Galater

Der Brief des Apostel Paulus an die Galater
das alte Galatien

hier die mp3-Aufnahmen und hier alle Gedanken, Kommentare und ergänzenden Stoff zu den einzelnen Kapiteln

sowie weiteren ergänzenden Stoff

Thomas 17. November 2009 31 Kommentare Trackback URI Comments RSS

31 Kommentare zu “Galater”

  1. Juleam 17. November 2009 um 10:38 Link zum Kommentar

    Galater 2:3-5

    Trotzdem wurde nicht einmal Titus, der bei mir war, genötigt, sich beschneiden zu lassen, obwohl er ein Grieche war. 4 Doch wegen der falschen Brüder, die unauffällig hereingebracht wurden und sich einschlichen, um unsere Freiheit, die wir in Gemeinschaft mit Christus Jesus haben, zu belauern, damit sie uns vollständig versklaven könnten — 5 diesen gaben wir nicht nach durch Unterwerfung, nein, nicht für eine Stunde, damit euch die Wahrheit der guten Botschaft erhalten bliebe.

    interessante Formulierung, was das für Menschen sind, die Freude daran haben, Unruhe und Mißtrauen unter Brüdern zu stiften!

  2. Juleam 17. November 2009 um 10:42 Link zum Kommentar

    Galater 2:11-14

    Als Kephas jedoch nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, weil er verurteilt dastand. 12 Denn bevor einige von Jakobus gekommen waren, aß er gewöhnlich mit Leuten von den Nationen; aber als sie eintrafen, schickte er sich an, sich zurückzuziehen und sich abzusondern aus Furcht vor denen aus der Gruppe der Beschnittenen. 13 Auch die übrigen Juden schlossen sich ihm in seiner Verstellung an, so daß sogar Barnabas durch ihre Verstellung mitgerissen wurde. 14 Als ich aber sah, daß sie nicht den geraden Weg gemäß der Wahrheit der guten Botschaft wandelten, sagte ich vor ihnen allen zu Kephas: „Wenn du, obwohl du ein Jude bist, so lebst wie die Nationen und nicht wie Juden, wie kommt es, daß du Leute von den Nationen nötigst, gemäß jüdischem Brauch zu leben?“

    Paulus, der erst sehr viel später zum Glauben kam, wagt es, Petrus, der viele Jahre mit Jesus zusammen war, zu kritisieren? Musste er sich ihm nicht respektvoll unterordnen?

    Sprechen wir Mißstände mutig an, oder lassen wir uns von der Stellung des Missetäters beeindrucken?

    Ist es uns wichtig, dass sich die Versammlung rein erhält – oder denken wir „das geht mich nichts an“?

    Denken wir wie Paulus an die Interssierten, die gerade erste zaghafte Schritte auf dem Weg der Wahrheit versuchen, dass sie nicht durch so etwas zum Straucheln gebracht werden?

  3. Juleam 17. November 2009 um 10:29 Link zum Kommentar

    Galater 1 -3

    Galater 1:6-9

    Ich wundere mich, daß ihr euch so schnell abbringen laßt von dem, der euch durch Christi unverdiente Güte berufen hat, zu einer andersartigen guten Botschaft. 7 Doch gibt es keine andere; nur sind da gewisse Leute, die euch Unruhe bereiten und die gute Botschaft über den Christus verdrehen wollen. 8 Aber selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als gute Botschaft verkündigen sollte außer dem, was wir euch als gute Botschaft verkündigt haben, er sei verflucht. 9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündigt außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht.

    wie gut kennen wir Gottes Wort?

    Könnten solche Personen auch uns verunsichern?

    Warum uns nicht noch mehr mit Gottes Wort beschäftigen, damit wir eine solche falsche Lehre als das entlarven können, was sie ist?

  4. Juleam 18. November 2009 um 10:44 Link zum Kommentar

    Galater 4 – 6

    Galater 5:13-21

    Ihr seid natürlich zur Freiheit berufen worden, Brüder; nur benutzt diese Freiheit nicht als einen Anlaß für das Fleisch, sondern durch Liebe dient einander wie Sklaven. 14 Denn das ganze GESETZ ist in e i n e m Ausspruch erfüllt, nämlich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ 15 Wenn ihr jedoch einander fortgesetzt beißt und verschlingt, so seht euch vor, daß ihr nicht voneinander vertilgt werdet.

    16 Ich sage aber: Wandelt beständig durch [den] Geist, und ihr werdet [die] Begierde des Fleisches überhaupt nicht vollbringen. 17 Denn das Fleisch ist in seiner Begierde gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, so daß ihr gerade die Dinge, die ihr tun möchtet, nicht tut. 18 Überdies, wenn ihr vom Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter Gesetz.

    19 Nun sind die Werke des Fleisches offenbar, und sie sind: Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel, 20 Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, Spaltungen, Sekten, 21 Neidereien, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen Dinge. Vor diesen Dingen warne ich euch im voraus, so wie ich euch im voraus gewarnt habe, daß die, die solche Dinge treiben, Gottes Königreich nicht erben werden.

    wessen Geistes Kind sind die, die solche Dinge tun?

  5. Juleam 18. November 2009 um 10:49 Link zum Kommentar

    Galater 5:22-24

    Andererseits ist die Frucht des Geistes Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, 23 Milde, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. 24 Außerdem haben die, die Christus Jesus angehören, das Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden an den Pfahl gebracht.

    entsprechen wir dieser Beschreibung?

    Arbeiten wir täglich daran, diese Frucht des Geistes immer besser in unserem Leben hervorzubringen?

    Galater 5:25-26

    Wenn wir durch [den] Geist leben, laßt uns auch weiterhin durch [den] Geist ordentlich wandeln. 26 Laßt uns nicht ichsüchtig werden, indem wir miteinander wetteifern und einander beneiden

  6. Juleam 18. November 2009 um 11:04 Link zum Kommentar

    Galater 6:7-10

    Laßt euch nicht irreführen: Gott läßt sich nicht verspotten. Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten; 8 denn wer im Hinblick auf sein Fleisch sät, wird von seinem Fleisch Verderben ernten, wer aber im Hinblick auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten. 9 So laßt uns nicht nachlassen, das zu tun, was vortrefflich ist, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. 10 In der Tat, laßt uns denn, solange wir günstige Zeit dafür haben, gegenüber allen das Gute wirken, besonders aber gegenüber denen, die [uns] im Glauben verwandt sind.

    sind wir uns darüber im Klaren, dass Jehova sich nicht verspotten lässt?

    Handeln wir dem entsprechend?

  7. Juleam 18. November 2010 um 10:57 Link zum Kommentar

    Galater 4 – 6

    Galater 6:1

    Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst.

    hier hat man so schnell drüber weg gelesen!

    Manche scheinen sich ja sehr in der Rolle zu gefallen, nach Fehlern ihrer Mitbrüder Ausschau zu halten, damit sie diese wieder zurrecht bringen können. Wenn man sie darauf anspricht, dass so ein Verhalten nicht o.k. ist, führen sie oft diesen Text hier an.

    Aber haben sie auch gelesen, dass sie dabei auch auf sich selbst aufpassen sollen? Dass wir zuallererst die Verantwortung dafür haben, dass wir selbst die Maßstäbe Jehovas einhalten?

    Was hatte Jesus noch mal zu dem gesagt, der einen Balken vor seinem eigenen Auge hat, aber den Strohhalm aus dem Auge seines Bruders entfernen wollte?

    Lesen wir eigentlich die Bibel, um Jehova besser kennen zu lernen und den Zusammenhang zu verstehen – oder nur, um nach Texten zu suchen, die für uns praktisch sind?

    Galater 6:2-5

    Fahrt fort, einander die Bürden zu tragen, und so erfüllt das Gesetz des Christus. 3 Denn wenn jemand denkt, er sei etwas, wenn er nichts ist, so betrügt er seinen eigenen Sinn. 4 Doch jeder erprobe sein eigenes Werk, und dann wird er Grund zum Frohlocken im Hinblick auf sich allein und nicht im Vergleich mit einer anderen Person haben. 5 Denn jeder wird seine eigene Last tragen.

  8. Juleam 19. November 2011 um 21:00 Link zum Kommentar

    Galater 1 – 3

    Galater 1:4

    Er hat sein Leben für unsere Sünden hingegeben. Er hat uns davon befreit, so leben zu müssen, wie es in dieser vergänglichen, vom Bösen beherrschten Welt üblich ist. Damit erfüllte er den Willen Gottes, unseres Vaters

    Wie ist dies zu verstehen? Wieso mußten sie zuvor so leben, wie die Nationen?

    Waren sie denn nicht Juden, die bereits seit vielen tausend Jahren Jehova dienten? Waren nicht diejenigen, die dies nicht taten, freiwillig „zum eigenen Gespei zurück gekehrt“?

  9. Juleam 19. November 2011 um 21:01 Link zum Kommentar

    Galater 1:6-7

    Ich wundere mich sehr über euch. Gott hat euch doch in seiner Gnade das neue Leben durch Jesus Christus geschenkt, und ihr seid so schnell bereit, ihm wieder den Rücken zu kehren. Ihr meint, einen anderen Weg zur Rettung gefunden zu haben? 7 Doch es gibt keinen anderen! Es gibt nur gewisse Leute, die unter euch Verwirrung stiften, indem sie die Botschaft von Christus verfälschen

  10. Juleam 19. November 2011 um 21:04 Link zum Kommentar

    Galater 2:15-16

    zwar sind wir beide durch unsere Geburt Juden und stammen nicht aus einem anderen Volk, das Gott nicht kennt. 16 Trotzdem wissen wir inzwischen sehr genau, dass wir nicht durch Taten, wie das Gesetz sie von uns fordert, vor Gott bestehen können, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus. Wir sind doch deshalb Christen geworden, weil wir davon überzeugt sind, dass wir allein durch den Glauben an Christus von unserer Schuld freigesprochen werden; nicht aber, weil wir die Forderungen des Gesetzes erfüllen. Denn wie die Heilige Schrift sagt, findet kein Mensch durch gute Werke Gottes Anerkennung.«

    Ein Widerspruch zu „Glaube ohne Werke ist tot“ und „Abraham wurde durch seine Werke gerechtgesprochen“?

    Dies kann sicherlich nur ein scheinbarer Widerspruch sein. Aber: was hat Paulus damit gemeint?

    Vers 21

    Niemals werde ich dieses unverdiente Geschenk Gottes ablehnen. Könnte ich nämlich durch das Befolgen des Gesetzes von Gott angenommen werden, dann hätte Christus nicht zu sterben brauchen.

    wir sehen mal wieder, wie gefährlich es ist, wenn wir uns nur einzelne Verse aus der Bibel herauspicken – denn sie könnten uns n einem schwachen Moment dazu verleiten zu glauben, wir würden richtig handeln.

    Darum reicht es auch nicht aus, nur den Tagetext und vielleicht noch den dazu gehörenden Kommentar zu lesen. Wir müssen die Bibel als Ganzes lesen und wenn wir Dinge nicht verstehen, zuallererst den Kontext dazu lesen.

    Aber dazu ist Zeit nötig und Zeit ist in diesem System Mangelware. Kaufen wir unsere Zeit weise aus um unserem Gott immer näher zu kommen? Auf welche Dinge könnten wir zugunsten eines intensiven Bibellesens verzichten? Wo liegen unsere Prioritäten?

  11. Juleam 19. November 2011 um 21:09 Link zum Kommentar

    Galater 4 – 6

    Galater 4:9

    Nachdem ihr nun aber Gott kennt und liebt – genauer gesagt, nachdem Gott euch kennt und liebt -, wie ist es da möglich, dass ihr euch diesen armseligen und kümmerlichen Vorstellungen wieder zuwendet und sogar sklavisch danach lebt?

    Deshalb so interessant, weil ich den Text erst in einem Vortrag gehört habe. Dort wurde der Text aus der Neuen-Welt-Übersetzung gelesen und dort heißt es, dass wir „Gott erkannt haben“ und „Gott uns erkannt hat“.

    Diese Formulierung hier in der Hoffnung für Alle ist da schon verständlicher.

    Denn hier wird etwas sehr wichtiges heraus kristallisiert, was in der anderen Formulierung nicht so wirklich rüberkommt:

    Es reicht nicht, Gott kennen zu lernen oder ihn zu kennen – wir müssen ihn auch lieben. Nur dann gibt es ein Bild, das unserem Gott gefällt.

    Und: wem schenken wir unsere Liebe? Ist dies nicht ein Mensch mit anziehenden Eigenschaften?

    Ebenso reicht es nicht, dass Gott uns kennt – denn er kennt ja auch die Gottlosen. Wenn er uns lieben soll, dann müssen wir schon an unserer Persönlichkeit arbeiten. Wenn wir die Eigenschaften hervorbringen, die er an seinem Volk sehen will, dann erst kann er uns lieben.

    Wobei es hier nicht darum geht, dass wir vollkommen sind, sondern um unseren Herzenszustand, um unsere Motivation.

    Wenn wir die Bibel studieren und ihn kennenlernen wollen, weil das halt der Eintrittspreis für das Paradies ist – dann haben wir Gott nicht „erkannt“, da dazu noch die Liebe fehlt.

    Wenn aber die Liebe dazu kommt, dann tun wir seinen Willen von Herzen gern und dann verliert das Ticket, das wir dafür bekommen, an Bedeutung – im positiven Sinne. Es ist dann nicht mehr unser Hauptziel und unser Hauptzweck, sondern eine angenehme Begleiterscheinung.

    Ich persönlich bin der Ansicht, dass man nur dann mit Ausharren laufen kann. Denn ansonsten würden wir vielleicht unsere erste Liebe verlieren, wenn das Paradies noch auf sich warten lässt oder Probleme wie Verfolgung oder Krankheit und Tod auf uns zukommen.

  12. Juleam 19. November 2011 um 21:14 Link zum Kommentar

    Galater 4:15-21; 5:7-10, 16-21

    Wie glücklich und dankbar wart ihr doch damals! Und heute? Ich bin sicher, zu der Zeit hättet ihr sogar eure Augen für mich hergegeben. 16 Bin ich jetzt euer Feind geworden, weil ich euch die volle Wahrheit sage?

    17 Vielleicht liegt es an den Leuten, die euch zurzeit so umschmeicheln. Doch sie meinen es nicht ehrlich mit euch. Sie wollen nur erreichen, dass ihr euch von mir abwendet und ihnen nacheifert. 18 Nun habe ich gar nichts dagegen, wenn ihr andere zum Vorbild nehmt. Besser wäre es allerdings, ihr würdet mir nacheifern, und das nicht nur, wenn ich bei euch bin.

    19 Euretwegen, meine lieben Kinder, leide ich noch einmal alle Schmerzen und Ängste, wie sie eine Mutter bei der Geburt ihres Kindes auszustehen hat. Wenn man doch endlich an euch erkennen könnte, dass Christus euer Herr ist und euer Leben bestimmt! 20 Könnte ich doch nur bei euch sein und mit meinen Worten euer Herz erreichen! Ich weiß wirklich nicht, was ich noch mit euch machen soll

    7 Es hat so gut mit euch angefangen! Wer konnte euch nur so beeinflussen, dass ihr der Wahrheit nicht mehr folgen wollt? 8 Gott bestimmt nicht! Er hat euch ja auf diesen Weg des Glaubens geführt! 9 Wie ihr wisst, genügt schon ein wenig Sauerteig, um den ganzen Teig zu durchsäuern. 10 Aber ich verlasse mich auf den Herrn; und ich vertraue euch, dass ihr in dieser Frage mit mir übereinstimmen werdet. Wer euch aber im Glauben durcheinander bringt, wird seiner Strafe nicht entgehen, wer er auch sein mag.

    16 Darum rate ich euch: Lasst euer Leben von Gottes Geist bestimmen. Wenn er euch führt, werdet ihr allen selbstsüchtigen Wünschen widerstehen können. 17 Denn, selbstsüchtig wie wir sind, wollen wir immer das Gegenteil von dem, was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unsere Selbstsucht nicht. Beide kämpfen gegeneinander, so dass ihr das Gute, das ihr doch eigentlich wollt, nicht ungehindert tun könnt. 18 Wenn ihr aber aus der Kraft des Geistes lebt, seid ihr den Forderungen des Gesetzes nicht länger unterworfen.

    19 Gebt ihr dagegen euren selbstsüchtigen Wünschen nach, ist offensichtlich, wohin das führt: zu sexueller Zügellosigkeit, einem sittenlosen und ausschweifenden Leben, 20 zur Götzenanbetung und zu abergläubischem Vertrauen auf übersinnliche Kräfte. Feindseligkeit, Streitsucht, Eifersucht, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen bestimmen dann das Leben ebenso 21 wie Neid, Trunksucht, üppige Gelage und vieles andere. Ich habe es schon oft gesagt und warne euch hier noch einmal: Wer so lebt, wird niemals in Gottes neue Welt kommen

    … diese Worte sprechen ja wohl ganz allein für sich … (???)

  13. Juleam 19. November 2011 um 21:15 Link zum Kommentar

    Galater 4:23

    Der Sohn der Sklavin wurde geboren, weil Abraham endlich einen Sohn haben wollte,

    der Sohn der Freien dagegen, weil Gott ihn versprochen hatte.

    Ein Unterschied für Jehova – der sich dann auch darin zeigt, ob er es segnet oder nicht

  14. Juleam 19. November 2011 um 21:18 Link zum Kommentar

    Galater 6:3-5

    Wer sich einbildet, besser zu sein als die anderen, der betrügt sich selbst. 4 Darum soll jeder sich selbst genau prüfen. Dann wird er sich über seine guten Taten freuen können, aber keinen Grund zur Überheblichkeit haben. 5 Denn jeder ist für sein eigenes Tun vor Gott verantwortlich. Das ist schon schwer genug!

    Wo fängt hier Überheblichkeit oder Selbstgerechtigkeit an?

    Wer entscheidet, ob es ok ist, sich jetzt darüber zu freuen, dass man über so viele Jahre in unzähligen Prüfungen den Glauben bewahrt hat?

    Ist es überheblich, wenn wir uns darüber freuen, dass wir ein inniges Verhältnis zu unserem Gott haben – aber sehr betroffen sind, weil Personen, die uns nahe stehen, unserer Ansicht nach vom Glauben immer mehr abgleiten?

    Könnte man in so einem Fall sagen, wir bilden uns nur ein, besser zu sein als andere?

    Ist „sich Sorgen zu machen um einen anderen“ schon Selbstgerechtigkeit? Warum stehen dann diese Worte des Paulus in der Bibel?

    Wie passt dies alles dann mit dem ersten Vers dieses Kapitels zusammen?

  15. Juleam 19. November 2011 um 21:55 Link zum Kommentar

    Wt 15.08.2008

    Das Wort Jehovas ist lebendig

    Höhepunkte aus dem Brief an die Galater

    PAULUS hat gehört, dass einige Christen durch den Einfluss von Judaisten von der wahren Lehre abgewichen sind. Deshalb schreibt er einen eindringlichen Brief „an die Versammlungen von Galatien“ (Gal. 1:2). Der Brief wurde um 50 bis 52 u. Z. verfasst und enthält klaren Rat und ernste Ermahnungen.

    Ungefähr zehn Jahre später, während sich Paulus als „Gefangener Christi Jesu“ in Rom aufhält, schreibt er an die Versammlungen in Ephesus, Philippi und Kolossä jeweils einen Brief mit passendem Rat und liebevollen Ermunterungen (Eph. 3:1). Die Aussagen in den Briefen an die Galater, Epheser, Philipper und Kolosser können auch für uns heute von Nutzen sein (Heb. 4:12).

    „GERECHTGESPROCHEN“ — WIE?
    (Gal. 1:1—6:18)

    Da die Judaisten Paulus auf listige Weise unglaubwürdig machen wollen, nennt er verschiedene Einzelheiten aus seinem Leben, um sein Apostelamt zu verteidigen (Gal. 1:11—2:14). Er widerlegt ihre falschen Ansichten und betont, „dass ein Mensch nicht zufolge von Gesetzeswerken gerechtgesprochen wird, sondern nur durch Glauben gegenüber Christus Jesus“ (Gal. 2:16).

    Wie Paulus erläutert, hat Christus diejenigen, die „unter Gesetz“ waren, losgekauft und befreit, sodass sie sich über ihre Freiheit als Christen freuen können. Er ermahnt die Galater eindringlich: „Steht fest, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Sklaverei spannen“ (Gal. 4:4, 5; 5:1).

    Antworten auf biblische Fragen:

    3:16-18, 28, 29 — Ist der abrahamische Bund noch gültig?
    Ja. Der Gesetzesbund war kein Ersatz, sondern ein Zusatz zu dem Bund Gottes mit Abraham. Daher blieb der abrahamische Bund in Kraft, nachdem das Gesetz „aufgehoben“ worden war (Eph. 2:15). Die Verheißungen des abrahamischen Bundes sind auf den wahren Samen Abrahams übergegangen, nämlich in erster Linie auf Christus Jesus und dann auf alle, die ‘Christus angehören’.

    6:2 — Was versteht man unter dem „Gesetz des Christus“?
    Das Gesetz umfasst alles, was Jesus gelehrt und geboten hat. Dazu gehört vor allem das Gebot, ‘einander zu lieben’ (Joh. 13:34).

    6:8 — Wie säen wir „im Hinblick auf den Geist“?
    Es bedeutet, so zu leben, dass der heilige Geist ungehindert auf uns einwirken kann. Das schließt ein, uns mit ganzem Herzen an allen Aktivitäten zu beteiligen, bei denen der heilige Geist eine Rolle spielt.

    Lehren für uns:

    1:6-9. Wenn es in der Versammlung zu Problemen kommt, müssen Älteste unverzüglich tätig werden. Durch logische, biblische Argumente können sie falsche Vorstellungen schnell widerlegen.

    2:20. Das Lösegeld ist ein Geschenk, das Gott jedem Einzelnen von uns gemacht hat. Das sollten wir uns wirklich bewusst machen (Joh. 3:16).

    5:7-9. Schlechter Umgang kann uns daran ‘hindern, der Wahrheit weiterhin zu gehorchen’. Wenn wir klug sind, gehen wir solchen Personen aus dem Weg.

    6:1, 2, 5. „Geistig Befähigte“ können uns helfen, eine Bürde zu tragen, beispielsweise wenn wir aufgrund eines ungewollten Fehltritts etwas Belastendes oder Schweres durchzumachen haben. Die Last oder die Verantwortung, die das Christsein mit sich bringt, müssen wir jedoch selbst tragen.

  16. Juleam 21. November 2012 um 11:48 Link zum Kommentar

    Galater 1 – 3

    Galater 1 – Es gibt nur ein Evangelium

    6 Ich wundere mich, wie schnell ihr euch von dem abwendet, der euch zum Glauben gerufen hat ! Durch Christus hat er euch seine Gnade erwiesen , und ihr kehrt ihm den Rücken und wendet euch einem anderen Evangelium zu. 7 Dabei gibt es doch überhaupt kein anderes Evangelium! Es ist nur so, dass gewisse Leute euch in Verwirrung stürzen, weil sie versuchen, das Evangelium von Christus auf den Kopf zu stellen.

    8 Doch wer immer euch ein anderes Evangelium bringt – und wäre es einer von uns Aposteln oder sogar ein Engel vom Himmel -, wer immer euch eine Botschaft bringt, die dem Evangelium widerspricht, das wir euch verkündet haben, der sei verflucht! 9 Wir haben euch das bereits früher gesagt, und ich sage es hiermit noch einmal: Wenn euch jemand ein Evangelium verkündet, das im Widerspruch zu dem Evangelium steht, das ihr angenommen habt, sei er verflucht!

    10 Sagt selbst: Bin ich, wenn ich so rede, auf die Zustimmung der Menschen aus oder auf die Zustimmung Gottes? Geht es mir wirklich darum, Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefallen wollte, wäre ich nicht ein Diener Christi!

    Ein ganz wichtiger Aspekt für jeden aufrichtigen Anbeter des Schöpfers und Christen: wir müssen alles, was wir hören, im Licht der Bibel prüfen.

    Aus der Geschichte der Bibel wissen wir, dass immer wieder falsche Propheten aufgetreten sind und das Volk in die Irre geführt haben. Das Volk glaubte vielleicht, es würde Gott so anbeten, wie ER es wünscht, aber oftmals war dies nicht so. Weil sie auf diejenigen vertrauten, die von Gott dazu eingesetzt worden waren – zuerst die Priester, dann die Propheten und später die Schriftgelehrten und Pharisäer – entfernten sie sich immer mehr von ihrem Gott. Auch wenn Jehova dann später die Verantwortlichen zur Verantwortung dafür gezogen hat, so waren sie selbst nicht mehr in Gottes Liebe. Also eine gefährliche Sache!

    An anderer Stelle warnt Paulus die Christen davor, dass unter ihnen immer wieder „bedrückende Wölfe“ aufstehen und sie irreführen würden. Daher lobte er an anderer Stelle die Beröer dafür, dass sie das, was er selbst ihnen unter Gottes Geist ihnen sagte, „sorgfältig prüften, ob sich die Dinge so verhielten“. Und dies, obwohl er selbst von Jesus dazu berufen worden war und unter Inspiration mehrere Briefe geschrieben hat. Er war nicht beleidigt, dass diese ihm scheinbar nicht vertrauten – sondern er stellte sie anderen Christen als Vorbild hin!

    Um prüfen zu können, ob alles, was uns erzählt wird, auch mit Jehova und seinem Wort übereinstimmt, müssen wir selbst es gut kennen.

    Vielleicht denkst du ja, es reiche, wenn der, der dir was erzählt, Bibelzitate anführt. Aber dem ist nicht immer so, denn in den Psalmen steht auch „es gibt keinen Jehova“ und wenn wir den Kontext nicht kennen, entgeht uns, dass es zwar dort steht, aber dass es ein Ausspruch von einem „Unvernünftigen“ ist. Denken wir hierbei auch an das, was der Satan Jesus sagte, als er ihn nach 40 Tagen in der Wüste versuchte. All die Dinge, die der Widersacher anführte, stehen so in Gottes Wort. Jesus konnte ihm deshalb widerstehen, weil er mit Jehova und seinem Wort gut vertraut war. Er wußte, was Jehova wann, wo und zu wem in welchen Zusammenhang gesagt hatte. Daher kannte er nicht nur die Worte, die dort stehen, sondern auch den Sinn dahinter – das große Ganze!

    Auch wir müssen uns gut mit Gottes Wort und seinen Gedanken vertraut machen. Am Anfang studieren wir vielleicht das Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“, um mit den Grundlehren bertraut zu werden. Dort erfahren wir, was Jehova zum Thema Tod oder zur Ehe gesagt hat. Das ist als Grundgerüst ganz gut, aber wir müssen uns auch weiterntwickeln. Jesus sagte, wir sollten „fortgesetzt Erkenntnis in uns aufnehmen“, ein fortschreitender Prozess. Wenn wir einen anderen Menschen kennenlernen, dann erfahren wir ja am Anfang auch den Namen, vielleicht sogar, wo er wohnt, seine Telefonnummer, Email-Adresse usw. Später vielleicht, wie alt er ist, wo er herkommt, Beruf usw. Noch später die Hobbys und Vorlieben. Wir bleiben ja hier im Kennenlernprozeß auch nicht stehen – zumindest dann nicht, wenn wir echtes Interesse an der Person haben.

    Ich kenne meinen Mann jetzt 8 Jahre und trotzdem kenne ich ihn noch immer nicht ganz. Immer wieder gibt es Neues zu erfahren – ganz besonders den Hintergrund seines Lebens. Ich kenne ihn zwar sehr gut, weiss was er mag und wie er denkt und fühlt, aber oftmals bin ich überrascht, woher das Denken kommt, welche Erfahrungen er bereits in der Wahrheit und mit Jehova gemacht hat usw.

    Ich liebe ihn und empfinde und erlebe ihn als einen ausgespochen interessanten Menschen. Ich bin überzeugt davon, dass ich ihn auch noch nach 1000 Jahren Ehe interessant und spannend finden werde. Aber man lernt sich halt im Laufe der Jahre immer mehr und besser kennen – wenn man in wirklichem Kontakt bleibt.

    Es gibt Ehen, die schon viele Jahre bestehen – wo die Partner eigentlich nur noch nebeneinander leben. Der Partner ist uninteressant geworden und so stürzen sich viele gern in ein Abenteuer. Sie denken, ihr Partner sei langweilig und finden den Neuen so interessant, dass sie vielleicht sogar die Scheidung einreichen. Auch sie selbst sind vielleicht interessanter für den oder die Neue, als für den eigenen Partner. Woran liegt das? Liegt das wirklich daran, dass der Partner ein Langeweiler ist?

    Oder liegt es nicht viel mehr daran, dass man den Partner und die Beziehung aus den Augen verloren hat? Weil wir den Alltag mit unserem Partner als etwas Selbstverständliches nehmen? Nehmen wir uns die Zeit für ihn? Lassen wir ihn an unserem Leben teilhaben und nehmen wir an seinem teil? Kennen wir ihn wirklich? Ist eine Vertrautheit da?

    In der Ansprache zu den Zehn Geboten und der Ehe werden 3 Punkte angeführt, die für die Ehe wichtig sind: gute Kommunikation, gemeinsam Zeit miteinander verbringen und Nähe. Dies betrifft ebenso „unsere Beziehung“ zu und mit Gott!

    Wer eine gute, glückliche und harmonische Ehe führt, der weiss die innige Vertrautheit sicherlich zu schätzen. Oftmals ist es genau das, was der Ehebrecher später vermisst, wenn er schon fast alles kaputt gemacht hat. Er sieht seinen Fehler ein und will den betrogenen Partner zurück. Auf einmal weiss er zu schätzen, was er hatte und er will alles tun, damit der andere ihn wieder lieb hat. Also umwirbt er ihn wieder, kauft der Frau Blumen, er geht vielleicht sohar mit ihr ins Theater und sie mit ihm auf den Fussballplatz. Aber was sie wirklich brauchen, sind tiefe Gespräche. Viele sind erstaunt, dass sie nun ihren Partner erst so richtig kennenlernen und wie interessant er doch ist.

    Paare, die sich nach der Bibel ausrichten, bemühen sich, ständig mit ihrem Partner im Gespräch zu bleiben. Es ist ein gutes Gefühl, wenn wir offen und ehrlich miteinander reden können, nicht das Gefühl haben, in der Achtung des anderen zu sinken, weil wir vielleicht etwas Dummes gesagt oder getan zu haben. Es fühlt sich gut an, dem Partner vertrauen zu können und zu wissen, wie er denkt und fühlt. Wie würden wir zum Beispiel reagieren, wenn uns jemand erzählen würde, dass unser Partner stehlen würde? Würden wir es glauben, einfach, weil jemand jetzt diese Behauptung aufstellt? Auch dann, wenn wir ihn all die Jahre als einen offenen, ehrlichen und zuverlässigen Menschen erlebt haben?

    Die Behauptung, die hier aufgestellt wird, entspricht dem Zitat oder der Lehrmeinung, die jemand an uns heranträgt. Das Wissen um die Integrität unseres Partners entspricht dem Hintergrundwissen um die Zusammenhänge, wie Jehova denkt. Wir haben an anderer Stelle bereits darüber gesprochen.

    Nehmen wir als Beispiel die Aussage im Hohelied: „wahre Liebe ist stärker als der Tod“.

    Stellen wir uns vor, wir wären unglücklich verheiratet und in dieser Situation läuft uns der Traummann (oder die Traumfrau) über den Weg.

    Er ist so einfühlsam und Gegensatz zu meinem Mann nimmt er mich wichtig. Er hört mir stundenlang zu, ist daran interessiert, wie ich denke und fühle, macht mir Komplimente und kleine Geschenke. Aber ich bin verheiratet. Aber was solls, ich bin nicht glücklich und Jehova ist ja der „glückliche Gott“ und er will, dass ich glücklich bin. Das geht aber mit meinem Mann nicht, denn der ist lieblos und sorgt nicht für mich und die Kinder, sein Verdienst ist viel zu gering, als dass wir uns kaufen könnten, was wir „brauchen“. Dieser andere ist toll und verdient auch viel mehr. Mit ihm würden ich und die Kinder es viel besser haben. Mein Mann ist ja auch ein schlechter Vater, er nimmt sich kaum Zeit für die Kinder (vielleicht, weil er so viel arbeiten muss, damit genügend Geld für alle „Bedürfnisse“ da ist). Dass dieser andere Mann aufgetaucht ist, empfinden wir als die Antwort Gottes auf unsere Gebete. Er ist genau zur richtigen Zeit aufgetaucht und ich liebe ihn.

    Was nun? Glücklicherweise fällt mir jetzt spontan die Stelle aus Hohelied ein, dass die Liebe stärker ist als der Tod – warum also dagegen ankämpfen? Zweite Bibelstelle ist die, dass Jehova will, dass wir glücklich sind, ja an anderer Stelle sagt Jehova sogar: „freut euch allezeit“.

    Also treffe ich (wie ich meine, unter Gebet) eine Entscheidung und verlasse meinen Mann. Als Grund für die Ältesten gebe ich an, dass er „nicht für seine Hausgenossen sorgt“, heute ein Grund, der von meiner Religionsgesellschaft, der ich angehöre, toleriert wird. Da es also kein Nachspiel für mich hat, bin ich davon überzeugt, dass wir den Segen Jehovas haben – und wiege mich in falscher Sicherheit. Wenn ich Glück habe, begeht mein Ehemann aus einer Schwäche heraus Hurerei (vielleicht weil er in seinem Schmerz anfällig für Nähe ist) – und so habe ich meinen biblischen Scheidungsgrund und kann danach meine neue große Liebe heiraten. Alles fügt sich ganz toll, wir bekommen sogar eine Ansprache im Königreichssaal. Wir sind überglücklich. Wie wunderbar Jehova doch für uns gesorgt hat … – oder?

    Wenn wir gut mit Jehova und seinem Wort vertraut wären, dann wäre es niemals soweit gekommen, oder wir würden zumindestens nicht denken, dass wir noch in Gottes Liebe wären.

    Jehova hasst Scheidungen – selbst dann, wenn wir einen Grund hätten. Weil wir damit eine Familie zerstören und unseren Kindern ganz massiv schaden. Selbst, wenn wir der Überzeugung sind, unser Ex sei ein lausiger Vater.

    Jesus sagte, dass wir einen anderen Mann nicht einmal ansehen sollten, „um in Leidenschafft zu ihm zu entbrennen“ und dass es für Jehova nur dann in Ordnung ist, sich scheiden zu lassen, wenn uns unserer Ehepartner betrogen hat – was hier nicht der Fall ist. Die Reihenfolge war: ich sehe einen anderen, der toller ist, sehe ihn an (verliebe mich), trenne mich, dann „bricht mein Mann die Ehe“, die ich nach Jesu Worten bereits lange zuvor gebrochen habe – und so bin ich nicht wirklich frei.
    Außerdem war ich berechnend, denn Jesus sagte in Matthäus, dass ich den verlassenen Partner der Hurerei aussetze.

    Also bereits 3 Bibelstellen mit Gottes Wort, gegen die ich verstoßen habe:

    • einen anderen in Leidenschaft ansehen,
    • den Ex der Hurerei aussetzen und
    • eine ungerechtgertigte Scheidung.

    Aber es kommt noch schlimmer, denn Jesus sagte auch, dass jemand, der eine auf diese Weise Geschiedene heiratet, in Wirklichkeit Ehebruch begeht. Also setze ich meinen neuen Mann (den ich ja so sehr liebe) dem Ehebruch aus.

    Wenn solches Handeln innerhalb der Versammlung geduldet wird, ohne dass die betreffenden Personen Konsequenzen tragen müssen, so bringen die führenden Männer dieser Versammlung in gewisser Weise auch eine „falsche Lehre“, die hier von Paulus so hart verurteilt wird. Denn die Lehre Jesus ist: Jehova hasst Scheidung und sie sollten das Böse aus ihrer Mitte entfernen.

    Nun muss jeder Einzelne von diesem fiktiven Beispiel für sich selbst Rechenschaft vor Jehova abgeben, das geht uns persönlich nichts an – selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass wir der Leidtragende in so einem Beispiel wären. Dann wäre es die Angelegenheit Jehovas und nicht die unsere und wir würden dies alles in die Hand Jehovas legen und dies bei ihm „abgeben“ und lassen.

    Aber es betrifft uns dann schon. Stellen wir uns vor, wir wären ein Glied dieser fiktiven Versammlung, in der sich dies abgespielt hätte. Wir beobachten, dass es scheinbar in Ordnung ist, so zu handeln und Jehova würde es also in so einem gravierenden Fall in Ordnung finden, sich scheiden zu lassen. Weiss ich, wie Jehova wirklich denkt? Kenne ich Jehova und sein Wort wirklich gut genug um zu erkennen, das so etwas niemals für mich in Frage kommen würde?

    Womit verbringe ich meine Zet? Was ist mir wichtig?

    Nehne ich mir Zeit für meinem Gott? Höre ich ihm gut zu? Verbringe ich gern Zeit mit ihm?

    Oder lebe ich mit Jehova nebeneinander her, wie ich es mit meinem Ehepartner tue? Warum nicht selbst das mir Mögliche tun, um die Beziehung zu verbessern und inniger und vertrauter zu machen?

  17. Juleam 22. November 2012 um 10:51 Link zum Kommentar

    Galater 1 – 2

    Wem Paulus seine Botschaft und seine Autorität verdankt

    11 Denn eins müsst ihr wissen, Geschwister: Das Evangelium, das ich verkünde , ist nicht menschlichen Ursprungs. 12 Ich habe diese Botschaft ja auch nicht von einem Menschen empfangen und wurde auch nicht von einem Menschen darin unterwiesen; nein, Jesus Christus selbst hat sie mir offenbart .
    13 Ihr habt doch gehört, wie ´radikal` ich früher den jüdischen Glauben praktizierte: Ich verfolgte die Gemeinde Gottes mit äußerster Härte und tat alles, um sie auszurotten. 14 Ja, was ´den Eifer für` den jüdischen Glauben angeht, übertraf ich viele meiner Altersgenossen in meinem Volk, denn ich war ein besonders leidenschaftlicher Verfechter der ´religiösen` Überlieferungen meiner Vorfahren.
    15 Doch dann hat Gott beschlossen, mir seinen Sohn zu offenbaren. Gott hatte mich ja schon ´für sich` ausgesondert, als ich noch im Leib meiner Mutter war, und hatte mich in seiner Gnade dazu bestimmt, ihm zu dienen . 16 Als er mir nun seinen Sohn offenbarte – mir ganz persönlich -, gab er mir den Auftrag, die gute Nachricht von Jesus Christus unter den nichtjüdischen Völkern zu verkünden. Daraufhin holte ich nicht erst den Rat von Menschen ein. 17 Ich ging auch nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die schon vor mir Apostel waren. Nein, ich machte mich auf den Weg nach Arabien, und von Arabien kehrte ich nach Damaskus zurück.
    18 Erst dann – drei Jahre später – ging ich nach Jerusalem, um Petrus kennen zu lernen , und blieb zwei Wochen bei ihm. 19 Von den anderen Aposteln habe ich ´während dieser Zeit` keinen gesehen außer Jakobus , den Bruder des Herrn. 20 Was ich euch schreibe, schreibe ich in der Gegenwart Gottes; ´er ist mein Zeuge,` dass ich nicht lüge.
    21 Daraufhin ging ich nach Syrien und Zilizien. 22 Die christlichen Gemeinden in Judäa hingegen kannten mich damals noch nicht persönlich. 23 Das einzige, was sie immer wieder hörten, war: Der, der uns früher verfolgte, verkündet jetzt das Evangelium; er tritt für den Glauben ein, den er damals auszurotten versuchte! 24 Und sie priesen Gott für das, was mit mir geschehen war .

    Die maßgebenden Leute in der Urgemeinde erkennen Paulus als Apostel für die nichtjüdischen Völker an

    1 Dann – vierzehn Jahre später – ging ich wieder nach Jerusalem hinauf. Diesmal war Barnabas dabei, und ich nahm auch Titus mit. 2 Der Grund für meine Reise war, dass Gott mir in einer Offenbarung eine entsprechende Weisung gegeben hatte . Ich legte der Gemeinde von Jerusalem das Evangelium vor, das ich unter den nichtjüdischen Völkern verkünde – genauer gesagt: Ich legte es den maßgebenden Leuten vor; nur sie nahmen an der Besprechung teil. Denn ich wollte sicherstellen, dass die Arbeit, die ich getan hatte und noch tun würde, nicht vergeblich war . 3 Doch ´meine Sorge war unbegründet:` Man versuchte nicht einmal, meinen Begleiter Titus, der ja ein Grieche ist, zur Beschneidung zu zwingen.
    4 Allerdings mussten wir uns mit einigen falschen Brüdern auseinander setzen , mit Eindringlingen, die sich bei uns eingeschlichen hatten und ausspionieren wollten, wie wir mit der Freiheit umgehen, die Jesus Christus uns gebracht hat. Ihr Ziel war, uns wieder zu Sklaven ´des Gesetzes` zu machen. 5 Aber wir haben ihnen nicht einen Augenblick nachgegeben und haben uns ´ihren Forderungen` nicht gebeugt; denn die Wahrheit, die uns mit dem Evangelium gegeben ist, sollte euch unter allen Umständen erhalten bleiben .
    6 Zurück zu denen, die als die maßgebenden Leute ´der Gemeinde` galten. Es spielt für mich zwar keine Rolle, wie angesehen sie damals waren ; Gott achtet nicht auf Rang und Namen. Trotzdem kam alles auf ihre Entscheidung an. Und die sah so aus, dass sie mir keinerlei Auflagen machten. 7 Im Gegenteil: Es war ihnen klar geworden, dass mir die Aufgabe anvertraut ist, das Evangelium denen zu bringen, die nicht beschnitten sind , genauso wie Petrus den Auftrag hat, es denen zu bringen, die beschnitten sind . 8 Denn derselbe Gott, der durch Petrus gewirkt und ihn als Apostel für die Beschnittenen bestätigt hat, hat auch durch mich gewirkt und hat mich als Apostel für die Nichtjuden bestätigt.
    9 Jakobus, Petrus und Johannes hatten also erkannt, welchen Auftrag Gott mir in seiner Gnade gegeben hat . Deshalb reichten sie, die als die Säulen ´der Gemeinde` galten, mir selbst und Barnabas die rechte Hand ´zum Zeichen` der Gemeinschaft ´und zur Besiegelung folgender Übereinkunft`: Während sie weiterhin unter den Beschnittenen arbeiten wollten, sollte unser Arbeitsgebiet die nichtjüdische Welt sein. 10 Das einzige, worum sie uns baten, war, dass wir die Armen in der Gemeinde von Jerusalem nicht vergessen, und ich habe alles getan, um dieser Bitte nachzukommen .

    Wer waren diese maßgeblichen Leute, vor denen er hier spricht?

    Zuerst dachte ich, er würde in der Synagoge vor den Schriftgelehrten, Pharisäern und Sadduzäern reden – da er von der Freiheit des Gesetzes spricht. Aber dann sieht es eher so aus, als ob er hier einige der anderen Apostel getroffen hätte, die bereits mit Jesus mitgelaufen waren. Aber warum sollte unter diesen die Frage der Beschneidung aufgekommen sein? Warum hätte er sich wundern sollen, dass diese nicht darauf bestehen, er müsse seinen Reisegefährten zuerst beschneiden?

    Aber konnten sich unter diese Apostel wirklich Spione einschleichen? Ein Gedanke, der mir völlig widersprüchlich erscheint. Aber Judas war ja auch ein Apostel gewesen und wurde dann der Verräter des Messias.

    Thom, der ja zu DDR-Zeiten in der Wahrheit groß geworden ist, erzählt manchmal auch davon, dass unter den Ältesten, ja sogar unter den damaligen Kreisaufsehern Spione waren: sie gaben sich nur den Anschein, Jehova zu dienen, um an die Namen und Orte der Brüder heranzukommen. Für mich ein ungeheuerlicher Gedanke. In meinem Verständnis sind immer noch alle, die sich Jehova hingeben und taufen lassen, Personen die Jehova wirklich lieben. Das Beobachten der vergangenen Jahre, dass dies nicht so ist und dass auch in den verantwortlichen Stellungen welche sind, die es mit Jehova und der wahren Anbetung nicht so genau sind, ist immer noch schockierend für mich.

    Aber wenn wir in der Bibel lesen, war dies schon immer so unter Gottes Volk. Es gab immer welche, die nach Außen hin Anbeter Jehovas waren, offiziell zu seinem Volk gehörten, aber nicht danach lebten. Denken wir nur an die Söhne Elis, die Priester in der Stiftshütte waren und Jehova ganz offen verspotten. Denken wir an die vielen Richter in der Geschichte des Volkes Israel – wie wenige nur davon wirklich Jehova treu waren. Denken wir an die Könige. Bereits der erste – Saul – erwies sich schnell als Missgriff. Denken wir an Isebel, die Frau des späteren Königs, die ganz offen die Propheten Jehovas verfolgte. Denken wir auch an die vielen falschen Propheten.

    All dies hatte Jehova über die vielen Jahre zugelassen. Warum eigentlich? Um eine „natürliche Auslese“ zu bewirken?:

    wer sich wirklich für Jehova interessierte, ließ sich von diesen schlechten Menschen nicht beeinflussen, sondern diente Jehova auch weiterhin treu und mit ganzer Kraft.

    Wo hätten wir dabei gestanden?

  18. Juleam 22. November 2012 um 10:52 Link zum Kommentar

    Galater 2 – Glaube und Gesetz: Der Konflikt zwischen Paulus und Petrus in Antiochia

    11 Doch als Petrus dann nach Antiochia kam, sah ich mich gezwungen , ihn vor der ganzen Gemeinde zur Rede zu stellen; denn so, wie er sich dort verhielt, sprach er sich selbst das Urteil . 12 Zunächst hatte er zusammen mit den nichtjüdischen ´Geschwistern` an den gemeinsamen Mahlzeiten teilgenommen. Als dann aber einige Leute aus dem Kreis um Jakobus kamen, zog sich Petrus aus Angst vor den Verfechtern der Beschneidung zurück und sonderte sich ´von den Nichtjuden` ab. 13 Und genauso unaufrichtig verhielten sich in der Folge die anderen jüdischen ´Geschwister`. Sogar Barnabas ließ sich dazu hinreißen, dieses heuchlerische Spiel mitzumachen.
    14 Als ich nun sah, dass sie den richtigen Weg verlassen hatten, den Weg, der mit der Wahrheit des Evangeliums übereinstimmt, sagte ich in Gegenwart aller zu Petrus: »Du selbst nimmst dir – obwohl du ein Jude bist – die Freiheit, dich über die jüdische Lebensweise hinwegzusetzen und wie ein Nichtjude zu leben. Wieso zwingst du dann die Nichtjuden, sich der jüdischen Lebensweise anzupassen?«

    Warum mußte er ihn öffentlich so bloßstellen? Wäre es nicht liebevoller und taktvoller gewesen, wenn er ihn zur Seite genommen und in aller Ruhe mit ihm gesprochen hätte?

    Warum diese Bloßstellung? Was genau bezweckte er damit? Wollte er damit den Nichtjuden, die sich von dem Verhalten des Petrus brüskiert fühlen könnten, zeigen, dass dies nicht Gottes Gedanken sind, sondern nur die eines einzelnen Mannes?

    Ging es darum, dass das Verhalten öffentlich einen falschen Eindruck erweckte, der dann ebenso öffentlich richtig gestellt werden mußte?

  19. Juleam 22. November 2012 um 10:55 Link zum Kommentar

    Galater 2 – Glaube an Jesus Christus: für Juden wie Nichtjuden der einzige Weg zur Rettung

    15 ´Es stimmt,` unserer Herkunft nach sind wir Juden; wir sind keine »Sünder« wie die Menschen heidnischer Abstammung. 16 Aber wir wissen ´jetzt`, dass der Mensch nicht durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften für gerecht erklärt wird, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus. Darum haben auch wir unser Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt, denn wir möchten vor Gott bestehen können, und das ist – wie gesagt – nur auf der Grundlage des Glaubens an Christus möglich, nicht auf der Grundlage der Gesetzeserfüllung. Niemand steht durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften vor Gott gerecht da.
    17 Gerade unser Bestreben, durch die Verbindung mit Christus für gerecht erklärt zu werden, macht also deutlich, dass wir ´Juden` genauso Sünder sind ´wie alle anderen Menschen`. Bedeutet das dann, dass Christus im Dienst der Sünde steht? Niemals! 18 ´Vielmehr bin ich es, der sich schuldig macht,` und zwar dann, wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue. Denn damit ´erkläre ich das Niederreißen nachträglich für falsch und` erweise mich selbst als ein Gesetzesübertreter.
    19 InWirklichkeit jedoch ´habe ich mit dem Gesetz nichts mehr zu tun;` ich bin durch das Urteil des Gesetzes dem Gesetz gegenüber gestorben, um ´von jetzt an` für Gott zu leben; ich bin mit Christus gekreuzigt. 20 Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich noch dieses irdische Leben habe , lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat.
    21 Ich weise Gottes Gnade also nicht zurück , denn das Gesetz kann uns nicht dazu verhelfen, vor Gott gerecht dazustehen. Wäre es anders , dann hätte Christus nicht sterben müssen.

    Ja, wir müssen Gottes Wort wirklich im Zusammenhang lesen:

    Am Anfang seiner Rede könnten wir meinen, er widerspricht hier dem, was Jakobus sagte: „Glaube ohne Werke ist tot“. Wir haben ja schon beim Lesen vom Jakobusbrief diesen Punkt behandelt.

    Paulus erklärt es ja hier im Verlauf auch: er meint nicht Werke des Glaubens, sondern die Gesetzeswerke. Da wir alle unvollkomnen sind, werden wir das GESETZ niemals vollkommen halten können. Daher können uns unsere Gesetzeswerke niemals gerechtsprechen.

    Aber dafür ist ja Jesus für uns gestorben: um für unsere Sünden (die wir bereut haben und lassen) beim Vater für uns einzutreten. Wenn wir also an Jesus und sein Loskaufsopfer glauben und es für uns persönlich annehmen, dann vergibt uns Jehova auf der Grundlage der Reue und den Werken der Reue (dass wir es lassen und den Schaden wieder gut machen) auf der Grundage des Loskaufsopfers Jesu. Wir müssen keine Angst haben, dass er uns ewig vorhält, was wir getan haben.

    Die Werke, von den Jakobus spricht, ist das, wozu uns unser Herz durch die Liebe Gottes drängt. Wenn wir ganz von dem Guten Jehovas erfüllt sind, dann wollen wir so leben, dass er sich über uns freut. Dann wollen wir darüber reden, wie toll unser Gott ist und dann wollen wir ihn nachahmen. Wir sind so begeistert von Jesus und dem was er getan und wie er gelebt hat – dass er unser Idol ist.

    Woran erkenne ich einen Fussballfan? Woran erkenne ich, ob jemand ein Fan von Tokiohotel ist? Ich erkenne es daran, wie und worüber er redet, wie er sich kleidet und wie er sich gibt. An seinen Werken.

    An eben diesen Werken würde man auch erkennen, dass wir ein wahrer Christ sind. Ohne diese Werke wäre unser Glaube tot. Aber es sind nicht die Werke des GESETZES, von denen Paulus hier spricht

  20. Juleam 22. November 2012 um 10:58 Link zum Kommentar

    Galater 3 – Vertrauen auf Christus oder Vertrauen auf das Gesetz?

    1 Ach ihr unverständigen Galater! In wessen Bann seid ihr nur geraten? Jesus Christus, der Gekreuzigte, wurde euch doch mit aller Deutlichkeit vor Augen gestellt! 2 Lasst mich nur das eine wissen: Habt ihr den Geist ´Gottes` bekommen, weil ihr die Vorschriften des Gesetzes befolgt habt, oder habt ihr ihn bekommen, weil ihr die Botschaft, die euch verkündet wurde, im Glauben angenommen habt ? 3 Inder Kraft des Heiligen Geistes habt ihr begonnen, und jetzt wollt ihr aus eigener Kraft das Ziel erreichen? Seid ihr wirklich so unverständig? 4 Ihr habt so große Dinge erlebt ! War das alles umsonst – wirklich und wahrhaftig umsonst? 5 Überlegt doch einmal: Wieso gibt Gott euch seinen Geist? Wieso lässt er Wunder bei euch geschehen? Tut er das, weil ihr die Vorschriften des Gesetzes befolgt, oder tut er es, weil ihr der Botschaft glaubt, die euch verkündet wurde ?
    6 Wie war es denn bei Abraham? Abraham, so heißt es in der Schrift, »glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet« . 7 Daran müsst ihr doch erkennen, wer Abrahams Söhne und Töchter sind: Es sind die Menschen, die ihr Vertrauen auf Gott setzen . 8 Von dieser guten Nachricht hat die Schrift schon lange im Voraus gesprochen; sie kündigte an, dass Gott Menschen aus allen Völkern auf der Grundlage des Glaubens für gerecht erklären würde. Abraham wurde nämlich die Zusage gemacht: »Durch dich werden alle Völker gesegnet werden.« 9 Daraus folgt: Wer immer sein Vertrauen auf Gott setzt , wird zusammen mit Abraham, dem Mann des Glaubens, gesegnet werden.
    10 Diejenigen hingegen, die ihre Hoffnung auf das Einhalten von Gesetzesvorschriften setzen , stehen unter einem Fluch. Denn es heißt in der Schrift: »Verflucht ist jeder, der sich nicht ständig an alles hält, was im Buch des Gesetzes steht, und der nicht alle seine Vorschriften befolgt.« 11 Und an einer anderen Stelle heißt es: »Der Gerechte wird leben, weil er glaubt. « Daraus geht klar hervor, dass niemand, der sich auf das Gesetz verlässt, vor Gott gerecht dastehen kann. 12 Denn beim Gesetz zählt nicht der Glaube ; hier geht es vielmehr nach dem Grundsatz: »Leben wird der, der die Vorschriften des Gesetzes befolgt.«
    13 Christus nun hat uns vom Fluch des Gesetzes losgekauft, indem er an unserer Stelle den Fluch getragen hat . Denn – so sagt die Schrift – »verflucht ist jeder, der am Pfahl endet «. 14 Durch Jesus Christus bekommen jetzt also Menschen aus allen Völkern Anteil an dem Segen, den Gott Abraham zugesagt hatte; aufgrund des Glaubens erhalten wir den Geist, den Gott versprochen hat.

    Das Gesetz und die Zusage Gottes an Abraham

    15 Liebe Geschwister, lasst mich ein Beispiel gebrauchen, das uns allen vertraut ist. Wenn jemand ein Testament aufgesetzt hat und es rechtskräftig geworden ist, kann keiner mehr es für ungültig erklären oder nachträglich etwas daran ändern. 16 Genauso verhält es sich mit den Zusagen, die Abraham und seiner Nachkommenschaft gemacht wurden. Übrigens sagt Gott nicht: »… und deinen Nachkommen« – als würde es sich um eine große Zahl handeln. Vielmehr ist nur von einem Einzigen die Rede: »deinem Nachkommen« , und dieser Eine ist Christus.
    17 Was ich sagen will, ist folgendes: Gott hat ´mit Abraham` einen rechtskräftigen Bund geschlossen. Wenn dann 430 Jahre später das Gesetz erlassen wird, kann dieses Gesetz den Bund nicht außer Kraft setzen und damit Gottes Zusage aufheben. 18 Genau das wäre nämlich der Fall, wenn der Empfang des Erbes davon abhinge, dass wir das Gesetz befolgen: Dann würden wir es nicht mehr aufgrund von Gottes Zusage erhalten. Das Erbe jedoch, das Gott Abraham in Aussicht stellte, ist ein Geschenk, das sich auf seine Zusage gründet.
    19 Welche Aufgabe hatte dann das Gesetz? Es wurde hinzugefügt, um ans Licht zu bringen, dass wir mit unserem Tun Gottes Gebote übertreten , ´und sollte so lange in Kraft bleiben,` bis jener Nachkomme Abrahams da war, auf den sich Gottes Zusage bezog.
    Im Übrigen wurde uns das Gesetz durch Engel mit Hilfe eines Vermittlers überbracht. 20 Ein Vermittler aber ist nicht nötig, wenn nur ein Einziger handelt, doch genau das war der Fall, als Gott, der eine und einzige Gott, Abraham das Erbe versprach.

    Die befristete Aufgabe des Gesetzes

    21 Bedeutet das nun, dass das Gesetz im Widerspruch zu Gottes Zusagen steht? Ausgeschlossen! Wenn ein Gesetz erlassen worden wäre, das imstande ist, lebendig zu machen, dann könnte man tatsächlich mit Hilfe dieses Gesetzes vor Gott gerecht dastehen . 22 InWirklichkeit jedoch – das zeigt die Schrift – ist die ganze Menschheit der Sünde unterworfen und wird von ihr gefangen gehalten. Denn Gottes Zusage soll sich ausschließlich auf der Grundlage des Glaubens an Jesus Christus erfüllen; was er versprochen hat, sollen die erhalten, die ihr Vertrauen auf Christus setzen.
    23 Doch bevor ´die Zeit` des Glaubens begann, wurden wir alle zusammen unter ´der Aufsicht` des Gesetzes in Gewahrsam gehalten; unsere Gefangenschaft sollte erst ein Ende haben, wenn Gott uns den Weg des Glaubens eröffnen würde . 24 Das Gesetz war also unser Aufseher, ´unter dessen strenge Hand Gott uns gestellt hatte,` bis Christus kam ; denn es war Gottes Plan, uns auf der Grundlage des Glaubens für gerecht zu erklären. 25 Und jetzt, wo ´die Zeit` des Glaubens da ist, stehen wir nicht mehr unter ´der Kontrolle` jenes Aufsehers .

    Nicht mehr Sklaven des Gesetzes, sondern Söhne und Töchter Gottes

    26 Ihr alle seid also Söhne und Töchter Gottes, weil ihr an Jesus Christus glaubt und mit ihm verbunden seid. 27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, habt ein neues Gewand angezogen – Christus selbst. 28 Hier gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Juden und Griechen, zwischen Sklaven und freien Menschen, zwischen Mann und Frau. Denn durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zusammen ein neuer Mensch geworden. 29 Wenn ihr aber zu Christus gehört, seid ihr auch Nachkommen Abrahams und seid damit – entsprechend der Zusage, ´die Gott ihm gegeben hat` – Abrahams ´rechtmäßige` Erben.
    Wir glauben an Christus und sind in Geneinschaft mit ihm. Wir sind seine Fans und verhalten uns auch so. Das hat nichts mit den Buchstaben des Gesetzes zu tun, denn diese kann niemand von uns alle hundertprozentig erfüllen – selbst, wenn er sich noch so bemühen würde.

    An anderer Stelle beklagt sich Paulus darüber, dass er so gern ALLES richtig machen würde, aber es kommt ihm seine Unvollkommenheit dazwischen. In der Welt kennen wir das Sprichwort: „der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“. Genau für diese Schwäche tritt dann Jesu Loskaufsopfer ein.

    Auf der anderen Seite kann niemand, der nur so lebt, wie es ihm selbst gerade gefallt – und komplett den Willen Gottes außer Acht lässt – erwarten, dass ihm Jehova all sein schlechtes Tun vergibt, weil „Jesus ja für unsere Sünden gestorben ist“.

    Jehova vergibt nur dem, der bereut und sich bemüht. Alles andere wäre ein Mißbrauch des Loskaufsopfers

  21. Juleam 22. November 2012 um 11:08 Link zum Kommentar

    Galater 4 – 6

    Galater 4 – 5

    Warnung vor einem Rückfall

    8 Früher, als ihr ´den wahren` Gott noch nicht kanntet, sah das ganz anders aus: Damals dientet ihr Göttern, die in Wirklichkeit gar keine Götter sind , und wart ihre Sklaven. 9 Jetzt aber kennt ihr Gott – oder vielmehr: Gott kennt euch. Wie ist es da möglich, dass ihr wieder zu den kraftlosen und armseligen Vorstellungen ´dieser Welt` zurückkehrt? Wollt ihr ihnen wirklich von neuem dienen und ihre Sklaven sein? 10 Ihr seid ängstlich darauf bedacht, bestimmte Tage heilig zu halten und die monatlichen und jährlichen Feste zu feiern. 11 Ich bin in Sorge wegen euch! Sollte es etwa umsonst gewesen sein, dass ich mich euretwegen abgemüht habe?

    Wo ist nur eure Freude geblieben?

    12 Richtet euch nach meinem Beispiel, liebe Geschwister, so wie ich mich nach euch gerichtet habe ; ich bitte euch darum. Bisher habt ihr mir doch noch nie Kummer bereitet ! 13 Ihr wisst, unter welchen Umständen ich euch das erste Mal das Evangelium verkündete: Ich musste wegen einer Krankheit bei euch Halt machen. 14 Und obwohl mein körperlicher Zustand für euch eine Zumutung gewesen sein muss, habt ihr nicht mit Verachtung oder gar Abscheu reagiert, im Gegenteil: Ihr habt mich wie einen Engel Gottes aufgenommen, wie Jesus Christus persönlich . 15 Ihr wart so glücklich damals! Was ist nur aus eurer Freude geworden? Wenn es euch möglich gewesen wäre, hättet ihr euch sogar die Augen ausgerissen und hättet sie mir gegeben; das kann ich bezeugen. 16 Habe ich mich etwa zu eurem Feind gemacht, nur weil ich euch die Wahrheit sage ?
    17 Jene Leute bemühen sich nicht in guter Absicht um euch, ganz im Gegenteil: Sie wollen einen Keil zwischen euch und mich treiben, damit ihr euch dann um sie bemüht. 18 Es ist gut, sich um etwas Gutes zu bemühen. Aber tut es nicht nur, wenn ich bei euch bin; tut es immer!
    19 Meine Kinder, es ist, als müsste ich euch ein zweites Mal zur Welt bringen. Ich erleide noch einmal Geburtswehen, bis Christus in eurem Leben Gestalt annimmt. 20 Was würde ich darum geben, gerade jetzt bei euch zu sein und im Gespräch mit euch den richtigen Ton zu finden ! Denn ich weiß mir keinen Rat mehr mit euch.

    Hagar und Sara: Sinnbilder für den alten und den neuen Bund

    21 Ihr wollt euch also dem Gesetz ´des Mose` unterstellen! Ich frage euch: Hört ihr nicht, was eben dieses Gesetz sagt? 22 Inder Schrift wird doch berichtet, dass Abraham zwei Söhne hatte; die Mutter des einen war eine Sklavin, die Mutter des anderen war eine freie Frau. 23 Und zwar wurde der Sohn der Sklavin infolge von menschlich-eigenmächtigem Handeln geboren, der Sohn der Freien hingegen aufgrund einer Zusage ´Gottes`.
    24 Das Ganze kann sinnbildlich verstanden werden, nämlich so, dass es sich bei den beiden Frauen um zwei Bündnisse handelt. Der eine Bund, am Sinai geschlossen, bringt Sklaven hervor ; er wird von Hagar repräsentiert. 25 »Hagar« steht für den Berg Sinai in Arabien und entspricht dem jetzigen Jerusalem; denn dieses Jerusalem lebt mit seinen Kindern in der Sklaverei. 26 Das Jerusalem im Himmel dagegen ist frei, und dieses Jerusalem ist unsere Mutter . 27 Von ihr heißt es in der Schrift:
    »Freu dich, du Unfruchtbare, die du nie ein Kind zur Welt gebracht hast;
    brich in Jubel aus und jauchze, die du nie Mutter geworden bist !
    Denn die Kinder der Einsamen werden zahlreicher sein
    als die Kinder der Frau, die einen Mann hat. «
    28 Ihr nun, Geschwister, gehört – genau wie Isaak – zu den Kindern, die Gott versprochen hat; ihr verdankt euer Leben der Zusage Gottes. 29 Und genau wie damals der Sohn, der infolge von menschlich-eigenmächtigem Handeln geboren wurde, den Sohn verfolgte , der durch das Wirken von Gottes Geist zur Welt kam, genauso ist es auch heute. 30 Doch was sagt die Schrift? »Schick die Sklavin und ihren Sohn weg! Denn der Sohn der Sklavin soll keinen Anteil an dem Erbe bekommen; der ganze Besitz gehört dem Sohn der Freien .«
    31 All das, liebe Geschwister, zeigt , dass wir nicht Kinder der Sklavin sind, sondern Kinder der Freien.

    Freiheit durch Christus

    1 Zur Freiheit hat Christus uns befreit! Bleibt daher standhaft und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Sklaverei zwingen!
    2 Lasst es euch von mir, Paulus, gesagt sein: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch das, was Christus getan hat, nichts nützen . 3 Ich weise jeden, der sich beschneiden lassen will, noch einmal mit allem Nachdruck darauf hin: Mit seiner Beschneidung verpflichtet er sich, das ganze Gesetz zu befolgen. 4 Wenn ihr versucht, mit Hilfe des Gesetzes vor Gott gerecht dazustehen, habt ihr euch aus der Verbindung mit Christus gelöst, und euer Leben steht nicht mehr unter der Gnade .
    5 Wir hingegen warten auf die Gerechtigkeit, die Gott für uns bereithält , und diese Hoffnung verdanken wir dem Geist Gottes; sie ist uns aufgrund des Glaubens geschenkt. 6 Denn wenn jemand mit Jesus Christus verbunden ist, spielt es keine Rolle, ob er beschnitten oder unbeschnitten ist. Das einzige, was zählt, ist der Glaube – ein Glaube, der sich durch tatkräftige Liebe als echt erweist .
    7 Ihr kamt so gut voran! Wer hat euch nur davon abgebracht, weiterhin der Wahrheit zu folgen? 8 Die Argumente, mit denen man euch überredet, kommen nicht von dem, der euch ´zum Glauben` ruft. 9 ´Denkt daran:` Die kleinste Menge Sauerteig genügt, um den ganzen Teig zu durchsäuern! 10 Doch im Vertrauen auf den Herrn bin ich zuversichtlich, wenn ich an euch denke; ich bin überzeugt, dass ihr die Dinge genauso sehen werdet wie ich. Diejenigen allerdings, die euch verwirren ´und irreführen`, werden ihrer Strafe nicht entgehen, ganz gleich, wer sie sind.
    11 Mir, liebe Geschwister, wird unterstellt, ich würde immer noch verkünden, man müsse sich beschneiden lassen. Wenn das zutrifft, warum werde ich dann noch verfolgt? In diesem Fall wäre ja der Anstoß beseitigt, den die Botschaft vom Kreuz erregt . 12 Sollen doch jene Leute, die euch aufhetzen, ´so konsequent sein und` sich ´nicht nur beschneiden, sondern` auch gleich noch kastrieren lassen !

    Freiheit, nicht Zügellosigkeit!

    13 Geschwister, ihr seid zur Freiheit berufen! Doch gebraucht eure Freiheit nicht als Vorwand, um die Wünsche eurer selbstsüchtigen Natur zu befriedigen , sondern dient einander in Liebe. 14 Denn das ganze Gesetz ist in einem einzigen Wort zusammengefasst, in dem Gebot : »Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst.« 15 Wenn ihr jedoch ´wie wilde Tiere aufeinander losgeht,` einander beißt und zerfleischt, dann passt nur auf! Sonst werdet ihr am Ende noch einer vom anderen aufgefressen.

    Die Auswirkungen der menschlichen Selbstsucht …

    16 Was will ich damit sagen? Lasst den Geist ´Gottes` euer Verhalten bestimmen, dann werdet ihr nicht mehr den Begierden eurer eigenen Natur nachgeben. 17 Denn die menschliche Natur richtet sich mit ihrem Begehren gegen den Geist ´Gottes`, und der Geist ´Gottes` richtet sich mit seinem Begehren gegen die menschliche Natur. Die beiden liegen im Streit miteinander, und jede Seite will verhindern, dass ihr das tut, wozu die andere Seite euch drängt . 18 Wenn ihr euch jedoch vom Geist ´Gottes` führen lasst, steht ihr nicht mehr unter ´der Herrschaft` des Gesetzes.
    19 Im Übrigen ist klar ersichtlich, was die Auswirkungen sind, wenn man sich von der eigenen Natur beherrschen lässt : sexuelle Unmoral, Schamlosigkeit , Ausschweifung, 20 Götzendienst, okkulte Praktiken, Feindseligkeiten , Streit, Eifersucht , Wutausbrüche, Rechthaberei , Zerwürfnisse, Spaltungen, 21 Neid , Trunkenheit, Fressgier und noch vieles andere, was genauso ´verwerflich` ist. Ich kann euch diesbezüglich nur warnen, wie ich es schon früher getan habe: Wer so ´lebt und` handelt, wird keinen Anteil am Reich Gottes bekommen, dem Erbe, das Gott für uns bereithält .

    … und die Frucht, die der Geist Gottes hervorbringt

    22 Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue , 23 Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Gegen solches ´Verhalten` hat kein Gesetz etwas einzuwenden .
    24 Nun, wer zu Jesus Christus gehört, hat seine eigene Natur mit ihren Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. 25 Da wir also durch ´Gottes` Geist ein ´neues` Leben haben, wollen wir uns jetzt auch auf Schritt und Tritt von diesem Geist bestimmen lassen. 26 Wir wollen nicht überheblich auftreten , einander nicht provozieren und nicht neidisch aufeinander sein!

    Wenn wir diese beiden Kapitel im Zusammenhang lesen, dann sehen wir, dass Paulus nicht den Worten des Jakobus widerspricht – denn er redet von den Auswirkungen, die unser Glaube auf unser Leben hat.

    Ganz besonders schön kommt dies bei den beiden Früchten heraus. Wer keinen Glauben hat, der lebt so, wie es bei der Frucht des Fleisches beschrieben ist. Diejenigen aber, die wirklichen wahren Glauben haben, die öffnen sich für den Geist Gottes und mit dessen Hilfe können sie die schönen Eigenschaften hervorbringen und noch verbessern, die die Frucht des Geistes ausmachen.

    Wieder einmal sehen wir, wie wichtig und glaubensstärkend es ist, die Bibel im Zusammenhang zu lesen. Die Frucht des Geistes kennen wir alle, wir haben sie oft genug beim Studium besprochen. Die Frucht des Fleisches ist uns auch nicht fremd, denn in der Regel werden die beiden einander gegenüber gestellt. Aber oftmals vergessen wir, in welchem Zusammenhang Paulus die beiden Früchte erwähnt.

    Es ging ja hier um die Frage der Beschneidung. In diesem Zusammenhang erklärt Paulus ihnen, dass dies noch zu den Gesetzeswerken zählt – durch die wir nicht gerechtgesprochen werden. Er weist darauf hin, worauf es wirklich ankommt: der Glaube an Jesus, dass er der Sohn Gottes ist, den ER uns als Messias geschickt hat. Dass Jehova bereits früher von einem neuen Bund gesprochen hatte, dessen Mittler Jesus sein sollte und dass wir dies glauben müssen, um in diesen Bund mit aufgenommen zu werden. Die Beschneidung, die im früheren Bund ein Kennzeichen war, ist in dem neuen Bund nicht mehr wichtig. Den Gliedern des neuen Bundes würde das GESETZ ins Herz geschrieben sein. Er weist ja auch hier darauf hin, wenn er sagt, dass sich in dem Gebot der Nächstenliebe alle Gebote vereinigen – denn: wer seinen Nächsten liebt, fügt ihm keinen Schaden zu.

    Und dann ist hier der Bogen zu den Werken, die Jakobus meint, geschlagen. Wer diesen Glauben an Jesus hat unmd wem das Gesetz der Naechstenliebe ins Herz geschrieben ist, der kann die Werke des Fleisches nicht hervorbringen, denn sie schaden immer irgendeinem anderen. Wer seinen Nächsten wirklich liebt, der will ihm Gutes tun und wird sich bemühen, die Tugenden zu entwickeln, die zur Frucht des Geistes zählen.

    Jesus sagte, man würde seine Jünger an ihrer Liebe untereinander erkennen. Sie würden sogar bereit sein, füreinander zu sterben. Außerdem hat er seine Nachfoger aufgefordert, selbst ihre Feinde zu lieben.

    Der Glaube, von dem Paulus hier spricht – durch den wir gerechtgesprochen würden – ist der Glaube an diesen Jesus, ihn als unser Idol anzunehmen. Wir hatten bereits in den ersten Kapiteln besprochen, was es bedeutet, ein Fan von jemanden zu sein.

    Wer also an Jesus glaubt und ihn nachahmt, der wird sich bemühen, ebenso gut zu handeln wie dieser. Dies sind die Werke, durch die sich unser Glaube äußert und ohne die unser Glaube tot wäre.

    Wenn wir also den Galaterbrief im Zusammenhang lesen, dann erkennen wir sehr schnell, dass Paulus hier nicht Jakobus widerspricht – sondern das Gegenteil ist der Fall: er ergänzt die Aussage nur. Jakobus formulierte den Grundsatz: „Glaube ohne Werke ist tot“ und Paulus erklärt, um welche Werke es sich handelt. Dass es nicht um die Gesetzeswerke geht, sondern um die Auswirkung unseres übervollen Herzens, das voller Liebe für Jehova, Jesus und die Menschen ist und ihnen Gutes tun will

  22. Juleam 22. November 2012 um 11:10 Link zum Kommentar

    Galater 6 – Helft einander Lasten tragen!

    1 Geschwister, wenn sich jemand zu einem Fehltritt verleiten lässt , sollt ihr, die ihr euch von Gottes Geist führen lasst, ihm voll Nachsicht wieder zurechthelfen. Dabei muss aber jeder von euch auf sich selbst achtgeben, damit er nicht auch in Versuchung gerät. 2 Helft einander, eure Lasten zu tragen! Auf diese Weise werdet ihr das Gesetz erfüllen, das Christus uns gegeben hat . 3 Wer sich jedoch einbildet, er sei etwas Besonderes – obwohl er in Wirklichkeit nichts ist -, der belügt sich selbst. 4 Vielmehr soll jeder sein eigenes Tun überprüfen! Dann kann er sich mit dem rühmen, was er selbst tut, und muss sich nicht mit anderen vergleichen. 5 Jeder hat nämlich seine ganz persönliche Last zu tragen.
    6 Wer in der Lehre des Evangeliums unterrichtet wird, soll mit allem, was er besitzt, zum Lebensunterhalt seines Lehrers beitragen.

    Wir ernten, was wir säen

    7 Macht euch nichts vor! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. 8 Wer auf den Boden seiner selbstsüchtigen Natur sät, wird als Frucht seiner Selbstsucht das Verderben ernten. Wer dagegen auf den Boden von Gottes Geist sät, wird als Frucht des Geistes das ewige Leben ernten. 9 Lasst uns daher nicht müde werden, das zu tun, was gut und richtig ist. Denn wenn wir nicht aufgeben, werden wir zu der ´von Gott` bestimmten Zeit die Ernte einbringen. 10 Solange wir also noch Gelegenheit dazu haben , wollen wir allen Menschen Gutes tun, ganz besonders denen, die wie wir durch den Glauben zur Familie Gottes gehören .

    Hier finden wir also eine kurze Zusammenfassung der vorherigen Kapitel. Wir kennen das ja auch von den Vorträgen in der Versammlung und aus Kongressen, aber auch von den Aufgaben, die wir in der Theokratrischen Predigtdienst Schule haben: ein guter Schluß ist immer eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Lehrpunkte – damit sie den Zuhörern gut im Gedächtnis bleiben. Nachdruck durch Wiederholung!

  23. Juleam 11. Dezember 2012 um 21:58 Link zum Kommentar

    Heute habe ich etwas Wunderschönes im Blog von Herrn Schwenk gefunden und ich möchte es euch nicht vorenthalten:

    Sei es, wie es sei: Der heutige Vorweihnachts-Bilderbuchwintertag lockte mich mit meiner Kamera hinaus, um die Schneeminiaturen ganz nah in den Focus zu nehmen. Meine “guten alten Bekannten” – Hagebutten und Rosengallen, Berberitzenbeeren und “Lampions” und sogar ein wildes Röslein (letztes Foto) – waren gern bereit, mit ihren Super-Schneehauben für ein erneutes Fotoshooting zu posieren.

    Gerade in der jetzigen Vorweihnachtszeit könnte man meinen, sie alle wollen angesichts der Schneelast, die sie schultern, ein christliches Hauptgebot in Erinnerung bringen:

    “Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.”
    (Galater, 6, 2)



  24. Juleam 17. Juli 2014 um 11:46 Link zum Kommentar

    Galater 1 – 3

    Galater 1 – Erfahrungen mit Gott

    1 Paulus, Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott , den Vater, der ihn auferweckt hat aus den Toten, 2 und alle Brüder, die mit mir sind, an die Gemeinden in Galatien:
    3 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus, 4 der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf , nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, 5 dem die Ehre gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit . Amen.

    6 Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium , 7 während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. 8 Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht !
    9 Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht! 10 Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen ? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.
    11 Ich lasse euch aber wissen, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von Menschen stammt; 12 ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

    13 Denn ihr habt von meinem ehemaligen Wandel im Judentum gehört, dass ich die Gemeinde Gottes über die Maßen verfolgte und sie zerstörte 14 und im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht übertraf durch übermäßigen Eifer für die Überlieferungen meiner Väter.
    15 Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, 16 seinen Sohn in mir zu offenbaren , damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündigte , ging ich sogleich nicht mit Fleisch und Blut zurate , 17 zog auch nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern ging weg nach Arabien und kehrte wieder nach Damaskus zurück.

    18 Darauf, nach drei Jahren, zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Ich sah aber keinen der anderen Apostel, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. 20 Was ich euch aber schreibe – siehe, vor Gottes Angesicht -, ich lüge nicht!

    21 Darauf kam ich in die Gegenden von Syrien und Cilicien. 22 Ich war aber den Gemeinden von Judäa, die in Christus sind, von Angesicht unbekannt. 23 Sie hatten nur gehört: »Der, welcher uns einst verfolgte, verkündigt jetzt als Evangelium den Glauben, den er einst zerstörte!« 24 Und sie priesen Gott um meinetwillen.

    „Erfahrungen mit Gott“ oder „was Gott in meinem Leben bewirkt hat“. Nichts fesselt die Menschen mehr, als zu sehen und zu hören, wie Gott wirkt!

    Galater 1:6-17
    Erkenntnis über die Rolle des Messias beruht nicht nur auf Fakten

    Am Sonntag im Hauskreis ging es auch um „Zeit mit Gott verbringen“ und einige schienen unglücklich darüber, dass sie sich nicht so die Zeit dafür freischaufeln können, wie Thom und ich. Thom läuft Nachts gut 4 Stunden, um die Zeitungen auszutragen und in der Zeit hört er mp3-Aufnahmen von der Bibel, biblischen Ansprachen oder andere Kommentare dazu. Ich selbst habe nicht nur als Rentner viel Zeit dazu, sondern liege ja auch oft Nachts wegen Schmerzen wach und habe daher viel Zeit, in der Bibel zu lesen oder Ansprachen zu hören.

    Die anderen stehen mitten im Leben. Die Männer gehen den ganzen Tag ihrer Arbeit nach, wo sie dies nicht können und die Frauen haben alle kleine Kinder, so dass wenig wirklich „Stille Zeit mit Gott“ bleibt, wo sie in Ruhe in der Bibel lesen können.

    Ich bin der Ansicht, dass mich und auch jeden anderen die Zeit, die er mit Gott verbringt, auch Jehova näher bringt. Weil: wer ihn kennt, muss ihn ja eigentlich auch lieben.

    Aber zu dieser „Zeit mit Gott“ gehört eben auch mehr, als Erkenntnis über ihn aufzunehmen. Wir lesen es hier auch von Paulus. Er selbst war sehr bewandert in den Schriften, kannte sie vielleicht mehr und besser, als all die anderen vom „gewöhnlichen Volk“, die Jesus nachgefolgt sind. Dennoch waren es diese, die Jesus „erkannten“.

    Wir sehen also: Erkenntnis allein reicht nicht aus.

    Also was bringt uns Gott näher? Was lässt uns das echte Evangelium erkennen?

    Paulus sagt, dass er von Jesus selbst die Offenbarung erhalten habe. Er kannte zwar die Fakten, hatte die Informationen – aber Jesus zeigte ihm, wie alles zusammen hing. So erkannte er das Evangelium – die Gute Botschaft über den Messias und darüber, wie er Gott mit den Menschen versöhnt hat.

    Maria, eine junge Mutter, erzählte, dass sie nicht so die Zeit hat, um täglich längere Passagen in der Bibel zu lesen. Aber sie bittet täglich – bei ihren alltäglichen Arbeiten – den Heiligen Geist, der sie dann an die Dinge, die sie bereits gelesen hat, erinnert und daher auch den Zusammenhang herstellt. So verbringt sie also doch viel Zeit mit Gott, nur nicht so förmlich.

    Jesus sagte, er würde uns den Heiligen Geist schicken, damit er uns erinnere und lehre. Er ruft uns vielleicht bestimmte Stellen in den Sinn, wo Gott in der Bibel etwas zu genau unserer Situation sagte. So können wir intensive Zeit mit Gott verbringen, obwohl wir vielleicht gerade abwaschen oder bügeln – oder als Mann bei Reparaturarbeiten im Haus, Arbeit im Garten oder Waschen des Autos.

    Die Erkenntnis und Infos sammeln wir beim Bibellesen oder Hören von biblischen Ansprachen. Aber verdauen tun wir es, wenn wir uns im täglichen Leben damit beschäftigen.

    Wenn wir uns in dieser Form mit dem Evangelium beschäftigen, wird es in uns lebendig, wird zu einem festen Bestandteil unseres Lebens und auch unserer Gedanken und Gefühle.

    Mit eine Herausforderung ist es daher, ausgeglichen zu sein, wenn wir anderen von Jesus und Jehova erzählen. Oftmals überschütten wir die Leute mit Informationen und vielleicht schreckt es sie eher ab, weil sie sich unterlegen vorkommen. Wir dürfen den mentalen und emotionalen Aspekt nicht vernachlässigen.

    Manchmal sind uns sogar diejenigen überlegen, die nicht so viel Wissen haben wie wir – da sie den Charakter Gottes erkannt haben. Ich denke da an Susi, mit der ich Ende letzten Jahres die Johannes-Studie gemacht hatte. Sie kannte sich fast überhaupt nicht in der Bibel aus, aber zu der Frage, ob Gott die Menschen durch Krankheit, Elend oder Tod strafe, sagte sie spontan, dass dies nicht sein könne, „da es überhaupt nicht zu Gott passt.“

    Es wird noch weiter spannend bleiben, wie es sich in unserer kleinen Hausgemeinde entwickelt 😉

    weitere Gedanken zu Galater 1 finden wir hier

  25. Juleam 19. Juli 2014 um 13:06 Link zum Kommentar

    Galater 2 – warum Paulus Petrus vor den anderen Christen tadelt

    1 Darauf, nach 14 Jahren, zog ich wieder hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit. 2 Ich zog aber aufgrund einer Offenbarung hinauf und legte ihnen, insbesondere den Angesehenen , das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige, damit ich nicht etwa vergeblich liefe oder gelaufen wäre. 3 Aber nicht einmal mein Begleiter Titus, obwohl er ein Grieche ist, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen.
    4 Was aber die eingeschlichenen falschen Brüder betrifft, die sich hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen könnten – 5 denen gaben wir auch nicht eine Stunde nach, dass wir uns ihnen unterworfen hätten, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe.
    6 Von denen aber, die etwas gelten – was sie früher waren, ist mir gleich; Gott achtet das Ansehen der Person nicht -, mir haben diese Angesehenen nichts weiter auferlegt; 7 sondern im Gegenteil, als sie sahen, dass ich mit dem Evangelium an die Unbeschnittenen betraut bin, gleichwie Petrus mit dem an die Beschneidung – 8 denn der, welcher in Petrus kräftig wirkte zum Aposteldienst unter der Beschneidung, der wirkte auch in mir kräftig für die Heiden -, 9 und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen gelten, mir und Barnabas die Hand der Gemeinschaft , damit wir unter den Heiden, sie aber unter der Beschneidung wirkten; 10 nur sollten wir an die Armen gedenken, und ich habe mich auch eifrig bemüht, dies zu tun.

    11 Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war im Unrecht. 12 Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete . 13 Und auch die übrigen Juden heuchelten mit ihm, sodass selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mit fortgerissen wurde.

    14 Als ich aber sah, dass sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Petrus vor allen : Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch , was zwingst du die Heiden, jüdisch zu leben? 15 Wir sind [zwar] von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden; 16 [doch] weil wir erkannt haben, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird , sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird.

    17 Wenn wir aber, weil wir in Christus gerechtfertigt zu werden suchen, auch selbst als Sünder erfunden würden, wäre demnach Christus ein Sündendiener? Das sei ferne! 18 Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, so stelle ich mich selbst als Übertreter hin. 19 Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben. 20 Ich bin mit Christus gekreuzigt ; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.
    21 Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit [kommt], so ist Christus vergeblich gestorben.

    Wir haben dieses Kapitel ja bereits in den vergangenen Jahren immer wieder auseinander genommen. Ganz besonders das, was Paulus Petrus vorwirft und warum er es vor allen anderen tut.

    Wenn wir jetzt aber mal das Kapitel als Ganzes lesen und auch als Ganzes nehmen, dann macht es auch Sinn, warum er es vor den anderen Christen sagt.

    Hier sehen wir eine Argumentation, warum die Beschneidung unnötig für Christen ist – und dies von einem Mann, der sich bestens im Gesetz auskennt. Wir erinnern uns: Paulus selbst führt es im ersten Kapitel an, dass er einer der Schriftgelehrten war, dass er herausragend gewesen war darin, die Schriften zu kennen und auszulegen.

    Sicherlich hatte die Argumentation für alle besonderes Gewicht.

    Denn hier spricht nicht ein Christ, der die ganzen Gesetze und Schriften nicht kennt, sondern sich nur auf die neue Lehre beruft, sondern hier spricht jemand, der sich in allem gut auskennt.

    Dies erinnert mich wieder daran, wie bereichernd die Ansprachen von Arnold Fruchtenbaum für uns immer waren und noch sind. Er selbst ist als Jude geboren und aufgewachsen und erst später zum Christentum konvertiert. Dadurch, dass er nicht nur die Schriften, die Auslegungen und Überlieferungen gut kennt, sondern auch den jüdischen Hintergrund, machen viele Aussagen der Bibel und auch Jesu oftmals einen anderen Sinn.

    Denn wir vergessen immer wieder, dass ja auch Jesus als Jude geboren ist und gelebt hat. Er war Jude und sprach zu Juden – die den gleichen Hintergrund hatten wie er und die Dinge verstanden. Wir verstehen heute vieles nicht, da wir den Hintergrund nicht kennen – und damit auch nicht den Kontext, in dem Jesus etwas sagte oder tat.

    Paulus als Jude und als Jemand, der sich bestens in den Schriften, im GESETZ und in den Überlieferungen und Auslegungen kennt, kann hier ganz anders argumentieren, als vielleicht ein Kornelius, der später zum Glauben kam und die Wurzeln des Judentums nicht kennt.

    Paulus bringt die Dinge in einem Zusammenhang. Er nimmt das, was die Juden kennen und für richtig befinden und zeigt, inwieweit sich die Dinge in Jesus erfüllt haben, inwieweit sie nur wichtig waren, um auf den Messias hinzuweisen und was vom Gesetz heute noch für sie und uns als Christen wichtig ist.

    Vergessen wir nicht, dass diejenigen, die weiterhin auf der Beschneidung bestehen, „aus dem Lager“ derjenigen kommen, die als Juden geboren und aufgewachsen sind. Vielleicht haben diese ja auch nur Angst, dass sie etwas verkehrt machen könnten.

  26. Juleam 19. Juli 2014 um 13:13 Link zum Kommentar

    Galater 2:1-10

    Die Frage ist ja, warum die Judenchristen darauf bestehen, dass sich jeder neubekehrte Christ von den Heiden (Nationen) erst einmal beschneiden lässt.

    Ist es vielleicht die Angst, etwas verkehrt zu machen?

    Wir dürfen nicht vergessen, dass die Judenchristen bereits eine lange Geschichte mit dem Gott Jehova haben. Er ist ihr Leben lang ihr Gott gewesen und sie hatten von ihm das Gesetz erhalten. Vielleicht erinnern sie sich an die Segen und Flüche am Berg Gerisim, wo ihnen die Ernsthaftigkeit vor Augen geführt wurde. Denn dort wurde ihnen ja auch der Fluch vor Augen geführt, der diejenigen trifft, die das Gesetz nicht halten.

    Jahrhundertelang waren sie das Volk, das sich Gott zu seinem besonderen Besitz erwählt hatte. Sie waren etwas Besonderes: sie hatten den allein wahren Gott und die allein wahre Anbetung. ER selbst hatte ihnen dies immer wieder gesagt.

    Sicherlich wird sie Anfangs auch eine gewisse Unsicherheit begleitet haben, als sie sich entschieden, Jesus als den Messias anzunehmen. Denn immerhin sagten ihre geistigen Führer ja, dass dieser ein Betrüger und Gotteslästerer sei. Sie hatten ihn hinrichten lassen und schlossen jeden aus ihren Synagogen aus, der sich zu Jesus bekannte.

    Ihr Leben lang hatten sie sich sicher gefühlt – denn sie waren ja ein Teil von Gottes Volk, sie allein hatten die wahre Anbetung und ihre geistigen Führer waren so fürsorglich, dass sie „noch einen extra Zaun um das Gesetz zogen“, damit es niemand aus Versehen übertritt. Zu ernst war es, diesem Gott Jehova zu gefallen und nicht unter seinem Fluch zu fallen und von ihm bestraft zu werden. So konnten sie sich sicher fühlen, es wurde alles getan, damit es nicht zum Bruch mit Jehova kam.

    Es hat sie sicherlich schon jede Menge Überwindung gekostet, Jesus als ihren Retter anzunehmen und sich zu ihm zu bekennen. Vielleicht haben sie auch gedacht:

    „Hoffentlich ist es richtig, was ich da gerade tue, denn die Schriftgelehrten (die mich jahrelang geschützt haben), sagen, es ist abtrünnig, was ich da gerade mache.
    Was ist, wenn sie Recht haben?
    Was ist, wenn ich mich damit von Gott abwende?“

    Nun ja, sie hätten in den Schriften nachsehen können, aber sie hatten nicht das Glück, das wir heute haben – nicht jeder hatte eine persönliche Abschrift, in der er nachsehen konnte. Die Schriften wurden vielmehr in der Synagoge vorgelesen – in der Synagoge, aus der man sie hinaus geworfen hatte, weil sie in ihren Augen abtrünnig waren. Also, was konnten sie tun?

    Umso gewichtiger ist es sicherlich, dass hier gerade Paulus aufsteht und ihnen gute Argumente liefert. Dieser Paulus ist ein belesener Mann. Er kennt das Gesetz, er hat sogar viele Jahre lang unter Gamaliel studiert – einem der wichtigsten Gesetzeslehrer dieser Zeit.

    Vielleicht haben sie die Frage der Beschneidung auch aus eben diesem Grund auf den Tisch gebracht?: „mal sehen, was Paulus dazu sagt, der kennt sich ja aus“.

    Dagegen spricht nur, wie Paulus selbst von denen spricht, die das Thema aufwerfen. Er nennt sie Unruhestifter, die sich lediglich eingeschlichen haben, um die Gemeinde von Innen heraus zu unterwandern.

    Sicherlich waren einige von ihnen wirklich solche, die nur Mißtrauen säen wollten, aber vielleicht sind auch viele Aufrichtige unter ihnen, die Angst haben, sie könnten sich von Gott entfernen, wenn sie dem Gebot der Beschneidung nicht nachkommen…

    weitere Gedanken zu Galater 2 finden wir hier

  27. Juleam 20. Juli 2014 um 20:24 Link zum Kommentar

    Galater 3 – was denn nun?

    1 O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert , dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden ist? 2 Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Werke des Gesetzes empfangen oder durch die Verkündigung vom Glauben?

    3 Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen und wollt es nun im Fleisch vollenden? 4 So viel habt ihr umsonst erlitten? Wenn es wirklich umsonst ist! 5 Der euch nun den Geist darreicht und Kräfte in euch wirken lässt , [tut er es] durch Werke des Gesetzes oder durch die Verkündigung vom Glauben?

    6 Gleichwie Abraham Gott geglaubt hat und es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, 7 so erkennt auch: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Kinder. 8 Da es nun die Schrift voraussah, dass Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham im Voraus das Evangelium verkündigt: »In dir sollen alle Völker gesegnet werden« . 9 So werden nun die, welche aus Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham.

    10 Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun« . 11 Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn »der Gerechte wird aus Glauben leben« . 12 Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: »Der Mensch, der diese Dinge tut, wird durch sie leben« .

    13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen (denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt« ), 14 damit der Segen Abrahams zu den Heiden komme in Christus Jesus, damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war.

    15 Brüder, ich rede nach Menschenweise : Sogar das Testament eines Menschen hebt niemand auf oder verordnet etwas dazu, wenn es bestätigt ist.

    16 Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: »und den Samen«, als von vielen, sondern als von einem: »und deinem Samen«, und dieser ist Christus .

    17 Das aber sage ich: Ein von Gott auf Christus hin zuvor bestätigtes Testament wird durch das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig gemacht, sodass die Verheißung aufgehoben würde. 18 Denn wenn das Erbe durchs Gesetz käme, so käme es nicht mehr durch Verheißung; dem Abraham aber hat es Gott durch Verheißung geschenkt.

    19 Wozu nun das Gesetz?
    Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers . 20 Ein Mittler aber ist nicht [Mittler] von einem ; Gott aber ist einer .

    21 Ist nun das Gesetz gegen die Verheißungen Gottes? Das sei ferne! Denn wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, so käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.
    22 Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung aufgrund des Glaubens an Jesus Christus denen gegeben würde, die glauben.

    23 Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. 24 So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.

    25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister; 26 denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus; 27 denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen.
    28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.

    29 Wenn ihr aber Christus angehört , so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben .

    Hm, wenn ich das hier so lese – ist das dann nicht eher ein Argument für die Beschneidung?

    Denn diese war doch dem Abraham als Zeichen für den Bund zwischen ihm und Gott – für die Verheißung – gegeben worden

    Sorry, ich versuche hier gerade nur, den Brief mit den Gedanken und Gefühlen derjenigen zu lesen, an die er gerichtet war: Männer und Frauen, die verunsichert waren und Angst hatten, sich das Mißfallen Gottes zuzuziehen, wenn sie sich nicht an das GESETZ halten. Menschen, die sicherlich bei allem hellhörig wurden, was nur irgendwie auf die Beschneidung hinwies.

    Aber wahrscheinlich ist es gerade hier beim Brief an die Galater besonders wichtig, ihn ganz, ohne Unterbrechung und im Zusammenhang zu lesen und erst dann bei einigen Punkten in die Tiefe zu gehen

    weitere Gedanken zu Galater 3 finden wir hier

  28. Juleam 7. August 2014 um 09:28 Link zum Kommentar

    Galater 4 – Wir sind Gottes Erben

    1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, besteht zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr aller Güter ist; 2 sondern er steht unter Vormündern und Verwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit. 3 Ebenso waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen.
    4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn , geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, 5 damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte , damit wir die Sohnschaft empfingen.
    6 Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater! 7 So bist du also nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe Gottes durch Christus.

    8 Damals aber, als ihr Gott nicht kanntet , dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind. 9 Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wieso wendet ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Grundsätzen zu, denen ihr von Neuem dienen wollt? 10 Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre. 11 Ich fürchte um euch, dass ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe.
    12 Werdet doch wie ich, denn ich bin wie ihr!

    Ich bitte euch, ihr Brüder! Ihr habt mir nichts zuleide getan; 13 ihr wisst aber, dass ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. 14 Und meine Anfechtung in meinem Fleisch habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus. 15 Was war denn eure Glückseligkeit? Denn ich gebe euch das Zeugnis, dass ihr wenn möglich eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet. 16 Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?
    17 Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen , damit ihr um sie eifert. 18 Das Eifern ist aber gut, wenn es für das Gute geschieht, und zwar allezeit, nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin.

    19 Meine Kinder , um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt 20 – wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton zu euch reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin! 21 Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hört ihr das Gesetz nicht?

    22 Es steht doch geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der [leibeigenen] Magd , den anderen von der Freien. 23 Der von der Magd war gemäß dem Fleisch geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung.
    24 Das hat einen bildlichen Sinn : Dies sind nämlich die zwei Bündnisse; das eine vom Berg Sinai , das zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar. 25 Denn »Hagar« bedeutet den Berg Sinai in Arabien und entspricht dem jetzigen Jerusalem, und es ist in Knechtschaft samt seinen Kindern.
    26 Das obere Jerusalem aber ist frei, und dieses ist die Mutter von uns allen. 27 Denn es steht geschrieben: »Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst; brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen liegst, denn die Vereinsamte hat mehr Kinder als die, welche den Mann hat« .

    28 Wir aber, Brüder, sind nach der Weise des Isaak Kinder der Verheißung. 29 Doch gleichwie damals der gemäß dem Fleisch Geborene den gemäß dem Geist [Geborenen] verfolgte, so auch jetzt. 30 Was aber sagt die Schrift? »Treibe die Magd hinaus und ihren Sohn! Denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien« .

    31 So sind wir also, Brüder, nicht Kinder der [leibeigenen] Magd, sondern der Freien.

    Dazu habe ich die Tage erst eine dreiteilige Vortragsreihe von John Angelina angehört.

    Hier kristallisiert sich wieder der Gedanke heraus, dass wir geliebte Kinder Gottes sind. ER liebt uns bedingungslos, so, wie wir sind. Nicht „obwohl wir so sind“, sondern weil wir so sind.

    Aus diesem Wissen heraus, dass Gott uns so sehr, so bedingungslos liebt, ziehen wir unsere Identität, daraus leitet sich auch unser Wert – unser Selbstwertgefühl – ab.

    Dann kann uns völlig egal sein, wie uns die Menschen sehen, ob wir Erfolg haben oder was wir erreicht haben.

    Wenn wir dies begriffen haben, spüren wir mit einem Mal eine unendlich große Liebe, wie sie unser Herz immer mehr erfüllt.

    Wenn unser Herz mit dieser Liebe wirklich erfüllt ist und wir sie wirklich spüren, dann ist kein Platz mehr für Neid, Bitterkeit und Groll.

    Dann haben wir das Bedürfnis, diese Liebe weiterzugeben an andere und dann fällt es uns auch nicht mehr so schwer, denjenigen zu vergeben, die uns verletzt oder gekränkt haben, oder die uns richtig geschadet haben.

    Es ist zwar auch dann nicht „einfach ganz easy“, aber wir verspüren auf einmal den Wunsch, diesen Leuten ebenso zu vergeben, wie uns unser Gott vergeben hat. Denn wir wissen, dass dies auch für IHN nicht so einfach war, denn er musste seinen Zorn wegen unserer Sünde auf seinen über alles geliebten Sohn projizieren und dabei zusehen, wie er verspottet, gefoltert und ermordet wurde. Er musste sich zurückhalten, als Jesus in seiner Not und Todesqual zu ihm schrie. Am liebsten hätte er sicherlich dazwischen gehauen, seinen Sohn vom Kreuz befreit und auf diejenigen drauf gehauen, die seinem geliebten Sohn dies antaten.

    Unser Gott hat so vieles erduldet, nur damit er diese tiefe bedingungslose Liebe zu uns mit seiner Gerechtigkeit vereinbaren konnte. Haben uns die anderen, wegen denen wir vielleicht noch Bitterkeit und Groll hegen, wirklich so schlimme Dinge angetan?

    Wenn wir dies begriffen haben, dann bitten wir unseren Gott ernsthaft darum, in uns den Wunsch und die Bereitschaft zu wecken, denen zu vergeben, die uns verletzt und geschadet haben. Dann bitten wir ihn ernsthaft darum, uns zu helfen, die Dinge und die Menschen so sehen, wie er es tut.

    Sicherlich passiert dies nicht von Heute auf Morgen, es ist ein Prozess, der vielleicht lange dauern wird. Aber wichtig ist erst einmal, dass wir das erkannt haben und wirklich wollen.

    Nicht, weil sich unsere Feinde und Widersacher dies verdient hätten und auch nicht, weil sie uns vielleicht um Verzeihung gebeten hätten – ich hatte bisher immer gedacht, ich müsse eh erst dann vergeben, wenn der andere mir sagt, dass es ihm leid tut – sondern weil uns unser Gott einfach ganz bedingungslos liebt.

    So, wie unsere Motivation für unseren Dienst und unsere Anbetung der tiefen Dankbarkeit für die Liebe Gottes und für das, was ER für uns getan hat, entspringt – ebenso sollte die Reaktion auf Gottes bedingungslose Liebe, dass er uns trotz unser vielen Fehler noch genauso stark liebt, sein, dass wir ebenso bereit sind, anderen zu vergeben

    Wir sind Gottes Erben! Nicht nur, was die Belohnung, das Erbe an sich angeht, sondern auch, was seine Eigenschaften und seinen Charakter betrifft. Wir kennen ja das Sprichwort:

    „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“

    weitere Gedanken zu Galater 4 finden wir hier

  29. Juleam 7. August 2014 um 09:36 Link zum Kommentar

    Galater 5
    Die Frucht des Geistes – der Frucht des Fleisches gegenüber gestellt

    1 So steht nun fest in der Freiheit , zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen! 2 Siehe, ich, Paulus , sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen .
    3 Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten. 4 Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!

    5 Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit; 6 denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.

    7 Ihr lieft gut; wer hat euch aufgehalten, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht? 8 Die Überredung kommt nicht von dem, der euch berufen hat! 9 Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. 10 Ich traue euch zu in dem Herrn , dass ihr nicht anders gesinnt sein werdet; wer euch aber verwirrt , der wird das Urteil tragen, wer er auch sei.

    11 Ich aber, ihr Brüder, wenn ich noch die Beschneidung verkündigte, warum würde ich dann noch verfolgt ? Dann hätte das Ärgernis des Kreuzes aufgehört!

    12 O dass sie auch abgeschnitten würden, die euch verwirren! 13 Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe.

    14 Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« . 15 Wenn ihr einander aber beißt und fresst, so habt acht, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet!

    16 Ich sage aber: Wandelt im Geist , so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen . 17 Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt. 18 Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.

    19 Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; 20 Götzendienst, Zauberei , Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; 21 Neid , Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

    22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue , Sanftmut, Selbstbeherrschung. 23 Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz.

    24 Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.

    25 Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. 26 Lasst uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden!

    Die Frucht des Geistes – der Frucht des Fleisches gegenüber gestellt.

    Diese Verse kennen wir zur Genüge. Wir, die wir regelmäßig die Bibel lesen, wissen, was die Frucht des Fleisches ist – all die Dinge, die Gott verurteilt und was er uns auch bereits in jedem Buch der Bibel wissen lässt.

    Sehr schön wird die Frucht des Fleisches in der Volxbibel beschrieben.

    Nur wer liebt, ist richtig frei!

    13 Liebe Leute, Gottes Plan sieht für jeden von euch eine totale Freiheit vor! Trotzdem solltet ihr diese Freiheit nicht missbrauchen, indem ihr euch ätzenden Sachen ausliefert. Besser wäre, ihr nutzt sie, um euch gegenseitig zu lieben und zu respektieren. 14 Man kann nämlich alle Gesetze von Gott in diesem einen Ding zusammenfassen: „Liebe die Menschen, mit denen du zu tun hast, genauso, wie du dich selber liebst!“ 15 Wenn ihr aber wie wild gewordene Hooligans aufeinander losgeht, passt bloß auf, dass ihr dabei nicht selber umgebracht werdet.

    16 Darum mein Tipp an euch: Gebt die Kontrolle über euer Leben radikal an die Kraft Gottes, an seinen Heiligen Geist, ab! Wenn er den Joystick eueres Lebens voll in der Hand hält, habt ihr kein Problem mehr mit Versuchungen der üblen Sorte.

    17 Denn unser altes Ich treibt uns förmlich dazu, Mist zu bauen, ganz im Gegensatz zum heiligen Geist. Der heilige Geist will das alte Ich unter Kontrolle bringen, er will uns zu Sachen führen, die unser altes Ich eigentlich nicht will. Da geht voll der Kampf ab in euch, und ihr seid dabei total unfrei! 18 Wenn aber der heilige Geist den Joystick eures Lebens in der Hand hält, dann steht ihr nicht mehr unter der Fuchtel von diesen alten Gesetzen. 19 Gehorcht ihr aber eurem alten Ich, dann kommt nur Mist dabei raus:

    • dreckige Gedanken,
    • abfeiern, ohne Grenzen einzuhalten,
    • und solchen Sex, auf den Gott keinen Bock hat;
    • auf Sachen plötzlich so abfahren, dass sie viel wichtiger werden als Gott,
    • okkulte Praktiken,
    • immer auf Ärger aus sein,
    • „Nach mir die Sintflut“-Einstellung,
    • Intrigen anstiften,
    • streiten ohne Ende,
    • sich als Mittelpunkt der Welt fühlen,
    • anderen nichts Gutes gönnen,
    • Alkoholismus,
    • Drogensucht,
    • Esssucht

    und solche Sachen. Wer so drauf ist, hat im Land, wo Gott das Sagen hat, nichts zu suchen.

    22 Die Charaktereigenschaften, die bei euch entstehen, wenn der Heilige Geist euern Joystick in der Hand hat, sehen aber ganz anders aus: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, anderen verzeihen können, anderen Menschen Gutes gönnen und sich dafür einsetzen, treu sein, 23 nett zu Menschen sein, auf Sachen locker verzichten können und so weiter. Gegen all diese Dinge hat das Gesetz ja auch nichts.

    24 Alle, die zu Jesus Christus gehören, haben ihr altes Ich (inklusive den ätzenden Sachen, die daraus hervorgehen) am Kreuz hingerichtet. 25 Wenn wir jetzt wegen dem Heiligen Geist überhaupt erst richtig anfangen zu leben, dann sollte er auch wirklich alles in unserem Leben unter Kontrolle haben.

    26 Dass wir uns auf unsere tollen Taten sonst was einbilden und uns dabei immer mit den anderen vergleichen, also, Leute, das haben wir doch echt nicht mehr nötig!

    Achten wir sorgfältig darauf, dass sich solche Eigenschaften und Einstellungen nicht bei uns einschleichen

  30. Juleam 7. August 2014 um 09:39 Link zum Kommentar

    Galater 5:1-18
    Befreiung von dem Gesetz – wir können uns Gottes Liebe und das Erbe nicht verdienen!

    Paulus hält hier im ganzen Brief an die Galater ein eindringliches Plädoyer gegen die Beschneidung: nicht Äußerlichkeiten oder bestimmte Werke bewirken die Befreiung oder sind Grundlage des Bundes, sondern Gottes Liebe und dass wir sie annehmen und widerspiegeln!

    Das gilt jetzt nicht nur bei der Beschneidung oder im Zusammenhang mit dem GESETZ – sondern es gilt auch für uns heute, die niemals jüdisch gelebt oder gedacht haben.

    Leider tappen auch wir nur allzu oft in die Falle, dass wir meinen, wir hätten Rettung und Segen verdient, weil wir ja so viel für Gott und die wahre Anbetung getan haben. Da steht uns das doch quasi zu – oder?…

    In einer seiner Ansprachen sagt Johannes Hartl, dass besonders diejenigen gefährdet sind, in diese Falle zu tappen, die wir unseren Glauben besonders ernst nehmen. Da sind wir dann schon mal leicht geneigt zu denken, dass Gott uns besonders segnen müsse, weil wir so viel für ihn tun.

    Paulus stellt hier ganz klar in den Vordergrund, worum es geht: um die Liebe Gottes, die er uns erwiesen hat und noch erweist und darum, aus dieser Liebe heraus anderen Gutes zu tun. Wir hatten bereits im Zusammenhang mit Galater 4 darüber nachgedacht

    weitere Gedanken zu Galater 5 finden wir hier

  31. Juleam 7. August 2014 um 09:42 Link zum Kommentar

    Galater 6 – auf dem ersten Blick recht widersprüchlich

    1 Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht ; und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst! 2 Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!

    3 Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. 4 Jeder aber prüfe sein eigenes Werk, und dann wird er für sich selbst den Ruhm haben und nicht für einen anderen; 5 denn jeder Einzelne wird seine eigene Bürde zu tragen haben.

    6 Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern!

    7 Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten ! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten . 8 Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten.

    9 Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten. 10 So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens .

    11 Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch geschrieben habe mit eigener Hand! 12 Alle, die im Fleisch wohlangesehen sein wollen, nötigen euch, dass ihr euch beschneiden lasst, nur damit sie nicht um des Kreuzes des Christus willen verfolgt werden. 13 Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie verlangen, dass ihr euch beschneiden lasst, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. 14 Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.

    15 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Schöpfung. 16 Über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden und Erbarmen, und über das Israel Gottes!

    17 Hinfort mache mir niemand weitere Mühe; denn ich trage die Malzeichen des Herrn Jesus an meinem Leib. 18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist, Brüder! Amen.

    Der Anfang hört sich auf dem ersten Blick recht widersprüchlich an:

    Erst heißt es, „einer trage des anderen Last“ und nur wenige Verse weiter sagt Paulus, dass jeder seine eigene Last tragen solle.

    Ein echter Widerspruch?

    Worum geht es denn hier?

    Eigentlich ist in dem ersten Teil des Kapitels die Rede davon, dass wir einander auf dem Weg des „Christ sein“s helfen sollten. Wir sollen aufeinander achten und einander darauf ansprechen, wenn wir merken, dass sich jemand von dem wahren Evangelium entfernt.

    Aber dann sagt Paulus, dass wir nicht nur auf die anderen gucken, sondern auch auf uns selbst achten sollten.

    Nun zeigt er uns eine Falle auf: wenn ich zu sehr danach sehe, was meine Brüder tun, dann kann ich geneigt sein, mich mit ihnen zu vergleichen. Vielleicht halte ich die Gebote mehr ein, vielleicht lese ich mehr in der Bibel als sie oder vielleicht tue ich andere Dinge, die zum Christsein gehören, in anderer Weise mehr als sie.

    Wenn ich nun nicht aufpasse, kann bei mir schnell Stolz und Hochmut entstehen. Ich könnte mich für besser halten als die anderen, für wertvoller als sie oder noch schlimmer: für mehr von Gott geliebt, weil ich ja so viel für ihn tue. Wir hatten gestern darüber nachgedacht…

    Aber darum ging es Paulus nicht, als er uns aufforderte, aufeinander zu achten. Die Motivation sollte nicht sein, dass wir selbst uns besser und wichtiger fühlen – was ja ein egoistisches Motiv ist – sondern darum, dem anderen zu helfen, sich in Gottes Liebe zu bewahren.

    Es geht also nicht um uns und unseren persönlichen Vorteil, sondern um den des anderen!

    Darum fordert uns Paulus auf, unsere eigene Last zu tragen und uns nicht zu vergleichen.

    Wenn wir schon gerne kritisieren, dann fangen wir doch am Besten gleich bei uns selbst damit an. Wolfgang, der diesen Sonntag bei uns in der Hausgemeinde zu Besuch war, hat es ja sehr schön auf den Punkt gebracht, als er fragte, zu wem ich es denn in erster Linie sage, wenn ich meinen Bruder kritisiere? Zu mir selbst – denn all das gilt auch für mich. Vielleicht hatte er bei diesem Vergleich ja diese Passage von Paulus im Sinn 😉

    Wir sehen, es ist also kein Widerspruch, wenn Paulus uns zuerst auffordert, einander die Lasten zu tragen und etwas später, unsere eigene Last zu tragen.

    Zum Schluss kommt er wieder auf die Beschneidung zu sprechen. Wir wissen ja, dass er den ganzen Brief an die Galater aus eben diesem Grund geschrieben hat. Aber auch wenn wir dieses Kapitel für sich allein lesen, macht der Hinweis auf die Beschneidung Sinn:

    Die Beschneidung gehörte zu den Werken des Gesetzes. Damit konnte man sich Gottes Wohlgefallen „verdienen“. Aber über diese Einstellung sind wir als Christen hinweg. Beim Christentum geht es nicht um Werke, sondern um die Liebe.

    Wenn ich einen anderen kritisiere, um mich selbst besser zu fühlen, bin ich nicht besser als jemand, der sich als Christ noch beschneiden lässt oder darauf besteht, dass es ein anderer tut. Ich soll einzig und allein deshalb auf meinen Bruder achten, damit dieser nicht sein Verhältnis zu Gott aus den Augen verliert, denn damit würde er sich selbst schaden.

    Also: aufeinander achten aus den richtigen Beweggründen heraus – aus Liebe zu meinem Bruder, damit wir eines Tages gemeinsam die Segnungen genießen können!

    weitere Gedanken zu Galater 6 finden wir hier – weiter geht es mit Apostelgeschichte 15

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.