Erstes Buch der Psalmen

Psalm 1 – 41
Buchrolle

thematische Verlinkung der Gedanken – sortiert nach Kapiteln

Thomas 2. Juni 2009 166 Kommentare Trackback URI Comments RSS

166 Kommentare zu “Erstes Buch der Psalmen”

  1. Juleam 10. April 2009 um 09:13 Link zum Kommentar

    Psalm 1 -3

    ach ja, ist das schön!!!!

    Ich hatte ganz vergessen, wie schön und ermunternd die Psalmen sind. Den ersten würde ich am Liebsten ganz reinkopieren, denn er macht Mut und gibt Hoffnung. Der zweite ist ja prophetisch und der dritte macht mir diesmal beim Lesen Mut.

    Das liegt wahrscheinlich daran, dass mir das Leben von König David noch ganz frisch in Erinnerung ist. David war voller Zuversicht, dass Jehova ihn auch aus Absaloms Händen befreien würde. Haben wir uns schon mal klar gemacht, was das eigentlich bedeutet hat?

    Ja, sicherlich hatte Jehova David auch aus Sauls Feindschaft befreit, aber wissen wir noch, wie lange das Ganze gedauert hatte? Wie lange Saul ihn verfolgt hatte und wieviel Entbehrungen David in der Zeit auf sich nehmen musste? Wissen wir noch, wieviele Jahre es noch nach Sauls Tod gedauert hatte, bis David endlich über ganz Israel herrschte?

    Vor diesem Hintergrund gewinnen die Worte von David im 3. Psalm noch viel mehr Gewicht!

    Auch wir wollen voller Geduld und Zuversicht und Glauben darauf vertrauen und darauf warten, dass Jehova auch uns von den Schadenstiftern befreien wird!

    „Mit meinem Gott kann ich Mauern erklimmen!“

    Haben wir persönlich ein solches Vertrauen in Jehova? Ich und meine Familie schon!

  2. Thomasam 11. April 2009 um 07:00 Link zum Kommentar

    Psalm 1

    Der Wachtturm vom 1979 schrieb:

    Willst du glücklich sein, so achte auf deinen Umgang
    JEMAND kann durch seinen Umgang entweder gut oder schlecht beeinflußt werden. Viele Personen, die begonnen haben, Drogen zu nehmen und zu rauchen oder ein unsittliches Leben zu führen, geben zu, daß dies auf ihre Freunde zurückzuführen ist. Anderen ist es gelungen, gesundheitsschädliche Gewohnheiten aufzugeben, indem sie entschiedene Anstrengungen unternahmen, keinen schlechten Umgang mehr zu pflegen und statt dessen mit Personen zu verkehren, die sich an Grundsätze halten.

    Wenn du daher echtes Glück und wahre Sicherheit wünschst, solltest du keinen Umgang mit Personen pflegen, die nicht lieben, was recht ist. Darauf wird in der Bibel nachdrücklich hingewiesen. In den Psalmen lesen wir zum Beispiel: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rate der Bösen gewandelt hat und nicht auf den Weg der Sünder getreten ist und nicht auf dem Sitz der Spötter gesessen hat“ (Ps. 1:1).

    Personen, die Gottes Wege außer acht lassen, können niemals glücklich werden. Als liebevoller Vater hat der Höchste nur solche Gesetze erlassen, die seinen vernunftbegabten Geschöpfen zum Wohl gereichen. Glücklich ist daher der Mensch, der sich in seinem Leben nicht nach dem „Rate“ der Gottlosen ausrichtet. Da er ihre Gedanken standhaft zurückweist, tritt er bestimmt nicht „auf den Weg der Sünder“. Das heißt, er ist nicht dort zu finden, wo sie sind; er wünscht ihre Gemeinschaft nicht. Er begibt sich daher nicht auf das niedrige Niveau, das in ihren Kreisen herrscht, sitzt nicht bei ihnen und spottet nicht über Gottesfürchtige.

    Natürlich besteht das Glück des Gerechten nicht einfach in einem Leben der Entsagung. Nein, er findet echte Freude an erbaulichen Dingen und füllt seinen Sinn und sein Herz mit Nützlichem. Im ersten Psalm heißt es weiter: „. . . [der] seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht“ (Ps. 1:2). Die eigentliche Freude des Gerechten rührt daher, daß er sein aufrichtiges Verlangen befriedigt, Jehovas Gesetz kennenzulernen und es anzuwenden. (Vergleiche Jakobus 1:25.) Es vergeht kein Tag, an dem er sich nicht mit geistigen Dingen befaßt.

    Gerechte Personen machen wie alle anderen Prüfungen durch, doch sie können diese genauso ertragen, wie ein gesunder Baum verhältnismäßig starken Stürmen zu trotzen vermag. Der Psalmist vergleicht den gottesfürchtigen Menschen passenderweise mit einem starken Baum an einem gutbewässerten Ort, indem er sagt: „Er wird gewißlich wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt, und alles, was er tut, wird gelingen“ (Ps. 1:3). Ein Baum, der an einer nicht versiegenden Quelle gepflanzt worden ist, verdorrt nicht in einer dürren Zeit oder in der Sommerhitze, sondern trägt Frucht. So rührt auch die Stärke gerechter Personen von einer nicht versiegenden Quelle her, nämlich von Jehova Gott. Mit der Hilfe des Geistes Gottes können sie durch Prüfungen und Schwierigkeiten verursachte Belastungen ertragen. Letzten Endes gelingt ihnen alles, weil sie hauptsächlich das Ziel verfolgen, als Diener des Allmächtigen seine Anerkennung zu behalten. Durch die Hitze der Gegnerschaft lassen sie sich von ihrem Entschluß nicht abbringen. Sie tragen als Personen, die Jehova Gott anerkennen, den Sieg davon.

    Mit den Bösen verhält es sich ganz anders. Sie scheinen eine Zeitlang zu gedeihen, doch genießen sie keine dauernde Sicherheit. Der Psalmist sagt weiter: „Die Bösen sind nicht so, sondern sind wie die Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Bösen nicht aufstehen im Gericht noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten. Denn Jehova nimmt Kenntnis vom Weg der Gerechten, aber der Weg der Bösen, er wird vergehen“ (Ps. 1:4-6).

    Die Bösen genießen somit keine größere Sicherheit als die Spreu beim Worfeln. Sie wird weggeblasen, während die schwereren Getreidekörner auf den Boden fallen. Genauso bleiben die Gerechten bestehen, aber die Bösen werden weggeblasen wie wertlose Spreu. Wenn die Bösen ins Gericht kommen, werden sie niemals Gottes Anerkennung erlangen, sondern werden verurteilt werden. Sie werden keinen Platz unter den Gerechten haben. Sünder werden nicht vortäuschen können, zu der Versammlung der Gerechten zu gehören.

    Der Grund, weshalb die Bösen von Jehova Gott nicht anerkannt und nicht unter Rechtschaffene eingereiht werden, besteht darin, daß der Allmächtige den „Weg der Gerechten“ kennt. Ja, er betrachtet ihre Lebensweise als annehmbar und belohnt sie entsprechend. Der „Weg der Gerechten“ besteht daher für alle Zeit, doch der der Bösen vergeht. Da die Bösen vergehen, endet ihr Weg oder ihre Lebensweise mit ihnen.

    Ja, der erste Psalm ermuntert uns herzlich, unsere Lust an Gottes Gesetz zu haben, während wir einen engen Umgang mit Personen vermeiden, die den Höchsten nicht wirklich lieben. Diese Handlungsweise wird dazu führen, daß wir als treue Diener Jehovas nicht nur einige wenige Jahre, sondern ewig glücklich sind.

  3. Thomasam 11. April 2009 um 07:02 Link zum Kommentar

    Psalm 2

    Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet ihrer.
    Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn, und in seiner Zornglut wird er sie schrecken.

    Nein – wir können den Allmächtigen nicht verspotten. Er sieht alles – und er setzt die Maßstäbe fest. Er hat auch seinen König eingesetzt. Wer ihm nicht gehorchen möchte, muss dies momentan auch nicht – aber wird dadurch seinen Zorn auf sich ziehen. Die Wahl hast du.

  4. Thomasam 11. April 2009 um 07:05 Link zum Kommentar

    Psalm 3

    Auf wen vertraust du? Enttäuscht von angeblichen Freunden? Oder sogar von den eigenen Familienangehörigen im Stich gelassen?

    Dann lies Psalm 3

    Zuversichtlich trotz Gefahr

    KÖNIG DAVID sah sich einer sehr schwierigen Situation gegenüber. Sein Sohn Absalom hatte sich zum König ausrufen lassen und einen Thronraub geplant. Dieser rebellische Sohn hatte ein so großes Gefolge gesammelt, daß David gezwungen war, aus Jerusalem, der Hauptstadt, zu fliehen. Dennoch setzte David weiterhin sein volles Vertrauen auf Jehova Gott.

    Das geht aus dem Lied hervor, das David komponierte, als er vor Absalom floh. Ein Bote berichtete ihm: „Das Herz der Männer Israels hat sich Absalom zugewandt“. Die Tatsache, daß es so weit gekommen war, überraschte David. Er fragte sich, wie das geschehen konnte und wie es Absalom möglich gewesen war, so viele Unterstützer zu gewinnen. Daher rief er gemäß Psalm 3 aus: „O Jehova, warum sind meiner Widersacher viele geworden? Warum stehen viele gegen mich auf?“.

    Die Lage war so bedrohlich, daß viele Israeliten schlußfolgerten, nicht einmal der Höchste sei in der Lage, David davor zu bewahren, vor Absalom und seinen Männern zu fallen. David sprach davon, als er sagte: „Viele sagen von meiner Seele: ,Es gibt keine Rettung für ihn bei Gott‘ “. Aber schwand Davids Zuversicht deswegen? Nein, denn er sagte weiter: „Und doch bist du, o Jehova, ein Schild um mich her, meine Herrlichkeit und der Eine, der mein Haupt emporhebt. Mit meiner Stimme werde ich zu Jehova selbst rufen, und er wird mir von seinem heiligen Berg antworten“.

    David betrachtete Jehova als den Einen, der ihn vor Unheil bewahren würde, wie ein Schild einen Krieger schützt. Als David vor Absalom floh, ging er barfuß und weinte, während sein Haupt verhüllt war. Bestimmt war sein Haupt gebeugt, weil er gedemütigt worden war. Dennoch zweifelte David nicht daran, daß ihn der Höchste Herrlichkeit verleihen und sein Haupt emporheben werde. Deshalb rief er Jehova um Hilfe an in der Zuversicht, von ihm erhört zu werden. Da die Bundeslade, ein Sinnbild der Gegenwart Jehovas, auf den Berg Zion gebracht worden war, konnte David passenderweise sagen, daß sein Gebet von Gottes heiligem Berg aus beantwortet werde.

    David hatte daher selbst bei Nacht, als die Gefahr eines Überraschungsangriffs am größten war, keine Angst und fürchtete sich nicht zu schlafen. Seine Worte lauten: „Was mich betrifft, ich will mich niederlegen, damit ich schlafe; ich werde bestimmt erwachen, denn Jehova selbst stützt mich ständig“. David brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, daß Jehova ihn retten konnte, und schrieb: „Ich werde mich nicht fürchten vor Zehntausenden von Menschen, die sich ringsum gegen mich aufgestellt haben. Steh auf, o Jehova! Rette mich, o mein Gott! Denn du wirst alle meine Feinde auf die Kinnbacke schlagen müssen. Die Zähne der Bösen wirst du zerbrechen müssen. Rettung gehört Jehova. Dein Segen ist auf deinem Volk“

    Davids Feinden die Zähne zu zerbrechen bedeutete, daß ihre Macht, Schaden zu stiften, gebrochen würde. Nur Jehova konnte eine solche Befreiung herbeiführen. Deshalb sagte der Psalmist anerkennend, daß ‘Jehova die Rettung gehört’. Bei dem Gedanken an seine persönlichen Schwierigkeiten fühlte sich David gedrängt, Gottes Volk als Ganzes zu berücksichtigen und Gottes Segen für das Volk zu erbitten.

    Wie David sollten auch wir nicht der Menschenfurcht nachgeben. Ungeachtet dessen, was böse Menschen tun mögen, wird Jehova sein Volk nicht verlassen und nicht zulassen, daß es von der Erde weggefegt wird. Mögen auch wir deshalb dem Höchsten weiterhin die Rettung zuschreiben

  5. Thomasam 12. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 4

    Wie ist das heute? Der eine Schreit und redet schlecht über einen anderen – und dem, der zuerst laut redet, wird geglaubt? Der, der sich schhweigend zurückzieht ist immer der Böse?

    Wie reagierte David auf Bedrängnis? Er ging in sein Bett und trug nur dem Allmächtigen seine Sorgen vor – und warte lange Zeit darauf, dass dieser für ihn aufstehen würde. David meinte, wir sollten zwar erregt sein, aber nicht durch Worte sündigen. Aber schon damals war es so, dass man Eitlem und Lügen nachlief. David war anders – und sagte deshalb:

    Jehova wird bestimmt Freude in mein Herz geben…
    In Frieden will ich mich niederlegen und auch schlafen,
    denn du, ja du allein, o Jehova ,
    läßt mich in Sicherheit wohnen.

    Nicht hohe Mauern, nicht ein großes Heer – nein der Allmächtige beschützt die jenigen, die ihn von Herzen lieben.

    In einem Nachschlagewerk heißt es:

    Psalm 4 unterscheidet sich von dem vorigen und von späteren ähnlichen Psalmen darin, dass er nicht einfach das Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringt, sondern nach Gerechtigkeit gegen die Männersöhne ruft, die alle Herrlichkeit, die dem Volke Jehovas und besonders Seinem König gehört, in Schande verkehren; doch Jehova hat den Frommen für Sich abgesondert. Das Licht des Angesichts Jehovas ist seine Hilfe.

  6. Thomasam 12. April 2009 um 07:02 Link zum Kommentar

    Psalm 5

    Kann jeder seine Klagen bei Jehova vorbringen, und kann damit rechnen, dass er ihnen zuhört?

    Der Psalmist zeigt deutlich, das der Allmächtige Gesetzlosigkeit und Lügner nicht akzeptiert. Auch wennn diese Gruppe von Menschen heute oft das Zepter in die Hand nehmen und den Gerechten unterdrücken, so zeigt der Psalmist, dass Jehova nur das Schreien des Gerechten anhört – und ihn befreien wird.

    Ist es einfach, weiterhin auf Gott zu vertrauen, wenn sich um den Gerechten herum scheinbar nur noch Gottlose, Lügner, Heuchler und anderes Gesindel scharen? Davids Leben zeigt: wer auf den Allmächtigen vertraut, ist wie hinter einem großen Schild – in Sicherheit, und hat Gottes Wohlgefallen.

    Nimm zu Ohren, Jehova, meine Worte, merke auf mein Nachsinnen!
    Horche auf die Stimme meines Schreiens, mein König und mein Gott! denn zu dir bete ich.
    Frühe wirst du, Jehova, meine Stimme hören, frühe werde ich mein Anliegen dir vorstellen und harren.
    Denn nicht ein Gott bist du, der an Gesetzlosigkeit Gefallen hat; bei dir wird das Böse nicht weilen.
    Nicht werden die Toren bestehen vor deinen Augen; du hassest alle, die Frevel tun.
    Du wirst vertilgen die Lügenredner; den Mann des Blutes und des Truges verabscheut Jehova.
    Ich aber, ich werde in der Größe deiner Güte eingehen in dein Haus, ich werde anbeten in deiner Furcht gegen deinen heiligen Tempel.
    Leite mich, Jehova, in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg. Denn in ihrem Munde ist nichts Zuverlässiges; ihr Inneres ist Verderben, ein offenes Grab ihr Schlund; ihre Zunge glätten sie.
    Laß sie büßen, o Gott; mögen sie fallen durch ihre Anschläge! Stoße sie hinweg wegen der Menge ihrer Übertretungen! denn sie sind widerspenstig gegen dich gewesen.
    So werden sich freuen alle, die auf dich trauen: ewig werden sie jubeln, und du wirst sie beschirmen; und in dir werden frohlocken, die deinen Namen lieben.
    Denn du wirst den Gerechten segnen; Jehova, mit Gunst wirst du ihn umgeben wie mit einem Schilde.

    In Psalm 5 vernehmen wir das Schreien des Gerechten unter Berufung auf den Charakter Gottes, der dem des Gerechten entsprechen muss und Ihn zwingt, auf den Gerechten zu hören und den Gesetzlosen zu richten. Wenn der Gerechte die Gottseligkeit liebt, so liebt Jehova sie sicherlich, wenn der Gerechte die Gesetzlosigkeit verabscheut, so tut es Jehova gewiss.

  7. Thomasam 12. April 2009 um 07:09 Link zum Kommentar

    Psalm 6

    Der Gerechte wird unterdrückt, und er fühlt sich alleingelassen. Haben Menschen ihn verurteilt? Sollte auch der Allmächtige ihn allein gelassen haben? Was wäre, wenn der Gerechte zu todegebracht wird? Nein, dann könnte er seinen Schöpfer nicht mehr erwähnen.

    Der Gerechte ist müde, weil viele Nächte, Tränen und Sorgen ihn nicht schlafen ließen. Die Ungerechten aber hatten Schlaf, weil diese wenig Sorgen haben. Aber David weiß, dass die Feinde des Gerechten ein Ende finden werden. Er sagt voller Hoffnung:

    Weichet von mir alle, die ihr Frevel tut! denn Jehova hat gehört die Stimme meines Weinens;
    Jehova hat mein Flehen gehört; mein Gebet nahm Jehova an.
    Alle meine Feinde werden beschämt und sehr bestürzt werden; sie werden umkehren, sie werden plötzlich beschämt werden

    In einem Nachschlagewerk heißt es:

    Die Gerechten sind unterdrückt, ihre Seele ist beängstigt, die Schwere der Drangsal lastet auf ihrem Geiste, und da ihr Gewissen nicht gereinigt ist, fürchten sie, dass Jehova im Zorn wider sie sei, und sie bitten, dass Jehova sie nicht strafen möge in Seinem Zorn, noch sie züchtigen in Seinem Grimm.

    Wohl haben sie als Nation diesen Zorn verdient, aber das erlöste Herz ruft im Blick darauf die Gnade an. Sie erwarten, durch Seine Güte gerettet, und zwar vom Tode gerettet zu werden, und fordern die Übeltäter auf, von ihnen zu weichen; denn Jehova hat die Stimme ihres Weinens gehört.

  8. Thomasam 13. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 7

    Bekanntes Sprichwort sagt:

    “Wer anderen eine Grube gräbt,
    fällt selbst hinein”

    Wo kommt dieses Sprichwort her?
    Genau aus Psalm 7!

    Wir wissen nicht genau, in welcher Situation David diesen Psalm schrieb, denn von den “Worten Kuschs” ist sonst nicht in der Bibel die Rede. David nimmt auf jeden Fall Zuflucht bei Jehova, anstatt sich zu rächen! Un d auch wenn es so aussieht – auch für David in dem Moment so aussieht, als würde der Böse gewinnen, weiß er doch, das es Besser ist auf den Allmächtigen zu warten und dann mit Jehova zu freunen, wenn dieser für Gerechtigkeit gesorgt hat.

    O Jehova, mein Gott, zu dir habe ich Zuflucht genommen.
    Rette mich vor all denen, die mich verfolgen, und befreie mich,
    Damit niemand meine Seele zerreißt wie ein Löwe,
    [Mich] wegreißt, wenn kein Befreier da ist.
    O Jehova, mein Gott, wenn ich dies getan habe,
    Wenn irgendein Unrecht an meinen Händen ist,
    Wenn ich mit Bösem heimgezahlt habe dem mich Belohnenden
    Oder [wenn] ich irgendeinen ausgeplündert habe, der mich erfolglos befeindete,
    So möge ein Feind meiner Seele nachjagen
    Und möge mich ereilen und mein Leben sogar zur Erde niedertreten
    Und meine eigene Herrlichkeit im Staub weilen lassen. Sẹla.
    Erheb dich doch, o Jehova, in deinem Zorn;
    Steh auf bei den Zornausbrüchen derer, die mich befeinden,
    Und erwache doch für mich, [da] du für das Gericht Befehl erteilt hast.
    Und die Gemeinde von Völkerschaften, sie möge dich umgeben,
    Und kehre du doch gegen sie zurück zur Höhe.
    Jehova selbst wird das Urteil über die Völker sprechen.
    Richte mich, o Jehova, nach meiner Gerechtigkeit
    Und nach meiner unversehrten Lauterkeit in mir.
    Möge bitte die Schlechtigkeit der Bösen ein Ende nehmen,
    Und mögest du den Gerechten aufrichten;
    Und Gott als Gerechter prüft Herz und Nieren.
    Der Schild für mich ist bei Gott, einem RETTER derer, die rechtschaffenen Herzens sind.
    Gott ist ein gerechter Richter,
    Und Gott schleudert Strafankündigungen jeden Tag.
    Wenn jemand nicht umkehren wird, so wird er SEIN Schwert schärfen,
    SEINEN Bogen wird er bestimmt spannen, und er wird ihn [zum Abschießen] bereitmachen.
    Und er muß sich die Werkzeuge des Todes bereiten;
    SEINE Pfeile wird er zu Brandpfeilen machen.
    Siehe! Da ist jemand, der schwanger ist mit Schädlichem,
    Und er hat Unheil empfangen und wird bestimmt Falschheit gebären.
    Eine Grube hat er ausgehoben, und er ging daran, sie zu graben;
    Doch er wird in das Loch fallen, [das] er dann gemacht hat.
    Sein Unheil wird auf sein eigenes Haupt zurückkommen,
    Und auf den Scheitel seines Hauptes wird seine eigene Gewalttat niederfahren.
    Ich werde Jehova lobpreisen nach seiner Gerechtigkeit,
    Und ich will dem Namen Jehovas, des Höchsten, Melodien spielen

    Haben auch wir so ein Gottvertrauen? Oder sind wir vielleicht eher die, die David hier als „die schwanger mit Schädlichen gehen“ bezeichnet? Gehören wir zu denen, die anderen eine Grube graben? Wenn das so sein sollte, müssen wir unseren Lebenswandel ändern, bevor Gott zu Gericht sitzt, denn ER wird Unrecht wiedergutmachen!

    Psalm 7 ist eine Anrufung Jehovas aufgrund des gerechten, ja, selbst mehr als gerechten Verhaltens der Heiligen gegen ihre Feinde: Jehova möge aufstehen und erwachen zu dem Gericht, das Er befohlen hat, damit durch die Rettung des Überrestes mittels des Gerichts die Schar der Völkerschaften der Erde Ihn umringe! Dann wird Er die Völker richten. Das zukünftige Gericht wird hier also in bestimmter Weise dargestellt. Doch noch ein anderer Punkt wird hervorgehoben: der Herr richtet (oder beurteilt) den Gerechten; wenn aber ein Mensch nicht umkehrt, sondern in seiner Gesetzlosigkeit vorangeht, so wird Sein Zorn ihn verfolgen.

  9. Thomasam 13. April 2009 um 07:03 Link zum Kommentar

    Psalm 8

    Wir Menschen, als Krone der Schöpfung!
    Oder als Endprodukt der Evolution?

    Auf jeden Fall wissen wir zu jeder Zeit immer “genau Bescheid”.
    Wir wussten, dass die Erde eine Scheibe ist – obwohl die Bibel von einer Kugel sprach!
    Wir wissen heute, was Wissenschaftler vermuten, aber noch nicht bewiesen haben.
    Wenn wir aber das nehmen, was der Allmächtige uns sagt, haben wir gute Karten, um durch das Leben zu kommen und dabei auch noch sein Herz zu erfreuen!

    Wenn wir darauf achten, was der Allmächtige alles erschaffen hat – und wir nutzen die in der Schöpfung oder Natur gemachten Zeichen von/über den Almächtigen oft gar nicht richtig. Schätzen wir doch, was wir sehen! Selbst Kinder können mehr über den Schöpfer in der Natur lernen, und so dem Allmächtigen näher kommen.

    O Jehova, unser Herr, wie majestätisch ist dein Name auf der ganzen Erde,
    Du, dessen Würde über den Himmeln bekanntgemacht wird!
    Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du Stärke gegründet
    Um derer willen, die dich befeinden,
    Um den Feind und den Rachgierigen aufhören zu lassen.
    Wenn ich deine Himmel sehe, die Werke deiner Finger,
    Den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
    Was ist [der] sterbliche Mensch, daß du seiner gedenkst,
    Und der Sohn des Erdenmenschen, daß du für ihn sorgst?
    Auch gingst du daran, ihn ein wenig geringer zu machen als Gottähnliche,
    Und mit Herrlichkeit und Pracht kröntest du ihn dann.
    Du läßt ihn herrschen über die Werke deiner Hände;
    Alles hast du unter seine Füße gelegt:
    Kleinvieh und Rinder, sie alle,
    Und auch die Tiere des freien Feldes,
    Die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres,
    Alles, was die Pfade der Meere durchzieht.
    O Jehova, unser Herr, wie majestätisch ist dein Name auf der ganzen Erde!

    In dem ganzen 8. Psalm gibt sich eine besondere Erhabenheit und Kraft kund, der großen Errettung angemessen, die in ihm gepriesen wird. Wie klein ist doch der Mensch der Schöpfung gegenüber! Was ist er, wenn wir das große und herrliche Weltall betrachten Nichts. Doch wirf
    einen Blick auf Christum, und alle jene Herrlichkeiten der Schöpfung verbleichen vor der Vortrefflichkeit Dessen, dem alles unterworfen ist. Ja, die geschaffenen Dinge selbst empfangen durch Seine Herrlichkeit neuen Glanz. In Ihm ist der Mensch wirklich groß und steht über allem,
    in Ihm, dem Sohne des Menschen, der über alle Dinge gesetzt ist

  10. Thomasam 13. April 2009 um 07:11 Link zum Kommentar

    Psalm 9

    Niemals werden diejenigen, die auf Jehova vertrauen und ihn wirklich kennen, enttäuscht werden. Auch wenn in Vers 12 von “vergossem Blut” und “Dem Geschrei der Niedergedrückten” die Rede ist – Jehova wird sich daran erinnern – und für GERECHTIGKEIT eintreten! Er wird es an gesetzeslosen Lügnern und Heuchlern rächen.

    Können wir darauf warten, auch in der Gefahr hin, dass wir erst einmal zu denen gehören, die in Vers 12 genannt werden? Oder nehmen wir lieber selbst die “Rache in die Hand” und machen uns damit den Übelgesinnten gleich?

    Wenden wir uns jetzt zur näheren Betrachtung des 9. Psalmes. Er zeigt uns Jehova, den Höchsten – die Namen Gottes in Verbindung mit den Juden und der Erfüllung der dem Abraham gegebenen Verheißungen im Tausendjährigen Reiche -, wie Er das Volk durch Gericht von der Unterdrückung seitens der Heiden befreit und den Gesetzlosen vertilgt.

    Der Demütige und Unterdrückte preist also in diesem leitenden Psalm Gott mit seinem ganzen Herzen unter dem doppelten Namen “Jehova” und “Höchster” [1]. Die Vernichtung seiner Feinde ist nicht bloß ein menschlicher Sieg; sie straucheln und kommen um vor dem Angesicht Jehovas Elohim.

    Die Verse 6 und 7 enthalten einen sehr wichtigen Grundsatz für den Glauben aller Zeiten, der sich aber am Ende der Tage in Wirklichkeit bewähren wird. die Anstrengungen des Feindes sind hier nur für eine Zeit; er kann, wenn Gott es erlaubt, das gegenwärtige Wohlergehen zerstören; der Herr aber thront ewiglich.

  11. Juleam 13. April 2009 um 09:18 Link zum Kommentar

    Psalm 7 – 9

    Psalm 7

    Wir müssen uns sebst und unsere Beweggründe immer wieder überprüfen, ob sie noch o.k. sind. Denn wie sonst kann ich Jehova bitten, mich auf Herz und Nieren zu prüfen?

    Wir müssen darauf achten, dass wir uns ein gutes Herz und ein gutes Gewissen bewahren.

    Psalm 7:14

    Siehe! Da ist jemand, der schwanger ist mit Schädlichem,
    Und er hat Unheil empfangen und wird bestimmt Falschheit gebären.

    es kommt nicht von Jetzt auf Gleich, dass wir uns von der Wahrheit abwenden. Wir haben also Zeit, uns und unsere Beweggründe zu ändern.

    Psalm 8:4

    Was ist [der] sterbliche Mensch, daß du seiner gedenkst,
    Und der Sohn des Erdenmenschen, daß du für ihn sorgst?

    Wir sollten Jehovas Liebe und Fürsorge nicht als selbstverständlich nehmen – sondern als eine kostbare wertvolle Gabe wertschätzen.

  12. Thomasam 14. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 10

    Ein Psalm der treffend das beschreibt, was wir, und mit uns viele wahre Anbeter, heute durchmachen – umzingelt von Lügnern, Heuchlern, von Bösen, die durch ihr ganzes Handeln sagen „es gibt keinen Gott“!

    Da werden die Liebesbriefe als Fälschungen abgetan, und eigene Taten dem ehemaligen Partner zugeschoben – eine Sache, die wohl nicht erst in den letzten Jahren vorgekommen ist, denn selbst der Wachtturm von 1995 wendet Psalm 10 auf diese bösen Menschen an, indem er schreibt:

    Stolzes Mißachten Jehovas
    Weitere für einen bösen Menschen bezeichnende Merkmale werden in Psalm 10 aufgeführt. Wir lesen dort: „In seinem Hochmut jagt der Böse dem Niedergedrückten hitzig nach; . . . er hat Jehova nicht Respekt gezollt“ (Psalm 10:2, 3). Wie sollten wir gegenüber einem Gott hingegebenen Christen eingestellt sein, der stolz ist und Jehova keinen Respekt zollt? Zweifellos ist eine derartige Geisteshaltung böse. Sündigt jemand infolge von Schwachheit, dann wird er bereuen, sobald er sich seiner Sünde bewußt wird oder man ihn darauf aufmerksam macht, und sich angestrengt bemühen, sein Leben in Ordnung zu bringen (2. Korinther 7:10, 11). Was aber wird im Gegensatz dazu einen Menschen, der aufgrund eines grundlegenden Mangels an Achtung vor Jehova sündigt, davon abhalten, immer wieder zu seinem sündigen Lauf zurückzukehren? Wenn er stolz ist, obwohl man ihm im Geist der Milde Rat erteilt, wie kann er dann die nötige Demut aufbringen, um aufrichtig und von Herzen zu bereuen?
    Beachten wir auch die weiteren Worte Davids im gleichen Psalm: „Wie kommt es, daß der Böse Gott nicht Respekt gezollt hat? Er hat in seinem Herzen gesagt: ‚Du wirst keine Rechenschaft fordern‘ “ (Psalm 10:13). Angewandt auf die Christenversammlung, kann man sagen, daß der böse Mensch den Unterschied zwischen Recht und Unrecht kennt, aber er zögert nicht, das Unrechte zu tun, wenn er den Eindruck hat, er käme ungestraft davon. Solange er nicht befürchten muß, entlarvt zu werden, läßt er seinen sündigen Neigungen ungehemmt freien Lauf. Kommen seine Sünden ans Tageslicht, wird er — im Gegensatz zu David — Zucht listig zu umgehen suchen. Ein solcher Mensch ist Jehova gegenüber äußerst respektlos. „Es gibt keinen Schrecken Gottes vor seinen Augen. . . . Was schlecht ist, verwirft er nicht“ (Psalm 36:1, 4).

    Aber David war sich dessen gewiß: Jehova greift ein, und wird dann den Bösen für immer beseitigen. Hast auch du diese Hoffnung?

    in einem Nachschlagewerk heißt es:

    Psalm 10 schildert seinem Hauptinhalt nach den Zustand der Dinge in den letzten Tagen, bis Jehova zum Gericht aufsteht, und im Besonderen den Charakter des Gesetzlosen (denn an seinem Charakter wird er erkannt)…

    Der Gesetzlose handelt in seinem Stolz nach dem Sichtbaren, während der Gerechte durch den Glauben an das, was Jehova ist, durch den Glauben an Ihn, in seinem Tun geleitet wird. Der Gesetzlose rühmt sich des Gelüstes seiner Seele und schätzt den glücklich, welchen Jehova verabscheut. Er verfolgt gewissenlos seine Pläne, indem er den Elenden durch List zu verderben sucht, und denkt, dass Gott denselben vergessen habe. Wie gut kann Christus dem Überrest in diesen Umständen helfen! Die Elenden schreien unter dem Druck; warum steht Jehova fern und verbirgt Sich in der Zeit der Drangsal?
    Freilich sind diese Elenden noch weit entfernt von den Leiden, in denen Christus Sich befand; doch geht sozusagen der Schatten dieser Leiden über sie hin; aber sie können auf Gott hoffen. So rufen sie in Vers 12 zu Gott, dass Er Seine Hand erheben und der Elenden nicht vergessen möge; warum sollte der Gesetzlose Gott verachten? Jehova hat es gesehen und wird vergelten; der Arme übergibt sich Ihm.
    Der Schluss des Psalmes, von Vers 16 an, rühmt das Eingreifen Jehovas als Antwort auf das Schreien der Elenden sowie die daraus entstehenden Folgen. „Jehova ist König immer und ewiglich; die Nationen sind umgekommen aus seinem Lande.“ Das ist das öffentliche Gericht.
    Dann kommt das Geheimnis Jehovas: „Den Wunsch der Sanftmütigen hast du gehört.“ Er hat ihr Herz befestigt, und dann hat Sein Ohr aufgemerkt; und die Folge davon ist das Gericht, indem Er Richter ist für die Waise und den Unterdrückten, damit der Mensch, der von der Erde ist – der, welcher seine Kraft und Hoffnung auf der Erde hat -, hinfort nicht mehr schrecke.

  13. Thomasam 14. April 2009 um 07:04 Link zum Kommentar

    Psalm 11

    Die Grundlagen der Menschheit sind erschüttert? Man kann sich weder auf Recht noch auf Familie verlassen? Deshalb flieh in die Berge? Nein – flieh zu Jehova! Der Allmächtige hasst das Böse, aber auch den Menschen, der sein Herz an bösen Dingen erfreuen läßt.
    Kann man Gott täuschen? David sagt hier: Nein, denn Gott prüft den Gerechten und den Bösen!

    Der Wachtturm schrieb 1979 eine treffene Zusammenfassung dieses Psalms:

    Jehova, eine sichere Zukunft
    WAS kann man tun, wenn Recht und Ordnung zusammenbrechen, wenn es unmöglich erscheint, gerecht behandelt zu werden? Wohin kann man sich wenden? Der Psalmist David befand sich einmal in einer solchen Situation. Er setzte sein ganzes Vertrauen auf den Höchsten und sagte: „Zu Jehova habe ich Zuflucht genommen“ (Ps. 11:1).
    War das aber vernünftig? Andere waren nicht dieser Meinung. Sie rieten David und seinen Gefährten, in die Berge zu fliehen, vielleicht in einer Höhle Zuflucht zu nehmen, und zwar eilends wie ein Vogel, der in Gefahr ist. Doch der Psalmist hörte nicht auf sie, offensichtlich deshalb nicht, weil eine solche Flucht unter den damaligen Umständen mangelnden Glauben an Jehova verraten hätte, den Einen, der für Sicherheit sorgen kann. David entgegnete seinen Ratgebern: „Wie wagt ihr, zu meiner Seele [zu mir] zu sagen: ,Fliehe wie ein Vogel zu eurem [Mehrzahl; bezieht sich offensichtlich auf David und seine Gefährten] Berge!‘?“ (Ps. 11:1).
    Weshalb gaben bestimmte Männer David einen solchen Rat? Ihre Überlegung war: „Denn siehe! die Bösen selbst spannen den Bogen, sie machen ihren Pfeil auf der Bogensehne bereit, um im Dunkel auf die von Herzen Rechtschaffenen zu schießen. Wenn die Grundfesten selbst umgerissen werden, was soll der Gerechte tun?“ (Ps. 11:2, 3). Nach ihren Worten hatten die Bösen ihren Bogen bereitgemacht, um auf Gerechte zu schießen, und zwar „im Dunkel“, im Schutze der Dunkelheit. Sie hielten den Bogen nicht nur, sondern hatten bereits den Pfeil in die Bogensehne gelegt und auf die von Herzen Rechtschaffenen gezielt. Davids Ratgeber konnten dem Sinne nach weiter argumentieren: „Die Grundfesten der Gesellschaft — Gerechtigkeit, Recht und Ordnung sind umgerissen worden. Was bleibt also einem Gerechten anderes übrig, als zu fliehen? Er kann nichts ändern; er kann keine gerechte Behandlung erwarten.“
    Was antwortete David darauf? „Jehova ist in seinem heiligen Tempel. Jehova — in den Himmeln ist sein Thron. Seine eigenen Augen schauen, seine eigenen strahlenden Augen prüfen die Menschensöhne. Jehova selbst prüft den Gerechten wie auch den Bösen, und jeden, der Gewalttat liebt, haßt Seine Seele gewiß. Er wird auf die Bösen Fallstricke, Feuer und Schwefel herabregnen lassen und Glutwind als den Teil ihres Bechers. Denn Jehova ist gerecht; er liebt zweifellos gerechte Taten. Die Rechtschaffenen sind es, die sein Angesicht erblicken werden“ (Ps. 11:4-7).
    David war überzeugt, daß er bei Jehova nicht umsonst Zuflucht suchte. Er war sich bewußt, daß der Höchste, der Eine, der seinen Thron in den höchsten Himmeln hat, aufmerkt. Jehovas Augen erspähen selbst das Innerste. Ihm entgeht nichts. Jehovas Augen sind auf die Gerechten gerichtet. Daher weiß er, was sie benötigen, und kommt ihnen zu Hilfe. Andererseits haßt der Höchste gewalttätige Menschen, und da er sie prüft, kommt mit Sicherheit Unheil über sie. Es kommt zwangsläufig die Zeit, wo die Bösen gezwungen sein werden, den zum Tode führenden Trank der Gerichte Jehovas einzunehmen, die mit Fallstricken, Feuer, Schwefel und einem Glutwind, durch den die Vegetation verdorrt, zu vergleichen sind. Niemand wird der Vollstreckung der Urteile Gottes entrinnen können. Es wird gleichsam Fallstricke oder Schlingen vom Himmel herabregnen. Da Jehova selbst gerecht ist und gerechte Taten liebt, werden die Aufrichtigen eine großartige Rettung erleben. Als ein Zeichen der Liebe und Anerkennung wird Gott ihnen sein Angesicht zuwenden. So werden sie als Personen, die den Segen und die Gunst Gottes genießen, sozusagen sein Angesicht sehen.
    Ja, die Worte des Psalmisten können in schwierigen Zeiten für uns eine echte Quelle des Trostes sein. Natürlich gibt es Zeiten, wo es vernünftig ist, vor der Gefahr zu fliehen, was auch David tat, als er wegen der Auflehnung Absaloms Jerusalem verließ. Auch Jesus Christus wies seine Nachfolger an: „Wenn man euch in einer Stadt verfolgt, so flieht in eine andere“. Durch die Worte des Psalmisten werden wir indes vor einer übereilten Handlung gewarnt, die mangelnden Glauben an Jehova erkennen ließe. Wenn wir beständig auf den Höchsten als unsere Zuflucht blicken, sichern wir uns sein Wohlgefallen. Er wird uns nicht im Stich lassen.

    in einem Nachschagewerk heißt es

    Psalm 11 zeigt uns, wie der Gerechte den Gedanken zurückweist, als müsse er gegenüber der gottlosen Bosheit, derer, die Gott nicht fürchten, hilflos verzagen. Er vertraut auf Jehova. Doch die Gesetzlosen suchen mit aller Kraft die von Herzen Aufrichtigen zu verderben. Und wenn alle menschliche Hilfe, alles, worauf eine Hoffnung für die Erde sich gründen könnte, versagt, was tut dann der Gerechte? Jehova steht so fest wie immer. Er ist in Seinem heiligen Palast, hat Seinen Platz auf der Erde, einen Platz, den der Glaube anerkennt, mag er auch noch so sehr verwüstet sein, und Sein Thron ist in den Himmeln: dorthin kann kein Übel nahen, und Sein Thron herrscht über alles.
    Doch noch mehr als das: wenn Gott auch in sicherer Ruhe wohnt, weil Er der Allmächtige und im Himmel über allem Übel weit erhaben ist, so blickt Er doch auf die Erde. Er regiert sie, denn darum handelt es sich hier wie überhaupt im ganzen Alten Testament, nicht um das himmlische
    Teil der Versammlung. „Seine Augen schauen, Seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.“
    Das ist eine überaus ernste und tröstliche Wahrheit für die, welche in Trübsal sind. Doch die Regierungswege Gottes werden uns noch weiter offenbart: „Jehova prüft den Gerechten.“ Das lehrt uns die Geschichte Hiobs, die ein Bild von dem ist, was Israel begegnet. Der gegenwärtige
    Zustand der Dinge ist keineswegs eine Offenbarung der Regierung Gottes. Wohl weiß der Glaube, dass Gott alles in Seiner Hand hält und dass alle Dinge denen, die Ihn lieben, zum Guten mitwirken; aber die unmittelbare Regierung Gottes, so dass der gegenwärtige Zustand der Dinge
    das Ergebnis des Urteils Gottes über das Gute und Böse hienieden darstellte, wird jetzt nicht ausgeübt. Wenn es der Fall wäre, so könnte das Böse nicht geduldet werden; der Gerechte würde
    blühen, und alles, was er tut, würde gelingen. Aber dem ist nicht so. … Was aber alle Seine Heiligen betrifft, so prüft Er sie; auf die Gesetzlosen, die Er hasst, wird Er Gericht, Schlingen, Feuer und Schwefel regnen lassen, denn der gerechte Gott liebt die Gerechtigkeit, Sein Angesicht
    schaut den Aufrichtigen an. … Gott schaut den Gerechten an, Gott prüft ihn, und Er wird zu Seiner Zeit das Gericht ausüben. „Gerecht ist Jehova, Gerechtigkeiten liebt Er.“
    Das ist die allgemeine Grundlage für das Vertrauen und den Wandel der Frommen; doch sind sie nicht unempfindlich für das Böse, aber sie können es dem Herrn vorstellen, und das ist der Gegenstand von Psalm 12

  14. Thomasam 14. April 2009 um 07:09 Link zum Kommentar

    Psalm 12

    Haben wir nicht oft den selben Eindruck wie der Psalmist, der schrieb

    Errette [mich] doch, o Jehova, denn der Loyalgesinnte hat ein Ende genommen;
    Denn treue Menschen sind von den Menschensöhnen verschwunden.
    Unwahrheit reden sie fortwährend einer zum anderen;
    Mit glatter Lippe reden sie beständig, ja mit doppeltem Herzen
    Die da gesagt haben: „Mit unserer Zunge werden wir uns überlegen zeigen.
    Unsere Lippen sind mit uns. Wer wird Herr über uns sein?“
    Die Bösen wandeln ringsumher,
    Denn Gemeinheit wird erhöht unter den Menschensöhnen.

    Man hat heut den Eindruck, dass man es nur zu etwas bringt, wenn man so tut, als würde man Gott dienen, aber in Wírklichkeit sein eigenes Ding durchzieht. Lügner und Betrüger scheinen weit zu kommen und „das Sagen“ zu haben. So lügt man vor Behörden und Gerichten, die aber garnicht darauf aus sind, die Wahrheit herauszufinden. Wie gut, das der Psalmist aber auch zu dem Schluß kommt:

    Jehova wird alle glatten Lippen wegtilgen,
    Die Zunge, die große Dinge redet,
    „Wegen der Ausplünderung der Niedergedrückten, wegen des Seufzens der Armen
    Werde ich zu dieser Zeit aufstehen“, spricht Jehova.
    „Ich werde [ihn] in Sicherheit setzen vor dem, der ihn anschnaubt.“
    Die Reden Jehovas sind lautere Reden,
    Wie Silber, geläutert im Schmelzofen der Erde, siebenmal gereinigt.
    Du selbst, o Jehova, wirst sie behüten;
    Du wirst jeden vor dieser Generation bewahren auf unabsehbare Zeit.

    Der Psalmist David schrieb über diesen Gebrauch der Zunge folgendes: „Jehova wird alle glatten Lippen wegtilgen, die Zunge, die große Dinge redet, die da gesagt haben: ,Mit unserer Zunge werden wir obsiegen‘ “ (Ps. 12:3, 4). Die Zunge solcher Menschen prahlte wirklich, sie brachte starkes Selbstbewußtsein zum Ausdruck. Diese bösen Menschen, die die Geringen in Israel bedrückten, glaubten nicht an Gott und an die Vollstreckung seines Gerichtsurteils. Sie glaubten, daß sie durch ihre mit der Zunge geformten Worte ihre bösen Absichten ungestraft erreichen könnten.

    In einem Nachschlagewerk heißt es

    Psalm 12
    „Rette, Jehova! denn der Fromme ist dahin.“ Jehova wird alle stolzen und schmeichelnden Lippen ausrotten. Hochmut und Trug, das ist der Charakter des Gesetzlosen. Er kennt weder Hindernis noch Zügel für seinen Willen; er sagt: „Wer ist unser Herr?“
    Aber gerade weil er die Armen unterdrückt, steht Jehova auf. Die Worte Jehovas, worauf diese Armen sich stützten, und die Hilfe verhießen als notwendiges Zeugnis für den Charakter Jehovas, auf den sie schauten, sind reine, wohlgeläuterte Worte. Sie werden unfehlbar die verheißene Frucht tragen; es ist nichts Betrügliches in ihnen. Jehova wird Seine Armen bewahren vor dem Geschlecht der Gesetzlosen.
    Aber die Gesetzlosen haben freien Spielraum, „wenn die Gemeinheit erhöht ist bei den Menschenkindern“.

    Es lohnt sich also, diese schwere Zeit durchzuhalten, und für die Wahrheit einzustehen, weil ebendarum wird der Allmächtige eingreifen, und die Bösen beseitigen. Wenn alle Menschen sich zum Bösetun verdrehen lassen würden, hätte der Schöpfer keinen Grund einzugreifen. Also stehe FEST und halte nach der Rettung durch den Allmächtigen ausschau!

  15. Juleam 14. April 2009 um 09:20 Link zum Kommentar

    Psalm 10 – 12

    da bleibt ja nicht mehr viel zu sagen, oder? Auch ich könnte die Psalmen komplett hier rein kopieren.

    Schöne Gedanken hat mein Liebster hier aus den Publikationen und dem Nachschlagewerk hier reinkopiert.

    Psalm 10:1

    Warum, o Jehova, stehst du ständig in der Ferne?
    [Warum] hältst du dich verborgen in Zeiten der Bedrängnis?

    Manchmal geht es uns so schlecht, dass wir meinen, Jehova habe uns verlassen – dabei trägt er uns gerade, nur wir bekommen es nicht mit.

    Siehe auch das Gedicht „Spuren im Sand“.

  16. Juleam 14. April 2009 um 09:24 Link zum Kommentar

    Spuren im Sand

    Ich träumte mal – und schau –
    ich lief am Strand bei Ebbe, durch die Weite.
    Ich war da aber nicht alleine,
    denn auch Jehova lief an meiner Seite.
    Wir liefen so gemeinsam durch den feinen Sand,
    eine Spur von Schritten, zwei an zwei,
    Jehova Gott lief an meiner Hand.
    Dann hielt ich an und schaute hinter mich
    und betrachte meinen Lebenspfad,
    die Zeiten voll Glück und Freude,
    von tiefem Schmerz und ohne Rat.

    Ich schaute genau auf die Spuren hin,
    ich sah den ganzen Weg entlang dahin,
    wo es gerade am Schwersten war
    war der Schritte nur ein Paar.
    Ich sagte dann: „Oh, Jehova warum? Warum gerade da,
    als ich selbst keinen Ausweg mehr sah,
    als ich dich brauchte, zu jeder Zeit des Tages,
    auf dem schwierigsten Teil des Pfades?“

    Jehova blickt mich an voll Liebe,
    und antwortet auf mein Fragen:
    „Mein liebes Kind, als es dir am Schwersten war,
    …… da hab ich dich getragen!

  17. Thomasam 15. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 13

    Das Gefühl, ganz allein zu stehen, kann einen dazu drängen, Dinge zu tun, die man später ungeschehen machen möchte. David kannte dieses Gefühl ABER er suchte städnig halt bei seinem Schöpfer. Doch was, wenn man das Gefühl hat, Gott würde einem im Gebet nicht mehr zuhören?

    Wie lange wird mich Gott vergessen?
    HAST du schon einmal gedacht — als du große Härten und Schwierigkeiten zu erdulden hattest —, Gott habe dich völlig vergessen? Hast du dich gefragt, ob du dir vielleicht sein Mißfallen zugezogen habest, da er dir bei der Lösung dringender Probleme nicht half?
    Diese Gedanken kamen David, und zwar wahrscheinlich zu der Zeit, als er von König Saul verfolgt wurde, oder später, als sich sein Sohn Absalom gegen ihn erhob. Doch ganz gleich, wann es war, David war wegen der vielen Prüfungen, die er durchzumachen hatte, jedenfalls sehr niedergeschlagen, und er fragte sich, ob Jehova ihn vergessen habe. Er fühlte sich gedrängt auszurufen: „Wie lange, o Jehova, wirst du mich vergessen? Für immer? Wie lange wirst du dein Angesicht vor mir verbergen?“ (Ps. 13:1). David schien es, als habe Jehova aus Mißfallen sein Angesicht verborgen und komme ihm nicht zu Hilfe. Daher fragte er weiter: „Wie lange soll ich Widerstreben in meiner Seele hegen, Kummer in meinem Herzen bei Tage?“ Das mag bedeuten, daß er sich fragte, wie lange es ihm überlassen bleibe, sich selbst etwas auszudenken, um sich der betrüblichen Lage zu widersetzen, in der er sich befand, und wie lange der Kummer, den er im Herzen hegte, anhalten werde.
    Als nächstes wirft der Psalmist die Frage auf: „Wie lange wird mein Feind über mich erhöht sein?“ Von Jehova anscheinend verlassen, fragte er sich somit, wie lange seine Feinde die Oberhand behalten würden. Er läßt dieser Frage die Bitte folgen: „Schaue auf mich, antworte mir, o Jehova, mein Gott! Erleuchte doch meine Augen, daß ich nicht im Tod entschlafe, daß mein Feind nicht sage: ,Ich habe ihn überwunden!‘, daß meine Widersacher selbst nicht frohlocken mögen, weil ich zum Wanken gebracht werde“ (Ps. 13:2-4). Ja, David wünschte sich sehnlichst, der Höchste möge seine Bitte erhören und ihm zu Hilfe kommen sowie ihn im Geist aufrichten, damit seine Augen ‘leuchten’ oder strahlen würden. Er wünschte, am Leben zu bleiben, damit seine Feinde nicht folgern könnten, sie hätten den Sieg über ihn davongetragen, und damit sie nicht schadenfroh denken könnten, er sei ins Wanken geraten und auf eine Weise zu Fall gekommen, daß er sich nicht mehr erholen könnte.
    Wenngleich David dachte, Jehova habe ihn verlassen, so behielt er doch einen starken Glauben. Das geht aus seinen abschließenden Worten hervor: „Was mich betrifft, ich habe auf deine liebende Güte vertraut; es frohlocke mein Herz in deiner Rettung. Ich will dem Jehova singen, denn er hat mich in belohnender Weise behandelt“ (Ps. 13:5, 6). Trotz der bestehenden Schwierigkeiten vertraute David auf Jehovas liebende Güte oder sein tätiges mitfühlendes Interesse und wartete hoffnungsvoll und freudig darauf, aus seinen Prüfungen befreit zu werden. Er erinnerte sich daran, daß ihn Jehova auf belohnende Weise behandelt hatte, und beschloß, weiterhin Lieder des Lobpreises zu singen.
    Wie David sollten wir nie vergessen, was Jehova Gott alles Wunderbares für uns getan hat. Als Zeichen seiner außerordentlichen Liebe gab er seinen einziggezeugten Sohn dahin. Seitdem wir den Höchsten kennengelernt haben, haben auch wir als Antwort auf unsere Gebete seine liebevolle Fürsorge und Hilfe verspürt. Da wir wissen, wie unser Schöpfer mit seinen Dienern als Gruppe und als einzelnen handelt, dürfen wir davon überzeugt sein, daß er uns in der Stunde der Not stärken wird. Wenn wir eine besonders prüfungsreiche Zeit durchleben, können wir aus den inspirierten Worten Trost schöpfen: „[Werft] alle eure Sorge auf ihn . . ., denn er sorgt für euch“.

    In einem Nachschlagewerk heißt es:

    In Psalm 13 sehen wir den Gerechten bis zum äußersten Punkt der Drangsal gebracht, insoweit dieselbe durch die Menschen verursacht wird. Es ist, als ob Gott ihn gänzlich und für immer vergessen hätte. Sein Feind hat sich über ihn erhoben, und er selbst hegt Ratschläge in seiner Seele; dann aber schreit er zu Jehova, blickt zu Ihm empor, dass Er ihn hören möge, damit er einerseits nicht umkomme und andererseits der Feind nicht sagen könne, dass er die Oberhand behalten habe. Und Jehova hört ihn; der Gerechte kann frohlocken und Jehova besingen, auf dessen Güte er vertraut hatte, und der am Ende an ihm wohlgetan hat.

    Dies ist wohl ein Lernprozeß, den man schon mit kleineren Problemen anfangen muss! Wer nicht gelernt hat, schon mit klizekleinen Problemen zum Allmächtigen zu laufen, wird an den großen Problemen verzagen weil er dann dazu gezwungen ist, diese auf seine eigene menschliche Art zu lösen. Auch wenn das Gefühl, völlig allein zustehen, kein angenehmes ist, so ist es doch wichtig, durch diese Sorgenzeit zu kommen, um das angenehme Gefühl, von Gott aufgefangen zu werden, kennenzulernen.

  18. Thomasam 15. April 2009 um 07:02 Link zum Kommentar

    Psalm 14

    Das hebräische Wort, das mit „der Unverständige“ wiedergegeben wird, bezeichnet einen sittlichen, nicht einen geistigen Mangel. In diesem Psalm ist daher nicht von Personen die Rede, die offen sagen: „Es gibt keinen Gott“, sondern von Personen, die Gott ‘in ihrem Herzen’ leugnen. Mit anderen Worten, sie unterwerfen sich Gott nicht. Sie sind der Meinung, es mangle ihm an Einfluß oder Interesse.
    Sie könnten mit Personen verglichen werden, die sich weigern, die Autorität eines Gerichts anzuerkennen. Das Gericht existiert, aber sie behaupten, es sei für sie nicht zuständig. Man kann also nur dann mit Recht sagen: „Ich glaube, daß Gott existiert“, wenn man Gottes Wort als Autorität anerkennt und danach lebt. Tust du das?
    Bist du zum Beispiel wirklich so von der Existenz Gottes überzeugt, daß sein Gesetz dein sittliches Verhalten selbst dann beeinflußt, wenn dich kein Mensch beobachtet?

    Wo stehst du? Kannst du sagen, dass dein Handeln immer so ist, als ob der Allmächtige direkt neben dir stehen würde? Der Psalmist hatte Recht, es hat den Anschein, als wären wirklich fast alle von Gottes Maßstäben abgewichen. Ich kenne nur eine handvoll Personen, die sich ehrlich an die Maßstäbe Gottes so halten, dass man wirklich von GLAUBEN reden kann.

    Im Wachtturm vom 1.Oktober 1997 heißt es auf Seite 7

    „Keinem Schreiber des AT [der Hebräischen Schriften] wäre es je in den Sinn gekommen, die Existenz Gottes beweisen oder leugnen zu wollen“, sagt Dr. James Hastings in dem Werk A Dictionary of the Bible. „Es entsprach nicht der Denkweise des Altertums im allgemeinen, die Existenz Gottes zu leugnen oder Argumente zu verwenden, um sie zu beweisen. Daran zu glauben war für den menschlichen Verstand natürlich und allen Menschen gemein.“ Das bedeutet freilich nicht, daß damals alle Menschen gottesfürchtig gewesen wären — weit gefehlt! In Psalm 14:1 wie auch in Psalm 53:1 ist von dem „Unverständigen“ — oder dem „Toren“, wie es die Lutherbibel wiedergibt — die Rede, der in seinem Herzen gesagt hat: „Es gibt keinen Jehova.“
    Was für ein Mensch ist dieser Tor, der die Existenz Gottes leugnet? Es handelt sich hier nicht um intellektuelle Ignoranz. Vielmehr deutet das hebräische Wort navál auf ein sittliches Manko hin. Professor S. R. Driver schreibt in seinen Anmerkungen zu dem Parallel Psalter, der Fehler liege „nicht in einer Vernunftschwäche, sondern in sittlicher und religiöser Gefühllosigkeit, einem unüberwindbaren Mangel an Wahrnehmungsvermögen“.
    Der Psalmist beschreibt weiter den moralischen Zusammenbruch, der aus einer solchen Einstellung resultiert: „Sie haben verderblich gehandelt, sie haben verabscheuungswürdig gehandelt in ihrer Handlungsweise. Da ist keiner, der Gutes tut“ (Psalm 14:1). Dr. Hastings faßt dies wie folgt zusammen: „Auf Grund dieser Abwesenheit Gottes von der Welt und weil sie ungestraft bleiben, werden Menschen verderbt und begehen Abscheulichkeiten.“ Ohne Hemmungen übernehmen sie gottlose Anschauungen und verwerfen die Idee eines persönlichen Gottes, dem sie ohnehin keine Rechenschaft ablegen wollen. Eine solche Denkweise ist aber heute genauso töricht und unverständig wie vor über 3 000 Jahren, als der Psalmist seine Worte niederschrieb.

    zum Thema LÜGEN habe ich noch etwas im Wachtturm vom 15.Juli 1974 gefunden

    Wer andere belügt, geht im allgemeinen auch so weit, sich selbst zu belügen. Es kann sein, daß er beginnt, nach einer Lüge zu leben, indem er sich selbst vormacht, etwas zu sein, was er nicht ist, und ein viel besseres und glücklicheres Leben zu führen, als es der Fall ist. Er könnte sich selbst einreden, sehr klug und verständig zu sein, während er in Wirklichkeit sehr wenig weiß. Durch falsche Überlegungen könnte er es rechtfertigen, jemand hereinzulegen oder ihm etwas vorzugaukeln, indem er sich sagt, er erhalte auf diese Weise letzten Endes doch nur das, was ihm sowieso zustehe und worauf er ein Recht habe. Früher oder später gerät aber jemand, der so handelt, in eine Lage, in der er gezwungen ist, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Er mag schließlich erschrecken, wenn er erkennt, was er wirklich ist und daß er sein Leben wie ein Gebäude, dessen Fundament nur aus schlüpfrigem Sand besteht, auf einer Selbsttäuschung aufgebaut hat.
    Wer Lügen erzählt, ohne rot zu werden, mag mutig und kühn erscheinen, und einige üben sich darin, andere zu belügen, ohne mit der Wimper zu zucken. Wer lügt, ist jedoch kein Held, sondern ein Feigling. Es erfordert Mut, die Wahrheit zu sagen ungeachtet der Folgen, die es mit sich bringen mag. Eine Lüge ist kein Zeichen von Stärke, sondern sie gleicht einem Krüppel, der sich nicht auf den Füßen halten kann, denn sie benötigt die Unterstützung weiterer Lügen und ist nie bereit, sich mit der Wahrheit zu messen. Warum also einem Menschen gleichen, der sein Leben lang etwas vortäuscht, etwas zu verbergen hat, sich duckt und alle möglichen Ausflüchte macht? Warum einem Menschen wie Judas Iskariot gleichen, der zum Betrüger wurde, ein Doppelleben zu führen versuchte und schließlich versagte und Selbstmord beging? Warum nicht Manns genug sein, um ehrlich zu sein? Nur auf diese Weise kann man seine Selbstachtung bewahren und ein gutes Gewissen behalten.

    In einem Nachschlagewerk heißt es:

    In Psalm 14 hat das Böse vor Gott den Höhepunkt erreicht. Was vom Fleische immer wahr ist, ist jetzt vor das Auge Gottes gebracht zur Zeit, wo Er im Begriff steht zu richten.
    Der Mensch erhebt sich vor Ihm in seinem Stolz, und gerade das führt das Gericht herbei. „Jehova schaut vom Himmel hernieder auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da sei, einer der Gott suche.“ Aber da ist keiner. Es gibt wohl einen Überrest, in dem die Gnade gewirkt hat und den Gott schon als Sein Volk anerkennt (V. 4), diesen fressen die Bösen, als äßen sie Brot, Jehova aber rufen sie nicht an.
    Des Menschen Stolz und Bosheit sind völlig ausgereift; aber bald ändert sich alles: Gott ist unter dem gerechten Geschlecht.
    Schrecken kommt über den Stolzen, der kurz vorher noch den Elenden verhöhnte, weil er auf Jehova vertraute. Der 7. Vers zeigt uns, dass alles dieses prophetisch auf eine spätere Zeit hindeutet, und wo und wie es erfüllt werden wird; diese Erfüllung ist das Verlangen des Gerechten gemäß dem Verständnis des Glaubens. Beachten wir, dass er die Rettung aus Zion erwartet und dass er nicht eher befriedigt ist, bis Jehova dort Frohlocken bereitet hat. Zugleich wird das Volk als in der Gefangenschaft befindlich betrachtet.

  19. Thomasam 15. April 2009 um 07:09 Link zum Kommentar

    Psalm 15

    Was muss ich tun, um ein Freund Gottes zu sein? Genügt es, regelmäßig in die Kirche/Versammlung zu gehen? Welche Vorraussetzungen stellt er? Schauen wir uns Psalm 15 genauer an:

    Nachzulesen im Wachtturm vom 15.09.1989

    Wer kann Gottes Freund sein?
    DU KANNST Gottes Freund sein. Vor etwa 4 000 Jahren setzte Abraham seinen Glauben in Jehova Gott. Das wurde dem Patriarchen als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde „Freund Jehovas“ genannt (Jakobus 2:23). Somit kannst du ebenfalls Gottes Freund sein, wenn du an ihn glaubst.

    Es ist üblich, Freunde als Gäste zum Essen einzuladen. Ein Teil des bekannten 23. Psalms beschreibt Gott daher auch als einen gütigen Gastgeber. Es heißt dort: „Du richtest vor mir einen Tisch zu gegenüber denen, die mich befeinden. . . . Mein Becher ist wohlgefüllt“ (Psalm 23:5).

    Bei einer anderen Gelegenheit stellte derselbe Psalmist — David, der König des alten Israel — die Frage: „O Jehova, wer wird Gast sein in deinem Zelt? Wer wird weilen auf deinem heiligen Berg?“ (Psalm 15:1). In übertragenem Sinne bedeutet das, daß man durch annehmbare Anbetung Zutritt zu Jehova haben kann. Welch ein ehrfurchtgebietendes Vorrecht! Wie ist es überhaupt möglich, daß unvollkommene Menschen Gottes Freunde und Gäste sein können?
    Die Antwort finden wir im 15. Psalm. Darin werden zehn spezielle Erfordernisse für Personen genannt, die Gottes Freunde und Gäste sein wollen. Wir möchten diese Erfordernisse einmal nacheinander betrachten und beginnen mit Vers 2.

    „Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt“
    Die Nachkommen Abrahams wurden zu einer großen Nation, weil ihr Vorfahr untadelig vor Jehova gewandelt war (1. Mose 17:1, 2). „Wandeln“ bedeutet manchmal, einen bestimmten Lebensweg zu verfolgen (Psalm 1:1; 3. Johannes 3, 4). Um ein Freund und Gast Gottes zu sein, genügt es nicht, einer Religionsgemeinschaft anzugehören, sich an deren reichverzierten Gebäuden zu erfreuen und formelle Bräuche zu pflegen. Nicht alle, die „Herr, Herr“ sagen oder erklären, Gott zu kennen, werden an den Segnungen seines Königreiches teilhaben (Matthäus 7:21-23; Titus 1:16). Jehovas Freunde ‘wandeln untadelig’ in seinen Augen und ‘üben Gerechtigkeit’ gemäß seinen Maßstäben (Micha 6:8).

    Das schließt jede Form der Unehrlichkeit, Unsittlichkeit und Verdorbenheit aus. Gott selbst nennt dafür folgenden Grund: „Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin“ (1. Petrus 1:16). Hält deine Religion an den hohen Maßstäben Gottes fest, indem sie beispielsweise diejenigen ausschließt, die seinen Erfordernissen nicht entsprechen wollen? Legst du bei dir persönlich und bei deinen Angehörigen Wert auf einen gerechten Lebenswandel? Wenn ja, dann wirst du das nächste Erfordernis für einen Freund und Gast Gottes erfüllen.

    „Und die Wahrheit redet in seinem Herzen“

    Wenn wir Gottes Freundschaft wünschen, dürfen wir nicht lügen, zu glatten Reden Zuflucht nehmen oder „mit doppeltem Herzen“ sprechen (Psalm 12:2). Wir dürfen die Wahrheit nicht nur auf den Lippen haben, sondern müssen sie auch ‘in unserem Herzen reden’. Von uns wird also verlangt, durch und durch ehrlich zu sein und den Beweis für einen ‘ungeheuchelten Glauben’ zu liefern (1. Timotheus 1:5). Einige lügen oder sagen nur die halbe Wahrheit, um das Gesicht zu wahren. Andere betrügen bei Klassenarbeiten oder machen falsche Angaben in Steuererklärungen. Solches Handeln verrät einen Mangel an Wahrheitsliebe. Aber bei Gottes Freunden kommt die Vertrauenswürdigkeit und eine aufrichtige Handlungsweise aus dem Herzen (Matthäus 15:18-20). Sie sind nicht unaufrichtig und betrügen niemanden (Sprüche 3:32; 6:16-19).

    Der Apostel Paulus schrieb: „Belügt einander nicht. Streift die alte Persönlichkeit mit ihren Handlungen ab, und kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit“ (Kolosser 3:9, 10). Ja, diejenigen, die wirklich in ihrem Herzen die Wahrheit reden, kleiden sich mit der „neuen Persönlichkeit“. Bist du vollkommen ehrlich mit dir und mit anderen, indem du die Wahrheit in deinem Herzen redest? Wenn ja, dann sollte diese Einstellung das beeinflussen, was du über andere sagst.

    „Er hat nicht verleumdet mit seiner Zunge“
    Um dieses Erfordernis für Gottes Gäste zu erfüllen, dürfen wir niemals boshaft über andere reden (Psalm 15:3). Das hebräische Verb, das mit „verleumden“ wiedergegeben worden ist, wird von dem Wort für „Fuß“ hergeleitet und bedeutet „den Fuß gebrauchen“ und somit „herumlaufen“. Den Israeliten wurde geboten: „Du sollst nicht unter deinem Volk umhergehen, um zu verleumden. Du sollst nicht gegen das Blut deines Mitmenschen auftreten. Ich bin Jehova“ (3. Mose 19:16; 1. Timotheus 5:13). Würden wir jemanden verleumden und ihm so den guten Namen rauben, dann könnten wir kein Freund Gottes sein.
    David sagte: „Wer seinen Gefährten insgeheim verleumdet, den bringe ich zum Schweigen“ (Psalm 101:5). Auch wir können Verleumder zum Schweigen bringen, indem wir es ablehnen, ihnen zuzuhören. Und es ist ein guter Grundsatz, nichts hinter dem Rücken einer Person zu reden, was wir ihr niemals selbst sagen würden. Es ist wirklich gut, unsere Zunge so unter Kontrolle zu haben. Doch wie wichtig ist es auch, über unser Handeln zu wachen!

    „Seinem Gefährten hat er nichts Böses getan“

    Beachtenswert sind in diesem Zusammenhang folgende Worte Jesu: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Matthäus 7:12). Um Gottes Gunst zu haben, müssen wir davon abstehen, Böses zu tun. Der Psalmist sagte: „O ihr, die ihr Jehova liebt, haßt das Böse. Er behütet die Seele seiner Loyalgesinnten; aus der Hand der Bösen befreit er sie“ (Psalm 97:10). Wenn wir somit Gottes Freundschaft und Hilfe wünschen, müssen wir seine Maßstäbe akzeptieren.

    Böses zu meiden schließt auch aus, jemanden in geschäftlicher oder anderer Hinsicht zu übervorteilen. Wir dürfen unseren Gefährten weder durch Worte noch durch Taten verletzen, sondern müssen ihm vielmehr Gutes tun. Das sollte jeden Lebensbereich berühren. Als höfliche Kraftfahrer könnten wir zum Beispiel Fußgängern den Vortritt lassen. Wir können Älteren helfen, Mutlose ermuntern und Trauernde trösten. Jehova gibt in dieser Hinsicht das beste Beispiel. Wie Jesus sagte, läßt Gott „seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen“ (Matthäus 5:43-48). Anderen Gutes zu tun schließt auch das ein, was der Psalmist als nächstes erwähnt.

    „Und keine Schmähung hat er gegen seinen vertrauten Bekannten erhoben“
    Wir machen alle Fehler, und wie dankbar sind wir doch, wenn Freunde bereit sind, kleine Fehler zu übersehen. Es würde uns betrüben, wenn ein guter Freund unsere kleinen, aber peinlichen Fehler anderen offenbaren würde. Einige Menschen tun das, um von ihren eigenen Fehlern abzulenken oder um den Anschein zu erwecken, anderen überlegen zu sein. Aber so etwas zu tun geziemt sich nicht für jemand, der Gottes Freund sein möchte.

    „Wer Übertretung zudeckt, sucht Liebe, und wer ständig über eine Sache spricht, trennt die miteinander Vertrauten“, heißt es in Sprüche 17:9. Natürlich sollten wir nicht versuchen, ernste Übertretungen zu verbergen (3. Mose 5:1; Sprüche 28:13). Aber wenn wir Gottes Freunde sein möchten, werden wir gegen rechtschaffene Bekannte keine ‘Schmähung erheben’ oder als wahr annehmen (1. Timotheus 5:19). Freunde Jehovas sprechen gut über seine Diener, statt Gerüchte über sie zu verbreiten und dadurch noch weitere Schmähungen zu denen hinzuzufügen, die sie schon von seiten gottloser Menschen zu ertragen haben. Freunde und Gäste Gottes achten auch auf ihren Umgang, wie wir den weiteren Worten Davids gemäß Vers 4 entnehmen.

    „In seinen Augen ist der Verachtenswerte gewißlich verworfen“
    Einige pflegen wegen selbstsüchtiger Vorteile Gemeinschaft mit reichen oder prominenten Personen, selbst wenn es sich dabei um schlechte Menschen handelt. (Vergleiche Judas 16.) Aber wir können keine Freunde Jehovas sein, wenn wir uns den Bösen zugesellen. Wir müssen das Böse so sehr hassen, daß uns nichts an der Gemeinschaft mit solchen liegt, die es treiben (Römer 12:9). Joram, ein König in Israel, war dermaßen schlecht, daß der Prophet Elisa zu ihm sagte: „So wahr Jehova der Heerscharen lebt, vor dem ich in der Tat stehe, wenn es nicht wäre, daß es das Angesicht Josaphats, des Königs von Juda, ist, auf das ich Rücksicht nehme, so würde ich nicht auf dich blicken noch dich ansehen“ (2. Könige 3:14). Um Freunde Gottes zu sein, müssen wir folgende Warnung des Apostels Paulus beherzigen: „Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Korinther 15:33).

    Wenn wir die Freundschaft Jehovas schätzen, werden wir uns weigern, mit Übeltätern Gemeinschaft zu pflegen. Wir werden unseren Umgang mit ihnen auf das Nötigste beschränken. Nicht die Stellung, die jemand in der Welt einnimmt, sollte ausschlaggebend dafür sein, wen wir uns als Freund wählen, sondern ob der Betreffende ein gutes Verhältnis zu Gott hat. Ehrerbietige Gottesfurcht wird uns veranlassen, bei der Wahl unserer Freunde Klugheit walten zu lassen. Beachten wir in Verbindung damit das siebente Erfordernis für Gäste Jehovas.

    „Die aber, die Jehova fürchten, ehrt er“
    Als Freunde und Gäste Gottes müssen wir ihn fürchten. In Sprüche 1:7 heißt es: „Die Furcht Jehovas ist der Anfang der Erkenntnis.“ Was ist die „Furcht Jehovas“? Es ist eine ehrfurchtsvolle Scheu vor Gott und eine gesunde Furcht, ihm zu mißfallen. Sie allein verhilft uns zu wahrer Erkenntnis, lebensrettender Zucht und himmlischer Weisheit, die uns als sicherer Führer dient.

    Wer Jehova fürchtet, hält selbst dann an Gottes gerechten Maßstäben fest, wenn er dafür Spott erntet. Viele spotten beispielsweise, wenn diejenigen, die Gott fürchten, fleißig arbeiten, am Arbeitsplatz ehrlich sind oder anderen in geistiger Hinsicht helfen möchten. Doch wie betrachtet ein gottesfürchtiger Mensch solche aufrichtigen Personen? ‘Er ehrt die, die Jehova fürchten’, indem er Hochachtung vor ihnen hat, auch wenn das bedeutet, wie sie geschmäht zu werden. Hast du eine solche Achtung vor denen, die Gott fürchten? Der Psalmist führt nun an, was des weiteren erforderlich ist, um Gottes Gunst zu erlangen.

    „Er hat zu dem, was für ihn selbst schlecht ist, geschworen, und doch ändert er es nicht“
    Hier wird der Grundsatz zum Ausdruck gebracht, daß wir ein Versprechen so erfüllen sollen, wie Gott es tut (1. Könige 8:56; 2. Korinther 1:20). Selbst wenn sich später herausstellen sollte, daß es sehr schwierig ist, eine Zusage einzuhalten, wäre es falsch, seinen Sinn zu ändern und ein Versprechen nicht einzuhalten. In der griechischen Septuaginta, der syrischen Peschitta und der lateinischen Vulgata heißt es an dieser Stelle: „hat seinem Nächsten geschworen“. Wenn wir etwas schwören oder in zulässiger Weise beeiden, müssen wir entsprechend handeln (Prediger 5:4). Sollten wir allerdings erfahren, daß etwas, was wir versprochen haben, unbiblisch ist, werden wir natürlich davon Abstand nehmen.

    Josua brach seinen Bund mit den Gibeonitern nicht, obwohl er später erfuhr, daß sie ihn getäuscht hatten, damit er diesen Bund mit ihnen einging (Josua 9:16-19). Wir sollten daher Männer, Frauen oder junge Menschen sein, die ihr Wort halten. Wir wollen anderen nicht etwas versprechen und sie dann im Stich lassen, wenn sich uns scheinbar günstigere Möglichkeiten eröffnen. Jesus sagte: „Euer Wort Ja bedeute einfach ja, euer Nein nein“ (Matthäus 5:37). Gott hingegebene Christen müssen vor allem entschlossen sein, gemäß ihrem Versprechen zu leben, ihm ewig als seine Zeugen zu dienen. Doch nicht nur beim Einhalten von Zusagen, sondern auch in finanziellen Angelegenheiten sollten wir rücksichtsvoll sein, wie David in Psalm 15, Vers 5 zeigt.

    „Sein Geld hat er nicht auf Zins ausgegeben“
    Für geliehenes Geld, das geschäftlichen Zwecken dient, können zu Recht Zinsen gefordert werden. David sprach hier jedoch davon, Geld an einen Verarmten ‘auszugeben’. Im mosaischen Gesetz hieß es dazu im einzelnen: „Wenn du meinem Volk Geld leihen solltest, dem Niedergedrückten neben dir, sollst du ihm gegenüber nicht wie ein Wucherer werden. Ihr sollt ihm keinen Zins auferlegen“ (2. Mose 22:25; 3. Mose 25:35, 36). Als Nehemia feststellte, daß die Armen litten, weil sie Wucherern zum Opfer gefallen waren, machte er solcher Ausbeutung ein Ende (Nehemia 5:1-13).

    Das von David gebrauchte hebräische Wort für „Zins“ ist von einem Wort abgeleitet, das „beißen“ bedeutet. Das spielt darauf an, daß habgierige Wucherer die Armen und das wenige, was sie haben, verzehren. Es ist auf jeden Fall viel besser, den Verarmten zu helfen, ohne etwas zurückzuerwarten. Darauf wies Jesus hin, als er sagte: „Wenn du ein Mittag- oder ein Abendessen veranstaltest, . . . so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein, und du wirst glücklich sein, weil sie nichts haben, dir zu vergelten. Denn es wird dir in der Auferstehung der Gerechten vergolten werden“ (Lukas 14:12-14). Jemand, der Gottes Freund und Gast sein möchte, darf aus der Armut seines Nächsten niemals auf unangebrachte Weise Kapital schlagen. Ebensowenig darf er das tun, was der Psalmist als nächstes erwähnt.

    „Und ein Bestechungsgeschenk gegen den Unschuldigen hat er nicht genommen“
    Ein Bestechungsgeschenk hat eine ausgesprochen verderbliche Wirkung. Den Israeliten wurde geboten: „Du sollst . . . [keine] Bestechung annehmen, denn die Bestechung blendet die Augen der Weisen und verdreht die Worte der Gerechten“ (5. Mose 16:19). Besonders verwerflich ist es, ein Bestechungsgeschenk anzunehmen, um einem „Unschuldigen“ Unrecht zuzufügen, vielleicht indem man als Zeuge vor Gericht falsch aussagt. Wie verabscheuungswürdig handelte doch Judas Iskariot, der ein Bestechungsgeschenk annahm und den unschuldigen Jesus verriet! (Matthäus 26:14-16).
    Wir mögen uns in dieser Hinsicht für untadelig halten. Aber sind wir vielleicht schon einmal versucht gewesen, uns aus einer peinlichen Situation freizukaufen? Der Prophet Samuel nahm niemals „Schweigegeld“ oder eine Bestechung an (1. Samuel 12:3, 4). So zu wandeln ist für uns alle unerläßlich, wenn wir Gottes Freunde und Gäste sein wollen.

    „Wer diese Dinge tut, wird niemals zum Wanken gebracht werden“
    Nach seiner zehn Punkte umfassenden Beschreibung eines aufrichtigen Menschen schließt der 15. Psalm mit den obigen Worten. Das Erwähnte bietet uns eine gute Möglichkeit, unsere Religion zu überprüfen. Wenn es sich um den wahren Glauben handelt, sollte er uns lehren, 1. untadelig zu wandeln und Gerechtigkeit zu üben, 2. selbst in unserem Herzen die Wahrheit zu reden, 3. uns davor zu hüten, andere zu verleumden, und 4. davon abzustehen, etwas Böses zu tun. Eine für Gott annehmbare Religion wird uns 5. davon abhalten, Schmähungen gegen vertraute Bekannte zu erheben, und uns 6. davor bewahren, mit verachtenswerten Menschen Gemeinschaft zu pflegen. Der wahre Glaube wird uns veranlassen, 7. diejenigen zu ehren, die Jehova fürchten, 8. das auszuführen, was wir versprochen haben (sofern nichts dagegen einzuwenden ist), 9. Armen zu geben, ohne Zinsen zu fordern, und 10. niemals eine Bestechung gegen einen Unschuldigen anzunehmen.

    David sagte nicht, daß jemand, der diese Dinge liest, hört, davon spricht oder auch daran glaubt, „niemals zum Wanken gebracht werden“ wird. Das trifft nur auf denjenigen zu, der „diese Dinge tut“. Ein Glaube ohne unterstützende Werke ist tot und trägt einem nicht Gottes Gunst ein (Jakobus 2:26). Wer die guten Dinge tut, die im 15. Psalm erwähnt werden, wird nicht wanken, da Jehova ihn beschützen und stärken wird (Psalm 55:22).

    Die wahre Anbetung umfaßt natürlich noch mehr als die zehn Punkte aus Psalm 15. Jesu Nachfolger lernten später kennen, wie man Gott außerdem noch „mit Geist und Wahrheit“ anbetet (Johannes 4:23, 24). Das ist auch dir möglich, denn es gibt heute Menschen, die diese Dinge tun — Jehovas Zeugen. Wenn du mit ihnen regelmäßig Gemeinschaft pflegst und die Bibel studierst, wirst auch du die Hoffnung erlangen, Leben in einem irdischen Paradies zu erhalten, in dem du für immer Gottes Gast und Freund sein kannst.

    Es ist also gar nicht so schwer, Jehova zu dienen, und in seinem Zelt sein zu dürfen – man muss sich aber wohl sehr von der heutigen Mehrheit unterscheiden.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Psalm 15
    Dann entsteht die Frage: Wer wird teilhaben an den Segnungen dieses heiligen Berges, wenn der Herr den Sitz Seiner gerechten Macht in Zion aufgeschlagen haben wird? Psalm 15 gibt Antwort auf die Frage: „Der in Lauterkeit wandelt und Gerechtigkeit wirkt und Wahrheit redet von Herzen.“ Sehr bemerkenswert ist folgendes: obwohl die Gerechten (wenn alles um sie her finster ist, wenn die Gottlosigkeit gänzlich die Oberhand hat und die Grundlagen aller irdischen Hoffnung, selbst in den Dingen, die Gott betreffen auf Erden, zerstört sind, wenn die Bosheit den Platz der Gerechtigkeit eingenommen hat) nach oben schauen und im Himmel den unerschütterlichen Thron Gottes erblicken und dadurch alles im Himmel und auf der Erde in Verbindung gebracht sehen, bleibt doch der eigentliche Punkt, den sie im Auge haben, Jehova in Seinem heiligen Tempel und die aus Zion kommende Rettung. Und so wird es in Wirklichkeit sein (siehe Jes 66, 6). Der unerschütterliche Thron im Himmel wird den so lange verödeten Thron auf der Erde in Macht aufrichten.

  20. Juleam 15. April 2009 um 09:26 Link zum Kommentar

    Palm 13 – 15

    hach jaaahaaa!! Da hast du aber ieder viele schöne und ermunternde Gedanken (auch von der Gesellschaft) gefunden.

    Ich mag die Psalmen aus einem ganz bestimmten Grund so besonders gern: nicht nur, weil sie sehr ermunternd sind und immer wieder Hoffnung geben – sondern, weil sie ein guter Spiegel für mich sind.

    Wie oft sinne ich darüber nach, ob wir wirklich noch richtig laufen, ob wir uns wirklich im richtigen Licht sehen. Vielleicht machen wir uns ja nur was vor und haben garnicht Jehovas Wohlgefallen und Anerkennung. Denn: warum sonst haben die Schadenstifter solch großen Erfolg?

    Aber wenn ich in den Spiegel der Psalmen hineinschaue, ist da immer wieder dieses gute beruhigende Gefühl: WIR sind es, die in Jehovas Augen richtig laufen! Und auch, wenn Menschen das vielleicht nicht anerkennen und wir auch weiterhin viel Drangsal erleiden müssen, so gibt das Wissen darum, dass wir immer noch in Gottes Liebe sind, sehr viel Kraft.

    Ja, auch die Hoffnung, dass Jehova uns – zu seiner Zeit – befreien wird, ist viel wert.

    Ach ja, ich liebe die Psalmen….

  21. Thomasam 16. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 16

    Volles Vertrauen auf seinen Schöpfer – dies zeichnet David aus.
    Doch was waren die Vorraussetzungen, ein so inniges Band zum Schöpfer zu haben, und deshalb zu wissen, dass dieser für die Auferstehung sorgen wird? David schreibt, dass er an seiner Rechten den Allmächtigen hat, und dessen Worte in sich aufnimmt, seinen Rat annimmt und diesen umsetzt.
    Wie können wir so wie David werden?
    Wir müssen uns mit dem gesamten Wort Gottes beschäftigen, ja uns davon ernähren. Also nicht nur ausgewählte Bibelstellen, sondern die gesamte Bibel, auch mit den etwas schierigen Lehren. Wenn wir dann das gesamte Buch auf uns wirken lassen und den Rat und die Ermahnungen in der Bibel auf uns anwenden, wird dies unser Wesen beeinflussen. Der Rat des Schöpfers aus der Bibel muss also ein Bestandteil von uns werden.
    David schrieb, dass er von seinen Nieren zurechtgewiesen werde. Wie das? Nun wenn er nachts im Bett lag, war er mit seinen Gedanken allein, und durch den Geist Gottes wurden in ihm Gedanken und der Rat ins Bewußtsein zurückgerufen, mit dem David sich am Tag beschäftigt hatte oder den er erhalten hatte. Auf diese Weise konnte sich David so sehen, wie er wirklich war.
    Und wie handelst du, lieber Leser? Beschäftigst du dich so mit Gottes Wort, dass durch das Wort Gottes deine Gedanken beeinflusst werden? Läßt du dich von Gottes Worten zurchtweisen? Oder suchst du bei anderen Gedankengebern nach Rat?

  22. Thomasam 16. April 2009 um 07:08 Link zum Kommentar

    Psalm 17

    Angefeindet, ohne wirklichen Grund?
    Sich selbst immer ruhig verhalten und nicht lügnerisch geantwortet?
    David fühlte sich angegriffen und wußte, dass er nur im „Schirm des Höchsten“, im „Schatten seiner Flügel“, bewahrt werden konnte.
    Wer dem Höchsten wirklich dient, und sich nach seinen Maßstäben wirklich ausrichtet, wird ebenfalls befeindet, von gottlosen Spöttern, die nur vorgeben Christen zu sein. Aber der Allmächtige schützt seinen wahren Anbeter, so dass die Spötter zwar Teilsiege verbuchen können, aber niemals wirklich dauerhaften Schaden zufügen können.

    Dieser Psalm lautet:

    Höre, Jehova, die Gerechtigkeit, horche auf mein Schreien; nimm zu Ohren mein Gebet von Lippen ohne Trug!
    Von deiner Gegenwart gehe mein Recht aus; laß deine Augen Aufrichtigkeit anschauen!
    Du hast mein Herz geprüft, hast mich des Nachts durchforscht; du hast mich geläutert – nichts fandest du; mein Gedanke geht nicht weiter als mein Mund.
    Was das Tun des Menschen anlangt, so habe ich mich durch das Wort deiner Lippen bewahrt vor den Wegen des Gewalttätigen.
    Meine Schritte hielten fest an deinen Spuren, meine Tritte haben nicht gewankt.
    Ich, ich habe dich angerufen, denn du erhörest mich, o Gott. Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede!
    Erweise wunderbar deine Gütigkeiten, der du durch deine Rechte die auf dich Trauenden rettest vor denen, die sich wider sie erheben.
    Bewahre mich wie den Augapfel im Auge; birg mich in dem Schatten deiner Flügel
    Vor den Gesetzlosen, die mich zerstören, meinen Todfeinden, die mich umzingeln.
    Ihr fettes Herz verschließen sie, mit ihrem Munde reden sie stolz.
    In allen unseren Schritten haben sie uns jetzt umringt; sie richten ihre Augen, uns zu Boden zu strecken.
    Er ist gleich einem Löwen, der nach Raub schmachtet, und wie ein junger Löwe, sitzend im Versteck.
    Stehe auf, Jehova! komm ihm zuvor, wirf ihn nieder! Errette meine Seele von dem Gesetzlosen durch dein Schwert;
    Von den Leuten durch deine Hand, Jehova, von den Leuten dieses Zeitlaufs! Ihr Teil ist in diesem Leben, und ihren Bauch füllst du mit deinem Schatze; sie haben Söhne die Fülle, und ihren Überfluß lassen sie ihren Kindern.
    Ich, ich werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, werde gesättigt werden, wenn ich erwache, mit deinem Bilde.

  23. Thomasam 16. April 2009 um 07:11 Link zum Kommentar

    Psalm 18

    Die Stricke des Todes umringten mich;
    Auch Sturzfluten von nichtsnutzigen [Menschen] erschreckten mich ständig.
    In meiner Bedrängnis rief ich immer wieder Jehova an,
    Und zu meinem Gott rief ich unablässig um Hilfe.
    Er befreite mich von meinem starken Feind
    Und von meinen Hassern; denn sie waren stärker als ich.
    Denn ich habe mich an die Wege Jehovas gehalten,
    Und ich bin nicht böswillig von meinem Gott abgewichen.

    Gefühle der Hilflosigkeit wegen der ungerechtigkeit, die einen trifft? Vertrauen in Gottes Wege sind nun gefordert. Wer seinen eigenen Weg geht, zeigt deutlich, dass er mit dem Allmächtigen nichts am Hut hat. So wie Saul, der zwar nach außen hin, der gesalbte König war, aber in Wirklichkeit schon lange verworfen war.
    Achte auch darauf, dass der Allmächtige den David befreite! Niemals wäre es David in den Sinn gekommen, gegen Saul seine Hand zu erheben.
    Wie stehen wir heute da? Bekämpfen wir etwa andere Christen vor Gericht? Sind wir bereit, gegen Familienangehörige Falschaussagen zu machen? Versuchen wir, durch Lügen und Betrug unseren Lebensstandart zu halten? Dann haben wir nichts mit David gemeinsam, den David blieb in allen diesen Situationen ruhig, weil er nicht auf sein Schwert noch auf menschliche Ratgeber vertraute. Er vertraute einzig und allein auf den Höchsten und David wurde nicht enttäuscht.

    Zitat aus einer Wachtturmausgabe von Juni 1981

    Jehova Gott sorgt wie kein anderer für das Entrinnen. Wenn wir uns dem 18. Psalm zuwenden, stellen wir in der Überschrift fest, daß er von David geschrieben wurde „an dem Tage, da Jehova ihn aus der Faust aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls befreit hatte“. Allein schon der Name Saul, der Name des ersten menschlichen Königs des Volkes Israel, mag uns daran erinnern, wie oft David das Empfinden gehabt haben muß, dem Tod ins Auge zu sehen. Dreimal hatte der König versucht, David mit einem Speer an die Wand zu spießen . Danach befand sich David mehrere Jahre vor Saul auf der Flucht, der ihn schonungslos jagte. Wenn wir dies im Sinn behalten, können wir uns gut vorstellen, mit welchen Empfindungen David die ersten Worte des 18. Psalms äußerte, wo wir lesen: „Ich werde Zuneigung zu dir haben, o Jehova, meine Stärke. Jehova ist meine Felsenkluft und meine Feste und der für mein Entrinnen Sorgende. Mein Gott ist mein Fels; ich werde zu ihm Zuflucht nehmen, mein Schild und mein Horn der Rettung, meine sichere Höhe. Ihn, der zu preisen ist, Jehova, werde ich anrufen, und vor meinen Feinden werde ich gerettet werden. Die Stricke des Todes umringten mich; auch Sturzfluten von nichtsnutzigen Menschen erschreckten mich ständig. . . . In meiner Bedrängnis rief ich immer wieder Jehova an, und zu meinem Gott rief ich ständig um Hilfe. Aus seinem Tempel hörte er dann meine Stimme, und mein eigener Hilferuf vor ihm kam nun in seine Ohren“ (V. 1-6).
    4 Wie wunderbar und tröstlich, daß Jehova als ‘der für das Entrinnen Sorgende’ bezeichnet wird! Hat er sich als solcher erwiesen? Ganz bestimmt, denn nachdem David die Machttaten Jehovas beschrieben hatte, sagte er weiter: „Er befreite mich von meinem starken Feind und von meinen Hassern; denn sie waren stärker als ich. Sie traten mir ständig entgegen am Tage meines Unheils, doch Jehova wurde mir zur Stütze. Und er ging daran, mich hinauszuführen in einen weiten Raum; er befreite mich, weil er Gefallen an mir gefunden hatte“ (Ps. 18:17-19).
    5 In den Psalmen greift David oftmals dieses Thema auf. In vier Psalmen bezeichnet er Jehova als den ‘für das Entrinnen Sorgenden’ (Ps. 18:2; 40:17; 70:5; 144:2). Wenn wir, Jehovas Zeugen, mit anderen über Jehovas vortreffliche Eigenschaften und Vorsätze sprechen, zitieren wir oft Stellen aus Psalm 37. Lesen wir aber nun den wunderbaren Abschluß dieses Psalms: „Die Rettung der Gerechten ist von Jehova; er ist ihre Festung in der Zeit der Bedrängnis. Und Jehova wird ihnen helfen und sie entrinnen lassen. Er wird sie den Bösen entrinnen lassen und sie retten, weil sie zu ihm Zuflucht genommen haben“ (V. 39, 40). Diese Worte sollten Jehovas Diener bestimmt veranlassen, ihr Vertrauen auf ihn zu setzen.
    6 Aus Psalm 70 spricht deutlich eine gewisse Dringlichkeit. David befand sich in einer verzweifelten Lage, als er die flehentlichen Worte sprach: „O Gott, mich zu befreien, o Jehova, zu meinem Beistand eile doch! . . . Ich . . . bin niedergedrückt und arm. O Gott, handle doch eilends für mich. Du bist meine Hilfe und der für mein Entrinnen Sorgende. O Jehova, verspäte dich nicht“ (Ps. 70:1, 5).
    7 Kennst du solche Empfindungen? Es ist tröstend und glaubensstärkend, zu wissen, daß wir als Diener Jehovas das Vertrauen haben können, daß er ‘eilends für uns handeln’ wird. Er kennt unsere Bedürfnisse und weiß sie zu befriedigen. Unser liebevoller himmlischer Vater sorgt wirklich für unser „Entrinnen“, wenn wir in Not sind. Mitunter erkennen wir wie David, daß wir uns durch unsere Verfehlungen selbst in eine schwierige Lage gebracht haben. Aber wie David können wir uns in aller Aufrichtigkeit an Jehova wenden, vielleicht mit einem „zerbrochenen Geist“, und wir dürfen davon überzeugt sein, daß er unser Gebet erhören wird. Wir können ihn sogar wie David anflehen: „Schaffe in mir auch ein reines Herz, o Gott, und lege einen neuen, einen festen Geist in mich“ (Ps. 51:10, 17).
    8 Des weiteren sollten wir im Sinn behalten, daß unser Gott für einen Hohenpriester gesorgt hat, der ‘mit unseren Schwachheiten mitfühlen kann’ und durch den wir uns „dem Thron der unverdienten Güte“ nahen können, „damit wir Barmherzigkeit erlangen und unverdiente Güte finden mögen als Hilfe zur rechten Zeit“. Wir sind für diesen mitfühlenden Hohenpriester, Jesus Christus, wirklich dankbar, denn er kann uns unter der Leitung des Vaters ‘befreien’ oder den Weg bereiten, auf dem wir aus geistiger Knechtschaft entrinnen können.
    9 Gemäß den Evangelien erwähnte Jesus Christus, der größere David, nur einmal das Wort „entrinnen“. Als er über den „Abschluß des Systems der Dinge“ sprach, sagte er zu seinen Jüngern: „Bleibt immer wach und betet, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt“ (Luk. 21:36, Einheitsübersetzung)…. Wenn wir uns in Gefahr befinden, müssen wir in jedem Fall bestimmte Schritte unternehmen und gewisse Dinge meiden, um entrinnen zu können. Das wird uns aus geschichtlichen Beispielen klar.
    ….
    Wie werden wir also entrinnen? Nicht dadurch, daß wir vom Schauplatz des Geschehens hinweggenommen werden, sondern wir müssen das Beispiel Noahs nachahmen, der gewissenhaft und gehorsam baute und dann mit seinen Angehörigen in die Arche ging, die Gottes Vorkehrung zur Rettung war. All die schwierigen Jahre hindurch behielt er Jehovas Wohlgefallen. „Noah wandelte mit dem wahren Gott“ (1. Mose 6:9). Wir müssen wie Noah erkennen, daß wir uns in einer bedrohlichen Situation befinden, aus der wir in dem Bewußtsein der Dringlichkeit fliehen müssen. Wie jener Mann des Glaubens sollten auch wir gewissenhaft dem ‘für das Entrinnen Sorgenden’ gehorchen und uns in der heutigen gefährlichen Zeit seinen Anweisungen fügen. Einerseits dürfen wir nicht zügellos leben und übermäßig essen und trinken oder unser Herz durch die Sorgen des täglichen Lebens beschweren, was dazu führen würde, daß wir schläfrig werden und zaudern würden. Denn dann würden wir alles verlieren, wenn der Tag plötzlich wie eine Schlinge kommt. Andererseits sollten wir allezeit auf der Hut sein und geistig wach bleiben, indem wir inbrünstig und flehentlich zu Gott beten. Wir dürfen keinen Moment daran zweifeln, daß wir auf der Seite des Königreiches Gottes stehen.
    21 Wir sollten uns unbedingt bemühen, bis zum Ende unserer kritischen Zeit in der Gunst Jesu Christi, des Sohnes des Menschen, zu bleiben. Das mag zwar nicht immer so leicht sein, doch es wird nicht mehr von uns verlangt werden, als wir ertragen können, vorausgesetzt, daß wir wach bleiben und stets gehorsam sind. Der Apostel Paulus versichert uns: „Gott . . . ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen [das heißt nicht unbedingt eine Befreiung aus der Situation], damit ihr sie ertragen könnt.“ Mit anderen Worten: Wir müssen lernen auszuharren, damit wir in Versuchungen und Prüfungen standhalten und heute, am ‘Ende der Systeme der Dinge’, treu bleiben und vor dem Sohn des Menschen „stehen“ können.

  24. Juleam 16. April 2009 um 09:29 Link zum Kommentar

    Psalm 16 – 18

    Psalm 16:1

    Bewahre mich, o Gott, denn ich habe zu dir Zuflucht genommen.

    Dabei fällt mir der „Brief von einem Freund“ ein, den ich mal im Bibelforscher-Forum gelesen habe.

    Da spricht Jehova uns direkt an, dass er ständig darauf wartet, dass wir mit ihm reden. Er beobachtet uns und unser Leben und denkt immer „jetzt wird sie zu mir kommen“. So sieht er uns zu einer Zeit, wo es uns schlecht geht und freut sich schon, dass wir nun zu ihm kommen. Aber wir gehen mit einem Freund spazieren und klagen dem unser Leid. Immer denkt Jehova „jetzt aber..“, aber wir sind immer zu beschäftigt, um uns an IHN zu wenden.

    Die Moral von der Geschicht: wenden wir uns doch ZUERST an Jehova, dann können wir uns immer noch woanders ausheulen. Wir fallen ihm nicht lästig, wenn wir unsere Sorgen auf ihn werfen – im Gegenteil: er wartet sehnsuchtsvoll darauf!

    Der „Brief von einem Frend“ hatte mich schon beim ersten Lesen sehr betroffen gemacht und ich muss oft immer wieder daran denken, dass wir Jehova eigentlich kränken, wenn wir nicht zu ihm kommen.

    Jehova möchte unser Freund sein! Und mit wem reden wir am Meisten? Wem klagen wir unser Leid? Mit wem teilen wir unsere Gedanken?

    Eigentlich sollte Jehova unser bester Freund sein!

    Bei mir ist es so. Mein bester Freund ist Jehova und danach kommt mein Mann…

    Vor gut 4 Jahren hatte ich mir beim Lesen dieses Verses in meine Studienbibel einen ähnlichen Gedanken (mit dem Verweis auf den besagten Brief) notiert:

    „Wir sollten immer daran denken, zu WEM wir Zuflucht nehmen. Zu wem gehe ich mit meinen Sorgen, Nöten und Ängsten hin? Laufe ich Menschen nach, um mit ihnen zu reden und vernachlässige dabei Jehova? Ich möchte darauf achten, zuerst zu Jehova zu gehen und erst danach zu Menschen!“

    Wirklich ein wichtiger Punkt, den ich immer vor Augen haben und niemals vernachlässigen will!

    Psalm 16:7

    Ich werde Jehova segnen, der mir Rat gegeben hat.
    In der Tat, während der Nächte haben mich meine Nieren zurechtgewiesen.

    Darum ist es gut, vor dem Schlafen in der Bibel zu lesen – dann haben wir nachher gute Gedanken und keine unangebrachten romantischen Träume (falls wir nicht frei zum Heiraten sind).

  25. Juleam 16. April 2009 um 09:30 Link zum Kommentar

    Ein Brief von einem Freund

    Mein lieber Freund,

    Wie geht es dir? Ich möchte dir diesen Brief senden, um dir zu sagen, wie sehr ich dich liebe und mich danach sehne, mit dir zu sprechen.

    Ich sah dich gestern, als du mit deinen Freunden spazieren gingst. Ihr wart glücklich und habt viel miteinander geredet. Ich wartete den ganzen Tag, hoffend, dass du auch mit mir sprechen würdest – aber du sprachst nicht mit mir.

    Als der Abend kam, gab ich dir einen wunderschönen Sonnenuntergang und eine kühle Brise, um deinen Tag angenehm abzuschließen…. Ich wartete, doch du kamst nicht zu mir. Es schmerzte mich, aber ich liebe dich immer noch. Später sah ich dich schlafen gehen und sehnte mich deine Stirn zu berühren. Ich goss Mondlicht über dein Gesicht und dein Kopfkissen. Wieder wartete ich, dass du mit mir sprechen würdest – aber du drehtest dich um und schliefst ein.

    Heute Morgen bist zu spät aufgewacht und durch den Tag geeilt… wieder keine Zeit für mich. Hast du den warmen Sommerregen fallen sehen? Das waren die Tränen, die ich wegen dir verloren habe.

    Du siehst heute traurig und enttäuscht aus. Haben deine Freunde dich enttäuscht? Ich weiß, wie das ist. Ich weiß, wie du dich fühlst. Auch mich enttäuschen meine Freunde des öfteren. Ich weiß auch, wie schwer das Leben auf der Erde ist…..
    Ich weiß es wirklich, denn ich sehe alles. Erinnerst du dich daran?

    Ich möchte dir gerne helfen. Rufe mich nur. Frage mich, sprich zu mir. Mein Ohr ist immer offen für einen Freund.

    Ich habe so viele Geschenke für dich. Frieden, an einem Tag mit Kummer und Schmerz. Führung, an einem Tag mit schweren Entscheidungen und heillosem Durcheinander. Kraft, an einem Tag mit Schwächen und Hilflosigkeit – um einige zu erwähnen.

    Denke bitte immer daran: ich liebe dich und möchte dir gerne helfen.
    Durch meine Gedanken in der Heiligen Schrift versuche ich es dir mitzuteilen. Ich flüstere es in die Stille deines Herzens. Ich hauche es in deine Seele. Ich rufe es vom Himmel.

    Rufe mich! Frage mich! Sprich zu mir!
    Es ist ein Vorrecht, dass du einen Freund hast. Ich warte auf dich….

    Dein Freund Jehova

  26. Juleam 16. April 2009 um 09:32 Link zum Kommentar

    Psalm17

    Psalm 17:5

    Mögen sich meine Schritte in deinen Spuren halten,
    [In denen] meine Tritte bestimmt nicht zum Wanken gebracht werden.

    damit ist Aufmerksamkeit und Anstrengung verbunden, da kann ich nicht so einfach schlendern. Dazu muss ich meinen Blick auf den Weg und die Spur gerichtet halten, muss meine Schritte anpassen.

    Zum Thema „Aufmerksamkeit“:
    wir waren ja am Sonntag mit der SHG um Kirschblütenfest in Marzahn. Eine von den neuen Mitgliedern hatte ihre Freundin Angelika mitgebracht, die einen motorisierten Rollstuhl fuhr. Am Anfang war unheimlich viel los, Menschentrauben ohne Ende. Als wir später zum Abschluß im Cafe die Sonne genossen haben, sagte sie, dass es am Anfang unheimlich anstrengend für sie war. Dadurch, dass so viele Menschen unterwegs wahren, musste sie ihren Blick die ganze Zeit auf den Weg gerichtet halten, damit sie keinen anfährt,dadurch habe ich von dem schönen Garten leider garnicht so viel mitbekommen“. Das hat sie sehr traurig gemacht.

    Dies veranschaulicht den Gedanken sehr schön, dass es unsere ganze Aufmerksamkeit erfordert, unsere Schritte in Jehovas Spuren zu halten. Es bedeutet, dass wir uns nicht ablenken lassen dürfen.

    Ein sehr schöner Gedanke…

    Psalm 17:15

    Was mich betrifft, in Gerechtigkeit werde ich dein Angesicht schauen;
    Ich werde bestimmt gesättigt werden, wenn ich beim Erwachen deine Gestalt [sehe].

    Das bedeutet, mich danach zu sehnen mit Jehova zu reden und ihn zu sehen – indem ich in seinem Wort lese, darüber nachsinne und nach IHM Ausschau halte, um mit IHM zu reden, nicht mit Menschen!

  27. Juleam 16. April 2009 um 09:34 Link zum Kommentar

    Psam 18

    Dieser Psalm macht deutlich, zu wem ich rennen soll, wenn Not am Mann ist – zu Jehova, nicht zu Menschen. Siehe auch „Brief von einem Freund“.

    Psalm 18:19

    Und er führte mich dann hinaus in einen weiten Raum;
    Er befreite mich, denn er hatte Gefallen an mir gefunden.

    Jehova hat Gefallen an mir gefunden. Warum? Weil Jehova mich liebt, will er, dass ich zu ihm komme und bei ihm Hilfe suche.

    Psalm 18:29

    Denn mit dir kann ich gegen eine Plündererstreifschar anrennen;
    Und mit meinem Gott kann ich eine Mauer erklimmen.

    Wenn Jehova mir beisteht ist nichts unmöglich – denn er macht das Unmögliche möglich und gibt Kraft über das Normale hinaus!


    Psalm 18:32 und 39

    Der [wahre] Gott ist es, der mich mit leistungsfähiger Kraft eng umgürtet,
    Und er wird gewähren, daß mein Weg vollkommen sei,
    Und du wirst mich zur Kriegführung mit leistungsfähiger Kraft umgürten;
    Die gegen mich aufstehen, wirst du unter mir zusammenbrechen lassen.

    Wenn ich zu Jehova Zuflucht nehme, wird er mir Energie und Freude wiedergeben, die ich verloren haben könnte. Und ich darf zu ihm kommen, denn ich bemühe mich von Herzen!

  28. Thomasam 17. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 19

    Was kann einem ein ruhiges Herz geben?
    In all der hektischen Zeit, einfach zur Ruhe kommen?
    Lies, was Pslam 19 zu sagen hat:

    Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.
    Ein Tag berichtet es dem anderen, und eine Nacht meldet der anderen die Kunde davon.
    Keine Rede und keine Worte, doch gehört wird ihre Stimme.
    Ihre Meßschnur geht aus über die ganze Erde, und bis an das Ende des Erdkreises ihre Sprache; er hat der Sonne in ihnen ein Zelt gesetzt.
    Und sie ist wie ein Bräutigam, der hervortritt aus seinem Gemach; sie freut sich wie ein Held, zu durchlaufen die Bahn.
    Vom Ende der Himmel ist ihr Ausgang, und ihr Umlauf bis zu ihren Enden; und nichts ist vor ihrer Glut verborgen.
    Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, erquickend die Seele; das Zeugnis Jehovas ist zuverlässig, macht weise den Einfältigen.
    Die Vorschriften Jehovas sind richtig, erfreuend das Herz; das Gebot Jehovas ist lauter, erleuchtend die Augen.
    Die Furcht Jehovas ist rein, bestehend in Ewigkeit. Die Rechte Jehovas sind Wahrheit, sie sind gerecht allesamt;
    Sie, die köstlicher sind als Gold und viel gediegenes Gold, und süßer als Honig und Honigseim.
    Auch wird dein Knecht durch sie belehrt; im Beobachten derselben ist großer Lohn.
    Verirrungen, wer sieht sie ein? Von verborgenen Sünden reinige mich!
    Auch von übermütigen halte deinen Knecht zurück; laß sie mich nicht beherrschen! Dann bin ich tadellos und bin rein von großer Übertretung.
    Laß die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, Jehova, mein Fels und mein Erlöser!

    Wenn wir uns mit Gottes zwei Büchern beschäftigen: seinem geschriebenen Buch der Bibel und dem Buch der Schöpfung/Natur, können wir eine gewisse Ruhe und Gelassenheit wiedererlangen.

    Es gab im Jahr 1981 einen Wachtturmartikel zum Thema Streß, der darauf einging. Es hieß dort:

    Befreiung von Streß — jetzt und für immer
    WAS würde man dir antworten, wenn du bel einer Umfrage die Frage stellen würdest: „Wird jeglicher Streß jemals völlig beseitigt werden?“?
    Die meisten wurden auf der Grundlage ihrer eigenen Erfahrung oder der Zukunftsvoraussagen von Experten wahrscheinlich sagen, daß wir immer schädlichen Streß haben werden.
    Einige würden aber zuversichtlich sagen, es werde sich alles zum Guten wenden, der Mensch werde die Probleme lösen und schädlichen Streß beseitigen.
    Diese Ansichten könnten jedoch auf erfolglose Bemühungen, mit Streß fertig zu werden, schließen lassen. Professor Irving Janis sagte dazu: „Ein anderer mangelhafter Lösungsversuch [ist] die ,Abwehrreaktion‘, bei der man sich durch Wunschdenken von emotionalen Spannungen zu befreien versucht“ („New York Times“, 18. Mai 1980).
    Es ist traurig, daß viele, die mit Streß fertig zu werden suchen, Realitäten übersehen, die ihre Bemühungen unterstützen können. Diese Realitäten können dir helfen, Erleichterung von Streß zu erlangen und eine gute Grundlage für die Hoffnung zu legen, daß die Zukunft eine anhaltende Befreiung bringen wird.
    Eine universale Realität
    Dr. Hans Selye, einer der hervorragendsten Streßforscher, schrieb: „Kein empfänglicher Mensch kann in einer wolkenlosen Nacht den Himmel betrachten, ohne sich zu fragen, woher die Sterne kommen, wohin sie gehen und was das Universum in seiner Ordnung erhält. Die gleichen Fragen tauchen auf, wenn wir das innere Universum des menschlichen Körpers betrachten“ („Streß beherrscht unser Leben“).
    Hast du dir schon einmal die Zeit genommen, über die wundervolle Beschaffenheit des menschlichen Körpers nachzusinnen oder den Sternenhimmel zu bestaunen? Das könnte eine wichtige Hilfe für die Bewältigung des gegenwärtigen Stresses sein. Dr. Selye fährt fort: „Die Fähigkeit, die harmonische Vollkommenheit in den Äußerungen der Natur . . . zu betrachten, ist eines der beglückendsten Erlebnisse, deren der Mensch fähig ist. . . . Das Hinblicken auf etwas, das unendlich größer ist als unser bewußtes Selbst, läßt alle unsere täglichen Sorgen im Vergleich dazu zusammenschrumpfen. Es gibt eine Gelassenheit und einen geistigen Frieden, die nur durch die Berührung mit dem Erhabenen erreicht werden können.“
    Der Dichter und König David praktizierte bereits vor Jahrtausenden das, was dieser Streßexperte heute empfiehlt. David äußerte damals die fundamentale Wahrheit: „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes; und die Ausdehnung tut das Werk seiner Hände kund“ (Ps. 19:1).
    David erkannte das an, was seither Millionen denkender Menschen ebenfalls eingesehen haben: Eine grundlegende Realität des Universums besteht darin, daß Gott, der Schöpfer des Universums und des Menschen, existiert. Verglichen mit ihm und seiner Schöpfung, sind wir Menschen unbedeutend. David sagte über Gott: „Wenn ich deine Himmel sehe, die Werke deiner Finger . . .: Was ist der sterbliche Mensch, daß du ihn im Sinn behältst?“ (Ps. 8:3, 4).
    Wenn du also erkennst, daß Streß für dich ein Problem ist — oder sein könnte —, dann solltest du mehr über die Existenz Gottes, über die Größe seiner Werke und Belange und über deine Stellung ihm gegenüber nachdenken. Auf diese Weise wirst du nicht zu einer „Abwehrreaktion“ Zuflucht nehmen, sondern den Tatsachen, der universalen Realität, ins Auge sehen.
    Es hat sich bewährt und wird sich bewähren
    Wenn du Gott anerkennst, hast du es in vielerlei Hinsicht leichter, Streß zu bewältigen.
    Du wirst empfänglicher sein für seinen Rat, den die Bibel enthält. David konnte aufgrund seiner eigenen Erfahrung und der Beobachtungen, die er bei anderen machte, sagen: „Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, bringt die Seele zurück. Die Mahnung Jehovas ist zuverlässig, macht den Unerfahrenen weise“ (Ps. 19:7).
    Gott gibt unter anderem den Rat, sich des Ehebruchs, des vorehelichen Geschlechtsverkehrs, der Trunkenheit, des Diebstahls und des Lügens zu enthalten. Häufig haben Personen, die so etwas tun, das Vergnügen im Sinn, oder sie möchten „sich das Leben leichter machen“ oder nicht gegen den Strom schwimmen. Die Beweise zeigen jedoch, daß ihnen als mehr oder weniger unmittelbare Folge ein vermehrter Streß beschieden ist — durch ein geplagtes Gewissen, durch die Verdrossenheit der Mitmenschen oder durch Gesundheitsprobleme, die ihr Lebenswandel mit sich bringt. Wer dagegen Gottes Rat befolgt, vermeidet solchen Streß und fördert sein Glück und seinen Herzensfrieden.
    Weltweit können Millionen von Zeugen Jehovas bestätigen, daß sie diese Erfahrung machen. Natürlich kann heute niemand völlig ohne Streß leben. Aber die Ausübung des wahren Christentums hat ihnen sicher geholfen. Das stimmt mit dem überein, was Jesus sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. . . . ihr werdet Erquickung [nicht Streß] finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft“ (Matth. 11:28-30).
    Es gibt noch einen anderen Grund, warum der gegenwärtige Streß abnehmen wird, wenn du dich Gott näherst. Dein Leben wird mehr auf ein Ziel ausgerichtet sein. Du wirst es dir zur Aufgabe machen, ihm zu gefallen. In dem Buch „Stress Without Distress“ (Streß ohne Distreß) wird folgendes erwähnt:
    Die Geschichte hat wiederholt bewiesen, daß „diejenigen, die an die Unfehlbarkeit ihres Gottes oder ihres Verhaltenskodex glaubten, relativ ausgeglichen und glücklich waren . . . Der Glaube gab den Menschen eine Richtung, eine Grundlage für Verantwortungsgefühl, Selbstdisziplin und Arbeit, was unentbehrlich ist, um ein anormales, chaotisches Verhalten zu vermeiden“ (S. 2, 3).
    Außerdem kannst du, wenn du dich dem Schöpfer und seinen Grundsätzen verpflichtet fühlst, Teil einer Versammlung glücklicher Christen sein. Die Glieder der christlichen Versammlungen der Zeugen Jehovas arbeiten gern mit allen zusammen, die Gott gefallen möchten. Sie sind willens, anderen zu zeigen, daß die Anwendung des biblischen Rates heute nutzbringend ist und schädlichen Streß vermindern hilft.
    Sie bemühen sich aufrichtig, Liebe zu zeigen, so wie Jesus sagte: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Joh. 13:35). Wenn du durch das Studium der Bibel und die Gemeinschaft liebevoller Christen lernst, andere zu lieben und ihnen zu helfen, wird der Streß abnehmen. Andere werden dich als eine liebenswerte Person schätzen. Du wirst weniger Auseinandersetzungen mit deinen Mitmenschen haben, deren Wohlwollen und Achtung du dir erworben haben wirst (Matth. 5:40-48; Luk. 6:38).
    Diese Hilfe ist nicht auf die Gegenwart beschränkt; sie hat auch einen Nutzen für die Zukunft. In dem Buch „Religious Movements in Contemporary America“ (Religiöse Bewegungen im heutigen Amerika) ist zu lesen: „In ihrem Versammlungsleben bilden die Zeugen eine echte Gemeinschaft, die sich durch gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Anerkennung auszeichnet. . . . Die Zeugen Jehovas bieten eine alternative Lebensweise, die ihren Anhängern die Möglichkeit gibt, sich selbst zu finden und Selbstachtung, Anerkennung und eine Hoffnung für die Zukunft zu erlangen.“
    Anhaltende Befreiung von Streß
    Die feste Grundlage für die Zukunftshoffnung ist der Schöpfer selbst. Wie er in seinem zuverlässigen Wort verheißt, wird er in die Angelegenheiten des Menschen so eingreifen, daß eine anhaltende Befreiung von schädlichem Streß folgen wird. Ziehe einige Verheißungen Gottes in Betracht:
    ● Er wird selbstsüchtige, bösartige Personen, deren Handlungsweise heute viel Streß verursacht, für immer beseitigen (Ps. 37:28, 29, 34).
    ● Statt mit Personen verderbter, animalischer Gesinnung wird die Erde mit friedliebenden Menschen bevölkert sein, die durch die überreiche „Erkenntnis Jehovas“ geleitet werden (Jes. 11:6-9; 35:9).
    ● Statt Krankheit und Tod — Ursache für einen Großteil des Stresses — wird es Gesundheit und ein langes Leben geben (Offb. 21:4).
    ● Die Menschen werden ihrer ehrlichen, gesunden Arbeit zufolge eine Fülle an Nahrungsmitteln und Lebensnotwendigem haben (Ps. 72:16).
    ● Kriege werden ein Ende haben, und es wird Frieden und Sicherheit herrschen (Micha 4:3, 4).
    ● Alle Menschen werden an ihrem Nächsten das liebevolle Interesse haben, das das wahre Christentum kennzeichnet (Joh. 13:35).
    Das ist kein Traum. Danach Ausschau zu halten hat nichts mit einer „Abwehrreaktion“ auf Streß zu tun. Es ist das, was der Schöpfer des Universums verheißt. Wenn es dir zusagt, solltest du mehr darüber lernen, indem du mit Zeugen Jehovas die Bibel studierst.
    Ein Leben unter diesen Bedingungen wird jedoch nicht eintönig oder langweilig sein. Dein Herz wird gelegentlich schneller schlagen. Du wirst erregt sein und bereit sein zu reagieren. Aber das werden normale und gesunde Reaktionen auf erregende, glückliche Ereignisse oder Emotionen sein. Welch ein wohltuender Gegensatz das zu dem extremen, anhaltenden, schädlichen Streß sein wird, mit dem wir heute fertig werden müssen!

    LIEBE, HASS UND STRESS
    Dr. Hans Selye sagte einmal in einem Interview: „Die beiden hauptsächlichen Gefühlsregungen, die für das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Streß verantwortlich sind, sind Liebe und Haß. In der Bibel wird dies immer wieder betont. Wenn wir nicht die eigene Selbstsucht irgendwie abschwächen, rufen wir in anderen Furcht und Feindseligkeit hervor — eine nicht sehr günstige Lebenssituation. Je mehr wir andererseits unsere Ichbezogenheit abbauen, je mehr wir andere gewinnen können, uns zu lieben, statt uns zu hassen, desto sicherer sind wir und desto weniger Streß müssen wir ertragen.“

    Eine weitere lesenswerte Abhandlung über Psalm 19 finden wir im Wachtturm vom 15.Juni 1979 wo es heißt:

    Ein eindrucksvolles Zeugnis für Gottes Herrlichkeit und Schöpfermacht
    VIELE Menschen, die sich fragen, ob es einen Gott gibt, verschließen ihre Augen vor den Beweisen für seine Existenz. Bestimmte Vorgänge mögen, nur weil sie täglich eintreten, selbst für Personen, die an Gott glauben, kein Zeugnis für Gottes Herrlichkeit und Schöpfermacht sein. Der inspirierte Psalmist vertrat jedoch einen völlig gegenteiligen Standpunkt. Er sah gerade in den sich wiederholenden ganz üblichen Dingen eine Häufung von Beweisen, die die Herrlichkeit des Höchsten bezeugen.
    DAS ZEUGNIS DES SICHTBAREN HIMMELS
    Der Psalmist schrieb: „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes; und die Ausdehnung tut das Werk seiner Hände kund. Ein Tag nach dem andern Tag läßt Sprache hervorsprudeln, und eine Nacht nach der anderen Nacht zeigt Kenntnis an. Da ist keine Sprache, und da sind keine Worte; keine Stimme ihrerseits wird gehört. Über die ganze Erde ist ihre Meßschnur ausgegangen und bis ans äußerste Ende des ertragfähigen Landes ihre Äußerungen. Er hat der Sonne in ihnen ein Zelt gesetzt, und sie ist wie ein Bräutigam, wenn er herauskommt aus seinem Hochzeitsgemach; sie frohlockt wie ein Starker, eine Bahn zu durchlaufen. Von einem äußersten Ende der Himmel her ist ihr Ausgang, und ihr beendeter Umlauf geht bis zu ihren anderen äußersten Enden; und da ist nichts vor ihrer Hitze verborgen“ (Ps. 19:1-6).
    Mit diesen poetischen Worten zeigte der Psalmist David, daß der sichtbare Himmel — Sonne, Mond und Sterne — Gottes Herrlichkeit verkündet. Die große Zahl von Himmelskörpern, ihre geordneten, zuverlässigen Bahnen und der nützliche Zweck, dem sie dienen, bezeugen einen Gott der Weisheit, Macht und Güte. Ein Gott, der im sichtbaren Universum eine solch vorzügliche Ordnung eingeführt hat, muß unendlich weise und mächtig sein. Wenn wir zum Beispiel berücksichtigen, wie sehr das Leben auf der Erde von der Sonne abhängig ist, kommen wir unwillkürlich zu dem Schluß, daß der Schöpfer der Sonne sehr an den Lebewesen interessiert ist. Dadurch, daß der sichtbare Himmel bestimmte bewundernswerte Eigenschaften Jehovas offenbart, verkündet er tatsächlich Gottes Herrlichkeit.
    Das Zeugnis für Gottes Herrlichkeit und Schöpfermacht beschränkt sich aber nicht auf das, was im Laufe e i n e s Tages oder e i n e r Nacht zu sehen ist. Ein Tag nach dem anderen und eine Nacht nach der anderen liefert dasselbe Zeugnis. Schon ein einziger 24-Stunden-Tag, an dem sich Sonne, Mond und Sterne zeigen, wäre ein eindrucksvolles Zeugnis für den Schöpfer. Aber dieses Zeugnis kann jeden Tag am Himmel über uns wahrgenommen werden. Es ist so, als ob dieses Zeugnis Tag und Nacht ständig hervorsprudeln würde. Auf diese Weise vermitteln die sichtbaren Himmelskörper Kenntnisse von der Herrlichkeit und Schöpfermacht Jehovas.
    Dieses Zeugnis wird natürlich in aller Stille gegeben. Aber kein Teil der Erde ist davon ausgeschlossen. Das Zeugnis füllt die Erde, als ob Meßschnüre in jedem Teil unseres Planeten ausgeworfen worden wären.
    Der Psalmist sagt, daß die Sonne ein Zelt im sichtbaren Himmel habe. Deshalb wird in Hiob 22:14 der Himmel als ein ‘Gewölbe’ über der Erde bezeichnet. Und in Jesaja 40:22 ist von Gott als dem Einen die Rede, „der die Himmel ausspannt so wie einen feinen Flor, der sie ausbreitet wie ein Zelt, um darin zu wohnen“. In diesem symbolischen „Zelt“ bewegt sich die Sonne täglich wie ein Wanderer. Wegen ihrer Herrlichkeit wird sie passenderweise mit einem Bräutigam verglichen, der für den Anlaß besonders gekleidet ist und aus seinem Hochzeitsgemach heraustritt. Wie ein starker Läufer in einem Rennen vollendet sie ihren „Umlauf“ am Himmel. Da die Sonne ihr Licht auf jeden Teil der Erde wirft, von ihrem Aufgang bis zu ihrem Untergang, zieht alles auf der Erde Nutzen aus ihrer Wärme oder Hitze. Es gibt in dieser Hinsicht keine Ausnahme.
    GOTTES GESETZ LEGT ZEUGNIS AB
    Das Zeugnis über Jehovas Herrlichkeit und Schöpfermacht ist nicht nur auf das begrenzt, was am sichtbaren Himmel zu beobachten ist. Gemäß 1. Mose 1:14 sollen die himmlischen Lichter „als Zeichen und zur Bestimmung von Zeitabschnitten dienen und für Tage und Jahre“. Mit ihrer Hilfe können also Tage und Jahre gezählt werden, sie zeigen den Menschen auf hoher See den Weg, und mit ihrer Hilfe kann die richtige Zeit für bestimmte landwirtschaftliche Arbeiten festgelegt werden. Aber Gott hat die himmlischen Lichter für den Menschen nicht als Hilfe für wichtige moralische Entscheidungen vorgesehen. Dazu hat der Höchste seine Gebote erlassen, und auch diese bezeugen seine Herrlichkeit.
    Der Psalmist David sagt weiter: „Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, bringt die Seele zurück. Die Mahnung Jehovas ist zuverlässig, macht den Unerfahrenen weise. Die Befehle Jehovas sind recht, erfreuen das Herz; das Gebot Jehovas ist rein, erleuchtet die Augen. Die Furcht Jehovas ist lauter, besteht immerdar. Die richterlichen Entscheidungen Jehovas sind wahr; sie haben sich allesamt als gerecht erwiesen. Sie sind begehrenswerter als Gold, ja als viel geläutertes Gold, und süßer als Honig und der fließende Honig der Waben. Auch wird dein eigener Knecht durch sie gewarnt; sie zu halten bringt große Belohnung“ (Ps. 19:7-11).
    David nahm hier Bezug auf Gottes Gesetz, das durch Moses erlassen worden war. Es war vollkommen, fehlerlos und entsprach völlig dem Zweck, zu dem es gegeben worden war. Dieses Gesetz konnte die Seele oder den Betreffenden in dem Sinne zurückbringen, daß sein Wesen durch den Gehorsam gegenüber dem Gesetz belebt und seine Wohlfahrt gefördert wurde.
    Alle Mahnungen des Gesetzes Gottes waren zuverlässig. Man konnte ihnen wie einem sicheren Führer für das Leben folgen. Wer Gottes Mahnungen beachtete, mochte zwar unerfahren und unsicher sein, doch würde er weise handeln und einen Lauf, der ins Verderben führt, meiden.
    Die im mosaischen Gesetz enthaltenen Befehle oder speziellen Regeln waren recht, das heißt in vollem Einklang mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit. Wer aufgrund der Überzeugung handelt, daß Gottes Befehle recht sind, erlangt eine innere Freude, eine Herzensfreude.
    Da das Gebot Jehovas rein und lauter ist und kein unerwünschtes Merkmal aufweist, läßt es die Augen strahlen und verleiht ihnen einen klaren Blick. Es bewahrt jemand davor, sich eines sittlichen Vergehens schuldig zu machen, und hilft ihm, recht zu handeln.
    Ehrfurcht und tiefer Respekt vor dem Schöpfer zeigt sich darin, daß man seinen Geboten gehorcht. Diese Furcht ist rein. Sie entwürdigt einen Menschen nicht wie etwa die Furcht vor falschen Gottheiten, die von ihren Anbetern als zornige und fordernde Götter betrachtet wurden und die mit Menschenopfern beschwichtigt werden konnten. Das mosaische Gesetz lehrte Ehrfurcht vor Gott. Jehovas ergebene Diener werden diese Furcht weiterhin zum Ausdruck bringen. Sie wird daher immerdar bestehen.
    Gottes Gesetz enthielt zum Teil richterliche Entscheidungen. Diese richterlichen Entscheidungen waren wahr, zuverlässig und unabänderlich und beruhten auf Gottes rechtlichem Vorgehen. Sie waren in jeder Hinsicht gerecht. Da sie von Gott stammen und äußerst nützlich sind, ist es sehr wünschenswert, sie im Sinn und Herz zu haben. Sie sind kostbarer als materieller Reichtum wie zum Beispiel Gold. Für jemand, der sich von ihnen leiten läßt, sind sie viel süßer als Honig. Diese richterlichen Entscheidungen warnen einen Menschen davor, falsch zu handeln, und stärken seine Entschlossenheit, der Versuchung zu widerstehen. Sie zu befolgen lohnt sich, denn ein solcher Gehorsam wirkt sich äußerst günstig aus. Man meidet eine Lebensweise, die emotionell, physisch und in geistiger Hinsicht zum Schaden gereichen würde.
    Ja, ein Gesetz, das so hilfreich und nützlich ist wie dasjenige, das den Israeliten gegeben wurde, legt ein beredtes Zeugnis über einen weisen, gerechten und liebevollen Gott ab.
    HILFE FÜR DIENER GOTTES
    Ein weiteres Zeugnis für den Schöpfer ist darin zu sehen, daß er seinen unvollkommenen Dienern hilft. Wie der 19. Psalm zeigt, hatte David sehr große Wertschätzung für Gottes Gesetz. Er erkannte aber auch, daß ein unvollkommener Mensch die Hilfe seines Schöpfers benötigt, damit er sich richtig verhalten kann. Das geht aus den abschließenden Worten des 19. Psalms hervor. Wir lesen: „Verfehlungen — wer kann sie bemerken? Von verborgenen Sünden sprich mich los. Auch von vermessenen Taten halte deinen Knecht zurück; laß sie mich nicht beherrschen. Dann werde ich vollständig sein, und ich werde schuldlos geblieben sein von vielen Übertretungen. Laß die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens angenehm werden vor dir, o Jehova, mein FELS und mein Erlöser“ (Ps. 19:12-14).
    David erkannte, daß er als unvollkommener Mensch Sünden begehen mochte, deren er sich nicht einmal bewußt war. Er bat daher um die Vergebung von Übertretungen, die vor ihm verborgen gewesen sein mögen. Außerdem wünschte er sich Gottes Hilfe, wenn ihn sein unvollkommenes Fleisch dazu verleiten mochte, verkehrt zu handeln. Er wünschte sich, daß ihn Jehova von eigenmächtigen, vermessenen Taten zurückhielt. Er wollte nicht, daß sich sein Handeln durch Vermessenheit auszeichnete. Hätte er seinem sündigen Fleisch nachgegeben, so wäre er unter den Einfluß oder die Herrschaft der Sünde geraten. Er wollte aber dem Höchsten völlig ergeben sein. Sein Wunsch war es, soweit wie möglich ‘von vielen Übertretungen schuldlos zu sein’. Daher betete er darum, daß sein Hilferuf, der dem durch das Herz angeregten „Sinnen“ entsprang, vor seinem Gott wohlgefällig sei. In Zeiten der Gefahr und Trübsal stützte sich David auf Jehova wie auf einen massiven Felsen. Er betrachtete Jehova auch als seinen Erlöser, als denjenigen, der ihn vor dem Zugriff böser Menschen verschonen und davor bewahren konnte zu sündigen.
    So führt uns der 19. Psalm nachdrücklich vor Augen, daß sowohl das vereinte Zeugnis der Schöpfung als auch das in der Bibel enthaltene schriftliche Gesetz sowie die Hilfe, die Gott Rechtschaffenen gewährt, die Existenz des Höchsten beweisen. Dieses Zeugnis sollte uns dazu veranlassen, Gottes Wohlgefallen erlangen zu wollen. Ja, möge das ‘Sinnen unseres Herzens’ Jehova Gott wohlgefällig sein, während wir ständig zu ihm aufblicken, damit er unsere Schritte recht lenke.

  29. Thomasam 17. April 2009 um 07:09 Link zum Kommentar

    Psalm 20

    Jehova erhöre dich am Tage der Drangsal, der Name des Gottes Jakobs setze dich in Sicherheit;
    Er sende deine Hülfe aus dem Heiligtum, und von Zion aus unterstütze er dich;
    Er gedenke aller deiner Speisopfer, und dein Brandopfer wolle er annehmen! (Sela.)
    Er gebe dir nach deinem Herzen, und alle deine Ratschläge erfülle er!
    Jubeln wollen wir über deine Rettung, und im Namen unseres Gottes das Panier erheben. Jehova erfülle alle deine Bitten!
    Jetzt weiß ich, daß Jehova seinen Gesalbten rettet; aus seinen heiligen Himmeln wird er ihn erhören durch die Machttaten des Heils seiner Rechten.
    Diese gedenken der Wagen und jene der Rosse, wir aber gedenken des Namens Jehovas, unseres Gottes.
    Jene krümmen sich und fallen, wir aber stehen und halten uns aufrecht.
    Jehova, rette! Der König erhöre uns am Tage unseres Rufens!

    Worin setzten wir unser Vertrauen? Damals war es zum Beispiel üblich, ein großes Reiterher aufzubauen. Doch im mosaischern Gesetz war es dem herschern der Israeliten verboten, sich die Pferde zu mehren, um ein starkes Verteidigungspotenzial zu haben. Heißt das nicht, dass man sich damit zu einem leichten Ziel machten würde? Lies, wie David darüber dachte:

    Einige [erwähnen] Wagen und andere Rosse,
    Wir aber, wir werden den Namen Jehovas, unseres Gottes, erwähnen!

    Wer sein Vertrauen in Jehova setzt und dementsprechend lebt und handelt DER wird niemals enttäuscht werden!

    Jene selbst sind zusammengebrochen und gefallen;
    Wir aber, wir sind aufgestanden, um wiederhergestellt zu werden.
    O Jehova, rette doch den König!
    Er wird uns antworten an dem Tag, an dem wir rufen.

  30. Thomasam 17. April 2009 um 07:11 Link zum Kommentar

    Psalm 21

    Der König David war in vielem ein nachahmenswertes Vorbild.
    Sein Vertrauen und Glauben in den Höchsten, dass dieser für Gerechtigkeit eintreten wird, ist herzerwärmend. Am eindruckvollsten hat natürlich Jesus Christus diese Worte erfüllt, indem er nicht nur in allem auf Gott vertraut hat sondern auch sündenlos sein Leben für wahrheitsliebende Menschen hingegeben hat.
    Ahmen wir also David nach, und folgen durch unser Handeln dem größeren König, Jesus Christus. Richten wir uns und unsere Gedanken so aus, dass wir ein Freund Jehovas und ein Freund von Jesus sein können.

    In deiner Kraft, Jehova, freut sich der König, und wie sehr frohlockt er über deine Rettung!
    Den Wunsch seines Herzens hast du ihm gegeben, und das Verlangen seiner Lippen nicht verweigert. (Sela.)
    Denn mit Segnungen des Guten kamst du ihm zuvor; auf sein Haupt setztest du eine Krone von gediegenem Golde.
    Leben erbat er von dir, du hast es ihm gegeben: Länge der Tage immer und ewiglich.
    Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Rettung; Majestät und Pracht legtest du auf ihn.
    Denn zu Segnungen setztest du ihn ewiglich; du erfreutest ihn mit Freude durch dein Angesicht.
    Denn auf Jehova vertraut der König, und durch des Höchsten Güte wird er nicht wanken.
    Deine Hand wird finden alle deine Feinde, finden wird deine Rechte deine Hasser.
    Wie einen Feuerofen wirst du sie machen zur Zeit deiner Gegenwart; Jehova wird sie verschlingen in seinem Zorn, und Feuer wird sie verzehren.
    Ihre Frucht wirst du von der Erde vertilgen, und ihren Samen aus den Menschenkindern.
    Denn sie haben Böses wider dich geplant, einen Anschlag ersonnen: sie werden nichts vermögen.
    Denn du wirst sie umkehren machen, wirst deine Sehne gegen ihr Angesicht richten.
    Erhebe dich, Jehova, in deiner Kraft! Wir wollen singen und Psalmen singen deiner Macht.

  31. Juleam 17. April 2009 um 09:39 Link zum Kommentar

    Psalm 19 – 21

    Psalm 19:8

    Die Befehle Jehovas sind recht, erfreuen das Herz;
    Das Gebot Jehovas ist rein, erleuchtet die Augen.

    meinen Dienst und meine Anbetung und alles, was damit zu tun hat, niemals als Last ansehen.

    Psalm 19:13

    Auch von vermessenen Taten halte deinen Knecht zurück;
    Laß sie mich nicht beherrschen.
    Dann werde ich vollständig sein,
    Und ich werde schuldlos geblieben sein von vielen Übertretungen.

    Wenn wir gesündigt haben, kann es durchaus sein, dass wir noch jahrelang danach Schuldgefühle haben, obwohl wir schon lange mit den Ältesten die Dinge zwischen uns und Jehova richtig gestellt haben. Dann kann es sein, dass wir von unguten Gedanken, Schuldgefühlen und dem Gefühl der Wertlosigkeit niedergedrückt werden.

    Lassen wir uns von solchen Gefühlen nicht beherrschen – denn wenn wir die Dinge ins Reine gebracht haben, sind wir für Jehova annehmbar, solange wir uns aufrichtig bemühen, gemäss seinem Willen zu leben.

    Denn wenn diese Gefühle uns auch weiterhin beherrschen und wir das zulassen, dann spielen wir uns selbst dem Widersacher in die Hand:

    Psalm 20:8

    Jene selbst sind zusammengebrochen und gefallen;
    Wir aber, wir sind aufgestanden, um wiederhergestellt zu werden.

  32. Thomasam 18. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 22

    Hatte Gott David verlassen?
    Nein, aber als David unter starkem Druck von seiten seiner Feinde stand, hatte es diesen Anschein. Allerdings verriet Davids menschliche Reaktion auf seine große Bedrängnis nicht einen Mangel an Glauben, denn er betete weiterhin vertrauensvoll um Befreiung (Vers 16-19). Interessanterweise zitierte Jesus diesen Psalm, bevor er am Marterpfahl starb. Durch die Frage warum? brachte Jesus die extreme Belastung zum Ausdruck, während er gleichzeitig seine Unschuld in bezug auf die falschen Anklagen kundtat, die zu seiner Hinrichtung führten.

    So kann es gehen – man tut alles für den Allmächtigen, und dann hat man plötzlich das Gefühl von allen und allem verlassen zu sein. Alle Sorgen brechen auf einen ein, und man hat das Gefühl, keinen Schirm, keinen Schutz zu haben. Aber wir lernen von David, dass wir uns weiterhin an den Schöpfer wenden können und müssen, da dieses „Alleingelassen zu sein“ nur eine kurzer Zeitraum ist. Wer sich nicht vom Allmächtigen entfernt, kann sicher sein, dass Gott ihn weiterhin behüten wird.

    Dazu passend auch folgende Geschichte:

    Ich träumte mal – und schau –
    ich lief am Strand bei Ebbe, durch die Weite.
    Ich war da aber nicht alleine,
    denn auch Jehova lief an meiner Seite.
    Wir liefen so gemeinsam durch den feinen Sand,
    eine Spur von Schritten, zwei an zwei,
    Jehova Gott lief an meiner Hand.
    Dann hielt ich an und schaute hinter mich
    und betrachte meinen Lebenspfad,
    die Zeiten voll Glück und Freude,
    von tiefem Schmerz und ohne Rat.

    Ich schaute genau auf die Spuren hin,
    ich sah den ganzen Weg entlang dahin,
    wo es gerade; am Schwersten war
    war der Schritte nur ein Paar.
    Ich sagte dann: „Oh, Jehova warum? Warum gerade da,
    als ich selbst keinen Ausweg mehr sah,
    als ich dich brauchte, zu jeder Zeit des Tages,
    auf dem schwierigsten Teil des Pfades?“
    Jehova blickt mich an voll Liebe,
    und antwortet auf mein Fragen:

    „Mein liebes Kind, als es dir am Schwersten war,
    …… da hab ich dich getragen!

  33. Thomasam 18. April 2009 um 07:08 Link zum Kommentar

    Psalm 23

    Den Schöpfer nie wirklich gefühlt? Nie wirklich mit ihm gewandelt, weil man in schlechten Zeiten zu eigenen Mitteln greift?
    Nur wer wirkliche „Notzeiten“ durchstanden hat, und sich auf den Allmächtigen verlassen hat, kann wirklich sagen, dass er im Höchsten einen Freund hat. Wer dagegen immer auf dem „Breiten Weg“ mit der Allgemeinheit gegangen ist, wird nicht verstehen, was es heißt, mit Jehova zu wandeln.

    Jehova ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
    Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern.
    Er erquickt meine Seele, er leitet mich in Pfaden der Gerechtigkeit um seines Namens willen.
    Auch wenn ich wanderte im Tale des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.
    Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.
    Fürwahr, Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich werde wohnen im Hause Jehovas auf immerdar.

    In einem Nachschlagewerk heißt es

    Betrachten wir jedoch diese Psalmen etwas näher. Der Trost, den Psalm 23 darreicht, besteht nicht in den Gaben Jehovas, sondern in Ihm Selbst. Er lagert uns auf grünen Auen, und zwar ist das die natürliche Frucht Seiner Gnade, und so wird es bis zum Ende sein, und Er führt uns zu stillen
    Wassern. Da ist liebliche Weide, und es gibt keine Dürre, die Seele kann in Sicherheit genießen und wird in Frieden zu göttlichen Erfrischungen geleitet. Das ist das Teil, das Seine Hirtensorge uns gibt; aber was Vertrauen hervorruft und die Sorge fortnimmt, das ist Er Selbst. Doch das Böse ist in die Weit gekommen, und wir müssen es fühlen – wir in uns selbst, Christus in allem, was Ihn umgab, so dass Er mit Schmerz und Betrübnis erfüllt sein konnte; bei uns geht es leider noch
    weiter. Der gute Hirte erquickt die Seele, stellt sie wieder her und leitet uns in Pfaden der Gerechtigkeit um Seines Namens willen.
    Die Segnung hängt ab von dem, was Er ist, nicht von dem, was wir empfangen haben. Ich habe ohne Zweifel Segen und finde
    denselben auf den grünen Auen, aber wenn ich in Leiden oder abgeirrt hin, so erquickt Er meine Seele, stellt sie wieder her. Aber nicht nur Kummer und Schmerz hat die Sünde im Gefolge gehabt, sondern auch den Tod; und nun kommt Er und leitet mich durch denselben und tröstet
    mich.
    Ferner gibt es Feinde auf meinem Wege; angesichts derselben bereitet Er mir einen Tisch, an dem ich mich sättige. Welch eine Ermunterung liegt hierin auch für den Christen! … Wenn ich all die Schmerzen und Schwierigkeiten des Weges gekostet habe, so steht Jehova Selbst als Segnung bestimmter vor meiner Seele. Darum kann ich für immer auf sie rechnen, denn Er verändert Sich nicht.
    Da ich in der Vergangenheit, in allen Wirkungen der Macht des Feindes, erfahren habe und nun weiß, was Er Selbst darin für mich gewesen ist, kann ich auch für die Zukunft und zu allen Zeiten darauf rechnen. Das Ende aller Wege des Herrn wird sein, dass wir für immer bei Ihm wohnen werden. – Die Segnung ist also am Ende weniger in die Augen fallend, aber weit tiefer und persönlicher als im Anfang; die Seele ruht, wie gesagt, in Jehova Selbst, den sie in allen Umständen kennen gelernt hat, und nicht in der Segnung, die Er ihr ganz selbstverständlich hat zuteil werden lassen.
    Eine geübte Seele besitzt schließlich eine viel tiefere Segnung als eine Seele, die äußerlich gesegnet ist.
    Das Ergebnis für Israel (und noch mehr für uns) ist deshalb mehr als die grünen Auen, in die Jehova es ursprünglich gebracht hatte. Es besteht in dem tiefen Bewusstsein, das ein geprüftes Herz von der Treue Jehovas hat; und so wird die Ruhe, entsprechend der Glückseligkeit Seiner eigenen Natur, Seine Ruhe sein.
    Die grünen Weiden waren passend für Schafe, aber das gesalbte Haupt, der überfließende Becher und das Haus Jehovas in Ewigkeit entsprachen Dem, der dort wohnte.

    In der Ausgabe vom 1.Juli 1988 war der Psalm 23 auch ein Artikel im Wachtturm. Dort hieß es

    „Jehova ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln“ (PSALM 23:1).
    STELLE dir folgende Szene vor: Philistäische Truppen stehen dem Heer Israels gegenüber. Goliath, ein Philisterriese, tritt als Herausforderer auf. Ein junger Mann, nur mit einer Schleuder und mit Steinen bewaffnet, läuft ihm entgegen. Da bohrt sich ein gutgezielter Stein in den Schädel des Riesen und tötet ihn. Wer war der junge Mann? Es war David, ein Hirte, der mit der Hilfe Jehovas diesen außergewöhnlichen Sieg errang .
    Der junge Mann wurde schließlich König über das Volk Israel und regierte 40 Jahre lang. Er spielte meisterhaft Harfe und verfaßte unter göttlicher Inspiration viele Gedichte. Auch schrieb David mehr als 70 herrliche Psalmen, durch die Jehovas Volk von heute Ermunterung und Anleitung erhält. Der bekannteste ist der 23. Psalm. Wir laden dich ein, deine Bibel aufzuschlagen und die folgende Vers-für-Vers-Betrachtung dieses Psalms zu verfolgen.

    Jehova, ein liebevoller Hirte

    „Jehova ist mein Hirte“ (Psalm 23:1). Als erfahrener Hirte wußte David, wie man Schafe führt, sie mit Nahrung versorgt und beschützt. Einmal beschützte er seine Schafe beispielsweise vor einem Löwen und ein andermal vor einem Bären (1. Samuel 17:34-36). Davids Schafe vertrauten ihrem Hirten uneingeschränkt. Doch im Verhältnis zu Jehova war er selbst ein Schaf. Da er sich unter Gottes liebevoller Fürsorge sicher fühlte, konnte er sagen: „Jehova ist mein Hirte.“ Fühlst du dich unter dem großen Hirten, Jehova Gott, genauso sicher? Zweifellos führt, ernährt und beschützt er heute seine schafähnlichen Anbeter. Zudem gibt es in den Versammlungen der Zeugen Jehovas treue, liebevolle Unterhirten, die sich als ernannte Älteste eifrig der Schafe annehmen (1. Petrus 5:1-4).

    „Mir wird nichts mangeln.“ Denke über diese Worte sorgfältig nach. Bist du aufgrund der liebevollen Fürsorge Jehovas nicht von einer wohltuenden Ruhe und Zuversicht erfüllt? Was erlebten die Israeliten, als sie 40 Jahre lang in der Wildnis umherzogen? Gott sorgte für alle ihre Bedürfnisse. Genauso verhält es sich in der heutigen Zeit. Jehovas treuen Dienern mangelt es an nichts. Viele können die folgenden inspirierten Worte Davids aufgreifen und sagen: „Ein junger Mann bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden, und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen noch seine Nachkommen nach Brot suchen“ (Psalm 37:25). Durch den „treuen und verständigen Sklaven“ wird heute für eine Fülle geistiger Speise gesorgt (Matthäus 4:4; 24:45-47). Außer verschiedenen wöchentlichen Zusammenkünften haben wir die Bibel, die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! sowie viele andere Publikationen. Selbst in Ländern, in denen das Predigtwerk der Zeugen Jehovas verboten ist, steht regelmäßig geistige Speise zur Verfügung. Den Schafen Jehovas mangelt es an nichts.

    „Auf grasreichen Weiden läßt er mich lagern“ (Psalm 23:2). Viele Städte im alten Israel waren von großen grasreichen Weiden umgeben. Wie ein liebevoller Hirte damals seine Schafe auf gute, sichere Weideplätze führte, so sorgt Jehova auch in unserer Zeit für seine Schafe. Der Psalmist sagte: „Wir sind das Volk seiner Weide“ (Psalm 79:13; 95:7). Buchstäblichen Schafen geht es gut, wenn ihre Bedürfnisse befriedigt worden sind und sie sich während der Hitze des Tages ausruhen können. Jehovas Schafe von heute sind friedsam und gelassen, weil sie reifen Hirten vertrauen — geschulten Aufsehern in den Versammlungen und Kreisen. Als Folge davon wachsen die geistigen Herden. Viele Menschen, die zuvor von den falschen Hirten Groß-Babylons schlecht behandelt wurden, sind jetzt als Schafe Jehovas glücklich und zufrieden.

    „An wohlbewässerte Ruheorte geleitet er mich.“ In Israel mußte ein Hirte seine Herde an einen Teich oder einen Fluß führen. Doch Wasser war in der Trockenzeit mitunter schwer zu finden. Heute ‘geleitet uns Jehova an wohlbewässerte Ruheorte’, indem er für Wasser der Wahrheit in Hülle und Fülle sorgt. (Vergleiche Hesekiel 34:13, 14.) Und der Prophet Jesaja läßt folgende aufrüttelnde Einladung ergehen: „Heda, all ihr Durstigen! Kommt zum Wasser!“ (Jesaja 55:1). Dadurch, daß die Schafe diese geistigen Wasser in sich aufnehmen, werden sie vor den feurigen Strafgerichten beschützt, die über diejenigen kommen, ‘die Gott nicht kennen und die der guten Botschaft nicht gehorchen’ (2. Thessalonicher 1:8; Offenbarung 7:16, 17).

    „Meine Seele erquickt er“ (Psalm 23:3). Wenn wir erschöpft, beunruhigt oder entmutigt sind oder ernsthaftem Widerstand begegnen, erquickt uns Jehova durch sein Wort. Daher tun Christen gut daran, es sich zur Gewohnheit zu machen, jeden Tag etwas in der Bibel zu lesen. Tust du das? Einige finden es hilfreich, Texte wie 2. Mose 34:6, 7 oder Sprüche 3:5, 6 auswendig zu lernen. Von welchem Nutzen ist dies? Nun, wenn eine kritische Lage entsteht und du keine Bibel zur Hand hast, kannst du sogleich durch biblische Gedanken gestärkt werden. Viele Brüder, die zu Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie an gerechten Grundsätzen festhielten, wurden sehr erquickt und gestärkt, indem sie sich an auswendig gelernte Schriftstellen erinnerten. Ja, Gottes Wort kann ‘das Herz erfreuen und die Augen erleuchten’ (Psalm 19:7-10).

    „Er führt mich auf den Spuren der Gerechtigkeit.“ Den Spuren der Gerechtigkeit zu folgen ist schwierig, aber sie führen zum Leben. Jesus sagte: „Eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt“ (Matthäus 7:14). Der Apostel Paulus brachte einen ähnlichen Gedanken zum Ausdruck, als er Jüngern aus Lystra, Ikonion und Antiochia erklärte: „Wir müssen durch viele Drangsale in das Königreich Gottes eingehen.“ Und Paulus wußte sicherlich, wovon er sprach. Kurz zuvor hatte man ihn in Lystra gesteinigt und ihn liegen lassen in der Meinung, er sei tot (Apostelgeschichte 14:19-22).

    Jehova führt uns „auf den Spuren der Gerechtigkeit“, indem er uns durch sein Wort und seine Organisation leitet und unterweist. Aber die meisten Menschen folgen dem breiten und geräumigen Weg, „der in die Vernichtung führt“ (Matthäus 7:13). Die zügellose geschlechtliche Unreinheit und die sich schnell ausbreitende Seuche Aids unterstreichen die Notwendigkeit, schlechte Gesellschaft zu meiden (1. Korinther 15:33). Auch müssen wir darauf achten, daß wir gedanklich nicht auf Abwege geraten (Psalm 19:14). Deswegen sollten wir stets den ausgezeichneten Rat befolgen, den Gottes Wort zu dem Thema Sex gibt und dazu, wie wir die vielen Schlingen der Unmoral meiden können (1. Korinther 7:2-5; Epheser 5:5; 1. Thessalonicher 4:3-8).

    „Um seines Namens willen.“ Jehovas Zeugen haben die schwere Verantwortung, den Namen Gottes zu verherrlichen, und dürfen keine Schmach auf diesen Namen bringen (Matthäus 6:9; 2. Mose 6:3; Hesekiel 38:23). Viele Weltmenschen sind schnell dabei, den Finger anklagend auf Jehovas Volk zu richten. Geschieht dies, weil wir für biblische Grundsätze eintreten und beispielsweise unsere Neutralität bewahren oder uns des Blutes enthalten, so haben wir ein reines Gewissen. Wäre es aber auf ein Fehlverhalten unsererseits zurückzuführen, so würden wir Jehova Unehre bereiten (Jesaja 2:4; Apostelgeschichte 15:28, 29; 1. Petrus 4:15, 16). Hassen wir also das Böse! (Psalm 97:10). Wenn wir Verfolgung zu erdulden haben, wird uns Jehova um seines Namens willen immer helfen und beschützen.

    „Auch wenn ich im Tal tiefen Schattens wanderte, fürchte ich nichts Böses“ (Psalm 23:4). Die Wiedergabe der Elberfelder Bibel lautet: „Auch wenn ich wanderte im Tale des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles.“ Das erinnert uns vielleicht an die tiefen Schluchten oder Täler in den Bergen Judäas auf der Westseite des Toten Meeres. Ein Tal oder eine Schlucht, in der Raubtiere im Schatten auf der Lauer liegen, ist für Schafe ein gefährlicher Ort. David kam in seinem Leben durch viele Täler, in denen Gefahr lauerte und wo er dem Tod ins Angesicht sah. Da aber Gott ihn führte, war er zuversichtlich und hatte keine übertriebene Furcht. Wir sollten ebenso auf Jehova vertrauen. Der Hinweis auf „tiefen Schatten“ erinnert uns wahrscheinlich auch an die Prophezeiung Jesajas: „Was die im Land tiefen Schattens Wohnenden betrifft, Licht ist über ihnen aufgeleuchtet.“ Matthäus nahm auf diese Prophezeiung Bezug und wandte sie auf Jesus Christus an mit den Worten: „Das Volk, das in Finsternis saß, sah ein großes Licht, und denen, die in einer Gegend des Todesschattens saßen: Licht ging ihnen auf.“ Wodurch? Durch den großen Predigtfeldzug, den Jesus durchführte (Jesaja 9:2; Matthäus 4:13-16).

    David ‘fürchtete nichts Böses’. Genauso verhält es sich mit Jehovas Zeugen heute, obwohl sie in der von Satan beherrschten bösen Welt nicht beliebt sind (1. Johannes 5:19). Sie werden von vielen Menschen tatsächlich gehaßt und in einigen Ländern heftig verfolgt. Aber sie fahren fort, in diesen Ländern die gute Botschaft vom Königreich zu predigen, wenn auch nicht so offen, wie sie es normalerweise tun würden. Sie wissen, daß Jehova mit ihnen ist und sie beschützen wird (Psalm 27:1). In zahlreichen Ländern, in denen das Königreichswerk im Untergrund verrichtet werden muß, sind gute Fortschritte zu verzeichnen. Wie der Psalmist sagen Zeugen Jehovas in solchen Ländern: „Jehova ist auf meiner Seite; ich werde mich nicht fürchten. Was kann ein Erdenmensch mir antun?“ (Psalm 118:6). Diese Zeugen befinden sich in einer ähnlichen Lage wie die ersten Christen, an die der Apostel Petrus folgende ermutigende Worte schrieb: „Wenn ihr auch um der Gerechtigkeit willen leiden solltet, seid ihr glücklich. Fürchtet jedoch nicht das, was sie fürchten, noch werdet erregt“ (1. Petrus 3:14).

    „Denn du bist bei mir.“ Übersieh in diesem Satz bitte nicht etwas sehr Interessantes. Der inspirierte Psalmist wechselt von der dritten Person zur zweiten Person. Statt für Jehova das Fürwort „er“ zu gebrauchen, verwendet David jetzt das Fürwort „du“. Warum? Weil es vertraulicher klingt. Gefahr bringt uns Jehova, unserem liebevollen Vater, näher. Wir erfreuen uns dann eines vertrauteren Verhältnisses zu ihm. Wir können zu ihm beten und ihn flehentlich um Schutz bitten, und dadurch überwinden wir unsere Furcht. (Vergleiche Zephanja 3:12.)

    „Dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.“ Das hebräische Wort schévet, das mit „Stecken“ wiedergegeben wird, kann einen Hirten- oder Krummstab bezeichnen. Sowohl der Stecken als auch der Stab können der Verteidigung dienen und als Symbol von Macht oder Gewalt gebraucht werden. Diese Werkzeuge eigneten sich zweifellos sehr gut dazu, Räuber wie beispielsweise Wölfe und Schlangen zu vertreiben. Ein Hirtenstab konnte auch dazu benutzt werden, Schafe in die richtige Richtung zu lenken oder ein Schaf zurückzuholen, das sich zu sehr einer Stelle genähert hatte, wo es stürzen oder sich verletzen konnte. Heute sorgt Jehova für treue Hirten, Älteste in Versammlungen, die die Herde vor geistigen Räubern, wie zum Beispiel Abtrünnigen, schützen. Oder die Ältesten müssen womöglich denjenigen Rat erteilen, die im Besuch der Zusammenkünfte nachlassen oder es mit dem christlichen Lebenswandel nicht so genau nehmen.

    „Du richtest vor mir einen Tisch zu gegenüber denen, die mich befeinden“ (Psalm 23:5). Hier stellen wir einen bedeutsamen Wechsel in der Veranschaulichung fest: vom Hirten zum Gastgeber. Jehova sorgt als sehr großzügiger Gastgeber durch die gesalbte „Sklaven“klasse für eine Fülle von geistiger Speise (Matthäus 24:45). Obwohl wir in einer feindseligen Welt leben, werden wir gut ernährt. Der Wachtturm erscheint in über hundert Sprachen, so daß Menschen, die in so unterschiedlichen Gebieten wie Südafrika, Grönland, Indien oder auf den Salomoninseln leben, geistig ernährt werden können. Außerdem verfügen die nahezu 55 000 Versammlungen auf der ganzen Erde über gut geschulte öffentliche Redner und Lehrer sowie über schöne Zusammenkunftsstätten, darunter Hunderte neuer Königreichssäle. Zur Zeit werden über 3 000 000 Heimbibelstudien durchgeführt, um schafähnlichen Menschen zu helfen. Dagegen bleibt der geistige Hunger derer ungestillt, die sich in Groß-Babylon, dem Weltreich der falschen Religion, befinden (Jesaja 65:13).

    „Du hast mein Haupt mit Öl eingefettet.“ Im alten Israel sorgte ein guter Gastgeber für Öl, mit dem das Haupt seiner Gäste eingerieben wurde. Als Jesus einmal bei einem Pharisäer zu Gast war, rieb ihm dieser den Kopf nicht mit Öl ein, noch sorgte er für Wasser, um ihm die Füße zu waschen. Damals benetzte eine Sünderin mit ihren Tränen die Füße Jesu und rieb sie mit einem besonderen wohlriechenden Öl ein (Lukas 7:36-38, 44-46). Aber Jehova ist ein sehr freundlicher Gastgeber. Er versorgt seine loyalen Diener mit dem geistigen „Öl des Frohlockens“ (Jesaja 61:1-3). Ja, Jehovas Volk frohlockt heute tatsächlich.

    „Mein Becher ist wohlgefüllt.“ Eine andere Wiedergabe lautet: „Mein Becher fließt über“ (Elberfelder Bibel). Das deutet auf geistige Fülle hin. Hier ist nicht von übermäßigem Trinken die Rede, sondern diese Worte lassen auf einen Becher guten Wein schließen. Wein hat heilende Eigenschaften, wie der Rat zeigt, den Paulus Timotheus gab: „Trink nicht länger Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens und deiner häufigen Erkrankungen willen“ (1. Timotheus 5:23). In geistigem Sinne erfreut Wein auch unser Herz (Psalm 104:15). Jehova, unser liebevoller Vater, bereitet seinen loyalen Dienern in großzügiger Weise ein geistiges Festmahl guter Dinge, zu denen auch ein ‘wohlgefüllter Becher’ Freude zählt.

    „Sicherlich wird mir lauter Gutes und liebende Güte folgen alle Tage meines Lebens“ (Psalm 23:6). Güte ist eine Frucht des heiligen Geistes Jehovas (Galater 5:22, 23). In den Genuß der Güte oder der liebenden Güte Gottes kommen diejenigen, die auf seinem Weg wandeln (Psalm 103:17, 18). Mit einem starken Glauben an Jehova können seine Diener jeder Prüfung gegenübertreten. Stets wird ihnen sein Segen und seine liebende Fürsorge zuteil. Und ihre Treue bis zum Ende bedeutet für sie ewiges Leben in der neuen Welt. Welch wunderbare Aussicht!

    „Und ich werde wohnen im Haus Jehovas für die Länge der Tage.“ In den Tagen Davids war die Stiftshütte das Heiligtum Gottes, denn der Tempel war noch nicht gebaut worden. Für den Psalmisten, der einen großzügigen Gastgeber im Sinn hatte, bedeutete ‘das Wohnen im Haus Jehovas’, als Gast ein gutes Verhältnis zu Gott zu haben (Psalm 15:1-5). Heute kann dieses Haus mit dem heiligen Tempel Jehovas — seiner Einrichtung für die wahre Anbetung — gleichgesetzt werden. König Salomo hatte das Vorrecht, den ersten materiellen Tempel zu bauen; dieser war reich mit Gold verziert und wurde zur Ehre Jehovas errichtet. Welch großes Vorrecht es doch war, dort zu dienen! Ein solcher Tempel besteht zwar nicht mehr, Gott hat aber eine heilige Organisation, die ihn ehrt und die wahre Anbetung fördert. Zu diesem Zweck sind von Jehovas Organisation in Dutzenden von Ländern Bethelheime eingerichtet worden. „Bethel“ bedeutet „Haus Gottes“. In solchen theokratischen Zentren dienen Tausende Gott hingegebener Menschen. Einige dieser Männer und Frauen haben so „für die Länge der Tage“ gedient, das heißt den größten Teil ihres Lebens im Betheldienst verbracht. Millionen weitere, die keine Glieder einer Bethelfamilie sind, sind ebenso entschlossen, Jehova bis in alle Ewigkeit zu dienen.

    Der 23. Psalm gleicht einem Edelstein mit vielen leuchtenden Facetten. Er erhebt den herrlichen Namen Jehovas, unseres liebevollen himmlischen Vaters, und offenbart, wie er seine Schafe leitet, beschützt und für sie sorgt. Als Folge davon sind seine Diener glücklich, sie sind geistig gut genährt und nehmen schnell an Zahl zu — selbst in Ländern, wo sie heftigem Widerstand begegnen. Der 23. Psalm hilft uns auch, ein herzliches, vertrautes Verhältnis zu unserem Schöpfer zu entwickeln. Und wenn wir zum Sternenhimmel aufblicken — was David oft tat, während er seine Kleinviehherde bewachte —, sind wir dankbar dafür, daß der Schöpfer dieses ehrfurchtgebietenden Universums für uns wie ein liebevoller Hirte sorgt. In seiner Liebe stellt er uns auch ewiges Leben in der neuen Welt in Aussicht, wenn wir unsere Lauterkeit ihm gegenüber bewahren. Welch wundervolles Erlebnis wird es dann sein, solch treue Diener Gottes wie David nach ihrer Auferstehung kennenzulernen! Und welch ein Vorrecht, Jehova, dem großen Hirten, bis in alle Ewigkeit zu dienen!

  34. Thomasam 18. April 2009 um 07:11 Link zum Kommentar

    Psalm 24

    Da Jehova als dem Schöpfer alles gehört, bestimmt er, wer in Zukunft auf dieser Erde leben darf, wenn er, der alles gemacht hat, auch die Erde wieder reinigen wird.
    Wer wird nicht dort leben dürfen? In Vers 4 wird gesagt, das dort nicht leben dürfen, Menschen:
    * die schuldige Hände haben
    * die ein unreines Herz haben
    * die trügerisch geschworen haben (auch wenn sie dabei den Namen Jehovas in ihrem Mund geführt haben sollten)
    * die auf Jehova zu etwas nichtswürdiges gemacht haben, indem sie ihn in ihre Lügen mit einbezogen haben

    Hüten wir uns vor Menschen, die nach Außen vorgeben Christen zu sein, die aber nicht im Hause Jehovas weilen dürften. Da Jehova die Erde gehört, wird er für Gerechtigkeit Sorge tragen. Wie wohltuend!

    In dem schon oft zitierten Nachschlagewerk heißt es zu Psalm 24 auszugsweise:

    Jehova war der Hirte auf dem ganzen Wege. Am Ende gehört Ihm die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen. Von dem Himmel wird hier nicht unmittelbar gesprochen, weder während des Weges noch am Ende desselben; doch hat Jehova eine besondere Stätte auf der Erde, einen Berg, der in hervorragender Weise Sein Berg genannt wird.
    Wer wird da hinaufsteigen? „Der unschuldiger Hände und reinen Herzens ist, der nicht zur Falschheit erhebt seine Seele und nicht schwört zum Truge.“ Solche werden Segen empfangen.

  35. Juleam 18. April 2009 um 09:41 Link zum Kommentar

    Psalm 22 – 24

    Psalm 22

    Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? [Warum bist du] fern davon, mich zu retten, [Fern von] den Worten meines Schreiens? 2 O mein Gott, ständig rufe ich bei Tag, und du antwortest nicht, Und bei Nacht, und da ist kein Schweigen meinerseits.
    Ich aber bin ein Wurm und kein Mann, Eine Schmach für Menschen und verächtlich für das Volk. 7 Alle, die mich sehen, sie verspotten mich; Sie sperren ihren Mund ständig auf, sie schütteln [ihren] Kopf immer wieder: 8 „Er hat sich Jehova anbefohlen. Möge ER für sein Entrinnen sorgen! Er befreie ihn, da er Gefallen an ihm gefunden hat!“
    Bleib nicht fern von mir, denn Bedrängnis ist nahe, Denn da ist kein anderer Helfer.
    Denn Hunde haben mich umgeben; Die Gemeinde der Übeltäter, sie hat mich umschlossen. Wie ein Löwe [sind sie an] meinen Händen und meinen Füßen.
    Du aber, o Jehova, o bleib nicht fern. O du meine Stärke, eil doch zu meinem Beistand.
    Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden; Inmitten der Versammlung werde ich dich preisen.
    Denn er hat weder verachtet Noch verabscheut die Trübsal des Niedergedrückten; Und er hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen, Und als er zu ihm um Hilfe rief, hörte er. 25 Von dir her wird mein Lobpreis sein in der großen Versammlung; Meine Gelübde werde ich bezahlen vor denen, die ihn fürchten.

    ohne Kommentar. Das hier spricht ja wohl für sich, oder?

    Psalm 23

    Jehova ist mein Hirte.
    Mir wird nichts mangeln.

    2 Auf grasreichen Weiden läßt er mich lagern;
    An gut bewässerte Ruheorte geleitet er mich.

    3 Meine Seele erquickt er.
    Er führt mich auf den Spuren der Gerechtigkeit um seines Namens willen.

    4 Auch wenn ich im Tal tiefen Schattens wanderte,
    Fürchte ich nichts Böses,
    Denn du bist bei mir;
    Dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.

    5 Du richtest vor mir einen Tisch zu gegenüber denen, die mich befeinden.
    Du hast mein Haupt mit Öl eingefettet;
    Mein Becher ist wohlgefüllt.

    6 Sicherlich wird mir lauter Gutes und liebende Güte folgen alle Tage meines Lebens;
    Und ich werde wohnen im Haus Jehovas für die Länge der Tage.

    dieser Psalm war mal Grundlage einer Pionierbesprechung, an der ich 1992 teilgenommen habe und er hat mich sehr ermuntert!

    Im letzten Jahr habe ich ihn in meine Gallery „gefällige Worte der Wahrheit“ eingebastelt, um die schönen Gedanken noch mal zur Ermunterung wieder hervorzuholen. Ihr könnt ihn euch dort gern ansehen – denn ich habe wie immer die Hauptgedanken für mich hervorgehoben (wenn ihr die einzelnen Fotos anlickt, könnt ihr den entsprechenden Text dahinter lesen):

    w88 1. 7. S. 23 „Jehova ist mein Hirte“

  36. Thomasam 19. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 25

    Nur wer verdient unser aufrichtiges und ungeteiltes Vertrauen?
    Der Psalmist schreibt treffend, dass er nur auf den Höchsten vertraut:

    Deine Wege, Jehova, tue mir kund, deine Pfade lehre mich!
    Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist der Gott meines Heils; auf dich harre ich den ganzen Tag.
    Gedenke deiner Erbarmungen, Jehova, und deiner Gütigkeiten; denn von Ewigkeit her sind sie.
    Gütig und gerade ist Jehova, darum unterweist er die Sünder in dem Wege;
    Er leitet die Sanftmütigen im Recht, und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg.
    Alle Pfade Jehovas sind Güte und Wahrheit für die, welche seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren.
    Um deines Namens willen, Jehova, wirst du ja vergeben meine Ungerechtigkeit; denn sie ist groß.
    Wer ist nun der Mann, der Jehova fürchtet? Er wird ihn unterweisen in dem Wege, den er wählen soll.
    Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same die Erde besitzen.
    Das Geheimnis Jehovas ist für die, welche ihn fürchten, und sein Bund, um ihnen denselben kundzutun.
    Meine Augen sind stets auf Jehova gerichtet; denn er wird meine Füße herausführen aus dem Netze
    Bewahre meine Seele und errette mich! Laß mich nicht beschämt werden, denn ich traue auf dich.
    Lauterkeit und Geradheit mögen mich behüten, denn ich harre auf dich.

    Ja, wer mit Jehova wandelt, der kann sich beschützt und wohl geborgen fühlen, auch wenn er Fehler begangen haben mag, denn Jehova wird ihn nicht nur unterweisen sondern auch vergeben!
    Aber was ist mit menschlichen Feinden, die einem das Leben – trotz eines guten Verhältnisses zum Allmächtigen – schwer machen?

    Mein Gott, auf dich vertraue ich: laß mich nicht beschämt werden, laß meine Feinde nicht über mich frohlocken!
    Auch werden alle, die auf dich harren, nicht beschämt werden; es werden beschämt werden, die treulos handeln ohne Ursache.
    Sieh an meine Feinde, denn ihrer sind viele, und mit grausamem Hasse hassen sie mich.
    Bewahre meine Seele und errette mich! Laß mich nicht beschämt werden, denn ich traue auf dich.

    In dem Nachschlagewerk heißt es auszugsweise:

    Das erste Wort kennzeichnet den Gläubigen. „Zu dir, Jehova, erhebe ich meine Seele.“ Er drückt sein Vertrauen auf seinen Gott aus und fleht, dass nicht er möge beschämt werden, sondern jene, die treulos handeln ohne Ursache.
    … Der innige Wunsch ist vorhanden, dass Jehova ihm Seine Wege kundtut, dass Er ihn in Seiner Wahrheit leiten und ihn lehren möge, denn Er ist der Gott seines Heils; auf Ihn harrt er stets.
    In Vers 6 übergibt der Gläubige sich Gott und der Barmherzigkeit, die Gott erzeigt hat, und fleht zu Ihm, dass Er der früheren Sünden Israels nicht gedenken, sondern um Seiner Güte willen sich erbarmen möge. Er weiß, dass Jehova gütig und gerade ist, und dass Er darum die Sünder in dem Wege unterweisen wird. Gott handelt mit ihnen gemäß Seiner eigenen Natur und Seinem Charakter, wenn Er in Gnade, Güte und Geradheit wirkt. Das ist außerordentlich wichtig. Weiter finden wir …: es sind die Sanftmütigen der Erde, und diese leitet Jehova im Recht. Für sie sind alle Pfade Jehovas Güte und Wahrheit, und sie werden dadurch gekennzeichnet, dass sie Seinen Bund und Seine Zeugnisse treu bewahren. Zugleich bekennt der Gottesfürchtige auf die deutlichste Weise nicht nur die früheren Sünden Israels, sondern auch seine eigenen. Er bittet nur um Gnade (denn seine Ungerechtigkeit ist so groß) und gründet seine Hoffnung nur auf den Namen Jehovas. Das ist sehr schön. Der Name Jehovas, wie dieser in Israel offenbart war, sowie Seine Pfade der Güte und Wahrheit in Israel sind in den vorhergehenden Versen dieses Psalmes ausführlich vorgestellt worden.

    In den Versen 12-14 finden wir die hoffnungserweckende prophetische Antwort des Geistes, in den Versen 15-21 stellt der Sanftmütige seine ganze Lage Jehova vor, und im letzten Verse sieht man das volle Ergebnis und die wahre Bedeutung des Psalmes. Er deckt die ganze Lage … vor Jehova auf, und zwar in den Ausdrücken eines Herzens, das durch die Gnade angezogen und unterwiesen ist. Es ist ein sehr vollständiger und bestimmter Ausdruck ihrer Stellung und ihrer inständigen Bitten vor Ihm, und zwar gemäß dem, was Er ist. Einige besondere Punkte werden darin hervorgehoben: das Bekenntnis der früheren Sünden Israels nebst dem Bekenntnis der eigenen Sünden des Redenden. Die Gnade wird als die einzige Hilfsquelle betrachtet. Doch kann man von einem so gnädigen Gott erwarten, dass Er die Sünder unterweist.
    Diese Sünder sind aber die Sanftmütigen, die die Erde besitzen werden. Lauterkeit des Herzens kennzeichnet sie, und sie vertrauen und harren auf Jehova.

  37. Thomasam 19. April 2009 um 07:07 Link zum Kommentar

    Psalm 26

    Wer Jehova wirklich liebt, hat keinen Umgang mit Menschen, die ihn durch ihre Werke verabscheuen. Wenn wir uns Davids Weg anschauen, können wir klar erkennen, was es bedeutet, seinen eigenen Fuß vom Pfad der Bösen wegzuwenden. Handeln wir ebenso wie David?

    Richte mich, Jehova! denn in meiner Lauterkeit habe ich gewandelt; und auf Jehova habe ich vertraut, ich werde nicht wanken.
    Prüfe mich, Jehova, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz!
    Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und in deiner Wahrheit wandle ich.
    Nicht habe ich gesessen bei falschen Leuten, und mit Hinterlistigen ging ich nicht um.
    Ich habe die Versammlung der Übeltäter gehaßt, und bei Gesetzlosen saß ich nicht.
    Ich wasche in Unschuld meine Hände, und umgehe deinen Altar, Jehova,
    Um hören zu lassen die Stimme des Lobes, und um zu erzählen alle deine Wundertaten.
    Jehova, ich habe geliebt die Wohnung deines Hauses und den Wohnort deiner Herrlichkeit.
    Raffe meine Seele nicht weg mit Sündern, noch mein Leben mit Blutmenschen,
    In deren Händen böses Vornehmen, und deren Rechte voll Bestechung ist!
    Ich aber wandle in meiner Lauterkeit. Erlöse mich und sei mir gnädig!
    Mein Fuß steht auf ebenem Boden: Jehova werde ich preisen in den Versammlungen.´

    Das scheint heute von vielen, die behaupten, Christen zu sein, wohl nicht andeutungsweise verstanden zu werden. Man gleicht sich mehr und mehr den umliegenden Menschen an, und handelt ebenso: man zerstört Familien, bekommt obwohl unverheiratet Kinder usw. tut aber so, als würde man den Höchsten anbeten. Deshalb schrieb der Wachtturm im Jahre 2004 zu diesem Psalm:

    In unversehrter Lauterkeit wandeln
    „Was mich betrifft, ich werde in meiner unversehrten Lauterkeit wandeln“ (PSALM 26:11).
    ALS Satan im Garten Eden rebellierte, warf er eine universelle Streitfrage auf: Er bestritt die Rechtmäßigkeit der Souveränität Gottes über alle seine Geschöpfe. Später behauptete er noch, Menschen würden nur so lange Gott dienen, wie es für sie zum Vorteil wäre. Daher spielt die Lauterkeit des Menschen in der Streitfrage der universellen Souveränität Jehovas eine wichtige Rolle.
    Gottes Souveränität oder Oberherrschaft hängt zwar nicht von der Lauterkeit seiner Geschöpfe ab. Aber Menschen und Geistsöhne Gottes können beweisen, wo sie in der Streitfrage stehen. Wodurch? Dadurch, dass sie sich entweder für oder gegen ein Leben in unversehrter Lauterkeit entscheiden. Die Lauterkeit ist demnach eine gute Grundlage, jemand zu beurteilen oder zu richten.
    Hiob sagte zuversichtlich: „[Jehova wird] mich auf genauer Waage wiegen, und Gott wird meine unversehrte Lauterkeit erkennen“. König David von Israel bat Jehova, seine Lauterkeit zu prüfen, als er betete: „Richte mich, o Jehova, denn ich selbst bin in meiner eigenen unversehrten Lauterkeit gewandelt, und auf Jehova habe ich vertraut, damit ich nicht wanke“ (Psalm 26:1). Auch für uns kommt es darauf an, in unversehrter Lauterkeit zu wandeln. Aber was ist darunter zu verstehen? Was wird uns helfen, auf dem Weg der Lauterkeit zu bleiben?
    ‘Ich bin in meiner unversehrten Lauterkeit gewandelt’
    Unter Lauterkeit ist zu verstehen, dass jemand rechtschaffen, untadelig, gerecht und makellos ist. Die Lauterkeit zu bewahren heißt indes nicht nur, richtig zu handeln. Man versteht darunter Fehlerlosigkeit in sittlicher Hinsicht oder völlige Herzenshingabe an Gott. Satan zog Hiobs Beweggründe in Frage, als er zu Gott sagte: „Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus, und rühre an sein Gebein und sein Fleisch, und sieh, ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird“. Die Lauterkeit zu bewahren setzt folglich außer der richtigen Handlungsweise auch den richtigen Beweggrund voraus.
    Wer die Lauterkeit bewahren will, muss nicht vollkommen sein. König David war unvollkommen und beging in seinem Leben sogar schwerwiegende Fehler. Dennoch sagt die Bibel von ihm, er sei „mit unversehrter Lauterkeit des Herzens“ gewandelt. Warum kann das von ihm gesagt werden? Weil David Jehova liebte. Sein Herz war Gott ergeben. Er gab seine Fehler bereitwillig zu, ließ sich zurechtweisen und korrigierte seine Handlungsweise. Davids unversehrte Lauterkeit ist an seiner rückhaltlosen Hingabe an Jehova und an seiner Liebe zu seinem Gott zu erkennen.
    Unsere Lauterkeit darf nicht nur auf einen bestimmten Lebensbereich wie die Religionsausübung beschränkt sein. Sie muss sich in unserer gesamten Lebensweise zeigen. David „wandelte“ in seiner unversehrten Lauterkeit. „Das Verb ‚wandeln‘ deutet auf den ‚Lebenswandel‘ oder den ‚Lebensstil‘ hin“, heißt es in einem Bibelwerk (The New Interpreter’s Bible). Über die „auf ihrem Weg Untadeligen“ schrieb der Psalmist: „Glücklich sind, die seine [Gottes] Mahnungen beachten; mit ganzem Herzen suchen sie ihn fortwährend. In der Tat, sie haben keine Ungerechtigkeit verübt. Auf seinen Wegen sind sie gewandelt“. Nur wer fortwährend bemüht ist, Gottes Willen zu tun, und auf seinen Wegen wandelt, kann die Lauterkeit bewahren.
    Wer in unversehrter Lauterkeit wandeln möchte, muss selbst unter ungünstigen Umständen treu zu Gott halten. Wenn wir Schwierigkeiten erdulden, trotz widriger Umstände standhaft bleiben und Versuchungen der gottlosen Welt widerstehen, tritt unsere Lauterkeit zutage. Wir erfreuen Jehovas Herz, weil er dem, der ihn höhnt, eine Antwort geben kann. Wie Hiob sollten wir daher den Entschluss fassen: „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen!“.
    Der 26. Psalm zeigt, was uns eine Hilfe ist, in unversehrter Lauterkeit zu wandeln.
    „Läutere meine Nieren und mein Herz“
    David betete: „Prüfe mich, o Jehova, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz“. Die Nieren liegen tief im Körper und stehen für die innersten Gedanken und Regungen. Mit dem Herzen ist der gesamte innere Mensch gemeint: die Motivation, die Gefühle und der Intellekt. Als David im Gebet die Bitte an Jehova richtete, ihn zu prüfen, wollte er seine innersten Gedanken und Regungen von ihm eingehend prüfen lassen.
    David bat Jehova auch inständig darum, seine Nieren und sein Herz zu läutern. Wie läutert Jehova unser Innerstes? David schrieb: „Ich werde Jehova segnen, der mir Rat gegeben hat. In der Tat, während der Nächte haben mich meine Nieren zurechtgewiesen“. Was bedeutet das? Gottes Rat drang bei David bis in die verborgensten Winkel seines Wesens. Er grub sich bei ihm tief ein und wies ihn zurecht oder korrigierte seine innersten Gedanken und Empfindungen. Das geschieht auch bei uns, wenn wir mit Wertschätzung über den Rat nachdenken, den wir durch Gottes Wort, seine Vertreter und seine Organisation erhalten, und ihn tief in uns eindringen lassen. Wenn wir Jehova regelmäßig darum bitten, uns auf diese Weise zu läutern, können wir in unversehrter Lauterkeit wandeln.
    David sagte weiter: „Deine liebende Güte steht mir vor Augen, und in deiner Wahrheit bin ich gewandelt“ (Psalm 26:3). David kannte Gottes Taten liebender Güte und dachte mit Wertschätzung darüber nach. „Segne Jehova, o meine Seele, und vergiss nicht alle seine Taten“, schrieb er. David hatte bestimmte „Taten“ Gottes im Sinn und fuhr fort: „Jehova vollführt Taten der Gerechtigkeit und richterliche Entscheidungen für alle Übervorteilten. Er ließ Moses seine Wege wissen, seine Handlungen auch die Söhne Israels“. Vielleicht dachte David daran, dass die Israeliten zur Zeit des Moses von den Ägyptern ausgebeutet wurden. In diesem Fall muss es ihn tief berührt haben, wie Jehova Moses die Wege wissen ließ, die in die Freiheit führen sollten. Und das dürfte ihn in seiner Entschlossenheit bestärkt haben, in Gottes Wahrheit zu wandeln.
    Regelmäßig Gottes Wort zu studieren und über das Gelernte nachzusinnen wird uns ebenfalls helfen, in unversehrter Lauterkeit zu wandeln. Wenn wir zum Beispiel daran denken, dass Joseph wegen der unmoralischen Annäherungsversuche der Frau Potiphars die Flucht ergriff, werden wir uns in einem ähnlichen Fall bestimmt genauso verhalten, sei es auf der Arbeitsstelle, in der Schule oder anderswo. Was tun wir, wenn sich uns zum Beispiel die Möglichkeit bietet, in der Welt Wohlstand, Ansehen oder Einfluss zu erlangen? In dieser Hinsicht können wir uns Moses zum Vorbild nehmen. Er wies all den Ruhm und die Ehre zurück, die Ägypten zu bieten hatte. An das Ausharren Hiobs zu denken bestärkt uns in dem Entschluss, Jehova trotz Krankheiten oder Schicksalsschlägen treu zu bleiben. Und wenn wir verfolgt werden, sollten wir uns an das erinnern, was Daniel in der Löwengrube erlebte. Es wird uns Mut machen.
    David erwähnte noch etwas, was ihn in seiner Lauterkeit bestärkte: „Ich habe nicht bei Menschen der Unwahrheit gesessen; und bei denen, die verhehlen, was sie sind, trete ich nicht ein. Ich habe die Versammlung der Übeltäter gehasst, und bei den Bösen sitze ich nicht“ (Psalm 26:4, 5). David wollte sich auf keinen Fall zu den Bösen gesellen. Er hasste schlechte Gesellschaft.
    Wie sieht es in dieser Hinsicht mit uns aus? Lehnen wir es ab, durch Fernsehen, Videos, Kinofilme, Internetseiten oder auf andere Weise bei Menschen der Unwahrheit zu sitzen? Halten wir uns von Personen fern, die verhehlen oder verheimlichen, was sie sind? In der Schule oder am Arbeitsplatz heuchelt uns vielleicht jemand, der unlautere Absichten hat, seine Freundschaft vor. Möchten wir wirklich, dass eine enge Bindung zu Personen entsteht, die nicht in Gottes Wahrheit wandeln? Abtrünnige können hinter vorgetäuschter Aufrichtigkeit ihre Absicht verbergen, uns von Jehova abspenstig zu machen. Und falls jemand in der Christenversammlung ein Doppelleben führt, verbirgt er ebenfalls, was er in Wirklichkeit ist. Jayson, ein Dienstamtgehilfe, hatte in seiner Jugend solche Freunde. Er erzählt: „Einer von ihnen sagte eines Tages zu mir: ‚Es ist doch egal, was wir jetzt tun. Wenn das neue System kommt, sind wir eben tot. Dann merken wir sowieso nicht, was wir verpassen.‘ Da läuteten bei mir die Alarmglocken. Schließlich möchte ich ja nicht tot sein, wenn das neue System kommt.“ Jayson brach klugerweise den Umgang mit den Betreffenden ab. Der Apostel Paulus sagte warnend: „Lasst euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“. Deshalb ist es sehr wichtig, schlechte Gesellschaft zu meiden.
    „Ich werde in Unschuld meine Hände waschen, und ich will um deinen Altar schreiten, o Jehova“, erklärte David weiter. Warum? „Um Danksagung laut hören zu lassen und um all deine wunderbaren Werke zu verkünden“ (Psalm 26:6, 7). David wollte sittlich rein bleiben, damit er Jehova anbeten und andere wissen lassen konnte, warum er Gott ergeben ist.
    Alles, was in der Stiftshütte und später im Tempel der wahren Anbetung diente, war ‘eine sinnbildliche Darstellung und ein Schatten der himmlischen Dinge’ . Der Altar stellte den Willen Jehovas oder seine Bereitschaft dar, das Opfer Jesu Christi zur Erlösung der Menschheit anzunehmen. Wir waschen unsere Hände in Unschuld und ‘schreiten um den Altar’ Jehovas, indem wir Glauben an dieses Opfer ausüben.
    Sind wir Jehova und seinem einziggezeugten Sohn nicht von Herzen dankbar, wenn wir an all das denken, was das Lösegeld möglich macht? Verkünden wir daher Gottes wunderbare Werke — von der Erschaffung des Menschen im Garten Eden bis zur vollständigen Wiederherstellung aller Dinge in Gottes neuer Welt. Ist das Verkündigen des Königreiches und das Jüngermachen nicht ein geistiger Schutz für uns?. Emsig damit beschäftigt zu sein erhält nicht nur unsere strahlende Zukunftshoffnung lebendig, sondern auch unseren starken Glauben an Gottes Verheißungen und unsere Liebe zu Jehova und unseren Mitmenschen.
    In Israel war die Stiftshütte mit ihrem Opferaltar der Mittelpunkt der Anbetung Jehovas. David drückte im Gebet seine Freude über diesen Ort wie folgt aus: „Jehova, ich habe geliebt die Wohnung deines Hauses und die Stätte, wo deine Herrlichkeit weilt“ (Psalm 26:8).
    Kommen wir gern dort zusammen, wo wir etwas über Jehova erfahren? Jeder Königreichssaal ist ein Ort, an dem regelmäßig biblische Unterweisung erteilt wird, ein Zentrum der wahren Anbetung. Außerdem finden alljährlich Bezirks-, Kreis- und Tagessonderkongresse statt. In den Zusammenkünften werden Jehovas „Mahnungen“ besprochen. Wenn wir diese wirklich ‘überaus lieben’, sind wir darauf bedacht, anwesend zu sein und aufmerksam zuzuhören. Ist es nicht erfrischend, mit Glaubensbrüdern und -schwestern zusammen zu sein, die an unserem persönlichen Wohl interessiert sind und uns helfen, weiterhin unsere Lauterkeit zu bewahren!

    David war sich völlig bewusst, welche Konsequenzen es für ihn haben würde, nicht mehr in Gottes Wahrheit zu wandeln. Er betete daher: „Nimm meine Seele nicht mit Sündern hinweg noch mein Leben mit blutschuldigen Menschen, an deren Händen Zügellosigkeit haftet und deren Rechte voll Bestechung ist“ (Psalm 26:9, 10). David wollte nicht zu den Gottlosen gerechnet werden, die sich eines zügellosen Lebenswandels oder der Bestechung schuldig machten.
    Die heutige Welt propagiert unsittliches Verhalten in großem Stil. Fernsehen, Zeitschriften und Filme werben für einen zügellosen Lebenswandel — „Ausschweifung“, „Üppigkeit“, „schamloser Wandel“. So manch einer ist der Pornographie verfallen. Nicht selten führt das zu unsittlichen Handlungen. Besonders Jugendliche sind dafür anfällig. In einigen Ländern ist es üblich, dass Teenager Dates haben, ja sie werden zu dem Gedanken verleitet, es ginge nicht mehr ohne. Viele Jugendliche verlieben sich, sind aber für die Ehe noch zu jung. Aufgrund der entstehenden sexuellen Erregung dauert es nicht lange, bis sie unsittlich handeln und sogar Hurerei begehen.
    Auch Erwachsene stehen in der Gefahr, einem schlechten Einfluss zu erliegen. Unehrliche Geschäftspraktiken und eine Neigung zu egoistischen Entscheidungen verraten, dass jemand nicht mehr in unversehrter Lauterkeit wandelt. Wer einen der Wege der Welt einschlägt, entfernt sich von Jehova. Hassen wir also das Böse und lieben wir das Gute, ja wandeln wir weiterhin in unversehrter Lauterkeit.
    Abschließend richtete David folgende Worte an Gott: „Was mich betrifft, ich werde in meiner unversehrten Lauterkeit wandeln. O erlöse mich, und erweise mir Gunst. Mein Fuß, er wird bestimmt auf ebenem Boden stehen; inmitten der versammelten Scharen werde ich Jehova segnen“ (Psalm 26:11, 12). David verband seinen Entschluss, die Lauterkeit nicht aufzugeben, mit der Bitte, ihn zu erlösen. Ist das nicht ermutigend? Obwohl wir Sünder sind, wird uns Jehova zur Seite stehen, wenn wir entschlossen sind, in unversehrter Lauterkeit zu wandeln.
    Unsere Lebensweise sollte zeigen, dass wir Gottes Souveränität in jeder Hinsicht achten und schätzen. Jeder von uns sollte Jehova bitten, ihn zu prüfen und seine innersten Gedanken und Empfindungen zu läutern. Durch fleißiges Studieren des Wortes Gottes können wir uns seine Wahrheit stets vor Augen halten. Vermeiden wir auf alle Fälle schlechten Umgang und segnen wir Jehova inmitten der versammelten Scharen. Beteiligen wir uns eifrig am Verkündigen des Königreiches und am Jüngermachen. Lassen wir niemals zu, dass die Welt unsere kostbare Beziehung zu Gott gefährdet. Wenn wir unser Möglichstes tun und in unversehrter Lauterkeit wandeln, dürfen wir überzeugt sein, dass Jehova uns Gunst erweist.

    In dem Nachschlagewerk heißt es auszugsweise:

    In Psalm 26 wird Jehova aufgrund der Lauterkeit und des Vertrauens auf Ihn angerufen. Da der Gottesfürchtige auf Ihn vertraut hat, wird er gewiss nicht wanken. Er fordert Jehova auf, das innerste seines Herzens zu prüfen, wie Petrus es auch tat, obwohl er gefallen war. Auch hier ist die Güte Jehovas der erste Beweggrund. Sodann wird die Absonderung der Treuen von der ungläubigen Masse des Volkes deutlich hervorgehoben und als Beweggrund betrachtet, dass ihre Seele nicht mit den Sündern weggerafft werde. Doch obwohl der Gläubige sich auf seine Lauterkeit beruft, sucht er Erlösung und Gnade. Er weiß, dass das Ende Segnung sein wird; sein Fuß steht auf ebenem Boden; er wird Jehova preisen in den Versammlungen. Dieser Psalm zeigt uns also vornehmlich die gänzliche Absonderung der Gottesfürchtigen von der Nation als solcher, und zugleich wie jene die Versammlung Gottes werden.
    So finden wir denn in diesen beiden Psalmen (Ps 25 u. Ps 26) das Bekennen der Sünden und die Lauterkeit, auf die der Gläubige sich beruft, beides Zeugnisse von der Erneuerung des Herzens.

    Die Wege Gottes waren und sind stets vollkommen. Er wird gebeten, Seiner Erbarmungen zu gedenken und nicht der früheren Sünden Seines Volkes; die Feinde Seines Volkes werden Ihm vorgestellt. Die Hoffnung auf Vergebung ist auf den Namen Jehovas gegründet…. Der Gläubige begehrt auf dem Wege geleitet zu werden und rechnet auf die Treue Jehovas. Ihm stellt er seine Sünden, seine Bedrängnisse und seine Feinde mit aufrichtigem Herzen vor. Bundesgnaden kann er betrachten und erwarten, weil Jehova in Wahrheit dem nahe ist, der seine Sünden aufrichtig bekennt.

  38. Thomasam 19. April 2009 um 07:19 Link zum Kommentar

    Psalm 27

    Auch wenn es so aussieht, als würde der Gerechte verschlungen, so wird das Ende doch gut ausgehen!
    Wer auf Davids Leben schaut, sieht, dass er oftmals bis zu einer Situation kam, wo man annehmen konnte, seine letzten Sekunden hätten geschlagen – aber aus all diesen Situationen befreite ihn der Allmächtige. Heute befreit ebendieser auch seine Loyalen Anbeter – aber eben nur diese! Und wenn er auch vielleicht heute nicht sofort und sichtbar eingreifen mag, so gibt er doch Herzensfrieden und man spürt seine Nähe und fühlt sich „in seinem Zelt angenehm beschützt“.

    Jehova ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Jehova ist meines Lebens Stärke, vor wem sollte ich erschrecken?
    Als Übeltäter mir nahten, um mein Fleisch zu fressen, meine Bedränger und meine Feinde – sie strauchelten und fielen.
    Wenn sich ein Heer wider mich lagert, nicht fürchtet sich mein Herz; wenn Krieg sich wider mich erhebt, hierauf vertraue ich:
    Eines habe ich von Jehova erbeten, nach diesem will ich trachten: zu wohnen im Hause Jehovas alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Lieblichkeit Jehovas und nach ihm zu forschen in seinem Tempel.
    Denn er wird mich bergen in seiner Hütte am Tage des Übels, er wird mich verbergen in dem Verborgenen seines Zeltes; auf einen Felsen wird er mich erhöhen.
    Und nun wird mein Haupt erhöht sein über meine Feinde rings um mich her; und Opfer des Jubelschalls will ich opfern in seinem Zelte, ich will singen und Psalmen singen Jehova.
    Höre, Jehova, mit meiner Stimme rufe ich; und sei mir gnädig und erhöre mich!
    Von dir hat mein Herz gesagt: Du sprichst: Suchet mein Angesicht! – Dein Angesicht, Jehova, suche ich.
    Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, weise nicht ab im Zorne deinen Knecht! Du bist meine Hülfe gewesen; laß mich nicht und verlaß mich nicht, Gott meines Heils!
    Denn hätten mein Vater und meine Mutter mich verlassen, so nähme doch Jehova mich auf.
    Lehre mich, Jehova, deinen Weg, und leite mich auf ebenem Pfade um meiner Feinde willen!
    Gib mich nicht preis der Gier meiner Bedränger! denn falsche Zeugen sind wider mich aufgestanden und der da Gewalttat schnaubt.
    Wenn ich nicht geglaubt hätte, das Gute Jehovas zu schauen im Lande der Lebendigen …!
    Harre auf Jehova! sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf Jehova!

    In dem Nachschlagewerk heißt es auszugsweise:

    Psalm 27 besteht aus zwei verschiedenen Teilen, und die beiden letzten Verse zeigen uns, wie mir scheint, das Ergebnis der Unterweisung Gottes in der Seele des Gläubigen. Der erste Teil (V. 1-6) ist der Ausdruck des völligen Vertrauens des Gläubigen, was für Feinde ihn auch umringen mögen; im zweiten (V. 7-12) hören wir sein Schreien aus der Bedrängnis.
    Der Grund des Vertrauens in dem ersten Teil besteht darin, dass das Auge einfältig ist, im zweiten darin, dass Gott gesagt hat: „Suchet mein Angesicht.“ Feinde außerhalb und Bedränger innerhalb (denn der Überrest der Juden wird beide gegen sich finden), ein Heer, ja, ein sich erhebender Krieg erwecken keine Furcht in ihm. Jehova ist das Licht und das Heil seiner Seele; sein einziges Begehren ist, zu wohnen im Hause Jehovas, um anzuschauen die Lieblichkeit Jehovas und nach Ihm zu forschen in Seinem Tempel. Er hat Ihn kennen gelernt, wie Er die Feinde des Gläubigen verwirrte; er sucht Ihn als den Gegenstand des Verlangens seines Herzens. Er weiß, dass Jehova am Tage des Übels ihn bergen wird und dass die Angriffe der Feinde nur eine Gelegenheit sein werden, sein Haupt über sie zu erhöhen, und dann will er Opfer des Jubelschalls opfern.

    Mit dem siebenten Verse tritt eine Änderung der Sachlage ein. Wir sehen nicht mehr den Gläubigen, wie er im Glauben an den Herrn denkt, sondern wir hören ihn in der Bedrängnis zu Ihm schreien. Er beruft sich, wie bereits bemerkt, nicht mehr auf seine Lauterkeit, sondern auf die Aufforderung Jehovas. „Suchet mein Angesicht.“ Sollte der Herr, nachdem Er dies gesagt hatte, Sein Angesicht verbergen? Der Gläubige begehrt, auf ebenem Pfade geleitet zu werden. Es ist Lauterkeit in seinem Herzen, aber was, ihn beschäftigt, ist die Aufforderung Gottes. Schließlich sucht und erwartet er die zeitliche Rettung im Lande der Lebendigen; bis dahin muss er auf Jehova harren. Jehova wird zur rechten Zeit einschreiten und unterdessen das Herz stärken.
    – Wir haben hier, im Anschluss an das bisherige, eine belehrende Schilderung des Zustandes …, nämlich ihr Vertrauen und den Grund ihrer Hoffnung, wenn sie sich in Drangsal befinden und auf Jehova harren müssen.

  39. Juleam 19. April 2009 um 09:42 Link zum Kommentar

    Psalm 25 – 27

    Psalm 25 ist wieder die flehentliche Bitte Davids an Jehova, ihn aus seiner Drangsal zu befreien. Er ist voller Vertrauen, dass Jehova genau das tun wird.

    Wenn es uns so richtig schlecht geht und wenn wir von gottlosen Menschen verfolgt werden – vielleicht sogar von solchen, die nach Außen hin Jehova dienen und den Anschein erwecken wollen, dass wir selbst Jehova untreu sind – dann bietet es sich einfach an, diese Psalmen zu lesen und sie als Gebet für uns zum Höchsten wirken zu lassen!

    Denn die Gedanken, die David hier äußert, entsprechen dann ja unseren Gedanken und Gefühlen. Und kann man es noch besser ausdrücken, was einen belastet?

  40. Thomasam 20. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 28

    Geht es dem Gerechten immer gut? Ist er nicht sicher im Schirm des Höchsten und kann sich dort immer geborgen fühlen?
    Wenn dies so wäre, dann würden alle Menschen gern dem Allmächtigen dienen. Doch da die Angriffe auf die Anbeter des wahren Gottes stark und aus verschiedenen Richtungen kommen, scheint es einfacher zu sein, sich seinen eigenen Weg zu suchen, um den Anschlägen auszuweichen. Wer den Anschlägen ausweicht, oder sogar so dreist ist, andere im Gegenzug, weil es ihm momentan scheinbar schlecht geht, persönlich bekämpft (wie dies zum Beispiel Saul getan hat), hat nichts mehr mit dem Allmächtigen zu schaffen, und kann auch nicht mit seinem persönlichen Schutz rechnen.

    Der Psalmist schrieb:

    Zu dir, Jehova rufe ich; mein Fels, wende dich nicht schweigend von mir ab, damit nicht, wenn du gegen mich verstummst, ich denen gleich sei, die in die Grube hinabfahren!
    Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe gegen deinen heiligen Sprachort.
    Reiße mich nicht fort mit den Gesetzlosen und mit denen, die Frevel tun, die friedlich reden mit ihren Nächsten, und Böses ist in ihrem Herzen!
    Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Bosheit ihrer Handlungen; nach dem Werke ihrer Hände gib ihnen, vergilt ihnen ihr Betragen!
    Denn sie achten nicht auf die Taten Jehovas, noch auf das Werk seiner Hände. Er wird sie zerstören und nicht bauen.
    Gepriesen sei Jehova! denn er hat die Stimme meines Flehens gehört.
    Jehova ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir ist geholfen worden; daher frohlockt mein Herz, und ich werde ihn preisen mit meinem Liede.
    Jehova ist ihre Stärke, und er ist die Rettungsfeste seines Gesalbten.
    Rette dein Volk und segne dein Erbteil; und weide sie und trage sie bis in Ewigkeit!

    In dem Nachschlagewerk heißt es auszugsweise:

    In Psalm 28 bittet der gläubige Jude in der Zeit der Drangsal, die über das Volk hereingebrochen ist, dass er nicht mit den Gesetzlosen weggerafft werde. Er befindet sich so sehr in derselben Trübsal wie jene, dass, wenn Jehova nicht zu seinen Gunsten einschreitet, der Tod ihn
    verschlingen muss. Er bittet um Gericht über die Gesetzlosen, sie achten nicht auf Jehova, und Er wird ihnen vergelten nach ihrem Tun. Der Psalm legt dem Überrest in seinem Elend nicht nur den richtigen Ausdruck in den Mund, sondern gibt ihm auch das prophetische Zeugnis, dass Jehova
    sein Schreien gehört habe. Das Herz vertraut auf Jehova, es ist ihm geholfen worden, und die Folge davon ist Freude und Dank.

    Gerettet, gesegnet, geweidet und getragen zu werden bis in Ewigkeit,
    das sind die Früchte, die der Gläubige von Jehovas Kommen in Macht erwartet.

  41. Thomasam 20. April 2009 um 07:04 Link zum Kommentar

    Psalm 29

    Wo kann man Gott kennenlernen?
    Saul dachte, er wäre schlau, wenn er David von der Anbetung an der Stiftshütte vertreiben könnte. Er glaubte, dass er als König bestimmen könne, wer ein Anbeter Gottes wäre. Aber selbst wenn David in der Wüste oder bei den Nachbarnationen Unterschlupf fand, so war der Allmächtige immer sein Ratgeber.
    Auch wir können heute nicht nur aus dem geschriebenen Wort – der Bibel – lernen. Vergessen wir nicht, dass es dieses Buch gar nicht geben würde, wenn Adam und Eva sich nicht gegen Gott aufgelehnt hätten. Diese beiden hatten aber schon „ein Buch“ das wir heute ebenfalls besitzen: die Natur/Schöpfung, durch die wir sehr sehr viele Eigenschaften des Schöpfers deutlich ablesen können.

    Psalm 29 fordert die Starken auf, die noch stärkere Stimme Jehovas zu beachten, Ihn anzuerkennen und vor Ihm anzubeten gemäß der heiligen Ordnung Seines Hauses, sowie die Macht Seiner Stimme in der ganzen Schöpfung zu preisen.
    Doch es gibt einen Ort der verständnisvollen Anbetung, wo Seine Herrlichkeit verstanden wird – Sein Tempel, wohin die Menschen kommen sollen. Und dieser Jehova ist erhaben über dem Toben der Wellen jeder
    geschaffenen Macht. Er thront als König ewiglich und trotz allem, und Er, dieser mächtige Jehova, wird Seinem Volke Stärke geben und es mit Frieden segnen. Der Psalm enthält nicht Klagen der Gerechten oder eine Anrufung Gottes ihrerseits, er ist vielmehr eine wirkliche Ermunterung für sie und ein Zeugnis, welches ihren Herzen in Gegenwart der Starken dieser Erde Mut geben soll. Er, der für sie Sorge trägt, ist stärker als jene.

  42. Juleam 20. April 2009 um 09:44 Link zum Kommentar

    Psalm 28 – 30

    Psalm 28:3-5

    Zieh mich nicht mit den Bösen fort und mit denen, die Schädliches treiben,
    Denen, die mit ihren Gefährten Frieden reden, in deren Herzen aber Böses ist.

    4 Gib ihnen gemäß ihrem Tun
    Und gemäß der Schlechtigkeit ihrer Handlungen.
    Gemäß dem Werk ihrer Hände gib ihnen doch.
    Zahle ihnen ihr eigenes Tun heim.

    5 Denn sie achten nicht auf die Taten Jehovas
    Noch auf das Werk seiner Hände.
    Er wird sie niederreißen und nicht aufbauen.

    gibt es solche Menschen wirklich?

    Ja, das gibt es. Sie denken, sie wären die großen Sieger und schreiten vom Schlechten zum Schlimmeren fort. Aber Jehova sieht, was sie tun und er sieht auch, dass wir uns auch weiterhin IHM und seinem Schutz und seiner Rettung anvertrauen.

    Wir dürfen mit unseren Klagen nicht nur zu IHM kommen – nein, wir dürfen auch sicher sein, dass Jehova solche Menschen zu seiner Zeit für ihr Tun zur Rechenschaft ziehen wird.

    Haben wir genügend Geduld und Vertrauen in Jehova, um auf IHN zu warten – oder sind wir versucht, uns auf das Niveau solcher Personen herabzulassen um mit ihren Strategien zu versuchen, uns selbst aus dieser mißlichen Lage zu befreien?

    Psalm 30 auszugsweise:

    Ich werde dich erheben, o Jehova, denn du hast mich heraufgezogen, Und du hast nicht zugelassen, daß meine Feinde sich über mich freuen.
    Denn unter seinem Zorn zu sein währt einen Augenblick, Unter seinem Wohlwollen zu sein währt ein Leben lang. Am Abend mag Weinen einkehren, aber am Morgen ist Jubelruf da. 6 Was mich betrifft, ich habe in meiner Unbesorgtheit gesagt: „Niemals werde ich zum Wanken gebracht werden.“ 7 O Jehova, in deinem Wohlwollen hast du meinen Berg in Stärke dastehen lassen. Du hast dein Angesicht verborgen; ich geriet in Bestürzung. 8 Zu dir, o Jehova, rief ich unablässig; Und zu Jehova flehte ich fortwährend um Gunst.
    Höre, o Jehova, und erzeige mir Gunst. O Jehova, erweise dich als mein Helfer. 11 Meine Trauer hast du mir in Reigentanz verwandelt; Du hast mein Sacktuch gelöst, und du hältst mich mit Freude umgürtet, 12 Damit [meine] Herrlichkeit dir Melodien spielt und nicht stillschweigt. O Jehova, mein Gott, auf unabsehbare Zeit will ich dich lobpreisen.

    Sind wir uns immer dessen bewußt, wenn wir persönlich Erfahrungen mit Jehova gemacht haben?

    Sind wir dankbar dafür?

    Bewahren wir diese Erfahrungen tief in unserer Erinnerung und sinnen wir oft darüber nach?

    Reden wir mit anderen darüber, indem wir ihnen zeigen WIE Jehova mit uns gehandet und uns befreit hat?

    Preisen wir Jehova dankbar für das, was er für uns getan hat?

    Erweisen wir uns wirklich als dankbar? Oder übersehen wir vielleicht, dass es Jehova war, der uns befreit hat?

  43. Thomasam 20. April 2009 um 19:05 Link zum Kommentar

    Psalm 30

    Glück sind diejenigen, die sich ihr gutes Verhältnis zum Schöpfer nicht zerstören lassen! Freudevoll können sie auf ihr Leben zurückschauen, und sehen wie oft Gott sie gerettet hat, und wie lange er sie beschützt hält!

    Ich werde dich erheben, o Jehova, denn du hast mich heraufgezogen,
    Und du hast nicht zugelassen, daß meine Feinde sich über mich freuen.
    O Jehova, mein Gott, ich rief zu dir um Hilfe, und du gingst daran, mich zu heilen.
    O Jehova, du hast aus dem Scheol meine Seele heraufgebracht;
    Du hast mich am Leben erhalten, daß ich nicht in die Grube hinabfahren sollte.
    Spielt Jehova Melodien, o ihr, seine Loyalgesinnten,
    Dankt seinem heiligen Gedenk[namen];
    Denn unter seinem Zorn zu sein währt einen Augenblick,
    Unter seinem Wohlwollen zu sein währt ein Leben lang.
    Am Abend mag Weinen einkehren, aber am Morgen ist Jubelruf da.
    Was mich betrifft, ich habe in meiner Unbesorgtheit gesagt:
    „Niemals werde ich zum Wanken gebracht werden.“
    O Jehova, in deinem Wohlwollen hast du meinen Berg in Stärke dastehen lassen.
    Du hast dein Angesicht verborgen; ich geriet in Bestürzung.
    Zu dir, o Jehova, rief ich unablässig;
    Und zu Jehova flehte ich fortwährend um Gunst.
    Was für Gewinn ist in meinem Blut, wenn ich zur Grube hinabfahre?
    Wird der Staub dich lobpreisen? Wird er deine Wahrhaftigkeit kundtun?
    Höre, o Jehova, und erzeige mir Gunst.
    O Jehova, erweise dich als mein Helfer.
    Meine Trauer hast du mir in Reigentanz verwandelt;
    Du hast mein Sacktuch gelöst, und du hältst mich mit Freude umgürtet,
    Damit [meine] Herrlichkeit dir Melodien spielt und nicht stillschweigt.
    O Jehova, mein Gott, auf unabsehbare Zeit will ich dich lobpreisen.

    In dem Nachschlagewerk heißt es:

    In Psalm 30 finden wir den Gegensatz zwischen dem Vertrauen auf das Wohlergehen, selbst wenn es von Gott gegeben ist, und dem Vertrauen auf Gott Selbst.
    Er ist eingeschritten und hat den Armen erhöht und ihn nicht seinen Feinden preisgegeben. Seine Gunst ist Leben. Wenn Er zürnt, so geschieht es nur für einen Augenblick und zum Besten Seiner Heiligen; Seine Gunst aber währt für immer. Wenn am Abend Weinen eingekehrt ist, so ist am Morgen Jubel da. Vielleicht führt Er den Gläubigen hinab bis zu den Pforten des Grabes, aber dann geschieht es, um Seine Macht in unfehlbarer Rettung zu zeigen.
    Der Gerechte, Israel selbst als Volk, hatte auf das ihm verliehene Wohlergehen vertraut; jetzt aber, in der Tiefe des Elends, hat er Jehova als Retter gefunden. Die Macht des Bösen überwinden, ist besser als Güter, die man verlieren kann. Es gibt Sicherheit für uns, und zwar unter dem Segen und in den Armen Jehovas; denn Er ist der Retter. Wir sehen hier klar, dass es sich um ein lebendiges Volk handelt, welches auf Erden gesegnet werden soll. …
    Kein Berg, selbst wenn wir ihn als von Gott festgestellt anerkennen, ist Jehova Selbst gleich, auch wenn ich mich am Rande der Grube befinde. Es ist für mein Herz mein Berg, wenn ich mich damit beschäftige.

  44. Thomasam 21. April 2009 um 07:03 Link zum Kommentar

    Psalm 31

    Gehaßt habe ich die, welche auf nichtige Götzen achten, und ich, ich habe auf Jehova vertraut.
    Sei mir gnädig, Jehova! denn ich bin in Bedrängnis; vor Gram verfällt mein Auge, meine Seele und mein Bauch.
    Denn vor Kummer schwindet mein Leben dahin, und meine Jahre vor Seufzen; meine Kraft wankt durch meine Ungerechtigkeit, und es verfallen meine Gebeine.
    Mehr als allen meinen Bedrängern bin ich auch meinen Nachbarn zum Hohn geworden gar sehr, und zum Schrecken meinen Bekannten; die auf der Straße mich sehen, fliehen vor mir.
    Meiner ist im Herzen vergessen wie eines Gestorbenen; ich bin geworden wie ein zertrümmertes Gefäß.
    Denn ich habe die Verleumdung vieler gehört, Schrecken ringsum; indem sie zusammen wider mich ratschlagten, sannen sie darauf, mir das Leben zu nehmen.
    Ich aber, ich habe auf dich vertraut, Jehova; ich sagte: Du bist mein Gott!

    Dieser Auszug aus dem 31.Psalm könnten auch unsere Worte der letzten Monate sein. Wie oft denkt man, dass die Verleumdungen doch endlich aufhören müssten, aber die Übeltäter spotten und lügen weiter, als wäre es ihr täglich Brot. WIR ABER vertrauen auf Jehova und sagen „Du bist mein Gott“ – er wird unser Recht wieder einsetzen und uns retten.

    In dem Nachschlagewerk heißt es

    So enthält dieser ganze Psalm, von David abgesehen, das Flehen und den Ausdruck des Vertrauens des Überrestes, indem er die beiden Grundsätze, Vertrauen und Gerechtigkeit, miteinander verbindet; der Überrest bittet um Leitung um des Namens Jehovas willen und erwartet die Rettung, während er von Feinden umringt ist. Der Gerechte hatte Jehova angerufen, um Seinen Namen handelte es sich. Auf Seine Güte, die aufbewahrt ist denen, die Ihn fürchten, rechnet er,
    und zwar während eines Lebens, welches vor Kummer und Seufzen dahinschwindet. Bedrängnis lastet auf ihm und verschlingt seine Kraft. Er wird geprüft wegen seiner Treue, und doch fliehen Freunde und Bekannte vor ihm. … Doch die Zeit der Erlösung, und zwar aus allem, was der Heilige zu irgendeiner Zeit erdulden und durchmachen muss, ist in Gottes Hand, nicht in der des Feindes, wie sehr dieser auch wüten mag. Und inmitten der Bedrängnis kennt Jehova seine Seele, denn er wandelt in dem Bewusstsein der Bundes-Beziehungen: Jehova ist sein Fels und seine Burg. In seiner Bestürzung hielt der Gerechte sich für abgeschnitten; aber als er
    schrie, hörte Jehova. Bei all dem Toben der Feinde um ihn her schrie er zu Jehova als zu seinem Gott (V. 14 u. 15); und nun rühmt er in den beiden letzten Versen das Endergebnis und ermutigt die Treuen und alle, die auf Jehova harren. In welchen Schwierigkeiten sie auch sein mögen, Jehova hilft den Treuen und richtet die Hochmütigen.

    Als weiterer Beweggrund kommt hier der Name Jehovas hinzu. In den Versen 3-6 haben wir die völlige Verwerfung derer, die auf nichtige Götzen achten. In Vers 7 wird die Güte Jehovas als Gnade anerkannt. Er hat Kenntnis genommen von den Bedrängnissen der Seele des Gläubigen – ein köstlicher Gedanke, so dunkel es auch um ihn her gewesen sein mochte! -, und Er hat Rettung gewährt (V. 8). Die ersten acht Verse bilden eine Art Einleitung und enthalten allgemeine Grundsätze; vom neunten Verse an drückt Christus Seine äußerste Bedrängnis aus. Sie lastet schwer auf Ihm. Er war Seinen Bedrängern und besonders Seinen Nachbarn zum Hohn geworden, zum Schrecken Seinen Bekannten; so elend und verachtet war Er, und doch wurde Er gehasst und verworfen! ….

    Der 14. Vers enthält ein sehr treffendes Bild: Der Psalmist vertraut auf Jehova; alles, was über ihn kommen muss, ist schließlich in Jehovas Hand. Dann aber wird noch ein anderer Grund für die Erhörung angeführt: „Ich habe dich angerufen“ (V. 17). Die Lügenlippen wird Gott verstummen
    lassen (V. 18). Weiter begegnen wir dem Vertrauen auf die Güte Gottes, die den Heiligen aufbewahrt wird, und dem Verbergen in der Gegenwart Gottes in der Zeit der Bedrängnis. Vers 21 rühmt die Treue Jehovas, während die Verse 22 und 23 aufgrund dieser Treue die Heiligen ermutigen. So wird hier bei einer Bedrängnis ohnegleichen alles, worauf der Gläubige sich zu berufen vermag, in der schönsten Weise zusammengestellt.

  45. Thomasam 21. April 2009 um 07:15 Link zum Kommentar

    Psalm 32

    „ich lebe so wie ich es möchte – und wenn ich meinen Ehepartner verlasse, geht das keinen etwas an!“; „von wem das Kind ist, geht keinen etwas an“; „ich muss doch erst einmal Erfahrungen machen, bevor ich vielleicht heirate“; „ich will meinen Spaß – auch wenn das andere nicht verstehen“; „das zerstören von fremden Eigentum, geht dich gar nichts an – ist doch nicht deins“; „meine Fehler von gestern sind schon längst vergessen“

    Täusch dich nicht! Wer seine Fehler nicht vor Gott eingesteht UND grundlegend an sich ändert, bekommt niemals in den Frieden mit dem Schöpfer eingehen.
    Doch wer seine Fehler bereut und dementsprechend lebt – der bekommt den Segen des Höchsten zu spüren. Fehler zu bereuen und dementsprechend zu leben – dazu gehört unter anderem, dass man denjenigen, mit dem man Beziehungen aufgebaut hat – und damit vor dem Höchsten geheiratet hat – diesen auch alsbaldig standesamtlich heiratet – und nicht noch Jahre wartet, oder aber auf einen Besseren wartet 🙁

    David schrieb:

    Glückselig der, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist!
    Glückselig der Mensch, dem Jehova die Ungerechtigkeit nicht zurechnet, und in dessen Geist kein Trug ist!
    Als ich schwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag.
    Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand; verwandelt ward mein Saft in Sommerdürre. (Sela.)

    Ich tat dir kund meine Sünde und habe meine Ungerechtigkeit nicht zugedeckt. Ich sagte: Ich will Jehova meine Übertretungen bekennen; und du, du hast vergeben die Ungerechtigkeit meiner Sünde. (Sela.)
    Deshalb wird jeder Fromme zu dir beten, zur Zeit, wo du zu finden bist; gewiß, bei Flut großer Wasser – ihn werden sie nicht erreichen.
    Du bist ein Bergungsort für mich; vor Bedrängnis behütest du mich; du umgibst mich mit Rettungsjubel. (Sela.)
    Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten.
    Seid nicht wie ein Roß, wie ein Maultier, das keinen Verstand hat; mit Zaum und Zügel, ihrem Schmucke, mußt du sie bändigen, sonst nahen sie dir nicht.
    Viele Schmerzen hat der Gesetzlose; wer aber auf Jehova vertraut, den wird Güte umgeben.
    Freuet euch in Jehova und frohlocket, ihr Gerechten, und jubelt, alle ihr von Herzen Aufrichtigen!

    In dem Nachschlagewerk heißt es auszugsweise:

    In Psalm 32 kommen wir zu dem, was dem treuen Israeliten noch mehr Not tat als eine äußerliche Befreiung, nämlich die Vergebung der Sünden. Die Größe der Drangsal bringt ihn dahin, sich zu dem Gesetz Gottes zu wenden, führt ihn aber auch zu dem Bewusstsein, dass er es gebrochen hat.
    Auf Gerechtigkeit in diesem Sinne konnte er sich nicht berufen: er bedurfte der Vergebung, und dass Jehova ihm die Ungerechtigkeit, die auf ihm lag und die er jetzt anerkannte, nicht zurechne.
    Lang hatte er sich dagegen gesträubt, aber Jehova hatte ihm keine Ruhe gelassen. Er bekennt nunmehr die Sünde, und der Trug ist aus seinem Herzen gewichen. Bis dahin war es unmöglich; er verbarg die Missetat in seinem Herzen. Die Vergebung aus Gnade zieht den Gottesfürchtigen zu
    Gott. Bei der Flut großer Wasser wird er nicht von ihnen erreicht werden. Jehova ist der Bergungsort für seine Seele, Er behütet, segnet und leitet ihn. Nur werden die Gläubigen ermahnt, weise zu sein durch Gehorsam und nicht unverständig, damit Gott sie nicht durch die Macht Seiner Vorsehungswege leiten müsse.
    Man beachte hier, dass, während die Vergebung gepriesen wird, dennoch der große, unterscheidende Zug, der den Überrest von der Masse des Volkes trennt, bestimmt aufrechterhalten wird, nämlich Wahrheit, Gerechtigkeit und Lauterkeit des Herzens. Der „Gesetzlose“ hat viele Schmerzen.
    Dem Grundsatz nach kann ein Psalm wie dieser auf die ausgedehnteste Weise angewandt werden; Gott sei dafür gepriesen! Seine prophetische Anwendung gilt dem Überrest, um Wahrheit im Innern hervorzurufen und die Gläubigen durch Güte zu jenem Bekenntnis zu ermutigen, bei dem
    allein Gott segnen kann; das ist stets der Fall, denn „Vergebung“ und „kein Trug“ gehen miteinander.

    Lasst uns jedoch unseren Herzen den Hauptgrundsatz dieses Psalmes tief
    einprägen, dass nämlich die völlige, uneingeschränkte Vergebung, die gänzliche Nichtzurechnung unser Sünde, den Trug aus dem Herzen wegnimmt. Ohne das fliehen wir Gott, entschuldigen die Sünde und decken sie zu, wenn wir sie nicht zu rechtfertigen wagen. Aber wenn völlige
    Vergebung vor unseren Blicken steht, so haben wir Mut, wahr im Herzen zu sein. Wer wird nicht alle seine Schulden angeben, wenn ihre Bezahlung durch einen anderen das einzige ist, um das es sich handelt? Wer wird nicht offen über seine Krankheit reden, wenn die Heilung gesichert ist?
    Die Gnade bringt Wahrheit in das Herz, das dahin geleitet wird, seine Übertretungen zu bekennen; es findet die ganze Last seiner Sünden weggenommen.

  46. Thomasam 21. April 2009 um 07:21 Link zum Kommentar

    Pslam 33

    Jauchzet dem HERRN, ihr Gerechten! Den Redlichen ziemt Lobgesang.
    Preiset den HERRN mit der Harfe, spielet ihm auf dem zehnsaitigen Psalter;
    singet ihm ein neues Lied, spielet gut, mit Posaunenschall!
    Denn das Wort des HERRN ist richtig, und all sein Werk ist Treue.
    Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Gnade des HERRN.
    Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht und ihr ganzes Heer durch den Geist seines Mundes.
    Er türmt die Meereswellen auf und sammelt Wasservorräte an.
    Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt.
    Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da!
    Der HERR vereitelt den Rat der Heiden, er verhindert die Anschläge der Völker.
    Der Rat des HERRN besteht ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für.
    Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat!
    Vom Himmel schaut der HERR herab, er betrachtet alle Menschenkinder;
    von seinem festen Thron sieht er alle, die auf Erden wohnen;
    er, der ihrer aller Herz gebildet hat, bemerkt auch alle ihre Werke.
    Einem König ist nicht geholfen mit viel Heeresmacht, ein Held wird nicht errettet durch große Kraft;
    das Roß ist unzuverlässig zur Rettung, und trotz seiner großen Stärke kann man nicht entrinnen.
    Siehe, der HERR hat ein Auge auf die, so ihn fürchten, die auf seine Gnade hoffen,
    daß er ihre Seele vom Tode errette und sie in der Teuerung am Leben erhalte.
    Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist unsre Hilfe und unser Schild.
    Ja, an ihm soll unser Herz sich freuen; denn auf seinen heiligen Namen haben wir unser Vertrauen gesetzt.
    Deine Gnade, o HERR, sei über uns, wie wir es von dir erhoffen!

    Dem Höchsten können wir singen, egal wie es uns geht. Denn er schaut auf die Menschheit – ihm entgeht nichts! Er wird für Gerechtigkeit eintreten und er hat die Macht und die Möglichkeit dazu.
    Harren wir der Rettung durch ihn, anstatt unsere eigene Weisheit zu nutzen, und uns damit in seinen Augen unmöglich zu machen! Nutzen wir sein Wort die Bibel, um seine Maßstäbe noch besser kennenzulernen und zu sehen, wo unser Gefühle mit seinen Maßstäben noch nicht konform gehen mögen.

    In dem Nachschlagewerk heißt es auszugsweise:

    Psalm 33
    In Psalm 33, der mit Recht auf die Vergebung folgt, wird die völlige Errettung gepriesen. Die Aufrichtigen werden aufgefordert, sich zu freuen. Der Charakter Jehovas, Sein Wort und Seine Werke werden ans Licht gestellt, und die Erde ist jetzt voll Seiner Güte. Er ist der erhabene Schöpfer; die ganze Erde soll sich vor Ihm fürchten. Alle Gedanken und Ratschlüsse der Menschen werden vor Ihm zunichte gemacht; Sein Ratschluss bleibt bestehen. Glückselig die Nation, deren Gott Jehova ist, das Volk, das Er Sich erkoren zum Erbteil! Jehova hat auf die Menschen herabgeblickt und schaltet über alles; aber Sein Auge ist auf die gerichtet, welche Ihn fürchten und auf Seine Güte harren. … Die drei letzten Verse zeigen uns das Vertrauen, das dadurch in den Gläubigen bewirkt wird.

  47. Juleam 21. April 2009 um 09:45 Link zum Kommentar

    Psalm 31 – 33

    Psalm 31:9-12

    Erweise mir Gunst, o Jehova, denn ich bin in Bedrängnis.
    Vor Verdruß ist mein Auge schwach geworden, meine Seele und mein Leib.

    10 Denn mit Kummer ist mein Leben zu Ende gekommen
    Und meine Jahre in Seufzen.
    Meines Vergehens wegen ist meine Kraft gestrauchelt,
    Und sogar meine Gebeine sind schwach geworden.

    11 Vom Standpunkt all derer aus, die mich befeinden, bin ich zur Schmach geworden,
    Und dies meinen Nachbarn gar sehr,
    Und ein Schrecken meinen Bekannten.
    Wenn sie mich draußen gesehen haben, sind sie vor mir geflohen.

    12 Wie jemand, der tot [und] nicht im Herzen ist, bin ich vergessen;
    Ich bin wie ein beschädigtes Gefäß geworden;

    kenne ich nur zu gut, diese Gedanken und dieses Gefühl – genau so geht es mir zur Zeit! ;-(

    Psalm 31:17-19

    O Jehova, laß mich nicht beschämt werden, denn ich habe dich angerufen.
    Mögen die Bösen beschämt werden;
    Mögen sie schweigen im Scheol.

    18 Mögen falsche Lippen verstummen,
    Die gegen den Gerechten hemmungslos und in Hochmut und Verachtung reden.

    19 Wie überströmend ist deine Güte, die du aufgespart hast für die, die dich fürchten,
    [Die] du denen erwiesen hast, die zu dir Zuflucht nehmen
    Vor den Menschensöhnen.

    Das ist wirklich zu schön, solche Gedanken in der Bibel zu finden.

    Psalm 33:20-22

    Unsere Seele selbst hat auf Jehova geharrt.
    Unser Helfer und unser Schild ist er.

    21 Denn in ihm freut sich unser Herz;
    Denn auf seinen heiligen Namen haben wir unser Vertrauen gesetzt.

    22 Laß deine liebende Güte, o Jehova, über uns walten,
    So wie wir deiner geharrt haben.

    auch wir werden weiterhin unser Vertrauen auf Jehova setzen!

  48. Thomasam 22. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Pslam 34

    David erlebte nicht nur viele Tage der Bitterkeit, sondern auch viele Jahre der Freude mit Jehova. Wenn er wieder einmal aus einer mißlichen Lage befreit worden war, fühlte er sich noch enger an seinen Ratgeber und Beschützer gebunden.
    Geht es uns nicht heute genauso? Wer sich schon auf die schützende und stützende Hand des Allmächtigen verlassen hat, und seine Macht gespürt hat – ist es nicht ein angenehmes Gefühl seine Hand zu „sehen“?

    Im einem Wachtturm im Jahre 2007 wurden über zwei Artikel die Gefühle und Gedanken Davids für die heutige Zeit behandelt:

    Lasst uns den Namen Jehovas zusammen erheben
    „Hoch preist mit mir Jehova, und lasst uns seinen Namen zusammen erheben“ (PSALM 34:3).

    AM Abend des 14. Nisan 33 u. Z. sangen Jesus und seine Apostel in dem Obergemach eines Hauses in Jerusalem zusammen Jehova Loblieder (Matthäus 26:30). Es war für Jesus das letzte Mal, dies als Mensch zusammen mit seinen Aposteln zu tun. Doch es war passend, die Zusammenkunft mit ihnen so abzuschließen. Von Anfang bis Ende seines irdischen Dienstes pries Jesus seinen Vater und machte eifrig seinen Namen bekannt. Eigentlich ließ er die herzliche Einladung des Psalmisten widerhallen: „Hoch preist mit mir Jehova, und lasst uns seinen Namen zusammen erheben“ (Psalm 34:3). Welch ein vorzügliches Beispiel für uns!

    Wenige Stunden nach dem Singen von Lobliedern mit Jesus wurde der Apostel Johannes Zeuge eines außergewöhnlichen Ereignisses. Er sah, wie sein Herr und zwei Verbrecher am Marterpfahl hingerichtet wurden. Römische Soldaten brachen den zwei Verbrechern die Beine, um deren Tod zu beschleunigen. Doch Johannes berichtet, dass Jesus die Beine nicht gebrochen wurden. Als die Soldaten zu Jesus hingingen, war er bereits tot. Johannes macht jenes Geschehnis in seinem Evangelium als Erfüllung eines anderen Teils von Psalm 34 kenntlich: „Kein Knochen soll ihm gebrochen werden“ (Johannes 19:32-36; Psalm 34:21, Hoffnung für alle).

    Der Psalm 34 birgt viele weitere Einzelheiten in sich, die für uns interessant sind. Deshalb gehen wir in diesem Artikel und in dem nächsten zunächst auf die Umstände ein, unter denen David den Psalm schrieb, und betrachten dann den ermunternden Inhalt des Psalms.

    Davids Flucht vor Saul
    In Davids Jugend war Saul König in Israel. Saul wurde jedoch Jehova ungehorsam und verlor seine Gunst. Deshalb teilte ihm der Prophet Samuel mit: „Jehova hat die Königsherrschaft Israels heute von dir abgerissen, und er wird sie bestimmt deinem Mitmenschen geben, der besser ist als du“. Später wies Jehova Samuel an, David, den jüngsten Sohn Isais, zum nächsten König von Israel zu salben. Unterdessen verfiel Saul, dem der Geist Gottes entzogen war, des Öfteren in eine niedergedrückte Stimmung. Deshalb wurde der musikalisch begabte David nach Gibea gebracht, um dem König zu dienen. Davids Musik verschaffte Saul Erleichterung und Saul „liebte ihn schließlich sehr“.
    Die Zeit verging und Jehova war stets mit David. Jehova half ihm, den Philisterriesen Goliath zu besiegen, und war mit ihm, als er in Israel wegen seiner militärischen Tapferkeit gefeiert wurde. Doch weil der Segen Jehovas auf David ruhte, wurde Saul neidisch und hasste David immer mehr. Zweimal warf Saul einen Speer nach dem Harfe spielenden David. Beide Male konnte David dem Speer ausweichen. Als Saul dann zum dritten Mal versuchte, ihn zu töten, blieb dem künftigen König Israels nur noch die Flucht. Schließlich beschloss David, außerhalb der Grenzen Israels Zuflucht zu suchen, weil Saul alles daransetzte, ihn zu fassen und zu töten. Auf dem Weg zur Grenze Israels machte David halt in Nob, der Stadt, wo die Stiftshütte Jehovas stand. David wurde auf seiner Flucht offenbar von jungen Männern begleitet, und David war nun auf der Suche nach etwas zu essen für sie alle. Saul kam zu Ohren, dass David und seine Männer vom Hohen Priester verpflegt worden waren und dass dieser ihnen das Schwert überlassen hatte, das David dem getöteten Goliath abgenommen hatte. Aus Zorn ließ Saul dann alle Einwohner der Stadt umbringen, darunter 85 Priester.

    Wieder dem Tod knapp entronnen
    Von Nob aus floh David etwa 40 Kilometer nach Westen auf philistäisches Gebiet und suchte Unterschlupf bei König Achisch in Gath, der Heimatstadt von Goliath. Vielleicht meinte David, Saul werde ihn wohl in Gath zuallerletzt suchen. Es dauerte aber nicht lange, bis die Diener des Königs von Gath David erkannten. Als David das bemerkte, „geriet [er] in große Furcht vor Achisch, dem König von Gath“. Die Philister nahmen David schließlich fest. Danach könnte David den gefühlvollen Psalm geschrieben haben, in dem er Jehova anflehte: „Tu meine Tränen doch in deinen Schlauch“. Er drückte damit seine Zuversicht aus, dass Jehova seinen Kummer nicht vergessen und für ihn sorgen und ihn beschützen würde. Er überlegte sich aber auch, welche List ihm vor dem Philisterkönig helfen könnte. David gebärdete sich vor dem König wie ein Geistesgestörter. Als König Achisch das sah, fuhr er seine Diener an, warum sie ihm einen „Verrückten“ gebracht hätten. Davids Vorgehensweise wurde eindeutig von Jehova gesegnet. Man jagte David aus der Stadt und so war er ein weiteres Mal knapp dem Tod entronnen.

    In der Bibel wird nicht gesagt, ob Davids Anhänger mit ihm nach Gath flohen oder ob sie in nahe gelegenen Dörfern Israels für ihn Wache hielten. Jedenfalls muss es ein freudiges Wiedersehen gegeben haben, als David ihnen berichtete, wie Jehova ihn erneut befreit hatte. Dies Ereignis bildete die Grundlage für den Psalm 34, wie aus der Überschrift hervorgeht. In den ersten sieben Versen des Psalms preist David Gott für die Befreiung und bittet seine Unterstützer, mit ihm zusammen Jehova als den großen Retter seines Volkes zu erheben (Psalm 34:3, 4, 7).

    David und seine Männer brachten sich in einer Berggegend von Israel, etwa 15 Kilometer östlich von Gath, in Sicherheit, und zwar in der Höhle von Adullam. Dorthin begaben sich immer mehr Israeliten, die mit den Verhältnissen unter König Saul unzufrieden waren, um sich ihnen anzuschließen. Als David die Worte von Psalm 34:8-22 niederschrieb, könnte er an diese Israeliten gedacht haben. Die Mahnungen in diesen Versen sind auch für uns heute wichtig, und somit wird uns die eingehende Betrachtung dieses schönen Psalms viel geben.

    Sind wir zuerst um das bemüht, worum David bemüht war?
    11 „Ich will Jehova segnen zu allen Zeiten, beständig wird sein Lobpreis in meinem Mund sein“ (Psalm 34:1). Als Geächteter muss David oft um materielle Dinge besorgt gewesen sein; doch seine Worte zeigen, dass diese Alltagssorgen seiner Entschlossenheit, Jehova zu preisen, nichts anhaben konnten. Welch ein gutes Beispiel für uns, wenn wir widrigen Umständen begegnen! Ob in der Schule, am Arbeitsplatz, in Gemeinschaft mit Brüdern oder im Predigtdienst, wir sollten zuerst darum bemüht sein, Jehova zu preisen. Denken wir nur an die zahllosen Gründe dafür! Beispielsweise gibt es an den wunderbaren Schöpfungswerken Jehovas immer etwas Neues und Schönes zu entdecken. Und sehen wir uns an, was er durch den irdischen Teil seiner Organisation alles zustande gebracht hat! Jehova hat seine treuen Diener in der heutigen Zeit auf machtvolle Weise gebraucht, trotz ihrer Unvollkommenheit. Was sind schon die Werke von Menschen, die von der Welt vergöttert werden, im Vergleich zu den Werken Gottes? Bestimmt stimmen wir David zu, der schrieb: „Da ist keiner gleich dir unter den Göttern, o Jehova, noch gibt es irgendwelche Werke gleich den deinen“.

    Wie David fühlen wir uns gedrängt, Jehova wegen seiner unvergleichlichen Werke stets zu preisen. Außerdem begeistert es uns, dass Gottes Königreich jetzt in den Händen des bleibenden Thronerben Davids ruht — Jesus Christus. Das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge ist also nahe. Die ewige Zukunft von über sechs Milliarden Menschen steht auf dem Spiel. Nie war es dringender, anderen von Gottes Königreich zu erzählen und ihnen zu zeigen, was es bald für die Menschheit tun wird, und ihnen zu helfen, Jehova zusammen mit uns zu preisen. Bestimmt sollte es in unserem Leben Vorrang haben, alle Gelegenheiten zu nutzen, andere zu ermuntern, die „gute Botschaft“ ernst zu nehmen, ehe es zu spät ist.

    „In Jehova wird sich meine Seele rühmen; die Sanftmütigen werden hören und sich freuen“ (Psalm 34:2). David brüstete sich hier nicht mit irgendwelchen Leistungen. Zum Beispiel prahlte er nicht damit, den König von Gath überlistet zu haben. Er wusste, dass Jehova ihn in Gath beschützt hatte und er mit seiner Hilfe entkommen war (Sprüche 21:1). Folglich rühmte sich David nicht in sich selbst, sondern in Jehova. Deswegen fühlten sich Sanftmütige zu Jehova hingezogen. Auch Jesus erhob den Namen Jehovas, und das machte Jehova für einfache, lernbereite Menschen so anziehend. Heute fühlen sich Sanftmütige aller Nationen zu der von Jesus geleiteten internationalen Versammlung gesalbter Christen hingezogen. Diese Sanftmütigen bewegt es tief, zu beobachten, dass der Name Gottes von seinen demütigen Dienern verherrlicht wird; und sie sind berührt von der Botschaft der Bibel, die sie mit der Hilfe des Geistes Gottes erfassen dürfen.

    Zusammenkünfte sind glaubensstärkend
    14 „Hoch preist mit mir Jehova, und lasst uns seinen Namen zusammen erheben“. David war nicht damit zufrieden, Jehova nur für sich allein zu preisen. Er forderte seine Begleiter freundlich auf, mit ihm zusammen den Namen Jehovas zu erheben. Auch Jesus Christus, der größere David, hatte Freude daran, Jehova öffentlich zu preisen — in der Synagoge, bei Tempelfesten in Jerusalem und in Gemeinschaft mit seinen Nachfolgern. Welch eine Freude es doch ist, bei jedem möglichen Anlass des Zusammenseins mit Mitgläubigen wie einst Jesus Jehova zu preisen, vor allem heute, wo wir ‘den Tag herannahen sehen’!.

    15 „Ich befragte Jehova, und er antwortete mir, und aus all meinen Schrecknissen befreite er mich“ (Psalm 34:4). Das erlebt zu haben, war für David wichtig. Folglich sagte er weiter: „Dieser Niedergedrückte rief, und Jehova selbst hörte. Und aus all seinen Bedrängnissen rettete ER ihn“ (Psalm 34:6). Wenn wir mit unseren Brüdern und Schwestern zusammen sind, bieten sich viele Gelegenheiten, zu erzählen, wie Jehova uns geholfen hat, schwierige Situationen durchzustehen. Das ist für sie ebenso glaubensstärkend, wie Davids Äußerungen es für seine Unterstützer waren. Davids Begleiter „schauten auf . . . [Jehova] und begannen zu strahlen, und ihr Angesicht selbst konnte unmöglich beschämt werden“ (Psalm 34:5). Sie flohen zwar vor König Saul, aber sie schämten sich deswegen nicht. Sie waren überzeugt, dass Gott David unterstützte, und strahlten deswegen. Ebenso wenden sich heute Neuinteressierte wie langjährige wahre Christen um Hilfe an Jehova. Da sie seine Hilfe selbst verspürt haben, sagen uns ihre freudigen Gesichter, dass sie unbedingt treu bleiben wollen.
    „Der Engel Jehovas lagert sich rings um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie“ (Psalm 34:7). David dachte nicht, nur er könne von Jehova gerettet werden. Er war zwar als der Gesalbte Jehovas Israels künftiger König, doch er wusste, dass Jehova seine Engel über alle seine treuen Anbeter wachen lässt, unabhängig davon, ob sie im Mittelpunkt des Interesses stehen oder eher unscheinbar sind. Auch in unserer Zeit haben wahre Anbeter den Schutz Jehovas verspürt. …

    „Fürchtet Jehova, ihr seine Heiligen, denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten“ (PSALM 34:9).

    … Dann gibt es …, die ins andere Extrem verfallen. Sie schweigen sich über die Gottesfurcht aus. Nach ihrer Auffassung ist Gott so nachsichtig, dass er fast jeden Menschen annimmt, ungeachtet seines Lebenswandels. Das lehrt die Bibel aber auch nicht (Galater 5:19-21). Die Bibel rät uns, Gott zu fürchten. Dadurch erheben sich einige Fragen: Warum möchte wohl ein Gott der Liebe, dass man ihn fürchtet? Was für eine Furcht erwartet Gott? Wieso kann es vorteilhaft sein, Gott zu fürchten? Diesen Fragen gehen wir bei der Betrachtung des 34. Psalms nach.

    Warum Gott fürchten?
    Als dem Schöpfer und Souverän des Universums steht Jehova zu, dass man ihn fürchtet. Diese Furcht ist aber nicht mit Angst und Schrecken vor einem grausamen Gott zu verwechseln. Es ist eine ehrerbietige Furcht, die sich darauf gründet, wer Jehova ist. Auch ist es die Furcht, ihm zu missfallen. Gottesfurcht ist weder niederdrückend noch erschreckend, sondern edel und erhebend. Als der „glückliche Gott“ möchte Jehova, dass die Menschengeschöpfe Freude am Leben finden. Das erfordert allerdings ein Leben gemäß den Erfordernissen Gottes. Viele müssten sich deswegen ändern. Wer aber die nötigen Änderungen vornimmt, der findet die Wahrhaftigkeit der Worte des Psalmisten David bestätigt: „Schmeckt und seht, dass Jehova gut ist; glücklich ist der kräftige Mann, der zu ihm Zuflucht nimmt. Fürchtet Jehova, ihr seine Heiligen, denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten“ (Psalm 34:8, 9). Niemandem, der Jehova fürchtet und ein gutes Verhältnis zu ihm hat, wird etwas fehlen, was von bleibendem Wert ist.

    Beachten wir, wie das zur Zeit Davids zutraf. David nannte seine Männer „Heilige“ und würdigte sie dadurch. Sie gehörten zum heiligen Volk Gottes. Sich David anzuschließen war für sie lebensgefährlich. David war mit seinen Männern zwar auf der Flucht vor König Saul, doch er vertraute darauf, dass Jehova weiterhin ihre Grundbedürfnisse stillen würde. David schrieb: „Die mähnigen jungen Löwen selbst haben gedarbt und gehungert; die aber Jehova suchen, sie werden keinen Mangel haben an irgendetwas Gutem“ (Psalm 34:10). Jesus sicherte seinen Nachfolgern Ähnliches zu. Viele von denen, die Jesus zuhörten, kamen aus der benachteiligten unteren Bevölkerungsschicht der Juden. Jesus empfand „Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“. Hätten diese einfachen Leute den Mut, Jesus nachzufolgen? Menschenfurcht war dazu nicht zu gebrauchen, sondern sie benötigten die Furcht Jehovas. Jesus sagte: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts weiter tun können. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Gewalt hat, in die Gehenna zu werfen. Ja, ich sage euch, diesen fürchtet. Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Münzen von geringem Wert? Doch nicht einer von ihnen wird vor Gott vergessen. Aber sogar die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht; ihr seid mehr wert als viele Sperlinge“.

    Wenn Gottesfürchtige von ihren Feinden gedrängt werden, Jehova nicht mehr zu dienen, könnten sie an den Rat Jesu denken: „Jeder, der vor den Menschen bekennt, mit mir in Gemeinschaft zu sein, mit dem in Gemeinschaft zu sein, wird auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden“ . …
    Jesus hat das beste Beispiel für „Gottesfurcht“ gegeben (Hebräer 5:7). Über ihn wurde im prophetischen Wort vorhergesagt: „Auf ihm soll sich der Geist Jehovas niederlassen, der Geist . . . der Furcht Jehovas; und er wird seine Freude haben an der Furcht Jehovas“. Folglich ist Jesus überaus geeignet, uns über den Nutzen der Gottesfurcht zu belehren. Alle, die Jesu Beispiel folgen und sich nach seinen Lehren ausrichten, nehmen im Grunde genommen eine ähnliche Einladung an, wie David sie aussprach: „Kommt, ihr Söhne, hört mir zu; die Furcht Jehovas ist, was ich euch lehren werde“ (Psalm 34:11).

    Es war normal für David, seine Männer mit „Söhne“ anzureden, weil sie ihn als Führer betrachteten. David seinerseits half seinen Nachfolgern in geistiger Hinsicht, damit sie in Einheit in der Gunst Gottes stehen konnten. Welch ein vorzügliches Beispiel für Eltern! Jehova hat ihnen die Verantwortung übertragen, ihre Söhne und Töchter ‘weiterhin in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas aufzuziehen’ . Wenn Eltern täglich mit ihren Kindern über Angelegenheiten sprechen, die das Verhältnis zu Gott berühren, und regelmäßig mit ihnen die Bibel studieren, helfen sie ihren Kindern, Freude an einem Leben in der Furcht Jehovas zu haben (5. Mose 6:6, 7).

    Wie man sich als gottesfürchtig erweist
    Jehova zu fürchten nimmt uns wie erwähnt nicht die Freude. David fragte: „Wer ist der Mann, der Lust am Leben hat, der genügend Tage liebt, um zu sehen, was gut ist?“ (Psalm 34:12). Die Furcht Jehovas ist eindeutig der Schlüssel zu einem langen Leben und dazu, Gutes zu sehen. Zu sagen: „Ich fürchte Gott“, ist eine Sache, entsprechend zu leben, eine ganz andere. Deshalb erklärte David weiter, wie man ein gottesfürchtiges Leben führen kann.

    „Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor Trugreden“ (Psalm 34:13). Der Apostel Petrus zitierte unter Inspiration diesen Teil von Psalm 34, nachdem er Christen geraten hatte, einander mit brüderlicher Zuneigung zu begegnen. Die Zunge vor Bösem zu behüten heißt, kein schädigendes Geschwätz zu verbreiten. Wir wollen andere lieber stets erbauen, wenn wir mit ihnen reden. Außerdem möchten wir uns bemühen, mutig die Wahrheit zu reden.

    „Wende dich ab vom Bösen, und tu Gutes; suche Frieden, und jage ihm nach“ (Psalm 34:14). Wir halten uns von Dingen fern, die Gott verurteilt, wie sexuelle Unmoral, Pornografie, Diebstahl, Spiritismus, Gewalt, Trunkenheit und Drogenmissbrauch. Von Unterhaltung, in der diese Abscheulichkeiten vorkommen, distanzieren wir uns ebenfalls. Unsere Zeit ist mit Gutestun viel besser verbracht. …

    David trachtete beispielhaft nach Frieden. Zweimal hätte er Saul ohne Weiteres töten können. In beiden Fällen hielt er sich von einem Gewaltakt zurück und sprach später respektvoll mit dem König, um vielleicht doch noch mit ihm Frieden schließen zu können. Was kann heute unternommen werden, wenn der Frieden in der Versammlung durch etwas bedroht ist? Wir sollten ‘Frieden suchen und ihm nachjagen’. Wenn wir also zwischen uns und einem Mitgläubigen irgendwelche Spannungen spüren, beachten wir Jesu Rat: „Schließe zuerst mit deinem Bruder Frieden.“ Danach wenden wir uns anderem in der wahren Anbetung zu.

    Gottesfurcht lohnt sich sehr
    „Die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihren Hilferuf“ . Was über Gottes Umgang mit David aufgezeichnet wurde, bestätigt die Wahrhaftigkeit dieser Worte. Heute verspüren wir eine tiefe Freude und inneren Frieden, weil wir wissen, dass Jehova über uns wacht. Wir sind überzeugt, dass er immer auf unsere Bedürfnisse reagieren wird, selbst wenn wir sehr belastet sind. Wir wissen, dass bald alle wahren Anbeter den vorhergesagten Angriff Gogs von Magog und den „furchteinflößenden Tag Jehovas“ erleben werden. Was immer auf uns zukommt, Davids Worte werden sich in unserem Fall bestätigen: „Sie schrien, und Jehova, er hörte, und aus all ihren Bedrängnissen befreite er sie“ (Psalm 34:17).

    Wie begeisternd es doch sein wird, die Zeit zu erleben, wo Jehova seinen großen Namen verherrlicht! Wir werden wie nie zuvor mit Ehrfurcht erfüllt sein, und alle Gegner werden ein beschämendes Ende finden. „Das Angesicht Jehovas ist gegen die, die Böses tun, um von der Erde ihre Erwähnung wegzutilgen“ (Psalm 34:16). Welch eine Belohnung es doch sein wird, diese große Befreiung zu erleben und in Gottes gerechte neue Welt zu gelangen!

    Verheißungen, die uns das Ausharren erleichtern
    Bis dahin erfordert es Ausharren, Jehova in einer verkommenen und feindseligen Welt weiterhin zu gehorchen. Gottesfurcht ist eine große Hilfe, diesen Gehorsam zu zeigen. Wegen der gegenwärtigen kritischen Zeiten müssen manche Diener Jehovas extreme Entbehrungen ertragen, die ihnen großen Kummer bereiten und sie sehr entmutigen. Sie können jedoch ganz sicher sein, dass Jehova ihnen hilft auszuharren, solange sie sich an ihn wenden. Davids Worte vermitteln echten Trost: „Jehova ist nahe denen, die gebrochenen Herzens sind; und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er“ (Psalm 34:18). David ermuntert uns weiter: „Viele sind der Unglücksschläge des Gerechten, aber aus ihnen allen befreit ihn Jehova“ (Psalm 34:19). Ganz gleich, wie viele Unglücksschläge uns treffen, Jehova ist stark genug, uns zu befreien.

    Kurz nachdem David den Psalm 34 geschrieben hatte, hörte er von dem Unglück, das den Einwohnern von Nob widerfahren war. Saul hatte alle Einwohner niedermetzeln lassen, darunter so gut wie alle Priester. Wie sehr ihn der Gedanke mitgenommen haben muss, dass letztendlich sein Aufenthalt in Nob Sauls Zorn erregt hatte! (1. Samuel 22:13, 18-21). David wandte sich zweifellos Hilfe suchend an Jehova und schöpfte bestimmt Trost aus der Aussicht auf eine Auferstehung „der Gerechten“.

    16 Auch uns heute stärkt die Auferstehungshoffnung. Wir wissen, dass unsere Feinde durch nichts einen bleibenden Schaden anrichten können. In den folgenden Worten äußerte sich David ebenso überzeugt: „Er behütet alle seine Gebeine, nicht eines davon ist zerbrochen worden“ (Psalm 34:20). Dieser Vers erfüllte sich buchstäblich an Jesus. Obwohl Jesus grausam zu Tode gebracht wurde, wurde ihm keines seiner Gebeine „zerbrochen“. Im erweiterten Sinn wird in Psalm 34:20 versichert, dass weder gesalbte Christen noch „andere Schafe“, ihre Gefährten, durch irgendwelche Schwierigkeiten auf Dauer benachteiligt werden. Ihnen werden sinnbildlich gesprochen nicht die Gebeine gebrochen.

    Für die Bösen sieht es anders aus. Sie werden bald das Schlechte ernten, das sie gesät haben. „Unglück wird den Bösen zu Tode bringen; und die den Gerechten hassen, sie werden für schuldig gehalten werden“ (Psalm 34:21). Alle, die Gottes Volk weiterhin widerstehen, erwartet das schlimmste Unheil. Sie „werden die richterliche Strafe ewiger Vernichtung erleiden“, die mit der Offenbarung Jesu Christi einhergeht.

    Davids Psalm endet mit den folgenden beruhigenden Worten: „Jehova erlöst die Seele seiner Knechte; und keiner von denen, die zu ihm Zuflucht nehmen, wird für schuldig gehalten werden“ (Psalm 34:22). Gegen Ende seiner 40-jährigen Regierungszeit sagte König David, dass ‘Jehova seine Seele aus aller Bedrängnis erlöste’ (1. Könige 1:29). Wie David werden alle, die Gott fürchten, bald zurückblicken und darüber frohlocken können, dass sie von jeder Sündenschuld befreit und aus allen ihren Schwierigkeiten gerettet worden sind. …

    In dem Nachschlagewerk heißt es

    Das bestimmte Bewusstsein, dass Gott regiert, befähigt den Glauben, Jehova allezeit zu preisen. Er hat Seine Treue denen bewiesen, die in Bedrängnis waren. Der Psalmist, Christus im Geiste, fordert den Überrest auf, zu preisen, denn Jehova hatte ihm Seine Rettung gezeigt. Die Augen Jehovas sind gerichtet auf die Gerechten, und Seine Ohren auf ihr Schreien; Sein Angesicht ist wider die, welche Böses tun, um ihr Gedächtnis von der Erde auszurotten.

    Nahe ist Jehova denen, die zerbrochenen Herzens und zerschlagenen Geistes sind (V. 15-18). Der Gerechte hat Leiden zu erwarten, solange der Mensch seinen Tag hat, aber Jehova rettet ihn. Während den Gesetzlosen das Böse tötet, erlöst Jehova die Seele Seiner Knechte, und keiner, der auf Ihn traut, wird verlassen werden. Was wir hier finden, ist die völlige Zusicherung der Regierung Gottes zugunsten derer, die demütigen Herzens sind. Das befähigt sie, Gott zu preisen, und zwar nicht nur dann, wenn sie gesegnet werden – dazu gehört kein Glaube -, sondern allezeit; denn Jehova hört, bewahrt und erlöst sie, wenn sie in Trübsal sind. Christus ist das erhabene Beispiel für alles dieses.

  49. Thomasam 22. April 2009 um 07:07 Link zum Kommentar

    Psalm 35

    Spotten die Lügner und Betrüger über die Anbeter des wahren Gottes? Fügen diese Spötter dabei noch den wahren Christen Schmerzen zu? Scheinbar haben sie Erfolg! Schaust du zu, und wunderst dich, weil du nun nicht mehr erkennen kannst, wer richtig gehandelt hat? Wo hättest du zur Zeit Davids gestanden? Auf der Seite der Mehrheit? Auf der Seite dessen, der die Krone trug? Oder auf der Seite der wahren Anbeter?

    Leicht ist es, auf der falschen Seite zu stehen – aber Entbehrung und Opfer kostet es, auf der richtigen Seite Stellung zu beziehen.

    Schau dir den Psalm 35 an, um zu verstehen, was David empfunden hat, und was er sich gewünscht hat – niemals hat er versucht, seine Feinde zu zerstören! Die heute oft gesehene hasserfüllte Kampfbereitschaft zeigt deutlich, dass diese Menschen auf der falschen Seite stehen.

    Führe doch meinen Rechtsfall, o Jehova, gegen meine Gegner;
    Bekriege die, die mich bekriegen.
    Ergreife Kleinschild und Großschild,
    Und erhebe dich doch zu meinem Beistand,
    Und zücke Speer und Doppelaxt denen entgegen, die mir nachjagen.
    Sprich zu meiner Seele: „Ich bin deine Rettung.“
    Mögen die beschämt und gedemütigt werden, die meiner Seele nachjagen.
    Mögen die zur Umkehr veranlaßt werden und sich schämen, die Unglück für mich planen.
    Mögen sie wie Spreu vor dem Wind werden,
    Und Jehovas Engel stoße [sie] fort.
    Ihr Weg werde zu Finsternis und zu schlüpfrigen Orten,
    Und Jehovas Engel jage ihnen nach.
    Denn ohne Ursache haben sie ihre Fangnetzgrube für mich versteckt;
    Ohne Ursache haben sie sie für meine Seele gegraben.
    Laß Verderben über ihn kommen ohne sein Wissen,
    Und möge sein eigenes Netz, das er versteckt hat, ihn fangen;
    Mit Verderben falle er hinein.
    Meine Seele aber frohlocke in Jehova;
    Sie frohlocke in seiner Rettung.
    Alle meine Gebeine, sie mögen sagen:
    „O Jehova, wer ist wie du,
    Der den Niedergedrückten befreit von einem, der stärker ist als er,
    Und den Niedergedrückten und Armen von dem, der ihn beraubt?“

    Gewalttätige Zeugen stehen auf;
    Was ich nicht gewußt habe, fragen sie mich.
    Sie vergelten mir Böses für Gutes,
    Verwaisung für meine Seele.
    Was mich betrifft, meine Kleidung war Sacktuch, als sie krank wurden,
    Mit Fasten beugte ich meine Seele [in Betrübnis],
    Und mein Gebet kehrte stets in meinen Busen zurück.
    Wie für einen Gefährten, wie für einen Bruder von mir,
    So bin ich einhergegangen wie einer, der um eine Mutter trauert.
    Betrübt beugte ich mich nieder.
    Aber sie freuten sich über mein Hinken und versammelten sich;
    Sie versammelten sich gegen mich,
    Schlugen [mich] nieder, als ich es nicht wußte;
    Sie rissen [mich] in Stücke und blieben nicht still.
    Unter den Abtrünnigen, die um einen Kuchen Spott treiben,
    Gab es ein Knirschen ihrer Zähne, ja gegen mich.
    O Jehova, wie lange wirst du [dem] weiter zusehen?
    Führe doch meine Seele zurück von ihren Verheerungen,
    Ja meine einzige von den mähnigen jungen Löwen.
    Ich will dich lobpreisen in der großen Versammlung;
    Unter einem zahlreichen Volk werde ich dich preisen.
    O mögen die, die grundlos meine Feinde sind, sich nicht über mich freuen;
    [Und] die, die mich ohne Ursache hassen, laß sie nicht mit dem Auge zwinkern.
    Denn es ist nicht Frieden, was sie reden;
    Sondern gegen die Stillen der Erde
    Planen sie ständig Dinge des Truges.
    Und sie sperren ihren Mund auf, ja gegen mich.
    Sie haben gesagt: „Haha! Haha! Unser Auge hat [es] gesehen.“
    Du hast es gesehen, o Jehova, schweig nicht,
    O Jehova, halte dich nicht fern von mir.
    Rege dich, und wach auf zu meinem Recht,
    O mein Gott, ja Jehova, zu meinem Rechtsfall.
    Richte mich nach deiner Gerechtigkeit, o Jehova, mein Gott,
    Und mögen sie sich nicht über mich freuen.
    O mögen sie nicht in ihrem Herzen sagen: „Haha, unsere Seele!“
    Mögen sie nicht sagen: „Wir haben ihn verschlungen.“
    Laß die beschämt werden und sich schämen allesamt,
    Die sich freuen über mein Unglück.
    Laß die mit Schande und Demütigung bekleidet werden, die großtun gegen mich.
    Laß die jubeln und sich freuen, die Gefallen haben an meiner Gerechtigkeit,
    Und laß sie beständig sprechen:
    „Jehova sei hochgepriesen, der Lust hat am Frieden seines Knechtes.“
    Und meine Zunge laß mit gedämpfter Stimme deine Gerechtigkeit äußern,
    Den ganzen Tag deinen Lobpreis.

    Psalm 35 enthält die dringende Bitte, dass das Gericht Jehovas über die unbarmherzigen und hinterlistigen Verfolger kommen möge, die nach der Seele des Gerechten trachten. Schmähung, List, Gewalt, alles wird gegen ihn angewandt. Seine Feinde behaupten, ihn erforscht zu haben. Er verlangt nach Rettung, damit Jehova möge gepriesen werden in der großen Versammlung, das heißt in der vollen Versammlung des wiederhergestellten Israel. Die Verse 13 und 14 zeigen uns die Gnade, in der der Fromme (Christus Selbst) mit jenen Feinden gehandelt hat. Obwohl der Psalm im allgemeinen auf jeden Gottesfürchtigen anwendbar ist, haben wir doch besonders Christum im Geiste hier vor uns.

  50. Thomasam 22. April 2009 um 07:27 Link zum Kommentar

    Psalm 36

    In diesem Psalm werden die Herrlichkeit der Wahrheit und die Schmutzigkeit der Schmäher deutlich gegenübergestellt.

    Diese Lügner und Schmäher glauben doch tatsächlich, die Wahrheit zu reden, und anstatt sich mit anderen über Gott und seine Werke zu unterhalten, beschäftigen diese bösen Menschen sich nur mit den Werken anderer Menschen! Sie versuchen, andere Menschen von ihren Gedanken und Gefühlen zu überzeugen. Unverständige Menschen fallen auf ihren Trug hinein.

    Wir können uns vor diesen Heuchlern schützen, indem wir eine gute Einsicht in Gottes Wort und seine Gedanken nehmen, und uns täglich mit seinem Wort beschäftigen. Dies hat auch David geschützt! Er war immer bereit, mit seinem Schöpfer über alle Probleme zu reden und auf ihn zu warten. Die Menschen um ihn herum handelten leider oft aufgrund eigener Überlegungen. Doch wir sollten David nachahmen. Er war bereit, Unannehmlichkeiten zu erdulden und auf Gott zu warten. Er nahm sich nichts, was einem anderen gehörte, und er verriet auch nicht Freunde und Familie!

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    In Psalm 36 finden wir eine Warnung, die notwendig ist betreffs der Gottlosen, namentlich solcher, die in besonderer Weise die Feinde der Gerechtigkeit, die Werkzeuge der Macht Satans sind. Man kann nicht erwarten, bei ihnen ein Gewissen zu finden; da ist nichts, was sie in ihren bösen Plänen aufhält. Die Macht und die Güte Jehovas sind die sichere Zuflucht derer, die auf Ihn trauen. Schließlich werden die Gottlosen niedergeworfen.

  51. Juleam 22. April 2009 um 09:47 Link zum Kommentar

    Psalm 34 – 36

    Psalm 35 – 36:4

    Von David.

    35 Führe doch meinen Rechtsfall, o Jehova, gegen meine Gegner;
    Bekriege die, die mich bekriegen.

    2 Ergreife Kleinschild und Großschild,
    Und erhebe dich doch zu meinem Beistand,
    3 Und zücke Speer und Doppelaxt denen entgegen, die mir nachjagen.
    Sprich zu meiner Seele: „Ich bin deine Rettung.“

    4 Mögen die beschämt und gedemütigt werden, die meiner Seele nachjagen.
    Mögen die zur Umkehr veranlaßt werden und sich schämen, die Unglück für mich planen.

    5 Mögen sie wie Spreu vor dem Wind werden,
    Und Jehovas Engel stoße [sie] fort.

    6 Ihr Weg werde zu Finsternis und zu schlüpfrigen Orten,
    Und Jehovas Engel jage ihnen nach.

    7 Denn ohne Ursache haben sie ihre Fangnetzgrube für mich versteckt;
    Ohne Ursache haben sie sie für meine Seele gegraben.

    8 Laß Verderben über ihn kommen ohne sein Wissen,
    Und möge sein eigenes Netz, das er versteckt hat, ihn fangen;
    Mit Verderben falle er hinein.

    9 Meine Seele aber frohlocke in Jehova;
    Sie frohlocke in seiner Rettung.

    10 Alle meine Gebeine, sie mögen sagen:
    „O Jehova, wer ist wie du,
    Der den Niedergedrückten befreit von einem, der stärker ist als er,
    Und den Niedergedrückten und Armen von dem, der ihn beraubt?“

    11 Gewalttätige Zeugen stehen auf;
    Was ich nicht gewußt habe, fragen sie mich.

    12 Sie vergelten mir Böses für Gutes,
    Verwaisung für meine Seele.

    13 Was mich betrifft, meine Kleidung war Sacktuch, als sie krank wurden,
    Mit Fasten beugte ich meine Seele [in Betrübnis],
    Und mein Gebet kehrte stets in meinen Busen zurück.

    14 Wie für einen Gefährten, wie für einen Bruder von mir,
    So bin ich einhergegangen wie einer, der um eine Mutter trauert.
    Betrübt beugte ich mich nieder.

    15 Aber sie freuten sich über mein Hinken und versammelten sich;
    Sie versammelten sich gegen mich,
    Schlugen [mich] nieder, als ich es nicht wußte;
    Sie rissen [mich] in Stücke und blieben nicht still.

    16 Unter den Abtrünnigen, die um einen Kuchen Spott treiben,
    Gab es ein Knirschen ihrer Zähne, ja gegen mich.

    17 O Jehova, wie lange wirst du [dem] weiter zusehen?
    Führe doch meine Seele zurück von ihren Verheerungen,
    Ja meine einzige von den mähnigen jungen Löwen.

    18 Ich will dich lobpreisen in der großen Versammlung;
    Unter einem zahlreichen Volk werde ich dich preisen.

    19 O mögen die, die grundlos meine Feinde sind, sich nicht über mich freuen;
    [Und] die, die mich ohne Ursache hassen, laß sie nicht mit dem Auge zwinkern.

    20 Denn es ist nicht Frieden, was sie reden;
    Sondern gegen die Stillen der Erde
    Planen sie ständig Dinge des Truges.

    21 Und sie sperren ihren Mund auf, ja gegen mich.
    Sie haben gesagt: „Haha! Haha! Unser Auge hat [es] gesehen.“

    22 Du hast es gesehen, o Jehova, schweig nicht,
    O Jehova, halte dich nicht fern von mir.

    23 Rege dich, und wach auf zu meinem Recht,
    O mein Gott, ja Jehova, zu meinem Rechtsfall.

    24 Richte mich nach deiner Gerechtigkeit, o Jehova, mein Gott,
    Und mögen sie sich nicht über mich freuen.

    25 O mögen sie nicht in ihrem Herzen sagen: „Haha, unsere Seele!“
    Mögen sie nicht sagen: „Wir haben ihn verschlungen.“

    26 Laß die beschämt werden und sich schämen allesamt,
    Die sich freuen über mein Unglück.
    Laß die mit Schande und Demütigung bekleidet werden, die großtun gegen mich.

    27 Laß die jubeln und sich freuen, die Gefallen haben an meiner Gerechtigkeit,
    Und laß sie beständig sprechen:
    „Jehova sei hochgepriesen, der Lust hat am Frieden seines Knechtes.“

    28 Und meine Zunge laß mit gedämpfter Stimme deine Gerechtigkeit äußern,
    Den ganzen Tag deinen Lobpreis.

    Dem Leiter. Von Jehovas Knecht, von David.

    36 Für den Bösen ist der Ausspruch der Übertretung inmitten seines Herzens;
    Es gibt keinen Schrecken Gottes vor seinen Augen.

    2 Denn er hat zu schmeichlerisch gegen sich gehandelt in den eigenen Augen,
    Als daß er sein Vergehen herausfinden könnte, um [es] zu hassen.

    3 Die Worte seines Mundes sind Schädlichkeit und Trug;
    Er hat aufgehört, Einsicht zu haben zum Gutestun.

    4 Schädlichkeit plant er ständig auf seinem Bett.
    Er stellt sich auf einen Weg, der nicht gut ist.
    Was schlecht ist, verwirft er nicht.

    genau das ist es – aber wen interessiert das schon?

  52. Thomasam 23. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 37

    Ist es schwer, heute die Ungerechtigkeit zu erdulden?

    Haben scheinbar immer nur im Film die Guten am Ende das Glück in der Hand? Der Psalm 37 zeigt, dass dies damals schon oft der Fall war – und wir sollten uns nicht wundern, dass sich nicht viel – noch nicht – geändert hat. Aber in absehbarer Zeit wird der Schöpfer noch drastischer eingreifen, als er das zur Zeit der Psalmenschreiber getan hat.
    Auch wenn in den hier zitierten Ausgaben des Wachtturms noch davon ausgegangen wurde, dass die meisten Sorgen von „außerhalb“ kommen sollten, so hat sich das Blatt auch hier geändert, wie es schon zur Zeit Davids war. Auch damals kamen die schlimmsten Lügen und Anfeindungen von Saul und anderen „Mitisraeliten“. Aber selbst wenn die Anfeindungen immer stärker wurden, so sind die Worte des Psalms doch wahr: der Allmächtige wird für Gerechtigkeit eintreten und den Ungerechtigkeiten ein Ende bereiten.

    in einem älteren Wachtturm hieß es einmal (1978)

    VON einem griechischen Philosophen des Altertums erzählt man sich, er habe gesagt: „Heirate, junger Mann, heirate. Wenn du eine gute Frau bekommst, wirst du glücklich sein, und das ist etwas Gutes. Wenn du keine gute Frau bekommst, wirst du ein Philosoph, und auch das ist etwas Gutes.“ Der zweite Teil dieses Ausspruches will sagen, man solle sich in etwas Unabänderliches schicken und das Leben sozusagen vom philosophischen Standpunkt aus betrachten.
    Dieser Grundsatz, mit dem Unabänderlichen zu leben, läßt sich auf viele Lebensbereiche übertragen. Manchmal kann einem schon seine eigene Körpergröße Kummer bereiten. Ein Mädchen, das über 1,80 m mißt, grämt sich vielleicht, weil es so groß ist. Ein Mann wiederum, der nicht einmal 1,50 m erreicht, mag sich ärgern, weil er so klein ist. Doch es verhält sich so, wie Jesus Christus, der Sohn Gottes, gesagt hat: „Wer . . . unter euch vermag mit Sorgen seiner Größe e i n e Elle zuzusetzen?“ (Matth. 6:27, Elberfelder Bibel). Des weiteren mag jemand buckelig, mit einem Sprachfehler oder mit schlechtem Sehvermögen geboren worden sein oder vielleicht aufgrund von Kinderlähmung körperbehindert sein.
    Was können solche Personen tun? Ein Arzt sagte einmal: „Was nicht geheilt werden kann, muß erduldet werden.“ Carlos Romulo, ein philippinischer Staatsmann, zählt zu denen, die gelernt haben, sich mit ihrer äußerst geringen Körpergröße abzufinden. Er sagt, er habe sich durch seine geringe Größe nicht in Verlegenheit bringen lassen und habe festgestellt, daß sie auch ihre Vorteile habe, denn oft würden Menschen dazu neigen, sehr kleine Personen zu begünstigen.
    Alle diese benachteiligten Personen können eines tun, nämlich das Gute schätzen, was sie bereits empfangen haben. Ist nicht das Leben und selbst nur ein gewisses Maß Gesundheit schon ein großer Segen? Man kann sich an den Schönheiten der Schöpfung oder „Natur“ erfreuen, an schöner Musik, man kann die Liebe seiner Angehörigen und Freunde genießen und die Befriedigung verspüren, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere nützlich zu sein.
    Dasselbe gilt für unsere Einstellung zu den Weltverhältnissen, die, soweit es eine Besserung betrifft, unabänderlich sind. Sollten wir uns aufregen, weil die Korruption unter hochgestellten Persönlichkeiten zunimmt und sich die Gewalttaten und Verbrechen auf der Straße häufen? Die Bibel gibt den guten Rat: „Erhitze dich nicht über die Übeltäter.“ Warum nicht? Weil sie zu Gottes bestimmter Zeit nicht mehr sein werden (Ps. 37:1-13). Bis dahin kann man lernen, mit solchen Verhältnissen zu leben, indem man zum Beispiel äußerst vorsichtig ist, sich nicht spätnachts allein auf die Straße wagt und sein Leben für wertvoller erachtet als das Geld, das man bei sich hat.

    ein Jahr später wurde in selbiger Zeitschrift geschrieben:

    Bist du beunruhigt?
    DIE Nachrichten aus vielen Ländern gleichen sich im wesentlichen: Die Unehrlichkeit wird zu einer Plage. Es kommt zu vielen Ladendiebstählen. Unternehmer beklagen große Verluste aufgrund der Diebstähle von Arbeitnehmern. Bestechung ist in der Geschäftswelt zu etwas Üblichem geworden. Betrug, Erpressung und Veruntreuung nehmen überhand. Die Mehrheit der Unehrlichen scheinen ungeschoren davonzukommen. Ja, selbst von denen, die gefaßt werden, werden nur wenige angemessen bestraft.
    Wie wirkt sich dieser Sittenverfall auf dich aus? Viele sind geneigt zu sagen: „Was nützt es schon, wenn man ehrlich ist?“ Sie blicken neidisch auf die Wohlfahrt Gesetzloser. Sollte man aber unehrliche Personen um ihren Erfolg beneiden?
    Vor vielen Jahrhunderten wurde auf diese Frage eine inspirierte Antwort gegeben, und das zu Recht, denn ein Verfall der Sitten ist nichts Neues. Solange es Menschen gibt, sind dadurch in vielen Jahrhunderten gerechtgesinnte Personen auf der ganzen Erde beunruhigt worden. Vor mehr als 3 000 Jahren beobachtete zum Beispiel der gottesfürchtige König David unter seinem eigenen Volk, den Israeliten, Gesetzlosigkeit. Unter Inspiration gab er vorzüglichen Rat darüber, wie man selbst dann richtig handeln kann, wenn man sieht, wie Sünder Erfolg haben.
    David ließ die Aufforderung ergehen: „Erhitze dich nicht über die Übeltäter. Beneide nicht die, die Ungerechtigkeit tun. Denn wie Gras werden sie schnell verwelken, und wie grünes, frisches Gras werden sie dahinschwinden“ (Ps. 37:1, 2). Ja, was nützt es in Wirklichkeit, sich ungebührlich darüber aufzuregen, daß Gesetzlose der Strafe entgehen? Was ändern wir daran, wenn wir auf den Reichtum, den sie aufhäufen, neidisch sind? Im Grunde genommen nichts, wir mögen uns nur selbst unglücklich machen und unzufrieden werden. Es ist daher vernünftiger, daran zu denken, daß die materielle Wohlfahrt Gesetzloser nicht von Bestand ist. Selbst wenn sie der Gerechtigkeit nicht anheimfallen, können sie doch ihre Lebensspanne nicht unendlich verlängern. Da das menschliche Leben so kurz ist, gleichen die Bösen dem Gras, das schnell verwelkt, wenn es geschnitten ist. Sie sind wie saftiges grünes Gras, das beim Vertrocknen dahinschwindet. Wie die Übeltäter zu ihrem Ende kommen, so vergeht auch ihr unrechtmäßig erworbener Gewinn.
    Auch die Erkenntnis, daß Gott zu seiner Zeit eine Änderung herbeiführen kann und wird, wird uns davor bewahren, Übeltäter zu beneiden. Der Psalmist sagte weiter: „Vertraue auf Jehova und tue Gutes; weile auf der Erde, und handle mit Treue“ (Ps. 37:3). In der Zuversicht, daß Jehova Gott alles richtigstellen wird, sollten wir weiterhin Gutes tun und uns durch den anscheinenden Erfolg gesetzloser Personen nicht vom rechten Weg abbringen lassen. Der Psalmist empfiehlt auch, daß wir ‘auf der Erde verweilen’ sollten (was sich hier offensichtlich auf das Heimatland Davids bezieht und in unserem Falle auf das Land, in dem wir ansässig sind). Während wir weiterhin unter gesetzlosen Personen leben, sollten wir auf Gottes Hilfe vertrauen und uns in allem, was wir tun, als treu und rechtschaffen erweisen.
    Auf diese Weise werden wir ein gutes Verhältnis zum Schöpfer aufrechterhalten — etwas viel Wertvolleres als materielle Dinge. Der Psalmist gibt folgenden Rat: „Habe Wonne an Jehova, und er wird dir die Bitten deines Herzens gewähren. Wälze deinen Weg auf Jehova, und verlaß dich auf ihn, und er selbst wird handeln. Und er wird bestimmt deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht selbst und dein Recht wie den Mittag“ (Ps. 37:4-6).
    Gemäß diesen Worten sollten wir wirklich Wonne, Freude oder Glück in unserem Gott finden, indem wir ihm treu dienen. Wenn wir seine Anerkennung genießen, wird er ‘die Bitten unseres Herzens gewähren’, da unsere Bitten im Einklang mit seinem Willen sein werden (1. Joh. 5:14, 15). Wir können jegliche Bürden oder Sorgen auf ihn wälzen, alle unsere Angelegenheiten in seine Hände legen und um seine Hilfe, Leitung und Überwaltung bitten. Wenn wir uns auf ihn verlassen, wird er mit Sicherheit in unserem Interesse handeln. Wenngleich uns andere verleumden mögen und unser rechtschaffenes Verhalten gewissermaßen wie durch eine dunkle Wolke verborgen sein mag, wird Jehova Gott zu seiner Zeit unsere Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit so deutlich und strahlend hervortreten lassen wie die Sonne am Mittag.
    GEDULD ERFORDERLICH
    Doch was sollten wir tun, bevor es zu einer solchen Rechtfertigung kommt? Der Psalmist antwortet: „Schweige still vor Jehova, und harre voll Verlangen auf ihn. Erhitze dich nicht über jemand, der seinen Weg zum Erfolg macht, über den Mann, der seine Ideen ausführt. Steh ab vom Zorn und laß den Grimm; erhitze dich nicht, nur um übelzutun. Denn die Übeltäter selbst werden weggetilgt werden, die aber auf Jehova hoffen, sind es, die die Erde besitzen werden“ (Ps. 37:7-9).
    Was will der Psalmist uns hier sagen? Er weist darauf hin, daß wir geduldig darauf warten sollten, daß Jehova Gott zu seiner Zeit handelt, und daß wir uns nicht beklagen sollten. Wir müssen uns davon zurückhalten, uns über den Erfolg unehrlicher Menschen so zu erzürnen, daß wir voreilig handeln und unser Verhältnis zu Gott gefährden. Daran zu denken, daß Übeltäter weggetilgt werden, wird uns in dieser Hinsicht eine Hilfe sein. Selbst im natürlichen Ablauf der Dinge wirkt eine gesetzlose Handlungsweise einer Verlängerung des Lebens entgegen. Wer ausschweifend lebt, mag zum Beispiel früher sterben als jemand, der ein rechtschaffenes Leben führt. So erfreuen sich im allgemeinen Personen, die auf Gott hoffen oder vertrauen, eines längeren, befriedigenderen Lebens.
    Für die Israeliten, an die die Worte des Psalmisten ursprünglich gerichtet waren, hingen sowohl der weitere Aufenthalt im Verheißenen Land als auch ein langes Leben vom Gehorsam gegenüber Gott ab. Fortgesetztes gesetzloses Handeln führte dazu, daß ihnen Gottes Segen und Schutz entzogen wurde. Dies bedeutete für sie oft den Tod durch feindliche Nationen oder durch Hunger und Krankheiten (3. Mose 26:3 bis 39; Amos 4:6 bis 5:3).
    Aus eigener Erfahrung kam der Psalmist David zu der Erkenntnis, daß es, auf lange Sicht gesehen, stets das beste ist, Gottes gerechte Gebote zu befolgen. Er sagte: „Ein Jüngling bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden, und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen noch seine Nachkommen nach Brot suchen. Achte auf den Untadeligen, und behalte den Rechtschaffenen im Auge, denn die Zukunft dieses Mannes wird friedevoll sein. Die Übertreter selbst aber werden bestimmt miteinander vertilgt werden; der Bösen Zukunft wird in der Tat abgeschnitten“ (Ps. 37:25, 37, 38).
    Personen, die in neuerer Zeit im Dienste Jehovas alt geworden sind, haben dasselbe erfahren. Gott stützte sie in Leidenszeiten, und viele von ihnen haben den Tod bedrückender Herrscher erlebt, die entschlossen waren, sie zu vernichten. Wenn diese untadeligen Diener Gottes auf das Geschehene zurückblicken, können sie sehen, wie sich das Blatt schließlich zum Guten gewendet hat.
    Die Tatsache, daß sie noch am Leben sind, beweist, daß Gott für das gesorgt hat, was sie benötigten. Sie haben Frieden, eine innere Ruhe und Gelassenheit. Warum? Weil sie ein gutes Gewissen behalten haben und weil ihnen die Ängste erspart geblieben sind, unter denen Personen leiden, deren Leben sich nur um materielle Dinge dreht und denen nur der Tod in Aussicht steht. Außerdem blicken sie vertrauensvoll in die Zukunft, der Zeit entgegen, in der Jehova Gott durch seinen Sohn Jesus Christus und durch Engelheere alle Verderbtheit und alle gesetzlosen Menschen von der Erdoberfläche wegfegen und eine Ära dauernden Friedens herbeiführen wird (2. Thess. 1:6-10).
    Die Worte des Psalmisten helfen uns tatsächlich, das Leben realistisch zu betrachten. Es ist beunruhigend, ja sogar erschütternd, zu sehen, wie die Gesetzlosigkeit gedeiht. Es nützt aber nichts, sich ungebührlich darüber aufzuregen. Würden wir ebenfalls unrecht tun, so würden wir unser Verhältnis zum Schöpfer zerstören. Es ist daher vernünftig, geduldig auszuharren und darauf zu vertrauen, daß Gott handeln wird und daß unsere Zukunft gesichert ist, wenn wir unsere Angelegenheiten ihm anvertrauen.

    „Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung“ 1983

    „Steh ab vom Zorn und laß den Grimm; erhitze dich nicht, nur um übelzutun“, rät die Bibel (Psalm 37:8). Jahrelang stand die menschliche Weisheit im Widerspruch zu diesem Rat. „Du mußt es loswerden!“ war das Motto. „Es ist gesund, deinem Ärger Luft zu machen“ war die Vorschrift vieler Psychotherapeuten. Aber jetzt hebt die wissenschaftliche Forschungsarbeit den Wert der Beherrschung des Zorns hervor. Zum Beispiel sagte die Sozialpsychologin Carol Tavris in ihrem neuen Buch „Anger: The Misunderstood Emotion“ (Ärger: die mißverstandene Emotion): „Ärger zum Ausdruck zu bringen macht ärgerlicher, festigt eine ärgerliche Einstellung und führt zu einer feindseligen Geisteshaltung.“ Daher rät sie: „Wenn man sich zurückhält, während man momentan gereizt ist, und sich durch eine angenehme Beschäftigung ablenkt, bis sich die Erregung wieder gelegt hat, wird man sich aller Wahrscheinlichkeit nach besser fühlen, und zwar schneller, als wenn man sich gehenläßt und losschreit.“
    Aufgrund einer siebenjährigen Studie am medizinischen Zentrum der Duke-Universität kam man zu der Schlußfolgerung, daß Personen, die zum Zorn neigen, möglicherweise früher sterben als andere, die nicht so leicht reizbar sind. Die Studie zeigt auch, daß eine übermäßig feindselige Haltung ebenso zu Herzschäden führen kann wie Rauchen und hoher Blutdruck. Da also Statistiken kaum Beweise dafür liefern, daß es der Gesundheit förderlich ist, „aus der Haut zu fahren“, wäre es dann nicht am besten, das zu befolgen, was in Sprüche 14:29 geschrieben steht: „Wer ruhig bleibt, zeigt, daß er Einsicht hat; wer aufbraust, zeigt nur seinen Unverstand.“ („Die Bibel in heutigem Deutsch“)?

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    In diesem höchst interessanten Psalm handelt es sich hauptsächlich darum … jedem Gläubigem, tief einzuprägen, dass er auf Jehova harren und sich nicht durch das ihn umringende Böse in Verwirrung bringen lassen möge. die Übeltäter werden wie das Gras schnell vergehen. Die Gerechten sollen sich nicht über sie erzürnen, sondern auf Jehova vertrauen
    und Gutes tun, sie sollen sich an Ihm ergötzen, und Er wird ihnen ihre Bitten geben. Sie sollen Ihm ihren Weg befehlen, und Er wird sie rechtfertigen. Sie sollen still dem Jehova vertrauen und auf Ihn harren, denn Er wird bald einschreiten und die Übeltäter ausrotten; dann werden die Sanftmütigen das Land besitzen.
    Auch der andere Charakter der des gerechten Menschen wird hier von Vers 12 an weitläufig dargestellt. Jehova vergisst Seine Heiligen nicht, sie werden bewahrt, die Gerechten werden das Land besitzen. Schließlich wird ihnen zugerufen. „Harre auf Jehova und bewahre seinen Weg!“ Die Gerechten leiden, aber sie werden nicht verlassen; die Gesetzlosen erfreuen sich großer Wohlfahrt, aber bald kennt ihre Stätte sie nicht mehr.

  53. Thomasam 23. April 2009 um 07:19 Link zum Kommentar

    Psalm 39

    Entferne von mir deine Plage! Durch die Schläge deiner Hand vergehe ich.
    Höre mein Gebet, Jehova, und nimm zu Ohren mein Schreien; schweige nicht zu meinen Tränen! Denn ein Fremdling bin ich bei dir, ein Beisasse wie alle meine Väter.
    Blicke von mir ab, daß ich mich erquicke, bevor ich dahingehe und nicht mehr bin!

    David erkannte an, dass er in der Hand des Allmächtigen war. Nein, er versuchte nicht, seine Geschicke in die eigenen Hand zu nehmen. Er wußte, wo er auf Rettung hoffen konnte. Wie ist das bei uns? Warten wir auf den Höchsten, und schweigen, wenn uns ungerechte Dinge widerfahren? Oder sind wir ein säuselndes Etwas, das alles und jedes erzählen muss? Greifen wir dann zu Lügen, zu Übertreibungen, zu Falschaussagen, um unser eigenes Verhalten zu rechtfertigen?
    Was wollen wir dem Höchsten vormachen? Er sieht, wie es wirklich ist und war! Ihn kann man nicht beschummeln oder belügen! Wer durch Lügen sich selbst oder anderen etwas vormacht, bringt sich damit selbst in ein schlechtes Licht.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    In Psalm 39 finden wir den Frommen noch unter den Schlägen Gottes; aber hier ist es mehr das Gefühl der Nichtigkeit alles Fleisches unter der Hand Gottes, als das des Missfallens, der Scham und der Furcht. Er beugt sich lieber vor Gott, als dass er seinem Geist erlaubt, sich zu empören
    und mit seiner Zunge töricht zu reden.
    Er hätte den Gesetzlosen antworten können, hätte gereizt werden können, Böses zu tun, aber sich zu bezwingen und zu schweigen geziemte sich für ihn, als die Hand Gottes auf ihm ruhte. Das ist immer so. Er schweigt sogar vom Guten, und sein Schmerz wird in ihm erregt; in ergreifenden Worten teilt er uns das mit. Schließlich strömt sein Herz über; aber nur um Gott die Nichtigkeit des Menschen vorzustellen, zu deren Erkenntnis sein Herz gekommen ist. Er wünscht das Maß seiner Tage zu wissen. Wie gering ist er! Er sieht, dass alles Eitelkeit ist, aber er sieht seine eigene Übertretung und Sünde in der Gegenwart des Gottes, dessen
    Züchtigung gleich der Motte die Schönheit des Mannes verzehrt.
    Von Jehova erwartet er die Rettung; Seine Schläge sind es, die Ihn bekümmern. Auf Ihn vertraut er, dass Er ihn nicht zum Hohne des Toren machen wird. Es ist von großer Schönheit, wie der Psalmist hier die Eitelkeit des Menschen und sein eigenes Nichts auf gleich niedriger Stufe erblickt und dennoch auf Gott vertraut, dass Er ihn von dem Hochmut des Menschen befreien werde.

  54. Juleam 23. April 2009 um 09:51 Link zum Kommentar

    Psalm 37 – 39

    Pslm 37:12-13

    Der Böse macht Anschläge gegen den Gerechten,
    Und gegen ihn knirscht er mit seinen Zähnen.

    13 Jehova selbst wird über ihn lachen,
    Denn er sieht gewiß, daß sein Tag kommen wird.

    Das ist alles eine Sache, die schon altbekannt ist. Es ist nicht Neues, dass die Bösen diejeigen verfolgen, die aufrichtig bemüht sind Jehova zu dienen. Jehova verspricht uns immer wieder, dass er die Dinge sieht und ins Gericht bingen wird. Warum bloß ist mir das zur Zeit kein Trost? Warum macht mich das eher traurig und wütend, wenn ich das lese?

    Psalm 37:16

    Besser ist das wenige des Gerechten
    Als die Fülle der vielen Bösen.

    bin ich undankbar, dass ich das nicht zu schätzen weiß?

    Psalm 37:25

    Ein junger Mann bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden,
    Und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen
    Noch seine Nachkommen nach Brot suchen.

    Das haben wir in den letzten Jahren immer wieder am eigenen Leib erlebt. Egal, wie aussichtslos die Situation auch war und egal, was an Schädlichem gegen uns geplant und auch ausgeführt worden war – wir haben niemals hungern müssen. Immer war genügend im Schrank, dass ich jeden Tag eine nahrhafte warme Speise zubereiten konnte.

    Psalm 38:8

    Ich bin empfindungslos geworden und bin über die Maßen zerschlagen;
    Ich habe wegen des Stöhnens meines Herzens geschrien.

    Ja, mein Herz schreit auch oft über den ganzen Irrsinn und die ganze Ungerechtigkeit. Leider weiss ich dann nicht, wohin mit meinem Schmerz und aus der Angst heraus, dann wirklich hässliche Dinge gegen Jehova zu schreien, zettel ich dann mit Thom einen Streit an, um es irgendwie heraus zu lassen.

    Was soll ich nur tun? Wie komme ich nur aus so einer Situation wieder heraus?

    Ich kann nicht mal zu Jehova beten, weil nur Vorwürfe kommen würden – und wenn ich in der Bibel lese, macht mich dass dann gerade noch wütender, weil ich innerlich immer schreie „das stimmt nicht! Denn wo ist denn mein Gott? Wie lange will er denn noch warten?“

    Warum geben mir diese Worte dann keinen Trost? Warum empfinde ich sie in solchen Momenten nur als „schöne Worte“ ohne jeglichen Inhalt, ohne jegliche Bedeutung, als nur Frust und Verdruß?

    Habe ich dann meinen Glauben verloren?

    Genau so fühlt sich das dann in solchen Momenten für mich an und das macht meine Verzweiflung dann nur noch viel grösser!


    Psalm 38:21,22

    Verlaß mich nicht, o Jehova.
    O mein Gott, bleib nicht fern von mir.

    22 Eile doch zu meinem Beistand,
    O Jehova, meine Rettung!

    eine letzte verzweifelte Bitte an meinen Gott!!!!

  55. Thomasam 23. April 2009 um 19:11 Link zum Kommentar

    Psalm 38

    David musste zum Teil auch schwere Zeiten durchleben. Besonders hart war es für ihn, wenn er wegen eigenen schweren Fehlern, sein Verhältnis zum Allmächtigen strapaziert hatte. Aber David wußte auch, dass der Allmächtige ihn in jeder Situation trotzdem hörte und sah. David vertraute auf die helfende Hand Jehovas!

    Dann kamen auch noch die Anfeidungen von Menschen dazu, die sich über die missliche Lage freuten und ihren Teil dazu beitrugen. Doch konnte König David von denen sagen, die ihn haßten und ihm nach dem Leben trachteten: „Trügerisches murmeln [eine Form von ha·gháh] sie den ganzen Tag“ (Vers 12). Bei diesem Nachsinnen handelte es sich nicht lediglich um flüchtige Gedanken. Es waren Gedanken, die tief in ihrem Herzen wurzelten und sie veranlaßten, ihre bösen Absichten zu verwirklichen. Wenn Jehova also gegen diese schlechten Menschen vorgehen wird, dann nicht, weil sie vielleicht einmal einen Fehler gemacht haben oder in einem Fehler verharren. Auch nicht weil sie einen Punkt in Gottes Geboten nicht verstanden hätten und deshalb hier einen Fehler machen würden. Nein, Gott wird diese schlechten Menschen von der Erde wegräumen, weil diese ein von herzenkommenden schlechten Charakter haben!

    Was können wir noch lernen? Es wäre verkehrt, Fehler vor Gott zu verbergen, denn auch wenn seine Hand manchmal strafend sein kann, ist er doch auf Rettung seiner Diener aus. Wer sich über die Verfehlungen freuen kann – ist ein schlechter Mensch! Herzensgute Menschen hoffen, dass ein Anbeter Gottes seine Fehler bereut und sein Leben wieder in Ordnung bringt. Anbeter Gottes werden also helfend ihre Hand nach einem anderen Menschen ausstrecken!

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Bisher sahen wir, wie die Aufrichtigen nach Rettung ausschauten und verlangten, und dass ihnen die Vergebung der Sünden als Segnung gewährt wurde. In diesen beiden Psalmen (38 und 39) jedoch liegt die Vergeltung von Seiten der Regierung Gottes für die Sünden schwer auf (David) ; er fühlt, warum er von der Hand Gottes leidet.
    In Psalm 6 flehten die Gläubigen, dass Er sie nicht strafen möge in Seinem Zorn, indem sie fürchteten, dass dies vielleicht ein Teil der Trübsal sei, die zu ihrer Stellung gehöre. Aber hier befinden sie sich völlig unter der Strafe um der Sünde willen: die Rute hat die Herde von außen, ihre Seele von innen getroffen. …
    Die Freunde schrecken zurück vor einer solchen Plage; die Feinde, ohne Mitgefühl, verbünden sich gegen den Gläubigen und trachten nach seinem Leben. Dennoch ist er vor Jehova mit all seinem Begehr und seinem
    Seufzen. Sein Herz ist aufrichtig vor Gott und erkennt Ihn an, aber vor den Menschen ist er wie ein Stummer. Die Trübsale kommen für seine Seele von Jehova; und zu Ihm wendet er sich, und das mit Recht (V. 13-16), Er beugt sein Haupt und unterwirft sich. Seine Feinde sind tätig und stark.
    Doch obwohl Jehova ihn schlägt, vertraut der Gläubige auf Ihn; denn die demütige Seele erkennt an, dass die Strafe gerecht ist. Doch kann er Befreiung von seinen Feinden erwarten. Sie waren froh, wenn sein Fuß wankte, und freuten sich über ihn. Er aber tut seine Ungerechtigkeit kund und erkennt seine Sünde an: er entschuldigt sich nicht und verbirgt nichts in seiner Seele vor Gott. In Ihm schreit er, dass Er ihm zu Hilfe eilen möge.

    Dieser Psalm ist, was den Zustand der Seele betrifft, überaus schön; der Geist Gottes hat für jeden Fall Vorsorge getroffen, selbst für den, dass der Aufrichtige gefehlt hat, was vielleicht eine schwere Züchtigung über ihn bringt und die Veranlassung wird, dass die Gottlosen sich über ihn
    freuen. Aber der Aufrichtige nimmt die Strafe für seine Ungerechtigkeit an und stellt sich aufrichtig vor Gott hin, indem er seine Sünde anerkennt, aber zugleich betreffs seiner Feinde auf Ihn vertraut. Wie traurig ein solcher Fall auch sein mag, so bringt doch nichts die Aufrichtigkeit
    vor Gott und das Vertrauen auf Ihn mehr zum Vorschein. Wie soll man seine Sünde bekennen und Hilfe von Gott erwarten, wenn man untreu gewesen ist, Ihn verunehrt hat und der Feind nun darüber frohlockt? Da ist keine Entschuldigung, kein Versuch, etwas zu verbergen – nichts von
    alledem; der Gläubige erkennt alles an und übergibt sich den Händen Gottes.

  56. Thomasam 24. April 2009 um 07:01 Link zum Kommentar

    Psalm 40

    Glückselig der Mann, der Jehova zu seiner Zuversicht macht und sich nicht wendet zu den Stolzen und zu denen, die zur Lüge abweichen!
    Vielfach hast du deine Wundertaten und deine Gedanken gegen uns erwiesen, Jehova, mein Gott; nicht kann man sie der Reihe nach dir vorstellen. Wollte ich davon berichten und reden, es sind ihrer zu viele, um sie aufzuzählen.

    Ich habe die Gerechtigkeit verkündet in der großen Versammlung; siehe, meine Lippen hemmte ich nicht – Jehova, du weißt es!
    Deine Gerechtigkeit habe ich nicht verborgen im Innern meines Herzens; deine Treue und deine Rettung habe ich ausgesprochen, deine Güte und deine Wahrheit nicht verhehlt vor der großen Versammlung.

    Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben, meine Ungerechtigkeiten haben mich erreicht, daß ich nicht sehen kann; zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen.
    Laß dir gefallen, Jehova, mich zu erretten! Jehova, eile zu meiner Hülfe!
    Laß sie beschämt und mit Scham bedeckt werden allesamt, die nach meinem Leben trachten, es wegzuraffen; laß zurückweichen und zu Schanden werden, die Gefallen haben an meinem Unglück!
    Laß sich entsetzen ob ihrer Schande, die von mir sagen: Haha! Haha!
    Laß fröhlich sein und sich freuen in dir alle, die dich suchen; die deine Rettung lieben, laß stets sagen: Erhoben sei Jehova!
    Ich aber bin elend und arm, der Herr denkt an mich. Meine Hülfe und mein Erretter bist du; mein Gott, zögere nicht!

    So wie David, können auch wir hier als Familie sagen: wir haben dem Allmächtigen gedient, mit Lobpreis und vielem mehr, bis man uns versucht hat, zum Schweigen zu bringen. Nun sind diejenigen viele die uns hassen. Und geben wir nun auf? NEIN – wir warten auf die Hilfe von unserem Schöpfer. David wurde nicht nur befreit sondern wußte auch immer, dass Jehova bei ihm war. Warum gibt und gab es Menschen, die „Gefallen an unserem Unglück“ finden? Sollte man nicht traurig mit den Trauernden sein? Aber vielleicht erhofft man sich ja Vorteile, wenn man sich über die Unglücksschläge freut? Jesus hat es später auf den Punkt gebracht, und gezeigt, wessen „Vater“ diese Neider und Spötter angehören. Außerdem zeigte Jesus deutlich, dass alle seine Nachfolger diese Leiden zu erdulden hätten. Also warum vor den Sorgen wegrennen, wenn die Belohnung so nah ist? Traurig wird es nur für diejenigen, die sich auf die Seite der Lügner und Spötter gestellt haben.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    In Psalm 40 sehen wir nicht nur, wie Christus durch die Trübsale hindurchging, die auf Seinem Wege lagen, als Er die Sache des ungehorsamen und schuldigen Volkes Seiner Liebe auf Sich nahm – Trübsale, die Ihm die Zunge der Belehrten gaben und Ihn befähigten, in die Leiden derer einzutreten, die in den letzten Tagen geprüft und bewahrt werden, und ihrem Flehen die für ihre Stellung vor Gott passenden Ausdrücke zu verleihen -, sondern dieser Psalm zeigt uns
    hauptsächlich die Rettung, in der, nachdem Christus in diesen Trübsalen auf Jehova geharrt hatte, sich die Treue Jehovas erwies, indem Er zur Ermutigung vieler aus denselben befreit wurde.
    Weiter finden wir den Schlüssel zu Seiner ganzen Geschichte darin, dass Er es übernommen hatte, den Willen Jehovas zu tun, indem so das ganze jüdische System unter dem Gesetz sein Ende fand und beseitigt wurde. Er ist angesichts der ganzen Versammlung Israels vollkommen treu für Jehova gewesen, und doch befindet Er Sich in der tiefsten Bedrängnis und Trübsal. Damit endigt der Psalm, und es ist wichtig, dass er so endigen musste, weil sein Gegenstand vollkommene Rettung ist.

  57. Thomasam 24. April 2009 um 07:09 Link zum Kommentar

    Pslam 41

    Leid und Unheil von eigenen Freunden und Familienangehörigen ist etwas Neues? Die Vorwürfe und Tricks haben sich nur im Wortlaut geändert, aber an der verwerflichen Handlungsweise hat sich nichts geändert:
    David schrieb:

    Glücklich ist jeder, der mit Rücksicht auf den Geringen handelt;
    Am Tag des Unglücks wird Jehova für sein Entrinnen sorgen.
    Jehova selbst wird ihn behüten und ihn am Leben erhalten.
    Er wird glücklich gepriesen werden auf der Erde;
    Und du kannst ihn unmöglich der Seele seiner Feinde preisgeben.
    Jehova selbst wird ihn auf einem Krankenlager stützen;
    Sein ganzes Bett wirst du während seiner Krankheit gewiß umwandeln.

    Was mich betrifft, ich sagte: „O Jehova, erweise mir Gunst.
    Heile doch meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt.“

    Was meine Feinde betrifft, sie sprechen Schlechtes über mich:
    „Wann wird er sterben und sein Name tatsächlich vergehen?“
    Und wenn einer doch kommt, um [mich] zu besuchen, ist Unwahrheit, was sein Herz reden wird;
    Er wird für sich etwas Schädliches zusammenraffen;
    Er wird hinausgehen; draußen wird er [davon] reden.
    Vereint flüstern alle mich Hassenden miteinander gegen mich;
    Gegen mich planen sie fortwährend Schlechtes:
    „Etwas Nichtsnutziges ist über ihn ausgegossen;
    Jetzt, da er sich hingelegt hat, wird er nicht wieder aufstehen.“

    Auch der Mann, der in Frieden mit mir [war], auf den ich vertraute,
    Der mein Brot aß, hat [seine] Ferse groß gemacht gegen mich.

    Was dich betrifft, o Jehova, erweise mir Gunst, und laß mich aufstehen,
    Damit ich [es] ihnen heimzahle.

    Dadurch weiß ich wirklich, daß du Gefallen an mir gefunden hast,
    Weil mein Feind nicht im Triumph über mich jauchzt.

    Was mich betrifft, du hast mich wegen meiner unversehrten Lauterkeit aufrechterhalten,
    Und du wirst mich auf unabsehbare Zeit vor dein Angesicht stellen.

    Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels,
    Von unabsehbarer Zeit ja bis auf unabsehbare Zeit.
    Amen und amen.

    Der Wachtturm schrieb 2008 auszugsweise über Psalm 41:

    Wie in Psalm 41 erwähnt wird, erkrankte König David einmal so schwer, dass er eine Zeit lang ans Bett gefesselt war. Seine Feinde glaubten sogar, er werde „nicht wieder aufstehen“ (Vers 7, 8). Wann trug sich das zu? Die Umstände, die in dem Psalm beschrieben werden, deuten allem Anschein nach auf die schwere Zeit im Leben Davids hin, als sein Sohn Absalom den Thron rauben wollte.
    David erwähnt zum Beispiel, er sei von einem vertrauten Freund, der mit ihm zu essen pflegte, verraten worden (Vers 9). Das erinnert vielleicht an die Begebenheit, als während Absaloms Aufstand ein vertrauter Berater Davids namens Ahithophel zum Verräter wurde und zur Gegenseite überlief. Man muss sich Davids Lage einmal vorstellen: Ans Bett gefesselt, ohne die Kraft, auch nur aufzustehen, muss er feststellen, dass er umgeben ist von lauter Verschwörern, die seinen Tod kaum erwarten können, damit er ihren bösen Plänen nicht mehr im Weg steht! (Vers 5).
    Davids Vertrauen, dass sich Jehova als sein Retter erweisen würde, war nicht zu erschüttern. Wie es einem gerechten Diener Gottes ergeht, der krank ist, beschrieb er mit den Worten: „Am Tag des Unglücks wird Jehova für sein Entrinnen sorgen. Jehova selbst wird ihn auf einem Krankenlager stützen; sein ganzes Bett wirst du während seiner Krankheit gewiss umwandeln“ (Vers 1, 3). Wieder lässt die Formulierung auf Davids Zuversicht schließen; er sagte: „Jehova selbst wird . . .“ David war sich sicher, dass Jehova ihn retten würde. Auf welche Weise?
    Er erwartete nicht, dass Jehova ein Wunder wirken und ihn heilen würde. Aber er war sich sicher: Jehova würde ihn „stützen“, ihm also beistehen und ihn stärken, während er krank daniederlag. Und auf diese Hilfe war David auch dringend angewiesen. Er war ja nicht nur durch die Krankheit geschwächt, sondern hatte auch viele Feinde, die ihn ständig schlechtmachten (Vers 5, 6). Wie stärkte Jehova David? Gut möglich, dass er ihn an tröstende Gedanken erinnerte. David sagte ja: „Du hast mich wegen meiner unversehrten Lauterkeit aufrechterhalten“ (Vers 12). Kraft dürfte David also zum Beispiel daraus geschöpft haben, dass er darüber nachdachte, wie ihn Jehova ansah: als einen treuen Mann. Daran konnten weder sein geschwächter Zustand noch die Verleumdungen seiner Feinde etwas ändern. Schließlich wurde David tatsächlich wieder gesund. Macht es nicht enorm viel Mut, zu wissen, dass uns Jehova stützen kann, wenn wir krank sind?.

    in der Ausgabe vom 15.September 1979 erschien folgender Artikel:

    Gott befreit den Rücksichtsvollen
    HAST du schon beobachtet, wie sich die Menschen oft um Reiche und um solche Personen scharen, die in der Gesellschaft prominente Stellungen einnehmen? Andererseits wollen sie häufig mit verarmten, schwächlichen oder sonstwie einflußlosen Leuten nichts zu tun haben.
    Eine Erfahrung dieser Art wird in Psalm 41 berichtet. Man kann diesen Psalm in drei Teile teilen. Zuerst werden die Segnungen erwähnt, die Gott dem bereitet, der die ‘Geringen’ mit Rücksicht behandelt (V. 1-3). Als nächstes wird eine schwere Krankheit des Psalmisten beschrieben und geschildert, wie er von Freunden verraten wurde (V. 4-9). Schließlich ist ein Gebet um göttliche Hilfe aufgezeichnet, und es werden Worte der Zuversicht geäußert, daß das Gebet erhört werde (V. 10-12). Man glaubt, daß der letzte Vers (13) den Schluß des ersten der fünf „Bücher“ bildet, in die das Buch der Psalmen eingeteilt ist.
    Seiner Überschrift gemäß ist Psalm 41 „eine Melodie von David“. Die Verhältnisse, die in diesem Psalm beschrieben werden, passen gut in die turbulenten Jahre, die David nach seiner Sünde mit Bathseba erlebte (2. Sam., Kap. 11 bis 18). Es werden aber Erfahrungen geschildert, die ergebene Diener Gottes zu allen Zeiten der Geschichte gemacht haben.
    Der Psalm beginnt mit den Worten: „Glücklich ist jeder, der mit Rücksicht auf den Geringen handelt“ (Ps. 41:1a). Das hebräische Wort für „Geringer“ bedeutet wörtlich „dünn, mager, schmächtig“. Es bezeichnet jemanden, der wegen Armut, Krankheit oder bedrückender Umstände schwach ist und der Hilfe bedarf. Wer ‘mit Rücksicht handelt’, erkennt die Bedürfnisse eines solchen Geringen. Statt unbeteiligt an dem Bedürftigen vorüberzugehen, nimmt er sich seiner an und kümmert sich um ihn; auf diese Weise bekundet er innige Zuneigung zu seinem Nächsten. Ein solch rücksichtsvoller Mensch ist wirklich „glücklich“, und zwar nicht nur, weil er das besondere Glück verspürt, das eine freigebige Person erlangt, sondern auch, weil er in der Gunst Gottes, des Allmächtigen, steht, dessen Freigebigkeit er nachahmt (Apg. 20:35; Jak. 1:17).
    Der Psalmist sagt von dem Rücksichtsvollen weiter: „Am Tage des Unglücks wird Jehova für sein Entrinnen sorgen. Jehova selbst wird ihn behüten und ihn am Leben erhalten. Er wird glücklich gepriesen werden auf der Erde; und du kannst ihn unmöglich der Seele seiner Feinde preisgeben“ (Ps. 41:1b, 2).
    ‘Der Tag des Unglücks’ kann sich auf irgendein unheilvolles Ereignis beziehen oder sogar auf eine länger andauernde Notlage. Wie Vers 3 zeigt, dachte der Psalmist besonders an eine Krankheit, die denjenigen, der Rücksicht auf den Geringen nahm, in einen Zustand großer Schwäche geraten ließ. Voller Zuversicht sprach der Kranke davon, daß Jehova ihn in der Zeit seiner Schwäche behüten und am Leben erhalten werde. Wenn andere beobachten würden, wie Gott ihn aus einer solch anscheinend hoffnungslosen Situation befreite, würden sie ihn ‘glücklich preisen auf der Erde’, indem sie die Nachricht von Gottes barmherziger Handlungsweise mit ihm weit verbreiteten.
    Der Psalmist sagt weiter: „Jehova selbst wird ihn [den Rücksichtsvollen] auf einem Krankenlager stützen; sein ganzes Bett wirst du während seiner Krankheit gewiß umwandeln. Was mich betrifft, ich sagte: ,O Jehova, erweise mir Gunst. Heile doch meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt‘ “ (Ps. 41:3, 4).
    Die Zeit, als der Psalmist „auf einem Krankenlager“ lag, mag gewesen sein, als sein Sohn Absalom plante, den Thron an sich zu reißen. Wie die Bibel erkennen läßt, herrschten während jener Zeit der Regierung Davids unruhige politische Verhältnisse. Der Grund dafür lag vielleicht darin, daß der König durch seine Krankheit daran gehindert wurde, seine Angelegenheiten richtig zu erledigen (2. Sam. 15:1-6). Durch Absaloms Rebellion und andere unheilvolle Entwicklungen in Davids Hausgemeinschaft erfüllte sich das Urteil Gottes, das er über den König gesprochen hatte, weil dieser mit Bathseba Ehebruch begangen und dafür gesorgt hatte, daß ihr Mann umkam (2. Sam. 11:1 bis 12:12). David wußte, daß ihm diese schändlichen Taten von Gott vergeben worden waren (2. Sam. 12:13). Wenn sich sein Körper aber in einem geschwächten Zustand befand, kamen ihm unweigerlich seine schweren Sünden wieder in den Sinn.
    Da er jedoch in seinem Leben im allgemeinen auf die Geringen Rücksicht genommen habe, so glaubte der Psalmist, werde Gott ihn „stützen“, ihm Kraft geben, wenn er hilflos auf dem Krankenbett liege. (Vergleiche Psalm 18:24-26.) Der Bibelschreiber hatte die Zuversicht, daß selbst bei seiner gefährlichen Krankheit Gott ‘sein Bett umwandeln’ werde, nicht indem er ihn durch ein Wunder von seiner Krankheit befreie, sondern indem er den Leidenden durch tröstende Gedanken stärken werde, die ihn auf Genesung hoffen ließen. Gott werde gleichsam sein Krankenbett zum Bett eines Genesenden machen. Dadurch, daß er anerkannte, ‘gegen Gott gesündigt’ zu haben, wurde David in die Lage versetzt, noch einmal die göttliche Gunst zu verspüren. So konnte er Gott bitten, ‘seine Seele zu heilen’, das heißt ihm zu helfen, sich von seiner Krankheit zu erholen. (Vergleiche Psalm 32:1-5.)
    In seinen weiteren Worten berichtet der Psalmist von einem Verrat, den seine Gefährten begingen, als er sich in einem Zustand der Schwäche befand: „Was meine Feinde betrifft, sie sprechen Schlechtes über mich: ,Wann wird er sterben und sein Name tatsächlich vergehen?‘ Und wenn einer doch kommt, um mich zu besuchen, ist Unwahrheit, was sein Herz reden wird; er wird für sich etwas Schädliches zusammenraffen; er wird hinausgehen; draußen wird er davon reden“ (Ps. 41:5, 6).
    Davids Feinde hatten nichts Gutes über ihn zu sagen. Gehässig sprachen sie von ihm als einem bösen Menschen. Voller Ungeduld sehnten sie sich danach, daß er starb und für immer in Vergessenheit geriet. Selbst wenn jemand kam, um ihn zu besuchen, während er auf dem Krankenbett lag, waren die mitleidsvollen Worte des Besuchers „Unwahrheit“, da sie einem Herzen entstammten, das in Wirklichkeit den Tod des Kranken wünschte. Statt zu versuchen, Trost zu spenden, ‘raffte’ der heuchlerische Tröster ‘etwas Schädliches für sich zusammen’, indem er darauf achtete, ob die Worte, das Verhalten oder der Gesundheitszustand des Leidenden etwas erkennen ließ, was gegen ihn, zu seinem Schaden, verwandt werden könnte. Sobald der Besucher „draußen“ war, außerhalb der Residenz des gebrechlichen Königs, ‘redete er davon’, das heißt, er verbreitete, was er während seines Besuches an Informationen gesammelt hatte und den Interessen des Königs schaden konnte.
    Mit seinen weiteren Worten weist der Psalmist darauf hin, wie schnell sich ein solch gehässiges Geschwätz verbreitete: „Vereint flüstern alle mich Hassenden miteinander gegen mich; gegen mich planen sie fortwährend Schlechtes: ,Etwas Heilloses ist über ihn ausgegossen; jetzt, da er sich hingelegt hat, wird er nicht wieder aufstehen‘ “ (Ps. 41:7, 8).
    Die Teilnehmer an einer Verschwörung gegen David kamen zusammen und ‘flüsterten miteinander’, d. h. unterhielten sich heimlich, zum Schaden des Königs über die ihnen bekannten Gerüchte. ‘Fortwährend planten sie Schlechtes’ gegen den Psalmisten, indem sie die gemeine Lüge verbreiteten, „etwas Heilloses“, nämlich die Krankheit, habe den König so ergriffen, wie wenn sie „über ihn ausgegossen“ worden sei. Es schien, als ob er sich von dieser Krankheit nie mehr erholen oder „nicht wieder aufstehen“ werde. Dadurch wurde eine Menge Öl in das Feuer der Rebellion gegossen, die sich gegen die Regierung Davids richtete.
    Doch David erlebte einen noch schlimmeren Verrat. Er schreibt: „Auch der Mann, der in Frieden mit mir war, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, hat seine Ferse groß gemacht gegen mich“ (Ps. 41:9).
    Sogar ein vertrauter Freund, der oft die Gastfreundschaft Davids genießen durfte und ‘sein Brot aß’, wandte sich gegen ihn. Der Verräter ‘machte seine Ferse groß’ gegen den König, so wie sich ein Pferd gegen den wenden und ihn treten könnte, der es versorgt. Man sieht in diesen Worten eine Bezugnahme auf Achithophel, den persönlichen Ratgeber Davids, dessen Rat so geschätzt wurde, als ob es direkt das Wort Jehovas gewesen wäre (2. Sam. 15:12; 16:23). Achithophel wurde zum Verräter und schloß sich Absalom an, der gegen den König putschte (2. Sam. 15:31; 16:15). Somit erwies sich keiner der Männer, die gegen David Pläne schmiedeten, als der ‘Glückliche’, „der mit Rücksicht auf den Geringen handelt“, wie es in Vers 1 dieses Psalms heißt.
    Der Psalmist fährt fort: „Was mich betrifft, o Jehova, erweise mir Gunst und laß mich aufstehen, damit ich es ihnen heimzahle“ (Ps. 41:10).
    Der geschwächte König wendet sich nun an Gott. Da die Gefährten Davids behauptet hatten, ‘er werde nicht wieder aufstehen’ (V. 8), bat der Psalmist Gott darum, er möge ‘ihn aufstehen lassen’, das heißt ihm wieder zu seiner Gesundheit und Kraft verhelfen. Der Wunsch, es seinen Feinden ‘heimzuzahlen’, entsprang nicht einem Geist persönlicher Rache. Vielmehr wußte der König als höchster Beamter der Nation, daß solche Verräter und Verschwörer zum Nutzen aller in einem ordentlichen Gerichtsverfahren verurteilt werden sollten. (Siehe 5. Mose 19:15-21.)
    Als nächstes äußert David voller Zuversicht, Gott werde sein Gebet erhören, und sagt: „Dadurch weiß ich wirklich, daß du Gefallen an mir gefunden hast, weil mein Feind nicht im Triumph über mich jauchzt. Was mich betrifft, du hast mich wegen meiner unversehrten Lauterkeit aufrechterhalten, und du wirst mich auf unabsehbare Zeit vor dein Angesicht stellen“ (Ps. 41:11, 12).
    Das Wohlwollen Gottes dem Psalmisten gegenüber wurde „dadurch“ offenbar, daß Gott ihm die innere Gewißheit gab, daß seine Feinde ihn nicht im Krieg besiegen würden und so nicht ‘im Triumph über ihn jauchzen’ könnten. Als David krank war, ließ Gott ihn zu der festen Überzeugung gelangen, daß er ‘wegen seiner unversehrten Lauterkeit’ aufrechterhalten werden würde. Der Psalmist stellte dadurch nicht seine eigene Sündhaftigkeit und seine eigenen ungerechten Taten in Abrede, sondern behauptete lediglich von sich, im allgemeinen ein Leben geführt zu haben, das sich durch ganzherzige Ergebenheit Gott gegenüber ausgezeichnet habe. Statt einen vorzeitigen Tod zu erleiden, hoffte der Psalmist, eine lange Zeit („auf unabsehbare Zeit“) ‘vor Gottes Angesicht’ zu stehen, das heißt ein freundschaftliches Verhältnis zum Schöpfer zu haben und sich seines Schutzes zu erfreuen.
    Der letzte Vers dieses Psalms erklärt: „Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels, von unabsehbarer Zeit ja bis auf unabsehbare Zeit. Amen und Amen“ (Ps. 41:13). So endet das erste der fünf Psalmenbücher. Der 13. Vers ist eine Doxologie, das heißt eine Lobpreisung Jehovas Gottes, und entspricht der Doxologie, mit der jedes der anderen vier Bücher endet, nämlich in Psalm 72, 89, 106 und 150.

    In einem Nachschlagewerk heißt es dazu:

    Psalm 41 zeigt uns die Glückseligkeit des Menschen, der diese Stellung der Armen der Herde versteht und in dieselbe eintritt. Die Worte dieses Psalmes sind die eines Menschen – ohne Zweifel sind sie aber auch der Ausdruck der eigenen Erfahrungen des Psalmisten.
    Doch der Arme wird in seiner Lauterkeit aufrechterhalten und vor das Angesicht Jehovas gestellt. Der scheinbare Triumph der Gottlosen ist nur von kurzer Dauer.

    In Psalm 41 wird der Leser die beiden Charakterzüge bemerken, die wir bereits als den Überrest kennzeichnend hervorgehoben haben, nämlich daß der Gläubige seine Sünde bekennt (V. 4) und zugleich seine Lauterkeit betont (V. 12).
    Die Stolzen und Gottlosen konnten den sanftmütigen, demütigen und vielleicht gezüchtigten Gläubigen verachten und niedertreten. Doch hier ist es mehr der falsche und verräterische Geist solcher, von denen der Gläubige eigentlich hätte erwarten müssen, daß er sich auf sie verlassen könne. Die Glückseligkeit findet sich bei denen, die Verständnis haben, bei den Sanftmütigen und Demütigen, die gezüchtigt werden; denn sie verstehen die Wege Gottes. Der Sanftmütige wartet auf den Herrn, wenn Seine Hand auf ihm liegt.

  58. Juleam 24. April 2009 um 09:54 Link zum Kommentar

    Psalm 40 – 42

    Psalm 40:1,11-13,17

    Ich hoffte ernstlich auf Jehova, Und so neigte er [sein Ohr] zu mir und hörte meinen Hilferuf.

    Du selbst, o Jehova, halte dein Erbarmen nicht von mir zurück. Laß deine liebende Güte und deine Wahrhaftigkeit selbst mich beständig behüten. 12 Denn Unglücksschläge umringten mich, bis sie nicht zu zählen waren. Mehr meiner Vergehungen ereilten mich, als ich zu sehen vermochte; Sie wurden zahlreicher als die Haare meines Hauptes, Und mein Herz, es verließ mich. 13 Laß es dir gefallen, o Jehova, mich zu befreien. O Jehova, eile doch zu meinem Beistand!

    Ich aber bin niedergedrückt und arm. Jehova selbst beachtet mich. Du bist mein Beistand und der für mein Entrinnen Sorgende. O mein Gott, verspäte dich nicht.

    schon beruhigend, dass David hier immer wieder zu Jehova schreit, er solle sich nicht verspäten. Denn es zeigt, dass es nichts Ungewöhnliches ist, wenn Jehova nicht sofort für Befreiung sorgt.

    Manchmal kommt uns in verzwickten Situationen der Gedanke, dass mit uns etwas nicht stimmt. Warum sonst sind wir so verzweifet und warum sonst schauen wir uns angstvoll nach unserem Gott um? Wir sind nicht sicher, ob er noch da ist, oder ob wir uns vielleicht unmerklich von ihm entfernt haben.

    Ich kenne dieses Gefühl und diese Gedanken nur zu gut, denn auch wir „fliehen schon seit Jahren vor Saul“ und da er immer noch die Oberhand behält und uns immer schlimmer in die Ecke drückt, sehe ich mich oft nach meinem Gott um und schreie „bist du denn? Warum machst du nichts? Worauf wartest du denn noch?“

    Dann habe ich oft Angst, dass ich vielleicht im Glauben schwach geworden sein könnte. Wäre angesichts der Situation ja kein Wunder. Aber wenn ich sehe, dass selbst König David, der ein inniges Verhältnis zu Jehova hatte und einen felsenfesten Glauben – dass selbst dieser Mann in seiner Not solche Gedanken und Gefühle hatte, dann ist mir das ein Trost!

    Psalm 41

    Glücklich ist jeder, der mit Rücksicht auf den Geringen handelt;
    Am Tag des Unglücks wird Jehova für sein Entrinnen sorgen.

    2 Jehova selbst wird ihn behüten und ihn am Leben erhalten.
    Er wird glücklich gepriesen werden auf der Erde;
    Und du kannst ihn unmöglich der Seele seiner Feinde preisgeben.

    3 Jehova selbst wird ihn auf einem Krankenlager stützen;
    Sein ganzes Bett wirst du während seiner Krankheit gewiß umwandeln.

    4 Was mich betrifft, ich sagte: „O Jehova, erweise mir Gunst.
    Heile doch meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt.“

    5 Was meine Feinde betrifft, sie sprechen Schlechtes über mich:
    „Wann wird er sterben und sein Name tatsächlich vergehen?“

    6 Und wenn einer doch kommt, um [mich] zu besuchen, ist Unwahrheit, was sein Herz reden wird;
    Er wird für sich etwas Schädliches zusammenraffen;
    Er wird hinausgehen; draußen wird er [davon] reden.

    7 Vereint flüstern alle mich Hassenden miteinander gegen mich;
    Gegen mich planen sie fortwährend Schlechtes:

    8 „Etwas Nichtsnutziges ist über ihn ausgegossen;
    Jetzt, da er sich hingelegt hat, wird er nicht wieder aufstehen.“

    9 Auch der Mann, der in Frieden mit mir [war], auf den ich vertraute,
    Der mein Brot aß, hat [seine] Ferse groß gemacht gegen mich.

    10 Was dich betrifft, o Jehova, erweise mir Gunst, und laß mich aufstehen,
    Damit ich [es] ihnen heimzahle.

    11 Dadurch weiß ich wirklich, daß du Gefallen an mir gefunden hast,
    Weil mein Feind nicht im Triumph über mich jauchzt.

    12 Was mich betrifft, du hast mich wegen meiner unversehrten Lauterkeit aufrechterhalten,
    Und du wirst mich auf unabsehbare Zeit vor dein Angesicht stellen.

    13 Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels,
    Von unabsehbarer Zeit ja bis auf unabsehbare Zeit.
    Amen und amen.

    nur mal so als Beispiel!

    Psalm 42:2-4a,5-6,8-9,11

    In der Tat, meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich kommen und vor Gott erscheinen? 3 Meine Tränen sind mir zur Speise geworden Tag und Nacht, Während [sie] den ganzen Tag zu mir sagen: „Wo ist dein Gott?“ 4 Dieser Dinge will ich gedenken, und ich will meine Seele ausschütten in mir. Denn ich ging stets einher mit der dichten Menge, Ich pflegte langsam vor ihnen her zu wandeln zum Haus Gottes Mit der Stimme des Jubelrufs und der Danksagung Einer ein Fest feiernden Menge. 5 Warum bist du in Verzweiflung, o meine Seele, Und warum bist du ungestüm in mir? Harre auf Gott, Denn ich werde ihn noch lobpreisen als die großartige Rettung meiner Person. 6 O mein Gott, in mir ist meine eigene Seele in Verzweiflung. Darum gedenke ich deiner Vom Land des Jordan und von den Gipfeln des Hermon her, Vom kleinen Berg.

    Bei Tag wird Jehova seine liebende Güte entbieten, Und bei Nacht wird sein Lied mit mir sein; Da wird Gebet sein zu dem Gott meines Lebens. 9 Ich will zu Gott, meiner Felsenkluft, sagen: „Warum hast du mich vergessen? Warum gehe ich traurig einher wegen der Bedrückung des Feindes?“

    Warum bist du in Verzweiflung, o meine Seele, Und warum bist du ungestüm in mir? Harre auf Gott, Denn ich werde ihn noch lobpreisen als die großartige Rettung meiner Person und als meinen Gott.

    Wie tröstlich, diese Worte in der Bibel zu lesen – von einem Freund Gottes, der dem Herzen Jehovas sehr angenehm war. Es tröstet so sehr, zu lesen, dass Jehova uns unsere Gefühle nicht übel nimmt, dass er Verständnis dafür hat, wenn wir oftmals wirklich verzweifelt nach ihm rufen.

    Die Bibel sagt ja von sich, dass sie Gottes Wort und zu unserer Unterweisung aufgeschrieben ist und dass Jehova die Worte der Bibel dann als ein Gebet annimmt, wenn wir nicht mehr wissen, was wir beten sollen, weil uns die Worte fehlen.

    Das bedeutet also, dass es völlig legitim ist, in einer Situation wie der unseren die verzweifeten Worte Davids für uns sprechen zu lassen.

    Wie beruhigend!

    Auch, weil wir ja wissen, wie die Geschichte mit David und Saul ausgegangen ist, wie Jehova dann zu seiner Zeit eingeschritten ist und David aus den Fängen seiner Feinde befreit hat.

    Wir wissen aber auch, dass dies allles sich innerhalb mehrerer Jahre abspielte, dass David sehr lange auf seine Rettung harren musste.

    Trotzdem hat er niemals seinen Glauben an Jehova verloren und sich bis zum Schluß ein enges inniges Verhätnis zu seinem Schöpfer bewahrt.

    Was für ein hervorragendes Beispiel für uns heute!

  59. Juleam 10. April 2010 um 09:13 Link zum Kommentar

    David singt Psalmen

    David singt Psalmen

    und noch eins davon

    Lobpreis

    David singt Jehova Lobpreis

  60. Thomasam 11. April 2010 um 16:30 Link zum Kommentar

    Psalm 1
    Zitate von J.N.Darby


    In Psalm 1 haben wir einfach den treuen Überrest auf der Erde. Ich sage Überrest, weil der Gegenstand des Psalmes durch persönliche Treue gekennzeichnet wird. Die Gesetzlosen, die Sünder und Spötter umgeben den Gerechten, dessen Wonne das Gesetz Jehovas ist. Als ein frommer Jude hält er sich fern von den Gesetzlosen, und er wird gesegnet und gedeiht. Das ist der Grundsatz des Psalmes. Soll dieser jedoch zur Geltung gebracht werden, so muss das irdische Gericht eintreten. Darin werden die Gesetzlosen nicht bestehen, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten, die dann befreit sein werden von der Bedrückung derer, die sich um Gott nicht kümmerten. Der Psalm zeigt uns den allgemeinen Charakter des Gerechten und das Ergebnis der richterlichen Regierung Gottes.

    Dann wird noch ein anderes Element eingeführt: Jehova kennt den Weg der Gerechten; aber der Gesetzlosen Weg wird vergehen. Es gibt also einerseits Gericht und andererseits, vor der Ankunft dieses Gerichts, eine moralische Anerkennung, die mit dem Bundes-Verhältnis Jehovas zu Israel in Verbindung steht. Wir haben bereits gesehen, dass Christus auf der Erde dieser Gerechte war, und dass Er Seinen Platz unter dem treuen Überrest, diesen „Herrlichen auf der Erde“, einnahm (Ps 16), wie auch, dass Er vollkommen war an diesem Platze. Insofern ist dieser Psalm auf Christum anwendbar; aber unmittelbar spricht er nicht von Ihm. Sein Gegenstand ist der Charakter des Gerechten und das Ergebnis der Regierung Jehovas, Gottes, in der Mitte Seines Volkes. Es handelt sich hier noch nicht um Leiden, die daraus hervorgehen; dies wird zu seiner Zeit kommen. Es handelt sich vielmehr, wie bereits gesagt, um den Charakter des Gerechten in Gegenwart des Gesetzlosen, und um das Ergebnis nach Maßgabe der unwandelbaren Grundsätze der Regierung Gottes. Jehova kennt den Gerechten; die anderen werden unbedingt umkommen.

    Psalm 1 zeigt uns also den Charakter des Überrestes, seine Stellung inmitten der Gesetzlosen, die allgemeine Regierung Gottes und die Verbindung zwischen Jehova und dem Gerechten. Daneben sehen wir den Gerechten und den Gesetzlosen in die Gegenwart eines nahen Gerichts gestellt, durch das die Gesetzlosen wie Spreu fortgetrieben werden sollen, während die Gerechten die Gemeinde bilden; das will sagen: der Psalm bezieht sich in bestimmtester Weise auf den Überrest in den letzten Tagen. Die aufgestellten Grundsätze, der Charakter der Personen, von denen der Psalm redet, und ihre Stellung sind klar verständlich; sie sind zugleich wichtig, weil sie einen wesentlichen Teil der Grundlage des ganzen Gebäudes der Psalmen ausmachen – nämlich die Regierung Gottes und die Prüfungen des Überrestes, die diese Regierung zu leugnen scheinen, die erst ausgeübt werden wird im Gericht, nachdem das Geheimnis Gottes vollendet ist. Wir befinden uns hier auf dem Boden der Stellung Israels und der Regierung Gottes nach dem Gesetz; indes wird der Gerechte von dem Gottlosen unterschieden, und die Segnung ist nicht das Teil des ganzen Volkes Israel, sondern der Gerechten, die die Gemeinde bilden werden, wenn das Gericht ausgeführt ist. Segen ruht auf den Gerechten, und diese Gerechten sind es, die das Volk ausmachen, wenn die Gesetzlosen wie Spreu fortgetrieben sind. Es ist genau die Lehre des Schlusses von Jesaja (siehe Jes 48, 22; 57, 20; Jes 65 und Jes 66), nur dass in dem letztgenannten Kapitel das Gericht auch die Nationen trifft.

    Die uns zunächst vorgestellten Wahrheiten sind also: ein treuer Überrest des Volkes ist da, der am Gesetz seine Wonne hat, und das Gericht Gottes wird ausgeübt, dessen Ergebnis die Gemeinde der Gerechten ist gemäß dem wahren Charakter Jehovas, indem die Gesetzlosen vertrieben sind. Es ist die moralische Regierung Gottes auf der Erde, ausgeübt durch das Gericht in Israel 1 Oder genauer genommen unter den „Juden“. Der Überrest der Juden wird verschont bleiben; er geht durch die Trübsale, nachdem zwei Drittel in dem Lande umgekommen sind (Sach 13). Das Gericht der zehn Stämme findet außerhalb des Landes statt, und die Empörer werden nicht in das Land Israel kommen (Hes 20, 38). „Israel“ ist der allgemeine Ausdruck in den Verheißungen, die der Nation gegeben sind.. Deshalb treten hier die letzten Tage so deutlich vor unsere Blicke.

    im Wachtturm wurde einmal auszugsweise gesagt:
    Psalm 1

    Die Freude wird besonders in den Psalmen hervorgehoben, zum Beispiel in Psalm 1 und 2. Der zweite Psalm wurde von den Jüngern Jesu Christi dem israelitischen König David zugeschrieben (Apostelgeschichte 4:25, 26). Der ungenannte Verfasser des ersten Psalms beginnt sein inspiriertes Lied mit den Worten: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rat der Bösen gewandelt . . . ist“ (Psalm 1:1). Dieser Artikel und der folgende zeigen, welche Gründe zur Freude uns Psalm 1 und 2 liefern.

    Das Geheimnis des Glücks
    Psalm 1 zeigt, warum ein gottesfürchtiger Mensch glücklich ist. Der Psalmist nennt in seinem Lied folgende Gründe: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rat der Bösen gewandelt und nicht auf den Weg der Sünder getreten ist und nicht auf dem Sitz der Spötter gesessen hat“ (Psalm 1:1). Wer wirklich glücklich sein möchte, muss sich nach dem ausrichten, was Jehova zu Recht von uns erwartet. Sacharja und Elisabeth, die glücklichen Eltern von Johannes dem Täufer, „waren beide vor Gott gerecht, weil sie allen Geboten und rechtlichen Erfordernissen Jehovas gemäß untadelig wandelten“ (Lukas 1:5, 6). Wenn wir ebenso handeln und es strikt ablehnen, ‘im Rat der Bösen zu wandeln’, uns also nicht von ihrem gottlosen Rat leiten lassen, dann können auch wir glücklich sein. Wir ‘treten nicht auf den Weg der Sünder’, wenn wir die Gedanken gottloser Menschen zurückweisen. Ja, man wird uns auch nicht buchstäblich dort finden, wo sich Sünder oftmals aufhalten: in anrüchigen Vergnügungsstätten oder an anderen verrufenen Orten. Was ist, wenn wir versucht sind, uns Sündern anzuschließen und einen unbiblischen Lebenswandel zu führen? Dann sollten wir Gott darum bitten, uns zu helfen, nach den Worten des Apostels Paulus zu handeln: „Lasst euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?“ (2. Korinther 6:14). Wenn wir auf Gott vertrauen und „reinen Herzens“ sind, werden wir die Einstellung und den Lebensstil von Sündern ablehnen. Wir werden reine Beweggründe und Wünsche haben sowie einen ‘ungeheuchelten Glauben’ (Matthäus 5:8; 1. Timotheus 1:5). Damit wir Jehova gefallen, dürfen wir bestimmt ‘nicht auf dem Sitz der Spötter sitzen’. Einige spotten über ein gottgefälliges Verhalten an sich, aber in den heutigen „letzten Tagen“ spotten ehemalige Christen, die abtrünnig geworden sind, oftmals besonders verächtlich. Der Apostel Petrus schrieb an Glaubensbrüder warnend: „Geliebte, . . . dies wisst zuerst, dass in den letzten Tagen Spötter mit ihrem Spott kommen werden, die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tag an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an‘ “ (2. Petrus 3:1-4). Wenn wir nicht ‘auf dem Sitz der Spötter sitzen’, bleibt uns das Unheil erspart, das sie mit Sicherheit treffen wird (Sprüche 1:22-27). Wer sich die einleitenden Worte von Psalm 1 nicht zu Herzen nimmt, kann leicht seine geistige Gesinnung verlieren, die er durch ein Studium der Bibel erworben hat. Er könnte dann ohne weiteres vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten. Dieses Abgleiten beginnt oft damit, dass man auf den Rat der Bösen hört und regelmäßig Umgang mit ihnen hat. Und schließlich wird man zu einem ungläubigen, abtrünnigen Spötter. So kann durch eine Freundschaft mit Bösen eine gottlose Einstellung entstehen und das Verhältnis zu Jehova Gott kann zerstört werden (1. Korinther 15:33; Jakobus 4:4). Lassen wir niemals zu, dass uns das passiert! Das Gebet hilft uns, unseren Sinn auf geistige Dinge gerichtet zu halten und mit Bösen keinen Umgang zu haben….

    Er hat Lust am Gesetz Jehovas
    Über den glücklichen Mann sagt der Psalmist weiter, dass er „seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht“ (Psalm 1:2). Als Gottes Diener ‘haben wir Lust am Gesetz Jehovas’. Wenn möglich, sollten wir beim persönlichen Studium und Nachsinnen „mit gedämpfter Stimme“ lesen, das heißt die Worte mitsprechen. Dadurch prägen wir uns jede Bibelstelle besser in Sinn und Herz ein. Der „treue und verständige Sklave“ fordert uns auf, täglich in der Bibel zu lesen (Matthäus 24:45). Da uns sehr daran gelegen ist, mit Jehovas Botschaft an die Menschheit besser vertraut zu werden, könnten wir durchaus in der Bibel „Tag und Nacht“ lesen — ja sogar wenn wir einmal aus irgendeinem Grund nachts nicht schlafen können. Petrus spornt uns an: „Wie neugeborene Kindlein entwickelt ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, die zum Wort gehört, damit ihr durch sie zur Rettung heranwachsen mögt“ (1. Petrus 2:1, 2). Haben wir persönlich Lust daran, täglich in der Bibel zu lesen und nachts über Gottes Wort und seine Vorsätze nachzusinnen? Dem Psalmisten erging es so (Psalm 63:6). Unser ewiges Glück hängt davon ab, dass wir Lust haben an Gottes Gesetz. Gottes Gesetz ist vollkommen und gerecht. Es zu halten trägt großen Lohn ein (Psalm 19:7-11). Der Jünger Jakobus schrieb: „Wer . . . in das vollkommene Gesetz, das zur Freiheit gehört, hineinschaut und dabei bleibt, der wird glücklich sein, indem er es tut, weil er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes geworden ist“ (Jakobus 1:25). Wenn wir wirklich Lust haben am Gesetz Jehovas, lassen wir keinen Tag vergehen, ohne uns mit geistigen Dingen zu befassen. Wir sind dann motiviert, „die tiefen Dinge Gottes“ zu erforschen und den Interessen des Königreiches in unserem Leben immer den Vorrang zu geben (1. Korinther 2:10-13; Matthäus 6:33).

    Er wird wie ein Baum sein
    Über den Gerechten sagt der Psalmist weiter: „Er wird gewiss wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt, und alles, was er tut, wird gelingen“ (Psalm 1:3). Wie bei allen unvollkommenen Menschen gibt es auch im Leben von uns Dienern Jehovas Probleme (Hiob 14:1). Das können Verfolgung oder andere Glaubensprüfungen sein (Matthäus 5:10-12). Doch mit Gottes Hilfe können wir diese Prüfungen genauso bestehen wie ein gesunder Baum, der sogar starken Stürmen trotzt. Ein Baum, der an einer nicht versiegenden Quelle gepflanzt ist, übersteht auch eine Hitze- oder Dürreperiode. Als gottesfürchtige Menschen erhalten wir ebenfalls Kraft aus einer nie versiegenden Quelle, nämlich von Jehova Gott. Paulus bat ihn um Hilfe und konnte sagen: „Für alles bin ich stark durch den [Jehova], der mir Kraft verleiht“ (Philipper 4:13). Wenn wir von Jehovas heiligem Geist geleitet und gestützt werden, „verwelken“ wir nicht, noch sind wir dann „unfruchtbar“ oder geistig tot. Wir tragen im Dienst für Gott Frucht und bringen auch die Frucht des Geistes hervor (Jeremia 17:7, 8; Galater 5:22, 23). Durch den Gebrauch eines hebräischen Wortes, das mit „wie“ wiedergegeben wird, stellt der Psalmist einen Vergleich an. Er vergleicht zwei Dinge, die eigentlich ganz unterschiedlich sind, aber etwas Bestimmtes gemeinsam haben. Menschen sind etwas ganz anderes als Bäume. Aber ein üppiger Baum an einer wasserreichen Quelle erinnerte den Psalmisten an einen Menschen, der geistig gedeiht, weil er „seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas“. Unsere Tage können wie die Tage eines Baumes werden, wenn wir Lust haben an Gottes Gesetz. Ja, wir können ewig leben (Johannes 17:3). Wenn wir ein rechtschaffenes Leben führen, hilft uns Jehova, durch Prüfungen oder Schwierigkeiten verursachte Belastungen zu ertragen. … ‘Alles, was wir tun, gelingt’, weil wir bestrebt sind, den Willen Jehovas zu tun. Und da ihm alles gelingt, was er sich vornimmt, und wir Lust haben an seinen Geboten, können wir geistig gedeihen (1. Mose 39:23; Josua 1:7, 8; Jesaja 55:11). Das trifft selbst dann zu, wenn Schwierigkeiten auftreten (Psalm 112:1-3; 3. Johannes 2).

    Die Bösen scheinen zu gedeihen
    Wie sehr sich doch das Geschick Gottloser von dem der Gerechten unterscheidet! Bösen Menschen scheint es vielleicht eine Zeit lang materiell gut zu gehen, geistig geht es ihnen aber ganz und gar nicht gut. Das bringt der Psalmist durch seine weiteren Worte zum Ausdruck: „Die Bösen sind nicht so, sondern sind wie die Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Bösen nicht aufstehen im Gericht noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten“ (Psalm 1:4, 5). Beachten wir die Aussage „Die Bösen sind nicht so“. Der Psalmist meint damit, dass sie nicht wie die Gottesfürchtigen sind, die er zuvor mit fruchtbaren, langlebigen Bäumen verglichen hat. Selbst wenn es Bösen materiell gut geht, ist ihre Sicherheit nicht von Dauer (Psalm 37:16; 73:3, 12). Sie gleichen dem unvernünftigen Reichen, den Jesus in einem Gleichnis anführte, als man ihn bat, in einem Erbschaftsstreit Schiedsrichter zu sein. Jesus sagte seinen Zuhörern: „Haltet eure Augen offen, und hütet euch vor jeder Art von Habsucht, denn wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt.“ Diesen Gedanken veranschaulichte Jesus, indem er davon sprach, dass das Land eines gewissen Reichen so viel Ertrag brachte, dass er seine Vorratshäuser abbrechen und größere bauen wollte, damit er alle seine „guten Dinge“ unterbringen könnte. Dann wollte er essen, trinken und es sich gut gehen lassen. Aber Gott sagte: „Du Unvernünftiger, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Wer soll dann die Dinge haben, die du aufgespeichert hast?“ Anschließend unterstrich Jesus den Gedanken noch mit den Worten: „So ergeht es dem Menschen, der Schätze für sich aufhäuft, aber nicht reich ist Gott gegenüber“ (Lukas 12:13-21). Die Bösen sind ‘nicht reich Gott gegenüber’. Ihre Sicherheit oder Stabilität kann man daher mit Spreu oder Getreidehülsen auf einer Dreschtenne vergleichen. Eine Dreschtenne war ein ebener Platz, der meistens auf einer Anhöhe lag. Dorthin brachte man im Altertum das geerntete Getreide. Es wurden Dreschschlitten eingesetzt, an deren Unterseite spitze steinerne oder eiserne Zähne angebracht waren. Mit diesen von Tieren gezogenen Schlitten zerkleinerte man die Halme und löste die Hülse vom Korn. Anschließend wurde die ganze Mischung geworfelt, indem man sie mit einer Worfschaufel gegen den Wind in die Luft warf (Jesaja 30:24). Dabei fielen die Körner auf die Dreschtenne zurück, während das Stroh von der Brise zur Seite getragen und die Spreu weggeblasen wurde (Ruth 3:2). Nachdem das Korn durch ein Sieb geschüttelt worden war, um Steinchen und Ähnliches zu entfernen, konnte man es mahlen oder lagern (Lukas 22:31). Aber die Spreu war verschwunden. Die Getreidekörner fielen auf den Boden und wurden zurückbehalten, wohingegen die Spreu weggeblasen wurde. Genauso bleiben die Gerechten bestehen, während die Bösen beseitigt werden. Bestimmt freuen wir uns darüber, dass es mit den Übeltätern bald für immer vorbei sein wird. Dann werden Menschen, die Lust haben an Jehovas Gesetz, reich gesegnet. Ja, gehorsame Menschen werden letztendlich von Gott die Gabe des ewigen Lebens empfangen (Matthäus 25:34-46; Römer 6:23).

    Der gesegnete „Weg der Gerechten“
    Der erste Psalm schließt mit den Worten: „Jehova nimmt Kenntnis vom Weg der Gerechten, aber der Weg der Bösen, er wird vergehen“ (Psalm 1:6). Inwiefern ‘nimmt Gott Kenntnis vom Weg der Gerechten’? Nun, wenn wir rechtschaffen handeln, können wir überzeugt sein, dass unser himmlischer Vater unser gottgefälliges Leben würdigt und uns als seine ihm wohlgefälligen Diener betrachtet. Wir können und sollten also all unsere Sorge auf ihn werfen und überzeugt sein, dass er wirklich für uns sorgt (Hesekiel 34:11; 1. Petrus 5:6, 7). Der „Weg der Gerechten“ wird für immer bestehen bleiben, aber unverbesserlich Böse werden im Strafgericht Jehovas vergehen. Und ihr „Weg“ oder ihre Lebensweise wird mit ihnen enden. Wir können darauf vertrauen, dass sich die Worte Davids erfüllen: „Nur noch eine kleine Weile, und der Böse wird nicht mehr sein; und du wirst dich sicherlich umsehen nach seiner Stätte, und er wird nicht da sein. Die Sanftmütigen aber werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens. Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37:10, 11, 29). Wie glücklich werden wir sein, wenn wir auf einer paradiesischen Erde leben, auf der es keine Bösen mehr gibt! Die Sanftmütigen und Gerechten werden sich dann wahren Friedens erfreuen, weil sie für immer Lust haben werden am „Gesetz Jehovas“.

    Psalm 2
    Zitate von J.N.Darby


    Das nächste wichtige Element für die Lage Israels und für die Regierung Gottes ist der Messias, die Ratschlüsse Gottes in bezug auf Seinen Gesalbten. Hier werden die Heiden eingeführt, ja sie bilden den Hauptgegenstand des Psalmes; und wieder sehen wir uns in die letzten Tage versetzt, in denen die Rechte Christi gegenüber den Königen der Erde und allen Widersachern zur Geltung kommen werden. Doch ist Israel hier wieder der Mittelpunkt und Bereich der Ausführung dieser Ratschlüsse Gottes: der Gesalbte muss König in Zion sein. Die Widersacher sind die Großen der Nationen; aber das Böse erstreckt sich auch bis zu den Obersten von Israel, welche, wie wir sehen werden, „sterben werden wie ein Mensch, und fallen werden wie einer der Fürsten“ (Ps 82, 7) – „eine lieblose Nation“ (Ps 43, 1), wie auch Petrus uns gelehrt hat in Anwendung dieses Psalmes.

    Ich sagte, dass die Ratschlüsse Gottes bezüglich des Messias das hier eingeführte Element der Wege Gottes sind, von denen die Psalmen handeln. Indes beginnt der 2. Psalm mit dem Auftreten der Nationen, um Gottes Oberhoheit von sich abzuschütteln, und dem Einschreiten Jehovas, welcher diese Oberhoheit aufrecht hält. Die abtrünnigen Juden sind leider, wie wir gesehen haben, in diesen großen Aufstand wider Gott verwickelt. Die Nationen toben, die Völkerschaften sinnen Eitles; die Könige der Erde und die Fürsten wollen die Bande Jehovas und Seines Gesalbten zerreißen. Aber diese Empörung führt nur Zorn und Ungnade herbei, gegen die jeder Widerstand eitel ist. Der im Himmel thront, lacht, Adonai (der Herr) spottet ihrer; Jehova hat allen zum Trotz Seinen König auf Seinen heiligen Berg gesetzt. Das ist der feste Beschluss Gottes, ausgeführt durch Seine Macht. Die Vermessenheit des Menschen, indem er sich gegen Gott auflehnt, führt nur seinen Untergang herbei.

    Doch mehr als das tritt ans Licht. Wer ist dieser König? Jehova hat zu Ihm gesagt: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Es ist Einer, der – gezeugt in dem, was man „heute“ nennen kann, d. h. gezeugt in der Zeit – von Jehova als Sohn anerkannt wird. Es ist hier also nicht die Rede von der gesegneten und köstlichen Wahrheit der ewigen Sohnschaft bei dem Vater, obschon es nicht davon getrennt werden kann, als ob das eine ohne das andere bestehen könnte, sondern es handelt sich um Einen, um Ihn, den gesalbten Menschen, um das Heilige, das in diese Welt hineingeboren wurde mit dem Titel (auch infolge Seiner Geburt hienieden): Sohn Gottes, der von Jehova als Sohn anerkannt wird. Deshalb sagt uns auch Paulus (in Apg 13, 33), dass diese Erweckung (nicht Auferweckung) Jesu die Erfüllung der den Vätern gegebenen Verheißungen sei, indem er unseren Psalm als Bestätigung seiner Worte anführt. Für Seine Auferstehung und Unverweslichkeit nennt er eine andere Stelle. So sehen wir denn, dass der auf dieser Erde geborene Christus von Jehova als Sohn Gottes anerkannt wird. Dieser Titel ist von außerordentlicher Tragweite. Christus hat nur von Jehova zu fordern, und die Nationen werden Ihm zum Erbteil gegeben und die Enden der Erde zum Besitztum. Mit eisernem Zepter wird Er sie zerschmettern, wie Töpfergefäße sie zerschmeißen – zerschmeißen mit unwiderstehlicher Gewalt, indem Er Gericht ausübt über all die gottlose und ohnmächtige Auflehnung gegen Seinen Thron. Aber diese Ausübung des Gerichts ist noch nicht in Erfüllung gegangen. Der Psalm fordert die Könige und Richter auf, sich dem Sohne zu unterwerfen und Ihn demütig anzuerkennen, damit sie nicht umkommen, wenn Sein Zorn nur ein wenig entbrennt. Er selbst ist es, auf den man vertrauen muss; und wer könnte ein solches Vertrauen fordern außer Jehova? Beachten wir, dass diese Aufforderung an die Könige der Erde sich gründet auf die Feststellung des Anspruchs Christi auf königliches Gericht und königliche Macht auf Erden. …In gewissem Sinne sind die Könige der Erde schon aufgetreten, die Fürsten haben miteinander beratschlage und zwar mit Erfolg, soweit es die irdische Macht und den irdischen Schauplatz betrifft: Christus ist verworfen worden und hat keinen Widerstand geleistet.

    im Wachtturm wurde einmal auszugsweise gesagt:
    Psalm 2

    Der zweite Psalm verdeutlicht, dass Gottes Vorsatz hinsichtlich seines messianischen Königs verwirklicht werden wird. David, der als König im alten Israel diesen Psalm verfasste, schrieb unter göttlicher Inspiration, dass die Nationen zu einer bestimmten Zeit in Tumult wären. Ihre Herrscher würden sich gegen Jehova Gott und seinen Gesalbten aufstellen. Doch der Psalmist schrieb auch: „Man lasse mich auf die Verordnung Jehovas hinweisen; er hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn . . . Erbitte von mir, dass ich Nationen zu deinem Erbe gebe und die Enden der Erde zu deinem eigenen Besitz‘ “ (Psalm 2:7, 8). Was hat „die Verordnung Jehovas“ für die Nationen zu bedeuten? Wie wirkt sie sich auf die Menschheit im Allgemeinen aus? Was bedeuten diese Entwicklungen für alle gottesfürchtigen Menschen, die den zweiten Psalm lesen?…

    Jehovas triumphierender König
    Jesu Nachfolger bezogen die Worte aus Psalm 2:1, 2 auf Christus. Als sie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, beteten sie: „Souveräner Herr [Jehova], du bist es, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat und der durch heiligen Geist durch den Mund unseres Vorvaters David, deines Knechtes, gesagt hat: ‚Warum brachen die Nationen in Tumulte aus und sannen die Völker auf leere Dinge? Die Könige der Erde stellten sich auf, und die Herrscher rotteten sich zusammen wie e i n Mann gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten.‘ Desgleichen waren in Wahrheit in dieser Stadt Herodes [Antipas] und auch Pontius Pilatus mit Menschen der Nationen und mit Völkern Israels gegen deinen heiligen Knecht Jesus versammelt, den du gesalbt hast“ (Apostelgeschichte 4:24-27; Lukas 23:1-12). Im 1. Jahrhundert gab es tatsächlich eine Verschwörung gegen Gottes gesalbten Knecht Jesus. Allerdings sollte dieser Psalm Jahrhunderte später eine weitere Erfüllung haben. Schon als das alte Israel einen menschlichen König hatte, wie zum Beispiel David, versammelten sich heidnische Nationen und Herrscher gegen Gott und seinen auf den Thron erhobenen Gesalbten. Und wie verhält es sich heute? Die Nationen wollen sich nicht nach dem richten, was Jehova und der Messias erwarten. Deshalb heißt es von den Nationen, dass sie sagen: „Lasst uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!“ (Psalm 2:3). Die Herrscher und die Nationen widersetzen sich also jeglichen Einschränkungen vonseiten Gottes und seines Gesalbten. Natürlich sind alle Anstrengungen, die Bande zu zerreißen und die Stricke von sich zu werfen, vergeblich.

    Jehova verspottet sie
    Für Jehova sind die Bestrebungen nationaler Herrscher, auf ihre eigene Souveränität zu pochen, kein Anlass zur Sorge. Im zweiten Psalm heißt es weiter: „Der in den Himmeln sitzt, wird lachen; Jehova seinerseits wird sie verspotten“ (Psalm 2:4). Gott schreitet in der Verwirklichung seines Vorsatzes voran, als seien diese Herrscher ein Nichts. Er lacht über ihre Unverfrorenheit und verspottet sie. Sollen sie sich ihrer Absicht rühmen! Für Jehova sind sie ein Gegenstand des Spotts. Über ihren vergeblichen Widerstand lacht er nur. An anderer Stelle bezog sich David in seinen Psalmen auf einzelne Feinde und gegnerische Nationen. Er schrieb: „Du, o Jehova Gott der Heerscharen, bist der Gott Israels. Wach auf, um deine Aufmerksamkeit allen Nationen zuzuwenden! Erweise nicht irgendwelchen Schaden stiftenden Verrätern Gunst. Sie kehren immer wieder zurück um die Abendzeit; sie kläffen beständig wie ein Hund und gehen rings um die Stadt. Siehe! Sie lassen aus ihrem Mund Worte hervorsprudeln; Schwerter sind auf ihren Lippen, denn wer hört zu? Du aber, o Jehova, wirst über sie lachen; du wirst alle Nationen verspotten“ (Psalm 59:5-8). Jehova lacht über die Prahlerei und das Durcheinander der Nationen, die so unvernünftig sind, sich gegen ihn zu stellen. Die Worte aus dem zweiten Psalm stärken unseren Glauben daran, dass Gott jeder Schwierigkeit gewachsen ist. Wir können davon überzeugt sein, dass er seinen Willen stets ausführt und seine loyalen Diener nie im Stich lässt (Psalm 94:14). Was geschieht daher, wenn sich die Nationen der Verwirklichung seines Vorsatzes entgegenstellen? Gemäß diesem Psalm wird Jehova „zu ihnen reden in seinem Zorn“ wie durch einen schrecklich dröhnenden Donner. Ja, er wird sie „in der Glut seines Missfallens“ wie durch einen gewaltigen Blitz „in Bestürzung versetzen“ (Psalm 2:5).

    Der von Gott eingesetzte König
    Was Jehova anschließend durch den Psalmisten sagt, versetzt die Nationen zweifellos in Unruhe. Er erklärt: „Ich, ja ich, habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg“ (Psalm 2:6). Der Berg Zion war eine Erhebung in Jerusalem, wo David als König über ganz Israel eingesetzt war, doch der messianische König wird weder in dieser Stadt noch sonst wo auf der Erde einen Thron einnehmen. Jehova hat nämlich Jesus Christus bereits als den von ihm erwählten König auf dem himmlischen Berg Zion eingesetzt (Offenbarung 14:1). Jetzt redet der messianische König und sagt: „Man lasse mich auf die Verordnung Jehovas hinweisen [der einen Bund für das Königreich mit seinem Sohn geschlossen hat]; er [Jehova Gott] hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn; ich, ich bin heute dein Vater geworden‘ “ (Psalm 2:7). Christus bezog sich auf den Königreichsbund, als er zu seinen Aposteln sagte: „Ihr . . . seid es, die in meinen Prüfungen mit mir durchgehalten haben; und ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich“ (Lukas 22:28, 29). Wie in Psalm 2:7 vorausgesagt, anerkannte Jehova Jesus sowohl bei dessen Taufe als auch durch die Auferweckung zu geistigem Leben als seinen Sohn (Markus 1:9-11; Römer 1:4; Hebräer 1:5; 5:5). Ja, bei dem König des himmlischen Königreiches handelt es sich um Gottes einziggezeugten Sohn (Johannes 3:16). Als Nachkomme von König David hat Jesus das unbestreitbare Recht auf das Königtum (2. Samuel 7:4-17; Matthäus 1:6, 16). Gemäß diesem Psalm sagt Gott zu seinem Sohn: „Erbitte von mir, dass ich Nationen zu deinem Erbe gebe und die Enden der Erde zu deinem eigenen Besitz“ (Psalm 2:8). Der König — Gottes Sohn — nimmt die höchste Stellung nach Jehova ein. Jesus ist erprobt, loyal und zuverlässig. Ihm steht außerdem das Erbe eines Erstgeborenen zu. Jesus Christus ist „das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung“ (Kolosser 1:15). Er braucht nur darum zu bitten und Gott gibt ihm Nationen zu seinem Erbe und die Enden der Erde zu seinem Besitz. Diese Bitte äußert er, weil ihm ‘die Dinge bei den Menschensöhnen lieb waren’ und weil ihm sehr viel daran liegt, den Willen seines himmlischen Vaters bezüglich der Erde und der Menschen auszuführen (Sprüche 8:30, 31).

    „Die Verordnung Jehovas“ gegen die Nationen
    Was steht den Nationen bevor, da sich der zweite Psalm heute, während der unsichtbaren Gegenwart Jesu Christi, erfüllt? Bald wird der König die Verordnung Gottes ausführen: „Du wirst sie [die Nationen] mit eisernem Zepter zerbrechen, wie ein Töpfergefäß wirst du sie zerschmettern“ (Psalm 2:9). In alter Zeit war das Zepter eines Königs ein Symbol der Macht. Manche Zepter waren aus Eisen gefertigt, so auch das hier erwähnte. Die bildhafte Sprache in diesem Psalm zeigt, dass Christus, der König, die Nationen mit Leichtigkeit vernichten wird. Durch einen kräftigen Schlag mit einem eisernen Zepter wird ein Töpfergefäß völlig zerschmettert, sodass eine Wiederherstellung unmöglich ist. Müssen die Herrscher unbedingt zerschmettert werden? Nein, denn der Psalmist appelliert an sie mit folgenden Worten: „Nun, o Könige, handelt nach Einsicht; lasst euch zurechtweisen, o Richter der Erde“ (Psalm 2:10). Die Könige werden aufgerufen, achtsam zu sein und einsichtig zu handeln. Sie sollten einsehen, wie hohl ihre Pläne im Vergleich zu dem sind, was Gottes Königreich für die Menschen tun wird. Um Gottes Wohlgefallen zu erlangen, müssten die Könige der Erde anders handeln. Ihnen wird geraten: „Dient Jehova mit Furcht, und frohlockt mit Zittern“ (Psalm 2:11). Was wäre dann die Folge? Statt in Tumult oder völlig entsetzt zu sein, könnten sich die Herrscher der Erde darüber freuen, welche Aussichten ihnen der messianische König bietet. Natürlich müssten sie all den Hochmut und Stolz ablegen, mit dem sie während ihrer Herrschaft auftreten. Und angesichts der beispiellosen Überlegenheit der Souveränität Jehovas und der unbesiegbaren Macht, die Gott und sein messianischer König ausüben, müssten sie sich unverzüglich ändern und einsichtig handeln.

    „Küsst den Sohn“
    Als Nächstes ergeht im zweiten Psalm eine barmherzige Aufforderung an die Herrscher der Nationen. Statt sich zusammenzurotten und als Gegner aufzutreten, sollten sie den Aufruf befolgen: „Küsst den Sohn, dass ER [Jehova Gott] nicht in Zorn gerät und ihr nicht umkommt von dem Weg, denn leicht entbrennt sein Zorn“ (Psalm 2:12a). Wenn der Souveräne Herr Jehova eine Verordnung erlässt, sollte man auf ihn hören. Als Gott seinen Sohn auf den Thron erhob, hätten die Herrscher der Erde aufhören sollen, ‘Leeres zu murmeln’. Sie hätten unverzüglich den König anerkennen und ihm uneingeschränkt gehorchen sollen. Warum sollen sie ‘den Sohn küssen’? In der Zeit, als dieser Psalm verfasst wurde, galt es als Ausdruck der Freundschaft, Gäste, die man in sein Haus aufnahm, bei der Begrüßung zu küssen. Küssen konnte auch ein Zeichen der Treue sein (1. Samuel 10:1). In diesem Vers des zweiten Psalms befiehlt Gott den Nationen, seinen Sohn als gesalbten König zu küssen oder zu begrüßen. Alle, die die Autorität des von Gott erwählten Königs nicht anerkennen, beleidigen Jehova. Sie bestreiten seine Oberhoheit und sprechen ihm das Recht und die Fähigkeit ab, den König auszuwählen, der der beste Herrscher für die Menschheit ist. Die Herrscher der Nationen werden feststellen, dass Gottes Zorn plötzlich über sie kommt, während sie versuchen, ihre eigenen Pläne auszuführen. „Leicht entbrennt sein Zorn.“ Gottes Zorn greift schnell und unaufhaltsam um sich. Die Herrscher sollten dankbar sein für die Warnung und entsprechend handeln. Es bedeutet für sie Leben. Dieser dramatische Psalm endet mit den Worten: „Glücklich sind alle, die zu ihm [Jehova] Zuflucht nehmen“ (Psalm 2:12b). Für den Einzelnen ist es immer noch Zeit, Sicherheit zu finden. Das gilt selbst für den einzelnen Regierenden, der bislang mit den Plänen der Nationen einig gegangen ist. Er kann bei Jehova Zuflucht suchen, der ihm unter der Herrschaft seines Königreiches Schutz bietet. Aber er muss handeln, bevor das messianische Königreich die feindlichen Nationen zerschmettert. Wer fleißig die Bibel studiert und danach handelt, kann selbst in unserer problembeladenen Welt ein befriedigenderes Leben führen. Er hat ein glücklicheres Familienleben und ist von vielen der Ängste und Sorgen frei, unter denen die heutige Welt leidet. Wenn wir uns an biblische Richtlinien halten, können wir davon überzeugt sein, dass wir dem Schöpfer gefallen. Niemand anders als der universelle Souverän kann eine Gewähr für „gegenwärtiges und künftiges Leben“ geben. Nachdem Jehova die Erde gereinigt hat, wird sich niemand mehr dem Recht widersetzen oder die Herrschaft des Königreiches ablehnen (1. Timotheus 4:8).„Die Verordnung Jehovas“ kann nicht fehlschlagen. Als unser Schöpfer weiß Gott, was für die Menschen am besten ist. Er wird seinen Vorsatz verwirklichen, der darin besteht, gehorsame Menschen unter dem Königreich seines lieben Sohnes mit Frieden, ewig währender Sicherheit und Zufriedenheit zu segnen.

    Psalm 3
    Zitate von J.N.Darby


    Dieser Psalm redet zunächst von der Lage des Überrestes im allgemeinen, im Gegensatz zu Psalm 2, sowie von der Stütze und dem Vertrauen des Glaubens in dieser Lage. Der Bedränger des Gerechten sind viele; sie erheben sich und triumphieren über ihn, als sei keine Rettung für ihn bei Gott, aber Jehova ist sein Schild. Er legt sich nieder in Frieden, und durch den Glauben sieht er seine Feinde geschlagen und ihre Macht zerbrochen. Von Jehova ist die Rettung, und Sein Segen ist auf Seinem Volke. Man beachte, dass wir uns hier wieder in den letzten Tagen befinden; obschon umgeben von seinen Feinden, bleibt der Gerechte in Frieden und sieht prophetisch ihre Vernichtung und den Segen über Israel. Der Psalm drückt Vertrauen auf Gott inmitten zahlreicher Feinde und in hilfloser Lage aus. …

  61. Juleam 12. April 2010 um 09:16 Link zum Kommentar

    Psalm 4 – 6

    sehr tröstliche – denn gerade das, was der Kommentator zu Psalm 6 sagt, ist es was ich seit einiger Zeit empfinde:

    Ich bin ausgebrannt, müde und kraftlos und habe das Gefühl, dass mich Jehova verlassen habe

    Warum sonst fehlt mir jede Freude und jede Kraft?

    Ist es nicht so, dass Jehova uns verspricht, in Prüfungen bei uns zu sein und uns die Kraft zu geben, die über das Normale hinaus geht? Ist es nicht so, dass wahre Anbeter Jehovas Frieden haben der starker als alles andere ist? Und ist es nicht so, dass Freude die Frucht des Geistes ist – und wer Jehovas Segen hat auch unter widrigen Umständen die Freude nicht verliert?

    Zeigt mein Zustand dann nicht, dass ich zu all dem Schlimmen auch noch den Segen meines Gottes verloren habe?

    Diese ersten sechs Psalmen und die Kommentare vom letzten Jahr haben mich sehr ermuntert: zu lesen, dass sogar David zeitweise so empfand…

  62. Thomasam 12. April 2010 um 17:33 Link zum Kommentar

    Psalm 4 – 6
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 4 unterscheidet sich von dem vorigen und von späteren ähnlichen Psalmen darin, dass er nicht einfach das Vertrauen auf Gott zum Ausdruck bringt, sondern nach Gerechtigkeit gegen die Männersöhne ruft, die alle Herrlichkeit, die dem Volke Jehovas und besonders Seinem König gehört, in Schande verkehren; doch Jehova hat den Frommen für Sich abgesondert. Das Licht des Angesichts Jehovas ist seine Hilfe. In diesem Psalm wird auf die, schon erfahrene Gnade Jehovas Bezug genommen.

    In Psalm 5 vernehmen wir das Schreien des Gerechten unter Berufung auf den Charakter Gottes, der dem des Gerechten entsprechen muss und Ihn zwingt, auf den Gerechten zu hören und den Gesetzlosen zu richten. Wenn der Gerechte die Gottseligkeit liebt, so liebt Jehova sie sicherlich, wenn der Gerechte die Gesetzlosigkeit verabscheut, so tut es Jehova gewiss. …

    In Psalm 6 steht der Überrest auf einem anderen Boden. Die Gerechten sind unterdrückt, ihre Seele ist beängstigt, die Schwere der Drangsal lastet auf ihrem Geiste, und da ihr Gewissen nicht gereinigt ist, fürchten sie, dass Jehova im Zorn wider sie sei, und sie bitten, dass Jehova sie nicht strafen möge in Seinem Zorn, noch sie züchtigen in Seinem Grimm. Wohl haben sie als Nation diesen Zorn verdient, aber das erlöste Herz ruft im Blick darauf die Gnade an. Sie erwarten, durch Seine Güte gerettet, und zwar vom Tode gerettet zu werden, und fordern die Übeltäter auf, von ihnen zu weichen; denn Jehova hat die Stimme ihres Weinens gehört.

  63. Thomasam 13. April 2010 um 17:33 Link zum Kommentar

    Psalm 7-9
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 7 ist eine Anrufung Jehovas aufgrund des gerechten, ja, selbst mehr als gerechten Verhaltens der Heiligen gegen ihre Feinde: Jehova möge aufstehen und erwachen zu dem Gericht, das Er befohlen hat, damit durch die Rettung des Überrestes mittels des Gerichts die Schar der Völkerschaften der Erde Ihn umringe! Dann wird Er die Völker richten. Das zukünftige Gericht wird hier also in bestimmter Weise dargestellt. Doch noch ein anderer Punkt wird hervorgehoben: der Herr richtet (oder beurteilt) den Gerechten; wenn aber ein Mensch nicht umkehrt, sondern in seiner Gesetzlosigkeit vorangeht, so wird Sein Zorn ihn verfolgen.

    In dem ganzen 8. Psalm gibt sich eine besondere Erhabenheit und Kraft kund, der großen Errettung angemessen, die in ihm gepriesen wird. Wie klein ist doch der Mensch der Schöpfung gegenüber! Was ist er, wenn wir das große und herrliche Weltall betrachten Nichts. Doch wirf einen Blick auf Christum, und alle jene Herrlichkeiten der Schöpfung verbleichen vor der Vortrefflichkeit Dessen, dem alles unterworfen ist. Ja, die geschaffenen Dinge selbst empfangen durch Seine Herrlichkeit neuen Glanz. In Ihm ist der Mensch wirklich groß und steht über allem, in Ihm, dem Sohne des Menschen, der über alle Dinge gesetzt ist.

    Wenden wir uns jetzt zur näheren Betrachtung des 9. Psalmes. Er zeigt uns Jehova, den Höchsten – die Namen Gottes in Verbindung mit den Juden und der Erfüllung der dem Abraham gegebenen Verheißungen im Tausendjährigen Reiche -, wie Er das Volk durch Gericht von der Unterdrückung seitens der Heiden befreit und den Gesetzlosen vertilgt. Der befreite Jude preist diese Güte, die das Recht und die Rechtssache des Gerechten ausgeführt hat. Der Geist Christi ist es, der hier als der Vertreter der Sache des Gerechten spricht. In Wirklichkeit ist es Sein Recht, und wenn der Jude irgendein Recht hat, so ist es nur durch Ihn; wenn die Gläubigen sich auf dieses Recht berufen, so hat Er ihnen die Worte in den Mund gelegt. Wenn Christus nicht in ihre Trübsal eingetreten wäre und ihnen diese Worte gegeben hätte, so könnten sie in der Tat nicht sagen: „mein Recht“.

    Der Demütige und Unterdrückte preist also in diesem leitenden Psalm Gott mit seinem ganzen Herzen unter dem doppelten Namen „Jehova“ und „Höchster“. Die Vernichtung seiner Feinde ist nicht bloß ein menschlicher Sieg; sie straucheln und kommen um vor dem Angesicht Jehovas Elohim. Aber Jehova führt dadurch das Recht und die Rechtssache des Gerechten aus – in Wirklichkeit das Recht und die Rechtssache Christi, der Sich in Seinem erbarmenden Mitgefühl mit ihrer Sache einsgemacht hatte.

    Die Verse 6 und 7 enthalten einen sehr wichtigen Grundsatz für den Glauben aller Zeiten, der sich aber am Ende der Tage in Wirklichkeit bewähren wird. die Anstrengungen des Feindes sind hier nur für eine Zeit; er kann, wenn Gott es erlaubt, das gegenwärtige Wohlergehen zerstören; der Herr aber thront ewiglich. Wir haben während unseres Pilgerganges hienieden nur Gottes Willen zu tun. Am Ende wird doch stets alles so werden und gehen, wie Er es will. Dieser Wille Gottes, den wir auf dem Wege tun, vielleicht unter Trübsal und Leiden, wird gewisslich am Ende triumphieren. Hier in unserem Psalm ist die Zeit gekommen, dass die Verwüstungen für immer ein Ende nehmen sollen: die Städte und ihr Gedächtnis sind zerstört, Jehova aber thront ewiglich.

    Wir haben von dem Ausharren Hiobs gehört, das war vorübergehend; aber wir haben das Ende des Herrn gesehen, und dieses ist die Grundlage für den Glauben. Der Glaube wandelt mit Ihm, der sicher und gewiss das Ende in Seiner Hand hat. Er thront ewiglich; Er hat Seinen Thron aufgestellt zum Gericht. Er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit, wird über die Völkerschaften Gericht halten in Geradheit. Das ist der öffentliche Charakter Jehovas; aber es gibt auch eine besondere, private Seite Seines Charakters, wenn man so sagen darf, deren Offenbarung der Hauptgegenstand dieses Psalmes ist, und die in Verbindung mit dem erwähnten öffentlichen Charakter tatsächlich den Hauptgegenstand aller Psalmen bildet. Beide sind nur dem Glauben bekannt, werden aber im voraus gepriesen. Diese zweite Seite des Charakters Jehovas ist in dem 9. Verse ausgedrückt: „Und Jehova wird eine hohe Feste sein dem Unterdrückten, eine hohe Feste in Zeiten der Drangsal.“ Dies bringt zu allen Zeiten Vertrauen auf Jehova bei denen hervor, die Seinen Namen kennen. Das Einschreiten Jehovas in den Tagen des Überrestes zugunsten derer, die Ihn suchen, wird diesen Namen herrlich machen auf der ganzen Erde. …

  64. Thomasam 14. April 2010 um 17:34 Link zum Kommentar

    Psalm 10-12
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 10 schildert seinem Hauptinhalt nach den Zustand der Dinge in den letzten Tagen, bis Jehova zum Gericht aufsteht, und im Besonderen den Charakter des Gesetzlosen (denn an seinem Charakter wird er erkannt), und dieser Charakter wird besonders in dem Juden gefunden…. Der Gesetzlose handelt in seinem Stolz nach dem Sichtbaren, während der Gerechte durch den Glauben an das, was Jehova ist, durch den Glauben an Ihn, in seinem Tun geleitet wird. Der Gesetzlose rühmt sich des Gelüstes seiner Seele und schätzt den glücklich, welchen Jehova verabscheut. Er verfolgt gewissenlos seine Pläne, indem er den Elenden durch List zu verderben sucht, und denkt, dass Gott denselben vergessen habe. Wie gut kann Christus dem Überrest in diesen Umständen helfen! Die Elenden schreien unter dem Druck; warum steht Jehova fern und verbirgt Sich in der Zeit der Drangsal? Freilich sind diese Elenden noch weit entfernt von den Leiden, in denen Christus Sich befand; doch geht sozusagen der Schatten dieser Leiden über sie hin; aber sie können auf Gott hoffen. So rufen sie in Vers 12 zu Gott, dass Er Seine Hand erheben und der Elenden nicht vergessen möge; warum sollte der Gesetzlose Gott verachten? Jehova hat es gesehen und wird vergelten; der Arme übergibt sich Ihm.

    Der Schluss des Psalmes, von Vers 16 an, rühmt das Eingreifen Jehovas als Antwort auf das Schreien der Elenden sowie die daraus entstehenden Folgen. „Jehova ist König immer und ewiglich; die Nationen sind umgekommen aus seinem Lande.“ Das ist das öffentliche Gericht. Dann kommt das Geheimnis Jehovas: „Den Wunsch der Sanftmütigen hast du gehört.“ Er hat ihr Herz befestigt, und dann hat Sein Ohr aufgemerkt; und die Folge davon ist das Gericht, indem Er Richter ist für die Waise und den Unterdrückten, damit der Mensch, der von der Erde ist – der, welcher seine Kraft und Hoffnung auf der Erde hat -, hinfort nicht mehr schrecke.

    …Psalm 11 zeigt uns, wie der Gerechte den Gedanken zurückweist, als müsse er gegenüber der gottlosen Bosheit, derer, die Gott nicht fürchten, hilflos verzagen. Er vertraut auf Jehova. Doch die Gesetzlosen suchen mit aller Kraft die von Herzen Aufrichtigen zu verderben. Und wenn alle menschliche Hilfe, alles, worauf eine Hoffnung für die Erde sich gründen könnte, versagt, was tut dann der Gerechte? Jehova steht so fest wie immer. Er ist in Seinem heiligen Palast, hat Seinen Platz auf der Erde, einen Platz, den der Glaube anerkennt, mag er auch noch so sehr verwüstet sein, und Sein Thron ist in den Himmeln: dorthin kann kein Übel nahen, und Sein Thron herrscht über alles….

    Psalm 12 : „Rette, Jehova! denn der Fromme ist dahin.“ Jehova wird alle stolzen und schmeichelnden Lippen ausrotten. Hochmut und Trug, das ist der Charakter des Gesetzlosen. Er kennt weder Hindernis noch Zügel für seinen Willen; er sagt: „Wer ist unser Herr?“ Aber gerade weil er die Armen unterdrückt, steht Jehova auf. Die Worte Jehovas, worauf diese Armen sich stützten, und die Hilfe verhießen als notwendiges Zeugnis für den Charakter Jehovas, auf den sie schauten, sind reine, wohlgeläuterte Worte. Sie werden unfehlbar die verheißene Frucht tragen; es ist nichts Betrügliches in ihnen. Jehova wird Seine Armen bewahren vor dem Geschlecht der Gesetzlosen. Aber die Gesetzlosen haben freien Spielraum, „wenn die Gemeinheit erhöht ist bei den Menschenkindern“.

  65. Thomasam 15. April 2010 um 17:34 Link zum Kommentar

    Psalm 13-15
    Zitate von J.N.Darby


    In Psalm 13 sehen wir den Gerechten bis zum äußersten Punkt der Drangsal gebracht, insoweit dieselbe durch die Menschen verursacht wird. Es ist, als ob Gott ihn gänzlich und für immer vergessen hätte. Sein Feind hat sich über ihn erhoben, und er selbst hegt Ratschläge in seiner Seele; dann aber schreit er zu Jehova, blickt zu Ihm empor, dass Er ihn hören möge, damit er einerseits nicht umkomme und andererseits der Feind nicht sagen könne, dass er die Oberhand behalten habe. Und Jehova hört ihn; der Gerechte kann frohlocken und Jehova besingen, auf dessen Güte er vertraut hatte, und der am Ende an ihm wohlgetan hat.

    In Psalm 14 hat das Böse vor Gott den Höhepunkt erreicht. Was vom Fleische immer wahr ist, ist jetzt vor das Auge Gottes gebracht zur Zeit, wo Er im Begriff steht zu richten. Der Mensch erhebt sich vor Ihm in seinem Stolz, und gerade das führt das Gericht herbei. „Jehova schaut vom Himmel hernieder auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da sei, einer der Gott suche.“ Aber da ist keiner. Es gibt wohl einen Überrest, in dem die Gnade gewirkt hat und den Gott schon als Sein Volk anerkennt (V. 4), diesen fressen die Bösen, als äßen sie Brot, Jehova aber rufen sie nicht an. Des Menschen Stolz und Bosheit sind völlig ausgereift; aber bald ändert sich alles: Gott ist unter dem gerechten Geschlecht. Schrecken kommt über den Stolzen, der kurz vorher noch den Elenden verhöhnte, weil er auf Jehova vertraute. Der 7. Vers zeigt uns, dass alles dieses prophetisch auf eine spätere Zeit hindeutet, und wo und wie es erfüllt werden wird; diese Erfüllung ist das Verlangen des Gerechten gemäß dem Verständnis des Glaubens. Beachten wir, dass er die Rettung aus Zion erwartet und dass er nicht eher befriedigt ist, bis Jehova dort Frohlocken bereitet hat. Zugleich wird das Volk als in der Gefangenschaft befindlich betrachtet.

    Dann entsteht die Frage: Wer wird teilhaben an den Segnungen dieses heiligen Berges, wenn der Herr den Sitz Seiner gerechten Macht in Zion aufgeschlagen haben wird? Psalm 15 gibt Antwort auf die Frage: „Der in Lauterkeit wandelt und Gerechtigkeit wirkt und Wahrheit redet von Herzen.“ Sehr bemerkenswert ist folgendes: obwohl die Gerechten (wenn alles um sie her finster ist, wenn die Gottlosigkeit gänzlich die Oberhand hat und die Grundlagen aller irdischen Hoffnung, selbst in den Dingen, die Gott betreffen auf Erden, zerstört sind, wenn die Bosheit den Platz der Gerechtigkeit eingenommen hat) nach oben schauen und im Himmel den unerschütterlichen Thron Gottes erblicken und dadurch alles im Himmel und auf der Erde in Verbindung gebracht sehen, bleibt doch der eigentliche Punkt, den sie im Auge haben, Jehova in Seinem heiligen Tempel und die aus Zion kommende Rettung. Und so wird es in Wirklichkeit sein. Der unerschütterliche Thron im Himmel wird den so lange verödeten Thron auf der Erde in Macht aufrichten. Jehova wird in Seinem Tempel sein, aber Er wird in der Person Christi in Zion regieren. Diese Rettung trägt einen jüdischen Charakter und entspricht den rechtmäßigen Hoffnungen der Juden.

  66. Thomasam 16. April 2010 um 19:06 Link zum Kommentar

    Psalm 16-18
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 16 – Der Messias wendet Sich als Mensch an Gott, dass Er Ihn bewahren möge. Er nimmt die Stellung eines Menschen ein; nicht bloß wie ein Jude, der schon zu Jehova in Beziehung stand und Ihn anrief, sondern wie ein Mensch in Verbindung mit Gott. Er setzt Sein Vertrauen auf Gott,… Weiter tritt Er in die Stellung eines Dieners ein, indem Er zu Jehova sagt (denn hier nimmt Er Seinen Platz vor Jehova): „Du bist der Herr.“ Dies ist eine ganz bestimmte und besondere Stellung. Ferner nimmt Er Seinen Platz nicht ein in göttlicher Güte gegen andere, sondern als ein Mensch vor Gott, indem Er sagt: „Meine Güte reicht nicht hinauf zu dir.“ …

    Er will von keinem Gott, außer Jehova, hören; viele werden der Schmerzen derer sein, die einem anderen nacheilen. Jehova Selbst ist Sein Teil, und Jehova er hält Ihn in dem sicheren Genuss dessen, was Er nach dem Vorsatz Gottes genießen sollte. Lieblich waren die Örter, in denen die Messschnüre für Ihn gefallen waren. Jehovas Erbteil auf der Erde war Sein Teil, und dieses Erbteil war hauptsächlich in Israel. Das war Sein Teil. Aber zuerst kam der Pfad, den Er zu gehen hatte, und auch hierin pries Er Jehova, der Ihn immer durch Seinen Rat leitete. Das Geheimnis Jehovas war bei Ihm, um Ihn zu leiten; und wenn Er, fern von den Menschen, alles in der Stille und Tiefe Seines Herzens erwog, so waren Seine eigenen innersten Gedanken Licht und Leitung. So ist es immer wenn wir in Gemeinschaft mit Gott sind: denn obwohl diese Gedanken im Herzen sind, sind sie doch immer das Licht Gottes in dem Herzen, die sittliche Frucht der Wirksamkeit Seines Geistes. …

    Psalm 17 – Aber Sein Pfad, den Er als der Gerechte auf der Erde gegangen ist, führte durch die Mitte des Bösen, lag da, wo Er den Versuchungen des Feindes ausgesetzt war. Vor allem gab es in Ihm eine vollkommene Reinheit und Lauterkeit des Herzens, und zwar in Seinen geheimsten Gedanken. Er hatte Sich in völligem Gehorsam vorgesetzt, nicht zu übertreten. Das Wort, das aus dem Munde Gottes hervorging, leitete Ihn, so dass Er Seinen Fuß nie auch nur für einen Augenblick auf den Weg des Gewalttätigen setzte; denn das Wort des Mundes Gottes führt niemals dahin.
    …Beachten wir, dass die Vollkommenheit des Herzens, des sittlichen Charakters, ein nahes, inniges Vertrauen auf Gott sowie das Bewusstsein bewirkt, dass man wertgeachtet ist vor Seinen Augen.

    Der 18. Psalm behandelt, wie schon gesagt, die ganze Geschichte Israels und redet in einer Weise, als ob die Befreiung von dem Druck der feindlichen Macht bereits vollbracht sei; besonders aber verherrlicht er Jehova Selbst, den Retter, betont indes dabei immer die Abhängigkeit des Redenden von Jehova. Das ist der Gegenstand dieses Psalmes. Dann durchschreitet er, wie es gewöhnlich in den Psalmen geschieht, alle Umstände, welche die Seele zu dem geführt haben, was in den ersten Versen verkündet wird. Christus wird vor unsere Augen gestellt: Er ist umgeben von den Leiden des Todes und bedrängt von der Rotte der Bösen; die Bande des Scheols umringen Ihn, es ereilen Ihn die Falltricke des Todes. Ich zweifle nicht daran, dass wir wörtlich hier das ausgedrückt finden, was David gefühlt hat, wie es auch der 50. Vers zeigt…Dann folgen die Ausdrücke der Abhängigkeit und des Flehens. In Seiner Bedrängnis ruft Er zu Jehova und schreit zu Seinem Gott. Jehova hört Seine Stimme als Der, der in der Mitte Israels wohnt, und Sein Geschrei kommt vor Ihn. Dann werden uns die Folgen dieser Erhörung mitgeteilt. Christus stellt hier nur Israel dar; mit der Kirche oder Versammlung haben wir hier nichts zu tun. Die Verse 7 – 16 zeigen uns die Befreiung Israels aus Ägypten durch die mächtigen Taten Jehovas. Aber für Israel gab es noch andere Schwierigkeiten: die Macht seiner Feinde, die ihm dem Fleische nach weit überlegen waren, musste zerstört werden. Auch das ist geschehen, und Israel wurde in ein, reiches Land gebracht.

  67. Thomasam 17. April 2010 um 15:23 Link zum Kommentar

    Psalm 19-21
    Zitate von J.N.Darby


    Wir kommen nunmehr zu den Zeugnissen, die in der Welt, oder dem Volke Israel gegenüber abgelegt werden. Psalm 19 enthält zwei dieser Zeugnisse: erstens die Schöpfung, und zwar besonders die Schöpfung in den Himmeln, die sich über dem Menschen befindet und nicht durch ihn verdorben ist; dies ist ein Zeugnis für Gott als Gott. Zweitens das Gesetz (V. 7), es ist das Gesetz Jehovas. Hier erscheint dem gläubigen und demütigen Juden die Sünde unter einem doppelten Gesichtspunkt. Einerseits kann er seine Sünde nicht namhaft machen: so vieles ist ihm verborgen; hiervon begehrt er gereinigt zu werden. Andererseits sieht er übermütige Vergehungen; vor diesen wünscht er bewahrt zu bleiben. Auf diese Weise würde er vor jeglichem Abweichen von Jehova bewahrt werden.

    In Psalm 20 sehen wir inmitten der Leiden und des Bösen, das hereingebrochen ist, in Verbindung mit den zwei erwähnten Zeugnissen den treuen Zeugen, den lebendigen Zeugen Selbst. Wir sehen Ihn am Tage Seiner Drangsal; denn Er ist hernieder gekommen in die Mitte eines gottlosen Volkes. …

    In diesen Gläubigen ist auch das Gewissen tätig. Wahrheit ist in ihrem Innern angesichts des Gesetzes, und zwar wird das Gesetz geistlich von ihnen verstanden, sie nehmen von Herzen teil an dem von den Menschen verachteten und verworfenen Messias. Alles das vollzieht sich in Israel; die Hilfe wird von dem Gott Israels erwartet, und zwar von Ihm als Dem, der in der Mitte Israels wohnt und da Sein Heiligtum hat. … hier vereinigen sich die Gläubigen von Herzen mit Ihm in Seinen Leiden und Seinem Kampf in dieser Stellung, obwohl sie vielleicht nur die Außenseite davon sehen; doch sind sie Seiner Annahme vor Jehova gewiss. Sie wünschen, dass Seine Opfer angenommen werden, dass der Wunsch Seines Herzens und Seine Ratschläge erfüllt und alle Seine Bitten gewährt werden mögen. Sie finden Ihre Freude in der völligen Rettung dieses Gesegneten, aber Abhängigen; und der 6. Vers drückt die völlige Gewissheit des Glaubens in dieser Hinsicht aus. Jehova wird Ihn aus den Himmeln erhören, die Mächtigen sind gefallen, die Armen der Herde aber werden aufgerichtet und aufrechterhalten vor Ihm.

    In Vers 9 nimmt der Messias eine andere Stellung ein: Während der abhängige Gesalbte am Tage Seiner Drangsal von Jehova gerettet worden war, rufen jetzt die Gläubigen Ihn an und erwarten von Ihm Erhörung am Tage ihres Rufens. Es ist immer noch Jehova, auf den sie als Retter blicken, aber sie rufen den Messias, den König, an – sie wissen jetzt, dass der Gesalbte erhöht ist….Ich sehe keinen Grund, in Vers 9 den Text der Septuaginta entsprechend zu ändern, denen auch andere, unter ihnen die Vulgata, gefolgt sind. Die alten Übersetzer, die syrische Übersetzung und alle jüdischen Auslegungen lesen wie wir. Die andere Lesart ist: „Jehova rette den König! erhöre uns“ usw..

    Psalm 21 gibt die Antwort auf das Flehen im 20. Psalm in der Erhöhung Christi; und diese wirft wieder ihr Licht zurück auf den wahren Charakter jenes Psalmes. Der König freut sich in der Kraft Jehovas und frohlockt über seine Rettung durch dieselbe. Dann sehen wir, worin diese Rettung besteht. Die geduldige Erwartung des Überrestes war, dass Jehova dem leidenden Messias den Wunsch Seines Herzens geben und alle Seine Bitten erfüllen würde. Jetzt, nach der Erhöhung Christi, können sie sagen, und der Geist sagt es für sie: „Du, Jehova, hast Ihm den Wunsch Seines Herzens gegeben und das Verlangen Seiner Lippen nicht verweigert.“ Noch mehr, die Gunst und Liebe Jehovas kommen Ihm mit Segnungen des Guten zuvor, und Jehova setzt eine Krone von gediegenem Golde auf Sein Haupt. Doch der Psalm zeigt uns noch genauer, was sich wirklich zugetragen hat und was zur Ausführung gekommen ist. Der Messias hatte um Leben gebeten, und Jehova hatte es Ihm gegeben, ja, „Länge der Tage immer und ewiglich“, das ewige Leben des auferstandenen und verherrlichten Menschen. Das war die Antwort Jehovas auf das Flehen des leidenden Messias, als der Tod vor Ihm stand, und dies wird in dem nun Folgenden klar gezeigt. Groß ist Seine Herrlichkeit durch diese Rettung mittels der Gunst Jehovas. Er ist durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden. Jehova hat Ihn mit Majestät und Pracht bekleidet. Er hat Ihn gesegnet auf immer und ewig und Ihn mit Freude erfüllt durch Sein Angesicht. Das war die Rettung des leidenden Messias, die Antwort Gottes auf Sein Schreien, Seine Verherrlichung als leidender Mensch. Er wird hier nicht als Der betrachtet, der den Zorn Gottes trug; im Gegenteil, wenn Er niedergebeugt ist, so erwartet Er Hilfe von Jehova, und das Ergebnis davon ist, wie wir gesehen haben, das Gericht Seiner Feinde. Die Feindschaft und die listigen Anschläge des Menschen treten ans Licht; dann folgt das Gericht: die Rechte des Königs findet alle Seine Hasser; Jehova wird sie verschlingen. Ich wiederhole, es sind nicht die Sühnungsleiden Christi, die uns hier vorgestellt werden, sondern die boshaften Anschläge der Menschen. Daher führen die Leiden des Messias nicht den Frieden herbei, sondern das Gericht.

  68. Thomasam 18. April 2010 um 18:26 Link zum Kommentar

    Psalm 22 – 24
    Zitate von J.N.Darby


    Psalm 23 und Psalm 24 sind leicht zu verstehen. Wir finden darin das völlige Vertrauen auf den Hirten, Jehova, gegründet auf die Erfahrung von dem, was Er in allen Umständen ist; und ferner den Charakter derer, die mit Jakob teilhaben….
    Betrachten wir jedoch diese Psalmen etwas näher. Der Trost, den Psalm 23 darreicht, besteht nicht in den Gaben Jehovas, sondern in Ihm Selbst. Er lagert uns auf grünen Auen, und zwar ist das die natürliche Frucht Seiner Gnade, und so wird es bis zum Ende sein, und Er führt uns zu stillen Wassern. Da ist liebliche Weide, und es gibt keine Dürre, die Seele kann in Sicherheit genießen und wird in Frieden zu göttlichen Erfrischungen geleitet. Das ist das Teil, das Seine Hirtensorge uns gibt; aber was Vertrauen hervorruft und die Sorge fortnimmt, das ist Er Selbst. Doch das Böse ist in die Weit gekommen, und wir müssen es fühlen – wir in uns selbst,…; bei uns geht es leider noch weiter. Der gute Hirte erquickt die Seele, stellt sie wieder her und leitet uns in Pfaden der Gerechtigkeit um Seines Namens willen. Die Segnung hängt ab von dem, was Er ist, nicht von dem, was wir empfangen haben. Ich habe ohne Zweifel Segen und finde denselben auf den grünen Auen, aber wenn ich in Leiden oder abgeirrt hin, so erquickt Er meine Seele, stellt sie wieder her. Aber nicht nur Kummer und Schmerz hat die Sünde im Gefolge gehabt, sondern auch den Tod; und nun kommt Er und leitet mich durch denselben und tröstet mich. Ferner gibt es Feinde auf meinem Wege; angesichts derselben bereitet Er mir einen Tisch, an dem ich mich sättige. Welch eine Ermunterung liegt hierin auch für den Christen! Weil wir berufen sind, von Jehova Selbst und nicht von unseren Umständen abhängig zu sein, kann die Seele sagen: „Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.“ Wenn ich all die Schmerzen und Schwierigkeiten des Weges gekostet habe, so steht Jehova Selbst als Segnung bestimmter vor meiner Seele. Darum kann ich für immer auf sie rechnen, denn Er verändert Sich nicht. Da ich in der Vergangenheit, in allen Wirkungen der Macht des Feindes, erfahren habe und nun weiß, was Er Selbst darin für mich gewesen ist, kann ich auch für die Zukunft und zu allen Zeiten darauf rechnen. Das Ende aller Wege des Herrn wird sein, dass wir für immer bei Ihm wohnen werden. – Die Segnung ist also am Ende weniger in die Augen fallend, aber weit tiefer und persönlicher als im Anfang; die Seele ruht, wie gesagt, in Jehova Selbst, den sie in allen Umständen kennen gelernt hat, und nicht in der Segnung, die Er ihr ganz selbstverständlich hat zuteil werden lassen.
    Eine geübte Seele besitzt schließlich eine viel tiefere Segnung als eine Seele, die äußerlich gesegnet ist. Das Ergebnis für Israel (und noch mehr für uns) ist deshalb mehr als die grünen Auen, in die Jehova es ursprünglich gebracht hatte. Es besteht in dem tiefen Bewusstsein, das ein geprüftes Herz von der Treue Jehovas hat; und so wird die Ruhe, entsprechend der Glückseligkeit Seiner eigenen Natur, Seine Ruhe sein.
    Die grünen Weiden waren passend für Schafe, aber das gesalbte Haupt, der überfließende Becher und das Haus Jehovas in Ewigkeit entsprachen Dem, der dort wohnte. Das ist das Ergebnis des Vertrauens auf Jehova für den Überrest, wenn die grünen Auen, wenigstens für eine Zeit, verloren sind; jene Gläubigen werden dem Lamme folgen. …

    Psalm 24 zeigt uns, wie wir gesehen haben, die andere Seite des Zustandes des Überrestes, nämlich das in ihnen wirksame Gute, das die Gnade in ihnen hervorgebracht hat. Jehova war der Hirte auf dem ganzen Wege. Am Ende gehört Ihm die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen. Von dem Himmel wird hier nicht unmittelbar gesprochen, weder während des Weges noch am Ende desselben; doch hat Jehova eine besondere Stätte auf der Erde, einen Berg, der in hervorragender Weise Sein Berg genannt wird. Wer wird da hinaufsteigen? „Der unschuldiger Hände und reinen Herzens ist, der nicht zur Falschheit erhebt seine Seele und nicht schwört zum Truge.“ Solche werden Segen empfangen. Das ist das Geschlecht und das der Charakter derer, die Jakob suchen, denn in Jakob hat Gott Seinen Wohnsitz. Sie suchen Jakob als das gesegnete Volk Jehovas, doch wenn sie auf den heiligen Berg steigen und die heilige Stätte betreten, so wird ihre höchste Segnung darin bestehen, dass Jehova Selbst durch die geöffneten Tore eintritt, um da zu wohnen. Der siegreiche Herr, Jehova der Heerscharen, zieht ein….

  69. Thomasam 22. April 2010 um 00:34 Link zum Kommentar

    Psalm 35
    Zitate von J.N.Darby

    Psalm 35 enthält die dringende Bitte, dass das Gericht Jehovas über die unbarmherzigen und hinterlistigen Verfolger kommen möge, die nach der Seele des Gerechten trachten. Schmähung, List, Gewalt, alles wird gegen ihn angewandt. Seine Feinde behaupten, ihn erforscht zu haben. Er verlangt nach Rettung, damit Jehova möge gepriesen werden in der großen Versammlung, das heißt in der vollen Versammlung des wiederhergestellten Israel. Die Verse 13 und 14 zeigen uns die Gnade, in der der Fromme mit jenen Feinden gehandelt hat.

  70. WT 15.07.2004am 11. April 2011 um 08:00 Link zum Kommentar

    Hast du Lust am „Gesetz Jehovas“?

    „Glücklich ist der Mann, der . . . seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas“ (PSALM 1:1, 2).

    JEHOVA unterstützt und segnet uns, wenn wir uns bemühen, ihm loyal zu dienen. Wir gehen zwar durch die verschiedensten Prüfungen, empfinden aber trotzdem echtes Glück. Das überrascht auch nicht, denn wir dienen dem ‘glücklichen Gott’, und sein heiliger Geist bewirkt, dass wir tiefe Freude empfinden (1. Timotheus 1:11; Galater 5:22). Freude ist eine Gemütsbewegung oder ein Glückszustand, der hervorgerufen wird, wenn man etwas Gutes erwartet oder schon erhalten hat. Und von unserem himmlischen Vater erhalten wir bestimmt gute Gaben (Jakobus 1:17). Kein Wunder, dass wir glücklich sind!

    2 Die Freude wird besonders in den Psalmen hervorgehoben, zum Beispiel in Psalm 1 und 2. Der zweite Psalm wurde von den Jüngern Jesu Christi dem israelitischen König David zugeschrieben (Apostelgeschichte 4:25, 26). Der ungenannte Verfasser des ersten Psalms beginnt sein inspiriertes Lied mit den Worten: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rat der Bösen gewandelt . . . ist“ (Psalm 1:1). Dieser Artikel und der folgende zeigen, welche Gründe zur Freude uns Psalm 1 und 2 liefern.

    Das Geheimnis des Glücks

    3 Psalm 1 zeigt, warum ein gottesfürchtiger Mensch glücklich ist. Der Psalmist nennt in seinem Lied folgende Gründe: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rat der Bösen gewandelt und nicht auf den Weg der Sünder getreten ist und nicht auf dem Sitz der Spötter gesessen hat“ (Psalm 1:1).

    4 Wer wirklich glücklich sein möchte, muss sich nach dem ausrichten, was Jehova zu Recht von uns erwartet. Sacharja und Elisabeth, die glücklichen Eltern von Johannes dem Täufer, „waren beide vor Gott gerecht, weil sie allen Geboten und rechtlichen Erfordernissen Jehovas gemäß untadelig wandelten“ (Lukas 1:5, 6). Wenn wir ebenso handeln und es strikt ablehnen, ‘im Rat der Bösen zu wandeln’, uns also nicht von ihrem gottlosen Rat leiten lassen, dann können auch wir glücklich sein.

    5 Wir ‘treten nicht auf den Weg der Sünder’, wenn wir die Gedanken gottloser Menschen zurückweisen. Ja, man wird uns auch nicht buchstäblich dort finden, wo sich Sünder oftmals aufhalten: in anrüchigen Vergnügungsstätten oder an anderen verrufenen Orten. Was ist, wenn wir versucht sind, uns Sündern anzuschließen und einen unbiblischen Lebenswandel zu führen? Dann sollten wir Gott darum bitten, uns zu helfen, nach den Worten des Apostels Paulus zu handeln: „Lasst euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis?“ (2. Korinther 6:14). Wenn wir auf Gott vertrauen und „reinen Herzens“ sind, werden wir die Einstellung und den Lebensstil von Sündern ablehnen. Wir werden reine Beweggründe und Wünsche haben sowie einen ‘ungeheuchelten Glauben’ (Matthäus 5:8; 1. Timotheus 1:5).

    6 Damit wir Jehova gefallen, dürfen wir bestimmt ‘nicht auf dem Sitz der Spötter sitzen’. Einige spotten über ein gottgefälliges Verhalten an sich, aber in den heutigen „letzten Tagen“ spotten ehemalige Christen, die abtrünnig geworden sind, oftmals besonders verächtlich. Der Apostel Petrus schrieb an Glaubensbrüder warnend: „Geliebte, . . . dies wisst zuerst, dass in den letzten Tagen Spötter mit ihrem Spott kommen werden, die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tag an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an‘ “ (2. Petrus 3:1-4). Wenn wir nicht ‘auf dem Sitz der Spötter sitzen’, bleibt uns das Unheil erspart, das sie mit Sicherheit treffen wird (Sprüche 1:22-27).

    7 Wer sich die einleitenden Worte von Psalm 1 nicht zu Herzen nimmt, kann leicht seine geistige Gesinnung verlieren, die er durch ein Studium der Bibel erworben hat. Er könnte dann ohne weiteres vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten. Dieses Abgleiten beginnt oft damit, dass man auf den Rat der Bösen hört und regelmäßig Umgang mit ihnen hat. Und schließlich wird man zu einem ungläubigen, abtrünnigen Spötter. So kann durch eine Freundschaft mit Bösen eine gottlose Einstellung entstehen und das Verhältnis zu Jehova Gott kann zerstört werden (1. Korinther 15:33; Jakobus 4:4). Lassen wir niemals zu, dass uns das passiert!

    8 Das Gebet hilft uns, unseren Sinn auf geistige Dinge gerichtet zu halten und mit Bösen keinen Umgang zu haben. „Seid um nichts ängstlich besorgt“, schrieb Paulus, „sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekannt werden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten.“ Der Apostel empfahl, alles zu erwägen, was wahr, von ernsthaftem Interesse, gerecht, keusch und liebenswert ist, alles, worüber gut gesprochen wird, was tugendhaft und lobenswert ist (Philipper 4:6-8). Richten wir uns nach diesem Rat des Paulus und lassen wir uns nie auf das Niveau der Bösen herab!

    9 Wir lehnen zwar schlechte Handlungen ab, geben aber genauso taktvoll Zeugnis wie der Apostel Paulus, als er sich mit dem römischen Statthalter Felix „über Gerechtigkeit und Selbstbeherrschung und das kommende Gericht“ unterhielt (Apostelgeschichte 24:24, 25; Kolosser 4:6). Wir predigen den verschiedensten Menschen die gute Botschaft vom Königreich und behandeln jedermann freundlich. Im Übrigen vertrauen wir darauf, dass Personen, die „zum ewigen Leben richtig eingestellt“ sind, gläubig werden und an Gottes Gesetz schließlich Lust haben werden (Apostelgeschichte 13:48).

    Er hat Lust am Gesetz Jehovas

    10 Über den glücklichen Mann sagt der Psalmist weiter, dass er „seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht“ (Psalm 1:2). Als Gottes Diener ‘haben wir Lust am Gesetz Jehovas’. Wenn möglich, sollten wir beim persönlichen Studium und Nachsinnen „mit gedämpfter Stimme“ lesen, das heißt die Worte mitsprechen. Dadurch prägen wir uns jede Bibelstelle besser in Sinn und Herz ein.

    11 Der „treue und verständige Sklave“ fordert uns auf, täglich in der Bibel zu lesen (Matthäus 24:45). Da uns sehr daran gelegen ist, mit Jehovas Botschaft an die Menschheit besser vertraut zu werden, könnten wir durchaus in der Bibel „Tag und Nacht“ lesen — ja sogar wenn wir einmal aus irgendeinem Grund nachts nicht schlafen können. Petrus spornt uns an: „Wie neugeborene Kindlein entwickelt ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, die zum Wort gehört, damit ihr durch sie zur Rettung heranwachsen mögt“ (1. Petrus 2:1, 2). Haben wir persönlich Lust daran, täglich in der Bibel zu lesen und nachts über Gottes Wort und seine Vorsätze nachzusinnen? Dem Psalmisten erging es so (Psalm 63:6).

    12 Unser ewiges Glück hängt davon ab, dass wir Lust haben an Gottes Gesetz. Gottes Gesetz ist vollkommen und gerecht. Es zu halten trägt großen Lohn ein (Psalm 19:7-11). Der Jünger Jakobus schrieb: „Wer . . . in das vollkommene Gesetz, das zur Freiheit gehört, hineinschaut und dabei bleibt, der wird glücklich sein, indem er es tut, weil er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes geworden ist“ (Jakobus 1:25). Wenn wir wirklich Lust haben am Gesetz Jehovas, lassen wir keinen Tag vergehen, ohne uns mit geistigen Dingen zu befassen. Wir sind dann motiviert, „die tiefen Dinge Gottes“ zu erforschen und den Interessen des Königreiches in unserem Leben immer den Vorrang zu geben (1. Korinther 2:10-13; Matthäus 6:33).

    Er wird wie ein Baum sein

    13 Über den Gerechten sagt der Psalmist weiter: „Er wird gewiss wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt, und alles, was er tut, wird gelingen“ (Psalm 1:3). Wie bei allen unvollkommenen Menschen gibt es auch im Leben von uns Dienern Jehovas Probleme (Hiob 14:1). Das können Verfolgung oder andere Glaubensprüfungen sein (Matthäus 5:10-12). Doch mit Gottes Hilfe können wir diese Prüfungen genauso bestehen wie ein gesunder Baum, der sogar starken Stürmen trotzt.

    14 Ein Baum, der an einer nicht versiegenden Quelle gepflanzt ist, übersteht auch eine Hitze- oder Dürreperiode. Als gottesfürchtige Menschen erhalten wir ebenfalls Kraft aus einer nie versiegenden Quelle, nämlich von Jehova Gott. Paulus bat ihn um Hilfe und konnte sagen: „Für alles bin ich stark durch den [Jehova], der mir Kraft verleiht“ (Philipper 4:13). Wenn wir von Jehovas heiligem Geist geleitet und gestützt werden, „verwelken“ wir nicht, noch sind wir dann „unfruchtbar“ oder geistig tot. Wir tragen im Dienst für Gott Frucht und bringen auch die Frucht des Geistes hervor (Jeremia 17:7, 8; Galater 5:22, 23).

    15 Durch den Gebrauch eines hebräischen Wortes, das mit „wie“ wiedergegeben wird, stellt der Psalmist einen Vergleich an. Er vergleicht zwei Dinge, die eigentlich ganz unterschiedlich sind, aber etwas Bestimmtes gemeinsam haben. Menschen sind etwas ganz anderes als Bäume. Aber ein üppiger Baum an einer wasserreichen Quelle erinnerte den Psalmisten an einen Menschen, der geistig gedeiht, weil er „seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas“. Unsere Tage können wie die Tage eines Baumes werden, wenn wir Lust haben an Gottes Gesetz. Ja, wir können ewig leben (Johannes 17:3).

    16 Wenn wir ein rechtschaffenes Leben führen, hilft uns Jehova, durch Prüfungen oder Schwierigkeiten verursachte Belastungen zu ertragen. Wir haben Freude im Dienst für Gott und bringen Frucht hervor (Matthäus 13:23; Lukas 8:15). ‘Alles, was wir tun, gelingt’, weil wir bestrebt sind, den Willen Jehovas zu tun. Und da ihm alles gelingt, was er sich vornimmt, und wir Lust haben an seinen Geboten, können wir geistig gedeihen (1. Mose 39:23; Josua 1:7, 8; Jesaja 55:11). Das trifft selbst dann zu, wenn Schwierigkeiten auftreten (Psalm 112:1-3; 3. Johannes 2).

    Die Bösen scheinen zu gedeihen

    17 Wie sehr sich doch das Geschick Gottloser von dem der Gerechten unterscheidet! Bösen Menschen scheint es vielleicht eine Zeit lang materiell gut zu gehen, geistig geht es ihnen aber ganz und gar nicht gut. Das bringt der Psalmist durch seine weiteren Worte zum Ausdruck: „Die Bösen sind nicht so, sondern sind wie die Spreu, die der Wind verweht. Darum werden die Bösen nicht aufstehen im Gericht noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten“ (Psalm 1:4, 5). Beachten wir die Aussage „Die Bösen sind nicht so“. Der Psalmist meint damit, dass sie nicht wie die Gottesfürchtigen sind, die er zuvor mit fruchtbaren, langlebigen Bäumen verglichen hat.

    18 Selbst wenn es Bösen materiell gut geht, ist ihre Sicherheit nicht von Dauer (Psalm 37:16; 73:3, 12). Sie gleichen dem unvernünftigen Reichen, den Jesus in einem Gleichnis anführte, als man ihn bat, in einem Erbschaftsstreit Schiedsrichter zu sein. Jesus sagte seinen Zuhörern: „Haltet eure Augen offen, und hütet euch vor jeder Art von Habsucht, denn wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt.“ Diesen Gedanken veranschaulichte Jesus, indem er davon sprach, dass das Land eines gewissen Reichen so viel Ertrag brachte, dass er seine Vorratshäuser abbrechen und größere bauen wollte, damit er alle seine „guten Dinge“ unterbringen könnte. Dann wollte er essen, trinken und es sich gut gehen lassen. Aber Gott sagte: „Du Unvernünftiger, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Wer soll dann die Dinge haben, die du aufgespeichert hast?“ Anschließend unterstrich Jesus den Gedanken noch mit den Worten: „So ergeht es dem Menschen, der Schätze für sich aufhäuft, aber nicht reich ist Gott gegenüber“ (Lukas 12:13-21).

    19 Die Bösen sind ‘nicht reich Gott gegenüber’. Ihre Sicherheit oder Stabilität kann man daher mit Spreu oder Getreidehülsen auf einer Dreschtenne vergleichen. Eine Dreschtenne war ein ebener Platz, der meistens auf einer Anhöhe lag. Dorthin brachte man im Altertum das geerntete Getreide. Es wurden Dreschschlitten eingesetzt, an deren Unterseite spitze steinerne oder eiserne Zähne angebracht waren. Mit diesen von Tieren gezogenen Schlitten zerkleinerte man die Halme und löste die Hülse vom Korn. Anschließend wurde die ganze Mischung geworfelt, indem man sie mit einer Worfschaufel gegen den Wind in die Luft warf (Jesaja 30:24). Dabei fielen die Körner auf die Dreschtenne zurück, während das Stroh von der Brise zur Seite getragen und die Spreu weggeblasen wurde (Ruth 3:2). Nachdem das Korn durch ein Sieb geschüttelt worden war, um Steinchen und Ähnliches zu entfernen, konnte man es mahlen oder lagern (Lukas 22:31). Aber die Spreu war verschwunden.

    20 Die Getreidekörner fielen auf den Boden und wurden zurückbehalten, wohingegen die Spreu weggeblasen wurde. Genauso bleiben die Gerechten bestehen, während die Bösen beseitigt werden. Bestimmt freuen wir uns darüber, dass es mit den Übeltätern bald für immer vorbei sein wird. Dann werden Menschen, die Lust haben an Jehovas Gesetz, reich gesegnet. Ja, gehorsame Menschen werden letztendlich von Gott die Gabe des ewigen Lebens empfangen (Matthäus 25:34-46; Römer 6:23).

    Der gesegnete „Weg der Gerechten“

    21 Der erste Psalm schließt mit den Worten: „Jehova nimmt Kenntnis vom Weg der Gerechten, aber der Weg der Bösen, er wird vergehen“ (Psalm 1:6). Inwiefern ‘nimmt Gott Kenntnis vom Weg der Gerechten’? Nun, wenn wir rechtschaffen handeln, können wir überzeugt sein, dass unser himmlischer Vater unser gottgefälliges Leben würdigt und uns als seine ihm wohlgefälligen Diener betrachtet. Wir können und sollten also all unsere Sorge auf ihn werfen und überzeugt sein, dass er wirklich für uns sorgt (Hesekiel 34:11; 1. Petrus 5:6, 7).

    22 Der „Weg der Gerechten“ wird für immer bestehen bleiben, aber unverbesserlich Böse werden im Strafgericht Jehovas vergehen. Und ihr „Weg“ oder ihre Lebensweise wird mit ihnen enden. Wir können darauf vertrauen, dass sich die Worte Davids erfüllen: „Nur noch eine kleine Weile, und der Böse wird nicht mehr sein; und du wirst dich sicherlich umsehen nach seiner Stätte, und er wird nicht da sein. Die Sanftmütigen aber werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens. Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37:10, 11, 29).

    23 Wie glücklich werden wir sein, wenn wir auf einer paradiesischen Erde leben, auf der es keine Bösen mehr gibt! Die Sanftmütigen und Gerechten werden sich dann wahren Friedens erfreuen, weil sie für immer Lust haben werden am „Gesetz Jehovas“. Zuvor jedoch muss noch „die Verordnung Jehovas“ in Kraft gesetzt werden (Psalm 2:7a). Im folgenden Artikel wird gezeigt, worum es sich dabei handelt und was diese „Verordnung“ für uns und für die gesamte Menschheitsfamilie bedeuten wird.

  71. WT 01.01.2007am 11. April 2011 um 08:44 Link zum Kommentar

    Wann sind wir erfolgreich?

    GENAUSO wie Eltern sich um ihre Kinder kümmern und ihnen Erfolg wünschen, so kümmert sich unser Vater im Himmel um uns und möchte uns erfolgreich sehen. Seine liebevolle Aufmerksamkeit ist daran abzulesen, wie umfangreich er uns über das Thema Erfolg und Misserfolg informiert. In Verbindung mit einem Menschen, der auf das Acht gibt, was Gott sagt, finden wir in der Bibel tatsächlich die kühne Behauptung: „Alles, was er tut, wird gelingen“ (Psalm 1:3).

    Wenn das stimmt, muss man sich allerdings fragen, warum so viele alles andere als ein erfolgreiches, glückliches und befriedigendes Leben führen. Sehen wir uns den betreffenden Psalm einmal näher an, denn dann erhalten wir nicht nur die Antwort auf diese Frage, sondern auch Hinweise, wie wir selbst erfolgreich sein können.

    Der „Rat der Bösen“

    Der Psalmist warnt vor der Gefahr, dem „Rat der Bösen“ zu folgen (Psalm 1:1). Der oberste aller „Bösen“ ist Satan, der Teufel (Matthäus 6:13). Er ist „der Herrscher dieser Welt“, die deshalb, wie die Bibel zeigt, insgesamt „in der Macht dessen [liegt], der böse ist“ (Johannes 16:11; 1. Johannes 5:19). Es überrascht daher nicht, dass die Ratschläge vonseiten der Welt überwiegend das Denken dieses Bösen widerspiegeln.

    Was für Rat können die Bösen denn geben? Generell haben Böse keine Achtung vor Gott (Psalm 10:13). Allgegenwärtig ist ihr Rat, in dem sie Gott eindeutig außer Acht lassen, ihm also den Respekt verweigern. Die heutige Gesellschaft fördert „die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und die auffällige Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat“ (1. Johannes 2:16). Durch die Medien werden wir mit einer materialistischen „Nimm-alles-mit“-Philosophie bombardiert. Weltweit geben Unternehmen über 390 Milliarden Euro pro Jahr für die Werbung aus, um Menschen dazu zu bringen, ihre Produkte zu kaufen — egal ob Konsumenten diese benötigen oder nicht. Und Werbung erreicht mehr, als lediglich die Kaufgewohnheiten der Menschen zu ändern. Sie vermittelt der Welt auch eine verdrehte Ansicht über Erfolg.

    Daher haben viele, obwohl sie Dinge besitzen, von denen man vor einigen Jahren nur träumen konnte, ein unersättliches Verlangen nach immer mehr. Man meint, nicht glücklich oder erfolgreich sein zu können, solange man dieses oder jenes nicht hat. Solches Denken ist eine bewusste Täuschung und „stammt nicht vom Vater, sondern stammt von der Welt“ (1. Johannes 2:16).

    Unser Schöpfer weiß, was uns wirklich erfolgreich macht. Sein Rat hat mit dem „Rat der Bösen“ nichts gemein. Wollte man daher versuchen, Gottes Wohlgefallen zu erlangen, während man gemäß dem Weg der Welt nach Erfolg sucht, würde das dem Versuch gleichkommen, auf zwei verschiedenen Straßen gleichzeitig zu gehen. Das ist einfach unmöglich. Kein Wunder, dass die Bibel warnend sagt: „Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an“! (Römer 12:2, Die Gute Nachricht).

    Sich nicht von der Welt formen lassen

    Die Welt, die unter Satans Einfluss steht, tut so, als sei sie an unserem Wohl interessiert. Doch aufgepasst! Bedenken wir, dass Satan aus Eigennutz die erste Frau, Eva, täuschte. Anschließend benutzte er sie, um auch Adam auf den Weg der Sünde zu führen. Heute bedient sich Satan ebenfalls bestimmter Personen, um seine Propaganda zu verbreiten.

    Von David, der im vorhergehenden Artikel erwähnt wurde, erwartete man beispielsweise, viele Überstunden und häufig Geschäftsreisen zu machen. „Oft musste ich Montag früh los und kam Donnerstagabend zurück“, erzählte David. Aufrichtige Freunde, Familienangehörige und Arbeitskollegen drängten David aus ihrem Verständnis heraus zu solchen Opfern, damit er in der Welt Erfolg haben würde: „Tu es für deine Familie.“ Sie argumentierten, dieses Arbeitspensum würde sich auf ein paar Jahre beschränken, bis er sich etabliert habe. David berichtete: „In ihren Augen hatte es meine Familie besser, weil ich so mehr Geld nach Hause bringen konnte — ich wäre erfolgreicher. Obwohl ich nicht bei meiner Familie wäre, überzeugten mich meine Freunde, gäbe ich meiner Familie eigentlich mehr.“ Wie David arbeiten heute viele hart, um ihren Angehörigen alles zu geben, was sie ihrer Meinung nach brauchen. Aber führt es zum Erfolg, solch einen Rat zu befolgen? Was benötigt eine Familie denn wirklich?

    David erfuhr es auf einer Geschäftsreise. „Ich telefonierte gerade mit meiner Tochter Angelica, als sie unvermittelt fragte: ‚Papa, warum willst du denn nicht bei uns zu Hause bleiben?‘ Es war furchtbar“, sagte David. Die Bemerkung seiner Tochter bestärkte ihn in dem Wunsch, zu kündigen. David entschied sich, seiner Familie das zu geben, was sie tatsächlich benötigte — ihn.

    Gottes Rat zu beachten führt zum Erfolg

    Wie können wir der allgemeinen Irreführung in der heutigen Welt entgegenwirken? Wie der Psalmist sagt, ist derjenige erfolgreich und glücklich, der „seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht“ (Psalm 1:2).

    Als Gott Josua zum Führer der Nation Israel ernannte, sagte er ihm: „Du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin [in Gottes Wort] lesen.“ Ja, Gottes Wort zu lesen und darüber nachzudenken war äußerst wichtig, aber Josua musste auch ‘darauf achten, nach allem zu tun, was darin geschrieben steht’. Das Bibellesen an sich wird natürlich niemand durch ein Wunder zum Erfolg verhelfen. Man muss das auch anwenden, was man liest. Josua wurde gesagt: „Dann wirst du deinen Weg zum Erfolg machen, und dann wirst du weise handeln“ (Josua 1:8).

    Stellen wir uns ein freudig strahlendes Kind vor, das auf dem Schoß seines lieben Vaters oder seiner lieben Mutter sitzt, während sie gemeinsam eine Lieblingsgeschichte lesen. Ungeachtet dessen, wie oft sie diese schon gelesen haben, schätzen sie solche kostbaren Augenblicke sehr. Ebenso ist für jemand, der Gott liebt, das tägliche Bibellesen eine angenehme Erfahrung — eine schöne Zeit, die er mit seinem himmlischen Vater verbringt. Dadurch dass sich der Betreffende an den Rat und die Führung Jehovas hält, wird er „wie ein Baum werden, gepflanzt an Wasserbächen, der seine eigene Frucht gibt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht welkt, und alles, was er tut, wird gelingen“ (Psalm 1:3).

    Der Baum, den der Psalmist hier beschreibt, wächst und gedeiht nicht zufällig. Er wurde überlegt dort gepflanzt, wo es Wasser gibt, und von dem Obstbauern umsorgt. In ähnlicher Weise korrigiert unser himmlischer Vater durch den Rat der Bibel unser Denken. Deshalb sind wir erfolgreich und bringen gottgefällige Frucht hervor.

    Doch „die Bösen sind nicht so“. Sie mögen eine Zeit lang scheinbar gedeihen, aber letztlich werden sie ein schlimmes Ende finden. Sie werden „nicht aufstehen im Gericht“, denn „der Weg der Bösen, er wird vergehen“ (Psalm 1:4-6).

    Lassen wir uns daher nicht von der Welt unsere Ziele und Wertvorstellungen vorgeben. Selbst wenn wir begabt sind und sich uns die Möglichkeit bietet, in der heutigen Welt Erfolg zu haben, sollten wir uns gut überlegen, wofür wir unsere Fähigkeiten einsetzen oder wie wir sie von der Welt gebrauchen lassen. Nutzlose, materialistische Bestrebungen können bewirken, dass jemand „welkt“. Ein gutes Verhältnis zu Gott führt dagegen zu wahrem Erfolg und bringt Freude.

    Wie wir erfolgreich sein können

    Warum wird jemand, der Gottes Rat befolgt, alles gelingen, was er tut? Der Psalmist spricht nicht vom Erfolg in der heutigen Welt. Der Erfolg eines gottesfürchtigen Menschen ergibt sich daraus, Gottes Willen zu tun — und Gottes Wille ist immer erfolgreich. Wir wollen sehen, wie jemand Erfolg haben kann, der gemäß biblischen Grundsätzen handelt.

    Familie:
    Ehemänner werden in der Bibel aufgefordert, „ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber“, und gläubige Frauen sollen „tiefen Respekt vor ihrem Mann haben“ (Epheser 5:28, 33). Eltern werden ermuntert, sich ihren Kindern zu widmen, mit ihnen zu lachen und sie in den wichtigen Dingen des Lebens zu unterweisen (5. Mose 6:6, 7; Prediger 3:4). Gottes Wort rät Eltern auch, ‘ihre Kinder nicht zum Zorn zu reizen’. Wird dieser Hinweis befolgt, fällt es den Kindern leichter, ‘ihren Eltern zu gehorchen’ und ‘ihren Vater und ihre Mutter zu ehren’ (Epheser 6:1-4). Diese von Gott stammenden Ratschläge umzusetzen kann zu einem erfolgreichen Familienleben führen.

    Freunde:
    Die meisten Menschen brauchen Freunde. Wir haben die geistige und emotionelle Anlage, zu lieben und geliebt zu werden. Allen Jüngern Jesu gilt seine Aufforderung, ‘einander zu lieben’ (Johannes 13:34, 35). Unter ihnen finden wir Freunde, die wir lieben und denen wir vertrauen können — selbst wenn es um unsere tiefsten Gedanken und Gefühle geht (Sprüche 18:24). Das Allerbeste ist jedoch, dass wir uns ‘Gott nahen’ dürfen und wir wie Abraham sogar als „Freund Jehovas“ bezeichnet werden können, wenn wir gemäß biblischen Grundsätzen handeln (Jakobus 2:23; 4:8).

    Ein sinnvolles Leben:
    Diejenigen, die wirklich erfolgreich sind, führen ein sinnvolles Leben, statt ziellos in den Tag hinein zu leben. Sie gründen ihr Leben nicht auf die unsicheren Verhältnisse des gegenwärtigen Systems der Dinge. Die Ziele, die sie verfolgen, führen zu echter, dauerhafter Zufriedenheit, weil sie auf den wahren Sinn des Lebens ausgerichtet sind. Was gibt dem Leben Sinn? „Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 12:13).

    Eine Hoffnung:
    Gott zum Freund zu haben gibt uns auch eine Zukunftshoffnung. Der Apostel Paulus forderte Christen auf, „ihre Hoffnung nicht auf unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott“. Auf diese Weise würden sie „für sich sichere Schätze sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft, damit sie das wirkliche Leben fest ergreifen“ (1. Timotheus 6:17-19). Dieses wirkliche Leben wird man bald führen können, wenn Gottes himmlisches Königreich die Erde wieder in einen paradiesischen Zustand versetzt (Lukas 23:43).

    Wer nach biblischen Grundsätzen handelt, ist zwar nicht frei von allen Problemen, aber ihm bleibt ein Großteil des Kummers und der Sorgen erspart, die die Bösen auf sich laden. David, von dem bereits die Rede war, und Millionen wie er haben erfahren, von welchem Wert es ist, gemäß biblischen Grundsätzen zu leben. Er sagte, nachdem er eine Stelle mit günstiger Arbeitszeit gefunden hatte: „Ich bin dankbar für das Verhältnis zu meiner Frau und zu meinen Kindern sowie dafür, dass ich Jehova Gott als Versammlungsältester dienen darf.“ Somit ist es nicht verwunderlich, wenn in den Psalmen über jemand, der Gottes Rat beachtet, gesagt wird: „Alles, was er tut, wird gelingen“!

    [Übersicht auf Seite 6]
    FÜNF SCHRITTE ZUM ERFOLG

    1. Sich nicht von den Werten der Welt formen lassen.
      Psalm 1:1; Römer 12:2
    2. Täglich in Gottes Wort lesen und darüber nachdenken.
      Psalm 1:2, 3
    3. Biblischen Rat anwenden.
      Josua 1:7-9
    4. Sich Gott zum Freund machen.
      Jakobus 2:23; 4:8
    5. Den wahren Gott fürchten und seine Gebote halten.
      Prediger 12:13
  72. WT 15.7.2004am 11. April 2011 um 09:15 Link zum Kommentar

    „Die Verordnung Jehovas“ kann nicht fehlschlagen

    „Man lasse mich auf die Verordnung Jehovas hinweisen; er hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn . . . Erbitte von mir, dass ich Nationen zu deinem Erbe gebe‘ “ (PSALM 2:7, 8).

    JEHOVA GOTT hat sich etwas Bestimmtes vorgenommen, was die Menschen und die Erde angeht. Auch die Nationen haben sich etwas vorgenommen, doch das unterscheidet sich gewaltig von dem göttlichen Vorsatz. Eigentlich kann man auch nichts anderes erwarten, denn Gott sagt: „Wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“ Gottes Vorsatz wird mit Sicherheit verwirklicht, denn er sagt weiter: „Wie der strömende Regen und der Schnee von den Himmeln herabkommt und nicht an jenen Ort zurückkehrt, es sei denn, er habe tatsächlich die Erde satt getränkt und sie Ertrag hervorbringen und sprossen lassen und dem Sämann tatsächlich Samen gegeben und Brot dem Essenden, so wird sich mein Wort erweisen, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht ergebnislos zu mir zurückkehren, sondern es wird gewiss das tun, woran ich Gefallen gehabt habe, und es wird bestimmt Erfolg haben in dem, wozu ich es gesandt habe“ (Jesaja 55:9-11).

    2 Der zweite Psalm verdeutlicht, dass Gottes Vorsatz hinsichtlich seines messianischen Königs verwirklicht werden wird. David, der als König im alten Israel diesen Psalm verfasste, schrieb unter göttlicher Inspiration, dass die Nationen zu einer bestimmten Zeit in Tumult wären. Ihre Herrscher würden sich gegen Jehova Gott und seinen Gesalbten aufstellen. Doch der Psalmist schrieb auch: „Man lasse mich auf die Verordnung Jehovas hinweisen; er hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn . . . Erbitte von mir, dass ich Nationen zu deinem Erbe gebe und die Enden der Erde zu deinem eigenen Besitz‘ “ (Psalm 2:7, 8).

    3 Was hat „die Verordnung Jehovas“ für die Nationen zu bedeuten? Wie wirkt sie sich auf die Menschheit im Allgemeinen aus? Was bedeuten diese Entwicklungen für alle gottesfürchtigen Menschen, die den zweiten Psalm lesen?

    Die Nationen in Tumult

    4 Mit Bezug auf die Nationen und ihre Herrscher beginnt der Psalmist sein Lied folgendermaßen: „Warum sind die Nationen in Tumult gewesen und murmelten die Völkerschaften ständig Leeres? Die Könige der Erde stellen sich auf, und hohe Amtspersonen ihrerseits haben sich zusammengerottet wie e i n Mann gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten“ (Psalm 2:1, 2).

    5 Was ist das ‘Leere’, das die heutigen Völkerschaften ständig gemurmelt haben? Die Nationen „murmelten“ oder sinnierten „ständig“ darüber, wie sie ihre eigene Herrschaftsgewalt aufrechterhalten, statt Gottes Gesalbten, den Messias oder Christus, anzuerkennen. Diese Worte des zweiten Psalms erfüllten sich auch im 1. Jahrhundert u. Z., als jüdische und römische Amtsinhaber gemeinsame Sache machten, um Gottes designierten König, Jesus Christus, zu töten. Im Großen erfüllen sie sich jedoch seit 1914, als Jesus im Himmel als König eingesetzt wurde. Keine einzige politische Instanz hat seither Gottes inthronisierten König anerkannt.

    6 Wovon sprach der Psalmist, als er die Frage aufwarf: ‘Warum murmelten die Völkerschaften ständig Leeres?’? Er meinte ihr Vorhaben; es ist leer — nutzlos und zum Scheitern verurteilt. Sie können nicht Frieden und Einheit auf der Erde schaffen. Trotzdem gehen sie so weit, dass sie sich der Herrschaft Gottes widersetzen. Ja, sie haben gemeinsam eine aggressive Haltung eingenommen und sich gegen den Höchsten und seinen Gesalbten zusammengerottet. Wie töricht!

    Jehovas triumphierender König

    7 Jesu Nachfolger bezogen die Worte aus Psalm 2:1, 2 auf Christus. Als sie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, beteten sie: „Souveräner Herr [Jehova], du bist es, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat und der durch heiligen Geist durch den Mund unseres Vorvaters David, deines Knechtes, gesagt hat: ‚Warum brachen die Nationen in Tumulte aus und sannen die Völker auf leere Dinge? Die Könige der Erde stellten sich auf, und die Herrscher rotteten sich zusammen wie e i n Mann gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten.‘ Desgleichen waren in Wahrheit in dieser Stadt Herodes [Antipas] und auch Pontius Pilatus mit Menschen der Nationen und mit Völkern Israels gegen deinen heiligen Knecht Jesus versammelt, den du gesalbt hast“ (Apostelgeschichte 4:24-27; Lukas 23:1-12). Im 1. Jahrhundert gab es tatsächlich eine Verschwörung gegen Gottes gesalbten Knecht Jesus. Allerdings sollte dieser Psalm Jahrhunderte später eine weitere Erfüllung haben.

    8 Schon als das alte Israel einen menschlichen König hatte, wie zum Beispiel David, versammelten sich heidnische Nationen und Herrscher gegen Gott und seinen auf den Thron erhobenen Gesalbten. Und wie verhält es sich heute? Die Nationen wollen sich nicht nach dem richten, was Jehova und der Messias erwarten. Deshalb heißt es von den Nationen, dass sie sagen: „Lasst uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!“ (Psalm 2:3). Die Herrscher und die Nationen widersetzen sich also jeglichen Einschränkungen vonseiten Gottes und seines Gesalbten. Natürlich sind alle Anstrengungen, die Bande zu zerreißen und die Stricke von sich zu werfen, vergeblich.

    Jehova verspottet sie

    9 Für Jehova sind die Bestrebungen nationaler Herrscher, auf ihre eigene Souveränität zu pochen, kein Anlass zur Sorge. Im zweiten Psalm heißt es weiter: „Der in den Himmeln sitzt, wird lachen; Jehova seinerseits wird sie verspotten“ (Psalm 2:4). Gott schreitet in der Verwirklichung seines Vorsatzes voran, als seien diese Herrscher ein Nichts. Er lacht über ihre Unverfrorenheit und verspottet sie. Sollen sie sich ihrer Absicht rühmen! Für Jehova sind sie ein Gegenstand des Spotts. Über ihren vergeblichen Widerstand lacht er nur.

    10 An anderer Stelle bezog sich David in seinen Psalmen auf einzelne Feinde und gegnerische Nationen. Er schrieb: „Du, o Jehova Gott der Heerscharen, bist der Gott Israels. Wach auf, um deine Aufmerksamkeit allen Nationen zuzuwenden! Erweise nicht irgendwelchen Schaden stiftenden Verrätern Gunst. Sie kehren immer wieder zurück um die Abendzeit; sie kläffen beständig wie ein Hund und gehen rings um die Stadt. Siehe! Sie lassen aus ihrem Mund Worte hervorsprudeln; Schwerter sind auf ihren Lippen, denn wer hört zu? Du aber, o Jehova, wirst über sie lachen; du wirst alle Nationen verspotten“ (Psalm 59:5-8). Jehova lacht über die Prahlerei und das Durcheinander der Nationen, die so unvernünftig sind, sich gegen ihn zu stellen.

    11 Die Worte aus dem zweiten Psalm stärken unseren Glauben daran, dass Gott jeder Schwierigkeit gewachsen ist. Wir können davon überzeugt sein, dass er seinen Willen stets ausführt und seine loyalen Diener nie im Stich lässt (Psalm 94:14). Was geschieht daher, wenn sich die Nationen der Verwirklichung seines Vorsatzes entgegenstellen? Gemäß diesem Psalm wird Jehova „zu ihnen reden in seinem Zorn“ wie durch einen schrecklich dröhnenden Donner. Ja, er wird sie „in der Glut seines Missfallens“ wie durch einen gewaltigen Blitz „in Bestürzung versetzen“ (Psalm 2:5).

    Der von Gott eingesetzte König

    12 Was Jehova anschließend durch den Psalmisten sagt, versetzt die Nationen zweifellos in Unruhe. Er erklärt: „Ich, ja ich, habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg“ (Psalm 2:6). Der Berg Zion war eine Erhebung in Jerusalem, wo David als König über ganz Israel eingesetzt war, doch der messianische König wird weder in dieser Stadt noch sonst wo auf der Erde einen Thron einnehmen. Jehova hat nämlich Jesus Christus bereits als den von ihm erwählten König auf dem himmlischen Berg Zion eingesetzt (Offenbarung 14:1).

    13 Jetzt redet der messianische König und sagt: „Man lasse mich auf die Verordnung Jehovas hinweisen [der einen Bund für das Königreich mit seinem Sohn geschlossen hat]; er [Jehova Gott] hat zu mir gesagt: ‚Du bist mein Sohn; ich, ich bin heute dein Vater geworden‘ “ (Psalm 2:7). Christus bezog sich auf den Königreichsbund, als er zu seinen Aposteln sagte: „Ihr . . . seid es, die in meinen Prüfungen mit mir durchgehalten haben; und ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich“ (Lukas 22:28, 29).

    14 Wie in Psalm 2:7 vorausgesagt, anerkannte Jehova Jesus sowohl bei dessen Taufe als auch durch die Auferweckung zu geistigem Leben als seinen Sohn (Markus 1:9-11; Römer 1:4; Hebräer 1:5; 5:5). Ja, bei dem König des himmlischen Königreiches handelt es sich um Gottes einziggezeugten Sohn (Johannes 3:16). Als Nachkomme von König David hat Jesus das unbestreitbare Recht auf das Königtum (2. Samuel 7:4-17; Matthäus 1:6, 16). Gemäß diesem Psalm sagt Gott zu seinem Sohn: „Erbitte von mir, dass ich Nationen zu deinem Erbe gebe und die Enden der Erde zu deinem eigenen Besitz“ (Psalm 2:8).

    15 Der König — Gottes Sohn — nimmt die höchste Stellung nach Jehova ein. Jesus ist erprobt, loyal und zuverlässig. Ihm steht außerdem das Erbe eines Erstgeborenen zu. Jesus Christus ist „das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung“ (Kolosser 1:15). Er braucht nur darum zu bitten und Gott gibt ihm Nationen zu seinem Erbe und die Enden der Erde zu seinem Besitz. Diese Bitte äußert er, weil ihm ‘die Dinge bei den Menschensöhnen lieb waren’ und weil ihm sehr viel daran liegt, den Willen seines himmlischen Vaters bezüglich der Erde und der Menschen auszuführen (Sprüche 8:30, 31).

    „Die Verordnung Jehovas“ gegen die Nationen

    16 Was steht den Nationen bevor, da sich der zweite Psalm heute, während der unsichtbaren Gegenwart Jesu Christi, erfüllt? Bald wird der König die Verordnung Gottes ausführen: „Du wirst sie [die Nationen] mit eisernem Zepter zerbrechen, wie ein Töpfergefäß wirst du sie zerschmettern“ (Psalm 2:9).

    17 In alter Zeit war das Zepter eines Königs ein Symbol der Macht. Manche Zepter waren aus Eisen gefertigt, so auch das hier erwähnte. Die bildhafte Sprache in diesem Psalm zeigt, dass Christus, der König, die Nationen mit Leichtigkeit vernichten wird. Durch einen kräftigen Schlag mit einem eisernen Zepter wird ein Töpfergefäß völlig zerschmettert, sodass eine Wiederherstellung unmöglich ist.

    18 Müssen die Herrscher unbedingt zerschmettert werden? Nein, denn der Psalmist appelliert an sie mit folgenden Worten: „Nun, o Könige, handelt nach Einsicht; lasst euch zurechtweisen, o Richter der Erde“ (Psalm 2:10). Die Könige werden aufgerufen, achtsam zu sein und einsichtig zu handeln. Sie sollten einsehen, wie hohl ihre Pläne im Vergleich zu dem sind, was Gottes Königreich für die Menschen tun wird.

    19 Um Gottes Wohlgefallen zu erlangen, müssten die Könige der Erde anders handeln. Ihnen wird geraten: „Dient Jehova mit Furcht, und frohlockt mit Zittern“ (Psalm 2:11). Was wäre dann die Folge? Statt in Tumult oder völlig entsetzt zu sein, könnten sich die Herrscher der Erde darüber freuen, welche Aussichten ihnen der messianische König bietet. Natürlich müssten sie all den Hochmut und Stolz ablegen, mit dem sie während ihrer Herrschaft auftreten. Und angesichts der beispiellosen Überlegenheit der Souveränität Jehovas und der unbesiegbaren Macht, die Gott und sein messianischer König ausüben, müssten sie sich unverzüglich ändern und einsichtig handeln.

    „Küsst den Sohn“

    20 Als Nächstes ergeht im zweiten Psalm eine barmherzige Aufforderung an die Herrscher der Nationen. Statt sich zusammenzurotten und als Gegner aufzutreten, sollten sie den Aufruf befolgen: „Küsst den Sohn, dass ER [Jehova Gott] nicht in Zorn gerät und ihr nicht umkommt von dem Weg, denn leicht entbrennt sein Zorn“ (Psalm 2:12a). Wenn der Souveräne Herr Jehova eine Verordnung erlässt, sollte man auf ihn hören. Als Gott seinen Sohn auf den Thron erhob, hätten die Herrscher der Erde aufhören sollen, ‘Leeres zu murmeln’. Sie hätten unverzüglich den König anerkennen und ihm uneingeschränkt gehorchen sollen.

    21 Warum sollen sie ‘den Sohn küssen’? In der Zeit, als dieser Psalm verfasst wurde, galt es als Ausdruck der Freundschaft, Gäste, die man in sein Haus aufnahm, bei der Begrüßung zu küssen. Küssen konnte auch ein Zeichen der Treue sein (1. Samuel 10:1). In diesem Vers des zweiten Psalms befiehlt Gott den Nationen, seinen Sohn als gesalbten König zu küssen oder zu begrüßen.

    22 Alle, die die Autorität des von Gott erwählten Königs nicht anerkennen, beleidigen Jehova. Sie bestreiten seine Oberhoheit und sprechen ihm das Recht und die Fähigkeit ab, den König auszuwählen, der der beste Herrscher für die Menschheit ist. Die Herrscher der Nationen werden feststellen, dass Gottes Zorn plötzlich über sie kommt, während sie versuchen, ihre eigenen Pläne auszuführen. „Leicht entbrennt sein Zorn.“ Gottes Zorn greift schnell und unaufhaltsam um sich. Die Herrscher sollten dankbar sein für die Warnung und entsprechend handeln. Es bedeutet für sie Leben.

    23 Dieser dramatische Psalm endet mit den Worten: „Glücklich sind alle, die zu ihm [Jehova] Zuflucht nehmen“ (Psalm 2:12b). Für den Einzelnen ist es immer noch Zeit, Sicherheit zu finden. Das gilt selbst für den einzelnen Regierenden, der bislang mit den Plänen der Nationen einig gegangen ist. Er kann bei Jehova Zuflucht suchen, der ihm unter der Herrschaft seines Königreiches Schutz bietet. Aber er muss handeln, bevor das messianische Königreich die feindlichen Nationen zerschmettert.

    24 Wer fleißig die Bibel studiert und danach handelt, kann selbst in unserer problembeladenen Welt ein befriedigenderes Leben führen. Er hat ein glücklicheres Familienleben und ist von vielen der Ängste und Sorgen frei, unter denen die heutige Welt leidet. Wenn wir uns an biblische Richtlinien halten, können wir davon überzeugt sein, dass wir dem Schöpfer gefallen. Niemand anders als der universelle Souverän kann eine Gewähr für „gegenwärtiges und künftiges Leben“ geben. Nachdem Jehova die Erde gereinigt hat, wird sich niemand mehr dem Recht widersetzen oder die Herrschaft des Königreiches ablehnen (1. Timotheus 4:8).

    25 „Die Verordnung Jehovas“ kann nicht fehlschlagen. Als unser Schöpfer weiß Gott, was für die Menschen am besten ist. Er wird seinen Vorsatz verwirklichen, der darin besteht, gehorsame Menschen unter dem Königreich seines lieben Sohnes mit Frieden, ewig währender Sicherheit und Zufriedenheit zu segnen. Über unsere Zeit schrieb der Prophet Daniel: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. . . . Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44). Es ist somit höchste Zeit, ‘den Sohn zu küssen’ und dem Souveränen Herrn Jehova zu dienen!

    [Fußnoten]
    Bei dem „Gesalbten“ handelte es sich ursprünglich um König David, und die „Könige der Erde“ waren Herrscher der Philister, die sich mit ihren Heeren gegen David zusammenrotteten.

    Auch andere Texte in den Christlichen Griechischen Schriften zeigen, dass es sich bei dem im zweiten Psalm erwähnten Gesalbten Gottes um Jesus handelt. Das geht aus einem Vergleich von Psalm 2:7 mit Apostelgeschichte 13:32, 33 und Hebräer 1:5; 5:5 hervor. Siehe auch Psalm 2:9 und Offenbarung 2:27.

  73. Juleam 15. April 2011 um 08:31 Link zum Kommentar

    Psalm 13 – 15

    Gerade Psalm 10 – 15, die gestern und heute zu lesen waren, drücken unsere Gedanken und Gefühle von uns heute aus.

    David regt sich über Personen auf, die scheinbar ein Doppelleben führen – dabei war er ja weit weg vom Schuß. Er, der ja seit Ewigkeiten nicht mehr in Jerusalem und somit im Hause Gottes war, er, der von seinem Volk nicht gewollt war und nicht zurück konnte, er, der nicht wie vorgeschrieben im Tempel opferte, sondern einfach in der Wildnis – was eindeutig von Jehova verboten und unter Todesstrafe gestellt war, er, der so isoliert lebte – was für ein selbstgerechter ignoranter Mann!

    Er hatte sich seine eigene Realität zurecht gezimmert und dieser „ausgeschlossene“ verstoßene Mensch, der wagte es doch glatt, über seine Brüder zu urteilen? Dieser selbstgerechte Mann dachte doch glatt, außer ihm würde niemand Jehova aufrichtig dienen? Was für ein Ignorant, was für ein selbstgerechter Mann!

    Hoffen wir alle, dass wir diesem „verruchten Mann“ niemals nachahmen! Und halten wir uns bloß alle sorgfältig von solchen „selbstgerechten Personen fern“, denn sonst wäre unser eigenes Geistiggesinntsein, sonst wäre unser persönliches Verhältnis zu Jehova Gott in Gefahr!

    Davor bewahre uns Gott!!!

    (((Achtung, hier war komplette Ironie, nicht dass dies jemand falsch versteht)))

  74. WT 15.09.1989am 15. April 2011 um 09:24 Link zum Kommentar

    Wer kann Gottes Freund sein?

    DU KANNST Gottes Freund sein. Vor etwa 4 000 Jahren setzte Abraham seinen Glauben in Jehova Gott. Das wurde dem Patriarchen als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde „Freund Jehovas“ genannt (Jakobus 2:23). Somit kannst du ebenfalls Gottes Freund sein, wenn du an ihn glaubst.

    Es ist üblich, Freunde als Gäste zum Essen einzuladen. Ein Teil des bekannten 23. Psalms beschreibt Gott daher auch als einen gütigen Gastgeber. Es heißt dort: „Du richtest vor mir einen Tisch zu gegenüber denen, die mich befeinden. . . . Mein Becher ist wohlgefüllt“ (Psalm 23:5).

    Bei einer anderen Gelegenheit stellte derselbe Psalmist — David, der König des alten Israel — die Frage: „O Jehova, wer wird Gast sein in deinem Zelt? Wer wird weilen auf deinem heiligen Berg?“ (Psalm 15:1). In übertragenem Sinne bedeutet das, daß man durch annehmbare Anbetung Zutritt zu Jehova haben kann. Welch ein ehrfurchtgebietendes Vorrecht! Wie ist es überhaupt möglich, daß unvollkommene Menschen Gottes Freunde und Gäste sein können?

    Die Antwort finden wir im 15. Psalm. Darin werden zehn spezielle Erfordernisse für Personen genannt, die Gottes Freunde und Gäste sein wollen. Wir möchten diese Erfordernisse einmal nacheinander betrachten und beginnen mit Vers 2.

    „Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt“

    Die Nachkommen Abrahams wurden zu einer großen Nation, weil ihr Vorfahr untadelig vor Jehova gewandelt war (1. Mose 17:1, 2). „Wandeln“ bedeutet manchmal, einen bestimmten Lebensweg zu verfolgen (Psalm 1:1; 3. Johannes 3, 4). Um ein Freund und Gast Gottes zu sein, genügt es nicht, einer Religionsgemeinschaft anzugehören, sich an deren reichverzierten Gebäuden zu erfreuen und formelle Bräuche zu pflegen. Nicht alle, die „Herr, Herr“ sagen oder erklären, Gott zu kennen, werden an den Segnungen seines Königreiches teilhaben (Matthäus 7:21-23; Titus 1:16). Jehovas Freunde ‘wandeln untadelig’ in seinen Augen und ‘üben Gerechtigkeit’ gemäß seinen Maßstäben (Micha 6:8).

    Das schließt jede Form der Unehrlichkeit, Unsittlichkeit und Verdorbenheit aus. Gott selbst nennt dafür folgenden Grund: „Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin“ (1. Petrus 1:16). Hält deine Religion an den hohen Maßstäben Gottes fest, indem sie beispielsweise diejenigen ausschließt, die seinen Erfordernissen nicht entsprechen wollen? Legst du bei dir persönlich und bei deinen Angehörigen Wert auf einen gerechten Lebenswandel? Wenn ja, dann wirst du das nächste Erfordernis für einen Freund und Gast Gottes erfüllen.

    „Und die Wahrheit redet in seinem Herzen“

    Wenn wir Gottes Freundschaft wünschen, dürfen wir nicht lügen, zu glatten Reden Zuflucht nehmen oder „mit doppeltem Herzen“ sprechen (Psalm 12:2). Wir dürfen die Wahrheit nicht nur auf den Lippen haben, sondern müssen sie auch ‘in unserem Herzen reden’. Von uns wird also verlangt, durch und durch ehrlich zu sein und den Beweis für einen ‘ungeheuchelten Glauben’ zu liefern (1. Timotheus 1:5). Einige lügen oder sagen nur die halbe Wahrheit, um das Gesicht zu wahren. Andere betrügen bei Klassenarbeiten oder machen falsche Angaben in Steuererklärungen. Solches Handeln verrät einen Mangel an Wahrheitsliebe. Aber bei Gottes Freunden kommt die Vertrauenswürdigkeit und eine aufrichtige Handlungsweise aus dem Herzen (Matthäus 15:18-20). Sie sind nicht unaufrichtig und betrügen niemanden (Sprüche 3:32; 6:16-19).

    Der Apostel Paulus schrieb: „Belügt einander nicht. Streift die alte Persönlichkeit mit ihren Handlungen ab, und kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit“ (Kolosser 3:9, 10). Ja, diejenigen, die wirklich in ihrem Herzen die Wahrheit reden, kleiden sich mit der „neuen Persönlichkeit“. Bist du vollkommen ehrlich mit dir und mit anderen, indem du die Wahrheit in deinem Herzen redest? Wenn ja, dann sollte diese Einstellung das beeinflussen, was du über andere sagst.

    „Er hat nicht verleumdet mit seiner Zunge“

    Um dieses Erfordernis für Gottes Gäste zu erfüllen, dürfen wir niemals boshaft über andere reden (Psalm 15:3). Das hebräische Verb, das mit „verleumden“ wiedergegeben worden ist, wird von dem Wort für „Fuß“ hergeleitet und bedeutet „den Fuß gebrauchen“ und somit „herumlaufen“. Den Israeliten wurde geboten: „Du sollst nicht unter deinem Volk umhergehen, um zu verleumden. Du sollst nicht gegen das Blut deines Mitmenschen auftreten. Ich bin Jehova“ (3. Mose 19:16; 1. Timotheus 5:13). Würden wir jemanden verleumden und ihm so den guten Namen rauben, dann könnten wir kein Freund Gottes sein.

    David sagte: „Wer seinen Gefährten insgeheim verleumdet, den bringe ich zum Schweigen“ (Psalm 101:5). Auch wir können Verleumder zum Schweigen bringen, indem wir es ablehnen, ihnen zuzuhören. Und es ist ein guter Grundsatz, nichts hinter dem Rücken einer Person zu reden, was wir ihr niemals selbst sagen würden. Es ist wirklich gut, unsere Zunge so unter Kontrolle zu haben. Doch wie wichtig ist es auch, über unser Handeln zu wachen!

    „Seinem Gefährten hat er nichts Böses getan“

    Beachtenswert sind in diesem Zusammenhang folgende Worte Jesu: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Matthäus 7:12). Um Gottes Gunst zu haben, müssen wir davon abstehen, Böses zu tun. Der Psalmist sagte: „O ihr, die ihr Jehova liebt, haßt das Böse. Er behütet die Seele seiner Loyalgesinnten; aus der Hand der Bösen befreit er sie“ (Psalm 97:10). Wenn wir somit Gottes Freundschaft und Hilfe wünschen, müssen wir seine Maßstäbe akzeptieren.

    Böses zu meiden schließt auch aus, jemanden in geschäftlicher oder anderer Hinsicht zu übervorteilen. Wir dürfen unseren Gefährten weder durch Worte noch durch Taten verletzen, sondern müssen ihm vielmehr Gutes tun. Das sollte jeden Lebensbereich berühren. Als höfliche Kraftfahrer könnten wir zum Beispiel Fußgängern den Vortritt lassen. Wir können Älteren helfen, Mutlose ermuntern und Trauernde trösten. Jehova gibt in dieser Hinsicht das beste Beispiel. Wie Jesus sagte, läßt Gott „seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen“ (Matthäus 5:43-48). Anderen Gutes zu tun schließt auch das ein, was der Psalmist als nächstes erwähnt.

    „Und keine Schmähung hat er gegen seinen vertrauten Bekannten erhoben“

    Wir machen alle Fehler, und wie dankbar sind wir doch, wenn Freunde bereit sind, kleine Fehler zu übersehen. Es würde uns betrüben, wenn ein guter Freund unsere kleinen, aber peinlichen Fehler anderen offenbaren würde. Einige Menschen tun das, um von ihren eigenen Fehlern abzulenken oder um den Anschein zu erwecken, anderen überlegen zu sein. Aber so etwas zu tun geziemt sich nicht für jemand, der Gottes Freund sein möchte.

    „Wer Übertretung zudeckt, sucht Liebe, und wer ständig über eine Sache spricht, trennt die miteinander Vertrauten“, heißt es in Sprüche 17:9. Natürlich sollten wir nicht versuchen, ernste Übertretungen zu verbergen (3. Mose 5:1; Sprüche 28:13). Aber wenn wir Gottes Freunde sein möchten, werden wir gegen rechtschaffene Bekannte keine ‘Schmähung erheben’ oder als wahr annehmen (1. Timotheus 5:19). Freunde Jehovas sprechen gut über seine Diener, statt Gerüchte über sie zu verbreiten und dadurch noch weitere Schmähungen zu denen hinzuzufügen, die sie schon von seiten gottloser Menschen zu ertragen haben.
    Freunde und Gäste Gottes achten auch auf ihren Umgang, wie wir den weiteren Worten Davids gemäß Vers 4 entnehmen.

    „In seinen Augen ist der Verachtenswerte gewißlich verworfen“

    Einige pflegen wegen selbstsüchtiger Vorteile Gemeinschaft mit reichen oder prominenten Personen, selbst wenn es sich dabei um schlechte Menschen handelt. (Vergleiche Judas 16.) Aber wir können keine Freunde Jehovas sein, wenn wir uns den Bösen zugesellen. Wir müssen das Böse so sehr hassen, daß uns nichts an der Gemeinschaft mit solchen liegt, die es treiben (Römer 12:9). Joram, ein König in Israel, war dermaßen schlecht, daß der Prophet Elisa zu ihm sagte: „So wahr Jehova der Heerscharen lebt, vor dem ich in der Tat stehe, wenn es nicht wäre, daß es das Angesicht Josaphats, des Königs von Juda, ist, auf das ich Rücksicht nehme, so würde ich nicht auf dich blicken noch dich ansehen“ (2. Könige 3:14). Um Freunde Gottes zu sein, müssen wir folgende Warnung des Apostels Paulus beherzigen: „Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Korinther 15:33).

    Wenn wir die Freundschaft Jehovas schätzen, werden wir uns weigern, mit Übeltätern Gemeinschaft zu pflegen. Wir werden unseren Umgang mit ihnen auf das Nötigste beschränken. Nicht die Stellung, die jemand in der Welt einnimmt, sollte ausschlaggebend dafür sein, wen wir uns als Freund wählen, sondern ob der Betreffende ein gutes Verhältnis zu Gott hat. Ehrerbietige Gottesfurcht wird uns veranlassen, bei der Wahl unserer Freunde Klugheit walten zu lassen. Beachten wir in Verbindung damit das siebente Erfordernis für Gäste Jehovas.

    „Die aber, die Jehova fürchten, ehrt er“

    Als Freunde und Gäste Gottes müssen wir ihn fürchten. In Sprüche 1:7 heißt es: „Die Furcht Jehovas ist der Anfang der Erkenntnis.“ Was ist die „Furcht Jehovas“? Es ist eine ehrfurchtsvolle Scheu vor Gott und eine gesunde Furcht, ihm zu mißfallen. Sie allein verhilft uns zu wahrer Erkenntnis, lebensrettender Zucht und himmlischer Weisheit, die uns als sicherer Führer dient.

    Wer Jehova fürchtet, hält selbst dann an Gottes gerechten Maßstäben fest, wenn er dafür Spott erntet. Viele spotten beispielsweise, wenn diejenigen, die Gott fürchten, fleißig arbeiten, am Arbeitsplatz ehrlich sind oder anderen in geistiger Hinsicht helfen möchten. Doch wie betrachtet ein gottesfürchtiger Mensch solche aufrichtigen Personen? ‘Er ehrt die, die Jehova fürchten’, indem er Hochachtung vor ihnen hat, auch wenn das bedeutet, wie sie geschmäht zu werden. Hast du eine solche Achtung vor denen, die Gott fürchten? Der Psalmist führt nun an, was des weiteren erforderlich ist, um Gottes Gunst zu erlangen.

    „Er hat zu dem, was für ihn selbst schlecht ist, geschworen, und doch ändert er es nicht“

    Hier wird der Grundsatz zum Ausdruck gebracht, daß wir ein Versprechen so erfüllen sollen, wie Gott es tut (1. Könige 8:56; 2. Korinther 1:20). Selbst wenn sich später herausstellen sollte, daß es sehr schwierig ist, eine Zusage einzuhalten, wäre es falsch, seinen Sinn zu ändern und ein Versprechen nicht einzuhalten. In der griechischen Septuaginta, der syrischen Peschitta und der lateinischen Vulgata heißt es an dieser Stelle: „hat seinem Nächsten geschworen“. Wenn wir etwas schwören oder in zulässiger Weise beeiden, müssen wir entsprechend handeln (Prediger 5:4). Sollten wir allerdings erfahren, daß etwas, was wir versprochen haben, unbiblisch ist, werden wir natürlich davon Abstand nehmen.

    Josua brach seinen Bund mit den Gibeonitern nicht, obwohl er später erfuhr, daß sie ihn getäuscht hatten, damit er diesen Bund mit ihnen einging (Josua 9:16-19). Wir sollten daher Männer, Frauen oder junge Menschen sein, die ihr Wort halten. Wir wollen anderen nicht etwas versprechen und sie dann im Stich lassen, wenn sich uns scheinbar günstigere Möglichkeiten eröffnen. Jesus sagte: „Euer Wort Ja bedeute einfach ja, euer Nein nein“ (Matthäus 5:37). Gott hingegebene Christen müssen vor allem entschlossen sein, gemäß ihrem Versprechen zu leben, ihm ewig als seine Zeugen zu dienen. Doch nicht nur beim Einhalten von Zusagen, sondern auch in finanziellen Angelegenheiten sollten wir rücksichtsvoll sein, wie David in Psalm 15, Vers 5 zeigt.

    „Sein Geld hat er nicht auf Zins ausgegeben“

    Für geliehenes Geld, das geschäftlichen Zwecken dient, können zu Recht Zinsen gefordert werden. David sprach hier jedoch davon, Geld an einen Verarmten ‘auszugeben’. Im mosaischen Gesetz hieß es dazu im einzelnen: „Wenn du meinem Volk Geld leihen solltest, dem Niedergedrückten neben dir, sollst du ihm gegenüber nicht wie ein Wucherer werden. Ihr sollt ihm keinen Zins auferlegen“ (2. Mose 22:25; 3. Mose 25:35, 36). Als Nehemia feststellte, daß die Armen litten, weil sie Wucherern zum Opfer gefallen waren, machte er solcher Ausbeutung ein Ende (Nehemia 5:1-13).

    Das von David gebrauchte hebräische Wort für „Zins“ ist von einem Wort abgeleitet, das „beißen“ bedeutet. Das spielt darauf an, daß habgierige Wucherer die Armen und das wenige, was sie haben, verzehren. Es ist auf jeden Fall viel besser, den Verarmten zu helfen, ohne etwas zurückzuerwarten. Darauf wies Jesus hin, als er sagte: „Wenn du ein Mittag- oder ein Abendessen veranstaltest, . . . so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde ein, und du wirst glücklich sein, weil sie nichts haben, dir zu vergelten. Denn es wird dir in der Auferstehung der Gerechten vergolten werden“ (Lukas 14:12-14). Jemand, der Gottes Freund und Gast sein möchte, darf aus der Armut seines Nächsten niemals auf unangebrachte Weise Kapital schlagen. Ebensowenig darf er das tun, was der Psalmist als nächstes erwähnt.

    „Und ein Bestechungsgeschenk gegen den Unschuldigen hat er nicht genommen“

    Ein Bestechungsgeschenk hat eine ausgesprochen verderbliche Wirkung. Den Israeliten wurde geboten: „Du sollst . . . [keine] Bestechung annehmen, denn die Bestechung blendet die Augen der Weisen und verdreht die Worte der Gerechten“ (5. Mose 16:19). Besonders verwerflich ist es, ein Bestechungsgeschenk anzunehmen, um einem „Unschuldigen“ Unrecht zuzufügen, vielleicht indem man als Zeuge vor Gericht falsch aussagt. Wie verabscheuungswürdig handelte doch Judas Iskariot, der ein Bestechungsgeschenk annahm und den unschuldigen Jesus verriet! (Matthäus 26:14-16).

    Wir mögen uns in dieser Hinsicht für untadelig halten. Aber sind wir vielleicht schon einmal versucht gewesen, uns aus einer peinlichen Situation freizukaufen? Der Prophet Samuel nahm niemals „Schweigegeld“ oder eine Bestechung an (1. Samuel 12:3, 4). So zu wandeln ist für uns alle unerläßlich, wenn wir Gottes Freunde und Gäste sein wollen.

    „Wer diese Dinge tut, wird niemals zum Wanken gebracht werden“

    Nach seiner zehn Punkte umfassenden Beschreibung eines aufrichtigen Menschen schließt der 15. Psalm mit den obigen Worten. Das Erwähnte bietet uns eine gute Möglichkeit, unsere Religion zu überprüfen. Wenn es sich um den wahren Glauben handelt, sollte er uns lehren, 1. untadelig zu wandeln und Gerechtigkeit zu üben, 2. selbst in unserem Herzen die Wahrheit zu reden, 3. uns davor zu hüten, andere zu verleumden, und 4. davon abzustehen, etwas Böses zu tun. Eine für Gott annehmbare Religion wird uns 5. davon abhalten, Schmähungen gegen vertraute Bekannte zu erheben, und uns 6. davor bewahren, mit verachtenswerten Menschen Gemeinschaft zu pflegen. Der wahre Glaube wird uns veranlassen, 7. diejenigen zu ehren, die Jehova fürchten, 8. das auszuführen, was wir versprochen haben (sofern nichts dagegen einzuwenden ist), 9. Armen zu geben, ohne Zinsen zu fordern, und 10. niemals eine Bestechung gegen einen Unschuldigen anzunehmen.

    David sagte nicht, daß jemand, der diese Dinge liest, hört, davon spricht oder auch daran glaubt, „niemals zum Wanken gebracht werden“ wird. Das trifft nur auf denjenigen zu, der „diese Dinge tut“. Ein Glaube ohne unterstützende Werke ist tot und trägt einem nicht Gottes Gunst ein (Jakobus 2:26). Wer die guten Dinge tut, die im 15. Psalm erwähnt werden, wird nicht wanken, da Jehova ihn beschützen und stärken wird (Psalm 55:22).

    Die wahre Anbetung umfaßt natürlich noch mehr als die zehn Punkte aus Psalm 15. Jesu Nachfolger lernten später kennen, wie man Gott außerdem noch „mit Geist und Wahrheit“ anbetet (Johannes 4:23, 24). Das ist auch dir möglich, denn es gibt heute Menschen, die diese Dinge tun — Jehovas Zeugen. Wenn du mit ihnen regelmäßig Gemeinschaft pflegst und die Bibel studierst, wirst auch du die Hoffnung erlangen, Leben in einem irdischen Paradies zu erhalten, in dem du für immer Gottes Gast und Freund sein kannst.

  75. EW 08.01.1979am 23. April 2011 um 20:01 Link zum Kommentar

    Auf Zornausbrüche richtig reagieren

    DIE Bremsen quietschen, während der Zug kurz vor dem Bahnhof die Fahrt verlangsamt. Zwei Fahrgäste haben einen kurzen Wortwechsel miteinander. Ein dritter, ein Ausländer, mischt sich ein mit den Worten: „Haltet euer Maul!“ Darauf erwidert einer der Streitenden: „Hau ab in dein Land!“ „Soll ich machen, daß du dein Maul hältst?“ entgegnet drohend der 21jährige Ausländer. Zornglühend versetzt der Mann: „Dann mach’s doch, du Trottel!“ Das sind seine letzten Worte, denn der Ausländer zieht eine Pistole und feuert vor den Augen der entsetzten Fahrgäste vier Schüsse auf den Mann ab. Dieser ist sofort tot. „Jetzt wirst du endlich dein Maul halten“, brummt der junge Mann, während er den Zug verläßt. Auf dem Bahnsteig wird er verhaftet.

    Dieser Vorfall zeigt, wie man reagieren kann, wenn ein anderer zornig ist. Aber wie tragisch es für beide Männer ausging!

    Hast du dir nicht auch schon häßliche Bemerkungen oder einen zornigen Wortschwall anhören müssen? Wie hast du dann reagiert? Wie verhält man sich am besten in einer solchen Situation? Soll man Gleiches mit Gleichem vergelten? Der eine oder andere mag die Ansicht teilen, die in einem Leitartikel zum Ausdruck gebracht wurde, der überschrieben war: „Warum es nützlich ist, ordentlich wütend zu werden“.

    Das Erlebnis eines Königs, der in alter Zeit lebte, zeigt, wie man bei Zornausbrüchen auch reagieren kann. Doch könnten wir uns vorweg fragen: „Ist ein solches Verhalten in unserem Zeitalter der Gewalttaten zweckmäßig?“

    David, ein israelitischer König, floh mit seinen Begleitern vor seinem Sohn, der sich zum Thronräuber gemacht hatte. Plötzlich begegneten sie Schimeï, einem Nachkommen des Königs Saul. Schimeï schrie:

    „Geh weg, geh weg, du mit Blutschuld beladener Mann und du nichtsnutziger Mann! Jehova hat die ganze Blutschuld hinsichtlich des Hauses Sauls, an dessen Stelle du als König geherrscht hast, auf dich zurückgebracht; und Jehova gibt das Königtum in die Hand deines Sohnes Absalom. Und da bist du in deinem Unglück, weil du ein mit Blutschuld beladener Mann bist!“ (2. Sam. 16:7, 8).

    Welch haßerfüllte Worte! Und das vor den Ohren des Königs! Wie würde David darauf reagieren? Sein Feldherr bat: „Laß mich doch hinübergehen und ihm den Kopf abnehmen.“

    Wie hättest du reagiert? David befand sich in großer Bedrängnis. Man hatte ihm das Herz seines Volkes gestohlen. Sein Sohn war zum Verräter geworden. Seine Räte hatten ihn verlassen. Er hatte sein Königreich verloren, und jetzt wurde er auch noch verspottet und verflucht! Als „nichtsnutziger Mann“ („Mann Belials“ [Elberfelder Bibel]; der Ausdruck „Belial“ wurde später auf den Teufel angewandt) bezeichnet zu werden war die schlimmste Beleidigung, denn damit war ein ganz gemeiner Mensch gemeint. David entgegnete jedoch schlicht:

    „So laßt ihn Übles herabrufen, denn Jehova selbst hat zu ihm gesagt: ,Rufe Übles auf David herab!‘ Wer also sollte sagen: ,Warum hast du so getan?‘ . . . Laßt ihn . . . Vielleicht wird Jehova es mit seinem Auge sehen, und Jehova wird mir tatsächlich Gutes erstatten an Stelle seines heutigen Fluches“ (2. Sam. 16:10-12).

    David reagierte nicht mit bösen Worten, sondern gab eine milde Antwort. Das Ergebnis? Es wurde kein Blut vergossen. Und wer war einer der ersten, die David entgegengingen, als er seinen Königsthron zurückerhielt? Und wer entschuldigte sich bei ihm und bat um Vergebung? Richtig! Es war Schimeï (2. Sam. 19:16 bis 23).

    „Das hat sich vor 3 000 Jahren zugetragen“, mag der eine oder andere jetzt einwenden. „Wir leben in einer anderen Zeit. Heutzutage muß man sich wehren, sonst trampeln die Leute auf einem herum. ,Man sollte eine milde Antwort geben‘ — das hört sich zwar gut an, bringt aber heute nichts mehr ein.“

    Gutunterrichtete Personen sind jedoch anderer Meinung. Man beachte folgenden Rat:

    „Falls egoistische Leute dich zu übervorteilen versuchen, streiche sie von deiner Liste, aber versuche nicht, dich zu rächen. Wenn du es versuchst, schadest du dir selbst mehr als den andern“ (Dienstvorschrift der Polizeibehörde in Milwaukee, Wisconsin). (Kursivschrift von uns.)

    „Der Ausdruck ,Ich bin fast gestorben vor Wut‘ hat in den Augen eines Psychiaters eine ernste buchstäbliche Bedeutung. Dieser Psychiater ist der Meinung, daß man in vielen Fällen, besonders bei jüngeren Personen, Zorn als Todesursache angeben könnte“ (Family Health). (Kursivschrift von uns.)

    „Die Herzspezialisten wissen schon seit Jahren, daß der Zorn eine der gefährlichsten Emotionen ist. Einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall gehen oft schwere emotionale Streßperioden voraus“ (New York Sunday News). (Kursivschrift von uns.)

    Das alles bestätigt die Nützlichkeit der Handlungsweise Davids. Aber wie kannst du sie nachahmen? Es ist leicht, ‘mild zu antworten’, wenn einen nichts ärgert und niemand da ist, der einen reizt. Doch wie sollte man auf Widerwärtigkeiten reagieren? (Spr. 15:1).

    Mit den Worten „Jehova selbst hat zu ihm gesagt: ,Rufe Übles auf David herab!‘ “ gestand David ein, daß er gesündigt hatte und mit Recht gezüchtigt wurde. Was Schimeï ihm jedoch vorwarf (Blutschuld in Verbindung mit dem Hause Sauls), traf nicht zu, denn David hatte sich davor gehütet, Saul zu töten (1. Sam. 24:1-7; 26:7-11). Doch David hatte eine Sünde begangen, für die er jetzt büßen mußte, und er erkannte auch an, daß er vor Gott schuldig war (2. Sam. 12:10, 11). Es ist so, wie ein Bibelkommentator schreibt: „Ein demütiger, sanfter Geist wandelt Vorwürfe in Zurechtweisungen um und zieht so Nutzen daraus, anstatt sich darüber zu ärgern.“

    Wir vermögen ruhiges Blut zu bewahren, wenn wir demütig sind und einsehen, daß an dem, was unser Gegner sagt, etwas Wahres sein könnte, und wenn wir uns dessen bewußt sind, daß wir Fehler machen. Ist eine Anklage vollkommen grundlos — wie die Schimeïs —, dann sollte man daran denken, daß Gott über uns ganz anders denkt als engstirnige Menschen.

    Wir sind unvollkommen, und deshalb kann es passieren, daß uns die Bemerkungen eines anderen gelegentlich ärgern. Doch das sollte uns nicht entmutigen. Im ersten Jahrhundert kam es einmal zwischen zwei christlichen Aufsehern zu einem „heftigen Zornausbruch“. Aber sie grollten einander nicht, sondern lösten das Problem durch zweckmäßiges Vorgehen (Apg. 15:36-39). Das ist auch dir möglich. Man kann sich zum Beispiel abreagieren, indem man sich körperlich betätigt. Nein, befolge nicht den Rat eines Experten: „Zerbrich Bleistifte, gehe in eine Toilette und schlag mit dem Fuß gegen sämtliche Türen!“ Mach vielmehr einen Spaziergang, spiele mit einem Ball, oder arbeite im Garten (Jak. 3:2).

    Davids Rat in Psalm 37:8 lautet: „Steh ab vom Zorn und laß den Grimm; erhitze dich nicht, nur um übelzutun.“ Gibt es heute Leute, die diesen guten Rat beherzigt haben? Ja, die gibt es. Ein Beispiel ist der Fidschianer, der seine Frau schlug, weil sie mit Jehovas Zeugen die Bibel studierte. Er schlug sie nicht nur, sondern sperrte sie auch aus und störte eine große Zusammenkunft der Zeugen Jehovas. Schließlich beschloß er aus reiner Neugierde, eine ihrer Zusammenkünfte zu besuchen. Er berichtet:

    „Weil ich die Zeugen Jehovas so schändlich behandelt hatte, fürchtete ich mich davor, frostig empfangen zu werden. Doch ich erlebte eine Überraschung: Diese Menschen waren freundlich zu mir und hegten keinen Groll. . . . der Bruder, den ich am schlimmsten von allen behandelt hatte, anerbot sich, mit mir die Bibel zu studieren, und ich nahm das Angebot an. Jetzt erkenne ich, wie groß Jehovas Barmherzigkeit ist, der mir vergeben hat, obschon ich sein Volk und meine Frau so mißhandelt habe.“

    Als Zeuge Jehovas bemüht sich dieser Mann jetzt, die Früchte des Geistes hervorzubringen, zu denen Frieden, Langmut, Güte, Milde und Selbstbeherrschung gehören (Gal. 5:22, 23). Wenn man solche Eigenschaften entwickelt, kann man auf Zornausbrüche richtig reagieren.

  76. Juleam 29. April 2011 um 22:07 Link zum Kommentar

    Psalm 34 – 36

    Psalm 34:8

    Schmeckt und seht, daß Jehova gut ist;
    Glücklich ist der kräftige Mann, der zu ihm Zuflucht nimmt

    .

    David hatte geschmeckt, dass Jehova gut ist! Denn ER stand ihm in allen schwierigen Situationen bei. Hierzu passt sehr schön der Vortrag vom Zonenaufseher, den er in dieser Woche gehalten hatte;

    „Seht und schmeckt, dass Jehova gut ist“

    Ein Vortrag gespickt mit unzähligen Erfahrungen von Personen und Familien, die Jehova geschmeckt und gesehen haben, dass Jehova gut ist.

    Als kleine Veranschaulichung – wenn auch eher im Zusammenhang mit dem Predigtdienst:

    eine Mutter, die ihr Baby mit etwas füttert, was es nicht kennt. Erst spuckt es das Essen aus, aber wenn die Mutter es weiterhin geduldig versucht und das Kind Hunger bekommt – dann schmeckt es.

    Außerdem benötigt Speise Feuchtigkeit damit sie Geschmack abgibt – sie muss ordentlich eingespeichelt werden. Das tun wir, wenn wir über das Gehörte nachdenken. Alles, was wir in den Publikationen und in der Bibel lesen und alles, was wir in Vorträgen, auf Kongressen und in Dramen hören, müssen wir auf uns selbst und auf unser persönlich Leben beziehen. Wir müssen uns fragen „wie betrifft das mich?“ Und „was erwartet Jehova im dieser Hinsicht von mir?“

    Interessant, was die Erfahrungen alle gemeinsam hatten:

    sie alle standen vor Entscheidungen und haben nicht einfach das getan, was ihnen in den Sinn kam, sondern haben überlegt, was Jehova jetzt gerade von ihnen erwartet. Und genau dies haben sie getan, auch wenn es ihnen schwer fiel. Dafür hat Jehova sie dann gesegnet und so haben sie dadurch geschmeckt, dass Jehova gut ist.

    Das erinnert mich an den Gedanken zu Psalm 15, den ich im entsprechenden Kapitel hervorgehoben hatte:

    David sagte nicht, daß jemand, der diese Dinge liest, hört, davon spricht oder auch daran glaubt, „niemals zum Wanken gebracht werden“ wird. Das trifft nur auf denjenigen zu, der „diese Dinge tut“. Ein Glaube ohne unterstützende Werke ist tot und trägt einem nicht Gottes Gunst ein (Jakobus 2:26). Wer die guten Dinge tut, die im 15. Psalm erwähnt werden, wird nicht wanken, da Jehova ihn beschützen und stärken wird (Psalm 55:22).

    es reicht also nicht, in der Bibel zu lesen, es reicht nicht in die Zusammenkünfte zu gehen, es reicht nicht aus zu glauben, dass es Gott gibt. Es reich nicht einmal aus, es auch zu wissen – wir müssen nach dem handeln, was er von uns will! Nur dann werden wir wirklich glücklich sein können.

    Wir können nur dann schmecken, dass Jehova gut ist, wenn wir uns auf das Wagnis einlassen, uns auf Jehova zu verlassen und darauf, dass er weiss, was für uns gut ist und dass er nichts schlechtes von uns verlangen würde.

    Wie steht es mit unseren Entscheidungen?

  77. Juleam 12. Mai 2011 um 11:00 Link zum Kommentar

    Das Wort Jehovas ist lebendig
    Höhepunkte aus dem ersten Buch der Psalmen

    WIE sollte man ein Bibelbuch passenderweise nennen, das hauptsächlich Lobpreis für den Schöpfer, Jehova Gott, enthält? Kein Titel könnte passender sein als Psalmen oder Lobpreisungen. Die Psalmen sind das längste Bibelbuch. Es besteht aus hervorragend geschriebenen Liedern, die von Gottes großartigen Eigenschaften und Machttaten berichten sowie zahlreiche Prophezeiungen enthalten. Viele der Lieder bringen zum Ausdruck, wie die Schreiber in Notlagen empfunden haben. Diese Äußerungen stammen aus einem Zeitabschnitt von etwa tausend Jahren — von den Tagen des Propheten Moses bis in die Zeit nach dem Exil. Zu den Schreibern gehören Moses, König David und andere. Die endgültige Zusammenstellung des Buches schreibt man dem Priester Esra zu.

    Schon ganz früh teilte man die Psalmen in fünf Liedersammlungen oder Bücher ein: Psalm 1 bis 41, Psalm 42 bis 72, Psalm 73 bis 89, Psalm 90 bis 106 und Psalm 107 bis 150. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der ersten Liedersammlung. Bis auf drei Psalmen gehen in dem ersten Buch alle auf den israelitischen König David zurück. Von wem die Psalmen 1, 10 und 33 sind, ist unbekannt.

    „MEIN GOTT IST MEIN FELS“
    (Psalm 1:1 bis 24:10)

    Der erste Psalm preist den glücklich, der Lust am Gesetz Jehovas hat, und anschließend leitet der zweite Psalm gleich auf das Thema Königreich über. Das erste Buch der Psalmen enthält überwiegend eindringliche Bitten an Gott. In den Psalmen 3 bis 5, 7, 12, 13 und 17 wird zum Beispiel um Befreiung aus der Hand von Feinden gebeten. Psalm 8 hebt hervor, wie groß Jehova im Vergleich zum Menschen ist.
    David beschreibt Jehova als den Beschützer seines Volkes und singt: „Mein Gott ist mein Fels; ich werde zu ihm Zuflucht nehmen“ (Psalm 18:2). In Psalm 19 wird Jehova als Schöpfer und Gesetzgeber gepriesen, in Psalm 20 als Retter und in Psalm 21 als Retter seines gesalbten Königs. Psalm 23 beschreibt Jehova als den großen Hirten, wohingegen der 24. Psalm ihn als herrlichen König darstellt.

    Antworten auf biblische Fragen:

    2:1, 2 — Was ist das ‘Leere’, das die Nationen ständig murmeln?
    Das ‘Leere’ ist die ständige Sorge menschlicher Regierungen um die Aufrechterhaltung ihrer eigenen Machtbefugnis. Es ist leeres Gerede, weil ihr Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. Wie können die Völkerschaften auf Gelingen hoffen, wenn sie sich „gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten“ stellen?

    2:7 — Worum handelt es sich bei der „Verordnung Jehovas“?
    Dabei handelt es sich um den Bund für ein Königreich, den Jehova mit seinem geliebten Sohn Jesus Christus geschlossen hat (Lukas 22:28, 29).

    2:12 — Auf welche Weise können die Herrscher der Nationen ‘den Sohn küssen’?
    In biblischen Zeiten war Küssen eine Geste der Freundschaft und Treue. So hieß man oft Gäste willkommen. Die Könige der Erde werden angewiesen, den Sohn zu küssen, das heißt ihn als messianischen König willkommen zu heißen.

    3:Überschrift — Wozu stehen über einigen Psalmen Überschriften?
    Manchmal verraten sie den Schreiber und/oder informieren darüber, unter welchen Umständen der Psalm verfasst wurde, wie bei Psalm 3. Die Überschrift kann auch den Zweck oder die Verwendung des Liedes erklären (Psalm 4 und 5) und musikalische Angaben enthalten (Psalm 6).

    3:2 — Wofür steht „Sela“?
    Von diesem Wort nimmt man allgemein an, dass es auf eine Pause zur stillen Andacht hinweist, entweder nur beim Singen oder auch bei der Instrumentalmusik. Die Pause sollte dem gerade ausgedrückten Gedanken oder Gefühl Nachdruck verleihen. Beim Vorlesen kann das Wort übergangen werden.

    11:3 — Welche Grundfesten werden niedergerissen?
    Das sind die Grundfesten der menschlichen Gesellschaft — Recht, Ordnung und Gerechtigkeit. Geraten sie ins Wanken, kommt es zu Unordnung, und es gibt keine Gerechtigkeit. Der „Gerechte“ sollte dann völlig auf Gott vertrauen (Psalm 11:4-7).

    21:3 — Worauf weist „eine Krone aus geläutertem Gold“ hin?
    Ob es sich um eine buchstäbliche Krone handelte oder um ein Symbol für zusätzliche Herrlichkeit wegen der vielen Siege Davids, wird nicht gesagt. Der Vers weist jedoch prophetisch auf die Königskrone hin, die Jesus 1914 von Jehova erhielt. Dass die Krone aus Gold besteht, lässt darauf schließen, wie überragend Jesus regiert.

    22:1, 2 — Wieso könnte David gedacht haben, Jehova hätte ihn verlassen?
    David wurde dermaßen von Feinden bedrängt, dass sein ‘Herz wie Wachs wurde und tief in seinem Innern schmolz’ (Psalm 22:14). Für ihn könnte es so ausgesehen haben, als hätte Jehova ihn verlassen. Jesus empfand am Pfahl ebenso (Matthäus 27:46). Davids Worte lassen erkennen, wie menschlich er in der verzweifelten Lage reagierte. Durch das in Psalm 22:16-21 aufgezeichnete Gebet Davids wird jedoch klar, dass er seinen Glauben an Gott nie verlor.

    Lehren für uns:

    1:1. Wir sollten keinen Umgang mit jemand haben, der Jehova nicht liebt (1. Korinther 15:33).

    1:2. Wir sollten uns jeden Tag mit geistigen Dingen beschäftigen (Matthäus 4:4).

    4:4. Es ist klug, unsere Zunge zu zügeln, wenn wir verärgert oder wütend sind, und nichts zu sagen, was wir später bereuen würden.

    4:5. Unsere geistigen Opfer sind nur dann „Opfer der Gerechtigkeit“, wenn unsere Beweggründe stimmen und unser Benehmen Gottes Forderungen entspricht.

    6:5. Welchen besseren Grund könnte es geben, am Leben bleiben zu wollen? (Psalm 115:17).

    9:12. Jehova forscht nach vergossenem Blut, weil er die Schuldigen bestrafen möchte, aber an das „Geschrei der Niedergedrückten“ erinnert er sich.

    15:2, 3; 24:3-5. Wahre Anbeter sollten die Wahrheit reden und weder einen Meineid leisten noch verleumden.

    15:4. Wir sollten alles daransetzen, unser Wort zu halten, selbst wenn es schwierig ist, es sei denn, wir erkennen, dass unser Versprechen schriftwidrig war.

    15:5. Als Anbeter Jehovas dürfen wir Geld nicht missbräuchlich verwenden.

    17:14, 15. Die „Menschen dieses Systems der Dinge“ setzen sich ganz dafür ein, viel Geld zu verdienen, Kinder großzuziehen und ihnen etwas zu hinterlassen. David war hauptsächlich darum besorgt, sich bei Jehova einen guten Namen zu machen, um ‘sein Angesicht zu schauen’ oder seine Gunst zu verspüren. Als David sich der Verheißungen und Zusicherungen Jehovas bewusst wurde, wurde er damit gesättigt, Jehovas Gestalt vor Augen zu haben, oder freute sich, dass Jehova mit ihm war. Sollten wir nicht wie David unser Herz auf geistige Schätze richten?

    19:1-6. Die Natur kann weder sprechen noch überlegen und doch verherrlicht sie Jehova — wie viel mehr sollten wir ihn verherrlichen, da wir denken, reden und ihn anbeten können (Offenbarung 4:11).

    19:7-11. Wie gut doch Jehovas Forderungen für uns sind!

    19:12, 13. Vor Verfehlungen und vermessenen Taten müssen wir uns hüten.

    19:14. Wir sollten nicht nur über das nachdenken, was wir tun, sondern auch über das, was wir reden und denken.

    „DU HAST MICH WEGEN MEINER UNVERSEHRTEN LAUTERKEIT AUFRECHTERHALTEN“
    (Psalm 25:1 bis 41:13)

    Wie deutlich lässt David gemäß Psalm 25 und 26 doch seinen Herzenswunsch und seinen festen Entschluss erkennen, die Lauterkeit zu bewahren! Er singt: „Was mich betrifft, ich werde in meiner unversehrten Lauterkeit wandeln“ (Psalm 26:11). Er betet um die Vergebung von Sünden und sagt ganz offen: „Als ich stillschwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag“ (Psalm 32:3). Jehovas Loyalgesinnten versichert David: „Die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihren Hilferuf“ (Psalm 34:15).

    Wie wertvoll doch der Rat aus Psalm 37 für die Israeliten war, und wie wertvoll er doch für uns ist, die wir in „den letzten Tagen“ dieses Systems der Dinge leben! (2. Timotheus 3:1-5). Psalm 40:7, 8 enthält eine Prophezeiung über Jesus Christus, in der es heißt: „Siehe, ich bin gekommen, in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben. Deinen Willen zu tun, o mein Gott, ist meine Lust gewesen, und dein Gesetz ist in meinem Innern.“ Der letzte Psalm des ersten Buches ist ein Hilferuf Davids an Jehova in den unruhigen Jahren nach der Sünde mit Bathseba. Er singt: „Was mich betrifft, du hast mich wegen meiner unversehrten Lauterkeit aufrechterhalten“ (Psalm 41:12).

    Antworten auf biblische Fragen:

    26:6 — Wie schreiten wir wie David sinnbildlich um Jehovas Altar?
    Der Altar steht für Jehovas Willen, das Lösegeld Jesu Christi zur Erlösung der Menschheit anzunehmen (Hebräer 8:5; 10:5-10). Wir schreiten um den Altar Jehovas, indem wir Glauben an Christi Opfer ausüben.

    29:3-9 — Was wird durch den Vergleich der Stimme Jehovas mit einem donnernden Gewitter beschrieben?
    Einfach ausgedrückt: die beeindruckende Macht Jehovas.

    31:23 — Womit wird einem Hochmütigen über die Maßen vergolten?
    Mit dem Vergelten ist hier Bestrafen gemeint. Einem Gerechten vergilt Jehova unabsichtliche Fehler mit Zucht. Einem Hochmütigen wird jedoch mit strenger Strafe über die Maßen vergolten, weil er vom falschen Weg nicht umkehrt (Sprüche 11:31; 1. Petrus 4:18).

    33:6, Fußnote — Was ist der „Geist“ oder „Atem (Hauch)“ des Mundes Jehovas?
    Dieser Geist ist die wirksame Kraft oder der heilige Geist Gottes, den er bei der Erschaffung der materiellen Himmel einsetzte (1. Mose 1:1, 2). Dieser Geist wird als der Geist seines Mundes bezeichnet, weil er wie ein kräftiger Atemstoß ausgesandt werden kann, um in der Ferne etwas zu bewirken.

    35:19 — Was bedeutet Davids Bitte an Gott, seine Hasser nicht mit dem Auge zwinkern zu lassen?
    Das Augenzwinkern der Feinde Davids hätte bedeutet, dass sie sich über das Gelingen ihrer gegen ihn gerichteten boshaften Pläne freuen würden. David bat darum, dass dies nicht geschehen möge.

    Lehren für uns:

    26:4. Wir sollten klugerweise mit folgenden Personen keinen Umgang haben: Personen, die zum Beispiel in Internet-Chatrooms ihre Identität nicht preisgeben; Schüler oder Arbeitskollegen, die in böser Absicht vorgeben, unsere Freunde zu sein; Abgefallene, die Aufrichtigkeit vorheucheln; Personen, die ein Doppelleben führen.

    26:7, 12; 35:18; 40:9. Wir sollten Jehova in der Versammlung preisen.

    26:8; 27:4. Gehen wir gern in die Zusammenkünfte?

    26:11. David drückte seine Entschlossenheit aus, lauter zu bleiben, aber er bat auch um Erlösung. Wir können also trotz Unvollkommenheit die Lauterkeit bewahren.

    29:10, Fußnote. Jehovas Sitzen auf „der Sintflut“ oder „dem Himmelsozean“ zeigt an, dass er seine Macht kontrolliert ausübt.

    30:5. Jehovas vorherrschende Eigenschaft ist Liebe — nicht Zorn.

    32:9. Jehova will nicht, dass wir einem Maultier oder Esel gleichen, dessen Gehorsam von Zaumzeug und Peitsche abhängt. Er wünscht sich, dass wir ihm freiwillig gehorchen, weil wir seinen Willen verstehen.

    33:17-19. Kein von Menschen errichtetes Herrschaftssystem, ganz gleich wie mächtig es ist, kann Rettung bringen. Wir müssen auf Jehova und sein Königreich vertrauen.

    34:10. Wie beruhigend ist der Vers doch für alle, die die Königreichsinteressen allem voranstellen!

    39:1, 2. Es ist klug, den ‘Mund mit einem Maulkorb zu verwahren’ und zu schweigen, wenn Böse Auskünfte haben möchten, um Glaubensbrüdern zu schaden.

    40:1, 2. Auf Jehova zu vertrauen kann uns helfen, mit Niedergeschlagenheit fertig zu werden, und uns ‘aus einer tosenden Grube heraufbringen, aus dem Schlamm des Bodensatzes’.

    40:5, 12. Weder Unglücksschläge noch persönliche Unzulänglichkeiten, wie viele es auch sind, werden uns erdrücken, wenn wir immer bedenken, dass die Segnungen ‘zahlreicher geworden sind, als wir aufzählen können’.

    „Gesegnet sei Jehova“

    Wie tröstlich und ermutigend sind doch die 41 Psalmen im ersten Buch! Ob wir Probleme oder Gewissensbisse haben, dieser Teil des machtvollen Wortes Gottes kann uns stärken und uns Mut machen (Hebräer 4:12). Die Psalmen bieten vernünftige Anleitung fürs Leben. Wiederholt wird uns versichert, dass Jehova uns nicht verlässt, ungeachtet welche Schwierigkeiten wir haben.

    Das erste Buch der Psalmen schließt mit den Worten: „Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels, von unabsehbarer Zeit ja bis auf unabsehbare Zeit. Amen und amen“ (Psalm 41:13). Fühlen wir uns, nachdem wir das alles betrachtet haben, nicht auch gedrängt, Jehova zu loben oder zu preisen?

    (Quelle: WT vom 15.05.2006)

  78. Juleam 13. Mai 2011 um 18:31 Link zum Kommentar

    Psalm 22 – 24

    Psalm 22:1-2

    Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
    [Warum bist du] fern davon, mich zu retten,
    [Fern von] den Worten meines Schreiens?

    2 O mein Gott, ständig rufe ich bei Tag, und du antwortest nicht,
    Und bei Nacht, und da ist kein Schweigen meinerseits.

    hierzu eine interessante Antwort auf biblische Fragen:

    22:1, 2 — Wieso könnte David gedacht haben, Jehova hätte ihn verlassen?

    David wurde dermaßen von Feinden bedrängt, dass sein ‘Herz wie Wachs wurde und tief in seinem Innern schmolz’ (Psalm 22:14). Für ihn könnte es so ausgesehen haben, als hätte Jehova ihn verlassen. Jesus empfand am Pfahl ebenso (Matthäus 27:46).

    Davids Worte lassen erkennen, wie menschlich er in der verzweifelten Lage reagierte. Durch das in Psalm 22:16-21 aufgezeichnete Gebet Davids wird jedoch klar, dass er seinen Glauben an Gott nie verlor.

    (Quelle: WT vom 15.05.2006)

    wie wir sehen, ist es also keine Frage von Glaubensschwäche, wenn wir uns zeitweise von Gott verlassen fühlen – sondern zeigt lediglich das Maß der Bedrückung an

  79. Juleam 13. Mai 2011 um 18:37 Link zum Kommentar

    Psalm 1 – 3

    Psalm 1:1

    Glücklich ist der Mann, der nicht im Rat der Bösen gewandelt
    Und nicht auf den Weg der Sünder getreten ist
    Und nicht auf dem Sitz der Spötter gesessen hat,

    Interessant, was die Gesellschaft zum Thema „schlechten Umgang“ passend formuliert hat:

    1:1. Wir sollten keinen Umgang mit jemand haben, der Jehova nicht liebt (1. Korinther 15:33).

    Hier wird also nicht von Ausgeschlossenen oder Abtrünnigen oder Abgefallenen gesprochen – sondern von denen, die Jehova nicht lieben.

    Wir müssen also auch unseren Umgang innerhalb der Versammlung bewußt und gut auswählen, denn nicht jeder, der sich dort mit uns versammelt und getauft ist – ist auch guter Umgang für uns!

  80. Juleam 13. Mai 2011 um 18:43 Link zum Kommentar

    Psalm 4 – 6

    Psalm 4:4

    Seid erregt, doch sündigt nicht.
    Sprecht euch aus in eurem Herzen auf eurem Bett, und bleibt still.

    Unter den „Höhepunkten zum 1. Buch der Psalmen“ finden wir zu diesem Vers folgende Lehre:

    Es ist klug, unsere Zunge zu zügeln, wenn wir verärgert oder wütend sind, und nichts zu sagen, was wir später bereuen würden.

    Daher ist es oftmals sinnvoll, sich erst mal zurückzuziehen und sich zu beruhigen und dann erst das Gespräch wieder fortzuführen.

    Dieser Punkt ist ganz besonders bei Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Ehe wichtig. Wir haben ja auf dem Kongress viel über Kommunikation gelernt, die uns Jehova näher bringen soll und dabei kam auch immer wieder der Lehrpunkt hervor: es gibt für alles eine Zeit und wir sollten daher darauf achten, zu welchem Zeitpunkt wir was ansprechen.

    Eine Ehefrau oder jugendliche Kinder, die alles dransetzen, uns nun in einer solchen erregten Situation eine Diskussion aufzuzwingen, denn „das will ich jetzt und hier geklärt haben“, verhält sich nicht nur sehr unweise – sondern hat in dem Moment auch nicht das Wohlgefallen Jehovas!

  81. Juleam 13. Mai 2011 um 18:54 Link zum Kommentar

    Psalm 19 – 21

    Psalm 19:1-6

    Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes;
    Und die Ausdehnung tut das Werk seiner Hände kund.

    2 Ein Tag nach dem anderen Tag läßt Sprache hervorsprudeln,
    Und eine Nacht nach der anderen Nacht zeigt Kenntnis an.

    3 Da ist keine Sprache, und da sind keine Worte;
    Keine Stimme ihrerseits wird gehört.

    4 Über die ganze Erde ist ihre Meßschnur ausgegangen
    Und bis ans äußerste Ende des ertragfähigen Landes ihre Äußerungen.
    Er hat der Sonne in ihnen ein Zelt gesetzt,
    5 Und sie ist wie ein Bräutigam, wenn er herauskommt aus seinem Hochzeitsgemach;
    Sie frohlockt wie ein Starker, eine Bahn zu durchlaufen.

    6 Von einem äußersten Ende der Himmel her ist ihr Ausgang,
    Und ihr [beendeter] Umlauf [geht] bis zu ihren [anderen] äußersten Enden;
    Und da ist nichts vor ihrer Hitze verborgen.

    Auch hierzu ein guter Gedanke aus den „Höhepunkten der Bibellesung“:

    Die Natur kann weder sprechen noch überlegen und doch verherrlicht sie Jehova — wie viel mehr sollten wir ihn verherrlichen, da wir denken, reden und ihn anbeten können (Offenbarung 4:11).

    Wie wahr dies ist, habe ich in den vergangenen Jahren selbst erlebt und vor einigen Tagen habe ich bei einer anderen „Schwanenbeobachterin“ auf der Seite einen netten Eintrag zu dem Thema gelesen, wenn sie dort auszugsweise schreibt:

    Es ist so wunderbar, dieses Leben zu beobachten und dadurch nochmal zur Erkenntnis zu kommen, was für eine große Kraft Liebe ist, Liebe im umfassendsten Sinne dieses Wortes: göttliche Energie, die alles zum Leben erweckt.

    Ich bin keine Gläubige, gehe sehr selten in die orthodoxe Kirche, in der ich einmal getauft worden war, lese nicht die Bibel, und dennoch glaube ich an diese göttliche Energie.

    Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass Jehova 2 Bücher für uns Menschen schreiben ließ: die Bibel und das Buch der Natur.

    Uns sind in den letzten Wochen sehr viele naturbegeisterte Menschen unten an unserem See begegnet, die stundenlang die Tiere und ihr Verhalten beobachten und fotografieren und voller Begeisterung dabei sind. Die Fotos sind immer wieder begeisternd – auch für diejenigen, die garnicht dabei waren. Auch wir selbst haben immer wieder das Gefühl, gerade in der herrlichen Schöpfung unserem Schöpfer ganz nah zu sein.

    Dabei kam dann in mir die Frage auf: wenn jeder, der die Schöpfung beobachtet und auf sich wirken lässt, Gott in gewisser Weise näher kommt, selbst wenn er nicht gläubig ist – würde dies dann im Umkehrschluß heißen, dass jeder wahre Anbeter Gottes sich für die Natur begeistern müsse?

    Was könnte man dann daraus schließen, wie wir unsere knapp bemessene Freizeit verbringen? Was könnten andere daraus über uns schließen, wenn wir überwiegend an Partys und Action interessiert sind?

  82. Juleam 13. Mai 2011 um 19:00 Link zum Kommentar

    Psalm 40 – 42

    Psalm 40:5,12

    Viele Dinge hast du selbst getan,
    O Jehova, mein Gott, ja deine wunderbaren Werke und deine Gedanken uns gegenüber;
    Niemand ist mit dir zu vergleichen.
    Wollte ich [sie] kundtun und [davon] reden:
    Sie sind zahlreicher geworden, als ich aufzählen kann.

    12 Denn Unglücksschläge umringten mich, bis sie nicht zu zählen waren.
    Mehr meiner Vergehungen ereilten mich, als ich zu sehen vermochte;
    Sie wurden zahlreicher als die Haare meines Hauptes,
    Und mein Herz, es verließ mich.

    auch hier eine sehr schöne Lehre aus den „Höhepunkten der Bibellesung“:

    Weder Unglücksschläge noch persönliche Unzulänglichkeiten, wie viele es auch sind, werden uns erdrücken, wenn wir immer bedenken, dass die Segnungen ‘zahlreicher geworden sind, als wir aufzählen können’.

    also: lassen wir uns bitte nicht entmutigen, sondern denken wir immer daran

    Jehova ist bei uns, wir sind niemals alleine!!!

  83. Juleam 11. April 2012 um 13:51 Link zum Kommentar

    Psalm 1 – 3

    Psalm 1:1-6 – Entweder – oder!

    1 Glücklich ist, wer nicht lebt wie Menschen, die von Gott nichts wissen wollen. Glücklich ist, wer sich kein Beispiel an denen nimmt, die gegen Gottes Willen verstoßen. Glücklich ist, wer sich fern hält von denen, die über alles Heilige herziehen.

    2 Glücklich ist, wer Freude hat am Gesetz des Herrn und darüber nachdenkt – Tag und Nacht.

    3 Er ist wie ein Baum, der nah am Wasser steht, der Frucht trägt jedes Jahr und dessen Blätter nie verwelken. Was er sich vornimmt, das gelingt.

    4 Ganz anders ergeht es allen, denen Gott gleichgültig ist: Sie sind wie dürres Laub, das der Wind verweht.

    5 Vor Gottes Gericht können sie nicht bestehen. Weil sie ihn abgelehnt haben, sind sie von seiner Gemeinde ausgeschlossen.

    6 Der Herr sorgt für alle, die nach seinem Wort leben. Doch wer sich ihm trotzig verschließt, der läuft in sein Verderben.

    aus einem älteren WT heißt es auszugsweise dazu:

    Das Geheimnis des Glücks

    Psalm 1 zeigt, warum ein gottesfürchtiger Mensch glücklich ist. Der Psalmist nennt in seinem Lied folgende Gründe: „Glücklich ist der Mann, der nicht im Rat der Bösen gewandelt und nicht auf den Weg der Sünder getreten ist und nicht auf dem Sitz der Spötter gesessen hat“ (Psalm 1:1).

    Wer wirklich glücklich sein möchte, muss sich nach dem ausrichten, was Jehova zu Recht von uns erwartet. Sacharja und Elisabeth, die glücklichen Eltern von Johannes dem Täufer, „waren beide vor Gott gerecht, weil sie allen Geboten und rechtlichen Erfordernissen Jehovas gemäß untadelig wandelten“ (Lukas 1:5, 6).

    Wenn wir ebenso handeln und es strikt ablehnen, ‘im Rat der Bösen zu wandeln’, uns also nicht von ihrem gottlosen Rat leiten lassen, dann können auch wir glücklich sein.

    Wir ‘treten nicht auf den Weg der Sünder’, wenn wir die Gedanken gottloser Menschen zurückweisen. Ja, man wird uns auch nicht buchstäblich dort finden, wo sich Sünder oftmals aufhalten: in anrüchigen Vergnügungsstätten oder an anderen verrufenen Orten.

    …. Wenn wir auf Gott vertrauen und „reinen Herzens“ sind, werden wir die Einstellung und den Lebensstil von Sündern ablehnen. Wir werden reine Beweggründe und Wünsche haben sowie einen ‘ungeheuchelten Glauben’ (Matthäus 5:8; 1. Timotheus 1:5).
    … Wer sich die einleitenden Worte von Psalm 1 nicht zu Herzen nimmt, kann leicht seine geistige Gesinnung verlieren, die er durch ein Studium der Bibel erworben hat. Er könnte dann ohne weiteres vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten. Dieses Abgleiten beginnt oft damit, dass man auf den Rat der Bösen hört und regelmäßig Umgang mit ihnen hat. Und schließlich wird man zu einem ungläubigen, abtrünnigen Spötter. So kann durch eine Freundschaft mit Bösen eine gottlose Einstellung entstehen und das Verhältnis zu Jehova Gott kann zerstört werden (1. Korinther 15:33; Jakobus 4:4). Lassen wir niemals zu, dass uns das passiert! Das Gebet hilft uns, unseren Sinn auf geistige Dinge gerichtet zu halten und mit Bösen keinen Umgang zu haben….

  84. Juleam 11. April 2012 um 13:59 Link zum Kommentar

    Psalm 3

    Gejagt – und doch geborgen!

    1 Ein Lied König Davids aus der Zeit, als er vor seinem Sohn Absalom fliehen musste.

    2 O Herr, überall bedrängen mich Feinde! So viele haben sich gegen mich verschworen.

    3 Sie spotten: »Der ist erledigt! Selbst Gott kann ihm nicht mehr helfen!«

    4 Aber du, Herr, nimmst mich in Schutz. Du stellst meine Ehre wieder her und verhilfst mir zu meinem Recht.

    5 Ich schreie zum Herrn: »Hilf mir doch!« Er hört mich in seinem Heiligtum und antwortet mir.

    6 Darum kann ich beruhigt einschlafen, denn ich weiß: Gott beschützt mich.

    7 Ich fürchte mich nicht vor meinen Feinden, auch wenn sie mich zu Tausenden umzingeln.

    8 Greif ein, mein Gott! Weil du mir schon oft geholfen hast, weiß ich auch jetzt: Du wirst meinen Feinden ins Gesicht schlagen und ihre Kraft zerbrechen.

    9 Ja, der Herr lässt uns niemals im Stich. Herr, schenke deinem Volk Frieden und Glück!

    und hier sind wir wieder bei dem Punkt, dass wir auch dann unter Verfolgung glücklich sein können: weil wir wissen, dass wir immer noch Freunde Jehovas sind – egal, wie es nach Außen hin aussehen mag

  85. Juleam 13. April 2012 um 10:23 Link zum Kommentar

    Psalm 4 – 6

    Psalm 4 – Freude im Leid

    1 Ein Lied Davids. Mit Saiteninstrumenten zu begleiten.

    2 O Gott, hörst du nicht meinen Hilfeschrei? Du bist es doch, der für mich eintritt, der mich verteidigt! Als ich vor Angst gelähmt nicht mehr weiterwusste, hast du mir den rettenden Ausweg gezeigt. So hilf mir auch jetzt und erhöre mein Gebet!

    3 Ihr Mächtigen im Land, ihr missbraucht euren Einfluss. Ihr zieht meine Ehre in den Dreck und verbreitet Lügen. Ihr habt Freude daran, mich zu verleumden. Wann hört ihr endlich auf damit?

    4 Begreift doch: Wer Gott die Treue hält, steht unter seinem besonderen Schutz. Er hört mich, wenn ich zu ihm rufe.

    5 Plant nichts Böses mehr gegen mich, auch wenn ihr zornig seid! Nehmt euch Zeit, besinnt euch und gebt endlich Ruhe!

    6 Wenn ihr Gott Opfer bringt, dann denkt daran, dass er euer Herr ist, und vertraut ihm!

    7 Viele jammern: »Wann wird es uns endlich besser gehen? Herr, lass uns deine Nähe erfahren, damit wir wieder aufatmen können!«

    8 Und wirklich: Du hast mich wieder froh gemacht. Während andere sich nur über eine reiche Ernte freuen können, ist meine Freude viel größer.

    9 Ich kann ruhig schlafen, auch wenn kein Mensch zu mir hält, denn du, Herr, beschützt mich.

    Was für ein wunderschöner Psalm!

    Ja, nichts ist mit dem wundervollen Gefühl zu vergleichen, mit seinem Gott einig zu sein. Zu wissen, dass es nichts gibt, was uns von unserem Gott trennt!

    Wie wundervoll und wertvoll dieses Gefühl und das Wissen darum doch ist. Egal, wie sehr unser Ruf vor den Menschen auch geschädigt sein mag – egal, wie sie uns sehen, auch wenn wir in ihren Augen der reinste Abschaum sein sollten, weil sie den Lügen und Verleumdungen glauben – es beeinflusst nicht, wie unser Gott uns sieht.

    Jehova sieht, wie das Herz ist und es gibt absolut nichts, was vor seinen Augen verborgen ist – und mag es noch so fein gesponnen sein. ER beurteilt uns so, wie wir wirklich sind, ihn interessiert nicht, was andere sagen, denken oder glauben. Ihn interessiert nur das, was wir wirklich sind. Glücklicherweise kann er nicht nur alles sehen, was vor den Augen ist, sondern er kann auch unser Herz, unsere Gedanken und unsere Beweggründe sehen. Und danach beurteilt er uns!

    Würde ER uns wohl verurteilen, nur weil wir vor den Menschen als verurteilt dastehen, da sie uns nach dem äußeren Anschein be- und verurteilen?

    Die Menschen mögen mit dem Finger auf uns zeigen und uns verachten – weil uns Verleumder in einem falschen Licht darstellen. Bei Menschen mögen sie ihr Ziel erreicht haben. Bei Gott erreichen sie damit nur das genaue Gegenteil:

    Denn Jehova sieht von oben zu und er sieht, wie seinen aufrichtigen Dienern Steine in den Weg gelegt werden. Er sieht alle Probleme, denen wir von missgünstigen Personen ausgesetzt sind. Er sieht, wie die anderen mit dem Finger auf uns zeigen. Aber er sieht auch den Schmerz und die Trauer, die uns dies bereitet. Er sieht die Verzweiflung, die uns oftmals anspringt.

    Aber: er sieht auch unser Herz voller Liebe für IHN. Er sieht, dass alle diese Dinge nichts an unserer Liebe zu ihm ändern. Er sieht, dass wir nicht ihm die Schuld geben, sieht, dass wir unseren Glauben nicht aufgeben und sieht, dass wir trotzdem an ihm und seiner Organisation festhalten. Er sieht, dass wir ihn und seine Organisation auch weiterhin vor den Menschen verteidigen – trotz allem.

    Und dadurch steigen wir in seiner Liebe. Er sieht, dass wir ihn wirklich lieben, dass es uns um IHN geht – so, wie er es dem frechen Widersacher gesagt hat. Dass nichts und niemand etwas daran ändern kann. Und weil wir unter so ungünstigen Umständen an ihm, unserem Glauben und seiner Organisation festhalten, erfreuen und erwärmen wir sein Herz. Unsere Treue berührt ihn zutiefst und er ist stolz auf uns und seine Liebe zu uns wächst noch mehr.

    Etwas, was von den Verleumdern so sicherlich nicht beabsichtigt ist.

    Das Ganze hat auch noch den Vorteil, dass man sich dadurch, dass man fast alles verloren hat, sich noch mehr der wichtigeren Dinge bewußt ist. Da merken wir erst so richtig, was wirklich zählt im Leben:

    Unsere Habe kann man uns nehmen, ein guter Ruf ist schnell zerstört, Freunde wenden sich ab, ja sogar der Ehepartner oder die Kinder. Selbst die Gesundheit kann zerstört werden. Aber eins kann uns niemand nehmen: unser Verhältnis und unsere Freundschaft mit Jehova. Da kommt niemand ran, egal wieviel Mühe derjenige sich auch geben mag. Es ist unser wertvollstes Gut und nur wir selbst können es zerstören, wenn wir nicht aufpassen.

    Wenn wir uns dessen bewußt sind, dass dies das einzige ist, was wirklich zählt, dann werden wir damit sehr sorgsam umgehen.

    Jehova ist unser bester Freund. Er ist treu und loyal, er wird immer zu uns stehen. Daher suchen wir noch mehr Gesellschaft bei ihm. Er ist treu und wahr. Ihm können wir alles sagen, er plaudert es nicht aus und er verdreht es nicht oder verwendet es gegen uns. In so einer Situation sind wir unendlich dankbar für so einen treuen und loyalen Freund und wir verbringen unsere ganze Zeit mit ihm.

    Und die haben wir ja reichlich, denn wir werden ja nicht abgelenkt. Da ist ja niemand sonst, der mit uns zu tun haben will, wir sind völlig isoliert; nur wir und Jehova. Also auch niemand, der unsere Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht. Wir können uns ganz unserem Glauben und unserem Gott widmen. Da ist niemand, der sich vernachlässigt fühlen könnte. Wenn der Ehepartner dann noch mit um Bunde ist – noch glücklicher kann man nicht sein!

    Dadurch, dass man (zu dritt) viel Zeit miteinander verbringt, wird das Verhältnis immer inniger und verrauter. Wie schön, dass kein Mensch und kein Widersacher dies zerstören kann!

    So wächst aus dem Leid doch noch viel Freude. Wenn ich mir die Geschichte von David so ansehe, dann habe ich den Eindruck, dass er in der Zeit des Leidens seinem Gott viel näher war, als zu der Zeit, wo es ihm gut ging und er von den Menschen anerkannt war. Woran mag das liegen? Auch daran, dass er zu der Zeit weniger abgelenkt war?

  86. Juleam 13. April 2012 um 11:04 Link zum Kommentar

    Psalm 5 – Gott steht auf meiner Seite

    1 Ein Lied Davids. Mit Flötenbegleitung zu singen.

    2 Höre doch, Herr, was ich dir sagen will; auch wenn ich nur noch seufzen kann, höre mir zu!

    3 Du bist mein König und mein Gott, zu dir schreie ich, dich flehe ich an!

    4 Schon früh am Morgen bringe ich dir ein Opfer und bete, weil ich weiß: du hörst mich. Gib mir doch Antwort!

    5 Zum Unrecht kannst du nicht schweigen. Die Gottlosen duldest du nicht in deiner Nähe:

    6 Wer dich hochmütig verspottet, den stößt du von dir. Wer deinen Willen missachtet, den kannst du nicht ausstehen.

    7 Lügner, Mörder und Heuchler bringst du um, sie ekeln dich an!

    8 Ich aber darf zu dir kommen, denn in deiner großen Gnade hast du mich angenommen. Voller Ehrfurcht bete ich dich in deinem Heiligtum an.

    9 Zeige denen, die mich verleumden, dass du zu mir stehst! Auch ich will dir treu sein – hilf mir, nach deinen Maßstäben zu leben!

    10 Was meine Feinde von sich geben, ist nichts als Lüge. Schlecht und verlogen wie sie sind, können sie gar nicht anders: sie bringen Tod und Untergang.

    11 Herr, rechne mit ihnen ab! Bringe das Unheil über sie, das sie anderen zugefügt haben! Verstoße sie! Nichts, gar nichts ist ihnen heilig; sogar gegen dich lehnen sie sich auf.

    12 Doch alle, die dir vertrauen, werden sich freuen und dich loben, denn bei dir sind sie geborgen. Wer dich liebt, wird jubeln vor Freude.

    13 Wer dir treu bleibt, den beschenkst du mit Frieden und Glück, den umgibst du mit deiner schützenden Liebe.

    Ganz besonders schön hier der Vers 8:

    8 Ich aber darf zu dir kommen, denn in deiner großen Gnade hast du mich angenommen. Voller Ehrfurcht bete ich dich in deinem Heiligtum an.

    Wir dürfen zu unserem Gott kommen, wir müssen uns nicht schämen.

    Auch wenn wir unvollkommen sind und wie jeder andere auch Fehler machen, so sieht Jehova ja unser aufrichtiges Herz voller Liebe und dass wir uns aufrichtig bemühen, so zu leben, wie es ihm gefällt. Und zwar nicht aus Angst vor Strafe oder weil wir gern den Lohn wollen – sondern weil wir ihn lieben!

    Weil wir in lieben und das was er liebt – darum wollen wir so leben, wie es ihm gefällt. So, dass er sich über uns freut, so wie ein Kind der Mutti ein Bild malt oder Blumen pflückt: weil es die Mutti lieb hat und ihr eine Freude machen will. Dies sollte unsere Motivation sein – denn dann tun wir Gottes Willen aus Liebe und voller Freude

    Hier fällt mir wieder ein Buch ein, dass ich vor einiger Zeit gelesen habe: „Die Familie Pfäffling“. Hier wird von einer wundervollen liebevollen und harmonischen Familie erzählt, die mir sehr gut gefällt – besonders die Art und Weise, wie alle miteinander umgehen. Auch hier ist der Glaube an Gott eine sehr starke Motivation

  87. Juleam 13. April 2012 um 11:30 Link zum Kommentar

    Psalm 6 – Herr, strafe mich nicht länger!

    1 Ein Lied Davids, mit achtsaitigem Instrument zu begleiten.

    2 Herr, du lässt mich deinen Zorn spüren. Ich flehe dich an: Strafe mich nicht länger!

    3 Hab Erbarmen mit mir, Herr, ich kann nicht mehr! Gib mir wieder Kraft und neuen Mut, ich bin völlig erschöpft!

    4 Ich weiß weder aus noch ein. Herr, wie lange willst du noch zusehen?

    5 Wende dich mir wieder zu! Hilf mir! Du bist doch ein barmherziger Gott. Sei mir gnädig und rette mich!

    6 Wenn ich tot bin, kann ich dir nicht mehr danken. Wie soll ich dich denn im Totenreich loben?

    7-8 Ach, ich bin müde vom Stöhnen. Nachts weine ich wie ein Kind, bis die Kissen durchnässt und meine Augen ganz verquollen sind. Daran sind nur meine Feinde schuld, sie haben mich in die Enge getrieben.

    9 Niederträchtig und gemein seid ihr! Verschwindet, denn der Herr hat meine Tränen gesehen!

    10 Er hat mein Schreien gehört und mein Gebet angenommen.

    11 Meine Feinde ziehen den Kürzeren und geben auf. Schämen müssen sie sich!

    Schlimm, wenn wegen uns ein anderer zu Jehova schreien müßte. Wenn wir es wären, die einen anderen derart in die Enge drängen, dass er nicht mehr ein noch aus weiss!

    Dies kann viele Bereiche unseres Lebens betreffen – alle im zwischenmenschlichen Bereich. Wir sollten unsere Brüder nicht entmutigen, damit sie nicht wegen uns zu Jehova schreien müssen.

    Aber wir müssen in dieser Hinsicht auch ausgeglichen sein, denn wir erinnern uns sicherlich noch daran, was Jehova zu Eli sagte, als es um dessen Söhne ging. Wir dürfen kein gottloses Handeln stillschweigend dulden, nur damit der andere nicht entmutigt ist. Hier ist Ausgeglichenheit erforderlich.

    Ein Punkt, der mich schon ein ganzes Jahr beim Bibellesen und Studium begleitet. Vor einiger Zeit habe ich dazu etwas sehr Schönes im Buch „Kommentare zum Jakobusbrief“ (Kapitel 4) gefunden – im Zusammenhang damit, dass wir keinen anderen richten sollten:

    Natürlich ist es nicht verkehrt, sich gegen ein Benehmen oder gegen Handlungen auszusprechen, die in Gottes Wort verurteilt werden. Besonders christliche Älteste haben die Pflicht, Personen, die Sünde treiben, zurechtzuweisen, sogar mit Strenge; und alle in der Versammlung haben die Verantwortung, ihr Mißfallen über eine solche Handlungsweise zum Ausdruck zu bringen (1. Kor. 5:1-5, 9-13; Eph. 5:3, 11; 2. Thess. 3:6, 11-15; 1. Tim. 5:20; 2. Tim. 4:2; Tit. 1:9-13). Doch in all diesen Fällen zeigt Gottes Wort selbst, daß das Benehmen oder die Handlungen, um die es geht, sündig sind. …

    „Wer bist du, daß du deinen Nächsten richtest?“, zeigt, daß der Ausdruck „gegen einen Bruder reden“ bedeutet, etwas an ihm auszusetzen, ihn streng zu kritisieren oder ihn zu tadeln, doch ohne guten Grund. Das kommt einer Beurteilung gleich, entweder seiner Person oder seiner Handlungsweise oder seiner Beweggründe. Es ist eine negative Einschätzung seines sittlichen Wertes, für die es keine Grundlage gibt. Das Unrecht wird noch verschlimmert, wenn dieses verurteilende Reden hinter dem Rücken des Beschuldigten vor sich geht. …

    Moses war von Jehova besonders als Gesetzgeber und Richter für Israel gebraucht worden; und während nun die Schriftgelehrten und Pharisäer eifrig verkündeten, was in Gottes Gesetz aufgezeichnet war, fügten sie manches hinzu und erlegten so dem Volk viele bedrückende Traditionen auf (Matth. 23:1-4; Apg. 7:35-38). Da das gewöhnliche Volk das Gesetz nicht gemäß ihren Maßstäben hielt, erachteten sie es „für nichts“, ohne jeden sittlichen Wert, und richteten es, indem sie es als ‘verflucht’ bezeichneten (Luk. 18:9-12; Joh. 7:49).
    Dadurch, daß sie das taten, redeten sie gegen das Gesetz und richteten es. Sie maßten sich an, das Privileg und die Befugnis zu haben, das Gesetz nach ihren Vorstellungen auszulegen, es zu erweitern oder einige Bestimmungen überzubetonen und dafür andere zu vernachlässigen …

    Paulus ermahnte sie jedoch, einander nicht zu kritisieren und zu richten, sondern sich statt dessen von Liebe leiten zu lassen und aus Interesse am geistigen Wohl ihrer Brüder lieber auf Dinge zu verzichten, die andere zum Straucheln bringen könnten (Röm. 14:13-15, 19-21; 15:1-3; vergleiche 1. Korinther 8:4, 7-13).

    Der Rat des Jakobus stimmt mit dem des Paulus überein. Einem Christen ist es in keiner Hinsicht verboten, in Angelegenheiten, in denen man persönlich entscheiden muß, seine eigene Meinung zu haben, nicht einmal, eine feste Meinung zu haben. Verurteilt wird nicht, daß wir uns ein eigenes Urteil bilden, sondern daß wir unsere persönlichen Ansichten oder Entscheidungen als Grundlage dafür benutzen, unseren Bruder anzuklagen und zu richten. (Vergleiche Römer 14:5, 22, 23.) Wenn wir das tun, erheben wir uns über unseren Bruder als Richter; wir tun so, als stünden wir über ihm und hätten das Recht, seine persönlichen Entscheidungen in solchen Angelegenheiten zu verwerfen und ihn zu verurteilen. (Vergleiche 1. Korinther 10:29, 30.)

    wenn also unsere Kinder, unser Ehepartner oder andere uns nahe stehende Personen etwas tun, was in Gottes Gesetz ausdrücklich verboten ist, so müssen wir ihm das sagen. Das gebietet schon das Gesetz der Liebe – denn ansonsten würden wir Blutschuld auf uns laden, weil wir demjenigen so die Möglichkeit nehmen, zu bereuen und zu Jehova umzukehren.

    Wenn wir aus Rücksicht auf die Gefühle des anderen schweigen, oder weil wir es uns nicht mit ihm verscherzen wollen, dann handeln wir gegen Jehova und gegen all das, wofür er steht.

    In diesem Sinne müssen wir also ausgeglichen sein. Aber David spricht hier ja auch nicht von Entmutigung darüber, dass ihm jemand gesagt hat, wo er in Hinsicht auf Gottes Gesetz gefehlt hat, sondern davon, dass er zu Unrecht angeklagt wurde. Das ist etwas ganz anderes.

    Als er von Nathan auf seine Sünde mit Bathseba angesprochen wird, ist er zutiefst betroffen. Nicht darüber, dass dieser unverschämte Prophet sich da in Dinge einmischt, die ihn überhaupt nichts angehen, sondern darüber, was er getan hat. Dass er selbst gegen Jehova gesündigt hatte. Darüber, dass er daran garnicht gedacht hatte – als ihm Bathseba über die Schwangerschaft berichtet – dass er gegen Jehova gesündigt hatte. Er war zu sehr damit beschäftigt gewesen, dass es nicht herauskommt und so sein und der Name der Frau beschmutzt würden.

    David ist an dem Punkt sogar dankbar für die offenen Worte des Propheten. Er schämt sich für sein Verhalten und wendet sich sofort an seinen Gott.

    Nicht, um sich zu beklagen, dass dieser unverschämte Nathan es gewagt hat, ihn mit so etwas zu belästigen, dass der ihn gekränkt und verletzt hätte mit seinen Worten – sondern weil er sich für seine eigene Sünde schämt und Jehova um Vergebung dafür bitten will.

    Also ein großer Unterschied!

    Denn stellen wir uns einmal vor, er hätte es nun umgekehrt getan: er hätte sich bei Jehova darüber beklagt, dass dieser unverschämte Nathan ihn mit seinen Worten beleidigt hätte. Wie hätte Jehova wohl darüber gedacht? Hätte er sein Gebet und seine Klagen annehmen können? Hätte dies nicht im klaren Widerspruch zu seinem eigenen Willen gestanden?

    Wenn wir uns durch die Worte eines anderen beleidigt, gekränkt und entmutigt fühlen – denken wir dann darüber nach, ob er nicht vielleicht Recht haben könnte? Ob sein Beweggrund nicht Liebe zu uns und Angst um unser geistiges Wohlergehen und um unser Verhältnis zu Jehova ist?

  88. Juleam 16. April 2012 um 09:27 Link zum Kommentar

    Psalm 7 – 9

    Psalm 7Wer anderen eine Grube gräbt…:

    1 Ein Klagelied Davids. Er trug es dem Herrn vor, als er unter den Anschuldigungen des Benjaminiten Kusch zu leiden hatte.

    2 Herr, mein Gott, bei dir suche ich Schutz. Bring mich in Sicherheit vor meinem Verfolger! Rette mich doch,

    3 sonst bin ich ihm hilflos ausgeliefert, und er zerfleischt mich wie ein Löwe.

    4 Herr, mein Gott, wenn das zutrifft, was er mir vorwirft: wenn ich wirklich anderen Unrecht getan habe,

    5 wenn ich das Vertrauen meines Freundes missbrauchte, oder wenn ich den beraubte, der mich grundlos in die Enge trieb,

    6 dann soll mein Feind mich verfolgen, mich einholen und niedertreten. Dann habe ich diesen ehrlosen Tod verdient!

    7 Greif ein, Herr! Strafe sie in deinem Zorn! Stelle dich meinen Feinden entgegen, denn sie wüten gegen mich! Komm und hilf mir! Recht muss doch Recht bleiben!

    8 Versammle alle Völker um dich zum Gericht, du hast das letzte Wort.

    9 Herr, du richtest die Völker. Vor aller Öffentlichkeit verschaffe mir Recht, denn du weißt, dass ich unschuldig bin. Grundlos werde ich beschuldigt.

    10 Mach doch Schluss mit der Bosheit der Bösen und richte den wieder auf, der deinen Willen tut! Du, Gott, bist unbestechlich, und niemand kann dich täuschen!

    11 Ja, Gott beschützt mich; er rettet den, der offen und ehrlich ist.

    12 Gott ist ein gerechter Richter, ein Gott, der noch heute strafen kann!

    13 Schon wieder schärft mein Feind sein Schwert, er spannt seinen Bogen und zielt auf mich.

    14 Doch seine tödlichen Pfeile treffen ihn selbst; was mir den Tod bringen sollte, wird nun ihm zum Verhängnis.

    15 Er brütet Böses aus und richtet Unheil an. Aber bald merkt er, dass er sich damit nur selbst betrogen hat!

    16 Denn wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

    17 Das Unheil, das er anderen bereitet hat, bricht nun über ihn herein; er wird zum Opfer seiner eigenen Bosheit.

    18 Den Herrn will ich loben, denn er sorgt für mein Recht. Ihm, dem höchsten Gott, will ich ein Danklied singen!

    Der Benjaminiter Kusch – wer genau war das noch mal und worum ging es dabei?

    David schrieb diesen Psalm, als er unter den Anschuldigungen Kuschs zu leiden hatte. Sicherlich waren es falsche Anschuldigungen, denn sonst hätte David sicherlich nicht gewagt, Jehova um Hilfe anzurufen. Denn als ihm das Problem mit Bathsebas Schwangerschaft bekannt wurde – da hat er seinen Gott nicht angerufen oder um Hilfe gefleht. Er wußte, dass es nicht angebracht wäre, Jehova zu bitten, die Folgen des verkehrten Verhaltens nicht spüren zu müssen.

    Also was war der Grund für diese flehentliche Bitte? Im Einsichtenbuch heißt es hierzu:

    In der Überschrift zum 7. Psalm heißt es, er sei „wegen der Worte Kuschs, des Benjaminiters“, verfaßt worden. Diese Person wird an keiner anderen Stelle erwähnt. Wenn sich der Psalm auf eine frühe Periode der Geschichte Davids bezieht, könnte es sich um einen Gegner Davids am Hofe Sauls handeln; bezieht er sich auf eine spätere Zeit, so ist der Name möglicherweise eine verhüllende Bezeichnung für den Benjaminiter Schimei, der David verfluchte (2Sa 16:5-8).

    (2. Samuel 16:5-8)

    . . .Und König David kam bis nach Bahurim, und siehe, von dort kam ein Mann von der Familie des Hauses Sauls heraus, und sein Name war Schimeï, der Sohn Geras, er kam heraus, und während er herauskam, rief er Übles [auf ihn] herab. 6 Und er begann mit Steinen nach David und nach allen Dienern des Königs David zu werfen; und alles Volk und alle starken Männer waren zu seiner Rechten und zu seiner Linken. 7 Und dies ist, was Schimeï sprach, als er Übles herabrief: „Geh weg, geh weg, du mit Blutschuld beladener Mann und du nichtsnutziger Mann! 8 Jehova hat die ganze Blutschuld hinsichtlich des Hauses Sauls, an dessen Stelle du als König geherrscht hast, auf dich zurückgebracht; und Jehova gibt das Königtum in die Hand deines Sohnes Absalom. Und da bist du in deinem Unglück, weil du ein mit Blutschuld beladener Mann bist!“

  89. Juleam 16. April 2012 um 09:33 Link zum Kommentar

    Psalm 8 – Die Krone der Schöpfung

    1 Ein Lied Davids, zum Spiel auf der Gittit.

    2 Herr, unser Herrscher! Groß und herrlich ist dein Name. Himmel und Erde sind Zeichen deiner Macht.

    3 Aus dem Mund der Kinder erklingt dein Lob. Es ist stärker als das Fluchen deiner Feinde. Erlahmen muss da ihre Rachsucht, beschämt müssen sie verstummen.

    4 Ich blicke zum Himmel und sehe, was deine Hände geschaffen haben; den Mond und die Sterne – allen hast du ihre Bahnen vorgezeichnet.

    5 Was ist da schon der Mensch, dass du an ihn denkst? Wie klein und unbedeutend ist er, und doch kümmerst du dich um ihn.

    6 Ja, du hast ihm eine hohe Stellung gegeben – nur wenig niedriger als die Engel. Mit Ruhm und Ehre hast du ihn gekrönt.

    7 Du hast ihm den Auftrag gegeben, über deine Geschöpfe zu herrschen. Alles hast du ihm zu Füßen gelegt:

    8 die Schafe und Rinder, die Tiere des Feldes,

    9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im weiten Meer.

    10 Herr, unser Herrscher! Groß und herrlich ist dein Name. Himmel und Erde sind Zeichen deiner Macht.

    Ist es deshalb so tröstlich, wenn wir uns in der herrlichen Natur aufhalten oder Naturfilme sehen?

    Weil wir uns dann unserem Gott ganz nah fühlen? Weil sich hier Jehovas ganze Liebe und Macht zeigt?

    Wenn wir sehen, wie wunderbar Jehova alles gemacht hat, wie liebevoll er alles durchdacht hat und wie wunderbar alles zusammenspielt – da kommen wir uns gleich ganz anders vor. Wir nehmen uns selbst und all „die Katastrophen“, die uns gerade schier erdrücken ganz anders wahr. Wer kennt nicht das schöne Lied von Reinhard May?

    Über den Wolken
    Muss die Freiheit grenzenlos sein
    Alle Ängste, alle Sorgen
    Sagt man
    Blieben darunter verborgen
    und dann
    Würde was uns groß und wichtig erscheint,
    Plötzlich nichtig und klein…“

    Wir sind auch ein Teil von dem Grossen Ganzen, auch wir sind von Jehova erschaffen worden, auch wir passen in dieses Zusammspiel der Natur mit hinein. Auch unser Leben hat einen Sinn. Wir haben sogar das Vorrecht, IHN erkennen zu dürfen und ihm zu dienen. Er bietet uns sogar seine Freundschaft an. Macht uns dies nicht ganz andächtig?

    Nicht umsonst fühlen wir uns in der Natur so wohl und geborgen und glücklich. Hier sind wir nicht so mit Nichtigkeiten abgelenkt, hier sehen wir viel Schönes und erkennen darin die Liebe Jehovas. Er liebt uns, lässt uns all das Schöne genießen!

    Wenn er schon für die „vernunftlosen“ Tiere so wundervoll sorgt, was machen wir uns da eigentlich Sorgen? Er hat für uns sogar seinen geliebten Sohn geopfert. Denken wir, er würde uns im Stich lassen, wenn er für alle Tiere so liebevoll sorgt?

  90. Juleam 16. April 2012 um 09:38 Link zum Kommentar

    Psalm 91 – Gott richtet und rettet

    Ein Lied Davids, nach der Melodie: »Vom Sterben des Sohnes.«

    2 Dir, Herr, will ich von ganzem Herzen danken, und erzählen will ich von deinen wunderbaren Taten.

    3 Ich freue mich über dich und juble dir zu. Ich singe und musiziere zu deiner Ehre, du höchster Gott!

    4 Denn du schlägst meine Feinde in die Flucht, sie stürzen und kommen um!

    5 Du bist ein gerechter Richter: Mit deinem Urteil hast du mir Recht verschafft.

    6 Die feindlichen Völker hast du in ihre Grenzen gewiesen, die Verbrecher umgebracht und alles ausgelöscht, was an sie erinnerte.

    7 Der Feind ist für immer erledigt, seine Städte sind nur noch Ruinen. Keiner denkt mehr an sie.

    8 Aber der Herr regiert für immer und ewig. Sein Richterstuhl steht schon bereit.

    9 Über die ganze Welt wird er ein gerechtes Urteil sprechen und allen Völkern seine Entscheidung verkünden.

    10 Die Unterdrückten finden bei Gott Zuflucht. In schwerer Zeit beschützt er sie.

    11 Herr, wer dich kennen lernt, der wird dir gern vertrauen. Wer sich auf dich verlässt, der ist nie verlassen.

    12 Lobt den Herrn mit euren Liedern, und erzählt allen Völkern von seinen machtvollen Taten! Er regiert auf dem Berg Zion in Jerusalem.

    13 Den Schrei der Wehrlosen überhört er nicht, und keine Bluttat lässt er ungestraft.

    14 Darum habe auch mit mir Erbarmen, Herr! Siehe doch, wie ich leide unter dem Hass meiner Feinde! Ich stehe am Rand des Todes! Bring mich in Sicherheit!

    15 Dann will ich dich in Jerusalem loben. Alle sollen hören, was du für mich getan hast.

    16-17 Die Völker, die andere ins Verderben stürzen wollten, sind in ihre eigene Falle gelaufen. In ihrem eigenen Netz haben sie sich verstrickt! So hat der Herr bewiesen, wer er ist: Sein Urteil kam zur rechten Zeit!

    18 Fahrt zur Hölle, ihr Unheilstifter, ihr Völker, die ihr von Gott nichts wissen wollt!

    19 Wer sein Recht nicht durchsetzen kann, den hat Gott nicht vergessen, auch wenn es zunächst so scheint.

    20 Greif ein, Herr! Lass nicht zu, dass Menschen über dich triumphieren! Ruf die Völker vor deinen Thron und sprich ihnen das Urteil!

    21 Lass sie vor Angst erzittern, Herr, und zeige ihnen, dass sie nur machtlose Menschen sind!

  91. Juleam 16. April 2012 um 09:45 Link zum Kommentar

    Psalm 10 – 12

    Psalm 10:1-12 – Gott, lass dir das nicht bieten!

    1 Herr, warum bist du so weit weg? Warum lässt du uns im Dunkeln umherirren, wenn wir dich am nötigsten brauchen?

    2 Boshafte Menschen schrecken vor nichts zurück. Sie machen den Schwachen und Hilflosen das Leben zur Hölle. Lass sie in ihre eigene Falle laufen!

    3 Diese Gauner sind auch noch stolz auf ihre habgierigen Wünsche. Geld geht ihnen über alles, und für Gott haben sie nichts übrig. Mit wüsten Sprüchen ziehen sie über ihn her.

    4 Hochnäsig behaupten sie: »Gott? Den gibt es doch gar nicht! Was soll er uns denn heimzahlen?« – Was für ein Trugschluss!

    5 Noch geht ihnen alles nach Wunsch. Dass du sie verurteilen wirst, lässt sie kalt. Sie verhöhnen alle, die sich ihnen in den Weg stellen, und spotten: »Euer Gott ist ja so weit weg!

    6 Uns haut nichts um! Das hat noch keiner geschafft, und daran wird sich auch nichts ändern!«

    7 Sobald sie den Mund aufmachen, fluchen, lügen und erpressen sie. Wie viel Unglück richten sie an!

    8 In der Nähe einsamer Dörfer liegen sie im Hinterhalt und lauern ihren hilflosen Opfern auf. Im Versteck bringen sie die Unschuldigen um.

    9 Wie Löwen im Dickicht liegen sie auf der Lauer, um wehrlose Menschen zu überfallen.

    10 Sie stürzen sich auf ihre Opfer und schlagen sie brutal zusammen.

    11 »Was wir tun, interessiert Gott gar nicht«, reden sie sich ein, »außerdem hat er ein schlechtes Gedächtnis!«

    12 Herr, greif doch ein! Lass dir das nicht bieten! Vergiss die Hilflosen nicht!

    wieso soll sich Jehova das nicht bieten lassen?

    Schon der Titel dieses Psalms lautet in der Hoffnung für alle so. Aber warum soll ER sich das nicht bieten lassen? Immerhin schaden sie ja uns und nicht ihm…

    Vers 13

    13 Warum lässt du es zu, dass solche Schurken deine Ehre in den Schmutz ziehen? Warum dürfen sie sich einbilden, dass du sie nie zur Rechenschaft ziehen wirst?

    Warum ziehen die Bösen die Ehre Jehovas in den Schmutz?

    In gewisser Hinsicht sagen sie ja, dass sich Jehova nicht dafür interessiert. Dass es ihm egal ist, was sie tun und ob seine wahren Anbeter leiden müssen. Immerhin ist ja genau dies der Punkt, an dem viele verzeifeln. Eine Frage, die mein Vater auch schon oft gestellt hat:

    Er hat als Kind den Krieg erlebt, mußte mit seiner Familie aus der Heimat fliehen, hat die ganzen Grausamkeiten selbst erlebt – nicht nur gehört – und sagt, dass er nicht versteht, wo Gott dabei ist. Wenn es IHN wirklich gibt, warum tut er dann nichts? Kann er nichts tun oder will er es vielleicht gar nicht?

    Wir sehen, wie die Bösen mit ihrem Tun den guten Ruf Jehovas zerstören:

    Entweder ist er nicht allmächtig oder er ist herz- und lieblos!

    Dieser Eindruck mag dadurch entstehen, dass der Böse auch heute noch ungehindert sein Unwesen treiben kann. Aus diesem Grund versündigt sich der Böse nicht nur an dem Gerechten und daran, dass er die Maßstäbe Jehovas nicht einhält, sondern er ist auch noch dafür zur Rechenschaft zu ziehen, dass er Jehovas Namen in den Dreck zieht. Könnte so jemand wirklich zu Recht von sich behaupten, dass er ein Zeuge Jehovas ist?

    Wir wissen, dass unser Schöpfer liebevoll und gerecht und allmächtig ist:

    Vers 14-18

    Nein! Du hast das Unrecht nicht vergessen! Du kümmerst dich um die Gequälten und wirst sie retten. Dir können sich alle anvertrauen, denen keiner mehr hilft.

    15 Zerbrich die Macht der Übeltäter! Bestrafe sie für ihre Bosheit, damit sie nicht weiter Unheil anrichten!

    16 Der Herr ist König für immer und ewig! Seine Feinde müssen aus Israel verschwinden.

    17 Die Hilflosen bestürmen dich mit ihren Bitten. Du, Herr, erhörst sie und schenkst ihnen neuen Mut.

    18 Du sorgst für das Recht der Unterdrückten und Waisen, jeder Gewaltherrschaft auf Erden machst du ein Ende.

  92. Juleam 16. April 2012 um 09:54 Link zum Kommentar

    Psalm 11 – Wer glaubt, flieht nicht

    1 Von David.
    Bei dem Herrn suche ich Schutz. Wie könnt ihr da zu mir sagen: »Du musst fliehen! Flieg fort wie ein Vogel!

    2 Siehst du denn nicht, dass die Mörder schon die Pfeile aufgelegt und ihre Bogen gespannt haben? Aus dem Hinterhalt wollen sie auf jene schießen, die aufrichtig und ehrlich sind.

    3 Alle Ordnungen sind umgestoßen, was kann da noch der bewirken, dem Gottes Ordnungen alles bedeuten?«

    4 Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, er thront im Himmel und herrscht über alles. Er durchschaut alle Menschen und weiß, wie sie sind.

    5 Er sieht sich jeden ganz genau an, den, der Gott liebt, und jene, die ihn verachten. Der Herr hasst den Gewalttätigen.

    6 Auf die Schuldigen wird er Feuer und Schwefel regnen lassen, und der Glutwind wird sie versengen.

    7 Der Herr ist zuverlässig und gerecht, deshalb liebt er alle, die gerechte Entscheidungen treffen; sie werden ihn einst schauen.

    Schöner Titel: „Wer glaubt, flieht nicht“. Warum nicht?

    Gestern war ein interessanter Artikel im Kurier und heute im Vortrag wurde zufällig der Gedanke aufgegriffen. Im Kurier ging es darum, dass einige Reiche in Kanada aus Angst vor der Apokalypse Bunker in die Erde bauen lassen. Dorthin wollen sie fliehen, „wenn die Welt untergeht“. Als ich es gelesen habe, hatte ich gestutzt, vor allen Dingen, weil es im Zusammenhang um die Apolypse ging.

    Harmagedon oder Apokalypse ist ja ein biblischer Begriff und bezeichnet den großen Tag Jehovas, an dem er die Erde von dem Gesetzlosen reinigen wird. Was nützt mir da ein Bunker? Kann ich mich etwa vor Jehova verstecken?

    Thom und mir fiel dann die Stelle aus Offenbarung ein, wo sie in ihrer Angst sagen: „Berge, fallt über uns, um uns zu verbergen“ (Offenbarung 6:15-17).

    Heute hatten wir einen Vortrag mit dem Thema „Machst du Jehova wirklich zu deiner Feste?“ und der Bruder führte ganz zu Anfang genau diesen Bibeltext ein und fragte, wie wir denn in so einem Fall reagieren würden – wo suchen wir dann Hilfe?

    Wir würden ganz bestimmt zu unserem Gott fliehen, in der ansoluten Gewißheit, dass ER uns hilft und beisteht. Er nimmt uns das Problem vielleicht nicht ab, aber er hilft uns ganz bestimmt, das Schwere zu tragen. Hier fiel mir dann die Veranschaulichung mit der Kaffebohne wieder ein, das ich 2004 mal gelesen und mir abgespeichert habe:

    Die junge Frau wollte sich bei ihrer Mutter aussprechen. Sie war frustriert. Das Leben war ihr einfach über den Kopf gewachsen. Sie hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte und keine Kraft mehr zu kämpfen. Es war sowieso aussichtslos – sobald sie ein Problem gelöst hatte, war schon das nächste da. Ihre Mutter hörte geduldig zu und nahm sie dann mit in die Küche.

    Dort brachte sie drei Töpfe mit Wasser zum Kochen. In den ersten gab sie ein paar Möhren, in den zweiten drei Eier und in den dritten gemahlene Kaffeebohnen.

    Ungefähr zwölf Minuten später schaltete sie den Herd aus. Sie holte die Karotten und die Eier aus den Töpfen und legte sie in eine Schüssel. Den Kaffee schüttete sie in eine Kanne. Dann wandte sie sich an ihre erstaunte Tochter. „Was siehst du da?“, fragte sie. „Naja, Karotten, Eier und Kaffee!“ „So“, fuhr die Mutter fort, „ich möchte jetzt, dass du die Karotten fühlst.“ Sie waren beim Kochen weich und biegsam geworden. „Und jetzt die Eier!“ Unter der spröden Schale waren sie hart und unnachgiebig geworden. Schließlich bot die Frau ihrer Tochter einen Schluck Kaffee an.

    „Jetzt bin ich aber neugierig, was du mir damit sagen willst,“ sagte die Tochter.

    „Sieh mal,“ entgegnete ihre Mutter, „die Karotten, die Eier und der Kaffee hatten mit dem gleichen Problem zu kämpfen: kochendes Wasser. Die Möhren waren ursprünglich stark und unbeugsam. Aber die Zeit im kochenden Wasser hat sie weich, ja fast widerstandslos gemacht. Die Eier waren vorher zerbrechlich. Eine dünne Schale schützte das flüssige Innere. Aber in wenigen Minuten hat kochendes Wasser ihr Inneres verhärtet. Mit den gemahlenen Kaffeebohnen ist es aber etwas Anderes. Während sie im kochenden Wasser waren, haben sie das Wasser verändert!“

    „Jetzt ist die Frage: Mein Mädchen, was bist du? Wenn du in Schwierigkeiten steckst, reagierst du dann wie eine Karotte, wie ein Ei oder wie gemahlene Kaffeebohnen?“

    Es lohnt sich wirklich, darüber nachzudenken: Wie reagiere ich? Bin ich wie die Karotte? Erscheine ich anfangs knackig und stark, mache aber schnell schlapp, wenn es schwierig wird, und verliere meine Kraft?

    Oder bin ich wie ein Ei, das ein formbares, weiches Herz hat, sich aber in der Hitze verändert? Hatte ich früher einen beweglichen Geist, bin aber aufgrund eines Todesfalls, einer Trennung, finanzieller Schwierigkeiten oder anderer Probleme hart und schroff geworden? Vielleicht sieht meine Schale, mein Äußeres, fast unverändert aus, aber im Herzen bin ich bitter und hart geworden.

    Oder bin ich wie eine gemahlene Kaffeebohne? Sie verändert sich nicht, im Gegenteil – sie verändert die Umstände, die ihr Schmerz bereiten. Erst im kochenden Wasser werden ihr Duft und Geschmack freigesetzt.

    Wenn du wie die Kaffeebohne bist, dann gilt folgendes für dich: Je schwieriger deine Lage wird, umso besser wirst du, und anstatt Opfer der Situation zu werden, bist du es, der die Umstände verbessert. Kannst du in den dunkelsten Stunden und während der größten Prüfungen über dich selbst hinauswachsen?

    Wie wirst du mit Schwierigkeiten fertig?

    Vor einer Schüssel mit weich gekochten Möhren und hart gekochten Eiern und einer aromatischen Tasse Kaffee in der Küche ihrer Mutter lächelte die junge Frau. Mütter sind einfach wunderbar! Diesen Anschauungsunterricht würde sie so schnell nicht vergessen!

    Anstatt Jehova zu sagen, wie mächtig der Sturm ist, sagen wir doch dem Sturm wie mächtig unser großer Gott Jehova ist!

    Aber wenn David hier sagt „wer glaubt, flieht nicht“ – widerspricht er damit nicht selbst? War nicht er so viele Jahre vor König Saul geflohen?

  93. Juleam 16. April 2012 um 10:01 Link zum Kommentar

    Psalm 12 – Gott hält, was er verspricht

    1 Ein Lied Davids, mit achtsaitigem Instrument zu begleiten.

    2 Herr, hilf! Wo finde ich noch Menschen, die zu dir halten? Auf keinen kann man sich mehr verlassen.

    3 Jeder belügt jeden. Leicht kommen ihnen Komplimente über die Lippen, aber sie heucheln dabei.

    4 Herr, rotte diese Schmeichler und Angeber aus!

    5 Ich höre, wie sie prahlen: »Wir erreichen alles, denn wir sind gewaltige Redner; gegen uns kommt keiner an!«

    6 »Doch – ich!«, spricht der Herr, »jetzt will ich eingreifen, denn die Armen werden unterdrückt, und die Hilflosen seufzen, weil man ihnen hart zusetzt. Ich werde sie befreien!«

    7 An dieser Zusage des Herrn gibt es nichts zu deuteln. Sie ist eindeutig und klar, echt wie reines Silber.

    8 Du, Herr, hältst, was du versprichst, und wirst uns für immer vor diesen selbstherrlichen Menschen beschützen.

    9 Denn diese Lügner sind überall, und die Gemeinheit unter den Menschen nimmt ständig zu.

    Bevor ich es vergesse: hier sieht man wieder deutlich, warum die Versangabe bei einigen Bibeln von der unseren in den Psalmen abweicht: bei uns ist die Angabe darüber, in welchem Zusammenhang der Psalm geschrieben wurde und wie er zu spielen sei, in der Überschrift enthalten. Hier und bei einigen anderen Übersetzungen bildet dies bereits den ersten Vers.

    Wenn wir uns noch einmal Vers 2 und 3 ansehen, stellt sich mir die Frage, wann und in welchem Zusammenhang David diese Verse geschrieben haben mag?

    Herr, hilf! Wo finde ich noch Menschen, die zu dir halten? Auf keinen kann man sich mehr verlassen.

    3 Jeder belügt jeden. Leicht kommen ihnen Komplimente über die Lippen, aber sie heucheln dabei.

    Wir hatten ja gerade erst die beiden Bücher Samuel gelesen, die die Schilderungen zu Davids Leben enthalten. Mir fällt jetzt so spontan nichts ein, was zu diesen Worten passen würde.

    Zwar ist David sehr lange erbittert von Saul verfolgt worden und nachher hatte er große Differenzen mit seinem Sohn Absalom – aber eine Situation, wo er niemanden mehr trauen konnte, fällt mir nicht ein. Im Gegenteil: er hatte immer einige Treue, die selbst in schwierigsten Zeiten zu ihm hielten. Was sagen die Querverweise dazu?

    Ich habe nachgesehen, aber es gibt keinen, der sich direkt auf David bezieht, nur der eine, der von den Schlachtordungen spricht:

    (1. Chronika 12:33)
    . . .Von Sebulon waren die zum Heer Ausziehenden, die sich mit allen Kriegswaffen in Schlachtordnung aufstellten, [an Zahl] fünfzigtausend, und was das Sichscharen [um David] betrifft, so waren sie nicht doppelten Herzens.

  94. Juleam 16. April 2012 um 10:05 Link zum Kommentar

    Psalm 13 – 15

    Psalm 13 – Wie lange noch, Herr?

    1 Ein Lied Davids.

    2 Herr, wie lange wirst du mich noch vergessen, wie lange hältst du dich vor mir verborgen?

    3 Wie lange noch sollen Sorgen mich quälen, wie lange soll der Kummer Tag für Tag an mir nagen? Wie lange noch wird mein Feind über mir stehen?

    4 Herr, mein Gott, wende dich mir wieder zu und antworte mir! Lass mich wieder froh werden und Mut gewinnen, sonst holt mich noch der Tod.

    5 Mein Feind würde triumphieren und sagen: »Den habe ich zur Strecke gebracht!« Meine Unterdrücker würden jubeln über meinen Tod.

    6 Ich aber vertraue auf deine Liebe und juble darüber, dass du mich retten wirst. Mit meinem Lied will ich dich loben, denn du hast mir Gutes getan.

    Schade dass hier nicht steht, wann und in welchem Zusammenhang David diesen Psalm geschrieben hat. Mir ist so, als hätte ich irgendwo gelesen, dass es entweder mit der Verfolgung durch Saul oder mit den Machenschaften Absaloms zusammen hinge.

    Wobei ich eher vernute, dass es mit Absalom zu tun hatte. Denn zu der Zeit, als Saul ihm verfolgte, hatte David noch Frieden und Harmonie innerhalb seiner Familie und war sich des Wohlgefallens Jehovas absolut gewiß. All diese Faktoren änderten sich mit der Sünde mit Bathseba.

    Wenn wir aber unserer Freundschaft mit Jehova sicher sind lassen sich solche Dinge viel besser aushalten. Denn die Zweifel, dass wir eine ungerechte Behandlung vielleicht verdient haben mögen, können sehr zermürbend sein, das weiss ich aus Erfahrung.

    Wenn wir uns nicht sicher sind, ob diejenigen, die uns befeinden oder sich auch nur von uns abwenden, nicht doch Recht mit ihrem Verhalten haben, dann kann uns dies unsere ganze Kraft rauben. Denn wir überlegen laufend, ob wir das nicht alles hätten verhindern können, wenn wir nur…

    Wenn wir aber sicher sind, dass wir alles uns Mögliche getan haben und wissen, dass wir mit Jehova im Reinen sind – dann können wir es abtun als die Auswirkungen dessen, dass wir an Jehova und der wahren Anbetung festhalten. Wir wissen dann, dass wir um der Gerechtigkeit Willen verfolgt werden und können uns in der Hinsicht darüber freuen, dass wir so die Gelegenheit haben, unseren Glauben und unsere Loyalität zu beweisen. Dies traf auf David zur Zeit der Verfolgung durch Saul zu.

    Später, als er von seinem Sohn Absalom entmachtet wurde, sah das schon anders aus. Er wusste ja, dass Jehova es ihm zur Strafe wegen der Sache mit Bathseba gemacht hatte, dass ab da Unfrieden in seinem Haus und seiner Familie sein würde. So konnte er zu der Zeit nicht mehr aufrichtigen Herzens bitten, dass Jehova dies von ihm nehmen würde. Es war ja eine Konsequenz aus seinem verkehrten Handeln.

    Zur Zeit Sauls hingegen war die Verfolgung völlig ungerechtfertigt, sie war einfach nur „um der Gerechtigkeit Willen“, weil er das Wohlgefallen Jehovas besaß, das Saul verloren hatte.

  95. Juleam 16. April 2012 um 10:13 Link zum Kommentar

    Psalm 14 – Es gibt keinen, der Gutes tut

    1 Von David.
    Menschen, die sich einreden: »Gott gibt es überhaupt nicht!«, leben an der Wirklichkeit vorbei. Sie führen ein gottloses Leben, und alles, was sie tun, ist abscheulich. Es gibt keinen, der Gutes tut.

    2 Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschen. Er will sehen, ob es wenigstens einen gibt, der einsichtig ist und nach seinem Willen fragt.

    3 Aber alle haben sich von ihm abgewandt und sind nun verdorben, einer wie der andere. Es gibt wirklich keinen, der Gutes tut, nicht einen einzigen!

    4 Wissen denn diese Unheilstifter nicht, was sie tun? Sie verschlingen mein Volk wie ein Stück Brot und denken sich nichts dabei. Mit Gott rechnen sie überhaupt nicht mehr.

    5 Aber schon bald werden sie in Angst und Schrecken fallen, denn Gott hält treu zu denen, die sich auf ihn verlassen.

    6 Mit euren heimtückischen Plänen gegen die Wehrlosen werdet ihr scheitern, denn der Herr beschützt sie.

    7 Ach, käme Gott doch vom Berg Zion, um sein Volk zu befreien! Israel wird jubeln vor Freude, wenn der Herr das Schicksal seines Volkes wendet.

    Gibt es wirklich keinen mehr, der Gutes tut? Sicherlich eine Art Übertreibung, denn David war ja niemals ganz allein, er hatte immer einige Menschen um sich herum, die treu zu ihm hielten – und somit sicher auch loyal im Glauben waren!

    Auf der anderen Seite gibt es auch eine Begebenheit mit Elia, wo sein Gefährte entmutigt ist und sich Elia genötigt sieht, ihm einen Blick auf die himmlischen Heerschaen zu öffnen, indem er dabei sagt: „mehr sind derer, die mit uns sind“!

    Im Einsichtenbuch heißt es dazu auszugsweise:

    War aber Elia wirklich der einzige, der Jehova diente? Nein. Er wußte nichts davon, daß es noch einen Überrest treuer Israeliten gab. Jehova sprach daher zu ihm: „Ich habe siebentausend in Israel übrigbleiben lassen, alle Knie, die sich nicht vor Baal gebeugt haben, und jeden Mund, der ihn nicht geküßt hat“ (1. Kö. 19:18). Doch Elia war auch in einer anderen Hinsicht nicht allein. Er hatte die Unterstützung Jehovas und eines Heeres mächtiger Engel. (Vergleiche 2. Könige 6:15-17.)

    Wie wir sehen, war sogar Elia zuvor entmutigt, da er dachte, er würde als Einziger noch Jehova dienen.

    (2. Könige 6:15-17)
    Als der Diener des Mannes des [wahren] Gottes sich früh erhob, um aufzustehen, und hinausging, nun, da umringte eine Streitmacht die Stadt mit Pferden und Kriegswagen. Sofort sprach sein Bediensteter zu ihm: „Ach, mein Herr! Was sollen wir tun?“ 16 Er aber sagte: „Fürchte dich nicht, denn mehr sind derer, die mit uns sind, als derer, die mit ihnen sind.“ 17 Und Elisa begann zu beten und zu sprechen: „O Jehova, öffne bitte seine Augen, damit er sieht.“ Sogleich öffnete Jehova die Augen des Bediensteten, so daß er sah; und siehe, die Berggegend war voll von Pferden und Kriegswagen aus Feuer rings um Elisa her.

    Aber es ist wahr: schlimmer noch, als von anderen isoliert zu sein, ist der Gedanke, dass es kaum noch Menschen gibt, die Gott wirklich mit einem aufrichtigen Herzen dienen. Selbst, wenn wir keinen Kontakt zu anderen wahren Anbetern aufnehmen können, so ermutigt uns schon allein das Wissen darum.

    Interessant auch der ergänzende Stoff der Vorjahre dazu – wo erklärt wird, von welchen Personen hier eigentlich die Rede ist

    In diesem Psalm ist daher nicht von Personen die Rede, die offen sagen: „Es gibt keinen Gott“, sondern von Personen, die Gott ‘in ihrem Herzen’ leugnen. Mit anderen Worten, sie unterwerfen sich Gott nicht. Sie sind der Meinung, es mangle ihm an Einfluß oder Interesse.

  96. Juleam 16. April 2012 um 10:16 Link zum Kommentar

    Psalm 15 – ein Psalm, der mich persönlich immer wieder aufs Neue sehr ernuntert: Wen nimmt Gott an?

    1 Ein Lied Davids.
    Herr, wer darf dein heiliges Zelt betreten? Wer darf dich auf dem Berg Zion anbeten?

    2 Jeder, der aufrichtig lebt und andere gerecht behandelt, der durch und durch ehrlich ist

    3 und andere nicht verleumdet. Jeder, der seinen Mitmenschen kein Unrecht zufügt, der Nachbarn und Verwandte nicht bloßstellt.

    4 Jeder, der keine Freundschaft pflegt mit denen, die Gott verworfen hat, der alle achtet, die den Herrn ernst nehmen. Jeder, der hält, was er geschworen hat, auch wenn ihm daraus Nachteile entstehen.

    5 Jeder, der keine Wucherzinsen nimmt, wenn er Geld ausleiht, der sich nicht bestechen lässt, gegen Unschuldige falsch auszusagen. Wer so handelt, den wird nichts mehr zu Fall bringen!

    Überlegen wir doch selbst, ob und wo wir in dieser Beschreibung vorkommen: dürften wir persönlich Gast sein in Gottes Zelt?

    Sehr schön auch hier der ergänzende Stoff der Vorjahre. Besonders auch der ergänzende WT-Artikel dazu

  97. Juleam 18. April 2012 um 17:35 Link zum Kommentar

    Psalm 16 – 18

    Psalm 16 – Ich kann mein Glück nicht fassen!

    1 Ein Lied Davids.
    Beschütze mich, Gott, denn dir vertraue ich!

    2 Du bist mein Herr, mein ganzes Glück!

    3 Darum freue ich mich über alle, die nach deinem Willen leben. Auf sie kommt es im Land entscheidend an!

    4 Wer sich aber von dem lebendigen Gott abwendet und anderen Göttern nachläuft, der kommt aus dem Kummer nicht mehr heraus. Diesen Göttern will ich kein Opfer bringen und nicht einmal ihre Namen nennen.

    5 Du, Herr, bist alles, was ich habe; du gibst mir alles, was ich brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft.

    6 Was du mir gibst, ist gut. Was du mir zuteilst, gefällt mir.

    7 Ich preise den Herrn, denn er hilft mir, gute Entscheidungen zu treffen. Tag und Nacht sind meine Gedanken bei ihm.

    8 Ich sehe immer auf den Herrn. Er steht mir zur Seite, damit ich nicht falle.

    9 Darüber freue ich mich so sehr, dass ich es nicht für mich behalten kann. Bei dir, Herr, bin ich in Sicherheit.

    10 Denn du wirst mich nicht dem Tod und der Verwesung überlassen, ich gehöre ja zu dir.

    11 Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir. Ich kann mein Glück nicht fassen, nie hört es auf.

    Was genau ist hier „das Glück“, das David nicht fassen kann?

    Es ist nicht der Segen Jehovas, nicht die Tatsache, dass er auf Befreiung durch seinen Gott hofft und es ist auch nicht die Aussicht auf das ewige Leben!

    Haben wir bemerkt, was David so glücklich macht?

    Es ist die Tatsache, dass er eine enge Freundschaft mit Jehova hat. Dass er weiss, dass ER immer bei ihm ist!

    Ganz allein diese Tatsache ist so unglaublich beglückend für David, dass es alles andere in der Schatten stellt.

    Auch wenn seine Feinde gerade über ihn triumpfieren, auch wenn Jehova nicht helfend eingreift, indem er David von seinen Verfolgern befreit – was ist das schon? Sein Gott ist mit ihm, er ist an seiner Seite und hielt sogar seine Hand. Das Wissen darum gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, es macht wirklich glücklich, es macht uns wirklich reich.

    Und wenn uns auch alle Menschen verlassen würden, ja „selbst wenn Vater und Mutter uns verlassen“ (oder die eigenen Kinder sich von uns abwenden), auch wenn um uns alles zusammen bricht und wir eigentlich Grund zur Panik hätten – so stünden wir doch nicht allein. Auch selbst dann nicht, wenn sich alle Menschen von uns abgewandt hätten: wir wären nicht allein, weil unser bester Freund, Jehova, loyal zu uns hält und ganz fest unsere Hand hält. Und das Tollste daran ist: dies kann uns niemand weg nehmen!

    Na, wenn das kein Grund ist, wirklich glücklich zu sein und voller Begeisterung über diesen liebevollen und loyalen Gott überzusprudeln – was dann?

  98. Juleam 18. April 2012 um 17:37 Link zum Kommentar

    Psalm 17 – In großer Not

    1 Ein Gebet Davids.
    Herr, höre meine Bitte, verhilf mir zu meinem Recht! Achte auf mein Schreien und höre mein Gebet, ich will dir nichts vormachen.

    2 Wenn du dein Urteil fällst, dann sprich mich frei; du weißt doch, dass ich unschuldig bin.

    3 Du durchschaust meine geheimsten Gedanken und Gefühle, durchforschst mich auch in der Nacht. Du prüfst mich, aber du findest nichts, nicht einmal zu bösen Worten habe ich mich hinreißen lassen!

    4 Dein Wort war mein einziger Maßstab – auch dann, wenn andere nicht danach lebten. Von gewalttätigen Menschen habe ich mich fern gehalten.

    5 Ich habe mich nach deinen Ordnungen gerichtet, nie bin ich davon abgewichen.

    6 Mein Gott, nun rufe ich dich an. Ich bin sicher, du antwortest mir. Lass mich bei dir ein offenes Ohr finden und höre mein Gebet!

    7 Du rettest alle, die bei dir vor deinen Feinden Schutz suchen. Zeige mir immer wieder, dass du mich liebst!

    8 Bewahre mich, wie man seinen Augapfel behütet! Verstecke mich, wie ein Vogel seine Jungen,

    9 vor den gottlosen Menschen, die mich hart bedrängen, vor meinen Feinden, die mich umzingeln!

    10 Sie sind hartherzig und ohne Mitgefühl, überheblich reden sie daher.

    11 Wohin ich auch gehe – überall umringen sie mich. Sie warten nur darauf, mich zu Fall zu bringen.

    12 Sie sind wie Löwen, die im Versteck ihrer Beute auflauern, um sie zu zerfleischen.

    13 Greif ein, Herr, komm ihnen zuvor! Wirf sie zu Boden! Rette mich vor dieser Mörderbande! Du hast doch die Macht dazu!

    14 Bring mich vor ihnen in Sicherheit! Lass nicht zu, dass sie so weiterleben wie bisher! Du wirst es ihnen heimzahlen, du wirst sie bestrafen! Sogar ihre Kinder und Enkel wird dein Gericht noch treffen!

    15 Mich aber sprichst du frei von Schuld. Mit eigenen Augen werde ich dich schauen dürfen. Satt sehen will ich mich an dir, wenn ich erwache.

    Widerspricht dies nun den Gedanken aus dem vorherigen Psalm? Nein!

    Natürlich sehnt sich David nach Befreiung und natürlich heult er sich in seinem Kummer bei seinem besten Freund aus. Wer wollte das nicht? Es ist eine ganz normale natürliche Reaktion. Aber es ist nicht die Bedingung für diese Freundschaft.

    Ein Freund ist immer für uns da, ganz besonders in der Zeit der Not und Jehova wünscht sich dies ja auch. Er bittet uns darum. Er will, dass wir IHN als unseren allerbesten Freund sehen – und wohin geht man denn normalerweise, wenn es einem schlecht geht? Gehen wir dann nicht gerade zu unserem besten Freund? Erinnern wir uns noch an die Passage, die uns dieser Freund in seinem Brief geschrieben hat:

    Mein lieber Freund,

    Wie geht es dir? Ich möchte dir diesen Brief senden, um dir zu sagen, wie sehr ich dich liebe und mich danach sehne, mit dir zu sprechen.

    Ich sah dich gestern, als du mit deinen Freunden spazieren gingst. Ihr ward glücklich und habt viel miteinander geredet. Ich wartete den ganzen Tag, hoffend, dass du auch mit mir sprechen würdest – aber du sprachst nicht mit mir.

    Als der Abend kam, gab ich dir einen wunderschönen Sonnenuntergang und eine kühle Brise, um deinen Tag angenehm abzuschließen…. Ich wartete, doch du kamst nicht zu mir. Es schmerzte mich, aber ich liebe dich immer noch. Später sah ich dich schlafen gehen und sehnte mich deine Stirn zu berühren. Ich goss Mondlicht über dein Gesicht und dein Kopfkissen. Wieder wartete ich, dass du mit mir sprechen würdest – aber du drehtest dich um und schliefst ein.

    Heute Morgen bist du zu spät aufgewacht und durch den Tag geeilt… wieder keine Zeit für mich. Hast du den warmen Sommerregen fallen sehen? Das waren die Tränen, die ich wegen dir verloren habe.

    Du siehst heute traurig und enttäuscht aus. Haben deine Freunde dich enttäuscht? Ich weiß, wie das ist. Ich weiß, wie du dich fühlst. Auch mich enttäuschen meine Freunde des öfteren. Ich weiß auch, wie schwer das Leben auf der Erde ist…. Ich weiß es wirklich, denn ich sehe alles. Erinnerst du dich daran?

    Ich möchte dir gerne helfen. Rufe mich nur. Frage mich, sprich zu mir. Mein Ohr ist immer offen für einen Freund.

    Ich habe so viele Geschenke für dich. Frieden, an einem Tag mit Kummer und Schmerz. Führung, an einem Tag mit schweren Entscheidungen und heillosem Durcheinander. Kraft, an einem Tag mit Schwächen und Hilflosigkeit – um einige zu erwähnen.

    Denke bitte immer daran: ich liebe dich und möchte dir gerne helfen. Durch meine Gedanken in der Heiligen Schrift versuche ich es dir mitzuteilen. Ich flüstere es in die Stille deines Herzens. Ich hauche es in deine Seele. Ich rufe es vom Himmel.

    Rufe mich! Frage mich! Sprich zu mir! Es ist ein Vorrecht, dass du einen Freund hast. Ich warte auf dich….

    Dein Freund Jehova

    Wie eine Mutter oder ein Vater, der sein Kind tröstet, das hingefallen ist und sich das Knie aufgeschlagen hat – so tröstet uns auch Jehova immer. Dies ist absolut sicher.

    Ab und zu ist er sogar mit einem Wunder für seine Diener eingetreten, wenn sie in Not waren: wie z.B. bei den drei jungen Hebräern, die in einen glühenden Feuerofen geworfen werden sollten. Erinnern wir uns noch an ihre Worte in der Situation? Sie sagten dem Herrscher, dass ihr Gott Jehova durchaus in der Lage ist, sie aus dieser gefahrvollen Situation zu befreien, wenn er will. Aber selbst dann, wenn er es nicht tun würde, dann würden sie trotzdem an dem festhalten, was Jehova möchte. Sie kamen in den Feuerofen, aber Jehova passte auf, das ihnen kein Leid geschieht.

    Auch Daniel kam in eine gefahrvolle Lage, weil er weiterhin an Jehova und der wahren Anbetung festhielt. Auch er wurde in die Gefahr – in die Löwengrube – geworfen, aber von Jehova vor Schaden bewahrt.

    Wiederum andere wurden nicht in der Form beschützt, sondern kamen sogar zu Tode, wie z.B. Stephanus, der von Gegnern zu Tode gesteinigt wurde. Sicherlich keine besonders angenehme Situation. Aber auch wenn Jehova nicht durch ein Wunder eingriff – so ließ Jehova ihn doch nicht allein. Er ließ ihn vorher einen Blick in den Himmel tun und hielt im Sterben noch seine Hand.

    Worauf kommt es bei allen diesen Beispielen an?

    Auf die Freundschaft mit Jehova und auf die Geborgenheit und den Trost, den diese uns gibt. Er ist unser bester Freund. Also dürfen wir auch zu ihm laufen, wenn es uns schlecht geht. Egal, ob wir körperliche Schmerzen haben, ob uns etwas Angst macht; egal ob wir enttäuscht, traurig oder entmutigt sind. Denken wir immer daran, dass es Jehova ist, der unser bester Freund ist.

    Laufen wir zu ihm, werfen wir uns ihm in die Arme, kuscheln wir uns bei ihm an und heulen wir uns aus. ER will es so, denn er will unser bester Freund sein.

    Das wertvollste, was wir haben, das ist genau diese Freundschaft. Und dazu gehört, dass wir uns auch bei IHM ausheulen und bei ihm Trost und Geborgenheit suchen

  99. Juleam 18. April 2012 um 17:38 Link zum Kommentar

    Psalm 18 – Was für ein Gott!

    1 (2.Samuel 22)
    Von David, dem Diener Gottes. Nachdem der Herr ihn aus der Gewalt aller Feinde und auch aus der Hand Sauls befreit hatte, sang er folgendes Danklied:

    2 Ich liebe dich, Herr! Du bist meine Kraft!

    3 Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Erretter, mein Gott, meine Zuflucht, mein sicherer Ort. Er ist mein Schild, mein starker Helfer, meine Burg auf unbezwingbarer Höhe.

    4 Ich preise dich, Herr! Wenn ich zu dir um Hilfe rufe, dann werde ich vor meinen Feinden gerettet.

    5 Ich war in Lebensgefahr, der Tod drohte mich zu verschlingen wie eine mächtige Woge.

    6 Hilflos musste ich zusehen, wie die tödliche Falle schon zuschnappte.

    7 In äußerster Verzweiflung schrie ich zum Herrn. Ja, zu meinem Gott rief ich um Hilfe. Da hörte er mich in seinem Tempel, mein Notschrei drang durch bis an sein Ohr.

    8 Plötzlich erbebte die Erde, selbst die Berge gerieten ins Wanken, denn glühender Zorn hatte Gott gepackt.

    9 Schwarzer Rauch quoll aus seiner Nase, aus seinem Mund loderten Flammen, und glühende Kohlen wurden herausgeschleudert.

    10 In dunklen Wolken kam Gott zur Erde.

    11 Auf einem Cherub-Engel flog er daher und schwebte herab, vom Sturm getragen.

    12 Er verhüllte sich in Finsternis, verbarg sich in dichten und dunklen Regenwolken.

    13 Dann wurden sie von seinem Lichtglanz überstrahlt, Hagel und glühende Kohlen prasselten nieder.

    14 Ein Donnerschlag folgte dem anderen, und darin dröhnte die Stimme des höchsten Gottes.

    15 Er schoss seine Pfeile ab, und die Feinde stoben auseinander. Grelle Blitze zuckten und verwirrten das feindliche Heer.

    16 Sogar den Meeresboden konnte man sehen; offen lagen die Fundamente der Erde da, als du, Herr, meine Feinde bedrohtest und vor Entrüstung schnaubtest.

    17 Der Herr streckte mir seine Hand von oben entgegen und riss mich aus den tosenden Fluten.

    18 Er befreite mich von der Übermacht meiner Feinde, von allen, die mich hassten, denn sie waren viel stärker als ich.

    19 Sie hatten mich überfallen – was war das für ein schrecklicher Tag! Aber der Herr hielt mich fest

    20 und half mir aus Angst und Gefahr. Er befreite mich. So viel bin ich ihm wert!

    21 Weil ich im Recht war, half mir der Herr; er wusste, dass ich unschuldig war, und darum rettete er mich.

    22 Denn ich war ihm gehorsam, nie habe ich meinem Gott die Treue gebrochen.

    23 Seine Gebote hielt ich mir immer vor Augen, und seine Befehle schlug ich nicht in den Wind.

    24 Ich lebte so, dass er mir nichts vorwerfen konnte, und mied das Unrecht wie die Pest.

    25 So half mir der Herr, weil ich ihm die Treue hielt, er sah, dass ich unschuldig war.

    26 Wer dich liebt, Herr, den liebst auch du; wer ehrlich ist, den enttäuschst du nicht.

    27 Den Aufrichtigen gegenüber bist auch du aufrichtig, doch falsche Menschen führst du hinters Licht.

    28 Du hilfst denen, die sich helfen lassen und sich selbst nicht überschätzen. Die Überheblichen aber stößt du von ihrem Thron.

    29 Herr, du machst die Finsternis um mich hell, du gibst mir strahlendes Licht.

    30 Mit dir kann ich die Feinde angreifen; mit dir, mein Gott, kann ich über Mauern springen.

    31 Was für ein Gott! Sein Handeln ist vollkommen, und was er sagt, ist wahr. Er beschützt alle, die zu ihm flüchten.

    32 Gott allein ist der Herr über alles! Gibt es außer ihm noch einen, der so stark und unerschütterlich ist wie ein Fels?

    33 Nein! Gott allein gibt mir Kraft zum Kämpfen und ebnet mir meinen Weg.

    34 Er macht mich gewandt und schnell, lässt mich laufen und springen wie ein Hirsch. Selbst auf steilen Felsen gibt er mir festen Halt.

    35 Er lehrt mich, die Waffen zu gebrauchen, und zeigt mir, wie ich auch den stärksten Bogen noch spannen kann.

    36 Herr, du hast mich beschützt und mir geholfen, du gabst mir Kraft. Du hast dich zu mir herabgebeugt und mich groß gemacht.

    37 Du hast mir alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, nie bin ich beim Laufen gestürzt.

    38 Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein; ich kehrte erst um, als auch der Letzte von ihnen gefallen war.

    39 Ich schlug sie, bis sie nicht mehr aufstehen konnten und tot zu meinen Füßen lagen.

    40 Du, Herr, hast mir die Kraft für diesen Kampf gegeben, du hast mir zum Sieg über meine Gegner verholfen.

    41 Dass sie fliehen mussten, verdanke ich dir; alle, die mich hassten, konnte ich umbringen.

    42 Sie riefen um Hilfe, doch weit und breit war kein Retter. Sie schrien zum Herrn, aber er hörte nicht mehr auf sie.

    43 Ich rieb sie auf, zermalmte sie zu Staub, den der Wind verweht. Wie Dreck von der Straße fegte ich sie fort.

    44 Als ein Aufstand meines Volkes mich bedrohte, hast du mir geholfen, und heute bin ich der Herrscher vieler Völker. Sogar Völker, die ich nicht kannte, haben sich mir unterworfen.

    45 Fremde sind mir ergeben und gehorchen mir aufs Wort.

    46 Zitternd kamen sie aus ihren Festungen heraus und gaben ihren Widerstand auf.

    47 Der Herr lebt! Er ist mein schützender Fels – ich preise ihn! Ihn allein will ich rühmen, denn er hat mich gerettet.

    48 Er hat sich an meinen Feinden gerächt, ganze Völker hat er mir unterworfen

    49 und mich der Gewalt meiner grausamen Gegner entrissen. So ist mein Gott! Du gabst mir den Sieg über meine Feinde, von diesen brutalen Menschen hast du mich befreit.

    50 Darum will ich dich loben, Herr. Alle Völker sollen es hören! Zu deiner Ehre will ich singen.

    51 Der Herr hat David, den König, aus großen Gefahren errettet. Ihm erweist er seine Liebe, und auch seine Nachkommen wird er nicht im Stich lassen.

    Auch hier wieder der Gedanke, wie wichtig ihm die Freundschaft mit Jehova ist!

    Es geht nicht nur darum, dass Jehova ihn letztendlich befreit hat, sondern darum, dass ER ihn niemals allein – ihn „nicht gänzlich im Stich“ – gelassen hat. Das wird deutlich an vielen verschiedenen Stellen.

    Aber besonders in Vers 19 und 20, denn da sagt er, dass Jehova ihn hielt und wie glücklich es ihn macht, dass er ihm so viel wert war.

    David hatte die richtige Herzenseinstellung und die richtige Motivation: tiefe Liebe zu Jehova.

    Wenn wir dieselbe Einstellung haben (oder entwickeln), dann können auch wir es schaffen. Dann werden auch wir uns unseren Glauben bewahren und „bis zum Ende ausharren“. Und dann werden auch wir letztendlich gerettet werden, wenn Jehova uns von unseren Feinden befreit. Denn zu seiner Zeit wird er die Erde von all denen befreien, die sich weigern, seine Maßstäbe anzuerkennen und von denen, die seine wahren Diener verfolgen. So wird sich auch für uns dann alles zum Guten wenden.

    Aber bis dahin können wir glücklich sein in der Gewissheit, dass wir den besten Freund haben, den ein Mensch haben kann und dass dieser immer loyal zu uns halten und uns niemals allein lassen wird!

  100. Juleam 18. April 2012 um 17:40 Link zum Kommentar

    Psalm 19 – 21

    Psalm 19 – Gottes gute Ordnungen in der Schöpfung und in seinem Gesetz

    1 Ein Lied Davids.

    2 Der Himmel verkündet Gottes Größe und Hoheit, das Firmament bezeugt seine großen Schöpfungstaten.

    3 Ein Tag erzählt es dem nächsten, und eine Nacht sagt es der anderen.

    4 Ohne Worte reden sie, keinen Laut kann man hören.

    5 Doch auf der ganzen Erde hört man diese Botschaft, sie erreicht noch die fernsten Länder. Der Sonne hat Gott am Himmel ein Zelt aufgeschlagen.

    6 Am Morgen geht sie auf und strahlt wie ein Bräutigam bei der Hochzeit. Siegesgewiss wie ein Held beginnt sie ihren Lauf;

    7 wo sie aufgeht und wo sie untergeht, berührt sie den Horizont. Nichts bleibt vor ihrer Hitze verborgen.

    8 Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es macht glücklich und froh. Auf seine Gebote kann man sich verlassen. Sie machen auch den klug, der bisher gedankenlos in den Tag hineinlebte.

    9 Die Ordnungen des Herrn sind zuverlässig, sie erfreuen das Herz. Die Befehle des Herrn sind klar; Einsicht gewinnt, wer auf sie achtet.

    10 Die Ehrfurcht vor dem Herrn ist gut, nie wird sie aufhören. Die Gebote, die der Herr gegeben hat, sind richtig, vollkommen und gerecht.

    11 Sie lassen sich nicht mit Gold aufwiegen, sie sind süßer als der beste Honig.

    12 Herr, ich gehöre zu dir. Wie gut, dass mich dein Gesetz vor falschen Wegen warnt! Wer sich an deine Gebote hält, wird reich belohnt.

    13 Wer aber kann erkennen, ob er nicht doch vom rechten Weg abkommt? Vergib mir die Sünden, die ich selbst nicht bemerkt habe!

    14 Bewahre mich vor gewissenlosen Menschen und lass nicht zu, dass sie Macht über mich gewinnen; dann werde ich dir nie mehr die Treue brechen und frei sein von schwerer Schuld.

    15 Herr, lass dir meine Worte und meine Gedanken gefallen! Bei dir bin ich geborgen, du bist mein Retter!

    Ja, die beiden Bücher, in denen sich unser Gott uns mitteilt: die Bibel und die Natur.

    Wer sich durch die Bibel nicht angesprochen fühlt, weil er sie nicht kennt, nicht versteht oder gar ablehnt, weil er „mit der Bodenpersonal Gottes“ nicht zufrieden ist – zu dem spricht die Natur.

    Ein Gedanke, der mich im letzten Jahr immer wieder begleitet hat: müßte nicht jeder, der offenen Auges durch die Natur geht, auch an Gott glauben?

    Kann man wirklich jeden Tag stundenlang durch die Natur streifen, aufmerksam Tier- und Pflanzenwelt beobachten, stundenlang wundervolle Fotos davon machen – und nicht an Gott dabei denken? Müßte nicht jeder, der sich durch diese Dinge begeistern lässt, automatisch bei Gott ankommen?

    Kann man wirklich voller Begeisterung für die Natur sein und trotzdem nicht an Gott glauben?

    Kann ein Mensch, der offenen Auges durch die Natur geht, wirklich an eine zufällige Entstehungsgeschichte glauben, davon überzeugt sein, dass dies alles durch Zufall entstanden ist?

    Geht das wirklich?

    Kommt nicht eher jeder, der sich an der Schönheit der Natur erfreut, automatisch bei Gott an?

  101. Juleam 19. April 2012 um 23:19 Link zum Kommentar

    Psalm 20 – Gebet für den König

    1 Ein Lied Davids.

    2 Der Herr antworte dir, wenn du in großer Not bist, der Gott Jakobs schütze dich!

    3 Aus seinem Heiligtum auf dem Berg Zion komme er dir zu Hilfe!

    4 Er beachte die Gaben, die du ihm bringst, deine Brandopfer nehme er gnädig an!

    5 Er gebe dir, was du von Herzen wünschst, was du dir vorgenommen hast, lasse er gelingen!

    6 Wenn er dich aus der Not befreit hat, werden wir vor Freude jubeln, Fahnen hissen und Gott preisen. Der Herr erfülle alle deine Bitten!

    7 Jetzt weiß ich, dass der Herr seinem König hilft, ihm antwortet aus seinem Heiligtum im Himmel. Machtvoll greift er ein und rettet ihn.

    8 Manche Völker schwören auf gepanzerte Kriegswagen und auf die Kampfkraft ihrer Reiterheere. Wir aber vertrauen auf die Kraft des Herrn, unseres Gottes.

    9 Sie wanken und stürzen, wir aber stehen fest und halten stand.

    10 Herr, hilf dem König! Antworte uns, wenn wir zu dir rufen!

    Hierbei müssen wir immer im Sinn behalten, welche Gebete Jehova erhört.

    Sonst könnte ich beim Lesen von Vers 5 als verheiratete Schwester auf die Idee kommen, Jehova habe meine Gebete erhört, wenn der andere Mann auf mein Liebeswerben eingeht. Denn:

    alles was ich begehrte, war seine Liebe. Denn mein Mann ist doof, der versteht mich nicht und der andere ist ganz toll. Seit ich den das erste Mal gesehen habe,“ wollte ich ihn haben“. Nun, da er andere seine Bedenken über Bord geworfen hat und mit mir eine Liebesbeziehung eingegangen ist (obwohl ich bereits verheiratet bin) und sie noch lebt – nun habe ich, was mein Herz begehrt. Ach, was ist Jehova nur für ein toller Gott, dass er die Dinge so wunderbar gelenkt hat. Nun weiss ich auch, dass meine Beziehung den Segen Jehovas hat. Naja, Jehova weiss ja, dass ich mit meinem Ehemann nicht glücklich werden kann und der andere viel besser zu mir passt…

    Wirklich?

    Das glauben wir doch nicht wirklich, dass Jehova etwas segnet, was im Widerspruch zu seinen Maßstäben ist. Wir wissen doch: für Jehova ist die Ehe ehrbar und unauflösbar. Jehova hasst Ehescheidung und bei den Israeliten stand Ehebruch unter Todesstrafe!

    Wer steckt wohl in Wirklichkeit dahinter, wenn mir als verheiratete Schwester so etwas passiert?

    Um welche Gebete geht es hier also? Wissen wir noch, was die Grundlage der Gebete ist, der Jehova erhört? Sie müssen „gemäß seinem Willen“ sein. ER kann nur die Gebete erhören, die in Übereinstimmung mit seinen moralischen und sittlichen Maßstäben sind. Alles andere brauchen wir IHN gar nicht erst bitten.

    Wir erinnern uns an den Gedanken, den wir vor einigen Tagen hatten? Wir wollen nicht der Anlaß dafür sein, dass jemand wegen uns zu Jehova um Hilfe schreit. Hier kommt es aber auf Ausgeglichenheit an

  102. Juleam 19. April 2012 um 23:23 Link zum Kommentar

    Psalm 21 – Der siegreiche König

    1 Ein Lied Davids.

    2 Herr, der König jubelt laut vor Freude, denn du bist mächtig und hast ihm den Sieg geschenkt.

    3 Du gabst ihm, was er sich von Herzen wünschte, und seine Bitten schlugst du nicht ab.

    4 Mit Glück und Segen hast du ihn überschüttet und ihm eine goldene Krone aufs Haupt gesetzt.

    5 Er bat dich um langes Leben, und du gewährtest ihm unendlich reiche Jahre.

    6 Durch deine Hilfe ist er zu Ruhm und Ehren gelangt, Majestät und Würde hast du ihm verliehen.

    7 Du hast ihn dazu auserwählt, deinen Segen für alle Zeiten weiterzutragen. Weil du ihm nahe bist, bleibt seine Freude ungetrübt.

    8 Der König vertraut dem Herrn; und durch die Hilfe des Herrn bleibt seine Macht für immer gesichert.

    9 Du wirst alle deine Feinde zur Rechenschaft ziehen, dein Gericht wird alle treffen, die dich hassen.

    10 Wenn du dich ihnen zeigst, wirst du sie verzehren wie Feuer. Der Herr wird sie in seinem glühenden Zorn vernichten.

    11 Keiner ihrer Nachkommen wird überleben, denn du wirst diese Brut ausrotten.

    12 Sie haben eine Verschwörung gegen dich angezettelt; mit hinterhältigen Plänen wollten sie dich zu Fall bringen, aber sie sind zum Scheitern verurteilt.

    13 Kaum zielst du mit deinem Kampfbogen auf sie, ergreifen sie schon die Flucht.

    14 Herr, zeige ihnen deine Macht! Wir wollen deine großen Siege besingen und dich preisen.

    Schon wieder der Gedanke, dass Jehova die Gebete gemäß unserem Willen erhört. Hier geht es ja um Macht und Krieg. Wie kann das denn in Übereinstimmung mit Jehovas Willen sein?

    Hier müssen wir die Hintergründe mit einbeziehen. Es geht um David und die Macht und die Kriege zu seiner Amtszeit als König.

    David war von Jehova als König über sein Volk eingesetzt. Er sollte sie im Auftrag Jehovas regieren und sie anhalten, ihrem Gott zu dienen. Dies ist die Macht, um die es in dem Psalm geht: die Macht, das Volk in der ernsten Ermahnung Jehovas zu halten.

    Er hatte die Verantwortung, das Volk rein und abgesondert für die wahre Anbetung zu halten. Die Könige, die gegen ihn und Israel Krieg führten, griffen ja in Wirklichkeit Jehova und sein Volk an. Somit waren sie Feinde Gottes und David war hier als König nur das Werkzeug Jehovas. Auch Absalom, der Krieg gegen seinen Vater führte, lehnt sich ja damit in Wirklichkeit gegen Jehova auf – denn David war der von Jehova eingesetzte König – nicht er selbst!

    Bei Saul war es ähnlich: bei den Kriegen, den er als noch amtierender König Jehovas führte, durfte er auf die Hilfe Jehovas zählen. Bei seinem Privatkrieg gegen David nicht!

    Aber wir lesen auch nirgends, dass Saul Jehova um Hilfe angefleht hätte, diesen David endlich in die Finger zu bekommen, um ihn dann töten zu können

  103. Juleam 19. April 2012 um 23:30 Link zum Kommentar

    Psalm 22 – 24

    Psalm 22 – Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

    1 Ein Lied Davids, nach der Melodie: »Eine Hirschkuh früh am Morgen.«

    2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum bist du so weit weg und hörst mein Stöhnen nicht?

    3 Mein Gott! Den ganzen Tag rufe ich, aber du gibst mir keine Antwort. Ich rufe in schlaflosen Nachtstunden, aber ich finde keine Ruhe.

    4 Du bist doch der heilige Gott! Dein Volk Israel lobt dich mit seinen Liedern.

    5 Unsere Vorfahren haben dir vertraut, und du hast ihnen immer wieder geholfen.

    6 Zu dir schrien sie und wurden errettet. Sie vertrauten dir, und du hast sie nicht enttäuscht.

    7 Und was ist mit mir? Ein Wurm bin ich, kein Mensch mehr – Gespött der Leute, alle behandeln mich wie Dreck.

    8 Von allen Seiten werde ich verspottet. Wer mich sieht, verzieht sein Gesicht und grinst schadenfroh.

    9 »Überlass Gott deine Not!«, lästern sie, »der soll dir helfen! Er wird dich schon nicht sitzen lassen! Du bist ja sein Liebling!«

    10 Herr, du hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen. Schon an ihrer Brust hast du mir Geborgenheit geschenkt.

    11 Du bist mein Gott, seitdem mein Leben im Mutterleib begann. Seit der Stunde meiner Geburt bin ich auf dich angewiesen.

    12 Wende dich jetzt nicht ab von mir! Groß ist meine Angst! Weit und breit gibt es keinen, der mir hilft.

    13 Viele Feinde kesseln mich ein, umringen mich wie wilde Stiere.

    14 Sie reißen ihr Maul auf wie brüllende Löwen, die ihre Beute zerfleischen wollen.

    15 Meine Kraft schwindet wie Wasser, das versickert, und alle meine Knochen lösen sich voneinander. Mein Herz verkrampft sich vor Angst,

    16 und meine ganze Kraft ist dahin. Die Zunge klebt mir am Gaumen. Du lässt mich im Tode versinken.

    17 Eine Meute übler Verbrecher umkreist mich, gierig wie wildernde Hunde. Hände und Füße haben sie mir durchbohrt.

    18 Ich kann alle meine Knochen zählen. Sie aber starren mich an, diese schaulustigen Gaffer!

    19 Schon teilen sie meine Kleider unter sich auf und losen um mein Gewand!

    20 Herr, wende dich nicht länger von mir ab! Nur du kannst mir neue Kraft geben, komm mir schnell zu Hilfe!

    21 Rette mich vor dem tödlichen Schwert, bewahre mich vor der wilden Hundemeute! Ich habe doch nur ein Leben!

    22 Reiß mich aus dem Rachen der Löwen und rette mich vor den Hörnern dieser wilden Stiere!
    Herr, du hast mich erhört!

    23 Ich will meinen Brüdern deinen Namen bekannt machen, vor der ganzen Gemeinde will ich dich loben und ehren.

    24 Alle, die ihr den Herrn achtet, preist ihn! Ihr Nachkommen Jakobs, ehrt ihn! Begegne ihm in Ehrfurcht, Volk Israel!

    25 Er hat den Hilflosen nicht verachtet, über sein Elend setzte er sich nicht hinweg. Nie wandte er sich von ihm ab! Er hat ihm geantwortet, als er um Hilfe schrie.

    26 Herr, jetzt habe ich allen Grund, dir vor der großen Gemeinde ein Loblied zu singen. Was ich in meiner Not versprochen habe, löse ich jetzt ein; alle, die dich ehren, sind meine Zeugen.

    27 Die Armen werden sich wieder satt essen. Alle, die den Herrn kennen, sollen ihn loben. Euer Leben lang werdet ihr nicht mehr zu kurz kommen!

    28 Auch in den fernsten Ländern werden Menschen Gott erkennen und zu ihm umkehren, ja, alle Völker werden sich vor ihm niederwerfen.

    29 Denn der Herr regiert als König und herrscht über alle Völker.

    30 Auch die Großen dieser Erde müssen sich niederwerfen vor ihm, sie, die immer mehr als genug zu essen hatten. Vor ihm werden alle sterblichen Menschen ihre Knie beugen.

    31 Alle kommenden Generationen werden ihm dienen. Eine erzählt der nächsten von Gott und von dem, was er Gutes getan hat.

    32 Die noch nicht geboren sind, werden es hören und weitersagen: Gott ist treu, auf seine Hilfe ist Verlass!

    haben wir es bemerkt – die ganzen Bezugnahmen auf den Messias?

  104. Juleam 21. April 2012 um 21:45 Link zum Kommentar

    Psalm 23 – Der gute Hirte

    1 Ein Lied Davids.
    Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen.

    2 Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen.

    3 Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen, weil er der gute Hirte ist.

    4 Und geht es auch durch dunkle Täler, fürchte ich mich nicht, denn du, Herr, bist bei mir. Du beschützt mich mit deinem Hirtenstab.

    5 Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast und gibst mir mehr als genug.

    6 Deine Güte und Liebe werden mich begleiten mein Leben lang; in deinem Haus darf ich für immer bleiben.

    Wenn hier die Rede davon ist, dass wir mehr als genug haben und dass es uns an nichts mangeln würde – dann ist nicht die Rede von den neuesten technischen Errungenschaften oder sonstigem Luxus.

    Hier ist in erster Linie das gemeint, was wir brauchen, um unsere Freundschaft mit Gott pflegen zu können: geistige Speise. Und diese haben wir wirklich im Überfluß. Sind wir mit allen Publikationen des treuen und verständigen Sklaven vertraut? Sind wir auf dem Laufenden, was die Zeitschriften angeht? Haben wir uns schon an diejenigen herangewagt, die „vor unserer Zeit‘ herausgegeben wurden?

    Auch an materiellen Dingen wird es uns nicht mangeln. In dem Sinne, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, nicht nackt umhergehen müssen und dass wir etwas zu Essen haben. Das müssen keine Delikatessen sein, aber wir haben zu Essen und müssen nicht verhungern.

    Wenn wir aus der richtigen Motivation heraus ein Zeuge Jehovas sind, dann werden wir dafür dankbar und „mit den vorhandenen Dingen zufrieden sein“.

    Dann fühlen wir uns durch unsere Freundschaft mit Jehova so reich beschenkt, dass wir auch mit etwas Brot und Wasser glücklich sind. Denken wir dabei auch nur an die Brüder, die wegen ihres Glaubens verfolgt und inhaftiert wurden. Zu KZ-Zeiten teilten sie selbst noch ihre sehr dürftige Brotration mit anderen und fühlten sich dabei sehr reich – weil sie alle zu Essen hatten. Darin sahen sie die Liebe und Fürsorge ihres Gottes.

    Interessanterweise scheinen in den Ländern und zu den Zeiten, wo die Brüder unter Verfolgung zu leiden haben, der Eifer für Jehova und die wahre Anbetung am größten. Warum?

    Weil wir erst unter Mangel lernen, uns auf unseren Gott zu verlassen und dankbar zu sein?

  105. Juleam 21. April 2012 um 21:47 Link zum Kommentar

    Psalm 24

    Der König kommt!

    1 Ein Lied Davids.
    Dem Herrn gehört die ganze Welt und alles, was auf ihr lebt.

    2 Die Erde befestigte er über dem Wasser, ihre Fundamente legte er auf Meeresgrund.

    3 »Wer darf auf den Berg des Herrn gehen und seinen heiligen Tempel betreten?«

    4 »Jeder, der kein Unrecht tut und ein reines Gewissen hat. Jeder, der keine fremden Götter anbetet und keinen falschen Eid schwört.

    5 Einen solchen Menschen wird Gott reich beschenken und für schuldlos erklären; der Herr ist sein Helfer!

    6 Das gilt den Menschen, die sich nach dir richten und im Gebet deine Nähe suchen, du Gott Jakobs.«

    7 »Hebt euch aus den Angeln, ihr Tore! Öffnet euch weit, ihr alten Portale, denn der König will einziehen, die höchste Majestät!«

    8 »Wer ist denn dieser mächtige König?« »Es ist Gott, der Herr, der Starke, der Held. Es ist der Herr, der siegreiche König!«

    9 »Hebt euch aus den Angeln, ihr Tore! Öffnet euch weit, ihr alten Portale, denn der König will einziehen, die höchste Majestät!«

    10 »Wer ist denn dieser mächtige König?« »Es ist der Herr über Himmel und Erde. Er ist der mächtige König!«

    Nanu? Zum Schluss werden die beiden Verse noch mal wiederholt?

    Ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen. Warum diese Wiederholung? Nachdruck durch Wiederholung?

  106. Juleam 21. April 2012 um 21:58 Link zum Kommentar

    Psalm 25 – 27

    Psalm 25 – Vergib mir meine Schuld!

    1 Von David.
    Herr, ich sehne mich nach dir!

    2 Mein Gott, auf dich setze ich mein ganzes Vertrauen. Lass mich jetzt nicht fallen! Gönne meinen Feinden nicht diesen Triumph über mich!

    3 Ich weiß: Keiner wird scheitern, der auf dich hofft; wer aber treulos ist und dich leichtfertig verlässt, der wird zu Fall kommen.

    4 Herr, zeige mir, welchen Weg ich einschlagen soll, und lass mich erkennen, was du von mir willst!

    5 Schritt für Schritt lass mich erfahren, dass du zuverlässig bist. Du bist der Gott, der mir hilft, du warst immer meine einzige Hoffnung.

    6 Denke daran, dass du mir schon früher dein Erbarmen und deine Liebe bewiesen hast!

    7 Vergib mir die Sünden meiner Jugendzeit und vergiss meine mutwilligen Vergehen! Erinnere dich an deine Barmherzigkeit und sei mir gnädig!

    8 Der Herr ist gut und gerecht. Darum führt er die auf den richtigen Weg zurück, die ihn verließen.

    9 Allen, die ihre Schuld eingestehen, zeigt er, wie sie leben sollen und was er von ihnen erwartet.

    10 In Liebe und Treue führt er alle, die sich an seinen Bund und seine Gebote halten.

    11 Herr, mach deinem Namen Ehre und vergib mir meine schwere Schuld!

    12 Was ist mit dem, der dem Herrn gehorcht? Der Herr zeigt ihm den richtigen Weg.

    13 Er schenkt ihm Glück und Wohlstand, und seine Nachkommen werden das ganze Land erben.

    14 Der Herr zieht die Menschen, die ihn ernst nehmen, ins Vertrauen. Er lässt sie wissen, wozu er einen Bund mit seinem Volk geschlossen hat.

    15 Hilfesuchend blicke ich zum Herrn, denn er wird mich aus der Schlinge ziehen.

    16 Wende dich mir zu, Herr, und rechne meine Schuld nicht an, denn ich bin einsam und niedergeschlagen.

    17 Mir ist angst und bange, nimm diese Last von meinem Herzen!

    18 Sieh meinen Jammer und mein Elend an, und vergib mir alle meine Sünden!

    19 Herr, meine Feinde sind nicht zu zählen. Abgrundtief hassen sie mich.

    20 Bewahre mein Leben und rette mich! Lass mich nicht scheitern! Bei dir suche ich Zuflucht.

    21 Hilf mir, dass ich aufrichtig und ehrlich leben kann, Herr, ich vertraue dir!

    22 O Gott, erlöse Israel aus aller Not!

    Die Überschrift in der Hoffnung für Alle ist wirklich sehr gut gewählt!

    Beim oberflächlichen Lesen könnten wir den Eindruck gewinnern, dass David hier lediglich um Hilfe ruft, weil er Angst vor seinen Feinden hat und sich bedrängt fühlt. Aber das ist nicht das Thema dieses Psalms.

    Dieser Psalm passt sehr gut zu David und seinem Leben: er hatte eine sehr enge Freundschaft zu Jehova. Er hat sehr viel Zeit mit IHM verbracht, immer im angeregten Gespräch mit seinem Gott. Vielleicht liegt das auch daran, dass er eine sehr lange Zeit unter Bedrängnis gelebt hat. In diesen Zeiten hatte er oft nur Jehova und wenn wir viel Zeit mit Jehova verbringen, dann kommen wir ihm automatisch sehr nahe. Dies ist ja auch der Grund, warum wir nicht viel Zeit mit jemanden vom anderen Geschlecht verbringen sollten, wenn wir nicht frei sind zu heiraten, oder noch zu jung dazu. Der Junge-Leute-Artikel im neuen Erwachet von Juli 2012 weist ja auch wieder darauf hin, dass man sich so sehr nahe kommt und Gefühle entwickelt. Wenn ich bereits verheiratet bin oder noch zu jung dazu, dann ist dies nicht erwünscht.

    Aber Nähe zu meinem Gott Jehova ist immer erwünscht. Und je mehr Zeit ich mit IHM verbringe, umso näher komme ich ihm dabei. Diesen positiven Effekt hatte auch David durch die lange Zeit der Isolation – die er dann „zwangsläufig“ mit seinem Gott verbrachte. Vielleicht auch mit ein Grund, warum Jesus sagte, wir wären glücklich, wenn man uns verfolgt?

    David ging es immer in erster Linie um seine Freundschaft mit Jehova. Aber auch er machte Fehler – insbesondere den mit Bathseba. Gut, dass er dies sofort bereut hat, als es ihm der Prophet bewußt gemacht hat. Er weiss wohl, dass Jehova ihm vergeben hat, aber ab und zu kommt es in ihm hoch und dann bedauert er es immer wieder. Für ihn ist die Sache nicht so restlos erledigt, wie für Jehova, der unsere Sünden „hinter sich wirft“ und sie „ausradiert“.

    Wenn David hier in dem Zusammenhang mit seinen Feinden zu Jehova fleht, geht es nicht so sehr in erster Linie um seine Befreiung – sondern er erinnert sich gerade jetzt daran, wie sehr er Jehova weh getan hat.

    Er fühlt sich bedrückt und er will natürlich auch von seinem Feind befreit werden. Wer von uns wollte das nicht? Wir sind ja keine Masochisten. Aber in diesem Moment fällt ihm wieder die Sache mit Bathseba wieder ein, denn dadurch fühlt er sich wieder beschmutzt und unwürdig. Eigentlich hat er es ja gar nicht verdient, dass Jehova ihm hilft, wo er selbst ihm doch so weh getan hatte.

    Er weiss, dass Jehova ihm vergeben hat und dass die Angelegenheit damit für IHN erledigt ist. Aber die Scham kommt wieder hoch. Ebenso die Dankbarkeit, dass Jehova so barmherzig ist, so ein schweres Vergehen zu vergeben und zu vergessen. Wenn ihm so etwas nur niemals wieder passieren würde! Alles würde er dafür geben.

    Und so kommt er zum wichtigsten Punkt: er bittet Jehova um Hilfe, dass ihm so etwas nie wieder passiert. Er bittet ihn, auf ihn aufzupassen und ihm lieber „sofort auf die Finger zu klopfen“, wenn auch nur ein Ansatz zu sehen wäre. Er bittet ihn sogar, noch weiter zu gehen, und danach zu graben und es ihm zu sagen, bevor es nach Außen kommt und zu erkennen wäre: „prüfe mein Herz und meine Nieren“ und „belehre mich über deinen Weg“.

    Hier können wir alle viel von David lernen. Welch eine Große Demut. Er will schon im Vorfeld alles unternehmen, damit er Jehova künftig treu bleibt. Am besten, auch wir beugen vor und beschäftigen uns noch intensiver mit Jehova und seinem Wort und halten uns ganz eng an IHN, damit wir gar nicht erst in Versuchung kommen und damit wir lernen, das zu lieben, was Jehova liebt und das zu hassen, was er hasst!

    Ich mag David wirklich sehr, er ist ein wunderbares Vorbild und ich kann jede Menge aus seinem Leben lernen

  107. Juleam 21. April 2012 um 22:03 Link zum Kommentar

    Psalm 26 – Prüfe mich, Gott!

    1 Von David.
    Herr, verschaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig! Dir vertraue ich, nichts soll mich davon abbringen.

    2 Vor dir, Herr, kann ich nichts verbergen, prüfe meine geheimsten Gedanken und Gefühle!

    3 Deine Liebe habe ich ständig vor Augen, und deine Treue bestimmt mein Leben.

    4 Ich lasse mich nicht mit denen ein, die ein falsches Spiel treiben. Von Heuchlern halte ich mich fern.

    5 Wenn sich Verbrecher zusammentun, bin ich nicht dabei; mit Gottlosen will ich nichts zu schaffen haben.

    6 Ich wasche meine Hände zum Zeichen meiner Unschuld, so darf ich mich deinem Altar nähern und ihn feierlich umschreiten.

    7 Dabei stimme ich ein Loblied an und erzähle von deinen Wundern.

    8 Herr, der Tempel ist erfüllt von deiner Hoheit und Macht; an diesem Haus hängt mein Herz.

    9 Bring mich nicht um wie die Sünder; behandle mich nicht wie blutgierige Mörder!

    10 Wie viele Verbrechen haben sie auf dem Gewissen, wie viel Bestechungsgeld ist durch ihre Hände gegangen!

    11 Aber ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Hab Erbarmen mit mir und rette mich!

    12 Jetzt bin ich sicher vor allen Gefahren. Dafür lobe ich dich vor deiner Gemeinde, du mein Herr!

    Scheinbar gehören dieser und der vorherige Psalm zusammen.

    Ja, er hatte schwer gesündigt, aber nun will er alles daran setzen, dies nie wieder zu tun.

    Er bittet Jehova, ihn „auf Herz und Nieren zu prüfen“. Dies können wir Jehova nur dann bitten, wenn wir wissen, dass wir – zumindestens bewußt – nichts getan haben, was ihn schmerzen würde.

    Damit er niemals wieder so vom Weg abkommt, hat er Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Er achtet sorgfältig darauf, womit er sich beschäftigt. Er achtet in jeder Hinsicht auf seinen Umgang: er sucht den engen Umgang mit Jehova, indem er sich noch mehr mit ihm und seinem Wort beschäftigt und er meidet jeden schlechten Umgang. Er ist sich der Gefahren bewußt: „schlechter Umgang verdirbt nützliche Gewohnheiten“.

    Er hat auch gelernt zu hassen, was Jehova hasst – und darum meidet er jeglichen Umgang mit Personen, die so leben, wie es Jehova hasst. Mit solchen Leuten will er nichts zu tun haben!

  108. Juleam 21. April 2012 um 22:05 Link zum Kommentar

    Psalm 26:9-11

    Bring mich nicht um wie die Sünder; behandle mich nicht wie blutgierige Mörder!

    10 Wie viele Verbrechen haben sie auf dem Gewissen, wie viel Bestechungsgeld ist durch ihre Hände gegangen!

    11 Aber ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Hab Erbarmen mit mir und rette mich!

    Kurz kam mir bei diesen letzten Versen das Gleichnis von Steuereinnehmer und Pharisäer in den Sinn, wo der Pharisäer Gott dafür dankt, dass er nicht so sündig ist, wie der Steuereinnehmer, sondern dass er sich an die Gebote hält.

    Wo ist hier eigentlich der Unterschied?

    Warum wird der Pharisäer dafür gerügt, dass er selbstgerecht ist – bei David ist es aber positiv?

    „David können wir gut leiden, er war ja auch der ‚Freund Jehovas‘ und die Pharisäer sind eh doolf“ – daran kann es ja nicht liegen.

    Aber wo genau ist hier der feine Unterschied?

    Wann muss ich mir den Schuh anziehen, dass ich selbstgerecht bin – und wann gleiche ich David in dieser Hinsicht?

  109. Juleam 21. April 2012 um 22:07 Link zum Kommentar

    Psalm 27 – Vor Menschen mutig, vor Gott demütig

    1 Von David.
    Der Herr ist mein Licht, er rettet mich. Vor wem sollte ich mich noch fürchten? Bei ihm bin ich geborgen wie in einer Burg. Vor wem sollte ich noch zittern und zagen?

    2 Wenn mich gewissenlose Leute in die Enge treiben und mir nach dem Leben trachten, wenn sie mich bedrängen und mich offen anfeinden, werden sie dennoch stürzen und umkommen!

    3 Selbst wenn eine ganze Armee gegen mich aufmarschiert, fürchte ich mich nicht. Auch wenn sie einen Krieg gegen mich beginnen, bleibe ich ruhig und zuversichtlich.

    4 Um eines habe ich den Herrn gebeten; das ist alles, was ich will: Solange ich lebe, möchte ich im Hause des Herrn bleiben. Dort will ich erfahren, wie gut der Herr es mit mir meint, still nachdenken im heiligen Zelt.

    5 Er bietet mir Schutz in schwerer Zeit und versteckt mich in seinem Zelt. Er stellt mich auf einen hohen Felsen,

    6 unerreichbar für meine Feinde ringsumher. In seinem Tempel will ich Opfer bringen, und die Posaunen sollen blasen; dankbar will ich für den Herrn singen und auf der Harfe spielen.

    7 Höre mich, Herr, wenn ich rufe! Hab Erbarmen mit mir und antworte!

    8 Denn ich erinnere mich, dass du gesagt hast: »Suchet meine Nähe!« Das will ich jetzt tun und zu dir beten.

    9 Verbirg dich nicht vor mir, stoße mich nicht im Zorn zurück! Ich diene dir, und du hast mir bisher immer geholfen. Gib mich nicht auf, verlass mich nicht, du mein Gott und mein Retter!

    10 Wenn Vater und Mutter mich verstoßen, nimmst du, Herr, mich doch auf.

    11 Zeige mir, was ich tun soll! Führe mich auf sicherem Weg, meinen Feinden zum Trotz.

    12 Liefere mich nicht ihrer Rachgier aus! Falsche Zeugen verklagen mich, speien Gift und Galle.

    13 Ich aber vertraue darauf, dass ich am Leben bleibe und sehen werde, wie gut Gott zu mir ist.

    14 Vertraue auf den Herrn! Sei stark und mutig, vertraue auf den Herrn!

    Auch hier geht es nicht in erster Linie un die Befreiung aus der Drangsal – sondern um seine enge Freundschaft mit Jehova, die ihm wichtiger ist als alles andere (Vers 4 zB)

    Worum geht es uns in erster Linie?

  110. Juleam 21. April 2012 um 22:11 Link zum Kommentar

    Psalm 28 – 30

    Psalm 28 – Herr, schweige nicht!

    1 Von David.
    Nur bei dir, Herr, finde ich Schutz, darum rufe ich zu dir. Hülle dich nicht in Schweigen! Wenn du mir die Hilfe verweigerst, werde ich bald sterben und unter der Erde liegen.

    2 Höre, ich flehe dich an, ich schreie zu dir und hebe die Hände zum Gebet empor. Nach Jerusalem wende ich mich, dorthin, wo dein Heiligtum steht.

    3 Bring mich nicht um wie die Gottlosen! Soll es mir so gehen wie denen, die nur Böses im Schilde führen? Mit ihren Mitmenschen reden sie freundlich, aber im Herzen schmieden sie finstere Pläne.

    4 Zahle es ihnen heim; gib ihnen, was sie für ihre gemeinen Taten verdienen! Das Unheil, das sie angerichtet haben, soll sie selbst treffen.

    5 Sie missachten, was der Herr getan hat, und sein Handeln ist ihnen gleichgültig. Deshalb wird er sie vernichten, und niemand wird übrig bleiben.

    6 Lobt den Herrn, denn er hat meinen Hilfeschrei gehört!

    7 Er hat mir neue Kraft geschenkt und mich beschützt. Ich habe ihm vertraut, und er hat mir geholfen. Jetzt kann ich wieder jubeln! Mit meinem Lied will ich ihm danken.

    8 Der Herr beschützt sein Volk, er verteidigt und rettet seinen auserwählten König.

    9 Herr, hilf deinem Volk! Segne uns, denn wir gehören zu dir. Führe uns wie ein Hirte, und sorge allezeit für uns!

    Was erwartet David von seinem Gott, wenn er zu IHM um Hilfe fleht?

    Obwohl absolut in die Ecke gedrängt – „wenn du mir nicht hilfst, muss ich sterben“ – ist er schon überglücklich darüber, dass Jehova ihm die Kraft gibt, mit der schlimmen Situation zu leben.

    Er ist sogar so dankbar, dass er IHM ein Loblied singt!

    Wie denken wir darüber, wie Jehova uns hilft?

    Jammern und klagen wir, weil er uns nicht in der Art und Weise geholfen hat, wie wir es erwartet haben?

    Oder jubeln auch wir darüber, dass er uns unseren Herzensfrieden bewahrt?

  111. Juleam 21. April 2012 um 22:14 Link zum Kommentar

    Psalm 29 – Gottes Stimme – herrlich und furchtbar zugleich!

    1 Ein Lied Davids.
    Lobt den Herrn, ihr mächtigen Engel, preist seine Größe und Macht!

    2 Ehrt seinen herrlichen Namen! Werft euch vor ihm nieder, wenn ihr ihm, dem heiligen Gott, begegnet!

    3 Die Stimme des Herrn erschallt über die Meere, der erhabene Gott lässt den Donner grollen. Er ist der Herr, der über den Weltmeeren thront.

    4 Wie gewaltig ist seine Stimme, wie herrlich und furchtbar zugleich!

    5 Sie spaltet mächtige Bäume, ja, der Herr zersplittert die starken Libanonzedern.

    6 Das Libanongebirge lässt er wie ein Kalb hüpfen, der Berg Hermon springt wie ein junger Stier.

    7 Die Stimme des Herrn lässt Blitze zucken,

    8 sie erschüttert die Wüste, ja, die Wüste Kadesch bebt.

    9 Die Hirschkühe kalben, wenn der Donner des Herrn sie in Schrecken versetzt, sein tosender Sturm reißt die Wälder kahl. In seinem Heiligtum rufen alle: »Ehre sei dem Herrn!«

    10 Der Herr thront über den Fluten, als König herrscht er für alle Zeit.

    11 Der Herr wird seinem Volk Macht verleihen, er wird es segnen und ihm Frieden schenken.

    Und dieser machtvolle Gott fordert uns auf, uns ihm zu nahen? „Naht euch Gott und er wird sich euch nahen“.

    Hier wird deutlich, was mit Gottesfurcht gemeint ist: er ist so gewaltig, hat so große Macht und kann alles tun – und so jemand will uns nahe sein! Es ist wunderbar und wir erschauern voller Andacht und Respekt.

    Ähnlich, wie wir vor einem großen Wasserfall stehen würden. Die Oma meiner Tochter hatte mal eine Weltreise gemacht und hatte dabei auch die Gelegenheit, die Niagarafälle hautnah zu erleben. Sie war davon so beeidruckt, dass sie noch viele Jahre danach voller Ehrfurcht erschauert ist, wenn sie daran dachte und davon sprach. Sie hatte keine Angst, dass diese ihr etwas zuleide tun könnten – sie war einfach nur total beeindruckt, so nahe gewesen zu sein, die Möglichkeit gehabt zu haben, dieses beeindruckende Naturschauspiel live zu erleben.

    Ähnlich ist es mit unserem Gott: Wir bewundern ihn und fühlen uns sehr geehrt, dass wir ihm so nahe sein dürfen – darum wollen wir uns dessen als würdig erweisen und ihn um keinen Preis der Welt enttäuschen.

    Zu wertvoll ist das Vorrecht, ihm so nahe sein zu dürfen und ihn so dicht bei uns spüren.

  112. Juleam 21. April 2012 um 22:15 Link zum Kommentar

    Psalm 30 – Vor dem sicheren Tod errettet

    1 Ein Lied Davids. Es wurde zur Einweihung des Tempels gesungen.

    2 Ich will dich loben, du erhabener Gott, denn du hast mich aus der Tiefe heraufgezogen! Du hast nicht zugelassen, dass sich die Feinde über mein Unglück freuen.

    3 Herr, mein Gott! Zu dir schrie ich um Hilfe, und du hast mich geheilt.

    4 Ich war schon mehr tot als lebendig, doch du hast mich dem sicheren Tod entrissen und mir das Leben neu geschenkt.

    5 Singt dem Herrn eure Lieder, alle, die ihr seine Gnade erfahren habt! Dankt ihm und bezeugt: Er ist der heilige Gott!

    6 Nur einen Augenblick streift uns sein Zorn, aber ein Leben lang währt seine Güte. Wenn wir am Abend noch weinen und traurig sind, so können wir am Morgen doch vor Freude wieder jubeln.

    7 Als ich erfolgreich war und in Sicherheit lebte, dachte ich: »Was kann mir schon passieren?«

    8 Denn du, Herr, hast mein Königreich aufblühen lassen, alles hatte ich deiner Güte zu verdanken. Dann aber hast du dich von mir abgewandt, und mich packte das Entsetzen.

    9 Ich flehte um Erbarmen und schrie zu dir:

    10 »Was hast du davon, wenn ich jetzt sterbe? Kann ein Toter dir noch danken, kann er deine Treue noch rühmen?

    11 Herr, höre mich! Hab Erbarmen und hilf mir!«

    12 Du hast mein Klagelied in einen Freudentanz verwandelt. Du hast mir die Trauerkleider ausgezogen und mich mit einem Festgewand bekleidet.

    13 Nun kann ich dich mit meinen Liedern loben, nie will ich verschweigen, was du für mich getan hast. Immer und ewig will ich dir danken, mein Herr und mein Gott!

  113. Juleam 22. April 2012 um 18:28 Link zum Kommentar

    Psalm 31 – 33

    Psalm 31 – Bedrängt, bedrückt, aber nicht besiegt!

    1 Ein Lied Davids.

    2 Bei dir, Herr, suche ich Schutz. Lass meine Feinde mich nie besiegen! Hilf mir und rette mich, du gerechter Gott!

    3 Höre mein Gebet! Hilf mir schnell! Bringe mich in Sicherheit! Wie in einer Burg auf hohem Berg beschütze mich!

    4 Ja, Herr, du tust es: Du bietest mir Schutz, du bist meine Burg! Du wirst mich führen und leiten, wie du es versprochen hast!

    5 Du wirst mich aus der Schlinge ziehen, die meine Feinde mir heimlich gelegt haben! Ja, du bist meine einzige Zuflucht.

    6 Mit Leib und Seele vertraue ich mich dir an, denn du erlöst mich, Herr, du treuer Gott!

    7 Ich hasse es, wenn Menschen anderen Göttern nachlaufen, daher vertraue ich dem Herrn.

    8 Ich juble vor Freude, weil du mich liebst. Dir ist meine Not nicht entgangen; du hast erkannt, wie niedergeschlagen ich bin.

    9 Du hast mich vor meinen Feinden bewahrt; jetzt bin ich frei, zu gehen, wohin ich will.

    10 Herr, erbarme dich über mich, denn ich weiß weder aus noch ein! Meine Augen sind vom Weinen ganz verquollen, ich bin mit meiner Kraft am Ende.

    11 Unter Kummer schwindet mein Leben dahin, in Seufzen vergehen meine Jahre. Meine Schuld verzehrt alle Kräfte und lähmt meine Glieder.

    12 Zum Spott meiner Feinde bin ich geworden, selbst meine Nachbarn verhöhnen mich. Meine Bekannten erschrecken, wenn sie mich erblicken, und wer mir auf der Straße begegnet, geht mir aus dem Weg.

    13 Viele haben mich längst vergessen wie einen Toten, den man begraben hat; wie ein zerbrochenes Gefäß bin ich, das achtlos weggeworfen wurde.

    14 Ich merke, wie sie hinter meinem Rücken tuscheln. Sie wollen mir Angst einjagen und tun sich zusammen, um mich aus dem Weg zu räumen.

    15 Ich aber, Herr, vertraue dir. Du bist mein Gott, daran halte ich fest!

    16 Was die Zeit auch bringen mag, es liegt in deiner Hand. Rette mich vor meinen Feinden und Verfolgern!

    17 Lass mich deine Nähe erfahren, ich gehöre doch zu dir! Sei mir gnädig und rette mich!

    18 Herr, ich rufe zu dir, denn ich will nicht an meinen Feinden zerbrechen. Sie aber sollen scheitern, sie sollen umkommen, damit sie endlich stumm sind!

    19 Ja, verstummen sollen diese Lügner, die den Unschuldigen verleumden. Wie überheblich diese Leute sind, und wie verächtlich reden sie daher!

    20 Doch groß ist deine Güte, Herr! Du hältst sie bereit für die Menschen, die dich ernst nehmen. Vor aller Augen zeigst du sie denen, die bei dir Zuflucht suchen.

    21 Du gibst ihnen Schutz in deiner Nähe, so kann ihnen keine Verschwörung etwas anhaben. Du bewahrst sie vor dem zänkischen Geschwätz ihrer Feinde.

    22 Gepriesen sei der Herr! Ich war eingeschlossen in einer belagerten Stadt, doch auch dort habe ich deine wunderbare Liebe erfahren.

    23 Entsetzt hatte ich schon gedacht: »Herr, du hast mich verstoßen!« Du aber hörtest mich, als ich um Hilfe schrie.

    24 Liebt den Herrn, alle, die ihr ihm gerne dient! Wer treu zu ihm hält, steht unter seinem Schutz, doch wer ihm selbstgerecht begegnet, dem zahlt er es doppelt heim.

    25 Seid stark und mutig, alle, die ihr dem Herrn vertraut!

    Was für ein Psalm!

    Jeder, der sich schon einmal so gefühlt hat, wird durch diese Worte bis tief ins Innerste berührt!

  114. Juleam 22. April 2012 um 18:56 Link zum Kommentar

    Psalm 31

    Erinnern uns einige Passagen hier nicht an den treuen Hiob und seine Verzweiflung – und wie er doch treu an Jehova und seinem Glauben festhielt?

    10 Herr, erbarme dich über mich, denn ich weiß weder aus noch ein! Meine Augen sind vom Weinen ganz verquollen, ich bin mit meiner Kraft am Ende.

    12 Zum Spott meiner Feinde bin ich geworden, selbst meine Nachbarn verhöhnen mich. Meine Bekannten erschrecken, wenn sie mich erblicken, und wer mir auf der Straße begegnet, geht mir aus dem Weg

    14 Ich merke, wie sie hinter meinem Rücken tuscheln.

    15 Ich aber, Herr, vertraue dir. Du bist mein Gott, daran halte ich fest!

    23 Entsetzt hatte ich schon gedacht: »Herr, du hast mich verstoßen!« Du aber hörtest mich, als ich um Hilfe schrie.

    Wie war das noch mal mit Hiob? Ging es ihm so schlecht, weil er von Gott verworfen und verlassen war?

    Oder war es nicht eher das Gegenteil: er litt „um der Gerechtigkeit Willen“. Weil er Jehova sehr angenehm und treu war – und weil dies dem Widersacher ein Dorn im Auge war!

    Auch David kannte diese Gefühle, wir hatten erst die letzten Tage einen Psalm mit ähnlichen Gedanken gelesen. Es gab Momente, wo er sich von Gott verlassen fühlte, weil es ihn entmutigte, dass der Böse noch so viel Macht hat. Auch Jesus hat dieses Gefühl kennen gelernt, auch er rief kurz vor einem Tode aus: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

    Aber dieses Gefühl kam in keinem der Fälle von Jehova – sondern von seinem Widersacher. Diesem passt es nicht, wenn wir unserem Gott auch weiterhin treu und loyal bleiben. Um uns davon anzubringen, ist ihm jedes Mittel recht. Und Entmutigung ist nun einmal die erfolgreichste Waffe des Satans!

    Diese Menschen, die uns mit ihrem Hass, ihren Lügen und Intrigen verfolgen, kommen sich so unglaublich toll vor. Sie halten sich für mutig und schlau. Dabei sind sie in Wirklichkeit nur armselige kleine Marionetten in den Händen des Satans. Ob sie darüber schon mal nachgedacht haben?

  115. Juleam 22. April 2012 um 18:58 Link zum Kommentar

    Psalm 32 – Von Schuld befreit!

    1 Ein Lied Davids, zum Nachdenken.
    Glücklich sind alle, denen Gott ihre Sünden vergeben und ihre Schuld zugedeckt hat!

    2 Glücklich ist der Mensch, dem Gott seine Sünden nicht anrechnet, und der mit Gott kein falsches Spiel treibt!

    3 Erst wollte ich dir, Herr, meine Schuld verheimlichen. Doch davon wurde ich so schwach und elend, dass ich nur noch stöhnen konnte.

    4 Tag und Nacht bedrückte mich dein Zorn, meine Lebenskraft vertrocknete wie Wasser in der Sommerhitze.

    5 Da endlich gestand ich dir meine Sünde; mein Unrecht wollte ich nicht länger verschweigen. Ich sagte: »Ich will dem Herrn meine Vergehen bekennen!« Und wirklich: Du hast mir meine ganze Schuld vergeben!

    6 Darum sollen auch alle, die dich lieben, Herr, zu dir beten. Wer dich zur rechten Zeit anruft, der bleibt verschont von den Wogen des Unheils.

    7 Bei dir bin ich in Sicherheit; du lässt nicht zu, dass ich vor Angst und Not umkomme. Ich singe und juble: »Du hast mich befreit!«

    8 Und du sprichst zu mir: »Ich will dich lehren und dir sagen, wie du leben sollst; ich berate dich, nie verliere ich dich aus den Augen.

    9 Sei nicht wie ein Pferd oder ein Maultier ohne Verstand! Wenn sie wild ausschlagen, musst du sie mit Zaum und Zügel bändigen, sonst folgen sie dir nicht!«

    10 Wer Gottes Weisungen in den Wind schlägt, der schafft sich Not und Schmerzen. Wer jedoch dem Herrn vertraut, den wird Gottes Güte umgeben.

    11 Freut euch an ihm und jubelt laut, die ihr zum Herrn gehört! Singt vor Freude, die ihr Gott gehorcht!

    „Ein gutes Gewissen ist das beste Ruhekissen!“

  116. Juleam 22. April 2012 um 23:16 Link zum Kommentar

    Psalm 33 – Der Herr regiert!

    1 Jubelt über den Herrn, alle, die ihr zu ihm gehört! Preist ihn, denn das ist eure schönste Aufgabe!

    2 Dankt dem Herrn auf der Zither und spielt für ihn auf der Harfe!

    3 Singt ihm ein neues Lied! Schlagt in die Saiten, so gut und so laut ihr könnt!

    4 Denn was der Herr sagt, das meint er auch so, und auf das, was er tut, kann man sich verlassen.

    5 Er liebt Recht und Gerechtigkeit, seine Güte könnt ihr auf der ganzen Erde erfahren.

    6 Nur ein Wort sprach er, und der Himmel wurde geschaffen, Sonne, Mond und Sterne entstanden, als er es befahl.

    7 Er sammelte das Wasser des Meeres an einem Ort und speicherte die Ozeane in Becken.

    8 Die ganze Welt soll den Herrn fürchten, ehrt ihn, ihr Völker der Erde!

    9 Denn er sprach, und es geschah, er befahl, und die Erde war da.

    10 Er durchkreuzt die Pläne der Nationen, er macht die gottlosen Vorhaben der Völker zunichte.

    11 Doch was er sich vorgenommen hat, das tut er; seine Pläne sind gültig für alle Zeit.

    12 Glücklich ist die Nation, deren Gott der Herr ist! Freuen kann sich das Volk, das er als sein Eigentum erwählte!

    13 Der Herr schaut vom Himmel herab und sieht jeden Menschen.

    14 Von seinem Thron blickt er nieder auf alle Völker der Erde.

    15 Er gibt ihnen die Fähigkeit zum Denken und Handeln; über alles, was sie tun, weiß er Bescheid.

    16 Kein König siegt durch seine Streitkräfte; kein Soldat kehrt heil aus der Schlacht zurück, nur weil er so stark ist.

    17 Wer meint, Reiterheere bringen den Sieg, der hat sich getäuscht. Sie können noch so groß sein und dennoch vernichtend geschlagen werden.

    18 Der Herr aber beschützt alle, die ihm gehorchen und auf seine Gnade vertrauen.

    19 Er bewahrt sie vor dem sicheren Tod, und in der Hungersnot erhält er sie am Leben.

    20 Wir setzen unsere Hoffnung auf den Herrn, er steht uns bei und rettet uns.

    21 Er ist unsere ganze Freude; wir vertrauen ihm, dem heiligen Gott.

    22 Herr, lass uns deine Güte erfahren, wir hoffen doch auf dich!

    Ich finde es immer wieder unglaublich beruhigend und beglückend, über die Persönlichkeit Jehovas nachzudenken:

    ER ist Liebe, er ist barmherzig, mächtig und absolut gerecht. ER ist auch zuverlässig – wir können uns immer auf IHn verlassen.

    Wenn ich mal wieder das Gefühl habe, den Boden unter den Füßen zu verlieren, wenn ich denke, bei mir stimmt etwas nicht – dann reichen schon einige Kapitel in der Bibel aus, um mich „wieder auf Spur“ zu bringen.

    Jehova ändert sich nicht und wenn wir uns nicht sicher sind, ob das was wir denken und tun richtig ist, dann fragen wir doch IHN. Wenn unser Denken und Tun mit ihm übereinstimmt – dann ist mit uns alles in Ordnung.

    Auch wenn wir vielleicht die Menschen damit gegen uns aufbringen und auch wenn uns vielleicht Freunde, Familie, der Ehepartner oder die Kinder den Rücken kehren – das kann uns nicht von Jehova abbringen. Solange wir in Jehovas Augen richtig laufen, ist alles in Ordnung.

    Das, wie andere auf uns reagieren, tut zwar trotzdem sehr weh – oftmals so sehr, dass wir meinen, vor Schmerz sterben zu müssen – aber Jehova wird uns ganz bestimmt die Kraft und den inneren Frieden geben, den wir nun so dringend benötigen. Denn dies alles geschieht dann ja „um der Gerechtigkeit Willen“.

    Schlimm wird es erst dann wirklich, wenn wir uns durch unser Denken und Tun und durch unsere Gefühle von unserem Gott entfernen. Das wäre dann wirklich sehr sehr schlimm. Alles andere können wir mit SEINER Hilfe aushalten!

    Erinnern wir uns an die Stelle in Philipper: „der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft – wird uns behüten“. Er kann auch so großen Schmerz lindern, den es bereitet, wenn wir vielleicht für unsere Kinder gestorben sind!

    Unser Kreisaufseher Norbert Koch sagte in dem Zusammenhang mal, dass der Frieden Gottes stärker ist, als jedes andere Gefühl. Stärker als jede Sorge, jede Angst, jede Trauer. Es gibt nichts, was stärker ist. Daher müssen wir uns keine Sorgen machen, sondern dürfen frohen Mutes auf unseren Gott vertrauen

  117. Juleam 24. April 2012 um 15:43 Link zum Kommentar

    Psalm 34 – 36

    Psalm 34 – Niemand muss verzweifeln!

    1 Von David. Er verfasste dieses Lied, nachdem er sich vor Abimelech wahnsinnig gestellt hatte und darum weggejagt wurde.

    2 Ich will den Herrn allezeit preisen; nie will ich aufhören, ihn zu rühmen.

    3 Mit Leib und Seele lobe ich ihn; wer entmutigt ist, soll es hören und sich freuen!

    4 Preist mit mir diesen großen Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen bekannt machen!

    5 Als ich den Herrn um Hilfe bat, antwortete er mir und befreite mich von meinen Ängsten.

    6 Wer zum Herrn aufschaut, der strahlt vor Freude, und sein Vertrauen wird nie enttäuscht.

    7 Ich war am Ende, da schrie ich zum Herrn, und er hörte mich; aus aller Bedrängnis hat er mich befreit.

    8 Der Engel des Herrn stellt sich schützend vor alle, die Gott ernst nehmen, und bringt sie in Sicherheit.

    9 Probiert es aus und erlebt selbst, wie gut der Herr ist! Glücklich ist, wer bei ihm Zuflucht sucht!

    10 Begegnet dem Herrn mit Ehrfurcht, alle, die ihr zu ihm gehört! Denn wer ihn ernst nimmt, der muss keinen Mangel leiden.

    11 Selbst kräftige junge Löwen finden manchmal keine Beute und müssen hungern, wer aber dem Herrn gehorcht, dem fehlt es an nichts.

    12 Ihr jungen Leute, hört mir zu! Ich will euch zeigen, wie ihr dem Herrn dienen könnt!

    13 Wollt ihr das Leben genießen und gute Tage erleben?

    14 Dann passt auf, was ihr redet: Lügt nicht und verleumdet niemanden!

    15 Wendet euch ab von allem Bösen und tut Gutes! Setzt euch unermüdlich und mit ganzer Kraft für den Frieden ein!

    16 Denn Gott sieht mit Freude auf solche Menschen und wird ihre Gebete erhören.

    17 Alle jedoch, die Böses tun, werden seinen Zorn zu spüren bekommen. Er sorgt dafür, dass niemand mehr an sie denkt, sobald sie gestorben sind.

    18 Wenn aber aufrichtige Menschen zu ihm rufen, hört er sie und rettet sie aus jeder Not.

    19 Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind, und rettet jeden, der alle Hoffnung verloren hat.

    20 Zwar bleiben auch dem, der treu zu Gott steht, Schmerz und Leid nicht erspart; doch aus allem befreit ihn der Herr!

    21 Vor schwerem Schaden bewahrt er ihn, kein Knochen soll ihm gebrochen werden.

    22 Wer Böses tut, den bringt seine Bosheit um; und wer den Aufrichtigen hasst, muss die Folgen tragen.

    23 Doch der Herr erlöst alle, die ihm von Herzen dienen. Niemand, der bei ihm Zuflucht sucht, muss sein Strafgericht fürchten.

    Sehr ermunternde Worte:

    David fordert uns hier auf, Erfahrungen mit Jehova zu machen. Ehrlich gesteht er ein, dass dies im Moment Drangsal und Probleme bedeuten kann – aber auf Dauer wird es uns zum Guten gereichen!

  118. Juleam 24. April 2012 um 15:47 Link zum Kommentar

    Psalm 35 – Rufmord und kein Ende?

    1 Von David.
    Herr, widersetze dich denen, die sich gegen mich stellen! Bekämpfe, die mich bekämpfen!

    2 Greif zu den Waffen und eile mir zu Hilfe!

    3 Nimm den Speer und stell dich meinen Verfolgern in den Weg! Versprich mir, dass du mir beistehst!

    4 Schimpf und Schande über alle, die mich umbringen wollen! Sie, die Böses gegen mich planen, sollen bloßgestellt werden und fliehen!

    5 Wie dürres Laub sollen sie vom Wind verweht werden, wenn der Engel des Herrn sie fortjagt.

    6 Ihr Weg sei finster und glatt, wenn der Engel des Herrn sie verfolgt!

    7 Ohne Ursache haben sie mir eine Falle gestellt, ich habe ihnen doch nichts getan!

    8 Ohne Vorwarnung breche das Verderben über sie herein! In ihre eigene Falle sollen sie laufen und darin umkommen!

    9 Ich aber werde jubeln und mich freuen, wenn der Herr eingreift und mir hilft.

    10 Alle meine Glieder werden einstimmen und dich loben: »Herr, niemand ist wie du!« Du beschützt den Schwachen vor dem Starken und rettest den Armen und Wehrlosen vor dem Räuber.

    11 Falsche Zeugen treten gegen mich auf und werfen mir Verbrechen vor, die ich nie begangen habe!

    12 Was ich ihnen Gutes getan habe, zahlen sie mir mit Bösem heim. Ich bin einsam und verzweifelt.

    13 Wenn einer von ihnen schwer krank war, zog ich Trauerkleidung an, fastete für ihn und betete mit gesenktem Kopf.

    14 Ich verhielt mich so, als ob er mein Freund oder Bruder wäre. Ich trug dunkle Kleider und lief traurig umher – wie jemand, der um seine Mutter weint.

    15 Jetzt aber ist das Unglück über mich hereingebrochen, und voll Schadenfreude laufen sie zusammen. Auch Leute, die ich nicht kenne, hergelaufenes Gesindel, ziehen pausenlos über mich her.

    16 Zynische Spötter sind es, wie Hunde fletschen sie ihre Zähne gegen mich.

    17 Herr, wie lange willst du noch untätig zusehen? Wie gereizte Löwen gehen sie auf mich los! Rette mich! Ich habe doch nur ein Leben!

    18 Dann will ich dir in der Gemeinde danken, vor allem Volk will ich dich loben.

    19 Meine Feinde, die mich ohne Grund hassen, sollen nicht länger über mich triumphieren! Ohne die geringste Ursache hassen sie mich und zwinkern einander vielsagend zu.

    20 Was sie sagen, dient nicht dem Frieden, und gegen friedfertige Menschen erfinden sie falsche Anschuldigungen.

    21 Sie reißen das Maul weit auf und rufen mir zu: »Haha! Da haben wir’s! Wir haben genau gesehen, was du getan hast!«

    22 Herr, du siehst, was hier gespielt wird! Schweige nicht länger und bleib nicht fern von mir!

    23 Greif doch endlich ein und verschaffe mir Recht! Mein Herr und mein Gott, führe du meinen Rechtsstreit!

    24 Weil du ein gerechter Richter bist, wirst du mich freisprechen, Herr, mein Gott! Dann können sie mich nicht länger schadenfroh verhöhnen.

    25 Niemals mehr sollen sie sagen können: »Ha, wir haben’s geschafft! Den haben wir fertig gemacht!«

    26 All denen, die sich über mein Unglück freuen, soll ihr böser Plan misslingen. Schimpf und Schande über diese großspurigen Leute!

    27 Doch alle, die meinen Freispruch wünschen, sollen vor Freude jubeln und immer wieder sagen: »Der Herr ist groß! Er will, dass jeder, der ihm dient, in Frieden leben kann.«

    28 Ich will immer davon reden, wie gerecht du bist und wie gerecht du handelst. Tag für Tag will ich dich loben!

    Schlimm, wenn man solche Dinge am eigenen Leib erlebt hat oder noch erleben muss!

    Besonders für einen Menschen, dem solche Taten wie sie ihm vorgeworfen werden, nicht einmal in den Sinn kommen würden, weil sie seinem ganzen Charakter widersprechen. Und auch schlimm, wenn Personen die ihn gut kennen dies auch glauben oder gar nur tatenlos zusehen, wie ihr Bruder mit Lügen und Falschanklagen fertig gemacht wird.

    Ja, Jehova weiss, wie sich die Dinge verhalten und er lässt sich durch solche Lügen nicht einwickeln. Glücklicherweise glaubt er ihnen nicht, da er die Wahrheit kennt und dadurch ändert er auch nicht seine Freundschaft zu uns. Trotzdem tut so etwas immer sehr sehr weh!

    Ja, Jehova wird diese Schandmäuler zu seiner Zeit stoppen und für ihre hässlichen Taten zur Rechenschaft ziehen. Und bis dahin wird er uns auch weiterhin seiner Liebe versichern. Er wird immer wieder unsere Hand nehmen und tröstend drücken und uns dabei sagen:

    „Nimm es nicht sie schwer. Ich bin ja bei dir und ich weiss, dass dieser Quatsch nicht stimmt. Es ändert nichts an meiner Beziehung zu dir. Ich liebe dich und bin stolz auf dich. Bitte harre weiterhin aus und vertraue auf mich. Kuschel dich bitte bei mir an, ich werde dich trösten und beschützen“.

    Denken wir in so einer Situation auch bitte daran, dass selbst sein vollkommener Sohn Jesus solche frechen Lügen und Falschanklagen erdulden mußte. Auch hier griff Jehova nicht direkt ein, sondern ließ die Verleumder gewähren.

    Du sagst, dass ER damals bei Jesus auch einen guten und gewichtigen Grund dazu hatte? Dass dies war, damit sich alles erfüllen würde, was über den Messias voraus gesagt war? Das stimmt.

    Aber er hat ebenso heute einen sehr guten Grund dazu: er muss dem Widersacher beweisen, dass seine Behauptungen nicht stimmen. Satan sagt, dass wir Jehova nur dienen, solange es uns gut geht und er uns schützt. Daher muss Jehova – wie damals bei dem treuen Hiob – seine schützende Hand von uns zurück ziehen und den Satan gewähren lassen. Nur so können wir beweisen, dass wir es ehrlich meinen und Jehova wirklich lieben – auch dann, wenn es uns schlecht geht. Und ganz besonders dann, wenn es uns schlecht geht, weil wir an Jehova und der wahren Anbetung festhalten.

  119. Juleam 24. April 2012 um 15:50 Link zum Kommentar

    Psalm 36 – Gott kennen ist Leben!

    1 Von David, dem Diener des Herrn.

    2 Der Gottlose wird durch und durch von der Sünde beherrscht; vor Gott hat er keine Ehrfurcht.

    3 Er bildet sich etwas darauf ein, Unrecht zu tun und andere zu hassen.

    4 Was er sagt, ist Lug und Trug. Längst hat er aufgehört, sinnvoll zu handeln und Gutes zu tun.

    5 Noch vor dem Einschlafen schmiedet er finstere Pläne. Bewusst hat er sich für das Böse entschieden und lässt sich davon nicht abbringen.

    6 Herr, deine Güte ist unvorstellbar weit wie der Himmel, und deine Treue reicht so weit, wie die Wolken ziehen.

    7 Deine Gerechtigkeit ist unerschütterlich wie die mächtigen Berge, deine Entscheidungen sind unermesslich wie das tiefe Meer. Mensch und Tier erfahren deine Hilfe, o Herr!

    8 Wie kostbar ist deine Güte, o Gott: Bei dir finden Menschen Schutz und Sicherheit.

    9 Aus deinem Überfluss schenkst du ihnen mehr als genug, mit Freude und Wonne überschüttest du sie.

    10 Du bist die Quelle – alles Leben strömt aus dir. In deinem Licht sehen wir das Licht.

    11 Erhalte deine Liebe denen, die dich kennen, und zeige deine Treue allen, die dir von ganzem Herzen dienen!

    12 Lass nicht zu, dass hochmütige Menschen meine Ehre in den Dreck ziehen und dass Unheilstifter mich fortjagen!

    13 Da! Sie stürzen zu Boden und sind unfähig, wieder aufzustehen!

    Hier fällt mir als erstes Psalm 73 ein, wo Asaph von sich selbst sagt, dass er neidisch auf die Bösen wurde. Wir haben ja in den letzten Jahren öfter davon gesprochen, wie dies gemeint war. Sicherlich wollte er auf gar keine Fall so sein wie sie, sein Leben ebenso böse und gottlos leben wie diese. Er hätte nur gern weniger Druck gehabt.

    Auch wir wollen ganz bestimmt nicht mit dem Bösen tauschen. Wir wollen kein so niederträchtiges Leben führen wie sie.

    Wenn ich die ersten Verse so lese, wo ihr Leben und ihre Einstellung geschildert wird, dann möchte ich mich einfach nur abwenden. Wie kann jemand bloß so leben wollen? Spontan kommt mir tiefste Dunkelheit in den Sinn.

    Im Gegensatz dazu ist bei Jehova alles licht und strahlend hell. Wie anziehend, tröstlich und beruhigend. So zu leben, wie Jehova es für seine Anbeter will – ja, das ist wirklich erstrebenswert!

  120. Juleam 24. April 2012 um 16:00 Link zum Kommentar

    Psalm 37 – 39

    Psalm 37 – Von Gott gehalten

    1 Von David.
    Entrüste dich nicht über die Unheilstifter und beneide nicht die Menschen, die Böses tun!

    2 Denn sie verdorren so schnell wie Gras, wie Blumen welken sie dahin.

    3 Verlass dich auf den Herrn und tue Gutes! Bleibe in Israel, dem verheißenen Land, und halte dich immer an die Wahrheit!

    4 Freue dich über den Herrn; er wird dir alles geben, was du dir von Herzen wünschst.

    5 Vertrau dich dem Herrn an und sorge dich nicht um deine Zukunft! Überlass sie Gott, er wird es richtig machen.

    6 Dass du ihm treu bist, wird dann keiner mehr leugnen können; dass du Recht hast, wird für jeden sichtbar sein.

    7 Sei geduldig und warte darauf, dass der Herr eingreift! Entrüste dich nicht, wenn Menschen böse Pläne schmieden und ihnen dabei alles gelingt!

    8 Lass dich nicht von Zorn und Wut überwältigen, denn wenn du dich ereiferst, gerätst du schnell ins Unrecht.

    9 Wer Böses tut, den wird Gott ausrotten. Wer jedoch dem Herrn vertraut, der wird das Land besitzen.

    10 Es dauert nicht mehr lange, dann ist es mit den Bösen aus und vorbei! Wo sind sie geblieben? Nicht die Spur wirst du noch von ihnen finden!

    11 Doch alle, die auf Gewalt verzichten, werden dann das Land besitzen und ihr Glück kaum fassen können.

    12 Zähneknirschend planen die Gottlosen Böses gegen alle, die Gott die Treue halten.

    13 Der Herr aber lacht über sie, weil er weiß: der Tag der Abrechnung kommt!

    14 Gewissenlose Leute zücken ihr Schwert und spannen den Bogen. Sie wollen die Unterdrückten und Wehrlosen töten und alle beseitigen, die aufrichtig sind.

    15 Doch ihr Schwert dringt ihnen ins eigene Herz, und ihre Bogen zersplittern.

    16 Lieber wenig besitzen und tun, was Gott will, als in Saus und Braus leben und Gott verachten.

    17 Denn der Herr lässt machtgierige Menschen scheitern, aber er kümmert sich liebevoll um alle, die ihm treu bleiben.

    18 Tag für Tag sorgt er für sie; das versprochene Land bleibt für immer ihr Besitz.

    19 In Zeiten der Not werden sie nicht umkommen. Sogar dann, wenn Hunger herrscht, macht der Herr sie satt.

    20 Die Gottlosen jedoch gehen zugrunde. Die Feinde des Herrn verschwinden so schnell, wie Wiesenblumen verblühen; wie Rauch werden sie vergehen.

    21 Der Gewissenlose leiht sich Geld und zahlt es nicht zurück. Doch wer Gott gehorcht, ist freundlich und schenkt gerne.

    22 Menschen, die Gott segnet, werden das Land besitzen; ausrotten aber wird er alle, auf denen sein Fluch liegt.

    23 Wenn ein Mensch seinen Weg zielstrebig gehen kann, verdankt er das dem Herrn, der ihn liebt.

    24 Und wenn er einmal fällt, bleibt er nicht am Boden liegen, denn der Herr hilft ihm wieder auf.

    25 Ich bin nun ein alter Mann; doch in meinem langen Leben traf ich niemanden, der Gott liebte und dennoch von ihm verlassen wurde. Auch seine Kinder mussten nie um Brot betteln.

    26 Im Gegenteil: Immer konnte er schenken und ausleihen, und auch seine Kinder wurden von Gott gesegnet.

    27 Geh dem Bösen aus dem Weg und tue Gutes, dann werden deine Nachkommen für immer im verheißenen Land wohnen.

    28 Denn der Herr liebt Gerechtigkeit und lässt keinen im Stich, der ihn ehrt. Für alle Zeiten beschützt er ihn, aber die Nachkommen der Gottlosen wird er vernichten.

    29 Alle, die Gott vertrauen, werden das Land besitzen und es für immer bewohnen.

    30 Wer sich ganz auf Gott verlässt, dessen Worte sind weise und gerecht.

    31 Die Gebote seines Gottes trägt er in seinem Herzen, darum kommt er nicht vom richtigen Weg ab.

    32 Wer sich jedoch gegen Gott durchsetzen will, der nutzt jede Gelegenheit, um gerechte Menschen aus dem Weg zu räumen.

    33 Aber der Herr lässt nicht zu, dass sie in seine Hände fallen und unschuldig verurteilt werden.

    34 Hoffe auf den Herrn und tue, was er dir sagt! Dann wirst du zu Ehren kommen, und er wird dir das verheißene Land schenken. Du wirst sehen, wie er die Gottlosen ausrottet.

    35 Ich sah einen gottlosen Menschen, einen Tyrannen, der war mächtig wie ein tief verwurzelter Baum, der alles überragt.

    36 Später kam ich wieder vorbei, und er war weg. Ich suchte nach ihm, doch er war spurlos verschwunden.

    37 Achte auf die Menschen, die aufrichtig und ehrlich sind! Du wirst sehen: Auch in Zukunft werden sie in Frieden leben.

    38 Doch wer sich von Gott lossagt, der wird umkommen; seine Zukunft ist der Tod.

    39 Der Herr steht denen bei, die sich nach seinem Willen richten. Er tröstet und stärkt sie in Zeiten der Not.

    40 Bei ihm finden sie Hilfe und Rettung; ja, er rettet sie vor den Gottlosen und steht ihnen zur Seite, denn bei ihm haben sie Zuflucht gesucht.

    Vieles ändert sich – aber manches ändert sich nie!

    So lange dieses System besteht, wird es immer Böse geben, die den verfolgen, der Jehova mit aufrichtigem Herzen dient. Das liegt in der Natur der Sache, denn es ist – noch – Satans System. Deshalb können wir zu Recht erwarten, dass die Menschen so sein werden, wie ihr Gott.

    Es gibt auch noch Menschen, die Jehova aufrichtig dienen, nur leider sind diese in der Minderheit. Es gibt ein sehr schönes Lied von den Prinzen: „Du mußt ein Schwein sein in dieser Welt…“. Ja, wenn wir „es zu etwas bringen wollen“ in dieser Welt, dann müssen wir uns anpassen und auch unsere Ellbogen benutzen. Sonst gehen wir unter. Daher müssen wir uns entscheiden, was uns wirklich wichtig ist und was wir wollen!

    Wenn wir Jehova lieben und so leben wollen, wie es IHM gefällt, dann müssen wir zwangsläufig Einbußen in Kauf nehmen. Der Apostel Paulus sagte, dass „jeder, der in Gottergebenheit leben will, auch verfolgt werden wird“. So, wie auch unser Vorbild Jesus Christus verfolgt wurde und einen demütigenden Tod erlitt. Jesus selbst sagte, dass es seinen Nachfolgern ähnlich ergehen würde, „denn du bist doch nicht besser als dein Herr?“

    Nein, das sind wir nicht. Wir wollen unserem Herrn Jesus in allem nachfolgen, wollen so sein wie er, weil uns seine Person und sein Leben so stark beeindruckt und weil wir erkannt haben, dass es nichts wichtigeres in unserem Leben geben kann, als unser kostbares Verhältnis zu Jehova. Da geht es uns wie Paulus, der die Dinge die er erduldete oder die er hinter sich lassen mußte, „wie eine Menge Kehrricht“ betrachtete. Wem ist es wohl schade um eine Schaufel Dreck, die er zuvor mit einem Handfeger aufgefegt hat! Wer wird wohl Bedauern dabei empfinden, den Inhalt der Schaufel in den Müll zu schütten?

    Wieder fällt mir meine geliebte Oma ein, die alles als von Gott gegeben annahm, ob Gutes oder Schlechtes. Sie haderte nicht mit ihrem Gott. Wenn ihr Schlechtes widerfuhr, dann sagte sie immer, dass sich der liebe Gott sicherlich auch dabei etwas gedacht habe. Ihr kam es überhaupt nicht in den Sinn „mit Gott zu streiten“. Etwas, woran ich immer wieder arbeiten muss, denn oftmals mache ich Jehova dann Vorwürfe und frage ihn, was das nun wieder soll. Als ich die Kommentare der Vorjahre zu diesen drei Kapiteln gelesen habe, fand ich in meinem geschlossenen privaten Bereich eine „lange Litanai“, wo ich mich beschwert habe, dass mein Gott grad mal wieder nicht für mich zu sehen war und dass ich die Worte dieser Psalmen nur als „schöne Worte“ betrachtet habe. Solche Gedanken hänge ich ja nicht nach draußen, denn ich will ja ermuntern und nicht entmutigen!

    Als meine Tante sich vor einem Monat ein ebook kaufen wollte, hatte ich für sie nach einer Seite gesucht, wo man sich kostenlos ebooks runter laden kann. Ich selbst hatte meins bis dahin nur für die Versammlung genutzt und mir Studienartikel, Stoff für die Versammlung und Bücher der Gesellschaft, die ich noch mal lesen wollte, in pdf umgewandelt und auf dem Reader gelesen. Das reichte mir völlig aus.

    Bei der Suche für die Tante bin ich auf eine sehr schöne Seite gestoßen, wo sehr viele ältere Bücher zum kostenlosen Download angeboten werden und in der Zwischenzeit habe ich davon alles gelesen, was für mich interessant war. Einige davon habe ich sogar mit in die Kommentare hier zum Bibellesen mit einbezogen, weil es so schön paßte.

    Alle diese Bücher sind schon sehr alt. Sie stammen in der Regel aus der Zeit um 1870 bis 1945 und es ist immer ein roter Faden enthalten: sie haben immer Glauben und Gottvertrauen zum Inhalt. Die Großeltern und die Eltern oder Tanten und Onkel geben dies an die Kinder weiter und so lernen auch diese, ihr Geschick in die Hand Gottes zu legen. Oftmals beten sie auch mit den Kindern oder bringen ihnen Lieder bei, die den Glauben stärken.

    Hier wiederholt sich auch immer wieder der Gedanke, dass das, was sie gerade erleiden oder erdulden, ganz bestimmt sein Gutes hat. Dass der Herrgott dies sieht und sich was dabei gedacht hat, warum er es geschehen lässt. Wie gesagt: vieles dabei erinnert mich an meine Oma, die alles vertrauensvoll hinnahm und nie jammerte oder sich beschwerte. Wenn ihr Schlimmes passierte, dann war das eben so, dann hatte der liebe Gott bestimmt einen guten Grund. Sie mußte das nicht unbedingt verstehen.

    Wir heute sind da „etwas anders gestrickt“. Vielleicht nehmen wir uns auch einfach nur viel zu wichtig? Irgendwie scheinen wir zu denken, uns stünde nur das Beste zu und das fordern wir dann auch ein.

    Da denkt man von sich selbst, man habe eine unglückliche Kindheit gehabt. Vielleicht leidet darunter viele Jahre das Verhältnis zu den Eltern. Und wenn man dann selbst erwachsene oder fast erwachsene Kinder hat und diese ebenso über ihre Kindheit denken, dann merkt man erst mal, wie dumm man selber war. Denn indem man argumentiert, was man selbst alles „für dieses undankbare Kind“ getan hat, fällt einem ein, dass die eigenen Eltern noch mehr für einen selbst getan und geopfert hatten und dass man keinesfalls eine „schwere Kindheit“ hatte. Leider merken wir das oftmals erst, nachdem wir den eigenen Eltern mit unserem Verhalten sehr lange Zeit Schmerz bereitet haben. Ja, dann tut es uns leid, wir wollen es wieder gut machen. Aber wir können die vielen geweinten Tränen und den Schmerz leider nicht ungeschehen machen. Auf der anderen Seite hoffen wir, dass unsere eigenen Kinder auch irgendwann an den Punkt kommen, dass es ihnen leid tut und vor diesem Hintergrund gelingt es uns, „es ihnen nicht anzurechnen“, sondern es als das zu sehen, was es damals auch bei uns war.

    Der Punkt ist, dass wir heute denken, alles müsse gut und positiv laufen, wenn nicht, dann fühlen wir uns um unser Recht betrogen. Irgendwie erwarten wir heute wohl zuviel vom Leben und von den anderen Menschen.

    Damals war man froh, wenn man ein Dach über den Kopf hatte, wenn wenigstens ein Kleid oder Hemd zum wechseln war, wenn es jeden Tag wenigstens etwas zu Essen gab. In dem einen Buch ernährt sich die Familie überwiegend von Pellkartoffeln und die Kinder haben immer Hunger, weil einfach zu wenig da ist. Aber sie sind froh, dass sie überhaupt etwas im Magen haben. Sie sind von Herzen dankbar dafür. Auch müssen die Kinder neben der Schule und den Hausaufgaben mitarbeiten, sei es im Haushalt, auf dem Feld oder indem sie Beeren sammeln, un diese für etwas Geld zu verkaufen. Das Geld wird selbstverständlich in die Familienkasse getan, es ist keineswegs ihr persönliches Taschengeld! Am Sonntag haben sie nachmittags für einige Stunden frei, wo sie mit ihren Freunden vergnügt draußen herum tollen können. Aber sie sind dankbar. Sie machen ihren Eltern keine Vorwürfe, fordern keine Rechtfertigung von den Eltern, was diese von „ihrem Geld“ gekauft haben und beschweren sich auch nicht, dass sie vielleicht einmal am Tag abwaschen müssen. Ach ja, was waren das noch für Zeiten.

    Es ist wirklich Satans Welt geworden, in der Satans Geist herrscht. Dadurch, dass auch wir als Anbeter Jehovas in dieser Welt leben müssen, färbt dieser Geist leider auch auf uns ab.

    Wir können uns wohl nur dadurch davor schützen, indem wir wirklich jeden Tag in Gottes Wort lesen. Schaffen wir uns die Zeit und den Raum dafür. Streichen wir lieber das Lesen von Romanen und Fernsehen oder Surfen im Internet von unserer Liste – und nehmen wir uns diese Zeit, um sie mit Jehova und seinem Wort zu verbringen. Es ist wirklich wichtig!

  121. Juleam 24. April 2012 um 16:03 Link zum Kommentar

    Psalm 38 – Zermürbt von Krankheit und Schuld

    1 Ein Lied Davids, beim Gedächtnisopfer zu singen.

    2 Herr, du lässt mich deinen Zorn spüren. Ich flehe dich an: Strafe mich nicht länger!

    3 Deine Pfeile haben sich in mich hineingebohrt, deine Hand drückt mich nieder.

    4 Weil ich unter deinem Strafgericht leide, habe ich keine heile Stelle mehr am Körper. Weil mich die Sünde anklagt, sind alle meine Glieder krank.

    5 Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen. Wie schwer ist diese Last! Ich breche unter ihr zusammen.

    6 Wie dumm war ich, dich zu vergessen! Das habe ich nun davon: meine Wunden eitern und stinken!

    7 Gekrümmt und von Leid zermürbt schleppe ich mich in tiefer Trauer durch den Tag.

    8 Von Fieber bin ich geschüttelt, die Haut ist mit Geschwüren übersät,

    9 zerschlagen liege ich da, am Ende meiner Kraft. Vor Verzweiflung kann ich nur noch stöhnen.

    10 Herr, du kennst meine Sehnsucht, du hörst mein Seufzen!

    11 Mein Herz rast, ich bin völlig erschöpft, und meine Augen versagen mir den Dienst.

    12 Meine Freunde und Nachbarn ekeln sich vor meinen Geschwüren. Sogar meine Verwandten gehen mir aus dem Weg.

    13 Meine Todfeinde stellen mir Fallen, sie wollen mich verleumden und zugrunde richten. Ja, sie bringen mich in Verruf, wann immer sie nur können.

    14 Und ich? Ich tue so, als hätte ich nichts gehört; ich schweige zu ihren Anklagen wie ein Stummer.

    15 Ich stelle mich taub und gebe ihnen keine Antwort.

    16 Denn auf dich, Herr, hoffe ich, du wirst ihnen die passende Antwort geben, mein Herr und mein Gott!

    17 Lass nicht zu, dass sie über mich triumphieren und sich über mein Unglück freuen!

    18 Es fehlt nicht mehr viel, und ich liege am Boden, ständig werde ich von Schmerzen gequält.

    19 Ich bekenne dir meine Schuld, denn meine Sünde macht mir schwer zu schaffen.

    20 Übermächtig sind meine Feinde, und es gibt viele, die mich ohne jeden Grund hassen.

    21 Sie vergelten mir Gutes mit Bösem und feinden mich an, weil ich das Gute tun will.

    22 Herr, verlass mich nicht! Mein Gott, bleib nicht fern von mir!

    23 Komm und hilf mir schnell! Du bist doch mein Herr und mein Retter!

    Glaubt David hier wirklich, dass seine Krankheit eine Strafe Gottes ist – für die schwere Sünde mit Bathseba?

    Teilweise erinnern seine Worte auch an Hiob. An seine schwere Krankheit, seine eiternden Geschwüre. Auch von ihm hatte sich sogar seine Ehefrau angeekelt abgewandt. Auch er empfand es als Strafe von Jehova – nur war er sich im Gegensatz zu David keiner Schuld bewußt

  122. Juleam 24. April 2012 um 16:29 Link zum Kommentar

    Psalm 39 – Viel Lärm um nichts!

    1 Ein Lied Davids. Für Jedutun.

    2 Ich hatte mir vorgenommen, vor bösen Menschen meine Zunge im Zaum zu halten; ich wollte mich zusammennehmen und nichts sagen, was man mir als Schuld anrechnen könnte.

    3 Also verstummte ich und sagte kein Wort mehr. Aber das half mir auch nicht weiter, mein Schmerz wurde nur noch schlimmer.

    4 Ich fraß den Kummer in mich hinein. Je mehr ich darüber nachgrübelte, desto tiefer geriet ich in Verzweiflung. Ich konnte es nicht mehr länger aushalten – da schrie ich zu Gott:

    5 »Herr, lass mich erkennen, wie kurz mein Leben ist und wie viel Zeit ich noch habe; wie vergänglich bin ich doch!

    6 Wie begrenzt ist das Leben, das du mir gegeben hast! Ein Nichts ist es in deinen Augen! Jeder Mensch, selbst der stärkste, ist nur ein Hauch, der vergeht –

    7 schnell wie ein Schatten verschwindet er. Sein Tun und Treiben ist viel Lärm um nichts! Er häuft sich Reichtümer an und weiß nicht, was einmal daraus wird.«

    8 Auf was kann ich da noch hoffen? Herr, du allein bist meine Hoffnung!

    9 Vergib mir alle meine Sünden und mach mich nicht zum Gespött dieser Narren!

    10 Ich will jetzt schweigen und nichts mehr sagen, denn du, Herr, du lässt mich leiden!

    11 Befreie mich von den Qualen, die du mir zufügst! Wenn du mich weiter plagst, komme ich um!

    12 Wenn du einen Menschen wegen seiner Schuld strafst, dann vergeht das Wertvollste, was er hat – sein Leben. Es zerfällt wie ein Kleid, das die Motten zerfressen. Jeder Mensch ist nur ein Hauch, der vergeht.

    13 Höre mein Gebet, Herr, und achte auf meinen Hilfeschrei! Schweige nicht, wenn du mein Weinen vernimmst! Denn diese Welt wird nicht für immer meine Heimat sein; schon meine Vorfahren sind hier nur Gäste und Fremde gewesen.

    14 Strafe mich nicht länger in deinem Zorn, damit ich mich noch einmal freuen kann, bevor ich sterben muss und nicht mehr bin!

    Manchmal kostet es wirklich sehr viel Kraft, wenn wir zu der Ungerechtigkeit schweigen, die uns gerade widerfährt.

    Aber wir müssen uns dann immer wieder daran erinnern, warum wir uns vorgenommen hatten, zu all dem zu schweigen. Es war ja nicht nur so eine „Bauchsache“, sondern wir hatten gute Gründe dafür! Es geht ja in erster Linie um Jehova. Um seinen Namen und um seinen guten Ruf. Wir wollen ja nicht dazu beitragen, dass von unserem Gott und seiner Organisation schlecht gedacht und geredet wird. Sonst würden wir ja dazu beitragen, dass die Schmach noch vergrößert würde. Und das wollen wir ja nicht!

    Bedenken wir doch, was würde bewirkt, wenn wir reden würden? Käme etwas Gutes dabei heraus oder würde es andere entmutigen? Könnten sie vielleicht dadurch zum Straucheln gebracht werden? Wäre das ein Zeichen von christlicher brüderlicher Liebe?

    Trotzdem kann es sein, dass der Druck zu reden übermächtig wird. Dass wir das Gefühl haben, daran zu ersticken. Dann wäre es ratsam, sich erst mal zurückzuziehen, damit wir nicht in Versuchung kommen. Und uns bei unserem Gott auszuheulen, in unserer Not zu ihm zu schreien. Ich stelle mir in meiner Phantasie dann oft vor, ich würde mich mit jemanden darüber unterhalten, ihm zu erklären, warum die Dinge nicht so sind, wie sie scheinen. Dann bin ich ganz schnell an dem Punkt, dass es keinen Sinn macht. Denn wenn es nichts gibt, was man sagen könnte, ohne dass es Unruhe gibt, dann ist es einfach besser, den Mund zu halten. Denn was wäre damit gewonnen?

    Gut, dass unser Gott immer für uns da ist, dass wir zu jeder Zeit zu ihm kommen und uns bei ihm ausheulen dürfen. Das bringt unsere Gedanken und Gefühle dann immer wieder sehr schnell in die richtige Richtung!

  123. Juleam 24. April 2012 um 20:38 Link zum Kommentar

    Psalm 40 – 42

    Psalm 40 – Echter Gottesdienst

    1 Ein Lied Davids.

    2 Voll Zuversicht hoffte ich auf den Herrn, und er wandte sich mir zu und hörte meinen Hilfeschrei.

    3 Ich war in eine verzweifelte Lage geraten – wie jemand, der bis zum Hals in einer Grube voll Schlamm und Kot steckt! Aber er hat mich herausgezogen und auf festen Boden gestellt. Jetzt haben meine Füße wieder sicheren Halt.

    4 Er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang für unseren Gott. Das werden viele Leute hören, sie werden den Herrn wieder achten und ihm vertrauen.

    5 Glücklich ist, wer sein Vertrauen auf den Herrn setzt und sich nicht mit den Überheblichen und den Lügnern einlässt!

    6 Herr, mein Gott, du bist einzigartig! Du hast so viele Wunder getan, alles hast du sorgfältig geplant! Wollte ich das schildern und beschreiben – niemals käme ich zum Ende!

    7 Tieropfer und Speiseopfer allein können dich nicht zufrieden stellen; du verlangst nicht, dass man dir Tiere schlachtet und zur Sühne auf dem Altar verbrennt, aber offene Ohren hast du mir gegeben, um auf dich zu hören und dir zu gehorchen.

    8-9 Deshalb antworte ich: »Herr, hier bin ich! Im Buch des Gesetzes steht alles, was du mir zu sagen hast. Ich will gerne tun, mein Gott, was du von mir erwartest. Dein Gesetz ist mir ins Herz geschrieben.«

    10 Vor der ganzen Gemeinde erzähle ich voll Freude, dass auf deine Zusagen Verlass ist. Nichts kann mich abhalten, davon zu reden – das weißt du, Herr!

    11 Nie will ich verschweigen, wie du uns befreit hast. Vor der ganzen Gemeinde rede ich von deiner Treue und Hilfe; ich erzähle, wie ich deine Liebe und Zuverlässigkeit erfahren habe.

    12 Herr, du wirst mir auch in Zukunft dein Erbarmen nicht versagen, deine Liebe und Treue werden mich stets bewahren.

    13 Unlösbare Schwierigkeiten haben sich vor mir aufgetürmt, sie nehmen kein Ende. Meine Verfehlungen haben mich eingeholt, und die Folgen sind nicht mehr zu überblicken. Jeder Mut hat mich verlassen.

    14 Herr, ich bitte dich: Rette mich, komm mir schnell zu Hilfe!

    15 Wer mir nach dem Leben trachtet, der soll scheitern und öffentlich bloßgestellt werden. Wer sich über mein Unglück hämisch freut, den jage mit Schimpf und Schande davon!

    16 Alle, die schadenfroh lästern: »Haha, das geschieht dir recht!«, sollen vor Schreck erstarren über ihre selbstverschuldete Schande!

    17 Aber alle, die sich dir anvertrauen, werden vor Freude jubeln! Wer dich als Retter kennt und liebt, wird immer wieder rufen: »Groß ist der Herr!«

    18 Ich bin hilflos und ganz auf dich angewiesen, Herr, sorge für mich, denn du bist mein Helfer und Befreier. Mein Gott, zögere nicht länger!

    Unser Glaube durchdringt unser ganzes Leben und beeinflusst alle Entscheidungen, die wir treffen.

    Egal, was wir auch tun, wir tun es mit ganzer Seele – so, als würden wir es für Jehova tun. Und da Jesus für uns gestorben ist, leben wir für ihn. Wir wollen seine Nachfolger sein. Er ist unser Idol und über ihn kommen wir zu Gott.

    Da wir Jesus und Jehova kennengelernt haben und sie lieben, fühlen wir uns von Reinheit und Licht angezogen. Menschen, die seine Gebote ablehnen, sind für uns abstoßend. Mit denen wollen wir keinen Umgang haben.

    Da wir Jehova so sehr lieben und über all die tollen Dinge übersprudeln, die wir gehört und gesehen haben – sind wir für solche Personen auch uninteressant. Sie verachten uns für unseren Glauben und unsere Treue und wir gehen ihnen mächtig damit auf die Nerven, dass wir dauernd von Jehova reden. So verzichten sie in der Regel von sich aus auf näheren Kontakt mit uns.

    Und da unser Interesse bei Jehova, seinem Wort, seiner Anbetung und seiner Organisation liegt, haben auch wir mit ihnen nichts gemeinsam. Es gibt nichts, was uns zu ihnen hinzieht. Und das ist auch gut so.

    Schlimm wird es erst dann, wenn wir immer mehr Zeit mit ihnen verbringen, weil wir uns nicht mehr von ihrem gottlosen Wandel abgestoßen fühlen. Wenn wir auf einmal freiwillig näheren Kontakt zu denjenigen suchen, denen wir vorher aus dem Weg gegangen sind, weil sie Gottes Maßstäbe mit Füßen treten – dann ist höchste Alarmbereitschaft geboten. Dann stimmt etwas nicht mit uns.

    Gehen wir in so einem Fall mit uns selbst ehrlich ins Gericht. Fragen wir uns, was mit uns passiert ist:
    Ist uns Jehova und sein Wort wirklich noch so wichtig wie früher?
    Warum ertrage ich dann solche Menschen freiwillig, die vorher durch ihren Wandel für mich abstoßend waren?
    Wo ist meine erste Liebe geblieben?
    Wo ist mein Eifer?
    Lese ich noch regelmäßig jeden Tag in Gottes Wort?
    Liebe ich noch die Dinge, die ER liebt?
    Hat vielleicht meine Freundschaft mit Jehova gelitten?

    Wie würde unser Leben aussehen, wenn wir uns wieder bewußt machen, dass Jehova und Jesus zu jeder Zeit und an jedem Ort direkt neben uns stehen und uns über die Schulter schauen und uns zuhören, bei dem, was wir sagen? Würde sich dies darauf auswirken, mit welchen Leuten wir uns umgeben, wem wir unsere wenige Zeit „schenken“?

  124. Juleam 24. April 2012 um 20:44 Link zum Kommentar

    Psalm 41 – Vom Tod gezeichnet, von Freunden verlassen

    1 Ein Lied Davids.

    2 Glücklich ist, wer sich für die Schwachen einsetzt! Wenn ihn ein Unglück trifft, hilft der Herr ihm wieder heraus.

    3 Der Herr wird ihn beschützen und am Leben erhalten; im ganzen Land wird man von seinem Glück erzählen. Gott überlässt ihn nicht der Wut seiner Feinde.

    4 Und wenn er auf dem Krankenbett liegt, steht der Herr ihm zur Seite und hilft ihm wieder auf.

    5 Deshalb bete ich zu dir: »Herr, ich habe gegen dich gesündigt, aber sei mir gnädig und mach mich wieder gesund!«

    6 Meine Feinde wünschen mir Böses und fragen hämisch: »Wann ist er endlich hinüber? Niemand soll mehr an ihn denken!«

    7 Wenn mich einer von ihnen besucht, heuchelt er Mitgefühl. In Wirklichkeit sucht er nur Stoff für seine Verleumdungen. Kaum ist er fort, verbreitet er seine Gerüchte über mich.

    8 Alle, die mich hassen, tun sich zusammen und tuscheln hinter meinem Rücken. Sie planen Böses gegen mich und verfluchen mich.

    9 »Die Krankheit soll ihn auffressen!«, sagen sie. »Wer so daniederliegt, steht nicht wieder auf!«

    10 Sogar mein engster Freund, der oft an meinem Tisch saß und dem ich vertraute, tritt mich mit Füßen.

    11 Du aber, Herr, sei mir gnädig, und richte mich wieder auf, damit ich mit meinen Feinden abrechnen kann!

    12 Lass sie nicht über meinen Tod jubeln, damit ich erkenne, dass du mich liebst.

    13 Du hältst zu mir, weil ich unschuldig bin. Für immer darf ich in deiner Nähe bleiben.

    14 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von jetzt an bis in alle Ewigkeit! Amen, amen!

    Ja, wir dürfen in SEINER Nähe sein – weil wir rein und abgesondert vom schlechten sind.

    Wir hatten ja erst vor einigen Tagen den Psalm 15 gelesen, der uns ganz klar vor Augen geführt hat, welche Voraussetzungen wir mitbringen müssen, damit wir zu seinen Freunden zählen dürfen. Ist uns diese Freundschaft wirklich wertvoll?

    Nehmen wir dann auch geduldig die Schwierigkeiten hin, die sich daraus ergeben? Behalten wir unser hohes geistiges und sittliches Niveau bei – oder passen wir uns unseren Widersachern an und wollen sie mit ihren eigenen hässlichen und unfairen Waffen schlagen?

  125. Juleam 5. Mai 2013 um 19:25 Link zum Kommentar

    Psalm 1 – 3

    Psalm 1 – auf welcher Seite stehen wir hier?

    1 Wohl dem , der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen , noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2 sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.

    3 Der ist wie ein Baum , gepflanzt an Wasserbächen , der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.

    4 Nicht so die Gottlosen , sondern sie sind wie Spreu , die der Wind verweht. 5 Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht , noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

    6 Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten; aber der Weg der Gottlosen führt ins Verderben.

    Da wir auch hier bereits in den vergangenen Jahren sehr viele Gedanken zu gesammelt haben, möchte ich diesen Psalm ganz einfach für sich wirken lassen:

    Wo stehen wir selbst in dieser Aufzählung?

    Haben wir „Lust an Gottes Wort“ und freuen uns schon auf die Zeit am Tage, wo wir uns endlich mit der Bibel zurückziehen und Zeit mit unserem Schöpfer verbringen können?

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  126. Juleam 5. Mai 2013 um 19:27 Link zum Kommentar

    Psalm 2 – wirklich nur prophetisch?

    1 Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? 2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten : 3 »Lasst uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen! »

    4 Der im Himmel thront , lacht; der Herr spottet über sie. 5 Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm :

    6 » Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg !« –

    7 Ich will den Ratschluss des Herrn verkünden; er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn , heute habe ich dich gezeugt. 8 Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum. 9 Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen!«

    10 So nehmt nun Verstand an, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde! 11 Dient dem Herrn mit Furcht und frohlockt mit Zittern. 12 Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird und ihr nicht umkommt auf dem Weg; denn wie leicht kann sein Zorn entbrennen! Wohl allen, die sich bergen bei ihm!

    Ob sich David wohl dessen bewußt war, dass diese Worte prophetisch auf den Messias hinwiesen?

    Vielleicht hatte er ja auch sich selbst und seine eigene Situation im Sinn. Immerhin wurde ja auch er und das Volk Israel von den Nationen befeindet. Vielleicht bezieht er sich ja auch darauf und Jehova lenkt seine Worte nur entsprechend, dass sie sich nachher an Jesus erfüllen

    einen weiteren Gedanken finden wir hier:

  127. Juleam 5. Mai 2013 um 19:35 Link zum Kommentar

    Psalm 3 – von einem Vertrauten verfolgt – nicht sehr schön!

    1 Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Absalom floh .

    2 Ach Herr , wie zahlreich sind meine Feinde! Viele erheben sich gegen mich; 3 viele sagen von meiner Seele: »Sie hat keine Hilfe bei Gott.«

    (Sela. )

    4 Aber du, Herr , bist ein Schild um mich, du bist meine Herrlichkeit und der mein Haupt emporhebt. 5 Ich rufe mit meiner Stimme zum Herrn , und er erhört mich von seinem heiligen Berg .

    (Sela.)

    6 Ich legte mich nieder und schlief; ich bin wieder erwacht, denn der Herr hält mich. 7 Ich fürchte mich nicht vor den Zehntausenden des Volkes, die sich ringsum gegen mich gelagert haben.

    8 Steh auf, o Herr ! Hilf mir, mein Gott! Denn du schlägst alle meine Feinde auf den Kinnbacken, zerbrichst die Zähne der Gottlosen.

    9 Bei dem Herrn ist die Rettung . Dein Segen sei über deinem Volk! (Sela.)

    Was für tröstliche Worte!

    Erinnern wir uns noch an die Situation, von der David hier seine Gefühle beschreibt?

    Können wir mit ihm mitfühlen und nachempfinden, was in ihm vorgeht?

    Gerade gestern habe ich mir die 3. Ansprache von Bayless Conley angehört – „Herausforderungen meistern – wenn uns jemand in den Rücken fällt“, die er im letzten Monat in Deutschland gehalten hatte – am 18.4. in München. Sie ist ähnlich wie die erste, die er in Hannover gehalten hat, aber hier geht er überwiegend auf das Problem ein, wenn du von jemand hintergangen wirst, dem du vertraut hast. Wie sehr wir den Boden unter den Füßen verlieren können, wenn so etwas passiert und wie wichtig es ist, sich dann die positiven Aspekte vor Augen zu halten.

    Einige Gedanken dazu finden wir hier:

  128. Juleam 6. Mai 2013 um 11:25 Link zum Kommentar

    Psalm 4 – 6

    Psalm 4 – wir dürfen uns bei unserem Gott sicher fühlen – was heißt das?

    1 Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Ein Psalm Davids.

    2 Antworte mir auf mein Schreien, du Gott meiner Gerechtigkeit ! In der Bedrängnis hast du mir Raum gemacht; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!

    3 Ihr Männer , wie lange noch soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Nichtige so lieb und die Lüge so gern!

    (Sela.)

    4 Erkennt doch, dass der Herr den Getreuen für sich erwählt hat! Der Herr wird hören , wenn ich zu ihm rufe. 5 Erzittert und sündigt nicht! Denkt nach in eurem Herzen auf eurem Lager und seid still !

    (Sela.)

    6 Bringt Opfer der Gerechtigkeit und vertraut auf den Herrn ! 7 Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen? O Herr , erhebe über uns das Licht deines Angesichts!

    8 Du hast mir Freude in mein Herz gegeben, die größer ist als ihre, wenn sie Korn und Most in Fülle haben.

    9 Ich werde mich in Frieden niederlegen und schlafen; denn du allein, Herr , lässt mich sicher wohnen.

    In der Vortragsreihe „David – ein Leben nach dem Herzen Gottes“ stellt John Angelina die Vermutung auf, dass David diesen Psalm geschrieben hatte, als er sich auf der Flucht befand.

    Trotzdem konnte er Nachts gut schlafen – weil er sich und sein Schicksal ganz in Gottes Hand legte.

    Wir hatten ja bereits im Zusammenhang mit Goliath darüber nachgedacht, dass David eigentlich überhaupt nichts fürchten müßte, da er ja der von Jehova gesalbte König war – und da Jehova einen Plan mit ihm hatte, würde ER ihn auch beschützen.

    Dies bedeutet aber nicht, dass wir nicht vorsichtig sein und auf uns und unser Leben Acht geben müssen. Denn David war trotz allem – oder gerade deswegen – auch immer wieder auf der Flucht. Zuerst vor Saul und später vor Absalom.

    Einen ähnlichen Gedanken kennen wir von Jesus: als Satan ihn versuchte und sagte, er solle doch von der Zinne des Tempels springen, denn Jehova habe ihm ja zugesagt, dass er seinen Engeln Befehl gegeben habe, ihn zu bewahren – da antwortete ihm Jesus: „du sollst deinen Gott nicht auf die Probe stellen“ (Lukas 4:9-11).

    Wenn Jehova uns also zusichert, dass er uns vor Schaden bewahren wird, dann erwartet er von uns, dass wir die nötigen Sicherheitsmaßnahmen selbst übernehmen. So wurden die Israeliten im Gesetz aufgefordert, auf ihren Flachdächern ein Geländer anzubringen, damit niemand herunterfiel.

    Aber:

    Sie sollten nicht überängstlich sein!

    Wenn ich also meinen Teil getan habe, dann darf ich mich ganz beruhigt in Jehovas Hand begeben. Dann kann ich ganz ruhig schlafen und muss nicht ständig hochschrecken, sondern darf mich vertrauensvoll in seine Hand begeben!

    Im WT vom 15.05.2011 ist ein sehr schöner Artikel zu diesem und dem vorherigen Psalm. In Absatz 7 wird zu der ruhigen Nacht gesagt:

    „Er hat noch nicht einmal Angst vor der Nacht, obwohl man da am ehesten mit Überraschungsangriffen rechnen muss. Denn eins weiss er aus eigener Erfahrung: dass man sich hundertprozentig auf Jehova verlassen kann“.

    Hier in dem Studienartikel wird übrigens die Vermutung angestellt, dass David diesen Psalm geschrieben hat, nachdem der Aufstand Absaloms niedergeschlagen war. Wobei ich in diesem Fall die Zuversicht recht erstaunlich finden würde, denn er trauerte ja heftig um diesen Sohn. Aber vielleicht hat er den Psalm ja auch geschrieben, nachdem der Schmerz sich gelegt hatte.

    Wichtig ist, dass David beim Verfassen eine solche Situation auf der Flucht im Sinn hatte und dass Jehova ihn ja jedesmal beschützt hatte!

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  129. Juleam 6. Mai 2013 um 11:37 Link zum Kommentar

    Psalm 5 – hier erkennen wir die Einstellung, die David für Jehova so angenehm macht

    1 Dem Vorsänger. Mit Flötenspiel. Ein Psalm Davids.

    2 Vernimm , o Herr , meine Worte; achte auf mein Seufzen! 3 Höre auf die Stimme meines Schreiens , mein König und mein Gott; denn zu dir will ich beten !

    4 Herr , in der Frühe wirst du meine Stimme hören; in der Frühe werde ich dir zu Befehl sein und Ausschau halten.

    5 Denn du bist nicht ein Gott, dem Gesetzlosigkeit gefällt; wer böse ist, darf nicht bei dir wohnen . 6 Die Prahler bestehen nicht vor deinen Augen; du hasst alle Übeltäter. 7 Du vertilgst die Lügner; den Blutgierigen und Falschen verabscheut der Herr .

    8 Ich aber darf durch deine große Gnade eingehen in dein Haus; ich will anbeten, zu deinem heiligen Tempel gewandt, in Ehrfurcht vor dir.

    9 Herr , leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne deinen Weg vor mir!

    10 Denn in ihrem Mund ist nichts Zuverlässiges; ihr Inneres ist [voll] Bosheit, ihr Rachen ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln sie. 11 Sprich sie schuldig, o Gott, lass sie fallen durch ihre Anschläge! Verstoße sie um ihrer vielen Übertretungen willen, denn sie haben sich gegen dich empört !

    12 Aber alle werden sich freuen, die auf dich vertrauen ; ewiglich werden sie jubeln, denn du wirst sie beschirmen ; und fröhlich werden sein in dir, die deinen Namen lieben!

    13 Denn du, Herr , segnest den Gerechten; du umgibst ihn mit Gnade wie mit einem Schild.

    Hier sehen wir, warum Jehova David so sehr liebt und warum dieser „ein Mann nach SEINEM Herzen“ war:

    David ging es nicht um sich selbst. Für ihn stand Jehova und sein Plan und sein Wille im Vordergrund. Er hatte seinen Blick auf Jehova gerichtet und wollte so gern sein Werkzeug sein.

    Sicherlich hatte David viele Fehler und Schwächen, aber wie John Angelina in der 9teiligen Vortragsfolge sagt, macht genau dies ihn so sympathisch für uns. Denn mit so einem Menschen können wir uns identifizieren. Er stand immer wieder auf und lief weiter zielstrebig auf sein Ziel zu. Er verlor bei all dem nicht Jehova aus den Augen.

    Aber was hat das nun mit diesem Psalm hier zu tun?

    Achten wir bitte mal darauf, warum er so überzeugt ist, dass sein Gott ihn befreien wird: weil es um Dinge geht, die nicht nur ihn persönlich betreffen – sondern um Dinge, die Jehova abgrundtief hasst!

    Hier geht es nicht so sehr darum, dass er befreit werden will, weil ihm selbst die Bedrängnis weh tut, weil jemand etwas zu ihm gesagt oder getan hat, was seine Gefühle und seinen Stolz verletzt hat.

    Hier geht es um Dinge, die Jehova zutiefst verabscheut – auch wenn diese einer Person angetan werden, die bei Jehova nicht so gut dasteht: Gesetzlosigkeit und Blutvergießen, Lügen und Intrigen, Prahlerei und Falschanklage.

    Gleichzeitig bittet David Jehova darum, ihn im Zusammenhang mit seinen Feinden in der Gerechtigkeit zu leiten und ihm zu helfen, auf dem rechten Weg zu bleiben. Er weiss, dass wir dazu neigen, uns selbst zu rächen oder uns selbst Recht zu verschaffen. Wenn wir mit Lügen und Intrigen angefeindet werden, dann könnten wir geneigt sein, uns auf das Niveau unserer Feinde hinabzubegeben und unsererseits Lügen und falsche Anklagen zu verbreiten. Warum sollten wir da Skrupel haben, der andere hat ja auch unseren Ruf ruiniert.

    Aber David weiss, dass Jehova solches Verhalten hasst und dass ER es ist, der uns zu seiner Zeit Recht verschaffen wird. Jehova selbst sagt: „mein ist die Rache, ich will vergelten“ und „vergeltet niemanden Böses mit Bösem“ (Römer 12:17-19).

    Dass David sich über diese Dinge Gedanken macht, gefällt Jehova. Er verliert ihn niemals aus den Augen und er neigt – im Gegensatz zu Saul und anderen – nicht dazu, sein falsches Verhalten zu rechtfertigen. Er sucht Rat und Hilfe bei Jehova. Er bittet IHN, dass er ihm hilft, diese Dinge nicht zu vergessen und so zu handeln, dass er IHN nicht kränkt.

    Wie wir sehen, hat Jehova einen sehr guten Grund, warum er David so sehr liebt. Und all diese Dinge können auch wir nachahmen.

    Dafür müssen wir nicht vollkommen und ohne Fehler sein, denn dafür ist Jesus gestorben. In dem Lied, das wir heute zum Abschluss der Versammlung gesungen haben, hieß es sinngemäß: „schon bevor wir gesündigt haben, war der Preis für unsere Sünde bereits bezahlt“. Hier sind wir wieder bei der unverdienten Güte Gottes, die uns in den letzten Wochen immer wieder begleitet hat.

    David liebte Jehova aufrichtig, von ganzem Herzen und er wollte ihm all das Gute vergelten, dass er von Jehova erfahren hatte.

    Auch wir haben die unverdiente Güte Jehovas. Der Preis für unsere Sünden ist bereits bezahlt. Wie sollte man so einen Gott und den Sohn, der bereitwillig sein Leben für uns gab, nicht lieben?

    Diese Liebe motiviert auch uns, ebenso wie David unseren Blick auf Jehova gerichtet zu halten, uns mit festem Griff an die liebende Vaterhand zu klammern und IHM Freude zu bereiten.

    Dann werden auch wir ein Mensch „nach dem Herzen Gottes“ sein. Ich kann nur jedem empfehlen, sich die mehrteilige Vortragsreihe nach und nach anzuhören. Sie ist wirklich sehr ermunternd und erbaulich. Gerade dann, wenn wir mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen haben und uns wegen unserer Fehler und Schwächen unwürdig fühlen, uns unserem Gott zu nahen…

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  130. Juleam 7. Mai 2013 um 15:07 Link zum Kommentar

    Psalm 6 – wo heulen wir uns aus?

    1 Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel; auf der Scheminith. Ein Psalm Davids.

    2 Herr , strafe mich nicht in deinem Zorn, züchtige mich nicht in deinem Grimm! 3 Sei mir gnädig , o Herr , denn ich verschmachte ! Heile mich, o Herr , denn meine Gebeine sind erschrocken, 4 und meine Seele ist sehr erschrocken ; und du, Herr , wie lange -?

    5 Kehre doch wieder zurück , Herr , rette meine Seele! Hilf mir um deiner Gnade willen! 6 Denn im Tod gedenkt man nicht an dich; wer wird dir im Totenreich lobsingen?

    7 Ich bin müde vom Seufzen; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht, benetze mein Lager mit meinen Tränen. 8 Mein Auge ist verfallen vor Kummer, gealtert wegen all meiner Feinde.

    9 Weicht von mir, ihr Übeltäter alle; denn der Herr hat die Stimme meines Weinens gehört! 10 Der Herr hat mein Flehen gehört, der Herr nimmt mein Gebet an!

    11 Alle meine Feinde müssen zuschanden werden und sehr erschrecken; sie sollen sich plötzlich zurückziehen mit Schanden!

    hier finden wir einige Gedanken aus den Vorjahren dazu:

  131. Juleam 7. Mai 2013 um 15:13 Link zum Kommentar

    Psalm 7 – 9

    Psalm 7 – „du musst ein Schwein sein in dieser Welt“

    1 Ein Klagelied Davids, das er dem Herrn sang wegen der Worte Kuschs, des Benjaminiters.

    2 Herr , mein Gott, bei dir suche ich Zuflucht ; hilf mir von allen meinen Verfolgern und rette mich, 3 dass er nicht wie ein Löwe meine Seele zerreißt und sie zerfleischt, weil kein Retter da ist.

    4 Herr , mein Gott, habe ich solches getan, ist Unrecht an meinen Händen, 5 habe ich dem, der mit mir im Frieden war, mit Bösem vergolten und nicht vielmehr den errettet, der mich nun ohne Ursache bedrängt, 6 so verfolge der Feind meine Seele und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub!

    (Sela.)

    7 Steh auf, o H rr , in deinem Zorn; erhebe dich gegen den Übermut meiner Feinde! Wache auf um meinetwillen, [und schreite] zu dem Gericht, das du befohlen hast!

    8 Die Versammlung der Völker umgebe dich, und über ihr kehre zur Höhe zurück! 9 Der Herr wird die Völker richten .

    Schaffe mir Recht, o Herr , nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Lauterkeit !

    10 Lass doch die Bosheit der Gottlosen ein Ende nehmen und stärke den Gerechten , denn du prüfst die Herzen und Nieren, du gerechter Gott ! 11 Mein Schild ist bei Gott, der den von Herzen Aufrichtigen hilft.

    12 Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich zürnt . 13 Wenn man nicht umkehrt, so schärft er sein Schwert, hält seinen Bogen gespannt und zielt 14 und richtet auf jenen tödliche Geschosse; seine Pfeile steckt er in Brand.

    15 Siehe, da liegt einer in Geburtswehen mit Bösem; er ist schwanger mit Unheil, doch er wird Trug gebären! 16 Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt – und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat. 17 Das Unheil, das er angerichtet hat, kehrt auf sein eigenes Haupt zurück, und die Gewalttat, die er begangen hat, fällt auf seinen Scheitel.

    18 Ich will dem Herrn danken für seine Gerechtigkeit, und dem Namen des Herrn , des Höchsten, will ich lobsingen .

    Wie gut, dass wenigstens unser Gott gerecht ist!

    Gerade in der heutigen Zeit ist dies sehr tröstlich, wo jeder mehr oder weniger untergeht, der bemüht ist, ein rechtschaffenes Leben zu führen.

    Ich denke da auch an das Lied: „Du musst ein Schwein sein“ (in dieser Welt).

    Wer Jehova aufrichtig liebt, der findet allerdings keinen Gefallen an einem solchen Verhalten – und dies hat absolut nichts damit zu tun, dass wir uns die Güte Gottes verdienen wollten. Eher damit, dass wir gelernt haben, zu hassen, was unser Gott hasst und zu lieben, was ER liebt.

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  132. Juleam 7. Mai 2013 um 15:16 Link zum Kommentar

    Psalm 8 – Jehova sorgt für die Natur – und damit auch für uns!

    1 Dem Vorsänger. Auf der Gittit . Ein Psalm Davids.

    2 Herr , unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit über die Himmel gesetzt hast!

    3 Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du ein Lob bereitet um deiner Bedränger willen, um den Feind und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen.

    4 Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 5 Was ist der Mensch , dass du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen , dass du auf ihn achtest?

    6 Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. 7 Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt: 8 Schafe und Rinder allesamt, dazu auch die Tiere des Feldes; 9 die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was die Pfade der Meere durchzieht.

    10 Herr , unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!

    Hier muss ich an eine Erfahrung denken, die Bayless Conley in einer seiner Ansprachen erzählt: sie hatten in einem Baum in ihrem Garten ein Nest mit kleinen Kolibris. Er war so begeistert, als er das Nest entdeckte.

    Dann gab es in einer Nacht einen heftigen Sturm, der sogar Äste durch die Luft wirbelte. Er machte sich Sorgen um die jungen Kolibris und so ging er am nächsten Morgen direkt gucken.

    Es war ihnen nichts passiert, sie sassen wohlbehalten in ihrem Nest!

    Diese Tatsache begeisterte ihn und seine Frau und er sagte: „wenn Gott so ein kleines Nest mit Kolibris bewahrt – worüber machen wir uns eigentlich Sorgen?“

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  133. Juleam 7. Mai 2013 um 15:20 Link zum Kommentar

    Psalm 9 – ein Loblied auf Jehova, der sich als unser Befreier erweisen wird

    1 Dem Vorsänger. Auf Muth-Labben . Ein Psalm Davids.

    2 Ich will den Herrn loben von ganzem Herzen, ich will alle deine Wunder erzählen . 3 Ich will mich freuen und frohlocken in dir, ich will deinem Namen lobsingen, du Höchster !

    4 Als meine Feinde zurückwichen, da strauchelten sie und kamen um vor deinem Angesicht. 5 Denn du hast mein Recht und meine Sache geführt, du sitzt auf dem Thron als ein gerechter Richter!

    6 Du hast die Heidenvölker gescholten , den Gesetzlosen umgebracht, ihren Namen ausgelöscht auf immer und ewig. 7 Der Feind – er ist völlig und für immer zertrümmert , und die Städte hast du zerstört; ihr Andenken ist dahin.

    8 Aber der Herr thront auf ewig; er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht. 9 Ja, Er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und den Völkern das Urteil sprechen, wie es recht ist.

    10 Und der Herr wird eine Zuflucht sein dem Unterdrückten, eine Zuflucht in Zeiten der Not.

    11 Darum vertrauen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich, Herr , suchen !

    12 Lobsingt dem Herrn , der in Zion wohnt, verkündigt seine Taten unter den Völkern! 13 Denn er forscht nach der Blutschuld und denkt daran; er vergisst das Schreien der Elenden nicht.

    14 Herr , sei mir gnädig ! Sieh, wie ich unterdrückt werde von denen, die mich hassen! Befreie mich aus den Toren des Todes , 15 damit ich all deinen Ruhm erzähle in den Toren der Tochter Zion , damit ich jauchze über dein Heil !

    16 Die Heidenvölker sind versunken in der Grube, die sie gegraben haben; ihr Fuß hat sich gefangen in dem Netz, das sie heimlich stellten. 17 Der Herr hat sich zu erkennen gegeben, hat Gericht gehalten; der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hände!

    (Saitenspiel – Sela.)

    18 Die Gottlosen müssen ins Totenreich hinabfahren, alle Heidenvölker, die Gott vergessen .

    19 Denn der Arme wird nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht stets vergeblich sein.

    20 Steh auf, o Herr , damit der Mensch nicht die Oberhand gewinnt, dass die Heidenvölker gerichtet werden vor deinem Angesicht! 21 O Herr , lege doch Furcht auf sie, damit die Heidenvölker erkennen, dass sie [sterbliche] Menschen sind! (Sela.)

    Und wieder geht es David in erster Linie um Jehova und SEINEN Namen!

  134. […] Wenn ihr also eine Weile nichts von mir hört und seht, dann liegt das daran, dass einfach die Zeit fehlt, es auszuarbeiten und online zu hängen. Im Moment nutze ich die Zeit und Energie, die mir noch verbleiben, eher dazu, mich ganz intensiv mit der Bibel und dem, was ich dort lese, zu beschäftigen. Alles andere, wie z.B. auch meine Kommentare hier einzustellen und zu verlinken ist eher zweitrangig. Daher bitte ich euch noch um etwas Geduld… […]

  135. Juleam 28. Mai 2013 um 09:22 Link zum Kommentar

    Psalm 10 – 12

    Psalm 10 – wenn wir uns von unserem Gott allein gelassen fühlen…

    1 Herr , warum stehst du so fern, verbirgst dich in Zeiten der Not ?

    2 Vom Übermut des Gottlosen wird dem Elenden bange; mögen doch von der Arglist die betroffen werden, die sie ausgeheckt haben! 3 Denn der Gottlose rühmt sich der Gelüste seines Herzens, und der Habsüchtige sagt sich los vom Herrn und lästert ihn. 4 Der Gottlose sagt in seinem Hochmut: »Er wird nicht nachforschen!« Alle seine Gedanken sind: »Es gibt keinen Gott «! 5 Seine Unternehmungen gelingen immer; hoch droben sind deine Gerichte, fern von ihm; er tobt gegen alle seine Gegner. 6 Er spricht in seinem Herzen: »Ich werde niemals wanken; nie und nimmer wird mich ein Unglück treffen!»

    7 Sein Mund ist voll Fluchen, Trug und Bedrückung; unter seiner Zunge verbirgt sich Leid und Unheil. 8 Er sitzt im Hinterhalt in den Dörfern; im Verborgenen ermordet er den Unschuldigen; seine Augen spähen den Wehrlosen aus.

    9 Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im dichten Gebüsch; er lauert, um den Elenden zu fangen; er fängt den Elenden und schleppt ihn fort in seinem Netz. 10 Er duckt sich, kauert nieder, und durch seine starken Pranken fallen die Wehrlosen.

    11 Er spricht in seinem Herzen: »Gott hat es vergessen , er hat sein Angesicht verborgen, er sieht es niemals!«

    12 Steh auf, o Herr ! Erhebe, o Gott, deine Hand ! Vergiss die Elenden nicht! 13 Warum soll der Gottlose Gott lästern und in seinem Herzen denken, dass du nicht danach fragst? 14 Du hast es wohl gesehen ! Denn du gibst auf Elend und Kränkung acht, um es in deine Hand zu nehmen ; der Wehrlose überlässt es dir, der du der Helfer der Waisen bist!

    15 Zerbrich den Arm des Gottlosen und des Bösen , suche seine Gottlosigkeit heim, bis du nichts mehr von ihm findest! 16 Der Herr ist König immer und ewig; die Heidenvölker sind verschwunden aus seinem Land.

    17 Das Verlangen der Elenden hast du, o Herr , gehört; du machst ihr Herz fest , leihst ihnen dein Ohr, 18 um der Waise Recht zu schaffen und dem Unterdrückten, damit der Mensch von der Erde nicht weiter Schrecken verbreite.

    hier findet ihr einige Gedanken aus den Vorjahren dazu:

  136. Juleam 28. Mai 2013 um 09:26 Link zum Kommentar

    Psalm 11 – unsere Zuflucht bei Gott suchen

    1 Dem Vorsänger. Von David.

    Bei dem Herrn habe ich Zuflucht gefunden! Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: » Flieh wie ein Vogel auf eure Berge«? 2 Denn siehe, die Gottlosen spannen ihren Bogen; sie haben ihre Pfeile auf die Sehne gelegt, um im Verborgenen auf die zu schießen, welche aufrichtigen Herzens sind

    3 Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was soll der Gerechte tun?

    4 Der Herr ist in seinem heiligen Tempel . Der Thron des Herrn ist im Himmel; seine Augen spähen , seine Blicke prüfen die Menschenkinder.

    5 Der Herr prüft den Gerechten ; aber den Gottlosen und den, der Frevel liebt, hasst seine Seele. 6 Er lässt Schlingen regnen über die Gottlosen; Feuer, Schwefel und Glutwind ist das Teil ihres Bechers.

    7 Denn der Herr ist gerecht , er liebt Gerechtigkeit; die Aufrichtigen werden sein Angesicht schauen.

    hier finden wir einige Gedanken dazu:

  137. Juleam 28. Mai 2013 um 09:29 Link zum Kommentar

    Psalm 12 – Wer Jehova wirklich liebt, nimmt sich selbst nicht so wichtig

    1 Dem Vorsänger. Auf der Scheminith. Ein Psalm Davids.

    2 Hilf, Herr ; denn der Getreue ist dahin, die Treuen sind verschwunden unter den Menschenkindern!

    3 Sie erzählen Lügen, jeder seinem Nächsten; mit schmeichelnder Lippe, mit hinterhältigem Herzen reden sie. 4 Der Herr möge ausrotten alle schmeichelnden Lippen, die Zunge, die großtuerisch redet, 5 sie, die sagen: »Wir wollen mit unserer Zunge herrschen, unsere Lippen stehen uns bei! Wer ist unser Herr ?« –

    6 »Weil die Elenden unterdrückt werden und die Armen seufzen, so will ich mich nun aufmachen «, spricht der Herr ; »ich will den ins Heil versetzen, der sich danach sehnt!«

    7 Die Worte des Herrn sind reine Worte, in irdenem Tiegel geschmolzenes Silber, siebenmal geläutert . 8 Du, o Herr , wirst sie bewahren, wirst sie behüten vor diesem Geschlecht ewiglich!

    9 Es laufen überall Gottlose herum, wenn die Niederträchtigkeit sich der Menschenkinder bemächtigt.

    Wer Jehova wirklich liebt, nimmt sich selbst nicht so wichtig. Er versucht nicht ständig, sich zu rechtfertigen oder sich selbst auf ein Podest zu stellen – sondern er hilft anderen, auf Jesus zu schauen!

    Vielleicht ist es ganz sinnvoll, sich in diesem Zusammenhang die neueste (aktuelle) Predigt von Bayless Conley anzuhören – wo er uns 7 Punkte nennt, die wir erfüllen müssen, wenn wir bei Jehova ein Star sein wollen 😉 – „Star oder Sternchen?“

    weitere Gedanken zu diesem Psalm finden wir hier:

  138. Juleam 28. Mai 2013 um 09:46 Link zum Kommentar

    Psalm 13 – 15

    Psalm 13 – Jehova auch (oder besonders) dann preisen, wenn es uns schlecht geht

    1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.

    2 Wie lange , o Herr , willst du mich ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Angesicht vor mir? 3 Wie lange soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen tragen Tag für Tag? Wie lange soll mein Feind sich über mich erheben?

    4 Schau her und erhöre mich, o Herr , mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht in den Todesschlaf versinke, 5 dass mein Feind nicht sagen kann: »Ich habe ihn überwältigt«, und meine Widersacher nicht frohlocken, weil ich wanke!

    6 Ich aber vertraue auf deine Gnade; mein Herz soll frohlocken in deinem Heil . Ich will dem Herrn singen , weil er mir wohlgetan hat!

    Wir werden hart auf die Erde gedrückt – und unsere Reaktion ist, dass wir unseren Gott loben und preisen wollen!?

    Dies zeigt sehr deutlich, aus welchem Grund wir unserem Gott dienen:

    Worum geht es uns – um die Belohnung? Wollen wir den Preis des ewigen Lebens erlangen? Wollen wir ihn uns durch gute Werke verdienen?

    Hadern wir dann mit unserem Gott und sagen: „eigentlich steht mir zu, dass du mir hilfst, denn ich war dir immer treu“?

    Wenn wir den Gedanken mit der „unverdienten Güte Gottes“ verstanden haben und Jehova aus tiefstem Herzen lieben, dann werden wir IHN auch dann noch loben, wenn wir hart bedrängt werden.

    Dann stehen nicht so sehr wir und unsere eigene Person im Vordergrund, sondern Jehova. Dann werden wir daran denken, worum es hier geht: um die Streitfrage, ob Menschen Jehova auch dann noch lieben, wenn für sie nichts dabei herausspringt.

    Denn: ändert es wirklich etwas an der Güte und Herrlichkeit Jehovas, wenn es mir jetzt und hier gerade nicht besonders gut geht?

    Wenn wir uns statt auf unsere Probleme auf den Lobpreis Gottes konzentrieren, dann beschäftigen wir uns mit positiven Dingen und erlangen damit auch wieder positive Gedanken und Gefühle.

    Hier kommt mir auch wieder die Ansprache von John Angelina in den Sinn, die ich letzte Woche gehört habe: „Die zerfallene Hütte Davids“, wo er sehr ausführlich auch auf die Rolle des Lobpreises in der wahren Anbetung eingeht.

    Hier erwähnt er z.B. die Begebenheit, wo die Sänger vor dem Heer herlaufen sollten und Jehova Loblieder singen. Es war ein kilometerlanger Marsch, während dem sie laut und voller Inbrunst Lieder zum Lobpreis Gottes singen sollten. Aber damit gewannen sie die Schlacht. Das Heer selbst mußte überhaupt nichts tun, denn während sie noch liefen und sangen, verwirrte Jehova die Angreifer, so dass diese sich selbst gegenseitig hinschlachteten!

    Denken wir immer daran, worum es eigentlich geht. Auch wenn es uns zur Zeit schlecht geht, ändert dies nichts daran, wie großartig unser Gott Jehova ist. Er ist immer zu preisen und wir ändern ja nicht wirklich etwas daran, wenn wir ständig darüber nachdenken, wie schlecht es uns geht. Aber wenn wir unseren Gott loben und preisen, dann freut ER sich sehr darüber und wir bekommen wieder eine positive Einstellung.

    Bayless Conley hat mal gesagt: „es ist kein Kuststück, Jehova zu loben und zu preisen, wenn es uns gut geht. Aber wenn wir es tun, wenn es uns richtig schlecht geht, dann hat es sehr viel Gewicht!“ (Frei nach Pape)

    weitere Gedanken finden wir hier:

  139. Juleam 28. Mai 2013 um 09:50 Link zum Kommentar

    Psalm 14 – Jehova sieht alles, auch wenn wir unter Bedrückung treu bleiben

    1 Dem Vorsänger. Von David.

    Der Narr spricht in seinem Herzen: »Es gibt keinen Gott !« Sie handeln verderblich, und abscheulich ist ihr Tun; da ist keiner , der Gutes tut.

    2 Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder , um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt.

    3 Sie sind alle abgewichen , allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen! 4 Haben denn die Übeltäter keine Einsicht , die mein Volk verschlingen , als äßen sie Brot? Den Herrn rufen sie nicht an. 5 Dann erschrecken sie furchtbar, weil Gott bei dem Geschlecht der Gerechten ist!

    6 Wollt ihr das Vorhaben des Elenden zuschanden machen, obwohl der Herr seine Zuflucht ist?

    7 Ach, dass aus Zion die Rettung für Israel käme! Wenn der Herr das Geschick seines Volkes wendet, wird Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein!

    Und dessen können wir uns sicher sein: unser Gott sieht uns und er freut sich, wenn wir ihm auch unter Schwierigkeiten treu und loyal bleiben.

    Letztendlich werden wir die Sieger sein, auch wenn wir heute vielleicht die absoluten Looser sind – vor Menschen.

    Denn wir haben und bewahren uns unser gutes Verhältnis zu unserem Gott und dies kann uns niemand nehmen (Römer 8)

    weitere Gedanken finden wir hier:

  140. Juleam 28. Mai 2013 um 09:57 Link zum Kommentar

    Psalm 15 – gibt es heute wirklich noch nur eine einzige wahre Religionsorganisation, die Jehovas Wohlgefallen hat?

    1 Ein Psalm Davids.

    Herr , wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg?

    2 Wer in Unschuld wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet von Herzen; 3 wer keine Verleumdungen herumträgt auf seiner Zunge, wer seinem Nächsten nichts Böses tut und seinen Nachbarn nicht schmäht; 4 wer den Verworfenen als verächtlich ansieht, aber die ehrt , die den Herrn fürchten; wer, wenn er etwas zu seinem Schaden geschworen hat, es dennoch hält; 5 wer sein Geld nicht um Wucherzinsen gibt und keine Bestechung annimmt gegen den Unschuldigen;

    wer dies tut, wird ewiglich nicht wanken .

    Hierzu haben wir in den vergangenen Jahren ja bereits sehr viel geschrieben. Besonders der WT-Artikel von 1989 war sehr interessant dazu. Denn in der Zusammenfassung zählt er noch mal alle Punkte auf uns sagt, dass wir daran erkennen können, ob unsere Religion die wahre ist:

    Nach seiner zehn Punkte umfassenden Beschreibung eines aufrichtigen Menschen schließt der 15. Psalm mit den obigen Worten. Das Erwähnte bietet uns eine gute Möglichkeit, unsere Religion zu überprüfen. Wenn es sich um den wahren Glauben handelt, sollte er uns lehren,

    1. untadelig zu wandeln und Gerechtigkeit zu üben,
    2. selbst in unserem Herzen die Wahrheit zu reden,
    3. uns davor zu hüten, andere zu verleumden, und
    4. davon abzustehen, etwas Böses zu tun. Eine für Gott annehmbare Religion wird uns
    5. davon abhalten, Schmähungen gegen vertraute Bekannte zu erheben, und uns
    6. davor bewahren, mit verachtenswerten Menschen Gemeinschaft zu pflegen. Der wahre Glaube wird uns veranlassen,
    7. diejenigen zu ehren, die Jehova fürchten
    8. das auszuführen, was wir versprochen haben (sofern nichts dagegen einzuwenden ist),
    9. Armen zu geben, ohne Zinsen zu fordern, und
    10. niemals eine Bestechung gegen einen Unschuldigen anzunehmen.

    Wenn ich diese „Messlatte“ an die mir bekannten christlichen Gruppierungen anlege, dann komme ich zu dem Schluß, dass es nicht mehr nur eine wahre christliche Organisation gibt – sondern dass der größte Teil dazugehört und vor Jehovas Thron kommen darf.

    Ein für mich persönlich sehr interessanter Aspekt!

    Weitere Gedanken zu diesem Psalm finden wir hier:

  141. Juleam 28. Mai 2013 um 10:17 Link zum Kommentar

    Psalm 16 – 18

    Psalm 16 – eine Motivation, über unseren Gott und sein Wort zu reden:

    1 Ein Miktam von David.

    Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich! 2 [Meine Seele,] du hast zum Herrn gesagt: »Du bist mein Herr ; es gibt für mich nichts Gutes außer dir!« 3 Die Heiligen , die auf Erden sind, sie sind die Edlen, an denen ich all mein Wohlgefallen habe.

    4 Zahlreich werden die Schmerzen derer sein, die einem anderen [Gott] nacheilen; an ihren Trankopfern von Blut will ich mich nicht beteiligen, noch ihre Namen auf meine Lippen nehmen!

    5 Der Herr ist mein Erbteil und das [Teil] meines Bechers; du sicherst mir mein Los . 6 Die Messschnüre sind mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, mir wurde ein schönes Erbe zuteil. 7 Ich lobe den Herrn , der mir Rat gegeben hat; auch in der Nacht mahnt mich mein Inneres.

    8 Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht. 9 Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen, 10 denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.

    11 Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!

    Wie unterschiedlich ein und derselbe Psalm wiedergegeben werden kann!

    Beim Lesen vom Stoff der Vorjahre hat mich gerade dieser Psalm so sehr begeistert, weil er eine starke Motivation für die besondere Besuchswoche ist. Er kann all diejenigen motivieren, die bisher noch keine Erfahrung darin haben, andere Menschen auf Gott und Jesus Christus anzusprechen. Es ist ja ganz normal, dass wir zuerst eine starke Scheu davor empfinden, besonders, wenn wir dies bisher noch nie in dieser Form getan haben. Aber in diesem Psalm wird ein Loblied auf Jehova und seinen Sohn gesungen. Wie toll ER ist und wie beglückend, wenn wir eine eigene persönliche Beziehung zu IHM haben dürfen! In dem einen Vers wird sogar gesagt, dass wir all das Tolle einfach erzählen und mit anderen teilen müssen.

    Leider kommt dies in dieser Übersetzung (Schlachter 2000) nicht wirklich heraus, darum die entsprechenden Verse noch mal in der Hoffnung für Alle:Ich kann mein Glück nicht fassen!

    1 Beschütze mich, Gott, denn dir vertraue ich!

    2 Du bist mein Herr, mein ganzes Glück! 3 Darum freue ich mich über alle, die nach deinem Willen leben. Auf sie kommt es im Land entscheidend an!

    4 Wer sich aber von dem lebendigen Gott abwendet und anderen Göttern nachläuft, der kommt aus dem Kummer nicht mehr heraus. Diesen Göttern will ich kein Opfer bringen und nicht einmal ihre Namen nennen.

    5 Du, Herr, bist alles, was ich habe; du gibst mir alles, was ich brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft. 6 Was du mir gibst, ist gut. Was du mir zuteilst, gefällt mir.

    7 Ich preise den Herrn, denn er hilft mir, gute Entscheidungen zu treffen. Tag und Nacht sind meine Gedanken bei ihm. 8 Ich sehe immer auf den Herrn. Er steht mir zur Seite, damit ich nicht falle.

    9 Darüber freue ich mich so sehr, dass ich es nicht für mich behalten kann. Bei dir, Herr, bin ich in Sicherheit.

    10 Denn du wirst mich nicht dem Tod und der Verwesung überlassen, ich gehöre ja zu dir.

    11 Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir. Ich kann mein Glück nicht fassen, nie hört es auf.

    Haben wir die Überschrift und den Vers 9 bemerkt? „Ich kann mein Glück nicht fassen“ und „Darüber freue ich mich so sehr, dass ich es nicht für mich behalten kann“

    Wie sehen wir das besondere Vorrecht, einer persönlichen Freundschaft mit unserem Gott?

    Können auch wir unser Glück nicht fassen? Dann sollten auch wir es nicht für uns behalten wollen und freimütig mit anderen über unseren Gott und die begeisternde Gute Botschaft der Bibel reden.

    In diesem Sinne wünsche ich uns für die kommende besondere Woche Jehovas Segen und den Brüdern und Schwestern, die sich daran beteiligen, nicht nur den Mut, sondern auch ein Herz, das voller Begeisterung überströmt und das das Wunderbare nicht für sich behalten kann.

    Damit werden wir unserem himmlischen Vater und seinem Sohn, der sein Leben für unsere Sünden gegeben hat, sicherlich sehr viel Freude machen!

    Weitere Gedanken zu diesem Psalm finden wir hier:

  142. Juleam 28. Mai 2013 um 10:31 Link zum Kommentar

    Psalm 17 – wenn wir angegriffen werden, dürfen wir uns ruhig bei Jehova „ausheulen“

    1 Ein Gebet Davids.

    Höre, o Herr , die gerechte Sache! Vernimm meine Klage, achte auf mein Gebet, das nicht von falschen Lippen kommt! 2 Von dir gehe das Urteil über mich aus; deine Augen werden auf die Redlichkeit schauen!

    3 Du hast mein Herz geprüft, mich in der Nacht durchforscht; du hast mich geläutert, und du hast nichts gefunden, worin ich mich vergangen hätte mit meinen Gedanken oder mit meinem Mund. 4 Beim Treiben der Menschen habe ich mich nach dem Wort deiner Lippen gehütet vor den Wegen des Gewalttätigen.

    5 Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankend sei! 6 Ich rufe zu dir, denn du, o Gott, wirst mich erhören; neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede! 7 Erweise deine wunderbare Gnade, du Retter derer, die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten!

    8 Behüte mich wie den Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel 9 vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun wollen, vor meinen Todfeinden, die mich umringen! 10 Ihr fettes [Herz] verschließen sie; mit ihrem Mund reden sie übermütig. 11 Auf Schritt und Tritt umringen sie uns jetzt; sie haben es darauf abgesehen, uns zu Boden zu strecken.

    12 Sie gleichen dem Löwen, der zerreißen will, dem Junglöwen, der lauert im Versteck. 13 Steh auf, o Herr , komm ihm zuvor, demütige ihn! Errette meine Seele von dem Gottlosen durch dein Schwert , 14 von den Leuten durch deine Hand, o Herr , von den Leuten dieser Welt, deren Teil in diesem Leben ist, und deren Bauch du füllst mit deinem Gut; sie haben Söhne genug und lassen, was sie übrig haben, ihren Kindern.

    15 Ich aber werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, an deinem Anblick mich sättigen, wenn ich erwache .

    hier findet ihr einige Gedanken aus den Vorjahren zu diesem Psalm:

  143. Juleam 28. Mai 2013 um 10:31 Link zum Kommentar

    Psalm 18 – welche Motivation haben wir?

    1 Für den Vorsänger. Von dem Knecht des Herrn, von David, der dem Herrn die Worte dieses Liedes sang, an dem Tag, als der Herr ihn aus der Hand aller seiner Feinde errettet hatte, auch aus der Hand Sauls. Er sprach:

    2 Ich will dich von Herzen lieben, o Herr , meine Stärke! 3 Der Herr ist mein Fels , meine Burg und mein Retter ; mein Gott ist mein Fels, in dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils , meine sichere Festung .

    4 Den Herrn , den Hochgelobten, rief ich an – und ich wurde von meinen Feinden errettet! 5 Die Fesseln des Todes umfingen mich, die Ströme Belials schreckten mich; 6 die Fesseln des Totenreiches umschlangen mich, es ereilten mich die Fallstricke des Todes.

    7 In meiner Bedrängnis rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott; er hörte meine Stimme in seinem Tempel, mein Schreien vor ihm drang zu seinen Ohren.

    8 Da bebte und erzitterte die Erde; die Grundfesten der Berge wurden erschüttert und bebten, weil er zornig war. 9 Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrendes Feuer aus seinem Mund; Feuersglut sprühte daraus hervor. 10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen. 11 Er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Flügeln des Windes. 12 Er machte Finsternis zu seiner Hülle, dunkle Wasser, dichte Wolken zu seinem Zelt um sich her. 13 Aus dem Glanz vor ihm gingen seine Wolken über von Hagel und Feuersglut.

    14 Dann donnerte der Herr in den Himmeln, der Höchste ließ seine Stimme erschallen – Hagel und Feuersglut. 15 Und er schoss seine Pfeile und zerstreute sie, er schleuderte Blitze und schreckte sie.

    16 Da sah man die Gründe der Wasser, und die Grundfesten des Erdkreises wurden aufgedeckt von deinem Schelten, o Herr , von dem Schnauben deines grimmigen Zorns!

    17 Er streckte [seine Hand] aus von der Höhe und ergriff mich, er zog mich aus großen Wassern; 18 er rettete mich von meinem mächtigen Feind und von meinen Hassern, die mir zu stark waren.

    19 Sie hatten mich überfallen zur Zeit meines Unglücks; aber der Herr wurde mir zur Stütze.

    20 Er führte mich auch heraus in die Weite; er befreite mich, denn er hatte Wohlgefallen an mir.

    21 Der Herr hat mir vergolten nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände hat er mich belohnt; 22 denn ich habe die Wege des Herrn bewahrt und bin nicht abgefallen von meinem Gott, 23 sondern alle seine Verordnungen hatte ich vor Augen und stieß seine Satzungen nicht von mir, 24 und ich hielt es ganz mit ihm und hütete mich vor meiner Sünde.

    25 Darum vergalt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

    26 Gegen den Gütigen erzeigst du dich gütig, gegen den Rechtschaffenen rechtschaffen, 27 gegen den Reinen erzeigst du dich rein, aber dem Hinterlistigen trittst du entgegen! 28 Denn du rettest das elende Volk und erniedrigst die stolzen Augen.

    29 Ja, du zündest meine Leuchte an; der Herr , mein Gott, macht meine Finsternis licht; 30 denn mit dir kann ich gegen Kriegsvolk anrennen, und mit meinem Gott über die Mauer springen. 31 Dieser Gott – sein Weg ist vollkommen! Das Wort des Herrn ist geläutert; er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

    32 Denn wer ist Gott außer dem Herrn , und wer ist ein Fels außer unserem Gott? 33 Gott ist es, der mich umgürtet mit Kraft und meinen Weg unsträflich macht. 34 Er macht meine Füße denen der Hirsche gleich und stellt mich auf meine Höhen ; 35 er lehrt meine Hände kämpfen und meine Arme den ehernen Bogen spannen. 36 Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stützt mich, und deine Herablassung macht mich groß.

    37 Du machst mir Raum zum Gehen, und meine Knöchel wanken nicht.

    38 Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein und kehrte nicht um, bis sie aufgerieben waren; 39 ich zerschmetterte sie, dass sie nicht mehr aufstehen konnten; sie fielen unter meine Füße. 40 Du hast mich gegürtet mit Kraft zum Kampf; du hast unter mich gebeugt, die gegen mich aufstanden. 41 Du wandtest mir den Rücken meiner Feinde zu, und ich habe vertilgt , die mich hassen. 42 Sie schrien, aber da war kein Retter; zum Herrn , aber er antwortete ihnen nicht. 43 Und ich zerrieb sie zu Staub vor dem Wind, warf sie hinaus wie Straßenkot.

    44 Du hast mich gerettet aus den Streitigkeiten des Volkes und hast mich gesetzt zum Haupt der Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir; 45 sie gehorchen mir aufs Wort; die Söhne der Fremde schmeicheln mir. 46 Die Söhne der Fremde verzagen und kommen zitternd aus ihren Burgen.

    47 Der Herr lebt! Gepriesen sei mein Fels! Der Gott meines Heils sei hoch erhoben! 48 Der Gott, der mir Rache verlieh und die Völker unter mich zwang , 49 der mich meinen Feinden entkommen ließ. Ja, du hast mich erhöht über meine Widersacher und hast mich errettet von dem Mann der Gewalttat!

    50 Darum will ich dich, o Herr , preisen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen, 51 dich, der seinem König große Siege verliehen hat, und der Gnade erweist seinem Gesalbten , David und seinem Samen bis in Ewigkeit.

    hier findet ihr einige Gedanken aus den Vorjahren:

  144. Juleam 28. Mai 2013 um 11:24 Link zum Kommentar

    Psalm 19 – 21

    Psalm 19 – wir können durch Jesu Tod mit Gott versöhnt werden – der eigentliche Hauptgewinn

    1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.

    2 Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände. 3 Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund.

    4 Es ist keine Rede und es sind keine Worte, deren Stimme unhörbar wäre. 5 Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises.

    Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht. 6 Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen. 7 Sie geht an einem Ende des Himmels auf und läuft um bis ans andere Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.

    8 Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise .

    9 Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter , es erleuchtet die Augen.
    10 Die Furcht des Herrn ist rein, sie bleibt in Ewigkeit; die Bestimmungen des Herrn sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht . 11 Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim (Honig, der aus den Waben fließt) .

    12 Auch dein Knecht wird durch sie belehrt , und wer sie befolgt , empfängt reichen Lohn.

    13 Verfehlungen – wer erkennt sie? Sprich mich los von denen, die verborgen sind! 14 Auch vor mutwilligen bewahre deinen Knecht, damit sie nicht über mich herrschen; dann werde ich unsträflich sein und frei bleiben von großer Übertretung!

    15 Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens Wohlgefällig sein vor dir, Herr , mein Fels und mein Erlöser!

    Wenn wir uns mit unserem Gott näher befassen, dann werden wir ihn kennen und lieben lernen und dann wird unser Herz überfliessen und uns drängen, von diesem wundervollen Gott zu reden.

    Weil wir IHN lieben, möchten wir nichts tun, was ihn schmerzen könnte. Dies ist „die Furcht Gottes“, von der hier die Rede ist.

    Dies hat mich an eine ähnliche Stelle in den Sprüchen erinnert: „die Furcht Jehovas ist der Weisheit Anfang“ (Sprüche 1:7). Warum ist das so wichtig?

    Die Gottesfurcht entspringt einer tiefen Liebe zu Jehova. ER ist die wichtigste Person in unserem Leben, er kommt an erster Stelle. Ihm wollen wir gefallen – weil wir ihn lieben.

    Genau dies muss die Basis für unseren Glauben und unsere Anbetung sein.

    Es geht nicht so sehr um die einzelnen Lehren und um den Preis. Es ist egal, ob Jesus an einem Kreuz oder an einem Pfahl gestorben ist. Dies ist Wortklauberei. Es geht darum, dass er für uns gestorben ist. Und es ist auch egal, ob unser Preis ewiges Leben im Himmel oder im Paradies auf der Erde ist.

    Der eigentliche Hauptgewinn bei der ganzen Sache ist der, dass wir durch Jesu Tod wieder mit Gott versöhnt werden können, auch wenn wir aus menschlicher Unvollkommenheit immer wieder Fehler machen werden. Denken wir hier auch an David und sein Leben. Auch wenn er immer mal wieder gefehlt hatte, so war er doch „ein Mann nach dem Herzen Gottes“.

    Diese tiefe Liebe zu Gott sollte unser Leben und unser tägliches Handeln bestimmen. Dann haben wir kein Problem damit, so zu leben, wie ER es sich wünscht und dann haben wir auch keins damit, über diesen wunderbaren Gott und seinen Sohn mit anderen zu reden.

    Denn die Gute Botschaft, die die Jünger Jesu – und auch wir heute als seine Nachfolger – verkünden sollten, war nicht, dass wir mal ewiges Leben erlangen werden, sondern dass wir durch Jesu Tod und Auferstehung mit Gott versöhnt wurden und uns ihm dadurch freimütig nahen dürfen.

    Sind wir uns dessen wirklich bewusst?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  145. Juleam 28. Mai 2013 um 11:30 Link zum Kommentar

    Psalm 20 – weil Jesus für uns gestorben ist, dürfen wir uns unserem Gott nahen, auch wenn wir vielleicht – mal wieder – etwas getan haben, was ihm nicht gefällt

    1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.

    2 Der Herr antworte dir am Tag der Drangsal , der Name des Gottes Jakobs schütze dich! 3 Er sende dir Hilfe aus dem Heiligtum und stärke dich aus Zion; 4 er gedenke an alle deine Speisopfer und sehe dein Brandopfer wohlgefällig an.

    (Sela.)

    5 Er gebe dir, was dein Herz begehrt, und lasse alle deine Vorhaben gelingen! 6 Wir wollen jauchzen über dein Heil und das Banner erheben im Namen unseres Gottes! Der Herr erfülle alle deine Bitten!

    7 Nun weiß ich, dass der Herr seinem Gesalbten hilft. Er antwortet ihm aus seinem heiligen Himmel mit rettenden Machttaten seiner Rechten . 8 Jene rühmen sich der Wagen und diese der Rosse ; wir aber des Namens des Herrn , unseres Gottes.

    9 Sie sind niedergesunken und gefallen; wir aber stehen fest und halten uns aufrecht.

    10 O Herr , hilf! Der König antworte uns an dem Tag, da wir rufen!

    Es ist wunderschön, dass wir zu unserem Gott laufen und ihn um Hilfe bitten können.

    Weil wir wissen, wie sehr er uns liebt. Immerhin hatte er für uns sündige Menschen seinen Sohn auf die Erde gesandt und unter demütigenden Umständen sterben lassen. Dies zeigt, wie sehr ER uns liebt. Hätte er es sonst getan?

    Und weil Jesus uns diesen Liebesdienst erwiesen hat, darum dürfen wir uns unserem Gott Jehova freimütig nahen. Wir dürfen mit unseren Sorgen und Nöten zu IHM kommen, auch wenn wir wieder einmal etwas getan haben, von dem wir wissen, dass es in Jehovas Augen falsch ist.

    Eigentlich würde so etwas die Leitung zu unserem Gott blockieren, denn ER ist heilig und erwartet dies auch von seinen Anbetern (1. Petrus 1:15,16). Aber er weiss auch, dass wir unvollkommen sind und aus Schwäche Dinge tun, die er verabscheut. Und weil er dies weiss und uns so sehr liebt – dafür hat er für das Loskaufsopfer gesorgt (1. Petrus 3:21).

    So, wie eine Mutter für alle Fälle Pflaster im Haus hat. Sie weiss, dass die Kinder sich beim Herumtoben verletzen und wenn eins mit blutendem Knie angerannt kommt, dann macht sie kein Drama draus. Sie sagt nicht „warum musst du auch immer so rennen, weißt du nicht, dass du dabei hinfällst?“, sondern sie macht die Wunde bei Bedarf sauber und klebt mit einem milden und gütigen Lächeln ein Pflaster darauf. Sie weiss, wie Kinder sind und sie hat vorsorglich immer ein Pflaster zur Hand. Sie liebt ihr Kind auch dann noch, wenn es wieder mut blutendem Knie angerannt kommt.

    Jehova weiss, dass wir unvollkommen sind. Dass wir zwar gern das Richtige tun wollen, dass uns unsere Unvollkommenheit aber oftmals dazwischen kommt (Psalm 103:14; Römer 7:19). Daher hat er voller Weisheit und Liebe für das Lösegeld durch Jesus gesorgt. So, wie die Mutter vorsorglich Pflaster im Schrank hat.

    Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir lustig und ganz bewußt und willentlich tun könnten, was Jehova mißfällt und dann das Lösegeld auf uns anwenden, uns Gott nahen und danach weiter sündigen könnten. Dafür ist Jesus nicht gestorben.

    Aber falls wir bis jetzt ein schlimmes Leben geführt haben und merken, dass es falsch war und uns ändern wollen – dann dürfen wir „dieses Pflaster aus dem Schrank holen“, dazu ist es da.

    Ist dies nicht eine wunderbare Botschaft?

    Egal, was wir auch getan haben, wir dürfen uns voller Glauben an unseren Gott wenden, wenn wir nun mit ihm gehen wollen. Er ist für uns da und hat immer ein offenes Ohr. Er hört uns zu und tröstet und gibt Kraft.

    Und das, obwohl wir vielleicht gerade eben noch etwas getan haben, wofür wir uns jetzt aus tiefstem Herzen schämen!

    Was für ein Gott!

    Hier sind wir wieder bei dem Thema von Psalm 16, der uns bereits vor einigen Tagen so begeistert hat: „ich kann mein Glück nicht fassen, darüber freue ich mich so sehr, dass ich es nicht für mich behalten kann“.

    Kein Problem – wir müssen es nicht für uns behalten. Wir dürfen gerne mit jedem darüber reden, mit dem wir zu tun haben. Im Gegenteil, darüber würden sich unser himmlischer Vater und sein Sohn Jesus wirklich freuen!

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  146. Juleam 28. Mai 2013 um 11:32 Link zum Kommentar

    Psalm 21 – alleine sind wir nichts, aber mit unserem Gott sind wir stark!

    1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.

    2 O Herr , der König freut sich in deiner Kraft, und wie frohlockt er so sehr über dein Heil! 3 Du hast ihm gegeben, was sein Herz wünschte, und ihm nicht verweigert, was seine Lippen begehrten.

    (Sela.)

    4 Denn du kamst ihm entgegen mit köstlichen Segnungen , du hast eine Krone aus Feingold auf sein Haupt gesetzt. 5 Er bat dich um Leben, du hast es ihm gegeben; Dauer der Tage für immer und ewig.

    6 Groß ist seine Herrlichkeit durch deine Rettung; Hoheit und Pracht hast du auf ihn gelegt. 7 Denn du setzt ihn zum Segen für immer, erquickst ihn mit Freude vor deinem Angesicht.

    8 Denn der König vertraut auf den Herrn , und durch die Gnade des Höchsten wird er nicht wanken.

    9 Deine Hand wird alle deine Feinde finden; deine Rechte wird die finden, welche dich hassen. 10 Du wirst sie machen wie einen feurigen Schmelzofen zur Zeit deines Erscheinens! Der Herr wird sie verschlingen in seinem Zorn, das Feuer wird sie fressen. 11 Ihre Frucht wirst du vom Erdboden vertilgen und ihren Samen unter den Menschenkindern.

    12 Denn sie sinnen Böses gegen dich; sie schmieden Pläne, die sie nicht ausführen können. 13 Denn du machst, dass sie sich zur Flucht wenden; mit deinen Bogen zielst du auf ihr Angesicht.

    14 Erhebe dich, Herr , in deiner Kraft, so wollen wir deine Stärke besingen und preisen!

    Ja – alleine sind wir nichts, aber mit unserem Gott sind wir stark!

    David kann wirklich zuversichtlich sein, denn er hat eine enge freundschaftliche Beziehung zum Schöpfer. Damit hat er Macht und Stärke auf seiner Seite. Wer will da vor ihm bestehen?

    Aber er weiss auch, dass dies nicht bedeutet, keine Probleme zu haben.

    Wir haben ja gerade erst in den letzten Wochen die beiden Bücher Samuel gelesen, die sich mit ihm und seinem Leben beschäftigen. Daher haben wir bestimmt noch lebhaft in Erinnerung, mit welchen Schwierigkeiten David Zeit seines Lebens zu kämpfen hatte.

    Aber er war niemals allein. Immer hatte er Gott an seiner Seite. Jehova, der ihn immer wieder tröstete und ihm Mut und Kraft und Geduld gab.

    Aus diesem Wissen heraus konnte er voller Zuversicht sein und sich den Problemen stellen. Er wußte, dass sein Gott ihn niemals allein lassen würde. Auch wenn sein Feind jetzt noch die Oberhand behalten würde, so wäre er niemals allein – sein Gott ist mit ihm.

    Haben auch wir diesen Glauben und diese Zuversicht?

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  147. Juleam 28. Mai 2013 um 11:46 Link zum Kommentar

    Psalm 22 – 24

    Psalm 22 – fühlen wir uns gedrängt, über all das Gute zu reden, was unser Gott bereits für uns getan hat?

    1 Dem Vorsänger. Nach [der Melodie] »Hindin der Morgenröte«. Ein Psalm Davids.

    2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum bleibst du fern von meiner Rettung, von den Worten meiner Klage? 3 Mein Gott, ich rufe bei Tag, und du antwortest nicht, und auch bei Nacht, und ich habe keine Ruhe.

    4 Aber du bist heilig , der du wohnst unter den Lobgesängen Israels!

    5 Auf dich haben unsere Väter vertraut; sie vertrauten, und du hast sie errettet. 6 Zu dir riefen sie und haben Rettung gefunden; auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.

    7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 8 Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen den Mund auf und schütteln den Kopf: 9 »Er soll doch auf den Herrn vertrauen; der soll ihn befreien; der soll ihn retten, er hat ja Lust an ihm! «

    10 Ja, du hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen, du warst meine Zuversicht schon an meiner Mutter Brust. 11 Auf dich bin ich geworfen vom Mutterschoß an; vom Leib meiner Mutter her bist du mein Gott.

    12 Sei nicht fern von mir! Denn Drangsal ist nahe, und kein Helfer ist da. 13 Es umringen mich große Stiere, mächtige [Stiere] von Baschan umzingeln mich. 14 Sie sperren ihr Maul gegen mich auf wie ein reißender und brüllender Löwe .

    15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser , und alle meine Gebeine sind ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs , zerschmolzen in meinem Innern. 16 Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in den Staub des Todes.

    17 Denn Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern umgibt mich; sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben . 18 Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie schauen her und sehen mich [schadenfroh] an. 19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los über mein Gewand.

    20 Du aber, o Herr , sei nicht ferne ! O meine Stärke , eile mir zu Hilfe! 21 Errette meine Seele von dem Schwert , meine einsame von der Gewalt der Hunde !

    22 Errette mich aus dem Rachen des Löwen! – Ja, du hast mich erhört [und gerettet] von den Hörnern der Büffel!

    23 So will ich meinen Brüdern deinen Namen verkündigen; inmitten der Gemeinde will ich dich loben ! 24 Die ihr den Herrn fürchtet , lobt ihn! Ihr alle vom Samen Jakobs, ehrt ihn; und scheue dich vor ihm, du ganzer Same Israels!

    25 Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Armen, und hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen, und als er zu ihm schrie, erhörte er ihn.

    26 Von dir soll mein Loblied handeln in der großen Gemeinde; ich will meine Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten!

    27 Die Elenden sollen essen und satt werden; die den Herrn suchen, werden ihn loben; euer Herz soll ewiglich leben !

    28 Daran werden gedenken und zum Herrn umkehren alle Enden der Erde, und vor dir werden anbeten alle Geschlechter der Heiden.

    29 Denn das Königreich gehört dem Herrn , und er ist Herrscher über die Nationen. 30 Es werden essen und anbeten alle Großen der Erde; vor ihm werden ihre Knie beugen alle, die in den Staub hinabfahren, und wer seine Seele nicht lebendig erhalten kann.

    31 Ein Same wird ihm dienen, wird dem Herrn als Geschlecht zugezählt werden.

    32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit verkündigen dem Volk, das geboren wird, dass er es vollbracht hat.

    Es ist schon interessant, in wieviele Richtungen wir das, was wir in der Bibel lesen, anwenden können:

    Wir sind jetzt bereits im 5. Jahr und jedesmal gehen die Gedanken in eine andere Richtung. Angefangen mit dem Gefühl, von Gott verlassen zu sein, wenn der Druck zu groß wird – bis hin zum Bezug auf den Messias, den wir im vergangenen Jahr hergestellt haben.

    Heute ist es eine ganz andere Richtung, wieder beeinflusst von aktuellen Ereignissen und persönlichem Erleben. In ein paar Tagen beginnt die besondere Besuchswoche und sie wird mit den unterschiedlichsten Emotionen erwartet. Die einen sind voller Freude, dass es endlich losgeht, endlich Anregungen kommen, wie man den Wunsch, mit anderen über die Gute Botschaft zu reden, umsetzen kann. Einige sind neugierig und andere sind beunruhigt. Ihnen macht der Gedanke Angst. Sie wissen, dass sie es eigentlich tun sollten, denn schließlich war dies das letzte, was Jesus zu seinen Jüngern sagte, bevor er in den Himmel auffuhr. Interessanterweise hatten wir gestern „Himmelfahrt“, einen gesetzlichen Feiertag, der genau damit zu tun hat (am 9. Mai, die Kommentare haben einige Zeit auf das Veröffentlichen gewartet, sorry).

    Wie ich schon sagte, ist diese „Schwellenangst“ völlig normal. Wir sind nicht zum Helden geboren und es ist einfacher, mit dem Strom zu schwimmen, als dagegen. Oft kommt zu dem Gefühl der Unsicherheit auch eins der Überforderung hinzu. Wie soll das gehen, was soll ich sagen?

    Dabei hat eigentlich jeder von uns genügend Gesprächsstoff. Es geht ja nicht so sehr um Wissen, sondern darum, den Menschen zu helfen, ein eigenes persönliches Verhältnis zu unserem Schöpfer aufzubauen. Wenn ich selbst ein enges Verhältnis zu meinem Gott und zu Jesus Christus habe, dann kann ich von meinen eigenen Erfahrungen erzählen.

    Wie habe ich zu Gott und Jesus gefunden? Was hat dies in meinem Leben bewirkt?

    Gestern erzählte mir Lucy, dass jeder eine eigene kleine Geschichte mit Gott hat. Wie jeder auf seine eigene Weise durch Gott und sein Wort befreit wurde. Es war die Rede von Heilungen. Von Wunden der Vergangenheit, die heilen konnten, weil der Glaube Hoffnung gab und Vergebung möglich war, weil uns selbst durch Jesus Loskaufsopfer vergeben wurde.

    Ist dies nicht eine sehr gute Botschaft?

    Sie sagte auch, dass sie sehr viel Schmerz und Einsamkeit fühlt, wenn sie beim Spaziergang die Leute sieht. Sie sehen nach Außen hin fröhlich aus, aber in den Herzen ist Schmerz und Enttäuschung. Viele tragen auch eine zehrende Leere in ihrem Herzen und sie tun alles mögliche, um diese zu füllen. Sie wissen nicht, dass das, was ihnen fehlt, eine persönliche Beziehung zu unserem Schöpfer ist und daher sind ihre Versuche, diese Leere zu schließen, von vornherein zum Scheitern verurteilt.

    Wir können diesen Menschen helfen. Haben wir Mitleid mit ihnen, so wie Jesus Mitleid mit den Volksmengen hatte (Markus 6:34) und helfen wir ihnen. Denken wir dabei daran, wie sehr es unser Leben bereichert hat, Gott, sein Wort, seinen Sohn und seinen Plan kennenzulernen. Wie befreit wir uns fühlen, seit wir eine persönliche Beziehung zu unserem Gott haben, wie sehr dies unser Leben verändert hat.

    Denken wir daran, wie Jesus das GESETZ in zwei Geboten zusammengefaßt hat: wir sollen unseren Gott und unseren Nächsten lieben (Matthäus 22:35-40).

    Fällt es uns eigentlich schwer, über etwas positives zu sprechen, was uns passiert ist und das uns begeistert hat? Begeistert uns dies nicht immer noch?

    Reden wir darüber und scheuen wir uns nicht. Wir haben uns ja auch nicht gescheut, über unseren Ehepartner anderen vorzuschwärmen, als wir uns verliebt haben. Ist unsere Beziehung zu unserem Schöpfer nicht ebenso eng?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  148. Juleam 28. Mai 2013 um 11:53 Link zum Kommentar

    Psalm 23 – was stellen wir uns darunter vor, was David tut, wenn er für immer im Hause seines Herrn und Gottes ist?

    1 Ein Psalm Davids.

    Der Herr ist mein Hirte ; mir wird nichts mangeln .

    2 Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. 3 Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

    4 Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich.

    5 Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.

    6 Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar.

    Wieder der Gedanke, wie wunderbar unser Gott ist. Wie viel Gutes wir mit und durch IHN erlebt haben.

    Wenn David zum Schluß sagt, dass er für immer im Haus seines Herrn bleiben wolle – was stellen wir uns eigentlich vor, was er dort tut?

    Was tun wir, wenn wir uns mit unseren Glaubensbrüdern versammeln?

    Wir singen Lieder zum Lobpreis unseres Gottes. Lieder des Dankes für Dinge, die wir erhalten haben oder auf die wir hoffen dürfen. Lieder, die große Dankbarkeit und Begeisterung dafür ausdrücken, dass Jesus für uns gestorben ist, damit wir uns trotz unserer Fehler und Schwächen unserem Gott nahen dürfen. Einige finde ich so schön, dass sie noch Tage danach wie ein „Ohrwurm“ in meinem Inneren nachklingen. In meinem Herzen singe ich sie weiter – laut eher nicht, da ich nicht besonders schön singen kann 😉

    Wir werden aus Gottes Wort belehrt und dürfen uns dazu äußern. Wir tun es gern, denn wir reden gern über unseren Gott und sein Wort.

    Gehen wir nun „einfach“ den nächsten Schritt. Es wird unseren Schöpfer, seinen Sohn und alle Engel im Himmel ganz bestimmt begeistern!

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  149. Juleam 28. Mai 2013 um 11:55 Link zum Kommentar

    Psalm 24 – ist das Lied „Macht hoch die Tür“ diesem Psalm entnommen?

    1 Ein Psalm Davids.

    Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner; 2 denn Er hat ihn gegründet über den Meeren und befestigt über den Strömen.

    3 Wer darf auf den Berg des Herrn steigen? Und wer darf an seiner heiligen Stätte stehen?

    4 Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz , wer seine Seele nicht auf Trug richtet und nicht falsch schwört . 5 Der wird Segen empfangen von dem Herrn und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.

    6 Dies ist das Geschlecht derer, die nach ihm fragen , die dein Angesicht suchen – das ist Jakob !

    (Sela.)

    7 Hebt eure Häupter empor, ihr Tore , und hebt euch, ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe!

    8 Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Es ist der Herr , der Starke und Mächtige, der Herr , der Held im Streit!

    9 Hebt eure Häupter empor, ihr Tore, ja, hebt [eure Häupter], ihr ewigen Pforten, damit der König der Herrlichkeit einziehe! 10 Wer ist denn dieser König der Herrlichkeit? DerH err der Heerscharen , er ist der König der Herrlichkeit!

    (Sela)

    Dieser letzte Teil hier erinnert mich jedesmal an ein Lied, was wir in meiner Jugend in der Adventszeit immer in der Kirche gesungen haben:

    1) Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
    es kommt der Herr der Herrlichkeit,
    ein König aller Königreich,
    ein Heiland aller Welt zugleich,
    der Heil und Leben mit sich bringt;
    derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
    Gelobet sei mein Gott,
    mein Schöpfer reich von Rat.

    2) Er ist gerecht, ein Helfer wert;
    Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
    sein Königskron ist Heiligkeit,
    sein Zepter ist Barmherzigkeit;
    all unsre Not zum End er bringt,
    derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
    Gelobet sei mein Gott,
    mein Heiland groß von Tat.

    3) O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
    so diesen König bei sich hat.
    Wohl allen Herzen insgemein,
    da dieser König ziehet ein.
    Er ist die rechte Freudensonn,
    bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
    Gelobet sei mein Gott,
    mein Tröster früh und spat.

    4) Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
    eu’r Herz zum Tempel zubereit‘.
    Die Zweiglein der Gottseligkeit
    steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
    so kommt der König auch zu euch,
    ja, Heil und Leben mit zugleich.
    Gelobet sei mein Gott,
    voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

    5) Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
    meins Herzens Tür dir offen ist.
    Ach zieh mit deiner Gnade ein;
    dein Freundlichkeit auch uns erschein.
    Dein Heilger Geist uns führ und leit
    den Weg zur ewgen Seligkeit.
    Dem Namen dein, o Herr,
    sei ewig Preis und Ehr.

    Scheinbar basiert dieses Lied auf diesem Psalm hier. Zumindest drücken beide die große Freude über das Kommen des Heilands aus!

    weitere Gedanken finden wir hier:

  150. Juleam 28. Mai 2013 um 12:24 Link zum Kommentar

    Psalm 25 – 27

    Psalm 25 – Jehova nimmt uns und unsere Ängste ernst

    1 Von David.

    Zu dir, o Herr , erhebe ich meine Seele; 2 mein Gott, ich vertraue auf dich! Lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich! 3 Gar keiner wird zuschanden , der auf dich harrt; zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln.

    4 Herr , zeige mir deine Wege und lehre mich deine Pfade! 5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist der Gott meines Heils ; auf dich harre ich allezeit .

    6 Gedenke , o Herr , an deine Barmherzigkeit und an deine Gnade , die von Ewigkeit her sind! 7 Gedenke nicht an die Sünden meiner Jugend und an meine Übertretungen; gedenke aber an mich nach deiner Gnade, um deiner Güte willen, o Herr !

    8 Der Herr ist gut und gerecht , darum weist er die Sünder auf den Weg . 9 Er leitet die Elenden in Gerechtigkeit und lehrt die Elenden seinen Weg. 10 Alle Pfade des Herrn sind Gnade und Wahrheit für die, welche seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren.

    11 Um deines Namens willen, o Herr , vergib meine Schuld; denn sie ist groß!

    12 Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet? Er weist ihm den Weg, den er wählen soll. 13 Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besitzen. 14 Das Geheimnis des Herrn ist für die, welche ihn fürchten, und seinen Bund lässt er sie erkennen.

    15 Meine Augen sind stets auf den Herrn gerichtet, denn er wird meine Füße aus dem Netz ziehen.

    16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und elend! 17 Die Ängste meines Herzens haben sich vermehrt; führe mich heraus aus meinen Nöten! 18 Sieh an mein Elend und mein Leid, und vergib mir alle meine Sünden!

    19 Sieh an meine Feinde, denn es sind viele, und sie hassen mich grimmig. 20 Bewahre meine Seele und rette mich! Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich vertraue auf dich!

    21 Lauterkeit und Redlichkeit mögen mich behüten, denn auf dich harre ich. 22 O Gott, erlöse Israel aus allen seinen Nöten!

    Hier sind mir besonders die Verse mit der Angst ins Auge gesprungen und daher habe ich sie auch noch in anderen Übersetzungen nachgeschagen:

    Psalmen 25:16-17 NGU2011-DEU

    ´Herr`, wende dich mir zu und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und vom Leid gebeugt. Sprenge du die Fesseln, die mir das Herz zusammenschnüren ,lass mich frei werden von allem, was mir jetzt noch Angst macht.

    Psalm 25:16-17 HFA

    Wende dich mir zu, Herr, und rechne meine Schuld nicht an, denn ich bin einsam und niedergeschlagen. Mir ist angst und bange, nimm diese Last von meinem Herzen!

    Gute Nachricht

    16 HERR, wende dich mir zu und hab Erbarmen; ich bin so verlassen und hilflos. 17 Die Angst presst mir das Herz zusammen. Mach mich frei, nimm den Druck von mir! 18 Sieh doch mein Elend an und meine Not! Vergib mir meine ganze Schuld!

    Ist es nicht wundervoll, dass wir immer mit unseren Sorgen und Nöten zu unserem Gott kommen dürfen?

    Wir dürfen uns bei IHM ausheulen, uns in die Arme unseres Gottes kuscheln und uns sicher und geborgen fühlen. Er nimmt uns und unsere Gefühle ernst.

    Auch hierzu gibt es einige wundervolle Ansprachen, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

    Beide sind sehr tröstlich in dieser Hinsicht

    Weitere Gedanken finden wir hier:

  151. Juleam 28. Mai 2013 um 12:29 Link zum Kommentar

    Psalm 26 – lassen Davids Worte hier darauf schließen, dass er dachte, er könne sich die Liebe und Güte Jehovas verdienen?

    1 Von David.

    Schaffe mir Recht, o Herr ! Denn ich bin in meiner Lauterkeit gewandelt und habe mein Vertrauen auf den Herrn gesetzt; ich werde nicht wanken .

    2 Prüfe mich, Herr , und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz!

    3 Denn deine Gnade ist mir vor Augen, und ich wandle in deiner Wahrheit. 4 Ich sitze nicht bei falschen Leuten und gehe nicht um mit Hinterlistigen. 5 Ich hasse die Versammlung der Übeltäter und sitze nicht zusammen mit den Gottlosen.

    6 Ich wasche meine Hände in Unschuld und umschreite deinen Altar, o Herr , 7 um dir zu danken mit lauter Stimme und alle deine Wunder zu verkünden. 8 Herr , ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Herrlichkeit wohnt!

    9 Raffe meine Seele nicht hinweg mit den Sündern, noch mein Leben mit den Blutbefleckten , 10 an deren Händen Laster klebt und deren Rechte voll Bestechung ist.

    11 Ich aber wandle in meiner Lauterkeit ; erlöse mich und sei mir gnädig !

    12 Mein Fuß steht fest auf rechtem Grund ; ich will den Herrn loben in den Versammlungen !

    Ist David hier selbstgerecht? Erwecken seine Worte bei uns den Eindruck, dass er denkt, er könne sich die Liebe und Güte Gottes verdienen?

    Erinnern uns seine Worte nicht auch an Hiob, als er in seinem Leid zu Jehova schrie und fragte, wieso ER ihn verlassen habe, da er sich doch keiner Schuld bewußt war?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  152. Juleam 28. Mai 2013 um 12:35 Link zum Kommentar

    Psalm 27 – David erinnert Jehova an seine Versprechen

    1 Von David.

    Der Herr ist mein Licht und mein Heil , vor wem sollte ich mich fürchten ?

    Der H err ist meines Lebens Kraft , vor wem sollte mir grauen?

    2 Wenn Übeltäter mir nahen, um mein Fleisch zu fressen , meine Widersacher und Feinde, so müssen sie straucheln und fallen. 3 Selbst wenn ein Heer sich gegen mich lagert, so fürchtet mein Herz sich dennoch nicht; wenn sich Krieg gegen mich erhebt, so bin ich auch dabei getrost.

    4 Eines erbitte ich von dem Herrn , nach diesem will ich trachten: dass ich bleiben darf im Haus des Herrn mein ganzes Leben lang, um die Lieblichkeit des Herrn zu schauen und [ihn] zu suchen in seinem Tempel.

    5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur Zeit des Unheils, er verbirgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen.

    6 Nun ragt mein Haupt hoch Über meine Feinde, die um mich her sind, und ich will Jubelopfer bringen in seinem Zelt; ich will singen und spielen dem Herrn .

    7 O Herr , höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und antworte mir!

    8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Sucht mein Angesicht!« Dein Angesicht, o Herr , will ich suchen. 9 Verbirg dein Angesicht nicht vor mir; weise deinen Knecht nicht ab im Zorn!

    Meine Hilfe bist du geworden; verwirf mich nicht und verlass mich nicht, du Gott meines Heils!

    10 Wenn auch mein Vater und meine Mutter mich verlassen, so nimmt doch der Herr mich auf.

    11 Zeige mir, Herr , deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen!

    12 Gib mich nicht preis der Gier meiner Feinde , denn falsche Zeugen sind gegen mich aufgestanden und stoßen Drohungen aus.

    13 Ach, wenn ich nicht gewiss wäre, dass ich die Güte des Herrn sehen werde im Land der Lebendigen

    14 Harre auf den Herrn ! Sei stark , und dein Herz fasse Mut, und harre auf den Herrn !

    Widerspricht dieser Psalm dem vorherigen?

    Interessant ist dabei, dass David Jehova an seine Verheißungen erinnert und diese nun für sich in Anspruch nimmt. Ein Gedanke, den ich bereits aus einigen Vorträgen von Bayless Conley kenne und der mir vorher noch nie so ins Auge gefallen ist. Ich denke hier besonders an die beiden folgenden:

    Wie gesagt, mir persönlich war dieser Gedanke bisher nicht so geläufig und ich kann euch die beiden Ansprachen nur empfehlen

    weitere Gedanken finden wir hier:

  153. Juleam 28. Mai 2013 um 12:53 Link zum Kommentar

    Psalm 28 – 30

    Psalm 28 – widerspricht David hier dem Gedanken der unverdienten Güte?

    1 Von David.

    Zu dir, Herr , rufe ich; mein Fels , wende dich nicht schweigend ab von mir, damit ich nicht denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren, wenn du dich verstummend von mir abwendest! 2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir rufe, wenn ich meine Hände aufhebe zum Sprachort deines Heiligtums .

    3 Lass mich nicht weggerafft werden mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, die friedlich reden mit ihren Nächsten und doch Böses im Sinn haben! 4 Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Bosheit ihrer Handlungen; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände, vergilt ihnen, wie sie es verdient haben!

    5 Denn sie achten nicht auf die Taten des Herrn , noch auf das Werk seiner Hände; er möge sie zerstören und nicht bauen!

    6 Gelobt sei der Herr , denn er hat erhört die Stimme meines Flehens!

    7 Der Herr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut , und mir wurde geholfen. Darum frohlockt mein Herz, und ich will ihm danken mit meinem Lied .

    8 Der Herr ist ihre Stärke und die rettende Festung seines Gesalbten . 9 Rette dein Volk und segne dein Erbe; und weide und trage sie bis in Ewigkeit!

    Wenn David in den Psalmen immer wieder sagt, dass er sich Gottes Segen gewiss ist, weil er die Dinge Gottes tut und dass ER die Bösen strafen soll, weil sie dies nicht tun – widerspricht er damit nicht dem Gedanken mit „der unverdienten Güte Gottes“, die ja nicht aufgrund von Werken gegeben wird?

    Oder ist dieser – scheinbare – Widerspruch ähnlich wie der zu dem Gedanken „Glaube ohne Werke ist tot“?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  154. Juleam 28. Mai 2013 um 12:56 Link zum Kommentar

    Psalm 29 – die Gottesfurcht ist der Anfang aller Dinge

    1 Ein Psalm Davids.

    Gebt dem Herrn , ihr Göttersöhne , gebt dem Herrn Ehre und Lob! 2 Gebt dem Herrn die Ehre seines Namens , betet den Herrn an in heiligem Schmuck !

    3 Die Stimme des Herrn schallt über den Wassern; der Gott der Herrlichkeit donnert , der Herr über großen Wassern .

    4 Die Stimme des Herrn ist stark, die Stimme des Herrn ist herrlich.

    5 Die Stimme des Herrn zerbricht die Zedern, der Herr zerbricht die Zedern des Libanon, 6 und er macht sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und den Sirjon wie einen jungen Büffel.

    7 Die Stimme des Herrn sprüht Feuerflammen, 8 die Stimme des Herrn erschüttert die Wüste, der Herr erschüttert die Wüste Kadesch.

    9 Die Stimme des Herrn macht Hirschkühe gebären und entblättert die Wälder, und in seinem Tempel ruft alles » Herrlichkeit !«.

    10 Der Herr thront über der Wasserflut, ja, der Herr thront als König in Ewigkeit.

    11 Der Herr wird seinem Volk Kraft verleihen, der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden!

    einige Gedanken der Vorjahre findet ihr hier:

  155. Juleam 28. Mai 2013 um 13:03 Link zum Kommentar

    Psalm 30 – an diesem Psalm und Davids Beispiel können wir erkennen, warum Jakobus später sagt, wir sollten „es für lauter Freude“ erachten, dass wir geprüft werden

    1 Ein Psalm; ein Lied zur Einweihung des Hauses. Von David.

    2 Ich will dich erheben , o Herr , denn du hast mich herausgezogen, dass meine Feinde sich nicht freuen durften über mich.

    3 Herr , mein Gott, zu dir habe ich geschrien, und du hast mich geheilt. 4 Herr , du hast meine Seele aus dem Totenreich heraufgebracht; du hast mich belebt aus denen, die in die Grube hinabfahren.

    5 Lobsingt dem Herrn , ihr seine Getreuen , und preist seinen heiligen Namen!

    6 Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang ; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel.

    7 Und ich sprach, als es mir gut ging: »Ich werde ewiglich nicht wanken!« 8 Herr , durch deine Gnade hattest du meinen Berg fest hingestellt; als du aber dein Angesicht verbargst , wurde ich bestürzt.

    9 Zu dir, Herr , rief ich; zu dem Herrn flehte ich [um Gnade]: 10 »Wozu ist mein Blut gut, wenn ich in die Grube fahre? Wird dir der Staub danken, wird er deine Treue verkündigen? 11 Höre, o Herr , und sei mir gnädig; Herr , sei du mein Helfer!«

    12 Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt ; du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet, 13 damit man dir zu Ehren lobsinge und nicht schweige. O Herr , mein Gott, ich will dich ewiglich preisen!

    Hier redet David von dem positiven Nebeneffekt von Prüfungen: erst unter Schwierigkeiten wird sich zeigen, ob unser Glaube echt ist, ob wir auf einem festen Fundament gebaut haben (Markus 4:14-20; 1. Petrus 1:6-7, Jakobus 1:2-4).

    Wir hatten diesen Gedanken in den vergangenen Wochen und Monaten schon öfter behandelt:

    Wie gut ich mich wirklich mit meinem Mann verstehe, zeigt sich erst dann, wenn Meinungsverschiedenheiten auftauchen. Sich mit jemanden gut zu verstehen, der genauso denkt und fühlt wie ich – das ist kein Kunststück. Aber hält die Liebe und Harmonie auch unterschiedliche Ansichten aus? Können wir über so etwas reden? Gibt es eine Einigung, mit der beide zufrieden sind, ohne „Erpressung“?

    Ob ich mich meinem Mann wirklich unterordne und ihn wirklich als Haupt anerkenne, zeigt sich auch erst dann, wenn er eine Entscheidung trifft, die ich nicht gut finde. Unterstütze ich ihn auch dann und seine Entscheidung – oder falle ich ihm in den Rücken? Lasse ich es ihn nun spüren, dass ich sie falsch finde, rede ich ständig darüber? Wie reagiere ich, wenn sich die Entscheidung als falsch herausstellt und dadurch Probleme entstehen? Triumphiere ich dann? Sage ich dann, dass wir die Probleme jetzt nicht hätten, wenn er nicht ..?

    Ob ich meine Eltern liebe und respektiere und ihnen wirklich gehorsam bin, zeigt sich auch erst dann, wenn sie mir etwas verbieten, was ich unbedingt will, oder Dinge von mir erwarten oder fordern, die ich nicht will. Ohne Probleme ist es kein Kunststück, sie zu lieben, ehren und ihnen zu gehorchen.

    Denken wir auch an Jesu Aufforderung, unsere Feinde zu lieben. Er sagt ja selbst, dass es nichts Besonderes ist, die zu lieben, die uns lieben und gut behandeln – das tun die Leute von den Nationen ebenso. Aber jemanden freundlich zu behandeln und ihm Gutes zu tun, der uns befeindet – dies zeigt, ob wir das Gebot Jesu wirklich verstanden haben und ob wir ihm nachkommen.

    David sagt hier, dass er dachte, er stand im Glauben fest. Er dachte, er „würde ewiglich nicht wanken“. Paulus sagt an anderer Stelle: „wer steht, sehe zu, dass er nicht falle“ (1. Korinther 10:12-13).

    Dies erkennt David, als er massive Probleme bekommt. Nun ist es nicht mehr so einfach, so zu handeln, dass es Jehova gefällt.

    Denken wir nur an die beiden Gelegenheiten, bei denen Sauls Leben schon in seine Hand gegeben zu sein scheint und er ihn dennoch verschont. Seine Anhänger sagen zu ihm, dass Jehova Saul in seine Hand gegeben habe. „Eine gute Gelegenheit, nun kannst du dich selbst befreien!“

    Zuerst denkt David dies auch und schleicht sich heran. Wie einfach wäre es nun, diese zermürbende Verfolgung zu beenden. Vielleicht hatte Jehova ja wirklich die Dinge so gelenkt?

    Aber dann schlägt sein Gewissen und er schneidet nur ein Zipfel des Gewandes ab, um Saul damit später zu beweisen, dass er ihn nicht fürchten müsse, dass er – David – loyal sei. In seiner Vortragsfolge „Ein Leben nach dem Herzen Gottes“ sagt John Angelina, dass dem David nicht vorher, sondern beim Abschneiden des Zipfels das Gewissen schlägt. Dass bereits dies nicht hätte sein dürfen.

    Wie dem auch sei, beweist David hier wieder einmal seine tiefe Ergebenheit Jehova gegenüber. All die Jahre, die er sich auf der Flucht befand, ließ er nicht von Jehova und seinem Glauben und Dienst für ihn ab. Er bewahrte sich sein Verhältnis zu seinem Schöpfer und fragte sich bei allem, was er tat, wie Jehova wohl darüber denkt. Selbst Saul – der ihn so viele Jahre bitter verfolgt und wegen dem er ständig um sein Leben fürchten muss – selbst diesen bösen Mann verschont er, weil er der Gesalbte Jehovas ist.

    Ja, David hat wirklich bewiesen, dass sein Glaube echt ist!

    Was würde wohl bei uns herauskommen, wenn unser Glaube und die Echtheit unserer Beziehung zu Gott geprüft wird, weil wir viele Schwierigkeiten zu bewältigen haben oder durch ungerechte Behandlung ständig gedemütigt werden?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  156. Juleam 28. Mai 2013 um 13:16 Link zum Kommentar

    Psalm 31 – 33

    Psalm 31 – auch wenn wir für Menschen vielleicht „gestorben sind“, so sind wir für Jehova doch sehr lebendig!

    1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.

    2 Bei dir, o Herr , habe ich Zuflucht gefunden; lass mich niemals zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit! 3 Neige dein Ohr zu mir, rette mich rasch; sei mir ein starker Fels , eine feste Burg zu meiner Rettung!

    4 Denn du bist mein Fels und meine Festung, führe und leite du mich um deines Namens willen!

    5 Befreie mich aus dem Netz , das sie mir heimlich gestellt haben; denn du bist meine Schutzwehr .

    6 In deine Hand befehle ich meinen Geist ; du hast mich erlöst, Herr , du treuer Gott!

    7 Ich hasse die, welche trügerische Götzen verehren, und ich, ich vertraue auf den Herrn . 8 Ich will frohlocken und mich freuen an deiner Gnade , denn du hast mein Elend angesehen , du hast auf die Nöte meiner Seele geachtet 9 und hast mich nicht ausgeliefert in die Hand des Feindes, sondern hast meine Füße in weiten Raum gestellt.

    10 Sei mir gnädig , o Herr , denn mir ist angst; vor Gram sind schwach geworden mein Auge , meine Seele und mein Leib; 11 denn mein Leben ist dahingeschwunden in Kummer und meine Jahre mit Seufzen; meine Kraft ist gebrochen durch meine Schuld, und meine Gebeine sind schwach geworden.

    12 Vor all meinen Feinden bin ich zum Hohn geworden, meinen Nachbarn allermeist, und ein Schrecken meinen Bekannten; die mich auf der Gasse sehen, fliehen vor mir. 13 Ich bin in Vergessenheit geraten, aus dem Sinn gekommen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zertrümmertes Gefäß .

    14 Denn ich habe die Verleumdung vieler gehört – Schrecken ringsum! -, als sie sich miteinander berieten gegen mich; sie trachten danach, mir das Leben zu nehmen.

    15 Aber ich vertraue auf dich, o Herr ; ich sage: Du bist mein Gott! 16 In deiner Hand steht meine Zeit ; rette mich aus der Hand meiner Feinde und von meinen Verfolgern! 17 Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht; rette mich durch deine Gnade!

    18 Herr , lass mich nicht zuschanden werden, denn ich rufe dich an! Zuschanden werden sollen die Gottlosen, verstummen im Totenreich! 19 Die Lügenlippen sollen zum Schweigen gebracht werden, die frech reden gegen den Gerechten mit Hochmut und Verachtung!

    20 Wie groß ist deine Güte , die du denen bewahrst, die dich fürchten , und die du an denen erzeigst, die bei dir Zuflucht suchen angesichts der Menschenkinder.

    21 Du verbirgst sie im Schutz deines Angesichts vor den Verschwörungen der Menschen; du verbirgst sie in einer Hütte vor dem Gezänk der Zungen.

    22 Gelobt sei der Herr , denn er hat mir seine Gnade wunderbar erwiesen in einer festen Stadt! 23 Ich hatte zwar in meiner Bestürzung gesagt : »Ich bin verstoßen von deinen Augen!« Doch du hast die Stimme meines Flehens gehört , als ich zu dir schrie.

    24 Liebt den Herrn , alle seine Frommen ! Der Herr bewahrt die Treuen, und er vergilt reichlich dem, der hochmütig handelt.

    25 Seid stark, und euer Herz fasse Mut, ihr alle, die ihr auf den Herrn harrt!

    Hier kommen mir die Worte „Rufmord“ und „für mich bist du gestorben“ in den Sinn. Falls wir einem der beiden Morde zum Opfer gefallen sein sollten, dürfen wir trotzdem Mut fassen – für unseren Gott leben wir!

    ER wird uns niemals verlassen und nichts kann uns von Gottes Liebe trennen. ER hört nicht auf die vielen Lügen, denn er hat den Überblick und weiss, wie es wirklich ist.

    Auch wenn wir oder unser Ruf in den Augen der Menschen gestorben sind, beeinflusst dies nicht, wie Jehova uns sieht. Für IHN sind wir sehr lebendig! Sogar viel mehr, als sich die Verleumder dies vorstellen können. Denn jeder, der sich in Gottes Liebe bewahrt, wird einmal ewig leben. In Gottes Liebe!

    weitere Gedanken finden wir hier:

  157. Juleam 28. Mai 2013 um 13:24 Link zum Kommentar

    Psalm 32 – welchen Sinn macht es eigentlich, wenn wir unsere Sünden verheimlichen?

    1 Von David. Ein Maskil .

    Wohl dem , dessen Übertretung vergeben , dessen Sünde zugedeckt ist! 2 Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet , und in dessen Geist keine Falschheit ist!

    3 Als ich es verschwieg, da verfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. 4 Denn deine Hand lag schwer auf mir Tag und Nacht, sodass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird.

    (Sela.)

    5 Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg meine Schuld nicht; ich sprach: »Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen!« Da vergabst du mir meine Sündenschuld.

    (Sela.)

    6 Darum soll jeder Getreue dich bitten zu der Zeit, da du zu finden bist; wenn dann große Wasser einherfluten, werden sie ihn gewiss nicht erreichen.

    7 Du bist mein Schutz , du behütest mich vor Bedrängnis, du umgibst mich mit Rettungsjubel !

    (Sela.)

    8 »Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich will dir raten, mein Auge auf dich richten.

    9 Seid nicht wie das Ross und das Maultier, die keinen Verstand haben; mit Zaum und Gebiss, ihrem Geschirr, muss man sie bändigen, weil sie sonst nicht zu dir nahen!«

    10 Der Gottlose hat viele Plagen; wer aber dem Herrn vertraut , den wird er mit Gnade umgeben.

    11 Freut euch an dem Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten , und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid!

    In dem Nachschlagewerk, das Thom vor einigen Jahren zitiert hatte, wird hierzu ein wichtiger Gedanke aufgeworfen:

    Lasst uns jedoch unseren Herzen den Hauptgrundsatz dieses Psalmes tief einprägen, dass nämlich die völlige, uneingeschränkte Vergebung, die gänzliche Nichtzurechnung unser Sünde, den Trug aus dem Herzen wegnimmt. Ohne das fliehen wir Gott, entschuldigen die Sünde und decken sie zu, wenn wir sie nicht zu rechtfertigen wagen. Aber wenn völlige Vergebung vor unseren Blicken steht, so haben wir Mut, wahr im Herzen zu sein. Wer wird nicht alle seine Schulden angeben, wenn ihre Bezahlung durch einen anderen das einzige ist, um das es sich handelt? Wer wird nicht offen über seine Krankheit reden, wenn die Heilung gesichert ist?

    Die Gnade bringt Wahrheit in das Herz, das dahin geleitet wird, seine Übertretungen zu bekennen; es findet die ganze Last seiner Sünden weggenommen.

    also welchen Grund sollten wir denn haben, unsere Sünden vor unserem Gott zu verheimlichen? ER hat doch eh gesehen, was wir getan haben, wir können doch vor ihm nichts verbergen.

    Welchen Unterschied macht es also, unsere Sünden unserem Gott zu bekennen?

    Einzig und allein den, dass wir ihm damit die Grundlage liefern, uns zu vergeben. Wir erinnern uns?: „bevor ich noch eine Sünde begehen, ist der Preis dafür bereits bezahlt worden“ (aus einem englischen Lied zur Anbetung). Jehova will uns vergeben und er tut es gern, sobald er bei uns aufrichtige Reue sieht, die sich darin äußert, dass wir unsere Sünden bekennen.

    So weit, so gut. „Aber dann reicht es ja auch aus, wenn wir die Dinge zwischen uns und Jehova allein richtigstellen. Dann müssen wir nicht mit den Ältesten, unserem Pastor oder anderen reifen Christen darüber reden, dann können wir es für uns behalten, denn es wäre doch zu peinlich und wir wollen ja in niemandes Ansehen sinken..“

    Wir hatten im Zusammenhang mit David und Bathseba und dem, wie Jehova über Nathan reagierte, einen Grundsatz festgestellt:

    In seiner Abhandlung über die Erziehung Davids in der Schule Gottes sagt Jean Mueller:

    David wird hiernach durch Gottes wunderbare Gnade in eine tiefere Erkenntnis des Heils eingeführt. Er lernt erkennen, was Gott für den Sünder ist, aber auch, daß Sünde gegen unseren Nächsten durch zeitliche Züchtigung heimgesucht werden muß.

    Gott ist gerecht in Seinen Regierungswegen mit den Menschenkindern, und der, der sich gegen andere versündigt, muß auch öffentlich bestraft werden. Viele sündigen nur gegen Gott und erleiden dann Strafe an ihrem Fleische, eine Züchtigung, die zwischen ihnen und Gott ausgeführt wird. Wenn durch die Sünde aber andere Schaden erleiden, so muß die Züchtigung eine öffentliche sein.

    Das gefällt uns aber jetzt wirklich nicht. Immerhin würde es wohl für uns peinlich, wenn wir die Wahrheit bekennen würden. Da machen wir das lieber zwischen uns und Jehova aus. Aber wäre dies dann ein Zeichen für aufrichtige Reue?

    Bedenken wir, dass wir einem anderen Schaden zugefügt haben. Vielleicht können wir diesen niemals wirklich wieder gut machen, so wie David ja Uria nicht wieder zum Leben erwecken konnte. Vielleicht haben wir eine Familie zerstört und die ist nun nicht mehr zu retten, da es aufgrund des Ehebruchs und der ganzen Lügen kein Zurück mehr gibt und der betrogene Ehepartner inzwischen einen anderen geheirat hat. Aber denken wir nicht, dass es eine gewisse „Gutmachung“ ist, wenn wir zugeben, dass wir es waren, die Mist gebaut haben und nicht der andere?

    Oder wenn wir durch unsere Lügen und Intrigen einem anderen nachhaltig geschadet haben, indem sein Ruf jetzt völlig zerstört ist und niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben will. Sicherlich ist es jetzt für mich peinlich, wenn ich mich öffentlich outen würde und mich dazu bekennen würde, dass alles, was ich über ihn erzählt habe, nur Lügen waren.

    Aber vielleicht sollten wir in diesem Moment mal an den anderen denken, dem wir geschadet haben. Das, was derjenige in der Vergangenheit erdulden und erleiden musste, das können wir nicht mehr rückgängig machen. Aber wir könnten seinen guten Ruf wieder herstellen, indem wir die Wahrheit sagen und bekanntmachen, dass es alles Lügen waren, die wir seinerzeit erzählt haben, dass an dem Ganzen nichts dran war und wir nur unseren Vorteil dadurch erreichen wollten.

    Sicherlich wäre dies für uns persönlich nun erst einmal peinlich, aber es würde ware Reue zeigen und auch echte Größe. Denn mutig ist nicht derjenige, der sich hinter Lügen versteckt, sondern der, der mutig zu seinen Fehlern steht.

    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass wir dann auch nicht allein dastehen würden, dieses ganze Peinliche zu durchstehen, sondern dass wir dabei einen liebenden barmherzigen Gott an unserer Seite hätten, der unsere Hand hält und voller Liebe und Stolz auf uns blickt, voller Freude darüber, dass wir es wirklich ernst meinen und zu dem stehen, was wir getan haben.

    Natürlich muss es jeder selbst wissen, ob er dazu bereit wäre, allerdings geht es hier nicht so sehr darum, wie wir heute vor den Menschen dastehen, sondern um unsere persönliche Beziehung zu unserem Gott. All diese Lügen würden immer zwischen uns und IHM stehen.

    Was ist uns wichtiger?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  158. Juleam 28. Mai 2013 um 13:26 Link zum Kommentar

    Psalm 33 – würden wir eine „Freundschaftsanfrage bei Facebook“ von Jehova wirklich ablehnen?

    1 Jauchzt dem Herrn , ihr Gerechten! Den Aufrichtigen ziemt Lobgesang.

    2 Preist den Herrn mit der Laute, lobsingt ihm auf der zehnsaitigen Harfe! 3 Singt ihm ein neues Lied, spielt gut mit Posaunenschall!

    4 Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig , und all sein Tun ist Treue . 5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist erfüllt von der Güte des Herrn .

    6 Die Himmel sind durch das Wort des Herrn gemacht, und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes. 7 Er türmt die Wasser des Meeres auf wie einen Damm und sammelt die Fluten in Speicher.

    8 Die ganze Erde fürchte den Herrn , und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt! 9 Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da.

    10 Der Herr macht den Ratschluss der Heiden zunichte, er vereitelt die Gedanken der Völker. 11 Der Ratschluss des H rrn bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.

    12 Wohl dem Volk , dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat!

    13 Der Herr schaut herab vom Himmel, er sieht alle Menschenkinder; 14 von der Stätte seiner Wohnung schaut er auf alle Bewohner der Erde. 15 Er, der ihnen allen das Herz gebildet hat, er gibt auch acht auf alle ihre Werke.

    16 Einem König ist nicht geholfen mit viel Heeresmacht, ein Held wird nicht gerettet durch große Kraft ; 17 das Ross ist trügerisch und kann nicht retten, und trotz seiner großen Stärke kann man nicht entfliehen.

    18 Siehe, das Auge des Herrn achtet auf die, welche ihn fürchten, die auf seine Gnade harren, 19 damit er ihre Seele vom Tod errette und sie am Leben erhalte in der Hungersnot.

    20 Unsere Seele harrt auf den Herrn ; er ist unsere Hilfe und unser Schild.

    21 Ja, an ihm wird unser Herz sich freuen, denn wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.

    22 Deine Gnade , o Herr , sei über uns, wie wir es von dir erhoffen!

    Was für ein wunderbarer Gott. Und wie wunderbar, dass dieser Gott uns seine Freundschaft anbietet!

    Bist du bei facebook? Erhälst du Freundschaftsanfragen? Bist du stolz darauf, wieviele „followers“ du hast?

    Stelle dir vor, dass du so eine „Freundschaftsanfrage“ von dem höchsten Gott bekommst: würdest du sie nicht annehmen wollen? Stell dir vor, dass ER einer deiner „follower“ ist und sogar noch namentlich aufgeführt!

    Lehnst du wirklich seine Anfrage ab und ist es dir wirklich egal, dass er gern zu deinen „followern“ zählt?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  159. Juleam 28. Mai 2013 um 13:37 Link zum Kommentar

    Psalm 34 – 36

    Psalm 34 – Erfahrungen mit Jehova kosten uns auch etwas

    1 Von David. Als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn von sich wegtrieb und er fortging.

    2 Ich will den Herrn preisen allezeit, sein Lob soll immerzu in meinem Mund sein. 3 Meine Seele rühme sich des Herrn ; die Elenden sollen es hören und sich freuen.

    4 Erhebt mit mir den Herrn , und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

    5 Als ich den Herrn suchte , antwortete er mir und rettete mich aus allen meinen Ängsten.

    6 Die auf ihn blicken, werden strahlen, und ihr Angesicht wird nicht beschämt

    7 Als dieser Elende rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten. 8 Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er rettet sie.

    9 Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist; wohl dem , der auf ihn traut!

    10 Fürchtet den Herrn , ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel . 11 Junge Löwen leiden Not und Hunger; aber die den Herrn suchen , müssen nichts Gutes entbehren.

    12 Kommt her, ihr Kinder, hört auf mich; ich will euch die Furcht des Herrn lehren!

    13 Wer ist der Mann, der Leben begehrt, der sich Tage wünscht, an denen er Gutes schaut?

    14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht betrügen; 15 weiche vom Bösen und tue Gutes, suche den Frieden und jage ihm nach!

    16 Die Augen des Herrn achten auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien; 17 das Angesicht des Herrn steht gegen die, welche Böses tun, um ihr Andenken von der Erde zu vertilgen .

    18 Wenn jene rufen, so hört der Herr und rettet sie aus all ihrer Bedrängnis. 19 Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und er hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.

    20 Der Gerechte muss viel Böses erleiden ; aber aus allem rettet ihn der Herr .

    21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird.

    22 Den Gottlosen wird das Böse töten, und die den Gerechten hassen, müssen es büßen .

    23 Der Herr erlöst die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn vertrauen, werden es nicht zu büßen haben.

    einige Gedanken der Vorjahre dazu finden wir hier:

  160. Juleam 28. Mai 2013 um 13:42 Link zum Kommentar

    Psalm 35 – jede Menge Gründe, um mit anderen über unseren wunderbaren Gott zu reden

    1 Von David.

    Herr , führe meine Sache gegen meine Widersacher, streite mit denen, die gegen mich streiten!

    2 Ergreife Kleinschild und Langschild und erhebe dich, um mir zu helfen! 3 Zücke den Speer und tritt meinen Verfolgern entgegen; sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Rettung !

    4 Es sollen beschämt und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; es sollen zurückweichen und schamrot werden, die mein Unglück wollen!

    5 Sie sollen werden wie Spreu vor dem Wind, und der Engel des Herrn bringe sie zu Fall! 6 Ihr Weg sei finster und glatt, und der Engel des Herrn verfolge sie!

    7 Denn ohne Ursache haben sie mir heimlich ihr Netz gestellt, ohne allen Grund meiner Seele eine Grube gegraben. 8 So soll ihn unversehens Verderben ereilen ; und das Netz, das er heimlich gestellt hat, soll ihn selber fangen, sodass er ins Verderben stürzt.

    9 Aber meine Seele soll sich freuen am Herrn und frohlocken über seine Rettung!

    10 Alle meine Gebeine sollen sagen : Herr , wer ist dir gleich, der du den Elenden errettest von dem, der stärker ist als er, ja, den Elenden und Armen von dem, der ihn beraubt!

    11 Es treten ungerechte Zeugen auf; sie stellen mich zur Rede über Dinge, von denen ich nichts weiß. 12 Sie vergelten mir Gutes mit Bösem; verwaist ist meine Seele.

    13 Ich aber legte das Trauergewand an, als sie krank waren; ich beugte meine Seele mit Fasten und betete gesenkten Hauptes für sie; 14 ich ging einher, als wäre es mein Freund, mein Bruder, und lief trauernd gebeugt, wie einer, der um seine Mutter Leid trägt.

    15 Dennoch freuen sie sich, wenn ich wanke, und rotten sich zusammen; Lästermäuler sammeln sich gegen mich, ich weiß nicht warum; sie lästern ohne Aufhören.

    16 Mit gottlosen Schmarotzern fletschen sie die Zähne über mich.

    17 O Herr, wie lange willst du zusehen? Befreie meine Seele von ihrem Gebrüll, meine einsame von den Löwen !

    18 Ich will dir danken in der großen Gemeinde, unter zahlreichem Volk will ich dich rühmen.

    19 Es sollen sich nicht über mich freuen, die mir ohne Ursache feind sind; es sollen nicht mit den Augen zwinkern, die mich ohne Grund hassen ; 20 denn sie reden nicht, was zum Frieden dient, sondern ersinnen Verleumdungen gegen die Stillen im Land. 21 Sie sperren ihr Maul weit auf über mich und rufen: » Haha , haha! Nun sieht es unser Auge!«

    22 Du hast es gesehen , o Herr ; schweige nicht! Herr, sei nicht fern von mir!

    23 Erhebe dich und erwache, um mir Recht zu schaffen, für meine Sache, mein Gott und mein Herr! 24 Schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, Herr , mein Gott, dass sie sich nicht freuen dürfen über mich, 25 dass sie nicht sagen können in ihren Herzen: »Haha, so haben wir’s gewollt!« Lass sie nicht sagen: »Wir haben ihn verschlungen!«

    26 Es sollen alle zuschanden werden und sich schämen, die sich über mein Unglück freuen; in Scham und Schande sollen sich kleiden, die gegen mich großtun.

    27 Aber jauchzen und fröhlich sein sollen alle, die meine Rechtfertigung wünschen; sie sollen allezeit sagen: Der Herr sei hochgelobt, der das Heil seines Knechtes will !

    28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit , von deinem Lob allezeit!

    Und wieder haben wir hier jede Menge Gründe, mit anderen über unseren wundervollen Gott zu reden und was dieser alles für uns getan hat.

    Die Gute Botschaft ist, das er jedem seine Hilfe und seinen Beistand zusagt, der sich als SEIN Freund erweist. Denn ER – unser großer Gott – ist nicht undankbar, wie hier diejenigen, „die Gutes mit Bösem vergelten“. Unser Gott vergißt uns niemals und auch nicht das Gute, das wir in seinem Namen getan haben (Hebräer 6:10).

    Auch wenn er manchmal die Dinge zulassen muss, so lässt er uns niemals gänzlich im Stich (5. Mose 31:6; 2. Korinther 4:8-9).

    Zudem können wir so auch zeigen, warum wir eigentlich den wahren Gott anbeten. Hat vielleicht der Widersacher Gottes Recht mit seiner Anklage, dass wir Jehova nur dienen, weil er uns segnet und schützt? Welche Antwort geben wir in dieser Hinsicht?

    weitere Gedanken finden wir hier:

  161. Juleam 28. Mai 2013 um 13:44 Link zum Kommentar

    Psalm 36 – bald wird es nichts Böses mehr geben, wie gut!

    1 Dem Vorsänger. Von David, dem Knecht des Herrn.

    2 Ein Urteil über die Abtrünnigkeit des Gottlosen [kommt] aus der Tiefe meines Herzens: Die Gottesfurcht gilt nichts vor seinen Augen! 3 Denn es schmeichelt ihm in seinen Augen, seine Missetat zu vollbringen, zu hassen.

    4 Die Worte seines Mundes sind Lug und Trug; er hat aufgehört, verständig zu sein und Gutes zu tun. 5 Auf seinem Lager brütet er Bosheit aus, er stellt sich auf einen Weg , der nicht gut ist; das Böse verabscheut er nicht.

    6 Herr , deine Gnade reicht bis zum Himmel, deine Treue bis zu den Wolken! 7 Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, deine Gerichte sind wie die große Flut; du, o Herr , rettest Menschen und Tiere.

    8 Wie köstlich ist deine Gnade , o Gott, dass Menschenkinder Zuflucht finden unter dem Schatten deiner Flügel! 9 Sie laben sich an den reichen Gütern deines Hauses, mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie.

    10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht. 11 Erweise deine Gnade auch weiterhin denen, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit denen, die aufrichtigen Herzens sind!

    12 Lass den Fuß der Hochmütigen mich nicht erreichen, und die Hand der Gottlosen mich nicht vertreiben!

    13 Dort sind die Übeltäter gefallen; sie wurden niedergestoßen und konnten nicht mehr aufstehen.

    einige Gedanken der Vorjahre hierzu finden wir hier:

  162. Juleam 28. Mai 2013 um 13:55 Link zum Kommentar

    Psalm 37 – 39

    Psalm 37 – Worin besteht der Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen?

    1 Von David.

    Erzürne dich nicht über die Bösen, und ereifere dich nicht über die Übeltäter! 2 Denn sie werden schnell verdorren wie das Gras und verwelken wie das grüne Kraut.

    3 Vertraue auf den Herrn und tue Gutes, wohne im Land und übe Treue; 4 und habe deine Lust am Herrn , so wird er dir geben , was dein Herz begehrt!

    5 Befiehl dem Herrn deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen. 6 Ja, er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den hellen Mittag.

    7 Halte still dem Herrn und warte auf ihn!

    Erzürne dich nicht über den, dessen Weg gelingt, Über den Mann, der Arglist übt. 8 Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; erzürne dich nicht! Es entsteht nur Böses daraus.

    9 Denn die Übeltäter werden ausgerottet ; die aber auf den Herrn harren, werden das Land erben . 10 Nur noch eine kurze Zeit, so wird der Gottlose nicht mehr sein, und wenn du dich nach seiner Wohnung erkundigst, ist er nicht mehr da.

    11 Aber die Sanftmütigen werden das Land erben und sich großen Friedens erfreuen.

    12 Der Gottlose heckt Pläne aus gegen den Gerechten und knirscht gegen ihn mit den Zähnen; 13 aber der Herr lacht über ihn; denn er sieht , dass sein Tag kommt.

    14 Die Gottlosen haben das Schwert gezückt und ihren Bogen gespannt, um den Elenden und Armen zu fällen und die umzubringen, die aufrichtig wandeln. 15 Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihre Bogen werden zerbrechen !

    16 Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser.

    17 Denn die Arme der Gottlosen werden zerbrochen , aber die Gerechten stützt der Herr .

    18 Der Herr kennt die Tage der Rechtschaffenen, und ihr Erbe wird ewiglich bestehen. 19 Sie sollen nicht zuschanden werden zur bösen Zeit, sondern genug haben auch in den Tagen der Hungersnot.

    20 Aber die Gottlosen werden umkommen, und die Feinde des Herrn sind wie die Pracht der Auen; sie vergehen, im Rauch vergehen sie.

    21 Der Gottlose borgt und zahlt nicht zurück; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt. 22 Denn die von Ihm Gesegneten werden das Land erben, aber die von Ihm Verfluchten sollen ausgerottet werden.

    23 Vom Herrn werden die Schritte des Mannes bestätigt, wenn Ihm sein Weg gefällt. 24 Fällt er, so wird er nicht hingestreckt liegen bleiben; denn der Herr stützt seine Hand.

    25 Ich bin jung gewesen und alt geworden, doch habe ich nie den Gerechten verlassen gesehen, oder seinen Samen um Brot betteln. 26 Er ist allezeit barmherzig und leiht gern, und sein Same wird zum Segen.

    27 Weiche vom Bösen und tue Gutes, so wirst du ewiglich bleiben!

    28 Denn der Herr hat das Recht lieb und verlässt seine Getreuen nicht; sie werden ewiglich bewahrt , aber der Same der Gottlosen wird ausgerottet.

    29 Die Gerechten werden das Land erben und für immer darin wohnen.

    30 Der Mund des Gerechten verkündet Weisheit, und seine Zunge redet Recht. 31 Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen , und seine Schritte wanken nicht.

    32 Der Gottlose lauert auf den Gerechten und sucht ihn zu töten. 33 Aber der Herr wird ihn nicht seiner Hand überlassen und ihn nicht verurteilen , wenn er gerichtet wird.

    34 Harre auf den Herrn und bewahre seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du das Land erbst . Wenn die Gottlosen ausgerottet werden, wirst du es sehen!

    35 Ich sah einen Gottlosen, der war gewalttätig und breitete sich aus wie ein grünender, tiefwurzelnder Baum . 36 Aber als man wieder vorbeiging, da war er nicht mehr; ich suchte ihn, doch er war nicht mehr zu finden.

    37 Achte auf den Unschuldigen und sieh auf den Aufrichtigen; denn für den Mann des Friedens gibt es eine Zukunft!

    38 Die Übertreter jedoch werden allesamt vertilgt, und die Zukunft der Gottlosen wird abgeschnitten.

    39 Die Rettung der Gerechten kommt von dem Herrn ; er ist ihre Zuflucht zur Zeit der Drangsal. 40 Der Herr wird ihnen beistehen und sie erretten, er wird sie erretten von den Gottlosen und ihnen helfen; denn sie bergen sich bei ihm.

    Worin besteht der Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen? Warum hilft er dem Gerechten auf, wenn dieser fällt – aber der Gottlose ist verurteilt? Widerspricht dies nicht dem Gedanken „der unverdienten Güte“?

    Hier geht es um Güte, Gnade und Barmherzigkeit für diejenigen, die aus einer Schwäche heraus falsche Dinge tun. Sie bereuen ihr falsches Handeln und wollen den Fehler gern wieder gut machen. Dafür ist Jesus gestorben, damit diese sich trotzdem Gott nahen dürfen und ER ihnen die Hand entgegenstrecken kann.

    Aber was ist mit dem Gottlosen? Hat dieser überhaupt keine Chance?

    Jeder, der sein falsches Tun aufrichtig bereut und im Glauben an Jesu Loskaufsopfer Jehova um Verzeihung bittet, darf auf die unverdiente Güte Gottes zählen.

    Mit dem Gottlosen sind die Personen gemeint, die sich nicht darum scheren, was Jehova denkt und fühlt. Sie bereuen ihre Taten nicht, sondern finden sich auch noch cool dabei.

    Aber Reue ist die Vorraussetzung für Vergebung!

    Wer nicht bereut, darf auch Jesu Loskaufsopfer nicht für sein schändliches Treiben missbrauchen.

    Merke:

    Grundlage für die unverdiente Güte Gottes ist ein aufrichtiges Herz. Wir müssen IHM gefallen wollen, dann kann er auch großzügig über unsere Fehler hinwegsehen. Wenn wir uns wirklich bemühen, das Richtige zu tun, dann wird ER uns nicht verurteilen, egal, was wir auch getan haben – wenn wir es bereuen.

    „Unverdient“ ist die Güte deshalb, weil niemand von uns Fehlerfrei ist und weil wir uns diese Güte nicht mit Werken verdienen können, wenn wir ansonsten Jehova mit unserem Lebenswandel verachten.

    Vielleicht ist es hier auch ganz hilfreich, wenn wir uns noch einmal mit den Briefen an die 7 Versammlungen befassen, die Jesus Johannes in der Offenbarung gibt. Lassen wir sie auf uns wirken und überlegen wir dabei, wo wir selbst stehen, wie Jesus und Jehova uns sehen mögen und wie das alles uns betrifft und was wir verbessern können.

    Denken wir daran, dass unser Gott uns „ein Freundschaftsangebot macht“. Nehmen wir es an und zeigen durch unseren Lebenswandel, dass wir es zu schätzen wissen!

    weitere Gedanken finden wir hier:

  163. Juleam 28. Mai 2013 um 13:59 Link zum Kommentar

    Psalm 38 – warum es besser ist, zu den Dingen zu stehen, die wir getan haben

    1 Ein Psalm Davids. Zum Gedenken.

    2 Herr , strafe mich nicht in deinem Zorn, züchtige mich nicht in deinem Grimm!

    3 Denn deine Pfeile haben mich getroffen, und deine Hand liegt schwer auf mir. 4 Es ist nichts Unversehrtes an meinem Fleisch vor deinem Zorn, nichts Heiles an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde.

    5 Denn meine Verschuldungen gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie, zu schwer für mich.

    6 Meine Wunden stinken und eitern um meiner Torheit willen. 7 Ich bin tief gebeugt und niedergedrückt; ich gehe trauernd einher den ganzen Tag; 8 denn meine Lenden sind voll Brand, und es ist nichts Unversehrtes an meinem Fleisch.

    9 Ich bin ganz kraftlos und zermalmt; ich schreie vor Unruhe meines Herzens.

    10 O Herr, all mein Verlangen ist vor dir offenbar, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen! 11 Mein Herz pocht heftig, meine Kraft hat mich verlassen, und selbst das Licht meiner Augen ist mir geschwunden.

    12 Meine Lieben und Freunde stehen abseits wegen meiner Plage, und meine Nächsten halten sich fern.

    13 Die mir nach dem Leben trachten , legen mir Schlingen, und die mein Unglück suchen, besprechen meinen Untergang; sie ersinnen Lügen den ganzen Tag.

    14 Ich aber bin wie ein Tauber und höre nichts, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. 15 Ja, ich bin wie einer, der nichts hört, und in dessen Mund kein Widerspruch ist.

    16 Denn auf dich, Herr , harre ich; du wirst antworten , o Herr, mein Gott!

    17 Denn ich sagte: Dass sie nur nicht über mich frohlocken, nicht großtun gegen mich, wenn mein Fuß wankt!

    18 Denn ich bin nahe daran zu fallen , und mein Schmerz ist stets vor mir. 19 Denn ich bekenne meine Schuld und bin bekümmert wegen meiner Sünde.

    20 Meine Feinde aber gedeihen und sind mächtig, und zahlreich sind, die mich unter falschem Vorwand hassen. 21 Die mir Gutes mit Bösem vergelten sind meine Widersacher , weil ich dem Guten nachjage.

    22 Verlass mich nicht, o Herr ! Mein Gott, sei nicht fern von mir! 23 Eile zu meiner Hilfe, o Herr, mein Heil!

    einige Gedanken aus den Vorjahren dazu finden wir hier:

  164. Juleam 28. Mai 2013 um 14:04 Link zum Kommentar

    Psalm 39 – warum es so wichtig ist, besonders dann gut von unserem Gott zu reden, wenn wir schwer bedrückt sind

    1 Dem Vorsänger, dem Jeduthun. Ein Psalm Davids.

    2 Ich habe gesagt: Ich will auf meine Wege achten , dass ich nicht sündige mit meiner Zunge ; ich will meinen Mund im Zaum halten, solange der Gottlose vor mir ist.

    3 Ich war gänzlich verstummt , schwieg auch vom Guten, aber mein Schmerz fraß in mir. 4 Mein Herz entbrannte in mir, durch mein Nachsinnen wurde ein Feuer entzündet, da redete ich mit meiner Zunge:

    5 Lass mich mein Ende wissen, o Herr , und was das Maß meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin! 6 Siehe, nur Handbreiten lang hast du meine Tage gemacht, und die Dauer meines Lebens ist wie nichts vor dir. Wahrlich, jeder Mensch, wie fest er auch steht, ist nur ein Hauch !

    (Sela.)

    7 Ja, als Schattenbild geht der Mensch einher; nur um Nichtigkeit machen sie so viel Lärm! Er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird.

    8 Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Meine Hoffnung gilt dir allein! 9 Errette mich von allen meinen Übertretungen, mache mich nicht dem Narren zum Gespött !

    10 Ich schweige und tue meinen Mund nicht auf; denn du hast es getan.

    11 Nimm deine Plage von mir, denn ich vergehe wegen der Schläge deiner Hand! 12 Wenn du jemand züchtigst mit Strafen um der Sünde willen, so lässt du seine Schönheit vergehen wie die Motte – jeder Mensch ist nur ein Hauch !

    (Sela.)

    13 Herr , höre mein Gebet und vernimm mein Schreien! Schweige nicht zu meinen Tränen ; denn ich bin ein Fremdling bei dir, ein Gast wie alle meine Väter.

    14 Blicke weg von mir, damit ich wieder froh werde, bevor ich dahinfahre und nicht mehr bin!

    Hier zeigt uns der Psalmist, wie wichtig es ist, unsere Zunge besonders dann im Zaum zu halten, wenn wir schwer bedrückt sind.

    Denn wir leicht würde uns ein häßliches Wort herausrutschen, wenn uns unsere Peiniger verlachen und verhöhnen. Aber Jesus sagte, wir sollten unsere Feinde lieben und zu seiner Nachfolge gehört es auch, dass wir nicht Böses mit Bösem vergelten (Römer 12:17).

    Daher ist es gut, in so einer Situation Jehova darum zu bitten, dass er uns hilft, unsere Zunge im Zaum zu halten.

    Außerdem besteht die Gefahr, dass wir mit unserem Gott rummeckern. Wir kennen das ja: wenn wir aufgebracht sind, sagen wir Dinge, die dem anderen weh tun und die wir eigentlich nicht so meinen. Da wir zu unserem Gott eine persönliche Beziehung haben und ihn als unseren Freund betrachten, könnten uns auch IHM gegenüber böse Worte herausrutschen.

    Also noch ein Grund, ihn darum zu bitten, uns zu helfen, unsere Worte unter Kontrolle zu haben.

    Am besten ist immer die Flucht nach vorn. Reden wir Gutes. Loben wir unseren Gott.

    Wir haben einige Verse zuvor gelesen: „wer auch unter Tränen auszieht, mit Jubelruf wird er ernten“.

    Wenn wir in so einer Situation unseren Gott loben und preisen, dann tun wir genau das Gegenteil von dem, was der Satan erwartet. Denn er sagte zu Jehova, dass wir IHM dann „sogar ins Angesicht fluchen“ würden (Hiob 1:11 und 2:11).

    Wie sehr wird es den Widersacher ärgern, wenn wir nun genau das Gegenteil tun! Und wir sehr wird sich Jehova darüber freuen.

    Und auch wir profitieren davon, denn wenn wir uns mit positiven Gedanken – mit unserer Hoffnung die wir haben und mit all dem Guten, das Jehova bereits für uns getan hat – beschäftigen, dann werden wir unsere Gedanken und Gefühle positiv beeinflussen und „unter Jubelruf heimkehren“.

    Außerdem beweisen wir so unseren echten Glauben: denn es ist kein Kunststück, Gott zu preisen, wenn es uns gut geht – wohl aber unter schwierigen Umständen. Dies zeigt dann, welche große Kraft hinter dem heiligen Geist steckt und dies wird das Interesse von Außenstehenden wecken und uns helfen, über unseren Gott und seine Gute Botschaft mit ihnen zu reden.

    Also bitten wir unseren Gott immer wieder, dass wir unsere Zunge richtig gebrauchen. Ganz besonders dann, wenn wir stark bedrückt werden!

    weitere Gedanken finden wir hier:

  165. Juleam 4. Juni 2013 um 11:01 Link zum Kommentar

    Psalm 40 – 42

    Psalm 40 – was machen wir mit unserer Gabe der Sprache?

    1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.

    2 Beharrlich habe ich auf den Herrn geharrt , da neigte er sich zu mir und erhörte mein Schreien.

    3 Er zog mich aus der Grube des Verderbens, aus dem schmutzigen Schlamm , und stellte meine Füße auf einen Fels ; er machte meine Schritte fest 4 und gab mir ein neues Lied in meinen Mund, ein Lob für unseren Gott.

    Das werden viele sehen und sich fürchten und werden auf den Herrn vertrauen.

    5 Wohl dem, der sein Vertrauen auf den Herrn setzt und sich nicht zu den Aufgeblasenen wendet und zu den abtrünnigen Lügnern.

    6 Herr , mein Gott, [wie] zahlreich sind die Wunder , die du getan hast, und deine Pläne, die du für uns gemacht hast; dir ist nichts gleich ! Wollte ich sie verkündigen und davon reden – es sind zu viele , um sie aufzuzählen.

    7 Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; Ohren aber hast du mir bereitet; Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt.

    8 Da sprach ich: Siehe, ich komme, in der Buchrolle steht von mir geschrieben; 9 deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen.

    10 Ich habe Gerechtigkeit als frohe Botschaft verkündigt in der großen Gemeinde ; siehe, ich will meine Lippen nicht verschließen, Herr , das weißt du! 11 Deine Gerechtigkeit verbarg ich nicht in meinem Herzen, ich redete von deiner Wahrheit und von deinem Heil; deine Gnade und Wahrheit verschwieg ich nicht vor der großen Gemeinde.

    12 Du, Herr , wollest dein Herz nicht vor mir verschließen ; lass deine Gnade und deine Wahrheit mich allezeit behüten!

    13 Denn Übel ohne Zahl haben mich umringt, meine Verschuldungen haben mich ergriffen; ich kann sie nicht überschauen; sie sind zahlreicher als die Haare meines Hauptes, und mein Mut hat mich verlassen.

    14 Herr , lass es dir gefallen, mich zu retten; Herr , eile mir zu Hilfe!

    15 Es sollen sich alle schämen und schamrot werden, die mir nach dem Leben trachten, um es wegzuraffen; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mein Unglück suchen! 16 Erstarren sollen wegen ihrer eigenen Schmach, die zu mir sagen: »Haha, haha«!

    17 Es sollen fröhlich sein und sich freuen in dir alle, die dich suchen ; die dein Heil lieben, sollen allezeit sagen: »Der Herr ist groß!«

    18 Bin ich auch elend und arm – für mich sorgt der Herr. Du bist meine Hilfe und mein Retter ; mein Gott, säume nicht!

    Wieder der Gedanke: nutzen wir die Gabe der Sprache richtig. Loben wir unseren Gott und erzählen wir anderen davon!

    Hier finden wir einige Gedanken aus den Vorjahren zu diesem Psalm:

  166. Juleam 4. Juni 2013 um 11:04 Link zum Kommentar

    Psalm 41 – alles nur Paranoia?

    1 Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.

    2 Wohl dem , der sich des Armen annimmt; der Herr wird ihn erretten zur bösen Zeit.

    3 Der Herr wird ihn bewahren und am Leben erhalten, er wird glücklich gepriesen im Land; ja, du wirst ihn nicht der Gier seiner Feinde ausliefern! 4 Der Herr wird ihn erquicken auf seinem Krankenlager; du machst, dass es ihm besser geht, wenn er krank ist.

    5 Ich sprach: Herr , sei mir gnädig! Heile meine Seele, denn ich habe gegen dich gesündigt!

    6 Meine Feinde wünschen mir Unglück: »Wann wird er sterben, dass sein Name untergeht?« 7 Und wenn einer kommt, um mich zu besuchen, so redet er Lügen ; sein Herz sammelt sich Bosheit , er geht hinaus und spricht davon.

    8 Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich; sie haben mir Böses zugedacht: 9 »Ein Belialsspruch haftet ihm an; wenn er daliegt, steht er nicht wieder auf!« 10 Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse gegen mich erhoben.

    11 Du aber, Herr , sei mir gnädig und richte mich auf, so will ich es ihnen vergelten .12 Daran erkenne ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind nicht über mich triumphieren darf.

    13 Mich aber hast du in meiner Lauterkeit erhalten und lässt mich vor deinem Angesicht stehen auf ewig.

    14 Gelobt sei der Herr , der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, ja, Amen!

    Was für furchtbare und demütigende Zustände. Haben wir uns jemals so gefühlt?

    Außenstehende würden wohl denken, dass wir unter Verfolgungswahn leiden. Aber es ist real, auch wenn es noch so unwahrscheinlich klingt: Wieso sollten sie uns von allen Seiten verfolgen? Nehmen wir uns hier nicht viel zu wichtig?

    Aus der Geschichte Hiobs und Davids wissen wir, dass dies keine Paranoia ist. Sie wurden wirklich von „ihren Freunden“ an die Wand gedrückt – obwohl beides aufrichtige Menschen waren, niemanden etwas getan hatten und ganz fest zu ihrem Gott Jehova hielten.

    In dem ergänzenden Stoff taucht hier immer wieder der Name Ahitophel auf. Er war aber nicht nur der vertraute Ratgeber von David gewesen, der irgendwann die Seiten wechselte, sondern die beiden waren auch verwandt: im Einsichtenbuch wird gesagt, dass er wahrscheinlich der Großvater von Bathseba war – der Frau, die David so inniglich liebte.

    Nicht umsonst sagt David an anderer Stelle in den Psalmen: „auch wenn dein eigener Vater und deine Mutter dich verließen, so würdest du, o Gott, mich aufnehmen“, er hat dieses Glück verspürt.

    Weitere Gedanken zu diesem Psalm finden wir hier:

    weiter geht es mit dem zweiten Buch der Psalmen

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