Sehet auf euch selbst, auf daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen.
Elberfelder 1871 – 2.Johannes 8
Gebt auf euch Acht, damit ihr das, was wir miteinander erarbeitet haben, nicht wieder verliert, sondern damit ihr ´zur gegebenen Zeit` den vollen Lohn bekommt.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 2.Johannes 8
Passt auf euch auf, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern die volle Belohnung bekommt.
neue Welt Übersetzung – 2018 – . 2.Joh 8
Gebt acht auf euch selbst, damit ihr die Dinge nicht verliert, die wir erarbeitet haben, sondern daß ihr vollen Lohn erlangen mögt.
{neue Welt Übersetzung – Bi12 – 2. Joh 8

βλέπετε Imp. ἑαυτούς (= att. ὑμᾶς αὐτούς, A126). ἀπ-ολέσητε Aor. Konj. -όλλυμι. εἰργασάμεθα Aor. Med. ἐργάζομαι. μισθός Lohn; Belohnung. πλήρης voll; vollständig, -zählig. ἀπο-λάβητε Aor. Konj. -λαμβάνω empfangen, erhalten.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Daß ihr vollen Lohn empfangt.
Targ Ruth 2, 12: Es wird dein Lohn vollständig sein אַגְרִיךְ שְׁלֵימָא in der zukünftigen Welt. ‖ Targ Qoh 1, 3: Um vollen Lohn אגיר שלים in der zukünftigen Welt vor dem Herrn der Welt zu empfangen. — Ähnlich so ebenda 2, 10. 11; 5, 18.
Strack & Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch
„Dies ist ein AKTIVES IMPERATIV. Das Verb „sehen“ (blepo) wird metaphorisch für eine Warnung vor dem Bösen verwendet (vgl. Mt 24,4; Mk 13,5; Lk 21,8; Apg 13,40; I Kor 8,9; 10,12; Gal 5,12; Heb 12,25). Die Gläubigen sind dafür verantwortlich, das Böse zu erkennen, weil :
Kommentar zu 1., 2. und 3.Johannes
(1) sie kennen das Evangelium ;
(2) sie haben den Heiligen Geist;
(3) sie haben eine ständige Gemeinschaft mit Christus.
LSR „damit wir die Früchte unserer Arbeit nicht verlieren“ NKJV „damit wir die Dinge, für die wir gearbeitet haben, nicht verlieren“
Übersetzung: „damit wir die Dinge, für die wir gearbeitet haben, nicht verlieren“.
NRSV „so dass du nicht verlierst, wofür wir gearbeitet haben“ Übersetzung: „damit du nicht verlierst, wofür wir gearbeitet haben“.
TEV „so that you will not lose what we have worked for“ Übersetzung: „damit ihr nicht das verliert, wofür wir gearbeitet haben“.
NJB „or all our work will be lost“ Übersetzung: „oder unsere ganze Arbeit wird verloren sein“.
Es gibt eine Variation in den griechischen Handschriften bezüglich des ersten PRONOMS: Ist damit „ihr“ gemeint (LSV, NRSV, TEV) oder „wir“ wie in NKJV)? Die SBU argumentiert
« Das bedeutet, dass die erwähnten Gläubigen das Ziel des Evangeliums, das durch das Zeugnis der Apostel vermittelt wird, möglicherweise nicht erreichen.
« Das griechische Verb ist ein SUBJONKTIVER AORIST, was die Betonung auf den früheren Empfang des Evangeliums legt, den sie gemacht hatten. Der SUBJUNKTIV ist ein kontingenter Modus und hat keine Beziehung zu ihrer Errettung, sondern zu ihrer Reife und der Ausbreitung des Evangeliums durch sie (vgl. I Kor 9,27; 15,10.14.58; II Kor 6,1; Gal 2,2; Phil 2,16; I Thes 2,1; 3,5).
Angesichts der Versuche der Verführer, Christen vom Wort Gottes abzuziehen ergeht eine Warnung: Βλέπετε ἑαυτούς („seht auf euch selbst“). Sie ist keine Aufforderung zum Egoismus, dass sich alles um die eigenen Bedürfnisse dreht. Die Phrase kommt so selten in der Literatur vor, vgl. jedoch das sonst uninteressante Werk Lucinaus, De saltatione 81,10, wo er Tipps zur weltlichen Schauspielerei gibt, aber dennoch die Phrase in Gottes Wort verwendet, nur leider für falsche Hinweise: „ὅταν ἕκαστος τῶν ὁρώντων γνωρίζῃ τὰ αὑτοῦ, μᾶλλον δὲ ὥσπερ ἐν κατόπτρῳ τῷ ὀρχηστῇ ἑαυτὸν βλέπῃ καὶ ἃ πάσχειν αὐτὸς καὶ ἃ ποιεῖν εἴωθεν“. „Wenn jeder der Zuschauer die eigenen Belange erkennt, mehr noch, wie in einem Spiegel durch den Schauspieler sich selbst sieht und was er selber fühlt, dann ist das Ziel erreicht“. Diese Analogie angewandt, könnte für den Text bedeuten, dass man sich selber bespiegelt und acht auf sich gibt, d.h. auf der Hut ist, dass nichts Falsches in da Leben hineinkommt, in dem Zusammenhang also, dass man das Erarbeitete behält und nicht verliert. Das ist eine Gefahr, wenn von außen Falsches an Christen herangetragen wird, in Lehre und Praxis. In der Situation gilt es, aufzupassen und sich den Spiegel des Wortes vorzuhalten und dann andere Einflüsse abwehrt, denn sonst würde man für Gott unbrauchbar und kann nicht mehr für den Arbeiten, was Verlust von Lohn zu Folge haben würde. Angesichts der genannten Gefahr ist Vorsicht geboten und sich vor den Einflüssen der falschen Lehrer zu entziehen, denn sonst gerät man von der Spur dem Lamme nach weg auf falsche Wege und Lehren und Praktiken, die bedeuten, dass Gott sich nicht mehr dazu bekennen kann und auch die Belohnung verlustig geht, die eigentlich in Aussicht steht. Johannes gebraucht den Imperativ im Präsens, womit er deutlich macht, dass die Notwendigkeit dauerhaft besteht und kein nur einmaliges Achtgeben beinhaltet. Johannes wechselt die Personen und spricht erst Kyria und ihre Kinder und damit auch alle anderen Christen an, verbunden mit dem Appell, auf sich aufzupassen, da Gefahren drohen, mit dem Ziel die Brauchbarkeit für Gott nicht zu verlieren, wenn Abwege eingeschlagen werden, denn dann ist der Lohn dahin. Das ist nicht der Wille Gottes, daher sollen Christen wie Kyria aufpassen und so weiterleben, wie es den Geboten Gottes entspricht, sich nicht abhalten oder aufhalten lassen oder gar falschen Lehrern Aufmerksamkeit schenken. Johannes erweitert die Person und bezieht sich in das Prinzip mit ein, weiterzuarbeiten und dabei zu bleiben, egal was andere Lehrer an Änderungen in der Lehre und im Leben hervorrufen wollen. Wie man Erarbeitetes verlieren kann beschreibt unter Verwendung der Vokabeln von Johannes Demosthenes, Contra Phaenippum „ἐπειδὴ δὲ τὰ μὲν τῆς κοινῆς ἀτυχίας μετασχὼν τοῖς ἄλλοις τοῖς ἐργαζομένοις ἐν τοῖς ἔργοις, τὰ δ’ ἰδίᾳ μεγάλαις περιπεπτωκὼς ζημίαις ἀπολώλεκα τὴν οὐσίαν“. „Da ich Anteil an dem allgemeinen Unglück hatte, die auch die anderen, die in den Werken arbeiten betraf, habe ich auch durch heftige private Verluste mein Vermögen verloren“. Obwohl der arme Mann viel Besitz hatte, ging ihm der verloren, da Anteil an dem Niedergang bei den Arbeiten in den Minenwerken hatte und auch sich privat wohl verspekulierte. Das kann auch Christen passieren, wenn sie Anteil am Abfall und dem Niedergang haben, indem sie sich fremden Einflüssen öffnen, wenn sie nicht achtgeben, etwa falschen Lehren anhaften, der Besitz des Wortes Gottes steht auf dem Spiel und damit der Gewinn, den man hat, wenn man dieses Wort befolgt. Xenophon benutzt den Ausdruck im letzten Satz (Anabasis 7.7,14): „οἴομαι ἂν οὖν, ἔφη, ὑμᾶς ἀπολαβεῖν τῇ στρατιᾷ τὸν ὀφειλόμενον μισθόν“. „Ich glaube wohl nun, sagte er, dass ihr den geschuldeten Lohn für das Heer bekommt“. Wer arbeitet bekommt Lohn, wie hier die Söldner, auch bei Gott erhalten seine Arbeiter Lohn für ihr Tun und ihre Arbeit. Christen sollen bis zum Ende auf sich achtgeben, sich von Gott gebrauchen zu lassen und nicht von ihm und seinem Wort abkommen, denn dann arbeiten sie nicht in seinem Sinne und verlieren ihren Lohn am Richterstuhl Christi. Gott will aber treue Arbeiter und ihnen vollen Lohn geben, dies geschieht beim Beibehalten der Lehren des Herrn und die Umsetzung im Leben.
P. Streitenberger – Der zweite Johannesbrief
Es geht also nicht etwa um eine Vielfältigkeit von Ansichten, 8 die einen theologischen Reichtum darstellen könnte, sondern um das Heil selber, das gerade in der Endzeit – ganz entsprechend den Worten Jesu selbst in Mt 24, 24 – in besonderer Weise von Verführern und Antichristen bedroht wird. Jesu eigener Warnruf an seine Jünger in Mt 24, 4 wird darum von seinem Jünger Johannes aufgenommen: „Seht auf euch selbst.“ Jeder Christ, jede Gemeinde trägt hier eine Verantwortung für sich selbst, die sich ganz praktisch in ihrem ewigen Schicksal auswirken wird. Hier droht der Unachtsamkeit ein schwerer Verlust: „Damit ihr nicht verliert (oder: damit wir nicht verlieren), was wir erarbeitet haben (oder: was ihr erarbeitet habt).“ Die Entscheidung über die Textform „was wir erarbeitet haben“ oder „was ihr erarbeitet habt“, ist nicht leicht zu treffen. Johannes kann an seine eigene apostolische Arbeit denken, die vergeblich getan ist, wenn sich die Gemeinde von der modernen Verführung erfassen läßt. Johannes hat der Gemeinde das wahre Heil gebracht; die Gemeinde verliert es, wenn sie den Verführern folgt. Der Apostel könnte auch an die eigene „Arbeit“ der Gemeinde denken. Gemeinde Jesu in dieser Welt zu sein und als solche zu leben, ist kein Spiel, sondern kostet immer neue Mühe und ernste Arbeit. Alles, was die Gemeinde darin bisher „erarbeitet hat”, verliert sie, wenn sie nicht aufmerksam und wach in den innern Bedrohungen der Endzeit steht. Wie immer wir den Text fassen, auf jeden Fall ist es die Sorge des Apostels im Blick auf die Glieder der Gemeinde, daß „ihr nicht verliert, sondern vollen Lohn empfangt“. Die neue Bewegung verspricht ihnen einen großen „Gewinn“ und stellt es ihnen als verlockend und „lohnend“ hin, ein neues und höheres Christentum zu erhalten. Johannes warnt: Ihr „gewinnt“ nicht, sondern ihr „verliert“. Euch entgeht der wahre, „volle Lohn“ ewiger Herrlichkeit.
de Boor – Wuppertaler Studienbibel
Vom „Lohn“ ist im NT immer wieder ganz unbefangen die Rede. Man hat sich oft daran gestoßen und von einer „niedrigen Lohn-Ethik“ gesprochen. Man müsse doch das Gute um des Guten willen tun, ohne nach „Lohn“ zu fragen. Nun, darüber müssen wir das NT nicht erst belehren. Jesus hat ein falsches Lohndenken radikal abgewiesen (Lk 17, 10). Und die zentrale Botschaft des NT von der Gerechtigkeit vor Gott ohne Verdienst allein aus Gnade (Rö 3, 24) schließt alles Schielen nach „Lohn“ grundsätzlich aus. Aber es gehört zur „Lebendigkeit“ und „Menschlichkeit“ der biblischen Botschaft, daß sie in scheinbarem Widerspruch dazu nun doch auch froh und mutmachend von „Lohn“ sprechen kann. Auch der größte ethische Fanatiker wird es nicht ablehnen, wenn ihm nach einem harten und gefahrvollen Einsatz „gedankt“ wird und wenn er Anerkennung findet und ein freies Geschenk empfängt. Der „Lohn“ im NT ist nie Sache eines Rechtsanspruches. Aber es ist die Freude eines lebendigen und liebenden Gottes, seine Diener in freier Großzügigkeit zu „belohnen“, wenn sie durch Gefahr und Not hindurch treu in ihrem Einsatz gewesen sind. So darf die Gemeinde auf den Tag Gottes blicken, an dem es sich zeigen wird, daß keiner vergeblich Gott diente, daß alle Treue in ihrem Einsatz für Gott „vollen Lohn“ erhält. Diesen Blick soll die Gemeinde gerade jetzt in der Anfechtung durch Verführung haben, damit sie nicht „verliert“, sondern „das Ziel ihres Glaubens davonträgt“ (1 Pt 1, 9) und den vollen Gnadenlohn erhält.
In diesen Angriffen sind die Christen zur Wachsamkeit gerufen. So hat es Jesus immer wieder betont, und so schreibt es Johannes.
Gerhard Maier – Edition C
»Seht euch vor« (wörtlich: »seht auf euch selbst«) heißt: Schaut nicht hin auf die Verführer, sondern auf das, was ihr durch Christus geworden seid und was ihr durch ihn und in ihm gewirkt habt. Sie sollen nicht »verlieren, was wir erarbeitet haben« (wörtlich: »dass ihr nicht verderbt, was wir gewirkt haben«). »Erarbeiten« darf gewiss nicht im Sinne einer Leistung, die einen Leistungsanspruch begründet, missverstanden werden. Christen arbeiten, besser: wirken, mit dem, was ihnen ihr Herr gegeben hat, sie wirken mit den anvertrauten Talenten (vgl. Mt 25,14ff.). Dann aber wirken, schaffen sie auch für ihren Herrn (vgl. Röm 14,16; Phil 2,12; Heb 13,21). Nachfolge Jesu Christi ist Einsatz der ganzen Kraft, nicht für mein Heil – das hat er mir erworben -, sondern für den Herrn, dass sein Reich gebaut wird. Wo solcher Einsatz nicht da ist – und der Apostel schließt sich in das »wir« mit ein -, da verdirbt die Gabe Jesu Christi und da verlieren wir den Anschluss an unseren Herrn. Wo wir wegsehen auf die Lockungen der Irrlehrer, können wir nicht mehr aus unserem Herrn und für ihn wirken. Es ist aber das Wunder, dass er durch und mit uns wirkt, ja, wir sollen sogar »vollen Lohn empfangen«. Wieder ist das nicht misszuverstehen als Verdienstlohn, sondern es ist der Gnadenlohn, den Gott in seiner überfließenden Güte all denen gibt, die mit dem Anvertrauten wirken. In diesem Sinn dürfen wir mit der Bibel ganz unbefangen, demütig, aber freudig erwartend auf den Lohn im Himmel schauen (vgl. 1Mose se 15,1; Ps 19,12; Mt 6,1.4.6; 10,41; 19,27ff.; Mt 20,1ff.; Lk 6,23.35; 1Kor 3,8.14; Offb 11,18; 22,12). Das griech. Wort für »Lohn,« kann auch mit »Kampfpreis« wiedergegeben werden. Es ist der Siegeskranz derer, die standgehalten haben in allen Angriffen des Verführers und des Antichristen. Was er oder seine Vasallen auch für Lohn versprechen, ist Betrug. Nur einer kann wirklich lohnen: Christus selbst.
Obwohl die Herrin und ihre Kinder sorgfältig hinhören müssen, um die falsche Lehre herauszufinden, haben sie zunächst auf sich zu sehen, damit sie nicht von der Einfalt Christus gegenüber abgewandt würden (vgl. 2Kor 11,3 Rev.Elberf). Diese sektiererischen Lehrer könnten ihnen die schon erworbene und genossene geistliche Wahrheit rauben. Die Elberfelder und Rev. Elberfelder Bibel geben die zweite Vershälfte unterschiedlich wieder: „auf daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen“ (Elberf); „damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt“ (Rev.Elberf). Dabei steht in einigen Handschriften das Verb in der ersten, in anderen in der zweiten Person Mehrzahl. Die Bedeutung scheint darin zu bestehen, „achtzugeben, daß diese Verführer nicht das Werk zunichte machen, das die Apostel und Evangelisten unter euch aufgebaut haben, sondern daß ihr dessen volle Frucht empfangt“ (Plummer). Johannes und seine Gefährten hatten gearbeitet, indem sie den Gläubigen die grundlegenden Wahrheiten in Bezug auf die Person des Herrn Jesus lehrten. Ihm liegt viel daran, daß die auserwählte Herrin diese Wahrheiten beibehält und nicht fallenläßt. Johannes hatte etwas „erarbeitet“ (was das harte Ringen unter Gebet bei der Vermittlung der Wahrheit erkennen läßt) und möchte nun, daß
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt – Johannesbriefe
1. er am Richterstuhl Christi vollen Lohn für seine Anstrengungen empfängt
2. sie vollen Lohn empfängt:
a. durch Frucht, die in ihrem Leben hervorgebracht wird
b. durch Frucht, die zur Ehre Gottes am Richterstuhl sichtbar wird.