Aber wenn jemand korrekt ist und mit Gott lebt, bei dem ist das wie bei einem Sonnenaufgang.

Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe.
Elberfelder 1871 – Sprüche 4,18

Doch der Pfad der Gerechten ist wie aufstrahlendes Licht, er wird lichter, bis der Tag da ist.
Die Philippson-Bibel – Sprüche 4:18

Wer aber Gott gehorcht, dessen Leben gleicht einem Sonnenaufgang: es wird heller und heller, bis es lichter Tag geworden ist.
Hoffnung für alle – 1996 – Spr 4,18

Erkennst du persönlich, in welcher Zeit wir gerade leben? Siehst du, wie es wieder ein Volk Israel gibt, und wie dieses Volk Kriege gewinnt, die aus logischer Sicht nicht zu gewinnen sind? Liest du dazu Jesaja und die anderen Propheten?

Es eröffnen sich uns dabei zwei Wege: der eine ist, dass wir alle die von den verschiedenen Sekten der Kirche angenommenen Meinungen untersuchen, und aus jeder das herausnehmen, was uns als Wahrheit aneignen können – ein endloses Unternehmen. Eine Schwierigkeit, auf welche wir auf diesem Wege besonders stoßen, ist die, dass, wenn unser Urteil schon im Voraus verkehrt oder verwirrt ist, oder unsere Vorurteile nach irgend einer Seite neigen – und bei wem ist das nicht der Fall? – dies unser Urteil trüben würde, und wir so den Irrtum annehmen und die Wahrheit verwerfen könnten. Ferner würden wir beim Einschlagen dieses Weges viel verlieren, weil die Wahrheit stets im Zunehmen begriffen ist, und darum heller und heller bis zur Tageshöhe für alle die scheint (Sprüche 4:18), die nach ihr suchen und in ihrem Licht wandeln, während die verschiedenen Glaubensbekenntnisse der vielen Sekten stehen geblieben sind, und zwar manche schon vor Jahrhunderten. Und außerdem muss doch jedes derselben einen großen Teil Irrtum enthalten, da eins dem anderen in wichtigen Fragen widerspricht. Dieser Weg würde nur in einen Irrgang von Verirrung und Verwirrung führen. Der andere Weg ist der, dass wir allen Vorurteilen entsagen und bedenken, dass niemand mehr über Gottes Plan wissen kann, als er in seinem Wort geoffenbart hat, und dass er verheißen, es den Sanftmütigen und von Herzen Demütigen zu geben; und wer als solcher ernstlich und aufrichtig seine Leitung und Belehrung sucht und von den verschiedenen Hilfsmitteln, die die göttliche Vorsehung beschafft hat, Gebrauch macht, der wird von dem großen Autor der Bibel zu einem solchen Verständnis derselben geführt werden, wie es an der Zeit ist. – Epheser 4:11-16

Charles Taze Russell – Der göttliche Plan der Zeitalter

Wenn wir Zeugen dessen sind, wie Jehova, der Allmächtige, die Ereignisse leitet und tatsächlich die Vision zuerst vor den Blicken der Jünger in Erscheinung treten lässt — denn niemand anders als er tat es —, und wenn er dann bei der zweiten Gegenwart die Kette wunderbarer Ereignisse erstehen lässt, diesmal durch die direkte Vermittlung seines geliebten Sohnes, dann ist das prophetische Wort „befestigter“. Es ist, als ob Gott seine Unterschrift dazu gegeben hätte. Ja, was er zu tun verheissen hat, geschieht nun. Sein Wort ist unser einziges Licht. „Dein Wort ist Leuchte meinem Fusse und Licht für meinen Pfad.“ (Psalm 119:105) „Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisungen der Zucht sind der Weg des Lebens.“ (Sprüche 6:23) „Grossen Frieden haben die, die dein Gesetz lieben, und kein Fallen gibt es für sie.“ (Psalm 119:165, Fussn.) „Der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe [zum vollkommenen Tage, AS].“ (Sprüche 4:18) Nicht der blosse Besitz einer Bibel ist das, was zählt. In der Tat ist es nicht nur das so wertvolle Lesen derselben, was den zu gehenden Weg zeigt, sondern eher das regelmässige, zielbewusste Studium der Bibel. Es ist ein „prophetisches Wort“, und dass wir sehen sollten, wie es sich erfüllt, ist daher vernünftig.

Wachtturm – 1.Februar 1953

Die Verse 18f stellen zusammenfassend den Weg der Weisheit und den Weg der Gottlosigkeit gegenüber. Zunächst wird lockend der Pfad der Gerechten vor die Augen gemalt. Statt »Weisheit« (V. 11) steht nun »Gerechte«. Damit ist das entscheidende Anliegen atl. Weisheit genannt: Sie will zu Gott führen und helfen, das Leben entsprechend seinen Maßstäben auszurichtend. Dann wird das Leben von Licht umfangen, das immer mehr an Glanz gewinnt, bis es hoch über ihm steht. Ein Abnehmen der Helligkeit gibt es nicht. Seine Einsicht in Gottes Willen wächst nämlich, und der Glaubende gewinnt immer umfangreichere sittliche Erkenntnisf, sein Geschick wird licht. Er strauchelt nicht (vgl. V. 12).

Wuppertaler Studienbibel

Der Weg der Gerechten ist »wie das Morgenlicht«, nôgah, »heller Schein« (Jes 50,10); »Schein des Feuers« (Jes 4,5), des Mondes (Jes 60,19), der Sterne (Joel 2,10), der Herrlichkeit Jahwes (Ps 18,13; Hab 3,4). Christus, »die Sonne der Gerechtigkeit« (Mal 3,20), »der Sonnenaufgang aus der Höhe« (Lk 1,78), ist dem Gerechten aufgegangen. Dieser wandelt nicht mehr in der Finsternis, sondern hat das Licht des Lebens (Joh 8,12); er wandelt im Licht, wie er, Gott, im Licht ist (1Jo 1,7). Und dieses Licht leuchtet ihm immer heller »bis zum hohen Tag«, bis er beim Herrn ist und das »Erbe der Heiligen im Licht« antritt (Kol 1,12).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

Salomo schließt die Beschreibung der beiden Wege jetzt mit einer klaren Gegenüberstellung ab: Der Pfad der Gerechten ist Licht, der Weg der Gottlosen Finsternis (V. 19).
Er vergleicht den Pfad des Gerechten mit dem Licht der Sonne. Von ihrem Aufgang an scheint sie stets heller, bis sie mittags im Zenit steht. Von einem Wieder-Abnehmen des Lichtes ist bezeichnenderweise keine Rede. So ist (nicht: soll sein) der Weg des Gerechten. Jedes Kind Gottes „wandelt im Licht“ (1. Joh 1,7). Das ist seine unwiderrufliche Stellung. Aber in der Praxis soll dieses Licht zunehmen. Wir sollen in der Weisheit wachsen, so wie der Knabe Jesus an Weisheit zunahm (Lk 2,52). Dann wird unser Pfad immer heller und leuchtender. Dabei kann man vier Aspekte unterscheiden:

• Das Licht erleuchtet unseren Weg, so dass wir weder irregehen noch straucheln (V. 11.12). In diesem Sinn bewirkt das Licht Gottesfurcht, Gerechtigkeit, Wahrheit und Reinheit, und es gibt uns Frieden und Sicherheit.
• Das Licht schenkt uns eine ständig zunehmende Erkenntnis des Herrn. Das bewirkt Anbetung, Dankbarkeit, Freude und Kraft. Die Söhne Korahs drücken dies so aus: „Sie gehen von Kraft zu Kraft; sie erscheinen vor Gott in Zion“ (Ps 84,8).
• Das Licht geht von unserem Weg aus und erleuchtet unsere Umgebung. Wir sind als Jünger des Herrn „das Licht der Welt“ (Mt 5,14). Das Licht strahlt, weil es göttliches Licht reflektiert, und unsere Aufgabe ist, dass wir es nicht verdecken (Mk 4,21). Die Menschen sollen es sehen und von diesem Licht angezogen werden, um dann im Licht Gottes ihr sündiges Leben zu erkennen.
• Das Licht beleuchtet die Zukunft. Den Weg zum Vaterhaus empfinden wir manchmal als recht dunkel. Und tatsächlich spricht die Bibel ja auch vom Wandern „im Tal des Todesschattens“ (Ps 23,4). Doch dieses Tal hat einen Ausgang, und an seinem Ende sehen wir schon Licht. Es wird mit jedem Schritt größer, und je mehr wir die Nähe unseres Herrn verspüren („denn du bist bei mir“!), desto heller scheint uns dieses Licht. Wenn wir endlich in der Herrlichkeit angekommen sein werden, sind alle Hindernisse weggetan. Dann kann das Licht der „Tageshöhe“ ungehindert leuchten. „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters“ (Mt 13,43).

Wenn wir auf unseren persönlichen Lebensweg zurückblicken, können wir dann sagen, dass er „stets heller leuchtete“? Haben wir geistliche Fortschritte auf dem Glaubensweg gemacht? Kennen wir die Gedanken des Herrn besser als vor einiger Zeit?
Das Lied von Debora und Barak endet mit den Worten: „Die ihn lieben, seien, wie die Sonne aufgeht in ihrer Kraft!“ (Ri 5,31).

Winterhoff und Brockhaus – Leben in Weisheit: Das Buch der Sprüche Vers für Vers praxisnah erklärt

Es wird erzählt, dass eines Tages einige alte Männer, darunter Abba Joseph, den heiligen Antonius in der ägyptischen Wüste aufsuchten. Um sie zu prüfen, trug Antonius ihnen einen Text aus der Heiligen Schrift vor. Er begann mit dem Jüngsten und fragte jeden von ihnen, was der Text bedeute. Jeder interpretierte die Schrift so gut er konnte, aber Antonius erklärte jedem: „Du hast es nicht verstanden.“ Zuletzt fragte er Abba Joseph: „Wie erklärst du diesen Spruch?“ Er antwortete nur: „Ich weiß es nicht.“ Da rief Antonius aus: „In der Tat, Abba Joseph hat den Weg gefunden, denn er hat gesagt: ‚Ich weiß es nicht.‘ „

Wann immer wir versuchen, die Heilige Schrift auszulegen, ist es gut, sich an diese Lehre des Heiligen Antonius zu erinnern und zu versuchen, eine gewisse Zurückhaltung zu wahren. Das Evangelium kann nicht nach weltlicher Weisheit ausgelegt werden; wie der Apostel erklärt, „hat die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht erkannt, [deshalb] hat es Gott gefallen, durch die Torheit der verkündigten Botschaft diejenigen zu retten, die glauben“ (1 Korinther 1,21). Die „wörtliche“ oder „logische“ Bedeutung erschöpft kaum die Tiefe von Gottes Offenbarung. Tatsächlich kann uns die Anwendung der menschlichen Vernunft auf die Heilige Schrift in vielen Fällen in die Irre führen. Wie viele Irrlehren sind entstanden, weil Menschen über die Bedeutung der Heiligen Schrift spekuliert und ihre irrigen Ansichten zum Dogma erhoben haben?

Das heißt nicht, dass wir beim Lesen der Bibel die Logik über Bord werfen müssen, sondern nur, dass wir bei unseren Spekulationen vorsichtig sein müssen. Der Tradition der Kirche zu folgen, während man einen biblischen Text auslegt, ist der beste Weg, um eine falsche Auslegung der Schrift zu vermeiden. Im Folgenden werden wir die Logik untersuchen, die die Endzeitpropheten auf bestimmte Beweistexte für die vorzeitige Entrückung anwenden; gegebenenfalls werden wir uns auch Beispiele für die Auslegung dieser Texte durch die frühe Kirche ansehen. Dabei geht es nicht darum, Beweistexte für die Vorentrückung mit eigenen „Beweistexten“ zu kontern, sondern zu zeigen, dass die fraglichen Passagen kaum Schlussfolgerungen für die Vorentrückung erforderlich machen.

T. L. Frazier – Ein zweiter Blick auf die Wiederkunft – Die Spekulationen sortieren