Thomas Pape

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Lasst keine negativen Gefühle zwischen euch kommen!

Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie!
Revidierte Elberfelder Bibel – 1985 – Kolosser 3,19

Ihr Männer, liebt eure Frauen und geht nicht rücksichtslos mit ihnen um.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – Kolosser 3:19

Ihr Männer liebet eure Weiber und behandelt sie nicht mit Härte!
van Ess 1858 – Kol 3,19

Ihr Männer, habt eure Frauen von Herzen lieb, behandelt sie nicht schroff!
Bruns 2013 – Kol 3:19

Ihr Männer,
liebt eure Frauen
und seid nicht rücksichtslos gegen sie!
BasisBibel 2012 – Kolosser 3:19

Nicht bitter: Haltet sie weder mit Worten noch mit Taten zu hart, es sei denn, es wäre unbedingt notwendig. Und die eheliche Liebe soll im Ehemann nicht erkalten, dass er seiner Frau überdrüssig wird und sich an eine andere hängt. Er soll auch in seinem Haus nicht grausam sein, sondern die Schwäche seiner Frau, die er nicht verbessern kann, mit Geduld ertragen.

Osiander – Luther Studienbibel

Liebt eure Frauen, gr. agapē/agapaō taucht im NT sehr häufig auf, wird aber nur im Kolosser- und Epheserbrief in Bezug auf eheliche Liebe verwendet (vgl. Eph 5,25.28.33). Sonst dient es dazu, die Liebe Gottes, Jesu oder unter Gemeindemitgliedern zu beschreiben. In der LXX bezieht sich agapaō (die Verbform von agapē) etwa 30 Mal auf die Liebe zwischen Ehepartnern (z.B. Gen 24,67).

Das Neue Testament – jüdisch erklärt

Es ist wunderschön, wie ausgeglichen das Wort Gottes ist. Der Apostel bleibt nicht bei seinem Rat für die Frauen stehen, sondern zeigt, dass auch die Ehemänner eine Verantwortung haben. Die »Männer« sollen ihre »Frauen« lieben und »nicht bitter gegen sie« sein. Wenn man diesen einfachen Anweisungen folgen würde, dann würden viele Eheprobleme verschwinden, und Familien wären sehr viel glücklicher im Herrn. Denn keine Frau würde sich wohl weigern, sich einem Ehemann zu unterwerfen, der sie wirklich liebt. Man hat zu Recht bemerkt, dass dem Ehemann hier nicht gesagt wird, er solle seine Frau dazu bringen, ihm zu gehorchen. Wenn sie es nicht tut, dann sollte er die Angelegenheit vor den Herrn bringen. Die Unterordnung sollte von ihrer Seite aus freiwillig geschehen, »wie es sich im Herrn geziemt«.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

„Ihr Männer, liebt die Frauen und werdet nicht bitter gegen sie.“ Dem Manne wird nicht gesagt: Ordne dich über! Nimm dein Vorrecht wahr! Kein Wort davon. Die Lateiner haben es in ihrer Sprache schon fein ausgedrückt: „Autorität“ hat nur ein „Autor“, einer, der zu schaffen, zu geben vermag. Geht die Frau den Weg Jesu in der willigen Unterordnung, so geht ihn der Mann im „Lieben“. Der „Herr“ ist in diesem Wort an den Mann nicht genannt, Er steht aber in dem Wort „Agape“ „Liebe“ mitten darin! Dies Wort meint immer die aus Gott stammende, klare, gebende Liebe, die das natürliche Liebhaben nicht ausschließt, aber doch in sich selbst etwas völlig anderes ist. Sie schließt als „Einheitsband der Vollkommenheit“ (3, 14) alles das ein, was vom „Herzen des Erbarmens“ usw. gesagt wurde. Zur rechten Erfüllung der Führungsaufgabe in Ehe und Haus gehört gerade auch „Güte“, „Demut“, „Sanftmut“. „Liebt die Frauen“, das ist kurz gesagt, aber es ist in seinem Inhalt der ganze Reichtum der Ehe, dem Manne verantwortlich anvertraut.
Was Paulus bei dem Wort „bitter werden“ vor sich gesehen hat, ist nicht völlig deutlich. Denkt er speziell an schwierige Eheverhältnisse? Vielleicht sogar daran, daß die zum Christsein aufgewachte Frau selbständiger und ernster als zuvor ihren Weg geht und es dem Mann manchmal schwerer macht als vorher, wo sie vielleicht nur ein „Frauchen“ war? Denkt er an die Art, mit der gerade die Frau den Mann aufbringen und bitter machen kann? Oder denkt er umgekehrt einfach an die natürliche Art des Mannes, sich zu ärgern und schroff zu reagieren. Wie es auch sei, diese Störungen der Ehe dürfen überwunden werden. Mann und Frau dürfen in diesen einfachen Linien heilig miteinander umgehen.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Die »Männer« können die Frauen nicht ausnutzen oder gar unterdrücken. Sie werden von Paulus ausdrücklich aufgefordert: »Liebet eure Frauen!« Für »Liebe« steht das umfassende Wort Agape. Das ist also eine Liebe, die in der Gottesliebe wurzelt und die natürliche Liebe heiligt und als Für-Liebe die Frau umgibt. Es ist die Liebe, die Frucht des Geistes ist, die allein »in Christus« gelebt werden kann und so die Ehemänner in ihrer Ehe auf ihr neues Sein verweist. Der Mann als das »Haupt« hat sein Vorbild im Christushaupt, und von Christus wird betont die Für-Liebe herausgestellt: »Ihr Männer, liebet eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben …« (Eph 5,25). Diese Liebe, die sich ganz für den anderen hingibt, ist des Mannes Dienst in einer christlichen Ehe. Gerade aber der, der so selbstlos und umfassend liebt, steht in der Gefahr, »bitter« zu werden, nämlich dann, wenn seine Liebe nicht die gebührende Erwiderung findet. Deshalb vertieft der Apostel: »Seid nicht bitter gegen sie.« Das griech. Wort »bitter« entfaltet seinen Sinn von der Wortwurzel »scharf, schneiden, stechen« her. Solches »Bitterwerden«, weil die umfassende fürsorgende Liebe zu wenig anerkannt wird, »schneidet« ins Herz, führt zu »hartem« Schweigen, drückt sich aus in »schneidendem, herben« Wort und führt bis hin zu »schmerzhaftem« Streit. Das alles sind Bedeutungen des griech. Wortes. Das Haupt -Sein des Ehemannes kann wirklich als Liebe nur gelebt werden, wo der Heilige Geist das Herz verändert zu Demut, Sanftmut und Geduld.

Gerhard Maier – Edition C

Speziell für Männer (Frauen dürfen gerne mitlesen)
Haben wir einmal darüber nachgedacht, warum die Bibel uns im Neuen Testament mindestens dreimal eindeutig sagt, dass wir unsere eigene Ehefrau lieben sollen (s. Eph 5,25.28; Kol 3,19)? Die Antwort liegt auf der Hand. Erstens, weil unsere Ehefrau genau dieses Bedürfnis hat. Zweitens, weil wir uns leider oft anders verhalten. Wobei das Gegenstück zu Liebe nicht unbedingt Hass sein muss (hoffentlich wird niemand seine Frau hassen). Das Gegenstück zu Liebe ist hier vielmehr Gleichgültigkeit. Wir geben unserer Frau nicht die nötige Zeit, das nötige Interesse und die nötige Zuwendung.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat. Epheser 5,25
Ohne Frage ist die Liebe etwas, was von beiden Partnern erwartet wird, denn die Frauen sollen auch ihre Männer lieben (s. Tit 2,4). Und doch gilt die Ansprache besonders uns Männern. Liebe zeigt sich in Hingabe! Lieben und Geben sind untrennbar miteinander verbunden. Gott hat geliebt und gegeben (s. Joh 3,16). Christus hat geliebt und gegeben (s. Gal 2,20). Das Muster für Liebe finden wir in Gott.
Johannes sagt, dass wir in „Tat und Wahrheit“ lieben sollen (1 Johannes 3,18). Das heißt nicht, dass wir unseren Frauen nicht auch sagen sollen, dass wir sie lieben. Das sollen wir selbstverständlich. Frauen sind Ohrenmenschen. Sie hören die drei berühmten Worte „ich liebe dich“ immer gerne – vorausgesetzt, es ist keine Phrase. Das Verhalten muss diese Worte bestätigen.
„Liebt eure Frauen“. Eine Aufforderung mit drei Worten, die wir in dreifacher Weise betonen können:
1. Liebt eure Frauen … und nicht etwas anderes (euren Beruf, euer Hobby, eure Freunde …). Die Ehefrau muss bei allen irdischen Aktivitäten nach dem Herrn Jesus die Nr. 2 sein.
2. Liebt eure Frauen … und nicht eine andere. Es ist fatal, neben der Beziehung zu seiner Ehefrau eine Beziehung zu einer anderen Frau aufzubauen, selbst wenn es nur eine intellektuelle ist (es wird allerdings selten dabei bleiben).
3. Liebt eure Frauen … und zwar in Tat und Wahrheit. Gebt ihnen die Zuwendung, das Interesse und die Zeit, die sie brauchen. Gott möchte es so.
Zum Nachdenken: Wie steht es mit meiner Liebe zu meiner Frau? Es genügt nicht zu sagen, dass sie doch weiß, dass ich sie liebe. Das mag stimmen. Jeder Tag gibt uns neue Gelegenheiten, unsere Liebe unter Beweis zu stellen.

leib in mir 2022 – Sonderheft 2022

Natürlich soll auch der Ehemann seiner Frau und seiner Familie Liebe und Zärtlichkeit entgegenbringen. Die Vorsteherschaft des Ehemannes im Haus ist ein Abbild der Vorsteherschaft Christi in der Gemeinde, wie es in Eph 5,23ff. heißt.

Wiersbes Erläuterungen zum Neuen Testament

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