Die aber draußen sind, richtet Gott; tut den Bösen von euch selbst hinaus.
Elberfelder 1871 – 1.Korinther 5,13
Die draußen Stehenden wird Gott richten. Schafft den bösen Menschen aus eurer Mitte weg!
Menge – 1.Korinther 5:13
Über die Draußenstehenden wird Gott urteilen. – Aber den Übeltäter schafft aus eurer Mitte hinaus!
Bruns – 1.Kor 5,13
Die aber draußen sind, richtet Gott! Schafft den Bösewicht weg aus eurer Mitte – 5Mo 13,6; 17,7; 21,21; 22,21 22.24.
Abraham Meister – 1.Kor 5:13
Die, die außerhalb der Gemeinschaft der Christen leben, die beurteilt Gott ja schon. Also: Schickt diesen Menschen, der sich der Bosheit hingegeben hat, aus eurer Mitte fort!
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Korinther 5:13

1Kor 5,13 κρινεῖ Fut. κρίνω. ἐξ-άρατε Aor. Imp. -αίρω
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
entfernen. ἐξ ὑμῶν αὐτῶν (klass. Refl.-Pron., A126) aus eurer (eigenen) Mitte.
Zugrunde liegt Dt 13, 6 oder eine der Parallelen, wie Dt 17, 7. 12; 19, 19; 21, 21; 22, 21. 22. 24; 24, 7. — Dt 13, 6: וּבִעַרְתָּ הָרָע מִקִּרְבֶּךָ = „tu hinweg הָרָע aus deiner Mitte“. Dabei ist הָרָע neutrisch gemeint = „das Böse“; das folgt mit Notwendigkeit aus Dt 22, 21, wo sich הרע auf eine weibliche Person, u. aus Dt 22, 24, wo es sich auf mehrere Personen zurückbezieht. — Die LXX geben הרע bald neutrisch wieder mit τὸ πονηρόν (so Dt 13, 6 [5]; 19, 19), bald maskulinisch mit τὸν πονηρόν (so Dt 17, 7; 21, 21; 24, 7 u. 17, 12); in 22, 21. 22. 24 schwanken die Lesarten zwischen τό u. τόν. — Targ Onk u. Jerusch I, ebenso Siphre zu Dt kennen nur die maskulinische Fassung; sie dürfte auch in den Tagen des Apostels die allein gebräuchliche gewesen sein.
Strack & Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch
Targ Onk Dt 13, 6: Du sollst den, der tut, was böse ist, aus deiner Mitte wegschaffen וּתְפַלֵּי עָבֵד דִּבִישׁ מִבֵּינָךְ. — Jerusch I: Ihr sollt die Übeltäter aus eurer Mitte wegschaffen ותפלון עבדי בישתא מביניכון. ‖ SDt 13, 6 § 86 (92b): „Tu das Böse hinweg aus deiner Mitte“ Dt 13, 6, tu die Übeltäter עושי רעות hinweg aus Israel! Ferner s. SDt 17, 7. 12; 21, 21; 22, 22; 24, 7.
Abschließend stellt Paulus fest: „Wie käme es denn mir zu, die draußen zu richten? Richtet ihr nicht eurerseits die drinnen?“ Klar und bestimmt wird zwischen „drinnen“ und „draußen“, zwischen „Gemeinde“ und „Welt“ geschieden, wie in Kap. 1, 18 zwischen „Verlorenen“ und „Erretteten“ eindeutig unterschieden wurde. Mischformen und Zwischengebiete gibt es für das NT nicht. Gerade darum sollen solche Gemeindeglieder entfernt werden, damit es nicht zu verhängnisvollen Mischformen kommt. Um die „draußen“ und ihre Sünden brauchen sich die Gemeindeglieder nicht aufzuregen. Hier sollen sie das Richten wirklich ganz und gar Gott überlassen4. „Die draußen aber wird Gott richten.“ Aber um die Reinhaltung der Gemeinde geht es mit tiefem Ernst: „Richtet ihr nicht eurerseits die drinnen?“ Das „Ihr“ im grie Text ist betont. Wieder mutet der Apostel der Gemeinde zu, daß sie als solche die Pflicht zur Gemeindezucht hat. Er kleidet seine Mahnung in die Form der Frage, weil die Übung dieser Pflicht in Korinth fraglich wurde. In der Frage liegt schmerzliche Verwunderung darüber, daß die Gemeinde ihre notwendige Aufgabe nicht begreift. Zugleich klingt eine Erwartung an: Nicht wahr, das tut ihr doch, wenn ihr es freilich auch nicht deutlich und entschieden genug tut. Darum spricht es Paulus zuletzt noch einmal mit einer klaren Forderung aus: „Entfernt den Bösen aus eurer Mitte.“ Paulus sagt dies abschließende Wort mit einem Zitat aus 5 Mo 17, 7 (auch 24, 7), hinter dem wir die heilige Entschiedenheit des ganzen Abschnittes 5 Mo 17, 2–7 sehen müssen. Auch wenn eine Gemeinde Jesu nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade steht (Rö 6), ist dennoch der Böse und das Böse „aus ihrer Mitte zu entfernen“. Ja, bei ihr ist das erst recht nötig, weil ihre Heiligkeit durch das kostbare teure Blut ihres „Passalammes“ Christus erworben ist. Daraus erwächst die Notwendigkeit ntst Kirchenzucht. Es handelt sich dabei aber um „Böse“, die das Böse nicht lassen, sondern die Zugehörigkeit zu der Gemeinde Jesu mit dem Verharren in offenbaren Sünden verbinden wollen.
de Boor – Wuppertaler Studienbibel
Das Gericht über die Nichtchristen bleibt Gott vorbehalten. κρινει kann je nach Akzentsetzung – die in den ältesten Handschriften fehlte – Präsens- oder Futurform sein; vom gegenwärtigen Richten durch Gott spricht Paulus sonst nicht, so daß das Endgericht im Blick ist, bei dem die Ungläubigen auf Grund ihres Lebenswandels (V.10) der Verurteilung anheimfallen werden. Der Gemeinde ist es dagegen geboten, den Übeltäter aus ihrer Mitte zu entfernen (vgl. V.2b–5), um einen schädigenden Einfluß zu verhindern (V.6–8). V.12b.13a widersprechen nicht der Aussage von 6,2; vielmehr geht es Paulus in 5,12f. um das gegenwärtige Handeln der Gemeinde, in 6,2 dagegen um das Endgericht, an dem die Christen im Auftrag Gottes aktiv teilnehmen werden. – Paulus zitiert fast wörtlich den Septuagintatext von Deut. 17,7 bzw. 19,19; 21,21; 22,24; 24,7. Im Alten Testament ist jeweils ein Vorgehen gegen Menschen, die sich durch ihr Tun an Gottes Gesetz vergangen haben – z. B. durch Götzendienst, falsches Zeugnis, Ungehorsam gegenüber den Eltern, Unzucht, Menschenraub -, gemeint.87 Anstelle der zweiten Person Singular Futur bietet Paulus den Imperativ der zweiten Person Plural Aorist, um das Zustandekommen des Handelns der ganzen Gemeinde zu betonen. Die Mißachtung des göttlichen Willens darf auch in der korinthischen Gemeinde nicht länger geduldet werden. Der “Böse”89 bezieht sich, wie die Aoristform des Imperativs erweist (vgl. V.7), primär auf den in V.1 charakterisierten Unzüchtigen, entsprechend V.11 aber auch überhaupt auf jeden einzelnen, der bewußt und unbelehrbar gegen Gottes Willen verstößt.
Wolff – Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament
Das Urteil über die, die draußen sind, wird Gott sprechen und vollziehen. Er ist der Richter (vgl. 5 Mo 32,26; 1 Sam 2,10; Ps 9,9; 67,5; 75,3; 96,10.13; Pred 3,17; Jes 3,13; 51,5; 66,16; Hes 33,20; Joh 8,16; 12,48; Apg 17,31; Röm 3,6; 2 Tim 4,1; 1 Petr 1,17; Hebr 13,4; Offb 11,18; 20,12f.). Die Gemeinde ist jetzt zur Scheidung aufgerufen. Es gilt das atl. Gebot 5. Mose 13,6 von der Ausstoßung des Bösen aus der Gemeinde Gottes (vgl. auch 5 Mo 17,7; 24,7). »Tut hinaus« – im zugespitzten Sinn von »heraustreiben, ab-, wegreißen« gemeint –: Das ist sicher eine schwere Aufgabe, aber deshalb eine nötige, damit der, »der böse ist«, der verdorben ist, nicht die ganze Gemeinde verdirbt.
Edition C Bibelkommentar Neues Testament
Warum beziehen sich die Aussagen aus seinem früheren Schreiben nicht auf die „Unzüchtigen in dieser Welt“? Weil die Gemeinde nicht die Aufgabe hat, über sie zu richten. Die „Gemeindegerichtsbarkeit“ bezieht sich nur auf diejenigen, „die drinnen sind“. Alle anderen wird Gott (am Jüngsten Tag) richten. „Den Bösen“, also denjenigen, der „die Frau seines Vaters hat“ soll die Gemeinde aus ihrer Mitte verstoßen (vgl. 5,2).
Mainka – 1.Korintherbrief
Man kann fragen, wie sich das hier in V 2-5 geforderte κρίνειν [richten] der Gemeinde zum Verbot in 4,5 (und Röm 14,10.13) verhält (…). Dieser formal zweifellos bestehende Widerspruch ist nur aufzulösen, wenn man von der jeweils verschiedenen Intention ausgeht. In 4,5 verbietet Paulus das κρίνειν, weil er keine Herrschaft der Gemeinde über den Apostel als Repräsentanten seines Herrn konzedieren kann, und in Röm 14, weil dort offenbar primär die Verachtung im Blick ist (V 13), die das eigene Verhalten auch in den articuli non fundamentales zum Maß des anderen macht und ihn damit ruiniert. Er gebietet es aber an unserer Stelle (vgl. auch 11,30f), weil es hier nicht die pneumatische Qualifikation, sondern offenbare Tatbestände zum Gegenstand hat und der Gemeinde und den einzelnen Sündern dient. Zwar zielt das Verbot auch in 4,5 und zumal in Röm 14,4.10 auf das Richten gegenüber dem ‚Bruder’, aber unsere Stelle erweist eben, dass das nicht Gleichgültigkeit und Duldung von allem und jedem in der Gemeinde besagen soll. Vor allem ist κρίνειν hier mit dem Abbruch der Gemeinschaft (V 11) und dem Ausschlug aus der Gemeinde (V 13) identisch, was sich naturgemäß nur nach ‚drinnen’ richten kann, nicht aber nach ‚draußen’. (Schrage I, 395).
Paulus bestätigt hier nochmals, dass die Gemeinde sich um die eigenen Glieder kümmern soll, damit diese geistliches Leben haben und nicht in der Sünde leben. Dabei bringt er ein Zitat aus 5. Mose 17,7, wo Israel aufgefordert wird, das Böse aus ihrer Mitte zu tun (vgl. auch 5. Mose 13,5; 17,12; 19,19; 21,21; 22,21.22.24; 24,7). Mit dem „Bösen“ sind an dieser Stelle in ersten Linie die Götzendiener gemeint (vgl. 5. Mose 17,3), doch im Grunde geht es darum, dass überhaupt das Böse aus dem Volk getan wird, damit das ganze Volk Gott allein dient. Es ist Aufgabe der Gemeinde, den geistlichen Stand der Glieder zu beurteilen, und wenn dieser zeigt, dass kein geistliches Leben vorhanden ist, dann ist die Gemeinde verpflichtet, „Gemeindezucht“ zu üben (vgl. Mt 18,15–18), d.h. bei fehlender Bußbereitschaft das betroffene Glied auszuschließen.
Thiessen- Der 1. Korintherbrief: Eine Auslegung für die Gemeinde
„Die draußen sind“, bezieht sich auf Vers 10. „Die drinnen sind“, bezieht sich auf Vers 11. Es gehört nicht zu den apostolischen Funktionen des Paulus, Sünder in der Welt zu richten. Das kann jetzt und später am großen weißen Thron sicher Gott überlassen werden. Aber die, die in der Gemeinde sind, müssen, wenn es nötig ist, von der Gemeinde gerichtet werden, um ihren heiligen Charakter aufrecht zu erhalten. Das Krebsgeschwür muß ausgeschnitten werden. Die böse Person muß entfernt werden. Siehe 5Mo 13,5; 17,7; 21,21; 22,24 ,wo die Formulierung sehr einfach ist. Wie ein Aussätziger aus dem Lager Israels ausgestoßen wurde, um die Gesundheit und Sicherheit der Nation zu erhalten (4Mo 5,1-4), so kann die geistliche Gesundheit und Sicherheit einer Gemeinde nur durch solch eine entschlossene und ausschlaggebende Handlung gewahrt werden. Eine reine Gemeinde ist eine kraftvolle Gemeinde. Wir müssen vor der Gefahr warnen, Vers 11 in allgemeiner Weise und bei öffentlicher Bekanntmachung einer Gemeindezucht zu zitieren. J.M. Davies lenkt die Aufmerksamkeit in „The Lord and the Churches“ („Der HERR und die Gemeinden“) S. 98 auf einen Fall von Gemeindezucht bei Schmähung, wo bei der Bekanntgabe in der Gemeinde Vers 11 erwähnt wurde, nicht aber die Schmähung im Einzelnen. Der Betreffende brachte die Brüder wegen Rufmordes vor Gericht. Sein Rechtsanwalt erwähnte, daß sie ihn in Erwähnung von Vers 11 praktisch aller dort erwähnten Sünden angeklagt hätten, und das Gericht stimmte dem zu. Die Brüder mußten schwer zahlen.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
Da Gott seine Organisation so achtet, müssen wir also Furcht üben und sie ebenfalls respektieren. Wir haben die feierliche Pflicht, über unsern Wandel zu wachen und es zu vermeiden, Schmach über die Organisation oder Verderbtheit in sie hinein zu bringen. Haltet daher erstens einmal die Ehe in Ehren und das Ehebett unbefleckt. Wir dürfen die Organisation nicht durch einen unreinen Wandel beflecken oder Schmach darüber bringen und in der Organisation bleiben, denn dies wäre wie Sauerteig und würde darauf hinwirken, die ganze Organisation mit Unreinheit, Heuchelei und Sünde zu durchsetzen. Es würde die Organisation in den Augen aufrichtiger Menschen abstossend machen und würde solche, die Anstoss nehmen, daran hindern, zur Organisation zu kommen und errettet zu werden. Wir können logischerweise nicht unsere eigene Errettung erlangen und gleichzeitig andere am gleichen hindern durch unser unsittliches schändliches Benehmen, das Gottes Organisation mit berührt. So lautet denn der Richterspruch, den Gott heute vollzieht, wie folgt: „Tut den Bösen [der wie ein Sauerteig der Sünde ist] aus eurer Mitte hinweg.“ (1 Korinther 5:1-13, NW) Wenn wir Gott durch unsern Wandel verleugnen, so wird er uns verleugnen, indem er uns seine Gemeinschaft entzieht. Sein Gericht zögert heute nicht, und das Verderben der Unreinen schlummert nicht.
Wachtturm – Juni 1951
Wir befinden uns nun an der Schwelle der gerechten neuen Welt. Von denen, die in die göttliche Regierung jener neuen Welt eingehen, steht geschrieben: „Irgend etwas Unheiliges und irgend jemand, der Abscheuliches und Lüge übt, wird keineswegs in sie eingehen.“ (Offenbarung 21:27, NW) Jehova Gott baut nun eine Neue-Welt-Gesellschaft auf, und sie muss den reinen, gerechten Massstäben entsprechen, die in seiner neuen Welt herrschen werden.
ach, ihr wisst es wohl! Warum schützt ihr dann die Kinderschänder und Ehebrecher? Was waren das noch für Zeiten, als man diese ausgeschlossen hat, anstatt die Zeugen und Ankläger dieser unsittlichen Menschen!