Gott weiß genau, wie er alle Menschen, die das tun, worauf er Bock hat, aus Prüfungen retten kann

Der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden;
Elberfelder 1871 – 2.Petrus 2,9

Das alles macht deutlich, dass` der Herr diejenigen, die ihn ehren, sehr wohl retten kann, wenn ihr Glaube auf die Probe gestellt ist (oder: sehr wohl vor/aus der Versuchung retten kann. ), und dass er diejenigen, die Unrecht tun, in Gewahrsam hält, bis sie am Tag des Gerichts ihre Strafe bekommen (andere Übersetzer: die Unrecht tun, bestraft, während er sie bis zum Tag des Gerichts in Gewahrsam hält.).
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Petrus 2:9

Der Herr versteht sich darauf, Gottesfürchtige aus einer Versuchung zu befreien, Ungerechte wiederum als solche, die bestraft werden, für einen Gerichtstag zu verwahren,
Gottes Agenda – 2.Petr 2,9

Dabei ist der Herr doch in der Lage, die Gottesfürchtigen aus der Anfechtung herauszuretten und die Ungerechten zu ertragen bis zum Tag des Gerichts, an dem sie ihre Strafe empfangen.
Das Buch – 2009 – 2.Petr 2:9

Aus der Versuchung zu erretten, vgl. Mk 13,11; 1Petr 1,6. Aufzubewahren […] um sie zu strafen, der Autor hat eine Hölle nach dem Tod, aber vor dem Jüngsten Gericht vor Augen. In den rabbinischen Quellen findet eine solche Bestrafung meist im Gehinnom statt (mEd 2,10 [R. Aqiva zugeschrieben]: „[…] das Gericht über das Geschlecht der Sintflut dauerte zwölf Monate […], das Gericht über die Frevler in der Hölle dauerte zwölf Monate“]; tSan 13,3–4).

Das Neue Testament – jüdisch erklärt

dass der Herr Die Bedeutung der drei Beispiele in Vers 4–8 ist klar: Wenn Gott sündige Engel und gottlose Menschen in der Vergangenheit gerichtet hat, wird er gewiss auch die Ungerechten beim Endgericht verurteilen und die Gerechten erretten.

ihre Strafe bekommen Einige Kommentatoren sehen hierin einen Verweis auf eine vorausgehende Bestrafung vor dem Endgericht; dies entspricht auch der normalen Lesart des Griechischen an dieser Stelle. Andere Ausleger – Calvin mit eingeschlossen – verstehen dies aber als einen Verweis auf die zukünftige Bestrafung am Gerichtstag (d.h. „die Ungerechten werden für den Gerichtstag aufgespart“). Da es die Absicht des Petrus in diesem Abschnitt ist, die Gewissheit des Endgerichtes zu betonen, ist die zweite Bedeutungsmöglichkeit im Hinblick auf das Argument des Petrus angemessener als die erste, wenngleich er auch beide Sichtweisen im Blick gehabt haben kann.

Reformations-Studien-Bibel

Zum langen Vordersatz 2, 4–8 fügt V 9 den Nachsatz. Er zieht die Folgerung aus den drei Beispielen zuvor: Der Herr rettet die Frommen, die Ungerechten aber bewahrt er für den Tag der Bestrafung auf. Die Situation, die Lot zu ertragen hatte, wird als πειρασμός bezeichnet. Indessen ist πειρασμός überhaupt die Situation des Gerechten in der bösen Welt (Lk 8, 13). Ob dieser Dauer wird πειρασμός aus je akuter Versuchung zu dauernder Not und Gefahr des Menschen (Apk 2, 10; 3, 10). Darum bedarf er stets der Bewahrung und Errettung Gottes. Die Gefahr besteht aber nicht so sehr darin, daß der Mensch dazu neigt, in der Sünde mitzutun, sondern er ist in Gefahr, mit den Bösen in das Gericht zu kommen. Denn die Bösen werden für den Tag des Gerichtes aufbewahrt „als solche, die ihre Strafe erfahren“. Der Brief wird nicht sagen wollen, daß die Sünder als solche, die schon einstweilen ihre Strafe erdulden, der endgültigen Verurteilung entgegengehen. Er würde dann die Lehre vom doppelten Gericht bezeugen, dem einen sogleich nach dem Tod, dem andern im Weltgericht, wie sie allerdings so wohl dem Spätjudentum bekannt ist (4 Esr 7, 75–101; Henäth 22) und danach auch im NT (im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus Lk 16, 22) vorausgesetzt werden kann (so Bigg, Knopf, Wohlenberg). Vielmehr wird κολαζομένους (an Stelle des wenig gebräuchlichen Part. fut. passivi stehend) futurisch zu fassen sein: Gott bewahrt die Bösen auf als solche, die am Tage des Gerichtes ihre Strafe erfahren werden (so Chaine, Charue, Felten, Michl, Windisch-Preisker). Nur das futurische Verständnis von κολαζομένους wird der eschatologischen Spannung des Briefes entsprechen.

Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Für die Abseitsstehenden scheint es unbegreiflich (V. 9), daß Gott überhaupt die Seinen prüft (warum auch, meinen sie!) und wie die Menschen angesichts so schwerer Schicksalsschläge durchhalten können. Aber Gott weiß, warum er prüft und wie lange. Auch hat er viele Möglichkeiten, die Seinen im Glauben zu erhalten. Bewährt werden wir nur durch Gottes Hilfe, ans Ziel kommen wir nur durch seinen Beistand (vgl. Offb 3,10; 2 Tim 4,18; Jud 6). Die Gottlosen sollen sich aber nicht in Sicherheit fühlen, wenn Gott die Seinen prüft. Für sie ist diese Zeit Gnadenzeit, weil Gott das Gericht noch nicht bringt. Sie gilt es zu nützen. Sonst ist es eine Zeit der Bewahrung für das Gericht.

Edition C Bibelkommentar Neues Testament

Nun faßt Petrus zusammen, was die biblischen Beispiele uns zeigen: So weiß der Herr Fromme aus der Versuchung zu retten. Mögen die Irrlehrer mit ihrem großen Anhang jetzt auch triumphieren, sie gehören mit Leben und Lehre doch zu den Ungerechten, die für den Tag des Gerichts bewahrt werden. Die treuen Gemeindeglieder aber dürfen und sollen ihre Lage als Versuchung, als „Prüfung“ ansehen. Das ist, seit es Menschen Gottes gibt, deren normale Lage in der Welt. Ihr Verhältnis zu Gott muß durch Versuchungen hindurch. Sie sind von Gott her „Prüfungen“ und Erprobungen, damit der Glaube darin seine Echtheit bewährt, wie das Gold im Feuer. Petrus hat das in seinem 1. Brief der Gemeinde ausführlich gesagt und eindringlich vor Augen gestellt: 1Pt 1, 6. 7; 3, 13–17; 4, 12–19.

Wuppertaler Studienbibel

Zwei Grundsätze werden angegeben:
 1. Gott weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten.
 2. Gott weiß die Ungerechten aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden.
 Die Beispiele von Noah und Lot erläutern, wie Gott errettet, während die Erfahrungen der Engel, vorsintflutlichen Menschen und Sodomiten mitteilen, wie Gott bis zum Tag der ewigen Verdammnis und Strafe aufbewahrt.
 V.9 ist eine Zusammenfassung und Darlegung unantastbarer Prinzipien. Petrus beschäftigt sich damit, wie Gott vorbereitet und handelt. Für Noah gab es nur in der Arche Schutz. Das Innere der Arche war der einzige anerkannte und bereitstehende, sichere Zufluchtsort. Heute gilt für uns Röm 8,1: „Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind.“ Der Herr Jesus Christus ist der alleinige sichere Zufluchtsort, der von Gott anerkannt und zur Verfügung gestellt wurde. Lots Rettung war nötig, weil Gott den Gerechten nicht mit den Gottlosen bestrafen wollte. Der Richter der ganzen Erde (nicht nur des Tals von Sodom) wird gerecht handeln. Der Heilige wird nicht mit der Welt gerichtet werden (1Kor 11,32).
  Dann wenden wir uns dem zweiten Grundsatz zu: „Der Herr weiß … die Ungerechten aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden.“ Dabei stellen wir fest, daß im Falle der Engel ihre Sünde gerichtet wurde und sie danach verurteilt sowie in Gruben oder Ketten aufbewahrt wurden, ganz gleich, welches Bild man gelten läßt. (Die Gruben sollen im tiefsten Abgrund bis zum Tag der Verdammnis gefangen- und die Ketten festhalten). Sie befinden sich bis zur endgültigen Bestrafung im Gefängnis, in sicherem Gewahrsam, ohne Hoffnung auf Begnadigung.
  Dann zeigen das 2. (die Opfer der Flut) und das 3. Beispiel (die Opfer des Feuers), daß Gott jeden im Himmel oder auf Erden mit Stumpf und Stiel ausrotten will, der gegen Ihn rebelliert hat. Er wird rechtschaffen und gerecht in all Seinen Taten sein, und dieser Fakt wird öffentlich kundwerden. Die Flut raffte sie alle hinweg; das Feuer vernichtete in diesem Tal jedes Lebewesen. Doch Gott bewahrte Noah und rettete Lot.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt