe. 18 Auch die Gefangenen lässt man dort in Frieden; sie hören nicht mehr das Geschrei des Aufsehers. 19 Ob groß oder klein: Dort sind alle gleich, und der Sklave ist seinen Herrn los.

    20 Warum nur lässt Gott die Menschen leben? Sie mühen sich ab, sind verbittert und ohne Hoffnung. 21 Sie sehnen sich den Tod herbei – aber er kommt nicht! Sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze, 22 und erst wenn sie endlich im Grab ruhen, empfinden sie die größte Freude! 23 Warum muss ich noch leben? Gott hat mich eingepfercht; ich sehe nur noch Dunkelheit! 24 Laut schreie ich auf vor Schmerzen, wenn ich essen will, und das Stöhnen bricht aus mir heraus. 25 Meine schlimmsten Befürchtungen sind eingetroffen, und wovor mir immer graute – das ist jetzt da!

    26 Ohne Ruhe und Frieden lebe ich dahin, getrieben von endloser Qual!«

    Heißt dies, dass Jehova ihn nun verwirft, weil er die Gabe des Lebens nicht mehr schätzt?

    Glauben wir wirklich, dass Jehova so unbarmherzig ist? Er weiss doch, warum Hiob so denkt und fühlt – er kennt doch unser Innerstes. Sicherlich empfindet ER ein schmerzliches Bedauern, dass es Hiob jetzt so schlecht geht. Aber er hat einen guten Grund, warum er Hiob noch nicht aus dem Elend hinaus hilft.

    Erinnern wir uns noch an Elia, der vor der rachsüchtigen Königin Isebel in die Wüste floh? Wie Jehova über diese Flucht dachte?

    Ich denke, dass wir nicht oft genug über solche Berichte nachsinnen können. Denn sonst könnten uns solche Gefühle noch mehr entmutigen, weil der Satan uns dann weis macht, dass wir damit nicht mehr für unseren Gott annehmbar sind

  84. Juleam 18. Januar 2012 um 09:22 Link zum Kommentar

    Hiob 4:6-9

    Dabei hast du allen Grund zur Hoffnung! Dein Leben war stets tadellos, und Gott hast du von Herzen geehrt. Sei zuversichtlich! 7 Kannst du mir nur ein Beispiel nennen, wo ein gerechter Mensch schuldlos zugrunde ging? 8 Im Gegenteil – immer wieder habe ich gesehen: Wer Unrecht sät, wird Unglück ernten! 9 Denn Gott rafft Übeltäter im Zorn hinweg und richtet sie zugrunde.

    Da hat er ja im Prinzip Recht. Allerdings vergißt er etwas ganz Entscheidendes:

    Noch ist für Jehova nicht die Zeit zum Eingreifen und wir dürfen nicht davon ausgehen, dass Jehova immer ein Wunder wirken muss, wenn wir in Bedrängnis geraten.

    Wie wir heute in der Bibel lesen können, hatte Jehova einen guten Grund, jetzt noch nicht einzugreifen. Auch heute gibt es einen Grund, warum er zuläßt, dass wir leiden. Denken wir auch an den Psalmisten, der beinahe vom rechten Weg abgewichen ist – weil er diese Tatsache aus den Augen verloren hatte.

    Also lassen wir uns bitte nichts einreden. Bewahren wir uns unseren Glauben und unser Vertrauen auf Jehova und lassen wir die Verbindung zwischen uns und Jehova bitte niemals abreißen!

  85. Juleam 19. Januar 2012 um 10:13 Link zum Kommentar

    Hiob 5 – 7

    Hiob 5:12-27

    Die Pläne verschlagener Menschen vereitelt er, so dass ihnen gar nichts gelingt. 13 Er fängt die Klugen mit ihrer eigenen Klugheit, und ihre Machenschaften durchkreuzt er. 14 Am helllichten Tage tappen sie umher, als wäre es stockdunkle Nacht. 15 Gott hilft dem Armen aus der Gewalt der Mächtigen und rettet ihn vor ihren mörderischen Plänen. 16 Er gibt den Armen wieder Hoffnung und bringt die Ungerechtigkeit zum Schweigen.

    17 Glücklich ist der Mensch, den Gott zurechtweist! Der Allmächtige will dich erziehen! Sträube dich nicht! 18 Er schlägt dich zwar, doch er heilt auch wieder; er verbindet alle Wunden, die er dir zufügt. 19 Bricht ein Unglück herein, so wird er dich retten; jedes Mal bleibst du vom Untergang verschont. 20 In der Hungersnot erhält er dich am Leben, und im Krieg bewahrt er dich vor gewaltsamem Tod. 21 Er beschützt dich vor übler Nachrede, die wie Peitschenhiebe verletzt. Du musst nicht befürchten, dass dein Besitz verwüstet wird. 22 Verderben und Hungersnot lachst du aus, und vor den wilden Tieren hier im Lande hast du keine Angst. 23 Niemand wird Steine auf deinen Acker werfen, und die wilden Tiere werden dich nicht angreifen. 24 In Ruhe und Frieden kannst du in deinem Haus leben, und schaust du nach deinem Hab und Gut, fehlt nichts. 25 Kinder und Enkel wirst du sehen, so zahlreich wie die Blumen auf dem Feld. 26 Du bleibst rüstig bis ins hohe Alter, und wenn du einst begraben wirst, gleichst du dem Korn, das erst in voller Reife geerntet wird.

    27 Das alles haben wir erforscht. Du kannst uns glauben, es ist wahr! Nun richte dich danach!«

    Wirklich?

    Was zeigt die Geschichte des Volkes Gottes? Ging es da den gottesfürchtigen Menschen immer gut? Brauchten sie keine Angst zu haben? Beschützte Jehova sie immer und überall?

  86. Juleam 19. Januar 2012 um 10:15 Link zum Kommentar

    Hiob 6:8-15

    Warum schlägt Gott mir meine Bitte ab und gibt mir nicht, was ich so sehnlich wünsche? 9 Ich wünsche mir nur eins: dass er mich zermalmt und mir das Lebenslicht ausbläst! 10 Denn einen Trost hätte ich auch dann noch, Grund zum Jubeln trotz schrecklicher Schmerzen: Was der heilige Gott geboten hat, daran habe ich mich immer gehalten! 11 Aber meine Kraft reicht nicht aus, um noch länger zu hoffen! Auf welches gute Ende soll ich geduldig warten? 12 Bin ich denn hart und unverwundbar wie ein Stein? Ist mein Körper kraftvoll, wie aus Erz gegossen? 13 Ich bin völlig hilflos und weiß nicht mehr aus noch ein!

    14 Wer so verzweifelt ist wie ich, braucht Freunde, die fest zu ihm halten, selbst wenn er Gott nicht mehr glaubt. 15 Ihr aber enttäuscht mich wie die Flüsse in der Wüste, deren Bett vertrocknet, sobald kein Regen mehr fällt.

    wie schlimm muss es Hiob gegangen sein, dass er so gequält redet…

  87. Juleam 19. Januar 2012 um 10:17 Link zum Kommentar

    Hiob 7:4

    Wenn ich mich schlafen lege, denke ich: ›Wann kann ich endlich wieder aufstehen?‹ Die Nacht zieht sich in die Länge, ich wälze mich schlaflos hin und her bis zum Morgen

    Und umgekehrt: tagsüber denke ich oft „hoffentlich ist der Tag bald vorbei!“

    So geht es mir in den Schmerzphasen immer wieder.

    Wobei ich die schlaflosen Nächte seit einigen Jahren gut zu nutzen weiss: ich habe einfach die Zeit zum Bibellesen dorthin verschoben. Da ich eh jede Nacht wach werde und wegen der chronischen Schmerzen stundenlang nicht mehr einschlafen kann, ist dies meine Zeit für mein persönliches Bibelleseprogramm. Da ich die Zeit also gut nutze, komme ich mit den schmerzhaften Nächten oftmals besser klar, als mit den Tagen, die nur aus Schmerz bestehen.

    Aber an diesen Tagen höre ich dann Vorträge und Kongresse und konzentriere meinen Sinn auf die positiven Dinge – und halte so meine Hoffnung lebendig:

    Bald wird es keine Schmerzen mehr geben und ich werde all die schlimmen Zeiten vergessen haben. Nur noch eine ganz kleine Weile

  88. Juleam 19. Januar 2012 um 10:20 Link zum Kommentar

    Hiob 7:11-20

    Nein – ich kann nicht schweigen! Der Schmerz wühlt in meinem Innern. Ich lasse meinen Worten freien Lauf, ich rede aus bitterem Herzen.

    12 O Gott, warum lässt du mich so scharf bewachen? Bin ich denn das Meer oder ein Meeresungeheuer? 13-14 Wenn ich dachte: ›Ich will im Schlaf Ruhe finden und mein Elend vergessen‹, dann hast du mich bis in die Träume verfolgt und mir durch Visionen Angst eingejagt. 15 Am liebsten würde ich erhängt! Lieber sterben, als noch länger in diesem elenden Körper leben!

    16 Ich gebe auf! So will ich nicht mehr weiterleben! Lass mich in Ruhe, denn mein Leben hat keinen Sinn mehr!

    17 Gott, warum nimmst du einen Menschen so ernst? Warum beachtest du ihn überhaupt? 18 Jeden Morgen verlangst du Rechenschaft von ihm; du beobachtest ihn jeden Augenblick. 19 Wie lange schaust du mich noch prüfend an? Du lässt mich keinen Augenblick in Ruhe!

    20 Du Menschenwächter – hat dich meine Sünde denn verletzt? Warum machst du mich zu deiner Zielscheibe? Bin ich dir zur Last geworden?

    Wie schrecklich, wenn ein wahrer Anbeter Jehovas seinen Gott so empfindet!

    Und warum das alles? Weil es dem Satan nicht gefällt, dass hier ein Mensch ist, der seine Anbetung Jehovas sehr sehr ernst nimmt. So einen muss man ja zerstören… *grummel*

  89. Juleam 19. Januar 2012 um 10:38 Link zum Kommentar

    Hiob 8 – 10

    Hiob 8:5-7

    Du aber solltest unermüdlich nach Gott suchen und zum Allmächtigen um Gnade flehen. 6 Wenn du aufrichtig und ehrlich bist, dann wird er sich noch heute um dich kümmern und Haus und Hof dir wiedergeben, wie du es verdienst. 7 Was du früher besessen hast, wird dir gering erscheinen verglichen mit dem, was Gott dir schenken wird!

    Achtung! Fallen wir bitte nicht darauf herein!

    So einfach ist das nicht. Wir wissen, dass Jehova nicht für jeden seiner Diener jetzt und sofort ein Wunder wirkt.

    Sicherlich hat er dies in der Vergangenheit auch immer wieder getan. Wenn wir nut an die drei jungen Hebräer denken, die er im Feuerofen bewahrt hatte – sie rochen nicht einmal nach Rauch. Oder erinnern wir uns an Daniel: er war eine ganze Nacht mit hungrigen Löwen in einer Grube und ihm ist nichts passiert.

    Aber wir wissen auch, dass es bei einigen seiner Diener sehr lange dauerte, bis er eingriff: denken wir hier an Hiob und dass seine Kinder erst in der Auferstehung nach Harmagedon wieder zum Leben kommen werden. Jakob wurde über 20 Jahre von seinem Schwiegervater mißbraucht. Denken wir an David und die vielen Jahre, die er vor Saul auf der Flucht war und an seinen so geliebten Sohn Jesus Christus, wo er zuließ, dass er einen schändlichen und qualvollen Tod starb. Denken wir auch an die treuen Christen wie Stephanus, der wegen seines Glaubens gesteinigt wurde und an die, die von den Nazis im KZ gequält und dann getötet wurden.

    Richtig ist: Jehova kann jetzt und hier eingreifen, aber er muss es nicht.

    Die drei Hebräer hatten dies erkannt, denn sie sagten genau dies zu Nabukadnezar:

    sie sprachen zum König: „O Nebukadnẹzar, es besteht für uns keine Notwendigkeit, dir in dieser Hinsicht ein Wort zu erwidern. 17 Wenn es sein soll, so kann uns unser Gott, dem wir dienen, befreien. Aus dem brennenden Feuerofen und aus deiner Hand, o König, wird er [uns] befreien. 18 Wenn aber nicht, so werde dir, o König, kund, daß wir deinen Göttern nicht dienen, und das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, werden wir nicht anbeten.“
    (Daniel 3:16-18)

    Das Gemeine an dem, was dieser sogenannte Freund zu Hiob sagt, ist die Entmutigung, die zwangsläufig kommen muss, wenn Jehova dann doch nicht eingreift. Weil wir dann denken könnten, das mit uns etwas nicht stimmt. Dass wir vielleicht den Segen Jehovas verloren hätten.

    Denn das Einzige, was mich seit Jahren noch aufrecht hält, ist der Gedanke, dass Jehova mich kennt und liebt und dass er voller Freude auf mich runter blickt, weil ich alles tue, um ihm zu gefallen.

    Genau diese Zuversicht will der Satan durch Entmutigung zerstören – damit er uns doch noch zu Fall bringen kann.

    Also lassen wir uns nicht entmutigen, fallen wir nicht auf seine Lügen herein!

  90. Juleam 19. Januar 2012 um 10:40 Link zum Kommentar

    Hiob 8:13-14

    Genauso geht es dem, der Gott vergisst; wer ihm die Treue bricht, hat keine Hoffnung mehr. 14 Worauf er sich stützte, das zerbricht, und seine Sicherheit zerreißt wie ein Spinnennetz.

    Dies erinnert mich an einen sehr guten Vergleich, den ich vor kurzem gehört hatte. Es ging um Sprüche 3:5, dass wir uns nicht auf unseren eigenen Verstand stützen sollten:

    Unser Verstand ist wie ein Blindenstock – dazu da, um sich tastend fortzubewegen. Wenn wir uns darauf abstützen würden wie auf einer Krücke, dann würde der Stock zusammenbrechen und wir hinfallen.

    Ähnlich sind solche Gedanken wie der vorherige, dass Jehova uns sofort durch ein Wunder helfen würde, wenn wir nur so lebten, wie es IHM gefällt.

    Richtig ist aber auch der Gedanke, dass derjenige, der nicht mit Jehova in Übereinstimmung lebt, nicht von Bestand ist. Da aber die Strafe nicht sofort folgt, wiegt sich der Übeltäter in falscher Sicherheit. Noch mag es ihm gut gehen, aber zu SEINER Zeit wird Jehova die Strafe verhängen.

    Es gibt ein weltliches Sprichwort: „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“.

    Dieser Gedanke macht wiederum denen Mut, die mit unserem Gott Jehova wandeln

  91. Juleam 19. Januar 2012 um 10:54 Link zum Kommentar

    Kapitel 9 – der Widersacher scheint es geschafft zu haben:

    Hiob erwiderte:

    2 »Das alles weiß ich doch schon längst! Nur eins verrate mir: Wie kann ein Mensch vor Gott sein Recht bekommen? 3 Wenn er dich vor Gericht zieht und Anklage erhebt, weißt du auf tausend Fragen keine Antwort. 4 Gott ist weise, stark und mächtig! Wer hat sich je erfolgreich gegen ihn gestellt?

    5 Ohne Vorwarnung verrückt er Berge, und wenn er zornig wird, zerstört er sie. 6 Er lässt die Erde zittern und beben, so dass ihre Säulen schwanken. 7 Er spricht nur ein Wort – schon verfinstert sich die Sonne, die Sterne dürfen nicht mehr leuchten. 8 Er allein hat den Himmel ausgebreitet, ist über die Wogen der Meere geschritten. 9 Den großen Wagen hat er geschaffen, den Orion, das Siebengestirn und auch die Sternbilder des Südens. 10 Er vollbringt gewaltige Taten; unzählbar sind seine Wunder, kein Mensch kann sie begreifen!

    11 Unbemerkt zieht er an mir vorüber; er geht vorbei, er streift mich, und ich nehm es gar nicht wahr! 12 Niemand kann ihn hindern, wenn er einen Menschen aus dem Leben reißt. Wer wagt es, ihn zu fragen: ›Halt! Was tust du da?‹? 13 Gott lässt seinem Zorn freien Lauf; er unterwarf sich seine Feinde, die dem Meeresungeheuer halfen, als es sich ihm widersetzte. 14 Und ich? Was kann ich denn erwidern, mit welchen Worten ihm entgegentreten? 15 Auch wenn ich schuldlos wäre, könnte ich ihm nichts entgegnen, nein, ich müsste ihn als meinen Richter noch um Gnade anflehen!

    16 Selbst wenn ich darauf drängte, dass er mir endlich eine Antwort gibt, würde er mich kaum beachten. 17 Im Gegenteil: Er würde im Orkan mich packen und grundlos meine Qual vermehren. 18 Er gönnt mir keine Atempause und sättigt mich mit Bitterkeit. 19 Wollte ich meine Kraft mit ihm messen – er ist der Stärkere! Aber es geht ums Recht! Warum lädt er mich nicht vor, damit ich mich verteidigen kann? 20 Selbst wenn ich Recht hätte, würde Gott mich zum Geständnis zwingen; ich müsste mich vor ihm für schuldig erklären, auch wenn ich schuldlos wäre. 21 Ja, ich bin unschuldig! Aber es ist mir völlig gleichgültig, so sehr hasse ich mein Leben! 22 Es ist alles einerlei; deshalb sage ich: Egal, ob du gottlos bist oder fromm – er bringt dich doch um! 23 Und wenn sein Schlag plötzlich Unschuldige trifft, dann spottet er noch über ihren Schmerz! 24 Fällt ein Land Tyrannen in die Hände und werden alle Richter blind für das Recht, so hat Gott das getan! Wenn nicht er – wer sonst?

    25 Meine Jahre sind vorbeigeeilt, schneller als ein Läufer, verschwunden sind sie ohne eine Spur von Glück. 26 Sie gleiten dahin, geschwind wie ein Boot, fliegen rascher als ein Adler, der sich auf die Beute stürzt. 27 Wenn ich mir sage: Jetzt will ich mein Klagen vergessen, will glücklich sein und mich freuen,

    28 dann packt mich doch die Angst, dass meine Schmerzen wiederkommen.
    O Gott, ich weiß es: Du hältst mich für schuldig! 29 Ich bin ja schon verurteilt – wozu soll ich mich noch abmühen? 30 Wenn ich meine Hände mit Schneewasser wüsche oder mit Lauge reinigte, als Zeichen meiner Unschuld, 31 dann würdest du mich doch in eine Jauchegrube tauchen, dass sich selbst meine Kleider vor mir ekelten!

    32 Wärst du ein Mensch wie ich, dann könnte ich dir antworten! Wir würden beide vor Gericht gehen, damit der Streit entschieden wird. 33 Aber es gibt keinen, der zwischen dir und mir entscheidet und für Recht sorgt. 34 Hör auf, mich zu bestrafen! Halte deine Schrecken von mir fern!

    35 Dann kann ich endlich frei und furchtlos reden, denn ich bin mir keiner Schuld bewusst!«

    Das hört sich wirklich nicht gut an. Eigentlich weiss Hiob ja, dass dies so nicht stimmt.

    Ein Gedanke aus Prediger könnte glatt von ihm sein, so als habe Hiob ihn im Nachhinein aufgeschrieben: „allein Bedrückung kann bewirken, dass ein Weiser unsinnig handelt.“ (Prediger 7:7)

    Etwas ähnliches erlebten Moses und Aaron später, als sie von dem ständigen Rumgejammer der Israeliten so genervt sind, dass sie vergessen, Jehova die Ehre für das Wunder zu geben.

    Trotzdem verurteilt Jehova Hiob nicht hart, denn er weiss, dass es die Situation war, die ihn so zermürbt hatte. Allerdings wird ER sicherlich nicht so milde über „den guten Freund“ denken, der Hiob mit seinem Gerede in die Ecke gedrängt hatte.

    Jesus sagte, dass wir uns davor hüten sollten, andere zum Straucheln zu bringen, sonst würde uns ein hartes Gericht treffen. (Matthäus 18:6)

    Wer immer aber einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, straucheln macht, für den ist es nützlicher, daß ihm ein Mühlstein, wie er von einem Esel gedreht wird, um den Hals gehängt und er ins weite, offene Meer versenkt werde.

    Warum dies eine ernste Angelegenheit ist, sehen wir hier an Hiob. Denn wenn er entmutigt aufgegeben hätte, dann hätte sein Freund Blutschuld auf sich geladen.

    Vielleicht ist es deshalb auch ganz wichtig, dies immer im Sinn zu behalten und darauf zu achten was und wie wir reden.

    Mein Vater sagte immer scherzhaft: „vor Inbetriebnahme des Mundes bitte immer zuerst das Gehirn einschalten“.

  92. Juleam 20. Januar 2012 um 09:09 Link zum Kommentar

    Hiob 10 – 13

    Interessant für mich der Wandel, der sich in den letzten Kapiteln bei Hiob vollzieht:

    Erst haben seine sogenannten Freunde ihn derart zermürbt und entmutig, dass Hiob Unsinn redet, aber dann kriegt er die Kurve. Er ist wieder ganz klar und weiß, dass das Gerede seiner Freunde Unsinn ist und nicht mit dem übereinstimmt, was er selbst über Jehova weiss.

    Hiob weiss, dass Jehova absolut gerecht ist und da er auch weiss, dass er sich nichts gravierendes hat zuschulden kommen lassen – macht das, was ihm gerade widerfährt, irgendwie überhaupt keinen Sinn.

    Was tut er?

    Er fragt den Höchsten selbst, will nicht hören, was sich seine „Freunde“ so zusammen spinnen, sondern er will wissen, was Jehova dazu sagt.

    Damit geht die Taktik des Satans nicht auf. Ja, sie geht sogar nach hinten los, denn der Widersacher will ja, dass sich Hiob von seinem Schöpfer abwendet. Vielleicht hatte er sich schon als Sieger gesehen, als Hiob Unsinn redet und sich ins Fäustchen gelacht.

    Aber was passiert denn nun? Dieser „verrückte Hiob“ wendet sich wieder Jehova zu und sagt:

    „ich glaub das alles nicht! Ich kann und will das nicht glauben, was diese Typen da erzählen. Ich denke, ich kenne dich besser. Der Gott, den ich kenne, der ist absolut gerecht und der würde nie so ungerecht handeln. Das passt einfach nicht. Aber ich verstehe einfach nicht, was hier gerade passiert.

    Ach, kannst du nicht einfach mal runter kommen und es mir erklären? Ich zerbreche mir den Kopf, aber ich komme nicht drauf, was ich getan haben könnte, dass mir so etwas passiert. Was ist nur los?“

    Ja, dies passt dem Widersacher natürlich nicht. Hatte er sich doch schon als Sieger gesehen. In seinen Gedanken stand er doch schon triumphierend vor Jehova, und sagte höhnisch: „ich habs der ja gesagt. Ich hatte Recht“. Vielleicht plante er schon sein Freudenfest, überlegte, mit wem er diesen großartigen Triumph feiern wollte. Was für ein Tag!

    Und nun kommt dieser doofe Hiob daher und reißt ihn unsanft aus seinen Träumen. Was war nur passiert? Hatte der noch nicht genug? Was für eine Schmach, was für eine Niederlage.

    Aber mal im Ernst: was mag diesen Wandel in Hiob bewirkt haben? Ob ihm hier Jehova zur Hilfe gekommen war?

  93. Juleam 20. Januar 2012 um 09:13 Link zum Kommentar

    Hiob 14 – 17

    Hiob 14:10-12

    Aber wenn ein Mensch gestorben ist, dann ist er dahin. Er hat sein Leben ausgehaucht. Wo ist er nun? 11 Wie Wasser, das aus einem See ausläuft, und wie ein Flussbett, das vertrocknet, 12 so ist der Mensch, wenn er stirbt: Er legt sich nieder und steht nie wieder auf. Ja, die Toten werden niemals erwachen, solange der Himmel besteht! Nie wieder werden sie aus ihrem Schlaf erweckt!

    Das hört sich zuerst mal so an, als würde Hiob nicht an die Auferstehung glauben. Aber schon der nächste Vers zeigt, dass dies so nicht stimmt:

    Vers 13-17

    O Gott, versteck mich doch bei den Toten! Schließ mich für eine Weile dort ein, bis dein Zorn verflogen ist! Aber setz dir eine Frist und denk dann wieder an mich! – 14 Meinst du, ein Mensch wird wieder lebendig, wenn er gestorben ist? – Dort bei den Toten würde ich warten und die Tage zählen wie ein Zwangsarbeiter, bis er entlassen wird.

    15 Aber dann wirst du mich rufen, und ich werde kommen.
    Du wirst dich nach mir sehnen, weil du selbst mich geschaffen hast. 16 Meine Wege siehst du auch dann noch, aber meine Sünden hältst du mir nicht mehr vor. 17 Was immer ich begangen habe, ist dann vergeben und vergessen, meine Schuld löschst du für immer aus.

    hier können wir wieder sehen, wie wichtig es ist, die Bibel als Ganzes, im Zusammenhang zu lesen, und nicht nur einzelne Verse. Nur so können wir wirklich verstehen, was Jehova uns sagen will und wie er denkt und fühlt und was wirklich passiert ist

  94. Juleam 21. Januar 2012 um 22:09 Link zum Kommentar

    Hiob 18 – 20

    Hiob 18:11-14

    Angst und Schrecken bedrängen ihn von allen Seiten, sie verfolgen ihn auf Schritt und Tritt. 12 Das Unheil lauert ihm auf, das Unglück wird ihn überfallen. 13 Eine furchtbare Krankheit frisst seine Glieder, als Bote des Todes zehrt sie ihn aus. 14 Sie entwurzelt ihn aus seiner Heimat, wo er sich sicher glaubte, und treibt ihn zum König aller Schrecken – hin zum Tod.

    Und warum dies alles?

    Seine „Freunde“ wollen ihm einreden, dies alles sei, weil er sich von Jehova abgewandt hätte. Aber in Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall!

    Weiss jemand, wie lange das ganze Elend anhielt? Wenn ich daran denke, dass seine drei „Feunde“ scheinbar die ganze Zeit da waren und ihn entmutigten, dann scheint es sich ja nicht um eine sehr lange Zeitspanne gehandelt haben. Immerhin hätten sie ja auch nach ihren eigenen Familien und Feldern oder Herden sehen müssen. Denn Sozialhilfe oder Hartz4 gab es ja noch nicht – dass sie hätten unbeschäftigt anderen auf die Nerven gehen konnten. Selbst wenn sie arm gewesen wären, hätten sie auf den Feldern sein und Nachlese halten müssen, um sich zu ernähren. Hiob selbst hatte ja nichts mehr, was er mit ihnen teilen konnte.

    Aber selbst wenn diese Zeit relativ kurz war – so kann es uns selbst in so einer Situation wie eine Ewigkeit vorkommen!

    Wäre es nun ein Zeichen von Glaubensschwäche oder dass uns Jehova seinen Segen entzogen hat, wenn wir uns in so einer Situation wie ausgebrannt fühlen?

    Ich habe mal in einem Vortrag gehört, dass sich Jehova sehr gern so einer Schwachheit und Kraftlosigkeit bedient, um seine eigene Kraft und Macht zu demonstrieren!

    Denn wenn wir aufgrund von jahrelanger permanenter Verfolgung und vielleicht sogar aufgrund von Anfeindungen aus der eigenen Familie oder von falschen Brüdern uns wie ausgebrannt und völlig kraftlos fühlen – und trotzdem das wenige an Kraft, das uns geblieben ist, weiterhin voll und ganz für Jehova und die wahre Anbetung einsetzen – was kann man dann erkennen?

    Dass dies von Jehova ist! Aus rein menschlichem Ermessen wäre dies überhaupt nicht möglich! Ohne Jehova Zutun hätte man in so einer Situation längst aufgegeben und seinen Glauben verloren. Und ganz sicher würde man seine letzte noch verbliebene Energie dann für ganz andere Dinge eingesetzt.

    Selbst wenn wir schwach sind, sind wir stark – durch Jehova!

  95. Juleam 22. Januar 2012 um 23:13 Link zum Kommentar

    Hiob 21 – 24

    Hiob 22:2-3

    »Meinst du, dass ein Mensch für Gott von Nutzen ist? Wer weise und verständig ist, nützt doch nur sich selbst! 3 Machst du Gott damit eine Freude, dass du dir nichts zuschulden kommen lässt? Bringt es ihm Gewinn, wenn du ein tadelloses Leben führst?

    Hier kann nur ein eindeutiges „ja“ kommen!

    Ja, es nutzt Jehova und es ist IHM von Gewinn!

    „Nein“, er ist nicht auf uns angewiesen und darauf, dass wir ihm treu dienen. Aber wir wissen auch, worum es hier im Bibelbuch Hiob geht. Hier ist eine Art Streit (oder auch Wettstreit) zwischen Satan und Jehova entbrannt. Wir erinnern uns?

    Der Widersacher hatte behauptet, dass die Menschen Gott nur aus Eigennutz dienen und IHN und ihren Glauben an ihn fallen lassen würden, sobald es ihnen schlecht erginge. Viele Jahre später lässt Jehova in Sprüche 27:11 aufschreiben:

    Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann.

    Jeder Mensch, der Jehova auch selbst unter härtesten Bedingungen treu dient, ist ein Argument für Jehova. Eine Antwort, die ER seinem Widersacher geben kann.

    In diesem Sinne hat Jehova sehr wohl etwas davon. Nicht nur die Freude zu sehen, wie sehr wir IHN lieben und wie loyal wir zu ihm stehen, sondern auch etwas, „womit er das Schandmaul des Satans stopfen kann“.

    Dazu lassen wir uns sicherlich alle gern gebrauchen, die wir Jehova von Herzen lieben!

  96. Juleam 22. Januar 2012 um 23:22 Link zum Kommentar

    Hiob 23:1-17

    Hiob: Wenn ich Gott nur finden könnte!
    1 Hiob sagte:

    2 »Auch heute muss ich bitter klagen, schwer lastet Gottes Hand auf mir, ich kann nur noch stöhnen! 3 Wenn ich doch wüsste, wo ich ihn finden könnte und wie ich zu seinem Thron gelange! 4 Ich würde ihm meinen Fall darlegen und alle Gründe nennen, die zu meinen Gunsten sprechen! 5 Ich wollte wissen, was er mir zur Antwort gibt, und verstehen, was er mir dann sagt. 6 Würde er wohl alle Kraft aufbieten, um mit mir zu streiten? Nein! Er würde mir Beachtung schenken! 7 So könnte ich meine Unschuld beweisen, und Gott würde mich endgültig freisprechen.

    8 Doch ich kann ihn nirgends finden! Ich habe ihn im Osten gesucht – er ist nicht dort, und auch im Westen entdecke ich ihn nicht. 9 Wirkt er im Norden, oder wendet er sich zum Süden hin, sehe ich doch keine Spur von ihm; nirgends ist er zu erblicken!

    10 Doch er kennt meinen Weg genau; wenn er mich prüfte, wäre ich rein wie Gold. 11 Unbeirrbar bin ich dem Weg gefolgt, den er mir zeigte, niemals bin ich von ihm abgeirrt. 12 Ich habe seine Gebote nicht übertreten; seine Befehle zu beachten war mir wichtiger als das tägliche Brot. 13 Aber Gott allein ist der Herr. Was er sich vornimmt, das tut er auch, und niemand bringt ihn davon ab. 14 So wird er ausführen, was er über mich beschlossen hat; und dieser Plan ist nur einer von vielen, die er bereithält.

    15 Darum habe ich Angst vor ihm; wenn ich darüber nachdenke, packt mich die Furcht! 16 Ja, Gott hat mir jeden Mut genommen; der Allmächtige versetzt mich in Angst und Schrecken!

    17 Doch die Dunkelheit bringt mich nicht zum Schweigen, diese tiefe Finsternis, die mich jetzt bedeckt.«

    Hiobs Freunde – wer hat sie eigentlich geschickt? Oder: wessen Geistes Kind sind die eigentlich?

    Mich macht der Dialog der letzten Kapitel richtig wütend! Was sind das nur für Menschen, seine sogenannten Freunde?

    Am Anfang hat man den Eindruck, dass es seine Freunde sind und dass Jehova sie geschickt hat, um seinen treuen Diener Hiob zu trösten. Um ihm das Gefühl zu geben, dass er nicht allein ist und um ihm zu zeigen, dass ER ihn liebt. Aber im Laufe des Dialogs habe ich immer mehr das Gefühl, als seien sie vom Widersacher geschickt worden, um Hiob zu entmutigen, damit dieser aufgibt und er selbst Jehova triumphierend ins Gesicht schleudern kann: „siehst du, ich hatte Recht!“

    Irgendwie kommt auch die Frage auf, ob sie nicht ursprünglich von Jehova geschickt worden waren, sich aber dann von Satan haben missbrauchen lassen, um Hiob zu schwächen?

    Nur: wie kann so etwas passieren?

    Kann ein Mensch, der von Jehova geschickt wird, dem Einfluß des Satans erliegen? Warum sollte er das tun? Würde dies bedeuten, dass Jehova die falschen Leute ausgewählt und geschickt hätte? Oder dass etwas Gravierendes im Verlauf mit ihnen passiert ist? Wenn ja: was könnte dies sein?

    Könnte es sein, dass sie zu Anfang aufrichtig waren, sich aber durch Hiobs Art in die Ecke gedrängt fühlten und dann das Bedürfnis hatten, ihn nun zu schlagen, statt zu trösten? Weil er bei ihnen einen wunden Punkt berührt hatte und somit eine Schwäche offenbar wurde?

    Vielleicht waren seine Freunde nicht ganz so aufrichtig und gottesfürchtig, was die Anbetung Jehovas anging. Vielleicht nahmen sie dies nicht ganz so genau wie Hiob. Das war vielleicht unter normalen Umständen kein Problem für sie, da Hiob es sie nicht spüren ließ.

    Aber nun hatten sie ihre Überlegungen geäußert, dass sein Leid auch daher kommen könne, dass er Jehova gekränkt und gesündigt hätte. Vielleicht fielen ihnen dabei einige Dinge ein, wieso Jehova über sie selbst so ein Leid bringen könnte. Als Hiob sich verteidigt und klar stellt, dass er all diese Dinge nicht getan hat, empfinden sie seine Worte vielleicht als selbstgerecht. Wieso sollte der besser sein als sie selbst? Jeder Mensch ist ja unvollkommen und vielleicht haben sie ihr eigenes Verhalten damit immer vor sich selbst gerechtfertigt. Wenn Hiob nun sagt, dass er solche Dinge nicht getan hat, weil er Jehova viel zu sehr liebt, empfinden sie dies vielleicht als Angriff. Hat er damit nicht gleichzeitig gesagt, dass sie Jehova nicht lieben, sonst würden sie so nicht handeln?

    Nein! Dies hat Hiob nicht gesagt. Aber vielleicht kommt es so bei ihnen an und das macht sie wütend. Denn es fühlt sich für sie nicht gut an. Ach, dieser arrogante und selbstgerechte Hiob, was weiss der schon? Vielleicht löst dieses ungute Gefühl bei ihnen das Bedürfnis aus, dass auch er sich in geistiger Hinsicht schlecht fühlt.

    Ob dies der Grund ist, warum sie ihn entmutigen, statt zu ernutigen?

  97. Juleam 24. Januar 2012 um 10:45 Link zum Kommentar

    Hiob 25 – 27

    Hiob 26:1-4

    Hiob: Wie klug hast du mich beraten!
    1 Darauf entgegnete Hiob:

    2 »Ach, wie gut hast du mir beigestanden, mir, der keine Kraft besitzt! Wie sehr hast du mir geholfen – arm und schwach wie ich bin! 3 Wie hast du mich so gut beraten, mich, dem jede Weisheit fehlt! Welche Einsicht hast du mir vermittelt, tief und umfangreich! 4 Mit wessen Hilfe hast du so geredet? Wer hat dir diese Worte eingegeben?«

    Das erinnert mich an meine Frage von gestern – ob die „Freunde“ von Jehova zur Ermunterung, oder doch eher vom Widersacher geschickt wurden

  98. Juleam 27. Januar 2012 um 11:24 Link zum Kommentar

    Hiob 28 – 31

    AHiob 30:1-16

    Ausgestoßen!

    1 »Und jetzt? Jetzt lachen sie mich aus – sie, die jünger sind als ich; ihre Väter hätte ich nicht einmal für wert geachtet, sie zu den Hunden meiner Herde zu stellen! 2 Was sollen mir diese Schwächlinge nützen, die keine Kraft mehr in den Knochen haben? 3 Ausgezehrt von Hunger und Armut nagen sie die Wurzeln in der Wüste ab, draußen im Land der Einsamkeit. 4 Sie pflücken Salzkraut von den Büschen, und Ginsterwurzeln sind ihr Brot. 5 Aus der menschlichen Gemeinschaft wurden sie verjagt, man schreit ihnen nach wie Dieben. 6 In verlassenen Tälern hausen sie, zwischen Felsen und in Erdhöhlen. 7 Im Gestrüpp, da kauern sie und schreien, unter hohen Distelsträuchern drängen sie sich zusammen. 8 Dieses Gesindel, diese Brut, aus dem Lande weggejagt!

    9 Und jetzt? Jetzt machen sie Spottverse, sie zerreißen sich das Maul über mich. 10 Sie verabscheuen mich und gehen mir aus dem Weg; und wenn sie mir doch einmal begegnen, spucken sie mir ins Gesicht! 11 Gott hat meine Lebenskraft zerbrochen und mich gedemütigt, darum kennen sie in meiner Gegenwart keine Rücksicht mehr. 12 Ja, diese Brut greift mich an! Sie versuchen, mich zu Fall zu bringen, sie schütten einen Belagerungswall rings um mich auf. 13 Sie schneiden mir den Weg ab und zerstören mein Lebenb, niemand hält sie dabei auf. 14 Sie durchbrechen meine Verteidigungsmauer und zertrümmern, was ihnen in die Quere kommt. 15 Furcht und Entsetzen haben mich gepackt und meine Würde wie im Sturm verjagt; meine Sicherheit ist vertrieben wie eine Wolke. 16 Mein Leben verrinnt, das Elend hat mich fest im Griff.

    Selbst, wenn Jehova Hiob tatsächlich verworfen hätte – ist ihr Verhalten dann gerechtfertigt?

    Was, wenn jemanden die Gemeinschaft entzogen werden mußte: wäre dieses Verhalten ihm gegenüber dann gerechtfertigt?

    Wie mag wohl Jehova über solche Personen aus seinem Volk denken, die einen Ausgeschlossenen so behandeln, wie Hiob es hier beschreibt? Würde ER es gut finden?

  99. Juleam 27. Januar 2012 um 11:27 Link zum Kommentar

    Hiob 32 – 34

    Hiob 33:14-30

    Gott spricht immer wieder, auf die eine oder die andere Weise, nur wir Menschen hören nicht darauf! 15 Gott redet durch Träume, durch Visionen in der Nacht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt. Sie liegen da und schlummern, 16 doch dann erschreckt er sie mit seiner Warnung, und sie hören aufmerksam zu. 17 Gott will sie abbringen von bösem Tun, und ihren Hochmut will er ihnen austreiben. 18 Er will sie vor dem Tod bewahren, davor, dass ihr Leben unter seinem Richterschwert ein jähes Ende findet.

    19 Gott weist einen Menschen auch durch Schmerzen zurecht, wenn er daliegt in seinen Qualen 20 und sich vor jeder Speise ekelt, selbst vor seinem Lieblingsgericht. 21 Seine Gestalt verfällt zusehends, man kann alle seine Knochen zählen. 22 Er steht schon mit einem Fuß im Grab, bald holen ihn die Todesboten. 23 Doch wenn ein Engel sich für ihn einsetzt, einer von den Tausenden, die den Menschen sagen, was richtig für sie ist, 24 wenn dieser Engel Mitleid mit ihm hat und zu Gott sagt: ›Verschone ihn! Lass ihn nicht sterben! Hier ist das Lösegeld!‹, 25 dann blüht er wieder auf, wird gesund und frisch, er wird stark wie damals in der Jugend. 26 Dann betet er zu Gott, und sein Gebet wird gnädig angenommen. Mit lautem Jubel tritt er hin vor ihn und dankt für seine Rettung. 27 Offen bekennt er den Menschen: ›Ich hatte gesündigt und das Recht missachtet, doch Gott hat mir’s nicht angerechnet! 28 Er hat mich vor dem sicheren Tod bewahrt, nun darf ich weiterleben und sehe das Licht.‹

    29 Das alles tut Gott mehr als einmal im Leben eines Menschen, 30 um ihn vor dem Tode zu bewahren und ihm die Lebensfreude zu erhalten.

    Irgendwie erinnert mich das Gesagte hier an Hiskia – der von Jehova gesagt bekam, er solle seine Angelegenheiten in Ordnung bringen, denn er habe nicht mehr lange zu leben. Dann aber erhörte ER sein Flehen und wurde nicht nur gesund, sondern bekam noch einige gute Jahre hinzugefügt,

  100. Juleam 27. Januar 2012 um 11:28 Link zum Kommentar

    Hiob 34:10-15

    Hört mir zu, ihr klugen Männer: Sollte Gott jemals Böses tun? Nein, niemals! Der Allmächtige verdreht nicht das Recht! 11 Gott bestraft einen Menschen nur für seine eigenen Taten; jedem gibt er zurück, was er verdient. 12 Gott begeht kein Unrecht, das ist unvorstellbar! Der Allmächtige beugt niemals das Recht! 13 Er herrscht über Himmel und Erde, er hat sie geschaffen. Niemand steht über ihm! 14 Wenn er wollte, könnte er seinen Geist und seinen Lebensatem aus dieser Welt zurückziehen, 15 dann würde alles Leben mit einem Schlage sterben, und die Menschen zerfielen zu Staub!

    nein – Unrecht kommt niemals von Jehova – aber: er lässt es zu!

  101. Juleam 27. Januar 2012 um 11:31 Link zum Kommentar

    Hiob 35 – 37

    Hiob 37:1-5

    Auch mein Herz klopft vor Angst, wenn das Gewitter naht; es schlägt immer schneller. 2 Hört ihr, wie der Donner rollt? Hört ihr Gottes Stimme? Welch ein Grollen kommt aus seinem Mund! 3 Er lässt den Donner los – der ganze Himmel ist davon erfüllt, und seine Blitze zucken weithin über die Erde! 4 Dann brüllt der Donner; ja, Gottes mächtige Stimme erklingt. Und wieder zucken die Blitze, und wieder kracht der Donner. 5 Gott lässt es donnern – seine Stimme überwältigt uns; er vollbringt große Wunder, die wir nicht begreifen.

    Das erinnert mich irgendwie an meine Angst, die ich als Kind vor einem Gewitter hatte. Leider erklären ja manche Eltern den Kindern, dass der liebe Gott nun wütend ist. Bei so einer Demonstration von Macht fühlen wir uns dann ganz klein.

    Meine Eltern haben uns so einen Unsinn nicht erzählt, sondern erklärt, was wirklich bei einem Gewitter passiert, allerdings muss ich zugeben, dass bei jedem Donnerschlag immer eher das Gefühl eines zornigen Gottes in mir aufkam. Das Bild paßte meines Empfindens nach eher zu dem, was ich erlebte, als die Vorstellung, dass da gerade zwei Wolken aufeinander prallen. Die sehen doch immer so locker und flockig aus, die könnten doch unmöglich so einen gewaltigen Krach machen…

  102. Juleam 27. Januar 2012 um 23:05 Link zum Kommentar

    Hiob 38 – 42

    Hiob 38:12-15

    Sag, hast du je das Tageslicht herbeigerufen und der Morgenröte ihren Weg gewiesen? 13 Sie fasst die Erde bei den Zipfeln und schüttelt die Übeltäter aus ihrem dunklen Versteck. 14 In ihrem Licht färbt die Erde sich bunt wie ein Kleid; ihre Gestalt tritt hervor, deutlich wie ein Siegelabdruck auf Ton. 15 Dann wird den Übeltätern das schützende Dunkel genommen, und ihr drohend erhobener Arm wird zerbrochen.

    Was für eine wunderschöne poetische Formulierung. Ich stelle es mir gerade bildlich vor, wie sie aus einem Tuch ausgeschüttelt werden. Vielleicht ähnlich, wie wir nach dem Frühstück das Tischtuch ausschütteln und alle Krümmel zur Erde purzeln…

  103. Juleam 27. Januar 2012 um 23:08 Link zum Kommentar

    Hiob 38:36

    Wer lässt die Wolken wohlgeordnet ziehen? Wer bestimmt das Wetter nach einem weisen Plan

    Da haben wir schon oft drüber geredet: wie gut, dass der Mensch nicht entscheiden kann, wie das Wetter wird!

    Wie oft sagen Menschen im Scherz: „bestell mal bei Petrus gutes Wetter“. Stellen wir uns mal vor, dies ginge. Sicherlich würde es Mord und Todschlag geben. Denn jeder hat andere Vorstellungen und Bedürfnisse. Der eine will viel Sonne und heiss soll es sein. Aber der Bauer will Regen, denn durch die ständige Hitze ist der Boden und sind die Pflanzen völlig verdorrt. Er hat Angst um seine Ernte.

    Mein Liebster sagt: „Regen ist ja ok, aber bitte nicht Nachts. Denn ich will nicht nass werden, wenn ich Zeitungen austrage.“ Wann dann? Tagsüber? Da sind die Bauern auf dem Feld und die Leute wollen schönes Wetter. In der Zeit zwischen 22 und 2 Uhr? Auch da sind noch viele Menschen unterwegs. Sie haben sich für Theater, Konzert oder Disco „schön gemacht“, ein Regenguss würde alles verderben.

    Sehen wir, wie weise es ist, dass wir Menschen da kein Mitspracherecht haben?

    Wie gut, dass Jehova „den Plan für das Wetter macht“ und kein Mensch…

  104. Juleam 27. Januar 2012 um 23:10 Link zum Kommentar

    Hiob 38:39-41

    Erjagst du die Beute für die Löwin, stillst du den Hunger ihrer Jungen, 40 wenn sie in Höhlen sich verkriechen, im Dickicht auf der Lauer liegen?

    41 Wer lässt den Raben Futter finden, wenn seine Jungen zu Gott schreien, wenn sie hungrig und hilflos umherirren?

    Hiob 39:1-30

    Kannst du mir sagen, wann die Steinböcke werfen, schaust du zu, wie die Hirschkühe kalben? 2 Zählst du die Monate ihrer Tragezeit, und weißt du, wann sie gebären? 3 Sie kauern nieder, bringen ihre Jungen zur Welt, und dann hören ihre Wehen auf. 4 Ihre Jungen wachsen in der Wildnis auf und werden stark; sie ziehen fort und kehren nicht mehr zurück.

    5 Wer hat dem Wildesel die Freiheit gegeben, wer hat seine Fesseln gelöst? 6 Ich gab ihm die Steppe als Lebensraum, die Salzwüste als sein Gebiet. 7 Er lacht über das Lärmen in der Stadt, die Schreie des Treibers hört er nicht. 8 Er wählt sich das Bergland als Weide aus und sucht dort überall nach etwas Grünem.

    9 Meinst du, der Wildstier würde dir freiwillig dienen und über Nacht in deinem Stall an der Krippe stehen? 10 Kannst du ihn mit dem Pfluggeschirr in der Furche halten, im Tal über dein Feld ihn eggen lassen? 11 Kannst du dich auf seine gewaltige Kraft verlassen und ihm deine schwere Arbeit aufbürden? 12 Vertraust du ihm, dass er deine Ernte einbringt und sie zu deinem Dreschplatz zieht?

    13 Fröhlich schlägt die Straußenhenne mit den Flügeln, doch sie sind nicht zu vergleichen mit den Schwingen und Federn eines Storches. 14 Sie lässt ihre Eier auf der Erde liegen, damit der heiße Sand sie wärmt. 15 Dass ein Mensch sie zertreten, dass Tiere sie zertrampeln könnten – so weit denkt sie nicht. 16 Herzlos behandelt sie die Jungen, als wären es nicht ihre eigenen. Und wenn ihre Mühe vergeblich war, kümmert sie das nicht. 17 Denn ich habe ihr die Weisheit versagt; von Klugheit findet sich bei ihr keine Spur! 18 Doch wenn sie ihre Flügel ausbreitet und losrennt, läuft sie jedem Reiter davon.

    19 Sag, hast du das Pferd so stark gemacht, schmückst du seinen Hals mit einer Mähne? 20 Wie es zum Sprung ansetzt! Hast du ihm die Kraft gegeben? Sein gewaltiges Schnauben ist furchterregend. 21 Es stampft auf den Boden, freut sich über seine Kraft und jagt dann der Schlacht entgegen. 22 Es lacht über die Angst, fürchtet nichts und schreckt vor dem feindlichen Schwert nicht zurück. 23 Der Köcher klirrt an seiner Seite, Schwert und Lanze blitzen. 24 Wild und ungestüm fliegt es dahin; sobald das Signal ertönt, gibt es kein Halten mehr. 25 Beim Klang der Hörner wiehert es laut, wittert den Kampf schon von ferne; es hört, wie die Anführer Befehle schreien und wie der Schlachtruf ertönt.

    26 Breitet der Falke seine Schwingen aus, um nach Süden zu fliegen, weil du den Wandertrieb in ihn gelegt hast? 27 Schwingt sich der Adler auf deinen Befehl so hoch empor und baut in der Höhe sein Nest? 28 Oben im Felsen haust er und baut auf Bergzacken seinen Horst wie eine Festung. 29 Von dort erspäht er seine Beute, seine Augen entdecken sie von weitem.

    30 Schon seine Jungen gieren nach Blut; wo Leichen liegen, da ist er zur Stelle.«

    hier ist nur ein ganz kurzer Bericht über die Tierwelt – sicherlich fiele uns dazu noch viel mehr ein…

  105. Juleam 30. Januar 2012 um 11:37 Link zum Kommentar

    Hiob 42:7-12

    Gott stellt sich hinter Hiob

    7 Nachdem der Herr dies alles zu Hiob gesagt hatte, wandte er sich an Elifas aus Teman: »Ich bin voller Zorn über dich und deine beiden Freunde, ihr habt nicht die Wahrheit über mich gesagt, so wie mein Diener Hiob es tat! 8 Bringt nun sieben junge Stiere und sieben Schafböcke, geht damit zu meinem Diener Hiob, und bringt sie als Brandopfer dar! Hiob soll für euch beten, denn nur ihn will ich erhören und euch um seinetwillen nichts Böses tun. Denn ihr habt nicht wie er die Wahrheit über mich gesagt.«

    9 Da taten Elifas aus Teman, Bildad aus Schuach und Zofar aus Naama, was ihnen der Herr befohlen hatte. Und Gott erhörte Hiobs Gebet.

    10 Als Hiob für seine Freunde betete, da wendete der Herr für ihn alles zum Guten. Er gab ihm doppelt so viel, wie er früher besessen hatte. 11 Alle seine Brüder und Schwestern und die früheren Bekannten besuchten ihn wieder. Sie aßen mit ihm in seinem Haus und trösteten ihn wegen des Unglücks, das der Herr über ihn gebracht hatte. Jeder schenkte ihm ein Silberstück und einen Ring aus Gold.

    12 Der Herr segnete Hiob von jetzt an mehr als zuvor.

  106. Juleam 6. September 2012 um 09:10 Link zum Kommentar

    Satans Methoden und die Streitfrage

    der Satan wirft ja Jehova vor, dass ihm niemand aus selbstlosen Motiven dienen würde. Aber ist es denn bei ihm selbst anders? Wer dient schon dem Satan, weil er ihn liebt? Wer geht ihm schon freiwillig ins Netz?

    Viele gehen doch nur aus Unwissenheit in seine Fallen. Weil sie von ihm und seinen Methoden überlistet worden sind. Er hat sie mit Raffinesse gefangen, hatte einen Köder ausgelegt. Sie tappen ja wegen dem Köder ins Netz, weil sie diesen haben wollen – nicht etwa, weil sie selbstlose Liebe für Satan empfinden würden. Aus den Märchen kennen wir Geschichten, wo jemand dem Teufel seine Seele verkauft. Also auch nur, weil er etwas haben will, was er sonst nicht bekommen würde. Nix mit selbstlos!

    Wieviele Menschen würden auf Satans Seite Stellung beziehen, wenn es keinen Köder gäbe? Nur um seinetwillen, weil er so toll ist? Manche machen dabei mit, weil sie die Macht so fasziniert. Also auch nix selbstlos – sondern weil sie auch diese Macht wollen.

    Welchen Unterschied macht es eigentlich für Satan, ob wir Jehova dienen, weil dieser uns segnet und beschützt – oder ob wir ihm dienen weil er uns Macht gibt und andere Dinge, die wir gern haben wollen?

    Weiss der Widersacher eigentlich, wie unsinnig das ist, was er Jehova vorwirft?

    Selbst, wenn an Jehovas Tag nur noch eine handvoll Menschen auf Jehovas Seite Stellung beziehen – so hat der Satan nicht gewonnen. Denn diese handvoll Menschen ist auf Jehovas Seite, weil sie ihn wirklich lieben. Denn der Satan hat ja mit Versuchung und Verfolgung bereits alle Register gezogen – und sie ziehen dennoch Jehova als Gott vor. Und das, obwohl sie Tag und Nacht vom Satan dafür verprügelt werden.

    All die große Menge, die der Widersacher hinter sich hat, alle diese sind nur deshalb dort, weil sie Angst vor ihm haben und er sie in Ruhe lässt, wenn sie bei ihm sind. Oder weil er sie mit Bestechungsgeschenken geködert hat. Bei ihm wird sich niemand befinden, nur weil er ihn liebt. Also hat er dennoch „den Wettbewerb gegen Jehova“ verloren. Selbst dann, wenn bei Jehova nur ein einziger Mensch steht – der aus Liebe bei ihm bleibt.

    Wenn es einen Wettbewerb unter den Männern der ganzen Welt gäbe – wer der stärkste Mann ist – und einer gewinnt ihn, weil er mit den Gewichten trickst und seine Gewichtssteine nicht aus Eisen sondern aus Papier anfertigt – ist er dann wirklich der stärkste Mann der Welt? Wenn ich zur schönsten Frau der Welt gewählt werde, weil ich alle anderen Bewerberinnen verstuemmel, indem ich ihnen die Haare abrasiere und sie sonstwie verunstalte – kann ich dann wirklich von mir sagen, ich sei die schönste Frau der Welt? Habe dich dann wirklich etwas von dem Sieg?

    Was hat der Satan denn mit all seiner Trickserei gewonnen? Beweisen seine fiesen Touren denn nicht gerade erst, dass er sich selbst dessen bewußt ist, dass er auf ehrlichem Wege überhaupt keine Chance hat?

    Wenn ich davon überzeugt bin, dass ich der stärkste Mann der Welt oder die schönste Frau der Welt bin – habe ich es dann nötig, durch unfaire Methoden die anderen auszustechen?

    Wenn Satan wirklich glaubt, dass er der bessere Gott sei und viel liebenswerter als Jehova – hat er es dann wirklich nötig, mit unfairen Mitteln zu arbeiten? Muss er seine Leute dann ködern oder erpressen? Zeigt nicht gerade dies seine Unfähigkeit und dass er sich dessen bewußt ist?

  107. Juleam 22. Januar 2013 um 13:42 Link zum Kommentar

    Hiob 1 – 4

    Hiob 1 – Hiob verliert niemals seinen Glauben an den Schöpfer

    1 Es war ein Mann im Land Uz , der hieß Hiob ; der war ein untadeliger und rechtschaffener Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. 2 Und ihm wurden sieben Söhne und drei Töchter geboren, 3 und an Herden besaß er 7 000 Schafe , 3 000 Kamele, 500 Joch Rinder und 500 Eselinnen; und seine Dienerschaft war sehr groß, sodass der Mann größer war als alle Söhne des Ostens . 4 Seine Söhne aber pflegten einander zu besuchen und ein festliches Mahl zu bereiten, jeder in seinem Haus und an seinem Tag; und sie sandten hin und luden auch ihre drei Schwestern ein, um mit ihnen zu essen und zu trinken. 5 Wenn dann die Tage des Festmahls zu Ende waren, ließ Hiob sie holen und heiligte sie; er stand früh am Morgen auf und brachte Brandopfer dar für jeden von ihnen; denn Hiob sagte sich: Vielleicht könnten meine Kinder gesündigt und sich in ihrem Herzen von Gott losgesagt haben! So machte es Hiob allezeit.

    Satan „stänkert“ mit Jehova

    6 Es geschah aber eines Tages, dass die Söhne Gottes vor den Herrn traten, und unter ihnen kam auch der Satan . 7 Da sprach der Herr zum Satan: Wo kommst du her?

    Und der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf!

    8 Da sprach der Herr zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen gibt es nicht auf Erden, einen so untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet!

    9 Der Satan aber antwortete dem Herrn und sprach: Ist Hiob umsonst gottesfürchtig? 10 Hast du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat, ringsum eingehegt ? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und seine Herden breiten sich im Land aus. 11 Aber strecke doch einmal deine Hand aus und taste alles an, was er hat; lass sehen, ob er dir dann nicht ins Angesicht absagen wird!

    12 Da sprach der Herr zum Satan: Siehe, alles, was er hat, soll in deiner Hand sein; nur nach ihm selbst strecke deine Hand nicht aus! Und der Satan ging vom Angesicht des Herrn hinweg.

    die „Hiobs-Botschaften“

    13 Und es geschah eines Tages, als seine Söhne und Töchter im Haus ihres erst-geborenen Bruders aßen und Wein tranken,

    14 da kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten und die Eselinnen weideten neben ihnen; 15 da fielen die Sabäer ein und nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwertes; ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten!

    16 Während dieser noch redete, kam ein anderer und sagte: Feuer Gottes fiel vom Himmel und hat die Schafe und die Knechte verbrannt und verzehrt; ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten!

    17 Während dieser noch redete, kam ein anderer und sagte: Die Chaldäer haben drei Banden aufgestellt und sind über die Kamele hergefallen und haben sie weggenommen und haben die Knechte mit der Schärfe des Schwertes erschlagen; ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten!

    18 Während dieser noch redete, kam ein anderer und sagte: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders; 19 und siehe, da kam ein heftiger Wind drüben von der Wüste her und erfasste die vier Ecken des Hauses, sodass es auf die jungen Leute stürzte und sie starben ; ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten!

    20 Da stand Hiob auf und zerriss sein Gewand und schor sein Haupt; und er warf sich auf die Erde nieder und betete an. 21 Und er sprach: Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen; nackt werde ich wieder dahingehen. Der Herr hat gegeben , der Herr hat genommen; der Name des Herrn sei gelobt ! 22 Bei alledem sündigte Hiob nicht und verhielt sich nicht ungebührlich gegen Gott.

    In der Fußnote heißt es hier (in der Schlachter): „er gab Gott keine Schuld“. Bei uns in der Neue-Welt-Übersetzung wird Römer 9:20 als Querverweis angeführt. In der Hoffnung für Alle wird es so übersetzt: „Kein böses Wort gegen Gott kam über seine Lippen“, in der Elberfelder ’schrieb er Gott gar nichts Ungereimtes zu‘, in der Luther ‚tat er nichts Törichtes wider Gott‘.

    Warum ist dies so wichtig, wie dieser Aspekt wiedergegeben wird? Ist der Punkt an sich überhaupt wichtig?

    Ich finde schon! Denn in dem Buch Hiob geht es ja um unverschuldetes Leid und darum, dass ihm andere glauben machen wollen, dass er das Leid als Strafe von Gott erhält. Daher ist es wichtig, wie er zuerst selbst darüber denkt, ob er es selbst auch so empfindet. Denn es macht einen gravierenden Unterschied.

    Sich nicht ungebührlich gegen Gott verhalten bedeutet für mich etwas anderes, als ob ich IHM die Schuld für mein Elend gebe. Wenn ich mich ungebührlich gegen Gott verhalte, dann fluche ich vielleicht darüber oder tue irgendetwas, was Jehova schmerzt, um mir selbst mein Leid erträglicher zu machen.

    Ich kenne das von mir: es gab eine Zeit, die über viele Jahre ging, wo ich mich mit einer bestimmten Situation nicht abfinden wollte. Sie war entstanden, weil wir uns beharrlich geweigert hatten, gegen Jehova und seine Maßstäbe zu verstoßen und wir dadurch einer mächtigen Person der Gegenseite ein Dorn im Auge waren. Immer wieder wurde uns deutlich gemacht, wir müßten ja „nur einen Akt der Anbetung“ – es wäre ja „eigentlich gar nichts Schlimmes, alle tun das heute“ – selbst für unsere Befreiung sorgen können. Immer wieder wurde uns suggeriert, dass uns unser Gott zwar zusieht, aber nichts macht und auch nichts machen wird. Also „müsst ihr nur ein wenig Eigeninitiative zeigen, was ist schon dabei?“. Wir haben uns über all die Jahre geweigert, durch irgendwelche Betrügereien oder falsche Tatsachenbeweise selbst einen Ausweg zu schaffen. Wir haben die Dinge in Jehovas Hand gelegt. Aber wenn es mal wieder „höllisch“ weh tat, dann war besonders bei mir der Druck sehr stark, zu rauchen, mich zu betrinken oder mich selbst massiv zu verletzen. Nicht weil ich Jehova die Schuld an dem Desaster gegeben hätte – sondern vielleicht eher unbewusst, um „ihm klarzumachen“, dass er aber jetzt endlich was tun müsse. Dass der Druck so stark ist und wenn er nichts tut, dann muss ich…

    Wenn ich solche Dinge getan hätte, dann hätte ich mich ganz bestimmt „ungebührlich gegen Jehova“ benommen. Aber ich habe IHM nie die Schuld dafür gegeben.

    Die Situation besteht nun seit über 7 Jahren und wir haben die Dinge längst in Jehovas Hand abgelegt. Eigentlich hatte ich mich bereits vor einigen Jahren damit abgefunden, dass dies so ist und Jehova es erst mit Harmagedon ändern würde. Aber immer wieder wurde uns Hoffnung gemacht, von der wir immer dachten, es käme von Jehova aus. Immer mit dem Ergebnis: „du hast keine Chance, nutze sie“ und die Enttäuschung hat dann immer wieder diesen Druck aufgebaut. Wobei es seit einem Jahr nicht mehr ganz so schlimm ist.

    Und schon bin ich bei einer Ansprache von Bayless Conley – „Prüfungen, die unsere Reife fördern“. Es ist eine längere Ansprache und ich habe sie erst gestern zu Ende gelesen, da ich immer wieder pausieren und es sacken lassen mußte. Ziemlich zum Schluß spricht er über die Prüfung des Vergebens, Loslassens. Das ist sehr interessant, was er da sagt, denn er spricht hier auch wieder davon, dass Groll und Verbitterung uns unser ganzes Leben vergiften können. Und damit hat er ganz bestimmt Recht.

    Wenn wir Jehova nichts Ungebührliches zuschreiben wollen, ihm nicht die Schuld geben und uns nicht gegen ihn verbittern lassen wollen, dann müssen wir loslassen. Die Dinge so hinnehmen wie sie sind und das Beste daraus machen.

    Und da bin ich dann wieder bei der Ansprache eines Redners von CZW – „Gottes Stimme in der Wildnis des Lebens hören“, wo der Prediger zum Schluß sagt: „Auch wenn wir vielleicht viele Jahre das Gefühl haben, im Kreis zu laufen, so ist es ok – solange wir nur weiter unterwegs sind mit unserem Gott!“

    Hiob passieren hier schlimme Dinge und manchmal frage ich mich, was wohl für ihn schlimmer ist: der Verlust an sich – oder „das dumme Gerede“ seiner Kumpels, die ihm einreden wollen, es wäre Gottes Strafe dafür, dass er ein schlechter Mensch sei. Aber egal, wie schlimm sie ihm auch zusetzen: er kommt nie an den Punkt, wo er Gott die Schuld für das alles gibt. Im Gegenteil: ich habe das Gefühl ,er klammert sich immer fester an IHN

    Hier findet ihr weitere Gedanken zu diesem Kapitel:

  108. Juleam 22. Januar 2013 um 13:55 Link zum Kommentar

    Hiob 2 – warum sitzt Hiob hier in der Asche?

    Satan ist noch nicht zufrieden mit dem, was er erreicht hat

    1 Es geschah aber eines Tages, dass die Söhne Gottes vor den Herrn traten, und unter ihnen kam auch der Satan, um sich vor den Herrn zu stellen.2 Da sprach der Herr zum Satan: Wo kommst du her? Und der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf!

    3 Da sprach der Herr zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen gibt es nicht auf Erden, einen so untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet; und er hält immer noch fest an seiner Tadellosigkeit, obwohl du mich gereizt hast, ihn ohne Ursache zu verderben!

    4 Der Satan aber antwortete dem Herrn und sprach: Haut für Haut! Ja, alles, was der Mensch hat, gibt er hin für sein Leben; 5 aber strecke doch deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an, so wird er dir sicher ins Angesicht absagen !

    6 Da sprach der Herr zum Satan: Siehe, er ist in deiner Hand; nur schone sein Leben!

    7 Da ging der Satan vom Angesicht des Herrn hinweg; und er plagte Hiob mit bösen Geschwüren von der Fußsohle bis zum Scheitel, 8 sodass Hiob eine Scherbe nahm, um sich damit zu kratzen, während er mitten in der Asche saß.

    9 Da sprach seine Frau zu ihm: Hältst du immer noch fest an deiner Tadellosigkeit? Sage dich los von Gott und stirb! 10 Er aber sprach zu ihr: Du redest so, wie eine törichte Frau redet! Wenn wir das Gute von Gott annehmen , sollten wir da das Böse nicht auch annehmen? – Bei alledem versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.

    ein gemeinschaftlicher Krankenbesuch

    11 Als aber die drei Freunde Hiobs von all diesem Unglück hörten, das über ihn gekommen war, kamen sie, jeder von seinem Ort, nämlich Eliphas, der Temaniter , und Bildad, der Schuchiter , und Zophar, der Naamatiter ; diese verabredeten sich, miteinander hinzugehen, um ihm ihr Beileid zu bezeugen und ihn zu trösten . 12 Und als sie von ferne ihre Augen erhoben, erkannten sie ihn nicht mehr. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten; und jeder zerriss sein Gewand, und sie warfen Staub über ihre Häupter zum Himmel.

    13 Dann setzten sie sich zu ihm auf den Erdboden sieben Tage und sieben Nächte lang, und keiner redete ein Wort mit ihm; denn sie sahen, dass sein Schmerz sehr groß war.

    Auch zu diesem Kapitel haben wir bereits einige Gedanken zusammen getragen:

    Aber warum sitzt Hiob eigentlich „in der Asche“?

    Es heißt, dass sein Körper voller Geschwüre ist und er sie mit einer Scherbe aufkratzt. Das lässt vermuten, dass die Geschwüre jucken und brennen. Vielleicht so, wie ich im Sommer 2003 eine allergische Reaktion auf die unzähligen Mückenstiche hatte. Beide Füße und Waden waren damit übersät und es juckte und brannte, dass es nicht zum Aushalten war. Selbst nasskalte Wadenwickel brachten nur zeitweise Linderung und ich mußte ins Krankenhaus, um mich wegen der allergischen Reaktion behandeln zu lassen.

    Vielleicht empfindet Hiob hier seine Geschwüre ebenso. Und wahrscheinlich ist die Asche, in der er sitzt, ausgekühlt und vielleicht kühlt diese?

  109. Juleam 22. Januar 2013 um 14:02 Link zum Kommentar

    Hiob 3 – Hiob mag nicht mehr

    1 Danach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte den Tag seiner Geburt . 2 Und Hiob begann und sprach: 3 O wäre doch der Tag ausgelöscht, da ich geboren wurde, und die Nacht, die sprach: Ein Knabe ist gezeugt! 4 Wäre doch dieser Tag Finsternis geblieben; hätte doch Gott in der Höhe sich nicht um ihn gekümmert, und wäre doch niemals das Tageslicht über ihm aufgeleuchtet! 5 Hätten doch Finsternis und Todesschatten ihn zurückgefordert, Gewölk sich auf ihm niedergelassen und diesen trüben Tag überfallen! 6 Und jene Nacht – hätte doch das Dunkel sie hinweggerafft, hätte sie sich nur nicht gefreut unter den Tagen des Jahres, und wäre sie doch nicht in die Zahl der Monate eingereiht worden! 7 Ja, wäre doch jene Nacht unfruchtbar geblieben, hätte doch kein Jubel sie erreicht! 8 Hätten sie doch die verwünscht, die den Tag verfluchen können, die imstande sind, den Leviathan aufzuwecken! 9 Hätten sich doch die Sterne ihrer [Morgen]dämmerung verfinstert, hätte sie doch auf Licht gehofft, ohne dass es erschienen wäre; hätte sie doch die Strahlen der Morgenröte nicht geschaut! 10 Doch sie verschloss mir nicht die Pforte des Mutterleibes und verbarg nicht den Jammer vor meinen Augen.

    11 Warum starb ich nicht gleich bei der Geburt, kam nicht um, sobald ich aus dem Mutterschoß hervorging? 12 Warum kamen mir Knie entgegen, und wozu Brüste, dass ich daran trank? 13 Denn jetzt läge ich da und wäre still; ich wäre entschlafen und hätte nun Ruhe, 14 [zusammen] mit Königen und Ratgebern der Erde, die sich längst verfallene Paläste erbauten, 15 oder mit Fürsten, reich an Gold, die in ihren Häusern Silber häuften. 16 Oder wäre ich doch niemals da gewesen, wie eine verscharrte Fehlgeburt, den Kindern gleich, die nie das Licht erblickten! 17 Dort hört das Toben der Gottlosen auf, dort finden die Erschöpften Ruhe; 18 [dort] sind alle Gefangenen in Frieden, sie hören die Stimme des Treibers nicht mehr; 19 Kleine und Große sind dort gleich, und der Knecht ist frei von seinem Herrn! 20 Warum lässt Er den Mühseligen das Licht sehen und gibt Leben den Verbitterten, 21 [denen], die auf den Tod harren , und er kommt nicht, die nach ihm graben, mehr als nach verborgenen Schätzen; 22 die sich jubelnd freuen würden, die frohlockten, wenn sie ein Grab fänden, 23 dem Mann, dem sein Weg verborgen ist, den Gott ringsum eingeschlossen hat? 24 Denn statt zu essen , seufze ich, und mein Gestöhn ergießt sich wie Wasser.

    25 Denn das Schreckliche, das ich befürchtet habe, ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen. 26 Ich konnte nicht ruhen und nicht rasten, und kaum hatte ich mich erholt, so kam ein [neuer] Sturm über mich!

    Hast du dich jemals so gefühlt, dass dir alles nur noch sinnlos vorkommt und du am liebsten sterben würdest? Wie denkt Jehova über dich, wenn du so empfindest? Hierzu hatten wir bereits in den vergangenen Jahren einige Gedanken gesammelt:

    Besonders schlimm für mich auch die Aussage in Vers 25:

    Denn das Schreckliche, das ich befürchtet habe, ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen.

    Auch mich hat genau das getroffen, was bereits in der Schwangerschaft mein schlimmster Alptraum war. Es hat mir komplett den Boden unter den Füßen weggezogen – nachdem ich mich gerade erst nach einem für mich schlimmen Schlag erholt hatte. Gut, dass ich damit nicht allein war und bin, sondern den wunderbaren Ehemann habe, den mir Jehova vorsorglich an die Seite gestellt hat – und meinen Gott, der ja bekanntlich „der Gott allen Trostes“ ist.

    Aber so ist der Widersacher: besonders bei aufrichtigen Menschen, die sich hartnäckig an ihrem Gott festklammern, ist er gnadenlos. In dem Vortrag „Prüfungen, die unsere Reife fördern“, vergleicht Bayloss Conly den Widersacher und solche „Schicksalsschläge“ mit einem Boxer, der gnadenlos auf seinen Gegner einschlägt, bis dieser ko zu Boden fällt.

    Besonders schlimm für Hiob hier, weil er überhaupt nicht mit solch einer Attacke gerechnet hat. Von jetzt auf gleich prasseln die Schläge auf ihn ein und so wünscht er sich nur noch seine Ruhe. Verständlich?

  110. Juleam 22. Januar 2013 um 14:07 Link zum Kommentar

    Hiob 4 – was für „ein Geist“ vermittelt Eliphas hier „diese Weisheit“?

    1 Da ergriff Eliphas, der Temaniter, das Wort und sprach: 2 Wenn man ein Wort an dich richtet, wird es dich verärgern? Aber Worte zurückhalten, wer könnte das? 3 Siehe, du hast viele unterwiesen und hast müde Hände gestärkt. 4 Deine Worte haben den Strauchelnden aufgerichtet, und wankende Knie hast du gekräftigt.

    5 Nun aber, da es an dich kommt, bist du verzagt; weil es dich trifft, bist du bestürzt! 6 Ist nicht deine Gottesfurcht deine Zuversicht, und die Tadellosigkeit deines Weges deine Hoffnung?

    7 Bedenke doch: Ist je ein Unschuldiger umgekommen, und wo wurden Rechtschaffene vertilgt? 8 Soviel ich gesehen habe: Die Unrecht pflügen und die Unheil säen, die ernten es auch. 9 Durch Gottes Odem kommen sie um; durch den Hauch seines Zornes werden sie verzehrt. 10 Das Brüllen des Löwen und die Stimme des Junglöwen [verstummt], und die Zähne der jungen Löwen werden ausgebrochen. 11 Der Löwe kommt um aus Mangel an Beute, und die Jungen der Löwin zerstreuen sich.

    12 Zu mir aber kam heimlich ein Wort, mein Ohr vernahm ein leises Flüstern; 13 in Schreckgedanken, durch Nachtgesichte erregt, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt, 14 da kam Furcht und Zittern über mich und durchschauerte alle meine Gebeine; 15 denn ein Geist ging an mir vorüber; die Haare meines Leibes standen mir zu Berge. 16 Er trat vor mich hin, und ich konnte sein Aussehen nicht erkennen; eine Gestalt war vor meinen Augen, ich hörte eine flüsternde Stimme : 17 Kann wohl ein Sterblicher gerecht sein vor Gott, oder ein Mann rein vor seinem Schöpfer?

    18 Siehe, seinen Dienern traut er nicht, seinen Engeln wirft er Irrtum vor; 19 wie viel mehr denen, die in Lehmhütten wohnen, die auf Staub gegründet sind, die wie Motten zerstört werden! 20 Zwischen Morgen und Abend gehen sie zugrunde ; ehe man sich“s versieht , sind sie für immer dahin . 21 Wird nicht ihr Zeltstrick abgerissen ? Sie sterben, ohne Weisheit erlangt zu haben.

    Was denkt Eliphas eigentlich, wer hier zu ihm kommt und ihm „diese Weisheit“ mitteilt? Hier in dieser Übersetzung ist von einem Geist die Rede, dessen Wahrnehmung ihn – etwa vor Furcht? – erschauern lässt. Thom hatte es in den Vorjahren aus dem dämonischen Bereich gedeutet. Was sagen die anderen Übersetzungen? Sie sagen Ähnliches. In der Hoffnung für alle ist von einem Mann die Rede, den er aber nicht erkennen könnte und bei uns auch nur von einem Geist.

    Dafür habe ich bei der Suche auf der Wtlib aber einen älteren Artikel dazu gefunden, den ich euch nicht vorenthalten will. Hier heißt es zu dieser Begebenheit auszugsweise:

    Mit folgenden Worten berichtete Eliphas von einem außergewöhnlichen Erlebnis, das er früher einmal gehabt hatte: „Ein Geist selbst ging an meinem Gesicht vorüber; das Haar meines Fleisches begann sich zu sträuben. Er begann still zu stehen, aber ich erkannte sein Aussehen nicht; eine Gestalt war vor meinen Augen; da war eine Stille, und ich hörte nun eine Stimme“ (Hiob 4:15, 16).

    Was für ein Geist hatte Eliphas’ Denken beeinflusst? Wie der kritische Ton in seinen weiteren Worten erkennen lässt, war dieser Geist gewiss keiner der gerechten Engel Gottes gewesen (Hiob 4:17, 18). Es hatte sich vielmehr um ein böses Geistgeschöpf gehandelt. Warum hätte Jehova Eliphas und seine beiden Gefährten sonst zurechtweisen müssen, weil sie gelogen hatten? (Hiob 42:7). Ja, Eliphas war unter den Einfluss eines Dämons geraten. Seine Äußerungen spiegelten gottloses Denken wider.

    weitere Gedanken hierzu findet ihr hier:

  111. Juleam 22. Januar 2013 um 14:17 Link zum Kommentar

    Hiob 5 – 7

    Hiob 5 – hier werden die Tatsachen verdreht

    1 Rufe doch! Ist einer da, der dir antwortet? Und an welchen von den Heiligen willst du dich wenden? 2 Denn den Narren bringt der Unmut um, und den Unverständigen tötet der Eifer. 3 Ich selbst habe einen Narren gesehen, der Wurzel schlug, und sogleich verfluchte ich seine Wohnung. 4 Seine Kinder fanden keine Hilfe, und sie wurden im Tor zertreten, ohne dass es einen Retter gab; 5 seine Ernte verzehrte der Hungrige und holte sie ihm selbst aus den Dornhecken heraus, und sein Vermögen schnappten die Habgierigen weg. 6 Denn Unglück wächst nicht aus dem Staub hervor, und Unheil sprosst nicht aus der Erde; 7 sondern der Mensch ist zum Unglück geboren, wie die Funken nach oben fliegen.

    8 Ich jedoch würde Gott suchen und Gott meine Sache darlegen, 9 der große, unerforschliche Dinge tut, Wunder, die nicht zu zählen sind: 10 Er gießt Regen auf die Erde und sendet Wasser über die Fluren; 11 er erhöht die Niedrigen, und die Leidtragenden erlangen das Heil; 12 er vereitelt die Anschläge der Listigen, dass ihre Hand sie nicht ausführen kann; 13 er fängt die Weisen in ihrer List, und der Rat der Verschlagenen wird über den Haufen geworfen; 14 bei Tag stoßen sie auf Finsternis, und am Mittag tappen sie umher wie in der Nacht.

    15 Aber er rettet den Elenden vom Schwert, aus ihrem Rachen und aus der Hand des Starken, 16 sodass der Geringe Hoffnung fasst und die Frechheit ihr Maul verschließt. 17 Siehe, wohl dem Menschen, den Gott zurechtweist! Darum verwirf die Züchtigung des Allmächtigen nicht! 18 Denn er verwundet und verbindet; er zerschlägt, und seine Hand heilt. 19 In sechs Bedrängnissen wird er dich erretten, und in sieben wird dich nichts Böses antasten: 20 In Hungersnot wird er dich vom Tod erlösen und im Krieg von der Gewalt des Schwertes ; 21 vor der Geißel der Zunge wirst du geborgen sein und wirst die Verwüstung nicht fürchten , wenn sie kommt. 22 Über Verwüstung und Dürre wirst du lachen und vor den wilden Tieren der Erde nicht erschrecken, 23 denn mit den Steinen des Feldes stehst du im Bund, und das Wild des Feldes hält Frieden mit dir.

    24 Du wirst erfahren, dass dein Zelt sicher ist, und betrachtest du deine Wohnung, so fehlt dir nichts. 25 Du wirst erfahren, dass dein Same zahlreich wird und deine Sprösslinge wie das Gras auf Erden. 26 Du wirst in gutem Alter begraben werden, wie man Garben einbringt zu ihrer Zeit. 27 Siehe, das haben wir erforscht, so ist es; höre du darauf und merke es dir wohl!

    einige Gedanken hierzu findet ihr hier:

  112. Juleam 22. Januar 2013 um 14:21 Link zum Kommentar

    Hiob 6 und 7 – Hiob antwortet auf die Anklagen

    1 Da antwortete Hiob und sprach: 2 O dass man meinen Unmut wiegen könnte und mein Unglück auf die andere Waagschale legte! 3 Denn nun ist es schwerer als der Sand der Meere; darum sind meine Worte so ungestüm. 4 Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist trinkt ihr Gift; die Schrecken Gottes bestürmen mich. 5 Schreit auch ein Wildesel auf der Grasweide, oder brüllt ein Stier, wenn er Futter hat? 6 Lässt sich etwa Fades ohne Salz essen? Oder findet man am Eiweiß irgendwelchen Geschmack? 7 Was meine Seele zu berühren verschmähte, das ist jetzt mein tägliches Brot, mir zum Ekel!

    8 O dass doch meine Bitte in Erfüllung ginge, und Gott mein Verlangen gewährte: 9 dass doch Gott sich entschlösse, mich zu zermalmen, seine Hand ausstreckte, um mich abzuschneiden! 10 So bliebe mir noch der Trost – und ich frohlockte darüber im schonungslosen Schmerz -, dass ich die Worte des Heiligen nicht verleugnet habe! 11 Wie groß ist denn meine Kraft, dass ich noch ausharren, und wann kommt mein Ende, dass meine Seele sich gedulden soll? 12 Ist mir denn die Kraft der Steine gegeben? Ist mein Fleisch denn aus Erz ?

    13 Bin ich denn nicht hilflos und jeder Stütze beraubt? 14 Dem Verzagten gebürt Mitleid von seinem Freund , sonst wird er die Furcht des Allmächtigen verlassen. 15 Meine Brüder haben sich trügerisch erwiesen wie ein Wildbach, wie das Bett der Wildbäche, die vergehen, 16 die trübe werden vom Eis, wenn der Schnee sich darin birgt, 17 die aber versiegen zur Zeit der Sommerhitze und von ihrem Ort verschwinden, wenn es heiß wird. 18 Es winden sich die Pfade ihres Laufs; sie ziehen hinauf in die Öde und verlieren sich. 19 die Karawanen Temas halten Ausschau, die Reisegesellschaften von Saba hoffen auf sie.

    20 Aber sie werden in ihrer Hoffnung betrogen; sie kommen dorthin und werden enttäuscht. 21 So seid auch ihr jetzt ein Nichts geworden; ihr seht Schreckliches und fürchtet euch davor! 22 Habe ich etwa gesagt: »Gebt mir etwas!«, oder »Macht mir ein Geschenk von eurem Vermögen!«, 23 oder »Rettet mich aus der Hand des Bedrängers und erlöst mich aus der Hand des Tyrannen!«? 24 Belehrt mich doch, und ich will schweigen, weist mir nach, worin ich geirrt habe!

    25 Wie eindringlich sind Worte der Wahrheit! Aber was bringen eure Zurechtweisungen schon zurecht? 26 Gedenkt ihr Worte zu bekritteln und haltet die Reden eines Verzweifelten für Wind ? 27 Ja, ihr würdet selbst über eine Waise das Los werfen und euren Freund verschachern! 28 Und nun tut mir den Gefallen und schaut mich an; ich werde euch doch wahrhaftig nicht ins Angesicht belügen ! 29 Kehrt doch um, tut nicht Unrecht! Ja, kehrt um! Noch bin ich hier im Recht! 30 Ist denn Unrecht auf meiner Zunge, oder unterscheidet mein Gaumen nicht, was verderblich ist?

    die Verzweiflung nimmt zu

    1 Hat der Mensch nicht harten Fron-dienst auf Erden; sind seine Tage nicht wie die eines Tagelöhners ? 2 Wie einem Knecht, der sich nach dem Schatten sehnt, und wie einem Tagelöhner, der auf seinen Lohn harrt, 3 so wurden [auch] mir Monate voller Enttäuschung beschert und Nächte voller Qual zugeteilt. 4 Wenn ich mich niederlege, so spreche ich: Wann werde ich aufstehen? Aber der Abend zieht sich hin, und ich bin gesättigt mit Unrast bis zur Morgendämmerung.

    5 Mein Fleisch ist bekleidet mit Maden und Schorf; meine Haut verkrustet und eitert. 6 Meine Tage gleiten schneller dahin als ein Weberschiffchen; sie entschwinden ohne Hoffnung . 7 Bedenke doch, dass mein Leben [nur] ein Hauch ist, dass mein Auge nichts Gutes mehr sehen wird! 8 Das Auge dessen, der mich [jetzt] erblickt, wird mich nicht mehr sehen; wenn deine Augen [nach mir sehen], so bin ich nicht mehr! 9 Wie die Wolke vergeht und verschwindet, so kommt, wer ins Totenreich fährt, nicht mehr herauf; 10 er kehrt nicht mehr in sein Haus zurück, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr. 11 Darum will auch ich meinen Mund nicht zurückhalten; ich will reden in der Bedrängnis meines Geistes, in der Verbitterung meiner Seele will ich klagen:

    12 Bin ich denn das Meer oder ein Ungeheuer, dass du eine Wache gegen mich aufstellst? 13 Wenn ich denke: Mein Bett wird mich trösten, mein Lager wird meine Klage erleichtern!, 14 so erschreckst du mich mit Träumen und ängstigst mich durch Gesichte, 15 sodass meine Seele lieber ersticken möchte und ich lieber tot wäre, als ein Gerippe zu sein. 16 Ich habe genug ! Ich will nicht ewig leben; lass ab von mir; meine Tage sind [nur] ein Hauch! 17 Was ist der Mensch , dass du ihn so hochhältst und dass du auf ihn achtest ? 18 Du suchst ihn Morgen für Morgen heim; alle Augenblicke prüfst du ihn. 19 Warum schaust du immer noch nicht von mir weg und lässt mir nicht einmal so viel Ruhe, dass ich meinen Speichel her-unterschlucken kann?

    20 Habe ich gesündigt? Was tue ich dir an, du Menschenhüter ? Warum hast du mich zu deiner Zielscheibe gemacht, sodass ich mir selbst zur Last bin? 21 Warum vergibst du meine Übertretung nicht und erlässt mir nicht meine Schuld? Denn jetzt muss ich mich in den Staub legen, und wenn du nach mir suchst , so bin ich nicht mehr!

    Zu wem spricht Hiob hier?

    Bei dem was er sagt, könnte er zu seinem Schöpfer reden, aber dann passt der letzte Vers von Kapitel 6 nicht. Denn Jehova würde ihn auch im Tode finden

    weitere Gedanken zu Hiobs Verzweiflung findet ihr hier:

  113. Juleam 22. Januar 2013 um 14:27 Link zum Kommentar

    Hiob 8 – 10

    Hiob 8 – Bildad antwortet

    1 Da antwortete Bildad, der Schuchiter, und sprach: 2 Wie lange willst du solche Reden führen, [wie lange] sollen die Worte deines Mundes wie heftiger Wind sein? 3 Beugt denn Gott das Recht, oder verkehrt der Allmächtige die Gerechtigkeit? 4 Wenn deine Kinder gegen ihn gesündigt haben, so hat er sie dahingegeben in die Gewalt ihrer Missetat. 5 Bist du es aber, so suche Gott ernstlich und flehe um Gnade zu dem Allmächtigen! 6 Wenn du lauter und aufrichtig bist, so wird er sich um deinetwillen aufmachen und dein gerechtes Heim wiederherstellen. 7 Da wird dein früheres Glück im Vergleich zu deinem späteren klein sein!

    8 Denn frage doch das frühere Geschlecht und beherzige das, was ihre Väter erforscht haben! 9 Denn von gestern sind wir und wissen nichts; ein Schatten nur sind unsere Tage auf Erden. 10 Sind sie es nicht, die dich belehren , es dir sagen und Sprüche hervorholen aus ihrem Herzen ? 11 Schießt der Papyrus ohne Sumpf empor, oder gedeiht das Riedgras ohne Wasser? 12 Noch steht es in vollem Trieb, ist nicht zum Schneiden reif – da verdorrt es schon vor allem anderen Gras. 13 Das ist der Weg all derer, die Gott vergessen ; ja, die Hoffnung des Ruchlosen geht zugrunde! 14 Seine Zuversicht wird abgeschnitten, und sein Vertrauen ist ein Spinngewebe. 15 Er stützt sich auf sein Haus, aber es hält nicht stand; er hält sich daran fest, aber es bleibt nicht stehen. 16 Er steht voll Saft im Sonnenschein, und seine Ranken überziehen seinen Garten; 17 über Steinhaufen schlingen sich seine Wurzeln , auf ein Haus von Steinen schaut er hin. 18 Doch wenn man ihn von seiner Stätte wegreißt, so verleugnet sie ihn: »Ich habe dich nie gesehen!«

    19 Siehe, das ist die Freude seines Weges, und aus dem Staub werden andere wachsen. 20 Siehe, Gott verwirft den Unschuldigen nicht, und er reicht auch keinem Übeltäter die Hand; 21 während er deinen Mund mit Lachen füllen wird und deine Lippen mit Freudengeschrei, 22 werden deine Hasser mit Schande bekleidet werden, und das Zelt der Gottlosen wird nicht mehr sein!

    Hiob 9 – Hiob fült sich zu einer Antwort gedrängt

    1 Da antwortete Hiob und sprach: 2 Wahrhaftig, ich weiß, dass es sich so verhält; und wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? 3 Wenn er mit Ihm rechten wollte, so könnte er Ihm auf tausend nicht eins antworten. 4 Er hat ein weises Herz und ist von ungebrochener Kraft ; wer hat ihm je getrotzt und ist heil davongekommen? 5 Er versetzt Berge, und man merkt es nicht; er, der sie umkehrt in seinem Zorn. 6 Er stört die Erde auf von ihrem Ort, sodass ihre Säulen erzittern. 7 Er gebietet der Sonne, und sie geht nicht auf; er verschließt die Sterne mit einem Siegel . 8 Er allein spannt den Himmel aus und schreitet auf Meereswogen einher. 9 Er machte den Großen Bären, den Orion und das Siebengestirn, samt den Kammern des Südens. 10 Er tut große Dinge, die unerforschlich sind, und Wunderwerke ohne Zahl. 11 Siehe, er geht an mir vorüber, und ich sehe ihn nicht; er zieht vorbei, und ich bemerke ihn nicht.

    12 Siehe, wenn er dahinrafft, wer kann ihn hindern? Wer kann ihm zurufen: Was machst du da? 13 Gott lässt von seinem Zorn nicht ab; selbst Rahabs Helfer müssen sich unter ihn beugen . 14 Wie viel weniger könnte ich ihm da antworten, und Worte finden, um mit ihm zu reden! 15 Auch wenn ich im Recht wäre, könnte ich ihm nichts erwidern, sondern müsste meinen Richter um Gnade anflehen. 16 Wenn ich rufe, wird er mir antworten? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört; 17 denn im Sturm zermalmt er mich und fügt mir ohne Ursache viele Wunden zu.

    18 Er lässt mich nicht einmal Atem holen, sondern sättigt mich mit bitteren Leiden. 19 Kommt“s auf die Kraft des Starken an, siehe, er hat sie, und wenn aufs Recht, wer lädt mich vor? 20 Wenn ich mich auch rechtfertige, so wird mich doch mein Mund verurteilen, und bin ich auch untadelig, so wird er mich doch für verkehrt erklären. 21 Ich bin untadelig, dennoch kümmert mich meine Seele nicht; ich verachte mein Leben. 22 Darum sage ich: Es ist einerlei; Untadelige und Gottlose bringt er gleicherweise um! 23 Wenn die Geißel plötzlich tötet, so lacht er über die Prüfung der Unschuldigen.

    24 Die Erde ist in die Gewalt des Frevlers gegeben ; das Angesicht ihrer Richter verhüllt Er; wenn nicht Er, wer dann? 25 Und meine Tage sind schneller dahingeeilt als ein Läufer; sie sind entflohen und haben nichts Gutes gesehen; 26 sie sind vorbeigezogen wie Rohrschiffe, wie ein Adler, der sich auf Beute stürzt. 27 Wenn ich denke: »Ich will meine Klage vergessen, meine Miene ändern und heiter dreinschauen!«, 28 so muss ich meine vielen Schmerzen fürchten; denn ich weiß, dass du mich nicht freisprechen wirst! 29 Soll ich denn schuldig sein, was mühe ich mich vergeblich ab? 30 Wenn ich mich auch mit Schnee waschen würde und meine Hände mit Lauge reinigte, 31 so würdest du mich doch in die Grube tauchen, sodass sich meine eigenen Kleider vor mir ekelten! 32 Denn Er ist nicht ein Mann wie ich, dass ich Ihm antworten dürfte, dass wir miteinander vor Gericht gehen könnten; 33 es gibt auch keinen Mittler zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legen könnte. 34 Er nehme aber seine Rute von mir, und sein Schrecken ängstige mich nicht mehr, 35 so wollte ich reden und keine Angst vor Ihm haben – aber so ist es bei mir nicht.

    Hiob 10

    1 Meine Seele ekelt’s vor meinem Leben; ich will mich meiner Klage überlassen, will reden in der Betrübnis meiner Seele. 2 Ich spreche zu Gott: Verdamme mich nicht! Lass mich wissen, weshalb du mich befehdest! 3 Gefällt es dir wohl, dass du bedrückst, dass du das Werk deiner Hände verwirfst, während du über den Rat der Gottlosen dein Licht leuchten lässt? 4 Hast du Fleischesaugen, oder siehst du, wie ein Mensch sieht? 5 Sind denn deine Tage wie Menschentage, deine Jahre den Jahren eines Mannes gleich, 6 dass du nach meiner Schuld forschst und nach meiner Sünde fragst, 7 obwohl du doch weißt, dass ich unschuldig bin, und mich niemand aus deiner Hand erretten kann? 8 Deine Hände haben mich als Ganzes gebildet und rundum gestaltet, und nun verschlingst du mich? 9 Gedenke doch, dass du mich wie Ton gebildet hast; und nun willst du mich wieder in Staub verwandeln! 10 Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse mich gerinnen lassen, 11 mit Haut und Fleisch mich bekleidet, mit Gebeinen und Sehnen mich durchwoben?

    12 Leben und Gnade hast du mir gewährt, und deine Fürsorge bewahrte meinen Geist. 13 Doch dieses verbargst du in deinem Herzen; ich weiß, dass es bei dir so beschlossen war: 14 Wenn ich sündigte, so würdest du darauf achten und mich nicht freisprechen von meiner Missetat. 15 Habe ich Böses getan, dann wehe mir! Und bin ich im Recht , so darf ich mein Haupt doch nicht erheben; ich bin ja gesättigt mit Schande und muss mein Elend ansehen! 16 Wagt [mein Haupt] es aber, sich zu erheben, so verfolgst du mich wie ein Löwe und handelst noch unbegreiflicher mit mir. 17 Du stellst neue Zeugen gegen mich auf und mehrst deinen Zorn gegen mich; du bietest stets frische Scharen, ja ein Heer gegen mich auf!

    18 Warum hast du mich aus dem Mutterleib hervorgebracht? Wäre ich doch dabei umgekommen, ohne dass mich ein Auge gesehen hätte! 19 So würde ich sein, als wäre ich niemals gewesen, vom Mutterleib weg ins Grab gelegt. 20 Ist meine Lebenszeit nicht kurz genug? Er höre doch auf, lasse ab von mir, dass ich mich ein wenig erhole, 21 ehe ich dahinfahre auf Nimmerwie-derkehren in das Land der Düsternis und des Todesschattens , 22 in das Land, das schwarz ist wie die Finsternis, [das Land] des Todesschattens, wo keine Ordnung herrscht, wo das Licht wie tiefe Finsternis ist!

    Lassen wir uns bitte niemals einreden, dass uns unser Schöpfer nicht liebt, oder dass er nach unseren Sünden Ausschau hält. Dies ist das, was uns der Widersacher einreden will, um uns zu entmutigen!

    Dies ist auch der Grund dafür, warum es so wichtig ist, dass wir Gottes Wort verkünden. Es ist keine Botschaft der Rache – sondern eine Gute Botschaft: Gott liebt uns und will, dass wir alle mit ihm versöhnt werden. Falls wir gerade falsch laufen, dann kehren wir doch bitte um zu unserem Gott. Er wartet schon auf uns.

    In diesem Zusammenhang ist auch die Ansprache „Erstaunliche Gnade“ von Bayless Conley sehr interessant.

    Weitere Gedanken hierzu findet ihr hier:

  114. Juleam 23. Januar 2013 um 19:49 Link zum Kommentar

    Hiob 11 – 13

    Hiob 11 – gute Freunde?

    1 Da antwortete Zophar, der Naamatiter, und sprach: 2 Soll die Menge der Worte unbeantwortet bleiben und der Schwätzer recht behalten? 3 Soll dein Geschwätz Männern den Mund stopfen, dass du spottest und niemand dich beschämt? 4 Und du hast gesagt: »Meine Lehre ist lauter, und ich bin vor deinen Augen rein!« 5 O dass doch Gott reden möchte und seine Lippen auftäte gegen dich! 6 Und dass er dir doch die Geheimnisse der Weisheit verkündete – denn es gibt noch doppelt so viele wie du weißt -, so würdest du erkennen, dass Gott dir noch nachlässt von deiner Schuld!

    7 Kannst du die Tiefe Gottes ergründen oder zur Vollkommenheit des Allmächtigen gelangen? 8 Sie ist himmelhoch – was willst du tun? tiefer als das Totenreich – was kannst du wissen? 9 Ihre Ausdehnung ist größer als die Erde und breiter als das Meer. 10 Wenn Er einherfährt, kann er verhaften und vor Gericht stellen – wer will es ihm wehren? 11 Denn er kennt die nichtswürdigen Leute und sieht auch die Schuld, ohne dass er [darauf] achthaben muss. 12 Kann ein Hohlkopf Verstand gewinnen, und ein Eselhengst als Mensch geboren werden?

    13 Wenn du nun dein Herz fest ausrichtest und zu ihm deine Hände ausstreckst 14 – wenn Unrecht an deinen Händen ist, so entferne es, und lass in deinen Zelten nichts Böses wohnen! 15 Ja, dann darfst du ohne Scheu dein Angesicht erheben und fest auftreten ohne Furcht; 16 dann wirst du deine Mühsal vergessen, wie man das Wasser vergisst, das vorübergeflossen ist. 17 Heller als der Mittag wird dein Leben dir aufgehen; das Dunkel wird wie der Morgen sein. 18 Dann wirst du getrost sein, weil es Hoffnung gibt, und wirst um dich blicken und in Sicherheit dich niederlegen. 19 Du legst dich zur Ruhe, und niemand schreckt dich auf, und viele werden dann deine Gunst suchen.

    20 Aber die Augen der Gottlosen verschmachten, [ihre] Zuflucht geht ihnen verloren, und ihre Hoffnung ist das Aushauchen der Seele!

    So langsam frage ich mich, ob „seine Freunde“ wirklich aufrichtig von dem überzeugt sind, was sie zu ihm sagen – oder ob sie ihn bewußt entmutigen wollen?

    Waren sie nicht gekommen, um ihn zu ermutigen? Warum reicht es ihnen nicht, wenn Hiob in sich geht und sagt: „da ist nichts“. Warum trösten sie ihn nicht? Warum beten sie nicht gemeinsam mit ihm zu Jehova?

    Sind sie sich dessen bewußt, dass es der Satan ist, der sich ihrer bedient, um Hiob zu entmutigen und von Jehova abzubringen? Weitere Gedanken findet ihr hier:

     

  115. Juleam 23. Januar 2013 um 19:55 Link zum Kommentar

    Hiob 12 – von seinen Freunden enttäuscht

    1 Und Hiob antwortete und sprach: 2 Wahrlich, ihr seid die [rechten] Leute, und mit euch wird die Weisheit aussterben! 3 Auch ich habe Verstand wie ihr und stehe nicht hinter euch zurück; wer wüsste denn diese Dinge nicht?

    4 Ich bin wie einer, der zum Gespött für seine Freunde wird; dabei rief ich [einst] zu Gott und wurde von ihm erhört! Der untadelige Gerechte wird zum Gespött! 5 »Dem Unglück gebührt Verachtung!«, so meint der Sichere; ja, einen Stoß noch für die, deren Fuß wankt! 6 Die Zelte der Räuber haben Ruhe, und in Sicherheit leben die, welche Gott reizen , diejenigen, die Gott in ihrer Faust führen.

    7 Aber frage doch das Vieh, und es wird dich belehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden dir“s verkünden, 8 oder rede mit der Erde, und sie wird dich unterweisen, und die Fische im Meer erzählen es dir. 9 Wer unter allen diesen wüsste nicht, dass die Hand des Herrn dies gemacht hat, 10 dass in seiner Hand die Seele alles Lebendigen ist und der Geist jedes menschlichen Fleisches?

    11 Prüft nicht das Ohr die Worte, wie der Gaumen die Speise schmeckt? 12 Wohnt bei den Greisen die Weisheit und bei den Betagten der Verstand? 13 Bei Ihm ist Weisheit und Stärke, Sein ist Rat und Verstand!

    14 Siehe, wenn Er niederreißt, wird nicht wieder aufgebaut; wenn er über dem Menschen zuschließt, wird nicht wieder geöffnet. 15 Siehe, wenn er die Gewässer zurückhält, so vertrocknen sie; lässt er sie los, so verwüsten sie das Land. 16 Bei ihm ist Macht und Verstand; ihm gehört, wer irregeht und wer irreführt . 17 Er führt die Ratgeber beraubt hinweg und macht Richter zu Narren. 18 Die Herrschaft der Könige löst er auf und schlingt eine Fessel um ihre Lenden. 19 Er führt die Priester beraubt hinweg und stürzt die Festgegründeten um. 20 Er nimmt den Wohlbewährten die Sprache weg und raubt den Alten die Urteilskraft. 21 Er schüttet Verachtung über die Edlen und löst den Gürtel der Starken. 22 Er enthüllt , was im Finstern verborgen liegt, und zieht den Todesschatten ans Licht. 23 Er macht Völker groß, und er vernichtet sie; er breitet die Völker weit aus, und er führt sie weg. 24 Den Häuptern des Volkes im Land nimmt er den Verstand und lässt sie irren in pfadloser Wüste; 25 sie tappen in Finsternis ohne Licht; er lässt sie taumeln wie Betrunkene.

    Hiob 13 – reden sie Lügen über Gott?

    1 Siehe, dies alles hat mein Auge gesehen, mein Ohr hat’s gehört und sich gemerkt; 2 was ihr wisst, weiß auch ich; ich stehe nicht hinter euch zurück. 3 Ich aber will nun zu dem Allmächtigen reden; mit Gott zu rechten begehre ich.

    4 Ihr hingegen streicht ja nur Lügenpflaster und seid nichts als Quacksalber , ihr alle! 5 O dass ihr doch schweigen könntet; das würde euch als Weisheit angerechnet!6 So hört nun meine Rechtfertigung, und achtet auf die Verteidigung meiner Lippen!

    7 Wollt ihr Gott zuliebe Unrechtes reden und zu seinen Gunsten lügen? 8 Wollt ihr seine Partei ergreifen oder Gottes Anwalt spielen? 9 Wäre es gut [für euch], wenn er euch erforschte? Könnt ihr ihn täuschen, wie man Menschen täuscht? 10 Nein, strafen wird er euch, wenn ihr im Geheimen die Person anseht! 11 Wird nicht seine Majestät euch in Furcht versetzen und Schrecken vor ihm euch überfallen?

    12 Eure Denksprüche sind Sprüche aus Asche, und eure Schutzwehren sind Schutzwehren aus Lehm. 13 Schweigt vor mir und lasst mich reden; es komme über mich, was will! 14 Warum sollte ich mein Fleisch in meine Zähne nehmen und mein Leben in meine Hand legen? 15 Siehe, er soll mich töten – ich will auf ihn warten; nur will ich meine Wege ihm ins Angesicht verteidigen ! 16 Auch das schon wird mir zur Rettung dienen; denn kein Gottloser kommt vor sein Angesicht.

    17 Hört doch, hört auf meine Rede, und meine Erklärung dringe in eure Ohren! 18 Gebt acht, ich habe die Verteidigung vorgebracht; ich weiß , dass ich Recht bekommen werde. 1

    9 Wer ist es, der noch mit mir rechten will? Denn dann wollte ich verstummen und sterben . 20 Nur zweierlei tue mir nicht an, dann will ich mich vor deinem Angesicht nicht verbergen : 21 Tue deine Hand von mir und ängstige mich nicht mit deinem Schrecken ! 22 Dann rufe du, und ich will antworten, oder ich will reden, und du erwidere mir! 23 Wie viele Sünden und Vergehen habe ich? Lass mich meine Übertretungen und Missetaten wissen!

    24 Warum verbirgst du dein Angesicht und hältst mich für deinen Feind? 25 Verscheuchst du ein verwehtes Blatt und verfolgst einen dürren Halm? 26 Denn du verschreibst mir Bitteres und lässt mich erben die Sünden meiner Jugend; 27 du legst meine Füße in den Stock und lauerst auf alle meine Schritte und zeichnest dir meine Fußspuren auf, 28 da ich doch wie Moder vergehe, wie ein Kleid, das die Motten fressen!

    Wenn Hiob hier davon spricht, dass er von Jehova Recht bekommen will, muss dies nicht unbedingt bedeuten, dass er gegen Jehova in einen Rechtsstreit geht.

    Viel wahrscheinlicher ist für mich, dass ihm langsam klar wird, dass seine Freunde ihm eh nicht glauben und dass jedes weitere Argument vergebliche Liebesmühe ist. Warum weiter sich vor Menschen rechtfertigen? Jehova weiss, dass an den Vorwürfen der Freunde nichts dran ist und er wird die Dinge zu seiner Zeit richtig stellen.

    Warum sollten wir unsere kostbare Energie damit verschwenden uns vor Menschen zu rechtfertigen, wenn wir die Dinge eh nicht beweisen können? Manchmal ist es in so einem Fall besser, die Dinge auf sich beruhen zu lassen und auf Jehova zu warten. Nutzen wir lieber unsere kostbare Energie für positive Dinge und wandeln wir weiterhin mit unserem Gott – zur Not auch ohne diese „Freunde“.

    Wenn ich mir den Verlauf der Unterhaltung hier so ansehe, wäre es wahrscheinlich besser gewesen, sich nicht weiter mit ihnen darüber zu unterhalten, denn es führt zu nichts, sondern zermürbt nur noch mehr und lässt Hiob dann später Dinge sagen, die er besser nicht gesagt hätte.

    Aber Hiob hat ja auch keine andere Wahl, denn zum Weggehen fehlt ihm die Kraft und die Freunde bleiben einfach sitzen und reden ungefragt weiter auf ihn ein.

    Wie Jehova diese Freunde sieht, wissen wir: ausgerechnet Hiob muss später Fürsprache für sie einlegen, damit sie wieder mit ihrem Gott Jehova ins Reine kommen. Weitere Gedanken findet ihr hier:

  116. Juleam 23. Januar 2013 um 20:02 Link zum Kommentar

    Hiob 14 – 17

    Hiob 14 – Hiob und die Auferstehung

    1 Der Mensch, von der Frau geboren , lebt [nur] kurze Zeit und ist voll Unruhe . 2 Wie eine Blume sprießt er auf und verwelkt; gleich einem Schatten flieht er und hat keinen Bestand.

    3 Ja, über einem solchen hältst du deine Augen auf, und mit mir gehst du ins Gericht ! 4 Wie könnte denn ein Reiner von einem Unreinen kommen? Nicht ein Einziger! 5 Wenn doch seine Tage bestimmt sind, die Zahl seiner Monate bei dir [festgelegt] ist und du ihm ein Ziel gesetzt hast, das er nicht überschreiten kann, 6 so schaue doch weg von ihm und lass ihn in Ruhe, damit er seinen Tag froh beendet wie ein Tagelöhner !

    7 Denn für einen Baum gibt es Hoffnung : Wird er abgehauen, so sprosst er wieder, und seine Schösslinge bleiben nicht aus. 8 Wenn seine Wurzel in der Erde auch alt wird und sein Stumpf im Staub abstirbt, 9 so sprosst er doch wieder vom Duft des Wassers und treibt Zweige, als wäre er neu gepflanzt .

    10 Der Mann aber stirbt und ist dahin; der Mensch vergeht, und wo ist er? 11 Wie Wasser zerrinnen aus dem See, und wie ein Strom vertrocknet und versiegt, 12 so legt sich auch der Mensch nieder und steht nicht wieder auf; bis die Himmel nicht mehr sind, regen sie sich nicht und werden nicht aufgeweckt aus ihrem Schlaf. 13 O dass du mich doch im Totenreich verstecken, dass du mich verbergen würdest, bis dein Zorn sich wendet; dass du mir eine Frist setztest und dann wieder an mich gedächtest! 14 Aber wird denn der Mensch, wenn er stirbt, [wieder] leben ? Die ganze Zeit meines Frondienstes würde ich harren , bis meine Ablösung käme. 15 Dann würdest du rufen , und ich würde dir antworten; nach dem Werk deiner Hände würdest du dich sehnen.

    16 Nun aber zählst du meine Schritte; achtest du nicht auf meine Sünde? 17 Versiegelt ist meine Übertretung in einem Bündel, und meine Schuld hast du verwahrt . 18 Doch stürzen ja auch Berge ein und sinken dahin, und Felsen werden von ihrer Stelle weggerückt; 19 das Wasser höhlt Steine aus, und die Flut schwemmt den Staub der Erde fort: So machst du auch die Hoffnung des Sterblichen zunichte.

    20 Du überwältigst ihn für immer, und er fährt dahin; du entstellst sein Angesicht und jagst ihn fort. 21 Ob seine Kinder zu Ehren kommen, weiß er nicht, und kommen sie herunter, so merkt er es nicht. 22 Sein Fleisch empfindet nur noch seine eigenen Schmerzen, und seine Seele trauert nur über sich selbst!

    einige interessante Gedanken der Vorjahre findet ihr hier:

  117. Juleam 23. Januar 2013 um 20:08 Link zum Kommentar

    Hiob 15 – fallen wir nicht auf die Lügen von Satan und seinen Helfeshelfern herein

    1 Da antwortete Eliphas, der Temaniter, und sprach: 2 Soll ein Weiser mit windigem Wissen antworten und seinen Leib mit Ostwind füllen? 3 Soll er mit Worten streiten, die nichts taugen, oder mit Reden, durch die er nichts nützt? 4 Ja, du machst die Gottesfurcht zunichte und schwächst die Andacht vor Gott!5 Denn deine Missetat lehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Listigen. 6 Dein eigener Mund verurteilt dich und nicht ich; und deine Lippen zeugen gegen dich!

    7 Bist du als erster der Menschen geboren, und bist du vor den Hügeln hervorgebracht worden? 8 Hast du Gottes Geheimnis belauscht und alle Weisheit an dich gerissen? 9 Was weißt du, das wir nicht wüssten? Was verstehst du, das uns nicht bekannt wäre? 10 Auch unter uns sind ergraute Häupter, auch Greise, reicher an Tagen als dein Vater!

    11 Sind dir Gottes Tröstungen zu gering, und ein Wort , das sanft mit dir verfährt? 12 Was hat dir die Besinnung geraubt, und wie übermütig wirst du, 13 dass du dein Schnauben gegen Gott kehrst und solche Worte aus deinem Mund ausstößt? 14 Was ist der Sterbliche, dass er rein sein sollte, und wie kann der von einer Frau Geborene gerecht sein?

    15 Siehe, seinen Heiligen traut Er nicht, die Himmel sind nicht rein in seinen Augen; 16 wie viel weniger der Abscheuliche und Verdorbene , der Mensch, der Unrecht wie Wasser säuft ? 17 Ich will’s dir mitteilen, höre mir zu; und was ich gesehen habe, will ich erzählen, 18 was Weise verkündeten und nicht verborgen haben von ihren Vätern her, 19 als ihnen das Land noch allein gehörte und noch kein Fremder in ihrer Mitte umherzog:

    20 Der Gottlose quält sich mit Angst sein Leben lang; nur abgezählte Zeit ist dem Gewalttäter bestimmt; 21 Schreckensrufe sind in seinen Ohren, mitten im Frieden überfällt ihn der Verderber . 22 Er soll nicht glauben, dass er aus der Finsternis je wiederkehrt; für das Schwert ist er ausersehen! 23 Er irrt umher nach Brot : wo [kann er’s finden]? Er weiß, dass der Tag der Finsternis ihm bereitet ist. 24 Not und Bedrängnis überfallen ihn; sie überwältigen ihn wie ein König, der zum Angriff gerüstet ist.

    25 Denn er hat seine Hand gegen Gott ausgestreckt und sich gegen den Allmächtigen aufgelehnt; 26 er ist hartnäckig gegen ihn angelaufen, unter dem dicken Buckel seiner Schilde; 27 denn sein Angesicht hat er mit Fett gepolstert, und Speck hat er an seinen Lenden angesetzt. 28 Und er hat seine Wohnung in zerstörten Städten aufgeschlagen, in Häusern, die unbewohnt bleiben sollten, zu Trümmerhaufen bestimmt. 29 Er wird nicht reich, sein Vermögen hat keinen Bestand, und sein Besitz breitet sich nicht aus im Land.

    30 Der Finsternis entgeht er nicht, die Flamme versengt seine Sprösslinge; vor dem Hauch Seines Mundes flieht er dahin. 31 Er verlasse sich nicht auf Betrug , sonst wird er irregeführt; und Betrug wird seine Vergeltung sein. 32 Ehe sein Tag kommt, so erfüllt sich [sein Geschick]; sein Zweig grünt nicht mehr. 33 Wie ein Weinstock, der seine unreifen Trauben abstößt, und wie ein Ölbaum [ist er], der seine Blüten abwirft.

    34 Denn die Rotte der Ruchlosen ist unfruchtbar, und Feuer verzehrt die Zelte der Bestechung. 35 Mit Mühsal gehen sie schwanger und gebären Unheil, und ihr Schoß bereitet ihnen Enttäuschung!

    Was ist das für ein Mensch, der unseren liebevollen Gott als so unfair und hartherzig darstellt? Ist es noch derselbe Freund, der zu Anfang mit Hiob redet? Zu ihm hatten wir gestern etwas aus der Wtlib herausgesucht.

    Kein Wunder, dass Bruder Kreutzer sagte, diese angeblichen Freunde wären in Wirklichkeit Anbeter von Dämonen.

    Einige interessante Gedanken der Vorjahre findet ihr hier:

    Kennen wir unseren Gott gut genug, um auf solche Lügen nicht hereinzufallen – falls uns ein Bruder „so einen Unsinn“ erzählt?

  118. Juleam 23. Januar 2013 um 20:11 Link zum Kommentar

    Hiob 15 – fallen wir nicht auf die Lügen von Satan und seinen Helfeshelfern herein

    1 Da antwortete Eliphas, der Temaniter, und sprach: 2 Soll ein Weiser mit windigem Wissen antworten und seinen Leib mit Ostwind füllen? 3 Soll er mit Worten streiten, die nichts taugen, oder mit Reden, durch die er nichts nützt? 4 Ja, du machst die Gottesfurcht zunichte und schwächst die Andacht vor Gott!5 Denn deine Missetat lehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Listigen. 6 Dein eigener Mund verurteilt dich und nicht ich; und deine Lippen zeugen gegen dich!

    7 Bist du als erster der Menschen geboren, und bist du vor den Hügeln hervorgebracht worden? 8 Hast du Gottes Geheimnis belauscht und alle Weisheit an dich gerissen? 9 Was weißt du, das wir nicht wüssten? Was verstehst du, das uns nicht bekannt wäre? 10 Auch unter uns sind ergraute Häupter, auch Greise, reicher an Tagen als dein Vater!

    11 Sind dir Gottes Tröstungen zu gering, und ein Wort , das sanft mit dir verfährt? 12 Was hat dir die Besinnung geraubt, und wie übermütig wirst du, 13 dass du dein Schnauben gegen Gott kehrst und solche Worte aus deinem Mund ausstößt? 14 Was ist der Sterbliche, dass er rein sein sollte, und wie kann der von einer Frau Geborene gerecht sein?

    15 Siehe, seinen Heiligen traut Er nicht, die Himmel sind nicht rein in seinen Augen; 16 wie viel weniger der Abscheuliche und Verdorbene , der Mensch, der Unrecht wie Wasser säuft ? 17 Ich will’s dir mitteilen, höre mir zu; und was ich gesehen habe, will ich erzählen, 18 was Weise verkündeten und nicht verborgen haben von ihren Vätern her, 19 als ihnen das Land noch allein gehörte und noch kein Fremder in ihrer Mitte umherzog:

    20 Der Gottlose quält sich mit Angst sein Leben lang; nur abgezählte Zeit ist dem Gewalttäter bestimmt; 21 Schreckensrufe sind in seinen Ohren, mitten im Frieden überfällt ihn der Verderber . 22 Er soll nicht glauben, dass er aus der Finsternis je wiederkehrt; für das Schwert ist er ausersehen! 23 Er irrt umher nach Brot : wo [kann er’s finden]? Er weiß, dass der Tag der Finsternis ihm bereitet ist. 24 Not und Bedrängnis überfallen ihn; sie überwältigen ihn wie ein König, der zum Angriff gerüstet ist.

    25 Denn er hat seine Hand gegen Gott ausgestreckt und sich gegen den Allmächtigen aufgelehnt; 26 er ist hartnäckig gegen ihn angelaufen, unter dem dicken Buckel seiner Schilde; 27 denn sein Angesicht hat er mit Fett gepolstert, und Speck hat er an seinen Lenden angesetzt. 28 Und er hat seine Wohnung in zerstörten Städten aufgeschlagen, in Häusern, die unbewohnt bleiben sollten, zu Trümmerhaufen bestimmt. 29 Er wird nicht reich, sein Vermögen hat keinen Bestand, und sein Besitz breitet sich nicht aus im Land.

    30 Der Finsternis entgeht er nicht, die Flamme versengt seine Sprösslinge; vor dem Hauch Seines Mundes flieht er dahin. 31 Er verlasse sich nicht auf Betrug , sonst wird er irregeführt; und Betrug wird seine Vergeltung sein. 32 Ehe sein Tag kommt, so erfüllt sich [sein Geschick]; sein Zweig grünt nicht mehr. 33 Wie ein Weinstock, der seine unreifen Trauben abstößt, und wie ein Ölbaum [ist er], der seine Blüten abwirft.

    34 Denn die Rotte der Ruchlosen ist unfruchtbar, und Feuer verzehrt die Zelte der Bestechung. 35 Mit Mühsal gehen sie schwanger und gebären Unheil, und ihr Schoß bereitet ihnen Enttäuschung!

    Was ist das für ein Mensch, der unseren liebevollen Gott als so unfair und hartherzig darstellt? Ist es noch derselbe Freund, der zu Anfang mit Hiob redet? Zu ihm hatten wir gestern etwas aus der Wtlib herausgesucht.

    Kein Wunder, dass Bruder Kreutzer sagte, diese angeblichen Freunde wären in Wirklichkeit Anbeter von Dämonen.

    Kennen wir unseren Gott gut genug, um auf solche Lügen nicht hereinzufallen – falls uns ein Bruder „so einen Unsinn“ erzählt?

    Einige interessante Gedanken der Vorjahre findet ihr hier:

  119. Juleam 23. Januar 2013 um 20:14 Link zum Kommentar

    Hiob 16 – Hiob verliert seine Freude

    1 Und Hiob antwortete und sprach: 2 Dergleichen habe ich oft gehört; ihr seid allesamt leidige Tröster! 3 Haben die geistreichen Worte ein Ende? Oder was reizte dich, zu antworten?

    4 Auch ich könnte reden wie ihr! Befände sich nur eure Seele an meiner Stelle – da wollte ich Worte gegen euch zusammenreimen und den Kopf schütteln über euch! 5 Ich wollte euch mit meinem Mund stärken und mit dem Trost meiner Lippen euren Schmerz lindern! 6 Wenn ich rede, so wird mein Schmerz nicht gelindert, unterlasse ich es aber, was verliere ich?

    7 Doch jetzt hat Er mich erschöpft. Du hast meinen ganzen Hausstand verwüstet 8 und hast mich zusammenschrumpfen lassen; zum Zeugen [gegen mich] ist das geworden; auch mein Hinsiechen tritt gegen mich auf, es zeugt mir ins Angesicht. 9 Sein Zorn hat mich zerrissen und verfolgt, er knirscht mit den Zähnen gegen mich; mein Feind blickt mich mit scharfem Auge an.

    10 Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt, unter Hohnreden schlagen sie mich ins Gesicht; sie rotten sich gegen mich zusammen . 11 Gott hat mich dem Ungerechten preisgegeben und in die Hände der Gottlosen ausgeliefert .

    12 Sorglos war ich, da hat er mich überfallen; er hat mich beim Nacken ergriffen und zerschmettert und mich als seine Zielscheibe aufgestellt. 13 Seine Geschosse umschwirrten mich, er durchbohrte meine Nieren ohne Erbarmen ; meine Galle schüttete er auf die Erde aus. 14 Er zerbrach mich, [riss mir] eine Bresche nach der anderen, lief gegen mich an wie ein Krieger. 15 Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und mein Horn in den Staub gesenkt.

    16 Mein Angesicht ist gerötet vom Weinen, und Todesschatten liegt auf meinen Lidern 17 – obwohl kein Unrecht an meinen Händen klebt und mein Gebet lauter ist!

    18 O Erde, decke mein Blut nicht zu, und mein Geschrei komme nicht zur Ruhe! 19 Aber auch jetzt noch, siehe, ist mein Zeuge im Himmel und mein Bürge in der Höhe! 20 Meine Freunde spotten über mich; aber mein Auge blickt unter Tränen auf zu Gott, 21 dass er dem Mann Recht verschaffe vor Gott und dem Menschenkind vor seinem Nächsten. 22 Denn es kommen nur noch wenige Jahre, und ich gehe den Weg ohne Wiederkehr.

    Hiob 17 – wenn sie ihn nur anklagen, können sie auch gehen…

    1 Mein Geist ist verstört, meine Tage laufen ab; die Grabstätte wartet auf mich. 2 Treibt man nicht Gespött mit mir, und muss nicht mein Auge ständig ihre Herausforderungen ansehen?

    3 Setze doch einen ein, verbürge dich selbst für mich! Wer sollte sonst [als Bürge ] in meine Hand einschlagen ? 4 Denn du hast ihre Herzen der Einsicht verschlossen; darum wirst du sie nicht triumphieren lassen.

    5 Wer Freunde der Plünderung preisgibt, dessen Kindern werden die Augen verschmachten. 6 Man stellt mich den Leuten zum Sprichwort hin, und ich muss sein wie einer, dem man ins Angesicht spuckt. 7 Mein Augenlicht erlischt vor Gram , und alle meine Glieder sind wie ein Schatten . 8 Die Gerechten werden sich darüber entsetzen , und der Unschuldige wird sich über den Ruchlosen empören. 9 Aber der Gerechte wird an seinem Weg festhalten, und wer reine Hände hat, dessen Kraft nimmt zu.

    10 Ihr dagegen, kehrt nur alle wieder um und geht [heim], ich finde doch keinen Weisen unter euch! 11 Meine Tage sind dahin, zerrissen meine Pläne , die Wünsche meines Herzens. 12 Die Nacht machen sie zum Tag; das Licht sei nahe, nicht die Finsternis! 13 Dabei erwarte ich doch, dass das Totenreich meine Wohnung wird und ich mein Lager in der Finsternis aufschlagen muss; 14 dabei muss ich doch zum Grab sagen: Du bist mein Vater!, zu den Würmern: Ihr seid meine Mutter und meine Schwestern! 15 Wo ist da noch Hoffnung für mich, und wer wird meine Hoffnung [verwirklicht] sehen? 16 Zu den Pforten des Totenreichs fährt sie hinab, wenn wir einmal alle miteinander im Staub ruhen!

    hier findet ihr weitere Gedanken dazu:

  120. Juleam 23. Januar 2013 um 20:26 Link zum Kommentar

    Hiob 18 – 20

    Hiob 18 – Bildad gibt ihm den Rest

    1 Da antwortete Bildad, der Schuchiter, und sprach: 2 Wie lange wollt ihr doch Jagd auf Worte machen? Besinnt euch zuerst, und dann wollen wir reden! 3 Warum werden wir dem Vieh gleichgeachtet, sind so dumm in euren Augen?

    4 Du, der sich selbst zerfleischt in seinem Zorn: Soll um deinetwillen die Erde veröden und der Fels von seiner Stelle wegrücken?

    5 Jawohl, das Licht des Gottlosen wird erlöschen, und die Flamme seines Feuers nicht mehr leuchten. 6 Das Licht verfinstert sich schon in seinem Zelt, und seine Leuchte erlischt über ihm. 7 Seine kräftigen Schritte werden eingeengt, und sein eigener Ratschlag wird ihn zu Fall bringen. 8 Denn er wird mit seinen eigenen Füßen im Netz verstrickt und wandelt über Fallgruben dahin. 9 Eine Schlinge wird ihn an der Ferse ergreifen, und ein Fallstrick hält ihn fest. 10 Ein Strick ist für ihn auf dem Boden versteckt und seine Falle auf dem Pfad.

    11 Von allen Seiten ängstigen ihn Schrecknisse und hetzen ihn auf Schritt und Tritt. 12 Sein Verderben verlangt hungrig nach ihm, und sein Unglück steht neben ihm bereit. 13 Es verzehrt die Glieder seines Leibes; der Erstgeborene des Todes zehrt seine Glieder auf. 14 Er wird vertrieben aus seinem Zelt, seinem Zufluchtsort, und es treibt ihn zu dem König der Schrecken. 15 Sein Zelt wird von einem bewohnt, der ihm nicht zugehört; auf seine Wohnung wird Schwefel gestreut.

    16 Von unten werden seine Wurzeln verdorren, und von oben seine Zweige verwelken. 17 Sein Gedenken verschwindet von der Erde, und sein Name wird auf den Straßen nicht genannt werden. 18 Man stößt ihn aus dem Licht in die Finsternis und verjagt ihn aus der Welt. 19 Kein Spross noch Schössling bleibt ihm unter seinem Volk und kein Überlebender in seinen Wohnungen. 20 Über seinen Tag entsetzen sich die Abendländer, und die Morgenländer packt der Schauder. 21 So geht es der Wohnung des Ungerechten, und so der Stätte dessen, der Gott nicht kennt!

    Hiob 19 – „allein Bedrückung kann bewirken, dass ein Weiser unvernünftig redet“

    1 Und Hiob antwortete und sprach: 2 Wie lange wollt ihr meine Seele plagen und mich mit Worten niederdrücken? 3 Zehnmal schon habt ihr mich geschmäht; schämt ihr euch nicht, mich zu misshandeln? 4 Habe ich mich aber wahrhaftig verfehlt, so trifft doch meine Verfehlung mich selbst! 5 Wenn ihr in Wahrheit gegen mich großtun und mir meine Schmach vorwerfen wollt,

    6 so erkennt doch, dass Gott mein Recht gebeugt und sein Netz über mich geworfen hat. 7 Siehe, wenn ich schreie »Gewalttat!«, so erhalte ich keine Antwort, und rufe ich um Hilfe, so finde ich kein Recht . 8 Er hat mir den Weg versperrt , sodass ich nicht weiterkomme, und über meine Pfade hat er Finsternis gebreitet. 9 Er hat mich meiner Ehre entkleidet und mir die Krone meines Hauptes weggenommen. 10 Er hat mich gänzlich niedergerissen, sodass ich vergehe, und hat meine Hoffnung entwurzelt wie einen Baum.

    11 Sein Zorn ist gegen mich entbrannt, und er sieht mich an wie einen seiner Feinde. 12 Seine Scharen rücken geschlossen an und bahnen sich einen Weg gegen mich und lagern sich um mein Zelt her.

    13 Meine Brüder hat er von mir verscheucht, und die mich kennen, sind mir ganz entfremdet. 14 Meine Verwandten bleiben aus, und meine Vertrauten verlassen mich. 15 Meine Hausgenossen und meine Mägde halten mich für einen Fremden; sie sehen mich als einen Unbekannten an. 16 Rufe ich meinen Knecht, so antwortet er mir nicht; ich muss ihn anflehen mit meinem Mund.

    17 Mein Atem ist meiner Frau zuwider und mein Gestank den Söhnen meiner Mutter. 18 Sogar Buben verachten mich; stehe ich auf, so reden sie gegen mich. 19 Alle meine Vertrauten verabscheuen mich, und die ich liebte, haben sich gegen mich gewandt.

    20 An meiner Haut und meinem Fleisch klebt mein Gebein, und ich habe kaum noch Haut, um meine Zähne zu behalten. 21 Erbarmt euch, erbarmt euch doch über mich, ihr, meine Freunde , denn die Hand Gottes hat mich getroffen ! 22 Warum verfolgt ihr mich ebenso wie Gott und werdet nicht satt, mich zu zerfleischen?

    23 O dass doch meine Worte aufgeschrieben, o dass sie doch in ein Buch eingetragen würden, 24 dass sie mit eisernem Griffel und Blei für immer in den Felsen gehauen würden: 25 Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben. 26 Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen; 27 ja, ich selbst werde ihn schauen, und meine Augen werden ihn sehen, ohne [ihm] fremd zu sein . Danach sehnt sich mein Herz in mir! 28 Wenn ihr sprecht: »Wie wollen wir ihn zur Strecke bringen?«, und [meint,] die Wurzel der Sache sei in mir zu finden, 29 so fürchtet euch selbst vor dem Schwert! Denn das Schwert wird die Sünden rächen, damit ihr wisst, dass es ein Gericht gibt!

    Ich habe gestern eine Ansprache von Bayless Conley gelesen: „An die Wurzel der Bitterkeit gehen“ und hier geht er auf die Gefahr ein, in die sich Hiob hier begibt. Hier mal nur der Teil mit Hiob:

    Schauen Sie mit mir im Buch Hiob. Das steht direkt vor den Psalmen. Die vierte Sache, über die ich mit Ihnen sprechen will, ist, Gott für unser Unglück verantwortlich zu machen.

    Hiob erlebte einige Katastrophen in seinem Leben. Alle seine zehn Kinder starben am selben Tag. Seine sieben Söhne und drei Töchter feierten eine Party. Ein starker Wind kam auf, das Haus brach über ihnen zusammen und er erhielt die Nachricht, dass sie alle tot waren.

    Gleich nach dem Diener, der ihm das erzählte, kam ein anderer Mann, der sagte: „Terroristen kamen und töteten alle deine Diener mit dem Schwert und raubten fast dein gesamtes Vieh.” Ein anderer kam und sagte: „Der Rest deines Viehs wurde durch einen Blitz verbrannt.”

    Hiobs Leben ist bitter. Seine Freunde beschuldigten Gott und sagten: „Hiob, Gott tut dir das an. Er tut das, weil du schlecht bist. Du erntest nur, was du gesät hast.” Hiob stimmte ihnen teilweise zu und sagte: „Ja, stimmt, Gott tut mir das an, aber ich bin gerecht. Gott ist ungerecht, mich so leiden zu lassen.”

    Und dann, ab Kapitel 33, spricht ein junger Mann namens Elihu – und die Bibel betont, dass Elihu inspirierte Worte spricht. Seine Worte sind vom Heiligen Geist. Niemand hatte bis dahin inspirierte Worte gesprochen, nur Elihu. Und in Kapitel 33 sagt er als Erstes: „Hiob, Gott ist nicht ungerecht. Gott ist gerecht und Er ist gnädig, und Er tut, was Er kann, um Menschen von Sünde abzuwenden, damit Er sie segnen kann. Gott befreit.” Und er beschrieb ausführlich, wie Gott heilt, und sagte: „Der Allmächtige bedrückt nicht.”

    Der Heilige Geist sagte durch Elihu: „Hiob, du weißt nicht, wovon du sprichst.” Gott erscheint persönlich und sagt: „Hiob, du weißt nicht, wovon du sprichst.” Und schließlich stimmt Hiob zu und sagt: „Ich weiß nicht, wovon ich spreche.”

    Hiob 42:3-6
    „Ich habe meine Meinung mitgeteilt und verstand doch nichts, Dinge, die zu wunderbar für mich sind und die ich nicht kannte. Höre doch, und ich will reden! Ich will dich fragen, und du sollst es mich wissen lassen! Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich mein Geschwätz und bereue in Staub und Asche.”

    Und wissen Sie, was Gott tut, wenn wir Buße tun? Er vergibt uns. Und wenn Gott uns vergibt, sagt die Bibel, entfernt Er unsere Sünden von uns soweit der Osten vom Westen ist. Der Herr sagt: „Deiner Sünden und Missetaten gedenke ich nicht mehr.” Wenn wir unsere Sünde bekannt haben und Buße taten, weiß Gott nichts mehr davon. Gott vergibt und vergisst. Kommen wir zu Vers 7:

    Hiob 42:7
    „Es geschah, nachdem der Herr jene Worte zu Hiob geredet hatte, da sprach der Herr zu Elifas, dem Temaniter: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und gegen deine beiden Freunde.
    Denn ihr habt über mich nicht Wahres geredet wie mein Knecht Hiob.”

    Einen Moment mal! Gott sagte durch den Heiligen Geist: „Hiob, was du sagst ist falsch.”
    Gott sagte: „Hiob, was du sagst stimmt nicht.” Hiob gab zu, dass es falsch war, was er sagte.
    Und jetzt sagt Gott: „Du hast über mich nicht das gesagt, was richtig ist, wie mein Knecht Hiob es tat.”
    Wie konnte Gott das sagen? Weil Hiob Buße getan hatte. Er hat keine Aufzeichnungen seiner Fehler mehr. Es ist weg.

    Ich weiß nicht, wie es mit Ihnen ist, aber mich ermutigt das. Aber beachten Sie, dass Gott vorher Hiob korrigierte: „Hiob, du liegst falsch.” Jetzt sagt er von Hiobs Freunden, die auch Gott anklagten: „Ihr habt Falsches über mich gesprochen. Ihr habt mich beschuldigt wie Hiob. Ihr habt beide unrecht damit.” Schauen Sie in Vers 10.

    Hiob 42:10
    „Der Herr wendete das Geschick Hiobs, als er für seine Freunde Fürbitte tat. Der Herr vermehrte alles, was Hiob gehabt hatte, auf das Doppelte.”

    Ein recht gutes Ende. Der Punkt ist einfach: Wenn Sie Gott beschuldigt haben, unfair zu sein, andere vorzuziehen, grausam oder nachtragend zu sein, dann haben Sie unrecht. Einige Menschen sind bitter geworden. Sie erfuhren große Verluste in ihrem Leben und haben große Tragödien erlebt. Und sie haben es vielleicht nicht äußerlich getan, aber manche haben innerlich die Faust gegen Gott erhoben und gesagt: „Du bist so unfair! Gott, warum? Hast Du etwas gegen mich? Ich tue mein Bestes. Hasst Du mich?” Viele Leute sind wütend auf Gott wegen der Katastrophen in ihrem Leben und wegen der Dinge, die ihnen zustießen. Sie sind bitter. Eine Mauer wurde zwischen ihnen und Gott aufgebaut. Ist das passiert, sollten Sie vier Dinge tun: Erkennen, enthalten, Buße tun und sich freuen.

    Erstens: Erkennen Sie, wer Ihr wirklicher Feind ist. Es ist nicht Gott. Hiob sagte: „Er ist mein Gegner. Er rennt auf mich zu wie ein Krieger. Er macht mich zu seiner Zielscheibe.” Aber wissen Sie was? Wenn Sie Hiob, Kapitel 1 und 2 lesen, sehen Sie ganz klar, dass Satan Hiobs Gegner war. Satan stand hinter allem, was passierte. In Hiob 2:7 heißt es sogar, dass Satan Hiob schlug. Aber Hiob konnte nicht Hiob, Kapitel 1 und 2 aufschlagen und es herausfinden. Er war unwissend.

    Jesus zog in Johannes 10:10 eine ganz klare Trennungslinie. Er sagte: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu töten und zu zerstören. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Überfluss haben.” Freund, Gott ist nicht Ihr Problem. Sie müssen erkennen, wer Ihr Feind ist.

    Zweitens, halten Sie Ihre Zunge im Zaum. Hiob sagte: „Ich lege meine Hand auf meinen Mund. Einmal sprach ich, aber ich werde nicht antworten. Ja, zweimal. Aber ich höre auf.”
    Hören Sie auf, Gott anzuklagen. Hiobs Leben veränderte sich erst, als er seinen Mund hielt und anfing, zuzuhören. Als er aufhörte zu reden, fing er an, zuzuhören. Dann setzten sich die Räder seiner Befreiung in Gang.

    Das Dritte ist Buße tun. Wenn Sie Gott beschuldigt haben und zornig auf Gott waren, dann tun Sie Buße. Er ist nicht Ihr Problem. Er liebt Sie. Er ist der Befreier. Er ist der Liebhaber Ihrer Seele. Sie waren auf die falsche Person wütend.

    Ich sage Ihnen, Gott ist ein guter Gott! Er ist so gut, dass Er Seinen Sohn Jesus sandte, um am Kreuz zu sterben

    weitere Gedanken hierzu findet ihr hier:

  121. Juleam 23. Januar 2013 um 20:47 Link zum Kommentar

    Hiob 20 – Jehova bestraft die Bösen, das weiss doch jeder…

    1 Da antwortete Zophar, der Naamatiter, und sprach: 2 Darum veranlassen mich meine erregten Gedanken zu einer Antwort, und des-wegen drängt es mich [zu reden]. 3 Eine Zurechtweisung zu meiner Schande musste ich hören; aber mein Geist treibt mich zu antworten um meiner Einsicht willen:

    4 Hast du dies nicht von alter Zeit her erkannt? Seitdem der Mensch auf die Erde gesetzt wurde, 5 ist das Frohlocken der Gottlosen kurz, und die Freude der Frevler währt nur einen Augenblick.

    6 Wenn auch sein Stolz bis zum Himmel reichte und sein Haupt die Wolken berührte, 7 so geht er doch, gleich seinem Kot, auf ewig unter; die ihn gesehen haben, werden sagen: Wo ist er? 8 Wie ein Traum verfliegt er, man wird ihn nicht mehr finden; er wird wegge-scheucht wie ein Nachtgesicht. 9 Das Auge, das ihn sah, sieht ihn nicht wieder, und erblickt ihn nicht mehr an seinem Ort. 10 Seine Söhne müssen die Armen entschädigen, und seine Hände sein Vermögen wieder herausgeben . 11 Seine Gebeine waren voller Jugendkraft: Die liegt nun mit ihm im Staub.

    12 Ist das Böse noch so süß in seinem Mund, dass er es unter seiner Zunge birgt, 13 dass er es hegt und nicht lassen kann und an seinem Gaumen festhält: 14 so verwandelt sich doch seine Speise in seinen Eingeweiden, wird zu Schlangengift in seinem Inneren.

    15 Den Reichtum , den er verschlungen hat, muss er wieder von sich geben; Gott treibt es ihm aus seinem Bauch heraus. 16 Schlangengift hat er gesaugt: Darum wird ihn die Zunge der Otter töten. 17 Er wird seine Lust nicht sehen an den Bächen, an den Strömen von Honig und von Milch. 18 Den Gewinn muss er zurückgeben, und er kann ihn nicht verschlingen; an dem Reichtum, den er erwarb, wird er nicht froh; 19 denn er hat Arme misshandelt und sie liegen lassen, hat ein Haus beraubt anstatt gebaut.

    20 Sein Bauch kannte keine Ruhe; vor seiner Begehrlichkeit blieb nichts verschont. 21 Nichts entging seiner Fressgier, darum wird auch sein Gut nicht Bestand haben. 22 Mitten in seinem Überfluss wird er in Not geraten; alle Hände der Unglücklichen kommen über ihn. 23 Es wird geschehen, während er seinen Bauch noch füllt, wird Er die Glut Seines Zornes über ihn senden und sie auf ihn regnen lassen, in seine Eingeweide hinein.

    24 Flieht er vor eisernen Waffen, so wird ihn der eherne Bogen durchbohren. 25 Er zieht [an dem Pfeil], und er kommt aus dem Rücken hervor; blitzend fährt er aus seiner Galle, Todesschrecken kommen über ihn. 26 Alle Finsternis ist aufgespart für seine Schätze; ihn wird ein Feuer verzehren, das nicht angefacht wird; übel wird es dem ergehen, der in seinem Zelt übrig geblieben ist.

    27 Der Himmel wird seine Schuld offenbaren und die Erde sich gegen ihn empören. 28 Der Ertrag seines Hauses fährt dahin, muss zerrinnen am Tag Seines Zornes. 29 Das ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott, das Erbe, das Gott ihm zugesprochen hat!

    gestern bin ich endlich dazu gekommen, mir die passende Sendung mit Ruth Lapide zu Hiob anzuhören und ich muss sagen, dass ich ihr sehr oft widersprochen habe.

    Für sie ist das Bibelbuch Hiob eine heidnische Geschichte, weil es kein Gespräch zwischen Gott und Satan geben könne. In ihr Verständnis passt es nicht, dass die Welt zwischen Gott und Satan geteilt sei und daher ist dies zwar eine sehr schöne Geschichte zum Durchhalten, aber im übertragenen Sinn zu sehen. Die drei Freunde sieht sie lediglich als drei verschiedene Arten von Menschen, mit denen auch wir heute so unsere Probleme haben, wenn es uns schlecht geht. Der erste sagt „du bist selbst Schuld, ich habs dir ja gesagt“, der zweite sagt „weil du so schlecht bist, ist es die verdiente Strafe“ und der dritte sagt „da kann man nichts machen“.

    Da musste ich erst mal eine Nacht drüber schlafen. Gesetzt den Fall, dass wir diese Geschichte auch so sehen würden, was würde dies für uns und unser Verständnis ändern?

    Im gleichen Zusammenhang sagt sie, dass es keine Erklärung dafür gibt, warum Böse Dinge geschehen, warum der Gerechte leiden muss und es dem Bösen augenscheinlich besser geht. Vielleicht muss man zu dieser Ansicht kommen, wenn man die Geschichte nur im übertragenen Sinne sieht?

    Wenn wir aber die Geschichte als das nehmen, was sie ist, dann erkennen wir ganz deutlich, worum es geht und warum es sehr wohl „normal ist“, dass die Guten leiden!

    Das Buch fängt ja mit dem Gespräch zwischen Satan und Jehova an, damit, dass Satan nicht begeistert darüber ist, dass dieser Hiob so treu zu seinem Gott steht und darum alles dran setzt, um dies zu ändern. Er verwickelt Jehova in eine Art Wettstreit – in der Volxbibel, die ich mir heute angesehen habe, ist sogar die Rede davon, dass Jehova zu Satan sagt „die Wette gilt“.

    Kapitel 1:9-12

    9 „Das macht der doch nicht einfach so!“, konterte Satan. „Der kriegt ja auch was dafür, dass er so drauf ist. 10 Du hast ja höchstpersönlich dafür gesorgt, dass es ihm und seiner Familie richtig gutgeht. Alles, was er anpackt, läuft super, er verdient megaviel Kohle und wird jeden Tag reicher. 11 Ich schwör dir, wenn du ihm nur mal seinenganzen Besitz wegnehmen würdest, dann würde der voll abdrehen. Hiob würde dir öffentlich die Krätze an den Hals wünschen und dich verfluchen!“

    12 „Deal!“, antwortete Gott. „Du kannst ab sofort mit allen Sachen von Hiob machen, was du willst. Aber seinen Körper selbst, also seine Gesundheitund so, musst du in Ruhe lassen. Ist das klar?“ Satan war einverstandenund zog ab.

    Kapitel 2:3-6

    3 „Und?“, fragte ihn Gott. „Hast du auch mal bei meinem Hiob vorbeigeschaut? So einen wie den findest du nirgends sonst wo auf der Erde! Der ist cool drauf, er lebt voll korrekt, er hat Respekt vor mir und macht um alle miesen Sachen einen großen Bogen! Und er zieht das auch immer noch durch, obwohl du mich dazu überredet hast, ihm übel eins reinzudrücken. Dabei hatte er das nullstens verdient.“

    4 „Hm, er ist ja auch noch ganz gut bei der Sache weggekommen, weiles ihm nicht ans eigene Leder ging. Nur um ihr eigenes Leben zu retten, geben die Menschen ja normalerweise alles, was sie haben. 5 Wie wäre es, wenn es jetzt mal an seine Gesundheit gehen würde? Wetten, dass er dann keinen Bock mehr auf dich hat und dir den Stinkefinger zeigen würde?“

    6 „Topp, die Wette gilt!“, antwortete Gott. „Du kannst ihm von mir aus die fiesesten Krankheiten schicken, aber töten darfst du ihn nicht!“

    Auch wenn die Sprache an sich nicht meine Umgangssprache ist und ich einige Formulierungen hier „respektlos“ finde, so ist es doch keine schlechte Übersetzung des Ganzen, denn genau so empfinde ich die Geschichte: Hiob als Spielball zwischen Jehova und Satan. Jehova lässt es zu, weil er Hiob vertraut, weil er weiß, dass Hiob IHN wirklich liebt und ihm nicht nur deshalb dient, weil es ihm gut geht, wie der Widersacher es andeutet. Die Volxsbibel ist im übrigen dadurch entstanden, dass ein Religionslehrer wollte, dass sich die Schüler, die keinen Glauben hatten, trotzdem mit Gottes Wort beschäftigen und ihnen die Aufgabe gegeben hat, sie in ihre eigene Umgangssprache zu übersetzen. So haben sie lange daran „herumgebastelt“ und heute ist es ein wiki-Projekt, an dem jeder mitarbeiten kann, der Interesse daran hat. Also ein sinnvolles Projekt, auch wenn „wir Alten“ und von vielen der Formulierungen vielleicht abgestoßen fühlen 😉

    Aus dem Zusammenhang wird klar, warum Hiob leiden muss: weil er Jehova absolut treu ist und dies dem Widersacher ein Dorn im Auge ist. Wie bereits in den Vorjahren mehrfach angeführt, wird in den griechischen Schriften auch immer wieder darauf Bezug genommen, dass diejenigen, die in Gemeinschaft mit Jesus leben wollen, Gegenstand von heftiger Verfolgung würden.

    Daher ist es durchaus von größter Bedeutung, als was wir die Geschichte sehen. Es ist nicht nur eine Parabel. Klar, wir können und sollten sie in unser heutiges Leben umsetzen, auf uns ganz persönlich beziehen und für uns daraus lernen. In diesem Punkte hat Frau Lapide wohl Recht. Aber wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, worum es hier geht: um einen Streit zwischen Jehova und seinem Widersacher.

    Weitere Gedanken zu diesem Kapitel findet ihr hier:

  122. Juleam 23. Januar 2013 um 20:57 Link zum Kommentar

    Hiob 21 – 24

    Hiob 21 – Hiob widerlegt ihre schlauen Beobachtungen:

    1 Darauf antwortete Hiob und sprach: 2 Hört, o hört doch an, was ich zu sagen habe; das soll der Trost sein, den ihr mir gewährt! 3 Erlaubt mir, dass ich rede; und nachdem ich gesprochen habe, magst du spotten !

    4 Richte ich etwa meine Klage an einen Menschen? Und warum sollte ich nicht ungeduldig sein? 5 Wendet euch zu mir und staunt, und legt die Hand auf den Mund ! 6 Ja, wenn ich daran denke, so erschrecke ich, und Zittern erfasst meinen Leib.

    7 Warum leben denn die Gottlosen, werden alt, groß und stark? 8 Ihr Same gedeiht vor ihrem Angesicht um sie her, und ihre Sprösslinge sind vor ihren Augen. 9 Ihre Häuser haben Frieden, keine Furcht; die Rute Gottes schlägt sie nicht. 10 Sein Stier bespringt, und nicht um-sonst; seine Kuh kalbt ohne Fehlgeburt. 11 Ihre Jungen lassen sie ausziehen wie eine Schafherde, und ihre Kinder hüpfen herum. 12 Sie singen laut zur Pauke und Laute und sind fröhlich beim Klang der Schalmei. 13 Sie verbringen ihre Tage in Wohlleben und fahren in einem Augenblick in das Totenreich hinab.

    14 Und doch sprechen sie zu Gott: »Weiche von uns; nach der Erkenntnis deiner Wege fragen wir nicht! 15 Was ist schon der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten, und was nützt es uns, ihn anzurufen?«

    16 – Doch siehe, ihr Glück liegt nicht in ihrer Hand; [darum] sei der Rat der Gottlosen fern von mir! – 17 Wie oft erlischt die Leuchte der Gottlosen und ereilt sie ihr Unglück, teilt Er ihnen Verderben zu in seinem Zorn, 18 werden sie wie Stroh vor dem Wind und wie Spreu, die der Sturm entführt?

    19 Spart Gott das Unglück [des Gottlosen] für seine Kinder auf? – Ihm selbst sollte er vergelten, sodass er es weiß! 20 Seine eigenen Augen sollen sein Verderben sehen, und den Zorn des Allmächtigen soll er selbst trinken! 21 Denn was liegt ihm an seinem Haus nach seinem Tod, wenn die Zahl seiner Monate abgerissen ist? 22 Kann man Gott Erkenntnis lehren, da er es doch ist, der die Hohen richtet?

    23 Der eine stirbt im Vollbesitz seiner Kraft, vollkommen ruhig und sorglos; 24 seine Tröge fließen über von Milch, und das Mark seiner Gebeine ist getränkt. 25 Der andere aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie Gutes geschmeckt: 26 Gemeinsam liegen sie im Staub, und Gewürm bedeckt sie beide.

    27 Seht, ich kenne eure Überlegungen und die listigen Pläne, mit denen ihr mir Unrecht tun wollt! 28 Denn ihr denkt: » Wo ist das Haus des Fürsten? Und wo ist das Zelt, in dem die Gottlosen wohnten?« 29 Habt ihr nicht die befragt , die auf dem Weg vorüberzogen? Und habt ihr ihre Hinweise nicht beachtet, 30 dass der Böse verschont wird am Tag des Unglücks und dem Tag des Zorns entgeht? 31 Wer kann ihm ins Gesicht seinen Wandel vorhalten , und sein Tun, wer vergilt es ihm?

    32 Doch er wird [feierlich] zu Grabe getragen, und über seinem Grabhügel hält man Wache. 33 Angenehm sind ihm die Schollen des Tales; hinter ihm her zieht jedermann, und vor ihm her eine unzählbare Schar. 34 Was tröstet ihr mich da mit Nichtigkeiten? Eure Antworten sind nichts als Trug!

    hier findet ihr einige Gedanken dazu:

     

  123. Juleam 23. Januar 2013 um 21:02 Link zum Kommentar

    Hiob 22 – man muss nur das tun, was Jehova will, dann geht es einem gut

    1 Darauf antwortete Eliphas, der Temaniter, und sprach: 2 Kann ein Mann Gott etwas nützen? Es nützt ja der Verständige nur sich selbst. 3 Hat der Allmächtige Freude, wenn du gerecht bist? Ist“s ihm ein Gewinn, wenn du in Unschuld wandelst?

    4 Straft er dich etwa wegen deiner Gottesfurcht, und geht er deshalb mit dir ins Gericht ? 5 Sind nicht deine Missetaten groß und deine Schulden ohne Ende?

    6 Du hast deine Brüder grundlos gepfändet und den Entblößten die Kleider ausgezogen; 7 du hast dem Ermatteten kein Wasser zu trinken gegeben und dem Hungrigen das Brot verweigert. 8 Dem Gewalttätigen gehört ja das Land, und der Angesehene wohnt darin. 9 Du hast Witwen leer fortgeschickt, und die Arme der Waisen wurden zerbrochen. 10 Deshalb waren rings um dich her Fallen, sodass dich plötzlich Schrecken überfiel. 11 Oder siehst du die Finsternis nicht und die Wasserflut, die dich bedeckt?

    12 Ist Gott nicht so hoch wie die Himmel? Sieh doch die höchsten Sterne, wie hoch sie stehen! 13 Und du denkst: »Was weiß Gott! Sollte er durch das Wolkendunkel hindurch richten? 14 Die Wolken sind eine Hülle für ihn , sodass er nicht sehen kann, und er wandelt auf dem Himmelsgewölbe umher!«

    15 Willst du den Weg der Vorzeit befolgen, den Pfad, auf dem die Frevler einhergingen, 16 die vor ihrer Zeit weggerafft wurden, deren Fundament der Strom wegriss, 17 die zu Gott sprachen: »Weiche von uns!«, und: »Was kann der Allmächtige einem schon tun?« 18 Und er hatte doch ihre Häuser mit Gütern gefüllt! – Doch der Rat der Gottlosen sei fern von mir!

    19 Als die Gerechten es sahen, freuten sie sich, und der Unschuldige spottete über sie: 20 »Fürwahr, unsere Widersacher sind vertilgt, und das Feuer hat ihren Überrest verzehrt!«

    21 Versöhne dich doch mit Ihm und mache Frieden! Dadurch wird Gutes über dich kommen. 22 Nimm doch Belehrung an aus seinem Mund und lege seine Worte in dein Herz! 23 Wenn du zu dem Allmächtigen umkehrst , so wirst du aufgerichtet werden, wenn du die Ungerechtigkeit aus deinem Zelt entfernst . 24 Wirf das Gold in den Staub und das Ophirgold zu den Steinen der Bäche, 25 so wird der Allmächtige dein Gold und dein erlesenes Silber sein! 26 Dann wirst du dich an dem Allmächtigen erfreuen und dein Angesicht zu Gott erheben ; 27 du wirst zu ihm flehen, und er wird dich erhören , und du wirst deine Gelübde erfüllen.

    28 Was du dir vornimmst, das wird gelingen , und ein Licht wird auf deinen Wegen leuchten. 29 Wenn sie abwärts führen, so wirst du sagen: »Es geht empor!«, und wer die Augen niederschlägt, den wird er retten. 30 Er wird [selbst] den freilassen, der nicht unschuldig ist: Durch die Reinheit deiner Hände wird er befreit werden.

    Diese Argumentation widerspricht komplett dem, was wir im Vorfeld „gehört“ haben, als wir bei der Konferenz im Himmel „Mäuschen spielen durften“. Weitere Gedanken aus den Vorjahren findet ihr hier:

  124. Juleam 23. Januar 2013 um 21:11 Link zum Kommentar

    Hiob 23 und 24 – es wäre besser gewesen, wenn Hiob das Gespräch bereits eher abgebrochen hätte

    1 Da antwortete Hiob und sprach: 2 Auch heute noch ist meine Klage bitter; die Hand, die mich trifft, presst mir schwere Seufzer aus! 3 O dass ich wüsste, wo ich ihn fände, dass ich bis zu seinem Thron gelangen könnte! 4 Ich würde ihm [meine] Rechtssache vorlegen und meinen Mund mit Beweisen füllen. 5 Ich möchte wissen, was er mir antworten, und erfahren, was er zu mir sagen würde. 6 Würde er in seiner Machtfülle mit mir streiten ? Nein, er würde mich gewiss anhören.

    7 Da würde ein Redlicher bei ihm vorsprechen, und ich würde auf ewig frei ausgehen von meinem Richter. 8 Wenn ich aber nach Osten gehe, so ist er nirgends; wende ich mich nach Westen, so bemerke ich ihn nicht; 9 wirkt er im Norden, so erblicke ich ihn nicht; verbirgt er sich im Süden, so kann ich ihn nicht sehen.

    10 Ja, er kennt meinen Weg ; wenn er mich prüft , so werde ich wie Gold hervorgehen! 11 Mein Fuß ist seinen Tritten gefolgt; seinen Weg habe ich bewahrt und bin nicht davon abgewichen; 12 vom Gebot seiner Lippen habe ich mich nicht entfernt; die Worte seines Mundes bewahrte ich mehr als meine Grundsätze.

    13 Doch Er bleibt sich gleich , und wer will ihm wehren ? Was er will, das tut er. 14 Ja, Er wird vollenden , was mir bestimmt ist, und dergleichen hat er [noch] vieles im Sinn. 15 Darum schrecke ich zurück vor seinem Angesicht, und wenn ich daran denke, so fürchte ich mich vor ihm. 16 Ja, Gott hat mein Herz verzagt gemacht, und der Allmächtige hat mich erschreckt. 17 Damit ich [aber] nicht vergehe vor dem Anblick der Finsternis, hat er vor meinem Angesicht das Dunkel verdeckt.

    1 Warum sind vom Allmächtigen nicht Zeiten [des Gerichts] aufbewahrt, und warum sehen die, welche ihn kennen, seine Tage nicht? 2 Man verrückt die Grenzen; sie rauben die Herde und weiden sie. 3 Den Esel der Waisen treibt man fort und pfändet die Kuh der Witwe.

    4 Man jagt die Armen aus dem Weg, und die Elenden im Land müssen sich allesamt verbergen. 5 Siehe, wie Wildesel in der Wüste ziehen sie zu ihrem Tagewerk aus, auf der Suche nach Nahrung; die Wildnis bietet ihnen Speise für die Kinder. 6 Sie ernten das Futter auf dem Feld und halten Nachlese im Weinberg des Gottlosen. 7 Entblößt bringen sie die Nächte zu; sie haben kein Gewand, und wenn es kalt wird, keine Decke. 8 Vom Regen der Berge werden sie durchnässt, und weil sie keine Zuflucht haben, klammern sie sich an den Felsen.

    9 Man reißt das Waisenkind von der Brust, und was der Arme anhat, nimmt man als Pfand. 10 Entblößt gehen sie umher, ohne Gewand; sie müssen Garben tragen und hungern dabei. 11 Innerhalb der Mauern [der Reichen] pressen sie Öl; sie treten die Kelter und müssen doch Durst leiden. 12 Von der Stadt her ächzen Sterbende, und die Seele der Erschlagenen schreit; aber Gott achtet nicht auf das Unrecht.

    13 Jene hassen das Licht , sie wollen seine Wege nicht kennen und bleiben nicht auf seinen Pfaden. 14 Bei Tagesanbruch steht der Mörder auf, um den Elenden und Armen umzubringen; in der Nacht aber ist er wie ein Dieb. 15 Das Auge des Ehebrechers wartet auf die Dämmerung; er spricht: »Kein Auge soll mich sehen!«, und verhüllt sein Angesicht. 16 In der Finsternis bricht man in die Häuser ein; bei Tag halten sie sich eingeschlossen; sie scheuen das Licht . 17 Denn für sie alle ist der Morgen gleich wie Todesschatten; denn sie sind vertraut mit dem Schrecken des Todesschattens.

    18 Schnell treibt er auf der Oberfläche des Wassers dahin. Verflucht ist sein Erbteil auf Erden; sein Weg führt nicht durch Weingärten . 19 Wie Hitze und Sonnenglut die Schneewasser wegraffen, so das Totenreich die, welche gesündigt haben. 20 Der Mutterschoß wird ihn vergessen, Würmer laben sich an ihm; nie mehr wird an ihn gedacht , und wie ein Baum wird [sein] Übermut gebrochen , 21 der die Unfruchtbare beraubte, die nicht gebar, und der Witwe nichts Gutes tat.

    22 Und Mächtige rafft er dahin durch seine Kraft; steht er auf, so ist man seines Lebens nicht mehr sicher. 23 Er gibt ihm Sicherheit, und jener verlässt sich darauf; und seine Augen [wachen] über ihre Wege. 24 Sie kommen hoch; aber wenig braucht“s, so sind sie dahin; sie sinken hin und werden zusammengerafft, wie alle anderen auch, und wie die Ährenspitze werden sie abgeschnitten. 25 Oder ist’s nicht so? Wer will mich Lügen strafen und meine Rede zunichtemachen?

    Schade, dass Hiob seine Kumpels nicht bereits zu dem Zeitpunkt weggeschickt hat, als er merkte, dass von ihnen eh nichts Gescheites kommt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum wir uns mit solchen Personen nicht auf ein Gespräch einlassen sollten. Wenn wir bemerken, dass sie uns nur mit Anschuldigungen überhäufen, ohne nach der Wahrheit Ausschau zu halten – ja halten zu wollen – dann sollten wir ihnen aus dem Wege gehen. Denn was dabei herauskommt, sehen wir hier.

    Er ist so genervt davon, dass er immer weiter versucht, ihnen klarzumachen, dass er dieses Leid nicht „verdient“ hat. Dabei übersieht er ganz, dass er nun anfängt, Jehova die Schuld zu geben, Angst vor IHM zu haben und Bitterkeit gegenüber Gott zu entwickeln. Wir hatten den Gedanken ja bereits vorhin in der zitierten Ansprache von Bayless Conley.

    Hier findet ihr einige weitere Gedanken dazu:

  125. Juleam 23. Januar 2013 um 23:28 Link zum Kommentar

    Hiob 25 – 27

    Hiob 25 – geht es hier um die ganz normale menschliche Unvollkommenheit?

    1 Da antwortete Bildad, der Schuchiter, und sprach: 2 Herrschaft und Schrecken sind bei Ihm; Frieden schafft Er in seinen Höhen. 3 Sind seine Scharen zu zählen ? Und über wem erhebt sich nicht sein Licht ?

    4 Wie kann aber der Sterbliche gerecht sein vor Gott, und wie will der rein sein, der von der Frau geboren ist?

    5 Siehe, sogar der Mond leuchtet nicht hell, und die Sterne sind nicht rein in seinen Augen 6 – wie viel weniger der Sterbliche, die Made, und das Menschenkind, der Wurm!

    Redet Bildad hier wirklich von der menschlichen Unvollkommenheit und davon, dass kein Opfer wirklich bewirken kann, dass wir rein vor Gott sind – sondern dazu erst das Loskaufsopfer Jesu brauchen?

    Ist es nicht merkwürdig, dass sich alle seine „Freunde“ in Gottes Wort gut auskennen und damit argumentieren? Aber dient dies wirklich zur Ermunterung Hiobs oder dazu, ihn „wieder auf den rechten Weg zu führen“?

    An wen erinnert uns dies? Wen kennen wir aus der Bibel, der ebenso verschlagen argumentiert hatte? Erinnern wir uns daran, womit Satan Jesus dazu bewegen wollte, Jehova untreu zu werden?

    Sind wir in der Lage zu erkennen, ob es Jehova ist, der hier zu uns redet – oder ob uns jemand aufs Glatteis führen will?

    Einen weiteren Gedanken zu diesem kurzen Kapitel findet ihr hier:

  126. Juleam 23. Januar 2013 um 23:39 Link zum Kommentar

    Hiob 26 – „Wessen Geistes Kind bist du?“

    1 Und Hiob antwortete und sprach: 2 Wie hast du doch den Ohnmächtigen unterstützt und dem machtlosen Arm geholfen ! 3 Wie hast du den beraten, dem Weisheit fehlt, und Einsicht in Fülle mitgeteilt! 4 Wen hast du mit deinen Worten getroffen, und wessen Odem ist aus dir hervorgegangen?

    5 Die Schatten werden von Zittern erfasst unter den Wassern und ihren Bewohnern. 6 Das Totenreich liegt enthüllt vor Ihm, und der Abgrund hat keine Decke. 7 Er spannt den Norden aus über der Leere und hängt die Erde über dem Nichts auf. 8 Er bindet die Wasser in seinen Wolken zusammen, und das Gewölk zerreißt nicht unter ihrem Gewicht. 9 Er verschließt den Anblick des Thrones , er breitet sein Gewölk darüber. 10 Er hat einen Kreis abgesteckt auf der Oberfläche der Wasser bis zur Grenze von Licht und Finsternis. 11 Die Säulen des Himmels erbeben und erschrecken vor seinem Schelten. 12 Durch seine Kraft erregt er das Meer, und mit seinem Verstand zerschlägt er das Ungeheuer . 13 Durch seinen Hauch wird der Himmel klar; mit seiner Hand durchbohrt er die flüchtige Schlange . 14 Siehe, das sind die Umrisse seiner Wege; wie leise ist das Wort, das wir davon vernehmen! Aber den Donner seiner Macht – wer versteht ihn?

    Interessant die Frage, die Hiob hier in Vers 4 stellt:

    Wen hast du mit deinen Worten getroffen, und wessen Odem ist aus dir hervorgegangen
    In der Fußnote heißt es hier: wessen Geist

    In der Hoffnung für Alle heißt es in diesem Vers:

    Mit wessen Hilfe hast du so geredet? Wer hat dir diese Worte eingegeben?

    Er will damit fragen, wessen Geistes Kind der Sprecher eigentlich ist. Hört sich dieser eigentlich selber zu? Bemerkt er nicht, dass er „Unsinn redet“?

    Wer Jehova falsch darstellt, ist ganz bestimmt nicht in Gottes Liebe. Und Jehova ist kein kleinlicher Gott, der mit der Lupe nach unseren Fehlern sucht, um uns bestrafen zu können. Im Gegenteil: unser Gott ist barmherzig und möchte uns liebend gern vergeben – wenn wir ihn nur darum bitten.

    Gestern in dem Film „Ein himmlischer Plan – wenn Gott dir eine zweite Chance gibt“, wird der Prediger zu einem Sterbenden gerufen, der seinen Frieden mit Gott machen will, sich selbst aber für unwürdig hält. Er erzählt diesem das Gleichnis mit den Arbeitern im Weinberg, die alle den gleichen Lohn erhalten, auch die, die kurz vor Schluß zur Arbeit kommen. Auf den Einwand, dass er unwürdig sei, erzählt er von Judas, der den Herrn Jesus verriet. Gott und Jesus hätten auch diesem vergeben, wenn er nur darum gebeten hätte. Aber Judas hatte es nicht getan. Dann war es zu spät.

    Der Prediger sagte abschließend, dass wohl niemand eine so große Sünde begehen könne wie Judas. Daher wird Jehova auch uns vergeben, wenn wir ihn demütig darum bitten.

    Wenn Hiobs Freund hier so ein hartes Bild von Gott malt – dann kann er nicht den Geist Gottes haben. Wessen Geistes Kind ist er dann?

    Weitere Gedanken zu diesem Kapitel finden wir hier:

  127. Juleam 23. Januar 2013 um 23:44 Link zum Kommentar

    Hiob 27 – Achtung: Falle!

    seine Rede fort und sprach: 2 So wahr Gott lebt , der mir mein Recht entzogen , und der Allmächtige, der meine Seele verbittert hat: 3 Ja, solange noch mein Odem in mir ist und der Hauch Gottes in meiner Nase, 4 sollen meine Lippen nichts Verkehrtes reden und meine Zunge keine Lüge aussprechen!

    5 Fern sei es von mir, dass ich euch recht gebe; ich werde mir meine Unschuld nicht nehmen lassen bis an mein Ende! 6 Ich halte an meiner Gerechtigkeit fest und werde sie nicht loslassen; mein Gewissen straft mich über keinen meiner Tage! 7 Meinem Feind aber ergehe es wie dem Gottlosen, und meinem Widersacher wie dem Übeltäter!

    8 Denn was für eine Hoffnung hat der Frevler, wenn Gott [ihn] abschneidet, wenn Er ihm seine Seele entzieht? 9 Wird Gott sein Geschrei erhören, wenn Not über ihn kommt? 10 Wird er an dem Allmächtigen seine Lust haben, wird er Gott anrufen zu jeder Zeit?

    11 Ich will euch über die Hand Gottes belehren und euch nicht verhehlen, was bei dem Allmächtigen gilt. 12 Siehe, ihr selbst habt es alle gesehen – warum schwatzt ihr dann nichtiges Zeug?

    13 Das ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott, und dies das Erbe, das die Gewalttätigen empfangen von dem Allmächtigen: 14 Wenn seine Kinder sich mehren, so ist“s für das Schwert , und seine Sprösslinge können sich nicht am Brot sättigen. 15 Die ihm noch übrig bleiben, sinken durch die Pest ins Grab, und ihre Witwen beweinen sie nicht. 16 Wenn er auch Geld zusammenscharrt wie Staub und Kleider aufhäuft wie Straßendreck 17 – er bringt sie zwar zusammen, aber der Gerechte wird sie anziehen, und das Geld wird der Unschuldige erben. 18 Er baut sein Haus wie die Motte, und wie die Laubhütte, die sich der Wächter macht. 19 Reich legt er sich hin, und noch ist ihm nichts weggenommen; er schlägt die Augen auf, und nichts ist mehr da! 20 Schrecken ergreift ihn wie eine Wasserflut, der Sturmwind führt ihn über Nacht davon. 21 Ein Ostwind hebt ihn empor, und er fährt dahin; er rafft ihn von seiner Stätte hinweg. 22 Schonungslos schleudert Er [Geschosse] nach ihm, eiligst muss er fliehen vor seiner Hand. 23 Man klatscht über ihn in die Hände und zischt ihn aus von seinem Wohnort her.

    Hiob wünscht sich so sehr, nichts Verkehrtes zu sagen und merkt leider gar nicht, dass er den falschen Tröstern bereits in die Falle tappt.

    Ist er zuvor noch felsenfest davon überzeugt, dass Jehova absolut gerecht ist und das Gute der Menschen zu würdigen weiß, so haben sie ihn scheinbar nun überzeugt, dass Gott gegen ihn ist, obwohl er selbst IHM aufrichtig dient. Wie konnten sie dies nur erreichen? Einfach nur dadurch, dass sie es immer wiederholten? Er hat doch ein reines Gewissen vor Gott und trotzdem…

    Auf dem TSK „Behüte dein Gewissen“ geht es in der Schlußansprache um diesen Punkt: „Höre auf dein vom Geist geleitetes Gewissen“. Wir können es schulen, indem wir uns regelmäßig mit Gottes Wort ernähren und mit IHM reden und Zeit verbringen. Dies tut Hiob unnd daher darf er davon ausgehen, dass sein gutes Gewissen, das er vor seinem Gott hat, ein von Gottes Geist geleitetes Gewissen ist. Daher hat er sich nichts vorzuwerfen.

    In diesem Punkt hat er Recht. Wenn er sich nur nicht weiter in dieses unsinnige Gespräch verwickeln lassen würde. Er weiß, dass er sich nichts hat zuschulden kommen lassen und zieht leider den falschen Schluß. Sollte es vielleicht doch Gott selbst sein, der ihn hier befeindet?

    Stop!

    Als eine eigentlich sehr liebe Schwester mich vor Jahren in so ein Gespräch verwickelt hatte, habe ich an einem gewissen Punkt „Stop!“ gesagt und das Gespräch beendet. Aber auch ich hätte schon viel eher die Notbremse ziehen sollen.

    Vielleicht bringen uns unsere Brüder und Freunde nicht immer mit Absicht an diesen Punkt – aber die Situation ist gefährlich. Für beide, wie man anschließend an Jehovas Reaktion sieht. Weitere Gedanken findet ihr hier:

  128. Juleam 25. Januar 2013 um 14:08 Link zum Kommentar

    Da der Text in Kapitel 28 für mich völlig überraschend ist, habe ich noch mal das vorherige Kapitel gelesen, um zu sehen, worum es eigentlich zum Schluß ging. Dabei bin ich über den Text in Hiob 27:5,6 gestolpert, der in der Schlachter 2000 so übersetzt wird:

    5 Fern sei es von mir, dass ich euch recht gebe; ich werde mir meine Unschuld nicht nehmen lassen bis an mein Ende! 6 Ich halte an meiner Gerechtigkeit fest und werde sie nicht loslassen; mein Gewissen straft mich über keinen meiner Tage!

    Bei uns in der NW-Übersetzung heisst es hier: „ich werde nicht von meiner unversehrten Lauterkeit weichen“ – ist das wirklich das selbe? Wie übersetzen es die anderen?

    5 Es ist für mich undenkbar, daß ich euch gerechtsprechen sollte! Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!
    6 An meiner Gerechtigkeit habe ich festgehalten, und ich werde nicht davon ablassen; Mein Herz wird [mich] nicht verhöhnen wegen irgendwelcher meiner Tage.

    Hiob 27:5-6 HFA
    6 An meiner Gerechtigkeit habe ich festgehalten, und ich werde nicht davon ablassen; Mein Herz wird [mich] nicht verhöhnen wegen irgendwelcher meiner Tage.

    Hiob 27:5-6 ELB
    Fern sei es von mir, daß ich euch recht geben sollte; bis ich verscheide, werde ich meine Unsträflichkeit nicht von mir weichen lassen. An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und werde sie nicht fahren lassen: mein Herz schmäht nicht einen von meinen Tagen.

    Hiob 27:5-6 DELUTD
    das sei ferne von mir, daß ich euch recht gebe; bis daß mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Unschuld. Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen; mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halben.

    Was ist eigentlich „unversehrte Lauterkeit“? Auf der Wtlib finden wir dazu Folgendes: unversehrte Lauterkeit – darunter auch den Artikel: „Wirst du Jehova vollständig ergeben bleiben?“

    Wirst du Jehova vollständig ergeben bleiben?

    „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!“ (HIOB 27:5).

    STELL dir vor, du studierst aufmerksam den Bauplan für ein Haus. Du bist ganz fasziniert davon, wie durchdacht und praktisch alles angelegt ist. Wenn du dir ausmalst, wie schön es für deine Familie und dich wäre, darin zu wohnen, gerätst du richtig ins Schwärmen. Würdest du aber nicht auch sagen, dass der Bauplan und alle Überlegungen dazu eigentlich nichts bringen, solange du das Haus nicht tatsächlich baust, einziehst und es dann instand hältst?

    2 Genauso sind wir vielleicht beeindruckt davon, wie enorm wichtig Vollständigkeit in sittlicher Hinsicht ist und wie viel Positives sie bei uns und bei denen bewirkt, die uns nahestehen. Nur: Diese Eigenschaft gut zu finden bringt uns eigentlich nichts, solange wir sie nicht selbst „aufbauen“ und dann „instand halten“. Bauprojekte sind in der Welt von heute oft ziemlich aufwendig und teuer (Luk. 14:28, 29). Um sittliche Vollständigkeit „aufzubauen“, muss man ebenfalls viel Zeit und Mühe aufwenden. Aber es lohnt sich absolut! Deshalb wollen wir drei Fragen auf den Grund gehen: Wie schafft man es, diese kostbare Eigenschaft zu erwerben? Wie kann man sie sich erhalten? Und was kann getan werden, wenn das jemand eine Zeit lang nicht gelungen ist?

    Sittliche Vollständigkeit „aufbauen“

    3 Wie wir im vorigen Artikel gesehen haben, ehrt uns Jehova dadurch, dass er uns die Entscheidung überlässt, ob wir ihm vollständig ergeben sein möchten. Das heißt aber nicht, dass er uns dann damit alleinlassen würde. Im Gegenteil: Er lehrt uns, wie man diese kostbare Eigenschaft erwerben kann, und hilft uns dabei, das Gelernte umzusetzen, indem er uns großzügig seinen heiligen Geist schenkt (Luk. 11:13). Außerdem sorgt er für den nötigen Schutz, damit alle, die „in unversehrter Lauterkeit wandeln“ möchten, ihm treu bleiben können (Spr. 2:7).

    4 Wie hat uns Jehova gelehrt, ihm vollständig ergeben zu bleiben? Vor allem dadurch, dass er seinen Sohn, Jesus Christus, zur Erde gesandt hat. Jesus lebte vor, was es heißt, vollkommen gehorsam zu sein. Er „wurde gehorsam bis zum Tod“ (Phil. 2:8). Bei allem, was er tat, gehorchte er seinem himmlischen Vater — auch wenn das extrem schwierig war. „Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe“, sagte er zu Jehova (Luk. 22:42). Fragen wir uns doch bitte: „Bin ich genauso eingestellt?“ Bemühen wir uns mit den richtigen Beweggründen konsequent um Gehorsam, wird es uns gelingen, Jehova vollständig ergeben zu sein. Untersuchen wir einige Lebensbereiche etwas genauer, in denen Gehorsam besonders wichtig ist.

    5 Gehorsam ist zum Beispiel wichtig, wenn wir scheinbar allein sind. David schrieb in einem Psalm von solchen Momenten und erkannte, dass es gerade dann auf vollständige Ergebenheit ankam. (Lies Psalm 101:2.) Als König stand David oft im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Nicht selten dürften ihm Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Menschen zugeschaut haben. (Vergleiche Psalm 26:12.) Bei diesen Gelegenheiten musste er seinen Untertanen natürlich ein gutes Beispiel geben (5. Mo. 17:18, 19). Aber David wurde bewusst, dass er Jehova auch dann vollständig ergeben sein musste, wenn er allein war — in seinen eigenen vier Wänden. Können wir dasselbe von uns sagen?

    6 In Psalm 101:3 finden wir folgende Worte Davids: „Ich werde mir kein nichtsnutziges Ding vor Augen stellen.“ Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, sich ein „nichtsnutziges Ding“ vor Augen zu stellen, gerade wenn man allein ist. Der einfache Zugang zum Internet macht da vielen besonders zu schaffen. Wie leicht kann man sich verleiten lassen, einen Blick auf sexuell aufreizende oder sogar pornografische Inhalte zu riskieren! Aber wenn man das tut, gehorcht man dann dem Gott, der David zu dieser Aussage inspirierte? Pornografie richtet massiven Schaden an, denn sie entfacht verkehrte Begierden wie Habsucht, sie schädigt das Gewissen, sie untergräbt Ehen und sie beraubt jeden, der davon betroffen ist, seiner Würde (Spr. 4:23; 2. Kor. 7:1; 1. Thes. 4:3-5).

    7 Natürlich ist kein Diener Jehovas je wirklich allein. Unser Vater wacht liebevoll über uns. (Lies Psalm 11:4.) Ganz bestimmt freut er sich sehr, wenn er beobachtet, wie du solchen Versuchungen tapfer widerstehst! Dadurch hörst du auch auf die Warnung, die in den Worten Jesu laut Matthäus 5:28 steckt. Nimm dir unbedingt fest vor, dir nichts anzuschauen, was dich dazu verleiten könnte, verkehrt zu handeln. Gib das kostbare Gut sittlicher Vollständigkeit bitte nie für etwas so Entehrendes wie das Anschauen pornografischer Bilder oder Texte her!

    8 Jehova vollständig ergeben bleiben wir auch dadurch, dass wir ihm gehorchen, wenn wir mit Ungläubigen zusammen sind. Denk nur an Daniel und seine drei Freunde. Sie waren noch Jugendliche, als sie gefangen nach Babylon gebracht wurden. Dort waren sie umgeben von Leuten, die so gut wie nichts über Jehova wussten. Man setzte ihnen leckere Speisen vor, die nach dem Gesetz Gottes nicht erlaubt waren, und wollte sie dazu zwingen, sie zu essen. Diese vier jungen Hebräer hätten leicht argumentieren können: „Uns bleibt doch gar nichts anderes übrig, als Zugeständnisse zu machen!“ Und schließlich konnten ihre Eltern, die Ältesten und die Priester ja nicht sehen, was sie taten. Wer konnte es aber sehen? Jehova natürlich. Deshalb gaben sie nicht nach, sondern gehorchten Jehova trotz Druck und Risiko (Dan. 1:3-9).

    9 Weltweit verhalten sich jugendliche Zeugen Jehovas heute genauso. Sie halten sich an die Normen, die Gott für Christen aufgestellt hat, und lassen sich trotz Anpassungsdruck nicht unterkriegen. Wenn ihr jungen Leute euch weigert, Drogen zu nehmen, zu fluchen oder euch auf Gewalt oder Unmoral einzulassen, seid ihr Jehova gehorsam. So bleibt ihr ihm vollständig ergeben. Das hat viele Vorteile für euch selbst, und vor allem macht ihr damit Jehova Gott und euren Glaubensbrüdern viel Freude (Ps. 110:3).

    10 Gehorsam ist auch unverzichtbar, wenn es darum geht, wie wir mit jemand vom anderen Geschlecht umgehen. Wir wissen, dass Gottes Wort sexuelle Unmoral verbietet. Wenn man aber nicht aufpasst, kann man von einer gehorsamen Einstellung in eine lockere Haltung abrutschen. Zum Beispiel argumentieren manche Jugendliche, die oralen oder analen Sex haben oder gegenseitige Masturbation praktizieren, das sei ja nicht so schlimm, weil sie genau genommen keinen „richtigen Sex“ hätten. Dass das in der Bibel verwendete Wort pornéia all diese Praktiken einschließt und man dafür aus der Christenversammlung ausgeschlossen werden kann, vergessen sie dabei — oder wollen es vielleicht auch gar nicht so genau wissen.* Was aber viel schlimmer ist: Sie denken überhaupt nicht an ihre sittliche Vollständigkeit. Weil wir Jehova ergeben bleiben wollen, versuchen wir nicht, uns irgendwelche Schlupflöcher offenzuhalten. Wir wollen gar nicht wissen, wie weit man sich wohl an die Grenze des Erlaubten wagen kann, ohne bestraft zu werden. Wir konzentrieren uns nicht ausschließlich darauf, was für rechtliche Konsequenzen verkehrtes Verhalten nach sich ziehen könnte. Am wichtigsten ist uns, das zu tun, was Jehova Freude macht, und von allem die Finger zu lassen, was ihm wehtut. Statt auszuprobieren, wie nah man der Sünde kommen kann, halten wir so viel Abstand wie möglich, ja wir „fliehen“ vor sexueller Unmoral (1. Kor. 6:18). So zeigen wir, wie viel uns daran liegt, Jehova vollständig ergeben zu sein.

    Wie können wir Jehova vollständig ergeben bleiben?

    11 „Aufgebaut“ wird sittliche Vollständigkeit durch Gehorsam. Um sie nicht wieder zu verlieren, muss man demnach konsequent gehorsam bleiben. In einer einzelnen Situation gehorsam zu sein erscheint vielleicht unbedeutend, wie eine Kleinigkeit. Aber im Lauf der Zeit kommt da doch einiges zusammen. Man könnte es mit Ziegelsteinen vergleichen. Ein einzelner Stein macht vielleicht nicht viel Eindruck. Aber setzt man viele Steine sorgfältig aufeinander, kann man allmählich ein schönes Haus bauen. Handeln wir in einer Situation nach der anderen gehorsam, dann schaffen wir es, Jehova vollständig ergeben zu bleiben (Luk. 16:10).

    12 Dass wir Jehova vollständig ergeben sind, wird besonders deutlich, wenn wir in schweren Zeiten oder bei ungerechter Behandlung durchhalten. Denken wir nur an das Beispiel Davids. Als junger Mann wurde er von einem König verfolgt, der eigentlich die Autorität Jehovas hätte vertreten sollen. Aber König Saul hatte sich Jehovas Wohlgefallen verscherzt und war nun maßlos eifersüchtig auf David, den Jehova liebte. Allerdings blieb Saul eine Zeit lang weiter im Amt und gebrauchte die Streitkräfte Israels dazu, David zu jagen. Jehova ließ diese Ungerechtigkeit einige Jahre lang zu. Ließ sich David dadurch gegen Gott verbittern? Zog er den Schluss, es habe ja sowieso keinen Zweck, weiter durchzuhalten? Ganz im Gegenteil! David bewahrte sich seine Hochachtung vor der Stellung, die Saul als der Gesalbte Jehovas bekleidete, und weigerte sich, ihm seine Behandlung heimzuzahlen, selbst als er die Gelegenheit dazu gehabt hätte (1. Sam. 24:2-7).

    13 Davids Beispiel hat für uns heute noch eine enorme Aussagekraft! Wir gehören zu einer weltweiten Versammlung aus lauter unvollkommenen Menschen. Jeder von ihnen könnte uns irgendwann Unrecht tun oder sogar untreu werden. Natürlich sind wir froh, in einer Zeit zu leben, wo Jehovas Volk als Ganzes nie mehr zum Abfall verleitet werden kann (Jes. 54:17). Aber wie werden wir reagieren, wenn uns mal ein Einzelner enttäuscht oder unsere Gefühle verletzt? Würden wir zulassen, dass Verbitterung über einen Glaubensbruder unser Herz vergiftet, dann könnte das unsere vollständige Ergebenheit Jehova gegenüber gefährden. Das Verhalten von Menschen ist aber niemals ein Grund, sich Gott gegenüber verbittern zu lassen und ihm die Freundschaft zu kündigen (Ps. 119:165). Halten wir auch dann durch, wenn es uns schwer gemacht wird, so hilft uns das, Jehova vollständig ergeben zu bleiben.

    14 Jehova vollständig ergeben zu bleiben erfordert auch, nicht immer an allem herumzukritisieren oder etwas auszusetzen. Das ist einfach eine Frage der Loyalität gegenüber Jehova. Er segnet seine Diener heute mehr als je zuvor. Noch nie in der ganzen Menschheitsgeschichte hatte die reine Anbetung einen so überragenden Stellenwert auf der Erde (Jes. 2:2-4). Werden dann von Zeit zu Zeit biblische Aussagen etwas anders erklärt oder werden neue Verfahrensweisen eingeführt, wollen wir das gern akzeptieren. Wir freuen uns doch darüber, dass das Licht der Wahrheit nach wie vor immer heller wird (Spr. 4:18). Fällt es uns einmal etwas schwerer, eine Veränderung nachzuvollziehen, dann bitten wir Jehova, uns diesen Punkt verstehen zu helfen. In der Zwischenzeit dienen wir ihm gehorsam weiter und bleiben ihm so vollständig ergeben.

    Was, wenn jemand eine Zeit lang nicht vollständig ergeben geblieben ist?

    15 Diese Frage gibt einem ganz schön zu denken. Wie wir ja im vorigen Artikel gelernt haben, ist sittliche Vollständigkeit absolut unverzichtbar. Ohne sie ist keine Freundschaft zu Jehova möglich und unsere Zukunft trostlos. Denk bitte immer daran: Im ganzen Universum gibt es nur eine einzige Person, die dich um deine Vollständigkeit bringen kann. Das bist du selbst. Hiob war sich dessen genau bewusst. Er sagte: „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!“ (Hiob 27:5). Wenn du dir das genauso fest vorgenommen hast und dich immer eng an Jehova hältst, wirst du ihm auch immer vollständig ergeben bleiben können (Jak. 4:8).

    16 Trotzdem schaffen manche das nicht. Wie zur Zeit der Apostel gibt es auch heute einige, die wiederholt schwere Sünden begehen. Wenn dir das passiert ist, ist deine Lage dann hoffnungslos? Nicht unbedingt. Was aber tun? Überlegen wir erst einmal, was du auf keinen Fall tun solltest. Als Mensch neigt man schnell dazu, eine Sünde vor Eltern, Glaubensbrüdern oder Ältesten zu verheimlichen. Die Bibel gibt aber zu bedenken: „Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben, doch dem, der sie bekennt und lässt, wird Barmherzigkeit erwiesen werden“ (Spr. 28:13). Wer eine schwere Sünde zu verheimlichen sucht, fällt einem tragischen Irrtum zum Opfer: Er vergisst, dass man vor Jehova absolut nichts verbergen kann. (Lies Hebräer 4:13.) Manche gehen so weit, ein Doppelleben zu führen und so zu tun, als würden sie Jehova dienen, während sie gleichzeitig Sünde treiben. So ein Verhalten hat nicht das Geringste mit vollständiger Ergebenheit zu tun — es ist eher das genaue Gegenteil davon! An religiösen Handlungen von Personen, die schwere Sünden verheimlichen, kann Jehova nichts Positives finden. Eine solche Heuchelei macht ihn sogar richtig zornig (Spr. 21:27; Jes. 1:11-16).

    17 Hat ein Christ schwer gesündigt, ist demnach klar, was zu tun ist: umgehend die Hilfe der Ältesten in Anspruch nehmen! Jehova hat genau festgelegt, wer dafür zuständig ist, einem „Kranken“ zu helfen, dessen Freundschaft zu Jehova schwer gelitten hat. (Lies Jakobus 5:14.) Lass dich bitte nicht davon abhalten, nach „Heilung“ zu suchen, nur weil du vielleicht Angst davor hast, zurechtgewiesen und korrigiert zu werden. Angst vor dem vorübergehenden Schmerz einer Spritze oder sogar einer Operation würde ja auch keinen vernünftigen Menschen davon abhalten, sich in Behandlung zu begeben, wenn er lebensgefährlich erkrankt ist! (Heb. 12:11).

    18 Darf man darauf hoffen, wieder ganz „gesund“ zu werden? Lässt sich die sittliche Vollständigkeit wiederherstellen, wenn man sie einmal verloren hat? Schauen wir uns dazu wieder das Beispiel Davids an. Einmal sündigte er schwer, weil er begehrliche Blicke auf eine verheiratete Frau riskierte, dann mit ihr Ehebruch beging und anschließend dafür sorgte, dass der ahnungslose Ehemann aus dem Weg geräumt wurde. In dieser Situation kann man sich David überhaupt nicht als einen Mann vorstellen, der Jehova vollständig ergeben gewesen wäre. War seine Lage aber hoffnungslos? David wurde streng zurechtgewiesen, und das war genau das, was er brauchte. Weil er aufrichtig bereute, konnte Jehova dann barmherzig sein und ihm vergeben. David lernte daraus und fing wieder an, Gott konsequent zu gehorchen. So wurde seine sittliche Vollständigkeit wiederhergestellt. Davids Leben ist ein hervorragendes Beispiel für das, was wir in Sprüche 24:16 lesen: „Der Gerechte mag sogar siebenmal fallen, und er wird bestimmt aufstehen.“ Wie ging es mit David aus? Interessant ist, was Jehova zu Salomo über ihn sagte, nachdem er gestorben war. (Lies 1. Könige 9:4.) Bei Gott blieb David als jemand in Erinnerung, der ihm vollständig ergeben gewesen war. Jehova kann Sünder, die aufrichtig bereuen, also wirklich von dem Makel sogar schwerwiegender Sünden reinigen (Jes. 1:18).

    19 Ja, echter Herzensgehorsam ist auch für dich der Schlüssel dazu, Jehova vollständig ergeben zu bleiben. Halte treu zu ihm, und falls dir einmal ein schwerer Fehler passiert, dann bereue von ganzem Herzen. Vollständigkeit in sittlicher Hinsicht ist ein kostbarer Schatz! David schrieb: „Was mich betrifft, ich werde in meiner unversehrten Lauterkeit wandeln“ (Ps. 26:11). Bitte nimm auch du dir das fest vor!

    [Fußnote]
    Dazu auch der Wachtturm vom 15. Februar 2004, Seite 13, Absatz 15.

  129. Juleam 25. Januar 2013 um 14:17 Link zum Kommentar

    Hiob 28 – 31

    Hiob 28 – Was ist Weisheit und wie bekommt man sie?

    1 Denn für das Silber gibt es einen Fundort und für das Gold einen Platz, wo man es läutert. 2 Eisen wird aus dem Erdenstaub gewonnen, und Gestein schmilzt man zu Kupfer. 3 Man macht der Finsternis ein Ende und forscht alles vollkommen aus; selbst das Gestein, das in Finsternis und Dunkelheit liegt. 4 Einen Schacht bricht man auf von da aus, wo man wohnt; wie vergessen, ohne ihren Fuß aufzusetzen, baumeln und schwanken sie, weit weg von den Menschen. 5 Aus der Erde kommt zwar Speise hervor, aber unter ihr ist“s wie vom Feuer durchwühlt.

    6 Ihr Gestein ist der Fundort des Saphirs, und Goldstaub ist in ihr. 7 Ein Pfad [ist“s], den kein Raubvogel kennt und den auch das Auge des Habichts nicht erspäht, 8 den auch das stolze [Wild] nicht betreten hat, auf dem der Löwe nicht geschritten ist. 9 [Der Mensch] streckt seine Hand nach dem Felsgestein aus, wühlt die Berge um von Grund auf. 10 Er treibt Stollen in die Felsen, und sein Auge erfasst alles, was kostbar ist. 11 Die Ströme hat er eingedämmt, damit sie nicht durchsickern, und er bringt das Verborgene hervor ans Licht.

    12 Aber die Weisheit, wo wird sie gefunden, und wo ist der Fundort der Einsicht? 13 Der Sterbliche kennt ihren Wert nicht, und im Land der Lebendigen wird sie nicht gefunden.

    14 Die Tiefe spricht: »Sie ist nicht in mir!«, und das Meer: »Sie ist nicht bei mir!« 15 Mit Feingold kann man sie nicht bezahlen, und Silber kann nicht als ihr Kaufpreis abgewogen werden. 16 Um Gold von Ophir ist sie nicht zu haben, auch nicht um köstlichen Onyxstein und Saphir. 17 Gold und Glas kommt ihr nicht gleich, noch kann man sie eintauschen gegen ein goldenes Gerät. 18 Korallen und Kristall gelten nichts gegen sie, und der Besitz der Weisheit geht über Perlen . 19 Der Topas aus Kusch ist ihr nicht zu vergleichen; mit reinem Gold wird sie nicht aufgewogen.

    20 Woher kommt denn nun die Weisheit, und wo ist die Fundstätte der Einsicht? 21 Sie ist verborgen vor den Augen alles Lebendigen und vor den Vögeln des Himmels versteckt. 22 Der Abgrund und der Tod sprechen: »Wir haben mit unseren Ohren ein Gerücht von ihr gehört!« 23 Gott hat Einsicht in ihren Weg, und er kennt ihre Fundstätte. 24 Denn Er schaut bis zu den Enden der Erde und sieht alles, was unter dem Himmel ist. 25 Als er dem Wind sein Gewicht gab und die Wasser abwog mit einem Maß, 26 als er dem Regen sein Gesetz bestimmte und dem donnernden Unwetter seinen Weg: 27 Da hat er sie gesehen und verkündigt, sie bestätigt und ergründet ,

    28 und er sprach zum Menschen: »Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen , das ist Einsicht!«

    Wie kommt er hier plötzlich auf die Weisheit?

    Aber er hat ja Recht: Weisheit kann man nicht kaufen, mit keinem Gold der Welt. Aber was ist denn eigentlich Weisheit und warum ist sie so kostbar?

    Was ist Weisheit?

    WEISHEIT.

    Nach der Bibel ist unter Weisheit vor allem ein auf Erkenntnis und Verständnis beruhendes gesundes Urteil zu verstehen, die Fähigkeit, Erkenntnis und Verständnis anzuwenden, um Probleme zu lösen, Gefahren zu meiden oder abzuwenden sowie bestimmte Ziele zu erreichen oder anderen durch Rat dazu zu verhelfen. Weisheit ist das Gegenteil von Torheit, Unvernunft und Wahnsinn und wird diesen Begriffen häufig gegenübergestellt (5Mo 32:6; Spr 11:29; Pr 6:8).

    Die wichtigsten Wörter für Weisheit sind der hebräische Ausdruck chochmáh (Verb: chachám) und der griechische Ausdruck sophía mit ihren verwandten Formen. Des weiteren gibt es im Hebräischen das Wort tuschijjáh, das mit „erfolgreiches Wirken“ oder „praktische Weisheit“ wiedergegeben werden kann, und im Griechischen die Ausdrücke phrónimos und phrónēsis (von phrēn, „Verstand“), die sich auf „Vernunft“, „Verständigkeit“ oder „praktische Weisheit“ beziehen.

    Weisheit schließt eine umfangreiche Erkenntnis und ein tiefes Verständnis ein — die Voraussetzung für ein gesundes und scharfsinniges Urteil, ein bezeichnendes Merkmal der Weisheit. Der Weise ‘bewahrt Erkenntnis auf’; er hat deshalb einen Vorrat an Erkenntnis, aus dem er ständig schöpfen kann (Spr 10:14). „Weisheit ist [zwar] das Erste“, dennoch wird uns der Rat gegeben: „Mit allem, was du erwirbst, erwirb Verständnis“ (Spr 4:5-7). Das Verständnis (ein umfassender Begriff, der häufig Unterscheidungsvermögen einschließt) festigt die Weisheit und trägt wesentlich zur Verständigkeit und Voraussicht bei — ebenfalls bezeichnende Merkmale der Weisheit. Verständigkeit schließt Umsicht ein und kann durch Vorsicht, Selbstbeherrschung, Bescheidenheit oder Zurückhaltung zum Ausdruck kommen. Der ‘verständige [eine Form von phrónimos] Mann’ baut sein Haus auf einen Felsen, weil er mit einem Sturm rechnet; der Törichte baut sein Haus auf Sand und erlebt Unheil (Mat 7:24-27).

    Das Verständnis festigt die Weisheit noch in anderer Hinsicht. Jemand mag beispielsweise einem bestimmten Gebot Gottes gehorchen, weil er diesen Gehorsam für richtig hält. Dadurch verrät er Weisheit. Wenn er aber den Grund für dieses Gebot und den damit verfolgten guten Zweck sowie den sich daraus ergebenden Nutzen richtig versteht, wird er in seinem im Herzen gefaßten Entschluß, diesem Gebot weiterhin zu gehorchen, bestärkt (Spr 14:33). In Sprüche 21:11 heißt es: „Dadurch, daß man einem Weisen Einsicht gibt, erlangt er Erkenntnis.“ Der Weise freut sich über jede Information, die ihm hilft, ein deutlicheres Bild von den eigentlichen Umständen und Verhältnissen sowie von den Ursachen eines Problems zu erhalten. Dadurch „erlangt er Erkenntnis“, d. h., er wird sich bewußt, was getan werden muß, welche Schlüsse zu ziehen sind und was nötig ist, um das betreffende Problem zu lösen. (Vgl. Spr 9:9; Pr 7:25; 8:1; Hes 28:3; siehe EINSICHT.)

    Göttliche Weisheit. Weise im absoluten Sinn ist nur Jehova Gott, der in diesem Sinn ‘allein Weise’ (Rö 16:27; Off 7:12). Erkenntnis zu haben bedeutet, mit den Tatsachen vertraut zu sein, und Gott, der Schöpfer, der „von unabsehbarer Zeit bis auf unabsehbare Zeit“ ist (Ps 90:1, 2), weiß alles, was es über das Universum zu wissen gibt: über dessen Aufbau und Größe sowie über dessen Vorgeschichte. Die Naturgesetze, die Kreisläufe und die Normen — auf die sich die Menschen bei ihren Forschungen und Erfindungen stützen und ohne die sie nichts zustande brächten, da sie keine sichere Grundlage hätten — sind alle sein Werk (Hi 38:34-38; Ps 104:24; Spr 3:19; Jer 10:12, 13). Noch wichtiger sind seine sittlichen Normen und Maßstäbe, die für den Menschen richtunggebend sind, die ihn befähigen, vernünftig zu urteilen, und ihm helfen, sein Leben zu einem Erfolg zu machen (5Mo 32:4-6; siehe JEHOVA [Ein Gott mit sittlichen Normen und Maßstäben]). Gottes Verständnis ist ohnegleichen (Jes 40:13, 14). Er mag zwar zulassen, daß sich etwas, was mit seinen gerechten Normen im Widerspruch steht, entwickelt und sogar eine Zeitlang Gelingen hat, aber letzten Endes liegt die Zukunft in seinen Händen; sie wird genau seinem Willen entsprechen, und das, was er gesagt hat, „wird bestimmt Erfolg haben“ (Jes 55:8-11; 46:9-11).

    Alle diese Gründe sprechen dafür, daß „die Furcht Jehovas . . . der Weisheit Anfang [ist]“ (Spr 9:10). „Wer sollte dich nicht fürchten, o König der Nationen, denn dir gebührt es; denn unter allen Weisen der Nationen und in all ihren Königreichen ist in keiner Hinsicht irgend jemand dir gleich“ (Jer 10:7). „Er ist weisen Herzens und stark an Kraft. Wer kann ihm Trotz bieten und unversehrt davonkommen?“ (Hi 9:4; Spr 14:16). Dank seiner Macht kann er — wann immer er will — in die Angelegenheiten der Menschen eingreifen, Herrscher lenken oder ausschalten und bewirken, daß seine prophetischen Offenbarungen sich als unfehlbar erweisen (Da 2:20-23). Die biblische Geschichte berichtet von vergeblichen Bemühungen mächtiger Könige und ihrer schlauen Ratgeber, die ihre Weisheit gegen Gott ausspielten, und sie zeigt, wie Gott auf triumphierende Weise seine Diener rechtfertigte, die loyal seine Botschaft verkündeten (Jes 31:2; 44:25-28; vgl. Hi 12:12, 13).

    „Gottes Weisheit in einem heiligen Geheimnis“. Durch die Auflehnung, zu der es in Eden kam, wurde Gottes Weisheit in Frage gestellt. Das, was er sich in seiner Weisheit vornahm, um dieser Auflehnung ein Ende zu machen, ihre Folgen zu beseitigen und Frieden, Harmonie und Ordnung in seiner universellen Familie wiederherzustellen, war ‘ein heiliges Geheimnis, die verborgene Weisheit, die Gott vor den Systemen der Dinge vorherbestimmt hat’, d. h. vor den Systemen, die sich im Verlauf der Geschichte des Menschen außerhalb Edens entwickelt haben (1Ko 2:7). Gottes Verfahrensweise mit seinen treuen Dienern im Verlauf von vielen Jahrhunderten und seine Verheißungen ihnen gegenüber ließen die Umrisse dieses heiligen Geheimnisses erkennen; es wurde durch den mit Israel geschlossenen Gesetzesbund samt seiner Priesterschaft und seinen Opfern vorgeschattet und versinnbildlicht. Auch unzählige Prophezeiungen und Visionen wiesen darauf hin.

    Nach mehr als viertausend Jahren wurde schließlich die Weisheit dieses heiligen Geheimnisses durch Jesus Christus offenbar gemacht (Kol 1:26-28), durch den Gott sich „eine Verwaltung an der Grenze der Fülle der bestimmten Zeiten [vorgenommen hat], nämlich in dem Christus wieder alle Dinge zusammenzubringen, die Dinge in den Himmeln und die Dinge auf der Erde“ (Eph 1:8-11). Gottes Vorkehrung für ein Lösegeld zur Rettung gehorsamer Menschen und sein Vorsatz, durch eine Königreichsregierung mit seinem Sohn an der Spitze allem Bösen ein Ende zu machen, wurde enthüllt. Da Christus Jesus in Gottes großartigem Vorsatz im Mittelpunkt steht, ist er „uns [Christen] zur Weisheit von Gott geworden“ (1Ko 1:30). „In ihm sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis sorgsam verborgen“ (Kol 2:3). Nur durch ihn und durch den Glauben an ihn (Gottes „Hauptvermittler des Lebens“) ist es möglich, gerettet zu werden und Leben zu erlangen (Apg 3:15; Joh 14:6; 2Ti 3:15). Wer daher wirklich weise ist, läßt Jesus Christus nicht außer acht, und sein Urteilsvermögen sowie seine Entscheidungen beruhen auf dem durch Jesus Christus geoffenbarten Vorsatz Gottes. (Siehe JESUS CHRISTUS [Seine wichtige Rolle in Gottes Vorsatz].)

    Menschliche Weisheit. Im Buch der Sprüche wird die Weisheit personifiziert, indem sie als eine Frau dargestellt wird, die andere einlädt, das, was sie zu bieten hat, anzunehmen. Diese Berichte und verwandte Texte zeigen, daß die Weisheit eigentlich vieles in sich vereinigt: Erkenntnis, Verständnis (einschließlich Einsicht und Unterscheidungsvermögen), Denkvermögen, Erfahrung, Fleiß, Klugheit (das Gegenteil von Naivität oder Einfalt [Spr 14:15, 18]) und ein gutes Urteilsvermögen. Da aber die wahre Weisheit mit der Furcht Jehovas beginnt (Ps 111:10; Spr 9:10), übertrifft sie die übliche Weisheit, schließt das Beachten hoher Maßstäbe ein sowie Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit (Spr 1:2, 3, 20-22; 2:2-11; 6:6; 8:1, 5-12). Diese Weisheit steht daher über jeder anderen Weisheit.

    Die Weisheit des Menschen ist nicht absolut, sondern relativ. Menschen können sich zwar durch eigene Anstrengungen ein gewisses Maß an Weisheit aneignen, aber sie sind in jedem Fall auf die Intelligenz angewiesen, die Gott (der sogar die Tiere mit einer gewissen instinktiven Weisheit ausgestattet hat [Hi 35:11; Spr 30:24-28]) dem Menschen ursprünglich verliehen hat. Der Mensch lernt von der materiellen Schöpfung Gottes durch Beobachtung und indem er sich damit befaßt. Die Art und der Grad der so erworbenen Weisheit können unterschiedlich sein. Das griechische Wort sophía wird oft auf Geschicklichkeit in einem bestimmten Handwerk oder Beruf angewandt, auf eine gute, geschickte Staatslenkung oder Geschäftsführung sowie auf ein umfangreiches Wissen im Bereich der Wissenschaft und Forschung. Vergleichbar damit bezeichnete man mit den hebräischen Wörtern chochmáh und chachám die Geschicklichkeit von Schiffsleuten und Fugenabdichtern auf Schiffen (Hes 27:8, 9; vgl. Ps 107:23, 27) sowie das Können von Stein- und Holzbearbeitern (1Ch 22:15), aber auch die Weisheit und das Geschick anderer, zum Teil sehr vielseitig begabter Handwerker (1Kö 7:14; 2Ch 2:7, 13, 14). Selbst der geschickte Bildschnitzer und der Hersteller von Götzen werden mit diesen Wörtern beschrieben (Jes 40:20; Jer 10:3-9). Auch das kluge Vorgehen der Geschäftswelt ist eine Art von Weisheit (Hes 28:4, 5).

    Diese verschiedenen Arten von Weisheit können vorhanden sein, selbst wenn es ihren Besitzern an der von Gott stammenden und von der Bibel befürworteten Weisheit mangelt. Gottes Geist kann aber bei jemandem eine dieser Arten von Weisheit fördern, wenn dadurch sein Vorsatz ausgeführt wird. Sein Geist spornte die Männer und Frauen, die sich am Bau der Stiftshütte und der Herstellung ihrer Ausrüstung sowie am Weben der Priesterkleider beteiligten, zur Tat an, indem er sie ‘mit Weisheit und Verstand’ erfüllte. Das half ihnen nicht nur zu verstehen, was sie tun und wie sie es tun sollten, sondern verlieh ihnen auch das Talent, die Kunstfertigkeit, die Phantasie und das Urteilsvermögen, die notwendig waren, um kunstvolle Arbeiten auszuführen (2Mo 28:3; 31:3-6; 35:10, 25, 26, 31, 35; 36:1, 2, 4, 8).

    Wie können wir sie erwerben?

    Wahre Weisheit erwerben. Sprüche 23:23 gibt den Rat: „Kaufe Wahrheit, und verkaufe sie nicht — Weisheit und Zucht und Verständnis.“ Jehova, der Quell wahrer Weisheit, gibt allen davon großmütig, die aufrichtig danach suchen, ihn im Glauben darum bitten und eine gesunde Ehrfurcht vor ihm haben (Spr 2:1-7; Jak 1:5-8). Der Suchende muß sich aber Zeit nehmen, Gottes Wort zu studieren; er muß Gottes Befehle, Gesetze, Mahnungen und Ratschläge kennenlernen, muß über das, was Gott in der Vergangenheit getan hat, nachdenken und das Gelernte auf sein Leben anwenden (5Mo 4:5, 6; Ps 19:7; 107:43; 119:98-101; Spr 10:8; vgl. 2Ti 3:15-17). Er kauft die gelegene Zeit weise aus und handelt in einer bösen Zeit nicht unvernünftig, sondern ‘nimmt wahr, was der Wille Jehovas ist’ (Eph 5:15-20; Kol 4:5, 6). Er muß den festen Glauben und die unerschütterliche Überzeugung entwickeln, daß Gottes Macht unbezwingbar ist und sein Wille mit Sicherheit ausgeführt wird, ja daß er die Fähigkeit hat, seine Verheißung, Treue zu belohnen, zu erfüllen (Heb 11:1, 6; 1Ko 15:13, 14, 19).

    Nur so kann er den richtigen Lebensweg wählen und vermeiden, durch Furcht, Habgier, unsittliche Begierden oder durch andere sich schädlich auswirkende Empfindungen zum Wanken gebracht zu werden (Spr 2:6-16; 3:21-26; Jes 33:2, 6). Die personifizierte Weisheit erklärt: „Glücklich ist der Mensch, der auf mich hört, indem er Tag für Tag an meinen Türen wacht, indem er an den Pfosten meiner Eingänge Wache hält. Denn wer mich findet, wird bestimmt Leben finden und erlangt Wohlwollen von Jehova. Wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich aufs tiefste hassen, die sind es, die tatsächlich den Tod lieben“ (Spr 8:34-36; 13:14; 24:13, 14).

    Weisheit und das Herz. Intelligenz ist offensichtlich eine wesentliche Voraussetzung zum Erlangen von Weisheit, doch zum Erlangen wahrer Weisheit spielt das Herz — das nicht nur mit dem Denken, sondern hauptsächlich mit der Motivation und dem Gefühl in Verbindung steht — zweifellos eine weit wichtigere Rolle (Ps 49:3, 4; Spr 14:33; siehe HERZ). Ein Diener Gottes möchte „wahre Weisheit“ in seinem „geheimen Ich“ haben und sich beim Festlegen seines Lebensweges von weisen Beweggründen leiten lassen. (Vgl. Ps 51:6, 10; 90:12.) „Das Herz des Weisen ist zu seiner rechten Hand [oder bereit, ihm zu helfen und ihn in kritischen Momenten zu schützen (vgl. Ps 16:8; 109:31)], aber das Herz des Unvernünftigen [ist] zu seiner linken Hand [es kann ihn nicht auf den Weg der Weisheit leiten]“ (Pr 10:2, 3; vgl. Spr 17:16; Rö 1:21, 22). Ein wirklich weiser Mensch hat sein Herz im Weg der Weisheit geschult und in Zucht genommen (Spr 23:15, 16, 19; 28:26), d. h., es ist so, als ob er gerechte Gebote und Gesetze ‘auf die Tafel seines Herzens’ geschrieben hätte (Spr 7:1-3; 2:2, 10).

    Erfahrung und der richtige Umgang. Erfahrung fördert die Weisheit wesentlich. Selbst Jesus nahm während seiner Kindheit an Weisheit weiterhin zu (Luk 2:52). Moses machte „weise und verständige und erfahrene Männer“ zu Vorstehern (5Mo 1:13-15). Strafe zu erleiden oder zu sehen, wie andere bestraft werden, ist zwar eine Möglichkeit, weise zu werden (Spr 21:11), aber eine zeitsparende und bessere Möglichkeit besteht darin, aus der Erfahrung derer zu lernen und Nutzen zu ziehen, die bereits weise sind, und den Umgang mit Weisen dem Umgang mit „Unerfahrenen“ vorzuziehen (Spr 9:1-6; 13:20; 22:17, 18; vgl. 2Ch 9:7). Von älteren Personen — besonders von solchen, die beweisen, daß sie Gottes Geist haben — kann erwartet werden, daß sie diese Weisheit besitzen (Hi 32:7-9). Das zeigte sich deutlich in den Tagen des Königs Rehabeam (1Kö 12:5-16). Ja, „besser ist ein bedürftiges, aber [relativ] weises Kind als ein alter, aber unvernünftiger König, der nicht genug Wissen erlangt hat, sich noch länger warnen zu lassen“ (Pr 4:13-15).

    Die Stadttore (an die oft ein öffentlicher Platz grenzte) waren der Ort, wo ältere Männer weisen Rat erteilten und richterliche Entscheidungen trafen. (Vgl. Spr 1:20, 21; 8:1-3.) Die Stimme von Törichten war in dieser Umgebung gewöhnlich nicht zu vernehmen (sei es, um Weisheit zu erwerben oder um Weisheit anzubieten); ihr Geschwätz war woanders zu hören (Spr 24:7). Der Umgang mit Weisen kann einem zwar Züchtigung oder gelegentlich einen Tadel einbringen, doch das ist weit besser als das Lied oder das Lachen des Unvernünftigen (Pr 7:5, 6). Wer sich absondert und seinen Blick nur auf seine eigene eng begrenzte Lebensanschauung und auf die Erfüllung seiner eigenen egoistischen Wünsche richtet, gelangt schließlich auf einen Weg, der aller praktischen Weisheit entgegengesetzt ist (Spr 18:1).

  130. Juleam 25. Januar 2013 um 14:35 Link zum Kommentar

    Hiob 29 und 30 – das Blatt wendet sich für Hiob:

    1 Und Hiob fuhr fort im Vortrag seiner Sprüche und sagte: 2 O dass ich wäre wie in den früheren Monaten, wie in den Tagen, als Gott mich behütete, 3 als seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich in seinem Licht durch das Dunkel ging; 4 wie ich in den Tagen meiner Mannesreife war, als über meinem Zelt der vertraute Umgang mit Gott waltete, 5 als der Allmächtige noch mit mir war und meine Knechte um mich her; 6 als ich meine Tritte in Milch badete und der Fels neben mir Öl in Strömen ergoss.

    7 Wenn ich [damals] zum Tor ging, zur Stadt hinauf, und meinen Sitz auf dem Marktplatz aufstellte, 8 und mich die Jungen sahen, so verbargen sie sich, und die Greise standen auf und blieben stehen. 9 Die Fürsten hörten auf zu reden und legten die Hand auf ihren Mund. 10 Die Stimme der Vornehmen verstummte, und ihre Zunge klebte an ihrem Gaumen. 11 Wessen Ohr mich hörte , der pries mich glücklich, und wessen Auge mich sah , der stimmte mir zu. 12 Denn ich rettete den Elenden, der um Hilfe schrie, und die Waise, die keinen Helfer hatte.

    13 Der Segenswunsch des Verlorenen kam über mich, und ich brachte das Herz der Witwe zum Jauchzen. 14 Die Gerechtigkeit , die ich angelegt hatte, bekleidete mich; als Talar und Turban diente mir mein Recht.

    15 Ich war das Auge des Blinden und der Fuß des Lahmen. 16 Ich war der Vater des Armen, und die Streitsache dessen, den ich nicht kannte, untersuchte ich. 17 Ich zerbrach die Kinnladen des Frevlers und riss ihm den Raub aus den Zähnen. 18 Und so dachte ich: Ich werde in meinem Nest sterben und meine Tage vermehren wie Sand. 19 Meine Wurzel war an Wassern ausgebreitet, und der Tau übernachtete auf meinem Zweig.

    20 Meine Ehre erneuerte sich bei mir, und mein Bogen verjüngte sich in meiner Hand. 21 Auf mich hörte und wartete man und lauschte stillschweigend auf meinen Rat. 22 Auf mein Wort folgte kein Widerspruch, und meine Rede träufelte auf sie. 23 Sie harrten auf mich, wie auf einen Regen, und sperrten ihren Mund auf wie nach einem Spätregen . 24 Ich lächelte ihnen zu, wenn sie kein Zutrauen hatten, und das Licht meines Angesichts konnten sie nicht trüben. 25 Ich wählte für sie den Weg aus und saß an ihrer Spitze und thronte wie ein König inmitten seiner Schar, wie einer, der die Traurigen tröstet .

    1 Jetzt aber lachen die über mich, die an Jahren jünger sind als ich, deren Väter ich verschmäht hätte, neben die Hunde meiner Herde zu setzen! 2 Wozu sollte mir die Arbeit ihrer Hände dienen, da es ihnen an ungebrochener Kraft fehlte? 3 Durch Mangel und Hunger abgezehrt, benagen sie das dürre Land , das längst wüst und verödet war; 4 sie pflücken Salzkraut am Gesträuch, und ihr Brot ist die Ginsterwurzel. 5 Aus der Gemeinschaft werden sie gejagt; man schreit über sie wie über Diebe. 6 Am Abhang der Schluchten müssen sie wohnen, in Erdlöchern und Felsenhöhlen. 7 Im Gebüsch schreien sie, unter dem Unkraut finden sie sich zusammen. 8 Als Kinder von Narren, Kinder von Ehrlosen , sind sie aus dem Land hinausgepeitscht worden.

    9 Und jetzt bin ich ihr Spottlied geworden und diene ihnen zum Geschwätz! 10 Sie verabscheuen mich, fliehen vor mir, und vor meinem Angesicht halten sie den Speichel nicht zurück. 11 Denn meine Bogensehne hat Er gelöst und mich gebeugt, darum lassen sie den Zügel vor mir schießen. 12 Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut; sie stoßen meine Füße weg und schütten ihre Rampen zum Sturm gegen mich auf.

    13 Meinen Pfad haben sie eingerissen, zu meinem Untergang helfen sie, die selbst keinen Helfer haben. 14 Wie durch eine weite Bresche rücken sie heran; unter Getöse wälzen sie sich daher.

    15 Jähe Schrecken haben sich gegen mich gewendet; meine Ehre ist wie der Wind verflogen, und meine Rettung ist vorübergezogen wie eine Wolke. 16 Und nun zerfließt meine Seele in mir; die Tage des Elends haben mich ergriffen. 17 Die Nacht durchbohrt mein Gebein, und meine nagenden Schmerzen schlafen nicht; 18 durch ihre große Heftigkeit verändert sich mein Gewand; wie der Kragen meines Hemdes schnürt es mich ein.

    19 Er hat mich in den Kot geworfen, und ich bin wie Staub und Asche geworden. 20 Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht; ich stehe da, und du beobachtest mich. 21 Du hast dich mir in einen unbarmherzigen Feind verwandelt; mit deiner gewaltigen Hand widerstehst du mir.

    22 Du setzt mich dem Sturm aus, lässt mich dahinfahren , lässt mich vergehen in Unruhe. 23 Denn ich weiß, dass du mich zum Tode führen wirst, in das Haus, wo alle Lebendigen zusammenkommen. 24 Doch streckt man nicht seine Hand aus, wenn man unter Trümmern [begraben] ist, oder ruft man nicht um Hilfe, wenn man untergeht? 25 Habe ich nicht geweint über den, der böse Zeiten hatte, und war meine Seele nicht über den Armen bekümmert? 26 Ja, ich habe auf Gutes gehofft , und es kam Böses; ich wartete auf das Licht , und es kam Finsternis.

    27 Meine Eingeweide sind zum Sieden gebracht und haben keine Ruhe; die Tage meines Elends sind mir entgegengetreten. 28 Traurig gehe ich einher, ohne Sonne; ich stehe in der Gemeinde auf und schreie [um Hilfe].

    29 Ich bin den Schakalen ein Bruder geworden und ein Gefährte der Strauße. 30 Meine Haut ist schwarz geworden und löst sich von mir ab, und meine Gebeine brennen vor Hitze. 31 Mein Harfenklang ist zu einem Trauerlied geworden und mein Flötenspiel zu lautem Weinen.

    Kein Wunder, dass er nun das Gefühl hat, dass Jehova ihn verlassen hat. Vergessen wir hierbei bitte auch nicht den Einwand des Widersachers: „ist es etwas umsonst … Hast nicht du um ihn und um alles, was er hat, eine Mauer aufgerichtet?“.

    Hiob hatte Jehovas Segen, der auf einmal weg ist und er weiss nicht, warum. Wahrscheinlich hatte er ebenso wie seine Freunde seinen Lebenswandel als Grund für diesen Segen angesehen. Also wieso ist er auf einmal weg, wo er sich doch nicht geändert hatte?

    Hierzu habe ich gestern einen interessanten Gedanken in der Ansprache „Begegne dem Sturm“ von Bayless Conley gelesen. Es ist eine Abhandlung in mehreren Teilen und im 3. Abschnitt kommt er auf die Jünger im Sturm zu sprechen. Zuerst da, wo Jesus trotz Sturm schläft und später, wo sie allein unterwegs sind und Jesus später über das Wasser auf sie zukommt. Hier sagt er auszugsweise:

    Wissen Sie, wenn Gott Ihnen etwas verheißen hat – dass Sie Ihre jetzige Situation hinter sich lassen sollen und in das hineinkommen werden, was Gottes Wort verheißt, dann kann unterwegs ein Sturm aufkommen. Der Feind mobilisiert vielleicht die ganze Hölle gegen Sie. Kräfte aus der Hölle gehen ans Werk, sorgen für Unruhe und entfesseln Naturgewalten, negative Ereignisse, böse Absichten von verschiedenen Menschen und weltliche Lüste, um Ihren gottgegebenen Auftrag scheitern zu lassen.Ich sage Ihnen: All das kann Gottes Plan nicht aufhalten. Niemand kann Gottes Verheißung zunichtemachen, die besagt: „Lasst uns an das jenseitige Ufer fahren.“ Ganz egal, was passiert.Wenn sich in uns Panik breitmachen will, müssen wir daran denken. …

    Ich sage Ihnen, wer in Ihrem Boot ist. Er heißt Jesus Christus. Er ist der Sohn des lebendigen Gottes, der auferstandene Erlöser. Sie hatten Ihn, wie Er war, in menschlicher Gestalt. Wir haben Ihn, wie Er ist – der König des Universums! Wir haben mehr als sie! Wenn während des nächsten Sturms in Ihrem Innern Panik auszubrechen droht, was ich auch kenne, dann sagen Sie: „Moment mal, wer hat mir gesagt, dass ich drüben ankommen werde? Wer ist in diesem Boot? Wer lebt und wohnt in mir durch Seinen Geist? Ich werde nicht auf halber Strecke untergehen.“ Jesus ist immer dabei.

    Johannes 6:16-21 „Am Abend gingen seine Jünger hinunter an den See. Sie stiegen in ein Boot, um nach Kapernaum überzusetzen. Die Nacht brach herein, und Jesus war nicht bei ihnen. Ein heftiger Sturm kam auf und schlug hohe Wellen. Die Jünger waren schon vier bis fünf Kilometer vom Ufer entfernt, als sie plötzlich Jesus sahen. Er ging über das Wasser auf ihr Boot zu. Da packte sie die Angst. Doch Jesus rief ihnen zu: „Fürchtet euch nicht! Ich bin es!“ Sie wollten ihn noch in ihr Boot nehmen; aber da hatten sie schon die Anlegestelle am Ufer erreicht.

    Es muss also ein Wunder passiert sein. Es war dunkel, ein Sturm kam auf – und Jesus kam nicht zu ihnen.Fühlen Sie sich jemals so? Alles ist finster, Sie sind mitten in einem Sturm und fragen: „Gott, hast Du vor, demnächst wiederzukommen?“ Sie denken: „Wo bist Du, Herr? Weißt Du, dass ich mitten in einem Sturm bin, dass es dunkel ist und dass mir all das nicht gefällt? Ich rudere gegen den Wind an.“

    Sie sind bereits vier bis fünf Kilometer gerudert. Tatsache ist, dass man manchen Stürmen durch Rudern nicht entkommen kann. Man kommt mit menschlicher Kraft nicht heraus. Wenn man sich auf sich selbst oder auf die Kraft anderer verlässt, geht man baden. … Sie haben gerudert und gerudert. Sie haben schon Blasen an den Händen, weil Sie mit aller Kraft entkommen wollten. Freunde haben sich auch noch in die Riemen gelegt, aber Sie rudern gegen den Wind an und kommen scheinbar nicht weiter.

    Das war ihre Situation! Und dann heißt es: „Dann sahen sie Jesus auf sich zukommen.“ Das gefällt mir. Ich bin heute hier, um Ihnen zu sagen: „Jesus ist unterwegs, um Ihnen zu helfen. Ich wurde als Sein Botschafter heute hierher gesandt, um Ihnen zu sagen, dass Hilfe unterwegs ist. Gott weiß, wo Sie sind. Er weiß, dass es stürmt und dass es dunkel ist. Hilfe ist unterwegs.

    Ich habe in den letzten Monaten die verschiedensten Ansprachen von unterschiedlichen Christlichen Gruppierungen gehört und alle haben das selbe Thema: wer Jehova und Jesus wahrhaftig nachfolgt und aufrichtig bemüht ist, so zu leben, dass er seinen Schöpfer erfreut, der muss mit Schwierigkeiten rechnen. Einfach aus dem Grund, denn darum sind wir dem Widersacher ein Dorn im Auge.

    Und weil wir genau aus diesem Grund leiden, darum lässt uns unser Gott auch nicht allein. Auch wenn er nicht die komplette schützende Mauer aufbauen kann, die er am liebsten möchte, sondern dem Widersacher eine gewisse freie Hand lassen muss, so sichert ER uns dennoch seine Hilfe, seine Kraft und seinen inneren Frieden zu.

    Wie zu Anfang in dem zitierten Text von Pastor Conley gesagt: wenn Jehova uns zusichert, dass er mit uns ist und uns hilft, unsere „unversehrte Lauterkeit“ zu bewahren, dann wird er das auch tun. Dann werden wir auch an dem sicheren Ufer ankommen, ganz egal wie sehr es stürmt und ganz egal, wie aussichtlos uns die Situation auch erscheinen mag.

    Und hier bin ich dann wieder an dem Punkt, warum ich Ruth Lapide bei ihrer Einschätzung vom Bibelbuch Hiob heftig widersprechen muss: denn nur dann, wenn wir die Zusammenhänge verstehen, nur dann schaffen wir es auch, ruhig zu bleiben und auf unseren Gott zu vertrauen. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als wenn es andere schaffen, uns einzureden, dass wir unseren eigenen liebevollen Gott gegen uns hätten!

    Weitere Gedanken zu diesen beiden Kapiteln findet ihr hier:

  131. Juleam 25. Januar 2013 um 14:39 Link zum Kommentar

    Hiob 31 – sagt Hiob hier wirklich, er sei „gerechter als Gott“?

    1 Ich hatte einen Bund geschlossen mit meinen Augen, dass ich ja nicht [begehrlich] auf eine Jungfrau blickte. 2 Denn was würde mir Gott vom Himmel her zuteilen, und welchen Lohn erhielte ich von dem Allmächtigen aus der Höhe?

    3 Ist denn das Unglück nicht für den Ungerechten und das Missgeschick für die Übeltäter? 4 Sieht Er denn nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte, 5 sodass er wissen kann, ob ich mit Lügen umgegangen oder auf Betrug ausgegangen bin? 6 Er wäge mich auf der Waage der Gerechtigkeit, so wird Gott meine Tadellosigkeit erkennen!

    7 Ist mein Schritt vom Weg abgewichen oder mein Herz den Augen nachgewandelt, und klebt an meinen Händen ein Makel, 8 so will ich säen , und ein anderer soll essen, und meine Pflanzungen sollen entwurzelt werden! 9 Hat sich mein Herz zu einer Frau hinreißen lassen, oder habe ich an der Tür meines Nächsten gelauert, 10 so soll meine Frau für einen anderen mahlen, und andere mögen sich über sie beugen! 11 Denn das wäre eine Schandtat und ein strafwürdiges Vergehen, 12 ja, ein Feuer wär“s, das bis zum Abgrund fräße und all meinen Ertrag verzehren würde mit Stumpf und Stiel!

    13 Wenn ich meinem Knecht oder meiner Magd das Recht verweigert hätte, als sie einen Rechtsstreit gegen mich hatten, 14 was wollte ich tun , wenn Gott gegen mich aufträte; und wenn er mich zur Rede stellte, was wollte ich ihm antworten ? 15 Hat nicht der, der mich im Mutterleib bereitete, auch ihn gemacht ? Hat nicht ein und derselbe uns im Mutterleib gebildet? 16 Habe ich den Armen versagt, was sie begehrten, und die Augen der Witwe verschmachten lassen? 17 Habe ich meinen Bissen allein verzehrt, und hat der Verwaiste nichts davon essen können? 18 Wahrlich, von meiner Jugend auf ist er bei mir aufgewachsen wie bei einem Vater, und von meiner Mutter Leib an habe ich [die Witwe] geführt! 19 Habe ich mit angesehen, wie einer umherirrte ohne Kleider, oder der Arme ohne Decke? 20 Wenn seine Lenden mich nicht gesegnet haben und er sich von der Wolle meiner Lämmer nicht wärmen durfte, 21 wenn ich meine Hand gegen die Waise erhob, weil ich sah, dass man mir helfen würde im Tor, 22 so soll mir meine Schulter vom Nacken fallen und mein Arm aus seinem Gelenk brechen!

    23 Denn schrecklich wäre Gottes Strafe für mich gewesen, und vor seiner Hoheit hätte ich nicht bestehen können.

    24 Habe ich mein Vertrauen je auf Gold gesetzt und zum Feingold gesagt: »Sei du meine Zuversicht!«, 25 habe ich mich gefreut, weil ich reich geworden bin und meine Hand viel erworben hat; 26 habe ich die Sonne angesehen, wenn sie leuchtete, und den Mond, wie er so prächtig dahinzog, 27 und habe ich mein Herz im Geheimen verführen lassen, dass ich ihnen Kusshände zuwarf, 28 so wäre auch das ein strafwürdiges Vergehen gewesen; denn ich hätte Gott in der Höhe verleugnet.

    29 Habe ich mich gefreut über den Sturz meines Feindes und mich ergötzt daran, wenn ihn ein Unglück traf? 30 Nein, ich habe meine Zunge nie hergegeben zum Sündigen, dass ich mit einem Fluch sein Leben gefordert hätte. 31 Haben meine Hausgenossen nicht oft gesagt: »Wer wäre nicht von seinem Fleisch satt geworden?« 32 Kein Fremder brauchte draußen zu übernachten; ich öffnete meine Tür dem Wandersmann.

    33 Habe ich, wie Adam, meine Übertretung zugedeckt, sodass ich meine Schuld in meiner Brust verbarg, 34 weil ich die große Menge fürchtete und die Verachtung [meiner] Verwandten mich niedergeschlagen hätte, sodass ich geschwiegen hätte und nicht zur Tür hinausgegangen wäre?

    35 O dass ich einen hätte, der mir Gehör schenkte! Siehe, da ist meine Unterschrift; der Allmächtige antworte mir, und mein Gegner schreibe eine Klage-schrift gegen mich! 36 Wahrlich, ich würde sie auf meine Schulter nehmen und als Ehrenkranz um mein Haupt winden! 37 Meine Schritte dürfte ich ihm getrost aufzählen und ihm nahen wie ein Fürst!

    38 Wenn mein Ackerboden gegen mich schreit und seine Furchen miteinander weinen, 39 weil ich, ohne ihn zu bezahlen , seinen Ertrag verzehrt habe und die Seele seines Besitzers aushauchen ließ, 40 so soll statt Weizen Dorngestrüpp hervorkommen und Unkraut anstatt der Gerste! Zu Ende sind die Reden Hiobs.

    1 Und jene drei Männer hörten auf, Hiob zu antworten, weil er in seinen Augen gerecht war. 2 Da entbrannte der Zorn Elihus , des Sohnes Baracheels, des Busiters, aus dem Geschlecht Ram; über Hiob entbrannte sein Zorn, weil er meinte, er sei Gott gegenüber im Recht;

    Ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier vielleicht um einen Übersetzungsfehler handelt. Denn Hiob führt hier ja nur die Dinge auf, von denen er weiss, dass Jehova sie verabscheut. Er geht in sich und überprüft jeden einzelnen Punkt, ob er nicht vielleicht doch dagegen verstoßen hat. Aber er sieht nicht, wo sein Fehler liegt.

    Was ist daran so schlimm, dass er nicht versteht, womit er das ganze Unglück verdient hat – wenn er sich doch keiner Schuld bewußt ist?

    Die ganze Zeit ging es ja seinen Freunden darum zu beweisen, dass sein Unglück Gottes Strafe für sein Unrecht sei. Und so überprüft er dies, weil er es nicht leichtfertig zurück weisen will. Er wägt alles ab, aber sieht nicht, womit er es verdient hat.

    Aber dazu kommen wir ja dann morgen. Weitere Gedanken hierzu findet ihr hier:

  132. Juleam 25. Januar 2013 um 21:38 Link zum Kommentar

    Hiob 32 – 34

    Hiob 32 – wie Elihu darüber denkt:

    1 Und jene drei Männer hörten auf, Hiob zu antworten, weil er in seinen Augen gerecht war. 2 Da entbrannte der Zorn Elihus , des Sohnes Baracheels, des Busiters, aus dem Geschlecht Ram; über Hiob entbrannte sein Zorn, weil er meinte, er sei Gott gegenüber im Recht; 3 über seine drei Freunde aber entbrannte sein Zorn, weil sie keine Antwort fanden und Hiob doch verurteilten .

    4 Elihu aber hatte mit seiner Rede an Hiob gewartet; denn jene waren älter als er. 5 Als aber Elihu sah, dass im Mund jener drei Männer keine Antwort mehr war, da entbrannte sein Zorn . 6 Und Elihu, der Sohn Baracheels, der Busiter, ergriff das Wort und sprach: Jung bin ich an Jahren, ihr aber seid grau; darum scheute und fürchtete ich mich, euch mein Wissen zu verkünden.

    7 Ich dachte: Die Betagten sollen reden und die Bejahrten Weisheit lehren! 8 Aber der Geist ist es im Menschen, und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht. 9 Angesehene sind nicht weise, und Alte verstehen sich nicht aufs Recht. 10 Darum sage ich: Höre auf mich, so will ich mein Wissen verkünden, ja, auch ich! 11 Siehe, ich habe eure Reden abgewartet , auf eure Einsichten gehört, bis ihr die [ rechten ] Worte finden würdet; 12 und ich gab aufmerksam auf euch acht – aber siehe, da war keiner, der Hiob widerlegt hätte, der seine Reden beantwortet hätte!

    13 Sagt nur ja nicht: »Wir haben die Weisheit gefunden: Gott wird ihn wegfegen, nicht ein Mensch!« 14 Er hat seine Worte nicht an mich gerichtet, so will ich ihm auch nicht mit euren Worten antworten. 15 Sie sind bestürzt, sie geben keine Antwort mehr, die Worte sind ihnen ausgegangen! 16 Und ich sollte warten, weil sie nichts sagen, weil sie dastehen und nicht mehr antworten?

    17 So will auch ich nun meinen Teil erwidern und mein Wissen verkünden, ja, auch ich! 18 Denn ich bin voll von Worten, und der Geist, der in mir ist, drängt mich dazu. 19 Siehe, mein Inneres ist wie Wein, der keine Öffnung hat; wie [Wein], der aus neuen Schläuchen hervorbricht. 20 Ich will reden, damit ich Luft bekomme; ich will meine Lippen auftun und antworten. 21 Ich will aber für niemand Partei ergreifen und keinem Menschen schmeicheln ; 22 denn ich kann nicht schmeicheln – leicht könnte mein Schöpfer mich sonst wegraffen!

    Wir haben bereits gestern beim Lesen von Kapitel 31 festgestellt, dass Elihu zornig auf Hiob ist, weil dieser meint, er sei Gott gegenüber im Recht. Einige übersetzen das so: „weil er sich selbst für gerechter hielt als Gott“. Wir haben festgestellt, dass Hiob dies nirgendwo gesagt hat. Daher wollen wir jetzt darauf achten, was Elihu zu Hiob sagt und ob dies damit übereinstimmt, was Hiob bisher gesagt und getan hat.

    Denn für mich stellt sich jedes Mal wieder beim Lesen die Frage, ob Jehova einen ebensolchen Zorn über Hiob empfindet wie Elihu.

    Weitere Gedanken zu diesem Kapitel findet ihr hier:

  133. Juleam 25. Januar 2013 um 21:45 Link zum Kommentar

    Hiob 33 – Hiob hat das Gefühl, als würde Jehova selbst ihn befeinden:

    1 Doch höre nun, Hiob, meine Rede, und nimm alle meine Worte zu Ohren! 2 Siehe doch, ich öffne meinen Mund , meine Zunge redet in meiner Mundhöhle; 3 meine Reden kommen aus aufrichtigem Herzen, und meine Lippen sprechen lautere Wahrheit aus. 4 Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen erhält mich am Leben.

    5 Kannst du es, so widerlege mich; rüste dich, tritt vor mich hin! 6 Siehe, ich bin vor Gott gleich wie du; auch ich bin aus Lehm gebildet. 7 Siehe, Furcht vor mir soll dich nicht schrecken, und meine Hand soll dich nicht niederdrücken.

    8 Nun hast du vor meinen Ohren gesagt, und ich höre [noch] den Klang der Worte: 9 »Rein bin ich, ohne Vergehen, unbefleckt bin ich und ohne Schuld! 10 Siehe, Er erfindet Feindseligkeiten gegen mich, er hält mich für seinen Feind; 11 er legt meine Füße in den Stock und lauert auf alle meine Wege!«

    12 Siehe, da bist du nicht im Recht, erwidere ich dir; denn Gott ist größer als der Mensch!

    13 Warum rechtest du denn mit ihm, da er doch keine seiner Taten zu verantworten hat? 14 Sondern Gott redet einmal und zum zweiten Mal, aber man beachtet es nicht. 15 Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt und sie auf ihren Lagern schlummern, 16 da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie, 17 um den Menschen von seinem Tun abzubringen und den Mann vor dem Hochmut zu bewahren, 18 damit er seine Seele vom Verderben zurückhalte, und sein Leben davon, in den Wurfspieß zu rennen.

    19 Er züchtigt ihn mit Schmerzen auf seinem Lager, ja, er straft sein Gebein sehr hart, 20 dass ihm das Brot zum Ekel wird und seiner Seele die Lieblingsspeise. 21 Sein Fleisch schwindet dahin, man sieht es nicht mehr, und seine Knochen, die man sonst nicht sah, liegen bloß; 22 seine Seele naht sich dem Verderben und sein Leben den Todesmächten.

    23 Wenn es dann für ihn einen Gesandten gibt, einen Mittler , einen aus Tausenden, der dem Menschen Seine Gerechtigkeit verkündigt , 24 so wird Er sich über ihn erbarmen und sprechen: »Erlöse ihn, damit er nicht ins Verderben hinabfahre; ich habe ein Lösegeld gefunden!« 25 Alsdann wird sein Fleisch frischer sein als in jungen Jahren; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jugend; 26 er wird zu Gott flehen , und der wird ihm gnädig sein; ja, Er wird ihn Sein Angesicht sehen lassen mit Jauchzen, und Er wird dem Menschen seine Gerechtigkeit wiedergeben. 27 Der wird [dann] singen vor den Menschen und sagen: Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber er hat mir nicht vergolten [wie ich es verdiente]; 28 er hat meine Seele erlöst, dass sie nicht ins Verderben hinabgefahren ist, sodass mein Leben das Licht wieder sieht!

    29 Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen, 30 um seine Seele vom Verderben zurückzuholen, damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen . 31 Habe acht, Hiob, höre mir zu; schweige, und ich will reden! 32 Wenn du Worte hast, so antworte mir; rede nur, denn ich wünsche deine Rechtfertigung! 33 Wenn aber nicht, so höre mir zu; schweige, und ich will dich Weisheit lehren!

    „Siehe, da bist du nicht im Recht“

    Ja, auch wenn Hiob es so empfindet, als habe sich der Schöpfer selbst gegen ihn gewandt, so stimmt dies nicht. Dies wissen wir, denn wir durften Zeugen der beiden „Streitgespräche“ zwischen Jehova und Satan sein.

    Aber Hiob hat nirgendwo gesagt, er wäre gerechter als Gott – sondern er hat nur festgestellt, dass er nichts von dem getan hatte, was Jehova verurteilt. Im Gegenteil: er opferte sogar regemäßig für seine Kinder, nur für den Fall, dass diese unabsichtlich und ohne es zu bemerken gesündigt hätten. Dasselbe wird er wohl auch für sich selbst getan haben und darum darf er hier auch ein gutes Gewissen Gott gegenüber haben.

    Und wenn wir genau aufgepasst haben, dann haben wir gemerkt, dass ja nicht er selbst es ist, der „damit prahlt‘, dass er rein sei – sondern dass dies nur jedesmal eine Reaktion auf die falschen Anschuldigungen ist, die ihn immer mehr zermürben. Auch Elihu fordert hier wieder Hiob auf, sich zu rechtfertigen. Wie kann man ihm das dann als Fehler vorhalten? Alle fordern es doch von ihm.

    Wie sieht Jehova das, was er sagt? Zum Schluss sagt er zu den Freunden, dass er sie – die Freunde – verurteilt, weil sie im Gegensatz zu Hiob nicht die Wahrheit von IHM gesprochen haben.

    In seiner Rechtfertigungsrede sagt Hiob ja immer wieder, dass Jehova absolut gerecht ist und dass er die Bösen zur Rechenschaft ziehen wird. Gerade darum kann er es sich ja nicht vorstellen, dass dies alles eine Strafe Gottes sein soll – denn er ist sich keiner Schuld bewußt.

    Wenn immer wieder von allen möglichen Kommentatoren kritisiert wird, dass Hiob in seiner Rede zu sehr auf seine eigene Gerechtigkeit bedacht ist – dann antwortet er ja nur auf die Vorwürfe, die genau diese in Frage stellen.

    Aber der erste Punkt, den Elihu als Fehler herausstellt – dass Hiob sagt, dass sich Jehova selbst als sein Feind erweist – damit hat Elihu Recht. Darin ist Hiob im Irrtum: nicht Jehova ist sein Feind – sondern Satan, der Teufel, der Widersacher Gottes!

    Weitere Gedanken findet ihr hier:

  134. Juleam 25. Januar 2013 um 21:55 Link zum Kommentar

    Hiob 34 – Stopp! Hier entspricht nicht alles der Wahrheit!:

    1 Und Elihu redete weiter und sprach: 2 Hört, ihr Weisen, auf meine Worte, und ihr Verständigen, gebt mir Gehör! 3 Denn das Ohr prüft die Worte, wie der Gaumen die Speise schmeckt. 4 Das Rechte wollen wir uns erwählen, um untereinander zu erkennen, was gut ist!

    5 Denn Hiob behauptet: »Ich bin gerecht , aber Gott hat mir mein Recht entzogen . 6 Trotz meines Rechtes werde ich zum Lügner gestempelt; tödlich verwundet bin ich vom Pfeil – ohne dass ich schuldig wäre!« 7 Wer ist ein Mann wie Hiob, der Lästerung trinkt wie Wasser, 8 der in Gemeinschaft mit Übeltätern wandelt und mit gottlosen Leuten umgeht?

    9 Denn er hat gesagt: »Es nützt dem Menschen nichts, wenn er mit Gott Freundschaft pflegt!« 10 Darum, ihr verständigen Männer, hört mir zu: Fern sei es von Gott, dass er gesetzlos handle, und von dem Allmächtigen, dass er Unrecht tue; 11 sondern er vergilt dem Menschen nach seinem Handeln und lässt es jedem ergehen nach seinem Wandel.

    12 Ja wahrlich , Gott handelt nicht gesetzlos, und der Allmächtige beugt das Recht nicht! 13 Wer hätte ihm die Erde unterstellt? Und wer hat den ganzen Erdkreis gegründet? 14 Wenn Er nur noch auf sich selbst achtete und seinen Geist und Odem wieder zurücknähme , 15 so würde alles Fleisch miteinander vergehen und der Mensch zum Staub zurückkehren. 16 Hast du nun Verstand, so höre dies; und schenke der Stimme meiner Worte Gehör!

    17 Könnte auch einer herrschen, der das Recht hasst? Oder willst du den Gerechten, den Mächtigen, schuldig sprechen? 18 Darf man zum König sagen: Du Nichtsnutz !, und zu Edlen: Du Gottloser? 19 Wie viel weniger zu dem, der die Person der Fürsten nicht ansieht und den Vornehmen nicht mehr achtet als den Geringen; denn sie sind alle das Werk seiner Hände.

    20 Plötzlich sterben sie, mitten in der Nacht; ein Volk wird ins Wanken gebracht und geht dahin , und er beseitigt den Tyrannen ohne Menschenhand. 21 Denn Seine Augen sind auf die Wege des Menschen gerichtet, und Er sieht jeden Schritt, den einer macht. 22 Es gibt keine Finsternis und keinen Todesschatten, wo die Übeltäter sich verbergen könnten. 23 Denn er braucht nicht lange auf einen Menschen zu achten, damit der vor Gott ins Gericht kommt.

    24 Er zerschmettert Gewaltige ohne Untersuchung und setzt andere an ihre Stelle. 25 Denn Er kennt ihre Werke, und er kehrt sie um über Nacht, sodass sie zermalmt werden. 26 Als Gottlose züchtigt er sie dort, wo alle es sehen, 27 weil sie von ihm abgefallen sind und keinen seiner Wege beachtet haben, 28 sodass sie das Schreien des Geringen zu ihm hinaufdringen ließen und er das Schreien der Unterdrückten hörte.

    29 Wenn er sich ruhig verhält, wer kann [ihn] verurteilen? Wenn er sein Angesicht verbirgt, wer kann ihn schauen ? So [handelt] er sowohl an einem Volk als auch an dem einzelnen Menschen, 30 damit nicht gottlose Menschen regieren, dass sie nicht Fallstricke für das Volk werden. 31 Denn zu Gott muss man sagen: »Ich habe [meine Strafe] getragen und will nicht mehr verkehrt handeln; 32 was ich nicht sehe, lehre du mich; wenn ich Unrecht getan habe, so will ich“s nicht wieder tun !«

    33 Soll Er nach deinem Sinn Vergeltung üben, weil du verwirfst? Denn du musst wählen, und nicht ich; was du weißt, das rede! 34 Verständige Männer werden mir zustimmen, und [jeder] weise Mann, der mir zuhört:

    35 Hiob redet wie ein Unwissender, und seine Worte zeugen nicht von Einsicht. 36 O dass doch Hiob fort und fort geprüft würde, weil er antwortet, wie gottlose Männer antworten! 37 Denn zu seiner Sünde fügt er Frevel hinzu; er verhöhnt uns und redet viel gegen Gott!

    Dann wollen wir uns die einzelnen Aussagen mal ansehen:

    Vers 5-6
    5 Denn Hiob behauptet: »Ich bin gerecht , aber Gott hat mir mein Recht entzogen . 6 Trotz meines Rechtes werde ich zum Lügner gestempelt; tödlich verwundet bin ich vom Pfeil – ohne dass ich schuldig wäre!«

    ja, das was Hiob hier gesagt hat stimmt: obwohl er all die schlimmen Dinge nicht getan hat, die sie ihm vorgeworfen haben, stempeln sie ihn zum Lügner und behaupten, er würde gottlos handeln.

    Vers 9-12
    9 Denn er hat gesagt: »Es nützt dem Menschen nichts, wenn er mit Gott Freundschaft pflegt!« 10 Darum, ihr verständigen Männer, hört mir zu: Fern sei es von Gott, dass er gesetzlos handle, und von dem Allmächtigen, dass er Unrecht tue; 11 sondern er vergilt dem Menschen nach seinem Handeln und lässt es jedem ergehen nach seinem Wandel. 12 Ja wahrlich , Gott handelt nicht gesetzlos, und der Allmächtige beugt das Recht nicht!

    Es stimmt nicht, dass es sich nicht lohnt, mit Gott zu wandeln – denn so bewahren wir uns wenigstens in Gottes Liebe. Damit sagt Hiob mit diesem Ausspruch nicht die Wahrheit über Gott. Aber es ist wohl auch eher sein momentanes Empfinden und nicht das, was er generell denkt.

    Aber dass Jehova immer mit jedem gerade so handelt, wie er es verdient – dies stimmt nur auf lange Sicht. Denn es gibt genügend Böse, die ziemlich lange Gelingen haben, ohne dass Jehova ihnen sofort auf die Finger klopft. Denken wir nur an Esau oder Laban, die Jakob über den Tisch gezogen haben, oder an Josephs Brüder – und wie lange die Benachteiligten auf ihr Recht warten mussten. Also stimmt diese Aussage von Elihu nicht.

    Vers 17
    17 Könnte auch einer herrschen, der das Recht hasst? Oder willst du den Gerechten, den Mächtigen, schuldig sprechen?

    Jawohl! Immer und immer wieder hat es Herrscher gegeben, die das Recht gebeugt haben, ohne dass sich Jehova da eingemischt hätte. Dies ist also eine falsche Aussage.

    35-37
    35 Hiob redet wie ein Unwissender, und seine Worte zeugen nicht von Einsicht. 36 O dass doch Hiob fort und fort geprüft würde, weil er antwortet, wie gottlose Männer antworten! 37 Denn zu seiner Sünde fügt er Frevel hinzu; er verhöhnt uns und redet viel gegen Gott!

    Das Einzige, worin Hiob hier gegen Gott redet, ist sein Emfinden, dass sich Gott von seinem Freund in seinen persönlichen Feind gewandelt hatte. In den anderen Punkten hat Hiob Recht. Sicherlich auch der Grund dafür, warum Jehova später sagt, dass Hiob im Gegensatz zu den anderen die Wahrheit über IHN gesagt hatte.

    Weitere Gedanken hierzu findet ihr hier:

  135. Juleam 31. Januar 2013 um 14:15 Link zum Kommentar

    Hiob 35 – 37

    Hiob 35 – hat Hiob wirklich gesagt, er sei gerechter als Gott?

    1 Weiter redete Elihu und sprach: 2 Hältst du dies für Recht, wenn du sagst : »Ich bin gerechter als Gott« ? 3 Denn du fragst dich, was es dir nützt: »Was habe ich davon, wenn ich nicht sündige?«

    4 Ich will dir Worte erwidern und deinen Gefährten mit dir! 5 Sieh zum Himmel empor und betrachte ihn, und schau die Wolken an, die höher sind als du! 6 Wenn du sündigst, was tust du Ihm zuleide? Und sind deine Missetaten zahlreich, was schadest du Ihm? 7 Bist du aber gerecht, was gibst du Ihm, und was empfängt Er von deiner Hand?

    8 Aber ein Mensch wie du leidet unter deiner Gottlosigkeit, und einem Menschenkind nützt deine Gerechtigkeit.

    9 Sie schreien unter den vielen Bedrü-ckungen, sie rufen um Hilfe wegen der Gewalt der Großen. 10 Aber man denkt nicht: Wo ist Gott, mein Schöpfer , der Loblieder gibt in der Nacht , 11 der uns mehr Belehrung zuteilwerden ließ als den Tieren des Feldes, und uns mehr Verstand gegeben hat als den Vögeln unter dem Himmel?

    12 Dann schreien sie, doch Er antwortet nicht wegen des Übermuts der Bösen. 13 Gott wird auf Nichtigkeit gewiss nicht hören, und der Allmächtige sieht sie nicht an.

    14 Auch wenn du sagst, du könntest ihn nicht sehen , so liegt die Rechtssache doch vor ihm; warte du nur auf ihn! 15 Und nun, weil sein Zorn noch nicht gestraft hat, sollte er deshalb um den Übermut nicht sehr wohl wissen? 16 So hat also Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und aus lauter Unverstand so viele Worte gemacht!

  136. Juleam 31. Januar 2013 um 14:18 Link zum Kommentar

    Hiob 36 – aber Elihu geht schnell zu dem Wesentlichen über: „Lerne von der Natur“

    Und Elihu fuhr fort und sprach: 2 Gedulde dich noch ein wenig, so will ich es dir mitteilen; ich habe noch mehr Worte für Gott. 3 Ich will mein Wissen von weit her holen und meinem Schöpfer Gerechtigkeit widerfahren lassen! 4 Denn wahrlich, meine Reden sind keine Lügen; vor dir steht ein Mann mit vollkommener Erkenntnis.

    5 Siehe, Gott ist mächtig, doch verachtet er niemand ; groß ist die Kraft seines Herzens . 6 Den Gottlosen erhält er nicht am Leben, aber den Elenden schafft er Recht . 7 Er wendet seine Augen nicht ab von dem Gerechten, und er setzt sie auf ewig mit Königen auf den Thron, damit sie herrschen.

    8 Sind sie aber in Fesseln gebunden, in Banden des Elends gefangen, 9 so hält er ihnen ihre Taten und ihre Übertretungen vor, denn sie haben sich überhoben; 10 er öffnet ihr Ohr der Zurechtweisung und befiehlt ihnen, sich von der Bosheit abzukehren.

    11 Wenn sie dann gehorchen und sich unterwerfen, so werden sie ihre Tage in Glück vollenden und ihre Jahre in Wohlergehen. 12 Gehorchen sie aber nicht, so rennen sie in den Wurfspieß und sterben dahin in ihrem Unverstand.

    13 Die aber ein gottloses Herz haben, häufen Zorn auf; sie rufen nicht um Hilfe, wenn er sie gefesselt hat. 14 Ihre Seele stirbt in der Jugend, und ihr Leben unter den Hurern . 15 Den Gedemütigten aber rettet er durch die Demütigung und öffnet durch die Not sein Ohr . 16 Und auch dich führt er aus dem Rachen der Bedrängnis; dein Platz wird uneingeschränkte Weite sein und dein Tisch bereitet mit reicher, guter Speise.

    17 Bist du aber vom Urteil des Gottlosen erfüllt, so werden Urteil und Gericht dich treffen. 18 Der Zorn aber verleite dich ja nicht zur Lästerung , und die Menge des Lösegeldes besteche dich nicht! 19 Wird dich etwa dein Hilferuf aus der Bedrängnis herausführen und alle deine mühevollen Anstrengungen? 20 Sehne dich nicht nach der Nacht, wenn Völker untergehen werden! 21 Hüte dich, wende dich nicht zum Unrecht , denn dies hast du dem Elend vorgezogen!

    22 Siehe, Gott ist erhaben in seiner Kraft; wer ist ein Lehrer wie er? 23 Wer will ihn zur Rede stellen über seinen Weg, und wer will zu ihm sagen: Du hast Unrecht getan? 24 Denke daran, sein Tun zu erheben, das Menschen besingen. 25 Alle Menschen schauen es an; der Sterbliche erblickt es von ferne.

    26 Siehe, Gott ist so erhaben , dass wir [ihn] nicht erkennen können; die Zahl seiner Jahre ist unerforschlich. 27 Denn er zieht Wassertropfen herauf; sie sickern als Regen für seinen Wasserstrom herab, 28 den die Wolken niederrieseln, auf viele Menschen herabtropfen lassen. 29 Versteht man auch das Ausspannen der Wolken und den Donnerschall seines Gezelts? 30 Siehe, er breitet sein Licht darüber aus und bedeckt die Gründe des Meeres; 31 denn damit richtet er die Völker und gibt Speise die Fülle . 32 Seine Hände umhüllt er mit dem Blitzstrahl und gebietet ihm, zu treffen. 33 Sein Donnerruf kündigt ihn an, sogar das Vieh sein Heranziehen.

  137. Juleam 31. Januar 2013 um 14:22 Link zum Kommentar

    Hiob 37 – inwiefern unterscheidet sich Elihu von den anderen „Freunden“?

    1 Ja, darüber erzittert mein Herz und fährt auf von seiner Stelle! 2 Hört, hört auf das Donnern seiner Stimme und auf das Grollen, das aus seinem Mund hervorkommt! 3 Er lässt es dahinfahren unter dem ganzen Himmel, und sein Licht bis zu den Enden der Erde. 4 Hinter ihm her brüllt der Donner ; er donnert mit seiner majestätischen Stimme , und er spart damit nicht, damit seine Stimme gehört werde. 5 Gott donnert mit seiner Stimme wunderbar; er tut große Dinge, die wir nicht verstehen.

    6 Denn er gebietet dem Schnee : Falle auf die Erde! und lässt Regen fließen, heftige Regengüsse . 7 Dann zwingt er die Hand jedes Menschen zur Untätigkeit, damit alle Leute sein Werk erkennen möchten. 8 Da sucht das Wild seine Schlupfwinkel auf und bleibt in seinen Höhlen.

    9 Aus der Kammer [des Südens] kommt der Sturm und von den Nordwinden die Kälte. 10 Durch den Hauch Gottes entsteht Eis, und die weiten Wasser frieren zu. 11 Mit Wasserfülle belastet er die Wolken; er zerstreut sein helles Gewölk. 12 Und dieses zieht ringsumher, wohin er es lenkt, wendet sich überallhin, um alles auszurichten, was er ihm befiehlt, auf dem ganzen Erdenrund 13 – bald zur Rute für sein Land, bald zur Wohltat lässt er es über sie kommen.

    14 Nimm dies zu Ohren, Hiob; steh still und erwäge Gottes Wundertaten! 15 Weißt du, wie Gott ihnen Befehl gibt, wie er das Licht seiner Wolken leuchten lässt?

    16 Verstehst du das Schweben der Wolke , die Wunder dessen, der an Verstand vollkommen ist?

    17 Du, dem die Kleider zu warm werden, wenn es im Land schwül wird vom Südwind, 18 breitest du mit Ihm das Firmament aus, dass es fest steht wie ein gegossener Spiegel? 19 Lehre uns, was wir ihm sagen sollen; wir können nichts vorbringen vor [lauter] Finsternis! 20 Soll ihm gemeldet werden, dass ich rede? Oder sollte der Mensch wünschen, vertilgt zu werden? 21 Jetzt zwar sieht man das Licht nicht, das doch leuchtend hinter den Wolken steht; aber der Wind wird sich erheben und sie wegfegen. 22 Von Norden her kommt Goldglanz; Gott ist von wunderbarer Pracht umgeben.

    23 Den Allmächtigen finden wir nicht; er ist von unbegreiflicher Kraft , voll Recht und Gerechtigkeit ; er beugt sie nicht. 24 Darum fürchten ihn die Menschen; er aber sieht keinen an, der sich selbst für weise hält!

    Wieso wird dieser „Freund“ eigentlich in unseren Publikationen immer so positiv dargestellt? Inwiefern unterscheidet er sich denn von den anderen drei?

    Auch er redet Hiob ein, dass er nicht leiden müßte, wenn er so leben würde, wie es Gott gefällt. Wir wissen, dass genau das Gegenteil der Fall ist und dass es hier bereits die Beispiele von Abraham, Isaak, Jakob und Joseph gibt, also warum wird er von der Gesellschaft so lobend hervorgehoben?

    weitere Gedanken hierzu findet ihr hier:

  138. Juleam 31. Januar 2013 um 14:35 Link zum Kommentar

    Hiob 38 – 42

    Hiob 38 und 39 – Jehova lässt Hiob über den eigenen Tellerrand blicken:

    1 Da antwortete der Herr dem Hiob aus dem Gewittersturm und sprach: 2 Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis? 3 Gürte doch deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, und du sollst mich belehren !

    4 Wo warst du, als ich den Grund der Erde legte? Sprich es aus, wenn du Bescheid weißt! 5 Wer hat ihre Maße bestimmt? Weißt du das? Oder wer hat die Messschnur über sie ausgespannt? 6 Worin wurden ihre Grundpfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, 7 als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Söhne Gottes jubelten? 8 Wer hat das Meer mit Schleusen verschlossen, als es hervorbrach, heraustrat [wie] aus dem Mutterschoß, 9 als ich es in Wolken kleidete und Wolkendunkel zu seinen Windeln machte; 10 als ich ihm seine Grenze zog und Riegel und Tore einsetzte 11 und sprach: »Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier soll sich der Stolz deiner Wellen legen«?

    12 Hast du, solange du lebst, jemals den Sonnenaufgang angeordnet und dem Morgenrot seinen Platz angewiesen, 13 dass es die Enden der Erde erfasse, damit die Frevler von ihr verscheucht werden? 14 Sie verwandelt sich wie Siegelton, und alles steht da wie ein [Pracht-]Gewand; 15 den Gottlosen wird ihr Licht entzogen, und der erhobene Arm wird zerbrochen.

    16 Bist du auch bis zu den Quellen des Meeres gekommen, oder hast du den Urgrund der Meerestiefe durchwandelt? 17 Sind dir die Tore des Todes geöffnet worden, oder hast du die Pforten des Todesschattens gesehen? 18 Hast du die Breiten der Erde überschaut? Weißt du das alles, so sage es mir! 19 Welches ist denn der Weg zu den Wohnungen des Lichts , und wo hat denn die Finsternis ihren Ort, 20 dass du sie bis zu ihrer Grenze bringen und die Pfade zu ihrem Haus kennen könntest? 21 Du weißt es ja, denn zu der Zeit warst du geboren, und die Zahl deiner Tage ist groß!

    22 Bist du auch bis zu den Vorratskammern des Schnees gekommen, und hast du die Speicher des Hagels gesehen, 23 die ich aufbehalten habe für die Zeit der Drangsal, für den Tag des Kampfes und der Schlacht? 24 Auf welchem Weg verteilt sich denn das Licht, und wie verbreitet sich der Ostwind über die Erde? 25 Wer hat der Regenflut ein Bett gewiesen und dem Donnerstrahl einen Weg, 26 damit es regne auf ein menschenleeres Land, auf die Wüste, wo kein Mensch ist, 27 um die Einöde und Wildnis zu sättigen, um das junge Grün hervorsprießen zu lassen? 28 Hat der Regen einen Vater, oder wer hat die Tropfen des Taus erzeugt?29 Aus wessen Schoß ist das Eis hervorgegangen, und wer hat den Reif des Himmels geboren? 30 Wie zu Stein erstarrt das Wasser, und die Oberfläche der Fluten schließt sich fest zusammen.

    31 Knüpfst du die Bande des Siebengestirns, oder kannst du die Fesseln des Orion lösen? 32 Kannst du die Sterne des Tierkreises herausführen zu ihrer Zeit, und leitest du den Großen Bären samt seinen Jungen? 33 Kennst du die Gesetze des Himmels, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?

    34 Kannst du deine Stimme zu den Wolken erheben, sodass dich Regengüsse bedecken? 35 Kannst du Blitze entsenden, dass sie hinfahren und zu dir sagen: Siehe, hier sind wir? 36 Wer hat Weisheit in die Nieren gelegt, oder wer hat dem Herzen Verstand verliehen? 37 Wer zählt die Wolken mit Weisheit, und wer schüttet die Schläuche des Himmels aus, 38 dass der Staub zu Klumpen wird und die Schollen aneinanderkleben?

    39 Jagst du die Beute für die Löwin und stillst du die Begierde der jungen Löwen, 40 wenn sie in ihren Höhlen kauern, im Dickicht auf der Lauer liegen? 41 Wer verschafft dem Raben seine Speise, wenn seine Jungen zu Gott schreien und herumflattern aus Mangel an Nahrung?

    1 Kennst du die Zeit, da die Steinböcke gebären, oder hast du beobachtet, wann die Hindinnen kreißen? 2 Zählst du die Monate, die sie erfüllen müssen, und weißt du die Zeit ihres Gebärens? 3 Sie kauern sich nieder, werfen ihre Jungen und sind ihre Wehen los. 4 Ihre Jungen erstarken, wachsen im Freien auf, verlassen sie und kommen nicht mehr zurück.

    5 Wer hat den Wildesel frei laufen lassen, und wer hat die Fesseln des Wildlings gelöst, 6 dem ich die Steppe zur Wohnung angewiesen habe, das salzige Land zum Aufenthalt? 7 Er lacht über den Lärm der Stadt, und das Geschrei des Treibers hört er nicht; 8 er ersieht sich die Berge zu seiner Weide und spürt allen grünen Kräutern nach.

    9 Wird der Büffel willig sein, dir zu dienen? Bleibt er an deiner Krippe über Nacht? 10 Führst du den Büffel in der Furche an einem Strick, oder wird er hinter dir her die Talgründe eggen? 11 Vertraust du ihm wegen seiner großen Kraft, und überlässt du ihm deine Arbeit? 12 Rechnest du auf ihn, dass er deine Saat einbringt oder deine Tenne füllt?

    13 Die Straußin schwingt fröhlich ihre Flügel; sind es aber treue Schwingen und Federn? 14 Denn sie überlässt ihre Eier der Erde und lässt sie im Sand ausbrüten. 15 Sie vergisst, dass ein Fuß sie zertreten und das Getier des Feldes sie zermalmen kann. 16 Sie ist hart gegen ihre Jungen, als gehörten sie ihr nicht; es macht ihr keinen Kummer, wenn sie sich umsonst abgemüht hat; 17 denn Gott ließ sie die Weisheit vergessen und hat ihr keinen Verstand zugeteilt. 18 Kommt aber die Zeit, da sie in die Höhe schnellt, so verlacht sie Ross und Reiter.

    19 Hast du dem Ross Stärke verliehen und seinen Hals mit der Mähne umhüllt? 20 Bringst du es zum Springen wie eine Heuschrecke? Sein stolzes Schnauben klingt schrecklich! 21 Es scharrt den Boden, freut sich seiner Stärke; es zieht los, den Waffen entgegen; 22 es lacht über die Furcht, ist unverzagt und weicht vor dem Schwert nicht zurück; 23 über ihm klirrt der Köcher, die Klinge von Speer und Wurfspieß. 24 Mit wildem Lauf und Ungestüm verschlingt es den Boden und bleibt nicht stehen, wenn das Schopharhorn ertönt; 25 sooft das Schopharhorn erklingt, ruft es: Hui! Von ferne wittert es die Schlacht, die Donnerstimme der Heerführer und das Kriegsgeschrei.

    26 Bewirkt dein Verstand, dass der Habicht fliegt und seine Flügel nach Süden ausbreitet? 27 Schwingt sich auf dein Geheiß der Adler empor und legt sein Nest in der Höhe an? 28 Er wohnt in Felsspalten und horstet dort, auf Felsenzacken und Bergesspitzen. 29 Von dort aus erspäht er sich Beute, seine Augen schweifen weit umher; 30 seine Jungen schlürfen Blut, und wo Erschlagene liegen, da ist er.

    Elihu hatte es schon angedeutet, dass Hiob zu sehr in seinem eigenen Leid versunken ist, so dass er das große Ganze nicht mehr sehen kann. Denn selbstverständlich hatte auch er von den Schwierigkeiten gehört, die Abraham, Isaak und Jakob erdulden mussten – obwohl Jehova mit ihnen einen Bund geschlossen hatte.

    Ich lese zur Zeit die 3. Ansprache von Bayless Conley zu diesem Thema. Die erste war „Prüfungen, die unsere Reife fördern“, dann „Begegne den Sturm“ und nun „Kraft in schwierigen Zeiten“. Hier aus diesem mal einige Auszüge:

    Der erste ist folgender: Uns wurde schon vorher gesagt, dass wir Schwierigkeiten und Probleme erleben würden. Es wurde uns bereits gesagt. Es wurde vorausgesagt, dass der Weg schmal und manchmal sehr schwierig ist

    ..Wissen Sie, wenn Schwierigkeiten kommen, ist der Teufel immer zur Stelle und flüstert Ihnen ins Ohr: „Gott kümmert sich nicht um dich. Gott ist nicht gut. Er ist gemein. Es lohnt sich nicht, Gott zu dienen. Gott ist ein Lügner. Sein Wort ist nicht wahr. Man kann Ihm nicht vertrauen. Was ist jetzt mit Seinen Verheißungen bei all deinen Problemen? Glaube ist wertlos. Du solltest das ganz aufgeben.“

    Nein, Freund, Prüfungen gehören zu unserer Reise. Nur dass Sie jetzt eine erleben ist kein Zeichen dafür, dass Sie Gott egal sind oder dass Er nicht existiert.

    …Mir gefällt die Übersetzung der Message Bible. Hören Sie sie sich an. 1.Petrus 4:12 aus der Message: „Freunde, wenn es richtig schwierig wird im Leben, solltet ihr nicht annehmen, dass Gott nicht auf dem Plan ist.“ Ist das nicht ein starker Vers?

    …Denken Sie an all die Probleme, die Joseph erlebte. Gott hatte überall im Verborgenen vorgesorgt und in alles Seine Absichten gelegt. So macht Er es bei uns. Unsere Prüfungen, unsere Probleme, Ihre momentane Lage, nichts hat Gott überrascht. Gott sah Ihre heutige Situation schon vor einer Ewigkeit.

    …Es sah jedes Mal so aus, als würde Joseph weiter und weiter von seiner Bestimmung abkommen. Jede Notlage schien ihn weiter wegzubringen. Aber in Wirklichkeit brachten sie ihn der Bestimmung, die Gott für ihn hatte, immer näher.

    der zweite Gedanke: Prüfungen währen, nach der Bibel, eine gewisse Zeit

    Gut, eine kurze Zeit werdet ihr Probleme haben. Es wird Prüfungen geben. Und ich denke, allen ist klar, Gottes Vorstellung von einer kurzen Zeit und unsere Vorstellung ist nicht immer identisch. Aber der Punkt ist: es dauert nicht ewig und außerdem wird Gott uns stärken. Wir werden gegründet werden in dieser sehr unsteten, instabilen Welt. Es erfolgt Festigung, Wachstum, wir entwickeln uns und kommen zur Reife. Gott bewirkt all diese Dinge und wird uns durchbringen auf die andere Seite.

    …Mit anderen Worten, ihr seid standhaft, ihr bleibt fest bis zum Ende und bleibt voller Vertrauen dran, obwohl ihr von Kummer und Problemen umgeben seid. Freund, lassen Sie nicht locker, denn am Ende wird Ihr Glaube sich als echt erweisen und er wird ein Beleg sein für die Treue und die Barmherzigkeit Gottes und für den Sieg, den Christus errungen hat. Er wird uns durchbringen.

    …Lassen Sie sich durch Verzögerungen nicht entmutigen, weil Ihr Zeitplan mit Gottes Zeitplan nicht synchron läuft oder weil Sie Ihr Ziel auf einem Umweg erreichen… Das Ziel wurde nicht verändert, aber die Ankunft verzögerte sich und die Tatsache, dass sie diesen großen Umweg machen mussten, entmutigte sie sehr.

    …Sie dachten, Sie wären längst wieder bei bester Gesundheit? Sie halten an Gottes Verheißung fest. Sie wissen, dass sie sicher ist, aber scheinbar müssen Sie einen großen Umweg gehen. Sie waren sich sicher, ihr Mann und Ihre Kinder würden bereits gemeinsam mit Ihnen in der Gemeinde sein, die Hände erheben, Gott preisen und in Sprachen reden. Scheinbar müssen Sie den langen Umweg nehmen

    …Wenn Sie entmutigt werden, weil Sie einen langen Umweg nehmen müssen und es Verzögerungen gab und Sie anfangen die Sprache des Teufels zu sprechen, sich beschweren, meckern und beschuldigen, öffnet ihm das die Tür

    …Es heißt, sie stellten Gott auf die Probe und beschwerten sich. Die Schlangen kamen und sie wurden vom Zerstörer zerstört. Sie stellten Gott auf die Probe. Das heißt, sie lehnten sich zurück und spielten sich Gott gegenüber als Richter im Hinblick auf Seinen Zeitplan und Seine Methoden auf: „Wo bist Du, Gott?“ Und: „Du hättest dies und jenes tun sollen.“ Oder: „Warum bist Du nicht hergekommen?“, als ob wir das Recht hätten, Gott ins Gericht zu nehmen wegen der Dinge, die Er tut oder nicht tut und wegen Seines Timings. Freund, wenn Sie anfangen, Gott auf diese Art zu richten und auf die Probe zu stellen und sich dann noch beschweren und meckern, öffnen Sie den Schlangen die Tür.Wissen Sie, wenn Sie anfangen zu meckern und sich zu beschweren, ist das leicht zu beheben: Kehren Sie um. Bitten Sie Gott, Ihnen zu vergeben und fangen Sie an Dinge auszusprechen, die aufbauen und die andere segnen.

    die komplette Ansprache könnt ihr hier nachlesen… Weitere Gedanken zu diesen beiden Kapiteln findet ihr hier:

  139. Juleam 31. Januar 2013 um 14:41 Link zum Kommentar

    Hiob 40 und 41 – wie wunderbar hat Jehova alles erschaffen und wieviel Kraft und Majestät steckt in seinen Geschöpfen:

    1 Weiter redete der Herr mit Hiob und sprach: 2 Will der Tadler mit dem Allmächtigen hadern ? Wer Gott zurechtweisen will, der antworte nun!

    3 Da antwortete Hiob dem Herrn und sprach: 4 Siehe, ich bin zu gering ; was soll ich dir erwidern? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen! 5 Ich habe einmal geredet und konnte nichts antworten, und noch ein zweites Mal, und ich will es nicht mehr tun!

    6 Und der Herr antwortete dem Hiob aus dem Gewittersturm und sprach: 7 Gürte doch deine Lenden wie ein Mann; ich will dich fragen, und du unterweise mich!

    8 Willst du mein Rechtsurteil zunichtemachen, mich schuldig sprechen, damit du gerecht seist? 9 Ist denn dein Arm dem Arm Gottes gleich, oder sprichst du mit Donnerstimme wie er? 10 Schmücke dich doch mit Herrlichkeit und Hoheit, und bekleide dich mit Majestät und Pracht! 11 Gieße die Fluten deines Zornes aus; sieh jeden Hochmütigen an und demütige ihn! 12 Sieh jeden Hochmütigen an, erniedrige ihn; und zertrete die Gottlosen, wo sie stehen! 13 Begrabe sie miteinander im Staub, verhülle ihre Angesichter mit Finsternis! 14 Dann will auch ich dich preisen, dass deine Rechte dir zur Hilfe kommt.

    15 Sieh doch den Behemoth , den ich gemacht habe wie dich: Gras frisst er wie der Ochse! 16 Sieh doch, welche Kraft in seinen Lenden liegt und welche Stärke in seinen Bauchmuskeln! 17 Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind fest verflochten. 18 Seine Knochen sind wie eherne Röhren, seine Gebeine wie Eisenstangen.

    19 Er ist der Erstling der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, reichte ihm sein Schwert. 20 Denn Futter tragen ihm die Berge, wo alle Tiere des Feldes spielen. 21 Unter Lotosgebüschen liegt er, versteckt im Rohr und Sumpf. 22 Lotosgebüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten; die Bachweiden umgeben ihn. 23 Siehe, der Strom schwillt mächtig an – er fürchtet sich nicht; er bleibt auch ruhig , wenn ein Jordan sich in seinen Mund ergießt!

    24 Kann man ihm in seine Augen greifen, kann man mit Fangseilen seine Nase durchbohren?

    25 Ziehst du etwa den Leviathan mit der Angel heraus, und kannst du seine Zunge mit einer Fangschnur fassen? 26 Kannst du ein Binsenseil durch seine Nase ziehen und einen Haken durch seine Kinnbacken stoßen?

    27 Wird er dich lange anflehen oder dir freundliche Worte sagen? 28 Wird er einen Bund mit dir schließen, dass du ihn zum ewigen Knecht machst? 29 Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vögelchen oder ihn anbinden für deine Mädchen? 30 Feilschen etwa die Fischersleute um ihn, oder teilen ihn die Händler unter sich? 31 Kannst du seine Haut mit Spießen spicken und mit Fischharpunen seinen Kopf? 32 Lege doch deine Hand einmal an ihn – du wirst den Kampf nicht vergessen, wirst es nicht noch einmal tun!

    1 Siehe, die Hoffnung auf ihn wird getäuscht; wird man nicht schon bei seinem Anblick hingestreckt? 2 Niemand ist so tollkühn, dass er ihn reizen möchte; wer aber kann vor mir bestehen?

    3 Wer hat mir zuvor gegeben, dass ich ihm vergelten sollte? Alles, was unter dem ganzen Himmel ist, gehört mir!

    4 Ich will von seinen Gliedern nicht schweigen, sondern reden von seiner Kraftfülle und von der Schönheit seines Baus. 5 Wer kann sein Gewand aufdecken, und wer greift ihm in die Doppelreihe seiner Zähne? 6 Wer öffnet die Tore seines Rachens? Rings um seine Zähne lagert Schrecken. 7 Prächtig sind seine starken Schilder , fest zusammengeschlossen und versiegelt; 8 einer fügt sich an den anderen, sodass kein Luftzug dazwischenkommt; 9 jedes haftet fest an dem anderen, sie greifen ineinander und lassen sich nicht trennen.

    10 Sein Niesen lässt Licht aufleuchten, und seine Augen sind wie die Strahlen der Morgenröte . 11 Aus seinem Rachen schießen Fackeln; Feuerfunken sprühen aus ihm heraus. 12 Aus seinen Nüstern kommt Rauch hervor wie aus einem siedenden Topf und einem Kessel. 13 Sein Hauch entzündet Kohlen, eine Flamme schießt aus seinem Rachen;

    14 Stärke wohnt auf seinem Nacken, und Angst springt vor ihm her. 15 Die Wampen seines Fleisches haften aneinander; sie sind ihm fest angegossen, unbeweglich. 16 Sein Herz ist hart wie Stein und so fest wie der untere Mühlstein. 17 Die Helden erbeben, wenn er auffährt; vor Verzagtheit geraten sie außer sich.

    18 Trifft man ihn mit dem Schwert, so hält es nicht stand, weder Speer noch Wurfspieß oder Harpune. 19 Er achtet Eisen für Stroh und Erz für faules Holz. 20 Kein Pfeil kann ihn in die Flucht schlagen, und Schleudersteine verwandeln sich ihm zu Spreu. 21 Er achtet die Keule für einen Halm und verlacht das Sausen des Wurfspießes.

    22 Auf seiner Unterseite sind spitze Scherben; er zieht einen Dreschschlitten über den Schlamm dahin. 23 Er bringt die Tiefe zum Sieden wie einen Kessel, macht das Meer zu einem Salbentopf. 24 Hinter ihm her leuchtet der Pfad; man könnte die Flut für Silberhaar halten. 25 Auf Erden ist nicht seinesgleichen; er ist geschaffen, um ohne Furcht zu sein. 26 Er schaut alle Hohen [furchtlos] an; er ist ein König über alle Stolzen.

    Jehova kann alles tun, was ihm in den Sinn kommt. Die Art und Weise, wie er Mensch, Tiere und die Pflanzenwelt erschaffen hat, beweist dies. Wenn er also absolut gerecht und ebenso allmächtig ist, dann muss es einen guten Grund geben, warum er diese schlimmen Dinge zuläßt.

    Schon allein Jehovas Frage, wer er denn ist, dass er den Höchsten zur Rechenschaft ziehen will, lässt Hiob zusammenzucken. So hatte er das ja nicht gemeint, er hätte nur zu gern gewußt: warum? Vielleicht hatte er ja doch unbemerkt gesündigt?

    Weitere Gedanken hierzu findet ihr hier:

  140. Juleam 31. Januar 2013 um 14:52 Link zum Kommentar

    Hiob 42 – denkt Jehova wirklich über Elihu anders, als über die anderen 3 „Freunde“?:

    1 Da antwortete Hiob dem Herrn und sprach: 2 Ich erkenne, dass du alles vermagst und dass kein Vorhaben dir verwehrt werden kann. 3 »Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis?« Fürwahr, ich habe geredet, was ich nicht verstehe, Dinge, die mir zu wunderbar sind und die ich nicht begreifen kann! 4 »Höre nun, ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!«

    5 Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen .6 Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und in Asche !

    7 Und es geschah, als der Herr diese Worte an Hiob vollendet hatte, da sprach der Herr zu Eliphas , dem Temaniter: Mein Zorn ist entbrannt über dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob.

    8 So nehmt nun sieben Jungstiere und sieben Widder und geht zu meinem Knecht Hiob und bringt sie als Brandopfer dar für euch selbst! Mein Knecht Hiob aber soll für euch bitten ; denn nur ihn werde ich erhören , dass ich gegen euch nicht nach eurer Torheit handle; denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob!

    9 Da gingen Eliphas, der Temaniter, und Bildad, der Schuchiter, und Zophar, der Naamatiter, und machten es so, wie der Herr es ihnen befohlen hatte. Und der Herr erhörte Hiob.

    10 Und der Herr wendete Hiobs Geschick, als er für seine Freunde bat; und der Herr erstattete Hiob alles doppelt wieder, was er gehabt hatte. 11 Und alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle seine früheren Bekannten kamen zu Hiob und aßen mit ihm in seinem Haus; und sie bezeugten ihm Teilnahme und trösteten ihn wegen all des Unglücks, das der Herr über ihn gebracht hatte, und schenkten ihm ein jeder eine Kesita und einen goldenen Ring.

    12 Und der Herr segnete das spätere Leben Hiobs mehr als sein früheres; er bekam 14 000 Schafe, 6 000 Kamele, 1 000 Joch Rinder und 1 000 Eselinnen. 13 Er bekam auch sieben Söhne und drei Töchter. 14 Und er gab der ersten den Namen Jemima, der zweiten den Namen Kezia und der dritten den Namen Keren-Happuch. 15 Und es wurden im ganzen Land keine so schönen Frauen gefunden wie Hiobs Töchter; und ihr Vater gab ihnen ein Erbteil unter ihren Brüdern. 16 Hiob aber lebte danach noch 140 Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Geschlecht. 17 Und Hiob starb alt und lebenssatt.

    Thom sagte, es könne auch an der Übersetzung liegen, dass im Urtext einfach nur Plural steht. Aber auch alle englischen Übersetzungen haben die Zahl 2 enthalten. Auf der anderen Seite werden ja auch nur die ersten drei Kumpels namentlich erwähnt. Scheinbar steht Elihu wirklich auf einem anderen Blatt für Jehova. Wobei dieser ja auch bereits den Bogen zur Schöpfung geschlagen hatte, als Jehova sich einmischt. Die zweite Hälfte von Kapitel 37 handelt davon.

    Aber vielleicht geht es hierbei auch um die Beweggründe der Redenden. Im Gegensatz zu uns kann Jehova ja jedem Einzelnen ins Herz sehen und vielleicht hat Elihu im Gegensatz zu den anderen lautere Beweggründe. Vielleicht sind die anderen dabei ja „etwas“ schadenfroh, dass es „diesen selbstgerechten“ Hiob erwischt hat – und Elihu will wirklich trösten und findet nur nicht sofort die rechten Worte.

    Denn Jehova sagt ja zu ihnen, dass Hiob – im Gegensatz zu ihnen selbst – die Wahrheit über Jehova geredet hatte. Und dies, obwohl dieser zeitweise sagt, dass Jehova selbst sein Feind sei – was ja nicht stimmt.

    Interessant finde ich hier zum Schluss auch den Aspekt, dass die meisten seiner Bekannten und Verwandten erst jetzt kommen, „um Hiob zu trösten“, nachdem Jehova ihn wieder hergestellt hat. Dabei hätte er sie während dessen viel dringender gebraucht. Warum waren sie zu der Zeit nicht für ihn da?

    Weitere Gedanken zu diesem Kapitel findet ihr hier:

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