Denn der Verkehrte ist Jehova ein Greuel, aber sein Geheimnis ist bei (Eig sein vertrauter Umgang ist mit) den Aufrichtigen.
Elberfelder 1871 – Sprüche 3,32
Denn der Schiefe ist IHM ein Greuel,
aber Traulichkeit hat er mit den Geraden.
Buber & Rosenzweig – Sprüche 3:32
Denn ein Gräuel ist für den Ewigen der, der auf Abwegen geht, aber mit den Redlichen hat er vertrauten Umgang.
Die Philippson-Bibel – Spr 3,32
Denn der Bösewicht ist Jehova ein Greuel; aber mit den Rechtschaffenen ist er vertraut.
van Ess – Spr 3:32
Denn Jehova verabscheut den, der hinterhältig ist,
aber den Aufrichtigen gehört seine enge Freundschaft.
neue Welt Übersetzung – 2018 – Sprüche 3:32

Der Gewalttätige scheint sofortigen Erfolg zu haben. Aber wir sollten seinen Wohlstand nicht bewundern oder seinem Beispiel folgen. Der Herr hasst, verachtet und verabscheut den Verkehrten, doch den Aufrichtigen zieht er in sein enges Vertrauen (siehe Joh 14,23).
MacDonald – Kommentar zum Alten Testament
Begründend werden vier Antithesen angefügt, die dem Schüler zeigen sollen, warum es ratsam ist, die aufgeführten Verbote zu befolgen. Greuel sollten die Israeliten ausfegen, wegtun, wegwerfen. Ebenso wird Jahwe sich den Abtrünnigen gegenüber verhalten. Sie werden keine Gemeinschaft mit ihm haben. Dagegen nimmt Gott die Aufrichtigen, die »gerade« Wege gehen, in seine »vertrauensvolle Gesprächsrunde im engsten Freundeskreis« (das meint das hebr. sod) auf, deren Mitglieder wie durch einen Vertrag miteinander verbunden sindo. In einem solchen Kreis kann man sogar Geheimnisse (sod) offenbaren. In dieses Vertrauen Jahwes aufgenommen zu sein ist die höchste Ehre für einen Menschen.27
Dietrich – Wuppertaler Studienbibel
Eine positive Beziehung zu anderen (Spr 3,27-35) ist ein vierter Segen, den der Gläubige genießt, wenn er oder sie in der Weisheit Gottes wandelt. Weise Christen werden großzügig zu ihren Nachbarn sein und in Frieden mit ihnen leben (V. 27-30) und ihr Bestes tun, um unnötige Streitigkeiten zu vermeiden (Röm. 12:18). Denn wenn wir Gott wirklich lieben, werden wir unseren Nächsten so lieben, wie wir wollen, dass er uns liebt.
Warren W. Wiersbe – Sei Commentary Serie
Andererseits, wenn unser Nachbar ein perverser Mensch ist, der über unseren Glauben spottet (Spr 3,31-35), wird der Herr uns leiten, unser Licht leuchten zu lassen und seine Liebe zu zeigen, damit wir ihn beeinflussen, aber er uns nicht in die Irre führt. Manchmal braucht es viel Geduld, Gebet und Weisheit, um mit Menschen, die keine Christen in der Nachbarschaft haben wollen, richtig umzugehen, aber vielleicht hat Gott uns gerade deshalb dorthin geschickt.
»… der Verkehrte ist Jahwe ein Gräuel«: Der »Verkehrte« ist der Mann, der alle Ordnungen und Weisungen des Herrn ins Gegenteil verkehrt: Statt dem Nächsten zu geben, was diesem mangelt, beraubt er ihn; statt ihm Gutes zu wollen, schmiedet er Böses gegen ihn; statt dem Frieden nachzujagen, sucht er Streit mit ihm.
Benedikt Peters – Das Buch der Sprüche
In diesem Vers kommt zum ersten Mal in der Sprüchen das Wort »Gräuel«, tôcêbâh, vor. Es folgen noch 20 Belege: 6,16; 8,7; 11,1.20; 12,22; 13,19; 15,8.9.26; 16,5.12; 17,15; 20,10.23; 21,27; 24,9; 26,25; 28,9; 29,27. Das erste Mal wird das Wort verwendet in 1. Mose 43,32. Ein Gräuel ist etwas, was man verabscheut, was einem zuwider ist und was man deshalb von sich stößt.
…
Diese Dinge, Handlungen und Personen sind dem HERRN zuwider; sie widersprechen seinem Wesen; er kann sie nicht dulden. Am Tag des Gerichts wird er alles, was ihm ein Gräuel ist, verdammen und alle von sich stoßen und für immer hinaustun (Mt 25,41; Offb 22,15), die seinem Wesen entgegen sind.
MENSCHEN, die bestrebt sind, Gott zu gefallen, halten sich streng an den christlichen Maßstab für Ehrlichkeit. Sie wissen, was die Worte bedeuten: „Der Verkehrte [wer sich auf Abwege begibt, Me] ist Jehova ein Greuel, aber sein vertrauter Umgang ist mit den Aufrichtigen.“ — Sprüche 3:32, Fußnote.
Der Wachtturm – 1.Januar 1965
Im ersten Moment mögen viele denken, das Ehrlichsein bereite ihnen keine Schwierigkeiten. Sie denken vielleicht, sie würden nie absichtlich lügen, betrügen, stehlen oder eine andere unehrliche Handlung begehen. Das genügt aber noch nicht. Der eine oder andere mag das Gefühl haben, er halte sich an den hohen christlichen Maßstab für Ehrlichkeit, obwohl er vielleicht Dinge tut, die die Ehrlichkeit verbietet. Die nachstehenden Ausführungen sollten daher einem jeden helfen, sich in dieser Beziehung einmal gründlich zu prüfen, um festzustellen, ob seine Denk- und Handlungsweise dem christlichen Maßstab für Ehrlichkeit entspricht oder ob er sie ändern muß.
EHRLICHKEIT GEGENÜBER DEM STAAT
Gewisse Formen von Unehrlichkeit, wie Stehlen und Lügen, sind leicht zu erkennen. Andere dagegen sind heimtückischer, und vor diesen müssen wir uns vor allem hüten.
Ein Gebiet, auf dem ein Christ besonders vorsichtig sein sollte, betrifft sein Verhältnis zur staatlichen Obrigkeit. Er muß dem Staat gegenüber ehrlich sein und ihm geben, was ihm gebührt, selbst wenn der Staat ihm gegenüber nicht ehrlich ist. Jesus Christus sagte: „Zahlt daher des Cäsars Dinge dem Cäsar zurück.“ (Matthäus 22:21) Erlegt der Staat also seinen Bürgern verschiedene Steuern auf, dann sollte der Christ sie gewissenhaft bezahlen. Er sollte seine Einkommensteuererklärung nicht fälschen, indem er zum Beispiel mehr Abzüge beansprucht als ihm zustehen oder indem er Beträge angibt, die er angeblich einer Wohltätigkeitsorganisation gespendet hat, während er in Wirklichkeit nichts oder nicht soviel gespendet hat.
Jemand mag seine Steuerhinterziehung damit zu rechtfertigen suchen, daß er sagt, der Staat fordere sowieso zuviel. Dazu hat aber der Christ kein Recht. Der Cäsar oder der Staat verletzt kein Gesetz Gottes, wenn er angemessene Steuern verlangt. Fordert er zu hohe Steuern oder mißbraucht er die Steuergelder, so muß er das vor Gott selbst verantworten. Der Christ hat darüber nicht zu entscheiden. Nicht nur der Staat, sondern auch Gott verlangt von ihm, daß er genau das bezahlt, was von ihm gefordert wird. Der christliche Apostel Paulus sagte: „Jede Seele sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan . . . Erstattet allen, was ihnen gebührt: dem, der die Steuer verlangt, die Steuer; dem, der die Abgabe verlangt, die Abgabe.“ — Römer 13:1, 7.
In diesem Zusammenhang wäre auch das Schmuggeln zu erwähnen, das heimliche Einbringen zollpflichtiger Waren über die Landesgrenze, ohne Zoll zu zahlen. Obwohl das in manchen Ländern allgemein üblich sein mag, sollten Christen es nicht tun, weil dadurch dem Staat etwas vorenthalten wird, was er gesetzlich fordert. Die staatliche Obrigkeit hat das Recht, nach Belieben Zollabgaben zu erheben. Da solche Vorschriften dem Gesetz Gottes nicht widersprechen, sollten sie beachtet werden. Ein Christ, der schmuggelt, handelt unehrlich und muß damit rechnen, nicht nur von der Polizei, sondern auch von der Christenversammlung zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Manche Leute denken vielleicht, sie seien keine Schmuggler. Sind sie aber den Zollorganen gegenüber stets ehrlich, wenn sie von einer Reise ins Ausland zurückkehren? Geben sie stets alles an, was sie verzollen müßten, oder suchen sie Mittel und Wege, um solche Waren zollfrei über die Grenze zu bringen? Es kommt nicht darauf an, ob der betreffende Artikel klein oder groß ist oder ob wir etwas als unbedeutend betrachten. Die Ehrlichkeit verlangt von uns lediglich, daß wir uns fragen: Verlangt der Staat von mir, daß ich diesen Artikel verzolle? Wenn ja, dann muß ihn der Christ verzollen. Täte er es nicht, so wäre er unehrlich.
Der Staat erläßt im Interesse der öffentlichen Sicherheit auch Verkehrsvorschriften. In vielen Ländern bedeutet ein rotes Licht „Anhalten“ und entspricht einem Stoppschild. Setzt man aber vielleicht bei einem Stoppschild nur die Geschwindigkeit herab, um festzustellen, ob kein Schutzmann in der Nähe ist, und fährt dann weiter? Und wie steht es mit der Geschwindigkeitsbegrenzung? Überschreitet man sie, wenn man denkt, man werde nicht beobachtet? Wer das tut, ist unehrlich. Warum? Weil er den „obrigkeitlichen Gewalten“ nicht gehorcht. Jemand mag über Verkehrsvorschriften, die ihm nicht passen, spotten, aber „die Toren spotten der Schuld“. (Sprüche 14:9, ZB) Der Cäsar hat das Recht, die Verkehrsordnung zu bestimmen, und die Verkehrsvorschriften schützen die Bevölkerung. Da diese Vorschriften Gottes Gesetze nicht verletzen, ist der Christ vor Gott verpflichtet, sie einzuhalten.
AM ARBEITSPLATZ
Auch Firmen haben bestimmte Vorschriften. Ein Arbeitnehmer würde vielleicht nie daran denken, seinem Arbeitgeber Geld oder Waren zu stehlen, weil das unehrlich wäre. Verwendet er aber vielleicht Geschäftsbriefmarken oder Geschäftsbriefbogen usw. für persönliche Zwecke? Selbst einen Bleistift oder einige Büroklammern zu nehmen wäre unehrlich, wenn die Firma es nicht erlaubt, denn diese Dinge sind Eigentum der Firma.
Ein weiterer Punkt ist die Benutzung des Geschäftstelephons für Privatgespräche. Verstößt das gegen die Betriebsordnung, dann wäre es unehrlich, es zu tun, selbst wenn viele andere es tun. Der Christ ist verpflichtet, für seine persönlichen Gespräche zu bezahlen, weil er fremdes Eigentum benutzt. Ebenso unehrlich wäre jede andere Methode, das Telephon zu benutzen, ohne dafür zu bezahlen. Es ist soviel wie Diebstahl, weil man dadurch versäumt, etwas zu bezahlen, was man normalerweise bezahlen müßte. Sollte aber in deinen Augen jemand, der Telephongespräche führt, ohne sie zu bezahlen, nicht unehrlich sein, dann erkundige dich einmal beim Fernsprechamt darüber, wie man dort über solche Leute denkt!
Manche Geschäfte gewähren ihren Angestellten auf alle Waren, die sie bei ihnen einkaufen, Rabatt, allerdings nur unter der Bedingung, daß sie diese für sich gebrauchen. Viele Angestellte geben aber diese Waren oft zu den ermäßigten Preisen an Freunde oder Verwandte weiter, um ihnen Geld sparen zu helfen. Das ist jedoch nicht ehrlich, weil es nicht mit der von der Firma getroffenen Regelung übereinstimmt. Die Firma hat das Recht gewisse Bestimmungen festzulegen, und der Christ muß sich daran halten.
Es gibt auch Arbeitnehmer, die bei ihrer Firma ein Spesenkonto haben. In einem solchen Fall muß sich der Christ davor hüten, Zahlen aufzurunden oder Ausgaben aufzuschreiben, die rein persönlicher Natur sind und von der Firma normalerweise nicht gedeckt werden. Der Christ schreibt nicht mehr Spesen auf, als er in Wirklichkeit gehabt hat, und berechnet nur solche Dinge, die die Firma als Spesen zuläßt.
Ein weiterer Punkt, der in Betracht gezogen werden sollte, ist das Belügen des Arbeitgebers, um beurlaubt zu werden. Was manche Leute als einen berechtigten Grund zum Lügen betrachten mögen, wird von Gottes Maßstab für Ehrlichkeit noch längst nicht immer gutgeheißen. Manche mögen zum Beispiel denken, sie könnten das ruhig tun, wenn sie einem christlichen Kongreß beiwohnen möchten, für den sie ihr Arbeitgeber ihrer Meinung nach niemals beurlauben würde. Mit welchem Recht wollte aber ein Christ seinen Arbeitgeber belügen, um einen Kongreß zu besuchen, auf dem Gottes Wort gelehrt wird und die christlichen Grundsätze — zu denen auch die Ehrlichkeit gehört — hervorgehoben werden. Eine solche Denkweise wäre inkonsequent, ja das wäre Heuchelei. In den meisten Fällen wird der Arbeitgeber die Ehrlichkeit eines Angestellten schätzen, der ihn um Urlaub bittet, um zu einem Kongreß zu fahren. Solltest du aber jemals deinen Arbeitsplatz verlieren, weil du zuerst das Königreich suchst, dann vergiß nicht, daß Gott dich nicht verlassen wird, wenn du recht handelst. — Matthäus 6:33.
Es gibt auch Christen, die im Haushalt arbeiten, die reinemachen, kochen oder andere Hausarbeiten verrichten. Sie werden wahrscheinlich wissen, daß sie keine Kleider, kein Geschirr oder Besteck und dergleichen nehmen dürfen. Wissen sie aber auch, daß sie andere Dinge, die nicht so schnell vermißt werden, ebensowenig nehmen dürfen? Wer Mehl, Zucker, Früchte oder Gemüse nimmt, stiehlt genauso und ist genauso unehrlich wie der, der etwas Wertvolleres entwendet. Etwas anderes ist es, wenn der Arbeitgeber seinem Angestellten so etwas gibt. Man sollte sich aber davor hüten, die Großzügigkeit des Arbeitgebers so zu verstehen, daß sie einem das Recht gebe, hier und da etwas „mitlaufen zu lassen“. Das wäre nicht richtig.