Thomas Pape

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Oder erkennt ihr nicht, dass Jesus Christus mit euch verbunden ist?

so prüfet euch selbst, ob ihr im Glauben seid, untersuchet euch selbst; oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? es sei denn, daß ihr etwa unbewährt seid.
Elberfelder 1871 – 2.Korinther 13,5

Stellt euch selbst auf die Probe, um zu sehen, ob ihr im Glauben ´gefestigt` seid; prüft, ob ihr bewährt seid! Eigentlich müsst ihr doch erkennen, dass Jesus Christus in eurer Mitte ist, oder nicht? Andernfalls hättet ihr ja die Probe nicht bestanden!
Neue Genfer Übersetzung 2013 -. 2.Korinther 13:5

Testet euch selbst, ob ihr euch im Glauben befindet, überprüft euch selbst! Oder erkennt ihr euch selbst nicht genau, dass Jesus als Messias unter euch ist? Es sei denn, dass ihr doch unecht seid.
Gottes Agenda – Das Neue Testament urtextnah ins heutige Deutsch übersetzt von Andreas Eichberger – 2.Kor 13,5

Prüft immer wieder, ob ihr im Glauben seid. Bewährt euch immer wieder. Oder erkennt ihr nicht, dass Jesus Christus mit euch verbunden ist? Wenn nicht, dann seid ihr unbewährt.
neue Welt Übersetzung – 2018 – 2.Kor 13:5

Uns wird in unseren Schriften gesagt: ′′ Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid ′′ (2 Kor. 13:5). Wir sind mutig auf unser Leben zu schauen und einige harte Fragen zu stellen. Glaubt ihr wirklich die Wahrheit, oder gibt es andere Motive bei der Arbeit? Kann man denken, dass man wirklich glaubt, wenn man es tatsächlich nicht tut? Ist es zum Beispiel möglich zu denken, dass du eine spirituelle Person bist, die Gott dient, aber du irrst dich? Tragischerweise scheint es, dass wir uns selbst dazu ′′ überreden ′′ können, zu glauben, dass wir moralisch, ehrlich, voller Glauben sind usw. Aber unser Selbstbild stimmt nicht mit der Realität überein… Das ist ernsthafteres Problem als Heuchelei (nicht glauben, was wir sagen) , da wir in diesem Fall wirklich glauben, dass wir etwas sind, das wir nicht sind – wir sind ′′ wahre Gläubige ′′ in einer verzerrten Sicht auf uns selbst! Das passiert ständig. Die meisten Menschen denken beispielsweise, sie seien ′′ überdurchschnittlich ′′ intelligenz und haben eine hohe Meinung von sich selbst. Selbstwertgefühl ist natürlich wichtig, aber es muss in der Realität geerdet werden: ′′ Denn wenn jemand denkt, er sei etwas, wenn er nichts ist, täuscht er sich selbst ′′ (Gal. 6:3). Jesus warnte: ′′ An jenem Tag werden viele (polloì) mir sagen: ‚ Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und Dämonen in deinem Namen ausgestoßen und viele mächtige Werke in deinem Namen tun? ‚ Und dann werde ich ihnen sagen: ‚ Ich habe euch nie gekannt; weiche von mir ab, ihr Arbeiter der Gesetzlosigkeit ‚ ‚ (Matt). 7:22-23). Wie ist so ein schreckliches Ergebnis möglich, wenn sich nicht wirklich religiöse Menschen wirklich selbst täuschen können? Von selbst ist Aufrichtigkeit kein Maß an Wahrheit, da wir wirklich aufrichtig und doch aufrichtig falsch sind…

Das ist eine ernüchternde Nachricht, Freunde. Wir müssen nicht in Angst leben, obwohl wir uns tatsächlich regelmäßig ′′ Cheshbon Nefesh ′′ (ẖşbwn npş) engagieren, um den Zustand unserer Seelen zu berücksichtigen (1 Kor. 11:31). Wir sind oft Menschen des ′′ kleinen Glaubens ′′ (Matt. 8:26), und manchmal ist es das einzig Ehrliche, klar zu bekennen: ′′ Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9:24). Wie geschrieben steht: ′′ Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen ′′ (Psalm 145:18). Im Himmel gibt es nur die Sprache der Wahrheit, und Wahrheit ist die Sprache des Himmels. Wir finden Kraft, indem wir auf die Liebe und Güte Gottes vertrauen, für unser ewiges Wohl. Es steht geschrieben: ′′ Dies ist die Zuversicht (parrēsía), die wir mit Ihm haben, dass wenn wir etwas nach Seinem Willen bitten, er uns hört. Und wenn wir wissen, dass Er uns hört, wissen wir auch, dass Er die Petition unseres Herzens erfüllen wird (1 Johannes 5:14-15). Was will Gott für dich, außer seine Liebe zu erkennen? Er möchte, dass du in der Wahrheit wandelst, voller Liebe, Freude, Frieden, Geduld, einen gesunden Geist hast, frei von Angst und frei von Einmischung aus dem Dämonischen. Wir können Ihn getrost um diese Dinge bitten, denn solche sind sicher Sein Wille für unser Leben.

Hebräisch für Christen

Die Philosophen forderten die Menschen häufig zur Selbsterforschung auf. Paulus, der das wahre Evangelium verkündet, trägt Christus in sich ( 13,3-4 ); die Korinther aber müssen selbst entscheiden, ob das auch auf sie zutrifft. Wenn Christus in ihnen ist, dann mit Sicherheit auch in Paulus, ihrem geistlichen Vater.

Craig Keener, – Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments

πειράζετε Imp. πειράζω versuchen; hier auf die Probe stellen. δοκιμά-ζετε Imp. δοκιμάζω (< δόκιμος erprobt) prüfen. ἢ οὐκ ἐπιγινώσκετε ἑαυτοὺς ὅτι oder erkennt ihr im Blick auf euch/an euch selbst (Akk. der Beziehung; A149) nicht, dass? εἰ μήτι … ἐστε es sei denn, dass ihr … seid bzw. sonst (wenn dies nicht erkennbar sein sollte) wärt ihr ja … ἀ-δόκιμος eig. die Probe nicht bestehend, daher unbewährt bzw. unecht.

Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament

Dieser Vers hängt folgendermaßen mit dem ersten Teil von Vers 3 zusammen: »Weil ihr einen Beweis sucht, dass Christus durch mich spricht … ›prüft euch, ob … Jesus Christus in euch ist‹.« Sie selbst waren der Beweis seiner Apostelschaft. Durch ihn waren sie zum Herrn geführt worden. Wenn sie seine Zeugnisse sehen wollten, brauchten sie nur sich selbst anzusehen.
Vers 5 wird oft für die Lehre missbraucht, dass wir in uns selbst nach Heilsgewissheit ausschauen sollten, doch das führt nur zu Entmutigung und Zweifeln. Die Heilsgewissheit erhalten wir in erster Linie durch das Wort Gottes. In dem Augenblick, in dem wir Christus unser Leben anvertrauen, dürfen wir durch die Autorität der Bibel wissen, dass wir wiedergeboren sind. Wenn die Zeit fortschreitet, finden wir andere Beweise für das neue Leben – Liebe zur Heiligung, Hass gegenüber der Sünde, Liebe zu den Geschwistern, praktische Gerechtigkeit, Gehorsam und Absonderung von der Welt.
Doch Paulus will den Korinthern hier nicht raten, sich selbst zu prüfen, damit sie dadurch einen Beweis für ihr Heil erhalten. Er will ihnen nur sagen, dass ihre Erlösung ein Beweis seiner Apostelschaft ist.
Es gab nur zwei Möglichkeiten: Entweder war »Jesus Christus in« ihnen, oder sie waren »unbewährt«, d. h. nicht gläubig. Das Wort, das mit »unbewährt« wiedergegeben wird, wurde benutzt, um Metalle zu beschreiben, die sich bei der Echtheitsprüfung als unecht erwiesen hatten. Genauso waren die Korinther entweder echte Gläubige, oder sie waren »unbewährt«, weil sie die Prüfung nicht bestanden hatten.

MacDonald – Kommentar zum Neuen Testament

Jetzt geht sein Blick auf die Gemeinde zunächst in einer andern Richtung. Er, der Apostel bereitet seinen dritten Besuch in Korinth vor. Auch die Gemeinde soll sich auf diesen Besuch rüsten. Wie kann sie das tun? Durch eine klare Selbstprüfung. „Macht an euch selbst die Probe, ob ihr im Glauben seid; prüft euch selbst (oder: macht euch selbst bewährt). Oder erkennt ihr nicht an euch selbst, daß Jesus Christus in euch ist?“ Es ist kennzeichnend für das, was einem Paulus wesentlich als „Christentum“ und „Christsein“ galt, daß die „Prüfungsfrage“ für die Gemeinde nur die eine ist: „Ob ihr im Glauben seid.“ Paulus hatte mit großem Ernst von den Schäden im Gemeindeleben gesprochen. Und dabei „Streit, Eifersucht, Verleumdung“ genannt. Er hatte dann an die Entstellung des geschlechtlichen Lebens erinnert, an „Unreinheit, Unzucht und Ausschweifung“. Aber jetzt bei der Selbstprüfung der Gemeinde geht es nicht um diese Dinge; die Selbstprüfung ist keine moralische. Es geht um den „Glauben“. Dabei machen aber die Formulierungen des Apostels sofort deutlich, daß er nicht an intellektualistischen kraftlosen „Glauben“ denkt, der nur in der Zustimmung zu christlichen Ansichten und Meinungen besteht. Paulus fragt nicht, ob sie „Glauben haben“, sondern ob sie „im Glauben sind“. Der Glaube ist dadurch als der umfassende Raum gekennzeichnet, in dem sich das ganze Leben eines Menschen abspielt, als die bestimmende und formende Macht, die alles Denken und Reden, Tun und Lassen durchwaltet. Dieser „Glaube“ ist so wenig eine bloß gedankliche Sache, daß in ihm vielmehr Jesus Christus selber in einem Menschen, in einer Gemeinde anwesend und wirksam ist. Paulus verwendet dabei den vollen Namen „Jesus Christus“. Nicht nur ein jenseitiger, geistiger Christus, der nicht viel mehr ist als eine „Christusidee“, sondern der wirkliche Christus, der als Jesus von Nazareth unter uns gelebt, gelehrt, geheilt, gelitten und das Kreuz getragen hat, ist in den Glaubenden gegenwärtig. Das freilich muß in seiner Realität an den Glaubenden von ihnen selber zu „erkennen“ sein! Die Korinther können es bei ihrer Selbstprüfung erfahren: „Oder erkennt ihr nicht an euch selbst, daß Jesus Christus in euch ist?“
Sind die Korinther „im Glauben“ und ist darum Jesus Christus in ihnen, dann ist alles gut. Dann müssen sie so wenig wie Paulus vor dem neuen Zusammensein beim dritten Besuch des Apostels in Sorge sein. Denn dann sind sie im wesentlichen geeint und werden sich darum auch in allen einzelnen Fragen zusammenfinden. Gerichtsmaßnahmen und Ausschließung von Gemeindegliedrn, die in der Sünde beharren, werden sie als notwendig bejahen. Die Beseitigungen der Spaltungen und der Ordnungsstörungen, das Ausräumen von Eigensüchteleien, Verleumdungen, Gezischel und Aufgeblasenheiten werden sie als befreiend begrüßen. Solche Maßnahmen wären vergeblich, wenn die Gemeinde nicht mehr „im Glauben“ ist. Darum fügt Paulus den Satz hinzu: „Ihr müßtet denn etwa unbewährt sein.“ Aber Paulus sieht das nur als eine äußerste Möglichkeit, die er in der Formung des Satzes sofort selber ausschließt. Nein, so kann es in Korinth nicht stehen. Das kann und wird nicht das Ergebnis der Prüfung sein. Es ist freilich ernst mit der Selbstprüfung. In einer Täuschung darf gerade in dieser Sache niemand bleiben. Aber die Gemeinde war fähig, sich von ihren Verführern zu lösen und von ihren Irrwegen zu dem Apostel und seiner Botschaft zurückzukehren. Darum wird sie es bei einer Prüfung ihres Glaubens mit beschämtem Dank erkennen, daß die Hand Jesu sie festgehalten hat und daß Jesus Christus in ihnen ist. In ihrer Umkehr hat sich die Gemeinde als „bewährt“ erwiesen.

de Boor – Wuppertaler Studienbibel

Den Korinthern gilt die Mahnung. Sie sollen sich auf den Besuch des Apostels vorbereiten. »Sich selbst« sollen sie »prüfen«, ob sie »im Glauben« sind und sich selbst als bewährt auch finden (im Sinne von »sich dann bessern«, zurückkehren zum Leben im Glauben). Die »Selbstprüfung« ist durchaus möglich und für die Korinther notwendig. Freilich, ständig geübt würde das gefährdend, bände den Blick an sich selbst – und da sähe man bei wirklicher Prüfung viel Ungutes – und zöge vom Blick auf Christus ab. Paulus hat aber den Korinthern in seinem Brief die Christusgestalt und -art so eindrücklich vor Augen gestellt, dass sie jetzt gewiss sich selbst prüfen können. Es soll aber auch keine Auflistung von Mängeln und Sünden sein. Diese Selbstprüfung, zu der der Apostel die Korinther ermahnt, kennt nur diese eine Prüffrage: »Stehe ich im Glauben?«

Der Glaube ist nicht ein Teil des Lebens und Denkens, sondern ist das, was alles formt und prägt. Verdeutlichend sagt der Apostel deshalb, sie sollen selbst erkennen, »dass Christus Jesus in euch ist«. Um dieses geht es, ob Jesus Christus – der volle Name kennzeichnet den Herrn ganz umfassend als Irdischen (mit seinen Worten) und als Erhöhten (in Kraft) – die Herrschaft im Leben der Gemeinde, jedes Einzelnen hat. Paulus drückt das in der Form der Frage aus, die jedoch im Griechischen eine bejahende Antwort mit setzt. Der Apostel vertraut darauf, dass die Gemeinde »im Glauben steht«, dass die Herrschaft Jesu Christi sie prägt und bestimmt. So werden Apostel und Gemeinde auch zusammen die notwendigen Schritte tun können, die zu einer völligen Reinigung jetzt erforderlich sind. Doch beides gilt, bis heute: Die christliche Gemeinde ist »Gemeinde Gottes«, »steht im Glauben« und lebt in der Herrschaft Jesu Christi, und sie bleibt aufgerufen zur Selbstprüfung, damit sie die Einbruchstellen des Satans erkennt und sich neu reinigen lassen kann. Denn die Gemeinde Gottes bleibt angegriffen, umlauert vom Satan. Hier täusche sich keiner! Es gibt die Gemeinde der Reinen, der Sündlosen in dieser Weltzeit nicht; wohl aber die Gemeinde der Heiligen, die sich täglich in die Heiligung durch Christus rufen lassen.

Gerhard Maier – Edition C

In diesem Abschnitt antwortet Paulus denen, die einen Beweis für seinen Anspruch auf apostolische Autorität suchten, indem er ihnen sagt, sie sollten einmal sich selbst untersuchen, um festzustellen, ob sie wahrhaft im Glauben stünden, das heißt, ob sie wahre Gläubige seien. Wenn ja, dann ergibt sich zwingend, daß der Mann, der ihnen die Botschaft gebracht hatte, kein Betrüger sein kann. Wenn sie sein Werk im Herrn waren, und daran zweifelten weder sie noch er, dann mußte er ein echter Apostel sein, und der Fall wäre damit für immer erledigt. Gott hat in Seiner Gnade oft schwache Werkzeuge benutzt, um Ihm zu dienen, aber Er würde nie einen falschen Zeugen durch Seinen Segen bestätigen. Die Korinther hatten natürlich nicht daran gedacht, daß sie sich selbst in Frage stellten, als sie an ihm als Apostel zweifelten. Die Worte „prüfet euch selbst“ werden oft als Warnung an bloße Lippenbekenner verwendet, und sie können auch so angewendet werden; der Zusammenhang macht jedoch deutlich, daß die Untersuchung in diesem Fall erweisen würde, daß sie nicht Unbewährte waren, sondern wahre Kinder Gottes. Andere mögen Paulus in Zweifel gezogen haben; die Korinther hatten gewiß kein Recht dazu. Sagte er nicht von ihnen: „Wenn ich anderen nicht ein Apostel bin, so bin ich es doch wenigstens euch; denn das Siegel meines Apostelamtes seid ihr im Herrn“ (1Kor 9,2)? Sie waren sein „Brief … gekannt und gelesen von allen Menschen“ (2Kor 3,2). Nur wenn sie ihre Augen vor dem Offenkundigen verschlossen, konnten sie ihn als einen Hochstapler ansehen. Als sie ihn der Prüfung unterziehen wollten, ob er dem Standard eines echten Apostels genügte, hatten sie das falsche Stück Metall in den Schmelztiegel geworfen; denn sie waren es, die sich zu prüfen hatten. Die Betonung liegt auf den Fürwörtern „euch selbst“ und „ihr“. Es gibt zwei Merkmale des wahren Christen: Er ist erstens „im Glauben“, was bedeutet, daß er an das Evangelium glaubt und im Glauben lebt, und zweitens ist „Christus in ihm“, was bedeutet, daß er das Bewußtsein hat, daß Christus in seinem Herzen lebt und daß er an Ihm Freude hat. Alle, die keinen Glauben haben und Christus nicht besitzen, sind unbewährt oder wertlos.

Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt

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