Thomas Pape

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Er ist ein Sohn von Jehoschafat, der den Ewigen gesucht hat mit seinem ganzen Herzen

Und er suchte Ahasja, und sie griffen ihn, als er sich in Samaria versteckt hielt; und sie brachten ihn zu Jehu und töteten ihn. Und sie begruben ihn, denn sie sprachen: Er ist ein Sohn Josaphats, der Jehova gesucht hat mit seinem ganzen Herzen. Und das Haus Ahasjas hatte niemand mehr, der zum Königtum tüchtig gewesen wäre.
Elberfelder 1871 – 2.Chronika 22,9

Und er suchte Achasjahu, und sie ergriffen ihn, weil er sich in Schomron versteckt hielt. Und sie brachten ihn zu Jehu und töteten ihn und begruben ihn, denn sie sprachen: Er ist ein Sohn von Jehoschafat, der den Ewigen gesucht hat mit seinem ganzen Herzen. Da war niemand mehr vom Hause Achasjahus, der fähig war zum Königtum.
Die Philippson-Bibel – 2.Chronik 22,9

Darauf liess er Ahasja suchen, und man fing ihn, während er sich in Samaria versteckt hielt, brachte ihn zu Jehu, und er tötete ihn. Dann begruben sie ihn; denn sie sprachen: Er ist der Enkel Josaphats, der von ganzem Herzen nach dem Herrn gefragt hat. Vom Hause Ahasjas aber war niemand mehr, der imstande gewesen wäre, die Königswürde zu übernehmen. (a) 2Kön 9:27
Zürcher 1931 – 2.Chronika 22:9

man begrub ihn Ahasja erhält ein ehrenwertes Begräbnis, vermutlich in Jerusalem, jedoch nicht wegen seines Charakters, sondern aus Respekt für seinen Großvater Josaphat.

niemand … der stark genug gewesen wäre zum Regieren Der einzige männliche Überlebende aus Davids Dynastie ist Joas, der noch ein kleines Kind ist.

Sproul – Reformations-Studien-Bibel

Josaphats Sohn: Oder Enkel, desselben frommen und gottseligen Königs, der Gott mit Ernst und von Herzen aus keiner Heuchelei gedient hat, darum muss man von wegen seiner Frömmigkeit seinem Enkel etwas zugeben, dass er ein ehrliches Grab erlange, ob er wohl für sich selbst gottlos und böse war. (Hat man also hier ein Beispiel, wie die Abgötterei an einem solchen mächtigen König gestraft wurde. Darum sollen wir Gott mit Ernst fürchten. Denn es ist bei ihm kein Ansehen der Person.)
König würde: Der die königliche Regierung hätte annehmen und derselben mit gebührendem Ansehen vorstehen. Denn ob er wohl Kinder hatte, so waren sie doch minderjährig, darum sie von der Gottlosen Athalja ihrer Großmutter umgebracht wurde, wie jetzt folgt.

Osiander – Luther Studienbibel (2025) – Erklärungen

Gegenüber dem Paralleltext 1Kön 9 ist die chronistische Darstellung in V. 7b–9 kürzer, weil sie den Untergang des Königshauses in Samaria nur andeutet. Auch am Beispiel Ahasjas wird die direkte Vergeltung Gottes für den Ungehorsam des Königs aufgezeigt (vgl. Erklärung nach 12:4). – Der Verfasser setzt bei seinen Lesern die Kenntnis der Königsbücher voraus, vor allem die Salbung Jehus zum König von Israel (2Kön 9:1–14). Wesentlich ist für ihn, dass Ahasjas Tötung durch Jehu von Gott beschlossene Sache war (V. 7a; vgl. Verweisstellen). Um seines angesehenen Großvaters Joschafat willen (Sohn = Enkel) erhält Ahasja ein Grab, aber offenbar nicht in der Grablege der Könige Judas (vgl. dagegen 2Kön 9:28).

Einführungen und Erklärungen aus der Stuttgarter Erklärungsbibel

Als Ahasja von dem Massaker an der nördlichen Dynastie und sogar an einigen seiner eigenen Verwandten erfuhr, die sich zufällig in Jesreel aufhielten (siehe Vers 8), floh er in Israels Hauptstadt Samaria. Doch Jehu fand ihn dort und ermordete ihn. An einem einzigen Tag verloren beide Königreiche ihre Herrscher. Sie begruben ihn: Das Volk ehrte ihn auf diese Weise nur, weil Ahasja der Enkel des gottesfürchtigen Joschafat war.

The Nelson Study Bible: New King James Version

Sie begruben ihn. Ahasja erhielt ein ehrenvolles Begräbnis, nicht wegen seines eigenen Charakters, sondern wegen seines Großvaters Joschafat.

The Reformation Study Bible

Die durch die Verbindung mit dem Haus Ahab entstandenen Schwierigkeiten erreichten jetzt die dritte Generation. Ahasja (derselbe wie Joahas, 21,17, und Asarja, Vers 6 [Schlachter 2000]) wurde nach Jorams Tod König. Er war damals 22 Jahre alt.
Seine Mutter Atalja, eine Enkelin Omris, übte nach dem Tod ihres Mannes ihren verderblichen Einfluss in Juda weiterhin aus. Sie war die Hauptberaterin ihres Sohnes zum Bösestun – »zu seinem Verderben«. Ahasja war verschont geblieben, um einen Sohn für den Thron Davids zu erhalten (V. 1); doch er erwies sich als undankbar, indem er die Sünden seines Vaters wiederholte. Er vereinte sich mit Joram von Israel, um gegen Syrien Krieg zu führen. Jehu und seine Leute fanden Ahasja versteckt in Samaria und töteten ihn. Die Knechte des Königs beerdigten ihn auf würdige Weise (2Kö 9,28), weil er der Enkel des frommen Joschafat war. Ahasja hinterließ keinen Sohn, der alt genug war, um das Reich zu übernehmen.

MacDonald – Kommentar zum Alten Testament

Auf dem Weg nach Samaria traf Jehu auf die Gesandtschaft, die mit Ahasja gekommen war. Es handelte sich um die Söhne seiner ermordeten Brüder. Jehu ließ sie umbringen und nach Ahasja suchen. Dieser hielt sich nach dem Bericht der Chronik in Samaria versteckt. Er wurde in seinem Versteck aufgespürt. Für einen Menschen, der sich gegen Gott wendet, gibt es kein Verstecken. Die Verfolger Ahasjas ergriffen ihn und brachten ihn von Samaria zu Jehu, der noch auf dem Weg nach Samaria war. Dieser tötete ihn. Stellt man einen Zusammenhang zu der Notiz über den Tod Ahasjas in 2Kön 9,27 her, dann wurde Ahasja zunächst lebensgefährlich verwundet. Er konnte danach noch fliehen und starb in Megiddo. Jehu war das Werkzeug Jahwes für das Gericht am Hause Ahab einschließlich der sich gerade im Nordreich aufhaltenden judäischen Verwandtschaft.

Es wird mit keinem Wort gesagt, dass Ahasja in Samaria oder an irgendeinem Platz im Nordreich beigesetzt wurde. Vielmehr ist die Bemerkung »er ist ein Nachkomme Joschafats« ein Hinweis auf ein »ehrenvolles Begräbnis« im Erbgrab in Jerusalem. Ahasja wurde in der von ihm geschaffenen Grabanlage bestattet, im Erbgrab in Jerusalem (vgl. 2Kön 9,28). Der Bericht von der Regierung Ahasjas endet mit der Feststellung, dass Ahasja noch keinen Sohn in einem Alter hatte, der die Thronfolge hätte antreten können.

Bräumer – Wuppertaler Studienbibel

Im Unterschied zum Bericht in 2 Kön 9–10, wo Ahasjas Tod noch vor dem seiner Brüder stattgefunden hatte, verlegt der Chronist dieses Ereignis an den Schluß seiner Erzählung. Diese Umstellung ist durch den Kontext bedingt: Während in Kön Ahasjas Schicksal nur ein Element innerhalb von Jehus Aufstand ist, steht hier Ahasja im Zentrum; daher bildet hier sein Tod den Höhepunkt und markiert den Übergang zum nächsten Abschnitt, wo Atalja zum Zug kommt (V 10).
Auch in konkreten Einzelheiten weicht die chr Fassung von der Vorlage ab. Laut 2 Kön 9,27–28 gelang Ahasja bei seiner ersten Begegnung mit Jehu die Flucht. Er wurde von Jehus Leuten verfolgt und verwundet, konnte aber noch nach Megiddo gelangen, wo er dann starb; seine Leute transferierten den Leichnam nach Jerusalem und begruben ihn dort. Nach Auskunft des Chronisten jedoch hielt Ahasja sich in Samarien verborgen, wurde von Jehus Leuten aufgegriffen, ihm vorgeführt und hingerichtet.
Hatte der Chronist eine anders lautende Überlieferung über Ahasjas Ende oder gehen die Veränderungen gegenüber Kön ganz auf ihn zurück? Für eine eigenständige Überlieferung wird angeführt, daß die chr Version nicht nur von 2 Kön 9,27–28 unabhängig sei, sondern auch keinerlei typisch chr Motive aufweise. Bei näherem Hinsehen spricht allerdings doch einiges für eine chr Bearbeitung. Laut 2 Kön 10,17 begab sich Jehu nach der Ermordung von Ahasjas Brüdern nach Samarien; daher mußte Ahasjas Tötung, die der Chronist ans Ende der Geschichte verlegt hatte, wohl dort stattfinden. Außerdem besteht in der Darstellung von Kön große Ähnlichkeit zwischen Ahasjas und Joschijas Tod (vgl. 2 Kön 9,28 mit 23,29f.). Da der Chronist jedoch davon ausgeht, daß die Todesart eines Königs ein Indikator für dessen Gottwohlgefälligkeit sei, gibt es bei ihm eine klare Unterscheidung zwischen dem Tod des gerechten Joschija und dem des bösen Ahasja; letzterer wird als ein Feigling geschildert, den Jehus Häscher in seinem Versteck aufstöbern.
Anders als sein Verbündeter Joram, dessen Leichnam auf dem Gelände des Nabot hingeworfen wurde (2 Kön 9,25f.), erhält Ahasja ein reguläres Begräbnis, dessen Einzelheiten allerdings nicht ausgeführt sind (vgl. auch 2 Kön 9,28). Letzteres hat er seiner Abstammung von Joschafat zu verdanken, »der JHWH mit ganzem Herzen gesucht hatte«. Diese Bemerkung wirkt ironisch: Ahasjas Untergang war durch sein mutwilliges »Gehen auf den Wegen des Hauses Ahabs« zustande gekommen; aber nachdem er tot ist, wird ihm seine davidische Abstammung insoweit als Verdienst angerechnet, daß er wenigstens begraben wird.
Anscheinend ging der Chronist davon aus, daß Ahasja irgendwo in Samarien beigesetzt wurde, im Unterschied zu 2 Kön 9,28, wo sein Grab bei seinen Vätern in der Davidsstadt liegt. Demnach war laut Chr keiner von den mit Ahab verwandten judäischen Herrschern begraben wie die übrigen Davididen: Joram zwar in der Davidsstadt, aber »nicht in den Königsgräbern« (21,20); Ahasja irgendwo in Samarien, und für Atalja, die Frau des einen und Mutter des andern, ist keinerlei Begräbnis berichtet.
Dieser letzte Abschnitt (V 7–9) ist aufschlußreich für die historiographische Einstellung des Chronisten. Die Umstände von Ahasjas Untergang sind zwar relevant für die Geschichte des judäischen Königshauses, aber er hätte sie wesentlich knapper erwähnen können, als eine Art Anhängsel zu Jehus Aufstand. Daß er jedoch eine solche Fülle von Einzelheiten bringt, zeugt für sein lebhaftes Interesse an der Geschichte des Nordreichs, die er allerdings durchgängig strikt aus der Perspektive des Südreichs darstellt.

Japhet – Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament

Ahasja, der jüngste Sohn Jehorams, regierte ein Jahr lang unter dem schlechten Einfluss seiner Mutter Athalja. Seine Mutter war sein Ratgeber, um Böses zu tun (V. 3). Sie war eine Anhängerin des Baal und Jehova gegenüber feindlich eingestellt. Ihre Bosheit war ein beherrschender Einfluss im königlichen Haushalt. Der Tod Ahasjas durch die Hand Jehus war aus Sicht des Chronisten die göttliche Vergeltung für seine Bosheit (V. 7).

Charles R. Wilson – Der Wesleyanische Bibelkommentar

Dann fasst der Chronist die Ereignisse, die in 2Kön 9–10 beschrieben sind, ganz kurz zusammen (22,7c–9): Ahasja zieht mit Joram dem heranziehenden Jehu entgegen (22,7c). Dieser war von Jahwe gesalbt worden, um die Familie Ahabs auszurotten (22,7d). Nachdem er die Familie Ahabs umgebracht hatte, traf er auf die Fürsten Judas und die Söhne der Brüder Ahasjas und brachte sie um (22,8). Wen aber brachte er wirklich um? Gemäß 2Kön 10,13f. waren es die ‚Brüder‘ Ahasjas. Das kann aber nicht sein, denn diese wurden von den Philistern und Arabern schon zuvor getötet (22,1). Der Chronist schreibt darum „die Söhne der Brüder Ahasjas“ (22,8). Er meint damit deren Nachkommen, inklusive ihrer noch unmündigen Kinder (vgl. 21,5; 22,2). Sie wurden von den Fürsten Judas begleitet (22,8b). Alle brachte Jehu um!
Dann fingen sie Ahasja, der sich in Samaria versteckt hatte, brachten ihn zu Jehu und töteten ihn (22,9a). Sie begruben ihn, weil er ein Nachkomme Joschafats war, „der Jahwe von ganzem Herzen suchte“ (22,9b). „Da gab es niemand mehr im Haus Ahasjas, der die Kraft zum Königtum aufbrachte“ (22,9c).
2Kön 9,1–28 stellt das Ende Ahasjas etwas anders dar: Ahasja und Joram hören vom Kommen Jehus, als sie in Jesreel waren, und ziehen ihm entgegen (2Kön 9,16–21). Jehu tötet Joram auf dem Feld in Jesreel, das Ahab dem Nabot abgenommen hatte (2Kön 9,22–26). Ahasja flieht, doch am Pass von Gur bei Jibleam schlugen sie auf ihn ein. Ahasja kehrt um und kommt nach Megiddo, wo er stirbt (2Kön 9,27). Er wird von seinen Dienern nach Jerusalem gebracht und in seinem Grab in der Stadt Davids begraben (2Kön 9,28). Erst nachher tötet Jehu die Verwandten von Ahasja (2Kön 10,13f.). Der Chronist und der Autor von 2Kön 9 haben also verschiedene Informationen. Das spricht für die Güte der ihnen zugrundeliegenden Quellen. Sie sind Berichte von Augenzeugen, die aus ihrer je eigenen Perspektive und Erinnerung erzählt haben. Zudem kürzt der Chronist stark, weshalb seine Darstellung durch diejenige von 2Kön 9–10 ergänzt und in Übereinstimmung gebracht werden kann.
In den Jahren 1993 und 1994 n.Chr. wurden in Tel Dan, ganz im Norden Israels, zwei Steinbrocken aus schwarzem Basalt gefunden. Sie erwiesen sich als Teil einer Stele, vermutlich von Hasaël, die in aramäischer Sprache abgefasst ist. Eindrücklich bestätigen sie die Vorgänge bei diesem Krieg und den Tod der beiden Könige Joram von Israel und Ahasja von Juda. Nur behauptet Hasaël, er habe sie getötet, nicht Jehu. Aneignung fremder Taten kommen im alten Orient vor. Seine Behauptung, er habe Israel verwüstet, stimmt mit der Notiz in 2Kön 10,32f. überein: „Zur selben Zeit fing Jahwe an, Stücke von Israel abzutrennen; denn Hasaël schlug sie im ganzen Gebiet Israels“ östlich des Jordans (2Kön 10,33). – Diese Steinbrocken aus Tel Dan sind noch wichtig, weil auf ihnen der früheste sichere archäologische Beleg der Existenz Davids enthalten ist. Hasaël erwähnt das ‚Haus Davids‘ bjt dwd, weshalb ihm bekannt war, dass David der Gründer der judäischen Königsdynastie war.

Gisin – Edition C Bibelkommentar Altes Testament

Der Tod Ahasjas (Vv. 27-29; 2 Chronik 22:1-9). Die Berichte über den Tod Ahasjas in 2. Könige 9,27-29 und 2. Chronik 22,7-9 sind nicht leicht zu harmonisieren, aber wir schlagen ein Szenario vor. Ahasja wurde verwundet, als er aus Jesreel floh (V. 27). Er schaffte es bis Beth-Haggan und wandte sich dann am Aufstieg von Gur nach Nordwesten in Richtung Megiddo, wo er versuchte, sich vor Jehu zu verstecken. Doch Jehus Männer spürten ihn auf und töteten ihn in Megiddo. Ahasjas Diener trugen seinen Leichnam von Megiddo nach Jerusalem, wo er mit den Königen begraben wurde, denn er war ein Nachkomme Davids. Hätte er sich nicht mit Joram verbündet, Baal angebetet und dem Rat seiner Mutter Athalja gefolgt, wäre ihm all diese Schande und Niederlage erspart geblieben.

Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie

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