Thomas Pape

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Passt auf, Leute, seid stabil und cool unterwegs in eurem Glauben.

Wachet, stehet fest im Glauben; seid männlich, seid stark! (Eig erstarket)
Elberfelder 1871 – 1.Korinther 16,13

Seid wachsam! Haltet unbeirrt am Glauben fest! Seid mutig und seid stark!
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Korinther 16:13

Seid wachsam, steht fest im Vertrauen auf Gott, beweist Mut und seid stark!
das Buch – 1.Kor 16,13

Mutig […] stark, diese Verben tauchen in LXX–Version von 2Kgt 10,12; Ps 26,14; 30,25 (vgl. Dtn 31,6[LXX]; Jos 1,6–7[LXX]).

Das Neue Testament – jüdisch erklärt

Wacht: Damit euch der Satan nicht überrascht und verführt. Darum vertreibt den Schlaf und die fleischliche Sicherheit. Paulus mischt also mit wenigen Worten eine ernste Ermahnung mit unter. Denn der Teufel stellt unserer Seligkeit nach und geht herum wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann [1. Petr 5].
Im Glauben: Lasst euch vom rechten Glauben an Christus nicht abspenstig machen. Denn es ist nicht genug, dass wir die rechte Lehre einmal angenommen haben, wenn wir nicht auch beständig dabei beharren [Eph 4].
Stark: In den Anfechtungen, Gefahren und Verfolgungen, dass ihr dem Teufel, der Welt und eurem Fleisch nicht weicht, sondern alle Widerwärtigkeiten mit beherztem Gemüt überwindet. Denn wer da recht kämpft und überwindet, wird gekrönt [2. Tim 2].

Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Die vier Imperative in V. 13–14, mit denen Paulus die abschließenden Mahnungen einleitet, haben, wenn auch nicht wörtlich, Parallelen in anderen Paulusbriefen und auch außerhalb des NT. W. Schrage hat deshalb Recht, wenn er zur Zurückhaltung gegenüber Erklärungen mahnt, die die Mahnungen in V. 13–14 im Hinblick auf Apollos und das Parteiwesen verstehen wollen. Die Aufforderung wachet (γρηγορεῖτε) kommt häufig in endzeitlichen Zusammenhängen vor.682 Paulus hatte die korinthischen Christen wiederholt auf das kommende Endgericht hingewiesen, dessen Realität ihr gegenwärtiges Verhalten bestimmen soll (1,8; 3,13; 5,5; 7,6). Hier ruft er sie noch einmal auf, im Blick auf die Wiederkunft Jesu Christi wachsam zu sein, d.h. bereit zu sein, dem wiederkommenden Herrn Jesus Christus zu begegnen und entsprechend dieser Bereitschaft zu leben. Die Kompromisse, die korinthische Christen mit den säkularen Werten der römischen Gesellschaft Korinths geschlossen hatten und die Paulus in seinem Brief behandelt hat, lassen es geraten erscheinen, neben dieser endzeitlichen Dimension zugleich die Mahnung zu hören, wachsam zu sein gegenüber den verderblichen Einflüssen der Umwelt.684 In diesem Zusammenhang bedeutet der Aufruf zum Wachen, dass sie in einer Gesellschaft leben, deren Werte und Traditionen als „Nacht“ beschrieben werden können, in der die Christen wach bleiben und die Werke der Finsternis ablegen (Röm 13,11–14). In 1Thess 5,6 steht die Mahnung zum Wachbleiben parallel zur Mahnung, nüchtern zu sein; in 1Kor 15,34 hatte Paulus die Korinther aufgefordert, „nüchtern“ zu werden und nicht zu sündigen. A. Schlatter kommentiert: „Der Schlaf und der Rausch beschreiben dasselbe Versinken in sich selbst, bei dem die Wahrnehmung endet und das Vermögen zur richtigen Tat verloren ist“. Wachsam sein heißt, sich nicht von den Traditionen und Erwartungen der säkularen Gesellschaft bestimmen zu lassen, sondern von dem Willen Gottes und der Wirklichkeit des Heils, das der Herr Jesus Christus den Jesusbekennern geschenkt und ermöglicht hat.
Mit der Mahnung steht fest im Glauben (στήκετε ἐν τῇ πίστει) fordert Paulus die Korinther auf, in der Heilsbotschaft des Evangeliums fest verankert zu bleiben und sich durch die säkulare Umgebung nicht verunsichern zu lassen.688 Im Kontext von 15,3–5.14.17 bezieht sich die Mahnung konkret auf die von allen Aposteln gelehrte Tradition vom sühnenden Heilstod Jesu Christi und seiner Auferstehung, im Kontext von 8,4–6 auf den Glauben an den einen Gott, den Vater, und an den einen Herrn, Jesus Christus, der sowohl Götzendienst als auch hedonistische Sexualität untersagt. Die Präp. ἐν wird meistens lokal verstanden: „Im Glauben gewinnt der Mensch den Stand, der ihn bestehen bleiben läßt“. Sie kann aber auch kausativ interpretiert werden: „Den aufgerichteten, befestigten Stand vermittelt ihnen der Glaube“.691
Die Mahnung seid mutig wird im Griech. mit einem Verb formuliert (ἀνδρίζεσθε), das nur hier im NT vorkommt, aber in der LXX oft im Zusammenhang der Mahnung seid stark (κραταιοῦσθε) verwendet wird. Der Gegensatz zu ἀνδρίζεσθε sind nicht Frauen, sondern Feigheit und Schlaffheit. Nach. J. Kremer nehmen diese beiden Imperative „auf die den Gliedern der jungen Kirche zugemuteten Auseinandersetzungen Bezug, in denen sie nicht einfach nachzugeben, sondern sich wie der Apostel mutig oder sogar kämpferisch zu verteidigen haben“.694 Wenn sich die korinthischen Christen dem Druck der heidnischen Gesellschaft und ihren traditionellen Werten und Praktien widersetzen, benötigen sie Mut und Stärke. Das vorausgehende ἐν τῇ πίστει verdeutlicht, dass es nicht um die Aktivierung eigener (Charakter-) Stärke geht, auch geht es in diesen Mahnungen nicht um den Zuspruch von geistlichen Gütern, die sie bereits besitzen. Es geht um den Anspruch des Evangeliums, das ihnen die Kraft gibt, sich mutig zu verhalten und geistliche und persönliche Stärke an den Tag zu legen. J. Moffatt kommentiert: „Wir haben es mit der Aufforderung zu einem Gemeindeleben zu tun, das robust, intelligent und loyal sein soll, wobei die Betonung auf dem Denken und dem Willen liegt – alles andere als sentimental oder lässig. Die Korinther waren tolerant, wo sie hätten streng sein sollen, und intolerant oder lieblos, wo sie Manns genug hätten sein sollen, jene mit Nachsicht zu behandeln, die weniger robust waren.… Paulus hat bereits darauf hingewiesen, dass die Kirche Gottes etwas anderes, etwas besseres ist als ein Debattierklub oder ein geselliger Verein oder ein spiritualistischer Zirkel. Anbetung und Gemeinschaft nehmen alle Fähigkeiten des Menschen in Anspruch“.

Schnabel – Historisch-Theologische Auslegung Neues Testament

Sie muß „Zusehen, daß sie nicht falle“ (10, 12). Sie darf aber „stehen im Glauben“. Das grie „en“ hat hier, wie so oft, einen instrumentalen Sinn. Nicht nur zu ihrem Glauben sollen sie stehen, sondern gerade durch ihren Glauben können sie wirklich „stehen“. Nicht aus ihrer eigenen Standhaftigkeit und Treue heraus werden sie fest und klar bleiben. Aber indem sie „glauben“, das heißt im gehorsamen Vertrauen auf Jesus blicken und in jeder Lage mit ihm rechnen, „stehen“ sie.
Paulus fügt zwei Mahnungen an: „seid mannhaft, seid stark“, die im Gegensatz zu dem „Stehen durch den Glauben“ auf ein rein menschliches Heldentum zu verweisen scheinen. Sie stammen aber trotz ihres „griechischen“ Klanges aus dem AT. In 2 Sam 10, 12 richtet Joab, der Feldhauptmann, diese doppelte Aufforderung an seinen Bruder Abisai; und Ps. 27, 14; 31, 25 nimmt sie in seiner Weise auf. Gerade der Glaubende ist nicht weichlich, sondern „mannhaft“, nicht schwächlich, sondern „stark“. Nicht vorsichtiges Ausweichen oder ängstliches Zurückweichen, sondern mannhafte Kraftentfaltung durch den Glauben ist Sache einer Gemeinde Jesu. Es ist aber kein Gegensatz dazu, wenn Paulus hinzufügt: „Alles bei euch geschehe in Liebe!“ Denn wirkliche „Liebe“ ist nicht Schwäche, Gutmütigkeit oder feiges Beschwichtigen und Beschönigen. Sie will mit ganzem Ernst und Einsatz das echte Leben des andern. Umgekehrt wäre auch alle Mannhaftigkeit wertlos, wenn nicht die Liebe „alles“ regierte. Was Paulus in Kap. 13 eingehend klar gemacht hat, klingt hier in seinem kurzen Satz noch einmal an. Eine wache, feststehende, mannhafte und starke Gemeinde sind die Korinther, wenn sie wirklich „alles“ bei sich „in Liebe geschehen“ lassen.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Seid wach; steht durch den Glauben; seid mannhaft; werdet gestärkt. Alles, was ihr tut, geschehe in der Liebe. Was Paulus zur Erhaltung und Stärkung der Gemeinde durch seinen Besuch und seinen Brief und durch die Sendung des Timotheus tun kann, das ist geschehen und wird geschehen; anderes, was ihnen wohltäte, wie die Arbeit des Apollos, kann ihnen nicht verschafft werden. Aber keine Fürsorge der anderen kann der Gemeinde das bieten, was sie braucht, wenn sie nicht selbst für sich sorgt. Dazu darf sie nicht schlafen und träumen, sondern muß das Auge offen haben, um die Gefahr zu sehen, die ihr naht, und um die Aufgaben wahrzunehmen, die der Herr ihr stellt. Dazu muß sie ihren aufrechten Stand behalten, wozu sie im Glauben das Mittel hat. Sie fällt nicht, solange sie den Glauben bewahrt. Dazu muß sie sich tapfer halten in der Abwehr der Sünde wie im Ertragen des Leidens und die Kraft, die ihr Gott dazu darreicht, sich aneignen. Gesund und rein bleibt sie dann, wenn alles, was durch sie geschieht, seinen Grund in der Liebe hat und von ihr geleitet wird. Was andere ihr tun, mag aus anderen trüben Quellen stammen, aus selbstsüchtigen Wünschen oder auch aus Haß. Aber das, worüber sie entscheidet und wie sie sich verhält, das hat alles in der Liebe sein Gesetz.

Schlatters Erläuterungen zum Neuen Testament

Mit einem mahnenden und ermunternden Aufruf faßt der Apostel sein Anliegen an die Gemeinde zusammen: »Wachet« – das weist auf das Ziel hin, auf den Tag des Herrn. Wie Jesus selbst prägt sein Zeuge diesen Mahnruf ein; ohne das Wachen gibt es kein Leben, kommt der Christ nicht zum Ziel (vgl. Mt 24,42ff.; 26,38–41; Mk 13,34ff.; Lk 12,37; 21,36; Eph 5,14; 6,18; 1 Thes 5,6; Offb 3,2ff.; 16,15). Wach sein heißt bereit sein zum Dienst, zum Zeugnis, zum Kampf, zur Vollendung. Solches Wachen geschieht durch »Stehen im Glauben«. Das hat zweifache Bedeutung und heißt, daß man zu dem Glauben steht, festhält an der rechten Lehre und so auf dem Fundament bleibt, das gelegt ist (vgl. 3,11). Solches ist nur möglich durch den Glauben, durch das alleinige Vertrauen auf Jesus Christus (vgl. Röm 5,2; 11,20; 1 Kor 10,12; 15,1; 2 Kor 1,24). Das macht den Christen »männlich« (wörtlich: »mannhaft«) und »stark« (vgl. 2 Sam 10,12; Ps 27,14; 31,25). Hier ist nichts Menschlich-Heroisches, kein Heldenmut gemeint, sondern der Glaube an Jesus Christus, der den Christen fest macht, ihn eingründet und stark macht durch den Geist. Es ist die Kraft Gottes, die »in den Schwachen mächtig« ist (vgl. 2 Kor 12,9).

Krimmer – Edition C Bibelkommentar

Lenski gibt eine interessante grammatische Anmerkung: „Er schreibt zwei Sätze. Der erste hat vier Imperative in der zweiten Person Plural, der zweite hat nur einen Imperativ in der dritten Person Plural… Die fünf Zeiten sind alle Gegenwart, um die andauernde Handlung auszudrücken. Die ersten vier Verben gehören eng zusammen, da sie eine festgefügte Gruppe bilden. Nur das zweite dieser vier Verben hat eine nähere Bestimmung, den Ausdruck ‚im Glauben’“! Die vier Präsens-Imperative von V.13 sind gegen entgegengesetzte Zustände gerichtet, die besondere Gefahren und Versuchungen beinhalten konnten. Wir wollen sie betrachten: „Wachet“: Das Wort bedeutet, sich wachhalten, wachsam, auf der Hut sein. Es könnte den Gedanken des Wächters im Dienst beinhalten, der immer seine Augen vor der Gefahr offenhalten muß: „Wächter, wie weit ist es in der Nacht?“ (Jes 21,11). Das Wort wird in Mt 24,43; Mk 13,34ff; Apg 20,31; Kol 4,2; 1 Thessalonicher 5,6; 1 Petrus 5,8 und Offb 3,2 gebraucht. Der Sinn ist hier, zu wachen, auf der Hut vor allem Übel zu sein, das unter ihnen aufgetaucht ist, dem Übel der Nichtübereinstimmung, der Hurerei, der Rechtsstreitigkeiten, der Gemeinschaft mit Dämonen, des Mißbrauchs des Mahles des HERRN usw. Wir können es uns heutzutage nicht leisten, selbstsicher zu sein, denn viele Gefahren lauern um uns herum und nur Wachsamkeit wird die Gefahr früh genug entdecken, um uns zum Warnen zu befähigen. „Steht fest im Glauben“: Wir fassen das so auf, daß wir eine eindeutige Stellung haben müssen, einen entschlossenen Stand, um die Wahrheit, was es auch kosten mag, zu behaupten. Das würde uns zur Stabilität bringen, vor dem Wanken bewahren, vor Zweifel, Unsicherheit, vor dem Abtrünnigwerden. Als Demas Paulus verließ, verließ er die Wahrheit. Das Chaos, das in der Gemeinde in Korinth zu sehen ist, sollte uns alarmieren, uns aufwecken, uns den Entschluß fassen lassen, fest in der Wahrheit zu stehen. Die Tage sind schwierig, Kompromisse sind an der Tagesordnung. Möge der HERR uns helfen, unsere Stellung einzunehmen und die göttliche Offenbarung festzuhalten. „Seid männlich“: „Seid männlich“ ist nicht nur ein Wort im Griechischen, sondern es erscheint auch nur hier im NT. Es bedeutet: zeigen, daß man ein Mann ist. Die Qualitäten eines Mannes an den Tag zu legen heißt, das Gegenteil von einem Feigling zu sein, und enthält die Elemente Mut und Tapferkeit. Die Korinther wurden getadelt, da er sie als „Unmündige“ (3,1) und „Kinder“ (14,20) bezeichnet. Sie waren unreif, und Paulus wünscht ernstlich, daß sie wachsen und ihre Verantwortung als „Männer“ wahrnehmen. Gerade unsere Zeit schreit danach, daß die Gläubigen endlich von Männlichkeit gekennzeichnet werden und sich tapfer dem Feind stellen. „Seid stark“: Die vorangegangene Qualität zusammen mit dieser erinnert uns an Ps 31,24: „Seid stark, und euer Herz fasse Mut“. Einige Ausleger denken, der Ausdruck bedeute „werdet stärker“. Sicher scheinen die anderen Vorkommen des Wortes im NT auf innere Stärke zu weisen, z.B. Lk 1,18;2,40; Eph 3,16 .Die Passiv-Form scheint aber anzudeuten, daß die Quelle der Kraft nicht in uns liegt, sondern von Gott kommt. Eph 3,16 führt sie auf den Geist Gottes zurück. Andere scheinen zu denken, es bedeutet „Stärke zeigen“, d.h. Stärke in einer Handlung. Trotzdem würde solche Stärke aus der inneren Quelle fließen, so daß beide Meinungen leicht anzunehmen sind, die eine ergänzt die andere. Stark zu sein wäre ein Schutz gegen Niederlage und Schande. Stark zu sein würde uns des Sieges versichern. Es ist das Gegenteil von Schwachheit, welche leicht zu einer Niederlage führen könnte. Wie schwach die Korinther waren, bewiesen sie selbst, als sie wieder und wieder vor dem Feind fielen. Laßt uns auf den Fanfarenstoß reagieren: „Seid stark!“ nur so werden wir uns selbst und andere retten. „Alles bei euch geschehe in Liebe“: „Alles bei euch“ bezieht sich auf all ihre Aktivitäten. Man beachte auch, daß die Präposition „in“ ( en) lautet und nicht „mit“. Alles soll nicht so sehr unter Begleitung der Liebe geschehen, sondern in der Atmosphäre der Liebe getan werden. Die Abhandlung in Kapitel 13 hat ihre Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der Liebe und ihre Notwendigkeit bei der Ausübung der Gaben gelenkt. Der Mangel an dieser Qualität war die Ursache für ihre Fleischlichkeit, für die Duldung von Sünde, und für die vielen anderen schlimmen Dinge unter ihnen. Liebe ist einer der größten Faktoren in der göttlichen Offenbarung, der die Gemeinde in Korinth zu einer liebenden und fürsorgenden Gemeinde gemacht haben sollte. Laßt uns diese unschätzbare Lektion lernen. Liebe ist der Schlußstein, das bindende Element, sie ist unentbehrlich. Alles, was wir tun, sollte von Liebe gekennzeichnet sein.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

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