Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist; wenn jemand von diesem Brote ißt, (O. gegessen hat) so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, (Eig Und das Brot aber) daß ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.
Elberfelder 1871 – Johannes 6,51
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er ewig leben. Und das Brot, das ich ihm gebe, bin ich selbst. Es ist mein Körper, den ich gebe für das Leben der Welt.“
Neue evangelistische Übersetzung 2019 – Johannes 6:51
Ich, ich bin das Brot, das lebt und aus dem Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von eben diesem Brot isst, wird er auf die Dauer am Leben bleiben. Und zwar ist das Brot, das ich meinerseits verschenken werde, mein Körper zugunsten des Lebens der Welt.“
Gottes Agenda – Joh 6,51
Ich bin das Brot, das lebendige, das aus dem Himmel herabgestiegene; wenn einer gegessen haben wird von diesem Brote, leben wird er in die Ewigkeit (in den Gesamtäon hinein); und aber das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch (geopfert) für das Leben des Kosmos.
Pfleiderer – Joh 6:51
Ich selbst bin das lebendige Brot, das aus der himmlischen Welt herabkommt. Wenn jemand von diesem Brot essen wird, dann wird er bis in Ewigkeit leben. Und das Brot, das ich ihm geben werde, ist mein eigenes Fleisch. Das ist die Nahrung, aus der die ganze Welt ihr Leben bezieht.«
Das Buch – 2009 – Johannes 6:51

Zuerst einmal eine etwas komische Auslegung dieses Verses:
Viele Christen haben die Idee, dass der herrliche, geistige Leib unseres Herrn genau derselbe Leib sei, der gekreuzigt und in Josephs Grab gelegt wurde. Sie erwarten, wenn sie den Herrn in seiner Herrlichkeit sehen werden, ihn an den vernarbten Wunden zu erkennen, die er auf Golgatha empfing. Das ist ein großer Irrtum, den ein klein wenig Nachdenken offenbar machen sollte. Zuerst würde es beweisen, dass sein Auferstehungsleib kein herrlicher und vollkommener, sondern ein vernarbter und verunstalteter wäre. Zweitens würde es beweisen, dass wir wissen, was ein geistiger Leib ist, trotzdem der Apostel das Gegenteil sagt. Drittens würde es beweisen, dass der Kaufpreis unserer Erlösung zurückgenommen worden ist, denn Jesus sagte: „Mein Fleisch ist das Brot, welches ich geben werde für das Leben der Welt.“ Es war sein Fleisch, sein Leben als Mensch, seine menschliche Natur, die er zu unserer Erlösung aufopferte. Und als er durch die Macht des Vaters zu neuem Leben auferweckt wurde, geschah dies nicht zu menschlichem Dasein, weil dieses als unser Kaufpreis geopfert war; und wenn dieser Preis zurückgenommen worden wäre, so wären wir noch unter der Verurteilung zum Tode und ohne Hoffnung in der Welt, ja, die elendesten unter allen Menschen.
Charles Taze Russell im Jahr 1889 – Die Zeit ist herbeigekommen
Wir haben nicht mehr Grund zu der Annahme, dass unseres Herrn geistiger Leib seit seiner Auferstehung ein menschlicher Leib ist, als zu der, dass sein geistiger Leib vor seinem Ins-Fleisch-Kommen ein menschlicher war, oder dass andere Geistwesen menschliche Leiber haben; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein; und der Apostel Petrus sagt, dass unser Herr „getötet worden ist im Fleisch, aber lebendig gemacht im Geist.“
Der menschliche Leib unseres Herrn wurde jedoch übernatürlicherweise aus dem Grab entfernt; denn wäre er dort verblieben, so würde dies ein unübersteigbares Hindernis für den Glauben der Jünger gewesen sein. Sie waren noch nicht in geistlichen Dingen bewandert – denn „der Geist war noch nicht da.“ (Johannes 7:39) Wir wissen nicht, was daraus wurde, ausgenommen, dass er nicht verwest ist. (Apostelgeschichte 2:27, 31) Ob er sich in Gas auflöste oder ob er noch irgendwo aufbewahrt wird als großes Erinnerungszeichen der Liebe Gottes, des Gehorsams Christi und unserer Erlösung, weiß niemand; noch ist solches zu wissen nötig. Dass Gott den Leib des Moses wunderbarerweise verbarg, wird uns bezeugt (5 Mose 34:6; Judas 9); und dass zur Erinnerung ein goldenes Gefäß voll Manna (das in die Lade unter den Gnadenthron getan wurde und ein Symbol für des Fleisches unseres Herrn, des Himmelbrotes, war) wunderbar von Gott erhalten wurde, wissen wir auch. (2 Mose 16:20, 33; Hebräer 9:4; Johannes 6:51-58) Es würde uns daher gar nicht wundern, wenn Gott das für die Welt gegebene Lösegeld, den für uns gekreuzigten Fleischesleib, der nicht verderben durfte, als ein ewiges Zeugnis unendlicher Liebe und vollkommenen Gehorsams aufbewahrt hätte und ihn in seinem Königreich der Welt zeigen würde. Es ist wenigstens möglich, dass Johannes 19:37 und Sacharja 12:10 solch eine Erfüllung haben mögen. Diejenigen, die schrieen: „Kreuzige ihn!“ mögen vielleicht noch als Zeugen denselben Leib identifizieren oder wiedererkennen, der vom Speer durchstochen und von den Nägeln und Dornen zerrissen wurde.
Nun aber erste Kommentare zu diesem Bibelvers:
Wenn Sie ihr Leben betrachten sowie die Wünsche für Ihre Ehe, mit welchem Traum kommen Sie dann zu Jesus: Ihrem oder seinem? Haben Sie die gleichen Vorstellungen wie er für ihre Ehe? Oder sieht ihre persönliche Vorstellung eine Traumehe vor mit dem perfekten Ehemann oder der idealen Ehefrau?
Wonach sehnen Sie sich am meisten? Nach der Erfüllung Ihres eigenen Traums, oder nach Jesus selber – seiner Freude, Liebe und perfekten Herrschaft über Ihr Leben?
Manchmal müssen wir uns an das erinnern, was Jesus uns gab, als er sich selbst opferte als unser Erretter. Denken Sie einmal über die Botschaft aus 1.Petrus 1,3–5 nach:„Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit“ (1.Petr 1,3–5).Petrus sagt uns: „Versteht ihr eigentlich, um was es wirklich geht? Ihr seid auserwählt zur Rettung durch Gottes Erbarmen. Eure Sünden sind vergeben. Ihr seid ein Teil von Gottes Familie. Und damit nicht genug, auf euch wartet ein Erbe, das niemals verdirbt, zugrunde geht, oder verschwindet!“
Petrus erinnert uns an die Vergangenheit: wir haben Vergebung durch Gottes Erbarmen. Und wir haben die Aussicht auf dieses Erbe – das ist die Zukunft. Die meisten würden wohl zustimmen, dass das wirklich wunderbar ist. Aber was geschieht dazwischen, im Hier und Jetzt?
Petrus antwortet uns beginnend im Vers 5:„… die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!“ (1.Petr 1,5–9).Was sagt uns Petrus über das „Jetzt“ und was heißt das für unsere Ehen?
Tripp – Die Kleine Seelsorgereihe – Die Traum-Ehe: Wessen Traum?
Er sagt uns, dass es im „Jetzt“ um etwas viel Tieferes geht, als darum, morgens mit einem Lächeln aufzustehen, um romantische Wochenenden, oder ein erfülltes Intimleben.
Petrus lehrt uns, dass Gott bereit ist, diese scheinbar wesentlichen Aspekte der Ehe auf den zweiten Platz zu verweisen, um etwas Größeres, Erfüllenderes und Tieferes in unserem Leben zu schaffen: echten Glauben.
Das ist es, worum es Gott geht inmitten aller schmerzlichen Erfahrungen, die uns zweifeln lassen, ob er uns wirklich liebt und unsere Gebete hört; in Zeiten, in denen wir uns dabei ertappen, andere Gläubige, oder sogar Ungläubige zu beneiden.
Gott lässt solche bedrückenden Erfahrungen zu in unserem Leben, weil er mit uns noch nicht fertig ist.
Mitten in diesem Prozess zeigt er uns das Ziel unseres Glaubens: die Errettung unserer Seelen. Und wir müssen lernen, dass unsere Antwort nicht lautet: „Gott, warum ich?“, sondern: „Danke, Gott. Gib mir mehr davon. Ich will all das, was du meinst, dass ich brauche. Ich verstehe jetzt, dass mein augenblicklicher Kampf trotz allem kein Fehler ist. Der Grund dafür ist deine perfekte und erlösende Liebe.“
Diese Art von Antwort ist uns nicht in die Wiege gelegt worden; sie geht gegen das, was tief in unserem sündigen Herzen liegt. Was wir uns wünschen, ist nicht nur ein leichtes Leben, sondern das Paradies auf Erden.
Das größte Marketingkonzept unserer westlichen Kultur ist derzeit der „all-inclusive“ Urlaubsort. Man bezahlt sein Geld und bekommt, was immer man sich wünscht, wann immer man es wünscht. Jemand erklärte mir ein solches Angebot einmal folgendermaßen: „Es beinhaltet das Angebot von 12 Mahlzeiten pro Tag.“ Er sagte: „Die letzte Mahlzeit gibt es um Mitternacht, aber ab 2 Uhr kannst du, wenn du willst, Pizza aufs Zimmer bestellen.“ Klingt nach Spaß in meinen Ohren. Niemand kann „nein“ zu einem sagen. Man kann zu jeder Zeit bestimmen, was immer man will.
Wenn Gott wirklich wollte, dass das Leben ein Kurort wäre, dann würde es so aussehen. Aber wir müssen das Leben im Hier und Jetzt mit anderen Augen betrachten und sehen, dass Gott jeden von uns an einen von ihm gewählten Ort gestellt hat.
Der Segen, den Gott Ihnen in Ihrer Familie, Ihrer Ehe, oder in Ihrem physischen Leben gibt, soll auf einen tieferen und erfüllenderen Segen hinweisen: Die Gegenwart des Herrn Jesus Christus in ihrem Leben. Er ist Leben in Fülle – nicht Ihr Mann oder Ihre Frau, Ihr Haus, oder ihre Kinder. Wir dürfen Jesus Christus unser Eigen nennen und wir gehören ihm.
Jesus ist »das lebendige Brot«. Er lebt nicht nur aus eigener Kraft, sondern kann das Leben sogar weitergeben. Wer »dieses Brot isst, wird … leben in Ewigkeit«. Doch wie kann das sein? Wie kann der Herr schuldigen Sündern das ewige Leben geben? Die Antwort findet sich im zweiten Teil des Verses. »Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt« (Elb). Hier weist der Herr Jesus auf seinen Tod am Kreuz hin. Er würde sein Leben als Opfer für die Sünden der Welt hingeben. Er würde die Strafe bezahlen, die wir eigentlich durch unsere Sünden verdient hätten. Und warum das? Er tat es »für das Leben der Welt«. Er wollte nicht nur für die Juden oder für einige Auserwählte sterben. Sein Tod sollte vielmehr für die gesamte Welt ausreichen. Das heißt natürlich nicht, dass die ganze Welt automatisch gerettet wird, sondern meint die Tatsache, dass das Werk des Herrn Jesus am Kreuz vom Wert her ausreichen würde, um die ganze Welt zu retten, wenn alle Menschen zu Jesus kämen.
MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament
„In Ewigkeit“ heißt wörtlich: „in den Äon hinein.“ Er geht nicht in der Wüste zugrunde wie die Väter, erreicht „Kanaan“, den neuen Äon und die neue Welt, weil er bereits das Leben dieser neuen Welt im Glauben an Jesus in sich trägt.
de Boor – Wuppertaler Studienbibel
Jesus hat damit schon Gesagtes wiederholt. Aber jetzt fügt er einen Satz hinzu, der sein Gespräch mit den Galiläern (und mit uns!) bedeutsam weiterführt, und zwar in ähnlicher Weise, wie es auch im Gespräch mit Nikodemus geschah. Auf die Frage nach dem „Brot des Lebens“ kann ebenso wie auf die Frage nach der „Wiedergeburt“ nicht ohne die Wendung zum Kreuz geantwortet werden. „Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.“ Wohl ist Jesus in seiner Person das Brot des Lebens, aber er kann dennoch nicht einfach so, wie er jetzt vor den Galiläern steht, als das lebenschaffende Brot empfangen werden. Er muß zuvor noch etwas anderes „geben“, wodurch die „Welt“ erst die rettende Gabe erhält. „Für das Leben der Welt“ muß ein Lösegeld bezahlt, muß ein Opfer dargebracht werden. Denn die Welt ist wirklich „Welt“, von Gott getrennte, gegen Gott empörte, in Sünde, Finsternis und Tod gefesselte Existenz. Kann die Welt dann überhaupt göttliches Leben finden und zu dem neuen Äon gelangen? Sehen wir, wie „unmöglich“ es ist? Damit dies Unmögliche dennoch möglich wird, muß etwas geschehen, was in seiner Größe dieser ganzen „Unmöglichkeit“ entspricht. Nur durch dieses Geschehen hindurch kann dies total Entgegengesetzte: „Welt“ und „göttliches Leben“ miteinander vereint werden. Es ist das Kreuzesgeschehen. Der Sohn gibt „sein Fleisch“, seine ganze Existenz als Mensch, zum Sühnopfer für die „Welt“.
Die Galiläer stießen sich an dem „Fleisch“ Jesu, an seinem wirklichen Menschsein, mit dem er ihr eigenes Dasein teilte und wie einer von ihnen war. Sie hatten — wie wir alle — das Verlangen nach dem „Übermenschen“, nach einem göttlichen Retter, der die Schwachheit und Niedrigkeit des „Fleisches“ hinter sich ließ und in sichtbarer „Herrlichkeit“ strahlte. Sie lehnten Jesus ab, weil er so deutlich das „Fleisch“ an sich trug. Wie sollte er, der „Fleisch“ war, das Brot ewigen Lebens sein können? Sie glaubten es ihm nicht. Sie sehen in seiner Botschaft nur ein anmaßendes Wort. Jesus aber sagt ihnen, daß er gerade nur durch dieses „sein Fleisch“ das wahre Brot sein kann. Nur weil er „Fleisch“ geworden ist, kann er den Opfergang des Leidens und Sterbens gehen. Freilich, wenn sie jetzt schon an seinem Fleisch Anstoß nehmen und dadurch nicht an ihn glauben können, wie wird es erst werden, wenn sein Fleisch als ein zerschlagenes, gemartertes und entstelltes am Fluchholz hängt.
Das »Manna« konnte kein ewiges Leben geben! Deshalb brauchen sie jetzt nicht (gegen V. 34 !) das Wüstenmanna, sondern das neue, messianische Himmelsbrot. Jesus erklärt es so:
»Das ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt:
Man isst von ihm und stirbt nicht.« Insofern es »vom Himmel herabkommt« hat es eine Vorschattung und Parallele beim Manna (vgl. 2Mose 16,4), und insofern man von »ihm essen« muss, besteht noch einmal eine solche Parallele. Aber an einer Stelle gibt es keine Parallele mehr:
»Man stirbt nicht«, wenn man das neue Brot isst, d. h. man erhält dadurch das ewige Leben. Mit Recht bemerken die Ausleger, dass von Vers 49 an das Stichwort »essen« eine zunehmende Bedeutung gewinnt.
Damit stehen wir vor Vers 51, dem Schlussvers des zweiten Redeabschnitts in Johannes 6. Zunächst dient er der Wiederholung:
»Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist« (vgl. V. 33.35.38.41.48). »Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben« (vgl. V. 35.47.50). Der Ausdruck »das lebendige Brot« macht allerdings noch anschaulicher, dass es sich um eine Person und nicht um eine Sache handelt, und dass diese Person Leben vermittelt. Nun bringt aber Vers 51 über diese Wiederholung bzw. Abklärung hinaus ein neues Element. Dieses neue Element liegt in dem Schlusssatz:
»Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.« Schon das äußere Verständnis ist nicht ganz leicht. Eine Gruppe von Handschriften überliefert den Satz so:
»Und das Brot, das ich für das Leben der Welt geben werde, ist mein Fleisch.« Wieder andere Handschriften haben:
»Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt« (ebenso der Luthertext). Für das innere Verständnis des Satzes sind vier Beobachtungen wichtig:
- Jesus spricht von der Zukunft (»geben werde«) 2. Er ist Geber (»das Brot, das ich geben werde«) und Gabe (»mein Fleisch«) zugleich. 3. Er will nicht nur für Israel handeln, sondern »für das Leben der Welt«, also der Heiland der Welt sein (vgl. Joh 4,42).
- Zentrale Bedeutung hat sein »Fleisch«, d. h. seine körperlich -ganzheitliche Lebenshingabe. Im Moment muss dies für die Juden ein Rätselwort sein. Erst die Passion rückt unsern Vers in das heilste Licht. Zwei wichtige Beziehungen lassen sich aber jetzt schon entdecken. Die eine ist die Beziehung zum Prolog, vor allem zu Joh 1,14:
»Das Wort ward Fleisch.« Weil der Gottessohn »Fleisch« wurde, kann er jetzt sein Fleisch »für das Leben der Welt«, d. h. zur Ermöglichung des ewigen Lebens für alle Menschen, hingeben. Sachlich steht also Johannes 6,51 ganz nahe bei Matthäus 20,28 und Markus 10,45. Die andere ist die Beziehung zum Abendmahl. Zwar steht das Hauptwort »Fleisch« in keinem der synoptischen oder paulinischen Abendmahlsberichte. Dafür begegnet uns dort das sachlich engstens verwandte Hauptwort »Leib« (vgl. Mt 26,26; Mk 14,22; Lk 22,19; 1Kor 11,24), und zwar als Deutewort für das Brot. Wenn Jesus in Johannes 6,51 ebenfalls das Brot als sein Fleisch deutet, merken wir:
Es geht sachlich um dieselbe Prophezeiung und Deutung seines Todes wie im Abendmahlsbericht. Deshalb nannte man Johannes 6,51ff. gelegentlich die »johanneischen Abendmahlsworte«. Die Verse 53-58 werden uns hier weiterführen.
Halten wir nur so viel fest:
In Johannes 6,51 kündigt Jesus seinen stellvertretenden Sühnetod an, der der ganzen Weit das ewige Leben verschaffen kann und das messianische »Brot des Lebens« ist.Gerhard Maier – Edition C
Mit diesen Worten vertieft und verdeutlicht der Herr, was er bisher gesagt hat. Was heißt es, das Brot zu essen, das aus dem Himmel kommt? Was ist denn »das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist«? Wie kann es dem Menschen, der dem Tod verfallen ist, zum Leben werden?
Benedikt Peters – Kommentar zum Johannes-Evangelium
»Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt«: Nicht das Manna, auch nicht das Fleisch des jährlich geschlachteten Passahlammes konnte dem Essenden ewiges Leben geben. Das kann nur das Fleisch des Lammes Gottes (1,29). Das ewige Wort wurde Fleisch (1,14), nahm einen Menschenleib an, um diesen Leib Gott zu opfern (Hebr 10,10) für die Sünde der Welt (1,29). Wer ihn aufnimmt (1,12), wie man Speise aufnimmt (vgl. Jer 15,16), wer an ihn glaubt (1,13), ja, wer sein Fleisch isst, »wird … leben in Ewigkeit« (V. 54.58).
Wir verstehen nun, dass diese Worte des Herrn gar nichts aussagen über das Abendmahl. Hier lehrte der Herr die Juden, wie sie ewiges Leben empfangen können. Das Mahl des Herrn hat der Herr aber nicht eingesetzt als einen zweiten Weg, auf dem die Menschen das Leben bekommen können. Das Mahl des Herrn ist gegeben, damit wir uns an ihn erinnern: »Dies tut zu meinem Gedächtnis!« (Lk 22,19). Wer vom Brot isst und den Kelch trinkt, empfängt dabei weder Sündenvergebung noch Leben, sondern bezeugt damit seine Gemeinschaft mit dem Sohn Gottes und mit allen Kindern Gottes (1Kor 10,16.17). Und dazu verkündigt er jedes Mal, wenn er vom Brot isst und aus dem Kelch trinkt, den Tod des Herrn (1Kor 11,26). Er bezeugt zusammen mit allen anderen, die an diesem Mahl teilnehmen, dass der ewige Gottessohn Mensch wurde und im Gehorsam gegenüber dem Vater in den Tod ging, um uns Sünder zu erlösen.
Etwas Neues wird in diesem Vers eingeführt, und Johannes war ernstlich darum besorgt, es in seinem Evangelium festzuhalten. Der erste Teil des Verses führt zu dessen zweitem Teil, da der Herr die Wahrheit, daß Er das lebendige Brot aus dem Himmel ist, ausgedrückt hatte. In V.32 sagte der Herr, daß es der Vater ist, der das wahre Brot aus dem Himmel gibt, und wir haben festgestellt, daß sich dies auf Seine Person bezieht. Aber nun in V.51 wird der Herr selbst als der gesehen, der das Brot gibt, das Er als „mein Fleisch" definiert. Mit anderen Worten, es geht nicht mehr darum, daß Seine Person herabkommt, sondern was Er wurde, nachdem Er herabgekommen war. Johannes hatte das bereits zuvor gesagt: "Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns" (Joh 1,14), und "weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er gleicherweise an denselben teilgenommen" (Hebräer 2,14). Ein Glaube, der Seine Person akzeptiert, aber anzuerkennen weigert, daß Er Fleisches und Blutes teilhaftig wurde, ist gar kein Glaube. Als Johannes alt geworden war, war das eine verbreitete Irrlehre; er unterstrich daher die Wahrheit in seinen Briefen: "Jeder Geist, der Jesus Christus im Fleische gekommen bekennt, ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht Jesus Christus im Fleische gekommen bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists" (1Jo 4,2-3); "viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht Jesus Christus im Fleische kommend bekennen" (2Jo 1,7). Der Herr Jesus sah das Aufkommen dieser Irrlehre voraus, Er werde nicht Fleisches und Blutes teilhaftig sein. Das Geben, von dem der Herr hier sprach, muß sich auf Sein Opfer am Kreuz beziehen. Man muß sich also sowohl Seine Person als auch Seinen Opfertod am Kreuz im Glauben aneignen. Wir lesen an vielen Stellen von dieser Hingabe im Opfer:1. „Der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit er uns herausnehme aus der gegenwärtigen bösen Welt“ (Gal 1,4).
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt – Johannes
2. „Der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20).
3. „Wandelt in Liebe, gleichwie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch“ (Eph 5,2).
4. „Gleichwie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (Eph 5,25).5. „Der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab zum Lösegeld für alle“ (1Tim 2,6).6. „Der sich selbst für uns hingegeben hat, auf daß er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit“ (Tit 2,14).
Alle, die dieser Wahrheit glauben, haben ewiges Leben und werden ewiglich nicht sterben.
Dieser Abschnitt enthält die dritte der sieben Reden von Jochanan, die Rede über das Brot des Lebens. Während dieser Rede machte Jeschua die erste der sieben von Jochanan aufgezeichneten „Ich bin“-Aussagen, indem er sagte: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6:35, 48) und „Ich bin das lebendige Brot“ (Johannes 6:51). Er bot den Menschen, die ihn umgaben, eine neue Art von Leben an, aber in Übereinstimmung mit seiner Politik seit der Verwerfung in Matthäus 12 sprach er in Begriffen, die sie nicht verstehen konnten und nicht verstanden, wie ihre Antworten ständig zeigten.
Jochanan begann den Bericht mit dem geschichtlichen Hintergrund (Johannes 6:22-25). Am nächsten Tag suchten dieselben Menschenmengen, die Jeschua aus freien Stücken gespeist hatte und die ihn zum König machen wollten, wieder nach ihm. Sie wussten, dass er nicht mit seinen Jüngern weggesegelt war, also kehrten sie zu dem Ort zurück, an dem das Wunder geschehen war, aber er war nicht dort. Sie fanden ihn in Kapernaum, wo er in der Synagoge lehrte (Johannes 6:59). Als sie Jeschua fragten, wie er nach Kapernaum gekommen sei (sie hatten ihn nicht auf dem Wasser gehen sehen), nutzte er die Gelegenheit, ihre wahren Motive zu offenbaren, die dahinter steckten, dass sie ihn zum König machen wollten: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid (Johannes 6,26). Sie hatten ihn nicht als Messias angenommen. Daher hatten sie die geistlichen Wohltaten, die er anbot, abgelehnt, aber sie wollten immer noch die körperlichen Wohltaten. Im Israel des ersten Jahrhunderts gab es eine weit verbreitete Erwartung, dass die Tage des Messias eine Zeit des Überflusses sein würden, wie der babylonische Talmud zeigt: „Die Juden sind dazu bestimmt, sich in den Tagen des Messias satt zu essen.“[1155] Jeschua bot ihnen jedoch etwas viel Besseres als die vorübergehende Befriedigung ihrer physischen Bedürfnisse. Er bot ihnen eine neue Art von Leben an, das er auf vier Arten beschrieb:
…
Trotz all des Unglaubens erklärte Jeschua, dass Er immer noch die Mission erfüllen würde, für die Er gesandt worden war (Johannes 6:36-40). Sein Dienst würde nicht im Scheitern enden. Alle, die der Vater auserwählt hatte, ihm zu geben, würden zu ihm kommen, und die, die kamen, würden niemals ausgestoßen werden. Er würde nicht einen einzigen verlieren, der an ihn glaubte, und denen, die glaubten, versprach er die Auferstehung von den Toten.Die Reaktion des Volkes war weit verbreiteter Unglaube und Murren (Johannes 6:41-42). Der Kontext ihrer Reaktion muss im Auge behalten werden. Das Volk verglich Jeschua mit Mose, deshalb benutzte Jochanan das Wort murmeln absichtlich. Trotz des Mannas, das Gott den Israeliten in der Wüste zur Verfügung gestellt hatte, murrten sie immer noch gegen ihn (2 Mose 16-17). Nun stellte Gott ihnen ein himmlisches Brot, das Brot des Lebens, zur Verfügung, und sie murrten immer noch. Sie kannten Jeschuas Eltern persönlich und stellten deshalb seine Behauptung in Frage, dass er aus dem Himmel herabgekommen sei (Johannes 6,42). Der Inhalt ihres Murren zeigt wieder, dass Jeschua in Gleichnissen sprach. Er lehrte auf eine Art und Weise, die sie nicht verstanden, und während sie vielleicht von seiner menschlichen Herkunft wussten, wussten sie nicht von seiner göttlichen Herkunft.
Jeschua erklärte den Grund für ihren Unglauben: Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, dass der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. . . . Jeder, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir (Johannes 6:44-45). Sie waren nicht in der Lage, von sich aus zu Ihm zu kommen; aber die, die Gott zog, würden ohne Zweifel zu Ihm kommen.
Jeschua fährt fort zu erklären, dass sie sein Fleisch essen und sein Blut trinken müssen, wenn sie ewiges Leben haben wollen (Johannes 6:46-51). Er bezog sich in diesem Zusammenhang nicht auf die Kommunion. Tatsächlich ist das Jochanan-Evangelium das einzige, das keinen Bericht über die Zeremonie von Brot und Kelch gibt. Vielmehr bedeutete, wie Jeschua es in diesem Zusammenhang definierte, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken, zu glauben, dass er der von Gott gesandte Messias ist. Das Abendmahl bringt kein ewiges Leben hervor. Jeschua erklärte, was ewiges Leben hervorbringt: Wer glaubt, hat ewiges Leben (Johannes 6:47). Diese Art von Leben wird nur in der Person des Messias gefunden, und sie müssen glauben, dass er diese messianische Person war.
Er lehrte dies alles in Gleichnissen, so dass sie es nicht verstehen konnten (Joh 6,52). Er beantwortete ihre Frage, sprach aber weiter in Begriffen, die für sie keinen Sinn ergaben (Joh 6,53b-57):
53b Ich sage euch: Es sei denn, daß ihr das Fleisch des Menschensohnes esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch selbst. 54 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben; 55 und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Denn mein Fleisch ist wahrlich Speise, und mein Blut ist wahrlich Trank. 56 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch der, der mich isst, um meinetwillen leben.
So wie die Nahrung, die in den Körper aufgenommen wird, ein Teil des Körpers wird, wird der Messias ein Teil der Person, die ihren Glauben an ihn setzt. Er wird in dieser Person leben, und diese Person wiederum wird im Messias leben. Jeschua wiederholte, dass er das Brot ist, das vom Himmel herabgekommen ist und ewiges Leben hervorbringen wird (Johannes 6:58). Das Manna sorgte für das physische Leben in der Wüste, aber es gab kein ewiges Leben.
Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive