Kategorie: Religion

Es gibtja auch diesen Spruch: Eine Schnur aus drei Bändern kann man nicht so leicht zerreißen.

Und wenn jemand den einzelnen (Eig ihn, den einzelnen) gewalttätig angreift, so werden ihm die zwei widerstehen; und eine dreifache Schnur zerreißt nicht so bald.
Elberfelder 1871 – Prediger 4,12

Und überwältigt wer den einen,
stehen die zwei gegen ihn auf,
und die dreifaltige Schnur haut man so schnell nicht entzwei.
Buber & Rosenzweig – Prediger 4:12

Und wenn einer den Einzelnen überwältigt, so werden die zwei ihm widerstehen; und eine dreifache Schnur wird nicht schnell zerrissen.
Streitenberger – Der Tanach Deutsch – Pred 4,12

Ein Einzelner kann leicht von hinten angegriffen und niedergeschlagen werden; zwei, die zusammenhalten, wehren den Überfall ab. Und: Ein dreifaches Seil kann man kaum zerreißen.
Neues Leben – Bibel 2006 – Pred 4:12

Hast du gewusst, dass jeder Fünfte in Deutschland mittlerweile allein lebt? Das Statistische Bundesamt in Berlin teilte mit, dass es 2011 rund 16 Millionen Alleinlebende gab. Deren Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich erhöht, 1992 waren es noch 11,5 Millionen Alleinlebende. Heute sind es also 20 %, die alleine leben. Vor allem in Großstädten ist der Single-Anteil am höchsten. Berlin toppt alles: Über 30 % der Menschen leben dort allein. Und diese Zahl wird noch höher, wenn man die Alleinerziehenden noch dazuzählt, meistens Frauen. Die sind zwar nicht ganz allein, aber doch ziemlich allein gelassen. Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, wies darauf hin, dass Alleinlebende häufiger von Armut bedroht sind. Nach den Alleinerziehenden seien Single-Haushalte diejenigen mit der höchsten Armutsgefährdungsquote. Noch ein Blick in die Zukunft: Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte wird bis 2025 auf 40 % bzw. 43 % steigen und der mit zwei Personen auf knapp 40 %. Dagegen verringert sich der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Personen um ein Viertel auf 19 %.
Jetzt sagt Gott: „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine lebt.“ Der Prediger sagt: „Zwei haben es besser als einer allein. Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell.“ Und ich sage deswegen: Bleib nicht allein. Such dir Menschen, befreunde dich, verlobe dich, trau dich. Wovor haben wir Angst? Wir haben Bindungsängste. Wusstest du, dass es in Bangladesch oder in Indien überhaupt keine Single-Haushalte gibt? Durchschnittlich teilen sich dort fünf Menschen eine Wohnung mit ein bis zwei Zimmern. Europa vereinsamt. Wir existieren allein vor uns hin, getrennt von Gartenzäunen und Vorurteilen. Aber wo soll das noch hinführen?
Ich möchte dich ermutigen: Fang wieder an, mit Menschen zusammen zu sein. Gründe eine WG, lebe irgendwo als Untermieter, oder hol dir jemanden in dein Haus, wenn du ein Haus hast. Triff deine Freunde. Und wage es, trotz vieler Enttäuschungen und Verluste, die ganz normal sind, wieder Vertrauen in die Beziehungen und Freundschaften zu anderen Menschen zu investieren. Es geht nicht anders. Wir haben keine andere Wahl, denn allein gehen wir ein. Und zwar mit und ohne Gott.

Detlef Kühlein – Die Bibel für Kopf und Herz – Der bibletunes-Kommentar

Wenn Ehebruch oder eine Sucht aufgedeckt werden, ist es eine große Erschütterung für eine Ehe und Familie. Es braucht Hilfe von außen. Ärzte, Psychologen und Seelsorger sind Ansprechpartner im Katastrophenfall. Gemeinsam lässt sich die Statik des Vertrauensfundaments analysieren. Gemeinsam kann man Strategien entwickeln, um das zu sichern, was nicht vom Erdbeben verschüttet wurde. Gemeinsam kann man aufbauen, was zerbrach. Doch was tun, wenn alles hoffnungslos scheint? Viele Paare ergänzten ihr Eheversprechen mit Gottvertrauen: „So wahr mir Gott helfe, werde ich dich lieben, ehren und achten.“ Eine häufige Bibelstelle in Hochzeitszeremonien ist Prediger 4,12: „Zwei mögen überwältigt werden, aber eine dreifache Schnur reißt nicht leicht.“ Es bleibt die Hoffnung, dass wir auch in der Katastrophe gesichert sind. Selbst wenn die Verbindung zum Partner riss, werden beide von Gott gehalten.

SCM – Family Next 02-2022

Eine wichtige Voraussetzung für eine glückliche Ehe ist der Wunsch, dem anderen zu gefallen, aber das genügt nicht. Mehr ist erforderlich. Wir lesen: „Eine dreifache Schnur kann nicht so schnell entzweigerissen werden.“ (Prediger 4:12) Die Ehe wird eine dreifache Schnur, wenn man Gott in diesen Bund einbezieht. Wie kann das geschehen? Indem man den Bund der Ehe vor Gott schließt und stets anerkennt, daß man die Pflicht hat, ihm, dem Stifter der Ehe, wohlzugefallen.
Das wird selbst von Erziehern und Universitätsprofessoren, die sich mit Eheproblemen befassen, anerkannt. F. Alexander Magoun, der seit Jahrzehnten in den ganzen Vereinigten Staaten in Colleges Vorlesungen hält, hat das letzte Kapitel seines Buches über Liebe und Ehe überschrieben „Religion in der Familie“. Er schreibt: „Man kann das Leben und die Religion nicht voneinander trennen . . . Echte Religiosität ist für ein glückliches und erfülltes Leben unerläßlich . . . Jedes materielle Problem hat immer eine religiöse Seite, und erst wenn man die religiösen Grundsätze entdeckt hat, die man zur Lösung anwenden muß, ist die Lösung möglich.“
Auch der Soziologe J. D. Unwin hat erklärt, eine Ehe könne sich nur dann voll entfalten, wenn die Partner sich einer Aufgabe hingäben, die außerhalb der Ehe liege und die beide Ehepartner als wichtiger betrachten würden als sich selbst oder ihr Verhältnis zueinander. Christen, die Jehova Gott hingegeben sind und ihm dienen, haben eine solche Aufgabe.

Erwachet! 8.Juni 1972

Als drittes Beispiel, das zeigt, dass zwei es besser haben als einer allein, beschreibt Kohelet in 4,12 die Situation eines Überfalls: Während einer allein vom Angreifer überwältigt wird, können ihm zwei zusammen standhalten. In der zweiten Hälfte des Verses formuliert Kohelet denselben Gedanken abstrakter, über das Bild eines dreifachen Fadens, der nicht zerreisst, d. h. besser hält als ein einfacher oder doppelter Faden. Kohelet zitiert hier wohl ein Sprichwort, denn von einem dreifachen Faden ist bereits im Gilgamesch-Epos die Rede (s. o. S. 33). Will man die Identität des Dritten bestimmen, liesse sich sowohl an ein Kind (des Paares) oder an Gott denken. Aber vermutlich geht es Kohelet nicht um eine bestimmte Dreierkonstellation, sondern um den allgemeinen Gedanken.

Schellenberg . Zürcher Bibelkommentare

Die unterstützende Körperwärme und der gegenseitige Beistand im Falle eines Überfalls oder Angriffs durch einen Gegner stellen zwei weitere anschauliche Beispiele dar. Die abschließende bildhafte Redewendung vom dreifachen Faden235, dessen Stärke in der antiken Welt offensichtlich sogar zum Sprichwort geworden ist, verstärkt das Anliegen der Zweierschaft in Richtung auf eine Gemeinschaft und Gruppe von drei und mehr Menschen. Kohelet bringt damit zum Ausdruck, daß der Mensch im Grunde ein soziales, auf zwischenmenschliches Miteinander angelegtes und angewiesenes Wesen ist und das Alleinsein eben »nicht gut«k ist. Im Gegensatz zum Bestreben des modernen Menschen, möglichst »autark«, also unabhängig von anderen zurechtzukommen, weist die Bibel im AT wie im NT auf die Zuordnung zueinander und die Abhängigkeit voneinander.

Stoll – Wuppertaler Studienbibel

Die Gabe der Gemeinschaft wird unter Menschen nirgends so vollkommen zur Wirklichkeit wie im Leib Christi. Dort werden Juden und Heiden, Griechen und Barbaren, Mann und Frau, Alt und Jung eins (Eph 2,14–16). Ist der Christ nicht eine beneidenswerte Kreatur? Weil er Gott fürchtet, findet er in den täglichen Beschäftigungen seine geheime Freude, und dazu findet er in der Gemeinschaft der Heiligen eine Quelle, an der er immer trinken und sich stärken kann. Wie arm ist der Gottlose, der beides nicht kennt; das Leben ist ihm eine Last, und er hat niemanden, mit dem er sie wirklich teilen kann.
»eine dreifache Schnur zerreißt nicht so schnell«: Ein Paar, das Kinder hat, hält stärker und inniger zusammen als ein Paar ohne Kinder. Die dritte Schnur kann aber auch der Herr selbst sein. Ist er die verbindende Kraft zwischen Menschen, dann haben sie in dieser vergänglichen Schöpfung etwas gefunden, was in die Ewigkeit reicht und damit der Eitelkeit alles Geschaffenen enthoben ist. Es ist etwas, was wahrlich »nicht so schnell« zerreißt: Es zerreißt nie.

Benedikt Peters – Kommentar zum Buch Prediger

Die Stärke einer solchen Beziehung wird mit der eines dreifachen (dreilagigen) Seils verglichen, ein Bild, das anscheinend auf die sumerische Literatur vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. zurückgeht. Rabbinische Kommentare haben dieses Seil aber so verstanden, dass es die Vorteile und die größere Stärke von drei Personen als Gefährten zeigt, besonders wenn es darum geht, die Tora zu leben und weiterzugeben, im Gegensatz zu den beiden, um die es sonst in diesem Abschnitt geht.

The Jewish Study Bible

Zwei sind besser als einer. Die Rabbiner sagen, dass das für die Ehe und alle anderen wichtigen Beziehungen gilt. Die Weisen bringen dafür viele Beispiele: „Zwei, die zusammen die Tora lernen, sind besser als einer, der alleine lernt, denn wenn einer einen Fehler macht, kann der andere ihn korrigieren (Makkot 10a), und [das größte] Wissen über die Tora kann man nur mit anderen zusammen erlangen“ (Berakhot 63a). Laut einem Midrasch haben Mordechai und Esther sich gegenseitig geholfen und ergänzt, um Gottes Volk zu retten, und Moses und Aaron haben Israel gemeinsam bei der Einweihung des Mischkan (der Stiftshütte) gesegnet.

The Complete Jewish Study Bible: Notes

Gott weiß genau, wie er alle Menschen, die das tun, worauf er Bock hat, aus Prüfungen retten kann

Der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden;
Elberfelder 1871 – 2.Petrus 2,9

Das alles macht deutlich, dass` der Herr diejenigen, die ihn ehren, sehr wohl retten kann, wenn ihr Glaube auf die Probe gestellt ist (oder: sehr wohl vor/aus der Versuchung retten kann. ), und dass er diejenigen, die Unrecht tun, in Gewahrsam hält, bis sie am Tag des Gerichts ihre Strafe bekommen (andere Übersetzer: die Unrecht tun, bestraft, während er sie bis zum Tag des Gerichts in Gewahrsam hält.).
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Petrus 2:9

Der Herr versteht sich darauf, Gottesfürchtige aus einer Versuchung zu befreien, Ungerechte wiederum als solche, die bestraft werden, für einen Gerichtstag zu verwahren,
Gottes Agenda – 2.Petr 2,9

Dabei ist der Herr doch in der Lage, die Gottesfürchtigen aus der Anfechtung herauszuretten und die Ungerechten zu ertragen bis zum Tag des Gerichts, an dem sie ihre Strafe empfangen.
Das Buch – 2009 – 2.Petr 2:9

Aus der Versuchung zu erretten, vgl. Mk 13,11; 1Petr 1,6. Aufzubewahren […] um sie zu strafen, der Autor hat eine Hölle nach dem Tod, aber vor dem Jüngsten Gericht vor Augen. In den rabbinischen Quellen findet eine solche Bestrafung meist im Gehinnom statt (mEd 2,10 [R. Aqiva zugeschrieben]: „[…] das Gericht über das Geschlecht der Sintflut dauerte zwölf Monate […], das Gericht über die Frevler in der Hölle dauerte zwölf Monate“]; tSan 13,3–4).

Das Neue Testament – jüdisch erklärt

dass der Herr Die Bedeutung der drei Beispiele in Vers 4–8 ist klar: Wenn Gott sündige Engel und gottlose Menschen in der Vergangenheit gerichtet hat, wird er gewiss auch die Ungerechten beim Endgericht verurteilen und die Gerechten erretten.

ihre Strafe bekommen Einige Kommentatoren sehen hierin einen Verweis auf eine vorausgehende Bestrafung vor dem Endgericht; dies entspricht auch der normalen Lesart des Griechischen an dieser Stelle. Andere Ausleger – Calvin mit eingeschlossen – verstehen dies aber als einen Verweis auf die zukünftige Bestrafung am Gerichtstag (d.h. „die Ungerechten werden für den Gerichtstag aufgespart“). Da es die Absicht des Petrus in diesem Abschnitt ist, die Gewissheit des Endgerichtes zu betonen, ist die zweite Bedeutungsmöglichkeit im Hinblick auf das Argument des Petrus angemessener als die erste, wenngleich er auch beide Sichtweisen im Blick gehabt haben kann.

Reformations-Studien-Bibel

Zum langen Vordersatz 2, 4–8 fügt V 9 den Nachsatz. Er zieht die Folgerung aus den drei Beispielen zuvor: Der Herr rettet die Frommen, die Ungerechten aber bewahrt er für den Tag der Bestrafung auf. Die Situation, die Lot zu ertragen hatte, wird als πειρασμός bezeichnet. Indessen ist πειρασμός überhaupt die Situation des Gerechten in der bösen Welt (Lk 8, 13). Ob dieser Dauer wird πειρασμός aus je akuter Versuchung zu dauernder Not und Gefahr des Menschen (Apk 2, 10; 3, 10). Darum bedarf er stets der Bewahrung und Errettung Gottes. Die Gefahr besteht aber nicht so sehr darin, daß der Mensch dazu neigt, in der Sünde mitzutun, sondern er ist in Gefahr, mit den Bösen in das Gericht zu kommen. Denn die Bösen werden für den Tag des Gerichtes aufbewahrt „als solche, die ihre Strafe erfahren“. Der Brief wird nicht sagen wollen, daß die Sünder als solche, die schon einstweilen ihre Strafe erdulden, der endgültigen Verurteilung entgegengehen. Er würde dann die Lehre vom doppelten Gericht bezeugen, dem einen sogleich nach dem Tod, dem andern im Weltgericht, wie sie allerdings so wohl dem Spätjudentum bekannt ist (4 Esr 7, 75–101; Henäth 22) und danach auch im NT (im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus Lk 16, 22) vorausgesetzt werden kann (so Bigg, Knopf, Wohlenberg). Vielmehr wird κολαζομένους (an Stelle des wenig gebräuchlichen Part. fut. passivi stehend) futurisch zu fassen sein: Gott bewahrt die Bösen auf als solche, die am Tage des Gerichtes ihre Strafe erfahren werden (so Chaine, Charue, Felten, Michl, Windisch-Preisker). Nur das futurische Verständnis von κολαζομένους wird der eschatologischen Spannung des Briefes entsprechen.

Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Für die Abseitsstehenden scheint es unbegreiflich (V. 9), daß Gott überhaupt die Seinen prüft (warum auch, meinen sie!) und wie die Menschen angesichts so schwerer Schicksalsschläge durchhalten können. Aber Gott weiß, warum er prüft und wie lange. Auch hat er viele Möglichkeiten, die Seinen im Glauben zu erhalten. Bewährt werden wir nur durch Gottes Hilfe, ans Ziel kommen wir nur durch seinen Beistand (vgl. Offb 3,10; 2 Tim 4,18; Jud 6). Die Gottlosen sollen sich aber nicht in Sicherheit fühlen, wenn Gott die Seinen prüft. Für sie ist diese Zeit Gnadenzeit, weil Gott das Gericht noch nicht bringt. Sie gilt es zu nützen. Sonst ist es eine Zeit der Bewahrung für das Gericht.

Edition C Bibelkommentar Neues Testament

Nun faßt Petrus zusammen, was die biblischen Beispiele uns zeigen: So weiß der Herr Fromme aus der Versuchung zu retten. Mögen die Irrlehrer mit ihrem großen Anhang jetzt auch triumphieren, sie gehören mit Leben und Lehre doch zu den Ungerechten, die für den Tag des Gerichts bewahrt werden. Die treuen Gemeindeglieder aber dürfen und sollen ihre Lage als Versuchung, als „Prüfung“ ansehen. Das ist, seit es Menschen Gottes gibt, deren normale Lage in der Welt. Ihr Verhältnis zu Gott muß durch Versuchungen hindurch. Sie sind von Gott her „Prüfungen“ und Erprobungen, damit der Glaube darin seine Echtheit bewährt, wie das Gold im Feuer. Petrus hat das in seinem 1. Brief der Gemeinde ausführlich gesagt und eindringlich vor Augen gestellt: 1Pt 1, 6. 7; 3, 13–17; 4, 12–19.

Wuppertaler Studienbibel

Zwei Grundsätze werden angegeben:
 1. Gott weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten.
 2. Gott weiß die Ungerechten aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden.
 Die Beispiele von Noah und Lot erläutern, wie Gott errettet, während die Erfahrungen der Engel, vorsintflutlichen Menschen und Sodomiten mitteilen, wie Gott bis zum Tag der ewigen Verdammnis und Strafe aufbewahrt.
 V.9 ist eine Zusammenfassung und Darlegung unantastbarer Prinzipien. Petrus beschäftigt sich damit, wie Gott vorbereitet und handelt. Für Noah gab es nur in der Arche Schutz. Das Innere der Arche war der einzige anerkannte und bereitstehende, sichere Zufluchtsort. Heute gilt für uns Röm 8,1: „Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind.“ Der Herr Jesus Christus ist der alleinige sichere Zufluchtsort, der von Gott anerkannt und zur Verfügung gestellt wurde. Lots Rettung war nötig, weil Gott den Gerechten nicht mit den Gottlosen bestrafen wollte. Der Richter der ganzen Erde (nicht nur des Tals von Sodom) wird gerecht handeln. Der Heilige wird nicht mit der Welt gerichtet werden (1Kor 11,32).
  Dann wenden wir uns dem zweiten Grundsatz zu: „Der Herr weiß … die Ungerechten aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden.“ Dabei stellen wir fest, daß im Falle der Engel ihre Sünde gerichtet wurde und sie danach verurteilt sowie in Gruben oder Ketten aufbewahrt wurden, ganz gleich, welches Bild man gelten läßt. (Die Gruben sollen im tiefsten Abgrund bis zum Tag der Verdammnis gefangen- und die Ketten festhalten). Sie befinden sich bis zur endgültigen Bestrafung im Gefängnis, in sicherem Gewahrsam, ohne Hoffnung auf Begnadigung.
  Dann zeigen das 2. (die Opfer der Flut) und das 3. Beispiel (die Opfer des Feuers), daß Gott jeden im Himmel oder auf Erden mit Stumpf und Stiel ausrotten will, der gegen Ihn rebelliert hat. Er wird rechtschaffen und gerecht in all Seinen Taten sein, und dieser Fakt wird öffentlich kundwerden. Die Flut raffte sie alle hinweg; das Feuer vernichtete in diesem Tal jedes Lebewesen. Doch Gott bewahrte Noah und rettete Lot.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

Durch Weisheit wird eine Hausgemeinschaft aufgebaut,

Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es befestigt;
Elberfelder 1871 – Sprüche 24,3

Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Einsicht gewinnt es Bestand,
Die Philippson-Bibel – Sprüche 24:3

Durch Weisheit wird ein Haus erbaut,
durch Verständigkeit wird es gefestigt,
Buber & Rosenzweig – Spr 24,3

Weisheit und Verstand sind ein sicheres Fundament, auf dem du dein Haus errichten kannst, Gute Nachricht Bibel 2018 – Spr 24:3

Durch Weisheit wird eine Hausgemeinschaft aufgebaut, und durch Unterscheidungsvermögen wird sie sich als fest gegründet erweisen.
neue Welt Übersetzung – Bi12 – Sprüche 24:3

Was immer deine Rolle in der Familie ist, vertraue auf die Weisheit der Bibel und lass nicht zu, dass dein Verhalten von deinen Gefühlen, deiner Kultur oder der Meinung sogenannter Experten bestimmt wird. 

Der Wachtturm August 2023

leider fehlt in der Auflistung, dass du dich auch nicht von sogenannten religiösen Bibelauslegern beeinflussen lassen solltest, die zwar auf der einen Seite jeden Kirchgänger dazu auffordern, in ihre Reihen zu wechseln, auch gegen den Wunsch des Ehepartners; aber wenn ein Ehepartner die „eigene Religion“ verlässt, indirekt zu einer „Trennung wegen geistiger Gefährdung“ auffordert.
Jehovahs Wunsch im Garten Eden war, dass Mann und Frau immer zusammen bleiben sollten – und dieser Wunsch bleibt Sein Wunsch für alle Ewigkeit!

Weisheit … Einsicht … Erkenntnis Diese Begriffe werden synonym verwandt für die Voraussetzung und den Erhalt von rechten Beziehungsverhältnissen. Die echte Weisheit wird in Bezug auf die handwerkliche Fähigkeit bei der Konstruktion eines Hauses – wie in 2.Mose 36,1 –, in Bezug auf menschliche Beziehungen oder in Bezug auf die legitimen Errungenschaften des Wohlstandes verwandt.
24,3 ein Haus Dies ist entweder ein tatsächliches Gebäude oder eine Metapher für eine Familie oder selbst für eine Dynastie (2.Sam 7,11f.).

Reformations-Studien-Bibel

Denn wo man einer Haushaltung in Gottseligkeit weise vorsteht, da wird das Einkommen zunehmen und alles geht glücklich aus.

Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Die Bilder von den Vorteilen der Weisheit (ein Haus … gebaut, gegründet und gefüllt) umfassen neben einem gesegneten Familienleben auch materielle Versorgung. Die Mittel, mit denen sie erlangt werden (durch Weisheit, Verständnis und Wissen), werden in den Sprüchen jedoch als aus der Furcht vor dem Herrn hervorgehend dargestellt. Daher sollte die Natur des Reichtums und die Haltung ihm gegenüber immer von der Priorität des Strebens nach Weisheit bestimmt sein.

The ESV Study Bible

Dieses Sprichwort zeigt, wie konstruktiv Weisheit sein kann. In anderen Sprichwörtern wird Weisheit als fleißige Frau dargestellt, die ihr Haus baut (9:1). Hier baut Weisheit nicht nur das Haus, sondern füllt es auch mit Wohlstand und Glück (siehe Anmerkung zu 3:2).

Faithlife Study Bible

Verständnis, Wahrnehmung und Urteilsvermögen sind drei Seiten derselben Medaille, die als die Krone der Tugenden bekannt sind. Ein Haus steht für einen Menschen, und die Weisheit ist der Baumeister dieses Hauses, das heißt, sie macht einen Menschen zu einem weisen und starken Menschen. So ein Mensch sieht die Weisheit und ihre Tugenden als wichtiger an als einen Menschen, der einen großen Besitz hat.

The Orthodox Study Bible: Notes

Durch Weisheit: Ähnlich wie in den Aussagen in 9:1 und 14:1. Ein Haus wird gebaut: Das konkrete Bild eines im Bau befindlichen Hauses ist ein Symbol für das eigene Leben. Im Hebräischen kann der Begriff „Haus“ auch „Haushalt“ oder „Familie“ bedeuten. • Das Haus ist die von Christus erbaute Kirche, und ihre Vorratskammern, gefüllt mit allen möglichen schönen Dingen, sind die Herzen der Gläubigen, die so leben wie er. Mit anderen Worten: Ihre Herzen sind reich an guten Gedanken, Worten und Taten (Johannes Chrysostomos, Kommentar zu den Sprüchen 24).

Die katholische Studienbibel von Ignatius

Die Formulierung durch Weisheit erinnert an 3,19 und nimmt von vornherein diesen Menschen hinein in den Bereich der Schöpfungsmacht Gottes. Auch 14,1 baut die Weisheit ein Haus, aber von der Torheit wird es niedergerissen. Im Gegensatz dazu betont hier der zweite Stichos, daß das Haus Bestand hat. Es wird befestigt und gewährt dauerhafte Geborgenheit. Das Haus gewinnt bleibende Schönheit und unzerstörbares Ansehen. Auch in 1Kor 3,11–14 ist sowohl das Bauen als auch das Bleiben bedeutungsvoll.

Wuppertaler Studienbibel

»Durch Weisheit wird ein Haus gebaut«, womit eine Familie gemeint ist (siehe dazu Auslegung zu 14,1 und unten V. 27). Doch auch die Gemeinde ist ein Haus, und die zu gründen und zu bauen, bedarf ebenfalls der Weisheit. Paulus konnte von sich sagen, dass er als »ein weiser Baumeister den Grund gelegt hatte« zum Haus in Korinth (1Kor 3,10), der Gemeinde Gottes an jenem Ort (1Kor 1,2). Es lag an den Korinthern, auf diesem Grund aufzubauen (1Kor 3,10b), und das würde nur gelingen, wenn sie den Apostel nachahmten (1Kor 4,16; 11,1; siehe auch Phil 3,17) und sich in allem an die Lehren hielten, die er ihnen überliefert hatte. Da ein Haus nur durch Weisheit gebaut wird, darf man nicht die Gottlosen nachahmen und mit deren Mitteln bauen, also mit Nötigungen und mit Drohen, und ebenso wenig mit billigen Lockmitteln. Nur »durch Einsicht«, die von Gott und durch Gottes Wort geschult ist, kann ein Haus so gebaut werden, dass es »befestigt« ist. Worin die Einsicht bzw. der Verstand besteht, hat der Sohn Gottes im Gleichnis von den zwei Häusern gelehrt (Mt 7,24–27). Steht das Haus, soll es gefüllt werden (3,10). Das geschieht nur durch »durch Erkenntnis«, Erkenntnis Gottes und seines Wortes, und wird dieses befolgt, werden »die Kammern [sich füllen] mit … kostbarem … Gut«. Darum schreibt Paulus der Gemeinde in Kolossä: »Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen« (Kol 3,16).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

In der Bibel wird auch die Familie oft als Haus bezeichnet. Das Haus ist dann in diesem Sinn ein Bereich der Einheit, der Ordnung und der Geborgenheit. Es ist auch ein Ort, wo wir uns „zu Hause“ fühlen sollen. War es nicht von jeher die Absicht Gottes, als Er das Familienleben ins Dasein rief, dem Menschen diesen Bereich zu verschaffen, wo er in vertrauter Nähe mit seiner ihm anvertrauten Familie wohnen sollte?

Für Gott haben Ehe und Familie einen sehr großen Wert. Wir beobachten in unseren Tagen, wie Satan bemüht ist, diese Werte herab zu setzen. Es ist sein Ziel, die von Gott zum Wohl des Menschen gegebene Ordnung in der Schöpfung zu beseitigen. Er versucht z. B. die Ehe durch eine „unverbindliche Partnerschaft auf Zeit“ zu ersetzen. Unter seinem Einfluss versuchen die Menschen sogar, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft „gesellschaftsfähig“ zu machen. Die Folge davon ist eine traurige Zerrüttung des Familienlebens mit katastrophalen Folgen für Kinder und junge Menschen. Es ist uns deshalb ein besonderes Anliegen, noch einmal auf einige grundsätzliche Punkte hinzuweisen, die Gott uns in Seinem Wort zeigt und die eine Hilfe sind, wie man – um bei unserem Bild zu bleiben – ein Haus (oder eine Familie) auf den „Felsen bauen kann“. Über dieses Thema ist schon viel gesagt und geschrieben worden, und wir sind uns dessen bewusst, dass wir nichts Neues zu sagen haben. Aber durch diese Zeilen wollen wir gleichsam dem Beispiel des Apostels Petrus folgen. Er schrieb an die Gläubigen in der Zerstreuung: „Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wisst… Ich halte es aber für recht, … euch durch Erinnerung aufzuwecken“ (2 Petrus 1,12.13).

Im Buch der Sprüche heißt es von der Weisheit Gottes: „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es befestigt“ (Spr 24,3). Und weiter wird gesagt, dass das Beachten der in der Bibel niedergelegten Weisheit mit Segen verbunden ist und ihre Verachtung zum Unglück führt. „Durch mich (die Weisheit) werden deine Tage sich mehren, und Lebensjahre werden dir
hinzugefügt werden. Wenn du weise bist, so bist du weise für dich; und spottest du, so wirst du allein es tragen“
(Spr 9,11.12).

Ermunterung und Ermahnung Heft 1 – 2007

Sie sind in ihrem Haus gesegnet. „Der Fluch des Herrn liegt auf dem Haus der Gottlosen, aber das Haus der Gerechten segnet er“ (3:33, NIV). „Das Haus der Gottlosen wird zerstört werden, aber das Zelt der Gerechten wird gedeihen“ (14:11, NKJV). Die Gottlosen mögen in Häusern leben, und die Gerechten haben nur Zelte, aber mit dem Segen des Herrn wird das Zelt des Gerechten ein Palast sein! „Die Gottlosen werden umgestürzt und sind nicht mehr da; aber das Haus der Gerechten wird stehen“ (12:7).

In der hebräischen Kultur bezieht sich „Haus“ sowohl auf die Familie als auch auf das Gebäude, in dem die Familie wohnt (2 Sam. 7:16, 25, 27), was bedeutet, dass die Kinder des Gerechten in den Segen einbezogen sind. „Der Gerechte wandelt in seiner Rechtschaffenheit; seine Kinder werden nach ihm gesegnet“ (20:7, NKJV). „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Verstand wird es gegründet; durch Erkenntnis werden die Räume mit allen kostbaren und angenehmen Reichtümern gefüllt“ (24:3-4; siehe 14:1).

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

Schau dir an, was Bezalel gemacht hat, dem der Heilige Weisheit gegeben hat; wie es in der Schrift heißt: „Und ich werde ihn mit einem göttlichen Geist der Geschicklichkeit, der Fähigkeit und der Erkenntnis ausstatten“ (Ex 31,3). Mit diesen drei Dingen hat der Heilige seine Welt erschaffen, wie es in der Schrift heißt: „Der Herr hat die Erde durch Weisheit [ḥokhmah] gegründet, die Himmel durch Verstand [tevunah] errichtet, und durch sein Wissen [daʿat] sind die Tiefen aufgebrochen“ (Spr 3,19–20). Und mit diesen drei Dingen hat Bezalel die Stiftshütte gebaut. In ähnlicher Weise wurde der Tempel durch diese drei [Dinge] gebaut; wie es in der [Schrift] heißt: „[Hiram] … war mit Geschick [ḥokhmah], Verstand [tevunah] und Wissen [daʿat] ausgestattet“ (1 Könige 7:14). Und auch der zukünftige Tempel wird mit diesen drei Dingen gebaut werden, wie es in der [Schrift] heißt: „Das Haus wird durch Weisheit [ḥokhmah] gebaut und durch Verständnis [tevunah] gegründet werden; und durch Wissen [daʿat] werden seine Räume mit allen kostbaren und schönen Dingen gefüllt [yimmaleʾu] werden“ (Spr 24,3–4). (Tanḥuma Va-yak•hel 5)

Mit ihrer typischen Untertreibung nutzen diese midraschischen Lehren verbale Übereinstimmungen, um unerwartete theologische Zusammenhänge herzustellen. Aus ihrer Sicht ist die Schrift keine zufällige historische Aufzeichnung, sondern ihre Sprache offenbart, wenn man sie richtig versteht, die Strukturen einer sinnvollen göttlichen Ordnung – einer Ordnung, in der die Welt und der Tempel Spiegelbilder derselben Weisheit und kosmischen Struktur sind.

The JPS Bible Commentary

„Mit Geld kann man ein Haus kaufen“, meinte der Prediger, „aber kein Zuhause.“ Die immateriellen Werte eines Zuhauses sind ganz anders als die materiellen Werte eines Hauses. Eine kluge Frau, sagt Salomo, baut ihr bayit (Haus). Im Gegensatz zum Englischen, das zwischen einem Haus und einem Zuhause unterscheidet, benutzt das Hebräische für beides dasselbe Wort. Aber es besteht kein Zweifel, dass sich Mishlei (Sprüche) 14:1 nicht auf die physische Struktur aus Stein oder Ziegeln bezieht, sondern auf die immateriellen Notwendigkeiten der Familie und des täglichen Lebens.
Das Zuhause wird von einem großen Teil unserer Gesellschaft abgewertet. Es ist zu einem Ort geworden, an dem wir lediglich „unseren Hut aufhängen“, anstatt ein Ort der Familiengemeinschaft zu sein. In Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, verbringen Kinder und Eltern nur wenige Stunden am Tag zusammen, wenn man die Schlafenszeiten nicht mitrechnet. Außerdem müssen die Kinder in vielen Fällen das Zuhause in Abwesenheit der Eltern gestalten. Einige haben klugerweise davor gewarnt, dass viele Eltern, die ihre Kinder heute in Kindertagesstätten abgeben, im Alter erleben werden, dass ihre Kinder sie in Pflegeheimen abgeben.
In der alten jüdischen Welt war das Zuhause der Mittelpunkt des Lebens. Während vieler Perioden der jüdischen Geschichte lebte die ganze Großfamilie zusammen. Die Haushalte waren ziemlich groß, da die Familien so viele Kinder wie möglich haben wollten. Wie Salomo an anderer Stelle sagte: „Auch Kinder sind eine Gabe von ADONAI; die Frucht des Leibes ist eine Belohnung“ (Ps. 127,3). Die moderne Einstellung, Kinder als wirtschaftliche Belastung zu sehen, wäre in dieser Zeit und Kultur (ganz zu schweigen von Gottes Sichtweise) verabscheuungswürdig gewesen. Eine große Familie war für Männer sogar ein Grund zum Prahlen vor den Toren der Stadt (siehe Ps. 127,5).
Weisheit baut ein Haus auf vielfältige Weise. Viele Kinder zu haben und sie in göttlicher Weisheit zu erziehen, ist ein Eckpfeiler des Hausbaus. Dazu gehört auch, das Zuhause mit guten Dingen zu füllen, wie Salomo in Mischlei 24,4 sagt: „Durch Wissen werden seine Räume mit allerlei kostbaren und angenehmen Besitztümern gefüllt.“ Diese Weisheit muss natürlich mit den biblischen Geboten gegen Materialismus in Einklang gebracht werden (z. B. Mischlei 11,4; 15,27; 16,16). Doch richtig verstanden sagt Salomo, dass Weisheit ein Zuhause voller Luxus und Schönheit schaffen kann. Die Weisheitsprinzipien, die dabei helfen, sind zweifellos Prinzipien für finanziellen Erfolg – worüber Mischlei viel zu sagen hat.
Neben schönen Besitztümern und vielen Kindern bietet ein weises Zuhause Sicherheit: „Durch Verständnis wird es gesichert“ (24:3). Die hebräische Wurzel für die Sicherung des Hauses ist koon, was sich in dieser Form auf ein Haus bezieht, das gegründet und gut gebaut ist. Das heißt, weil es auf soliden Weisheitsprinzipien aufgebaut ist, ist das weise Zuhause vor Gefahren geschützt. Wie ein physisches Haus, das gebaut wurde, um einem Sturm standzuhalten, kann das Haus der Weisheit den Belastungen von Konflikten und dem Druck von außen standhalten.
In diesen Versen und vor allem in der Kultur jener Zeit wird gezeigt, dass der Hausbau in erster Linie Aufgabe der Frau ist. Manche würden dieses Konzept als chauvinistisch komplett ablehnen. Andere würden in der Aufteilung der Verantwortung zwischen Mann und Frau eine implizite Weisheit sehen. Unabhängig davon, wie man diese Debatte für sich selbst entscheidet, will Salomo sicher nicht sagen, dass der Mann keine Rolle beim Hausbau spielt. Hier wird ein bestimmtes Familienideal im Sinn gehabt. Neben dem Problem der Geschlechterrollen in unserer Gesellschaft könnte diese Lehre aus Mischlei auch für alleinstehende Erwachsene schwer zu akzeptieren sein. In der Antike lebte ein alleinstehender Erwachsener höchstwahrscheinlich bei seinen Eltern, und das war sein Zuhause. Vielleicht können Singles heute eine ähnliche Anwendung dieser Prinzipien finden, nicht unbedingt indem sie bei ihren Eltern leben, sondern indem sie ihre Eltern bis zur Heirat als ihre unmittelbare Familie betrachten.
Unabhängig davon, in welcher Situation du dich befindest, gelten diese Prinzipien. Weisheit baut ein Zuhause auf. Torheit reißt es nieder. Ein weiser Elternteil erzieht seine Kinder in Frömmigkeit und geht mit Geld so um, dass es dem Zuhause Sicherheit gibt. Ein weiser Single kann sich auf seine Eltern, Freunde oder Geschwister verlassen und geht mit Geld so um, dass er sich eine Zukunft aufbauen kann. Ein weiser alleinerziehender Elternteil findet Hilfe bei der Kindererziehung und füllt sein Zuhause mit Liebe, die die Lücke des fehlenden Elternteils füllen kann. Nicht alle Familien sind ideal, aber alle Familien können in ihrer Situation Weisheit zeigen.

A Messianic Commentary on Proverbs: Proverbial Wisdom & Common Sense

aber wie ein Mensch innerlich drauf ist, das prüft alleine Gott.

Um die Reinheit von Silber und Gold zu prüfen,
wird es im Kessel oder im Ofen ( Dient dazu, edle Metalle von anderem Material zu trennen. Der Ofen wird dabei so heiß, dass das eingefüllte Material schmilzt )geschmolzen.
Aber die Herzen der Menschen prüfen,
das kann allein der HERR ( Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: HERR. ).
BasisBibel 2021 – Sprüche 17,3

Mit Feuer prüft man die Reinheit von Silber und Gold, der HERR aber prüft die Herzen.
Neues Leben Bibel 2014 – Sprüche 17:3

Der Tiegel fürs Silber, der Ofen fürs Gold,
aber der Herzen Prüfer ist ER.
Buber & Rosenzweig – Spr 17,3

Der Schmelztiegel für das Silber, und der Ofen für das Gold; aber Prüfer der Herzen ist Jehova.
Elberfelder 1871 – Spr 17:3

Der Vergleich deutet an, dass der Herr unsere Erfahrungen gebraucht, um uns zu prüfen. Der Feuertest ist aber nicht dazu da, zu zerstören, sondern um zu reinigen. Die Abfolge von Silber über Gold bis hin zum Herzen scheint dem Herzen einen sehr hohen Wert zuzubilligen.

Reformations-Studien-Bibel

Genau wie das Silber und Gold durch das Feuer gemacht wird, so macht Gott durch das Feuer der Trübsal und Anfechtung unsere Herzen, damit wir uns selbst erkennen, ob wir Gott mit Ernst fürchten und ihm wahrhaftig vertrauen [1. Petr 1]. Darum sollen wir zusehen, dass wir eine solche Probe bestehen und rechtschaffen erkannt werden.

Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Der Schmelztiegel und der Ofen deuten darauf hin, dass der Herr die Herzen durch Widrigkeiten prüft.

The ESV Study Bible

Das Feuer des Herrn (siehe Ps 66,10; Jer 9,7; Mal 3,2–3) trennt das Wertvolle von den Unreinheiten im Herzen eines Menschen (vgl. 16,2; 21,2; 27,21).

New Living Translation Study Bible_2008

Schmelztiegel. Ein Gefäß zum Schmelzen von Metallen. Herzen. Das Innerste eines Menschen, also sein Verstand, seine Gefühle und sein Wille.

The Reformation Heritage KJV Study Bible

Schmelztiegel … Ofen. Das Bild von Edelmetallen, die hohen Temperaturen ausgesetzt werden, um die Schlacke abzutrennen und eine gereinigte Form des Minerals zu erhalten. Der Herr prüft das Herz. Durch Prüfungen und verschiedene Umstände erkennt der Herr die Schlacke im menschlichen Herzen und das Ausmaß, in dem dieses Herz auf den Herrn vertraut.

NIV Biblical Theology Study Bible

Der Schmelztiegel und die Schmelzpfanne waren kleine Tongefäße, in denen Metalle bei mega hohen Temperaturen geschmolzen wurden, um sie zu veredeln. Getestet zu werden bedeutet, geprüft zu werden, um zu sehen, ob etwas echt ist. Der Prozess des Testens kann zu einer Reinigung führen (Hiob 23,10). Gott lässt sich nicht täuschen, wenn er Herzen beurteilt (1. Chronik 29,17; Psalm 7,9; 26,2; Jeremia 11,20; 12,3).

CSB Study Bible: Notes

Im Schmelztiegel wird Silber und Gold geläutert. Unedle Beimengungen verbrennen früher als das Edelmetall, das schließlich mit hohem Reinheitsgrad zurückbleibt. Solch gereinigtes Gold wird Offb 3,18 angeboten. Unser Spruch läßt mehr an das Moment des Prüfens denken. Wenn etwas die Feuerprobe besteht, ist sein Wert bewiesen. Die gleiche Bedeutung, die der Schmelztiegel für die Metalle hat, hat Jahwe für die Menschen. Er ist der Prüfer der Herzen. Seinen Feueraugen entgeht nichts (16,2). Sie erkennen jede Unreinheit. In 1Petr 1,7 werden Trübsale, die wir erleiden, als solche Prüfungen Gottes erklärt.

Wuppertaler Studienbibel

Als souveräner Herrscher über alle Dinge sieht und weiß der Herr, was vor sich geht, die Gedanken, Handlungen, Worte und Motive aller Menschen. „Denn der Herr sieht die Wege eines Menschen, und er prüft alle seine Pfade“ (Sprüche 5:21, NIV). „Die Augen des Herrn sind überall und wachen über die Bösen und die Guten“ (15:3, NIV). „Der Herr wägt die Herzen ab“ (21:2, NKJV; siehe 17:3 und 24:12). Wenn Gott richtet, richtet er gerecht, ob er nun die Bösen bestraft oder die Gerechten belohnt.
Es ist ermutigend zu wissen, dass „der Herr regiert“ (Ps. 93,1) und dass seine gerechten Absichten erfüllt werden. Lasst uns sicher sein, dass wir mit Ihm auf dem Weg des Lebens wandeln, uns Seinem Willen hingeben und versuchen, Seinen Namen zu ehren.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

So wie man Silber und Gold im »Tiegel« schmilzt (Ps 12,7) und im »Ofen« prüft (Spr 27,21), so prüft Jahwe die »Herzen« (siehe auch 27,21). Er läutert das Innere seiner Geliebten, »wie man Silber läutert« (Ps 66,10; siehe auch Sach 13,9; Mal 3,3), weil sie ihm kostbar sind und mehr bedeuten als alle Reichtümer der Welt. Die Hitze des Ofens und das Feuer des Tiegels dienen im Leben des Christen der »Bewährung [des] Glaubens« (1Petr 1,7). Nur durch Nöte wird offenbar, ob unser Glaube echt sei oder nicht, und darum sollten wir »das Feuer … das [uns] zur Prüfung geschieht« nicht als etwas Befremdliches ansehen (1Petr 4,12), sondern dem Herrn vielmehr dafür danken. Denn was könnte uns Schlimmeres passieren, als dass wir erst am Ende unseres Lebens einsehen müssten, dass unser Glaube nie echt war?
….

»So künstlich [kunstvoll] die Menschen sich zu verstellen, so vortrefflich sie sich mit Tugendfarben zu malen und andere zu berücken wissen, so wenig daher ein Mensch die Tiefen ihrer Herzen ergründen kann, so genau siehet der Höchste den Grund des Herzens; er weiß das Falsche und Betrügliche von dem Wahren und Aufrichtigen im Herzen zu unterscheiden. Er untersucht die Grade der Reinheit, er schafft die Schlacken, die Unreinheit heilsam weg; er erhöhet durch das Feuer der Trübsale und Anfechtungen den Glanz der Tugend« (Starke, zitiert bei Dächsel).

Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche

Weil ihr von Gott auserwählt und seine geliebten Kinder seid

Ziehet nun an, (Eig Habet nun angezogen) als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut,
Elberfelder 1871 – Kolosser 3,12

Geschwister, ihr seid von Gott erwählt, ihr gehört zu seinem heiligen Volk, ihr seid von Gott geliebt. Darum kleidet euch nun in tiefes Mitgefühl, in Freundlichkeit (oder Güte), Bescheidenheit (oder Demut), Rücksichtnahme (oder Nachsicht/Sanftmut.) und Geduld.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Kolosser 3:12

Weil ihr von Gott auserwählt und seine geliebten Kinder seid, die zu ihm gehören, sollt ihr euch untereinander auch herzlich lieben in Barmherzigkeit, Güte, Demut, Nachsicht und Geduld.
Hoffnung für alle – 1996 – Kol 3,12

Von Gott seid ihr auserwählt worden. Zu ihm gehört ihr ganz und gar. Von ihm seid ihr in Liebe angenommen. Das sind die neuen Lebenseinstellungen, die ihr einüben sollt: barmherzige Zuwendung, Herzensgüte, Demut, Taktgefühl und Geduld.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – Kol 3:12

Der folgende Vers lautet „Sagt ein echtes Ja zueinander, so wie ihr seid, und vergebt einander immer wieder.

ἐν-δύσασθε Aor. Imp. Med. -δύω V. 10. ἐκ-λεκτός9 (< ἐκ-λέγομαι [für sich] auswählen) ausgewählt; im NT fast durchweg: (aus)erwählt (ausgesondert, um zu Gott zu gehören bzw. ihm zu dienen). ἠγαπημένοι Pf. Ptz. Pass. ἀγαπάω, subst. σπλάγχνον nur Pl. Eingeweide; Herz (Sitz der Gefühle); Zuneigung, Liebe, Erbarmen. οἰκτιρμός Mitleid, Erbarmen, Barmherzigkeit; σπλάγχνα οἰκτιρμοῦ (gen. qualitatis, A160) inniges/herzliches Erbarmen, barmherzige Zuneigung. χρηστότης3 ητος ἡ Güte, Milde, Freundlichkeit. ταπεινοφροσύνη Bescheidenheit, Demut. πραΰτης3 ητος ἡ Sanftmut, Milde, Freundlichkeit. μακρο-θυμία Geduld, Ausdauer; Langmut.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Noch einmal fordert Paulus die Gläubigen zu energischem Handeln auf: So zieht nun an (endysasthe). Weil sie „den neuen (Menschen) angezogen haben“ (endysamenoi; V. 10), sollen sie nun auch ihrem neuen Stand gemäß leben und wirklich christliche Eigenschaften und Einstellungen an den Tag legen. In den Versen 8-9 hatte Paulus sechs Laster aufgezählt (Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte und Lüge). Im Gegensatz dazu sollen die Christen als die Auserwählten Gottes (vgl. Röm 8,33; Tit 1,1), als die Heiligen („die für Gott Ausgesonderten“; vgl. Kol 1,2) und Geliebten (vgl. Röm 5,8; 1Joh 4,9-11.19 ) verschiedene Tugenden besitzen. Darunter sind herzliches Erbarmen (splanchna oiktirmou; ein besonders anrührender Ausdruck; in Phil 2,1 verbindet Paulus die beiden Substantive mit einem „und“), Freundlichkeit (tätiges Wohlwollen; vgl. 2Kor 6,6), Demut (eine demütige Haltung gegenüber Gott; vgl. Phil 2,3; 1 Petrus 5,5), Sanftmut (prautEta; Milde, eine duldsame Haltung gegenüber anderen) und Geduld (makrothymian, „Selbstbeherrschung“, Ruhe und Festigkeit angesichts von Provokationen von außen; vgl. Kol 1,11). Die drei letzten dieser Tugenden werden in Eph 4,2 im Griechischen in genau derselben Anordnung genannt, und auch Gal 5,22 – 23 greift drei von ihnen heraus: Geduld, Sanftmut und Freundlichkeit.

Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar

Der Imperativ „ziehet also an herzliches Erbarmen usw.“ verdeutlicht die Aufgaben jener, die den neuen Menschen angezogen haben. Wie der alte Mensch wird der neue durch seine πράξεις, seine Handlungsweise, konstituiert. Jeder Getaufte ist angesprochen. Die πράξεις aber, die genannt werden, sind solche, die das Zusammenleben, die Bildung von Gemeinde einfordert und zur Voraussetzung hat. Auch in der detaillierten Betrachtung trägt der neue Mensch individuelle und kollektive Züge. Der Mikro- kann vom Makroanthropos nicht getrennt werden und umgekehrt. Die fünf aufgezählten Tugenden sind die des geselligen Lebens. Im Kontext bilden sie das Gegenstück zu den irae differentiae in V 8. Allerdings sind sie durchweg jüdisch empfunden.
Im einzelnen steht herzliches Erbarmen, wörtlich: „Eingeweide des Erbarmens“ an erster Stelle. Dieses ganz biblisch empfundene Bild geht davon aus, daß im Innern des Menschen seine Affekte und Gefühle sitzen. „In meinem Schoß und meinen Eingeweiden tut es mir weh“, klagt Salomo zum Ausdruck seelischen Schmerzes (PsSal 2, 15). „Ich brannte in meinen Eingeweiden, es offen zu sagen“, gesteht Naphtali (TestNaph 7, 4). So wird das physiologische Bild hergenommen als Metafer für die Regung und Gesinnung der Barmherzigkeit: „Josef war ein guter Mann, … barmherzig (εὔσπλαγχνος) und erbarmend“ (Test Sim 4, 4), auch von Gott: „Am Ende der Tage wird Gott sein Erbarmen (τὰ σπλάγχνα) auf die Erde senden.“ Die χρηστότης, die Güte, Milde, Freundlichkeit, gilt als Tugend der Könige und Mächtigen und ist auch eine Eigenschaft Gottes. Im griechischen Bereich kann sie auch ein abschätziges Urteil erfahren und in die Nähe von falscher Nachgiebigkeit und Mangel an Strenge gerückt werden. Im Neuen Testament ist sie als menschliche Eigenschaft stets positiv gesehen. Die ταπεινοφροσύνη rückt im Kolosserbrief in einen Gegensatz zur falschen Demut der Häretiker (2, 18 und 23). Es ist wiederholt gezeigt worden, daß das griechische Wort im biblischen Bereich eine völlige Umprägung erfuhr. Im Griechischen sagt man es dem nach, der eine niedrige, servile Gesinnung besitzt. In der Stoa kann es als Laster gelten. Im Sinn von Mäßigung (modestia) gewinnt es positiven Rang7. Die christliche Demut ist nicht die von F. Nietzsche verachtete Hundedemut, sondern jene Haltung, die im anderen Menschen ein Geschöpf Gottes und eine Schwester und einen Bruder Christi erblickt. Die πραύτης, die Sanftheit, Sanftmut, Milde, ist kaum von der χρηστότης zu unterscheiden. An dieser Stelle wird eine gewisse Unschärfe des Katalogs deutlich. Auch sie, Eigenschaft Gottes und des edlen Herrschers, ziemt nach Sir 36, 23 der guten Ehefrau. Sie ist insbesondere die Fähigkeit, menschliche Unterschiede außer acht zu lassen. Ihr Gegenteil ist die ἀγριότης (Härte, Rüdigkeit). Die μακροθυμία, die Langmut, Ausdauer, Geduld, schließlich ist im Zusammenleben jene Eigenschaft, die den anderen annimmt und erträgt, gerade auch den Schwierigen. Während die vorher genannten vier Tugenden Aktivitäten im Umgang mit dem Mitmenschen umschreiben, ist diese fünfte passiv. Doch bedarf sie nicht minder einer Anstrengung, zu der die Liebe befähigt (vgl. 1 Kor 13, 4: ἡ ἀγάπη μακροθυμεῖ). Es ist aufschlußreich, daß die Langmut im Neuen Testament ebenso von Gott und Christus (Röm 2, 4; 9, 22; 1 Tim 1, 16; 1 Petr 3, 20) ausgesagt wie vom Menschen gefordert wird (2 Kor 6, 6; Gal 5, 22; 2 Tim 3, 10). Ihr Gegenteil ist der Jähzorn (ὀξυχολία).
Weil alle fünf Eigenschaften – wie wir sahen – auch Gott zugesprochen werden, meinte man, es werde in V 12 zur imitatio Dei aufgerufen. Doch dürfte diese Auffassung den Text überfordern. Eine zusätzliche Begründung des Imperativs bietet die überschwengliche dreifache Anrede: Gottes Erwählte, Heilige, Geliebte. Sie will die vorausgegangene heilende und rettende Aktivität Gottes sicherstellen. Um ihretwillen – nicht um der physischen Gleichheit aller Menschen willen wie in der Stoa – ist der Christ primär zu den erläuterten Haltungen verpflichtet und befähigt. Das steigert die Verantwortung. Die theozentrische Sicht der Bibel unterscheidet sich von der anthropozentrischen der zeitgenössischen Philosophie12. Die Heiligkeit, heute leider ein abgegriffenes und abstraktes Wort, zeichnet die kritische Distanz zur Welt.

Gnilka – Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Die Aufforderung, das Gute zu tun, ist immer die genaue Kehrseite jener, das Böse zu unterlassen, vgl. Herm. mand VIII: „Des Bösen enthalte dich und tu es nicht. Des Guten enthalte dich nicht, sondern tu es.“ So ist auch V. 12 das Gegenstück zu V. 5: dem „tötet nun“, bezogen auf die fünf Laster, entspricht das „zieht nun an“, bezogen auf die fünf Tugenden. Die Bekleidungsmetapher zeigt, dass sich das schlussfolgernde „nun“ auf die Taufe bezieht (vgl. 2,11; 3,9f.); sie ist der Indikativ, aus dem sich der Imperativ ergibt. Bevor jedoch die neuen Verhaltensweisen benannt werden, werden zuerst die Adressaten und Adressatinnen in ihrem, in der Taufe grundgelegten neuen Verhältnis zu Gott beschrieben: Die einst fern von Gott gelebt haben (vgl. 1,21f.), sind jetzt „Auserwählte, Heilige und Geliebte“. Vor allem der erste Begriff dient als Ausdruck der Zugehörigkeit und verleiht den ehemaligen Heiden eine neue, von Gott ausgehende Identität, die sie zugleich mit allen Christen (= die Heiligen) verbindet.

Im Hintergrund steht die Vorstellung von der Erwählung Israels durch Gott (Dtn 4,37; 7,6f. u.a.), die später von Qumran und den christlichen Gemeinden übernommen und ausschließlich auf sich selbst bezogen wurde (vgl. 1QpHab 10,13; 1QS 8,6; 11,7.16; 1QM 12,1f.; 1Petr 1,1; 2,9). Der Gedanke der Auserwählung begegnet im Neuen Testament besonders in eschatologischem Kontext (vgl. Röm 8,33; Mk 13,20.22.27; Offb 17,14) und setzt voraus, dass die Auserwählten in der apokalyptischen Endzeit bzw. beim Gericht nichts zu befürchten haben.

Dem entspricht im Kol die Konstruktion des „einst und jetzt“; als Heiden waren sie dem göttlichen Zorngericht ausgeliefert (3,6f.), als Getaufte gehören sie jetzt zu den Auserwählten Gottes. Die Konsequenz der neuen Identität ist die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der „Heiligen und Geliebten“.
Nachdem der Autor seine Adressaten und Adressatinnen so in ihrer Selbstgewissheit bestärkt hat, zeigt er ihnen in einer weiteren, diesmal positiven Fünfergruppe, was es heißt, den „neuen Menschen anziehen“ (V. 10). Die Auswahl nennt weder heroische Tugenden noch solche, die nur der eigenen Vervollkommnung dienen; vielmehr handelt es sich um Verhaltensweisen, die sich zum Wohl anderer auswirken. Mit „Güte und Milde“ ist die freundliche Zuwendung gemeint, die anderen wohltut; das „herzliche Erbarmen“ bleibt nicht beim Mitgefühl stehen, sondern solidarisiert sich mit Leiden und Not; die „Demut“ ist die Bescheidenheit, die sich zugunsten eines anderen zurücknimmt. Das letzte Glied kann Standhaftigkeit und geduldige Ausdauer, aber auch – auf andere bezogen – Großzügigkeit und Langmut (vgl. auch 1,11) bedeuten, die man einem anderen entgegenbringt. Die Mahnung zum gegenseitigen Ertragen und Vergeben unterstreicht diese Richtung der zuvor aufgezählten „Tugenden“.

Maisch – Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Nun stellt Paulus die »neuen Kleider« auch ganz gezielt vor, das, was wir als Christen sein und leben dürfen. Dass wir Neue sind, der neue Leib als persönliche Neugeburt und als Glied des ganzen neuen Leibes, der Gemeinde, geschaffen ist durch Christus, betonen die Bezeichnungen der Gläubigen. Sie beschreiben, wem wir gehören, was wir sind und warum wir das sind. Wir sind »Auserwählte Gottes«, das betont ganz und völlig Gottes Tun. Er hat uns erwählt, so wie Jesus sagt: »Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt …« (Joh 15,16; vgl. auch Jes 14,1; 41,8; 43,20; 45,4; 65,9; Mt 20,16; 24,22; Lk 18,7; Apg 9,15; Röm 8,29.33; 11,7; 1Kor 1,27; Eph 1,4; Tit 1,1; 1Petr 1,2.20; Offb 17,14). Doch »Erwählung« ist biblisch kein Zwangsgeschehen, sondern vollzieht sich an dem und mit dem, der sich ergreifen lässt. Aber die Betonung liegt mit ganzem Nachdruck auf Gottes Handeln: Er tut das; er will uns für sich. Keiner kann sich selbst zum Kind Gottes machen. »Heilige« sind wir, ganz und gar in die Gemeinschaft mit Gott und Christus hineingenommen und dadurch in unserem Sein verändert, neu gemacht und immer mehr in die Christusart hineingestaltet. Das sind wir! Warum wir das sind? Wir sind »Geliebte«. Einziger Grund für unsere Erwählung und Rettung ist Gottes Liebe, eine Liebe, die nicht nach unserer Würdigkeit fragt, sondern unsere Bedürftigkeit sieht. Gottes Liebe hat nichts Liebenswertes an uns. Es ist eine unverfügbare, umfassende Liebe. Liebe ist das Wesen Gottes (vgl. 1Joh 4,16).

Das sind wir. Nun dürfen wir als Erwählte, Heilige und Geliebte leben. So, nur so ist christliche Ethik zu begründen, da hat der Imperativ seinen Ort. Gott hat alles getan, nun kannst und darfst du mittun. »Anziehen« steht wieder bildhaft für die Praxis des neuen Lebens. Das muss und kann ich tun. Ich werde nicht zwangseingekleidet. Und nun die »neuen Kleider« im einzelnen – wohl in Entsprechung zu den »alten Kleidern« in Vers 8 -: »Herzliches Erbarmen« (wörtlich »ein Herz des Erbarmens«) ist der Gegensatz zu dem schwörenden Zorn. Solches Erbarmen, das aus dem Innersten, aus dem Herzen kommt, hat Jesus gelebt, wenn es heißt: »Als er das Volk sah, jammerte es ihn« (wörtlich »drehte sich sein Innerstes um«; Mt 9,36). Das ganze Mitgefühl, ja geübtes Mitleiden mit dem anderen ist gemeint. Solches Erbarmen fließt aus der »Barmherzigkeit«, die Gott an uns getan hat (vgl. Röm 12,1; auch 1Mose 24,27; 32,11; Ps 23,6; 51,3; 103,4; Jes 54,7; 63,7; Mt 5,7; 9,13; 23,23; Lk 1,50; 10,37; Röm 11,30; 12,8; 15,9; 2Kor 1,3; 4,1; Eph 2,4; Phil 2,1; 1Tim 1,13; Tit 3,5; 1Petr 1,3; Heb 4,16; Jak 2,13; 3,17). »Freundlichkeit« (wörtlich »Güte«) meint das freundliche, helfende Tun. Es sind die Werke, die aus dem »herzlichen Erbarmen« folgen. Die Grundbedeutung der »Güte« ist »Brauchbarkeit«: Ich lasse mich gebrauchen für den andern, ihm zu helfen.

Diese »Güte« ist Kennzeichen des Handelns Gottes, wie er uns geholfen hat und hilft (vgl. Ps 103,8; 106,1; 1 Ps 8,1-4; 136,1ff.; Jer 31,3; Kla 3,22; Mt 5,45; Röm 2,4; 11,22; 2Kor 10,1; Gal 5,22; Eph 2,7; 5,9; Phil 4,5; Jak 1,5). »Demut« ist die Haltung, (wörtlich »hinunterdenken«), in der ich dem andern begegne. Ich denke klein von mir und groß vom andern. Jesus hat das vorgelebt. Klein von sich zu denken meint dabei nicht, sich selbst krampfhaft schlecht zu machen, sondern bewusst und gern die eigene Person zurückzustellen, nichts für sich selbst zu wollen (vgl. Phil 2,3; auch 4Mose 12,3; Jes 57,15; Mi 6,8; Mt 11,29; 1Petr 3,8; 5,5). Die »Sanftmut«betont wieder das Handeln und meint in wohltuender Milde, mitfühlendem Handeln (wörtlich »erfreuend«) dem andern zur Seite stehen, so wie Jesus (vgl. Mt 11,29; auch 2Kor 10,1; Gal 5,23; Eph 4,2 und Mt 5,5; 21,5). Die »Geduld« (wörtlich »langer Mut«) bezeichnet den langen Atem in nachgehender Hilfe gegenüber dem andern. Es ist die »Frucht des Geistes« (vgl. Gal 5,22), die uns befähigt, nicht bitter zu werden und nicht mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Wieder ist Jesus das Vorbild, »der nicht widerschalt, als er gescholten ward, und nicht drohte, da er litt« (1Petr 2,23 vgl. auch 2Mose 34,6; 4Mose 14,18; Röm 2,4; 12,12; Eph 4,2; 1Petr 3,20; 2Petr 3,9; Jak 1,3ff.; Offb 1,9; 2,2ff.; Offb 3,10; 13,10).

Gerhard Maier – Edition C

Ging es bisher darum, welche Sünden der Nachfolger Jesu ablegen soll, weil er den alten Menschen ausgezogen hat, so werden nun die Tugenden behandelt, die der neue Mensch anziehen soll. Zuerst betont Paulus, welche Vorzüge dieser neue Mensch genießt: Er ist von Gott erwählt, geheiligt und geliebt. Genau diese drei Elemente begegnen uns in einem der wichtigsten Texte im AT, wenn es um die Beziehung zwischen Gott und Israel geht (vgl. 5 Mo 7,6–8). Paulus überträgt diese Eigenschaften bewusst auf die Nachfolger Jesu. Denn er ist der Überzeugung, dass auch sie, weil sie in Christus sind, zu dem erwählten Volk Gottes gehören und wie Israel damals ausgesondert sind, damit Gott seine Ziele durch sie verwirklicht, und dass sie von ihm geliebt sind.

Menschen, die sich dessen bewusst werden, leben anders als vorher. Paulus nennt fünf Eigenschaften, die sie charakterisieren sollen:
„Mitgefühl“ beschreibt die emotionale Anteilnahme am Ergehen eines anderen. Wörtlich ist die Rede von „Gedärmen der Barmherzigkeit“. Die Gedärme waren für den Menschen von damals der Sitz der Gefühle. Dort spürt man förmlich, wie man vom Leid oder von der Freude eines anderen im tiefsten Inneren bewegt wird.
„Freundlichkeit“ war in der Antike besonders hoch geschätzt. Das griechische Wort beschreibt die wohlwollende Haltung gegenüber anderen, die in konkreten Taten zum Ausdruck kommt.
Im Gegensatz dazu war „Bescheidenheit“ (wörtlich „Demut“) unter Menschen damals überhaupt nicht hoch im Kurs. Die allgemeine Haltung war, dass jeder um seinen eigenen Status und sein Prestige bemüht sein musste. Die Nachfolger Jesu sollten aber seinem Beispiel folgend „andere höher achten als sich selbst“ (Phil 2,3).
„Rücksichtnahme“ oder „Sanftmut“ wird in der Bibel oft mit Demut in Verbindung gebracht und beschreibt das aktive Bemühen um das Wohlergehen des anderen. Auch diese Eigenschaft war für Jesus charakteristisch (Mt 11,29).
„Geduld“ bezeichnet die Fähigkeit, schwierige Menschen zu ertragen. Sie gehört zu den Ureigenschaften Gottes (2 Mo 34,6; Röm 2,4).

Joel White – Kolosserbrief / Philemonbrief: Warum „Jesus allein“ eine gute Nachricht ist

    Zum Verb endyo, (» ziehet an «) siehe oben. Die Verbindung mit dem vorherigen Paragraphen wird durch das Wort » nun « hergestellt sowie durch das Bild vom Anziehen. Es wurde eben vom Ausziehen des Alten gesprochen. Paulus hat die Kolosser ermahnt, nichts zu behalten, was zum alten Menschen gehört, denn wie dieser ist alles, was an ihm ist, verdorben und hat verderblichen Einfluß. Der neue Mensch hat Wesenszüge, die ganz dem entsprechen, was Christus uns in der Neuschöpfung erworben hat. Diese sollen wie ein Gewand, das keine Motte zerfressen kann, angezogen werden. Es besteht auch nicht in einem zurechtgeflickten Judentum, sondern es ist ein vollständig neues Gewand, frisch aus der himmlischen Garderobe. » Als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte « nennt die Gründe, warum dieses beste Gewand des Himmels seine Bürger zieren soll. Als » Auserwählte Gottes « sind wir der Gegenstand Seiner Wahl; als » Heilige « stellen wir die Auswirkungen Seiner Macht dar, und als » Geliebte « sind wir der Gegenstand Seiner Liebe. Das neue Gewand, das dem neuen Menschen angemessen ist, zeigt, wessen Eigentum wir sind, was wir sind, und warum wir es sind.
        » Herzliches Erbarmen « ist alles andere, als die in V. 5 genannten » Leidenschaften « . splanchna hat den Sinn von zartem Mitgefühl. Zacharias singt von Gottes herzlichem Erbarmen in der Vergebung (Luk 1,78). Paulus verwendet das Wort in Phil 1,8, wo er vom » Herzen Jesu Christi « spricht. Der Verräter hatte alle Empfindungen dieser Art verloren, lange bevor ihn sein in Apg 1,18 beschriebenes Ende ereilte. Der ganze Ausdruck spricht von Mitgefühl.
        » Güte « , chrästotäs, wie in Röm 2,4; 11,22. Gott Selbst wird vom Herrn Jesus in Luk 6,35 chrästos, gütig, genannt. Gott ist reich an Güte, die Er den Menschen in freundlichen Taten erweist, damit sie dadurch zur Buße geführt werden (Röm 2,4). Paulus verwendet das Wort, um den höchsten und heiligsten Ausdruck göttlicher Güte in der Gabe des Heils in Seinem Sohn zu bezeichnen (Eph 2,7; Tit 3,4) Der Geist Gottes erzeugt diese Güte im Gläubigen. Er ist es, der die Energie darreicht, um solche Freundlichkeit, die sich in gütigen Werken äußert, zu zeigen. Gemeint sind Werke des Mitgefühls. Diese beiden Teile der Kleidung des Christen passen gut zusammen, wie wir am Herrn Jesus sehen. Als der Aussätzige vor Ihn trat, schreibt Markus: » Jesus aber, innerlich bewegt (splanchnizomai), streckte seine Hand aus, rührte ihn an… « (Mk 1,41). Zuerst stieg Mitgefühl im Herzen des Retters auf, dann folgte die gütige Handlung, welche jener geplagten Seele solche Erleichterung brachte. Wie groß das Bedürfnis nach solch freundlichem Sinnen und Tun ist, läßt sich nicht ermessen; aber ebenso ohne Maß ist die Gnade, die jedem Bedürfnis zu genügen vermag. Die Frage ist: Tragen auch wir die Wesenszüge des neuen Menschen?
        Die » Demut « (oder » Niedriggesinntheit «) in 2,18; 2,23 war gemacht und verlogen. Hier ist sie echt und richtig. Der Herr Jesus nannte sich selbst » demütig « (tapeinos), und Paulus mag an Ihn gedacht haben, als er den Philippern schrieb, sie sollen miteinander in » Demut « umgehen (Phil 2,3). Demut entspringt einem einfühlsamen Wesen.
        » Sanftmut « (so Luther, Zü und Menge; Elbf.: » Milde «) ist in Schranken gehaltene Macht, wie bei einem wilden Pferd, das gezähmt worden ist. Der sanftmütige Gläubige ist jemand, der nicht auf seinen Rechten besteht. Zweimal wird im Evangelium des Königs der Herr » sanftmütig « genannt. Einmal sagt es der Herr von sich selbst (Matth 11,29), einmal steht es im Zitat des Propheten Sacharja (9,2; Matth 21,5). Es steht für mitfühlendes Gebaren. Wie das erste Paar, ist eines innerliche, das andere mehr nach außen sichtbar werdende Gnade. Wer nicht demütig ist, wird auch keine Sanftmut aufweisen. Die Worte in 4 Mose 12,3 sind göttlich ausgesucht: » Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren. « Mose wird hier als ein » Mensch « gesehen; wäre das nicht der Fall, könnten wir leicht verzweifeln. Seine Sanftmut zeigte sich darin, daß er Gott urteilen ließ als er rüde provoziert wurde. Noch deutlicher wird seine Sanftmut, wenn er-das einzige Mal, das er in jenem Kapitel spricht -für seine Schwester betet, daß sie bald und vollständig von ihrer von Gott auferlegten Krankheit genesen möchte.
        » Langmut « (Luther: » Geduld «) entspricht ganz wörtlich dem griechischen makrothymia. Es ist die Weigerung, zurückzugeben, wenn man herausgefordert wird. Es beinhaltet daher auch Geduld, wie es in Jak 5,10 übersetzt wird oder Ausharren, so wird es in Hebräer 6,12 wiedergegeben. Sie wird zur Frucht des Geistes gezählt, wie verschiedene Wesenszüge des vorliegenden Katalogs. Wir meinen, es unterstreiche die Notwendigkeit mitfühlender Geduld.

    Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

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    Eine Erläuterung des Zweiten Artikels des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

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    Die Jesus-Vergessenheit führt zur Auflösung des christlichen Glaubens zu einem diffusen religiösen Nebel. Die Voraussetzung für einen begründeten christlichen Glaube ist die klare Antwort auf die Frage „Wer ist Jesus?“. Dieses Buch bietet diese Antwort.


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    Dass aber die Toten wirklich auferweckt werden

    Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Moses angedeutet „in dem Dornbusch“, wenn er den Herrn „den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs“ nennt. (2Mose 3,6)
    Elberfelder 1871 – Lukas 20,37

    Aber die andere Frage, ob es überhaupt eine Auferstehung gibt, wird schon von Mose beantwortet. Er beschreibt, wie Gott ihm im brennenden Dornbusch erschien, und er nennt ihn den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. 2. Mose 3,6
    Hoffnung für alle – 1996 – Lukas 20:37

    Dass aber die Toten wirklich auferweckt werden, hat auch Mose in der Erzählung vom Dornbusch klar zum Ausdruck gebracht; denn er nennt den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs.
    Johannes Greber 1936 – Das Neue Testament aus dem Griechischen neu übersetzt – Lk 20,37

    Da wir den folgenden Vers schon einmal hatten, hier nur „Ergänzungen“ – also bitte auch den Kommentar zu Vers 38 lesen 😉

    ὅτι dass. ἐγείρονται Pass. ἐγείρω. καί (erstes) auch, schon. ἐ-μήνυσεν Aor. μηνύω kundtun, anzeigen. βάτος ἡ u. ὁ Dornbusch; ἐπὶ τῆς βάτου bei (der Geschichte von) dem Dornbusch. λέγω m. doppeltem Akk. (A97,15) nennen; hist. Präs. (A235); ὡς λέγει κύριον τὸν θεὸν Ἀβραάμ … als er den Herrn den Gott Abrahams … nannte. Ἀβραάμ indekl., hier Gen., ebenso die beiden flgd. Namen. Ἰσαάκ 3,34. Ἰακώβ 1,33.

    2007 – Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

    Um die Auferstehung zu beweisen, zitierte Jesus 2. Mose 3,6 (wo »Mose … den Herrn« als »den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs« bezeichnet). Wenn nun die Sadduzäer einen Augenblick lang nachgedacht hätten, hätten sie erkannt:

    Gott »ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden«;
    Abraham, Isaak und Jakob waren tot. Die unumgängliche Schlussfolgerung lautet, dass Gott sie aus den Toten auferwecken muss. Der Herr sagte nicht: »Ich war der Gott Abrahams …«, sondern: »Ich bin der Gott Abrahams. Das Wesen Gottes als ein Gott der Lebenden erfordert die Auferstehung.

    MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

      Mit Vers 37 wendet sich Jesus dem grundsätzlichen Zweifel zu, ob es denn überhaupt eine Auferstehung gäbe. Er löst diesen Zweifel nicht durch logische oder philosophische Darlegungen, sondern durch den Rückgriff auf die Bibel. Und er setzt exakt bei jenem Teil der Bibel ein, den die Sadduzäer am höchsten schätzten, nämlich bei den Mosebüchern:

      »Dass aber die Toten auferstehen, hat auch Mose beim Dornbusch deutlich werden lassen, wenn er den Herrn den Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs nennt« (V. 37). Der Satz »die Toten stehen auf« ist ein klassischer biblischer Lehrsatz. Jesus hätte ihn aus Jes 26,19 oder Hes 37 oder Dan 12,2 entnehmen können. Aber aus Liebe zu den Sadduzäern, die alles auf Mose stützen wollen, geht er mit seinem Schriftbeweis zu Mose zurück. Er nimmt die berühmte, jedem jüdischen Kind geläufige Szene vom »Dornbusch« aus 2 Mo 3, wo Gott sich selbst als »der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs« vorstellt (2 Mo 3,6). Weil Gott dort außerdem dem Mose befiehlt, ihn unter diesem Namen den Israeliten bekanntzumachen (2 Mo 3,15ff.), zieht Jesus alle diese Aussagen von 2 Mo 3 in dem einen Satz zusammen: »Er (Mose) nennt den Herrn den Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs«. Manche Bibelübersetzungen sagen, Mose habe dies beim Dornbusch »angedeutet«. Aber das entsprechende griechische Wort heißt nicht »andeuten«, sondern »kundtun«, »aufdecken«, so dass man hier mit »deutlich werden lassen« oder »offenbaren« übersetzen muss.

      In der christlichen Geschichte hat diese Gottesbezeichnung eine erhebliche Rolle gespielt. Ein Beispiel dafür ist das Glaubensbekenntnis des berühmten französischen Philosophen Blaise Pascal: »Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Nicht der Philosophen Gott«. In der Tat beten wir als Christen keinen Gedanken -Gott an, sondern einen Gott, der real die Geschichte lenkt und in die Menschheitsgeschichte eingreift. Man kann ihn nicht aus menschlichen Gedanken (der Philosophie u. ä.) ableiten, sondern nur in der Geschichte erfahren und ihn durch seine Offenbarung kennen lernen.

      Gerhard Maier – Edition C

      In seiner Argumentation gegen die Sadduzäer berief sich Christus zunächst auf die Macht Gottes. Was Gott wirken würde, war etwas ganz anderes, als sie sich vorstellten: nicht eine bloße Wiedererweckung, sondern eine Verwandlung. Die kommende Welt sollte nicht eine Reproduktion dessen sein, was vergangen war – warum hätte sie sonst vergehen sollen -, sondern eine Erneuerung und Erneuerung; und der Leib, mit dem wir bekleidet werden sollten, würde dem gleichen, den die Engel tragen. Was also in unseren gegenwärtigen Beziehungen von der Erde und von unserem gegenwärtigen Körper der Sünde und der Verderbnis ist, wird vergehen; was darin ewig ist, wird fortbestehen. Aber die Macht Gottes wird alles verwandeln – den gegenwärtigen irdischen in den zukünftigen himmlischen Leib, den Leib der Erniedrigung in einen der Erhöhung. Dies wird die Vervollkommnung aller Dinge durch jene allmächtige Kraft sein, durch die er sich am Tag seiner Macht alles unterwerfen wird, wenn der Tod vom Sieg verschlungen sein wird. Und hierin besteht auch die Würde des Menschen kraft der eingeleiteten und gleichsam beim Sündenfall begonnenen Erlösung, dass der Mensch zu einer solchen Erneuerung und Vollendung fähig ist – und hierin liegt auch „die Kraft Gottes“, dass er uns mit Christus lebendig gemacht hat, so dass die Kirche schon hier in der Taufe in Christus den Keim der Auferstehung empfängt, der nachher durch den Glauben genährt und gespeist werden soll, indem der Gläubige am Sakrament der Gemeinschaft mit seinem Leib und Blut teilnimmt. Auch sollen hier nicht Fragen auftauchen wie dunkle Wolken, etwa nach der Dauerhaftigkeit jener Beziehungen, die uns auf Erden nicht nur so kostbar, sondern auch so heilig sind. Gewiss, sie werden bestehen bleiben, wie alles, was von Gott und gut ist; nur das Irdische in ihnen wird vergehen oder vielmehr mit dem Leib verwandelt werden. Nein, und wir werden uns auch gegenseitig erkennen, nicht nur an der Gemeinschaft der Seele; sondern wie jetzt schon der Geist den Zügen seinen Stempel aufdrückt, so wird dann, wenn alles ganz wahr ist, die Seele gleichsam mit ihrem Körper hervortreten und sich voll auf die äußere Erscheinung auswirken, und wir werden dann zum ersten Mal diejenigen voll erkennen, die wir jetzt voll erkennen werden – mit allem Irdischen, das in ihnen zurückgeblieben war, und mit allem Göttlichen und Guten, das voll entwickelt und zur Vollkommenheit der Schönheit gereift ist.

      Aber es genügte nicht, den fadenscheinigen Vorwurf beiseite zu schieben, der nur unter der Annahme einer grob materialistischen Auffassung von der Auferstehung Bedeutung hatte. Unser Herr wollte nicht nur antworten, er wollte den Sadduzäern antworten; und nie ist ein großartigerer oder edlerer Beweis für die Auferstehung angeboten worden als der, den er gab. Natürlich blieb Er, als Er zu den Sadduzäern sprach, auf dem Boden des Pentateuch; und doch berief Er sich nicht nur auf das Gesetz, sondern auf die ganze Bibel, ja, auf das, was der Offenbarung selbst zugrunde lag: die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Nicht nur diese oder jene isolierte Stelle beweist die Auferstehung; derjenige, der sich nicht nur historisch, sondern im wahrsten Sinne des Wortes der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs nennt, kann sie nicht tot lassen. Die Offenbarung bedeutet nicht nur eine Tatsache der Vergangenheit – wie die Vorstellung, die der Traditionalismus damit verbindet -, einen toten Buchstaben, sondern eine lebendige Beziehung. Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden, denn alle leben für ihn.

      Aldred Edersheim – Das Leben und die Zeiten von Jesus dem Gesalbten

      In Seiner unendlichen Weisheit korrigierte der Herr Jesus vier Irrtümer der Sadduzäer. Sie irrten sich in ihrer Deutung des Auferstehungslebens; denn obwohl die Ehe in dieser Welt zur normalen Ordnung gehört, wird sie in der Auferstehung nicht weiterbestehen: sie „heiraten nicht, noch werden sie verheiratet“. Er korrigierte ihren Unglauben an die Macht Gottes, der die Toten auferwecken kann. Er korrigierte auch ihre Weigerung, an Engel zu glauben, als Er sagte: „Denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind Engeln gleich, und sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.“ Er bezieht sich nur auf solche, die im Glauben gestorben sind und spricht daher von der „Auferstehung aus den Toten“, nicht „der Toten“, das heißt der gottlos Verstorbenen. So lehrt der Herr noch nebenbei, daß Engel wirklich und unsterblich sind und daß sie nicht heiraten. Es findet sich hierin kein Hinweis darauf, daß im Himmel die Familienbeziehungen aufgelöst würden. Es ist vielmehr so, daß erst im Himmel ungetrübte Beziehungen und ungeteilte Hingabe auf ewig bestehen werden.
       Und dann legte der Herr eine der in den Synagogen am häufigsten zitierten Stellen des AT korrekt aus: „Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ (2Mo 3,6). Die Worte, die Gott an Moses aus dem brennenden Busch richtete, wurden mehrere hundert Jahre nach dem Tod der Erzväter gesprochen, und doch sagt Gott nicht: „Ich war der Gott Abrahams“, denn Er offenbart Moses die Bedeutung des unumschränkten „Ich bin“. Tote Dinge können einen Schöpfer haben, aber nur lebendige Menschen können den lebendigen Gott kennen. „Ich bin der Gott Abrahams“ bedeutet: „Ich bin sein Gott heute“, und das bedeutet, daß Abraham noch immer lebt, nicht dem Leibe nach, aber als der Geist eines Gerechten. Er lebt mit Gott und erwartet den Tag, da „die Geister der Gerechten“ in der Auferstehung „vollendet“ werden sollen (Hebräer 12,23). Nur Lukas fügt hinzu: „Denn für ihn leben alle“, das heißt, sie leben im Blick auf Gott. In unserer Welt sind sie tot, aber sie leben in Gottes Regionen des Lebens.

      Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt