Allem bin ich gewachsen durch den, der mich stark macht.

Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.
Elberfelder 1871 – Philipper 4,13

Nichts ist mir unmöglich, weil der, der bei mir ist, mich stark macht.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Philipper 4:13

Ich bin allem gewachsen durch den,
der mich stark macht.
BasisBibel 2012 – Phil 4,13

ich bin in allem und für alles geübt, sowohl satt zu sein, als zu hungern, sowohl Überfluß zu haben, als Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht.
Schlachter 1951 – Phil 4:13

Ich bin zu allem fähig durch den, der in mir mit seiner Kraft wirkt.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – Philipper 4,13

Allem bin ich gewachsen
durch den, der mich stark macht.
Gute Nachricht 2018 – Philipper 4:13

Nicht unsere eigenen Bemühungen, nicht unsere eigene Kraft!

Ich könnte zu meinem Handschuh sagen, er soll meine Bibel herreichen, aber mein Handschuh wird das nicht fertigbringen. Er hat einen Daumen und Finger, er hat die Form meiner Hand, und doch kann er nicht tun, was ich ihm gebiete. Vielleicht sagt jemand, ich hätte versäumt, ihm zu erklären, wie man es macht. Auch das kann ich versuchen, bis meine Geduld zu Ende ist, aber der Handschuh wird es nicht schaffen. – Und doch habe ich einen Handschuh, der meine Bibel schon viele Male getragen hat. Allerdings nie, ohne dass meine Hand in ihm gesteckt hat. Sobald meine Hand in den Handschuh fährt, ist er genauso stark wie sie. Alles, was meine Hand tun kann, wird auch dem Handschuh möglich sein, aber nur solange er meine Hand bei all ihrem Tun bekleidet.
Genauso ist es, wenn Christus durch seinen Geist in dir wohnt. Du bist der Handschuh, und Christus ist die Hand. Alles, was er kann, wird auch dir möglich sein. Du wirst mit Paulus sagen können: »Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus!« (Phil. 4,13). Alles, was du zum göttlichen Wandel brauchst, bekommst du durch den auferstandenen Herrn, der durch seinen Geist in dir gegenwärtig ist.
(]an Thomas)

CMV-Materialsammlung

ἰσχύω stark sein; vermögen, können. ἐν-δυναμοῦντι Ptz. -δυναμόω stark machen; subst.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Ob der Name „Christus“ hier ausdrücklich mitzulesen ist oder nicht, aus Christus jedenfalls stammt die „Ermächtigung“ zu der vollen Freiheit, die Paulus hat. Weil „das Leben“ für ihn „Christus“ ist (1, 21), darum hängt er nicht mehr an dem, was die Menschen „das Leben“ nennen. Darum kann er es ruhig einmal reichlich und gut haben und sich sättigen, es wird ihm nicht zur Gefahr. Darum kann er aber auch fröhlich entbehren und ohne Angst und Unmut hungern. So braucht er die Gabe der Philipper nicht. Er hat die „Autarkie“. Auch das Verhältnis zu dieser Gemeinde, der er das persönliche Geben erlaubt hat, entstellt kein heimliches Schielen nach dem, was sie ihm schenkt. Er ist königlich frei. Aber eben wirklich „königlich“ und nicht „asketisch“. Darum braucht er die reiche Gabe, die Epaphroditus mitbrachte, auch nicht verlegen oder ängstlich zurückzuweisen, sondern kann sich mächtig über sie freuen und einmal wieder „Überfluß“ haben. Das ist Jesu sichtbare Wirkung! Zwar die „herrliche Freiheit der Kinder Gottes“ kommt in ihrer Fülle erst, wenn Jesus Sein Werk bei Seiner Parusie vollendet. Aber das Christentum ist doch nicht nur „Vertröstung auf die Zukunft oder aufs Jenseits“. Jesus ist schon heute Der, der die Menschen zu solcher herrlichen Freiheit ermächtigt, wie sie uns hier an Paulus sichtbar wird.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Das »alles« (V. 13) weist – wie schon das »alles und jedes« in Vers 12 – nochmals auf Mangel und Fülle hin. Dieser 13. Vers sollte nicht ohne Berücksichtigung des Textzusammenhanges gelesen oder ausgelegt werden. Wenn der Zusammenhang vergessen wird, könnte das »alles« absolut verstanden werden. Und wenn das »Überwinden« – Luther: »Ich vermag alles« – als »Können« ausgelegt wird, dann sind katastrophale Folgen zu verzeichnen. Gott schafft nicht »Alleskönner«, sondern schenkt jedem die Begabung, die in die Gemeinschaft des Leibes Christi eingebracht werden soll, um einen funktionsfähigen Leib zu ermöglichen. Gott gibt jedem Menschen die Kraft, die er braucht, um in den verschiedenen Phasen seines Lebens – seien sie durch Not gezeichnete oder vom Wohlergehen geprägte – bestehen zu können. Hier wird die Hoffnung geschenkt, in jeder Lage des Lebens bewahrt zu werden.

Gott will uns in keine Situation bringen, in der wir versagen müssten. Es wird hier auch die Quelle der Kraft genannt. Manche maßgeblichen alten Handschriften führen zwar den Namen »Christus« an dieser Stelle nicht im Text. Dennoch ist deutlich, dass er allein gemeint ist. Er allein ist es, der fortwährend bemächtigt, damit die Kräfte zum Überwinden nicht versiegen. Wer »vom Frieden Gottes bewacht wird« (V. 7), darf damit rechnen, dass die Kraft für jeden Tag geschenkt wird. Der Ausdruck »bemächtigen« sagt aus, dass die Kraft nicht die eigene ist, sondern gegeben wird. Wir können es »schaffen« in den verschiedenen Lebenslagen, weil Jesus uns mit der jeweils notwendigen Menge an Kraft ausstattet.

Gerhard Maier – Edition C

Hier spricht der Apostel von seiner Zuversicht: » Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt. « » Ich vermag « ist ischyo. Es wird in Apg 19,16 mit » überwältigte « übersetzt, in Jak 5,16, heißt es, daß das Gebet eines Gerechten viel » vermag « . Paulus spricht von geistlichem Vermögen, das eine weitere Bedeutung hat als nur in bezug auf Mangel und Fülle; es bezieht sich auf jegliche Art Leiden im Dienst für Gott. » In Ihm « findet Paulus die benötigte Stärke. Das Wort » kräftigt « ist en dynamoo. Paulus spricht auch in 2.Tim 4,17 davon, wie der Herr ihn gestärkt habe; es wird auch von Abraham verwendet, der » gestärkt « wurde im Glauben (Röm 4,20). Es ist von dynamis, Stärke, abgeleitet, das in 3,10 für die » Kraft der Auferstehung « steht. Paulus lernte das Geheimnis geistlicher Stärke in 2.Kor 12,9: » Meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. «

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

In diesem berühmten Vers drückt Paulus sein volles Vertrauen in Jeschua aus, dass er für seine Bedürfnisse gerüstet ist und auch die Kraft hat, seinen Dienst zu tun. Paulus‘ Vertrauen ist insofern sicher, als die Kraft, „alles zu tun“, nicht auf ihm ruht, sondern in der Treue Gottes zu finden ist, die ihm im Messias Jeschua offenbart wurde (Stern Modern 273).

Aus seiner eigenen Erfahrung heraus ermutigt Paulus die Jeschua-Anhänger in Philippi, die göttliche Kraft für ihren Dienst an Gott und der messianischen Gemeinschaft zu nutzen. Es geht um die Befähigung zum Dienst, nicht um eine pauschale Verheißung göttlicher Kraft für alle Aspekte des Lebens oder für alle Beschäftigungen, sondern speziell um göttliche Kraft für den Dienst an Gott und für die Bekanntmachung des Messias in der Welt (Decker 426).

Paulus versichert den Philippern hier die göttliche Vollmacht für gute Werke und die Verbreitung der Guten Nachricht. Wir können sehen, dass Paulus die Verheißung Jeschuas an seine Talmidim wieder aufgreift, nämlich die göttliche Ermächtigung für diejenigen, die auf Gottes Wegen wandeln und die Lehren Jeschuas befolgen:
„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand wie mich geben, den Geist der Wahrheit, der für immer bei euch sein wird. Die Welt kann ihn nicht empfangen, weil sie ihn weder sieht noch kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und mit euch vereint sein wird.“ (Johannes 14,15-17)

So wie Jeschua denen, die seine Gebote befolgten und seinem Beispiel folgten, den Heiligen Geist verheißen hat, kann Paulus den Philippern getrost die Zusicherung der Bevollmächtigung durch den Heiligen Geist empfehlen, wenn sie Jeschua dienen.

R. Sean Emslie – Phillipper – Einheit in der messianischen Gemeinschaft